Kategorie-Archiv: Archäologisches Museum Frankfurt

Keltisches Schmiedehandwerk: Aktionswochenende zur Sonderausstellung „Kelten Land Hessen – Kelten in Hessen?“

© AMF, Foto: Josef Engelmann
© AMF, Foto: Josef Engelmann

ffm. Am Samstag, 30. Juli, und Sonntag, 31. Juli, finden während eines Aktionswochenendes jeweils von 10 bis 18 Uhr Vorführungen, eine Mitmachaktion, Workshops und Führungen im Frankfurter Archäologischen Museum, Karmelitergasse 1, statt.

Vorführungen an beiden Aktionstagen
Die Metallhandwerkerinnen und -handwerker der Eisenzeit haben die Kunst der Metallbearbeitung, das Bearbeiten von Kupfer, das Gießen von Bronze nicht nur fortgeführt, verfeinert und verbessert – nein, sie haben auch ein „neues“ Metall verarbeitet! Die Verhüttung von Eisen-Erzen zu metallischem Eisen bot den Menschen erstmalig die Möglichkeit, Werkzeuge, Schmuck und Gegenstände aus einem härteren Metall – härter als alle bis dahin bekannten Metalle – herzustellen.

So konnten ab der Eisenzeit, neben dem „neu entwickelten“ Werkstoff Eisen auch Kupfer und Bronze erstmalig mit Eisenwerkzeugen bearbeitet werden. Auch heute noch arbeiten Schmiede und Goldschmiede in aller Welt mit denselben Werkzeugtypen aus Eisen wie vor über 2500 Jahren.

Vorführung keltischen Schmiedehandwerks
Wie kommt man den keltischen Schmieden am besten auf die Spur? Das Studium der archäologischen Forschung, von Objekten und Grabungsbefunden, hilft sicher weiter. Aber am nächsten kommt man einer Handwerkskunst durch das Ausprobieren.

Der Archäotechniker Frank Trommer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit heute größtenteils schon verlorengegangenen handwerklichen Techniken. Bei Vorführungen stellt er das hohe handwerkliche Können und die Fertigkeiten damaliger Schmiede und Gießer dar. Ziel der Arbeit Trommers ist die Wiederentwicklung verlorener handwerklicher Techniken und deren Vermittlung an interessierte Menschen aus allen Bereichen, sowohl einem Museumsbesucher als auch wissenschaftlich arbeitenden Studenten und Professoren. Daher ist er seit vielen Jahren in den verschiedenen Bereichen der experimentellen Archäologie unterwegs und arbeitet mit vielen Museen und Universitäten zusammen.

Die Vorführungen finden auf der Freifläche neben dem Museumseingang statt und können kostenfrei besucht werden.

Workshops und Mitmachangebot für Erwachsene, Jugendliche und Kinder
Während der Schmied die heißen Eisen im Feuer hat und man einen Blick über seine Schulter werfen darf, kann man sich ebenfalls in der Kunst, Eisen zu hämmern und zu biegen, probieren.

An beiden Aktionstagen können kleine und große Handwerkerinnen und Handwerker in Workshops und Mitmachangeboten in Kaltbearbeitung unter der Anleitung der Archäologen Sayuri de Zilva und Josef Engelmann weiches Eisen oder Kupfer hämmern, biegen, schleifen und verzieren.

Am Samstag, 30. Juli, finden Workshops von 11 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr statt. Für Erwachsene, Jugendliche und Familien mit Kindern ab acht Jahren betragen die Teilnamekosten 15 Euro pro Teilnehmer.

In diesem Workshop kann man sich in der Bearbeitung von Kupfer mit Eisenpunzen und Eisenhammer und der Herstellung von dreidimensionalen Eisenobjekten aus Eisendraht versuchen. Als Vorlage dienen bronze- und eisenzeitliche Fundstücke oder man verwirklicht eigenen Ideen.

Hinweis für die Workshops am Samstag, 30. Juli:
Teilnahme von Kindern unter zwölf Jahren bitte nur in Begleitung von Erwachsenen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten mit spitzen, scharfkantigen und zum Teil schweren Werkzeugen.
Die Teilnahme pro Workshop ist mit maximal zwölf arbeitenden Personen möglich. Eine Anmeldung per E-Mail an fuehrungen.archaeologie@stadt-frankfurt.de wird daher empfohlen.
Am Sonntag, 31. Juli, findet ein Mitmachangebot von 11 bis 17 Uhr statt. Für Erwachsene, Jugendliche und Familien mit Kindern ab sechs Jahren betragen die Materialkosten fünf Euro pro Werkstück.

Herstellen eines Eisen-Anhängers für Schlüsselbund oder Kette
Hinweis für die Mitmachaktion:
Die Herstellung eines Anhängers dauert circa 30 Minuten.
Teilnahme von Kindern unter zwölf Jahren bitte nur in Begleitung von Erwachsenen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten mit spitzen, scharfkantigen und zum Teil schweren Werkzeugen.
Es gibt eine begrenzte Anzahl an Werkplätzen, dadurch können Wartezeiten entstehen.
Eltern tragen die Aufsichtspflicht.

Archäologisches Museum Frankfurt
Karmelitergasse 1
60311 Frankfurt am Main
Telefon 069 212-35896
Fax 069 212-30700
info.archaeolmus@stadt-frankfurt.de

Kelten in Hessen? – Sonderausstellung vom 15. 06 – 30.10 2022 im Archäologischen Museum Frankfurt

logo-kelten-in-hessenWarum sprechen heute Archäologinnen und Archäologen von »Kelten in Hessen«, obwohl es in den antiken Schriftquellen der Griechen und Römer keinerlei direkte Belege für Kelten, Gallier oder Galater im Gebiet des heutigen Hessen gibt? Vielmehr sind es die »germanischen« Chatten, die als erste in den antiken Schriftquellen erwähnt werden und von Historikern lange Zeit als die ältesten namentlich bekannten Einwohner Hessens angesehen wurden.
Welchen Beitrag leistet(e) die Archäologie also für den Nachweis von Kelten in Hessen?
Inwiefern steht ein aus Friedrichsdorf bei Frankfurt stammender Hugenotte ganz am Anfang der keltischen Archäologie Europas im 19. Jahrhundert?
Wieso besitzen die Grabhügel im Frankfurter und Offenbacher Stadtwald und die Ringwälle im Taunus für die Archäologie der Kelten/Gallier überregionale, geradezu europäische Bedeutung?
Auskunft auf diese und andere Fragen finden Sie in der Sonderausstellung im Archäologischen Museum Frankfurt.

Archäologisches Museum Frankfurt
Karmelitergasse 1
60311 Frankfurt am Main
Telefon 069 212-35896
Fax 069 212-30700
info.archaeolmus@stadt-frankfurt.de

Öffnungszeiten
Mittwoch 10:00 – 20:00 Uhr
Donnerstag – Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Montag und Dienstag
geschlossen

LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ im Archäologischen Museum Frankfurt

Impression der Sonderausstellung „LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ im Archäologischen Museum Frankfurt vom 3. November 2021 bis 10. April 2022. Hier: Nekropole von Poggio Mengarelli – Grabbeigaben des-7.Jh’s v.Chr.  Foto Diether v Goddenthow
Impression der Sonderausstellung „LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ im Archäologischen Museum Frankfurt vom 3. November 2021 bis 10. April 2022. Hier: Nekropole von Poggio Mengarelli – Grabbeigaben des-7.Jh’s v.Chr. Foto Diether v Goddenthow

Erstmals außerhalb Italiens präsentiert das Archäologische Museum Frankfurt vom 3. November 2021 bis 10. April 2022 in der Sonderausstellung „Löwen – Sphingen – Silberhände. Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ einzigartige archäologische Neuentdeckungen aktueller Grabungen aus den Nekropolen der Etruskerstadt Vulci.

Die Exponate stammen im wesentlichen aus einem Areal in der südlichen Toscana, das erst im 18. Jahrhundert als die untergegangene etruskische Stadt Vulci identifiziert wurde. Hier werden seit den 2010er Jahren verstärkt archäologische Ausgrabungen durchgeführt mit dem Ziel, die Zerstörung von wertvollem Kulturgut durch Raubgräber zu verhindern. Dabei kamen erstaunlich reiche etruskische Gräber zum Vorschein. Sie zeigen den unsterblichen Glanz etruskischer Familien aus Vulci“, womit sich das Archäologische Museum Frankfurt erneut als Präsentationsstätte internationaler archäologischer Forschung ersten Ranges präsentiert.

Die Ausstellung im Refektorium des ehemaligen Karmeliterklosters in der Karmelitergasse 1, Frankfurt, ist das Ergebnis erfolgreicher, freundschaftlicher deutsch-italienischer Zusammenarbeit des Archäologischen Museums Frankfurt mit der Fondazione Vulci, dem Parco del Colosseo und der Soprintendenza für Archäologie, Schöne Künste und Landschaft für die die Provinz Viterbo und Süd-Etrurien.

Zur Ausstellung:

LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci © Foto Diether v Goddenthow
LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci © Foto Diether v Goddenthow

Bislang standen in Ausstellungen über die Etrusker wertvolle Einzelobjekte als kunsthistorische Kostbarkeiten im Vordergrund. In der Ausstellung LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE werden erstmals vollständige Grabausstattungen, die erst in den vergangenen 10 Jahren nach modernen wissenschaftlichen Standards ausgegraben wurden, gezeigt. Dieser besondere Zugang zur etruskischen Welt wurde durch die guten Kontakte des Direktors des Archäologischen Museum Frankfurt, Dr. Wolfgang David, zu seinen italienischen Kolleginnen und Kollegen in Vulci und Rom möglich.

Die Funde stammen aus dem 8. bis 3. Jahrhundert vor Christus, mit dem Schwerpunkt auf dem 7. und 6. Jahrhundert, also der orientalisierenden Periode. Besonders eindrucksvoll sind die Steinplastiken geflügelter Löwen, Sphingen und Panther aus archaischer Zeit.

