Veranstaltungen im Literaturhaus Frankfurt ab 20.4.2021

© Foto Diether v. Goddenthow
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Ab 30.3. alle Veranstaltungen bis Juli unter:
http://literaturhaus-frankfurt.de/programm/kalender/

Alle Streaming-Tickets unter:
http://literaturhaus-frankfurt.de/karten/karteninfo/
 
Streamingtickets sind erhältlich zu 5 Euro bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn über den Kartenshop buchbar und 70 h nutzbar.
Für alle Veranstaltungen gilt: Sobald Saalpublikum wieder erlaubt ist, öffnen wir das Haus für Besucher und geben die entsprechenden Tickets zusätzlich zu den Streamingtickets in den Verkauf.

Die Veranstaltung findet exklusiv im Livestream statt.
Dienstag 20.04.21 / 19.30 h / Saalticket 9 / 6 Euro // Streamingticket 5 Euro
Daniel Wisser: Wir bleiben noch
Moderation: Jan Wiele (F.A.Z.)

Krisengebiet Familie: heiter bis lakonisch
Daniel Wisser ist ein hinreißend ernster komischer Autor. „Wir bleiben noch“ (Luchterhand) ist ein Familien- und Geschichtsroman. Mit lakonischem Witz erzählt Wisser von vier Generationen eines Familiengeflechts, durch das sich die Falten und Fallstricke eines ganzen Landes ziehen. Wisser zeichnet das Bild einer Gesellschaft, der langsam dämmert, dass sich der Traum vom ungebremsten Fortschritt gegen sie wendet. Die vergessen hat, wofür es gut war, sozialistische Werte zu leben. Ein Familiengemälde, locker gezeichnet, aber zu genau, um nicht auch weh zu tun: E-Scooter, Erbrecht, Rechtsruck und die davon profitierenden Rechtsparteien. Was lässt sich retten in einer Welt, deren Ideale wackeln wie ein Stand-up-Paddler über trübem Grund? Das Gespräch leitet der F.A.Z.-Literatur- und Musikkritiker Jan Wiele.

Saaltickets sind aufgrund der aktuellen Lage vorerst nicht erhältlich. Ggf. werden diese zu einem späteren Zeitpunkt noch in den Verkauf gegeben.

 

Die Veranstaltung findet exklusiv im Livestream statt.
Donnerstag 22.04.21 / 19.30 h / Saalticket 7 / 4 Euro // Streamingticket 5 Euro
Mikael Ross: Goldjunge // Moderation: Jakob Hoffmann
Eröffnung des 4. Yippie-Kindercomicfestivals
Für alle ab 10 Jahren

Beethovens Jugendjahre
Über die Kindheit und Jugend Beethovens weiß man wenig. Dass es das Wunderkind nicht leicht hatte, ist bekannt. Der Vater, Alkoholiker und Spieler, wollte aus dem Jungen einen zweiten Mozart machen. Die Karriere des Genies beginnt holprig, nach und nach aber wird die musikalische Öffentlichkeit auf den jungen Ludwig aufmerksam, Haydn schließlich verhilft ihm zum Durchbruch. Beethovens körperliche Leiden und sein aufbrausendes Temperament lassen ihn kaum zur Ruhe kommen. „Goldjunge“ (Avant-Verlag) von Mikael Ross zeichnet diese Phase im Leben des Komponisten nach. Historische Episoden verflechten sich mit Mutmaßungen zu einem überzeugenden Porträt des Genies als jungem Menschen in einer Zeit der Umbrüche. Besonders eindrücklich gelingt dem Comickünstler dabei die visuelle Umsetzung der Musik. Max und Moritz-Preis-Gewinner Mikael Ross („Der Umfall“) erweist sich erneut als einer der überragenden Künstler des Genres. Lesung, Gespräch, Musikbeispiele – alles live. Die Veranstaltung ist der Eröffnungsabend des 4. Yippie-Kindercomicfestivals.
Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Dr. Marschner Stiftung und der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.
Saaltickets sind aufgrund der aktuellen Lage vorerst nicht erhältlich. Ggf. werden diese zu einem späteren Zeitpunkt noch in den Verkauf gegeben.

Die Veranstaltung findet exklusiv im Livestream statt.
Freitag 23.04.21 / 10.30 h / Saalticket 3 Euro // Streamingticket 5 Euro

Annette Pehnt: Hieronymus oder Wie man wild wird
Schülerlesung am Welttag des Buches für 3. und 4. Klassen

Auch Waschbären brauchen beste Freunde
Waschbär Hieronymus hat ein Problem: Er ist seinen Artgenossen zu zahm! Als er bei Luki auftaucht und ihn um Hilfe bittet, ist dieser sofort dabei. Hieronymus möchte wilder werden, und das könnte auch Luki nicht schaden. Dann würden die anderen Kinder aufhören, ihn Mamasöhnchen zu nennen. Doch was heißt das eigentlich – wild sein? Die Suche nach der Wildheit führt die beiden Freunde in ein großes Abenteuer. Dabei müssen Luki und Hieronymus nicht nur ganz schön viel Mut aufbringen und über sich selbst hinauswachsen, sie finden auch neue Freunde.
Annette Pehnt schreibt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder grandiose Bücher. Ins Junge Literaturhaus kommt sie nach „Der Bärbeiß“ nun zum Welttag des Buches mit ihrem neuesten Werk „Hieronymus oder Wie man wild wird“ (Hanser).
Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Dr. Marschner Stiftung und der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.
Saaltickets sind aufgrund der aktuellen Lage vorerst nicht erhältlich. Ggf. werden diese zu einem späteren Zeitpunkt noch in den Verkauf gegeben.

