Kategorie-Archiv: Tag des offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals in der Landeshauptstadt Wiesbaden auf Entdeckungs-Tour gehen

Am Sonntag, 9. September, laden Denkmaleigentümer und Denkmalpfleger wieder zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals ein. Interessierte bekommen die Gelegenheit, auf kulturhistorische Entdeckungstour zu gehen. Dabei sind auch Kulturdenkmäler zu entdecken, die sonst nicht oder nur teilweise geöffnet sind. Bauherren, Architekten, Handwerker und Denkmalpfleger berichten über ihre Arbeit in der Denkmalpflege.

Auch der für den Denkmalschutz in Wiesbaden zuständige Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler ermuntert alle Interessierten zur aktiven Teilnahme an diesem Tag: „Spannende Themen werden die Besucher auf ganz unterschiedliche Entdeckungsreisen führen“, so Kessler.

In diesem Jahr, das zugleich als Europäisches Kulturerbejahr begangen wird, steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Schwerpunkt „Entdecken, was uns verbindet“. Wiesbaden als ehemalige Weltkurstadt und heute eine der denkmalreichsten Städte Deutschlands. Mit weit über 7.500 geschützten historischen Bauwerken, Parks und Gärten, vor allem aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, ist sie sicher eines der bedeutendsten Stadtdenkmale in Deutschland. Aber das Stadtbild wird auch geprägt durch technische Denkmäler, etwa die imposante Theodor-Heuss-Brücke, die die zur Brückenkopfsicherung errichtete Reduit in Mainz-Kastel mit dem Mainzer Stadtzentrum verbindet und schon in provinzialrömischer Zeit einen Vorgänger hatte. Genaueres darüber lässt sich im Museum in der Reduit erfahren, in das die Gesellschaft für Heimatkunde Kastel einlädt.

Ein elegantes, heute ebenfalls denkmalgeschütztes Brückenbauwerk stammt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Es überquert die Hafenzufahrt in Schierstein. Es wurde – wie auch die Freiheitsstaue in New York – aus Zement der in Amöneburg ansässigen Firma Dyckerhoff hergestellt. Aus dem weltberühmten und sehr feinen Dyckerhoff Weißzement entstanden auch die zahlreichen bauplastischen Ausstattungsstücke des Künstlers Ernst Otto Hayek vor und in der Katholischen Mauritiuskirche in der Abgeggstraße im Wiesbadener Komponistenviertel. Die herausragende Qualität des Zements belegt der Abdruck eines kleinen Insekts in den in die Wand betonierten Konsolen für die Kreuzwegkerzen. Ein Besuch der Kirche lohnt sich nicht nur, um danach zu suchen!

Auch zahlreiche andere Wiesbadener Sakralbauwerke sind geöffnet und laden zu Entdeckungstouren durch die Architektur-, Liturgie- und Kunstgeschichte ein. Sie belegen anschaulich das Völker und Kulturen verbindende Element der Religionen und ihrer Traditionen. Evangelische und katholische Gotteshäuser, die „Englische Kirche“ am Warmen Damm und die Russisch-Orthodoxe Kirche auf dem Neroberg stehen beispielhaft für die bunte Vielfalt religiösen Lebens. Als Kulturdenkmäler stellen gerade diese Bauten immer eine besondere Herausforderung dar.

Zu den profanen Baudenkmälern, die am diesjährigen Tag des offenen Denkmals auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher warten, gehören das ehemalige herzoglich-nassauische Jagdschloss auf der Platte oberhalb von Wiesbaden, das bei seiner Instandsetzung und Überdachung mit einem Glasschirm vor einigen Jahren nicht nur in Denkmalpflegerkreisen intensive Diskussionen auslöste.

Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Schläferskopf wird von Mitgliedern des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorgestellt. Die Stiftung hatte sich in besonderer Weise für seine Rettung engagiert. Der auf Betreiben Wiesbadener Bürger in der Formensprache eines mittelalterlichen Wartturms errichtete Aussichtsturm wird zur Besichtigung geöffnet und ermöglicht einen einzigartigen Rundblick auf Wiesbaden, ins Rheintal und über den Taunus. Für die angrenzende, derzeit noch brachliegenden Gastronomieräume sucht die Stadt derzeit neue Betreiber. Zu den Gasträumen gehört der historische Kaisersaal mit seinem sehenswerten, durchaus „pikanten“ Wandgemälde. Auch darauf können die Besucherinnen und Besucher am 9. September einen eingehenden Blick werfen.

Das von außen recht unscheinbare Pfortenhaus am Eingang zum Park von Schloss Biebrich hat sich zu einem echten Kleinod entwickelt, dass einen Besuch wert ist. Wo wir schon bei „unscheinbar“ sind: Qualitätvoll umgenutzte Scheunen werden nur höchst selten einem breiteren interessierten Publikum vorgestellt, vor allem, wenn sie in privater Hand sind. In der Kettenbornstraße in Wiesbaden-Schierstein gibt es am Tag des offenen Denkmals die seltene Möglichkeit, sich das Ergebnis eines solchen, unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten umgesetzten Projekts anzusehen. Eine Gelegenheit, die sich nicht nur Architekten nicht entgehen lassen sollten!

Auch, wenn es makaber klingt: Der Tod verbindet uns zweifellos alle. Und wer es schon jetzt gerne „gruftig“ mag, kann auf dem Nordfriedhof an der Platter Straße, der mit seinen zahlreichen beeindruckenden Grabmonumenten ohnehin sehenswert ist, in eine der besonders reich ausgestalteten Familiengrabstellen hinabsteigen. Das Grünflächenamt Wiesbaden bietet ergänzend auf seiner Internetseite spannende Informationen rund um die Begräbniskultur und die Möglichkeit, Patengräber auf den historischen Friedhöfen in Wiesbaden zu übernehmen.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, einer vom Europarat und der Europäischen Union unterstützten Aktion, die sich ebenfalls dem Kulturerbe widmet. Die bundesweite Koordination des Tages des offenen Denkmals hat 1993 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übernommen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Weitere Infos über offene Denkmäler in Hessen, Rheinland-Pfalz und bundesweit: https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/besucher/programm.

Stadtmuseum am Markt ist am „Tag des offenen Denkmals“ beteiligt

Am Sonntag, 9. September, ist „Tag des offenen Denkmals“. Bereits zum 25. Mal werden an diesem Tag in Deutschland Denkmäler für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und das Wissen über die historischen Stätten in Form von Führungen und Workshops geteilt. Auch in Wiesbaden öffnen verschiedene Einrichtungen und Denkmäler ihre Türen. Das Stadtmuseum am Markt ist selbstverständlich ebenfalls mit dabei. Der Eintritt ist frei.

Der Marktkeller mit der beeindruckenden Marktsäule – ebenfalls ein zentral gelegenes und den meisten Wiesbadenern wohlbekanntes historisches Denkmal in der Altstadt – wurde 1900 von dem Architekt Felix Genzmer erbaut. Viele Jahre erfüllte der Keller seinen eigentlichen Zweck: nämlich den Marktbeschickern als Lagerort für ihre Waren zu dienen. Doch dies ist lang vorbei. Eine Weile wurde das Gewölbe für Veranstaltungen unterschiedlicher Art genutzt, bevor es erst vor zwei Jahren dem Stadtmuseum für seine Dauerpräsentation zur Geschichte der Landeshauptstadt Hessens zur Verfügung gestellt wurde. Das Stadtmuseum erhielt dadurch auch seinen Namen: sam – Stadtmuseum am Markt.

