Kategorie-Archiv: Rathaus Mainz

Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sind von der Wirtschaftszeitung Financial Times als Menschen des Jahres ausgezeichnet worden

Archivfoto Besuch der Firma BioNTech 2018 OB Ebling mit MP Dreyer und Ministerin Ahnen.  v.l.n.r.: Doris Ahnen (Finanzministerin RLP), Michael Ebling (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Mainz), Prof. Dr. Ugur Sahin (Vorstandsvorsitzender BioNTech), Prof. Dr. med. Christoph Huber (Aufsichtsrat BioNTech), Malu Dreyer (Ministerpräsidentin RLP), Dr. med. Özlem Türeci (Vorstand Medizin BioNTech)  © Staatskanzlei RLP
Archivfoto Besuch der Firma BioNTech 2018 OB Ebling mit MP Dreyer und Ministerin Ahnen. v.l.n.r.: Doris Ahnen (Finanzministerin RLP), Michael Ebling (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Mainz), Prof. Dr. Ugur Sahin (Vorstandsvorsitzender BioNTech), Prof. Dr. med. Christoph Huber (Aufsichtsrat BioNTech), Malu Dreyer (Ministerpräsidentin RLP), Dr. med. Özlem Türeci (Vorstand Medizin BioNTech) © Staatskanzlei RLP

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Ugur Sahin und Özlem Türeci zu ihrer Auszeichnung als Menschen des Jahres

„Ugur Sahin und Özlem Türeci schenken den Menschen weltweit Hoffnung, dass wir das Corona-Virus bald besiegen und zu einem normaleren Leben zurückkehren können. Ich freue mich, dass die BioNTech-Gründer sehr verdient von der renommierten Londoner Wirtschaftszeitung Financial Times als Menschen des Jahres ausgezeichnet wurden. Zu dieser besonderen Ehre gratuliere ich sehr herzlich“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

In Rekordzeit, gerade einmal elf Monate nach dem Ausbruch der Pandemie, habe BioNTech mit seinem amerikanischen Partner Pfizer am Forschungsstandort Mainz einen hochwirksamen Impfstoff entwickelt und auf den Markt gebracht. „Das ist eine phantastische wissenschaftliche und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, auf die wir in Rheinland-Pfalz natürlich sehr stolz sind“, so die Ministerpräsidentin weiter. Auch menschlich sei das Forscherehepaar mit seiner bescheidenen und sympathischen Art ein großes Vorbild. „Ugur Sahin und Özlem Türeci haben eine Vision, für die sie sich mit ganzer Kraft einsetzen und durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Das wird sicherlich nicht die letzte große Ehrung sind, die diesen beiden herausragenden Persönlichkeiten und Hoffnungsträgern zuteilwird“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Unter den ersten Gratulanten war auch Oberbürgermeister Michael Ebling: „Ich gratuliere dem Mainzer Forscherpaar ganz herzlich zu dieser absolut verdienten Auszeichnung. Die beiden sind großartige Wissenschaftler und sympathische Menschen. Die Entwicklung des Coronavirus-Impfstoffs ist eine Erfindung, die die Welt verändert, denn damit wird es uns gelingen die Pandemie zu beenden. Bezüglich Erfindungen, die die Welt verändern, hat Mainz ja schon seit einigen Jahrhunderten weltweit einen guten Ruf. Gutenberg, der „Man of the Millennium“, und seine Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern sind rund um den Globus jedem Schulkind ein Begriff. Und in diesem Jahr kommt mit dem Coronavirus-Impfstoff eine weltverändernde Entwicklung aus Mainz hinzu.

Die Auszeichnung der beiden Forscher macht mich auch deshalb stolz, weil unsere Stadt damit einmal mehr bewiesen hat, dass wir ein wichtiger Wissenschafts- und Forschungsstandort im Rhein-Main-Gebiet sind. Die Welt schaut in diesen Tagen voller Hoffnung auf die Landeshauptstadt Mainz, denn hier ist ein bedeutendes Zentrum für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie.“

Komponist Benjamin Scheuer erhält den Schneider-Schott-Musikpreis 2020

Preisträger Benjamin Scheuer © Foto  Astrid Ackermann
Preisträger Benjamin Scheuer © Foto Astrid Ackermann

(rap) Den Schneider-Schott-Musikpreis der Landeshauptstadt Mainz erhält im Jahr 2020 der Komponist Benjamin Scheuer. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird traditionell bei einem Preisträgerkonzert vergeben, das aufgrund der Corona-Pandemie jedoch erst 2021 stattfinden kann. „Es war uns wichtig, alle Kulturpreise und -stipendien der Landeshauptstadt Mainz in diesem Jahr zu vergeben und damit ein Zeichen zu setzen, dass es keinen Stillstand in der Kultur gibt und geben darf“, sagt Kulturdezernentin Marianne Grosse. „Jede Form der Unterstützung und Anerkennung für die Arbeit der Kulturschaffenden hatte in den vergangenen Monaten für uns höchste Priorität.“
Der Schneider-Schott-Musikpreis wurde im Jahr 1986 von dem Musikverleger Heinz Schneider-Schott gestiftet und wird alle zwei Jahre abwechselnd an Komponisten und Interpreten verliehen.

Der Preisträger
In Benjamin Scheuers Musik dreht sich alles um direkt erfahrbare Sinnlichkeit und Humor. Freude am Musizieren und die Suche nach ungewöhnlichen Klängen sind ihm ein ständiger Antrieb – dabei tun sich durchaus einmal Abgründe auf, es darf aber auch gerne gelacht werden. Im Alltag gefundene Klänge werden als Objekte direkt auf der Bühne präsentiert oder als Aufnahmen zugespielt: Hier gilt stets Scheuers Ansatz der „Live-Elektrik“ – elektronische Klänge werden immer mit den einfachsten und billigst möglichen Mitteln erzeugt. Denn nicht die Technik, sondern der Mensch mit seiner Stimme, in seiner Individualität und Fehlbarkeit steht im Zentrum seines Interesses.

Benjamin Scheuer studierte in Hamburg und Karlsruhe, bei Dieter Mack, Fredrik Schwenk und Wolfgang Rihm. In Freiburg arbeitet er an einem Dissertationsprojekt über Georges Aperghis théâtre musical. Seine Kompositionen werden jedes Jahr in diversen Ländern und von renommierten Ensembles aufgeführt. Unter anderem erklang „Zeitraum“ (2012) für 600 Spieler im Fußballstadion Hannover und mit den seit 2012 durchgeführten „Notfallkonzerten“ leistet er zusammen mit dem Orchester im Treppenhaus einen bescheidenen Beitrag zur Rettung der Welt mit Musik von heute. In seinem Zyklus „Impulsive Lieder“ (2016) lotet er auf humorvolle Weise neue Grenzen des vokalen Ausdrucks aus.

Benjamin Scheuer ist Träger des Bachpreis-Stipendiums der Stadt Hamburg, des Busoni-Preises der Akademie der Künste Berlin und er gewann mit seinem Orchesterstück „versungen“ die Basel Composition Competition 2019. Er erhielt Arbeitsstipendien für das Herrenhaus Edenkoben, das Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg, die Cité des Arts in Paris und den Künstlerhof Schreyahn und wurde durch die Claussen-Simon-Stiftung und die Kunststiftung Baden-Württemberg gefördert.
Als Gründungsmitglied des „Musiker ohne Grenzen e.V.“ reiste er regelmäßig nach Ecuador, wo er benachteiligten Jugendlichen Musikunterricht gab. Aktuell hat er Lehraufträge in Trossingen und Mainz.

Der Schneider-Schott-Musikpreis
Der Mainzer Musikverleger Heinz Schneider-Schott (1906-1988) stiftete der Landeshauptstadt Mainz Mitte der 1980er Jahre Kapital zur regelmäßigen Vergabe eines Musikpreises. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Ausgezeichnet werden „förderungswürdige und förderungsbedürftige Komponisten, Interpreten und Musikensembles auf dem Gebiet der ernsten Musik“. Dabei sollen „Leistungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik bevorzugt“ werden.

