Kategorie-Archiv: Rathaus Mainz

Schlüssel der Mainzer Rheingoldhalle an Betreiber mainzplus Citymarketing überreicht

Der mit neuester Licht-, Kommunikations- und Lüftungstechnik ausgestattete, große Kongress-Saal der Mainzer Rheingoldhalle für 2200 Sitz- u. 3000 Stehplätze bietet neben dem Gutenberg-Saal genügend Platz für Messen, Kongresse und Kulturevents jeglicher Art. © Foto Diether v. Goddenthow
Der mit neuester Licht-, Kommunikations- und Lüftungstechnik ausgestattete, große Kongress-Saal der Mainzer Rheingoldhalle für 2200 Sitz- u. 3000 Stehplätze bietet neben dem Gutenberg-Saal genügend Platz für Messen, Kongresse und Kulturevents jeglicher Art. © Foto Diether v. Goddenthow

„Sie hat Aura, Ausstrahlung und Charme sowie eine technische und energetische Ausstattung, die wir uns im 21. Jahrhundert wünschen“, freute sich Oberbürgermeister Michael Ebling über die frisch sanierte Rheingoldhalle bei der Schlüsselübergabe am 3. Januar 2022. Für Bürgermeister Günter Beck, der die 38-monatige Sanierungsphase mit allen Höhen und Tiefen auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) miterlebt hat, war der Fertigstellungstermin zugleich ein Gänsehautmoment. Beck erinnerte bei der Schlüsselübergabe auch an den 16. Mai 2019, als die Rheingoldhalle mitten in der Sanierungsphase in Flammen stand.

(v.l.i.n.r.): Bürgermeister Günter Beck, Oberbürgermeister Michael Ebling, Katja Mailahn, Geschäftsführerin mainzplus Citymarketing, Marc André Glöckner, Geschäftsführerer mainzplus Citymarketing, Dipl.-Ing. Architektin Britt Thieme der fs-architekten GmbH sowie Projektleiter der MAG, Frank Intra bei der symbolischen Übergabe des Schlüssels, den zuvor ein ferngesteuerter „MAG-Bagger en miniature“ brachte. © Foto Diether v. Goddenthow
(v.l.i.n.r.): Bürgermeister Günter Beck, Oberbürgermeister Michael Ebling, Katja Mailahn, Geschäftsführerin mainzplus Citymarketing, Marc André Glöckner, Geschäftsführerer mainzplus Citymarketing, Dipl.-Ing. Architektin Britt Thieme der fs-architekten GmbH sowie Projektleiter der MAG, Frank Intra bei der symbolischen Übergabe des Schlüssels, den zuvor ein ferngesteuerter „MAG-Bagger en miniature“ brachte. © Foto Diether v. Goddenthow

Der symbolische Schlüssel wurde mit einem von Günter Beck ferngesteuerten Spielzeug-Bagger an Oberbürgermeister Michael Ebling überreicht, der ihn schließlich der neuen Geschäftsführung von mainzplus Citymarketing übergab: an Marc André Glöckner und Katja Mailahn.

„Bei uns ist die Freude sehr groß und auch das Interesse unserer Kundinnen und Kunden, in jedem Fall sind wir begeistert von den innovativen und technischen Vorteilen der neuen Räumlichkeiten. Schon jetzt können wir feststellen, dass Veranstaltungsplaner die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten der Räume schätzen, sowohl digital, hybrid als auch live vor Ort“, freut sich Marc André Glöckner, Geschäftsführer der mainzplus CITYMARKETING GmbH.

Katja Mailahn und Marc André Glöckner, die neuen Geschäftsführer von mainzplus CITYMARKETING, werden die Rheingoldhalle nach fast dreijähriger Umbauzeit und den Folgen der Corona-Pandemie wieder zu einem der international gefragtesten Kongressorte machen. Die grandiose  Rheinuferlage der Rheingoldhalle, ein absolutes  Alleinstellungsmerkmal, dürfte hierbei helfen. Mittlerweile konnten bereits alte Kunden zurückgewonnen und  neue Kunden, etwa aus dem Frankfurter Raum, hinzugewonnen werden. © Foto Diether v. Goddenthow
Katja Mailahn und Marc André Glöckner, die neuen Geschäftsführer von mainzplus CITYMARKETING, werden die Rheingoldhalle nach fast dreijähriger Umbauzeit und den Folgen der Corona-Pandemie wieder zu einem der international gefragtesten Kongressorte machen. Die grandiose Rheinuferlage der Rheingoldhalle, ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, dürfte hierbei helfen. Mittlerweile konnten bereits alte Kunden zurückgewonnen und neue Kunden, etwa aus dem Frankfurter Raum, hinzugewonnen werden. © Foto Diether v. Goddenthow

Mitgeschäftsführerin Katja Mailahn zeigt sich vor allem über die Öffnung zum Rhein hin begeistert: „Wir haben mit der Rheingoldterrasse auf der oberen Ebene, den neuen Foyer- und Veranstaltungsflächen auf Rheinniveau und den neuen Zugangsmöglichkeiten vielfältige Möglichkeiten, mit denen sich Kundinnen und Kunden präsentieren können. Insgesamt birgt dieses moderne, rundum-sanierte Kongresszentrum große Chancen für den Kongress- und Tagungsstandort Mainz, mit dem wir uns auf dem nationalen und internationalen Veranstaltungsmarkt verstärkt positionieren können“.

Rheingoldhalle  Mainz - ©  Foto Diether v Goddenthow
Rheingoldhalle Mainz – © Foto Diether v Goddenthow

Der zuständige Projektleiter der MAG, Frank Intra, hob noch einmal hervor: „Das Highlight der frisch sanierten Rheingoldhalle ist vor allem der neue Kongress-Saal, der nicht nur die goldene Farb-Anmutung vom Faltdach-Mosaik aufgreift, sondern auch mit der markanten dreieckigen Dachform spielt, die sich in der goldenen Wandverkleidung wiederfindet. Ein sehr gelungenes und beeindruckendes Ergebnis.“

Sanierung und Umbau der Mainzer Rheingoldhalle abgeschlossen – Kongress-Saal als Highlight

Rheingoldhalle  Mainz - ein neues Mainzer Prunkstück. Am 3.-Januar soll die Übergabe erfolgen. ©  Foto Diether v Goddenthow
Rheingoldhalle Mainz – ein neues Mainzer Prunkstück. Am 3.-Januar soll die Übergabe erfolgen. © Foto Diether v Goddenthow

Sichtlich glücklich und zufrieden brachte es Bürgermeister Günter Beck beim Presserundgang auf den Punkt: „Die neue Rheingoldhalle steht – wie wir im Oktober angekündigt haben – rechtzeitig zum Jahreswechsel kurz vor der Fertigstellung. Auch wenn noch letzte handwerkliche Arbeiten vorgenommen werden, sieht man sofort, dass hier ein neues Mainzer Prunkstück entstanden ist.“

Das Highlight der frisch sanierten Rheingoldhalle ist vor allem der neue Kongress-Saal, der nicht nur die goldene Farb-Anmutung vom Faltdach-Mosaik aufgreift, sondern auch mit der markanten dreieckigen Dachform spielt, die sich in der goldenen Wandverkleidung wiederfindet.

Der Kongress-Saal erstrahl in neuem Glanz. Bis zu 2200 Gäste finden hier Platz. ©  Foto Diether v Goddenthow
Der Kongress-Saal erstrahl in neuem Glanz. Bis zu 2200 Gäste finden hier Platz. © Foto Diether v Goddenthow

Wenn man sich die sanierten Räumlichkeiten anschaut, lässt sich allenfalls erahnen, wie sehr die Planer, Architektinnen und Bauherren in den letzten Jahren in die Substanz der Rheingoldhalle eingreifen mussten. „Wir haben das gesamte Gebäude buchstäblich auf den Rohbau entkernt und neu aufgesetzt,“ so der MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann.

