Kategorie-Archiv: Pfingstturnier Wiesbaden 2017

Aufbau neuer Stars im Zentrum beim 81. Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier vom 2. bis 5. Juni

Sie schwebt ganz oben, auf Höhe der Schlossfenster, den Park im Blick –  neue Stars beim Wiesbadener PfingstTurnier! Foto: WRFC · Toffi
Sie schwebt ganz oben, auf Höhe der Schlossfenster, den Park im Blick –
neue Stars beim Wiesbadener PfingstTurnier!
Foto: WRFC · Toffi

Noch sechs Wochen – dann geht’s los beim 81. Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier vom 2. bis 5. Juni. Das Motto in diesem Jahr: Neue Stars!

Schon immer gehörten auch Nachwuchsprüfungen zum Programm des PfingstTurniers. 2017 stehen die neuen Stars noch bewusster im Mittelpunkt und zwar in allen Disziplinen.

„Der Fokus liegt in diesem Jahr auch auf denen, die Erfahrung auf unserem großen Platz sammeln wollen“, betont Michael Krieger, der seit vielen Jahren für den Springsport beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier verantwortlich ist. „Mit unserer neuen 1,40-Meter-Tour wollen wir neben den internationalen Topreitern auch jüngeren Reitern mit vielleicht noch etwas unerfahrenen Pferden eine Chance auf dem PfingstTurnier geben.“ Auch für achtjährige Pferde, die gerade aus der Youngster-Tour herauswachsen, sei die Tour gedacht. Oder für Reiter, die noch nicht sicher genug für die ganz große Tour seien. „Wir haben dieses Jahr in Wiesbaden die Chance, gezielt beim Aufbau neuer Stars zu helfen“, erklärt Krieger. „Einerseits mit dem U25-Springpokal, der erstmals bei uns Station macht, und andererseits mit der 1,40-Meter-Tour. Das ist eine wunderbare Chance und sehr wichtig für den Sport.“

Ähnlich ist die Devise in Wiesbadens Dressurviereck 2017. Der reiterliche Nachwuchs ist schon seit Jahren fester Bestandteil im Programm des PfingstTurniers. Auch 2017 sind Deutschlands beste Youngster wieder am Start: in den Pony-Dressurprüfungen, den Prüfungen für Junioren und für die Jungen Reiter. Neu ist in diesem Jahr der Louisdor-Preis für die acht- bis zehnjährigen Grand Prix-Nachwuchspferde. „Der Louisdor-Preis hat einen sehr hohen Stellenwert und findet auf sehr hohem Niveau statt“, erklärt Bundestrainerin Monica Theodorescu. „Er wird sehr gut von den Reitern angenommen und ist auch für mich immer hochinteressant. Ich habe schon einige Kandidaten für die Saison 2017 gesehen und kann nur sagen: Es wird eine hochwertige Louisdor-Saison.

Es werden gute Reiter-Pferd-Paare für den Louisdor-Preis in Wiesbaden anreisen – sicher auch Reiter aus dem A-Kader.“

2012 wurde der U25-Förderpreis Vielseitigkeit ins Leben gerufen und schon seit dem ersten Jahr ist Wiesbaden eine Station für Deutschlands beste ‚Nachwuchs-Buschis‘. So auch 2017. Im vergangenen Jahr hat Stephanie Böhe den U25-Förderpreis Vielseitigkeit. Mit drei Siegen in der Saison, unter anderem auch in Wiesbaden, schloss sie 2016 als Gesamtsiegerin der Serie ab. 2015 wurde Pia Münker Gesamtbeste der U25-Buschis, in Wiesbaden hatte sie sich für die zweitbeste U25-Leistung 45 Serienpunkte gesichert. Schon im U25-Premierenjahr 2012 war Wiesbaden eine Station mit Fingerzeig: Damals siegte Julia Krajewski im Biebricher Schlosspark und in der Gesamtwertung. 2017 ist Wiesbaden die fünfte von insgesamt neun Stationen. Wer wird in diesem Jahr für den ‚Fingerzeig‘ sorgen?