Die Veranstaltung findet nur mit Saalpublikum statt. Ansonsten wird sie verschoben! Freitag 23.04.21 / 19.30 h / Einlass 19.15 h
Ticket 26,75 Euro (inkl. Buch, Snacks und Getränke)

Leseclubfestival am Welttag des Buches mit Shida Bazyar, Esther Becker und Katharina Köller
Moderation: Benno Hennig von Lange, Johanna Oechsle, Kristina Koehler

Endlich mal auf einer Party sein, auf der alle dasselbe Buch gelesen haben?
Das Leseclubfestival macht’s möglich: Man sucht sich einfach einen Titel aus dem Line-up aktueller Neuerscheinungen und besorgt sich das entsprechende Ticket. Das Buch kommt anschließend per Post nach Hause. Dann ist Zeit zum Lesen, um sich am Festivaltag mit der Autorin und maximal 19 anderen (mit ausreichend Abstand) zu treffen und über die Lektüreerfahrung zu sprechen. In lockerer Atmosphäre, auf Augenhöhe, samt Tiefgangpotential. Das Ganze findet am Welttag des Buches, mit insgesamt 50 Autorinnen und Autoren, 50 Büchern und in über 10 Städten statt. Das Leseclubfestival ist damit wahrscheinlich weltweit das größte Event seiner Art.
Im Literaturhaus Frankfurt finden im Rahmen des Festivals drei Leseclubs statt:
Shida Bazyar: „Drei Kameradinnen“ (KiWi)
In ihrem zweiten Roman erzählt Shida Bazyar von drei besten Freundinnen, die seit ihrer gemeinsamen Jugend zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Sie alle machen die Erfahrung, aufgrund ihrer Herkunft andauernd infrage gestellt zu werden. Es ist eine Geschichte über bedingungslose Freundschaft, die ein selbstbestimmtes Leben in einer Gesellschaft ermöglicht, welche durch Blicke, Sprüche, Hass und Terror deutlich macht, dass sie keine Abweichungen von der Norm duldet. Den Austausch moderiert Benno Hennig von Lange (Literaturhaus Frankfurt).
Esther Becker: „Wie die Gorillas“ (Verbrecher Verlag)
In ihrem Debüt erzählt Esther Becker ungeschönt, berührend und gleichzeitig humorvoll vom Aufwachsen junger Mädchen, vom Frau-Werden und dem gesellschaftlichen Druck, der damit verbunden ist. Von Körpern, die nicht sind, wie sie sein sollten, von Bewertungen – den eigenen und denen der anderen –, vom Wunsch nach Selbstbestimmung, Individualität und Zugehörigkeit und nicht zuletzt davon, wie Sexismus und Bodyshaming die eigene Entwicklung beeinflussen. Den Austausch moderiert Johanna Oechsle (Literaturhaus Frankfurt).
Katharina Köller: „Was ich im Wasser sah“ (FVA)
Das Romandebüt der österreichischen Schauspielerin und Dramatikerin Katharina Köller entführt die Leser in eine magisch-realistische Inselwelt. Eine Frau kehrt nach Jahren auf jene Insel zurück, von der sie stammt. Auf der – inzwischen flachen – Brust trägt sie einen tätowierten Oktopus und darin den Vorsatz, sich nach der überstandenen Krebserkrankung nichts mehr wegnehmen zu lassen. Doch die ökologischen und gesellschaftlichen Problematiken unserer Zeit sind inzwischen auch auf der Insel angekommen. Ein geheimnisvoller Roman über Orte, die sich verändern, über das Erinnern an Vergangenes und über das Leben, das uns manchmal bestiehlt. Den Austausch moderiert Kristina Koehler (Literaturhaus Frankfurt).
Das Leseclubfestival ist ein Projekt von phileas FESTE & Faible Booking in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt, gefördert im Rahmen von Neustart Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e. V.
Weitere Infos zum Festival finden Sie unter www.literaturhaus-frankfurt.de und unter www.leseclubfestival.com.
Tickets unter: https://t.rausgegangen.de/tickets/shop/leseclubfestival

Die Veranstaltung findet exklusiv im Livestream statt.
Samstag 24.04.21 – Sonntag 25.04.21
Streamingpass 12 Euro  / Streamingeinzelticket 5 Euro
LITPROM-LITERATURTAGE 2021: »GLOBAL VERNETZT ODER JEDE*R FÜR SICH?«​
Netzwerker*innen, Einsame, Reisende, Erzähler*innen — sich durch Schreiben und Lesen verbinden
Mit Helon Habila, Zukiswa Wanner, Mieko Kawakami, Annika Reich u.a.

Sich durch Schreiben und Lesen verbinden
Vernetzung und Einsamkeit – zwei Seiten einer Medaille in der globalisierten Gesellschaft. Wie verbinden wir uns miteinander in einer ständig im Ausnahmezustand befindlichen Welt? Wie teilen wir unsere Geschichten und Träume? Wie können wir uns überhaupt verständigen? In der Krise entstehen neue Netzwerke, im Internet und analog. Durch Flucht und Einwanderung verändern sich Gewissheiten, erweitern sich Horizonte. Leid, Gewalt und Verlust stehen Neugier und Aufbruch gegenüber. In eine andere Kultur, eine neue Sprache. Die Autorinnen und Autoren erzählen von der sich verändernden Rolle der Frauen, dem Kampf um das wirtschaftliche Überleben, von Rassismus und moderner Sklaverei, Vernetzung und Unterwegssein.
Die in diesem Jahr online veranstalteten Literaturtage bieten Gespräche, Lesungen, Diskussionen und erstmals auch „Shared Reading”. Alle Veranstaltungen werden gedolmetscht.
Das ausführliche Programm – kuratiert von Barbara Weidle und Zoë Beck – finden Sie ab 30.03. unter www.litprom.de und unter www. literaturhaus-frankfurt.de.
Eine Veranstaltung von Litprom e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt. Unterstützt durch ein Projektstipendium „Hessen kulturell neu eröffnen” des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Die Veranstaltung findet exklusiv im Livestream statt.
Freitag 30.04.21 / 21.00 h – Mitternacht / Zoom-Ticket 5 Euro
Tanz in den Mai – Sause für zu Hause
Mit den DJanes Antje Keil und Katharina Schmidt aka keilschmidt sowie Hauke Hückstädt