Zum Motto „Entdecken, was uns verbindet“ finden sich im sam natürlich viele Objekte, die in unterschiedlicher Weise verbindende Eigenschaften haben, sei es im wahrsten Sinne des Wortes, im übertragenen oder im kulturhistorischen Sinn, wenn sich grenzübergreifend Ideen verbreiten oder einfach Handel betrieben wird. So sind alle Besucher eingeladen auf Entdeckungsreise zu den „verbindenden“ Museumsstücken zu gehen und herauszufinden, worin diese Verbindungen bestehen können. Das Museumsteam hat eine kleine Auswahl getroffen und bietet am Sonntag Führungen für die ganze Familie zu den ausgewählten Objekten an. Für die kleineren Besucher veranstaltet das sam einen Spiele-Workshop. Die Führungen und Workshops werden durchgehend im Stadtmuseum zwischen 11 und 17 Uhr angeboten.

Höhepunkt des Tages wird die Preisverleihung um 12 Uhr im sam sein – in jedem Fall für eine besondere Gruppe an Museumsbesucherinnen und -besuchern: Es sind die Menschen, die am Internationalen Museumstag am 13. Mai an der Luftballon-Weitflug-Aktion des sam teilgenommen haben, und deren Kärtchen gefunden und an das sam zurückgesandt wurden. Der weiteste Ballon, dessen Karte gefunden wurde, hat es bis nach Belgien geschafft. Am Sonntag können sich alle Gewinnerinnen und Gewinner – Sender und Finder – nicht nur kennenlernen, sondern auch auf tolle Preise, gestiftet von Wiesbaden Marketing und dem Stadtmuseum, freuen. Selbstverständlich haben sie alle etwas mit der Stadt Wiesbaden und dem sam zu tun. Alle Wiesbadener und Gäste der Stadt sind herzlich eingeladen, im sam zu „entdecken, was uns verbindet“.

Eingebettet ist der „Tag des offenen Denkmals“ in diesem Jahr in das Europäische Kulturerbejahr 2018. Die Idee hinter diesem Projekt ist es, den Fokus in Europa auf die europäische Geschichte und das europäische kulturelle Erbe zu lenken. Dieses findet sich bereits im Regionalen und auch vor der eigenen Haustür: Schon immer gab es den Austausch zwischen den Kulturen, die zu Verbindungen und Teilhabe führten. Davon zeugt zum Beispiel auch eine Büste Napoleons im Stadtmuseum, die auf die deutsch-französische Geschichte verweist. Das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals lautet daher auch folgerichtig „Entdecken, was uns verbindet“.

Tag des offenen Denkmals 2018: „Denkmaltag Rheinland-Pfalz“ feiert Premiere

Die Burg Pfalzgrafenstein, auch die Pfalz bei Kaub genannt, wurde von Ludwig dem Bayern, dem Pfalzgrafen bei Rhein und späteren römisch-deutschen König und Kaiser, im Rhein bei Kaub als eine Zollburg errichtet. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Burg Pfalzgrafenstein, auch die Pfalz bei Kaub genannt, wurde von Ludwig dem Bayern, dem Pfalzgrafen bei Rhein und späteren römisch-deutschen König und Kaiser, im Rhein bei Kaub als eine Zollburg errichtet. © Foto: Diether v. Goddenthow

Passend zum Europäischen Kulturerbejahr steht der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. Am Sonntag, 9. September, können sich die Besucherinnen und Besucher auf Spurensuche in Rheinland-Pfalz begeben und einzigartige Orte besichtigen. Mit dem „Denkmaltag Rheinland-Pfalz“ beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) mit einem eigenen Programm an der bundesweiten Veranstaltung, die in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum feiert. „Der ‚Tag des offenen Denkmals‘ ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 25 Jahren lockt die Veranstaltung tausende Menschen zu historischen Orten in Rheinland-Pfalz. An diesem Tag werden nicht nur unsere geschichtsträchtigen Kulturgüter gebührend in Szene gesetzt, sondern zugleich ein Bewusstsein für unser kulturelles Erbe vermittelt und dafür, was nötig ist, um die große Bandbreite an Kulturgütern zu erhalten. Mit dem erstmaligen Beitrag der GDKE, dem ´Denkmaltag Rheinland-Pfalz‘, setzen wir in diesem Jahr neue Akzente, die die erfolgreiche Tradition des ´Tags des offenen Denkmals‘ absolut bereichern werden“, ist sich Kulturminister Konrad Wolf sicher, der heute zusammen mit Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE, sowie Dr. Markus Fritz-von Preuschen, stellvertretender Landeskonservator, das Programm zum Tag des offenen Denkmals im Landesmuseum Mainz der GDKE vorstellte.

Die Auftaktveranstaltung zum „Denkmaltag Rheinland-Pfalz“ am „Tag des offenen Denkmals“ findet im feierlichen Rahmen am 9. September auf dem Hambacher Schloss statt, das als eine von vier deutschen Stätten das Europäische Kulturerbesiegel trägt. Für die musikalische Begleitung sorgt die Combo der „Phoenix Foundation“ des Landesjugendjazzorchesters Rheinland-Pfalz.

„Der ´Denkmaltag Rheinland-Pfalz‘ am ´Tag des offenen Denkmals‘ ist ein besonderes Angebot für alle Kultur- und Geschichtsliebhaber. An diesem Tag beleuchten Experten der GDKE das einzigartige kulturelle Erbe unserer Region aus verschiedenen Blickwinkeln, geben tiefe Einblicke in die Arbeit und die Projekte der Landesdenkmalpflege und zeigen zugleich die enorme geschichtliche Bedeutung von Rheinland-Pfalz als Grenzland, das Menschen und Kulturen bis heute miteinander verbindet“, so Generaldirektor Thomas Metz. Und der stellvertretende Landeskonservator Dr. Markus Fritz-von Preuschen ergänzt: „Die Referenten der GDKE bieten an diesem Tag gemeinsam mit Eigentümern und ehrenamtlichen Aktiven Führungen durch ausgewählte Kulturdenkmäler an. Dabei stehen historische Bauten im Mittelpunkt, die einen Bezug zum Motto ´Entdecken, was uns verbindet´ haben und zugleich von der Direktion Landesdenkmalpflege fachlich betreut werden“.

Die GDKE tritt am 9. September auch als Denkmaleigentümer auf. So bietet die Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer eine Reihe von kostenfreien Veranstaltungen an, unter anderem eine Bunkerführung auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, einen Vortrag zur preußischen optischen Telegraphenlinie zwischen Berlin und Koblenz sowie weitere Führungen durch die Matthiaskapelle in Kobern-Gondorf und durch die Burgen Nassau und Pfalzgrafenstein.

Der Tag des offenen Denkmals 2018, an dem sich über 350 Objekte beteiligen, bietet den Besuchern die Gelegenheit, bislang verborgene Facetten von Denkmälern zu entdecken, sie als verbindende Elemente zwischen Regionen, Kulturen und Menschen kennenzulernen und gleichzeitig zu erfahren, welche internationalen Einflüsse und Beziehungen die Region bis heute prägen.

