Kategorie-Archiv: Senckenberg Naturmuseum

Grube Messel: Bizzare Baumwanzen entdeckt Neubeschreibung von zwei fossilen Insektenarten aus der hessischen Fossilienfundstelle

Neuentdeckung aus der Grube Messel: Die fossile Stinkwanze Eospinosus peterkulkai. Foto: Senckenberg
Neuentdeckung aus der Grube Messel: Die fossile Stinkwanze Eospinosus peterkulkai. Foto: Senckenberg

Frankfurt/Messel, 08.12.2021. Ein internationales Forschungsteam hat zwei neue fossile Insektenarten im UNESCO-Welterbe Grube Messel und in einer nordamerikanischen Fossilienfundstelle entdeckt. Die zur Familie der Baumwanzen gehörenden Arten aus dem Eozän beeindrucken durch ihre Wehrhaftigkeit: Neben Stinkdrüsen verfügten sie über bizarre stachlige Auswüchse an ihrem Körper. Die Studie erscheint heute im Fachjournal „Royal Society Open Science“.

Charakteristisch für die zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae) oder „Stinkwanzen“ gehörenden, etwa 6,5 bis 8,5 Millimeter langen Insekten sind ihre deutlich sichtbaren dornigen Auswüchse an Hinterleib und am Halsschild. “Wir haben sowohl aus der Grube Messel bei Darmstadt als auch aus der Green River Formation im nordamerikanischen Colorado zwei neue fossile Arten dieser bizarr aussehenden Baumwanzen beschrieben“, erklärt Dr. Sonja Wedmann vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Ihre ‚Dornen‘ dienten wahrscheinlich vor allem zur Tarnung, weil sie den Körperumriss auflösen. Doch wissen wir beispielsweise von bedornten Grillen, dass solche Strukturen auch Beutegreifern die Jagd erschweren können, wenn die stacheligen Insekten ihnen quasi im Hals stecken bleiben”. Zusammen mit den Stinkdrüsen halfen die Stacheln den Insekten also vermutlich auch zur besseren Abwehr kleiner Wirbeltiere, wie Vögel oder Reptilien.

Ungewöhnlich sind nicht nur die Körperformen der Wanzen, sondern auch die weit voneinander entfernten Fundorte: Die beiden neuen Arten (Eospinosus peterkulkai und Eospinosus greenriverensis), die sich sehr ähnlich sehen, wurden in etwa 8000 Kilometer Entfernung voneinander gefunden. Studienleiterin Wedmann erläutert: „Im Eozän, der Zeit vor etwa 56 bis 33,9 Millionen Jahren vor heute, scheint der Bauplan dieser Baumwanzen so erfolgreich gewesen zu sein, dass er über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet war. Heutzutage sind ähnlich aussehende Wanzen nur in Madagaskar und in Südamerika verbreitet.”

Das aus Messel beschriebene Exemplar wurde als Dank nach Peter Kulka benannt, der als Architekt für den jüngsten Umbau des Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt verantwortlich war.

Publikation
S. Wedmann, P. Kment, .LA. Campos, T. Hörnschemeyer (2021): Bizarre morphology in extinct Eocene bugs (Heteroptera: Pentatomidae). R. Soc. Open Sci. 8: 211466. https://doi.org/10.1098/rsos.211466

Senckenberg-Naturmuseum
Grube Messel

Medikamente der Natur – Neue Wirkstoffe entdecken, entwickeln und nutzen Digitale Veranstaltung am 23. November gibt Einblick in die Erforschung von Naturstoffen

© Senckenberg
© Senckenberg

Seit Jahrhunderten dient die Natur dem Menschen als Quelle für wirksame Arzneimittel. Etwa ein Drittel der zugelassenen Medikamente lässt sich auf Naturstoffe zurückführen. Und das Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft. Mithilfe innovativer Technologien in der Wirkstoffentwicklung arbeiten Forschende und Unternehmen daran, neue Naturstoffquellen zu erschließen und für die pharmazeutische Anwendung nutzbar zu machen. In der digitalen Veranstaltung „Medikamente der Natur“, die von Technologieland Hessen in Kooperation mit dem LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE-TBG) angeboten wird, präsentieren Expert*innen aus Wissenschaft und Industrie in sieben Kurzvorträgen neue Strategien für die Entdeckung, Entwicklung und Anwendung von Wirkstoffen und diskutieren im Anschluss die aktuellen Herausforderungen der Branche.

Neue Arzneimittel werden in der Medizin dringend gebraucht – etwa für die Behandlung von Krebs, Infektionskrankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Vielfalt möglicher Wirkstoffproduzenten für entsprechende Medikamente erstreckt sich über alle Bereiche der Natur – darunter auch viele noch unerschlossene Bioressourcen. Doch auf der Suche nach unbekannten Wirkstoffen stoßen die traditionellen Screeningverfahren zunehmend an ihre Grenzen. Dank innovativer Methoden lässt sich das Auffinden neuer Wirkstoffkandidaten massiv beschleunigen. Weitere Technologien ermöglichen es, die Naturstoffproduktion zahlreicher Lebewesen bereits in deren Erbgut abzulesen oder Stoffwechselwege gezielt für die Produktion bioaktiver Substanzen zu verändern. Dabei gilt es, die Wirkmechanismen zu entschlüsseln und einer Anwendung zuzuführen.

Die Referent*innen der Veranstaltung geben Einblick in unterschiedliche Aspekte der Naturstoff-Forschung – vom Aufspüren interessanter Wirkstoffe in Tiergiften, zur Behandlung von Influenza-Infektionen und parasitärer Tierkrankheiten bis zur Erforschung des Einsatzes von Pilzen im Pflanzenschutz. Auch die Entwicklung neuer Technologien wird vorgestellt. Die Veranstaltung bietet anschließend Raum für Dialog und Fragen an die Referent*innen.

Digitale Veranstaltung: „Medikamente der Natur – Neue Wirkstoffe entdecken, entwickeln und nutzen“ Kurzvorträge mit anschließender Diskussion

Referent*innen: Dr. Carola Greve, Leiterin des Laborzentrums von LOEWE-TBG; Prof. Andreas Vilcinskas, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und LOEWE-TBG; Prof. Eric Helfrich, LOEWE-TBG und Goethe-Universität Frankfurt; Dr. Kornelia Hardes, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und LOEWE-TBG; Dr. Björn Rotter, GenXPro; Prof. Paul M. Selzer, Boehringer Ingelheim Vetmedica; Dr. Anja Schüffler, Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF)

Moderation: Dr. Hendrik Pollmann, Hessen Trade & Invest

Datum: 23. November 2021, 13:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: https://events.technologieland-hessen.de//Medikamente-der-Natur-Neue-Wirkstoffe-entdecken-entwickeln-und-nutzen-2021

Das vollständige Programm unter:
www.technologieland-hessen.de/bioinnovationen-veranstaltung

Das Grün um Edmond Vegetation zu Lebzeiten der Senckenberg-Dinosauriermumie rekonstruiert


Frankfurt, 06.09.2021. Senckenberg-Wissenschaftler Dieter Uhl hat gemeinsam mit Haytham El Afty von der Universität Tübingen Sedimentgestein aus der Körperhöhle der im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt ausgestellten Dinosauriermumie Edmontosaurus annectens untersucht. Anhand von Pollenanalysen konnten die Forscher die Vegetation zu Lebzeiten des Entenschnabel-Dinosauriers rekonstruieren. Die in der „Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften“ veröffentlichten Studie ist im Rahmen der Kooperationsausstellung „Edmonds Urzeitreich – eine Dinograbung in Frankfurt“, die noch bis 24. Oktober im Frankfurter Museum zu sehen ist, entstanden.