Räume wurden zusammengelegt, andere verlagert, Oberflächen umgestaltet, verschiedene Ebenen ausgeglichen, siebzehn riesige fast zwanzig Meter lange Bohrpfähle in das Erdreich zum Teil per Hand eingearbeitet, um die Statik des Gebäudes zu ertüchtigen. Mannshohe Lüftungskanäle mit enormem Querschnitt mussten im Baukörper in allen Ebenen nicht sichtbar untergebracht werden, um die Veranstaltungsräume samt Foyer mit frischer Luft – nachhaltig und möglichst klimafreundlich – zu versorgen. „Damit wir die gesamte Lüftungs- und Klimatechnik überhaupt unterbringen konnten, mussten wir die frühere Empore im Kongress-Saal für die aufwendige Technik zweckentfremden“, erklärt der zuständige Projektleiter Frank Intra.

Erschwerend kam in der Anfangsphase hinzu, dass es kaum technische Unterlagen über den Bau der Rheingoldhalle aus den 1960er Jahren gab. „Das Wenige, was wir an dokumentierten Plänen finden konnten, stimmte dann überraschender Weise mit der Wirklichkeit vor Ort fast nie überein,“ bekennt die Architektin Britt Thieme von fs Architekten.

Mainzer Rheingoldhalle. Seminarräume, wo einst die Spielbank war. ©  Foto Diether v Goddenthow
Mainzer Rheingoldhalle. Seminarräume, wo einst die Spielbank war. © Foto Diether v Goddenthow

Was mit dem Rückbau der Rheingoldhalle im Jahre 2018 begann, entpuppte sich dann als ein Überraschungspaket und eine gewaltige architektonische Herausforderung, bei der am Ende kein Stein auf dem anderen blieb. Die umfangreichsten Veränderungen gab es auf der Ebene 0, wo sich die Räume der ehemaligen Spielbank befanden. „Erschwerend kam hinzu, dass die Spielbank sowohl technisch als auch logistisch an das Hilton angeschlossen war. Zur Rheingoldhalle gab es im Grunde keine Verbindung,“ ergänzt Intra. Daher musste nicht nur die Ebene 0 bis auf die Bodenplatte entkernt werden, sondern auch die alte Technikzentrale der Spielbank entkoppelt, zurückgebaut und über modernste Leitungen an die neue Technikzentrale der Rheingoldhalle angeschlossen werden. „Dort, wo früher die Technikzentrale der Spielbank war, ist heute ein Foyer. Wir mussten in der Ebene 0 also ganz neue Wegebeziehungen schaffen, um Verbindungen zwischen der Rheinstraße und dem Rheinufer und innerhalb des Gebäudes auf allen Ebenen herstellen zu können“, so Thieme.

Aufgelöst wurden sämtliche Räume der Spielbank, samt Lager und Kassenbereich, die teilweise unterschiedliche Bodenniveaus hatten. Da die Raumverteilung so ausgelegt werden sollte, dass die einzelnen Tagungsräume separat angesteuert und von unterschiedlichen Veranstaltern gebucht werden können, wurde das bestehende Raumkonzept überarbeitet, der Dijonsaal komplett verlegt, neue Tagungsräume aufgebaut: „Wir haben vor allem die Foyerflächen im Vergleich zu vorher verdoppelt und damit erstmals ein etwa ausgeglichenes Verhältnis zwischen Veranstaltungs- und Foyerzonen,“ so Thieme.

Selbstverständlich wurde der Umbau der Rheingoldhalle auf allen Ebenen barrierefrei umgesetzt, dafür wurden allein drei neue Aufzüge eingebaut. Zusätzlich wurde der Bühnenaufzug komplett erneuert und wie vorher so ausgelegt, dass er von der Ebene 0 bis auf die Saalebene fahren kann. Was logistisch eine enorme Erleichterung für die künftige Nutzung der Bühne im Kongress-Saal bedeutet.

Damit auch die direkte Anfahrt zu den Bühnenaufzügen wiederum möglich ist, wurde der teilweise durch ein Werkstattgebäude blockierte Weg parallel zur Rheinstraße als Durchgangsstraße ausgebaut und tiefer gelegt, sodass auch 7,5-Tonner die Rheingoldhalle auf Eingangsebene anfahren können und die Aufzüge von hier aus direkt beladen werden können.

Ein neuer Zugang zur Rheingold-Halle über die rheinseitig angebaute  Terrasse. Die Handwerker bei Abschlussarbeiten. ©  Foto Diether v Goddenthow
Ein neuer Zugang zur Rheingold-Halle über die rheinseitig angebaute Terrasse. Die Handwerker bei Abschlussarbeiten. © Foto Diether v Goddenthow

Den Zuschauern und Veranstaltern stehen künftig mehrere Zugänge in die Rheingoldhalle zur Verfügung: wie bisher über den Jockel-Fuchs-Platz am Gutenbergsaal vorbei, ganz neu ist der repräsentative Eingangsbereich an der Rheinstraße. Auf der Rheinuferseite wiederum angrenzend ans Hilton gibt es einen weiteren Zugang, über den man künftig, unabhängig von der sonstigen Saalnutzung, den Dijonsaal direkt anzusteuern kann. Sofern gewünscht existiert auch auf der Seite zum Parkhaus ein Seiteneingang, der direkt zum Watfordsaal führt.

Während im Untergeschoss der Raumzuschnitt komplett verändert wurde, sind die Flächen in der Ebene 1 mehr oder weniger gleichgeblieben. Allerdings wurde auch hier die gesamte Ebene auf Rohbau-Niveau entkernt und komplett neu aufgesetzt. Angefangen von den gesamten technischen Anlagen einschließlich Klima- und Lüftungstechnik bis zu sämtlichen Oberflächen und der Beleuchtung.

Herzstück der Rheingoldhalle ist der Kongress-Saal. „Bei seiner Innen-Gestaltung hatten wir, außer den Vorgaben zum Brandschutz und zur Raumakustik, aus ästhetischer Sicht freie Hand“, erläutert Thieme. So entstand ein Raum, der farblich und visuell einen sehr festlichen Charakter ausstrahlt. Angefangen beim Eichenparkett, das einen warmen Honigton verströmt, über die rund 3,50 Meter hohen Holzpanelen in anthrazit bis zur goldenen Wandverkleidung, die wegen des geringen Eigengewichts aus einem leichten Metall hergestellt wurde.

„Bei der Farb- und Raumgestaltung haben wir zugleich versucht, den Gutenbergsaal, der 2007 eröffnet wurde, harmonischer in das Gesamtkonzept mit einzubinden, daher haben wir uns auch entschlossen, nur wenige Farbeelemente zu nutzen“, erklärt Architektin Thieme. So wurde das markante Rot, das auch im Mainzer Wappen verwendet wird, beispielsweise beim Kautschukboden in den unteren Tagungsräumen eingesetzt. Der Gold-Farbton, der vor allem den Kongress-Saal prägt, steht nicht nur für den Namen Rheingoldhalle, sondern auch für die mittelalterliche Bedeutung der Aurea Moguntia, dem Goldenen Mainz.

Bei der Raumgestaltung waren auch Bauphysiker mit eingebunden. „Wir haben die Räume mit Akustikdecken versehen und so konzipiert, dass sie wie Unterrichtsräume funktionieren und eine gute Sprachverständlichkeit hergeben“, ergänzt Projektleiter Intra. Beteiligt waren in der Planungsphase auch Lichtexperten, um festzulegen, welche Bereiche in welcher Intensität beleuchtet werden sollen, wo man Akzente setzt und wie man die Lichttechnik möglichst flexibel einsetzen kann. „Gerade die Lichtwirkung spielt bei der Wohlfühlatmosphäre eine große Rolle,“ so Thieme.