Jetzt als Haushaltspackung: der Literaturhaus-Tanz in den Mai
Bleiben Sie zu Haus. Reißen Sie die FFP2-Maske runter. Schnappen Sie sich Ihren Tanz-Buddy. Das Batiktuch über die Stehlampe. Die guten Tanzsocken raus. Boxen an Ihr Notebook oder Kopfhörer an Ihr Smartphone. Kamera an. Und dann zoomen Sie sich aufs Tanzparkett und drehen sich mit uns in den Mai. Das Haus an der Schönen Aussicht erwartet Sie mit den DJanes keilschmidt. Die kribbeln Ihnen den Winter aus den Laufmaschen, gemeinsam mit Konterpart Hauke Hückstädt, der ein admiralblau klingendes Beauty-case voller Engtanzmusik für Sie dabeihat. Und jede halbe Stunde begrüßen alle gemeinsam eine Überraschungs-Autorin, einen Überraschungs-Autor, die ein Lied für Sie im digitalen Gepäck haben. Sie selbst können im Chat kommentieren, grüßen, flirten, reimen oder den DJanes um den Bart gehen. Ein buntes Frühlingsknäuel ohne Gedränge. Alle vereint. Alle im eigenen Tanzbereich, so intim, dass wir ab Mitternacht an Sie abgeben … (geht uns ja nichts an!).

LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden 21.-24.05.2021- schwierige Planung

Freut sich auf das LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden: Dorothee Schneider  Foto: Tom's Pic
Freut sich auf das LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden: Dorothee Schneider Foto: Tom’s Pic

„Diese Saison ist ganz schwer zu planen“, weiß Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider. „Lange Zeit waren erst wegen Corona, dann wegen Herpes kaum Turniere möglich und ab Ende April, Stand heute, geht es dann richtig los.“ Dann werde es eine Herausforderung, die Pferde auf die vielen schönen Möglichkeiten, die es dann in Deutschland geben werde, aufzuteilen. Aber eins steht für die Reiterin des deutschen Dressur-Olympiakaders fest: „Ich möchte da auf jeden Fall hin!“, und spricht vom LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden.

Es ist natürlich einerseits die sensationelle Kulisse vor dem Biebricher Schloss, die Dorothee Schneider und Kollegen in jedem Jahr nach Wiesbaden lockt. „Es ist jedes Jahr ein enorm erhebendes Gefühl, den Berg hoch in Richtung Schloss und auf das Dressurviereck zu reiten. Das ist einfach einzigartig – dieses Gefühl und diese Kulisse gibt es nur in Wiesbaden.“

Andererseits freut sie sich auf das Prüfungsangebot: mit den Grand Prix-Prüfungen, den internationalen Prüfungen für die Youngster und dem Piaff-Förderpreis. Ihre Toppferde Showtime, Faustus und Sammy Davis jr. seien alle Drei topfit. Wen sie für die Große Tour nach Wiesbaden mitbringe, das stehe allerdings noch nicht fest. Auch für die Youngstertour hat sie mehrere heiße Eisen im Feuer. „Mit Dante’s Hit war ich fünfjährig schon bei den Weltmeisterschaften der jungen Pferde im Finale gut platziert, jetzt ist er sieben, ein toller Sportler und wäre ein perfekter Kandidat für die Prüfung der Siebenjährigen. Und ich habe auch ein, zwei sehr schöne Fünf- und Sechsjährige.“

Schon 2019, als die internationalen Jungpferde-Prüfungen das erste Mal im Schlosspark ausgeschrieben waren, war Dorothee Schneider am Start und hat beide Prüfungen der Siebenjährigen mit Sisters Act Old vom Rosencarree gewonnen, die Finalprüfung mit fast 83 Prozent! „Das hat super viel Spaß gemacht. Ich finde es einfach eine tolle Idee, auch den Nachwuchspferden die Chance zu geben, sich vor der Schlosskulisse zu präsentieren und Erfahrung zu sammeln. Das werde ich mir auch in diesem Jahr auf keinen Fall entgehen lassen.“

Dieses Jahr sei die Herausforderung ‚Schlosskulisse‘ allerdings für alle Beteiligten eine noch größere als sonst. „Weder die Grand Prix-Pferde noch die Jungpferde waren schon viel draußen unterwegs, wegen Corona und Herpes noch deutlich weniger als sonst. Gerade mit den Jungen werde ich versuchen, vorher noch irgendwo anders draußen geritten zu sein“, erklärt Schneider und lacht: „Unvorbereitet auf den Wiesbadener Schlossplatz – das wäre dann doch sehr mutig.“

Auch als höchst engagierte Trainerin kennt man die Framersheimerin. 2019 hat sie beispielsweise ihre olympiaerfahrene Schülerin Morgan Barbancon mitgebracht. Sie startet für Frankreich und hat sich auch für Tokio schon einen Olympiastartplatz gesichert. Außerdem ist Hannah Milena Rother, Bereiterin im Stall der Reitmeisterin, im Schlosspark am Start gewesen. Gerne hätte Dorothee Schneider auch einen Schützling im Piaff-Förderpreis dabei, aber „Anna-Louisa (Anm. d. Red. Fuchs) ist leider jetzt altersmäßig raus. Das ist schade, der Piaff-Preis ist eine sehr schöne Serie für die Reiterinnen und Reiter, die auf dem Weg in den Grand Prix-Sport sind.“ Wiesbaden wird in diesem Jahr die zweite der vier Stationen in der Serie für die U25-Dressurreiter sein.

2014 hat Dorothee Schneider die Kür in Wiesbaden gewonnen, 2018 den Grand Prix Special, 2019 die internationale Tour der Siebenjährigen – 2020 ist das Turnier der Pandemie zum Opfer gefallen, umso mehr freut sie sich auf das LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden 2021: „Ich finde es wirklich toll, dass das PfingstTurnier stattfindet. Im Schlosspark muss alles aufgebaut werden, Plätze, Boxen, die Logistik, alles. Es ist sehr bemerkenswert, dass die Veranstalter das durchziehen, wohl wissend, dass sie dieses Jahr wahrscheinlich auch ohne Zuschauer auskommen müssen. Ich freue mich sehr auf das PfingstTurnier.“

Wiesbadener Reit-und Fahr-Club e.V.
Am Parkfeld 15 · 65203 Wiesbaden
Email: info@wrfc.de
https://wrfc.de/

Hessen engagiert sich für Digitalisierung des Sammlungsguts aus Kolonialzeiten Museum Wiesbaden und Uni Marburg für Pilotprojekt ausgewählt

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Hessen engagiert sich deutschlandweit in der Aufarbeitung des kolonialen Erbes: Auf Bundesebene startet die Pilotphase der „3-Wege-Strategie“ mit 25 Einrichtungen, für die das Museum Wiesbaden und die Philipps-Universität ausgewählt wurden. Die Strategie haben Länder, Bund und kommunale Spitzenverbände verabschiedet, um Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland zu erfassen und digital zu veröffentlichen.