Die Auswahl der bzw. des Preisträgers erfolgt durch eine fünfköpfige, aus Musiksachverständigen bestehende Jury. Zur Jury des Schneider-Schott-Musikpreises 2016 gehören Prof. Dr. Wolfgang Rathert (Juryvorsitzender, Universität München), Dr. Achim Heidenreich (Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe), Prof. Wolfgang Rihm (Komponist, Karlsruhe), Yvonne Stern-Campo (Schott Music Mainz), und Prof. Lars Vogt (Pianist, Berlin). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Die Preisträger seit 1986
1986: Detlev Müller-Siemens und Wolfgang von Schweinitz
1987: Ensemble Modern
1988: Hans-Jürgen von Bose
1989: Herbert Henck und Walter Zimmermann
1990: Adriana Hölszky
1991: Gruppe Neue Musik Hanns Eisler
1992: Ulrich Stranz
1993:Steffen Schleiermacher/Ensemble Avantgarde
1994: Jörg Birkenkötter und Hanspeter Kyburz
1995: ensemble recherche
1996: Isabel Mundry und Moritz Eggert
1997: Nomos Quartett
1998: Helmut Oehring
1999: Ensemble 13
2000: Michael Riessler und Mike Svoboda
2001: Babette Koblenz
2002: Jörg Widmann
2003: Salome Kammer und Thomas E. Bauer
2004: Ensemble Neue Vocalsolisten Stuttgart
2005: Enno Poppe
2006: Peter Schöne
2008: Márton Illés
2010: Anna Prohaska
2012: Birke J. Bertelsmeier
2014: Carolin Widmann
2016: Gordon Kampe
2018: Dominik Susteck
2020:Benjamin Scheuer

Naturverträgliche Sanierung der Zitadellenmauern-Sanierung der Contrescarpe und Bastionsspitze der Bastion Drusus durch Mitarbeiter der Zitadellen-Bauhütte

Die naturverträgliche Sanierung des Zitadellenmauerwerks geht es kontinuierlich weiter und in großen Schritten voran.© Foto Diether v. Goddenthow
Die naturverträgliche Sanierung des Zitadellenmauerwerks geht es kontinuierlich weiter und in großen Schritten voran.© Foto Diether v. Goddenthow

(rap) Auch bei der naturverträglichen Sanierung des Zitadellenmauerwerks geht es kontinuierlich weiter und in großen Schritten voran, wie die beiden Dezernentinnen Marianne Grosse und Katrin Eder mitteilen. Neben dem Mauerabschnitt entlang der Windmühlenstraße wurde in diesem Jahr auch erstmals ein Abschnitt im Graben saniert. „Dabei haben wir uns aufgrund fehlender Erkenntnisse über die Materialität und Geometrie der Contrescarpe dafür entschieden, die Instandsetzungsarbeiten in Eigenregie durch die eigene Bauhütte ausführen lassen“, erläutert Grosse. „Nach Abschluss der Arbeiten wissen wir, dass dies der richtige Weg war, da es aufgrund erforderlicher Untersuchungen mehrere und anhaltende Unterbrechungen gab, die bei einer Vergabe an Firmen zu Behinderungsanzeigen und dadurch zu Mehrkosten geführt hätte. Außerdem konnten die Mitarbeiter unserer Bauhütte hier ihr großes Können zeigen.“

„Mit der Sanierung der Mauern betreten wir nicht nur denkmalpflegerisch, sondern weitgehend auch ökologisch Neuland. Wir bemühen uns sehr, den einmaligen Bestand an Insekten und seltensten Pflanzen vor Ort entsprechend unserer Planungen auch zu erhalten“, so Katrin Eder, Umweltdezernentin der Stadt Mainz. „Durch den trockenheitsbedingten Rußrindenbefall der Bäume auf den Zitadellenmauern und die notwendig gewordenen Fällungen ist dort in diesem Jahr zusätzlich sehr viel Grün verloren gegangen. Wir stehen hier alle gemeinsam in der Verantwortung, nicht nur ein nacktes Festungswerk, sondern auch ein ökologisch wie mikro-klimatisch enorm wichtiges Gebiet für die Innenstadt in diesem Sinne zu erhalten.“

Die Idee einer eigenen Bauhütte war eine zentrale Empfehlung aus dem Gutachten, das die Grundlage für die bereits durchgeführten und noch anstehenden Maßnahmen zur naturverträglichen Sanierung des Zitadellenmauerwerks bildet. „Es ist ein wirklich großer Erfolg, dass es uns gelungen ist, diese Bauhütte tatsächlich zu schaffen. Durch sie können kontinuierlich und zugleich flexibel kleinere Instandsetzungs- und Instandhaltungsarbeiten am Mauerwerk erfolgen, aber sie können auch große Maßnahmen wie die jetzt erfolgte Instandsetzung der Contrescarpe und der Bastionsspitze Drusus erfolgen. Auch im Jahr 2020 ist viel passiert an den Zitadellenmauern. Nicht nur an der Windmühlenstraße. Im Bereich der Bastion Drusus im Zitadellengraben haben die qualifizierten Mitarbeiter der Zitadellen-Bauhütte gezeigt, welch wichtige Aufgaben sie bei der Instandhaltung der Mauern leisten“, freut sich der Vorsitzende der Initiative Zitadelle Mainz, Kay-Uwe Schreiber.

„Mit der Fertigstellung dieses Abschnitts der Contrescarpe hat das Projekt einen sehr wichtigen Meilenstein erreicht. Denn damit wurde nun erstmals ein Abschnitt im geschützten Landschaftsbestandteil der Zitadelle ökologisch saniert. Die Erkenntnisse werden sowohl aus naturschutzfachlicher als auch bautechnischer Sicht für die kommenden Abschnitte in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle spielen. Nun gilt es zu schauen, wie sich die Natur in diesem Grabenstück wieder neu entwickelt“, so Christian Henkes, Vorsitzender NABU Mainz und Umgebung e.V.

Die Contrescarpe gehört zur Festung Zitadelle und dient im Wesentlichen nur der Abstützung des Geländes jenseits des Zitadellengrabens. Sie hat keine Verteidigungsfunktion und ist deshalb baulich nicht besonders massiv hergestellt. Die Mauer hat eine Mächtigkeit von etwa 1 Meter (zum Vergleich: Zitadellenmauer 4 Meter) und ist aus kleinteiligen Steinen gebaut, die bei der Festung nicht verwendet werden konnten. Das ist die Ursache für den schlechten baulichen Zustand der Contrescarpe.

Die Bauhütte, die sich aus zwei Steinmetzen und zwei Aushilfskräften zusammensetzt, hat das Projekt in 3000 Arbeitsstunden umgesetzt. Im Sommer 2018 wurden die naturschutzrechtliche und denkmalschutzrechtliche Genehmigung eingeholt. Ab Oktober 2018 erfolgte die Baufeldfreimachung und Gerüststellung und im Winter 2018/19 die Freilegung der Mauerkrone und der Abtrag von 150 m³ Boden.

Im Frühjahr 2019 wurden in Zusammenarbeit mit der Landesarchäologie drei Schürfe (ca. 1 m breit, 2,5 m hoch und 3 m lang) am anstehenden Boden im Bereich der Mauerkrone angelegt, um das Bodenprofil kennenzulernen und eine Aussage zur Historie der Aufschüttung zu erhalten. Bis Februar 2020 erfolgten Vermessung, Digitalisierung und weitere Untersuchung der Archäologie, ab März 2020 wurden die Mauerkrone und der lockern Teile des Mauerwerks rückgebaut. Von April bis September 2020 erfolgten der Wiederaufbau und die Verfugung des Mauerwerks.

Die Contrescarpe hat durch die neue Ausbildung der Mauerkrone einen einheitlichen Abschluss mit plattigen Steinen erhalten, die durch ein leichtes Gefälle zum Graben das Niederschlagswasser ableitet. Oberhalb der Mauerkrone ist eine gleichmäßige Böschung ausgebildet worden, um an die Rasenflächen der Wallanlagen anzuschließen. Die Böschung wird mit Gehölzen bepflanzt werden, um den Lebensraum Graben zu den Wallanlagen hin abzugrenzen und zu schützen. Grundsätzlich bleiben im Verlauf der gesamten Contrescarpe einzelne Sichtfenster in den Graben erhalten.

Da der Zaun an der Mauerkrone zur Absturzsicherung noch nicht errichtet ist, kann das Gerüst an der Mauer noch nicht abgebaut werden. Es entstanden rund 10.000€ Materialkosten sowie 30.000€ an Fremdleistungen (Gerüst, Bodenentsorgung, Bodeneinbau) und Personalkosten durch die Bauhütte.
Die gegenüberliegende Bastionsspitze Drusus wird ebenfalls von der Bauhütte saniert. Die beiden Bauabschnitte waren im Wechsel je nach Bedarf besetzt, oberste Priorität hatte allerdings die Contrescarpe. Der Erker auf der Bastionsspitze musste rückgebaut werden, da drei der vier Auflager nicht mehr die notwendige Tragfähigkeit besitzen und ausgetauscht werden müssen.
In den nächsten Monaten werden die Mauerkronensteine und die neuen Auflager behauen, sodass ab April/Mai 2021 der Wiederaufbau beginnt und im September 2021die Maßnahme an der Bastionsspitze ebenfalls abgeschlossen werden kann.