Die Kulturdenkmäler, die sich in diesem Jahr an der bundesweiten Veranstaltung beteiligen, greifen das Motto „Entdecken, was uns verbindet“ aus verschiedenen Blickrichtungen auf. So gibt es Bauten, die wortwörtlich verbinden, so wie Brücken, Tunnel oder Eisenbahnstrecken. Zudem gibt es Bauwerke, die aufgrund ihrer geografischen Lage, ihrer Bekanntheit oder aufgrund ihrer immensen Bedeutung Menschen seit Jahrhunderten miteinander verbinden. Das trifft beispielsweise auf kleine Pfarrkirchen ebenso zu wie auf den Mainzer Dom. Aber auch profane Architektur wie die Porta Nigra in Trier kann zum Symbol einer ganzen Stadt werden. Darüber hinaus thematisiert der „Tag des offenen Denkmals“ 2018 auch die Verbindungen, die Menschen untereinander über politische und kulturelle Grenzen hinweg pflegen. Handwerker und Fachkräfte, die auch in früheren Zeiten aus ganz Europa angeworben wurden, brachten neue Techniken und architektonische Herangehensweisen mit. So weisen zahlreiche Bauten im Grenzland Rheinland-Pfalz eine Vielzahl an internationalen Einflüssen auf. Die Oppenheimer Katharinenkirche beispielsweise besitzt Elemente aus der französischen Gotik, das Schloss Malberg in der Eifel ist italienisch geprägt.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gibt eine Liste mit den teilnehmenden Denkmälern heraus, die wichtige Informationen sowie sämtliche Angebote beinhaltet.

Der Tag des offenen Denkmals findet 2018 bundesweit bereits zum 25. Mal statt. 1993 wurde der Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgerufen. Rheinland-Pfalz beteiligt sich bereits seit 1992 an den European Heritage Days.

Weitere Informationen: https://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/rp/
Führungen am Denkmaltag Rheinland-Pfalz
Experten der GDKE stellen ausgewählte Kulturdenkmäler vor

Blüchermuseum in Kaub. © Foto: Diether v. Goddenthow
Blüchermuseum in Kaub.
© Foto: Diether v. Goddenthow

Mit dem „Denkmaltag Rheinland-Pfalz“ beteiligt sich die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in diesem Jahr mit einem eigenen Programm am Tag des offenen Denkmals. Die GDKE-Direktion Landesdenkmalpflege bietet am 9. September gemeinsam mit Eigentümern und ehrenamtlichen Helfern fünf kostenfreie Führungen durch ausgewählte Kulturdenkmäler an, die einen Bezug zum diesjährigen Motto „Entdecken, was uns verbindet“ haben. Bei den Expertenführungen vor Ort tauchen die Besucher in die Geschichte bedeutender Denkmäler ein, erfahren mehr über die bewegte Geschichte von Rheinland-Pfalz und erhalten zugleich Einblicke in die Arbeit und in aktuelle Projekte der Landesdenkmalpflege.

So stellt die Landeskonservatorin Dr. Roswitha Kaiser das Stadttheater Koblenz vor, das 1787 erbaut wurde und eines der frühesten Bürgertheater Deutschlands ist. Seine Entstehungsund Entwicklungsgeschichte zeugt von vielfachen kulturellen Einflüssen aus europäischen Nachbarländern. Die Führungen von Dr. Kaiser finden um 11 und 16 Uhr statt. In Mainz führt Dr. Markus Fritz-von Preuschen, stellvertretender Landeskonservator, durch den Erthaler Hof. Der Barockbau wurde im 18. Jahrhundert errichtet, war 1816 Schauplatz der Geburtsstunde Rheinhessens und dient heute als Sitz der GDKE. Bei der Führung, die um 15.30 Uhr und 16.30 Uhr angeboten wird, bietet sich den Besuchern die seltene Möglichkeit, die historischen Räume des einstigen Adelshofs zu besichtigen. In Neustadt an der Weinstraße widmet sich Dr. Georg Peter Karn, Leiter des Bereichs Weiterbildung und Vermittlung, zusammen mit Sabine Groß vom Finanzministerium und Kollegen aus der Direktion Landesarchäologie dem Hambacher Schloss, dem Austragungsort der Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals 2018. Die im 11. Jahrhundert als Reichsburg gegründete und im 12. Jahrhundert durch die Bischöfe von Speyer ausgebaute Anlage gilt seit dem Hambacher Fest 1832 als „Wiege der deutschen Demokratie“. Das Kulturdenkmal wurde 1688 zerstört, ab 1844 durch den Kronprinz Maximilian von Bayern teilweise wieder aufgebaut und zwischen 1979 und 1982 schließlich vollständig restauriert und zur Veranstaltungs- und Dokumentationsstätte umgebaut. Zwischen 2005 und 2014 folgten zeitgemäße bauliche Ergänzungen. Die Führung findet am 9. September um 13 Uhr statt.

In Kaub im Rhein-Lahn-Landkreis steht beim Denkmaltag Rheinland-Pfalz das BlücherMuseum im Fokus. Dr. Alexandra Fink und Claudia Gerner-Beuerle, die an der Instandsetzung des ehemaligen Gasthauses beteiligt waren, stellen die einzigartige bauzeitliche Innenausstattung vor und berichten von der Restaurierung der handgemalten Leinwand- und Papiertapeten, die bei der Errichtung des Barockbaus 1780 entstanden sind. Berühmt wurde das heutige Museum als Herberge für den Generalfeldmarschall Leberecht von Blücher während des Rheinübergangs der preußischen Truppen 1813/1814. Die Führung findet um 10, 11, 12 und 13.30 Uhr statt. Die Burg Lissingen in Gerolstein in der Eifel zählt zu den aktuellen Projekten der Direktion Landesdenkmalpflege. Die ehemalige Wasserburg, die unter anderem Elemente des Mittelalters, der Renaissance und des Barock aufweist, wird derzeit saniert. Dr. Christian Schuler-Beigang, der das Projekt seitens der Landesdenkmalpflege betreut, wird durch die Unterburg führen. Die Burganlage ist nicht barrierefrei.

Desweiteren stehen, betreut durch die GDKE-Direktion Burgen Schlösser Altertümer, folgende Kulturdenkmäler an diesem Tag im Fokus: die Burgruine Sporkenburg in Eitelborn, die Burg Schwalbach, Burg Pfalzgrafenstein in Kaub, Lotsenhaus Kaub, die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, die Burg Nassau, die Matthias-Kapelle in Kobern-Gondorf und die Porta Nigra in Trier.

Programm als PDF downloaden!

Über 7.500 Denkmale laden ein 25 Jahre Tag des offenen Denkmals am 9. September –

Bonn, 9.8.2018. Mehr als 7.500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffnen am Tag des offenen Denkmals am 9. September ihre Türen. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit. „Dass die Feier zu 25 Jahren Tag des offenen Denkmals in Deutschland mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 zusammenfällt, kommt wie gerufen“, so Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Der Tag des offenen Denkmals hat sich innerhalb von 25 Jahren zur größten Kulturveranstaltung Deutschlands entwickelt. Dies ist der Begeisterung und dem Engagement der vielen Planungspartner zu verdanken: den Denkmaleigentümern, den Denkmalfachleuten, den Gemeinden und Städten und nicht zuletzt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.“

Das Jahresmotto „Entdecken, was uns verbindet“ nimmt ausdrücklich Bezug auf das Motto des Kulturerbejahrs „Sharing Heritage“. Mit ihren Besuchern gehen die Veranstalter des Tags des offenen Denkmals auf Spurensuche europäischer Einflüsse in deutschen Denkmalen. Dabei verfolgen sie etwa Fragestellungen nach der Herkunft von Handwerkern und Handwerkstechniken, Baumaterialien oder Stilelementen.

Das aktuelle bundesweite Programm ist ab sofort unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden. Dort kann man sich alle teilnehmenden Denkmale einer Region anzeigen lassen, nach Denkmalkategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Denkmaltouren zusammenstellen. Die mobile Nutzung unterwegs ermöglicht eine kostenfreie App.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals in Deutschland.