Bei der vierten Schlosspark-Disziplin schweben die Jüngsten meist ganz oben und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Im Voltigiersport sind die Kleinsten Gruppenmitglieder diejenigen, die bei den Stütz- und Hebefiguren über allen schweben. Nicht selten gucken die Hochgehobenen dann aus mehr als vier Metern im Galopp auf ihre Fans herunter. Nicht wenige von ihnen turnen einige Jahre später dann auch bei den Herren- oder Damen-Einzelwettbewerben oder im Pas de Deux mit. „Es sind ja Weltklasse-Teams, die in Wiesbaden an den Start gehen“, erklärt Bundestrainerin Ulla Ramge. „Da sind die Jüngsten meist elf oder zwölf, aber manchmal ist auch ein neunjähriges Teammitglied dabei.“ Mit neun Jahren den Schlosspark aus der galoppierenden Vogelperspektive erleben – ein Erlebnis der besonderen Art für jeden neuen Star!

KimKreling/ EquiWords

Der Wiesbadener Tipp:

Tickets für das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier vom 2. bis 5. Juni 2017 gibt es unter www.ticketmaster.de oder unter der Telefonnummer: 01806-9990000.

Die Weltcup-Finalisten im Schlosspark – und die quirligen Youngster

Romain Duguet – 2016 das erste Mal beim PfingstTurnier am Start,  jetzt Zweiter beim Weltcup-Finale in Omaha Foto: WRFC · Toffi
Romain Duguet – 2016 das erste Mal beim PfingstTurnier am Start, jetzt Zweiter beim Weltcup-Finale in Omaha
Foto: WRFC · Toffi

Für das Wiesbadener Publikum war Romain Duguet im vergangenen Jahr noch ein neues Gesicht. 2016 war Duguet zum ersten Mal beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier am Start. Jetzt ist er ein Star: Der französisch-schweizerische Springreiter, der gerade beim Weltcup-Finale in Omaha sensationeller Zweiter wurde. Es ist kein Zufall, dass etliche Weltcup-Finalisten aus Omaha Stammgäste im Schlosspark sind. Beide Events, das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier und der Weltcup der Springreiter, sind pure Springsport-Tradition mit hohem Anspruch.

In diesem Jahr trifft die exquisite Weltcup-Mischung auch in Wiesbaden aufeinander. Beim 81. PfingstTurnier treten die etablierten Topreiter und die quirligen Youngster im Schlosspark an, die aus dem U25-Spring-Pokal, die von der Sorte Guido Klatte jun.! Und der Andrang ist groß…

Die Wiesbadener Weltcup-Analyse :

Der Omaha-Dritte Henrik von Eckermann war schon vor sechs Jahren im Schlosspark erfolgreich, damals in den Sätteln von Paola und Cimba. Zum 17. Mal gehörte Marcus Ehning zu den Weltcup-Finalisten. Ehning, der einer der Stammgäste im Schlosspark ist und schon zweimal den Großen Preis von Wiesbaden gewonnen hat. Und Ludger Beerbaum – auch er ist ein ständiger und umjubelter Gast im Schlosspark. Beerbaum hat sogar schon dreimal den Sieg in Wiesbaden davon getragen. Letztes Jahr wurde Holger Wulschner Dritter im Großen Preis der Landeshauptstadt. Auch er hatte sich für Omaha qualifiziert, musste aber wegen einer Huf-Infektion seines Pferdes kurzfristig absagen. Oder denken wir an den in Deutschland lebenden Iren Denis Lynch. Noch ein Omaha-Reiter und auch er hat schon in Wiesbaden triumphiert, das war 2010.

Und dann war da dieser unglaubliche Youngster aus Deutschland, der in Omaha verblüffte: Guido Klatte jun. Der 21-Jährige war der Jüngste des gesamten Weltcup-Finales und katapultierte sich mit spektakulären Runden auf Platz sechs. Er lieferte damit das beste deutsche Ergebnis – weit vor Ehning (Platz zwölf) und Beerbaum (Platz 28) beispielsweise. ‚Weltcup-Frischling‘ Klatte hat seinen Weg in den internationalen Topsport über Deutschlands U25-Springpokal gefunden. 2015 hatte er sich für das Finale des Spring-Pokals in Aachen qualifiziert, hat die Nerven behalten und sich auf souveräne Art und Weise den Gesamtsieg gesichert – mit Siegen in allen drei Final-Wettbewerben. Der Spring-Pokal macht in diesem Jahr erstmals Station in Wiesbaden und Disziplin-Trainer Heinrich-Hermann Engemann freut sich: „Wir haben einen sehr starken Jahrgang für den Spring-Pokal!“ Mehr als 60 Bewerber haben sich schon zu Beginn der Spring-Pokal-Saison um einen Startplatz beworben – der Andrang ist groß! „Das Interesse ist riesig und ich werde straff auswählen. Im Spring-Pokal geht es um echten Spitzensport.“