Die neue Freitreppe, auch ein Element des Brandschutzes, führt zur Terrasse und hierüber zum  neuen Foyer-Eingang. ©  Foto Diether v Goddenthow
Die neue Freitreppe, auch ein Element des Brandschutzes, führt zur Terrasse und hierüber zum neuen Foyer-Eingang. © Foto Diether v Goddenthow

Ein völlig neues Element im Rahmen der Sanierung ist die Rheingoldterrasse mit großzügiger Freitreppe, die zugleich auch als Fluchtweg dient, und die zudem in der Ebene 0 eine erweiterte Foyerfläche ermöglicht hat. Gerade von der Rheinuferseite aus gesehen, hat sich das Erscheinungsbild der Rheingoldhalle dadurch deutlich verändert, was sich auch bei der Fassade bemerkbar macht. Die ursprüngliche Verkleidung mit Granit, der in den 60er Jahren noch aus Südafrika angeliefert wurde, wurde nun ersetzt. „Die Rheingoldhalle steht zwar nicht unter Denkmalschutz, sie gehört aber gemeinsam mit dem Rathaus und dem Vorplatz zur Denkmalzone, daher wollten wir bei der Fassadengestaltung auch mehr das Ensemble in den Mittelpunkt rücken“, ergänzt Intra. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde daher ein Naturstein ausgewählt, der aus dem Alpenraum stammt.

„Die neu sanierte Rheingoldhalle ist das Flaggschiff im Locationportfolio von mainzplus CITYMARKETING. Wir sind begeistert von den innovativen, technischen Vorteilen der neuen Räumlichkeiten. Veranstaltungsplaner schätzen die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten der Räume, sowohl digital, hybrid als auch live vor Ort“, freut sich Marc André Glöckner, Geschäftsführer der mainzplus CITYMARKETING GmbH.

„Dieses moderne, rundum-sanierte Kongresszentrum birgt große Chancen für den Kongress- und Tagungsstandort Mainz, mit dem wir uns auf dem nationalen und internationalen Veranstaltungsmarkt verstärkt positionieren. Die Nachfrage nach Meetings und Tagungen in Mainz ist groß, daher sind wir zuversichtlich, Mainz mit der neuen Rheingoldhalle als attraktive Tagungsdestination weiter nach vorne zu bringen“, ergänzt Katja Mailahn, designierte Geschäftsführerin der mainzplus CITYMARKETING GmbH.

Angesichts der bevorstehenden Übergabe an den künftigen Betreiber mainzplus CITYMARKETING, erinnerte Bürgermeister Beck noch einmal an die unfreiwilligen Herausforderungen, denen sich das gesamte Team zusätzlich stellen musste und dankte allen am Projekt Beteiligten für ihren Einsatz, ihr Engagement und ihre kreativen Lösungen. Die Fertigstellung der Rheingoldhalle hatte sich durch eine ganze Reihe unvorhersehbarer Ereignisse mehrfach verzögert. Zunächst hatte es im Mai 2019 während der Sanierungsarbeiten im Dachstuhl der Rheingoldhalle gebrannt. Einen Tag lang wurden Löschwasser und Löschschaum in das Gebäude gepumpt, um den Brand einzudämmen, was neben den beachtlichen Brandschäden zu massiven Folgeschäden führte. Im Anschluss legten kriminaltechnische Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Sachverständigen und Staatsanwaltschaft die Baustelle lahm, zudem musste jede weitere Baumaßnahme mit den Gutachtern der Versicherungen abgestimmt werden, im Zuge der Schadensbeseitigung wurde neben monatelangen Trocknungsprozessen auch noch eine Asbestfreisetzung durch das Löschwasser festgestellt. Auch hier mussten zunächst eine aufwändige sachgerechte Sanierung und Entsorgung erfolgen. Der Probleme nicht genug, sorgte anschließend die Corona-Pandemie mit Lockdowns und allen erdenklichen Einschränkungen für enorme Verzögerungen, dazu kamen Lieferengpässe von Baustoffen, ein Bombenfund und selbst das Hochwasser an der Ahr hat einen wichtigen Lieferanten der Rheingoldhalle getroffen, der schnellstmöglich eine Ersatzlieferung organisieren musste.

(Michael Bonewitz)

Sarah Heil ist neue Pressesprecherin der Landeshauptstadt Mainz

(rap) Die dreimonatige Vakanz in der Leitungsfunktion der Pressestelle der Landeshauptstadt Mainz endet in diesen Tagen – ab Mittwoch, 1. Dezember 2021 wird Sarah Heil die Funktion der Pressesprecherin der Landeshauptstadt übernehmen

„Mit Sarah Heil gewinnen wir eine in der regionalen Medienszene bewanderte Kommunikatorin als Pressesprecherin im Stadthaus hinzu. Da wir seit geraumer Zeit überaus bewegte Zeiten erleben, wird uns Sarah Heil in der Außendarstellung und der Vermittlung wichtiger Stränge des kommunalen Handelns gemeinsam mit der Erfahrung des gesamten Teams der Pressestelle weiter voran bringen. Ich freue mich sehr auf die künftige Zusammenarbeit“, betont Oberbürgermeister Michael Ebling.

Die neue Pressesprecherin der Landeshauptstadt blickt der neuen Aufgabe gespannt entgegen: „Meine Heimatstadt Mainz liegt mir in besonderem Maße am Herzen. Umso mehr freue ich mich, gemeinsam mit dem Team der Pressestelle das kommunikative Gesicht unserer Landeshauptstadt zu stärken. Der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Medienvertreter:innen und Kolleg:innen der Verwaltung blicke ich mit Freude entgegen.“

Die 35jährige Sarah Heil hatte im Juni 2013 ihren Studienabschluss der Amerikanistik, Kulturanthropologie und Betriebswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität mit Zwischenstationen in Italien und den USA absolviert und ließ an der Deutschen Presseakademie in Berlin eine fachbezogene Zusatzausbildung im Bereich „Social Media Management“ folgen.
Von Juli 2015 bis ins Jahr 2021 stieg Heil von der Leiterin Kommunikation zur Geschäftsführerin der Merkurist Rhein-Main GmbH Mainz auf und wechselte danach als Referentin der Geschäftsführung zur Verlagsgruppe Rhein-Main.

Heil übernimmt den Posten der Pressesprecherin, den zuvor Marc-André Glöckner bis zum 1. September 2021 ausgeübt hatte.

Von der Apotheke der Welt zum BioTechHub – Biotechnologie-Standort – Jahrhundertchance für den Standort Mainz

(rap) Stadt Mainz zündet eine neue Stufe zur Entwicklung des Biotech-Standorts

· Potenzial für rund 5.000 neue Arbeitsplätze in den nächsten 10 Jahren
· 30 Hektar-Fläche zur unmittelbaren Entwicklung eines Biotechnologie-Campus mit direkter Anbindung an Uniklinik sowie Universität
· Mainz auf dem Weg zu global führendem Standort für Krebs- und Altersforschung
· Stärkung des Biotechnologie-Netzwerks am Standort mit dem Ziel, in den nächsten 10 Jahren 100 Mitglieder zu gewinnen

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz zündet beim Ausbau zu einem weltweit führenden Biotechnologie-Standort die nächste Entwicklungsstufe: Als BioTechHub soll der Standort in den kommenden Jahren ausgebaut werden, so Oberbürgermeister Michael Ebling. Mainz, so das Ziel, soll zu einem weltweit führenden Zentrum für die Forschung und Entwicklung im Bereich Biotechnologie werden und so führende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anlocken.