Im monumentalen Bau des „Grabes der Silberhände“ (Tomba delle Mani d’argento) fanden sich in drei zusammengehörigen Grabkammern reiches Tafelgeschirr, ein Streitwagen, kostbares Pferdegeschirr und Schmuckgegenstände aus Gold, Silber, Bernstein und Glaspaste © Foto Diether v Goddenthow
Im monumentalen Bau des „Grabes der Silberhände“ (Tomba delle Mani d’argento) fanden sich in drei zusammengehörigen Grabkammern reiches Tafelgeschirr,
ein Streitwagen, kostbares Pferdegeschirr und Schmuckgegenstände aus Gold, Silber, Bernstein und Glaspaste © Foto Diether v Goddenthow

Zu dieser Zeit befand sich Vulci auf einem Höhepunkt seiner Macht. Es war eine Phase politischer und wirtschaftlicher Expansion. Diese ging einher mit gesellschaftlicher Differenzierung, wie anhand der in Frankfurt ausgestellten Grabinventare eindrücklich vermittelt wird. Die führenden Familien der Stadt verfügten über importierte Luxusgüter wie Bernstein, Bronzegefäße und wertvolle bemalte Keramik aus Griechenland. Luxuriöser Schmuck aus Gold, Silber und Edelsteinen zeugen vom Reichtum der örtlichen Aristokratie, die den Seeverkehr und die Produktion der Güter kontrollierte. In den Jahren 2012/2013 wurden in der schon lange bekannten Nekropole an der alten Osteria von Vulci Gräber und Strukturen eines Kultareals ausgegraben. Es war vom Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. bis um 500 v. Chr. in Gebrauch. Im monumentalen Bau des „Grabes der Silberhände“ (Tombadelle Mani d’argento) fanden sich in drei zusammengehörigen Grabkammern reiches Tafelgeschirr, ein Streitwagen, kostbares Pferdegeschirr und Schmuckgegenstände aus Gold, Silber, Bernstein und Glaspaste. Aus dem ‚Grab der Silberhände‘ werden in der Ausstellung Teile eines zweirädrigen Streitwagens im Original präsentiert. Wie diese Wägen verwendet wurden, ist auf den bemalten griechischen Vasen in der Antikensammlung des Archäologischen Museums zu sehen.

Aus einem Königsgrab: Hausurne aus Impasto © Foto Diether v. Goddenthow
Aus einem Königsgrab: Hausurne aus Impasto © Foto Diether v. Goddenthow

Das Grab des vergoldeten Skarabäus wurde erst 2016 entdeckt. Es datiert an den Anfang des 7. Jahrhunderts. Einer einflussreichen Frau aus der Oberschicht Vulcis wurden zwei in vergoldete Silberringe gefasste Skarabäen mit ägyptischen Hieroglyphen in ihr Grab mitgegeben. Diese bezeugen eindrucksvoll die Kontakte zwischen Etrurien und Ägypten.

Die engen Beziehungen zwischen Vulci und dem Rom der Königszeit werden in der Sonderausstellung anhand von Funden vom Forum Romanum und Palatin vorgestellt. Die Welt der einflussreichen Personen und Familien, die hinter diesen etruskischen Gräbern stehen, wird greifbar. Buchbare Schulklassenprogramme vervollständigen das Angebot.

Attische Kylix – Augenschale aus der Gruppe der Liebeswerbungsschalen © Foto Diether v. Goddenthow
Attische Kylix – Augenschale aus der Gruppe der Liebeswerbungsschalen © Foto Diether v. Goddenthow

Museumsdirektor Dr. Wolfgang David: „Mit dem ‚Grab des vergoldeten Skarabäus‘ und dem ‚Grab der Silberhände‘ sind Gräber der führenden Familien der Etrusker in Frankfurt zu sehen. Aus dem Kreis dieser Familien stammte möglicherweise auch einer der frühen Könige Roms, denn Servius Tullius (ca. 578–534 v. Chr.) ist nach antiken Quellen mit dem aus Vulci stammenden Etrusker Mastarna identisch. Gerade die Archäologie hat gezeigt, dass die Überlieferung zur ältesten Geschichte Roms bei weitem nicht so legendenhaft oder frei erfunden ist, wie Philologen und Historiker lange Zeit angenommen haben.“

Die Ausstellung im Refektorium des ehemaligen Frankfurter Karmeliterklosters ist das Ergebnis erfolgreicher, freundschaftlicher deutsch-italienischer Zusammenarbeit des Archäologischen Museums Frankfurt mit der Fondazione Vulci, dem Parco del Colosseo und der Soprintendenza für Archäologie, Schöne Künste und Landschaft für die die Provinz Viterbo und Süd-Etrurien. Die Sonderausstellung „LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE. Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ ist noch bis 10. April 2022 zu sehen.

Ort:

Impression der Sonderausstellung „LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ © Foto Diether v. Goddenthow
Impression der Sonderausstellung „LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“ © Foto Diether v. Goddenthow

Archäologisches Museum Frankfurt, Karmelitergasse 1, 60311 Frankfurt am Main, www.archaeologisches-museum-frankfurt.de
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr, Mittwoch 10:00 – 20:00 Uhr.
Eintritt: Erwachsene € 7,00, ermäßigt € 3,50
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Ab 1. Januar 2022 gelten neue Führungsgebühren für offene

 

 

 

Führungen:
€ 5,00 Erwachsene
€ 3,00 ermäßigt/Kinder/Freunde AMF
Kuratorenführungen:
€ 7,00 Erwachsene
€ 3,50 ermäßigt/Kinder/Freunde AMF
Direktorenführungen:
€ 10,00 Erwachsene
€ 5,00 ermäßigt/Kinder/Freunde AMF
Die Eintrittspreise bleiben gleich.
www.archaeologisches-museum-frankfurt.de
Anfahrt:
U-Bahn: U1 – U5, U8; RMV-Haltestellen Willy-Brandt-Platz, Dom / Römer
Straßenbahn: Tram 11, 12 und 14; RMV-Haltestelle Karmeliterkloster

Es gilt die 2G-Regelung. Ein Besuch des Museum ist nur mit Geimpft- oder Genesenen-Nachweis möglich.
Für Jugendliche unter 18 mit Negativtestnachweis.

Archäologie-Jahr in Hessen widmet sich vom 10. März bis 31.12.2022 den Kelten mit Sonderausstellungen, Mitmachaktionen, Exkursionen und Vorträgen

Ausschnitt aus dem Gruppenbild aller am Projekt „Keltenland Hessen“ aktiv Beteiligter während der Auftaktveranstaltung am 4.08.2021 im Innenhof der Trinkkuranlage Bad Nauheim: In der ersten Reihe v.li.: Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin, dann hockend:Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg und Sabine Philipp M.A.. Direktorin SAM Wiesbaden. In der hinteren Reihe v.li.: Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent  Bad Nauheim, Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda, Dr. Karl-F. Rittershofer, Präsident der Archäologischen Gesellschaft in Hessen, Dr. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt.-v.r.: Stephan Medschinski , Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg, Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer, Sammlungsbereich Archäologie. © Foto Diether v. Goddenthow
Ausschnitt aus dem Gruppenbild aller am Projekt „Keltenland Hessen“ aktiv Beteiligter während der Auftaktveranstaltung am 4.08.2021 im Innenhof der Trinkkuranlage Bad Nauheim: In der ersten Reihe v.li.: Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin, dann hockend:Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg und Sabine Philipp M.A.. Direktorin SAM Wiesbaden. In der hinteren Reihe v.li.: Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent Bad Nauheim, Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda, Dr. Karl-F. Rittershofer, Präsident der Archäologischen Gesellschaft in Hessen, Dr. Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt.-v.r.: Stephan Medschinski , Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg, Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer, Sammlungsbereich Archäologie. © Foto Diether v. Goddenthow

2022 findet das erste große Archäologie-Jahr in Hessen statt. Für das Projekt „KELTEN LAND HESSEN – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ arbeiten Museen, Landesarchäologie, Stadt- und Kreisarchäologie, Forschungseinrichtungen und Vereine zusammen, um das reiche kulturelle Erbe der Kelten in Hessen sichtbar zu machen. Am 4. August 2021, ein halbes Jahr vor dem Start, informierten in Bad Nauheim Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und die Beteiligten die Öffentlichkeit über das einzigartige landesweite Keltenprojekt vom 10. März bis 31.12.2022.

Ein halbes Jahr vor dem Start des ersten großen Archäologie-Jahres in Hessen informierten die Beteiligten gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (am Pult) im Konzertsaal der Bad Nauheimer Trinkkuranlage die Öffentlichkeit über das Projekt. © Foto Diether v. Goddenthow
Ein halbes Jahr vor dem Start des ersten großen Archäologie-Jahres in Hessen informierten die Beteiligten gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (am Pult) im Konzertsaal der Bad Nauheimer Trinkkuranlage die Öffentlichkeit über das Projekt. © Foto Diether v. Goddenthow

Zudem berichteten Projektpartner an zahlreichen Infotischen über ihre Themen und zeigten eine Auswahl an originalen Fundobjekten. Die Archäologische Restaurierungswerkstatt des Landesamt für Denkmalpflege zeigte Beispiele aus ihrer laufenden Restaurierungsarbeit keltischer Fundstücke für die geplanten Ausstellungen.