Für die Stammgäste im Schlosspark-Parcours bedeutet das: Aufgepasst, Deutschlands beste Youngster werden Euch in Wiesbaden auf den Fersen sein.

KimKreling/ EquiWords

Traditionelles Top-Team: 90 Jahre WRFC, 81 Jahre PfingstTurnier

In den ersten Jahren des PfingstTurniers wurde noch oben vor dem Schloss gesprungen Foto: WRFC
In den ersten Jahren des PfingstTurniers wurde noch oben vor dem Schloss gesprungen
Foto: WRFC

Zum 81. Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier vom 2. bis 5. Juni werden rund 200 Pferdesportler mit 400 Pferden aus etwa 20 Nationen erwartet. Der Etat liegt nah an zwei Millionen Euro, rund 400.000 Euro Preisgeld werden in den 40 Prüfungen ausgeschüttet, weit über 60.000 Besucher pilgern an den PfingstTurnier-Tagen durch den Schlosspark. Das PfingstTurnier ist ein pferdesportliches und gesellschaftliches Mammut-Projekt. Es gehört zu den sportlich wichtigsten und schönsten Turnieren der Welt. Das ganz Besondere aber spielt sich hinter den Kulissen ab: Das PfingstTurnier wird allein von den Mitgliedern des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs (WRFC) auf ehrenamtlichem Engagement gestemmt – und das seit 81 Jahren. Das gibt es in dieser Form nirgendwo sonst. Sonst stecken hinter solchen Großprojekten Agenturen und professionelle Veranstalterorganisationen.

„Wir freuen uns jedes Jahr auf das PfingstTurnier. Rund ums Jahr arbeiten, organisieren und fiebern wir daraufhin“, betont WRFC-Präsidentin Kristina Dyckerhoff. „In diesem Jahr feiert unser Verein 90-jähriges Bestehen und es macht mich sehr stolz, dass unsere Mitglieder in all den Jahren mit ungebrochenem Enthusiasmus und Einsatz für das PfingstTurnier an einem Strang ziehen – ehrenamtlich und neben ihren täglichen beruflichen Herausforderungen.“

Am 14. Dezember 1927 gründeten einige angesehene Wiesbadener Bürger, darunter IHK Präsident Dr. Hans Dyckerhoff, den Wiesbadener Reit- und Fahr-Club. Wiesbaden und die Pferde – diese Kombination hatte schon damals eine lange Tradition. Etwa 50 n. Chr. haben die Römer Wiesbadens heiße Quellen als Heilquellen für sich entdeckt – und für ihre Pferde. Es wurden Badeanlagen für Pferde gebaut, mit deren Hilfe die Reiter ihre Pferde von Krankheiten befreien wollten. Die Badeanlagen waren bald wieder verschwunden, die Pferde blieben!

Der Wiesbadener Reit- und Fahr-Club war von Anfang an der ‚etwas andere Verein’. Er hatte nie einen eigenen Stall, ein eigenes Gelände, aber er war von Beginn an sehr aktiv. Der WRFC veranstaltete Jagden, führt jedes Jahr den beliebten Sternritt durch und schon im zweiten Jahr nach seiner Gründung stand ein internationales Turnier auf dem Programm. Auch für gesellschaftliche Events war der WRFC schnell bekannt, wenn er Reiter und Wiesbadener Bürger zu Bällen, Festtafeln, Empfängen und Dampferfahrten lud. Und seit 2013 organisiert der WRFC für seine Mitglieder Clubfahrten zu ausgewählten Gestüten.