OB Michael Ebling stellte die Pläne am Dienstag, 09. November 2021 gemeinsam mit Bürgermeister Günter Beck der Öffentlichkeit vor. Demnach sollen durch umfangreiche Investitionen neue Flächen entwickelt und die bestehende Infrastruktur für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen verbessert werden: „Durch den Erfolg von BioNTech wurde Mainz in der Pandemie zur Apotheke der Welt. Wir nutzen die herausragenden Ausgangsbedingungen mit erfolgreichen Forschungseinrichtungen, privaten Unternehmen, der Johannes Gutenberg-Universität, der Universitätsmedizin sowie der positiven Finanzsituation mit Haushaltsüberschüssen, um mit Unterstützung des Landes und der Wissenschaftslandschaft einen globalen Wissenschafts- und Biotechnologiestandort zu etablieren,“ so Oberbürgermeister Ebling.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Biotechnologiestandorts sollen die Bereiche Krebs- und Altersforschung werden. „In der Krebs- und Altersforschung steht die Wissenschaft vor Sprunginnovationen und entscheidenden Durchbrüchen bei der Förderung der Gesundheit der Menschen.“ Eine Masterplanung werde die Entwicklung von Flächen vorantreiben, so Oberbürgermeister Ebling. Damit biete man bestehenden und neuen Unternehmen der Biotech-Branche gute Bedingungen in der Landeshauptstadt. Zu den verbesserten Rahmenbedingungen gehöre auch eine Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes von 440 auf 310 Punkte. Dies führe zu einer Entlastung für die in Mainz ansässigen Unternehmen von insgesamt 351,6 Mio. Euro im Jahr 2022, so Bürgermeister und Finanzdezernent Günter Beck.

Auch das Land Rheinland-Pfalz wird seinen Beitrag leisten, um die Landeshauptstadt als führenden Standort zu positionieren. Hierzu wurde bereits im Koalitionsvertrag eine Vereinbarung zur Förderung der Biotechnologie beschlossen.

Die Stadt Mainz verfolgt bereits seit Jahren eine erfolgreiche Strategie zur Ansiedlung und Gründung von Biotechnologie-Unternehmen. Mit einer hochinnovativen und leistungsstarken Wissenschaftslandschaft im Rücken, haben sich in der Landeshauptstadt weltweit erfolgreiche Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und Forschungseinrichtungen gegründet. „Die Erfolge von BioNTech, aber auch von Ganymed oder Tron, sind wunderbare Beispiele dafür, wie universitäre Grundlagenforschung in innovative Produkte überführt werden kann, um die Lebensqualität der Menschen nachhaltig zu verbessern. Mit dem BioTechHub schaffen wir das Fundament für die wissenschaftlichen Revolutionen von morgen“, so Oberbürgermeister Ebling.

IHK-Präsident Peter Hähner: „Jahrhundertchance für den Biotechnologie-Standort Mainz“

Die rheinhessische Wirtschaft sieht in den Planungen für den Biotechnologie-Standort Mainz eine einmalige Chance für den Standort. Peter Hähner, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, macht deutlich, was aus Sicht der Betriebe nötig ist, um Start-ups und junge Unternehmen aus der Branche für die Landeshauptstadt zu gewinnen:

„Der Welterfolg von Biontech hat unserer Landeshauptstadt eine Jahrhundertchance eröffnet. Wenn Mainz zum weltweit führenden Zentrum für Biotechnologie werden soll, ist Schnelligkeit gefragt – und eine enge Verzahnung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Jetzt ist der Zeitpunkt, Gründungen und junge Unternehmen aus der Biotech-Branche für den Standort Mainz zu gewinnen – dieses Momentum sollten wir nutzen. Der Schlüssel sind flexibel verfügbare Flächen, entscheidend sind aber auch das passende Umfeld und kurze Entscheidungswege. Die Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes setzt dazu ein richtiges und wichtiges Signal. Damit kann die Landeshauptstadt den Nährboden bereiten, um Mainz zum führenden Biotechnologie-Standort auszubauen, mit dem entstehenden Wissenschaftscampus als Innovationstreiber und Arbeitsmarktmotor“, so der IHK-Präsident.

Die Perspektiven sind da: Es gibt bereits ein aktives Netzwerk aus starken Partnern im Gründungsbereich, aus Wirtschaft und Wissenschaft – das nötige betriebswirtschaftliche Know-how, Fördermöglichkeiten und Kontakte zu Investoren inklusive. Als Wissenschaftsstadt und Teil der Metropolregion Rhein-Main ist die Landeshauptstadt auch für die dringend benötigten Fachkräfte attraktiv. Wenn sie hier ausreichend Raum und die richtigen Rahmenbedingungen finden, werden sich weitere Ausgründungen aus den Hochschulen und Start-ups ansiedeln. Die Landeshauptstadt sendet die richtigen Signale im harten Wettbewerb mit Standorten, die den rasanten Aufstieg der Biotech-Branche ebenfalls für sich nutzen wollen – jetzt geht es darum, sie rasch in die Tat umzusetzen“, so Hähner.

Kein Steinschlag mehr am Drususstein – Noch bedeutender als ein Ehrenmal?

Die Banden-Info erläutert Besuchern auf einen Blick über die Sanierungsschritte des Drusussteins in der Zitadelle neben dem Historischen Museum Mainz. © Foto Diether v. Goddenthow
Die Banden-Info erläutert Besuchern auf einen Blick über die Sanierungsschritte des Drusussteins in der Zitadelle neben dem Historischen Museum Mainz. © Foto Diether v. Goddenthow

Am Drususstein wurden in den letzten Jahren umfangreiche Konservierungsmaßnahmen durchgeführt. Derzeit finden archäologische Grabungen statt, um den Fundamentbereich des Denkmals zu erforschen.
Zu einem Zwischenbericht über die Arbeiten am bedeutendsten Mainzer Denkmal hatten Bau- und Denkmalpflegedezernentin Marianne Grosse und Dr. Marion Witteyer, (Leiterin der Landesarchäologie Mainz) am 19. August vor Ort eingeladen.

Frisch Konserviert und ohne Steinschlaggefahr 

Bau- und Denkmalpflegedezernentin Marianne Grosse begrüßte die Runde, darunter den Vorsitzenden der „Initiative Römisches Mainz e.V.“, Prof. Christian-Friedrich Vahl.
Marianne Grosse gab zunächst einen kurzen historischen Überblick und berichtete, was bisher an Sanierungsarbeiten am Drususstein geschah: Bereits im Mittelalter hat der Drususstein seine Werksteinverkleidung verloren und ist zudem im Rahmen mehrerer früherer Instandsetzungen deutlich überformt worden. Seine Oberfläche ist in keiner Weise homogen. Das Monument wird in drei Zonen unterschieden, wobei man am kubischen Sockel am besten das freiliegende original römische Opus caementicium (römischer Zement) erkennen kann. Darüber befindet sich der fast zylindrische sogenannte Mauerwerksgürtel, der erst durch Reparaturen in seiner heutigen Form  entstanden sei, so die Denkmalpflegedezernentin.  Denn eigentlich befand sich dort, wie man auf alten  Darstellungen sieht, eine Einschnürung. Der Drususstein wurde auf diesen Stichen im 16. Jhd. auch als „Eichelstein“ bezeichnet. Diese „Einschnürung“ verschwand infolge der neuzeitlichen Ausmauerungen durch schichtweise gesetztes Mauerwerk und dichtes Fugenbild.
Der obere, der dritte Teil, wurde Anfang der 1980er Jahre mit einer Mauerschale überformt und hat daher wieder ein ganz anderes Erscheinungsbild, erläuterte Marianne Grosse.