Begrüßung

Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg © Foto Diether v. Goddenthow
Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg © Foto Diether v. Goddenthow

Dr. Vera Rupp, Direktorin der Keltenwelt Glauberg, begrüßte gemeinsam mit Peter Krank, Erster Stadtrat und Kulturdezernent der Stadt Bad Nauheim, die Beteiligten des Keltenjahres und zahlreiche Gäste. Dabei machte die maßgebliche Initiatorin des Keltenprojektes einmal mehr deutlich, dass sämtliche Veranstaltungen im kommenden Jahr  unter das Label „Keltenland Hessen – archäologische Spuren im Herzen Europas“ gestellt wurden, um ganz gezielt den Blick auf die bewegte Zeit zwischen 800 vor Christus und den Beginn der Römerzeit am Ende des ersten Jahrhunderts vor Christus zu lenken. Bereits vor drei Jahren beschlossen auf Anregung der Keltenwelt Glauberg hessische Museen, Vereine, Institutionen und zahlreiche ehrenamtlich in der Archäologie Tätige das gemeinsame Kelten-Projekt. Coronabedingt wurde das Keltenjahr dann jedoch um ein Jahr verschoben. Doch die Motivation habe darunter keinesfalls gelitten, im Gegenteil: Die Museumsleute brennen darauf, nach Zeiten des Lockdowns endlich wieder Besucher begrüßen zu dürfen und freuen sich auf das Keltenjahr 2022. Zahlreiche Aktionen seien  geplant, darunter Exkursionen, Ausstellungen, Vorträge und Mitmachaktionen für jeden Geschmack und Alter.

Zu den wichtigsten Projekt-Partnern, so die Keltenwelt-Direktorin, gehören neben den Museen   die „Archäologische Gesellschaft in Hessen“ mit sehr vielen Mitgliedern sowie die Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg mit ihrem „Keltenmobil“. Das Keltenmobil werde auch im kommenden Jahr mit von der Partie sein, „und mit ihrem bewährten Vermittlungsprogramm Schulen besuchen“. Das Keltenmobil der Wetterauer Archäologischen Gesellschaft sei das einzige Projekt dieser Art in Hessen, „das mobil ist, und in die Schulen fährt, und dort eben Archäologie und Geschichte vermittelt und ein wenig Werbung für Besuche in Museen und Kultureinrichtungen mache“, so Dr. Vera Rupp.

Programm-Highlights

Auf Infotafeln und -tischen informierten die Museen über ihre Programmschwerpunkte zum Projektjahr Keltenland Hessen. © Foto Heike v. Goddenthow
Auf Infotafeln und -tischen informierten die Museen über ihre Programmschwerpunkte zum Projektjahr Keltenland Hessen. © Foto Heike v. Goddenthow

Neben den geplanten drei zentralen Veranstaltungen in der Keltenwelt Glauberg (Eine neue Zeit beginnt), im Archäologischen Museum Frankfurt (Kelten in Hessen?) und im Vonderau Museum Fulda (Eisen verändert die Welt), wird es auch zahlreiche Präsentationen und Sonderausstellungen in anderen hessischen Museen geben. Beispielsweise plant das Vordertaunusmuseum in Oberursel  die Sonderausstellung „Spuren aus keltischer Zeit im Hochtaunuskreis“ und zum Heide-Oppidum.  Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land verspricht „ die Eisenzeit zum Anfassen“ mit Rekonstruktionen von Haus, Hof und Gärten in Originalgröße. Das Museum Bensheim beteiligt sich mit der Sonderausstellung „Die Kelten an der Bergstrasse“ und das Oberhessische Museum Gießen stellt in den Fokus seiner Ausstellung „Gold im Grab“ das bekannte Muschenheimer Schwert mit seinen spektakulären Goldresten aus der frühen Eisenzeit.  Die Städte und  Kreise Offenbach, Hanau und  Main-Kinzig-Kreis werden mit der Wanderausstellung „Mit dem Spaten ins Feld“ unterwegs sein.

Bronzener Schmuckanhänger des Pferdegeschirrs aus Hofheim. © Foto P. Odvody, hessenArchäologie, Außenstelle Darmstadt.
Bronzener Schmuckanhänger des Pferdegeschirrs aus Hofheim. © Foto P. Odvody, hessenArchäologie, Außenstelle Darmstadt.

Das Wiesbadener Stadtmuseum (SAM) wird von Anfang März bis Mitte August 2022 mit der Sonderausstellung „Hessen im Spannungsfeld der Kulturen“ an die keltischen Wurzeln Wiesbadens in römisch-germanischer Zeit erinnern. Das SAM wird zeigen, wie das Aufeinandertreffen von keltisch, germanisch und römisch geprägten Bevölkerungsteilen in der latènezeitlich geprägten Welt um 50 v. Chr. ein Prozess angestoßen wurde, aus dem neue kulturelle Formen und Traditionen entstanden,  so Dr. Daniel Burger-Völlmecke, Kurator Sammlung Nassauischer Altertümer, Sammlungsbereich Archäologie.

Bad Nauheimer Kelten betrieben größte vorindustrielle Saline Europas

Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent  Bad Nauheim. © Foto Diether v. Goddenthow
Peter Krank, erster Stadtverordneter und Kulturdezernent Bad Nauheim. © Foto Diether v. Goddenthow

Wenig bekannt sei auch, dass Bad Nauheim nicht nur Jugendstil- und Sprudel-Bad, sondern auch Keltenstadt sei, weswegen er stolz sei, dass die Kick-off-Veranstaltung des Keltenjahres in Bad Nauheim stattfände, so Kulturdezernent Peter Krank bei seiner Begrüßung. Neben einem Rundweg auf den Spuren der Kelten in Bad Nauheim mit Infotafeln, gibt es einen Keltenpavillon am Gradierwerk I mit einem rekonstruiertem keltischen Siedeofen, Text- und Infotafeln sowie einen Film zum Thema „Keltische Saline“. Im dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus haben die Kelten am Ufer der Usa auf der Länge von mehr als einem Kilometer die größte zeitgenössische Saline Europas betrieben. Obgleich die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterließen, sei ihr Tun durch archäologische Funde ausreichend belegt: Man fand beispielsweise flache gepflasterte Becken, in denen schwach salzhaltige Sole durch Verdunstung konzentrierte wurde, um den Siedeprozess zu verkürzen. Auch belegten tonnenweise Scherben von nach dem Sieden zerschlagenen Tongefäßen  den Umfang der keltischen   Salzgewinnung.

Europaweite Vernetzung frühkeltischer und mediterraner Kulturen

Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin. © Foto Heike v. Goddenthow
Angela Dorn, Kunst- und Wissenschaftsministerin. © Foto Heike v. Goddenthow

Kunst- und Wissenschaftsministerin Angela Dorn unterstrich in ihrem Grußwort mit Blick auf Bad Nauheim nochmals die Bedeutung der keltischen Salzgewinnung in Bad Nauheim. „Die Kelten geben der Wissenschaft bis heute Rätsel auf, da sie keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben. Wir wissen aber – unter anderem aus den Funden auf dem Glauberg –, dass schon die frühkeltischen Kulturen in Europa untereinander und mit den mediterranen Kulturen vernetzt waren“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Archäologinnen und Archäologen haben die faszinierende, aber auch oft kleinteilige und zeitintensive Aufgabe, die Vergangenheit anhand der Ausgrabungsergebnisse zu rekonstruieren. Viele Thesen werden im Verlaufe der Forschungen aufgestellt und verworfen, neue Funde können ein ganz anderes Bild ergeben: So ist Wissenschaft. Möglichst viele Menschen in diese Arbeit mit hineinzunehmen, das macht für mich den ganz besonderen Reiz dieses Archäologie- Jahres aus. Es ist eine einmalige Gelegenheit, die reiche Fund- und Forschungslandschaft Hessens für Klein und Groß erlebbar zu machen und vermeintlich Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu entdecken.“

Erstmals ein archäologisches Thema  hessenweit im Fokus 

Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, © Foto Heike v. Goddenthow
Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen, © Foto Heike v. Goddenthow

Prof. Dr. Udo Recker, Landesarchäologe von Hessen unterstrich: Mit dem Projekt „Keltenland Hessen – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ finden zahlreiche wissenschaftliche Vorhaben in gewisser Weise ein Ende. Gleichzeitig weise das Projekt aber auch in die Zukunft. „Dass wir wissenschaftliche Ergebnisse in Museen präsentieren ist jetzt nichts Außergewöhnliches. Das ist der klassische Auftrag eines Museums, das zu tun und die breite Öffentlichkeit zu informieren. Dass wir das fokussiert auf das Thema Kelten tun, und dass wir das in dieser Breite tun, und dass wir uns praktisch im ganzen Land mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten dem Thema nähern, das ist neu. Das ist das erste Mal der Fall. Und das ist, glaube ich auch, ganz gut gelungen, und das ist ganz toll“, weil es auch die Bedeutung und das Interesse aller an einem solchen Projekt einmal mehr unterstreiche, so der Landesarchäologe in seinem Grußwort.

Kelten seien die Menschen der Eisenzeit

Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda. © Foto Diether v. Goddenthow
Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda. © Foto Diether v. Goddenthow

In seiner Einführung ins  „Keltenjahr“ machte Dr. Frank Verse, Direktor des Vonderau Museums Fulda, deutlich, dass es sich bei den Kelten nicht um eine eingewanderte Bevölkerungsgruppe handele: „Mit den Kelten wird die Bevölkerung der Eisenzeit, also die Bevölkerung des 8. bis 1. Jahrhunderts vor Christus, in Verbindung gebracht. Eisen bzw. Eisenerz, komme in der Natur deutlich häufiger vor als Kupfer und Zinn, den Metallen, aus denen Bronze legiert werde. „Dadurch ließ sich Eisen für die damalige Bevölkerung wesentlich leichter und in erheblich größeren Umfang beschaffen, was natürlich auch unmittelbare Auswirkungen auf die Herstellung von Waffen oder eisernen Geräte, und damit letztlich auch auf die Entwicklung der Kultur der Eisenzeit gehabt habe, so Dr. Frank Verse. Die Bedeutung dieses  technologischen Wandels in der Eisenzeit für die Kulturentwicklung machte der Museumsdirektor an einem Beispiel deutlich:
„Noch in der Bronzezeit wurde mit hölzernen Pflügen der Boden bestellt. Und erst in der Eisenzeit kommt der metallene Pflug, die eiserne Pflugschar dazu. Der eiserne Pflug, bzw. der Pflug mit eiserner Schar, ist natürlich deutlich stabiler gewesen, so dass sie wesentlich größere Flächen pro Tag annehmen konnten, und gleichzeitig auch schlechtere Böden bearbeitet werden konnten. Dies führte wiederum zu einer Steigerung des Ertrags und bildete die Grundlage für die Bildung größerer Ansiedlungen. Diese größeren Ansiedlungen mit Menschenansammlungen führten natürlich wiederum dazu, dass mehr Eisen benötigt wurde, und auch mehr Salz zur Konservierung von Lebensmitteln, um auf diese Weise eine Ernährungssicherheit herzustellen. Dies wiederum führte  zur Herausbildung früher Wirtschaftszentren wie hier etwa in Bad Nauheim zur Salzgewinnung oder im Bereich des Lahn-Tals zur Eisenproduktion“, erläuterte der Dr. Frank Verse.
Anhand dieses Beispiels ließe sich doch auch der Keltenbegriff grob erklären, nämlich „dass wir es bei den Kelten nicht mit einer neu eingewanderten Personengruppe zu tun haben, sondern, dass wir es mit einem materiellen und kulturellen Wandel zu tun haben, der im Wesentlichen durch die Eisentechnologie angestoßen wurde“, so Dr. Frank Verse . Dabei gäbe es innerhalb Hessens – mit einem erheblichen Nord-Südgefälle behaftet – deutliche regionale Unterschiede.