Das PfingstTurnier ist seit seiner Premiere 1929 durch viele Höhen und Tiefen gegangen, aber es ist auch heute noch, samt des einleitenden Kutschenkorsos und der Wiesbadener Pferdenacht, das Aushängeschild und Jahreshighlight des WRFC – stabilisiert, etabliert und nicht mehr aus dem internationalen Pferdesportkalender wegzudenken. Das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier und der WRFC haben sich zu einer einzigartigen Verknüpfung von Tradition und Moderne, von Enthusiasmus und Engagement entwickelt.

2017 freut sich der WRFC, seinen 90. Geburtstag beim 81. PfingstTurnier feiern zu können – die Party kann steigen!

KimKreling/ EquiWords

Internationales PfingstTurnier 2. – 5. Juni 2017: Wiesbaden wird Station der Event Rider Masters

Ganz nah dran: Beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier können die Zuschauer  die Spitzenreiter im Gelände fast ‚fühlen‘. Foto: WRFC/Toffi
Ganz nah dran: Beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier können die Zuschauer
die Spitzenreiter im Gelände fast ‚fühlen‘. Foto: WRFC/Toffi

Die Vielseitigkeitswettbewerbe beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier sind anders, das waren sie immer schon: ganz nah und mittendrin. 2017 locken sie mit einer weiteren Spezialität. Das PfingstTurnier wird Station der Vielseitigkeitsserie Event Rider Masters (ERM)! Das Preisgeld wird auf 60.000 Euro aufgestockt.

Die Vielseitigkeitsstrecke führt durch den idyllischen Schlosspark direkt am Rhein der hessischen Hauptstadt – nah an den Zuschauern, herrlich zu beobachten, mit dem Zieleinritt auf dem großen traditionellen Springplatz. Internationale Reiter lieben den Schlosspark mit seiner Atmosphäre. Der Bundestrainer der deutschen Vielseitigkeitsreiter, Hans Melzer, ist ein Wiesbaden-Fan. Hier kann er jedes Jahr Nachwuchsreiter und Championatskandidaten testen. Und er ist Stammgast seit vielen Jahren: Michael Jung, der Beste. Der Olympiasieger, der Weltmeister und der jüngste Reitmeister. Auch er liebt dieses Turnier.

All das war für die Wiesbadener Organisatoren kein Grund, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. 2017 wird das Wiesbadener PfingstTurnier nun die erste Station der Event Rider Masters außerhalb Großbritanniens und die zweite der insgesamt sieben Stationen. „Ich freue mich sehr auf die Premiere der Event Rider Masters in Wiesbaden“, erklärt Albert Schäfer vom Wiesbadener Reit- und Fahr-Club. „Die Leute, die hinter dieser Serie stehen, wollen wirklich etwas für den Vielseitigkeitssport bewegen. Wir auch! Deshalb passen wir so gut zusammen und werden mit vereinten Kräften an einem Strang ziehen.“

Die Event Rider Masters ist noch jung, 2016 feierte sie ihre erste Saison – mit sechs ausgesuchten Stationen ‚auf der Insel’. In diesem Jahr werden es fünf in Großbritannien, eine in Frankreich und Wiesbaden in Deutschland sein. Das PfingstTurnier hat eine mehr als 80 Jahre währende Tradition mit jeder Menge Erfahrung und Knowhow. Beide können sich in ihrer Arbeit wunderbar gegenseitig inspirieren und unterstützen. Wiesbaden hat schon immer Spitzenreiter angezogen, die ERM ist eine zusätzliche Verlockung und das vierfache Preisgeld – 15.000 Euro waren es 2016, 60.000 werden es 2017 sein – dürfte die Reiter ebenfalls freuen. Damit wird Wiesbadens Drei-Sterne-Prüfung zur höchstdotierten in Deutschland. Einst steht schon heute fest: Das Starterfeld beim Wiesbadener PfingstTurnier 2017 dürfte eins der Extraklasse werden.