Infos zum Tag des offenen Denkmals 2018 in Hessen

Infos zum Tag des offenen Denkmals 2018 Rheinland-Pfalz

Ansturm auf Rotundenkonzert im Biebricher Schloss zum Abschluss des Tages des offenen Denkmals in Hessen

Gefeiert, die jungen Künstler der Musik-Akademie Wiesbaden beim Rotundenkonzert im Biebricher Schloss zum Abschluss des Tages des offenen Denkmals in Hessen.Foto: Diether v. Goddenthow
Gefeiert, die jungen Künstler der Musik-Akademie Wiesbaden beim Rotundenkonzert im Biebricher Schloss zum Abschluss des Tages des offenen Denkmals in Hessen.Foto: Diether v. Goddenthow

„Macht und Pracht“ Instrumentales und Vokales aus Barock und Klassik präsentierten Studierende der Wiesbadener Musikakademie zum Abschluss des Tages des offenen Denkmals am Sonntag-Abend des 10. Septembers 2017. Eingeladen hatten das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Landesbetrieb Bau und Immobilien (LHIH).

Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen war ganz überwältigt über den großen Besucherandrang: „Ich glaube, dass noch nie ein Konzert zum Abschluss des Tages der offenen Denkmals hier in der Rotunde des Schlosses Biebrich auf so großes Interesse gestoßen ist“.  Nicht nur der Festsaal im Biebricher Schloss, sondern auch bis in den Westflügel hinein mussten Stühle gestellt werden. „Dafür sei dort die Akustik besser“, tröstete Christoph Nielbock, Direktor der Wiesbadener Musikakademie, ein wenig augenzwinkernd, und darauf hinweisend, dass es schon eine Herausforderung sei für die jungen Musiker vor so großem Publikum spielen zu dürfen.

Zum Abschluss gab es für jeden eine Sonnenblume und viel Applaus. Foto: Diether v. Goddenthow
Zum Abschluss gab es für jeden eine Sonnenblume und viel Applaus. Foto: Diether v. Goddenthow

Mit „Macht und Pracht“  könne die Musikakademie jedoch mit ihrem eigenen Motto  „Sang und Klang“ mithalten, meinte Nielbock. Er dankte im Namen der Wiesbadener Musikakademie dafür, dass diese seit vielen Jahren schon in Schloss Biebrich zu Gast sein dürfe.

Macht und Pracht sei das Motto für die Zeit des Absolutismus, für die  Kunstepoche des Barock führte Nielbock kurz in die Zeit ein, aus der die Studenten von Bach, Beethoven und Händel über Mozart, Medelsssohn-Bartholdy und Telemann bis hin zu Rameau und Wassenaer wunderbare musikalische Kostproben präsentierten, und hiermit in hervorragender Weise auch musikalisch diese Zeit ein wenig wieder aufleben ließen.  Diese Kammermusik „sei für die Ohren vielleicht besser als „Pauken und Trompeten“, auf alle Fälle historisch authentischer für diese Räumlichkeiten hier der Herzöge in Wiesbaden, eine Epoche, die doch unter dem Gesichtspunkt der Hofhaltung, musikalisch gesehen, sehr bescheiden gewesen wäre, so der Direktor der Musikschule.

Das Publikum feierte die jungen Künstler, die allesamt als Musikpädagogen ausgebildet werden mit frenetischem Applaus.

So voll war es noch nie bei einem Rotundenkonzert. In der Pause gab's ein Glas Sekt. Foto: Diether v. Goddenthow
So voll war es noch nie bei einem Rotundenkonzert. Aber die Akustik war wirklich okay. In der Pause gab’s ein Glas Sekt, kostenlos wie das herrliche Ambiente und die noch schönere Musik aus dem Barock. Foto: Diether v. Goddenthow

 

„Tag des offenen Denkmals“ in Hessen in prächtig restaurierter Unionskirche Idstein eröffnet

Unionskirche Idstein: An Stelle farbig ausgemalter Gewölbe wurde im Mittelschiff eine flache gebrochene Decke installiert, die mit 38 großformatigen Ölgemälden aus der Rubensschule vollständig verkleidet wurde – eine europaweit einzigartige Konzeption.Foto: Diether v. Goddenthow
Unionskirche Idstein: An Stelle farbig ausgemalter Gewölbe wurde im Mittelschiff eine flache gebrochene Decke installiert, die mit 38 großformatigen Ölgemälden aus der Rubensschule vollständig verkleidet wurde – eine europaweit einzigartige Konzeption.Foto: Diether v. Goddenthow

Der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September 2017 war mit gut 3,5 Millionen kulturell und geschichtlich interessierten Besuchern in bundesweit  über 7.500 historischen Bauten, Parks und archäologischen Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, wieder ein voller Erfolg.

Allein in Hessen luden über 400 bedeutende Kulturdenkmäler zum Tag des offenen Denkmals ein, der in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“ stand. Bereits am Vorabend startete der Hessisches Kunst- und Kulturminister Boris Rhein in einer Feierstunde in der einzigartigen, nach fünfjähriger aufwändiger Sanierung und Restaurierung und in diesem Sommer wiedereröffneten  Evangelischen Unionskirche in Idstein den Tag des offenen Denkmals in Hessen.

Festliche Eröffnungsveranstaltung des Tages des offenen Denkmals in Hessen, unter anderem mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Foto: Diether v. Goddenthow
Festliche Eröffnungsveranstaltung des Tages des offenen Denkmals in Hessen, unter anderem mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Foto: Diether v. Goddenthow

Pfarrerin Dr. Daniela Opel-Koch, Ev. Kirchengemeinde Idstein begrüßte die Gäste, unter ihnen Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Christian Herfurth, Bürgermeister von Idstein mit einem Grußwort, Margrit Schulz, Kirchenbaurätin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Sie gab einen Einblick in die umfangreiche Restaurierung der Unionskirche. Bettina Riehl, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen erörterte den Aspekt der Macht von Musik und warb für die Aktion „Hör-mal“ im Denkmal. Und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, sprach über  „Macht und Pracht“. Aufführungs-Höhepunkte der Veranstaltungen waren das Schauspiel  „Die Macht der Maske in der Kunst der Commedia dell’arte“ mit Bernhard Mohrs Pegasus-Theater, organisiert von  der Stadt Idstein, sowie der imposante, mitreißende Auftritt des Gospelchor „Union Gospel Singers“ unter der Leitung von Karlheinz Theobald.

Die Unionskirche Idstein sei ein gutes Beispiel für das diesjährige Motto „Macht und Pracht“, sagte  Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Denn Macht und Pracht scheine hervorragend geeignet, „um auf die Schönheit und Bedeutung der Denkmäler hinzuweisen, die das Landesamt für Denkmalpflege Hessen auch mit der Hilfe vieler Ehrenamtlicher heute betreut. Da gilt es, die Elisabethenkirche in Marburg und die Unionskirche in Idstein zu erhalten, da steht das Schloss in Weilburg als Residenz der Nassauer neben der Amöneburg im Amöneburger Becken und auf der Münzenburg in der Wetterau – die Liste ließe sich, so der Kunst- und Kulturminister, beliebig fortführen. „An allen diesen Bauwerken lässt sich die Bedeutung der anspruchsvollen und repräsentativen Architektur deutlich erkennen: sie vermittelt den Besuchern nicht nur den Eindruck, dass hier jener Wohlstand und Überfluss geherrscht haben, der die Finanzierung dieser Pracht ermöglichte, sondern sie bezeugen zugleich den Willen der Bauherren, ihre politische Machtstellung zu visualisieren. Damit sollte sicher nicht nur die Umgebung beeindruckt werden: Vermutlich verstanden die Auftraggeber dieser Gebäude diese Architektur als angemessen, um ihre eigene Bedeutung zu betonen, was auch oder gerade auch auf Sakralbauten zutrifft“, so der Minister.