Das Ingenieurbüro Kayser+Böttges, Barthel+Maus hat die Maßnahme baubegleitend betreut.
Das Büro Twelbeck überwacht zugleich die biologische Bauleitung und alle Arbeitsschritte im Zitadellengraben und sorgt für die Einhaltung der Auflagen aus der naturschutzrechtlichen Genehmigung.

Konservierung des Drusussteins weitgehend abgeschlossen Umfeldgestaltung ab Frühjahr 2021

Die Konservierung des Drusussteins ist weitgehend abgeschlossen. Ab Frühjahr 2021 soll das Umfeld gestaltet werden.Der so genannte Drususstein oder Eichelstein gilt als bedeutendstes Baudenkmal aus römischer Zeit in Mainz. Er entstand als Kenotaph für den 9 v.Chr. verstorbenen römischen Feldherrn Drusus.© Foto Diether v. Goddenthow
Die Konservierung des Drusussteins ist weitgehend abgeschlossen. Ab Frühjahr 2021 soll das Umfeld gestaltet werden.Der so genannte Drususstein oder Eichelstein gilt als bedeutendstes Baudenkmal aus römischer Zeit in Mainz. Er entstand als Kenotaph für den 9 v.Chr. verstorbenen römischen Feldherrn Drusus.© Foto Diether v. Goddenthow

(gl) Die Konservierung des Drusussteins schreitet erfolgreich voran. Der so genannte Drususstein oder Eichelstein gilt als bedeutendstes Baudenkmal aus römischer Zeit in Mainz. Er entstand als Kenotaph für den 9 v.Chr. verstorbenen römischen Feldherrn Drusus. Nach Verlust der Werksteinverkleidung ist heute nur der Kern aus Gussmauerwerk erhalten, der im Zuge mehrerer Instandsetzungen weitgehend überformt wurde.

Dabei stellt sich die Oberfläche des Drusussteins keineswegs homogen dar, sondern es können im Wesentlichen drei Zonen unterschieden werden: Der annähernd kubische Sockel, an dem das freiliegende original römische Opus Caementitium am besten zu erkennen ist, darüber der fast zylindrische sogenannte „Mauerwerksgürtel“ der erst durch Reparaturen in seiner heutigen Form entstanden ist. Denn tatsächlich befand sich ursprünglich an dieser Stelle eine Einschnürung, die auf vielen älteren Darstellungen zu erkennen ist. Infolgedessen ist die neuzeitliche Ausmauerung auch durch schichtweise gesetztes Mauerwerk und dichtes Fugenbild zu erkennen. Der obere Teil des Drusussteins wurde Anfang der 1980er Jahre mit einer Mauerschale überformt und hat daher wieder ein anderes Erscheinungsbild.

Aufgrund der durch die Schäden am Mauerwerk verursachten fortschreitenden Verluste mussten die Oberflächen des Monuments umfassend instandgesetzt werden. Die Schadensanalyse hatte ergeben, dass ein großer Teil der Mörteloberfläche in der freiliegenden Sockelzone als geschwächt und schadhaft anzusehen war: Der Gussmörtel war teilweise bis in größere Tiefen gelockert, Kiesel und Bruchsteine lose. Auch größere Steine waren absturzgefährdet bzw. schon verloren gegangen.

Zum einen hatten sich im lockeren Gefüge Efeu und Gehölze angesiedelt, deren Wurzelwerk das Mauerwerk schädigte, zum anderen waren Ausbrüche und Fehlstellen auf dauerhafte Durchfeuchtung und Frostschäden im Mauerwerk zurückzuführen. Auch in den oberen Zonen waren die Mörtelfugen weit zurückgewittert und locker und an der Süd- und Südost-Seite war starker Pflanzenbewuchs vorhanden. Auch hier gab es zahlreiche Ausbrüche, Fehlstellen und Lockerzonen.

Entsprechend der Unterschiede der drei Zonen nicht nur in Bezug auf Aussehen und Erscheinung, sondern auch auf Materialien und Technik kamen auch unterschiedliche Maßnahmen zur Sanierung zur Ausführung. Mörtelrezepturen und handwerkliche Technik wurden jeweils detailliert auf das Vorgefundene angepasst. Dies erfolgte immer mit der Maßgabe, bei Austausch und Ertüchtigung möglichst wenig Originalsubtanz zu verlieren und die „Handschrift“ der Maurer jeweils an die unterschiedlichen Strukturen anzupassen. Anhand eines aus dem Inneren des Drusussteins gewonnen Bohrkerns wurde das römische Mörtelmaterial im Labor analysiert und in einer Kalkmörtelrezeptur in Bezug auf Farbe und Zuschlag nachgebildet.

Da dieser klassische Kalkmörtel langsam abbindet und es Wochen und Monate dauert, bis er seine Endfestigkeit erreicht hat, ist es erforderlich, den noch jungen Mörtel besonders am „römischen Sockel“ über den anstehenden Winter vor Auffeuchtung und Frost zu schützen. Aus diesem Grund ist eine Einhausung als Winterschutz angebracht, die im Frühjahr abgebaut werden kann. Danach können die Arbeiten an der Außenanlage fortgesetzt werden.

Um den sanierten Drususstein künftig besser vor Witterung zu schützen, hat das Monument eine Verdachung erhalten, die das historische Erscheinungsbild nicht verändern soll, das Niederschlagswasser jedoch sicher ableitet.

Für Bau- und Denkmalpflegedezernentin Marianne Grosse sind die erfolgten Sanierungsmaßnahmen am bedeutendsten Baudenkmal aus römischer Zeit in Mainz ein Meilenstein: „Das Mauerwerk des Drusussteins war in keinem guten Zustand. Es waren umfangreiche Vorarbeiten erforderlich, um die Schäden genau zu erfassen und gemeinsam mit Landesarchäologie und Denkmalpflege ein darauf abgestimmtes Konservierungskonzept zu erarbeiten. Umso mehr freue ich mich, dass wir in diesem Jahr die Konservierung des Mauerwerks größtenteils abschließen konnten. Ich sage es ganz ehrlich: Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Im Frühjahr machen wir dann weiter mit der Umfeldgestaltung des Drusussteins. Was man schon jetzt sofort erkennt: Wenn alles fertig ist, wird diese Maßnahme zur erheblichen Aufwertung des römischen Erbes der Stadt Mainz beitragen. Dafür meinen Dank an alle Beteiligten.“

„Aus Sicht der Landesarchäologie ist es ein großer Fortschritt, weil die Konservierung dieses einzigartigen Denkmals an erster Stelle steht und damit eine Inwertsetzung durch die Stadt erfolgt ist. Der Drususstein kann jetzt als nächster Schritt noch mehr in das Bewusstsein der Touristen gerückt werden“, so Dr. Marion Witteyer, Leiterin der der Landesarchäologie Mainz.

Auch der Vorsitzende der Initiative Römisches Mainz, Univ.-Prof. Dr. Christian Vahl zeigt sich erfreut über die großen KonservierungsFortschritte am Drususstein: „Ich hoffe, dass vom restaurierten Drususstein eine Signalwirkung ausgeht, die sich sowohl im Hinblick auf einen Touristenmagnet auswirkt, als auch ein Mosaikstein für ein Landesgartenschau-Freiluft-Museum ‚Römisches Mainz‘ ist.“

BioNTech Impfstoffzulassung – Von Mainz geht in diesen schweren Tagen Hoffnung um die Welt!

Die Mainzer Immuntherapie-Schmiede BioNTech hat zusammen mit seinem Partnerunternehmen Pfizer Inc. (NYSE: PFE) das weltweite Wettrennen mit der heutigen Erstbeantragung auf eine US-Zulassung seines bis zu 95 Prozent wirksamen Coronavirus-Impfstoffs gewonnen.