Keltenfest am Glauberg - © Foto Diether v. Goddenthow
Keltenfest am Glauberg – © Foto Diether v. Goddenthow

Wandel zur Eisenzeit vergleichbar mit digitalem Wandel
Man habe es zu Beginn der Eisenzeit  mit derselben Menschengruppe zu tun, wie am Ende der Bronzezeit, so der Museumsdirektor. Das belegten auch die Gräberfelder, die einfach am Übergang dieser Zeit Grenzen durchlaufen. Das mache aber die Beschäftigung mit der Eisenzeit umso spannender, „weil es auch deutliche Parallelen zu unserer Gesellschaft der Gegenwart gibt. Wir selber leben am Anfang des digitalen Zeitalters, und erleben bereits jetzt wie sehr diese neue Technik unser Lebens- und Arbeitsumfeld bereits nach wenigen Jahrzehnten umgeändert hat. Auch unsere Kultur befindet sich – ähnlich wie die in der eisenzeitlichen Bevölkerung – in einem starken Umbruch“, so Dr. Frank Verse.

Es ist aber auch kein Zufall, dass sich die Forschung immer wieder mit der Eisenzeit und damit mit den Kelten beschäftigt hat. Das Land Hessen ist dabei besonders gut aufgestellt, da es mit der Keltenwelt am Glauberg sowohl über ein eigenes Spezialmuseum verfügt, also auch mit dem Forschungszentrum eine entsprechende Forschungseinrichtung zu dieser Zeit besitzt. Und es wurde schon erwähnt: Es ist auch tatsächlich das einzige im Bereich der Denkmalpflege mit diesem ausschließlichen Forschungsauftrag, was für die Entwicklung sehr wichtig ist.

Info-Tisch der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen mit Beispielen ihrer laufenden Restaurierungsarbeiten keltischer Fundstücke.  © Foto Heike v. Goddenthow
Info-Tisch der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen mit Beispielen ihrer laufenden Restaurierungsarbeiten keltischer Fundstücke. © Foto Heike v. Goddenthow

Neben dem Glauberg mit der berühmten Statue eines Keltenfürsten sind der Dünsberg bei Wetzlar, der Altkönig und das Heidetränk-Oppidum im Taunus oder die Milseburg in der Rhön weitere bedeutende Zeugen keltischer Kultur in Hessen.
(Diether v. Goddenthow)

Informationen
Das Archäologie-Jahr umfasst Sonderausstellungen, Führungen, Mitmach-Aktionen und Vorträge vielerorts in Hessen. Der Veranstaltungskalender wird digital auf www.keltenland-hessen.de, Instagram und Facebook sowie gedruckt u.a. bei den Projektpartnerinnen und -partnern vor Ort zur Verfügung gestellt. Zudem wird es ein Begleitbuch zum Keltenjahr 2022 geben.

www.keltenland-hessen.de

Projektbüro
KELTENWELT AM GLAUBERG
Achäologisches Landesmuseum Hessen
Am Glauberg 1
63695 Glauburg
E-Mail: kontakt@keltenland-hessen.de

Frankfurter Museen öffnen wieder ab dem 24. Mai 2021

frankfurter-museen-oeffnen-wiederIm Rahmen der Hygieneregeln öffnen Frankfurts Museen wieder Detaillierte Informationen zu Ausstellungen und  Angaben  zu den Anmeldeverfahren finden Sie auf den Webseiten der Museen,

Archäologisches Museum Frankfurt
Das Museum öffnet ab Dienstag, dem 1. Juni 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr
www.archaeologisches-museum-frankfurt.de

Bibelhaus Erlebnis Museum
Das Bibelhaus ist ab Mittwoch, dem 26. Mai geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr
www.bibelhaus-frankfurt.de

Caricatura Museum Frankfurt
Das Caricatura Museum öffnet am Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
www.caricatura-museum.de

Deutsches Architekturmuseum
Das Deutsche Architekturmuseum ist von Pfingstmontag, 24. Mai, an wieder geöffnet.
Öffnungszeiten: Dienstag 12 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 12 bis 20 Uhr,
Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr
www.dam-online.de/besuch

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Das DFF öffnet am Pfingstmontag, dem 24. Mai 2021, wieder seine Ausstellungen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
www.dff.film

Dommuseum Frankfurt
Das Museum ist wieder ab Mittwoch, 2. Juni, geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag und Freitag 10 bis 17 Uhr
Samstags, sonntags und an den Feiertagen 11 bis 17 Uhr
Montags und dienstags geschlossen
www.dommuseum-frankfurt.de

Eintracht Frankfurt Museum
Das Museum öffnet ab Dienstag, dem 25. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
https://museum.eintracht.de/news/

Fotografie Forum Frankfurt
Das Fotografie Forum Frankfurt öffnet am Dienstag, 2. Juni 2021.
Öffnungszeiten bitte der Homepage entnehmen.
www.fffrankfurt.org

Frankfurter Goethe-Haus
Das Frankfurter Goethe-Haus öffnet ab Freitag, dem 28. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag von 11 bis 17 Uhr
www.freies-deutsches-hochstift.de

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt
Beide Museen öffnen am Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11
bis 19 Uhr.
www.historisches-museum-frankfurt.de
www.junges-museumm-frankfurt.de

Institut für Stadtgeschichte
Das Institut für Stadtgeschichte öffnet am Mittwoch, dem 26. Mai. Lesesaal und
Sammlungsbereich sind bereits nach Voranmeldung geöffnet.
Öffnungszeiten: Ausstellungen Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag
11 bis 18 Uhr, Lesesaal nach Voranmeldung Montag bis Freitag 8.30 bis 17 Uhr
(Dienstag, 25.05. nur bis 12 Uhr)
ACHTUNG: Die Vorlage eines Negativnachweises ist nur für den Besuch von Lesesaal
und Sammlungsbereich nötig, nicht für den Ausstellungsbesuch. Weitere Informationen
auf der Webseite:
www.stadtgeschichte-ffm.de

Jüdisches Museum Frankfurt
Das Jüdische Museum öffnet ab Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10 bis 21 Uhr, Mittwoch, Freitag, Samstag
und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
www.juedischesmuseum.de

Das Museum für Kommunikation
Das Museum öffnet am Dienstag, dem 25. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Museumsshop & Museumsbibliothek
Der Museumsshop ist geöffnet. Ebenfalls wieder möglich ist der Besuch der
Museumsbibliothek: Eine Voranmeldung ist auch hier erforderlich, siehe Homepage des
Museums. Die Bibliothek ist dienstags bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
http://www.mfk-frankfurt.de

Frankfurter Kunstverein
Der Frankfurter Kunstverein öffnet am Dienstag, dem 1. Juni von 17 bis 22 Uhr mit dem
Soft Opening der Ausstellung „And This is Us 2021 – Junge Kunst aus Frankfurt“
Ab dem 2. Juni gelten folgende Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19
Uhr, Donnerstag von 11 bis 21 Uhr.
www.fkv.de

Museum Angewandte Kunst und Ikonenmuseum
Das Museum Angewandte Kunst und das Ikonenmuseum öffnen am Mittwoch, dem 26.
Mai 2021.
Öffnungszeiten Museum Angewandte Kunst: Dienstag von 12 bis 18 Uhr, Mittwoch von
12 bis 20 Uhr, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Öffnungszeiten Ikonenmuseum: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Mittwoch von
12 bis 20 Uhr.
www.museumangewandtekunst.de

Museum Judengasse
Am Mittwoch, den 26. Mai 2021, erfolgt die Öffnung des Museums Judengasse.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
www.juedischesmuseum.de/besuchen/museumjudengasse

MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST
Der TOWER MMK öffnet am Pgingstmontag, dem 24. Mai 2021.
Reguläre Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr und Mittwoch 11 bis 20
Uhr
www.mmk.art

Portikus
Der Portikus auf der Alten Brücke öffnet wieder am Pfingstmontag, 24. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, mittwochs 11 bis 20 Uhr

Senckenberg Naturmuseum
Am Mittwoch, dem 26. Mai wird das Senckenberg Naturmuseum
wieder geöffnet.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9 bis 17 Uhr, mittwochs
von 9 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag und an den Feiertagen 9 bis 18 Uhr.
www.museumfrankfurt.senckenberg.de

Struwwelpeter Museum
Das Struwwelpeter Museum öffnet am Donnerstag, dem 3. Juni 2021.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
www.struwwelpeter-museum.de

Weltkulturen Museum
Ab Mittwoch, dem 26. Mai 2021 ist das Weltkulturen Museum geöffnet.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr
www.weltkulturenmuseum.de

weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der einzelnen Häuser sowie unter
www.museumsufer.de

Wiedereröffnung der Frankfurter städtischenMuseen und des Instituts für Stadtgeschichte

Frankfurter Museen öffnen wieder. Impression aus dem Archäologischen Museum  © Foto Diether v. Goddenthow
Frankfurter Museen öffnen wieder. Impression aus dem Archäologischen Museum © Foto Diether v. Goddenthow

(ffm) Nach über viermonatiger Schließung aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie öffnen die städtischen Museen für Besucherinnen und Besucher wieder sukzessive ihre Türen. Möglich macht dies der aktuelle Beschluss der Landesregierung. Voraussetzung ist, dass der Inzidenzwert hessenweit zwischen 50 und 100 pro 100.000 Einwohner liegt, die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst werden und Besuchstermine vereinbart werden können.