"Die Macht der Maske in der Kunst der Commedia dell’arte" Bernhard Mohr, Pegasus-Theater Organisiert von der Stadt Idstein. Foto: Diether v. Goddenthow
„Die Macht der Maske in der Kunst der Commedia dell’arte“ Bernhard Mohr, Pegasus-Theater Organisiert von der Stadt Idstein. Foto: Diether v. Goddenthow

Den heutigen prächtigen Innenausbau verdankt die äußerlich eher schlicht wirkende, 1297 einst im romanischen Stil errichtete Stiftskirche Graf Johann von Idstein. Er ließ diese zu einer eindrucksvollen Predigt- und Hofkirche umbauen, die an einen Festsaal zu Gottes Ehren erinnern und gleichzeitig die Macht der Kirche zeigen sollte. Die evangelische Kirchengemeinde Idstein hat für den außergewöhnlich hohen Standard der Sanierung und Restaurierung sowie das besondere ehrenamtliche Engagement den Hessischen Denkmalschutzpreis 2017 verliehen bekommen.“, so der Hessische Kunst- und Kultur-Minister.

Weitere Informationen zur Unionskirche und Evangelischen Kirchengemeinde Idstein

v.li.: Christian Herfurth, Bürgermeister von Idstein,Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Pfarrerin Dr. Daniela Opel-Koch, Ev. Kirchengemeinde Idstein und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Foto: Diether v. Goddenthow
v.li.: Christian Herfurth, Bürgermeister von Idstein,Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Pfarrerin Dr. Daniela Opel-Koch, Ev. Kirchengemeinde Idstein und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen Markus Harzenetter dankte abschließend allen Festrednern, ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern und Helfern für Ihren Einsatz bei der aufwändigen Wiederherstellung der Unionskirche. Das Motto „Macht und Pracht“ aufgreifend, beleuchtete Harzenetter auch die andere Seite der Medaille, nämlich, dass wir beim Thema „Macht und Pracht“ auch mit den Schattenseiten von Macht und Pracht konfrontiert würden, „denn nicht immer entsprach die Pracht auch den tatsächlichen Machtverhältnissen – genau genommen äußerte sich in der wirkungsvoll inszenierten Pracht oft vor allem Ohnmacht und Wunschdenken. Nicht zuletzt werden wir auch mit baulichen Relikten totalitärer Herrschaftsformen konfrontiert, die uns dazu auffordern, auch die dunkle Seite unserer Geschichte in den Blick zu  zu nehmen, sagte der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege. Er gab zudem einen kleinen Ausblick auf den kommenden „Tag des offenen Denkmals“ im nächsten Jahr, welches sich Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 unter dem Motto „Austausch und Bewegung“ mit den baulichen Zeugnissen der Hugenotten und Waldenser in Hessen beschäftigen wird.

Gospelchor „Union Gospel Singers“,  unter der Leitung von Karlheinz Theobald, bildete den mitreißenden krönenden musikalischen Abschluss. Foto: Diether v. Goddenthow
Gospelchor „Union Gospel Singers“, unter der Leitung von Karlheinz Theobald, bildete den mitreißenden krönenden musikalischen Abschluss. Foto: Diether v. Goddenthow

Anschließend hatten die Evangelische Kirchengemeinde und die Stadt Idstein zu einem kleinen Empfang eingeladen.

Ein Überblick über die Angebote der teilnehmenden Stätten 2017 gibt es auf http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/he/

„Tag des offenen Denkmals“ – Am 10.09.2017 öffnen allein in Rheinland-Pfalz 430 Denkmäler ihre Pforten

Schloss Herrnsheim in Worms © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)
Schloss Herrnsheim in Worms © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)

Rund 430 Programmpunkte in Rheinland-Pfalz bereichern den diesjährigen Aktionstag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Unter dem Motto „Macht und Pracht“ können beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September 2017,  allein in Rheinland-Pfalz rund 430 historische Orte besichtigt werden. Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf stellte am Mittwoch, 6. September, gemeinsam mit Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und Dr. Roswitha Kaiser, Leiterin der Direktion Landesdenkmalpflege, das Landesprogramm sowie die dazugehörige Broschüre im Erthaler Hof vor.

Pressegespräch im Ehrtaler Hof  v.li: Dr.Georg Peter Karn, Fachbereichsleiter Weiterbildung und Vermittlung GDKE, Dr. Roswitha Kaiser, Leiterin der Direktion Landesdenkmalpflege, Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE),Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Dr. Stefanie Hahn, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Horst Wenner Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Foto: Diether v. Goddenthow
GDKE-Pressegespräch im Ehrtaler Hof, Mainz v.li: Dr.Georg Peter Karn, Fachbereichsleiter Weiterbildung und Vermittlung GDKE, Dr. Roswitha Kaiser, Leiterin der Direktion Landesdenkmalpflege, Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE),Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Dr. Stefanie Hahn, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Horst Wenner Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Foto: Diether v. Goddenthow

„Es freut mich außerordentlich, dass sich in diesem Jahr so viele faszinierende Orte und Veranstalter am Tag des offenen Denkmals beteiligen wie noch nie zuvor. Das ist ein starkes Zeichen für die hohe Bedeutung unseres reichhaltigen kulturellen Erbes und seine Verankerung in der Gesellschaft. Besonders hervorheben möchte ich die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die einen großen Teil dazu beitragen, die prächtigen Denkmäler unserer Region für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Der Tag des offenen Denkmals bietet die Gelegenheit, dieses Engagement zu würdigen und sich auf eine spannende Kulturreise durch unser kulturell reiches und vielfältiges Land zu begeben“, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Treppenhaus Schloss Herrnsheim in Worms © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)
Treppenhaus Schloss Herrnsheim in Worms
© GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Jürgen Ernst)

Bei der bundesweiten Veranstaltung stehen in diesem Jahr zwar auch die traditionellen Denkmäler Burgen, Schlösser, reiche Sakralbauten, Klöster und Kathedralen im Fokus. Prächtige Bauwerke finden sich allerdings auch abseits der adeligen und bischöflichen Welt. In Rheinland-Pfalz gibt es auch eine Vielzahl bürgerlicher Orte, die ihre eigene Form von Pracht entfalten. So sind farbenfrohe Fachwerksfassaden, bürgerliche Stadtvillen, Kuranlagen sowie Industriebetriebe und Verwaltungsbauten am Tag des offenen Denkmals ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich. Die diesjährige Auftaktveranstaltung findet auf Schloss Herrnsheim bei Worms statt. Die mittelalterliche Anlage wurde im 19. Jahrhundert von Emmerich Joseph von Dalberg, dem Neffen von Karl Theodor von Dalberg, dem letzten Mainzer Kurfürsten, im Stil des Klassizismus ausgebaut. Das Schloss besticht im Inneren durch ein aufwendiges Treppenhaus mit Säulenkranz, Intarsien-Fußböden, Wand- und Deckenmalereien im pompejanischen Stil sowie bedeutende französische Papiertapeten mit Darstellungen von Paris und dem Bosporus.

„Rheinland-Pfalz ist ein Schmelztiegel der Kulturen, eine Region voller faszinierender Zeugnisse verschiedenster Epochen. Der Tag des offenen Denkmals legt die gesamte Bandbreite unserer vielfältigen Geschichte dar. Der Tag des offenen Denkmals trägt auch dazu bei, die wichtige Arbeit der Landesdenkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörden zu würdigen, ich lade alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zum Besuch der Denkmäler ein!“, betonte Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE.

„Das Thema ´Macht und Pracht´ spiegelt sich an vielen Orten in Rheinland-Pfalz wider, wenn auch nicht immer auf den ersten Blick. Der Tag des offenen Denkmals lädt dazu ein, bekannte Orte mit anderen Augen zu sehen, Verborgenes zu entdecken und das kulturelle Erbe unseres Landes hautnah zu erleben“, sagte Landeskonservatorin Dr. Roswitha Kaiser.