Oberbürgermeister Michael Ebling © Foto: Diether v. Goddenthow
Oberbürgermeister Michael Ebling © Foto: Diether v. Goddenthow

Das sind auch für den Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling hervorragende Nachrichten: „Ich freue mich, dass wir mit der Firma BioNTech einen Leuchtturm der Medizinbranche in der Stadt haben, der Impfstoffgeschichte „made in Mainz“ schreibt. Bezüglich Erfindungen, die die Welt verändern, hat Mainz ja schon seit einigen Jahrhunderten weltweit einen guten Ruf. Gutenberg, der „Man of the Millennium“, und seine Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern sind rund um den Globus jedem Schulkind ein Begriff. Und es sieht so aus, als käme in diesem Jahr eine weltverändernde Entwicklung aus Mainz hinzu: Die Welt schaut in diesen Tagen voller Hoffnung auf Mainz, denn hier ist ein bedeutendes Zentrum für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Aus den Mainzer Laboren der Firma BioNTech stammt der lang ersehnte Impfstoff gegen das Coronavirus und der Mainzer Spezialglashersteller SCHOTT produziert Pharmafläschchen für den Transport von Impfstoffen, die bei 75 % der über 100 COVID-19-Impfstoffprojekten zum Einsatz kommen, die sich derzeit weltweit in der Pipeline befinden. Unsere Stadt hat damit einmal mehr bewiesen, dass wir ein wichtiger Wissenschafts- und Forschungsstandort im Rhein-Main-Gebiet sind. Dank der Mainzer Forscherinnen und Forscher blicken sehr viele Menschen jetzt positiver in die Zukunft. Von Mainz geht in diesen schweren Tagen Hoffnung um die Welt!“

Zur Einreichung des Antrags auf Notfallzulassung für COVID-19-Impfstoff bei der U.S. durch FDA Pfizer und BioNTech

Prof. Ugur Sahin, MD, Vorstandsvorsitzender BioNtech auf dem Sommerabend der Wirtschaft in Mainz am 30.August 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Ugur Sahin, MD, Vorstandsvorsitzender BioNtech auf dem Sommerabend der Wirtschaft in Mainz am 30.August 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Laut  Unternehmens-Meldung  reichen Pfizer Inc. (NYSE: PFE) und BioNTech SE (Nasdaq: BNTX, „BioNTech”) heute am 20. November 2020 einen Antrag auf Notfallzulassung für ihren mRNA-Impfstoffkandidaten BNT162b2 gegen SARS-CoV-2 bei der U.S. Food and Drug Administration (FDA) ein.  Eine potenzielle Zulassung würde eine Impfstoffversorgung von Hochrisiko-Populationen in den USA Mitte bis Ende Dezember 2020 ermöglichen. Die Unternehmen gehen derzeit davon aus, weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen noch im Jahr 2020 zu produzieren sowie bis zu 1,3 Milliarden Dosen bis Ende 2021; die Unternehmen werden innerhalb weniger Stunden nach der Erteilung der Zulassung für die Impfstoffauslieferung bereit sein

Wie es weiter in der Meldung heißt, basiert die Einreichung auf einem 95 %igen Impfschutz (p<0.0001) in Probanden ohne vorherige SARS-CoV-2-Infektion (erstes Hauptziel der Studie), wie die Phase-3-Studie zeigte. Auch in Probanden mit oder ohne vorheriger SARS-CoV-2-Infektion konnte ein Impfschutz erreicht werden (zweites Hauptziel der Studie). In beiden Fällen wurde der Impfschutz sieben Tage nach der zweiten Dosis erzielt. Die Abschlussanalyse des ersten Hauptziels der Studie wurde, basierend auf dem Studienprotokoll, nach 170 bestätigten COVID-19-Fällen durchgeführt. Die Einreichung stützt sich zudem auf Analysen von Sicherheitsdaten in einer randomisierten Subgruppe mit mindestens 8.000 der über 18-jährigen Probanden sowie in einer Gruppe von rund 38.000 Studienteilnehmern, die nach der zweiten Dosis im Median zwei Monaten beobachtet wurden. Außerdem beinhaltet die Einreichung Sicherheitsdaten von rund 100 Jugendlichen zwischen 12 bis 15 Jahren. 41 % der weltweiten Studienteilnehmer und 45 % der amerikanischen Studienteilnehmer sind im Alter von 56 bis 85 Jahren. Bislang konnte das Data Monitoring Committee (DMC) keine schwerwiegenden Nebenwirkungen feststellen.

„Unsere Arbeit zur Bereitstellung eines sicheren und wirksamen Impfstoffs war noch nie so dringend wie heute, da die Zahl der Fälle von COVID-19 weltweit alarmierend ansteigt. Die Einreichung in den USA ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, der Welt einen COVID-19-Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Wir haben jetzt einen guten Überblick über das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil unseres Impfstoffs und haben deshalb großes Vertrauen in sein Potenzial“, sagte Dr. Albert Bourla, Chairman und CEO von Pfizer. „Wir schauen optimistisch auf die anstehende Besprechung mit dem Vaccine and Related Biological Products Advisory Committee und arbeiten weiterhin eng mit der FDA und anderen Behörden auf der ganzen Welt zusammen, um unseren Impfstoffkandidaten schnellstmöglich zur Zulassung zu bringen“.

„Die Beantragung einer Notfallzulassung in den USA ist ein entscheidender Schritt, um unseren Impfstoffkandidaten so schnell wie möglich der Weltbevölkerung zur Verfügung zu stellen“, sagte Prof. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech. „Wir wollen weiterhin mit den Zulassungsbehörden weltweit zusammenzuarbeiten, um die schnelle globale Verteilung unseres Impfstoffs zu ermöglichen. Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Herzen Europas sind unsere Interaktionen mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur für uns von besonderer Bedeutung. Der EMA stellen wir im Rahmen unseres fortlaufenden Überprüfungsprozesses kontinuierlich Daten zur Verfügung“.

Die Unternehmen haben bereits den rollierenden Einreichungsprozess für das Sichten der Daten bei verschiedenen regulatorische Behörden begonnen, unter anderem bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und der Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) im Vereinigten Königreich. Weitere Anträge bei anderen Zulassungsbehörden sind in den nächsten Tagen geplant. In manchen Fällen gibt es ähnliche regulatorische Prozesse wie die Notfallzulassung der FDA. Die beiden Unternehmen sind in der Lage, den Impfstoff innerhalb von wenigen Stunden nach der Zulassung auszuliefern.

Pfizer und BioNTech möchten sich bei allen Studienteilnehmen und dem Personal der klinischen Studie für ihren Einsatz herzlich bedanken. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, den heutigen wichtigen Meilenstein der beiden Unternehmen im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie zu erreichen.
Der BNT162b2-Impfstoffkandidat ist bis jetzt in keinem Land der Welt für den Gebrauch zugelassen. Für beide Partner sind die präklinischen und klinischen Daten ein zentrales Element für alle Entscheidungen.

Informationen zu Herstellung und Lieferung
Während Pfizer und BioNTech auf die potenzielle Erteilung einer Zulassung oder Genehmigung durch die zuständigen Behörden warten, arbeiten sie weiterhin eng mit den für die Verteilung zuständigen Regierungen und Gesundheitsbehörden weltweit zusammen. Dies soll dabei unterstützen, dass der Impfstoff im Falle einer Zulassung oder Genehmigung so schnell wie möglich den Menschen zugutekommt, die ihn am dringendsten benötigen.
Pfizer bringt seine führenden, hauseigenen Fähigkeiten in der Produktion in dieses Unterfangen ein, um zügig die Herstellung zu skalieren und den Vertrieb großer Mengen eines qualitativ hochwertigen COVID-19-Impfstoffs zu ermöglichen. Hierfür werden eine Vielzahl von Produktionsstätten von Pfizer und BioNTech in den USA und in Europa genutzt, einschließlich der umfangreichen Expertise von BioNTech bei der Herstellung von mRNA, die das Unternehmen in rund einem Jahrzehnt gesammelt hat. Mit Hilfe des Versorgungsnetzwerks von Pfizer und BioNTech haben die beiden Unternehmen das Potenzial, weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen im Jahr 2020 zu produzieren sowie bis zu 1,3 Milliarden Dosen bis Ende 2021 (abhängig vom klinischen Erfolg, den Produktionskapazitäten und der Zulassung oder Genehmigung durch die entsprechenden Zulassungsbehörden).