Seit mehr als 100 Jahren ist die Edmontosaurus-Mumie, genannt Edmond, im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt beheimatet. „Obwohl solche exzellent erhaltenen Mumien der Wissenschaft viele spannende und neue Erkenntnisse bringen können, wurde Edmond von der Forschung lange ignoriert“, erklärt Prof. Dr. Dieter Uhl vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Im Rahmen der Kooperationsausstellung ‚Edmonds Urzeitreich‘ verfolgen nun 20 Wissenschaftler*innen aus acht Forschungsinstituten verschiedene Fragestellungen, um gemeinsam das Ökosystem der Dinosaurier von Wyoming von vor etwa 70 Millionen Jahren zu rekonstruieren.“

Nachdem vergangene Studien schon Aufschlüsse über den vermeintlichen Mageninhalt der Mumie, die Wanderungsbewegungen der in Herden lebenden Dinosaurier sowie über das Alter des umgebenden Gesteins aus der Lance-Formation in Wyoming geben konnten, haben Uhl und sein Kollege Haytham El Afty von der Mansoura Universität in Ägypten, der zur Zeit als Humboldt-Stipendiat an der Universität Tübingen forscht, nun die Pflanzenwelt zu Lebzeiten Edmonds rekonstruiert.

„Wir haben das Sediment aus der Körperhöhle des Dinosauriers einer palynologischen Analyse unterzogen. Da Edmond kurz nach seinem Tod abgelagert wurde und sein Kadaver nicht weit transportiert wurde, können wir davon ausgehen, dass die im Sediment eingeschlossenen und von uns untersuchten Pollen die Vegetation zu Lebzeiten des Dinosauriers wiederspiegeln“, so Uhl.
Die Pflanzenwelt im Maastrichtium, vor fast 70 Millionen Jahren, umfasste demnach Farne und andere Sporenpflanzen, aber auch Gymnospermen und Angiospermen. Die Forscher wiesen darüber hinaus vereinzelte Süßwasseralgen in den Ablagerungen nach. „Die Pollenanalyse zeigt, dass die Umgebung des Ablagerungsortes der Edmontosaurus-Mumie dicht mit einer relativ diversen Flora bewachsen war: Im Unterwuchs gab es verschiedene Farne, Bärlappgewächse, Moose und krautige Bedecktsamer, während die Kronenbereiche der Wälder von Koniferen, wie Kiefergewächsen, aber auch Sumpfzypressengewächsen gebildet wurden – ein Indiz für ein warm-humides Klima. Das Vorkommen von Algen deutet auf das Vorhandensein kleiner Tümpel-Bereiche zur Zeit der Ablagerung hin“, fasst der Frankfurter Geowissenschaftler die Ergebnisse zusammen.

In allen untersuchten Proben fanden die beiden Wissenschaftler zudem einen hohen Anteil von Holzkohlepartikeln, der für regelmäßige Vegetationsbrände zur Zeit der Ablagerung spricht. Uhl ergänzt: „Das ist auch nicht wirklich verwunderlich: Zur Zeit der Entstehung der Dinomumie herrschte ein recht warmes Klima mit durchschnittlichen Jahrestemperaturen von 25 Grad Celsius sowie mit ganzjährig relativ niedrigen Niederschlagsraten und einer kaum vorhandenen Saisonalität vor – kleine Funken müssen hier schon bei kleineren Trockenperioden ausgereicht haben, um Edmonds Umgebung lichterloh brennen zu lassen.“

Weitere Infos

„Kampf gegen Artenrückgang müssen wir beherzt angehen“ Deutscher Umweltpreis 2021 für Ökologin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese

Die Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2021 Auszeichnung für Spitzenforschung: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese und Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten erhalten dieses Jahr den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von insgesamt 500.000 Euro – eine der höchstdotierten Auszeichnungen dieser Art in Europa. Der Preis würdigt Böhning-Gaeses herausragenden Beitrag zur Bedeutung der biologischen Vielfalt für Planet und Mensch und Joostens bahnbrechende Forschung zum enormen Stellenwert der Moore beim Klimaschutz. Der Deutsche Umweltpreis wird am 10. Oktober in Darmstadt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht. © Michael Frank und Tobias Dahms
Die Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2021
Auszeichnung für Spitzenforschung: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese und Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten erhalten dieses Jahr den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von insgesamt 500.000 Euro – eine der höchstdotierten Auszeichnungen dieser Art in Europa. Der Preis würdigt Böhning-Gaeses herausragenden Beitrag zur Bedeutung der biologischen Vielfalt für Planet und Mensch und Joostens bahnbrechende Forschung zum enormen Stellenwert der Moore beim Klimaschutz. Der Deutsche Umweltpreis wird am 10. Oktober in Darmstadt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht. © Michael Frank und Tobias Dahms

Osnabrück/Darmstadt. In diesem Jahr wird der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) einer international renommierten Wissenschaftlerin für ihre Spitzenforschung zur Bedeutung der biologischen Vielfalt für Erde und Mensch verliehen: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (56), Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums. Sie teilt sich den Preis in Höhe von insgesamt 500.000 Euro mit Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, weltweit anerkannter Moorforscher der Universität Greifswald. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht die Auszeichnung an beide Persönlichkeiten am 10. Oktober in Darmstadt.

