Kategorie-Archiv: Historisches Museum Frankfurt

„Glücklich ist, wer vergißt …“ – Historisches Museum Frankfurt stellt vom 7.3. – 14. 07.2019 das „Vergessen und Erinnern“ in einen interdisziplinären Ausstellungs-Fokus

Phrenologische Modelle einer Lady und eines Gentlemen nach Johann Kaspar Spurzheim (1776 - 1832, O'Neil & Son, Edinburgh, 1824 Gips. Staatl. Museum für Völkerkunde Berlin. Der Anatom Franz Joseph Gall führte den Charakter eines Menschen auf die Schädelform zurück und teilte das Gehirn in verschiedene Areale der jeweils vermuteten Funktionen ein. Ausstellungs-Insel 4 "Das Vergessen erforschen"  © Foto: Diether v. Goddenthow
Phrenologische Modelle einer Lady und eines Gentlemen nach Johann Kaspar Spurzheim (1776 – 1832, O’Neil & Son, Edinburgh, 1824 Gips. Staatl. Museum für Völkerkunde Berlin. Der Anatom Franz Joseph Gall führte den Charakter eines Menschen auf die Schädelform zurück und teilte das Gehirn in verschiedene Areale der jeweils vermuteten Funktionen ein. Ausstellungs-Insel 4 „Das Vergessen erforschen“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der von heute an bis zum 14. Juli 2019 geöffneten Wechselausstellung „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ beschreitet das Historische Museum Frankfurt spannendes Neuland: Auf rund 900 m² und anhand von 400 Exponaten und Kunstwerken von über 50 Leihgebern aus aller Welt durchleuchtet die Ausstellung nicht nur die vielfältigen Formen individuellen und kollektiven Vergessens. Es baut dabei auch gekonnt eine Brücke zwischen Kunst und Erkenntnissen aus Sozialwissenschaft, Kulturgeschichte, Neurowissenschaft und Psychoanalyse, die sich dem hochaktuellen Thema interdisziplinär aus unterschiedlichen Perspektiven nähern und es untersuchen und zu zahlreichen Beteiligungsprojekten bis hin zur öffentlichen Tagung „Dynamiken des Erinnerns und Vergessens“ (23. U. 25.05.2019) einladen.

Erinnern über Generationsgrenzen hinweg - hier am multimedialen Bildschirm in der Themen-Insel 2 "Unser Vergessen - unsere Identität". © Foto: Diether v. Goddenthow
Erinnern über Generationsgrenzen hinweg – hier am multimedialen Bildschirm in der Themen-Insel 2 „Unser Vergessen – unsere Identität“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Jeder kennt „Vergessen“, tut es selbst, und findet es vor allem eher lästig denn hilfreich, manchmal aber auch, befreiend. Vergessen ist, so zeigt diese Ausstellung auf wunderbare Weise, viel mehr als bloß das Versagen von Erinnerung. Vergessen funktioniert auch als notwendiger Filter des Gedächtnisses. Wir vergessen ständig, ohne es zu bemerken, und es gibt individuell und gesellschaftlich viele Gründe, weshalb wir vergessen, verdrängen, vergessen wollen, uns dazu ermahnen, nicht zu vergessen, oder nicht vergessen können. Und so beginnt unter den positiven Aspekten des von unangenehmen Gedanken bis hin zu traumatischen Ängsten erlösenden Vergessens die Ausstellung zunächst einmal mit dem Aphorismus: „Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist.“ Mit dieser eher trivial anmutenden, aber bewusst niedrigschwelligen gehaltenen Eingangsbotschaft wollen die Veranstalter deutlich machen, dass in ihrer Ausstellung das Vergessen weniger als Defekt oder gar Störung, sondern auch als etwas Positives und mitunter Heilbares vermittelt wird. Was, wann, wie, von wem, wozu und warum wird etwas vergessen oder soll vergessen werden? Und welche Rolle spielt dabei das Museum? Das sind die zentralen Fragen der Ausstellung, denen sie sich in folgenden 8 Themeninseln nähert, die neben gezeigten Exponaten und multimedialen Möglichkeiten mit zeitgenössischen Kunstwerken durchflochten sind. Diese wurden teilweise extra für die Ausstellung angefertigt.

Insel 1 Das Vergessen erinnern

Spätestens seit Johann Wolfgang v. Goethes Zettelkasten sind diese Symbol für die Sammlung wichtiger Ideen und Gedanken, um diese vor dem raschen Vergessen- und Übersehenwerden und als mögliche Mosaiksteinchen größerer Gedanken und Werke zu bewahren. Präsentiert wird in der Ausstellung der berühmte Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmanns.© Foto: Diether v. Goddenthow
Spätestens seit Johann Wolfgang v. Goethes Zettelkasten sind diese Symbol für die Sammlung wichtiger Ideen und Gedanken, um diese vor dem raschen Vergessen- und Übersehenwerden und als mögliche Mosaiksteinchen größerer Gedanken und Werke zu bewahren. Präsentiert wird in der Ausstellung der berühmte Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmanns.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Thema Das Vergessen erinnern setzt an unserer Alltagserfahrung an, sich darüber zu ärgern, etwas vergessen zu haben. Mit Kalendern und Notizen haben wir kulturelle Techniken des Erinnerns entwickelt, weil wir fest mit dem Vergessen rechnen.

Insel 2 Vergessen – unsere Identität
Unser Vergessen – unsere Identität nimmt unser autobiografisches Gedächtnis unter die Lupe. Es ist wählerisch. Nicht alles, was in unserem Leben passiert, bleibt haften. Selektivität und Priorisierung kommt große Bedeutung zu. Fotografien sind ein wichtiges Medium, um unsere Biografie zu entwerfen. Heute erleben wir eine Flut von digitalen Bildern. Betont werden Erfahrungen, die uns wichtig sind und Anerkennung verschaffen. Andere „vergessen“ wir, weil sie unserem derzeitigen Selbstbild oder der gesellschaftlichen Norm nicht entsprechen.

Insel 3 Vergessen im Wandel

Einen besonders raschen Wandel des Erinnerns und somit des Vergessens brachte die industrielle Revolution zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit den  zahlreichen neuen Möglichkeiten des externen Speicherns und aufgrund zahlreicher neuer Produkte, wodurch sich die Erfahrungen und Prioritäten der Menschen veränderten. Am Beispiel der Fotografie und der damit verbundenen Aufnahme und Speichermedien bis hin zur Digitalfotografie wird der Wandel des "Vergessens und Erinnerns" bildhaft aufgezeigt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Einen besonders raschen Wandel des Erinnerns und somit des Vergessens brachte die industrielle Revolution zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit den zahlreichen neuen Möglichkeiten des externen Speicherns und aufgrund zahlreicher neuer Produkte, wodurch sich die Erfahrungen und Prioritäten der Menschen veränderten. Am Beispiel der Fotografie und der damit verbundenen Aufnahme und Speichermedien bis hin zur Digitalfotografie wird der Wandel des „Vergessens und Erinnerns“ bildhaft aufgezeigt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Vergessen im Wandel beschäftigt sich mit unserer Erfahrung, dass Erinnerungen oft an Gegenständen haften. Die Industrialisierung beschleunigt seit 200 Jahren den Wandel und den massenhaften Austausch von Alltagsgegenständen, so dass sich die Art und Weise verändert, in der sie als Erinnerungsmedien fungieren. Ergänzt werden die Ausstellungsstücke u.a. durch die Kunstwerke Christian Boltanskis, Tacita Deans und Hans-Peter Feldmanns, die mit gefundenen Fotografien ihnen unbekannter Menschen neue Alben anlegten. So verschiebt sich die Bedeutung der Fotografien vom persönlichen Erinnerungs- und Kommunikationsmedium zum Medium der Reflexion: Sie werden zu Zeichen einer kollektiven Erinnerungskultur und zum Anlass für die Erinnerung an Eigenes durch die Betrachtung des Fremden.

Insel 4 Erforschung des Vergessens

Der Frankfurter deutsch-jüdische Nervenarzt Ludwig Edinger (1855 – 1918), war einer der ersten, der davon überzeugt war, dass das menschliche Bewusstein im Menschen selbst, nämlich in seinem Gehirn die Grundlage hatte. Seine neuroanatomischen, physiologischen und Verhaltensstudien begann er mit einfachsten Wirbeltieren und arbeitete sich entlang der evolutionär aufsteigenden Reihe der Tiere empor. Porträtausschnitt von 1909 (Lovis Corinth 1858 – 1925), Öl auf Leinwand HMF © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Frankfurter deutsch-jüdische Nervenarzt Ludwig Edinger (1855 – 1918), war einer der ersten, der davon überzeugt war, dass das menschliche Bewusstein im Menschen selbst, nämlich in seinem Gehirn die Grundlage hatte. Seine neuroanatomischen, physiologischen und Verhaltensstudien begann er mit einfachsten Wirbeltieren und arbeitete sich entlang der evolutionär aufsteigenden Reihe der Tiere empor. Porträtausschnitt von 1909 (Lovis Corinth 1858 – 1925), Öl auf Leinwand HMF © Foto: Diether v. Goddenthow

Wie Vergessen und Erinnern im Menschen funktionieren, wird seit dem 19. Jahrhundert intensiv erforscht. Instrumente und Modelle zeigen diese Ursprünge bis hin zur heutigen Vergessensforschung, die seit den 1980er Jahren dank bis dahin unbekannter Möglichkeiten, dem Gehirn bei der Arbeit zuzusehen, revolutioniert wurde. Der neurowissenschaftlichen und psychologischen Erforschung des Vergessens widmet sich der Bereich Das Vergessen erforschen.

Insel 5 Angst vor dem Vergessen

Man nimmt an, dass Eiweiße, sogenannte Plaques, sich außerhalb der Nervenzelle ablagern. Tau-Fibrillen, die normalerweise Nährstoffe zwischen den Nervenzellen transportieren, sind bei der Alzheimer-Demenz verändert. In der Ausstellung kann man auf dreidimensionale Entdeckungsreise gehen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Man nimmt an, dass Eiweiße, sogenannte Plaques, sich außerhalb der Nervenzelle ablagern. Tau-Fibrillen, die normalerweise Nährstoffe zwischen den Nervenzellen transportieren, sind bei der Alzheimer-Demenz verändert. In der Ausstellung kann man auf dreidimensionale Entdeckungsreise gehen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Themeninsel Angst vor dem Vergessen befasst sich mit Demenz. Der in Frankfurt praktizierende Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer beschrieb die bald nach ihm benannte Alzheimer-Demenz erstmals zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Er wies als angenommene Ursache der Hirnerkrankung Proteinablagerungen und Neurofibrillen 1906 im Gehirn von Auguste Deter (1850 – 1906), deren Krankenakte ebenfalls in der Ausstellung gezeigt wird.  Trotz intensiver Forschungen sind bis heute weder die tatsächlichen Ursachen und Entstehungsprozesse noch hinreichend wirksame medikamentöse oder anderweitige Heilungsmöglichkeiten bekannt.

Der Kuscheltier-Roboter Paro reagiert auf Berührungen, Lichteinflüsse und Ansprache und weckt Gefühle im Menschen, weswegen er für therapeutische Zwecke bei Menschen mit Demenz eingesetzt wird, da bei Betroffenen die Emotionen am längsten erhalten bleiben. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Kuscheltier-Roboter Paro reagiert auf Berührungen, Lichteinflüsse und Ansprache und weckt Gefühle im Menschen, weswegen er für therapeutische Zwecke bei Menschen mit Demenz eingesetzt wird, da bei Betroffenen die Emotionen am längsten erhalten bleiben. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung hebt psychosoziale Behandlungskonzepte hervor, die die Persönlichkeit demenziell veränderter Menschen ins Zentrum stellen. Hilfsmittel wie der Roboter Paro gehen auf diesen Ansatz zurück und können dabei helfen, die Kommunikation zwischen Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen unterstützen.
Die Kurator*innen betrachten das Thema Demenz nicht losgelöst von den Betroffenen, sondern beziehen sie ein. In einem Pilotprojekt („Reminiszenzprojekt“) brachte das Historische Museum zusammen mit dem Bürgerinstitut Frankfurt e.V. in Vorbereitung auf diese Ausstellung Menschen mit leichter Demenz in kleinen Gruppen zusammen. Alltagsgegenstände des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Jungen Museums boten dabei Anknüpfungspunkte für Erinnerungen und Erzählungen der eigenen Geschichte.

Insel 6 Vergangenheit verleugnen

Dieses Porträt Adolf Hitlers von Johann Vicent Cissarz (1872 - 1942) hing bis 1945 im Frankfurter Römer und wurde nach dem Kriege zur Vertuschung übermalt. Die Ironie: Wie hätte Hitler, der die abstrakte Malerei ja so hasste, wohl reagiert, sich so "entartet" zu sehen? © Foto: Diether v. Goddenthow
Dieses Porträt Adolf Hitlers von Johann Vicent Cissarz (1872 – 1942) hing bis 1945 im Frankfurter Römer und wurde nach dem Kriege zur Vertuschung übermalt. Die Ironie: Wie hätte Hitler, der die abstrakte Malerei ja so hasste, wohl reagiert, sich so „entartet“ zu sehen? © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Themenabschnitt  „Vergangenheit verleugnen“ konzentriert sich auf das Verdrängen der Schuld an den Gräueltaten und der eigenen Beteiligung am Nationalsozialismus im Deutschland der 1950er und 1960er Jahre: Nationales Selbstmitleid, der Wiederaufbau der zerstörten Städte und das westdeutsche „Wirtschaftswunder“ förderten, so die Veranstalter, die Haltung des Verdrängens und Verleugnens bei den nichtverfolgten Deutschen.

Insel 7 Nicht-Vergessen-Können
Der Bereich Nicht-Vergessen-Können widmet sich existenzbedrohenden Erfahrungen, die sich nicht in die Persönlichkeit integrieren lassen. Extrem traumatische Erfahrungen können in anderen Zusammenhängen wieder auftauchen. Sie können sich auch auf soziale Beziehungen niederschlagen und sich auf nachfolgende Generationen übertragen, auch wenn die Betroffenen die Ereignisse nicht ansprechen. Objekte dieses Ausstellungsteils sind Zeugnisse unterschiedlichster Traumata, die unter anderem auf Verarbeitungsstrategien hinweisen.

Insel 8 Das Vergessen überwinden?
Das abschließende Kapitel der Ausstellung Das Vergessen überwinden? stellt individuelle und gesellschaftliche Formen des Vergessens und Erinnerns vor. Museen sammeln mit Blick in die Zukunft: Das, was nicht mehr benutzt wird oder als kulturelles Erbe angesehen wird, soll bewahrt werden. Dabei vergisst das Museum selbst: Für seine Sammlungen trifft es eine Auswahl und bewertet damit, was in Zukunft erhalten werden soll. Bei der Vielzahl von Objekten können selbst in den Sammlungsdepots Dinge in Vergessenheit geraten. Wie lässt sich Erinnerung an unser eigenes Leben für die Zukunft bewahren? Ein ausgestelltes Konvolut besteht aus 200 Archivkartons mit persönlichen Aufzeichnungen und Drucksachen, die auf das Geburtsjahr eines Sammlers im Jahre 1939 zurückgehen. Was wird damit festgehalten? Kann das Sammeln wirklich das Vergessen überwinden?