Pfizer verfügt über umfangreiche Erfahrungen und Fachkenntnisse im Bereich des Kühlkettenversands und verfügt über eine etablierte Infrastruktur zur weltweiten Lieferung des Impfstoffs. Des Weiteren verfügt Pfizer über Vertriebszentren, die Impfstoffdosen bis zu 6 Monate lagern können. Die Unternehmen haben spezielle temperaturstabile Versandeinheiten entwickelt, die die empfohlenen Temperaturbedingungen von -70°C ±10°C aufrechterhalten können. Diese können auch für die temporäre Lagerung für bis zu 15 Tage verwendet werden. Jede Versandeinheit beinhaltet einen GPS-fähigen Temperatursensor, um den Standort und die Temperatur einer jeden Impfstofflieferung auf ihrer vorher festgelegten Route zu überwachen. Aufgetaut kann der Impfstoff bis zu 5 Tage im Kühlschrank gelagert werden (2 – 8°C).
Seit Beginn des Entwicklungsprojektes Anfang dieses Jahres haben Pfizer und BioNTech den potenziellen Impfstoff erfolgreich an über 150 Studienzentren in den Vereinigten Staaten sowie in Europa, Lateinamerika und Südafrika geliefert. Die Unternehmen glauben, den Impfstoff im Falle einer Zulassung oder Genehmigung mit Hilfe ihrer gemeinsamen Expertise weltweit ausliefern zu können.

Über die Studie
Die Phase-3-Studie zu BNT162b2, welcher auf der unternehmenseigenen mRNA-Technologie basiert, hat am 27. Juli begonnen und bis heute 43.661 Probanden rekrutiert. 41.135 der Probanden haben bis zum 13. November bereits die zweite Dosis des Impfstoffs oder des Placebos erhalten. Die genaue Verteilung in den rund 150 Studienzentren in den Vereinigten Staaten, Deutschland, der Türkei, Südafrika, Brasilien und Argentinien kann hier eingesehen werden. Weitere Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes werden im Rahmen der Studie über die nächsten zwei Jahre erhoben.
Pfizer und BioNTech planen, die Daten der Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffes nach Abschluss der finalen Auswertungen zur Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Peer-Review-Journal einzureichen.

Über Pfizer Inc: Breakthroughs That Change Patients’ Lives
Bei Pfizer setzen wir die Wissenschaft und unsere globalen Ressourcen ein, um den Menschen Therapien anzubieten, die ihr Leben verlängern und deutlich verbessern. Wir wollen den Standard für Qualität, Sicherheit und Nutzen bei der Entwicklung und Herstellung innovativer Medikamente und Impfstoffe setzen. Jeden Tag arbeiten Pfizer-Mitarbeiter weltweit daran das Wohlbefinden, die Prävention, Behandlungen und Heilung von schwerwiegenden Erkrankungen voranzutreiben. Als eines der weltweit führenden innovativen biopharmazeutischen Unternehmen sehen wir es als unsere Verantwortung, mit Gesundheitsversorgern, Regierungen und lokalen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung auf der ganzen Welt zu unterstützen. Seit mehr als 170 Jahren arbeiten wir daran, etwas zu bewirken. Wir veröffentlichen regelmäßig Informationen auf unserer Website unter www.Pfizer.com, die für Investoren wichtig sein könnten. Mehr Informationen über Pfizer finden Sie unter www.Pfizer.com, auf Twitter unter @Pfizer und @Pfizer News, LinkedIn, YouTube und auf Facebook unter Facebook.com/Pfizer.

Offenlegungshinweis von Pfizer
Die in dieser Mitteilung enthaltenen Informationen gelten für den Zeitpunkt zum 20. November 2020. Pfizer übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder Entwicklungen zu aktualisieren.
Diese Pressemitteilung enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen bezüglich Pfizers Bemühungen, die COVID-19-Pandemie zu bekämpfen, eine Zusammenarbeit zwischen BioNTech und Pfizer zur Entwicklung eines potenziellen Impfstoffs gegen COVID-19, dem BNT162-mRNA-Impfstoffprogramm und dem modRNA-Kandidaten BNT162b2 (einschließlich qualitativer Bewertung verfügbarer Daten, möglicher Vorteile und Erwartungen zu klinischen Studien, die Einreichung eines Antrags für Emergency Use Authorization und anderer Zulassungsanträge, die angesetzte Zeit für Einreichungen für Zulassungen oder Genehmigungen sowie der Produktion, der Verteilung und der Lieferung), welche erhebliche Risiken und Ungewissheiten beinhalten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in solchen Aussagen zum Ausdruck gebrachten oder implizierten Ergebnissen abweichen. Diese Risiken und Unsicherheiten beinhalten unter anderem solche, die mit der Forschung und Entwicklung zusammenhängen, einschließlich der Möglichkeit, die antizipierten Endpunkte der klinischen Studien zu erreichen, das Start- und/oder Abschlussdatum klinischer Studien und das Datum für die Einreichung von Zulassungsanträgen, der Zulassung und/oder der Markteinführung einzuhalten sowie Risiken im Zusammenhang mit den klinischen Daten, (einschließlich der Phase-3-daten), einschließlich der Möglichkeit für das Auftreten ungünstiger neuer präklinischer oder klinischer Daten und weitere Analysen vorhandener präklinischer oder klinischer Daten; die Fähigkeit, vergleichbare klinische oder andere Ergebnisse zu erzielen, einschließlich der bislang beobachteten Impfstoffwirksamkeit und des bisher beobachteten Sicherheits- und Verträglichkeitsprofils, in zusätzlichen Analysen der Phase-3-Studie oder in größeren und diverseren Bevölkerungsgruppen nach der Kommerzialisierung; das Risiko, dass Daten aus klinischen Studien im Peer-Review-Prozess für Veröffentlichungen oder innerhalb der wissenschaftlichen Community im Allgemeinen und von den Aufsichtsbehörden unterschiedlich interpretiert und bewertet werden; das Risiko, ob und wann wissenschaftliche Veröffentlichungen mit Daten zum BNT162-mRNA-Impfstoffprogramm erscheinen werden und wenn ja, wann und mit welchen Änderungen; das Risiko, ob die Zulassungsbehörden mit dem Design und den Ergebnissen dieser und jeglicher künftiger präklinischer und klinischer Studien zufrieden sind; ob und wann in anderen Rechtsordnungen Lizenzanträge für andere Biologika und/oder Notfallzulassungen für BNT162b2 oder andere mögliche Impfstoffkandidaten eingereicht werden können; ob und wann solche Anträge von den Zulassungsbehörden genehmigt werden können, was wiederum von einer Vielzahl von Faktoren abhängt einschließlich der Entscheidung, ob die Vorteile des Produkts die bekannten Risiken überwiegen sowie der Bestimmung der Wirksamkeit des Produkts und – falls genehmigt – ob solche Impfstoffkandidaten kommerziell erfolgreich sein werden; Entscheidungen von Zulassungsbehörden, die sich auf die Kennzeichnung, die Herstellungsverfahren, die Sicherheit und/oder andere Faktoren auswirken, die die Verfügbarkeit oder das kommerzielle Potenzial solcher Impfstoffkandidaten beeinflussen können, einschließlich der Entwicklung von Produkten oder Therapien durch andere Unternehmen; Schwierigkeiten in den Beziehungen zwischen uns und unseren Kooperationspartnern oder Drittlieferanten; Risiken im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Rohstoffen zur Herstellung eines Impfstoffs; Herausforderungen bezüglich der Formulierung unseres Impfstoffkandidaten bei extrem niedrigen Temperaturen und den damit verbundenen Anforderungen an die Lagerung, den Vertrieb und die verwaltungstechnischen Anforderungen, einschließlich Risiken bezüglich der Handhabung des Impfstoffes nach der Lieferung durch Pfizer; das Risiko, dass wir möglicherweise nicht in der Lage sind, erfolgreich nicht-tiefgefrorene Formulierungen zu entwickeln; das Risiko, dass wir nicht in der Lage sind, rechtzeitig Produktionskapazitäten zu schaffen oder auszubauen oder Zugang zu Logistik oder Lieferketten zu schaffen, die der weltweiten Nachfrage nach einem potenziell zugelassenen Impfstoff entsprechen, was sich negativ auf unsere Fähigkeit auswirken würde, die geschätzte Anzahl an Impfstoffdosen im veranschlagten Zeitraum zu liefern; ob und wann weitere Liefervereinbarungen geschlossen werden; Unsicherheiten hinsichtlich der Möglichkeit, Empfehlungen von technischen Impfstoffausschüssen und anderen Gesundheitsbehörden in Bezug auf solche Impfstoffkandidaten zu erhalten und Unsicherheiten hinsichtlich der kommerziellen Auswirkungen solcher Empfehlungen, Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen von COVID-19 auf das Geschäft, den Betrieb und die Finanzergebnisse von Pfizer sowie die wettbewerbliche Entwicklungen.