Herausragende Wissenschaftlerin erforscht Auswirkungen von Klimawandel auf Artenvielfalt

„Frau Böhning-Gaese hat in ihrer langjährigen Forschung einen enormen wissenschaftlichen Beitrag geleistet, damit wir begreifen, welche dramatischen Folgen der Artenverlust für Menschen und das gesamte Zusammenwirken des Planeten hat“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Die Arbeit von Frau Böhning-Gaese macht nach Bondes Worten deutlich, dass der Kampf gegen den Artenrückgang eine große gesellschaftliche Herausforderung ist, „die wir beherzt angehen müssen“. Einen international herausragenden Namen in der Wissenschaft hat sich die in Oberkochen (Baden-Württemberg) geborene Biodiversitätsforscherin nach Bondes Worten speziell auf dem Gebiet der Makroökologie gemacht: Mit den Methoden dieses modernen Forschungsgebiets untersucht sie ökologische Zusammenhänge nicht nur lokal und regional, sondern darüber hinaus auch kontinental und sogar global sowie in unterschiedlichen Zeitskalen. Ziel der Forscherin sei es, so Bonde, zum einen die hochkomplexen Folgen von Klima- und Landnutzungswandel für Biodiversität und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen zu erforschen. Zum anderen sei die Professorin der Frankfurter Goethe-Universität bestrebt, Auswirkungen von Umweltveränderungen auf Ökosysteme in den nächsten Jahrzehnten so genau wie möglich vorherzusagen – und damit auch mögliche Folgen für den Menschen. Bonde: „Nur, wenn wir die Prozesse erkennen und verstehen, dann können wir auch gezielt Maßnahmen ergreifen, um sie zu stoppen.“

Exzellente Pionierin auf dem Forschungsgebiet der Makroökologie

Die wissenschaftliche Disziplin Makroökologie stammt aus dem angelsächsischen Raum. Während eines Auslandsaufenthalts in den USA zu Beginn der 1990er-Jahre erforschte Böhning-Gaese für ihre Doktorarbeit, welche Faktoren die Vogelpopulationen über einen langen Zeitraum beeinflussen und welche Unterschiede es zwischen Nordamerika und Europa gibt. Schon damals konnte sie zeigen, dass in Europa insbesondere die Vogelbestände der Agrarlandschaften zurückgingen. Diese Ergebnisse konnten in Folge immer wieder bestätigt werden, zuletzt in einer vielbeachteten Langzeitstudie, die insbesondere die Mechanismen näher in den Blick nahm: Die Bestände von Vögeln, die hauptsächlich Insekten fressen, sanken von 1990 bis 2015 in der Europäischen Union durchschnittlich um 13 Prozent, und ein besonders starker Rückgang von Arten fand in der Agrarlandschaft statt. Nach ihrer Rückkehr aus den USA hat Böhning-Gaese nach eigenen Worten versucht, „eine Lanze“ für das moderne Forschungsgebiet Makroökologie zu brechen. So brachte die Spitzenwissenschaftlerin schon zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn das damals gerade erst von Prof. James Brown von der Universität New Mexico definierte moderne Wissenschaftsfeld aus den USA mit und „leistete exzellente Pionierarbeit, indem sie es in Deutschland und Europa etablierte“, so Bonde.

Wert der biologischen Vielfalt für die Menschen

Bereits als Wissenschaftlerin an der RWTH Aachen Ende der 1990er-Jahre begann Böhning-Gaese mit Untersuchungen zu Ökosystemfunktionen in großem Maßstab – etwa in Südafrika zur Bedeutung der Lebensraumvernetzung. Eine Erkenntnis: Früchte-fressende Nashornvögel tragen als Samenausbreiter nur dann zur großräumigen Waldentwicklung bei, wenn sie in Agrarlandschaften Waldinseln zum Zwischenrasten finden. Als Professorin, zunächst an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, später an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, widmete sie sich den Ökosystemleistungen, bei denen nach ihren Angaben die Bedeutung der biologischen Vielfalt für den Menschen eine Rolle spielt. „Letztlich möchte man verstehen, welchen Wert das für die Menschen hat“, sagt die designierte Trägerin des Deutschen Umweltpreises. So fand sie nach eigenen Worten erst kürzlich in einer großen Studie über Europa zum Beispiel heraus, dass „dort, wo viele Vogelarten leben, die Menschen im Durchschnitt zufriedener sind, als da, wo es artenarm ist.“

Bedeutsame Zusammenhänge für das System Erde-Mensch sichtbar

„Besonders herausragend“ ist nach den Worten des DBU-Generalsekretärs Böhning-Gaeses „unerschrockener Mut, die außerordentlich komplexen und unfassbar vielfältigen Wechselbeziehungen von ökologischen Systemen in großem Maßstab in den Blick zu nehmen und zu analysieren“. So habe sie wie kaum eine andere Wissenschaftlerin die Fähigkeit die für das System Erde-Mensch bedeutsamen großen Zusammenhänge sichtbar zu machen. Auch methodisch arbeite sie „beeindruckend vielfältig“ und interdisziplinär, bringe naturwissenschaftliche Disziplinen mit wirtschafts-, politik- und nachhaltigkeitswissenschaftlichen Bereichen zusammen und erlange dadurch neue Erkenntnisse über die Interaktionen zwischen Menschen und Ökosystemen. Ihre Analysen tragen „in erheblichem Maße dazu bei, die Gründe und Auswirkungen des Artenverlustes zu erforschen und daraus geeignete Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität zu entwickeln“, so Bonde.

„Gerade beim Rückgang der Arten in der Agrarlandschaft sehen wir, dass wir alle handeln müssen.“

Böhning-Gaese setzt sich laut Bonde „vorbildlich und mit hohem Engagement“ dafür ein, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Das gelinge ihr in ihrer Funktion als Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft sowie auch als Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften und Gremien, wie der Senatskommission für Grundsatzfragen der Biologischen Vielfalt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bei der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist Böhning-Gaese daher nicht nur Institutsdirektorin, sondern leitet auch das Programm „Wissenschaft & Gesellschaft“, das sich der Interaktion von Wissenschaft mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren widmet. „Vor allem durch die unter anderem von ihr koordinierte Akademie-Stellungnahme zu Biodiversität und Management von Agrarlandschaften hat sie maßgeblich die Grundlagen für die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft für eine Agrarwende in Deutschland gelegt“, sagt Bonde. Für die designierte Preisträgerin legen die Erkenntnisse vor allem einen Schluss nahe: „Gerade beim Rückgang der Arten in der Agrarlandschaft sehen wir, dass wir alle handeln müssen.“ Die Landwirtschaft sei genauso gefordert wie die Politik, die Wirtschaft, der Handel und die Menschen in ihrem Ernährungs- und Konsumverhalten. „Der Schutz der Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jede und jeder muss hier ran“, sagt Böhning-Gaese.

Senckenberg for Future: Klimapicknick im Rahmen des bundesweiten Klimastreiks am 13.8.

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Frankfurt am Main, den 09.08.2021. Die Corona-Pandemie hat die seit Anfang 2019 weltweit stattfindenden Fridays for Future-Klimastreiks in den letzten anderthalb Jahren weitgehend verhindert oder ins Internet verlegt. Jetzt geht es wieder – mit Abstand und den geltenden Auflagen – auf die Straße: Beim bundesweiten Klimastreik am 13. August demonstrieren Schüler*innen aus ganz Deutschland in Frankfurt für Klimagerechtigkeit. Senckenberg lädt aus diesem Anlass bei freiem Museumseintritt zu einem offenen „Klimapicknick“ mit Wissenschaftler*innen ein. Während der Veranstaltung können sich interessierte Schüler*innen, Studierende und Bürger*innen aus erster Hand über den Sachstand der Klima- und Biodiversitätsforschung informieren.