„Ich begrüße es sehr, dass die Museen und das Institut für Stadtgeschichte zu den ersten gehören, die wieder öffnen können. Wir sind mit entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen gut vorbereitet, um einen risikoarmen Besuch zu gewährleisten. Ich danke den Direktorinnen und Direktoren der Häuser, dass sie die aktuell geltenden Regeln so umsichtig umgesetzt haben, verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und eine zeitnahe Öffnung der Häuser ermöglichen. In vielen der Museen wurden im zweiten Lockdown neue Ausstellungen eröffnet, die jetzt nur darauf warten, besucht zu werden“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. Für den Museumsbesuch gelten die bekannten Hygienebestimmungen: Tragen einer medizinischen Maske, Abstand halten und regelmäßig die Hände wasche und desinfizieren.

Archäologisches Museum Frankfurt

Archäologisches Museum Frankfurt  © Foto Diether v. Goddenthow
Archäologisches Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow

Das Museum öffnet am Dienstag, 9. März, wieder seine Türen für die Besucherinnen und Besucher. Es warten zwei besondere Ausstellungen auf ihre Gäste: Die Präsentation „Der Thoraschrein der Synagoge am Börneplatz“ ist noch bis zum 18. April zu sehen, bis zum 11. April zeigt das Haus die Ausstellung „SYRIEN. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne v. Schweinitz (1921-2015). Der Besuch des Archäologischen Museums ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher vor Ort erfasst werden und im Vorfeld Besuchstermine vereinbart werden. Man kann sich ab Dienstag, 9. März, unter der Telefonnummer 069/212-35896 für eine bestimmte Uhrzeit anmelden. Der Zugang sowohl zur Dauerausstellung als auch zur Sonderausstellung ist aus organisatorischen Gründen vorerst nur über den Haupteingang des Museums in der Karmelitergasse 1 möglich: https://archaeologisches-museum-frankfurt.de/de/

Caricatura Museum Frankfurt

Caricatura Museum für Komische Kunst © Foto Diether v. Goddenthow
Caricatura Museum für Komische Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Das Caricatura Museum öffnet am Dienstag, 16. März, wieder seine Türen für die Liebhaber der komischen Kunst. Die aktuelle Ausstellung „Grober Strich und feiner Witz“ mit Cartoons von Hauck & Bauer wurde bis zum 11. Juli verlängert. Die genauen Bedingungen für einen Besuch können zeitnah der Website des Museums entnommen werden: https://caricatura-museum.de/

 

 

Deutsches Architekturmuseum

Deutsches Architekturmuseum © Foto Diether v. Goddenthow
Deutsches Architekturmuseum © Foto Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Architekturmuseum öffnet wieder am Freitag, 12. März, mit neuen Öffnungszeiten: dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr, donnerstags von 12 bis 20 Uhr und freitags von 12 bis 20 Uhr. Am Samstag und Sonntag ist das Haus von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus zeigt derzeit „max40 – BDA Architekturpreis für junge Architektinnen und Architekten“ bis zum 11. April, „Best Highrises 2020/21 – Internationaler Hochhaus Preis 2020“ bis zum 16. Mai und „DAM Preis 2021 – Die 25 besten Bauten in/aus Deutschland“ bis 13. Juni, sowie „Einfach Grün – Greening the City“ bis 11. Juli. Die genauen Bedingungen für einen Besuch können zeitnah der Website des Museums entnommen werden; https://dam-online.de/

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow
Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow

Das Historische Museum Frankfurt öffnet wieder am Samstag, 13. März, mit den vor dem zweiten Lockdown geltenden Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Über den Online-Shop der Website oder den Besucherservice des Museums (per Mail an besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de oder unter Telefon 069/212-35154) kann ein Zeitslot gebucht werden (jeweils zweistündig, ab den Öffnungszeiten am Tag gerechnet). Die neue, große Ausstellung „Frankfurter Gartenlust – Die Stadt und das Grün“ ist ab Donnerstag, 25. März, zu sehen. Die Ausstellung des Jungen Museums ist ab Dienstag, 30. März, zu sehen, Spielräume und Werkstätten bleiben vorerst geschlossen. Für einen Besuch muss man sich ebenfalls ein Ticket des Historischen Museums über den Online-Shop holen, dass den Eintritt in das Junge Museum inkludiert: https://historisches-museum-frankfurt.de/

Institut für Stadtgeschichte

Institut für Stadtgeschichte © Foto Diether v. Goddenthow
Institut für Stadtgeschichte © Foto Diether v. Goddenthow

Das Institut für Stadtgeschichte öffnet am Dienstag, 9. März, seinen Lesesaal, die Sammlungen und Ausstellungen. Für den Lesesaal, die Sammlungen und den Ausstellungsbesuch ist eine Voranmeldung erforderlich, Informationen dazu sind auf der Website des Museums zu finden. Derzeit sind im Institut für Stadtgeschichte folgende Ausstellungen zu sehen: „Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren“ bis zum 18. April, „Eberhard Steneberg: Zwischen allen Stühlen“ bis zum 9. Mai und die Dauerausstellung „Jörg Ratgeb: Die Wandbilder im Karmeliterkloster“: https://www.stadtgeschichte-ffm.de/

Jüdisches Museum Frankfurt
Das Jüdische Museum präsentiert bis Mittwoch, 10. März, täglich zwischen 19 und 22 Uhr auf dem Museumsvorplatz eine interaktive Lichtinstallation rund um die Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger. Ab Donnerstag, 11. März, öffnet das Jüdische Museum am Bertha-Pappenheim-Platz den Lichtbau mit der Bibliothek und die Dauerausstellung im Rothschild-Palais. Besucherinnen und Besucher können sich ab Mittwoch, 10. März, auf der Website des Museums ein Zeitslot- und/oder Online-Ticket buchen. Sie werden vor Ort von Besucherbetreuerinnen und -betreuern empfangen, die individuelle Kurzführungen anbieten. Am Donnerstag, 18. März, öffnet das Haus zusätzlich die Wechselausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ im Lichtbau. Die im Oktober eingeführten Öffnungszeiten bleiben bestehen: Dienstag und Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr; https://www.juedischesmuseum.de/

Museum Angewandte Kunst

Museum Angewandte Kunst  © Foto Diether v. Goddenthow
Museum Angewandte Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Das Museum Angewandte Kunst öffnet am Dienstag, 9. März, um 12 Uhr. Beim Museum Angewandte Kunst ist eine Terminvergabe per Mail, Telefon oder an der Kasse möglich. Folgende Ausstellungen sind neben der Dauerausstellung zu sehen: „ars viva 2021, Rob Crosse, Richard Sides, Sung Tieu“ bis zum 21. März, „ANETTE LENZ. à propos“ bis zum 16. Mai und „亞歐堂 meet asian art: Schalen. Metamorphosen einer Grundform“ bis zum 7. November. Ab dem 16. April zeigt das Haus „Dieter Rams. Ein Blick zurück und voraus“. Das Haus hat dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr und donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Das zugehörige Ikonenmuseum öffnet am Dienstag, 16. März, um 10 Uhr. Die genauen Bedingungen für einen Besuch befinden sich noch in der Planung und können zeitnah der Website des Hauses entnommen werden. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs von 12 bis 20 Uhr geöffnet: https://www.museumangewandtekunst.de/

Museum Judengasse

Jüdisches Museum Judengasse  © Foto Diether v. Goddenthow
Jüdisches Museum Judengasse © Foto Diether v. Goddenthow

Am Donnerstag, 25. März, erfolgt die Öffnung des Museums Judengasse. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Besucherinnen und Besucher können sich zeitnah vor der Wiedereröffnung online ein Zeitslot- und/oder Online-Ticket buchen: https://www.juedischesmuseum.de/besuchen/museum-judengasse/

Tower MMK
Das Museum MMK für Moderne Kunst öffnet ab Dienstag, 9. März, wieder den TOWER MMK. Dort ist die Ausstellung „Sammlung“ zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und Mittwoch von 11 bis 20 Uhr: https://www.mmk.art/de/visit/tower/

Weltkulturen Museum

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Das Weltkulturen Museum hat wegen Ausstellungsumbaus erst ab Donnerstag, 1. April, wieder geöffnet. Dann wird die neue, gerade im Aufbau befindliche Ausstellung im Haupthaus „Grüner Himmel, blaues Gras. Farben ordnen Welten“ gezeigt. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Mittwoch von 11 bis 20 Uhr. Die Möglichkeiten zur Buchung von Terminen für den Ausstellungsbesuch, auch schon im Voraus, werden nach organisatorischer Klärung über die Website des Hauses bekannt geben: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/

Weitere Informationen sind auf den Webseiten der einzelnen Häuser sowie unter http://www.museumsufer.de zu finden. Die Informationen werden laufend aktualisiert.