Weitere Ausführungen zu Risiken und Unsicherheiten finden Sie im Jahresbericht des am 31. Dezember 2019 endenden Geschäftsjahres von Pfizer im sog. „Form 10-K“ sowie in weiteren Berichten im sog. “Form 10-Q“, einschließlich der Abschnitte „Risk Factors“ und „Forward-Looking Information and Factors That May Affect Future Results”, sowie in den zugehörigen weiteren Berichten im sog. „Form 8-K“, welche bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereicht wurden und unter www.sec.gov und www.Pfizer.com verfügbar sind.

Über BioNTech

Archivfoto Besuch der Firma BioNTech 2018 OB Ebling mit MP Dreyer und Ministerin Ahnen.  v.l.n.r.: Doris Ahnen (Finanzministerin RLP), Michael Ebling (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Mainz), Prof. Dr. Ugur Sahin (Vorstandsvorsitzender BioNTech), Prof. Dr. med. Christoph Huber (Aufsichtsrat BioNTech), Malu Dreyer (Ministerpräsidentin RLP), Dr. med. Özlem Türeci (Vorstand Medizin BioNTech)  © Staatskanzlei RLP
Archivfoto Besuch der Firma BioNTech 2018 OB Ebling mit MP Dreyer und Ministerin Ahnen. v.l.n.r.: Doris Ahnen (Finanzministerin RLP), Michael Ebling (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Mainz), Prof. Dr. Ugur Sahin (Vorstandsvorsitzender BioNTech), Prof. Dr. med. Christoph Huber (Aufsichtsrat BioNTech), Malu Dreyer (Ministerpräsidentin RLP), Dr. med. Özlem Türeci (Vorstand Medizin BioNTech) © Staatskanzlei RLP

Biopharmaceutical New Technologies ist ein Immuntherapie-Unternehmen der nächsten Generation, das bei der Entwicklung von Therapien für Krebs und andere schwere Erkrankungen Pionierarbeit leistet. Das Unternehmen kombiniert eine Vielzahl an modernen therapeutischen Plattformen und Bioinformatik-Tools, um die Entwicklung neuartiger Biopharmazeutika rasch voranzutreiben. Das diversifizierte Portfolio an onkologischen Produktkandidaten umfasst individualisierte Therapien sowie off-the-shelf-Medikamente auf mRNA-Basis, innovative chimäre Antigenrezeptor (CAR)-T-Zellen, bispezifische Checkpoint-Immunmodulatoren, zielgerichtete Krebsantikörper und Small Molecules. Auf Basis seiner umfassenden Expertise bei der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen und unternehmenseigener Herstellungskapazitäten entwickelt BioNTech neben seiner vielfältigen Onkologie-Pipeline gemeinsam mit Kollaborationspartnern verschiedene mRNA-Impfstoffkandidaten für eine Reihe von Infektionskrankheiten. BioNTech arbeitet Seite an Seite mit weltweit renommierten Kooperationspartnern aus der pharmazeutischen Industrie, darunter Genmab, Sanofi, Bayer Animal Health, Genentech (ein Unternehmen der Roche Gruppe), Regeneron, Genevant, Fosun Pharma und Pfizer. Weitere Information finden Sie unter: www.BioNTech.de

(Quelle:  www.BioNTech.de)

Landeshauptstadt Mainz verschärft ab 22.10.2020 die Corona-Schutzmaßnahmen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Stadt Mainz reduziert ab dem 22. Oktober 2020 die zulässige Personenzahl bei Veranstaltungen und Privatfeiern und beschließt Maskenpflicht in weiterführenden Schulen nach Ferienende. Denn allein am gestrigen Tag gab es 35 Neuinfektionen. Das sei ein sehr hoher Wert, weswegen die Lage in Mainz weiterhin angespannt bliebe, so der Magistrat. Der 7-Tage-Inzidenzwert – mithin die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner pro Woche – hat mit 85 einen Rekordwert erreicht.

Deswegen tagte heute der Verwaltungsstab unter der Leitung von Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch und unter Beteiligung des Gesundheitsamtes. Hierbei wurden aufgrund der weiterhin steigenden Infektionszahlen ergänzende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gegen Coronavirus-Infektionen beschlossen, die die aktuellen Regelungen der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz (CoBeLVO) flankieren.

Die Corona-Warn-Ampel für Mainz steht seit dem 13. Oktober 2020 in Mainz auf „Gefahrenstufe Rot“. Der „Corona Warn- und Aktionsplan Rheinland-Pfalz“ empfiehlt, dass diese Stufe dann erreicht wird, wenn der 7-Tage-Inzidenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten wird. Da die Überschreitung des 50er-Schwellenwertes – aktuell liegt dieser in Mainz bei 85 – derzeit auf einem hohen Level verharrt und davon auszugehen ist, dass die Fallzahlen in den nächsten Tagen auf hohem Niveau und damit deutlich oberhalb dieses Warnwertes verbleiben dürften, hat der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Mainz am heutigen Tage entschieden, die bislang gültigen Einschränkungen und Maßnahmen um einige weitere Schritte zu ergänzen. Auf diesem Wege sollen mögliche Gefahrenquellen für Infektionen weiter reduziert werden.

Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch, der aktuell den Verwaltungsstab leitet, betont: „Die Infektionslage bleibt angespannt. Wir verbleiben auf einem sehr hohen Infektionsniveau. Die Situation muss daher weiterhin als sehr ernst bezeichnet werden. Wir müssen der dynamischen Infektionslage mit weiteren Maßnahmen entgegenwirken, die ab heute Nacht um 0.00 Uhr in Kraft treten werden.
Wir setzen nach der Analyse der vorherrschenden Situation weitere Angleichungen unserer Corona-Vorgaben dort um, wo es uns als zwingend und sinnvoll erscheint: Bei Feierlichkeiten, bei Veranstaltungen im Innen- und Außenbereich, als auch absehbar in den Schulen. Auf Vorschlag der Schulaufsicht und des Bildungsministeriums in der gemeinsamen Task-Force haben wir deshalb auch die Maskenpflicht an Schulen nach den Herbstferien als geeignete Maßnahme beschlossen, um Risiken zum Schulstart weiter zu minimieren. Um Herr des Geschehens zu bleiben, müssen wir in Begleitung des Infektionsgeschehens zudem in der Lage bleiben, die Kontakte der Infizierten weiterhin nachverfolgen zu können. Dies ist von großer Bedeutung. Mit den ergänzenden Regelungen appelliere ich erneut an die Mainzerinnen und Mainzer. Halten Sie sich an die Vorgaben, nehmen Sie Rücksicht auf Ihr Umfeld, halten Sie Abstand, vermeiden Sie größere Zusammenkünfte und reduzieren Sie weit möglichst Kontakte. Denn nur so schützen wir uns selbst, unsere nächsten Angehörigen und Familien sowie jene, die aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung besonders gefährdet sind.

Wir sind alle zu verantwortungsvollem Handeln aufgerufen, helfen Sie mit, das Infektionsgeschehen zu reduzieren. Wir haben es alle weiterhin gemeinsam in der Hand!“

Ab dem morgigen Donnerstag, 22. Oktober 2020 (0.00 Uhr), wurden für das Stadtgebiet Mainz folgende ergänzenden Maßnahmen beschlossen, die in Kraft treten:

Änderung Ziffer 2
• Veranstaltungen im Freien sind anstatt wie bisher mit 250 Personen nur noch mit bis zu 100 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig.

Änderung Ziffer 3
• Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur noch mit bis zu 50 gleichzeitig anwesenden Personen unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen zulässig. Die Möglichkeit der erhöhten Personenanzahl bei Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen wurde aufgehoben.

Änderung Ziffer 4
• Privatveranstaltungen, zum Beispiel Hochzeiten oder Geburtstage, sind statt wie bisher mit 20 Personen nur noch mit bis zu 10 gleichzeitig anwesenden Personen auch in angemieteten/zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten oder Flächen zulässig.

Änderung Ziffer 18
• Von dem weiterhin grundsätzlich vorhandenen Prostitutionsverbot kann eine Befreiung erteilt werden, wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass die in § 6a der 11. CoBeLVO festgelegten Pflichten und Gebote erfüllt werden und ein individuelles Hygienekonzept vorgelegt wird.

Änderung Ziffer 21
• Maskenpflicht in Schulen: An allen Schulen in der Stadt Mainz gilt während der gesamten Schulzeit, einschließlich des Unterrichts, eine Maskenpflicht. Ausgenommen davon sind Grundschulen, die Primarstufe an Förderschulen sowie Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung oder motorische Entwicklung.