Angesichts der weltweit immer deutlicher spürbaren Folgen der weltweiten Klimakrise bekräftigen auch Wissenschaftler*innen zahlreicher Forschungseinrichtungen die Dringlichkeit zum umfassenden Handeln. Am Tag des ersten bundesweiten Klimastreiks seit Beginn der Corona-Pandemie laden Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Senckenberg-Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen deshalb zum „Klimapicknick“ im Hof des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt. Gemeinsam mit zehn Wissenschaftler*innen von Senckenberg, der Goethe-Universität, dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und den Scientists4Future Frankfurt stehen Tockner und Franzen für einen Austausch rund um Klimawandel, Museen als Orte des Dialogs und konstruktiven Streitens sowie biologische Vielfalt zur Verfügung.
„Die aktuellen Katastrophen zeigen: Wir betreiben einen immensen, unverantwortlichen Raubbau an unserer Natur – es sind ja keine Naturkatastrophen, die wir derzeit erleben, es sind in erster Linie menschengemachte Katastrophen. Lösungen kann es nicht gegen, sondern nur mit der Natur geben.“ Brigitte Franzen ergänzt: „Das Museum ist eine ideale Dialogplattform und ein Instrument für den Austausch der Forschung mit der Öffentlichkeit – wir laden alle Interessierten herzlich zur Diskussion ein!“

Wie wirkt sich der globale Klimawandel auf die Biodiversität aus? Wie können nachhaltige Lösungen im Bereich Klimakrise und Gewässer aussehen? Welche Ursachen und Auswirkungen hat das globale Insektensterben? Was stresst Pflanzen in Frankfurt? Und was können wir alle gegen die Erosion des Naturkapitals tun? Dies sind einige der Fragen, zu denen sich Interessierte am 13.8. mit den Forschenden austauschen können.
Anschließend besteht für die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, direkt zum Auftakt des Klimastreiks an der Bockenheimer Warte gehen.

Veranstaltung: Senckenberg-Klimapicknick
Datum: Freitag, 13. August, 11:30 – 14:00 Uhr
Ort: Senckenberg Naturmuseum, im Außenbereich des Museums bei der Sonderausstellung „Edmonds Urzeitreich – eine Dinograbung in Frankfurt“.

Der Einlass erfolgt über den Haupteingang und ist für Teilnehmer*innen der Veranstaltung kostenfrei.

Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Eintauchen in den Lebensraum Korallenriff Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt eröffnet am 15. Juli 2021 die neue Dauerausstellung „Korallenriff“

Langarmiger Federstern Dichrometra flagellata und Buschiger Federstern Comaster schlegelii. Federsterne sind nachtaktiv. Tagsüber leben sie mit eingerollten Armen in Höhlen und Spalten und bewegen sich erst in der Dämmerung an strömungsreiche Standorte, um Plankton zu filtrieren. Foto: Senckenberg/Tränkner
Langarmiger Federstern Dichrometra flagellata und Buschiger Federstern Comaster schlegelii. Federsterne sind nachtaktiv. Tagsüber leben sie mit eingerollten Armen in Höhlen und Spalten und bewegen sich erst in der Dämmerung an strömungsreiche Standorte, um Plankton zu filtrieren. Foto: Senckenberg/Tränkner

Korallenriffe zählen neben den tropischen Regenwäldern zu den artenreichsten und produktivsten Ökosystemen unserer Erde. Sie bedecken weniger als 0,1 Prozent des Ozeanbodens, beherbergen aber ein Drittel der im Meer lebenden Tierwelt. Diese Vielfalt an Organismen, die Bedrohung dieses gefährdeten Lebensraums sowie Möglichkeiten der Erholung des Ökosystems werden in der faszinierenden neuen Korallenriff-Ausstellung erlebbar. In einer sechs Meter breiten, drei Meter langen und bis zu 3,3 Meter hohen Lebensraumdarstellung sind rund 3.000 Individuen zu entdecken. Interviews mit Akteur*innen aus Europa und aus dem pazifischen Raum geben Einblicke in dortige Lebenswelten und in den Umgang mit dem Ökosystem Riff. Die neue Dauerausstellung ist im Rahmen des modularen Umbauprojekts „Neues Senckenberg Museum Frankfurt“ entstanden – in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen und mit der Hochschule Trier.

Zentral in der Mitte des Raumes befindet sich das Hauptobjekt der Ausstellung – die Lebensraumdarstellung eines indonesischen Korallenriffs bei Tag und bei Nacht. Zu sehen sind Riff-Bewohner in Interaktion: von der Karettschildkröte mit Putzerfischen in einer Putzerstation, über Haie bei der Jagd bis hin zu einem Kokosnussoktopus in einer Muschel. Es werden auch symbiotische Beziehungen dargestellt, wie etwa das winzige Pygmäen-Seepferdchen, das in den Korallenfächern einer Weichkoralle, einer Gorgonie lebt. Neben dem Riff schwebt ein 1:1-Modell eines Riffmantas. Er scheint zum Sturzflug anzusetzen um sich das Plankton aus dem nährstoffreichen Wasser am Riffhang zu fangen.

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, im Senckenberg-Direktorium zuständig für den Bereich Wissenschaft und Gesellschaft, nennt den neuen Ausstellungsraum einen „Meilenstein in der Entwicklung des neuen Frankfurter Museums“. „Die Ausstellung begrenzt sich nicht nur auf die Darstellung eines Lebensraums, sondern befasst sich auch mit gesellschaftfspolitischen Fragestellungen, wie der Gefährdung, aber auch möglichen Maßnahmen zur Rettung des kostbaren Ökosystems und tritt mit Akteur*innen in den Dialog, die rund um Korallenriffe leben und arbeiten“, fährt Böhning-Gaese fort. In Medienstationen kommen eine Fischerin und eine Unterwasserfilmerin sowie Forschende und ein Naturschützer aus Tahiti zu Wort. „Es war uns wichtig, diesen Lebensraum in all seinen Facetten darzustellen“, ergänzt Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen. „Dazu gehören die tierische und die menschliche Lebenswelt als zwei untrennbare Sphären. Wir ermöglichen unseren Besucher*innen mitten in Frankfurt einen wichtigen und bedrohten Teil der Erde zu entdecken, der nicht so einfach zugänglich ist – wir laden ein, wortwörtlich in unseren Ausstellungsraum ‚einzutauchen‘, das Ökosystem Korallenriff zu erleben und die sozial-ökologischen Zusammenhänge zu verstehen“, so Franzen. „Die Ausstellung weist den Weg, wie wir das Neue Museum vestehen und weiterentwickeln werden.“

Neben dem Riff schwebt ein 1:1- Modell eines Riffmantas. Foto: Senckenberg/Tränkner
Neben dem Riff schwebt ein 1:1- Modell eines Riffmantas. Foto: Senckenberg/Tränkner