„Für uns ist es ein aufregender Schritt, die Serie auf den europäischen Kontinent auszuweiten“, erklärte mit Nachdruck ERM-Chef Chris Stone. „Die FEI legt großen Wert auf die geografische und internationale Ausbreitung der Serie – mit Blick auf den Sport und die Sponsoren. Wo könnte ein besserer Start in diese Richtung gelingen, als mit dem international bekannten und bewährten Turnier in Wiesbaden. Wir sind sehr froh, Wiesbaden als Station der Event Rider Masters begrüßen zu können.“

Das Ziel der Event Rider Masters ist nicht zuletzt die verbesserte Darstellung des Sports in den Medien. So werden alle Ritte mit neuen Kameratechniken übertragen – auch auf einer großen Videowand vor Ort im Stadion – fachkundig kommentiert und mit statistischen Analysen untermauert.

2017: die Event Rider Masters in Wiesbaden – eine wunderbare Vielseitigkeitspremiere!

KimKreling / EquiWords

Premiere: Deutschlands U25-Springpokal in Wiesbaden

Abheben im Biebricher Schlosspark – ab 2017 auch für Deutschlands beste Spring-Youngster.  Foto: WRFC/Toffi
Abheben im Biebricher Schlosspark – ab 2017 auch für Deutschlands beste Spring-Youngster. Foto: WRFC/Toffi

Das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier feiert 2017 eine weitere Premiere: Neben dem Louisdor-Preis für Deutschlands beste Grand Prix-Nachwuchspferde präsentieren sich bei der 81. Ausgabe des PfingstTurniers auch Deutschlands beste Nachwuchs-Springreiter. Deutschlands U25-Springpokal geht in seine vierte Saison und macht erstmals in Wiesbaden Station.

„Wir sind unheimlich froh, dass wir mit dieser Serie nach Wiesbaden kommen dürfen“, erklärt Bundestrainer Otto Becker. „Wiesbaden ist eins von den Top-Turnieren, die wir in Deutschland haben. Ich bin sicher, dass die jungen Leute da viel lernen können. Der große Platz mit den alten Bäumen ist speziell, in positivem Sinn speziell.“ Insgesamt sind es in diesem Jahr drei Springpokal-Stationen plus Finale, Wiesbaden ist Station Nummer zwei. Bei den anderen Stationen werden drei Prüfungen geritten, Wiesbaden hat eine Sonderregelung: In Wiesbaden werden nur zwei Prüfungen geritten, aber in beiden Prüfungen dürfen zwei Pferde geritten werden. Allerdings müssen die Reiter im Vorfeld benennen, welches Pferd für die Wertung des Springpokals zählen soll. „Ich freue mich sehr auf die Station Wiesbaden“, ergänzt Becker. „Für uns ist das eine super Station mit Blickrichtung zum Finale in Aachen.“

2014 wurde die Serie für die U25-Springreiter ins Leben gerufen. Denis Nielsen saß auf Cashmoaker als er beim Finale über die Ziellinie ritt und Deutschlands erster Springpokal-Sieger wurde. Ein Jahr später sicherte er sich den Titel: Deutscher Meister! 2015 flitzte Guido Klatte auf Coolio fast dreieinhalb Sekunden schneller durch das Springpokal-Finale als sein Verfolger und siegte souverän. Ein Jahr später wurde er Europameister der Jungen Reiter, 2017 hat er sich bereits mit sensationellen Runden einen Startplatz beim Weltcup-Finale in Omaha/USA gesichert. Im dritten Jahr feierte die erste junge Dame ihren Springpokal-Sieg: Kendra Claricia Brinkop trat im finalen Stechen gegen zwei weitere Damen an und siegte mit sieben Sekunden Vorsprung auf dem ehemaligen Bundeschampion A la Carte. Noch einer von den ganz erfolgreichen ‚jungen Wilden‘ ist Niklas Krieg. 2015 gewann er die U25-Springpokal-Etappe in Mannheim, ein halbes Jahr später verwies er die gesamte internationale Spitze beim Weltcup-Springen in Leipzig auf die Plätze und startete bis zum Finale in Göteborg durch.