Martinsumzüge
Unabhängig von diesen per Allgemeinverfügung vorgeschriebenen Maßnahmen, appelliert der Verwaltungsstab der Stadt Mainz auch an die Veranstalterinnen und Veranstalter von St. Martins- oder Laternenumzügen, diese in diesem Jahr auf Grund des sehr dynamischen Infektionsgeschehens und der sehr hohen Infektionszahlen nicht durchzuführen, zumal dies unter den derzeit geltenden Regelungen auch nur schwer möglich wäre.

Freisportanlagen im Stadtgebiet
Weiterhin hat der Verwaltungsstab festgelegt, dass „Freisportanlagen“ wie städtische Bolzplätze, Basketballplätze, Bouleplätze etc. nur noch von max. 5 Personen oder max. zwei Hausständen zeitgleich (entsprechend der Regelung für den Aufenthalt im öffentlichen Raum) benutzt werden dürfen.

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes, in Abstimmung mit der Task-Force des Landes RLP und dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt, erlässt die Landeshauptstadt Mainz daher für die genannten Maßnahmen eine entsprechende Allgemeinverfügung, die noch am heutigen Tag, also Mittwoch, 21. Oktober 2020 veröffentlicht wird und damit ab dem morgigen Donnerstag, 22. Oktober 2020 um 0.00 Uhr Gültigkeit entfalten.

Die Maßnahmen wurden mit der Corona-Task Force, die auf Grundlage des Warn- und Aktionsplans Rheinland-Pfalz den städtischen Verwaltungsstab berät und Empfehlungen ausspricht, abgestimmt und fand deren ausdrückliche Zustimmung. Die Task Force setzt sich zusammen aus Vertretern der Stadtverwaltung Mainz, des zuständigen Gesundheitsamts Mainz-Bingen, des Gesundheitsministeriums, des Innenministeriums, des Bildungsministeriums, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, des Städtetags Rheinland-Pfalz, der Polizei und tagt unter der Leitung des Präsidenten des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung.

Der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Mainz wird die Entwicklung bei der Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen weiterhin kontinuierlich beobachten und die beschlossenen Maßnahmen entsprechend anpassen. Der Verwaltungsstab wird dazu in engen zeitlichen Abständen zusammentreten. Seit März dieses Jahres tagt der Stab regelmäßig und trifft sich ein bis dreimal die Woche.

Aktuelle Informationen der Stadtverwaltung Mainz zu den Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen unter www.mainz.de/coronavirus.

Die CityBahn – eine einmalige Chance für die gesamte Region

(v.li.:)Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, und Frank Kilian, Landrat des  Rheingau-Taunus-Kreis warben auf einer Pressekonferenz im Wiesbadener Kulturforum für das Jahrhundertprojekt CityBahn, welches nicht nur drei Regionen miteinander verbindet, sondern in den nächsten Jahren über 350 Mio Euro Investitionsvolumen für die Region  bedeutet. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.:)Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, und Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreis warben auf einer Pressekonferenz im Wiesbadener Kulturforum für das Jahrhundertprojekt CityBahn, welches nicht nur drei Regionen miteinander verbindet, sondern in den nächsten Jahren über 350 Mio Euro Investitionsvolumen für die Region bedeutet. © Foto: Diether v. Goddenthow

In einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch, 19. August, haben Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, und Frank Kilian, Landrat des  Rheingau-Taunus-Kreis, für das Jahrhundertprojekt CityBahn geworben.

Denn am 1. November haben die Menschen in Wiesbaden die Wahl, über die Zukunft der Mobilität der Stadt und der Region mitzubestimmen. Und da hoffen der Rheingau-Taunus-Kreis, die Stadt Wiesbaden und die Stadt Mainz, dass sich die Wiesbadener Bürger trotz bekannter Gegenargumente letztlich doch Pro-Citybahn entscheiden. Praktisch sämtliche Metropolen Europas verfügen über modere Straßenbahnen und bauen angesichts ihr gesteckten Klima-Ziele ihr Streckennetz aus. Zahlreiche Städte in Frankreich bauten oder planten neue Straßenbahnen, was auch noch einmal die Bedeutung von Straßenbahnen bei der künftigen Beförderung von Menschen unterstreicht.

„Wir stehen vor einer Entscheidung, die unserer Mobilität und unsere Zukunftsfähigkeit über Jahrzehnte hinaus prägen wird“, erklärt Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden. Gemeinsam mit Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, und Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreis, wirbt er für das Jahrhundertprojekt CityBahn.

„Wir möchten, dass die Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger eine gute Entscheidung treffen“, so Mende weiter. Dazu werde er in den kommenden Wochen auch persönlich mit vielfältigen Angeboten informieren und die Menschen überzeugen. Informationsmöglichkeiten sind die bereits bekannte DialogBox, die ab sofort am Wiesbadener Hauptbahnhof stehen wird. Es folgen ein Townhall-Meeting am 5. September und eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen. „Wir stehen voll hinter der CityBahn als wichtige Basis einer zukunftsfähigen Mobilität. Gemeinsam“, sagt Mende. „Ziel muss es sein, die Bürgerinnen und Bürger in die Lage zu versetzen, auch in Zeiten von Corona- Beschränkungen am 1. November die beste Entscheidung für sich und die Landeshauptstadt zu treffen. Wir haben die einmalige Chance, die Region Wiesbaden-Mainz-Rhein- gau-Taunus nachhaltig zu vernetzten und dabei auf massive Förderungen durch Bund und Land zurückgreifen zu können.“

Die CityBahn vernetze die Region und sei identitätsstiftend für den ganzen Raum, weil sie Wiesbaden in zwei wichtige Richtungen anbinde, nach Mainz und in den RheingauTaunus-Kreis. Damit sei sie mehr als eine Wiesbadener Straßenbahn, sie sei eine Achse für Stadt- und Regionalentwicklung. „Die Investition in die CityBahn dient zudem als zusätzliches Konjunkturprogramm für die regionale Wirtschaft. Auch das ist gerade in der aktuellen Situation mit Blick auf die Corona-Pandemie wichtiger als je zuvor“, so Mende weiter.

Mainz wachse ebenso wie Wiesbaden. Jedes Jahr kämen rund 2.000 Menschen hinzu, die dort leben, wohnen und arbeiten wollen. „Unsere wachsende Stadt braucht Antworten auf die Frage, wie der Verkehr der Zukunft aussehen kann, wie sich Staus vermeiden lassen, wie die Menschen zur Schule, in die Hochschule, zur Arbeit zum Einkaufen oder zum Besuch auf dem Wochenmarkt kommen. Und wir müssen auch die Frage beantworten, wie wir die Luftqualität verbessern können. Im Kern geht es bei diesen Fragen darum, wie wir Verkehrsinfrastruktur und Lebensqualität in all ihren Facetten verbinden können“, sagt Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz.

Mobilität müsse grundlegend neu gedacht und zukunftsfähig gemacht werden. „Dabei können wir die Stadt Mainz nicht mehr isoliert betrachten, sondern müssen zusammenhängend und großräumig denken. Mir ist es wichtig, dass unsere Verkehrsplanung abgestimmt mit Rheinhessen und Wiesbaden erfolgt. Prioritäten dabei müssen Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit, Sicherheit und Luftreinhaltung als übergeordnete Ziele haben.“ Alle Verkehrsträger sollen berücksichtigt werden, auch der Lieferverkehr und der ruhende Verkehr. Der ÖPNV müsse weiter Vorrang bekommen und gestärkt werden. Der Fahrradverkehr solle weiter ausgebaut werden, so Ebling weiter.

„Für den Rheingau-Taunus-Kreis ist die CityBahn das mit Abstand wichtigste Verkehrsinfrastrukturprojekt. Wir stehen zu dem Projekt und sehen darin die einmalige Chance, den Kreis und seine rund 70.000 Bewohnerinnen und Bewohner verkehrlich wieder besser an die Zentren anzubinden“, sagt Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Viele der Menschen im Kreis arbeiteten in Wiesbaden, Mainz oder Frankfurt und müssten täglich pendeln. Einen großen Teil dieser Verkehre wolle er auf die Schiene bringen. „Nur mit der Bahn lassen sich die Verkehrsprobleme, die noch deutlich zunehmen werden, lösen. Wiesbaden darf das Umland nicht vergessen“, so Kilian weiter. Auch im Rheingau-TaunusKreis werde es Informationsveranstaltungen zur CityBahn geben. Derzeit laufen die Baugrunduntersuchungen entlang der Aartalstrecke bis nach Bad Schwalbach.