Der Festungswall wurde teilweise abgegraben, um den Drususstein auch von Süden her freizustellen und den Feuchtigkeitseintrag des Mauerwerks von dieser Seite aus zu verhindern. © Foto Diether v. Goddenthow
Der Festungswall wurde teilweise abgegraben, um den Drususstein auch von Süden her freizustellen und den Feuchtigkeitseintrag des Mauerwerks von dieser Seite aus zu verhindern. © Foto Diether v. Goddenthow

Aufgrund der fortschreitenden Schadensverluste musste nun die Oberfläche des Monuments umfassend instand gesetzt werden. Die Schadensanalyse habe dabei ergeben, so Marianne Grosse, dass der große Teil der Mörteloberfläche in der freiliegenden Sockelzone sehr geschwächt war und damit auch natürlich schadhaft. Der Gussmörtel war teilweise bis in größere Tiefen gelockert und Kiesel und Bruchsteine waren auch lose. Auch größere Steine waren schon absturzgefährdet und mitunter auch schon heruntergestürzt, so dass vor Steinschlag am Drususstein mit Schildern gewarnt werden musste. Ein Übriges hatten Efeubewuchs und nahestehendes Gehölz, beziehungsweise deren Wurzelwerk am Mauerwerk angerichtet. Beschleunigt hatten den Verfall Ausbrüche und Fehlstellungen am Mauerwerk, was zu dauerhafter Durchfeuchtung und Frostschäden führte und für  sehr, sehr weit zurückgewitterte Fugen im Mauerwerk sorgte. An der Süd- und Südostseite war ein besonders starker Pflanzenbewuchs vorhanden.

Nach der Erstellung verschiedenster Gutachten mussten hier als erste Sanierungsmaßnahmen zum Schutz des Denkmals sechs Bäume entfernt werden, die sowohl die Lichtbeziehung aber auch über ihr Wurzelwerk das Gestein negativ beeinträchtigt haben, erläuterte die Bau- und Denkmalschutzdezernentin. Es gibt natürlich Ausgleichspflanzungen an anderer Stelle.
Zudem wurde der Festungswall teilweise abgegraben, um den Drususstein auch von Süden her freizustellen und den Feuchtigkeitseintrag des Mauerwerks von dieser Seite aus zu verhindern, veranschaulichte Marianne Grosse die weiteren, bisher erfolgten Sanierungsschritte. Dabei wurden ganz beachtliche Einschnürungen und Ausbrüche bis zu einer Tiefe von 1 bis 1,6 Meter vorgefunden, so dass zur Stabilisierung und Verstärkung ein Füllbeton eingebracht werden musste, „der in seiner Zusammensetzung sehr dem römischen Opus caementicium ähnelt“, versicherte Marianne Grosse.

Der Fundament musste freigelegt werden. © Foto Diether v. Goddenthow
Der Fundament musste freigelegt werden. © Foto Diether v. Goddenthow

Ein Restaurator habe zudem eine genaue Schadenskartierung des gesamten Mauerwerks vorgenommen, die als Grundlage für die Restaurierung verwendet werde. So sei inzwischen der gesamte Drususstein von der Firma Zedler konserviert worden, und zeige wieder ein einheitliches Erscheinungsbild. „Damit konnten wir“, so die Denkmalpflegedezernentin, „ jetzt einen ganz wichtigen und entscheidenden Teil der Arbeiten abschließen. Bei den noch laufenden Maßnahmen soll jetzt untersucht werden, wie weit das Fundament in die Tiefe reicht. Dafür haben wir uns mit der Landesarchäologie genau abgestimmt“, so Marianne Grosse abschließend.

Auf der Suche nach dem wahren Alter

Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Landesarchäologie Mainz, unterstrich noch einmal die Dringlichkeit und Bedeutung der Maßnahme: „Wenn wir in Mainz ein Monument haben, das seines Gleichen sucht, dann ist es das. Und wenn da dran ein Besucher liest: ‚Vorsicht Steinschlag!‘ klingt das irgendwie ein bisschen merkwürdig. Also deswegen mein herzlichsten Dank dafür, dass jetzt unser Sorgenkind, das – nicht einzige – Sorgenkind der Landesarchäologie, in Pflege genommen worden ist. Die Bau- und Denkmalschutzdezernentin habe den Archäologen das nötige Zeitfenster geöffnet. Denn es ginge hier nicht drum, dass ein Hochhaus innerhalb schnellster Zeit gebaut werden müsse. Beim Drususstein ginge es um ein historisches Monument einer ganz besonderen Art. Und das erfordere nun mal eine ganz spezielle Herangehensweise. Da man bislang nicht mal genau wusste, was denn am Drususstein alles Originalsubstanz aus römischer Zeit, und was jüngeren Datums sei, habe die Stadt das erste Mal  neben der Erstellung eines Schadbildes überhaupt mal kartiert, welche Bausubstanzen original römisch alt und welche neueren Datums seien, erläuterte Dr. Marion Witteyer.

Dr. Marion Witteyer, Landesarchäologin,  kann sich vorstellen, dass es sich beim Drususstein auch um ein römisches Siegesmonument handelt, welches die Bedeutung des Drusussteins gar noch erhöhen könnte. © Foto Diether v. Goddenthow
Dr. Marion Witteyer, Landesarchäologin, kann sich vorstellen, dass es sich beim Drususstein auch um ein römisches Siegesmonument handelt, welches die Bedeutung des Drusussteins gar noch erhöhen könnte. © Foto Diether v. Goddenthow

Mit diesem Sanierungsprojekt seien Grundlagen geschaffen worden, „die weit in die Zukunft hineinreichen, und sich auszahlen werden“, was natürlich dauere. Beispielsweise sei man dabei, Stein für Stein, Mörtelbrocken für Mörtelbrocken abzuscannen, um Holzkohlepartikel zu finden, um diese dann für einen möglichst korrekten Altersnachweis C14-datieren zu lassen, so die Landesarchäologin, und fügt hinzu: „Ich bin schon zufrieden, wenn wir ein Jahrhundert hätten“. Aber eine Probe allein sei zu wenig. Man benötige hierfür ein wenig mehr an Material.

Im Prinzip ist man sich ja sicher, dass der Drususstein aus dem Ende des 1. Jahrhundert vor Christus stammen müsse. Das kann anhand der antiken Literatur, der Bedeutung, die Drusus für Mainz hatte, und anhand von überlieferten Senatsbeschlüssen in Rom unter anderem abgeleitet werden. Die überlieferten Senatsbeschlüsse sagen nämlich, dass alljährlich hier Feierlichkeiten für Drusus und später seinen Sohn Germanicus stattfanden. Zu diesen Feierlichkeiten seien, so Dr. Marion Witteyer, aus 60 gallischen Civitates, nämlich aus Frankreich, der Schweiz und Germanien, die politischen Vertreter hierher an den Rhein angereist, um sich in Mainz zu versammeln. Dafür müssen sie einen Platz haben. Und ein Versammlungsplatz ist immer auch zugleich eine Spielstätte oder umgekehrt. Denn eine Spielstätte bietet immer auch die Möglichkeit, sich zu versammeln. Und so bot ein Theater, wie etwa das naheliegende Römische Theater am heutigen Südbahnhof aufgrund seiner Größe immer genügend Raum für alle möglichen Arten der Versammlung. Daraus können wir zwar nicht schließen, dass das hier unbedingt das Drususmonument sein muss, aber es sei sehr wahrscheinlich.

Ehrengabmal oder Sieges-Monument?

Eine  Expertendiskussion findet derzeit darüber statt, ob es sich beim Drususstein um ein Bauwerk (Monumentum), oder einen Grabhügel (Tumulus) handelt. Während die frühen Überlieferungen  von Tumulus, also einem Hügel, einer Erdbedeckung, statt von einem Bauwerk berichten, sprechen spätere Überlieferungen  aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.  explizit von einem „Monument des Drusus in Mainz“, so die Landesarchäologin.

So gibt es eine Gruppe von Archäologen, die aus vielen guten Gründen meinen, dass es sich beim Drususstein um ein Ehrengrab (bedeckten Hügel) von Drusus handelt. Drusus selbst ist ja nach Rom überführt und dort im Mausoleum von Kaiser Augustus beigesetzt worden.