Die Rolle der Kunst
Eine Besonderheit der Ausstellung ist die Einbeziehung zeitgenössischer Kunst. 22 Künstler-*innen untersuchen in ihren Arbeiten dynamische Prozesse, unterschiedliche Arten sowie Bedingungen und Funktionen des Vergessens und Erinnerns. Jochen Gerz weist in einer Foto-Text-Arbeit auf Widersprüche zwischen eigener Erinnerung und fotografischer Abbildung des Erlebten hin. Christian Boltanski, Tacita Dean und Hans-Peter Feldmann legen mit gefundenen Fotografien ihnen unbekannter Menschen neue Alben an. Sigrid Sigurdsson verfolgte als junge Künstlerin den Frankfurter Auschwitz-Prozess. Jahrzehnte später befasst sie sich in ihrem Kunstwerk „Redepausen im Auschwitz-Prozess“ mit dem Verschweigen der Täter.
Einige Kunstwerke wurden für die Ausstellung in Auftrag gegeben: Maya Schweizer sucht in ihrem Film über das Vergessen nach einer Bildsprache, die der Plastizität unseres Gedächtnisses entspricht. Jana Müller fand eine künstlerische Form für ein vergessenes Archiv des Edinger-Instituts für Neurologie in Frankfurt, in dem Hunderte von Porträts für eine nie erschienene Enzyklopädie der Hirnforschung gesammelt wurden. Das HMF lud Mark Dion ein, sich mit den vergessenen Objekten des Museums zu befassen. Bei der Sichtung zeigten sich unterschiedliche Formen des Vergessens im Museum: Büsten unbekannter Personen; Alltagsgegenstände, deren Funktion kaum noch jemand erinnert; Dinge, die in der langen Geschichte des Museums nie ausgestellt wurden; Objekte, deren Herkunft unbekannt ist. Viele dieser Fundstücke werden in einer großen Installation „Depository of Indeterminate Objects“ (Aufbewahrungsort unbestimmter Dinge) gezeigt. Die Klangkünstlerin Christina Kubisch schlägt mit ihren für die Ausstellung entwickelten “Electronical Walks“ eine Route vom Historischen Museum in die neue Frankfurter Altstadt vor, die wie eine Komposition zu verstehen ist. Mit Kopfhörern werden die im Stadtraum vorhandenen elektronischen Wellen hörbar. Wir wissen, dass wir von elektromagnetischen Feldern umgeben sind, da wir sie aber weder sehen noch hören, fällt es uns leicht, sie zu vergessen. Vergessen beginnt, wie wir hier feststellen können, bereits mit unserer Wahrnehmung. Was wollen wir für die Zukunft aufbewahren? Was möchten wir vergessen? Beide Fragen müssen immer wieder neu beantwortet werden, sie werden Einzelne und die Gesellschaft immer begleiten.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
Kader Attia, Christian Boltanski, Jake & Dinos Chapman, Daniela Comani, Tacita Dean, Mark Dion, Sam Durant, Hans-Peter Feldmann, Robert Filliou, Jochen Gerz, Martin Honert, Ilya Kabakov, Christina Kubisch, Boris Lurie, Arwed Messmer, Jana Müller, Adrian Paci, Régis Perray, Maya Schweizer, Tino Sehgal, Sigrid Sigurdsson

Begleitpublikation
Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern Für das Historisches Museum Frankfurt herausgegeben von Jasmin Alley und Kurt Wettengl (Schriften des Historischen Museums Frankfurt, herausgegeben von Jan Gerchow, Band 37), 240 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Michael Imhof Verlag, Petersberg/Fula, 2019, 30,- €
Wie die große Ausstellung im HMF nähert sich die Publikation dem Vergessen. Autoren unterschiedlicher Disziplinen schreiben Beiträge aus den Bereichen Geschichte, Neurowissenschaften, Psychoanalyse und zeitgenössische Kunst.
Das Buch besteht aus 20 Beiträgen u. a. von Christine Abbt, Aleida Assmann, Astrid Erll, Kurt Grünberg, Ulrike Jureit, Vera King, Jan Lohl, Sharon Macdonald, Hannah Monyer, Bettina Rudhof, Heinz Weiß und enthält zahlreiche Abbildungen von Objekten und Werken internationaler Künstler*innen.

Veranstaltungen

Öffentliche Tagung
Dynamiken des Erinnerns und Vergessens
Historisches Museum Frankfurt in Kooperation mit dem Sigmund Freud-Institut Frankfurt 23. und 24. Mai 2019, Historisches Museum Frankfurt, Leopold Sonnemann-Saal.
Die Ausstellung „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ macht die vielfältigen Dimensionen des Vergessens sichtbar und verzahnt Erkenntnisse aus Sozialwissenschaft, Kulturgeschichte, Neurowissenschaft, Psychoanalyse und Kunst miteinander. Die Tagung vertieft die Themenfelder Gedächtnis – Biografie – Identität, kultureller Wandel von Erinnern und Vergessen, Vergessen als Verdrängen des Vergangenen und Trauma im Dialog der Expert*innen. Vorträge von 30 Minuten und moderierte Gespräche wechseln sich ab.
Mit: Christine Abbt, Aleida Assmann, Verena Boos, Astrid Erll, Jenny Erpenbeck, Jochen Gerz, Jan Gerchow, Tilmann Habermas, Vera King, Ilany Kogan, Patrick Meurs, Hannah Monyer, Heinz Weiß
Moderation: Insa Wilke
Konzeption: Jasmin Alley, Kurt Wettengl
Anmeldungen bis zum 15. Mai unter: david.barth@stadt-frankfurt.de
Teilnahmegebühr:
80 € / 40 € inklusive Lunch und Kaffeepausen vor Ort an der Museumskasse zu bezahlen.

WEISSE FLECKEN
Jugendperformanceprojekt von Philipp Boos und Martina Droste
Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt

Vergessen ist normal. Wir alle tun es. Ständig. Es geschieht lautlos und unspektakulär. Erinnern ist dagegen die Ausnahme. Eine Auflehnung gegen den Lauf der Zeit. Gemeinsam sind sie notwendige Komponenten des Lernens, des Begreifens, der Verarbeitung von Erfahrungen. Anhand der Ausstellung »Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern« befragen Jugendliche diese Vorgänge: Wie funktioniert Erinnern? Was sind wichtige Erinnerungen? Welche Erinnerungen verbinden und welche trennen uns? Was muss vergessen werden und was fehlt? Welchen Wert haben Dokumente der Erinnerung im digitalen Zeitalter, in dem Speicherkapazitäten ins Unendliche anwachsen? Die persönlichen Perspektiven der Jugendlichen eröffnen dem Publikum einen gemeinsamen Gedankenraum und die Möglichkeit neu und anders auf die Werke der Ausstellung zu blicken. Gefördert von der Beate Heraeus Foundation.

Regie und Konzept Philipp Boos und Martina Droste,
Kostüme Joanna Paskiewicz
Mit Mitgliedern des Jugendclubs
Termine: Am 26.4. (Premiere); 30.4., 14.5 und 14.6.
Vorverkauf ab 10.3. unter: www.schauspielfrankfurt.de

Filmprogramm
Begleitend zur Ausstellung zeigt das Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums eine Filmreihe. Der Film dient in besonderem Maße als Medium der Erinnerung und als Instrument gegen das Vergessen. Zu sehen sind Filme zum Thema Gedächtnisforschung, zum Thema Gedächtnisverlust am Beispiel von Demenzerkrankungen oder Amnesie sowie Filme zum Trauma und gegen das kollektive wie individuelle Vergessen. Gezeigt werden Spiel- und Dokumentarfilme. Beginn jeweils um 18 Uhr.

Filmhighlights
Auf der Suche nach dem Gedächtnis (DE/AU 2009. R: Petra Seeger) Dokumentarfilm.
Porträt des Hirnforschers und Nobelpreisträgers Eric Kandel. Petra Seeger zeichnet die Spuren von Kandels Leben nach und besucht mit ihm die Orte seiner Kindheit. Kandel erinnert sich und seine Erinnerungen werden auf der Leinwand lebendig.

Vergiss mein nicht (DE 2012. R: David Sieveking) Dokumentarfilm. Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und meine Eltern die Liebe neu entdeckten.

The death and life of Otto Bloom (AUS 2016. R: Cris Jones) Mockumentary. Otto Bloom erlebt die Zeit rückwärts und kann sich nur an die Zukunft erinnern. Er weiß, was passieren wird, doch er vergisst es, sobald es geschehen ist.

Walz with Baschir (IL/FR/DE 2008. Ari Folmann) Animierter Dokumentarfilm. Eine Reise in eine verdrängte Vergangenheit – in die Jugendkultur der 1980er Jahre und das West Beirut während des ersten Libanonkrieges.

Weitere Informationen unter
www.dff.film

Vorträge im Leopold Sonnemann-Saal des HMF

8.5.2019, 18 Uhr, Historisches Museum Frankfurt
Sonderausstellungsbereich
Das Reminiszenz-Projekt des Historischen Museums und des Bürgerinstituts
Bürger-Institut e.V. und Historisches Museum Frankfurt
Eintritt 10€ / 5€

12.6.2019, 18 Uhr, Historisches Museum Frankfurt
„Das habe ich getan …“ Erinnern und Vergessen (machen) in der Frankfurter
Geschichte der Hirnforschung
Dr. Gerald Kreft, Neurologisches Institut (Edinger-Institut), Frankfurt
Eintritt 4€ / 2€

3.7.2019, 18 Uhr, Historisches Museum Frankfurt
Warum tun wir uns mit der Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten
so schwer?
Prof. Dr. Walter E. Müller, ehem. Direktor des Pharmakologischen Instituts für
Naturwissenschaftler am Biozentrum der Goethe-Universität Frankfurt
Eintritt 4€ / 2€

Termin wird noch bekannt gegeben!
„Ab dem 5. Februar 1980 erinnere ich mich an alles. Das war ein Dienstag.“ – Über ein
Leben ohne Vergessen, in englischer Sprache
Jill Price (Los Angeles, U.S.A.)
Eintritt 10€ / 5€

Führungen
Öffentliche Führungen
Jeden Sonntag, 12 Uhr im HMF
Weitere Termine und Kurator*innenführungen
im Veranstaltungskalender
Zur Ausstellung gibt es einen Multimediaguide
Ausleihgebühr 3 €, oder online:
https://mmg.historisches-museum-frankfurt.de/xpedeo/

Besucherservice und Führungsanfragen
Mo – Fr 10 – 16 Uhr
Tel.: 069 212 35154
besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de

Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern
Ausstellung des Historischen Museums Frankfurt
7. März bis 14. Juli 2019
Di – Fr 10 – 18 Uhr
Mi 10 – 21 Uhr
Sa + So 11 – 19 Uhr
Eintritt Dauerausstellung: 8€ / 4€
Eintritt Wechselausstellung 10€ / 6€
Eintritt Museum Vollpreis 12€ / 6€

Ort:
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
Tel ++49 (0)69-212-35599
Fax ++49 (0)69-212-30702
E-Mail info@historisches-museum-frankfurt.de

Deutschlands erster Preis „ZukunftsGut“ an Staatsschauspiel Dresden, Platz 2 an Historisches Museum Frankfurt

 Historisches Museum: Das Historische Museum Frankfurt ist der 2. Preisträger von ZukunftsGut 2018. Petra Roth, ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, übergibt gemeinsam mit Klaus-Peter Müller, Stiftungsratsvorsitzender der Commerzbank-Stiftung, die Urkunde an Dr. Jan Gerchow, Museumsdirektor, und Susanne Gessner, Leiterin Vermittlung (Mitte)
Historisches Museum: Das Historische Museum Frankfurt ist der 2. Preisträger von ZukunftsGut 2018. Petra Roth, ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, übergibt gemeinsam mit Klaus-Peter Müller, Stiftungsratsvorsitzender der Commerzbank-Stiftung, die Urkunde an Dr. Jan Gerchow, Museumsdirektor, und Susanne Gessner, Leiterin Vermittlung (Mitte)

Commerzbank-Stiftung zeichnet Staatsschauspiel Dresden mit ZukunftsGut, Deutschlands erstem Preis für institutionelle Kulturvermittlung, aus

● Historisches Museum Frankfurt und Theater Oberhausen auf Plätzen 2 und 3
● Gesamtdotierung auf 80.000 Euro erhöht
● Staatsschauspiel bietet Publikum „Höchstmaß an Beteiligung“, so Stiftungsvorständin Astrid Kießling-Taşkın
● Erstes ZukunftsGut-Symposium: Vermittlungsarbeit entscheidend für Publikumsakzeptanz

Zum ersten Mal vergibt die Commerzbank-Stiftung am 12. September dieses Jahres in Frankfurt ZukunftsGut, Deutschlands ersten Preis für institutionelle Kulturvermittlung. Erster Preisträger der mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Auszeichnung ist das Staatsschauspiel Dresden. Es erhält 50.000 Euro, um seine Vermittlungsarbeit strategisch weiterzuentwickeln. Das Historische Museum Frankfurt und das Theater Oberhausen folgen auf den Plätzen 2 und 3. Ihre Leistungen auf dem Gebiet der Vermittlung werden mit 20.000 beziehungsweise 10.000 Euro honoriert.

„Ursprünglich wollten wir nur eine Institution auszeichnen“, sagte Astrid Kießling-Taşkın. Sie ist im Vorstand der Stiftung zuständig für den Bereich Kultur. „Wir haben uns jedoch entschieden, das Preisgeld um ins­gesamt 30.000 Euro für den Zweit- und Drittplatzierten zu erhöhen. Grund ist die Konsequenz, mit der alle drei Häuser Kulturvermittlung wagen“, so Kießling-Taşkın weiter.

Zentrale Voraussetzungen für eine Teilnahme bei ZukunftsGut waren die strukturelle Verankerung und die strategische Ausrichtung von Kulturvermittlung im eigenen Haus. Dies beinhaltet, das Publikum aktiv in die Präsentation von künstlerischem kulturellem Erbe einzubeziehen. Im Bewerbungsaufruf hieß es dazu: „Nur wenn Kultur persönlich erlebbar wird, bewegt sie Menschen.“

„Und hier liegt die Herausforderung für die Kulturinstitutionen“, sagte Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Mitglied im Stiftungsrat der Commerzbank-Stiftung. „Insbesondere in der Zusammenarbeit mit neuen Zielgruppen zeigen sich die verschiedenen Interessen des Publikums. Deshalb sind Institutionen in ihrer ständigen Bereitschaft zur Veränderung gefordert“, sagte Mandel, in deren Händen auch die fachliche Leitung der neunköpfigen Jury von ZukunftsGut liegt.

Insgesamt 125 Kultureinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich beworben. „Dass gleich beim ersten Mal so viele Institutionen mit sehr überzeugenden Vermittlungskonzepten dabei sind, übertrifft unsere Erwartungen. Das gesamte Spektrum der institutionellen Kulturlandschaft ist vertreten. Museen, Theater, Literatur- und Konzerthäuser fühlten sich gleichermaßen angesprochen. Das zeigt, Kulturvermittlung ist genreübergreifend ein Thema mit hoher Priorität“, erläuterte Mandel.

Im Urteil der Jury bewegt sich das Staatsschauspiel Dresden mit seinen Bürgerbühnen am sichersten im Spannungsfeld von Bewahrung und zeitgemäßer Darstellung. „Die Bürgerbühnen bieten dem Publikum ein Höchstmaß an Beteiligung“, sagte Kießling-Taşkın. „Das bringt auch das Theater selbst in Bewegung. Die Impulse von außen verändern den internen Blick auf das kulturelle Erbe und die Arbeit daran. Ein Fluss kommt in Gang, in dem sich das Theater mit der Gesellschaft bewegt und weiterentwickelt“, präzisierte Kießling-Taşkın.