Katholische Antoniuskapelle Mainz          © GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Georg Peter Karn)
Katholische Antoniuskapelle Mainz
© GDKE Rheinland-Pfalz (Foto: Georg Peter Karn)

In der Landeshauptstadt Mainz steht am Tag des offenen Denkmals unter anderem die Zitadelle auf dem Jakobsberg als ehemalige barocke Festungsanlage im Mittelpunkt. Dort findet an diesem Tag zudem das Zitadellenfest statt mit Führungen, Live-Musik, Improshow,

Bouleturnier und Oldtimer-Treffen. Desweiteren kann der Kirchturm der evangelischen Christuskirche mit ihrer mächtigen Kuppel sowie die ehemalige barocke Synagoge im Stadtteil Weisenau besichtigt werden. Vor Ort werden jeweils Führungen angeboten.

Die GDKE mit ihrer Direktion der Landesdenkmalpflege spielt eine tragende Rolle bei den Vorbereitungen zum Tag des offenen Denkmals. Die Broschüre „Macht und Pracht“ enthält alle wichtigen Informationen. Sie ist digital unter www.gdke.rlp.de abrufbar.

Der Tag des offenen Denkmals findet 2017 bereits zum 25. Mal statt. 1993 wurde der Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgerufen, Rheinland-Pfalz ist von Anfang an dabei.

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ – Am Tag des offenen Denkmals öffneten rund 360 historische Orte in Rheinland-Pfalz ihre Pforten

Blick auf das Stadthistorische Museum Mainz in der Zitadelle am Tag des offenen Denkmals © massow-picture
Blick auf das Stadthistorische Museum Mainz in der Zitadelle am Tag des offenen Denkmals © massow-picture

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ konnten beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals 2016 am Sonntag, 11. September, über 360 historische Orte in Rheinland-Pfalz besichtigt werden.

Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung.  Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

„Es freut mich sehr, dass sich auch in diesem Jahr wieder tausende Besucher auf den Weg gemacht haben, um die geschichtsträchtigen Kulturgüter des Landes Rheinland-Pfalz hautnah zu erleben und gleichzeitig die Arbeit der vielen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Initiativen zu würdigen. Denn ihrem tatkräftigen Einsatz ist es zu verdanken, dass viele Denkmäler erhalten werden können“, so Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, bei der Auftaktveranstaltung auf der Mainzer Zitadelle.

Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz führte   durch die Veranstaltung. Unter anderem unterstrich er die gemeinnützige Verpflichtung der Denkmalpflege, nämlich historische Gebäude,  Burgen,  Anlagen usw. für die Allgemeinheit zu erhalten und möglichst vielen Bürgern  zugänglich zu machen.

 

Jürgen Häfner, Geschäftsführer Lotto-Rheinland-Pfalz. Dr.-Ing. Markus Fritz von Preuschen. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Jürgen Häfner, Geschäftsführer Lotto-Rheinland-Pfalz. Dr.-Ing. Markus Fritz von Preuschen. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Jürgen Häfner, Geschäftsführer Lotto Rheinland-Pfalz klärte die Anwesenden unter anderem darüber auf, dass Lotto und die Glückspirale mit zirka einem Drittel ihrer Erträge nicht nur Soziales, Sport und Musik, sondern auch die Denkmalpflege förderten. 750 000 Euro seien es im vergangenem Jahr gewesen, 14,50 Mio Euro seit 1991.

 

Dr.-Ing. Markus Fritz von Preuschen. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Dr.-Ing. Markus Fritz- von Preuschen. c

In seinem Vortrag „Im Spannungsfeld die Mainzer Zitadelle“ gab Dr.-Ing. Markus von Preuschen, Bezirkskonservator der Landesdenkmalpflege, einen kleinen Abriss über die wechselvolle Geschichte der Mainzer Festungsanlage, die zu den bedeutendsten Baudenkmälern in Mainz zählt. Sie ist eine der wenigen erhaltenen Zitadellen in Deutschland. Auf engstem Raum begegnet man hier 2000 Jahre Stadtgeschichte. Und mit ihrer 10 Hektar großen Weitläufigkeit zählt sie zudem zu den wichtigen Naherholungsgebieten in Mainz. Während ihrer über 350-jährigen Historie entwickelte sie sich von der Burg zur Festung, von der kurfürstlichen Wehranlage zum französischen Militärstützpunkt, vom Kloster zum Kriegsgefangenlager. Mit dem Drususstein beherbergt sie zudem ein ganz besonderes römisches Erbe, das auf die 2.000-jährige Geschichte der Stadt Mainz verweist. Leider befindet sich die Zitadelle im Zustand des langsamen Verfalls. Auf und in Mauern, auf den Wällen und im Graben nimmt der Bewuchs teilweise überhand und gefährdet das einmalige Bauwerk. Zugleich ist die Zitadelle aber auch geschützter Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten geworden, die einmalig seien. Daher gelte es, die Mauersanierung so ökologisch und zugleich naturverträglich wie möglich durchzuführen.

Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur u. Kay-Uwe Schreiber, Initiative Zitadelle Mainz eröffneten den Denkmal-Tag u. das Zitadellenfest. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur u. Kay-Uwe Schreiber, Initiative Zitadelle Mainz, eröffneten den Denkmal-Tag u. das Zitadellenfest. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Die Forderung nach ökologisch und naturverträglicher Sanierung, Schutz des Kulturdenkmals vor weiterem Verfall und Ausgleich zwischen den Interessen von Denkmal und Naturschutz betonte Kay-Uwe Schreiber, Sprecher der Initiative Zitadelle Mainz. Gemeinsam mit Baudezernentin Marianne Grosse eröffnete er traditionsgemäß das Zitadallenfest.

Auch  in diesem Jahr stellte die Barocke Festungsanlage das Highlight dar mit vielen Attraktionen: Info- und Handwerker-Stände, Französischer Markt, Garnisonsmuseum, StadthistorischeMuseum mit Sonderausstellung zur „Weinkultur“, Old- und Youngtimertreffen, Eröffnung der sanierten Kasematten „Die Kulturei“ , Musikzügen und vielem mehr.

Sonderausstellung Optische Telegrafie

Der  vor dem Drususstein gezeigte Mast der optischen Telegrafie erinnert an einen Signalmast. © massow-picture
Der vor dem Drususstein gezeigte Mast der optischen Telegrafie erinnert an einen Signalmast. © massow-picture

Besonderes Interesse fand die Sonderausstellung zur ersten optischen Telegrafenlinie von Metz nach Mainz. 1813 wurde unter französischer Besatzung die optische Telegrafenlinie Metz – Mainz eröffnet, eine Verlängerung der Strecke Paris – Metz. Zweck war die behördliche und militärische Kommunikation im französischen Kaiserreich. Die Station in Mainz stand auf dem Drususstein in der Zitadelle. Mit den an einem schwenkbaren Querbalken beweglichen rotweißen „Brettchen“ konnten Buchstaben, die zur Geheimhaltung zusätzlich codiert wurden, signalisiert werden. Auf jeder mit einem optischen Telegrafen ausgestatteten  Station saß ein Melder, der mit einem Fernglas die Zeichen notierte,  und sie unverzüglich an die nächste Station weitergab. Geübte „Telegraphierer“ sollen so Nachrichten über die 225 km und 22 Stationen in 2 – 6 Minuten fehlerfrei übermittelt haben. Klar, bei Dunst oder Nebelwetter musste nach wie vor ein traditioneller berittener Melder die Nachricht überbringen, wofür 1,5 Tage benötigt wurden.