Fraglos: Der U25-Springpokal ist die ‚Fundgrube‘ für die Championatsreiter von morgen. Das passt zu Wiesbaden. „Das PfingstTurnier ist seit vielen Jahren Station des U25-Förderpreises Vielseitigkeit und das mit großer Überzeugung und Begeisterung von unserer Seite“, betont Albert Schäfer vom Wiesbadener Reit- und Fahr-Club (WRFC). „Wir wissen, dass der Nachwuchs die Chance braucht, sich unter Topreitern und mit besten Bedingungen zu messen. Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt auch die besten deutschen Nachwuchsreiter im Springsattel bei uns im Schlosspark zu Gast haben werden. Der U25-Springpokal passt wunderbar zu unserem Konzept.“

Das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier wird nach Mannheim und vor Balve die zweite der drei U25-Springpokal-Stationen sein. Die Finalisten treffen sich, wie im vergangenen Jahr, im Rahmen des CHIO Aachen.

Highlight beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier2017

Reiten vor PfingstTurnier-Kulisse – eine herrliche Herausforderung  Foto: WRFC/ Sportfotos-Lafrentz.de
Reiten vor PfingstTurnier-Kulisse – eine herrliche Herausforderung
Foto: WRFC/ Sportfotos-Lafrentz.de

Für Lina Born (Hofheim) und Frank Hofmann (Wiesbaden) steht ihr Highlight des Jahres 2017 schon fest: Der Start beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier! Zwei regionale Springsportgrößen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, stellen sich der ‚kribbeligen Herausforderung‘ neben internationalen Stars der Szene an den Start zu gehen.

Es ist Tradition beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier, dass zwei Startplätze an regionale Reiter vergeben werden. Normalerweise sind das die beiden Erfolgreichsten des Schlossparkturniers, also der sogenannten kleinen Schwester des PfingstTurniers. Das Schlossparkturnier findet immer drei Wochen nach dem Internationalen PfingstTurnier statt, 2016 machten die Wassermassen aber einen Strich durch die Planung der Organisatoren. Der Schlosspark war einfach zu nass, das Turnier musste im Sinne von Reitern, Pferden und des Parks abgesagt werden. „Wir wollten aber unbedingt an unserer Tradition festhalten, zwei regionalen Reitern beim PfingstTurnier einen Start zu ermöglichen“, erklärt Albert Schäfer, Vorstandsmitglied des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs. „Also haben wir uns etwas anderes überlegt und den beiden erfolgreichsten Amateuren der Kreismeisterschaft die Plätze zugesprochen.“ Diese beiden Besten waren Lina Born, die sich den Kreismeistertitel der Leistungsklasse 3-Reiter sicherte, und Frank Hofmann, der Vize-Meister.

Lina Born und Frank Hofmann – Zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Lina ist die jüngste Tochter der pferdebegeisterten Familie Born und geht noch bei den Junioren, also den U18-Reitern, an den Start. Ihr Vater Manfred ist ihr Trainer und leitet den familieneigenen Pferdebetrieb Rosshof in Hofheim. Den Meistertitel sicherte sich Lina – und das ist der i-Punkt ihres Erfolgs – auf der selbst gezogenen Stute California.

Ganz anders Frank Hofmann. Der 53-Jährige ist zwar von Kindesbeinen an den Pferden verbunden, hat aber jahrelang mit der Reiterei ausgesetzt, um seine Catering-Firma aufzubauen. Erst durch seine Tochter animiert stieg er wieder in den Sattel, speziell in den von Fridolyn. „Fridolyn haben wir vor fünf Jahren gekauft, eigentlich für meine Tochter, aber das funktionierte nicht und so kam ich ins Spiel“, lacht Hofmann. „Wir haben uns zusammen entwickelt und im vergangenen Jahr einige gute Runden gedreht.“ Als der Hobby-Springreiter erfuhr, dass er beim PfingstTurnier 2017 reiten darf, hat er erst einmal nachgedacht. „Ich kenne das PfingstTurnier sozusagen von der anderen Seite der Bande, ich habe dort einige Jahre Catering gemacht. Aber auf den traditionellen Springplatz selbst einzureiten – das ist schon etwas anderes“, gesteht er. „Aber ich bin jemand, der gerne einen Schritt weitergeht und die Chance kommt vielleicht nie wieder.“ Nach kurzer Pause hängt Hofmann noch schmunzelnd an: „Ich habe es auch gerne mal kribbelig.“

Eine „kribbelige Herausforderung“ wird das PfingstTurnier 2017 sicher für beide – spannende Momente, wenn man beim Abreiten Bügel an Bügel mit den internationalen Springsportstars unterwegs ist, inklusive.