„Es ist ein wichtiger Grundstein zur Aufarbeitung unseres kolonialen Erbes und des damals geschehenen Unrechts, das Sammlungsgut in deutschen Museen nach Stücken zu durchsuchen, die mit der Kolonialgeschichte verbunden sind, und das Ergebnis mit größtmöglicher Transparenz und Barrierefreiheit zugänglich zu machen“, betont Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn. „Mit dem Landesmuseum Wiesbaden und der Philipps-Universität Marburg öffnen zwei historisch gewachsene Institutionen ihre vielschichtigen Sammlungen und lassen ihre Erfahrungen in die Strategie einfließen. Gleichzeitig war es uns wichtig, auch die Erfahrungen und Herausforderungen kleinerer Einrichtungen zu hören. Als nächster Schritt ist deswegen ein hessenweiter Verbund mit Kulturgut bewahrenden Institutionen in Planung, die Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten halten. Von dieser Zusammenarbeit profitieren sowohl das Bundes-Pilotprojekt als auch die Digitalisierungsstrategie des Landes Hessen.“

„Die Philipps-Universität Marburg wird in das Pilotprojekt ihre intensive Aufarbeitung der eigenen Sammlungen aus ihren sozial- und naturwissenschaftlichen Fächern sowie der Medizin mit Objekten aus kolonialen Kontexten integrieren und besonders mit ihrer Expertise in der digitalen Bereitstellung in Open Access zur besseren Erschließung beitragen“, ergänzt Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität Marburg. „Die Universität und ihre Sammlungsleitungen unterhalten vielfältige Arbeitskontakte zu wissenschaftlichen Institutionen und Museen in den Herkunftsgesellschaften auf Gebieten früherer Kolonialherrschaft, und sie sind in der Provenienzforschung aktiv. Beispielsweise können die Religionskundliche und die Ethnographische Sammlung nicht nur den physischen Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten aufzeigen, sondern auch die Interaktion kolonialer Denkkonzepte zwischen Wissenschaft und Sammlung. Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg unterstützt die Publikation von Sammlungsdaten von rund 100 Kulturerbe-Institutionen aus aller Welt.“

Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden: „Die ethnologische Kollektion im Museum Wiesbaden ist Teil der etwa 1,2 Millionen Objekte umfassenden Bestände der Naturhistorischen Sammlungen. Uns erscheint es wichtig, in dieser Pilotphase nicht nur die Anliegen und Herausforderungen großer Sammlungen zu berücksichtigen. Sie spiegelt eindrücklich die Aktivitäten von Forschern, Sammlern und Missionaren des 19. und 20. Jahrhunderts. Es wurde fachübergreifend und repräsentativ gesammelt, denn es galt und gilt im Grunde bis heute, die Geschichten menschlicher Gemeinschaften und die Vielfältigkeit weltweiter Lebensweisen zu bewahren und respektvoll zu vermitteln. Wir als Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur wollen die Geschichte unserer Objekte und Sammlungen wissenschaftlich erschließen und durch den neuen digitalen Zugang die notwendige Transparenz schaffen, aus der erst das gegenseitige Vertrauen, Fairness und partnerschaftliche Kooperationen mit den Herkunftsgesellschaften erwachsen können.“

Zur „3-Wege-Strategie“ gehören die Schaffung eines zentralen Zugangs zu bereits digital erfasstem Sammlungsgut, die digitale Grunderfassung und Veröffentlichung solcher Bestände sowie die Erarbeitung von Standards für die langfristige digitale Verfügbarmachung.

Trauer um Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Jentsch

Früherer CDU-Politiker, Oberbürgermeister und Verfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch. © Stadt Wiesbaden /Protokoll
Früherer CDU-Politiker, Oberbürgermeister, Ehrenbürger und Verfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch. © Stadt Wiesbaden /Protokoll

Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Jentsch ist am Sonntag, 28. März, im Alter von 83 Jahren gestorben. Seit 21. September 2006 war er Ehrenbürger der Landeshauptstadt Wiesbaden, deren Oberbürgermeister er von 1982 bis 1985 war.

„Die Nachricht über seinen Tod macht uns traurig. In diesen schmerzvollen Stunden sind unsere Gedanken bei seiner Familie. Wir sind alle tief betroffen und bedauern diesen Verlust zutiefst“, drückt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende im Namen des gesamten Magistrats die tiefe Anteilnahme der Landeshauptstadt Wiesbaden aus.

Professor Jentsch bleibe den Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger vor allem als Initiator der Kurhausrenovierung in Erinnerung. Auch war es ihm damals gelungen, den Internistenkongress trotz dieser Renovierung und gegen den Widerstand des damaligen Kongresspräsidenten in Wiesbaden zu halten. „Professor Jentsch hat sich herausragende Verdienste für die Landeshauptstadt Wiesbaden, aber auch weit darüber hinaus erworben. Er hat sich über Jahrzehnte hinweg in seiner beruflichen Laufbahn mit großem persönlichen Engagement für Demokratie und Freiheit in Deutschland eingesetzt.“

Professor Hans-Joachim Jentsch, der in Fürstenwalde/Spree bei Frankfurt/Oder im heutigen Landkreis Oder-Spree in Brandenburg geboren wurde und 1957 in Melsungen Abitur machte, wurde 1976 für die CDU Mitglied des Deutschen Bundestages. 1982 wählte ihn die Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden zum Oberbürgermeister. Als Nachfolger von Georg-Berndt Oschatz hatte er dieses Amt bis 1985 inne. Später war er Mitglied des Hessischen Landtags. Im November 1990 wurde er in Thüringen zum Minister der Justiz sowie für Bundes- und Europaangelegenheiten ernannt. Im Jahr 1996 wurde Professor Jentsch vom Bundesrat zum Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe gewählt. Dieses Amt übte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2005 aus.