Und die anderen sagen, dass es sich beim Drususstein um etwas anderes handele, so Dr. Marion Witteyer. Der Drususstein also kein Ehrengrab? Wäre das so,  sei das aber nicht minder imperial, vielleicht im Gegenteil, so die Landesarchäologin. Zwar wäre diese Bauform, ein Quader mit einem Grund und einem Kegeldach oben drauf, ganz typisch für die spätere Römische Republik, also für die Zeit vor Christus, um aristokratische Grabbauten zu errichten. Aber, so Dr. Marion Witteyer, gebe es „noch andere Monumente, die eigentlich vom Aufbau diesen sehr ähnlich sind. Und das sind Siegesmonumente“.

Es gibt in Monaco ganz hoch oben, im heutigen La Turbie, das Tropaeum Alpium , auch Tropaeum Augusti , genannt. Anlass für die Errichtung war der Alpenfeldzug im Jahre 15 v. Chr., in dem Drusus und Tiberius insgesamt 46 Stämme unterwarfen. Im 6 bis 7 vor Chr. wurde dieses Sieges-Monument schließlich errichtet. Da dies in Plinius Schriften belegt ist, konnte die Inschrift entsprechend wieder hergestellt werden. Das Problem hier in Mainz sei, dass „wir keine Inschrift haben“, so Dr. Marion Witteyer.

Könnte der Drususstein also  ein „Siegesmonument“ wie in La Turbie sein? Wäre dies so, hieße das aber nicht automatisch, dass es das Ehrengrabmal dann nicht gäbe.-Denn es sei ja bekannt, dass Kaiser Augustus ein Grabgedicht geschrieben hat zu Ehren von Drusus. Aber ein Grabgedicht benötigt nicht zwingend ein Steinbau, um auf einer Tafel sichtbar dort angebracht werden zu können. Auch ein Grabhügel kann ja unten ein Steinsockel haben, eine Erdaufschüttung, so wie das Mausoleum von Kaiser Augustus in Rom.

„Und wenn wir sein Ehrengrab nicht kennen, dann haben wir noch für die Zukunft wichtige Entdeckungen vor uns, so Dr. Marion Witteyer. Und  wir hätten hier ein Siegesmonument“. Aber letztlich ist es hinsichtlich der Bedeutung für Mainz egal: „Wir haben auf jeden Fall ein ganz bedeutendes, das größte Monument was in Form eines Grabbaus errichtet ist, hier in Mainz, und nirgendwo sonst“, so die Landesarchäologin, der es einfach wichtig ist, in Mainz den Mut zu haben, auch mal in weitere Perspektive einzunehmen.

Das begrüßte auch Prof. Christian-Friedrich Vahl,  Vorsitzender der „Initiative Römisches Mainz e.V.“ Er sieht in dieser „behutsamen Umgangsweise mit diesem Monument einen ganz wichtigen Schritt“, in der nächsten Zeit genauso weiterzugehen, „dass wir in Richtung Freilichtmuseum ‚Römisches Mainz‘ weiterwandern“.

(Diether v. Goddenthow)

„Mainz lebt auf seinen Plätzen“ – 2021 doppelt so lang Mainzer Musik, Kultur, Wissenschaft und Kinderprogramm genießen

© Landeshauptstadt Mainz
© Landeshauptstadt Mainz

(gl) Zwölf statt sechs Wochen Programm am mainzstrand: Kostenfrei und draußen!

Die Veranstaltungsreihe „Mainz lebt auf seinen Plätzen“ ist zur bewährten, jahrzehntelangen Tradition des Mainzer Sommers geworden. Die im Jahre 1976 vom damaligen Sozialdezernenten Karl Delorme ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe wird auch in diesem Jahr fortgesetzt.

Oberbürgermeister Ebling freut sich vor allem über die zeitliche Ausdehnung der Reihe: „Gerade nach dem monatelangen Kulturlockdown freue ich mich sehr, den Mainzer:innen nicht nur ein buntes und tolles Programm anbieten zu können, sondern dieses Jahr sogar 12 statt bisher nur 6 Wochen! Und das natürlich wieder kostenlos, da neben den bisherigen Hauptsponsoren, den Mainzer Stadtwerken, der Mainzer Volksbank, becker studio technik und Flo Service dieses Jahr zwei weitere große Sponsoren, das Scheck-in Center Mainz und die Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz, die Veranstaltung „Mainz lebt auf seinen Plätzen“ großzügig unterstützen“.

Um die Corona-Schutzmaßnahmen einhalten zu können, zieht die „Mainz lebt auf seinen Plätzen“-Bühne, wie auch schon im vergangenen Jahr, wieder zum mainzstrand um und weckt mit seinem Strand-Ambiente Urlaubsgefühle bei Besucher:innen. Diese können sich dazu auf Musik unterschiedlicher Richtungen, facettenreiche Kinderunterhaltung, Theaterauftritte, Zauberkunst, Wissenschaft und vieles mehr freuen.

Das abwechslungsreiche Programm wird vom 29. Juni bis 16. September zwölf Wochen lang jeweils von Dienstag bis Donnerstag unter freiem Himmel direkt am Rhein angeboten.

Programmplaner Oliver Valentin von der städtischen Öffentlichkeitsarbeit hat unter der Berücksichtigung der Corona-Schutzmaßnahmen eine bunte Veranstaltungspalette für Groß und Klein zusammen gestellt. Der Nachmittag ist mit einem Kinderprogramm ab 16 Uhr wie gewohnt den jüngeren Gästen gewidmet. Bei den Abendveranstaltungen um 18 Uhr kommen Erwachsene zum Beispiel mit Live-Musik oder dem beliebten Wissenschaftsformat „Meenzer Science Schoppe“ auf ihre Kosten.

Die Teilnahme ist wie immer kostenlos. Aufgrund der geltenden Hygieneverordnungen ist jedoch an allen Tagen eine vorherige Anmeldung am mainzstrand notwendig. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich unter: www.mainzstrand.de/mainzlebt

Dienstag, 29. Juni: Start ins Mainzer Sommerprogramm

Die Reihe „Mainz lebt auf seinen Plätzen“ startet am Dienstag, 29. Juni 2021, 16.00 Uhr am Mainzstrand mit dem Clown Filou, der ein stürmisches Seeräuber-Abenteuer mit seinen säbelschwingenden, jüngeren Gästen erlebt.

Um 18.00 Uhr gehört die Bühne dann Daniel Stelter, einem herausragenden deutschen Gitarristen und Tommy Baldu, einem der besten deutschen Schlagzeuger, die mit ihrer Jazzmusik das Publikum begeistern.

Hauptsponsoren der Reihe:
Mainzer Stadtwerke, Mainzer Volksbank, Scheck-in Center Mainz, Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz, Flo Service, bst Becker Studio Technik,

Weitere Sponsoren:
Werbegemeinschaft des Mainzer Einzelhandels,

Gutenberg – wir dru(e)cken Dich! – Landeshauptstadt Mainz erinnert ab 24. Juni an Gutenberg

logo-gutenberg-wir-druecken-dichRund um den 24. Juni erinnert die Landeshauptstadt Mainz mit einem kleinen Veranstaltungsprogramm an ihren berühmtesten Sohn und macht ihn an verschiedenen Orten in Mainz sichtbar.

Traditionell feiert Mainz im Juni die Mainzer Johannisnacht, zu Ehren ihres größten Sohnes – Johannes Gutenberg. Wie alle anderen großen Feste musste auch die Mainzer Johannisnacht abgesagt werden. Denn das Leben in und mit der Pandemie geht einher mit „Abstand“.