Streckenführung Citybahn

Führung zu verschwundenen Kirchen und Klöster in Mainz

Viele Kirchen und Klöster prägten das Erscheinungsbild von Mainz seit dem frühen Mittelalter, sind heute aber zum Teil aus dem Stadtbild verschwunden, wie etwa das Jakobsbergkloster auf dem Gelände der Zitadelle, in dem ein für die Stadt folgenreicher Mord geschah. Zu einer ungewöhnlichen Stadtführung um „verschwundene Kirchen und Klöster“ in Mainz lädt daher die Landesarchäologie Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am 1. August um 15 Uhr herzlich ein, die sie gemeinsam mit dem Gästeführerverband Mainz e.V. durchführt. Treffpunkt ist am Schillerplatz (Fastnachtsbrunnen), eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme kostet 10 Euro pro Person, Dauer zwei Stunden. Weitere Termine sind für den 5. September und 3. Oktober geplant.

Die Führung findet während des „Kaiserjahres 2020“ als Teil des Rahmenprogramms auf dem Weg zur großen Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ statt, die im September im Landesmuseum Mainz eröffnet wird.

„Wir wollen in diesem und im kommenden Jahr noch eine ganze Reihe von Geschichtsspaziergängen anbieten“, erklärt Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Landesarchäologie Mainz, „um einerseits das Bewusstsein für die Bedeutung der Stadt Mainz im Mittelalter zu stärken, aber auch um hier vor Ort auf eine Art Spurensuche zu gehen“. Die mit zahlreichen Türmen und Toren versehene Stadtmauer verlieh Mainz einen imposanten wie wehrhaften Charakter. Vor allem die rheinseitige Mauer prägte das Stadtbild für alle auf dem Fluss Reisenden.

Die Stadtführungen werden von studierten Historikern und Architekten des Mainzer Gästeführerverbandes durchgeführt. „Wir freuen uns sehr über die Kooperation“, ergänzt die Vorsitzende Dr. Judith König „und werden die Führungen mit Kartenmaterial und Bildern, aber auch mit interessanten Hintergrundgeschichten und Anekdoten anreichern“.

Auf Wunsch sind auch individuelle Führungen für pauschal 100 Euro möglich. Ab 10 Personen werden für jede*n weitere*n Teilnehmer*in 5 Euro zusätzlich berechnet. Buchungen können per E-Mail über kontakt@mainz-stadtfuehrungen.de oder telefonisch unter 0162 4025823 vereinbart werden.

Die Corona-Krise hat die Brand-Sanierung der Mainzer Rheingoldhalle verzögert – Halbzeit geschafft!

Blick in den Großen Saal. Foto:MAG/Bonewitz
Blick in den Großen Saal. Foto:MAG/Bonewitz

Der Brand in der Dachkonstruktion der Rheingoldhalle am 16. Mai 2019, der spätere Asbesteintrag, der im Zusammenhang mit den Löscharbeiten entstanden ist, und schließlich die Folgen der Corona-Pandemie haben den Zeit- und Kostenplan der Rheingoldhallen-Sanierung vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Im Rahmen eines Presserundgangs informierte Bürgermeister Günter Beck, Aufsichtsratsvorsitzender der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG), über den aktuellen Stand. Beck machte zugleich deutlich, dass man in der aktuellen Lage noch keinen Termin für eine Fertigstellung der Rheingoldhalle nennen kann: „Alles steht unter dem Vorbehalt Corona, allerdings hoffe ich, dass wir nun von weiteren unvorhersehbaren Ereignissen verschont bleiben.“

Tatsächlich haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen etwa im Grenzverkehr die Baustelle massiv beeinträchtigt. „Viele Baustoffe kommen aus Frankreich“, ergänzt Frank Intra, Projekteiter und Prokurist der Rheingoldhalle GmbH & Co. KG., „und dort hatten wir wochenlang einen Produktionsstopp zu verkraften.“ Es gab Lieferengpässe bei Brandschutz-Materialien, bei speziellen Gläsern, aber auch bei Komponenten für Aufzüge und der Lüftungs- und Klimatechnik, die in Norditalien gefertigt werden. Die Grenzschließungen haben zudem zahlreiche Arbeitskräfte aus Osteuropa buchstäblich abgeschottet. „Viele Beeinträchtigungen konnten zwar kompensiert werden, aber manche sind bis heute spürbar“, so Intra.

Eine große Herausforderung sind Schadensersatzforderungen, bzw. nachträgliche Preiserhöhungen, Kündigungen von Verträgen und Neuausschreibungen, die alle unter dem Begriff „Höhere Gewalt“ einzuordnen sind. Die Rheingoldhalle GmbH & Co. KG. hat inzwischen einen Gutachter damit beauftragt, die einzelnen Fälle zu untersuchen, um Nachforderungen zu überprüfen und etwaige Kostensteigerungen festzustellen. Diese gutachterliche Untersuchung kann sich noch Monate hinziehen, sollte es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen, auch noch über Jahre. So gesehen ist es schwierig, schon zum jetzigen Zeitpunkt, die Kostensteigerungen zu verifizieren.

Eine gute Nachricht hat sich inzwischen bei der Beurteilung des Parketts im Großen Saal ergeben. Nach dem das erste Gutachten noch von einem kompletten Austausch ausgegangen war, haben mehrere Nachuntersuchungen gezeigt, dass tatsächlich nur etwa 20 bis 25 Prozent des Parketts rausgenommen werden müssen. Geplant ist nun, die betroffenen Parkett-Hölzer herauszuholen, von Schimmelfall zu befreien, zu bearbeiten, zu sanieren und wieder einzubauen. Auch der Estrich muss an den betroffenen Stellen entsprechend herausgeholt und wieder angesetzt werden.

Läuft alles nach Plan wird der „Große Saal“ im 1. Quartal 2021 fertiggestellt. Im 2. Quartal folgen das Foyer und die Anbindung an die Fluchttreppe, schließlich die Umnutzung der alten Spielbankräume sowie die Anpassung der kleinen Konferenzräume zu einem Veranstaltungszentrum. Im 3. Quartal sind dann Abnahmeprozesse vorgesehen, die Inbetriebnahme und abschließend der Probebetrieb.

„Bezüglich der Zuschüsse, die wir im Rahmen des Konjunkturprogramm 3.0 Fördermittel vom Bund in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro zugesagt bekommen haben“, ergänzt Beck abschließend, „können wir etwas entspannter sein, da die Firsten um ein Jahr also auf den 31.12.2021 verlängert wurden“.

(Michael Bonewitz)

Bäume retten: Landeshauptstadt Mainz ruft Bürger zum Gießen auf

Bäume retten.  © Foto: Diether v Goddenthow
Bäume retten. © Foto: Diether v Goddenthow

(lvb) Bereits die vergangenen Jahre waren für unsere Stadtbäume ein echter Härtetest. Wenige Niederschläge in den Sommerhalbjahren 2018 und 2019, einhergehend mit Hitzerekorden, setzten unseren Hoffnungsträgern im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels erheblich zu. Trotz ergiebiger Niederschläge im Februar und der ersten Märzhälfte 2020 sind nun schon wieder viele Wochen vergangen, seitdem es spürbaren Wassernachschub für unseren jungen Baumnachwuchs gegeben hat.

Der April verschärft aktuell den Negativtrend mit zu hohen Temperaturen, großen Sonnenstundenanteilen und trockenen Ostwinden. Seit Anfang April fährt das Grün- und Umweltamt der Landeshauptstadt Mainz daher schon wieder Wasser an die Bäume und versucht, das natürliche Niederschlagsdefizit auszugleichen.

„Gerade jetzt in der Austriebsphase ist der Bedarf an Wasser besonders groß. Ein Jungbaum nimmt pro Wässerungsgang gerne auch 100 Liter und mehr an Wasser auf, um die Blattneubildung und den Start in die neue Vegetationsperiode gut zu meistern“, erklärt Olaf Nehrbaß, Leiter des Grün- und Umweltamtes.

Bei der großen Anzahl des zu versorgenden Baumnachwuchses ist jede Gießkanne, jeder Eimer Wasser, den die Mainzerinnen und Mainzer zusätzlich an die Bäume bringen, willkommen.

Deshalb richtet Amtsleiter Olaf Nehrbaß schon so früh im Jahr die Bitte an alle Naturfreunde: „Unterstützen Sie unsere Jungbäume auch in diesem Jahr wieder – nicht erst im Sommer bei Hitzerekorden, sondern bereits jetzt! Aktuell wird der Grundstein für ein gesundes Wachstum gelegt und hierbei können alle mithelfen. Vielen Dank!“