Zahlreiche Ehrungen wurden Professor Jentsch zuteil: Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Oberbürgermeisters wurde er 1988 mit dem Verdienstkreuz am Bande sowie nach dem Ende seiner Amtszeit als Minister der Justiz im Freistaat Thüringen mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2005 folgte das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband für den ausgeschiedenen Richter des Bundesverfassungsgerichts. Durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 21. September 2006 wurde der Jurist zum Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden ernannt, 2010 erhielt er für seine Verdienste um die Deutsche Einheit die Wilhelm Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen.

Die Landeshauptstadt Wiesbaden richtet auf der städtischen Homepage unter www.wiesbaden.de/hans-joachim-jentsch ein virtuelles Kondolenzbuch ein. Dort haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, einen Abschiedsgruß zu hinterlassen. Als Zeichen der Trauer wurden die Fahnen am Rathaus mit einem Trauerflor versehen.

Corona-Pandemie: Zentrum für Psychotherapie an der Goethe-Universität hilft per Krisentelefon bei psychischen Belastungen

Fotolia 42002584 XS copyright
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FRANKFURT. Die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung stellen weiterhin eine große Belastung für viele Menschen dar. Kontaktbeschränkungen können zu Einsamkeit, Sorgen um die Zukunft und auch Depressionen führen. Auch Familien konfrontiert der Lockdown mit besonderen Herausforderungen: Eltern müssen sich stärker um die schulische Bildung und Betreuung ihrer Kinder in der Freizeit kümmern. Viele Selbständige stehen vor einer Krise und wissen nicht, wie sie ihre wirtschaftliche Zukunft planen können. Dies kann zu erheblichen psychischen Belastungen führen. Am Zentrum für Psychotherapie des Instituts für Psychologie an der Goethe-Universität wird seit einem Jahr eine Krisenberatung für Personen aller Altersgruppen angeboten, die unter den psychischen Folgen der Corona-Pandemie leiden.

Prof. Dr. Ulrich Stangier, Abteilungsleiter der Klinischen Psychologie und Psychotherapie an der Goethe-Universität, betont: „Die wieder steigenden Inzidenzzahlen und die notwendigen Maßnahmen zur Beschränkung sozialer Kontakte stellen für viele Menschen eine sehr große psychische Belastung dar. Das Krisentelefon kann da Abhilfe schaffen: Mit unserer anonymen, kostenlosen und professionellen Beratung helfen wir all jenen Personen in der Rhein-Main-Region, die Rat suchen, um mit der Situation besser umgehen zu können, und Betroffenen, die unter den seelischen Folgen der Erkrankung leiden.“

Anmeldung unter Tel.: 069-798 23849 (Mo, Di, Do, Fr von 10.00 – 13.00 Uhr). https://www.psychologie.uni-frankfurt.de/86817645/Corona_Krisentelefon

Das Corona-Krisentelefon wird finanziell unterstützt von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

„Die Stadt und das Gün“ ab 25.3 im Historischen Museum Frankfurt

Dorothea Cuntz-Hofmann, Blick vom Frankfurter Mainufer auf das Schaumaintor, Gemälde Öl/Lw. um 1815, © HMF Foto: Horst Ziegenfusz
Dorothea Cuntz-Hofmann, Blick vom Frankfurter Mainufer auf das Schaumaintor, Gemälde Öl/Lw. um 1815, © HMF Foto: Horst Ziegenfusz

Frankfurter Gartenlust Seit über 30 Jahren widmet sich erstmals wieder eine Ausstellung ausführlich der Geschichte der öffentlichen Grünanlagen in Frankfurt. Ab dem 25. März schaut das Historische Museum in der „Frankfurter Gartenlust“ dem öffentlichen Grün beim Wachsen zu und erkundet die Entwicklung der städtischen Parkanlagen seit dem 18. Jahrhundert aus unterschiedlichen Perspektiven. Zugleich würdigt die Ausstellung zwei Stadtjubiläen: 150 Jahre Palmengarten und 30 Jahre GrünGürtel.

Coronabedingt wird das Museum  ab dem 29. März vorübergehend bis voraussichtlich zum 18. April  erneut geschlossen. Während des Lockdowns verweist das Historische Museum auf sein  digitales Angebot: https://historisches-museum-frankfurt.de/de/museumdigital

Die grüne Stadt Frankfurt

Impression der Sonderausstellung "Die Stadt und das Grün" _© HMF/Foto Uwe Dettmar
Impression der Sonderausstellung „Die Stadt und das Grün“ _© HMF/Foto Uwe Dettmar

Parks und Gärten gehören wie selbstverständlich zu Frankfurt – je nach Berechnung machen sie inklusive Sportanlagen, Friedhöfe oder Straßenbegleitgrün sogar über die Hälfte des Stadtgebietes aus. Sie werden insbesondere zur Naherholung genutzt: zum Spazierengehen, Feiern und Sporttreiben; sie sorgen in doppelter Hinsicht für ein gutes Stadtklima. In der Gegenwart wird es immer deutlicher, wie sehr Grünflächen im urbanen Raum benötigt werden, um dem Klimawandel zu trotzen und um für Biodiversität auch in der Stadt zu sorgen. Zugespitzt heißt das: ohne städtisches Grün verringert sich die Lebensqualität in Frankfurt. Ganz aktuell hat die Pandemie die wichtige Rolle des öffentlichen Grüns für die Stadtbevölkerung einmal mehr offenbart.