Kurator Philipe Havlik hebt die verschiedenen Ebenen hervor, auf denen sich Besucher*innen mit dem Korallenriff auseinandersetzen können: „Es ist möglich, die Lebensraumdarstellung wie ein großes Wimmelbild zu genießen und die vielen Geschichten zu entdecken, die wir mit unseren Objekten erzählen. Wer mag, kann das Wissen vertiefen und unseren Bestimmungsschlüssel oder Mediaguide zur Hand nehmen und einzelne Objekte identifizieren.“ Die Gestaltung des Raumes geht auf diese verschiedenen Ebenen ein: Bänke laden zum Verweilen ein, ein Beamer projiziert Fakten rund um das Ökosystem an die Decke, an einer interaktiven Station können Besucher*innen testen, was mit einem Riff geschieht, wenn sich die Wassertemperatur erhöht, Mediastationen ermöglichen Begegnungen mit Riff-Akteur*innen. Die Gestaltung des Raumes und die begleitenden digitalen Medien haben Studierende des Studiengangs „Intermediadesign“ von der Hochschule Trier unter der Leitung von Prof. Daniel Gilgen übernommen. „Ein tolles Kooperationsprojekt“ lobt Gilgen die Zusammenarbeit. „Hier haben unsere Studierenden die besondere Gelegenheit erhalten, ihre Ideen mit wissenschaftlicher Begleitung in die Praxis umzusetzen und sie in einer Dauerausstellung des Senckenberg Naturmuseums realisiert zu sehen“, fährt er fort.

Die Zoologische Präparatorin Hildegard Enting hat gemeinsam mit ihrem Team bestehend aus Kay Weber, Anna Frenkel, Sylva Scheer und Ute Raudonat über drei Jahre das Riff erarbeitet, Modelle gebaut, vorhandenes Material koloriert und aufgearbeitet. „Für uns war die enge Zusammenarbeit mit unseren Wissenschaftler*innen sehr wichtig“, erklärt Enting. „Wir haben uns bei den jeweiligen Expert*innen von Senckenberg und vom ZMT über die unterschiedlichen Arten informiert und mit ihnen unsere Modelle kritisch besprochen – zum Teil bis ins kleinste Detail, obwohl wir wissen, dass diese Feinheiten in der Ausstellung später kaum zu sehen sein werden. Wir hatten immer den Anspruch, dass die Objekte realistisch und auch aus Sicht der Forschenden korrekt sind“, erklärt Enting.

Prof. Dr. Angelika Brandt leitet die Abteilung Marine Zoologie bei Senckenberg und verweist darauf, dass 2021 die UN-Dekade für Ozeanforschung begonnen hat. „Das ist ein perfekter Zeitpunkt um nach den Ausstellungen Tiefsee und Meeresforschung nun auch unsere neue Riff-Ausstellung zu eröffnen“, erklärt Brandt. „So können wir das Bewusstsein dafür stärken, dass die Bedrohung der Korallenriffe durch Klimawandel, Versauerung der Ozeane, Überfischung, Habitatzerstörung, invasive Arten und Verschmutzung eine globale Herausforderung darstellt. Es ist die Aufgabe der Meereswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Politik, Gesellschaft und Industrie die Transformation z. B. zu einem saubereren und gesundereren Ozean bis 2030 zu leisten“, so Brandt.

An der Schnittstelle von Ökosystem und Mensch, von Ökologie und Sozialwissenschaften forscht Dr. Sebastian Ferse vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen. Das ZMT ist Wissenschaftspartner der Ausstellung und hat die Entstehung des neuen Themenraums beratend begleitet. Die Interaktion von Mensch und Korallenriff liegt im Fokus der Ausstellung und durchzieht alle begleitenden Medien. Sebastian Ferse untersucht die Bedrohung der Korallenriffe und erforscht die Möglichkeiten, sie zu restaurieren. Dabei sieht er einen globalen und einen lokalen Handlungsansatz: „Global muss es uns gelingen, die Politik zu einem schnelleren und konsequenteren Handeln in Sachen Klimapolitik zu bewegen“. Vor Ort erforscht Ferse aber auch die Möglichkeiten und Chancen des lokalen Riff-Managements: „Lokale Maßnahmen wie die Einrichtung von Meeresschutzgebieten vor Ort, der Schutz von Lebensräumen wie Seegraswiesen und Mangroven in Nachbarschaft der Riffe, aber auch das Fischereimanagement sind enorm wichtig – sie leisten einen spürbaren Beitrag zur Widerstandsfähigkeit von Korallenriffen“, so Ferse.

„Gemeinsam mit den sieben anderen Museen der Leibniz Gemeinschaft begreifen wir uns zunehmend als Orte des Dialogs, die Impulse setzen für eine gesellschaftliche Transformation“, erläutert Katrin Böhning-Gaese. „Der Senckenberg-Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schutz und der Förderung der Biodiversität“, ergänzt sie. „Die Ausstellung Korallenriff leistet einen wichtigen Beitrag zu diesen Prozessen und sie wurde maßgeblich durch den Aktionsplan Leibniz Forschungsmuseen gefördert“, schließt Brigitte Franzen.

Öffnungszeiten /Eintrittspreise

Neue Dauerausstellung „Korallenriff“, ab 16. Juli 2021 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main. Kombitickets: 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre) sowie 30 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder). Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 – 17 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 9 – 18 Uhr.

Informationen

Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt wird 200 Jahre alt! Die Dauerausstellung Korallenriff ist die erste Ausstellung, die im Rahmen des Jubiläumsjahres eröffnet. Das Jahr steht unter dem Motto „Museum for Tomorrow“. Alle Informationen rund um das Jubiläumsjahr finden Sie unter: museumfrankfurt.senckenberg.de
Einen historischen Überblick zum Naturmuseum gibt es unter: www.museumfortomorrow.de

PM Museum for Tomorrow // Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt wird 200 Jahre alt

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Frankfurt, 29.06.2021. Nachdem die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung 2017 ihr 200. Jubiläum gefeiert hat, steht nun der 200. Geburtstag des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt an. Das Museum begeht sein Jubiläum unter dem Motto „Museum for Tomorrow“. Anhand von 20 ausgewählten Objekten werden die Geschichte und Gegenwart des Museums und der Sammlungen präsentiert – als dezentrale Ausstellung im Museum, die durch viele Räume und Themen führt, als Plakatkampagne und Ausstellungsflyer, mit Clips in den Sozialen Medien, als digitale Führung im Mediaguide sowie auf der Projekt-Webseite museumfortomorrow.de. Besondere Jubiläumsführungen bieten ausführliche Vertiefung in die Geschichte und Zukunft der Institution.