Doch es bleibt die Hoffnung, dass wir einander bald wieder unbeschwert drücken und auch die lang vermissten Mainzer Feste gemeinsam feiern können. Unter dem Motto „Gutenberg – wir dru(e)cken Dich!“ erinnert die Landeshauptstadt Mainz deshalb mit kleinen, pandemie-konformen Aktionen dennoch an den großen Erfinder. Oberbürgermeister Michael Ebling ist zuversichtlich, dass Mainzerinnen und Mainzer in diesem Jahr nicht auf alles verzichten müssen: „Wir alle vermissen zwar die großen Feste, wie die Mainzer Johannisnacht. Doch die aktuellen Corona-Zahlen lassen zu, dass wir in einem kleinen Rahmen etwas anbieten und die Kultur wieder zum Leben erweckt wird.“

Und so werden nicht nur Gutenberg-Fahnen farbenfroh im Wind wehen. Von der Stadt beauftragte Graffiti-Künstler gestalten ab Juni die Sockel der Offenen Bücherschränke im Stadtgebiet und auch Stromkästen werden durch sie „gutenbergisch“ in Szene gesetzt. Nicht fehlen darf natürlich der traditionelle Blumenschmuck an den Gutenberg-Denkmälern in der Stadt.

Auch der Gutenberg-Pfad wird zum Wochenende am Samstag/Sonntag, 26./27. Juni 2021 optisch besonders hervorgehoben. Einblicke in das Leben und Wirken des großen Erfinders wird der Videorundgang „Wandeln auf den Spuren Gutenbergs“ mit dem Gästeführer Dr. Elmar Rettinger in historischem Gewand ermöglichen. Dieser wird auf der städtischen Internetseite zu finden sein.

„Mit der sonst jährlich stattfindenden Johannisnacht wollen wir den größten Sohn der Stadt ehren. Da diese leider nicht stattfinden kann, gibt es nun neue kreative Ideen um Gutenberg zu huldigen. Die GraffitiAktion und der virtuelle Rundgang auf dem Gutenberg-Pfad sind nur ein Teil davon“, erklärt Beigeordnete Marianne Grosse.

Darüber hinaus ist am 26. und 27. Juni 2021 ein kleines Veranstaltungsprogramm (mit Hygienekonzept, Abstandsregeln, Voranmeldung etc.) in Kooperation mit Partnern geplant, zu dem noch gesondert informiert wird. Die Website www.mainz.de/gutenberg-wirdruecken-dich ist bereits online, hier werden dann rechtzeitig die geplanten Programmpunkte sowie das Video zum Gutenberg-Pfad zu finden sein.

Leuchtturmprojekt für den Radverkehr in der Landeshauptstadt: am Montag, 03.05.2021 eröffnet das fahrRad.Parkhaus

Bild Stadt Mainz
Bild Stadt Mainz

(rap) Von vielen Mainzer:innen wurde es Jahrzehnte lang herbeigesehnt: Jetzt stehen rund 1.000 Stellplätze zum geschützten und komfortablen Radparken am Hauptbahnhof West zur Verfügung. Damit wurde das Angebot an Fahrradparkplätzen auf dieser Fläche nicht nur bezüglich der Sicherheitsaspekte aufgewertet, auch die Zahl der Parkmöglichkeiten wurde verdoppelt und viele Radpendlerinnen und Radpendler finden hier nun künftig einen komfortablen Stellplatz.

Das Mainzer Fahrradparkhaus am Bahnhof (Westausgang) bietet Platz für
– 896 Doppelstockparker
– 83 einfache Radeinstellungen
– 10 Radboxen und
– 43 Stellplätze für Sonderräder

Das Fahrradparkhaus wird über gesicherte Zugänge erreichbar sein, sodass der Einlass kontrolliert erfolgen kann. Zum Abstellen der Räder ist das Objekt in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Bereich befinden sich mit 30 % des gesamten Angebots bezahlte Abstellplätze (insgesamt 268), die übrigen 70 % entfallen auf kostenfreie Plätze (insgesamt 764).

Der Bezahlbereich ist zusätzlich über ein Drehkreuz gesichert. Dieses ist so konstruiert, dass man sowohl mit als auch ohne Fahrrad hindurchgehen kann. Dieser gesicherte Zugang wird in Serie produziert und hat sich in anderen Fahrradparkhäusern schon bewährt.

Auch haben Nutzer:innen des Bezahlbereichs künftig die Möglichkeit, einen festen Stellplatz zu mieten, sodass die Suche nach freien Radparkmöglichkeiten entfällt. Die Trennung zwischen den beiden Bereichen ist flexibel, damit diese je nach Nachfrage auf bis zu 50 % (maximal 452 Stellplätze) erweitert werden kann.

Für Verkehrsdezernentin Katrin Eder ist die Eröffnung mit großer Freude verbunden – gewinnt doch der Umweltverbund aus Fuß, Rad und ÖPNV insgesamt: Ganz im Sinne einer modernen, verknüpften Multimodalität können hier Pendler:innen direkt vom Rad oder E-Bike auf den Schienenverkehr umsteigen, ohne lang nach einem Abstellplatz zu suchen oder sich Sorgen um den Diebstahlschutz ihres Rades zu machen. Ergänzt wird das Fahrradparkhaus durch die bereits in den vergangenen Monaten auf der Süd- und Nordseite des Bahnhofs errichteten „Bike & Ride“-Anlagen.“ Die rund 2,15 Mio. Euro für den Bau des fahrRad.Parkhauses konnten aus den Mitteln der Stellplatz-Ablöse beglichen werden.
„Für mich geht heute ein großer Wunsch in Erfüllung“, so die Verkehrsdezernentin. „Das fahrRad.Parkhaus ist ein Mammutprojekt und wichtiges Signal in Sachen Radfreundlichkeit.
Dass wir nun auch zu den Standorten mit einem von Deutschlands größten Fahrradparkhäusern zählen, macht mich stolz und ist zugleich Ansporn für weitere Großprojekte im Radverkehr.“

Ein ganz besonderes Bauvorhaben war das Fahrradparkhaus auch für Baudezernentin Marianne Grosse: „Wir bauen ja sonst hauptsächlich Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude. Dies war unser erstes Fahrradparkhaus – und schon allein deshalb eine besondere Baumaßnahme. Aufgabenstellung und Örtlichkeit waren nicht alltäglich, aber wie Sie sehen werden, ist ein hochfunktionales Bauwerk entstanden, das dabei auch richtig gut aussieht. Die durchblickende Streckmetallfassade vermittelt den Eindruck eines offenen Raumes: Man kann jederzeit von innen nach außen und umgekehrt blicken. So konnten wir trotz des geschlossenen Bereiches eine hohe soziale Kontrolle und eine freundliche Atmosphäre erreichen. Fällt Sonnenlicht auf den gelb beschichteten Boden, erhellt die Reflektion das gesamte Fahrradparkhaus.“

Auch der Ideengeber für die Gestaltung des fahrRad.Parkhauses, Architekt Andreas Schoyerer, konnte mit dem Bau einen Traum realisieren. Dabei besteht „die Besonderheit der von SCHOYERER ARCHITEKTEN_SYRA im Jahr 2004 vorgestellten Projektidee darin, mehrere Aspekte gleichzeitig zu klären“, erläutert er. Gemeinsam mit der Stadt konnten hier „drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“: Der unwirtliche Restraum unter der Hochstraße wird einer sinnvollen Nutzung zugeführt und sorgt gleichzeitig für Kostenreduzierung im Bau, indem die Hochbrücke als Dachfläche fungiert. Last but not least wurde mit diesem „Lückenfüller“ ein Jahrzehnte alter Brachraum gefüllt.
„Passanten am Hauptbahnhofzugang müssen nicht mehr den Anblick eines fast 200m tiefen Unorts ertragen, sondern werden von nun an, entlang dem attraktiven Schaufenster der Servicestation geführt, hinter welcher sich das Fahrradparkhaus befindet“, fasst der Architekt seine Inspiration zusammen.