Mit der Niederlegung der Stadtbefestigung zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt Frankfurt den ersten öffentlichen Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Seitdem sind gestaltete Grünflächen mit dem Konzept von Stadt verknüpft. In den Wallanlagen standen anfangs besonders das Spazierengehen und das Genießen im Vordergrund. Damals war viel von Lustwandeln auf Lustwegen die Rede. Wo ist diese Lust heute geblieben – oder ist es vielmehr eine Last geworden, sich mit vielen anderen einen Park zu teilen?

Nachdruck des Frankfurter Stadtplans von J. S. Walwert und J. Hochester von 1792, Original kolor. Kupferstich© HMF Foto: Horst Ziegenfusz
Nachdruck des Frankfurter Stadtplans von J. S. Walwert und J. Hochester von 1792, Original kolor. Kupferstich© HMF Foto: Horst Ziegenfusz

Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung der Parks und öffentlichen Gärten, die Auseinandersetzung mit Natur und Grünflächenplanung in Frankfurt von Ende des 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Der Bogen spannt sich in einer chronologischen Abfolge begonnen bei den bürgerlichen Gärten vor der Stadt über die Wallanlagen und den Palmengarten bis hin zum kürzlich angelegten Hafenpark am Main. Die Ausstellung diskutiert die Rolle von Grünflächen und die Grünflächenkonzepte in Zeiten von starkem Bevölkerungszuwachs, vielfältigen Freizeitbedürfnissen und des Klimawandels. Sie nimmt verschiedene Perspektiven ein und fragt, wie Frankfurter*innen, Künstler*innen oder die Stadtplanung die Grünflächen und die Flora nutzen, wahrnehmen, interpretieren und verwandeln. Die rund 300 Exponate – Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Pläne, Modelle sowie dreidimensionale Objekte werden in einer atmosphärischen Inszenierung, die von Atelier Markgraph (Frankfurt) gestaltet wurde, in sieben Themenräumen präsentiert.

Die Ausstellung ist über Frankfurt hinaus ein Beitrag zur Diskussion über Grünflächen, ihrer Nutzung und ihrer Nutzer*innen in ihrer komplexen Bedeutung für die Stadtbevölkerung. Das Verhältnis von Stadt und Natur muss stets neu definiert werden; damit sind Utopien, aber auch Dystopien verknüpft.

„Frankfurter Gartenlust“ bietet darüber hinaus Gelegenheit, besondere Objekte aus der Museumssammlung vorzustellen. Auch kostbare Leihgaben anderer Sammlungen aus Frankfurt, Heidelberg, Wiesbaden oder Bamberg werden präsentiert. Gegenwärtige künstlerische Positionen kommentieren die einzelnen Bereiche. Hands-on-Stationen sowie viele interaktive Möglichkeiten bieten einen zusätzlichen Anreiz für Familien. Diese Stationen sind über einen Multimedia-Guide in einer Rallye erfahrbar.

Zur Ausstellung erscheint das Buch: „Frankfurter Gartenlust. Ein Lesebuch zur Ausstellung“ im Frankfurter Societäts-Verlag zum Preis von 25 Euro. Es versammelt Beiträge von 38 Autor*innen aus Kultur- und Naturwissenschaft, Soziologie, Kunstgeschichte, Ökologie und Denkmalpflege. Zusammen mit Praxisbeispielen und zahlreichen Abbildungen ergibt sich ein vielschichtiges Bild der Stadt und des Grüns.

Das Rahmenprogramm bietet Lesungen, Diskussionen, Performances, Stadtgänge und Exkursionen in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet an. Die Führungen werden analog und digital angeboten. Das Rahmenprogramm entstand in Kooperation mit renommierten Institutionen (Auflistung s.u.) und ist dem Musemsmagazin „Schneekugel“ zu entnehmen.

Die Ausstellungen beginnen schon auf dem Museumsplatz: Der „Museumsgarten“, in dessen Hochbeeten derzeit u.a. historische Tulpen wachsen, wird von Skulpturen aus Frankfurter Gärten des 17. und 18. Jahrhunderts eingerahmt.

„Frankfurter Gartenlust“ gliedert sich in sieben Abschnitte:

Impression der Sonderausstellung "Die Stadt und das Grün" _© HMF/Foto Uwe Dettmar
Impression der Sonderausstellung „Die Stadt und das Grün“ _© HMF/Foto Uwe Dettmar

1. Gartenkultur
Der erste Raum beginnt mit einem kursorischen Blick auf das Frankfurt des 18. Jahrhunderts. In fünf Bereiche wird nachvollzogen, welche Rolle das private und städtische Grün in der Stadt spielte. Wie verteilte sich die Flora in Frankfurt? Wo war die zeitgenössische Gartenkunst repräsentiert? Wie waren gärtnerische Leidenschaften im Alltag verankert? Wo entstand botanisches Wissen und wie verbreitete es sich? Wie versorgte sich die Stadt? Und warum galt Frankfurt als „Gartenstadt“?

Die atmosphärische Gestaltung orientiert sich an den geometrischen Gartenplanungen eines Renaissancegartens.

2. Von der Promenade zum Park
Mit den massiven Veränderungen des Stadtbildes, die die Niederlegung der Befestigungsanlagen zwischen 1804 und 1812 bewirkten, beschäftigt sich der zweite Themenraum: Frankfurt wandelte sich von einer mittelalterlich befestigten Stadt in eine offene Stadt.

Ein grüner Ring, gestaltet im Stil eines englischen Landschaftsgartens, öffnete die Stadt nach außen zum Umland. Die neue Anlage gibt mit der Bezeichnung „Promenaden“ die dazugehörige Aktivität buchstäblich vor: Das Flanieren oder Lustwandeln, wie es in zeitgenössischen Beschreibungen oft heißt, ist mit im Stile der Zeit gekleideten Figurinen in Mitten des Ausstellungsraumes inszeniert.