Mit seinem Konzept nimmt das Staatsschauspiel Dresden eine Vorreiterrolle ein. Andere Theater in Deutsch­land haben die Idee der Bürgerbühne bereits aufgegriffen. Mandel führte in ihrer Laudatio aus: „Das Staats­schauspiel ist Erfinder einer eigenen Theatersparte: der Bürgerbühne. Ihr grundlegendes Element ist die Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft . Hier verhandeln Bürgerinnen und Bürger mit theatralen Mitteln Themen, die sie bewegen, und zeigen sie auf der großen Bühne des Hauses. Und das nicht nur als ein­maliges Projekt.: Die wechselnden Produktionen sind dauerhafter Bestandteil des Spielplans.“

Auf Platz 2 wird das Historische Museum Frankfurt für seine partizipative Strategie ausgezeichnet. Pro­gramme, wie das Stadtlabor und der Sammlungs-Check, stehen für lebensnahe Kulturvermittlung: In persönlichen Erzählungen und mithilfe individueller Erinnerungsstücke aus der Familienhistorie wird Frankfurter Stadtgeschichte greifbar und in immer wieder neuen Facetten erzählt. Über die systematische Einbeziehung der Stadtgesellschaft verändert sich auch das Museum als Institution.

Dem Theater Oberhausen auf Platz 3 wiederum gelingt es, eine Vielzahl von gesellschaftlichen Gruppen in seine Produktionen und Aktionen einzubeziehen. Diskussionen zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel Ein­wanderung oder Zukunft der Stadtgesellschaft, geben den Anstoß für die verschiedenen Projekte. Unabhängig von be­stimmten Zuständigkeiten ist Kulturvermittlung in Oberhausen eine Gemeinschaftsaufgabe: Alle Mitarbeite­rinnen und Mitarbeiter bringen ihre Ideen und Erfahrungen ein.

Astrid Kießling-Taşkın brachte es auf den Punkt: „Kulturvermittlung ist entscheidend für die Zukunft einer Institution, sprich ihr Zukunftsmotor. Denn sie trägt maßgeblich dazu bei, dass eine Einrichtung von einem vielfältigen Publikum angenommen wird.“ Sie zeigte sich überzeugt, dass die drei Preisträger mit ihrer vorbildlichen Arbeit Impulse für die gesamte Kulturlandschaft in Deutschland setzen.

Den Beginn hierfür markierte das Symposium ZukunftsGut 2018, das unmittelbar vor der Preisverleihung in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale stattfand. Experten, wie Stephen Langridge von der Oper Göteborg, und die Mitglieder der ZukunftsGut-Jury diskutierten gemeinsam mit Fachleuten und Kulturinteressierten über die Herausforderungen, denen sich Kulturinstitutionen heute stellen müssen.

Die Mitglieder der Jury von ZukunftsGut 2018 sind:

Inez Boogaarts, Geschäftsführerin der Zukunftsakademie Nordrhein-Westfalen
Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
Teresa Darian, Spezialistin kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes
Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Vorstand Deutscher Bühnenverein
Max Hollein, Generaldirektor Metropolitan Museum New York
Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
Uwe Koch, Koordinator Europäisches Kulturerbejahr 2018 in Deutschland (Geschäftsstelle Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz)
Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung
Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin von „Die Zeit

Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945

Ausstellungs-Impression Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der staatlichen Enteignung der jüdischen Bevölkerung während des Nationalsozialismus. Sie stellt die Gesetze und Verordnungen vor, die ab 1933 auf die Ausplünderung der Jüdinnen und Juden zielten. Die Schirmherrschaft hat der hessische Finanzminister, Dr. Thomas Schäfer, übernommen.

Beispiel einer typischen Beamtenstube mit Hitler-Porträt (auf dem Kopf gestellt) in der Ausstellung Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 © Foto: Diether v. Goddenthow
Beispiel einer typischen Beamtenstube mit Hitler-Porträt (auf dem Kopf gestellt) in der Ausstellung Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 © Foto: Diether v. Goddenthow

Sie befasst sich mit den Beamten der Finanzbehörden, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Institutionen umsetzten und sie erzählt von denen, die Opfer dieser Maßnahmen wurden. Die Ausstellung zeigt, wie der deutsche Staat durch die Reichsfluchtsteuer, zahlreiche Sonderabgaben und schließlich durch den vollständigen Vermögenseinzug an der Verfolgung und Ermordung der Juden verdiente: an den Menschen, die in die Emigration getrieben wurden und an denen, die blieben, weil ihnen das Geld für die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten. Nach den Deportationen kam es überall zu öffentlichen Auktionen aus „jüdischem Besitz“: Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten die Besitzer.

Geschichte der Ausstellung

Ausstellungs-Impression Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 © Foto: Diether v. Goddenthow

Entstanden ist die Ausstellung 2001 / 2002 in einer Kooperation des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Nach der ersten Präsentation im Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main gab es 28 Stationen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Deutschen Historischen Museum in Berlin.
Die Präsentation im Historischen Museum Frankfurt ist die 30. und letzte Station der Ausstellung. 15 Geschichten ausgeplünderter jüdischer Familien erzählte sie bei der Erstpräsentation in Frankfurt; heute sind es rund 140 Geschichten, die im Rahmen des Projekts erforscht wurden.

Forschung vor Ort

Für jeden Standort der Ausstellung ist – oft in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern – ein neuer, regionaler Schwerpunkt erarbeitet worden: Welche jüdischen Familien lebten vor Ort? Was haben die judenfeindliche Politik und die Ausplünderung für sie bedeutet? Sind sie geflohen? Wurden sie ermordet? Wie haben sich die Nachbarn und die Kommunalpolitik verhalten? Wie verlief die „Wiedergutmachung“ in der Nachkriegszeit?
Ausgangspunkt für die Forschungen waren die Akten der NS-Finanzverwaltung und die Akten aus den Wiedergutmachungsverfahren der Nachkriegszeit. Die Quellen geben nicht nur über die Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung Auskunft. Von ihnen ausgehend lassen sich auch Biografien und Schicksale rekonstruieren. Darüber hinaus haben die Ausstellungsmacher die Einwohner an jedem Ausstellungsort über die Presse um ihre Beteiligung gebeten. In vielen Familien gibt es bis heute unterschiedliche Gegenstände, die an die jüdischen Nachbarn erinnern. In der Ausstellung erzählen diese Objekte die Geschichte ihrer ursprünglichen Besitzer.

Ergänzt wird die Ausstellung durch die weitere Ausstellung Geerbt. Gekauft. Geraubt? – Alltagsdinge und ihre NS-Vergangenheit

Geerbt. Gekauft. Geraubt? – Alltagsdinge und ihre NS-Vergangenheit
ab 17. Mai 2018

Ausstellungs-Impression Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 hier mit Exponaten der Ergänzungsaussstellung Geerbt. Gekauft. Geraubt? – Alltagsdinge und ihre NS-Vergangenheit ab 17. Mai 2018 © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression Legalisierter Raub – Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945 hier mit Exponaten der Ergänzungsaussstellung Geerbt. Gekauft. Geraubt? – Alltagsdinge und ihre NS-Vergangenheit
ab 17. Mai 2018 © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung zeigt Spuren des legalisierten Raubs in der Museumssammlung und in Privathaushalten: In einem ersten Bereich wird die Erwerbspraxis des Museums im Nationalsozialismus vorgestellt. Auch die Ergebnisse der am Haus durchgeführten Provenienzforschung werden dargestellt.
In einem weiteren Bereich zeigen sechs Familiengeschichten aus der Bibliothek der Generationen die Auswirkungen des „legalisierten Raubs“ auf individuelle Biografien.
Der dritte Bereich ist dem „Stadtlabor“ gewidmet, dem partizipativen Format des Historischen Museums. Unter dem Titel „Schwierige Dinge“ zeigen Privatleute Objekte, von denen sie vermuten, dass sie aus „legalisiertem Raub“ stammen könnten.

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 212 35599

info.historisches-museum@stadt-frankfurt.de
www.historisches-museum-frankfurt.de

Erlebnisreiche Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach an 40 Orten mit fetziger Musik, bunten Shows und spannenden Sammlungen

Über 37 000 Menschen waren in der Nacht der Museum in 40 Museen und Galerien in Frankfurt und Offenbach bis früh morgens unterwegs.© Foto: Diether v. Goddenthow
Über 37 000 Menschen waren in der Nacht der Museem an 40 Orten der Kunst in Frankfurt und Offenbach bis früh morgens unterwegs.© Foto: Diether v. Goddenthow

„Es ist schön zu sehen, wie zu später Stunde Menschen aus Frankfurt und der Region auf den Beinen sind, um Kunst an vielen verschiedenen Orten zu erleben. Ich danke allen beteiligten Institutionen, Museen, Galerien und Off-Spaces sehr herzlich für dieses wunderbare Programm, das einmal mehr die Vielfalt unserer Frankfurter Kulturlandschaft in einer Nacht erlebbar macht“, so Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig bei der Eröffnung der Nacht der Museen in Frankfurt am Main und Offenbach am 5. Mai 2018 im Museum Angewandte Kunst. Hier fand auch die Kunstauktion von EY statt, die einen Erlös von 56.000 Euro aus den versteigerten 20 Kunstwerken von jungen Künstlerinnen und Künstlern der Frankfurter Städelschule und der Offenbacher Hochschule für Gestaltung erzielte. Über dieses grandiose Ergebnis freuten sich die Veranstalter und  Empfänger der EY-Benefizveranstaltung gleichermaßen, nämlich die Fördervereine der Frankfurter und Offenbacher Kunsthochschulen.

Nächtlichen Flaneure hier am Info-Point der Nacht der Museen am Römerberg. © Foto: Diether v. Goddenthow
Nächtlichen Flaneure hier am Info-Point der Nacht der Museen am Römerberg. © Foto: Diether v. Goddenthow

Schätzungsweise waren 37.000 „Nachtgänger“ von 19 bis 2 Uhr morgens unterwegs, um  das abwechslungsreiche Musik-, Show- und Ausstellungs-Angebot der Frankfurter und Offenbacher Kunsthäuser möglichst intensiv zu nutzen, um  gut zu essen und zu trinken und  miteinander ins Gespräch zu kommen.
Selbst, wer nur jeweils einen kurzen Blick nimmt, so wie es von den Veranstaltern auch gedacht ist, schaffte das riesige Veranstaltungs-Programm nicht. Folgend werden einige Highlights des Abends gezeigt  aus einer Tour, beginnend beim Giersch-Museum, entlang des Museumsufers in  Richtung Eiserner Steg bis zu den Museeen rund um  den Römerberg.

Museum Giersch der Goethe-Universität

Frankfurt Urban Jazz Collective eröffnet im Museum Giersch der Goethe-Unisversität das Nachtprogramm um 19 Uhr bei herrlichem Sonnenschein. © Foto: Diether v. Goddenthow
Frankfurt Urban Jazz Collective eröffnet im Museum Giersch der Goethe-Unisversität das Nachtprogramm um 19 Uhr bei herrlichem Sonnenschein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Museum Giersch der Goethe-Universität trafen vor dem Hintergrund der Ausstellung Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964-1968 unter dem Abendmotto „50 Jahre 68er: Happenings, Jazz & Minirock“ bei Live-Musik des generationenübergreifenden Frankfurt Urban Jazz Collective Texte von Goethe, Heine und Shakespeare auf Electrobeats und lyrische Improvisationen.

Liebieg Skulpturensammlung

Allein schon die Garten-Atmosphäre lockte viele Besucher zum Liebieghaus Skulpturensammlung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Allein schon die Garten-Atmosphäre lockte viele Besucher zum Liebieghaus Skulpturensammlung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ganz auf Bewegung eingestellt war das Liebieghaus Skulpturensammlung. Zwischen ägyptischen, antiken, klassizistischen und mittelalterlichen Skulpturen und Exponaten bespielt (noch bis 26.8.2018) der renommierte südafrikanische Gegenwartskünstler William Kentridge mit 80 seiner außergewöhnlichen Ausstellungsprojekte große Teil der Sammlung des Hauses.

Sentimental-Maschine. In Kentriges Werk verschmelzen oftmals Zeichnung, Skulpturen, Film und Ton. Er versteht es bestens gezeichnete Objekte in Bewegung zu setzen und sie Raum erobern zu lassen. Im Kern geht es um Zeit in all ihren "raumgreifenden" Facetten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Sentimental-Maschine. In Kentriges Werk verschmelzen oftmals Zeichnung, Skulpturen, Film und Ton. Er versteht es bestens gezeichnete Objekte in Bewegung zu setzen und sie Raum erobern zu lassen. Im Kern geht es um Zeit in all ihren „raumgreifenden“ Facetten. © Foto: Diether v. Goddenthow

William Kentridge lässt dabei das Spektrum seines Werkes in Dialog treten mit der 5000 Jahre alten Skulpturensammlung des Liebieghauses. In der NACHT konnten kleine Besucher im Offenen Atelier selbst kreativ werden und Erwachsene mit Taschenlampen den Garten des Hauses neu entdecken bei rhythmischen Trommelklängen und südafrikanischen Streetfood.

Städel Museum

Lange Schlangen bildeten sich  zu einer Art Besucher-Performance des "Sich-in-geduldigen-Wartens-üben" schon vor 19 Uhr vor dem Städel-Museum.© Foto: Diether v. Goddenthow
Lange Schlangen bildeten sich zu einer Art Besucher-Performance des „Sich-in-geduldigen-Wartens-üben“ schon vor 19 Uhr vor dem Städel-Museum.© Foto: Diether v. Goddenthow

Lange Schlangen gegen 19.10 Uhr drängten ins Städel-Museum, welches gerade seine international beachtete, sensationelle Ausstellung über den flämischen Barockmaler Peter Paul Rubens (1577-1640) „Rubens. Kraft der Verwandlung“ bis zum 3. Juni 2018 verlängert hatte und viele weitere Highlights der drei großen Sammlungsbereiche präsentierte. Musikalische  Klänge der Barockzeit sorgten für eine angenehme Atmosphäre. Zudem wurden Kinder in den Offenen Ateliers mit Farbe, Pinsel und Zeichenmaterial selbst zu kleinen Meistern, während ihre Eltern durch die Ausstellungen schlenderten oder sich einer fachkundigen Führung anschlossen.

Museum für Kommunikation

Museum für Kommunikation. Im UG Live-Konzerte u. -Lesungen und Abtanzen bis zum Morgen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Museum für Kommunikation. Im UG Live-Konzerte u. -Lesungen und Abtanzen bis zum Morgen. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Alles außer Schlaf“ (Sub-Titel der Sonderausstellung „DIE NACHT“) war auch die Nacht  im Museum für Kommunikation mit Live-Musik von Backenfutter, den Madhouse Flowers und Fresh Fruits Movements, die mit den besten Club-Dances tanzfreudigen Nachtschwärmern die feinsten Früchte der Nachtkultur zeigten. Ein Live-Hörspiel der Hörtheatrale lockte in die finstere Gedankenwelt von Edgar Allan Poe. Graf Dracula lebte wieder auf in seinem Schloss und sorgte für ein wenig Schaudern.