Nur vier Jahre nach der Gründung der „Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft“ entstand 1821 das Senckenberg Naturmuseum. Heute ist Senckenberg die größte Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und forscht an sieben Instituten zu allen Aspekten der Biodiversität. Wie entstand die Erde, wie beeinflusst der Klimawandel das Artensterben, wie sieht unsere Zukunft aus? „In unserem Naturmuseum wird Forschung sichtbar und wir zeigen, woher und wodurch wir Wissen über die Natur gewinnen“, so Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt.

Triceratrops, Goliathkäfer, Blauer Seestern, Gewöhnlicher Wasserschlauch, Massai-Löwen – das sind fünf der 20 ausgewählten Jubiläums-Objekte. Zahlreiche Senckenberger*innen aus Forschung und Museum waren beteiligt, um 20 aus rund 10.000 Ausstellungsobjekten auszuwählen. „Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen“, erklärt Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen: „Welche Objekte stehen für die Geschichte und Zukunft der Sammlungen? Welche sind kurios und welche waren sehr lange im Verborgenen und warten auf Entdeckung?“, fährt sie fort. „Es war uns wichtig, die Vielfalt unserer Exponate und die Vielfalt der Senckenberg-Forschung abzubilden“, ergänzt Mulch. Spannende Herkunftsgeschichten sowie die historische und wissenschaftliche Bedeutung der einzelnen Objekte waren die Grundlage für die Auswahl. „Mit dem ‚Museum for Tomorrow‘ werfen wir einen Blick in die Vergangenheit und loten aus, was die Zukunft bereit hält“, fasst Brigitte Franzen das Konzept von Ausstellung und Kampagne zusammen.

Die 20 „Museum for Tomorrow“-Objekte sind grafisch gekennzeichnet – jedes steht für ein Jahrzehnt Museumsgeschichte. Ein mehrseitiges Faltblatt liefert zusätzliche Informationen. Eine „Museum for Tomorrow“-Mediaguide-Tour führt außerdem digital durch das Projekt. Es stehen aber auch Museumsführungen mit Senckenberg-Guides auf dem Programm. Im Saal der Wale und Elefanten befindet sich eine Mitmach-Station, in der Senckenberg seine Besucher*innen fragt, wie das Museum der Zukunft aussehen könnte. „Für die Visualisierung unserer Jubiläumskampagne konnten wir die Künstlerin Veronika Günther gewinnen“, freut sich Brigitte Franzen. „Dank ihrer ausdruckstarken Plakate, gehen wir mit der Ausstellung auch in die Stadt – und die Poster werden dann hoffentlich bald auch in den Wohnungen unserer Besucher*innen hängen“, fährt sie fort.

Einen Eindruck, wie das Museum der Zukunft aussehen kann, bietet die neue Dauerausstellung „Korallenriff“, die ab dem 16. Juli zu sehen sein wird. Das Ausstellungsteam unter der Leitung des Kurators Philipe Havlik hat über drei Jahre hinweg das Projekt geplant und realisiert. Darunter die 6 Meter lange, 3 Meter breite und bis zu 3,3 Meter hohe Lebensraumdarstellung eines indonesischen Korallenriffs, das von den Präparatorinnen Hildegard Enting, Anna Frenkel, Kay Weber und Sylva Scheer konzipiert wurde und rund 3.000 Individuen präsentiert. Interviews mit Akteur*innen aus dem pazifischen Raum geben Einblicke in dortige Lebenswelten und den Umgang mit dem Ökosystem Riff. Das Korallenriff ist nach der Tiefsee und der Meeresforschung der dritte Themenraum, der im Rahmen des Projekts „Neues Senckenberg Museum Frankfurt“ realisiert wird.

Ebenfalls noch im Jubiläumsjahr, am 21. November, eröffnet die „Aha?! Forschungswerkstatt“. In den experimentell gestalteten Räumen im Erdgeschoss werden die Besucher*innen zukünftig aktiv in den Kontakt mit Wissenschaftler*innen treten. Dort kann man aber auch selbst an Sammlungsstücken arbeiten und neue Themen entdecken. Die Faszination der Naturforschung, unbekannte Dinge zu bearbeiten, Zusammenhänge zu begreifen und die Welt Stück für Stück besser zu verstehen, wird hier erfahrbar. Getrieben von ihrer Neugier entwickeln Wissenschaftler*innen stets neue Forschungsfragen und untersuchen sie durch gezielte Recherche und durchdachte Experimente. In der Forschungswerkstatt gibt es die Möglichkeit zum Mitmachen und Dabeisein: Hier können Exponate vermessen, unter dem Mikroskop betrachtet, gezeichnet und verborgene Welten entdeckt werden. Forschungsboxen mit Objekten, begleitenden Fragestellungen und Denkimpulsen regen an, Zusammenhänge in der Natur zu verstehen und eigene Fragestellungen zu entwickeln. Wer kreativ arbeiten will, kann zeichnen, modellieren oder mit Naturmaterialen gestalten. Und es gibt die Gelegenheit mit Forschenden auch direkt ins Gespräch zu kommen.

Historischer Rückblick sowie Ausblick des Senckenberg-Museums

Edmonds Urzeitreich – die Dinograbung in Frankfurt geht weiter

Wenn am heutigen 26. Mai das Senckenberg Naturmuseum wieder öffnet, startet auch die 2. Grabungssaison in der Kooperationsausstellung „Edmonds Urzeitreich – eine Dinograbung in Frankfurt“  Edmonds Urzeitreich_Pavillon versteht sich als temporäre Grabungsstätte.   © Foto: Diether v. Goddenthow
Wenn am heutigen 26. Mai das Senckenberg Naturmuseum wieder öffnet, startet auch die 2. Grabungssaison in der Kooperationsausstellung „Edmonds Urzeitreich – eine Dinograbung in Frankfurt“ Edmonds Urzeitreich_Pavillon versteht sich als temporäre Grabungsstätte. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wenn am heutigen 26. Mai das Senckenberg Naturmuseum wieder öffnet, startet auch die 2. Grabungssaison in der Kooperationsausstellung „Edmonds Urzeitreich – eine Dinograbung in Frankfurt“

Frankfurt, 25.05.2021. Am 26. Mai wird das Senckenberg Naturmuseum zu den geltenden Corona-Regeln wieder geöffnet und mit ihm die Ausstellung „Edmonds Urzeitreich – eine Dinograbung in Frankfurt“, die im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Wyoming Dinosaur Center Thermopolis, dem Frankfurter Kunstverein und National Geographic entstanden ist. Das Präparator*innen-Team rund um Zsófia Hajdu und Olaf Vogel setzt dann in einer zweiten Grabungssaison im korallenroten Pavillon auf dem Außengelände des Museums seine Arbeiten fort. Vor den Augen der Besucher*innen legte das Präparator*innen-Team während der ersten Saison in dem 20 Quadratmeter großen „Bonebed“ aus Wyoming knapp 1.000 Zahn- und Knochenfunde verschiedener Dinosaurierarten wie T. rex, Triceratops, Pectinodon und Edmontosaurus frei und bereitete sie für weitere wissenschaftliche Analysen vor. Während der Wintermonate bearbeiteten sie die Funde mit Mikroskop, Druckluftstichel und Sandstrahlgebläse in der Werkstatt und bestimmten und inventarisierten die Fossilien. Ab dem 26. Mai können Besucher*innen wieder live bei den Grabungsarbeiten dabei sein und mit den Senckenberg-Wissenschaftler*innen ins Gespräch kommen.