 

Weitere Highlights am Tag des offenen Denkmals

tag-d-offenen-denkmal-rlpIn der Landeshauptstadt Mainz war auch die Gedenkstätte St. Christoph für die Besucher geöffnet. Die Kirchenruine wurde erst kürzlich umfassend renoviert. Im Ziegelmuseum in Mainz-Bretzenheim erfuhren die Besucher mehr über die Tonziegelproduktion in der Pfalz und konnten einen 1904 errichteten Ringofen begutachten. In Guntersblum wurde das ehemalige Wasserwerk vorgestellt. Staatssekretär Salavatore Barbaro informierte sich vor Ort über die Anlage, die vor über 100 Jahren erstmals in Betrieb genommen wurde. „Der Tag des offenen Denkmals hat wieder einmal gezeigt, über welch faszinierende Kulturgüter unser Land verfügt und wie groß das Interesse der Bevölkerung ist, sich mit diesem reichhaltigen kulturellen Erbe zu beschäftigen. Und der Tag hat auch deutlich gemacht, wie wichtig es ist, diese Denkmäler zu erhalten. Eine Aufgabe, die ohne den unermüdlichen Einsatz der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer nicht zu bewältigen wäre“, betonte der Staatssekretär.

Ob die Burg Windeck in Heidesheim, der jüdische Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms, die Disibodenberger Kapelle in Bad Sobernheim, die Alte Propstei in Mayen-Koblenz oder die Klostermühle Bengel bei Berkastel-Wittlich: Bei der bundesweiten Veranstaltung standen in ganz Rheinland-Pfalz in diesem Jahr vor allem traditionelle Denkmäler wie Burg-, Kloster- oder Kirchenruinen im Mittelpunkt.

Der Tag des offenen Denkmals fand 2016 bereits zum 24. Mal statt. 1993 wurde der Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgerufen, Rheinland-Pfalz ist von Anfang an dabei. Mit rund 100.000 Menschen in Rheinland-Pfalz, vier Millionen in Deutschland und 20 Millionen europaweit erreicht die Veranstaltung jährlich beachtliche Besucherzahlen.

Tag des offenen Denkmals in Hessen offiziell eröffnet – Rund 500 Denkmäler bieten buntes Programm unter dem Motto „Zusammen sind wir weniger allein“

DENKmal erscheint zum Tag des offenen Denkmals in Hessen in einer Auflage von 100 000 Exemplaren. Redaktion Dr. Katrin Bek, Sonja Bonin M.A. liegt aus in Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Museen u. öffentlichen Kulturdenkmälern. Infos: www.denkmalpflege-hessen.de
DENKmal erscheint zum Tag des offenen Denkmals in Hessen in einer Auflage von 100 000 Exemplaren. Redaktion Dr. Katrin Bek, Sonja Bonin M.A. liegt aus in Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Museen u. öffentlichen Kulturdenkmälern. Infos: www.denkmalpflege-hessen.de

Wiesbaden/Friedberg. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute im Theater Altes Hallenbad den Tag des offenen Denkmals eröffnet, der am Sonntag in ganz Hessen stattfindet. Das 1909 in einem imposanten Jugendstilgebäude eingerichtete und 1980 stillgelegte Bad wird mittlerweile als Kulturzentrum genutzt. Es ist eines von rund 500 hessischen Denkmälern, die sich unter dem Motto „Zusammen sind wir weniger alleine. Gemeinsam Denkmale erhalten“ präsentieren.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Das Theater Altes Hallenbad ist ein schönes Beispiel dafür, dass das Motto des diesjährigen Tag des offenen Denkmals schon lange Teil der Denkmalpflege in unserem Land ist. Der Verein der Hallenbadfreunde hat sich dafür starkgemacht, dass das stillgelegte Bad zu einer Kulturstätte umgebaut wurde. Außerdem ist es den Ehrenamtlichen zu verdanken, dass die noch vorhandenen Jugendstilelemente restauriert und ergänzt wurden. Denkmalschutz ist eben Teamarbeit. Ich bedanke mich deswegen herzlich bei allen, die sich gemeinsam mit uns für den Erhalt unseres kulturellen Erbes einsetzen.“

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September bietet der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ Geschichte zum Anfassen: Historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, öffnen ihre Türen und Tore. Ziel des „Tags des offenen Denkmals“ ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. In fachkundigen Führungen berichten Denkmalpfleger an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeiten der Denkmalpflege. Archäologen, Restauratoren und Handwerker demonstrieren Arbeitsweisen und -techniken und lenken den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge verborgen bleiben.

In diesem Jahr stellt die Landesregierung für die Denkmalpflege rund 8,1 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Gelder erhalten die Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude als Zuschüsse für notwendige Sanierungen. Darüber hinaus investiert das Land zusätzlich in den Erhalt seiner eigenen historischen Liegenschaften, rund 50 Burgen, Schlösser und Parks. Insgesamt sind in Hessen rund 60.000 Einzeldenkmäler registriert, dazu kommen etwa 3.000 Gesamtanlagen.

Als Zeugnisse der Heimat- und Landesgeschichte in Hessen stehen Denkmäler in besonderem Maße für die Attraktivität unseres Landes. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit begeistern sie Bürger und faszinieren Besucher aus aller Welt. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen spannenden und informativen Tag des offenen Denkmals“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Eine Liste aller am Tag des offenen Denkmals geöffneten Stätten in Hessen finden Sie unter http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/he/

Rund 500 hessische Denkmäler präsentieren sich am „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Motto „Zusammen sind wir weniger alleine“

(v.l.) Christopf Schlein, Pressereferent, Boris Rhein, Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter, Präsident Landesamt für Denkmalpflege Hessen.Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
(v.l.) Christopf Schlein, Pressereferent, Boris Rhein, Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter, Präsident Landesamt für Denkmalpflege Hessen.Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Tag des offenen Denkmals macht kulturelles Erbe erlebbar
Rund 500 Denkmäler präsentieren sich unter dem Motto „Zusammen sind wir weniger alleine“

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und der Präsident des Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Dr. Markus Harzenetter  informierten heute über den Tag des offenen Denkmals, der am kommenden Sonntag stattfindet. In diesem Jahr präsentieren sich rund 500 hessische Denkmäler unter dem Motto „Zusammen sind wir weniger alleine. Gemeinsam Denkmale erhalten“.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Denkmalschutz ist Teamarbeit – das unterstreicht auch das diesjährige Motto für den Tag des offenen Denkmals. Hilft die öffentliche Hand einerseits Eigentümern bei der Sanierung und dem Erhalt ihres Besitzes, engagieren sich umgekehrt viele Ehrenamtliche dort, wo es um Denkmäler in staatlichem Eigentum geht. Auf diese Weise erhalten wir gemeinsam unser kulturelles Erbe auch für die nächsten Generationen.“

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein eröffnet den Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr im Friedberger Theater Altes Hallenbad. Das 1909 in einem imposanten Jugendstilgebäude eingerichtete Bad plante der damals bekannteste Schwimmbadarchitekt Hans Meyer. Heute wird es als Kulturzentrum genutzt: Der Verein der Hallenbadfreunde setzte sich dafür ein, dass bei dem Umbau die noch vorhandenen Jugendstilelemente restauriert und ergänzt wurden. Die Räume bieten unter anderem Platz für Theateraufführungen, Konzerte und Kleinkunstveranstaltungen.