Gothics - Die Kinder Nacht, ist aus der Punkt- und New-Wave-Szene er 1980er Jahre hervorgegangen. Sie greifen Gefühle und Dunkelängste der Nacht auf und schaffen durch passende Accessoires, Mode und Musik eine eigene Kultur der Nacht. Schwarz ist Szenefarbe. Das größte Gothics-Treffen findet jährlich in Leipzig statt. Hier ein Teilaspekt der Ausstellung "Die Nacht". © Foto: Diether v. Goddenthow
Gothics – Die Kinder Nacht, ist aus der Punk- und New-Wave-Szene er 1980er Jahre hervorgegangen. Sie greifen Gefühle und Dunkelängste der Nacht auf und schaffen durch passende Accessoires, Mode und Musik eine eigene Kultur der Nacht. Schwarz ist Szenefarbe. Das größte Gothics-Treffen findet jährlich in Leipzig statt. Hier ein Teilaspekt der Ausstellung „Die Nacht“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Licht ins Dunkel brachten auch die traumhaften LED-Wesen von Entourage Berlin, und in der „Spark in the Dark“-Lounge kamen Freunde des Lichts und der Schattenwelt beim Light-Painting voll auf ihre Kosten, passend zur Ausstellung „Die Nacht – Alles Ausser Schlaf“. Die Ausstellung beleuchtet die zentralen Facetten der Dunkelheit: von Dunkelängsten, Träumen, Mythen und wie der Mensch allmählich seinen Tag in die Dunkelheit hinein verlängerte , mit Ausflügen zur Gothics-Szene und  Schichtarbeit eines Paket-Zentrums. 5.m.f.k.klassen.kEine Etage tiefer, im 1. OG, gibt es eine Homage an die Schulzeit der 68er Generationen: „Klassen-Kämpfe. Schülerproteste 1968 bis 1972“ beleuchtet eine Zeit in der das neu auf den Markt kommende Kofferadio Freiheit vom spießigen Musikdiktat der Eltern bedeutete, und man „seine“ „schreckliche Neger-Musik“ hören durfte. Beatles, Rollings-Stones und andere „verkommene gesellschaftlichen Subjekte“ und „langhaarigen arbeitsscheuen Faulpelze“ mit  ihren „Stromgitarren“ waren die Feindbilder einer fest in der Adenauer-Ära verankerten Eltern- und Großeltern-Generation.

Klassen-Kämpfe. Schülerproteste 1968 bis 1972 - als das Kofferadio zum Symbol der Befreiung vom spießigen Musikgeschmack der Eltern wurde.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Klassen-Kämpfe. Schülerproteste 1968 bis 1972 – als das Kofferadio zum Symbol der Befreiung vom spießigen Musikgeschmack der Eltern wurde. © Foto: Diether v. Goddenthow

Es waren die Anfänge der antiautoritären Erziehungsbewegung,  einer Zeit, in der  Schüler begannen, sich gegen mit Rohrstöckchen (noch) prügelnde Lehrer zu wehren, Klassenbücher verbrannten und manch ein Mädel  Spass daran fand, ihre Pauker mit  einem superkurzen Minirock aus der Fassung zu bringen.  Sex statt Religion, Abschaffung der Noten,  Marx statt Rechtschreibung bis hin zur Besetzung von Häusern, Schulämtern und Straßenbahnen und Seit-an-Seit-Märschen mit „Anführern“ wie Rudi Dutschke gegen Notstandsgesetze und Vietnamkrieg waren für die neue Jugendbewegung oftmals wichtiger als Latein und Mathe.

Man glaubt es kaum, in der großen UG-Dauerausstellung "Medien erzählen Geschichte(n)" zeigt der "Elektrische Kraftwagen Bergmann von 1925", dass Elektroantriebe keine wirklich neue Erfindung sind. Damals erreichte das Post-Fahrzeug eine Spitzengeschwindigkeit von 20 km/h. © Foto: Diether v. Goddenthow
Man glaubt es kaum, in der großen UG-Dauerausstellung „Medien erzählen Geschichte(n)“ zeigt der „Elektrische Kraftwagen Bergmann von 1925″, dass Elektroantriebe keine wirklich neue Erfindung sind. Damals erreichte das Post-Fahrzeug eine Spitzengeschwindigkeit von 20 km/h. © Foto: Diether v. Goddenthow

Äußerst empfehlenswert ist auch die im UG gezeigte Daueraustellung „Medien erzählen Geschichte(n)“. Sie führt durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kommunikationsentwicklung mittels 44 Themeninseln auf 2500 qm von der Erfindung der Schrift über das Botenwesen bis hin zu Internet und Datenbrille. Hier werden alle wesentlichen bahnbrechenden Erfindungen im Bereich der Kommunikation leicht verständlich und gut visualisiert exemplarisch präsentiert, mitunter gespickt mit kuriosen Geschichten und ungewöhnlichen Schicksalen.

Deutsches Museum für Architektur

Auch das DAM war wieder Besuchermagnet. © Foto: Diether v. Goddenthow
Auch das DAM war wieder Besuchermagnet. © Foto: Diether v. Goddenthow

Auch im Deutschen Museum für Architektur (DAM) galt es den Besucherandrang in geregelte Bahnen zu lenken: Gleich drei Highlights gab es als Belohnung für’s Warten in der Schlange: Im 2. Obergeschoss präsentiert(e) das Haus die „Die 25 besten Bauten in/aus Deutschland“ und die hieraus ermittelten Gewinner des DAM Preises 2018“.

Passend zu Frankfurts Topthema über die Zukunft der Städtischen Bühnen die Ausstellung: Große Oper - viel Theater? Bühnenbauten im Vergleich" © Foto: Diether v. Goddenthow
Passend zu Frankfurts Topthema über die Zukunft der Städtischen Bühnen die Ausstellung: Große Oper – viel Theater? Bühnenbauten im Vergleich“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Im 1. OG zeigt(e) das DAM gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt die Schau: „Große Oper – viel Theater? Bühnenbauten im Vergleich“, was auch vor dem Hintergrund der Diskussion über die Zukunft der städtischen Bühnen interessant und spannend ist.
Im EG thematisiert(e) die große Ausstellung „Fahr Rad!“ die grüne Mobilität und Rückeroberung der Städte mit dem Bike. Zu später Stunde ging’s gleich vom Sattel auf die Tanzfläche mit den DJs Twisted & MC Markie J. und Drum ´n´ Bass-Beats.

6. Deutsches Filmmuseum

Beliebtes Ziel war wieder auch das Deutsches Filmmuseum in der Nacht der Museen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Beliebtes Ziel war wieder auch das Deutsches Filmmuseum in der Nacht der Museen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Sturm auf das Filmmuseum. Es gab spannende Einblicke in die Welt des Films, unter anderem mit der Dauerausstellung im 3. Stock, die sich dem Kultfilm „Kubricks 2001. 50 Jahre A Space Odyssey“ widmet(e), auf Wunsch auch mit kundigen Führungen. Im Kino wurde eine Trailershow zur filmischen Reise in unbekannte Science-Fiction-Welten geboten, während Space-Quizshows und Bilder aus der Bluebox die Besucher in andere Galaxien beamten. The Oh!chestra begleitete dazu Filmszenen live und lockte späters in Foyer als „The OhOhOhs“ mit Electrosounds.

Museum Angewandte Kunst

Das Museum Angewandte Kunst wurde in dieser Nacht für viele zum Fashion- Tempel praktizierter auf dem Laufsteg als selbstinszenierte Stilikone.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Museum Angewandte Kunst wurde in dieser Nacht für viele zum Fashion- Tempel selbstpraktizierter Designkunst,  mit der man sich auf dem Laufsteg als neue Stilikone inszenieren konnte. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Jil Sander – Fashion NOW“, so das Motto der Nacht im Museum Angewandte Kunst. Es war gleichzeitig auch ein Abschied von der spektakulären Schau „Jil Sander. Präsens“, einem faszinierenden Zusammenspiel von Architektur, Farbe, Licht, Film, Klang, Fotografie, Mode und Kunst.
Der Clou des Abends:  jeder Besucher konnte für kurze Zeit auf Frankfurts spontan entstandenen „schönsten“ Laufsteg zur Stilikone werden und sich live und für 24 Stunden als Instagram Story online auf dem Account des Museums posten lassen. Dabei sorgten Ata Macias und Robert Johnson-Resident Aziesch für die passenden puristischen Beats, während an der Cocktailbar das Emma Metzler-Team und die Amp Bar hauseigene Highballs kreierten, und Lamm- und Veggie-Liebhaber mit SoulFlaki vom Grill beglückten.

Bibelhaus Erlebnismuseum

"Reise in die Welt der Bibel" im Erlebnismuseum Bibelhaus. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Reise in die Welt der Bibel“ im Erlebnismuseum Bibelhaus. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei einer „Reise in die Welt der Bibel“ konnten sich Besucher im Untergeschoss über die Ursprünge, Entwicklung und Vielfalt der Heiligen Schrift anhand von Exponaten und Schrifttafeln informieren und dabei auch erfahren, wie viele Zugänge es zur Bibel gibt, etwa über Wort, Bild, Musik und Gesang. Spannend war zudem, der Frage nachzugehen, was die drei monotheistischen Weltreligionen , die drei heilige Schriften und ein Gott: Avram – Abraham – Ibrahim miteinander verbindet und was Judentum, Christentum und Islam voneinander trennt.

„Wandern“ oder sich kutschieren lassen oder beides?

Von einer Seite zur anderen. Wir nicht zu Fuß den Eisernen Steg über den Main nehmen wollte, konnte ab 20 Uhr auch auf den Schiff-Shuttle-Dienst zurückgreifen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Von einer Seite zur anderen. Wir nicht zu Fuß den Eisernen Steg über den Main nehmen wollte, konnte ab 20 Uhr auch auf den Schiff-Shuttle-Dienst zurückgreifen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Entspannt durch die NACHT kamen die Besucherinnen und Besucher zu Fuß über den Eisernen Steg zu den in günstiger Entfernung zueinander liegenden Museen des Museumsufers und Römerbergs. Desweiteren sorgten fünf Shuttle-Buslinien, eine historische Straßenbahn und ab 20 Uhr ein Schiffs-Shuttle über den Main für eine reibungslose Beförderung.  Auch konnte man selbst in die Pedale treten. Dazu stand in dieser Nacht das  „Call a bike“, das  Bike-Sharing. kostenfrei zur Verfügung.

Historisches Museum

Das Historische Museum mit seinem über eine breite Treppe frei zugänglichen Innenhof wird zum Zentrum des neuen Museums-Quartiers am Römerberg. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Historische Museum mit seinem über eine breite Treppe frei zugänglichen Innenhof wird zum Zentrum des neuen Museums-Quartiers am Römerberg. © Foto: Diether v. Goddenthow

Großer Andrang, beste Stimmung und imposante Erlebnisse bot das im vergangenen Jahr wiedereröffnete Historische Museum, welches mit seiner „Piazza“ zum Zentrum des neuen Museums-Quartiers am Römerberg und der am 9. Mai feierlich eingeweihten teilrekonstruierten historischen Altstadt mit Stoltze- und Struwwelpeter-Museum (ab Herbst 2018) werden wird.

Der Museumsplatz gegen 19 Uhr am Historischen Museum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Museumsplatz gegen 19 Uhr am Historischen Museum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Allein für eine der gezeigten Ausstellungen „Die Stauferzeit“, “Frankfurt Einst?“, „ Frankfurter Sammler und Stifter“ und „Von Bürgern und Bankiers“ sowie für die Etagen des „Jungen Museums“ im Rententurm hätte man jeweils schon einen halben Tag einplanen können. Deshalb steht für viele Besucher  fest: Einfach wiederkommen!

Archäologisches Museum

Das Archäologische Museum ist einfach stets ein imposantes Erlebnis. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Archäologische Museum ist einfach stets ein imposantes Erlebnis. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Archäologischen Museum der restaurierten Kirche des ehemaligen Karmeliterklosters präsentierten die georgische Sängerin, Pianistin und Komponistin Nestan Bagration und Davitashvili mit ihrer Musik als ein offenherziges Bekenntnis zu den Ursprüngen der Menschheit ihr Land Georgien. Georgien wird  das Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sein.
Bis spät in die Nacht konnten Besucher die in verschiedenen Sammlungen präsentierten Funde aus 200.000 Jahren Menschheitsentwicklung besichtigen und Einblicke nehmen, wie Menschen einst lebten, liebten, arbeiteten, kämpften, glaubten und feierten.

Frankfurter Römer

Das Duo Wildwuchs, Tomas Zeuner und Tobias Witzlau spielten mehrmals am Abend auf, während die Besucher den Kaisersaal mit den 52 Porträts der königlichen und kaiserlichen Würdenträgern an den Wanden bestaunten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Duo Wildwuchs, Tomas Zeuner und Tobias Witzlau spielten mehrmals am Abend auf, während die Besucher den Kaisersaal mit den 52 Porträts der königlichen und kaiserlichen Würdenträgern an den Wanden bestaunten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Kaisersaal des Frankfurter Römers konnten Nachtschwärmer im Rahmen von Führungen mehr über diesen historischen Ort des Frankfurter Rathauses und die darin als Wandgemälde verewigten 52 Könige und Kaiser des Alten Reiches von Karl dem Großen bis zu Franz II erfahren. Begleitet wurde die Reise in die Vergangenheit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen durch das Spielmannduo Wildwuchs mit ihren aus der Musik des Mittelalters und der Renaissance stammenden Klängen.

Caricatura – Museum für komische Kunst

Am Caricatura - Museum für komische Kunst war die Ottifantitis ausgebrochen - Alle wollten Otto Waalkes zeichnerisches Werk sehen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Am Caricatura – Museum für komische Kunst war die Ottifantitis ausgebrochen – Alle wollten Otto Waalkes zeichnerisches Werk sehen. © Foto: Diether v. Goddenthow

In schierer Otto-Manie stürmten die Besucher das Caricatura auf der Suche nach den vielen – auch in Bildwerken – eingeschleusten kultigen Rüsseltierchen des beliebten Multitalents Otto Waalkes. Der Entertainer und studierte Grafiker, Musiker und bekannte Synchronsprecher hat eine langjährige, besondere Beziehung zu Frankfurt und der „Neuen Frankfurter Schule“. Anlässlich seines 70. Geburtstags hat das Museum für komische Kunst die Schau „Otto. Die Ausstellung“ auf die Beine gestellt, in der das bildnerische Werk des Ostfriesen von seinen Anfängen bis heute eindrucksvoll gezeigt wird. Pit Knorr, der mit Bernd Eilert und Robert Gernhardt das Autorenteam von Otto bildete, las dazu aus seinen Texten. Zugleich konnten sich Groß und Klein beim großen Ottifanten-Malwettbewerb kreativ an der künstlerischen Adaption von Ottifanten abarbeiten. Sie konnten auch Carton-Lesungen des „Titanic“-Zeichners Leonard Riegel lauschen und Konzert-Kostproben des Spardosen-Terzetts – der „größten kleinen Kapelle der Republik“ hören oder auf dem Weckmarkt eine Bratwurst essen.