MuseumsuferCard
Für Inhaberinnen und Inhaber der MuseumsuferCard geht die Wiederöffnung der Museen mit einer Verlängerung ihrer Jahreskarte einher. Die Laufzeit der MuseumsuferCard wurde bereits für den ersten Lockdown um zwei Monate verlängert, für den zweiten Lockdown ist die Gültigkeit der Karte um weitere vier Monate ausgeweitet worden. MuseumsuferCard-Inhaberinnen und -Inhaber müssen nichts tun: Die Verlängerung wurde auf dem QR-Code der Karte automatisch gespeichert: https://www.museumsufercard.de/

Noch freie Plätze beim Ferienprogramm im Archäologischen Museum Frankfurt

Lunula Anhaenger in der Abteilung Roemerzeit des AMF Copyright Archaeologisches_Museum Frankfurt
Lunula Anhaenger in der Abteilung Roemerzeit des AMF Copyright Archaeologisches_Museum Frankfurt

(ffm) Das Archäologische Museum Frankfurt lädt am Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August, zu zwei abwechslungsreichen Workshops ein – und noch gibt es freie Plätze!

Am 31. Juli heißt es um 10 und um 14 Uhr „Silbrig glänzend wie der Mond“. In diesem Kurs werden alle handwerklichen Arbeitsschritte, die für einen Metallguss notwendig sind, mit Zinn durchgeführt. Die Teilnehmenden können eine eigene Gussform für einen kleinen Halbmond-Anhänger anfertigen. Anschließend wird das heiße, flüssige Zinn in die Form gegossen. So entsteht mit etwas Geschick und Ausdauer ein schöner mondförmiger Anhänger, den auch Römer und Römerinnen schon getragen haben!

Am 1. August können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Mit dem eigenen Hammer: Eine handliche Schale aus Kupfer“ von 10 bis 12 Uhr, 12.30 bis 14.30 Uhr und 15 bis 17 Uhr selbst herausfinden, wie aus einer flachen runden Metallscheibe ein dreidimensionales Objekt wird und wie unsere Vorfahren mit einfachen Mitteln eine Schale oder einen Becher aus Metall herstellen konnten. Mit Punzen und Hammer aus Holz und Metall stellen alle Teilnehmenden eine eigene handliche Kupferschale her.

Die Workshops finden im Freien statt. Die Materialgebühr beträgt jeweils 15 Euro pro Lunula-Anhänger und -Kupferschale.

Aufgrund einer sehr beschränkten Teilnehmerzahl pro Termin wird eine Anmeldung per E-Mail an fuehrungen.archaeologie@stadt-frankfurt.de oder telefonisch unter 069/212-39344 empfohlen. Um eine eventuelle Infektionskette nachverfolgen zu können, werden die Kontaktdaten der Teilnehmenden erfasst und für einen Monat aufbewahrt.

Ausführlichere Informationen zu den Workshops sowie der Anmeldung sind auf der Homepage des Archäologischen Museums unter http://www.archaeologisches-museum-frankfurt.de zu finden.

 

Das Archäologische Museum Frankfurt bietet ab 25. Juli wieder spannende Führungen an

Archäologisches Museum mit rechts Mithräum-Kultplatte © Foto: Diether v. Goddenthow
Archäologisches Museum mit rechts Mithräum-Kultplatte © Foto: Diether v. Goddenthow

(ffm) Bereits seit dem 5. Mai ist das Archäologische Museum in der Karmelitergasse 1 wieder für seine Besucher geöffnet. Nun wird ab Samstag, 25. Juli, auch das Führungs- und Workshop-Programm wieder aufgenommen. So werden sonntags jeweils um 11 Uhr die beliebten und thematisch abwechslungsreichen Sonntagsführungen angeboten. Am 31. Juli und 1. August finden Ferienworkshops wie „Silbrig glänzend wie der Mond – Römische Lunula-Anhänger selbst gemacht“ statt.

Von 24. bis 26. Juli ist das Main Barockorchester wieder zu Gast im Archäologischen Museum. Jeweils um 11, 14 und 16.30 Uhr präsentiert das Orchester Kulturhungrigen eine Auswahl ihrer Lieblingsstücke von Bach, Händel, Telemann und Corelli.

Die Konzerte sind kostenlos. Es ist nur der Museumseintritt zu entrichten, aber das Orchester würde sich über eine freiwillige Spende sehr freuen. Aufgrund der begrenzten Zuhörerplätze pro Intermezzo wird eine Reservierung per E-Mail an info@main-barockorchester.de oder telefonisch unter 015732685073 empfohlen.

Noch bis 1. November wird im Querschiff der ehemaligen Karmeliterkirche die Doppelpräsentation „Zwei Häuser eines Herrn – Kirchen und Synagogen um die Jahrtausendwende in der Slowakei“ und „Von Kirche zu Kirche – Atzmann, Maria und die Beweinungsgruppe“ zu sehen sein.

Die Kaiserpfalz kann noch nicht wieder komplett geöffnet werden. Ab Samstag, 18. Juli, können sich Interessierte aber über den Balkon in der Bendergasse einen guten Überblick über die ältesten Mauerreste in Frankfurt verschaffen.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen, Sonntagsführungen und Workshops sind auf der Homepage des Archäologischen Museums unter https://www.archaeologisches-museum-frankfurt.de/de/ zu finden. Auf der Homepage wird auch über die aktuell geltenden Hygienebestimmungen informiert. Aufgrund einer sehr beschränkten Teilnehmerzahl pro Termin wird eine Anmeldung empfohlen. Um eine eventuelle Infektionskette nachverfolgen zu können, werden die Kontaktdaten der Teilnehmer erfasst und für einen Monat aufbewahrt.

Die nächsten Angebote

Römische Figurengruppe. © Foto: Diether v. Goddenthow
Römische Figurengruppe. © Foto: Diether v. Goddenthow

Satourday „Kleider machen Leute“, Samstag, 25. Juli, 15 bis 16 Uhr
Sonntagsführung „Archäologisch-historischer Rundgang zu den Straßennamen von Heddernheim“, Sonntag, 26. Juli, 11 bis 12 Uhr
Ferienworkshop „Silbrig glänzend wie der Mond – Römische Lunula Anhänger selbst gemacht“, Freitag 31. Juli, 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr
Workshop „Mit dem eigenen Hammer: Eine handliche Schale aus Kupfer“, Samstag 1. August, 10 bis 12 und 12.30 bis 14.30 und 15 bis 17 Uhr
Anmeldung zu Führungen und Workshop telefonisch unter 069/212-39344, jeweils dienstags bis freitags von 9 bis 15 Uhr.

Archäologisches Museum Frankfurt
Karmelitergasse 1
D-60311 Frankfurt am Main
Telefon 069 212-35896
Fax 069 212-30700
info.archaeolmus@stadt-frankfurt.de

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch 10:00 – 20:00 Uhr
Montag geschlossen

„Qanga“ – Die Geschichte Grönlands als Graphic Novel im Archäologischen Museum Frankfurt

Bildgewaltige Erzählungen des grönländischen Zeichners und Künstlers Konrad Nuka Godtfredsen und der Autorin Lisbeth Valgreen veranschaulichen die Ankunft der ersten Menschen in Grönland, die vor 4500 Jahren aus dem heutigen Kanada einwanderten, über die spätere Fängerkultur bis zu den Jahren des Zusammenlebens mit den ersten Missionaren und Kolonisten. Historische Alltags- und Kultgegenstände aus dem Weltkulturen Museum Frankfurt ergänzen die Ausstellung.
Themenvertiefend verdeutlicht die Poster-Ausstellung „Our Arctic Future“ die Zukunft dieses Lebensraumes – in Zeiten des Klimawandels.

Wer erzählt die Geschichte eines Volkes ohne eigene Geschichtsschreibung, zumal die einer früheren Kolonie? Der grönländische Zeichner und Künstler Nuka Godtfredsen wagt sich an genau dieses Experiment in einer einmaligen Zusammenarbeit mit ArchäologInnen des Dänischen Nationalmuseums.

Entstanden ist eine vielschichtige Graphic Novel, die auf Grundlage aktueller archäologischer Funde historisches Wissen vermittelt. Es geht aber auch darum, Fakten neu aufzubereiten und damit letztendlich Identitätsfragen anzugehen. Kann sich aus dieser Geschichte auch Selbstbewusstsein für das heutige Grönland wachsen?

Auch Nicht-Grönländern, deren Vorstellungen durch eher statische und vage Bilder von Menschen in Iglus geprägt sind, wird konkretes Wissen geboten. Das Graphic Novel-Projekt entstand zwischen 2006 und 2018 und liefert lebendige Einblicke in die grönländische Geschichte: von der Zeit der ersten Menschen, die vor 4500 Jahren aus dem heutigen Kanada einwanderten, über die spätere fanger Kultur bis zu den Jahren des Zusammenlebens mit den ersten Missionaren und Kolonisten.

Lebensnah, dramatisch, bunt: Es sind mitreißende Erzählungen, die die LeserInnen auf die Reise der Shamanin Ukaliatsiaq, auf Jagd mit dem Fänger Nanu oder ins Leben des Inuitjungen Qajuuttaq mitnehmen.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an Originaldrucken des vierbändigen Werkes und umfangreiches Bildmaterial, das Grundlage für die Arbeit des Zeichners bildete. Auf großformatigen Karten können die BetrachterInnen die Wege der fiktionalen Hauptpersonen verfolgen und sich anhand von historischen sowie thematischen Tafeln in Themen wie Animismus und religiöse Rituale, Handelsbeziehungen oder Jagdtraditionen vertiefen.

Historische Alltags- und Kultgegenstände aus Grönland verdeutlichen das stark von der Umwelt geprägte Leben der Menschen noch bis vor einigen Jahrzehnten. Die Jagd mit Harpunen, funktionale Kleidung aus Fell und das enge Zusammenleben mit Hunden sind zentrale Punkte der Menschen im arktischen Lebensraum und werden mit originalen Objekten aus dem Weltkulturen Museum Frankfurt veranschaulicht.

Grönland ist heute Teil der sogenannten Reichsgemeinschaft aus Dänemark, Grönland und den Färöer Inseln. Sowohl Grönland als auch die Färöer besitzen mittlerweile weitreichende Autonomie. Über die Jahre konnte ein Prozess der Identitätsfindung beobachtet werden, der sich auch in einem großen Interesse an der eigenen Geschichte niederschlägt.