Der Tag des offenen Denkmals in Deutschland zählt zu den European Heritage Days, die seit 1991 auf Initiative des Europarates ins Leben gerufen wurden und seither jedes Jahr europaweit stattfinden. Ziel ist, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Denkmalpflege zu wecken. So kann das Publik auch viele historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise für das Publikum zugänglich sind, in Führungen oder Ausstellungen erkunden. Insgesamt sind in Hessen rund 60.000 Einzeldenkmäler registriert, dazu kommen etwa 3.000 Gesamtanlagen.

„Die Denkmäler sind Quellen und Zeugnisse unserer Geschichte und Entwicklung, mehr noch – sie sind identitätsstiftend für alle Hessinnen und Hessen und der beste Weg, das Gesicht und den Zustand unserer Gemeinden zu pflegen.  In diesem Jahr stellt die Landesregierung für die Denkmalpflege rund 8,1 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Gelder erhalten die Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude als Zuschüsse für notwendige Sanierungen. Darüber hinaus investiert das Land zusätzlich in den Erhalt seiner eigenen historischen Liegenschaften, rund 50 Burgen, Schlösser und Parks“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Ergänzend zu den Beiträgen von  Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, stellte  Dr. Markus Harzenetter, Präsident Landesamt für Denkmalpflege Hessen, die Zeitung zum Tag des offenen Denkmals in Hessen vor: „Wir haben die gesamten Aktivitäten, die es am Tag des offenen Denkmals in Hessen gibt, versucht zu bündeln und attraktiv darzustellen in der Zeitung „DENKmal“.

DENKmal erscheint zum Tag des offenen Denkmals in Hessen in einer Auflage von 100 000 Exemplaren. Redaktion Dr. Katrin Bek, Sonja Bonin M.A. liegt aus in  Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Museen u. öffentlichen Kulturdenkmälern. Infos: www.denkmalpflege-hessen.de
DENKmal erscheint zum Tag des offenen Denkmals in Hessen in einer Auflage von 100 000 Exemplaren. Redaktion Dr. Katrin Bek, Sonja Bonin M.A. Die Zeitschrift mit einer Liste aller Veranstaltungen und offenen hessischen Denkmäler am Tag des offenen Denkmal liegt aus in Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Museen u. öffentlichen Kulturdenkmälern. Infos: www.denkmalpflege-hessen.de

Diese Zeitung gibt es gleichfalls auch seit 20 Jahren und nur in Hessen. Wir versuchen in acht bis zehn Schwerpunktbeiträgen aktuelle Projekte zu pointieren, die so ein bisschen Sonderthema sind, etwa bei der Frage ‚gemeinsam Denkmäler erhalten‘“, erläuterte der Präsident des Landesamt für Denkmalpflege „Ich stelle zum Beispiel auf der Titelseite die Sanierung der Dorfschmiede in Freienseen vor, wo der ehemalige Pfarrer Ulf Häbel mit einer ganzen Truppe von Begeisterten irgendwann mal angefangen hat, die alte Dorfschmiede zu kaufen und das benachbarte Haus dazu, dann einfach das Projekt gemeinsam angefangen hat, von dem das ganze Dorf lebt. Das ist wirklich schön, und hat zudem den sehr aktuellen Aspekt, dass es ein Projekt ist, beim dem Flüchtlinge aus Somalia integriert wurden. Die haben Schutt weggefahren, Baumaterialien herbei geschafft. Es ist ein ganz konkretes Integrationsprojekt zusätzlich“, so Dr. Markus Harzenetter. Ein Integrationsprojekt, dass auch das ganze Dorf integriert und die Dorfgemeinschaft neu zusammengeschweißt habe, so Harzenetter.

denkmal2Die Zeitschrift „DENKmal“ mit einer Liste aller 500 Veranstaltungen und offenen hessischen Denkmäler am Tag des offenen Denkmal liegt aus in Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Museen, öffentlich zugänglichen Kulturdenkmälern und Institutionen. Infos: www.denkmalpflege-hessen.de

Eine Liste aller am Tag des offenen Denkmals geöffneten Stätten in Hessen finden Sie unter http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/he/

Über 360 historische Orte in Rheinland-Pfalz öffnen ihre Pforten am Tag des offenen Denkmals am 11.09.2016

tag-d-offenen-denkmal-rlpTag des offenen Denkmals 2016
Über 360 historische Orte in Rheinland-Pfalz öffnen ihre Pforten

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ können beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals 2016 am Sonntag, 11. September, über 360 historische Orte in Rheinland-Pfalz besichtigt werden. Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro stellte am Mittwoch, 7. September, gemeinsam mit Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), und Dr. Roswitha Kaiser, Leiterin der Landesdenkmalpflege in Mainz, das Landesprogramm sowie die dazugehörige Broschüre im Erthaler Hof vor.

„Rheinland-Pfalz verfügt über eine beachtliche Zahl faszinierender Denkmäler. Sie sind Ausdruck unseres reichhaltigen kulturellen Erbes, das es zu bewahren gilt. Eine Aufgabe, die ohne den unermüdlichen Einsatz der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer nicht zu bewältigen wäre. Der Tag des offenen Denkmals bietet Gelegenheit, dieses Engagement zu würdigen und sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch die vielfältige Kulturgeschichte unseres Landes zu begeben“, so Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro.

Bei der bundesweiten Veranstaltung stehen in diesem Jahr vor allem traditionelle Denkmäler wie Burg-, Kloster- oder Kirchenruinen im Mittelpunkt. Das Highlight stellt die Mainzer Zitadelle dar. Von der Burg zur Festung, von der kurfürstlichen Wehranlage zum französischen Militärstützpunkt, vom Kloster zum Kriegsgefangenlager: Die einstige barocke Festungsanlage auf dem Jakobsberg diente während ihrer über 350-jährigen Historie den unterschiedlichsten Zwecken. Dort findet am Sonntag, 11. September, um 11 Uhr die Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals in Rheinland-Pfalz mit Kulturminister Konrad Wolf statt. „Denkmalpflege ist nicht nur eine Angelegenheit staatlicher, kommunaler und kirchlicher Behörden. Es sind vor allem die Eigentümerinnen und Eigentümer, die für den Erhalt und die Pflege der Denkmale sorgen, häufig unterstützt von engagierten Vereine und Initiativen“, betonte Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE. Landeskonservatorin Dr. Roswitha Kaiser ergänzte: „Ehrenamtliche Kräfte sorgen oft für die Unterhaltung und Pflege von Burgruinen oder historischen Garten- und Parkanlagen. Sie unterstützen damit nicht nur die Arbeit der Denkmalpflege, sondern tragen auch zur Bewahrung ihrer eigenen regionalen Identität und lebenswerten Umwelt bei.“

In der Landeshauptstadt Mainz ist am Tag des offenen Denkmals unter anderem die Gedenkstätte und Kirchenruine St. Christoph zu besichtigen, die erst kürzlich umfassend renoviert wurde. Im Ziegelmuseum in Mainz-Bretzenheim erfahren die Besucher mehr über die Tonziegelproduktion in der Pfalz und können einen 1904 errichteten Ringofen begutachten. In Guntersblum wird das ehemalige Wasserwerk vorgestellt. Kulturstaatssekretär Salavatore informiert sich vor Ort über die Anlage, die vor über 100 Jahren erstmals in Betrieb genommen wurde.

Die GDKE mit ihrer Direktion der Landesdenkmalpflege spielt eine tragende Rolle bei den Vorbereitungen zum Tag des offenen Denkmals. Die Broschüre „Gemeinsam Denkmale erhalten“ enthält alle wichtigen Informationen. Sie ist digital unter www.gdke.rlp.de abrufbar.

Der Tag des offenen Denkmals findet 2016 bereits zum 24. Mal statt. 1993 wurde der Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgerufen, Rheinland-Pfalz ist von Anfang an dabei.

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig.

Programm für Rheinland-Pfalz

weitere Infos