Impression der Nacht: Hier  am Portal von Kaiserdom St. Bartholomäus und Dommuseum (links) und Beginn des am 9. Mai ab 14 Uhr wieder für die Öffentlichkeit freigegebenen, rekonstruierten  Krönungsweg der deutschen Kaiser (rechts), auf dem diese nach der Krönung im Dom mit ihrem Gefolge zum Festmahl in den Römer schritten..© Foto: Diether v. Goddenthow
Impression der Nacht: Hier am Portal von Kaiserdom St. Bartholomäus und Dommuseum (links) und Beginn des am 9. Mai ab 14 Uhr wieder für die Öffentlichkeit freigegebenen, rekonstruierten Krönungswegs der deutschen Kaiser (rechts), auf dem diese nach der Krönung im Dom mit ihrem Gefolge zum Festmahl in den Römer schritten..© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Dommuseum zeigt(e) im Kreuzgang des Kaiserdoms unter dem Titel „Hinter dem Pergament: Die Welt“. eine ganz besondere Ausstellung um den Verleger, Händler und Sammler Peter Ugelheimer, der 1442 in der Fahrgasse geboren wurde, und Gutenbergs Buchdruck in Venedig zur Blüte brachte. Präsentiert werden/wurden kostbare Bücher, Bibeln und auch Rechnungsbücher aus seiner kostbaren Sammlung. Zudem hatten die Besucher Gelegenheit an Vorführungen der Gutenberg-Druckpresse teilzunehmen.

Wen man auch fragte: Die Nacht der Museen kam wieder bestens an! Und selbst Leute, die sonst nicht viel mit Kunst am Hut haben, amüsierten sich köstlich auf der größten „Kunst- und Museums“-Party im Rhein-Main-Gebiet.
Aber heißt es nicht: Nach der „Nacht ist vor der Nacht“? Also dann bis zur nächsten Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach 2019!

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Mit Kulturticket freier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für Studis der Goethe-Uni

SOS-Brutalismus - Architektur-Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow
SOS-Brutalismus – Architektur-Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

ABER HALL0,-: Kulturticket für Studierende der Goethe-Universität und der Frankfurt University of Applied Sciences
Die Goethe Card, der Studierendenausweis der Goethe-Universität Frankfurt und der STUDY-CHIP, der Studierendenausweis der Frankfurt University of Applied Sciences, werden in 18 Museen der Stadt zum Kulturticket.
Einfach die Goethe Card oder den STUDY-CHIP an der Museumskasse vorzeigen und Geschichte, Architektur, alte, moderne und angewandte Kunst studieren und genießen.

Der freie Eintritt wird in Kooperation mit dem AStA der Goethe-Universität bzw. dem AStA der Frankfurt University of Applied Sciences angeboten und gilt für rund 60 000 Studierende in folgenden Häusern:
Archäologisches Museum
Caricatura Museum
Deutsches Architekturmuseum
Deutsches Filmmuseum
Hindemith Kabinett
Historisches Museum
Ikonen-Museum
Institut für Stadtgeschichte
Jüdisches Museum
Junges Museum
MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst
MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst
MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst
Museum Angewandte Kunst
Museum Giersch der Goethe-Universität
Museum Judengasse
Porzellan Museum
Weltkulturen Museum

Die Museumsparks und -cafés mit Blick auf die Skyline laden zu entspannten Pausen zwischen dem Museums-Hopping ein.

Heute eröffnet das Junge Museum (Kindermuseum) im Historischen Museum Frankfurt

Historische Drogerie unter Anleitung in Kinderhand, hier an der Apotheker-Waage, wie sie einst üblich waren. © Foto: atelier-Goddenthow
Historische Drogerie unter Anleitung in Kinderhand, hier an der Apotheker-Waage, wie sie einst üblich waren. © Foto: atelier-Goddenthow
Programm der Feierlichen Eröffnung
Samstag, 17. Februar

15 Uhr
FEIERLICHE ERÖFFNUNG mit:
– Peter Feldmann, Oberbürgermeister
– Ina Hartwig, Kulturdezernentin
– Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums
– Susanne Gesser, Leiterin des Jungen Museums
– Jörg Ehtreiber, Präsident von Hands On!
International Association of Children in Museums
Musikalischer Rahmen: HMF-Allstars

16 – 19 Uhr
– Die neue Sonderausstellung „WOW! Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum“
– Die Werkstätten sind geöffnet und können besichtigt und ausprobiert werden:
Kolonialwarenladen, Historische Drogerie,
Radiostudio (bis 18 Uhr), Malatelier, Druckwerkstatt,
Papierwerkstatt, Textilwerkstatt

Sonntag, 18. Februar
11 – 19 Uhr
– Die neue Sonderausstellung „WOW! Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum“
– Die Werkstätten sind geöffnet und können besichtigt und ausprobiert werden:
Kolonialwarenladen, Musikwerkstatt, Computerlabor,
Malatelier, Druckwerkstatt, Papierwerkstatt,
Schmuckwerkstatt, Textilwerkstatt

13:30 – 17 Uhr
– Bonbon-Machen, Vorführung in der Historischen Drogerie
15 Uhr
– Comic-Lesung „Das größte Fest der Welt“ in der Ausstellung

Mit dem Umzug des „Jungen Museums“ ist das neue Museums-Quartier komplett.
Der Kolonialladen ist einer der Magnete. Wie aus einer anderen Zeit, wirkt dieser historische Kaufmannsladen, wie er noch in den 50ern, auf dem Lande bis in die 60er Jahre durchaus noch anzutreffen war. © Foto: atelier-Goddenthow
Der Kolonialladen ist einer der Magnete. Wie aus einer anderen Zeit, wirkt dieser historische Kaufmannsladen, wie er noch in den 50ern, auf dem Lande bis in die 60er Jahre durchaus noch anzutreffen war. © Foto: atelier-Goddenthow

Frankfurt, 7.2.2018. Nach über zehn Jahren Sanierungs- und Bautätigkeit ist mit der Eröffnung des Jungen Museums das Museumsquartier Historisches Museum Frankfurt fertig gestellt. 2008 wurde das Kindermuseum für die Arbeiten im Rahmen der Neukonzeption des Historischen Museums an die Hauptwache verlegt und zieht nun, wenige Monate nach seinem 45. Geburtstag, mit anderem Namen an den Ort zurück, an dem es am 7.11.1972 eröffnet wurde. Junges Museum und Historisches Museum bilden fortan zusammen einen lebendigen und anregenden Kulturort für die ganze Familie. Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt dazu „Frankfurt ist eine Stadt, in der – im Vergleich zu anderen Großstädten  – besonders viele Kinder und Jugendliche leben. 16 % der Frankfurter/innen sind unter 18 Jahre alt. Die Hälfte der Frankfurter/innen stammt aus einem der 194 Staaten dieser Welt; bei den Grundschüler/innen sind es mehr als 80%. Das heißt, Frankfurt ist eine junge und internationale Stadt. Und wir wissen alle: Kinder sind unsere Zukunft! Für sie und ihre Eltern soll Frankfurt eine Stadt sein, in der man gut leben kann. Das Junge Museum im Museumsquartier trägt dazu entscheidend bei.“

Beispiel: Druckwerkstatt im Museumskeller.© Foto: atelier-Goddenthow
Beispiel: Druckwerkstatt im Museumskeller.© Foto: atelier-Goddenthow

Auf Ebene 0 im Gewölbe des Bernusbaus bieten Werkstätten Raum für Aktivität. In der beliebten Druckwerkstatt mit Originalen aus alten Frankfurter Druckereien wie z.B. Setzschränken mit verschiedenen Schriften und mechanischen Druckpressen kann gesetzt und gedruckt werden. In der angrenzenden Werkstatt werden Papiere geschöpft. In Zinkzubern setzen die Werkstattteilnehmer/innen selbst Papierbreie an.

Beim Papierschöpfen in den Werkstätten im Kellergewölbe.© Foto: atelier-Goddenthow
Beim Papierschöpfen in den Werkstätten im Kellergewölbe.© Foto: atelier-Goddenthow

Die dritte Werkstatt auf Ebene 0 ist das Forscherlabor, es ist neu im Programm. Hier werden Frankfurter Forscher/innen vorgestellt und man kann sich mit den Forschungsschwerpunkten von Persönlichkeiten wie Maria Sybilla Merian, Eduard Rüppell, Paul Ehrlich oder Tilly Edinger befassen.

Über dem Sonnemann-Saal hat das Junge Museum zwei weitere Ebenen zur Verfügung. Auf Ebene 2 zeigt es Sonderausstellungen, die einmal pro Jahr gewechselt werden.

Den Auftakt macht die Eröffnungsausstellung „Wow! –45 Jahre Kindermuseum Frankfurt“ (17.2.-14.9.2018). Auf Ebene 3 sind historische Spielräume versammelt. Der Kolonialwarenladen und die Urgroßelternküche laden zum Spielen und Erkunden exotischer Warenwelten und historischer Küchengeräte und Rezepte ein. Ein neues Angebot ist die originale Ladeneinrichtung einer Drogerie aus dem 19. Jahrhundert.

Dr. Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann im Fachgespräch mit Kindern über Heilsalben in der Historischen Drogerie. © Foto: atelier-Goddenthow
Dr. Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann im Fachgespräch mit Kindern über Heilsalben in der Historischen Drogerie. © Foto: atelier-Goddenthow

In porzellanenen Apothekergefäßen werden Heilkräuter und Pflanzen aufbewahrt. Bei Workshop-Angeboten werden ihre Wirkkräfte vermittelt, Tees und Salben hergestellt. Auch wenn die Ausstellungen und Angebote des Jungen Museums vor allem für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren ausgerichtet sind: Hier finden auch Eltern und Erwachsene viele interessante Anknüpfungspunkte und Wissenswertes.

Kulturdezernentin Ina Hartwig äußert sich begeistert über die Vielfalt der Angebote: „Kulturelle Bildung meint, dass kulturelle Erlebnisse allen, und zwar möglichst früh, ermöglicht werden. Sie bedeutet zudem Partizipation – das Sich-Beteiligen – am künstlerisch kulturellen Geschehen einer Gesellschaft. Die kulturelle Bildung gehört zur Allgemeinbildung und ist eine der Voraussetzungen für ein geglücktes Leben in persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Mit dem breiten Werkstatt- und Kreativprogramm des Jungen Museums werden beste Voraussetzungen und Raum für die Entwicklung von Fantasie und Gestaltungskraft geboten. Darüber bin ich sehr glücklich.“

v.li. Susanne Gessner, Leiterin des Jungen Museums, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, Museumsdirektor Dr. Jan Gerchow. © Foto: atelier-Goddenthow
v.li. Susanne Gessner, Leiterin des Jungen Museums, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, Museumsdirektor Dr. Jan Gerchow. © Foto: atelier-Goddenthow

Leuchtend orange ist das Logo-M des Jungen Museums. Es weist im Museumsquartier den Weg über das rote Treppenhaus im Bernusgewölbe zu den 3 Ebenen. „Das Junge Museum ist mehr als eine museumspädagogische Abteilung, es ist ein Museum im Museum. Hier werden speziell für Kinder und Jugendliche Ausstellungen konzipiert und realisiert“, beschreibt Museumsleiterin Susanne Gesser das Junge Museum.

Auf die Signalfarbe Orange treffen Besucherinnen und Besucher auch in den Ausstellungen des Historischen Museums. Durch die Dauerausstellung „Frankfurter Sammler und Stifter“ und „Frankfurt Einst?“ führen Familienspuren mit insgesamt 30 interaktiven Stationen. Sie bieten die museumsuntypische Möglichkeit, Dinge anzufassen und sich spielerisch mit Themen und Objekten aus der Ausstellung zu befassen. Auch vom Jungen Museum wurden in „Frankfurt Einst?“ zwei Studierzimmer eingerichtet. Die kleinen Räume sind angefüllt mit Objekten und laden dazu ein, sich vertiefend mit einzelnen Fragestellungen zu beschäftigen. Museumsdirektor Jan Gerchow erläutert: „In knapp zehn Jahren zeigte das Kindermuseum an der Hauptwache sieben Ausstellungen und erreichte über 350.000 Besucher/innen. Die erfolgreiche Arbeit und Erfahrung zeigt sich in der Konzeption des Museumsquartiers mit den Angeboten in den Dauerausstellungen. Mit der Eröffnung des Jungen Museums auf rund 600 Quadratmetern stehen neue Ausstellungen und Angebote speziell für Kinder und Jugendliche bereit. Sie dienen der Auseinandersetzung mit der Stadt und ihrer Geschichte. Das Junge Museum verknüpft die heutige Lebenswelt mit der Geschichte und macht sie nacherlebbar.

Das Junge Museum konnte Dank der Förderung durch zehn Paten realisiert werden: Adolf Messer Stiftung  – Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung  – Ernst Max von Grunelius-Stiftung  – Evonik – FAZIT-STIFTUNG – FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH -Frankfurter Sparkasse  Mainova AG – Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen – Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main

Erste Sonderausstellung

Wow - erste Sonderausstellung . © Foto: atelier-Goddenthow
Wow – erste Sonderausstellung . © Foto: atelier-Goddenthow

WOW!
45 Jahre Kindermuseum Frankfurt und
Ausstellung zur Neueröffnung des Jungen Museums Frankfurt

  1. Februar bis 14. September 2018

Die erste Ausstellung des Jungen Museums ist eine kleine Schau, die einen Rückblick auf 45 Jahre Kindermuseum und die vergangenen Ausstellungen mit Bereichen zum Mitspielen und einem Ausblick auf die Zukunft als Junges Museum Frankfurt kombiniert.

Großelternwohnzimmer im der Ausstellung Wow! © Foto: atelier-Goddenthow
Großelternwohnzimmer im der Ausstellung Wow! © Foto: atelier-Goddenthow

In vier Zimmern werden Exponate aus der Sammlung des Museums gezeigt, aber auch Objekte, die von Kindern im Rahmen der vergangenen Ausstellungen gestaltet wurden. Außerdem besteht die  Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. In einem historischen Schulzimmer kann man in alten Schulbänken sitzen und Schule um 1900 spielen. Ein Spielzimmer lädt ein, Objekte aus der Spielzeugsammlung zu betrachten, historische Spiele zu spielen oder selbst ein Spielzeug zu gestalten. Im Schattentheater wird mit eigenen und fremden Schatten gespielt und das  Familienzimmer lädt ein zum Erzählen, Hören und Erinnern von Familiengeschichten. Verbunden werden diese Zimmer durch einen Zeitstrahl von Fotos und Plakaten aus dem Kindermuseum seit 1972. Gleichzeitig sind alle Besucher/innen eingeladen, ihre Erinnerungen an den eigenen Besuch als Kind im Kindermuseum zur Chronik hinzuzufügen.