Ergänzende Poster-Ausstellung OUR ARCTIC FUTURE

Das vielfach gelobte und preisgekrönte Graphic-Novel-Projekt Qanga-Oqaluttuat kann als Teil dieser Entwicklung gesehen werden und trägt zudem zu einem besseren Verständnis vom heutigen
Grönland bei.
Schmelzendes Inlandeis, schwindende Gletscher, unendliche Eiswüsten und einsame Eisbären – das sind die Bilder der Arktis, die wir kennen. Wer aber lebt dort? Welche Hoffnungen hegen die Menschen angesichts der tiefgreifenden Veränderungen der Umwelt?

Die ergänzende Poster-Ausstellung OUR ARCTIC FUTURE widmet sich verschiedenen Aspekten, die zu einem differenzierten Verständnis eines komplexen Themas führen: Gesellschaft, Klimawandel, Rohstoffe, Energie – aber auch Bemühungen der internationalen Zusammenarbeit, gemeinsame und nachhaltige Lösungen zu finden. In Porträts und Interviews kommen StudentInnen, DesignerInnen, AutorInnen, MusikerInnen und ForscherInnen aus Grönland und von den Färöern zu Wort. Sie alle eint das große Engagement für diesen Teil der Erde, der über unser aller Zukunft mitentscheidet.

Archäologisches Museum Frankfurt
Karmelitergasse 1
D-60311 Frankfurt am Main
Telefon 069 212-35896
Fax 069 212-30700
info.archaeolmus@stadt-frankfurt.de

Schätze aus dem Schutt – Das Frankfurter Dommuseum zeigt wiederentdeckte skulpturale Zeugen mittelalterlicher Glaubenskultur aus dem Untergrund von St. Leonhard

„Christus und den drei ersten Zeuginnen  seiner Auferstehung am Grabe“, wurde unter dem Altarbereich in St. Leonhard gefunden. Hier im Quadrum  des Kaiserdoms St. Bartholomäus ( Domplatz 1). ©  Foto: Diether v Goddenthow
„Christus und den drei ersten Zeuginnen seiner Auferstehung am Grabe“, wurde unter dem Altarbereich in St. Leonhard gefunden. Hier im Quadrum des Kaiserdoms St. Bartholomäus ( Domplatz 1). © Foto: Diether v Goddenthow

Gut 200 Jahre schlummerten sie als Füllmaterial unter dem Fußboden der 800 Jahre alten Frankfurter Sankt Leonhardskirche: Nun sind sie wieder zu sehen: Frisch restauriert und zumeist aus tausenden Scherben behutsam und kundig zusammengesetzt: „Schätze aus dem Schutt“. Entdeckt wurden die Überreste der Zeugnisse mittelalterlicher Glaubenskultur während der Innensanierung der Kirche St. Leonhard zwischen 2009 und 2017 bei Grabungen im bis zu 2,20 Meter aufgeschütteten Boden.

Denn nicht nur Erweiterungen und eine neue Einwölbung hatten im Lauf der Jahrhunderte das unmittelbar am Main gelegene Gebäude verändert. Auch mehrfache Aufschüttungen als Hochwasserschutz erhöhten den Fußboden, „so dass das zu Beginn der Innensanierung angetroffene Fußbodenniveau 2,20 Meter höher lag als das der ersten romanischen Kirche.“, so Bettina Schmitt, Leiterin des Dommuseums.

Die fast lebensgroße Sandsteinskulptur "Atzmann" wurde bereits 2011 ausgegraben. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Die fast lebensgroße Sandsteinskulptur „Atzmann“ wurde bereits 2011 ausgegraben. © Foto: Diether v Goddenthow

„Für jeden dieser Umbauten“, so die Leiterin, „wurde auch Füllmaterial aus der Kirche verwendet, so dass die Ausgrabungen der Jahre 2009–2014 nicht nur die architektonischen Strukturen – etwa die verzierten Basen der Pfeiler und Portale, die Grundmauern des romanischen Rechteckchors oder Altarfundamente – ans Licht brachten, sondern auch eine große Zahl von Grabplatten sowie zerbrochener oder zerschlagener Kunstwerke wurde gefunden, darunter der im 19. Jahrhundert im Chor gleichsam beigesetzte Atzmann, die Fragmente des steinernen Heiliggrabaltars und die Tonscherben einer um 1430/1440 entstandenen Beweinungsgruppe.“ Aufschlussreich seien natürlich auch die zahlreichen Pilgermuscheln, Fußbodenfliesen, Glasfensterscherben oder Münzen, die in der Kirche zutage kamen und nicht zuletzt die anthropologischen Funde in den zahlreichen Grabstellen im Kircheninneren.

An der Vitrine "Mittelalterliche Farbwelt" erfahren Besucher Wesentliches über die Farbherstellung, Bindemittel, Auftrag, über Vergoldung usw.  ©  Foto: Diether v Goddenthow
An der Vitrine „Mittelalterliche Farbwelt“ erfahren Besucher Wesentliches über die Farbherstellung, Bindemittel, Auftrag, über Vergoldung usw. © Foto: Diether v Goddenthow

Zusammen mit den jüngst am Gebäude erforschten baugeschichtlichen Befunden erzählen die Grabungsfunde in überaus anschaulicher Weise neue Episoden zur wechselvollen Geschichte von St. Leonhard. Anders als die an der Oberfläche verbliebenen Werke haben die wiedergefundenen Fragmente ihr mittelalterliches Aussehen, namentlich ihre Farbfassung, bewahrt. Das stellt gerade im Fall des in leuchtenden Farben bemalten Heiliggrabaltars eine große Besonderheit dar, der somit ein unschätzbares Zeugnis für die Erforschung mittelalterlicher Steinpolychromie ist.

Wer durch die zahlreich en Guckgläser der Archäologischen Wand schaut, erhält tiefe Einblicke in das Grabungsgeschehen in der St. Leonhardskirche und kann noch besser nachvollziehen, weswegen die Ausstellung "Schätze aus dem Schutt" heißt. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Wer durch die zahlreich en Guckgläser der Archäologischen Wand schaut, erhält tiefe Einblicke in das Grabungsgeschehen in der St. Leonhardskirche und kann noch besser nachvollziehen, weswegen die Ausstellung „Schätze aus dem Schutt“ heißt. © Foto: Diether v Goddenthow

Anlässlich des 800jährigen Jubiläums von Sankt Leonhard und der Wiedereröffnung zeigt nun das Dommuseum Frankfurt gemeinsam mit dem Archäologischen Museum, der Denkmalpflege der Stadt Frankfurt und dem Landesamtes für Denkmalpflege des Landes Hessen ab dem 16. August bis zum 19. Januar 2020 die Funde und Befunde erstmals im Zusammenhang und im kunstlandschaftlichen Kontext in der Sonderausstellung „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“.

Mit dieser Urkunde schenkte der Stauferkaiser genau vor 800 Jahren, am 15. 08..1219, den Frankfurter Bürgern das Grundstück zum Bau der St. Leonhardskirche.©  Foto: Diether v Goddenthow
Mit dieser Urkunde schenkte der Stauferkaiser genau vor 800 Jahren, am 15. 08..1219, den Frankfurter Bürgern das Grundstück zum Bau der St. Leonhardskirche.© Foto: Diether v Goddenthow

Neben der erstmaligen Präsentation dieser wertvollen Grabungsfunde und restaurierten Kunstschätze, vermittelt von Bettina Schmitt (Dommuseum Frankfurt) und Dr. Verena Smitt (Kunst- und Architekturhistorikerin) kuratierte Ausstellung insbesondere auch Methoden und Erkenntnisse der oft im Verborgenen tätigen Denkmalpflege, Archäologie und Restaurierungswissenschaften: In akribischer Spurensuche lassen sie ein neues Bild mittelalterlicher Kirche wieder erstehen. Einblicke in die Grabung, die Restaurierung und komplexen mittelalterlichen Herstellungstechniken bedeutender Kunstwerke gibt es im eigens für die „Schätze aus dem Schutt“ im leergeräumten Sakristeuum. Haus am Dom (Domplatz 3), wo Teil 1 der Ausstellung beginnt: Bedeutendstes Exponats ist die 800 Jahre alte Gründungsurkunde von Frankfurts ältester Bürgerkirche St. Leonhard. Das Besondere des von Stauferkaiser König Friedrich II. (1212 – 1250) am 15. August 1219 ausgestellten und königlich besiegelten Pergaments-ist nicht nur die darin verbriefte Grundstücksschenkung für den Kirchenbau. Vielmehr werden die Frankfurter zum ersten Mal urkundlich als Bürger bezeichnet: „Wir haben auf Ersuchen aller Unserer treuen Bürger von Frankfurt … diesen Bürgern … eine Hofstatt geschenkt …“, zitiert eine Texttafel aus der Urkunde, die komplette auf Seiten 24 und 25 im Begleitkatalog zur Ausstellung transkribiert und übersetzt abgedruckt ist. Da das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt das wertvolle Original-Exponat wegen der Lichtempfindlichkeit sechs Wochen bereitstellen kann, es anschließend gegen ein Faksimile-Druck austauscht, empfiehlt sich Fans von Originalurkunden ihren Ausstellungsbesuch bis spätestens Ende September einzuplanen.