Dass das fahrRad.Parkhaus ein herausragendes Projekt ist, bestätigt auch Nils Teske, Geschäftsführer der PMG Parken in Mainz GmbH, der Betreiberin des fahrRad.Parkhauses: „Platz für alle heißt unser Motto. Wir zeigen einmal mehr, dass wir uns als verlässlicher Partner für zeitgemäße Mobilitätskonzepte verstehen: Ob E-Ladestationen, Park & Ride- oder Park & Rail-Angebote, ob Parken aufs Haus in Zusammenarbeit mit den Mainzer Einzelhändlern oder eben ein hochattraktives und innovatives Fahrradparkhaus. Die PMG ist mit ihren vernetzten Parkraumkonzepten auf der Höhe der Zeit.“

Besonders unterhaltsam war zum Abschluss des Projekts der Namenswettbewerb, zu dem die Stadt Anfang Februar aufgerufen hatte. „Unter den über 200 Ideen befanden sich kreative, amüsante und auch lehrreiche Vorschläge“, berichtet Eder. Wo Einreichungen wie „Barack Velobama“, „Strampelschuppen“ oder „Radhalla“ Witz versprühten, lassen „VeloBastion“, „RadR(h)ein“, „GutenBike“ und „50.gRad“ auch bei den Namenswünschen viel Mainz-Bezug erkennen. „Auch die Anregung, das Objekt nach Amelie Rother zu benennen finde ich aller Erwähnung wert“, betont die Verkehrsdezernentin. Rother steht für Frauenrechte und hatte sich unter dem Slogan „mit Rock und Rüschen aufs Fahrrad“ für die Emanzipation eingesetzt.
Letztendlich fiel die Wahl der Jury – bestehend aus Verkehrsdezernat, Stadtplanungsamt, Öffentlichkeitsarbeit, VCD und ADFC – auf den Vorschlag „fahrRad.Parkhaus“. Insbesondere ist damit den Kriterien der Eindeutigkeit und Unverwechselbarkeit Rechnung getragen. „So wissen auch Messfremde, wo sie ab sofort ihr Rad bequem und sicher parken können“ schließt Eder.

Betreiber des fahrRad.Parkhaus im Auftrag der Stadt Mainz ist die PMG Parken in Mainz GmbH.
Weitere Infos über die PMG finden Sie unter www.parken-in-mainz.de
Adresse: Binger Schlag (Hauptbahnhof West), 55122 Mainz

„Sterne der Satire“ in Mainz: Gerhard Polt, Claire Waldoff & Co. – Ein kultureller Hörspaziergang

PM Sterne der Satire Hörspaziergang Foto Landeshauptstadt Mainz
PM Sterne der Satire Hörspaziergang Foto Landeshauptstadt Mainz

„Sterne der Satire“ in Mainz: Gerhard Polt, Claire Waldoff & Co. – Ein kultureller Hörspaziergang

(rap) Auch mit Abstand blinken die Sterne der Satire auf dem „Walk of Fame des Kabaretts“ ohne Unterlass. Dank einer Aktion des Deutschen Kabarettarchivs in Mainz sind nun die Sterneinhaber:innen draußen vor Ort auch noch zu hören und zu sehen. Möglich machen das zwei Stahl-Täfelchen mit QR-Code am zentralen Stern in der Mitte des Romano-Guardini-Platzes, der sich zwischen dem Forumtheater unterhaus und dem Deutschen Kabarettarchiv im Proviantmagazin befindet.

Einfach das Mobiltelefon zücken, den QR-Code scannen, eine/n der 80 „Sterne“-Träger:innen auf der Internetseite des Kabarettarchivs auswählen und lauschen oder die Infos dazu nachlesen. „Die digitale Erweiterung unseres ‚Walk of Fame des Kabaretts‘ ist eine wunderbare Möglichkeit, Kultur auch trotz Beschränkungen in der Corona-Krise kostenfrei, unkompliziert und gefahrlos draußen genießen zu können“, lobt Kulturdezernentin Marianne Grosse das Projekt.

Das Deutsche Kabarettarchiv erinnert mit den im Platz eingelassenen „Sternen der Satire“ an herausragende Persönlichkeiten, die das Genre Kabarett ganz entscheidend geprägt oder an der Kabarettgeschichte mitgewirkt haben. Und dies seit Gründung des ersten Kabaretts Chat Noir in Paris 1881.

Noch ein Tipp: Möchte man den gehörten Stern auch schnell finden, hilft eine Karte auf Google Maps dabei.

Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sind von der Wirtschaftszeitung Financial Times als Menschen des Jahres ausgezeichnet worden

Archivfoto Besuch der Firma BioNTech 2018 OB Ebling mit MP Dreyer und Ministerin Ahnen.  v.l.n.r.: Doris Ahnen (Finanzministerin RLP), Michael Ebling (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Mainz), Prof. Dr. Ugur Sahin (Vorstandsvorsitzender BioNTech), Prof. Dr. med. Christoph Huber (Aufsichtsrat BioNTech), Malu Dreyer (Ministerpräsidentin RLP), Dr. med. Özlem Türeci (Vorstand Medizin BioNTech)  © Staatskanzlei RLP
Archivfoto Besuch der Firma BioNTech 2018 OB Ebling mit MP Dreyer und Ministerin Ahnen. v.l.n.r.: Doris Ahnen (Finanzministerin RLP), Michael Ebling (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Mainz), Prof. Dr. Ugur Sahin (Vorstandsvorsitzender BioNTech), Prof. Dr. med. Christoph Huber (Aufsichtsrat BioNTech), Malu Dreyer (Ministerpräsidentin RLP), Dr. med. Özlem Türeci (Vorstand Medizin BioNTech) © Staatskanzlei RLP

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Ugur Sahin und Özlem Türeci zu ihrer Auszeichnung als Menschen des Jahres

„Ugur Sahin und Özlem Türeci schenken den Menschen weltweit Hoffnung, dass wir das Corona-Virus bald besiegen und zu einem normaleren Leben zurückkehren können. Ich freue mich, dass die BioNTech-Gründer sehr verdient von der renommierten Londoner Wirtschaftszeitung Financial Times als Menschen des Jahres ausgezeichnet wurden. Zu dieser besonderen Ehre gratuliere ich sehr herzlich“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

In Rekordzeit, gerade einmal elf Monate nach dem Ausbruch der Pandemie, habe BioNTech mit seinem amerikanischen Partner Pfizer am Forschungsstandort Mainz einen hochwirksamen Impfstoff entwickelt und auf den Markt gebracht. „Das ist eine phantastische wissenschaftliche und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, auf die wir in Rheinland-Pfalz natürlich sehr stolz sind“, so die Ministerpräsidentin weiter. Auch menschlich sei das Forscherehepaar mit seiner bescheidenen und sympathischen Art ein großes Vorbild. „Ugur Sahin und Özlem Türeci haben eine Vision, für die sie sich mit ganzer Kraft einsetzen und durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Das wird sicherlich nicht die letzte große Ehrung sind, die diesen beiden herausragenden Persönlichkeiten und Hoffnungsträgern zuteilwird“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Unter den ersten Gratulanten war auch Oberbürgermeister Michael Ebling: „Ich gratuliere dem Mainzer Forscherpaar ganz herzlich zu dieser absolut verdienten Auszeichnung. Die beiden sind großartige Wissenschaftler und sympathische Menschen. Die Entwicklung des Coronavirus-Impfstoffs ist eine Erfindung, die die Welt verändert, denn damit wird es uns gelingen die Pandemie zu beenden. Bezüglich Erfindungen, die die Welt verändern, hat Mainz ja schon seit einigen Jahrhunderten weltweit einen guten Ruf. Gutenberg, der „Man of the Millennium“, und seine Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern sind rund um den Globus jedem Schulkind ein Begriff. Und in diesem Jahr kommt mit dem Coronavirus-Impfstoff eine weltverändernde Entwicklung aus Mainz hinzu.

Die Auszeichnung der beiden Forscher macht mich auch deshalb stolz, weil unsere Stadt damit einmal mehr bewiesen hat, dass wir ein wichtiger Wissenschafts- und Forschungsstandort im Rhein-Main-Gebiet sind. Die Welt schaut in diesen Tagen voller Hoffnung auf die Landeshauptstadt Mainz, denn hier ist ein bedeutendes Zentrum für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie.“