Wie Schule früher war - original Schulraum wie Schule noch bis in die 60er Jahre üblich war.© Foto: atelier-Goddenthow
Wie Schule früher war – original Schulraum wie Schule noch bis in die 60er Jahre üblich war.© Foto: atelier-Goddenthow

Ort:
Ort:

Junges Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
T +49 (069) 212 35599
info.junges-museum@stadt-frankfurt.de
www.junges-museum-frankfurt.de

Öffnungszeiten
Dienstag –Freitag: 10:00-18:00 Uhr
Mittwoch: 10:00- 21:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 11:00-19:00 Uhr

Eintritt
Kinder & Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt!
Erwachsene 4,00 €

Anmeldung für Gruppenbesuche
Susanne Angetter/Irma Hoog
T +49 (069) 212 25154
Besucherservice.historisches-museum@stadt-frankfurt.de

Veranstaltungstermine
TERMINE März BIS Juni 2018

Junges Museum Frankfurt im Museumsquartier des Historischen Museums
Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main
www.junges-museum-frankfurt.de

Termine im März bis Juni 2018 (chronologische Darstellung)
Sa, 03.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 04.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 10.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 11.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 17.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 18.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt
Sa, 24.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 25.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Mi, 28.03., 14-17 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Schnitzwerkstatt – Filigrane Objekte aus Knochen und Tagua-Nüssen
für Kinder von 9 bis 12 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Sa, 31.03.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 01.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Mi, 04.04., 14-17 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Druckwerkstatt – Traditionelles Handwerk und experimentelle Wort-Kreationen
für Kinder von 9 bis 12 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Fr, 06.04., 10-13 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Papierwerkstatt – Papier schöpfen und gestalten
für Kinder von 5 bis 8 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Sa, 07.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 08.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 14.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 15.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 21.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 22.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 28.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 29.04.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 05.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 06.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 12.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 13.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 19.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 20.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 26.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 27.05.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 02.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 03.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 09.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 10.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 16.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 17.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Sa, 23.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

So, 24.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Mi, 27.06., 14-17 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Digitalfotografie – Aufnahmen im Stadtraum und Bearbeitung am PC
für Kinder von 9 bis 12 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Fr, 29.06., 10-13 Uhr
Ferienwerkstatt für Einzelbesucher/innen
Papierwerkstatt – Papier schöpfen und gestalten
für Kinder von 5 bis 8 Jahren
Maximal 10 Teilnehmer/innen
Gebühr: 12€ pro Person (Anmeldung: 069 212 35 154)

Sa, 30.06.
Offene Werkstatt
Unternehmungslust und Tatendrang
für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Gebühr: Museumseintritt

Das Kindermuseum wird zum Jungen Museum und kehrt ins Historische Museum Frankfurt zurück – 17. – 18.02.2018 Eröffnungsfeier

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow.de
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow.de

Die Rückkehr des zum Jungen Museum metaphorisierten Kindermuseums

Kurz nach seinem 45. Jubiläum und nach knapp 10 Jahren am Spiel- und Ausstellungsort Hauptwache kehrt das Kindermuseum zurück in den Saalhof. Dort wo es 1972 eröffnet wurde wird es im Februar 2018 als Junges Museum neu eröffnet. Die erste Ausstellung des Jungen Museums ist eine kleine Schau, die einen Rückblick auf 45 Jahre Kindermuseum und die vergangenen Ausstellungen mit Bereichen zum Mitspielen und einem Ausblick auf die Zukunft als Junges Museum Frankfurt kombiniert.

eroeffnung-junges.museumIn vier Zimmern werden Exponate aus der Sammlung des Museums gezeigt, aber auch Objekte, die von Kindern im Rahmen der vergangenen Ausstellungen gestaltet wurden. Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. In einem historischen Schulzimmer kann man in alten Schulbänken sitzen und Schule um 1900 spielen. Ein Spielzimmer lädt ein, Objekte aus der Spielzeugsammlung zu betrachten, historische Spiele zu spielen oder selbst ein Spielzeug zu gestalten. Im Schattentheater wird mit eigenen und fremden Schatten gespielt und das Familienzimmer lädt ein zum Erzählen, Hören und Erinnern von Familiengeschichten. Verbunden werden diese Zimmer durch einen Zeitstrahl von Fotos und Plakaten aus dem Kindermuseum seit 1972. Gleichzeitig sind alle Besucher/innen eingeladen, ihre Erinnerungen an den eigenen Besuch als Kind im Kindermuseum zur Chronik hinzuzufügen.

 Rückkehr an den Ursprungsort

(kus) Mitten im Gewusel: Susanne Gesser, Leiterin des Kindermuseums. Sie wirkt ruhig und entspannt. Dabei hätte sie allen Grund das Gegenteil zu sein. Seit Anfang Januar stemmen sie und ihre Mitarbeiterinnen den Umzug des Kindermuseums von der Hauptwache an seinen Ursprungsort – nämlich ins Historische Museum. Sechs Wochen Zeit sind eingeplant. In dieser Zeit müssen 15 LKW-Ladungen ausgepackt, dutzende Exponate aufgebaut und der letzte Nagel an die Wand gehämmert werden, damit am 17. Februar das Kindermuseum wiedereröffnen kann. Dann heißt das Kindermuseum „Junges Museum“.

„Ich hatte großen Respekt vor diesem Unternehmen“, sagt Gesser. Aber nun steckt sie mittendrin. „Es läuft und ich will das nun vollenden“, sagt die 53-Jährige, lächelt und schaut sich um. Die Tafelwaage steht im Kolonialwarenladen und wartet darauf, von neugierigen Kinderhänden bespielt zu werden. Die Fensterscheibe des Computerlabors bekommt die letzte Reinigung und eine Mitarbeiterin sortiert das Geschirr in Ur-Großmutters Küche. „Es wird gut“, sagt Gesser. Jahrelange Vorbereitung und Planung liegen hinter der Museumsleiterin und ihrem Team.

Susanne Gesser ist neben der Leitung des Jungen Museums auch für das didaktische Konzept des Historischen Museums sowie für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ mit dem Stadtlabor verantwortlich. Susanne Gesser hinter der Theke im "Tante-Emma-Laden" © Stadt_Frankfurt, Foto: Salome Roessler
Susanne Gesser ist neben der Leitung des Jungen Museums auch für das didaktische Konzept des Historischen Museums sowie für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ mit dem Stadtlabor verantwortlich. Susanne Gesser hinter der Theke im „Tante-Emma-Laden“ © Stadt_Frankfurt, Foto: Salome Roessler

25 Jahre Dienst für das Kindermuseum

Sechs ihrer 43 festen und freien Mitarbeiter sind für den Umzug abgestellt. Gesser, die in Frankfurt Kunstpädagogik sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert hat, arbeitet seit 25 Jahren beim Kindermuseum, angefangen hat sie als Praktikantin. Als 1992 eine Stelle frei wurde, bewarb sie sich und es klappte. „Es ist wirklich ganz besonders, wenn man merkt: Wow, du bist schon 25 Jahre dabei“, sagt sie. Sechs Jahre nach ihrer Anstellung übernahm Susanne Gesser dann die Leitung. Als 2008 die Sanierung des Historischen Museums anstand, musste auch das Kindermuseum ausziehen. In den Räumen an der Hauptwache habe man damals eine gute Bleibe gefunden, sagt sie. „Das Junge Museum ist der Schlussstein, mit dem das Museumsquartier vollendet wird.“

Ein anspruchsvolles Publikum

Susanne Gesser ist neben der Leitung des Jungen Museums auch für das didaktische Konzept des Historischen Museums sowie für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ mit dem Stadtlabor verantwortlich. Die Ausbildung der Kuratorin erlaube ihr eine kreative und auch ungewöhnliche Herangehensweise an Themen. „Ich versuche zielgruppenorientiert zu arbeiten – ich nehme andere Sichtweisen und Positionen ein, um ein Thema zu betrachten“, erklärt sie. Museumsbesucher müssten sich angesprochen fühlen und sich einbringen können. „Kinder sind nicht weniger anspruchsvoll als erwachsene Besucher. Sie sind sehr kritisch und ehrlich. Wenn sie etwas langweilig finden, zeigen sie das auch sofort. Aber – und das ist auch so großartig an dieser Arbeit – Kinder sind auch begeisterungsfähiger als Erwachsene“, sagt Susanne Gesser.

Anfassen und Spielen erwünscht!

Kinder seien mit allen Sinnen dabei und das Konzept des Jungen Museums ist genau auf diese Art der Wahrnehmung ausgelegt: „Eine Ausstellung muss auch die Kinder aushalten können.“ Deshalb wird alles so aufgebaut und alle Exponate sind so ausgewählt, dass das Anfassen und Spielen erlaubt – ja gewünscht ist. „Es macht uns nichts, wenn die jungen Besucher mal laut sind. Wir wollen die unterschiedlichen Interessen und Vorlieben der Kinder ansprechen. Sie dürfen bei uns träumen, ausprobieren, herum rennen und alles anfassen“, sagt Gesser und lächelt. Die Museumsleiterin kennt ihre Kundschaft und schafft mit ihrem Team einen Raum für Geduldige und Ungeduldige, für Laute und Leise, für Neugierige, für Abenteurer und Entdecker. Basteln, Lesen, Spielen oder nur Anschauen – für die jungen Gäste ist alles da. „Die Eltern können ganz entspannt sein.“ Eines betont die Leiterin besonders: „Unser Museum ist kein Ort, wo Eltern vortragen und erklären müssen. Sie sollen sich auf all das hier einlassen und mit ihren Kindern entdecken.“ Das Junge Museum ist ein Ort für die ganze Familie, wo gemeinsam Geschichte und Gegenwart erlebt und gelernt werden soll.

Heilende Kräuter aus der historischen Drogerie

Auf ein neues Schmuckstück in der Ausstellung freut sich Susanne Gesser ganz besonders: Eine historische Drogerie aus dem 19. Jahrhundert. Als Geschenk übernommen aus dem im Jahr 2013 aufgelösten Darmstädter Wella-Museum. 98 Schubladen, versehen mit Porzellanschildern, beschriftet mit den Namen von Heilkräutern. Tausengüldenkraut, Kümmel oder aber auch Brombeerblätter verraten dem Besucher, was die Schubladen einst beherbergt haben. Die Restauration des komplett aus massivem Holz gebauten Schranks und der Holztheke hat ein Jahr gedauert. „Sie passt wunderbar zu dem Kolonialwarenladen, der bereits ein wichtiger Bestandteil unseres Museums ist“, erklärt Gesser.

Fragen selbst beantworten

Erleben und lernen, wie junge Leute um 1900 eingekauft oder sich gekleidet haben, können große wie kleine Besucher beim Spielen und Stöbern im Museum. Die Hauptzielgruppe sind Kinder zwischen 7 und 13 Jahren – und darin liegt auch der Ursprung des neuen Namens. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Kinder ab dem Grundschulalter der Auffassung sind, „zu alt“ für das Kindermuseum zu sein. Mit dem Jungen Museum ist ein Ort geschaffen, an dem Kinder und Jugendliche selbstbestimmt die Welt erkunden.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Junge Museum feiert am 17. März um 15 Uhr seine Wiedereröffnung. Am 17. und 18. Februar gibt es ein Familienfest. Der Eintritt ist für alle frei. Das Junge Museum hat von Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 18 Uhr, Mittwoch von 10 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr auf. Montags bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt für Kinder ist frei. Erwachsene zahlen vier Euro, für Frankfurt-Pass-Inhaber zwei Euro. Weitere Informationen finden sich unter http://junges-museum-frankfurt.de/

Die Programm-Highlights des Historischen Museums Frankfurt 2018

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Frankfurt am Main, 5.2.2018. Seit der Eröffnung des Ausstellungshauses im Oktober 2017 haben 74.624 (Stand 31.1.2018) Besucherinnen und Besucher das neue Historische Museum besucht. Von Januar bis Ende September 2017 waren es 60.063 Besucher, die das HMF verzeichnete und von Oktober bis Ende Dezember 2017 56.192. Bezogen auf den Monatsdurchschnitt haben sich die Besucherzahlen verdreifacht: So waren es rund 6.500 Besucher durchschnittlich pro Monat von Januar bis September und rund 18.500 in den Monaten seit der Eröffnung Anfang Oktober 2017. Die neuen Dauerausstellungen „Frankfurt Einst?“ und „Frankfurt Jetzt!“ in dem im Mai 2017 fertiggestellten Ausstellungshaus und die Highlights „Stauferhafen“ und „Schneekugel“ kommen bei den Besuchern ausgezeichnet an und erfüllen die Erwartungen des Museumsteams voll und ganz. So ist das neu entwickelte Konzept der Schneekugel, als ebenso ungewöhnliche wie unterhaltsame Modell- und Filmshow ein Anlass für Gespräche über die typischen Eigenschaften der Stadt Frankfurt zu sein, voll aufgegangen. Sowohl Frankfurterinnen und Frankfurter wie auch Touristen erhalten darüber einen emotionalen Zugang zur Stadt und ihrer Geschichte. Das gelingt auch mit dem großen Frankfurt-Modell im Ausstellungsbereich „Frankfurt Jetzt!“: Zusammen mit der „Schneekugel“ gehört es zu den Publikumslieblingen. Das 70 Quadratmeter große Modell beeindruckt vor allem durch die ungewöhnlichen Materialien und humorvollen Interpretationen.

In der "Geldstadt" © Foto: Diether v. Goddenthow
In der „Geldstadt“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Nach dem Umzug in das Dachgeschoß in eine eigens für das offene Archiv entwickelte Haus-im-Haus-Architektur, erfährt die Bibliothek der Generationen einen größeren Zuspruch und hat neue Freunde gewonnen. Die Medienstation, in welcher alle Inhalte der Kassetten verschlagwortet und nach Themen, Medien und Namen der Autoren recherchierbar sind, macht die Inhalte jederzeit auch ohne Assistenz von ehrenamtlichen Helfern einsehbar. Die Teilnehmerzahl bei den regelmäßig dienstags stattfindenden Präsentationsterminen ist gestiegen, im Durchschnitt kommen rund 15 bis 20 Interessierte zu jeder Veranstaltung.

Auch die Stadtlabor-Aktivitäten erfreuen sich einer größeren Nachfrage: für den Auftakt-Workshop am 30. Januar 2018 hatten sich rund 80 Teilnehmer angemeldet. In diesem Jahr wird es gleich 3 Stadtlabore geben: „Geerbt, gekauft, geraubt? – Vom Umgang mit schwierigen Dingen“ ab 17. Mai 2018, „Orte der Jugend“ ab Herbst 2018, und „Wie wohnen die Leute ?“ – Ein Stadtlabor über die Wohnrealitäten im „Neuen Frankfurt“ ab Mai 2019. Aktive Teilnehmer der Stadtlabore erhalten einen Ausweis als „Stadtlaborant/in“ mit dem sie und eine Begleitperson für zwei Jahre kostenlosen Eintritt in das Historische Museum erhalten. Auch die Autor/innen und Ehrenamtlichen der Bibliothek der Generationen haben einen eigenen Ausweis bekommen, der sie als
aktive Partner/innen des offenen Archivs auszeichnet.

Gute Nachrichten gibt es auch bei den Freunden & Förderern: rund100 neue Mitgliedschaften sind seit der Eröffnung im Oktober entstanden. Auch die Nachfrage bei den Raumanmietungen hat zugenommen. So wurden in 2017 an 50 Tagen Räumlichkeiten im Museum für Veranstaltungen vermietet, diese Zahl ist für 2018 bereits jetzt erreicht.

Neue Sonder-Ausstellungen in 2018

Sonderausstellungsbereich. In der "Geldstadt" © Foto: Diether v. Goddenthow
Sonderausstellungsbereich. In der „Geldstadt“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Ab Ende August 2018 zeigt das HMF die erste große Sonderausstellung im 900 Quadratmeter großen Ausstellungsraum: „Damenwahl! 1918/19 Frauen in die Politik“ thematisiert die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland vor 100 Jahren – die einzige große Ausstellung in Deutschland zu diesem Thema, mit zahlreichen Leihgaben aus dem In- und Ausland. Bereits jetzt zeichnet es sich ab, dass die Ausstellung überregionale Beachtung findet und das Thema großes Interesse weckt (eine gesonderte Mitteilung zur Ausstellung „Damenwahl!“ liegt dem Dossier bei).

Im 13. Sammlerraum, in dem das HMF Schenkungen von Förderern, Raritäten und Besonderheiten aus seinen Sammlungen zeigt, werden in 2018 zwei Ausstellungen gezeigt: „Pannen, Katastrophen und Apokalypsen“ stellt ab 6. Juni 2018 die Zeichnungen des Autodidakten Kurt Wölbing aus den Jahren 1967 bis 1983 vor. Ab November veranschaulichen Fotografien, Entwurfszeichnungen und Textilobjekte das Werk der Frankfurter Modeschöpferin Toni Schiesser („Frankfurter Spitzenarbeit – Mode von Toni Schiesser“, 8. November 2018 bis 28. April 2019).