Das Team rund um Grabungsleiterin Zsófia Hajdu und um den geologischen Präparator Olaf Vogel hat in der ersten Grabungssaison etwa ein Viertel des Gesteinblocks abgetragen und durch akribisches Arbeiten schon zahlreiche fossile Zähne und Knochen von Edmontosaurus und vielen anderen Dinosauriern entdeckt. Ein Grabungs-Highlight sind Zähne von großen Raubdinosauriern, darunter ein acht Zentimeter großer T. rex-Zahn. Weitere Highlights sind zahlreiche Schädelknochen von Edmontosaurus. Neben Dinosaurier-Fossilien gab es auch viele andere Entdeckungen: Fossile Funde von Schildkröten, Krokodilen, Säugetieren und bislang noch unbestimmten Tieren und Pflanzen. Projektleiter Philipe Havlik ist begeistert: „Im gesamten Bonebed hatten wir etwa 1.000 Funde erwartet – schon jetzt zeichnet sich ab, dass es etwa vier mal so viele werden könnten, wie ursprünglich angenommen!“

Mit verschiedenen Untersuchungen an den Funden sollen wissenschaftliche Fragestellungen zu der Zeit von Edmond & Co geklärt werden. 20 Wissenschaftler*innen aus acht Forschungsinstituten verfolgen auch in der zweiten Grabungssaison verschiedene Methoden und Fragestellungen, um gemeinsam das Ökosystem der Dinosaurier von Wyoming von vor fast 70 Millionen Jahren zu rekonstruieren, es zu verstehen und die Bildung des Bonebeds zu klären. Dabei können die Wissenschaftler*innen auf zahlreiche Erkenntnisse aus der ersten Saison zurückgreifen. Erst kürzlich konnte am Senckenberg Institut Dresden das genaue Alter des Gesteins anhand von vulkanischen Mineralen bestimmt werden, an der Goethe Uni fanden Forscher*innen Hinweise darauf, dass Edmontosaurier große Wanderungen unternommen haben, und in den Präparationslaboren fanden sich Hinweise darauf, dass einige Dinosaurier schwere Knochenbrüche überlebt hatten.

Philipe Havlik zeigt im externen Grabungsmuseum auf dem Senckenberggelände seinen Lieblingsfund , einen 7 mm langen Saurierzahn. © Foto: Diether v. Goddenthow
Philipe Havlik zeigt im externen Grabungsmuseum auf dem Senckenberggelände seinen Lieblingsfund , einen 7 mm langen Saurierzahn. © Foto: Diether v. Goddenthow

Philipe Havlik ist sich sicher, dass sich auch in der zweiten Grabungssaison weitere Puzzleteile ergeben werden, die dazu beitragen, das Ökosystem von vor knapp 70 Millionen Jahren zu rekonstruieren. „Zudem hoffen wir, dass wir zahlreiche weitere Edmontosaurus-Funde aus dem Gesteinsblock bergen werden, die eine Antwort auf die Frage zulassen, ob es sich um eine ganze Herde handelt, die an dem Fundort in Wyoming verendet ist“, erklärt er. Neben den Edmontosaurus-Funden erwartet das Team weitere T. rex- und Säugetierfossilien.

Aktuelle Informationen rund um den Museumsbesuch:
Der Ticketkauf ist ausschließlich über den Online-Ticketshop möglich. Besucher*innen mit Anspruch auf ermäßigten oder kostenlosen Eintritt, etwa mit dem Kufti-Ticket der Stadt Frankfurt, der Museumsufercard oder Senckenberg-Mitglieder, registrieren sich ebenfalls vorab im Onlineshop und buchen einen Zeitslot. Das Museum bietet täglich zwei Zeitfenster an, die gebucht werden können: Mo / Di / MI / Do / Fr 9 bis 13 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Mi zusätzlich 17 bis 20 Uhr, Sa / So 9 bis 13.30 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr. Ein Ticketverkauf vor Ort im Museum ist aktuell nicht möglich. Um das Personal und die Besucher*innen zu schützen, gilt nach wie vor ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept. Das Museum darf unter Einhaltung der behördlichen Kontaktbeschränkung besucht werden und die Anzahl der Besuchenden wird begrenzt. Im Museum gilt die Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern und es besteht die Pflicht, durchgehend eine FFP2-Maske oder eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen, die selbst mitzubringen ist. Gruppenbuchungen und Buchungen von Führungen sind leider aktuell nicht möglich. Der Museumsshop ist geöffnet.

Weitere Informationen unter: museumfrankfurt.senckenberg.de

„Edmonds Urzeitreich – Eine Dino-Grabung in Frankfurt“, 26. Mai bis 24. Oktober 2021 im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main. Die Kooperationsausstellung kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt werden. Kombitickets: 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre) sowie 30 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder). Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 – 17 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 9 – 18 Uhr.

Frankfurter Museen öffnen wieder ab dem 24. Mai 2021

frankfurter-museen-oeffnen-wiederIm Rahmen der Hygieneregeln öffnen Frankfurts Museen wieder Detaillierte Informationen zu Ausstellungen und  Angaben  zu den Anmeldeverfahren finden Sie auf den Webseiten der Museen,

Archäologisches Museum Frankfurt
Das Museum öffnet ab Dienstag, dem 1. Juni 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr
www.archaeologisches-museum-frankfurt.de

Bibelhaus Erlebnis Museum
Das Bibelhaus ist ab Mittwoch, dem 26. Mai geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr
www.bibelhaus-frankfurt.de

Caricatura Museum Frankfurt
Das Caricatura Museum öffnet am Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
www.caricatura-museum.de

Deutsches Architekturmuseum
Das Deutsche Architekturmuseum ist von Pfingstmontag, 24. Mai, an wieder geöffnet.
Öffnungszeiten: Dienstag 12 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 12 bis 20 Uhr,
Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr
www.dam-online.de/besuch

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Das DFF öffnet am Pfingstmontag, dem 24. Mai 2021, wieder seine Ausstellungen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
www.dff.film

Dommuseum Frankfurt
Das Museum ist wieder ab Mittwoch, 2. Juni, geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag und Freitag 10 bis 17 Uhr
Samstags, sonntags und an den Feiertagen 11 bis 17 Uhr
Montags und dienstags geschlossen
www.dommuseum-frankfurt.de

Eintracht Frankfurt Museum
Das Museum öffnet ab Dienstag, dem 25. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
https://museum.eintracht.de/news/