3. Vergnügungsorte
1871 eröffnet, wird der Palmengarten nun 150 Jahre alt. Er brachte durch die Verknüpfung von Gartenkunst mit vielen Formen der Unterhaltung einen neuen Aspekt für den Umgang und die Funktion von städtischen Grünflächen ein. Der Fokus im dritten Ausstellungsraum liegt auf der Gründung des Palmengartens und seinen ersten Jahren, als sich das Palmenhaus, die gestaltete Gartenlandschaft und das Gesellschaftshaus als perfekte Kulisse für botanische, sportliche sowie kulturelle Angebote in der Stadtgesellschaft unentbehrlich machten. Mit den tropischen Pflanzen wurde das Wissen über die außereuropäische Welt in der bürgerlichen Gesellschaft popularisiert; botanische Gärten erfüllten damit auch die Funktion, die Kolonialherrschaft zu repräsentieren und zu stützen. Einen künstlerischen Kommentar zu den kolonialen Verflechtungen liefert die Installation „Geraniums are never red“ des Schweizer Künstlers Uriel Orlow. Ein ganz besonderes Exponat ist das kleine Modelltreibhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es veranschaulicht, wie die Faszination für Gartenkunst und Gartenbau auch ins Private übertragen wurde.

4. Versorgung und Volksbildung
Im vierten Ausstellungsraum werden in acht Bereichen unterschiedliche Konzepte der Grünflächenplanung vorgestellt, mit denen die Stadt im frühen 20. Jahrhundert auf starkes Bevölkerungswachstum, Wohnungsnot und Ernährungsengpässe in Kriegs- und Krisenzeiten reagierte.

Die zeitgenössischen, städtebaulichen Ansätze, die Grünflächen als „sanitäres Grün“ und „dekoratives Grün“ zu bewerten, konnten sich auch in Frankfurt etablieren. Das „sanitäre Grün“, bezeichnet all die Flächen, die für die Gesundheit förderlich sind, wie etwa die Postkartenserie von Licht- und Luftbädern aus Frankfurt zeigt. Die Grünflächen öffneten sich für die ganze Stadtgesellschaft – sichtbar an den großen Volksparks im Osten der Stadt. Freiräume und ihre Gestaltung wurden zunehmend auch auf die Nutzer*innen abgestimmt – was sich bis in die Gegenwart als gängiges Prinzip durchgesetzt hat.

5. Beton statt Grün

Impression der Sonderausstellung "Die Stadt und das Grün" _© HMF/Foto Uwe Dettmar
Impression der Sonderausstellung „Die Stadt und das Grün“ _© HMF/Foto Uwe Dettmar

Die Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg wurden in Frankfurt wie in vielen Städten dazu genutzt, mit radikalen Schneisen eine autogerechte Stadt umzusetzen. Und so erzählt der fünfte Ausstellungsraum zunächst die Geschichte der Abwesenheit des Grüns, da eine zusammenhängende Grünflächenplanung in der Nachkriegszeit kaum im Fokus lag. Bestehende Parks wurden jedoch als Verkehrsstrecken für Fußgänger*innen ausgebaut und als soziale Treffpunkte gestaltet.

Schließlich wird mit dem GrünGürtel ein weiteres Stadtjubiläum gewürdigt – 2021 wird der Beschluss zum Schutz des Grünraums 30 Jahre alt! Die zusammenhängenden Flächen am Rande des Stadtgebietes dienen als großes Naherholungsgebiet für die Stadt und bieten wichtige Lebensräume für Flora und Fauna.

6. Natur in der Stadt
Die Naturwissenschaft hat den Begriff der Stadtnatur geprägt, die Grün- und Freiflächen, die stadtspezifische Lebensräume formen, aber auch intensiv genutzte Flächen sein können. Im sechsten Ausstellungsraum liegt der Fokus darauf, wie die Natur, Wiesen, Bäume, Pflanzen in der Stadt seit dem 18. Jahrhundert wahrgenommen, untersucht, und porträtiert werden und wurden. Drei Bereiche widmen sich Pflanzen, Bäumen und Streuobstwiesen: der Biotopkartierung und Künstler*innen, die die Flora erfassen, nicht nur in Frankfurt: Auch die beiden Frankfurter Malerinnen Maria Sibylla Merian und Louise von Panhuys werden präsentiert.

7. Geteilte Flächen oder umkämpfter Raum?
Der Stadtraum ist beschränkt, die freien Flächen extrem teuer, die Einwohnerzahl nimmt zu und die Wohnungsknappheit auch, die Wirkungen des Klimawandels sind auch in der Stadt immer mehr spürbar – das sind ganz pointiert die Problematiken, die Frankfurt, aber auch jede andere Großstadt in der Gegenwart bewältigen muss. Eigentlich würde das ein komplett anderes Grünflächenkonzept für die Stadt erfordern; die Besitzverhältnisse lassen das aber oft nicht zu.

Der letzte Ausstellungsraum beschäftigt sich mit dieser Gemengelage und damit, wie die Stadt mit den vielen Anforderungen umgeht, und was die Nutzer*innen eigentlich von einem Park der Gegenwart erwarten. Die städtischen Parkgestaltungskonzepte sowie die Initiativen von Einwohner*innen werden unter die Lupe genommen. Und es wird gefragt, was ein Park eigentlich alles aushalten muss. Die Behörden kämpfen mit der Mehrfachkodierung – das heißt mit den vielen unterschiedlichen Interessen der Besucher*innen, die im Park auf engstem Raum zusammentreffen. Dies wird an der Wand der Herausforderungen mit Objekten wie Slackline, Fußball oder Yogamatte sichtbar gemacht, die alle für beliebte Beschäftigungen in Parks stehen.

Parkgeschichte und Gartenlounge
In jedem Bereich steht eine Parkbank, auf der fortlaufend „Parkgeschichten“ zu hören sind: Interviews mit Protagonist*innen aus dem grünen Stadtraum. Atmosphärisch inszeniert laden die Bänke mit den Audios zum Verweilen und Vertiefen ein.

Ganz zum Schluss öffnet sich die Gartenlounge, in der diskutiert, ausgeruht oder gemeinsam an der Pinnwand Antworten auf Fragen hinterlassen werden können: Ist Frankfurt eine grüne Stadt? Wie können wir unsere Parks für die Zukunft fit machen? Was können wir tun, um die Stadtnatur vor dem Klimawandel und dem Wachstum der Stadt zu schützen?