Eine neues Wechselkabinett in der Dauerausstellung „Frankfurt Einst?“ wird im September zum ersten Mal neu bespielt. In der Themengalerie „Bürgerstadt“ sind die Biografischen Kabinette für den regelmäßigen Austausch konzipiert, so dass hier nach und nach viele Persönlichkeiten, deren Biografie mit der Stadtgeschichte verknüpft ist, mit Objekten, Texten und Hörstationen vorgestellt werden. Im Herbst wird Liesel Simon (1887-1958) den Anfang machen. Die Frankfurterin hat in den 1920er Jahren ein Puppentheater in Frankfurt unterhalten. Dafür hat sie Handpuppen gestaltet und Theaterstücke geschrieben. Verfolgt wegen ihrer jüdischen Herkunft, verließ sie Frankfurt 1941, um nach Ecuador auszuwandern.

Durch die großzügige Architektur des Museumsquartiers kommen die Angebote und Ausstellungen des Historischen Museums hervorragend zur Geltung. Bis zu 1.500 Besucher wie an den Wochenend-Tagen verkraftet das Quartier, ohne dass es zu Wartezeiten kommt. Daher sieht das Museumsteam auch den zu erwartenden weiter steigenden Besucherzahlen nach der Eröffnung des Jungen Museums am 17. und 18. Februar gelassen entgegen.

Einzelheiten und Termine erfahren Sie über Historisches Museum Frankfurt

Ort:
Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main
Tel ++49 (0)69-212-35599
Fax ++49 (0)69-212-30702

Ab sofort kostenfreier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für rund 14.000 Studierende

Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen "Junges Museum" beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow
Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen „Junges Museum“ beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow

Neue Kooperation zwischen Kulturdezernat und Frankfurt University of Applied Sciences

(kus) Ab sofort haben Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) die Möglichkeit, mit ihrem Studierendenausweis 18 Frankfurter Museen kostenfrei zu besuchen. Für das Kulturticket, einem gemeinsamen Projekt des Kulturdezernats und des AStA der FRA-UAS, bezahlen die Studierenden lediglich einen Euro pro Semester.
„Ich freue mich sehr, dass Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences ab sofort mit ihrem Studierendenausweis auch gleich das Kulturticket in der Tasche haben. Alle sind herzlich eingeladen, die teilnehmenden Häuser kennenzulernen. Der Museumsbesuch kann als Ausgleich zum Unialltag oder zur Vertiefung des Studiums beitragen und darf nicht am knappen Budget scheitern. Mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Frankfurt University of Applied Sciences haben wir einen tollen und sehr engagierten Kooperationspartner gewonnen“, betont Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Mit in den Verhandlungen stand der AStA der FRA-UAS und begrüßt das Ergebnis: „Zugang zu kulturellen Angeboten sollte kein Luxusgut, sondern eine Selbstverständlichkeit sein. Daher freuen wir uns, dass nun auch unsere Hochschule vom breiten Angebot der Frankfurter Museen profitieren kann. Das Kulturticket ermöglicht uns Studierenden auch außerhalb der eigenen Fachrichtung eine Weiterbildung abseits von Vorlesungen und Seminaren.“

Die Hochschulleitung ergänzt: „Wir begrüßen die Einführung eines Kulturtickets für unsere Studierenden. Das Kulturticket ermöglicht den Besuch aller städtischen Museen und bietet so eine weitere Gelegenheit für unsere Studierenden, sich mit der Stadt zu verknüpfen und dabei über den Tellerrand des Fachstudiums hinauszuschauen.“

Neben der Goethe-Universität Frankfurt ist die FRA-UAS die zweite Hochschule, mit der das Kulturdezernat eine Kooperation eingeht. Das Kulturticket ermöglicht rund 60.000 Frankfurter Studierenden, kostenfrei die museale Vielfalt Frankfurts zu erleben. Sie zeigen dafür an der Kasse lediglich ihren Studierendenausweis vor und besuchen damit kostenfrei alle Dauer- und Sonderausstellungen der teilnehmenden Museen. Die neue Kooperation des Kulturdezernats ist ein weiterer Schritt, Türen zu öffnen und kulturelle Bildung und Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Neben dem bereits bestehenden Angebot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können so auch Studierende das breite kulturelle Programm der Stadt kostenfrei kennenlernen und nutzen.

Die teilnehmenden Museen sind: Archäologische Museum, Caricatura Museum, Deutsche Architekturmuseum, Deutsche Filmmuseum, Hindemith Kabinett, Historische Museum, Ikonen-Museum, Institut für Stadtgeschichte, Jüdisches Museum (Wiedereröffnung 2019), Kinder Museum, MMK 1|2|3 des MMK Museum für Moderne Kunst, Museum Angewandte Kunst, Museum Giersch der Goethe-Universität, Museum Judengasse, Porzellan Museum und Weltkulturen Museum.

Mehr Infos „Freier Museumseintritt“

Am 7. und 8. Oktober großer Tag der offen Tür im neuen Historischen Museum Frankfurt – Universalmuseum für alle Fähigkeiten und Interessen

Neues Ausstellungshaus Historisches Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow
Neues Ausstellungshaus Historisches Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

Nach zehnjähriger Neugestaltung wurde gestern das Historische Museum Frankfurt der Presse vorgestellt, welches am   7. und 8. Oktober 2017 zu  Tagen der offenen Tür herzlich einlädt, 
Das neue Museum ist sensationell gut gelungen: Unterhaltsam, kreativ, informativ, digital und zugleich – ausreichend konservativ – objektorientiert. Auf mehreren Etagen zeigt es auf über 4000 Quadratmetern im neuen Ausstellungshaus nicht nur spannende Stadt-Geschichte , sondern spannt den Bogen bis in die Gegenwart mit dem Stadtlabor, der Bibliothek der Generationen und zahlreichen weiteren Mitmach-Angeboten und Vorträgen für alle Alters- und Interessenlagen.

Frankfurt einst - Geldstadt Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow
Frankfurt einst – Geldstadt Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Historische Stadtmuseum Frankfurt ist ein Universalmuseum für unterschiedliche Stadtentdecker: für die Bewohner und Benutzer der Mainmetropole, für Gäste – vom Stadtforscher bis hin zum eiligen Zwischenstopp-Touristen – und jeden mit  unterschiedlichen Voraussetzungen. Inklusion wird ganzheitlich verstanden: das Angebot ist gedacht für Besucher mit und ohne Vorkenntnisse, verschiedener Kulturkreise, Religionen, unterschiedlicher körperlicher Einschränkungen und Fähigkeiten. Baulich ist das Museum durchgehend barrierefrei. Ausstellungsinhalte sind zum Teil selbsterklärend, ohne Texte bis hin zu achtsprachigen Beschreibungen. Es gibt Tastmodelle, taktile Spuren, Ansagetexte, QR-Codes auf Objektschildern und Führungen, auch in Gebärdensprache.
Im Februar 2018 zieht das Kindermuseum von der Hauptwache ins neue  Ausstellungshaus  um, und heißt ab da: „Junges Museum“.

Angebot auf einen Blick

Mit der Eröffnung des Ausstellungshauses findet der konzeptionelle Wandel vom Fachmuseum für Geschichte zum modernen Stadtmuseum einen sichtbaren Ausdruck im Museumsquartier mit den Schwerpunkten:

  • Spolien (Skulpturfragmente) und Skulpturengalerie an der Fassade des neuen Ausstellungshauses und ein Groß-Periskop auf dem neuen Museumsplatz mit Blickachse auf die große „Schneekugel“ im Untergeschoss.
  • Bodenfund und Stauferhafen unter freiem Himmel zwischen Eingangsbau und historischem Saalhof.
  • Typisch Frankfurt! In einer überdimensionierten Schneekugel können 8 künstlerische Frankfurter Stadt-Modelle per Touchscreen abgerufen werden.
  • „Frankfurt Einst?“ 1000 Jahre Stadtgeschichte in fünf Themen auf Ebene 1 und 2).
  • „Frankfurt Jetzt!“, Ebene 3, zur Erkundung der Gegenwart und Zukunft der Stadt,
  • Junges Museum auf unterschiedlichen Ebenen ab Februar 2018
  • Sonderausstellungsbereich im Untergeschoss für bis zu drei Parallel-Ausstellungen geeignet: Zur Zeit mit der Fotoausstellung „Ein neues Museum für Frankfurt“, „Frankfurt Jetzt Erforschen!“ „Wie das Stadtlabor arbeitet“.

Ausstellungen & Neuheiten in der Übersicht

Der Stauferhafen

Jan Gerchow, Museumsdirektor erläutert die sensormediale Bedienertafel zur Erschließung Frankfurts vom 11 Jhrd. bis heute vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Stauferhafens. Foto: Diether v. Goddenthow
Jan Gerchow, Museumsdirektor erläutert die sensormediale Bedienertafel zur Erschließung Frankfurts vom 11 Jahrhundert. bis heute vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Stauferhafens, der von dieser Stelle aus einsehbar ist. Foto: Diether v. Goddenthow

Zwischen Saalhof und Eingangsgebäude sehen Besucher/innen in der Tiefe die Stadtmauer mit dem befestigten Kai samt abschließenden Holzbalken, der als Anlegestelle für Personenschiffe diente. Diese Hafenanlage hat sich erhalten, weil nach 1333 eine Stadterweiterung stattfand. Dabei wurde der Kai zugeschüttet und so bis in zum Juni 2012 geschützt, als sie beim Aushebend er Baugrube gefunden wurde. Der Holzbalken im Kai konnte über seine Jahresringe datiert werden: Der Baum wurde zwischen 1304 und 1314 gefällt. Er war der letzte einer Reihe von Balken, die hier verwendet wurden. Gebaut wurde der Hafen vermutlich zeitgleich mit der Pfalz der staufischen Könige, d.h. in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Obwohl es im hochmittelalterlichen Europa viele Flusshäfen mit Kai-Anlagen gegeben haben muss, ist dies die einzige bekannte, in ihrer Originalsubstanz erhaltene Anlage.

Deshalb musste der  Fund erhalten werden. Schnell fiel die Entscheidung, ihn prominent zu präsentieren. Die Architekten (LRO, Stuttgart) mussten die schon fertige Planung großer Teile des Neubaus dafür umplanen. Realisiert wurde eine Galerie um die Fundstelle in vier Metern Tiefe. An zwei großen Touch-Monitoren, die dort aufgestellt sind, können Besucher Animationsfilme starten und die mittelalterliche Stadt Frankfurt mit dem Hafenfund erkunden. Das Funktionsmenu wird in acht Sprachen angeboten, die nach den häufigsten Sprachgruppen bei Frankfurtbesuchen ausgewählt wurden, die Filme kommen ohne Sprache aus. Auf einem Steg im Untergeschoß auf Ebene 0 können Besucher ganz dicht an die historische Anlage herantreten.

Die Präsentation des Fundorts unter freiem Himmel wird ergänzt von der Ausstellung „Stauferzeit“ auf Ebene 0 im Saalhof. Sie wurde wie alle Dauerausstellungen in den historischen Altbauten bereits 2012 eröffnet,

Skulpturengalerie und Schneekugel auf dem Museumsplatz

Ein kleiner Ausschnitt aus der Skulpturengalerie zum Museumsplatz hin. Foto: Diether v. Goddenthow
Ein kleiner Ausschnitt aus der Skulpturengalerie zum Museumsplatz hin. Foto: Diether v. Goddenthow

Nähern sich unsere Gäste dem Museumsquartier, wird ihre Aufmerksamkeit auf zwei Angebote gelenkt. An den Fassaden des langen Ausstellungshauses sind in zweimal zwölf Nischen Spolien und Skulpturen aufgestellt. Und in der Mitte des Platzes werfen die Spiegel des Museumsperiskops die bunten Lichter aus dem Innern der Schneekugel auf die Fenster des großen Messing-Periskops. Die 46 Spolien an der Nordfassade des Ausstellungshauses stammen von Häusern aus der Frankfurter Alt- und Neustadt und gelangten überwiegend schon for den Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs ins Museum.  Die Skulpturen antiker Gottheiten und Verkörperungen der schönen Künste am Museumsplatz stammen aus Frankfurter Gärten des 17. bis 19. Jahrhunderts und verleihen dem Platz eine heitere Atmosphäre. Sie laden zum Verweilen auf den Basaltbänken rund um das messingfarbene Monument ein. Sie stellen die erste Ausstellung des Museums dar. Auf einer Messingtafel können die Besucher ihre Identitäten entschlüsseln. Smartphone-Besitzer erhalten mit dem QR-Code vertiefende Informationen, die auch am heimischen Rechner im Museumsportal erhältlich sind: https://historisches-museum-frankfurt.de/architektur/skulpturengalerie

„Typisch Frankfurt!“ in der großen Schneekugel

In Ebene 0 unter dem Museumsplatz

Modell Frankfurt ewige Baustelle. In der Schneekugel.  Foto: Diether v. Goddenthow
Modell Frankfurt ewige Baustelle. In der Schneekugel. Foto: Diether v. Goddenthow

Wo bin ich hier, was ist dies für eine Stadt? Wie wurde sie zu dem, was sie ist? Und was unterscheidet Frankfurt von anderen Städten? „Typisch Frankfurt!“ in der großen Schneekugel gibt auf ebenso kluge wie unterhaltsame Art Antworten auf diese Fragen. Acht von Künstlern gestaltete Modelle zeigen die sehr unterschiedlichen Gesichter Frankfurts. In die Modelle integriert wurden Szenen von prägenden Ereignissen, von Katastrophen und Glücksfällen.

Welches Modell zu sehen ist, entscheiden die Besucher/innen selbst mit dem Auswahlmenu. Ein unter der Schneekugel verborgener Kuka-Roboter erfüllt den Besucherwunsch und hebt das entsprechende Modell von unten in das Innere der Kugel. Multimedia-Projektionen auf den umgebenden Wänden der Schneekugel lassen die Besucher in die Themen der Stadt eintauchen und bieten ein ganz besonderes Erlebnis.

„Typisch Frankfurt“ ist ein innovatives Format, um sich in die vielen Gesichter dieser Stadt und die historischen Hintergründe einführen zu lassen. Gemeinsam mit der Präsentation des Stauferhafens erhalten Frankfurtinteressierte hier in kurzer Zeit tiefe Einblicke in das Wesen der Stadt.

Erstmals hat ein Team aus Wissenschaftlern, Gestaltern, ausgewählten Künstlern und Technikern für die musealen Präsentationen eines Museums in der Weise zusammengearbeitet, wie es für die Realisierung der großen Schneekugel geschehen ist.