Die Beweingruppe ist das wichtigste in Frankfurt überlieferte Zeugnis aus der Gruppe der in ganz Europa einst geschätzten  mittelrheinischen Tonplastiken des frühen 15. Jahrhunderts.©  Foto: Diether v Goddenthow
Die Beweingruppe ist das wichtigste in Frankfurt überlieferte Zeugnis aus der Gruppe der in ganz Europa einst geschätzten
mittelrheinischen Tonplastiken des frühen 15. Jahrhunderts.© Foto: Diether v Goddenthow

Zu den besonderen Highlights zählen neben den bis zum Barock hin noch für „jungfräulich Verstorbene“ wie Kinder, Ledige und Priester verwendete Totenkronen und figürlichen Votiven, kleinen Eisenmännchen, die sogenannte Beweingruppe: Dieses Relief wurde wie sämtliche Funde unter Leitung von Christine Kenner (Landesamt für Denkmalpflege Hessen) und Thomas Flügen (Archäologisches Museum Frankfurt) gemeinsam mit den Restauratorenkolleginnen Sarah Hacker, Lilian Pauli, Birgit Schwahn, Birgit Schwieder und Manuele Thews aus 63 geborgenen Tonscherben und ergänzenden Rekonstruktionen, etwa des Schleiers, wieder zusammengesetzt. Bei der Beweingruppe, so Museumsleiterin Bettina Schmitt, „handelt es sich um das wichtigste in Frankfurt überlieferte Zeugnis aus der Gruppe der mittelrheinischen Tonplastiken des frühen 15. Jahrhunderts. Werke dieser Gruppe gehören zu den bedeutenden Exponaten in Museen, so z. B. im Bodemuseum, Berlin und im Louvre, Paris.

Ein grandioser Fund neuzeitlicherer Art war das hinter einer vermauerten Tür im Obergeschoss des Nordturms entdeckte Buch über die Geschichte der schon recht früh bekannten Elektrizität: „Histoire d‘ Électricité“, Paris 1771, von Joseph Priestley (1755 – 1804), einem berühmten Naturwissenschaftler seiner Zeit.

Die Geschichte der Elektrizität „Histoire d‘ Électricité“, Paris 1771, von Joseph Priestley (1755 – 1804), ein wenig von Mäusen angeknabbert, zeigt, dass Elektrizität keinesfalls nur ein modernes Thema ist. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Die Geschichte der Elektrizität „Histoire d‘ Électricité“, Paris 1771, von Joseph Priestley (1755 – 1804), ein wenig von Mäusen angeknabbert, zeigt, dass Elektrizität keinesfalls nur ein modernes Thema ist. © Foto: Diether v Goddenthow

Man nimmt an, dass das ein wenig vom Mausfraß angenagte aber ansonsten noch gut erhaltene Buch über die Geschichte der Elektrizität während der französischen Besatzung 1798 dorthin gelangte. Zu dieser Zeit der Säkularisierung wurde St. Leonhard von Militär als Lager genutzt. Es könnte aber auch sein, dass einige Buchhändler aus der Buchgasse ihre Waren in St. Leonhard deponierten, so Bettina Schmitt.

Die weiteren herausragenden Funde wie die Grabplatte mit „Christus und den drei ersten Frauen am Grab“, der imposante Heiliggrabaltar, sowie die fast lebensgroße „Atzmann“-Figur in liturgischer Kleidung aus dem 15. Jahrhunderts sowie weitere aus dem Schutt geborgene farbige Steinskulpturen der Gotik befinden sich im gegenüber gelegenen Kreuzgang, im Quadrum, des Kaiserdoms St. Bartholomäus ( Domplatz 1).

Totenkronen erhielten bis zirka zur Zeit des Barocks „jungfräulich Verstorbene“  wie Kinder, Ledige und Priester.   ©  Foto: Diether v Goddenthow
Totenkronen erhielten bis zirka zur Zeit des Barocks „jungfräulich Verstorbene“ wie Kinder, Ledige und Priester. © Foto: Diether v Goddenthow

Anhand der bedeutendsten Funde würden in der Ausstellung zwei Geschichten erzählt, so die Museumsleiterin, nämlich einmal die 800jährige Geschichte St. Leonhards und zugleich die Geschichte der Wiederentdeckung und Erforschung während der Sanierung der vergangenen zehn Jahre. „Mit den Grabungsfunden steht den überlieferten Quellen, wie etwa den Zeugnissen über Stiftungen oder den bildlichen Darstellungen der Kirche aus dem 18. Jahrhundert, nun neue bauhistorische Erkenntnisse und verloren geglaubte, bisher unbekannte Ausstattungsstücke gegenüber.“

Begleit-Publikation:
Zur Ausstellung „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“ erscheint im Verlag Schnell + Steiner ein Ausstellungskatalog von ca. 200 Seiten, herausgegeben von Bettina Schmitt und Verena Smit. Beiträge verschiedener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen in allgemein verständlicher Weise die neuesten Erkenntnisse zur Geschichte der Kirche, ihrer Ausstattung und ihrer Erforschung dar.

Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
Ausstellung im Dommuseum Frankfurt & im Sakristeum
FR 16. August 2019 – SO 19. Januar 2020
Eröffnung DO 15. August, 17 Uhr
©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

ÖFFNUNGSZEITEN
DI / DO / FR 10 – 17 Uhr
MI 10 – 19 Uhr
SA & SO & Feiertage 11 – 17 Uhr
MO geschlossen
Während des MUSEUMSUFERFEST (FR 23.8. – SO 25.8.)
gelten folgende Sonderöffnungszeiten: FR & SA 10-20 Uhr, SO 10 – 18 Uhr

EINTRITT
5 € / erm. 3 €
Mit MuseumsuferCard und MuseumsuferTicket ist der Eintritt frei, ebenso am letzten
Samstag im Monat.
FÜHRUNGEN durch die Sonderausstellung „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“
MI 17.30 Uhr
SO 14 Uhr
Keine Anmeldung erforderlich / Teilnahme im Eintritt inbegriffen

BEGLEITPROGRAMM

1.logo-schaetze-v.schuttAUGUST 2019
DO 29. August 2019, 17.30 Uhr, St. Leonhard
Das Gebäude lesen
Spuren aus 800 Jahren Baugeschichte an St. Leonhard
Dr. Hans-Hermann Reck (Bauhistoriker)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl auf max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Dommuseum, Kasse

Veranstaltungen des Dommuseum Frankfurt zum
MUSEUMSUFERFEST FR 23.8. – SO 25.8.2019
FR 23.8.
15 Uhr allgemeine Domführung
16 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
17 Uhr Highlights – der Frankfurter Dom in 30 Minuten
17 Uhr 800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
18 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
18 Uhr 800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
19 Uhr Highlights – der Frankfurter Dom in 30 Minuten

SA 24.8.
12 / 15 / 17 / 18 Uhr
800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
14 Uhr
Finderglück – Kinder-Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem Schutt.
800 Jahre St. Leonhard
16 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
SO 25.8.
12 / 15 / 17 / 18 Uhr
800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
14 Uhr
Finderglück – Kinder-Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem Schutt.
800 Jahre St. Leonhard
16 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
17 Uhr Highlights – der Frankfurter Dom in 30 Min.

SEPTEMBER 2019
DO 5. September, 17 Uhr, Steindepot
Blick hinter die Kulissen
Führung durch die Restaurierungswerkstatt und das Depot für Steindenkmäler des
Archäologischen Museums Frankfurt
Thomas Flügen (Dipl.-Restaurator, Archäologisches Museum Frankfurt)
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Borsigallee 8 HH, 60388 Frankfurt am Main
Öffentliche Verkehrsmittel U4 & U7 (Haltestelle Gwinnerstraße)

MI 25. September, 19 Uhr, Haus am Dom
St. Leonhard – Eine Frankfurter Bürgerkirche
Dr. Andreas Hansert (Historiker und Soziologe)
Vortrag
Eintritt frei

MI 16. Oktober, 17.30 Uhr, Dommuseum & Sakristeum
Wenn Archäologie, Restaurierung und Kunstgeschichte gemeinsam eine Ausstellung
machen…
Dr. Verena Smit (Kunst- und Architekturhistorikerin)
Kuratorinnenführung durch die Ausstellung Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
Eintritt 5 €

DO 24. Oktober, 17 Uhr, Steindepot
Blick hinter die Kulissen
Führung durch die Restaurierungswerkstatt und das Depot für Steindenkmäler des
Archäologischen Museums Frankfurt
Thomas Flügen (Diplom-Restaurator, Archäologisches Museum Frankfurt)
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Borsigallee 8 HH, 60388 Frankfurt am Main
Öffentliche Verkehrsmittel U4 & U7 (Haltestelle Gwinnerstraße)

NOVEMBER 2019
MI 6. November, 19 Uhr, Haus am Dom
Der heilige Leonhard und seine Verehrung in Frankfurt am Main
Dr. Gabriel Hefele (Kunsthistoriker)
Vortrag
Eintritt frei

MI 13. November, 19 Uhr, St. Leonhard
Vom Altarretabel zum Sammlerstück und wieder retour – Der Kreuzaltar und seine
wechselvolle Geschichte
Christiane Weber (M.A., Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen) & Gesine
Dietrich (Dipl.-Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl auf max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Dommuseum, Kasse

MI 20. November, 17.30 Uhr, Sakristeum
Die Geheimnisse mittelalterlicher Werkstätten
Manuela Thews ( Dipl.-Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung)
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Dommuseum, Kasse

DEZEMBER 2019
MI 4. Dezember, 19 Uhr, Haus am Dom
Goethe und der Allerheiligenaltar in St. Leonhard
Michaela Schedl (Kunsthistorikerin)
Vortrag
Eintritt frei

MI 18. Dezember, 17.30 Uhr, Dommuseum
Geschichte in Fragmenten: das Heilige Grab aus St. Leonhard
Dr. Bettina Schmitt (Kunsthistorikerin, Dommuseum Frankfurt)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung)
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290

JANUAR 2020
DI 7. Januar, 19 Uhr, Kreuzgang Dommuseum Frankfurt
Das Heiliggrab und seine Funktion in der Liturgie
In der Reihe DING UND Transzendenz
Prof. Dr. Günter Kruck (Akademie Rabanus Maurus), Dr. Bettina Schmitt (Dommuseum
Frankfurt), Dr. Stefan Scholz (Akademie Rabanus Maurus)
Eintritt frei

DO 16. Januar, 17.30 Uhr, Haus am Dom
Die gotische Beweinungsgruppe aus St. Leonhard und die mittelrheinische Tonplastik
Christine Kenner (Dipl. Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
Vortrag und Buchpräsentation
Eintritt frei