KimKreling/ EquiWords

Der Wiesbadener Tipp:

Tickets für das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier vom 2. bis 5. Juni 2017 gibt es unter www.ticketmaster.de oder unter der Telefonnummer: 01806-9990000.

Louisdor-Preis beim Wiesbadener PfingstTurnier Das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier wird Station für Deutschlands beste Grand Prix-Nachwuchspferde.

Weihegold OLD – über den Louisdor-Preis zur Siegerin beim Wiesbadener PfingstTurnier  und zu olympischem Gold! Foto: Sportfotos-Lafrentz.de
Weihegold OLD – über den Louisdor-Preis zur Siegerin beim Wiesbadener PfingstTurnier
und zu olympischem Gold! Foto: Sportfotos-Lafrentz.de

„Im vergangenen Jahr haben wir pünktlich zum 80. Geburtstag des PfingstTurniers den fünften Stern in der Dressur bekommen. Wir haben uns als Euro-Sichtung für Deutschlands besten Dressur-Nachwuchs etabliert. Und jetzt runden wir unser Programm mit einer Station der wichtigsten Grand Prix-Nachwuchs-Serie Deutschlands ab – das ist einfach klasse!“, freut sich Isabelle Kettner vom Wiesbadener Reit- und Fahr-Club, die beim PfingstTurnier für den Bereich Dressursport verantwortlich ist.

Wiesbaden wird in der Saison 2017 die zweite von sechs Etappen des Louisdor-Preises sein, die jeweils ersten beiden Paare der Wertungsprüfung qualifizieren sich für das Finale in Frankfurt.
Gerade feierte die Serie für Deutschlands beste Grand Prix-Nachwuchspferde ihr zehntes Finale in der Frankfurter Festhalle. Ein Charmeur der Extraklasse, ein Tänzer mit Modeloptik sicherte sich den Sieg: Sammy Davis jr unter dem Sattel der Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider. Keine Frage: Der Louisdor-Preis ist zum exquisiten Pool gereift, aus dem Cheftrainerin Monica Theodorescu ihre Sieger von morgen schöpft.

Der Dressursport und das Internationale Wiesbadener PfingstTurnier haben eine lange und besondere Verbindung. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatten die Dressurprüfungen ihren festen Platz im Wiesbadener Programm. 1985 wurde erstmals das internationale offizielle Dressurturnier CDIO in Wiesbaden ausgetragen. Seither stehen die Siegerlisten des Wiesbadener PfingstTurniers für wirklich große Dressursportnamen wie Dr. Reiner Klimke, Nicole Uphoff und Isabell Werth.
Werth ist Stammgast in Wiesbaden. Die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten schwärmt von Wiesbaden als „ganz sicher eins der schönsten Turniere überhaupt“, sie ist Rekordsiegerin des PfingstTurniers und sie ist ein olympisches Bindeglied zum Louisdor-Preis. Die schwarze Dressurperle Weihegold OLD wurde über den Sieg im Finale des Louisdor-Preises, unter dem Sattel von Beatrice Buchwald und unter dem Management und der Ausbildung von Isabell Werth, in den großen Grand Prix-Sport eingeführt. Bei den Olympischen Spielen in Rio brachte Werth ihre Perle nahe der Vollendung zum Strahlen. Der Louisdor-Preis im wahrsten Sinn als olympische Vorstufe. Mit Emilio gewann Werth das Louisdor-Preis-Finale 2015. Der Westfale stand auf der ‚Nachrücker-Liste‘ für Olympia und hat bereits zweimal den German Master gewonnen. Ein weiteres Zeichen für die Klasse dieser Ausnahmeserie.

„Ich freue mich, dass ein so traditionelles Turnier wie Wiesbaden nun eine Louisdor-Station bekommt“, betont die internationale Dressurrichterin Dr. Evi Eisenhardt, die zugleich Vorstandsmitglied der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung ist. Der Stiftung, die die Serie seit 2012 unterstützt. „Ich bin sicher, dass wir in Wiesbaden – wie immer – auf beste Bedingungen und beste Atmosphäre treffen werden. Das passt genau zu dieser wertvollen Serie.“
KimKreling/ EquiWords