Fotografie Forum Frankfurt
Das Fotografie Forum Frankfurt öffnet am Dienstag, 2. Juni 2021.
Öffnungszeiten bitte der Homepage entnehmen.
www.fffrankfurt.org

Frankfurter Goethe-Haus
Das Frankfurter Goethe-Haus öffnet ab Freitag, dem 28. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag von 11 bis 17 Uhr
www.freies-deutsches-hochstift.de

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt
Beide Museen öffnen am Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11
bis 19 Uhr.
www.historisches-museum-frankfurt.de
www.junges-museumm-frankfurt.de

Institut für Stadtgeschichte
Das Institut für Stadtgeschichte öffnet am Mittwoch, dem 26. Mai. Lesesaal und
Sammlungsbereich sind bereits nach Voranmeldung geöffnet.
Öffnungszeiten: Ausstellungen Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag
11 bis 18 Uhr, Lesesaal nach Voranmeldung Montag bis Freitag 8.30 bis 17 Uhr
(Dienstag, 25.05. nur bis 12 Uhr)
ACHTUNG: Die Vorlage eines Negativnachweises ist nur für den Besuch von Lesesaal
und Sammlungsbereich nötig, nicht für den Ausstellungsbesuch. Weitere Informationen
auf der Webseite:
www.stadtgeschichte-ffm.de

Jüdisches Museum Frankfurt
Das Jüdische Museum öffnet ab Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10 bis 21 Uhr, Mittwoch, Freitag, Samstag
und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
www.juedischesmuseum.de

Das Museum für Kommunikation
Das Museum öffnet am Dienstag, dem 25. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Museumsshop & Museumsbibliothek
Der Museumsshop ist geöffnet. Ebenfalls wieder möglich ist der Besuch der
Museumsbibliothek: Eine Voranmeldung ist auch hier erforderlich, siehe Homepage des
Museums. Die Bibliothek ist dienstags bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
http://www.mfk-frankfurt.de

Frankfurter Kunstverein
Der Frankfurter Kunstverein öffnet am Dienstag, dem 1. Juni von 17 bis 22 Uhr mit dem
Soft Opening der Ausstellung „And This is Us 2021 – Junge Kunst aus Frankfurt“
Ab dem 2. Juni gelten folgende Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19
Uhr, Donnerstag von 11 bis 21 Uhr.
www.fkv.de

Museum Angewandte Kunst und Ikonenmuseum
Das Museum Angewandte Kunst und das Ikonenmuseum öffnen am Mittwoch, dem 26.
Mai 2021.
Öffnungszeiten Museum Angewandte Kunst: Dienstag von 12 bis 18 Uhr, Mittwoch von
12 bis 20 Uhr, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Öffnungszeiten Ikonenmuseum: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Mittwoch von
12 bis 20 Uhr.
www.museumangewandtekunst.de

Museum Judengasse
Am Mittwoch, den 26. Mai 2021, erfolgt die Öffnung des Museums Judengasse.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
www.juedischesmuseum.de/besuchen/museumjudengasse

MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST
Der TOWER MMK öffnet am Pgingstmontag, dem 24. Mai 2021.
Reguläre Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr und Mittwoch 11 bis 20
Uhr
www.mmk.art

Portikus
Der Portikus auf der Alten Brücke öffnet wieder am Pfingstmontag, 24. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, mittwochs 11 bis 20 Uhr

Senckenberg Naturmuseum
Am Mittwoch, dem 26. Mai wird das Senckenberg Naturmuseum
wieder geöffnet.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9 bis 17 Uhr, mittwochs
von 9 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag und an den Feiertagen 9 bis 18 Uhr.
www.museumfrankfurt.senckenberg.de

Struwwelpeter Museum
Das Struwwelpeter Museum öffnet am Donnerstag, dem 3. Juni 2021.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
www.struwwelpeter-museum.de

Weltkulturen Museum
Ab Mittwoch, dem 26. Mai 2021 ist das Weltkulturen Museum geöffnet.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr
www.weltkulturenmuseum.de

weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der einzelnen Häuser sowie unter
www.museumsufer.de

Zukunftssprung: Kulturdezernentin Hartwig: ,Sanierung und Erweiterungsvorhaben des Senckenberg Museums Frankfurt ist bedeutender Fortschritt für Museumslandschaft und die wissenschaftliche Bildung in Frankfurt und Rhein-Main‘

Senckenberg Naturmuseum  Archivfoto  ©  Diether v. Goddenthow
Senckenberg Naturmuseum Archivfoto © Diether v. Goddenthow

Kulturdezernentin Hartwig: ,Sanierung und Erweiterungsvorhaben des Senckenberg Museums Frankfurt ist bedeutender Fortschritt für Museumslandschaft und die wissenschaftliche Bildung in Frankfurt und Rhein-Main‘

(ffm) Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, begrüßt die am Mittwochabend, 28. April, vom Verwaltungsrat der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung getroffene Entscheidung, das Bauverfahren für die Sanierung und Erweiterung des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt auf den Weg zu bringen, ebenso wie die Ankündigung von Bund und Land, dieses Projekt mit Priorität in die zuständigen Gremien einbringen zu wollen.

„Jedes Kind in Frankfurt kennt das Senckenberg Naturmuseum. Aber nicht allen ist bewusst, dass die Senckenberg Gesellschaft eine führende Forschungsinstitution im Bereich der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten ist. Mit dem nun eingeleiteten Sanierungs- und Erweiterungsvorhaben wird das Museum noch weiter an Attraktivität für die Menschen in Frankfurt und Rhein-Main und für Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt gewinnen. Gerade in Zeiten, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse immer wieder systematisch in Zweifel gezogen und untergraben werden – denken wir etwa an die Klimawandelleugner oder die selbsternannten ,Querdenker‘ –, brauchen wir unbedingt jene Einrichtungen, die Wissenschaft anschaulich, modern, attraktiv und verständlich darstellen. Dafür ist das Senckenberg Museum als Leuchtturm der Aufklärung und das nun angestoßene Sanierungs- und Erweiterungsvorhaben von allergrößtem Wert.“

Das Projekt sei ein bedeutender Fortschritt für die Museumslandschaft in Frankfurt, die damit noch attraktiver auch für ausländische Besucherinnen und Besucher werde. Hartwig sicherte die weitere Unterstützung der Stadt Frankfurt als Sitzstadt der Senckenberg Gesellschaft für das Projekt zu. Sie kündigte außerdem an, dass die Stadt weiter daran arbeite, die Museen und ihre Vermittlungsangebote allen, besonders Frankfurter Kindern und Jugendlichen, mit Projekten und Förderungen besser zugänglich zu machen.

Das Senckenberg Museum ist Teil des Museumsuferverbundes der städtischen und nichtstädtischen Museen in und um Frankfurt, die mit der Museumsufercard zugänglich sind. Weitere Informationen gibt es unter https://www.senckenberg.de/de/ im Internet.