Die acht Modelle in der großen Schneekugel

  • Frankfurt = Kriminelle Stadt // Tracey Snelling, USA
    Viele verbinden Frankfurt mit Raub, Drogenhandel und Prostitution. Ist dieses Bild gerechtfertigt?
  • Frankfurt = Bankfurt // Jakob Michael Birn, Berlin
    Seit Jahrhunderten lebt die Mainmetropole vom Handel mit dem Geld – heute ist die Stadt weltweit als bedeutender Finanzplatz bekannt.
  • Frankfurt = Industriestadt // Rob Voerman, Niederlande
    Durch Massenproduktionen und bedeutende Erfindungen wurde Frankfurt zum einflussreichen Industrie- und Chemiestandort.
  • Frankfurt = Drehscheibe // Edwin Zwackman, Niederlande
    Autobahnkreuz, Knotenpunkt im Schienennetz, Luft-Drehkreuz und Datenhub – Frankfurt ist eine internationale Drehscheibe
  • Frankfurt = Heimliche Hauptstadt // Marc und Sylvie Giai-Miniet, Frankreich
    Vom Ort der Kaiserkrönung zur beinahe Hauptstadt nach dem zweiten Weltkrieg.
  • Frankfurt = Kritische Stadt // Florian Göttke, Deutschland
    Die größte Stadt Hessens gilt als Stadt des Eigensinns, des Protests und der Kritik. Verdient sie diesen Ruf?
  • Frankfurt = Jüdische Stadt // Stephan Mörsch, Deutschland Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs war Frankfurt die Stadt, mit der zweitgrößten jüdischen Gemeinde Deutschlands.
  • Frankfurt = Ewige Baustelle // Daniel Verkerk, Niederlande
    Durch die zahlreichen Baustellen verändert sich das Stadtbild beinahe täglich.

Frankfurt Einst? – 1000 Jahre Stadtgeschichte in fünf Themen

(im neuen Ausstellungshaus Ebene 1 und Ebene 2)

Frankfurt einst. Foto: Diether v. Goddenthow
Frankfurt einst. Foto: Diether v. Goddenthow

Hier erschließt sich die Geschichte in „Frankfurt Einst?“, der auf 2.000 qm präsentierten  Ausstellung zur Stadtgeschichte, nicht über einen chronologischen Rundgang, sondern über fünf große Themengalerien. In der Galerie „Stadtbilder“ werden die Grundlagen der stadträumlichen Entwicklung und des Stadtbildes über fünf Jahrhunderte sichtbar gemacht. Die Galerie „100 x Frankfurt“ bietet einen ungewöhnlichen Zeitstrahl aus hundert eigensinnigen Objekten, deren Geschichten zugleich für die Vielfalt der Frankfurter Geschichte stehen. In den drei Themengalerien „Bürgerstadt“, „Geldstadt“ und „Weltstadt“ konzentriert sich das Museum auf die die „DNA“ Frankfurts. Diese drei Qualitäten haben Frankfurt über Jahrhunderte geprägt und ihre Facetten werden in überraschenden Inszenierungen mit den Objekten einer herausragenden Museumssammlung präsentiert. Die Ausstellung „Frankfurt Einst?“ bietet umfangreiche Informationen in Form von Texten (durchgehend in Englisch und Deutsch) sowie einem abwechslungsreichen Angebot digitaler Medien (Audio, Video, Bilder und Texte, Medientische).

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die in fünf Galerien gezeigte Ausstellung  gegliedert sich nach den Eigenschaften, die Frankfurt prägten und bis heute prägen, wie folgt:

Stadtbilder
… zeigt die Entwicklung des Frankfurter Stadtbildes von den Vogelschauplänen der Renaissance bis zum Hochhausrahmenplan von 2008. Die drei Bereiche „Frankfurt von oben“, „Altstadt-Drama“ und „Porträts der Stadt“ werfen immer wieder neue Blicke auf die Stadt.

100 x Frankfurt
… verdichtet Objekte und Geschichten zu einer vielschichtigen Stadtgeschichte und stellt die Highlights der Sammlung in neue Zusammenhänge. Ein Zeitstrahl führt durch über tausend Jahre Stadtgeschichte.

Bürgerstadt
Hier können Besucher/innen erfahren, wer Teil hat an den wesentlichen Entscheidungsprozessen. In Frankfurt waren dies immer Bürger/innen, anders als in Städten, die von Fürsten regiert wurden.

Geldstadt
Die wechselvolle Geschichte Frankfurts als Messeplatz des Reiches bis zum modernen Finanzplatz steht im Fokus.

Bilanz-Altar der Familie Heller. Foto: Diether v. Goddenthow
Bilanz-Altar der Familie Heller. Foto: Diether v. Goddenthow

Weltstadt
Die Themengalerie veranschaulicht Frankfurts Rolle als Zentralort der deutschen Geschichte sowie als europäischer Verkehrsknoten und Kommunikationszentrum.

Familienspur & Studierzimmer

Eines der beiden Studierzimmer im Museum.Foto: Diether v. Goddenthow
Eines der beiden Studierzimmer im Museum.Foto: Diether v. Goddenthow

Eine Familienspur durchzieht die Ausstellung. Fest installierte museumspädagogische Angebote laden bei ausgewählten Themen zum Experimentieren und Erkunden ein. So können Besucher im Bereich „Stadtbilder“ selbst die Altstadt gestalten oder an der Frankfurter Küche (Nr. 68, 100 x Frankfurt) die Arbeitswege messen. Die Angebote zum Anfassen und Ausprobieren sind in Orange gestaltet und bieten nicht nur Familien einen Mehrwert.

Einen besonderen Zugang zu den Inhalten des Museums bieten auch die Studierzimmer. Hier stehen Computer für Recherchen bereit, Schubladen und Türchen sollen geöffnet werden und Objekte dürfen angefasst werden. Wie die Familienspur, von der es eine weitere im Saalhof in der Ausstellung „Frankfurter Sammler und Stifter“ gibt, stellen auch die Studierzimmer eine Weiterentwicklung der Idee des inklusiven Museums dar. Sie sind nicht nur Angebote für Familien mit Kindern und werden von den Museumspädagog/innen bei der Arbeit mit Schulklassen eingesetzt, sondern sind für alle Besucherinnen und Besucher geeignet, die Tasten, Fühlen, Hantieren mögen, weil sie Spaß daran haben oder weil dies für sie der ideale Zugang zu den Museumsinhalten ist, weil sie beispielsweise blind sind.

Frankfurt Jetzt! Die Angebote zur Gegenwart

(Ebene 3 im Ausstellungshaus)

Das künstlerische Stadtmodell Frankfurt von Heller. oto: Diether v. Goddenthow
Das künstlerische Stadtmodell Frankfurt von Heller. Foto: Diether v. Goddenthow

Auf der Fläche von Frankfurt Jetzt! im Giebelgeschoss des neuen Ausstellungshauses werden zwei große raumprägende Installationen dauerhaft gezeigt: das Frankfurt-Modell und die Bibliothek der Generationen. Ein dritter Bereich ist für die Präsentation der Stadtlabor-Aktivitäten reserviert. In allen drei Bereichen geht es um das Frankfurt der Gegenwart, das zusammen mit Frankfurter/innen erforscht wird.

Das Frankfurt-Modell zeigt die Stadt so, wie sie von den Bewohner/innen beschrieben wurde. Das Historische Museum befragte 1.200 Frankfurter/innen nach ihren Stadt-Ansichten. Der Rotterdamer

Künstler Herman Helle hat daraus ein ungewöhnliches Stadtmodell gebaut. Die Vielfalt der Stadtteile und die Wahrnehmung der Stadt stehen im Mittelpunkt des Frankfurt-Modells. Das über 70 qm große Stadtmodell sieht nur von ferne so aus wie eines der üblichen Stadtplanungsmodelle. Je näher man ihm kommt, desto mehr erkennt man seine ungewöhnliche  Qualität.

Nachbarschaftsprojekt. Foto: Diether v. Goddenthow
Nachbarschaftsprojekt. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Bibliothek der Generationen ist ein von Sigrid Sigurdsson initiiertes künstlerisches Erinnerungsprojekt, das bereits über 100 Autor/innen in der Frankfurter Bevölkerung gewonnen hat. Mit einer Laufzeit von 105 Jahren (2000 – 2105) ist das Projekt generationenübergreifend angelegt. Hier werden Erinnerungen in Kassetten aufbewahrt, eingereicht von Privatpersonen, Institutionen, Gruppen und Initiativen. Die in den Beiträgen dargestellten Themen decken mit vielfältigen Medien zum Lesen, Hören und Anschauen ein breites Spektrum ab, das von autobiographischen Arbeiten, über künstlerische Beiträge bis hin zu wissenschaftlichen Darstellungen reicht. Das Museum führt regelmäßig Veranstaltungen zu einzelnen Themen oder Beiträgen durch und regt damit zur öffentlichen Auseinandersetzung an. An multimedialen Recherchestationen können Besucher/innen jederzeit die Bibliothek der Generationen im Haus der Erinnerungen erforschen.

Sie werden um eine Eröffnungsausstellung des Stadtlabors  „Frankfurt Jetzt Erforschen! Wie das Stadtlabor arbeitet“ (bis 22.4.2018) ergänzt, die einen Rückblick auf sechs Jahre Stadtlabor gibt und darüber informiert, was hier zukünftig alles möglich sein wird. Diese flexible Ausstellungsfläche ist der dritte große und wichtige Bereich von Frankfurt Jetzt! Von 2017 an werden hier partizipative Ausstellungen und Veranstaltungen präsentiert, die in Kooperation zwischen Museum und Frankfurter/innen entstehen. Ergänzt wird das Stadtlabor vom Stadtlabor digital. Das Stadtlabor Digital ist eine Webseite und eine Community, die an die Stadtlabor-Aktivitäten anknüpft. Zusammen mit vielen Usern sammeln wir hier selbstproduzierte Beiträge über Frankfurt. Auf der Karte können Audio-,Video-, Bild-, und Textbeiträge hochgeladen und mit der Community geteilt werden. So entsteht eine wachsende, kollaborative Sammlung von ortsspezifischem Frankfurt-Wissen. Eine wechselnde Auswahl der Beiträge wird auch in der Dauerausstellung Frankfurt Jetzt! gezeigt werden.

Sonderausstellung 2

Sonderausstellungsbereich. Foto: Diether v. Goddenthow
Sonderausstellungsbereich. Foto: Diether v. Goddenthow

The making of HMF – Ein neues Museum für Frankfurt

  1. Oktober 2017 — 15. Juli 2018

Wie entsteht eigentlich ein Museum? Was macht ein Stadtmuseum aus? Mit der Eröffnung des neuen Ausstellungshauses findet die Neukonzeption des Museumsquartiers ihren Abschluss. „The Making of HMF“ zeigt den langen Weg vom Abriss des „Betonbaus“ von 1972 bis zur Fertigstellung des letzten Bauabschnitts. Anhand von spektakulären Fotografien und einer raumgreifenden Videoinstallation erleben die Besucherinnen und Besucher die Entstehung des neuen Historischen Museums Frankfurt im Zeitraffer – vom Abtransport der Statue Karl des Großen über den Abriss des Betonbaus bis hin zu der Eröffnung des Ausstellungshauses mit dem markanten Doppelgiebel. Dabei steht die Architektur des Gebäudes nicht alleine im Fokus. Anhand von Interviews und Einblicken hinter die Kulissen des Museums wird auch die die Restaurierung der Exponate und die inhaltliche Entwicklungdes ungewöhnlichen Konzepts für ein Stadtmuseum thematisiert.

Fotos: Robert Metsch
Film: Westend TV
Ausstellungsgestaltung: arge gillmann schnegg, Basel

Neueröffnung

Historisches Museum Frankfurt

Am 7./8. Oktober 2017 öffnen die Türen im neuen Ausstellungshaus des Historischen Museums. Die großen Ausstellungen Frankfurt Einst? und Frankfurt Jetzt! laden zur intensiven Beschäftigung mit der Geschichte und Gegenwart der Stadt ein.

Programm am Samstag, 7. Oktober // Sonntag, 8. Oktober
kostenloses, halbstündiges Führungsangebot im Historischen Museum

Samstag, 7. Oktober 2017:

Sonderführungen

11.30 Uhr        Das neue HMF – Frank Berger
12 Uhr             Frankfurt Einst? – Wolfgang Cilleßen
12:30 Uhr        Das neue HMF – Jan Gerchow
13 Uhr             Frankfurt Jetzt! – Marta Dannoritzer
13:30 Uhr        Das neue HMF – Kristina Klein
14 Uhr             Highlights im Saalhof – Wolfgang Cilleßen
14:30 Uhr        Das neue HMF – Jan Gerchow
15 Uhr             Frankfurt Einst? – Nina Gorgus
15 Uhr                        Frankfurt 1742 – das größte Fest der Welt
Vorstellung des neuen Comics im Sonnemann-Saal
15:30 Uhr        Das neue HMF – Tobias Teichmann
16 Uhr             Frankfurt Jetzt! – Kristina Klein
16:30 Uhr        Das neue HMF – Jan Gerchow
17 Uhr                         Highlights im Saalhof – Jonathan Fedel
17:30 Uhr        Das neue HMF – Nina Gorgus

Sonntag, 8. Oktober 2017:

Musik & Tanz
11.30 Uhr        Swingtime mit den Red Hot Hottentots & Lindy Hop Frankfurt
im Sonnemann – Saal

Sonderführungen

11.30 Uhr        Das neue HMF – Wolfgang Cilleßen
12 Uhr             Frankfurt Einst? – Joscha Döpp
12:30 Uhr        Das neue HMF – Moritz Röger
13 Uhr             Frankfurt Jetzt! – Anne Gemeinhardt
13:30 Uhr        Das neue HMF – Wolfgang Cilleßen
14 Uhr             Highlights im Saalhof – Seyma Doudouxi
14:30 Uhr        Das neue HMF – Dieter Wesp
15 Uhr             Frankfurt Einst? – Alexandra Sajnikova

15 Uhr                        Frankfurt 1742 – das größte Fest der Welt
Vorstellung des neuen Comics im Sonnemann-Saal
15:30 Uhr        Das neue HMF – Hannes Pflügner
16 Uhr             Frankfurt Jetzt! – Franziska Mucha
16:30 Uhr        Das neue HMF – Anne Gemeinhardt
17 Uhr                         Highlights im Saalhof – Marita Pastoors
17:30 Uhr        Das neue HMF – Pascal Heß

Anmeldung und Start der Führungen am Infostand im Schneekugelfoyer (Ebene 0)

Besonders für Familien mit Kindern:
Familienspur im Sammlermuseum
Familienspur Frankfurt Einst?
(Ausstellungshaus Ebene 1 + 2)
Studierzimmer Frankfurt Einst?
(Ausstellungshaus Ebene 1 + 2)

Neue Dauer- und Sonderausstellungen
Frankfurt Einst? (Ausstellungshaus Ebene 1 + 2): Bürgerstadt, Weltstadt, Geldstadt, 100 x Frankfurt, Stadtbilder
Frankfurt Jetzt! (Ausstellungshaus Ebene 3),
Frankfurt Modell, Frankfurt Jetzt! erforschen, Bibliothek der Generationen
Saalhof (Altbau), Rententurm, Sammlermuseum, Stauferzeit
Museumseingang, Stauferhafen
Typisch Frankfurt! in der großen Schneekugel
(Schneekugelfoyer unter dem Museumsplatz, Ebene 0)
The making of HMF – Ein neues Museum für Frankfurt (Ebene 0)
Frankfurt Jetzt! erforschen – Wie das Stadtlabor arbeitet (Ebene 3)

Café Frankfurt:
Im Schneekugelfoyer kann zu den Öffnungszeiten das Museumscafé besucht werden.

Garderoben und Toiletten:
Schneekugelfoyer unter dem Museumsplatz, Ebene 0

Eintritt:
8€ / 4€ ermäßigt
Öffnungszeiten:
Samstag + Sonntag 11.00–19.00 Uhr

 

ANFAHRT Tram 11/12 (H Römer/Paulskirche), U4/U5 (H Dom/Römer)

Weitere Infos: Historisches Museum Frankfurt