Kooperationen
Bei den Planungen stand das HMF in engem Austausch und Kontakt mit dem Palmengarten, dem Grünflächenamt und dem Umweltamt der Stadt Frankfurt sowie mit dem Projekt GartenRheinMain bei der Kulturregion Frankfurt RheinMain, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und dem hr. Bei den Ausstellungen im Jungen Museum und im Stadtlabor ist die Stadtbevölkerung in einem partizipativen Prozess beteiligt.

Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm wird gemeinsam mit dem Stadtlabor Gärtnern Jetzt! organisiert und bietet zahlreiche Stadtgänge, Lesungen, Führungen und Diskussionsrunden in Frankfurt und Rhein-Main an. Es entstand in Kooperation mit: ernstmay-gesellschaft, Heussenstamm – Raum für Kunst und Stadt, Urban Shorts Magazin, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, dem Gießkannenmuseum Gießen, Museen der Stadt Hanau, Schloss Philippsruhe, Sinclair-Haus in Bad Homburg. Die Termine sollten auf der Website überprüft werden.

Solange die Museen geschlossen sind (vom 30.3 bis voraussichtlich 18.4) wird auf das digitale Angebot verwiesen: https://historisches-museum-frankfurt.de/de/museumdigital

 

Programmauswahl gestartet für dritte HEIMAT EUROPA Filmfestspiele 2021 in Simmern

Heimat-europa-film-festival-2021---coverHEIMAT EUROPA Filmfestspiele 2021: Programmauswahl gestartet
Early Bird-Oster-Aktion: Ab sofort gibt es die limitierten Festspielpässe als Dauerkarte zum Sonderpreis.

Vom 7. Bis 29. August 2021 finden diesen Sommer zum dritten Mal die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele unter der Schirmherrschaft von Edgar Reitz in Simmern in der „Heimat der Heimat“ statt. Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele werden veranstaltet von der Stadt Simmern und dem Pro-Winzkino Simmern, im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz.

Zuschauer können auch dieses Jahr bei den HEIMAT EUROPA Filmfestspielen wieder ein außergewöhnliches Programm erwarten.
Festspielleiter Urs Spörri hat heute den Vertretern des Pro-Winzkinos seine erste Programmvorauswahl vorgestellt. Gemeinsam wird nun über das Filmprogramm und die Festivalstruktur entschieden. Wichtig ist dabei für alle, dass die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele ihrem Programmkonzept treu bleiben: Hierzu gehören insbesondere der Wettbewerb um den besten modernen Heimatfilm, Spiel- und Dokumentarfilme, eine Retrospektive sowie die Kurzfilmwettbewerbe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitmachen. Thematischer Schwerpunkt ist in diesem Jahr Nordeuropa. Im Mittelpunkt steht ein großes Finnland-Wochenende, das die Städtepartnerschaft zwischen Simmern und Mänttä-Vilppula zelebrieren wird.

Auch zahlreiche prominente Gäste sollen während der Festspielwochen in Simmern wieder zu Gast sein. So wird dieses Jahr der „Edgar“ von einem Tatort-Kommissar persönlich auf der Fruchtmarkt-Bühne verliehen werden. Lassen Sie sich überraschen!

 Early Bird-Aktion zu Ostern

Wer nichts verpassen und möglichst viele Veranstaltungen der diesjährigen Filmfestspiele besuchen möchte, für den ist der Festspielpass genau das Richtige. Der Festspielpass ist eine Dauerkarte und ermöglicht Zugang zu allen Filmen und Konzerten, nach vorheriger Reservierung und Verfügbarkeit freier Plätze.
Zu Ostern gibt es eine tolle Early Bird-Aktion: Ab sofort sind 50 limitierte Festspielpässe (Dauerkarte) zum Sonderpreis von 199 € erhältlich. Die Ausgabe erfolgt solange der Vorrat reicht. Danach kostet der Festspielpass 249 €.
Der limitierte Festspielpass ist ein ideales Ostergeschenk für Cineasten und Kulturliebhaber und online erhältlich unter: www.heimat-europa.com und www.pro-winzkino.de
Der Kartenvorverkauf zu den Einzeltickets der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele startet Mitte Juni.

https://www.heimat-europa.com

goEast Online und On Demand

goeast21_cover“Leben verlangt mutige Entscheidungen” – Mut zur Vielfalt des Films in der Sektion Bioskop// Der Open Frame Award öffnet die Augen für innovative Formen des Kinos

Die Festivalmacher:innen von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films stellen mit Bedauern fest, dass die gefassten Öffnungsperspektiven für den Kultursektor im April erneut kein Live-Festival ermöglichen – mit Kinovorführungen vor Ort und Begegnungen zwischen den Festivalbesucher:innen. Aber Absagen kommt für goEast nicht in Frage und darum hat das von DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete Festival in Wiesbaden ein umfangreiches Online- und On Demand-Programm zusammengestellt. Im Festivalzeitraum vom 20. bis 26. April 2021 werden nahezu alle Festivalfilme On Demand über die Website von goEast in Deutschland angeboten. Dafür arbeitet das Festival erstmals mit dem VoD-Anbieter filmwerte zusammen. Akkreditierte erhalten freien Zugang zum Filmangebot. Über weitere Konditionen des On Demand Programms informiert goEast auf seiner Website und im Programmheft.

Die Wettbewerbsbeiträge werden soweit möglich mindestens für die Jury in der Caligari FilmBühne gezeigt. Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, werden die Vorstellungen im Caligari und zusätzlich im Kino des DFF auch für eine geringe Anzahl an Branchen- und Pressevertreter:innen geöffnet. Als Publikumsveranstaltungen bleiben das Autokino auf dem Dern’schen Gelände in der Wiesbadener Innenstadt und der K67 Kiosk vor dem Nassauischen Kunstverein bestehen.

Darüber hinaus stellt goEast erneut ein Online-Veranstaltungsprogramm zur Verfügung. Hierfür richtet goEast ein Festivalstudio im Museum Wiesbaden ein, von wo Filmgespräche mit den Filmschaffenden der Wettbewerbssektion aufgezeichnet, Diskussionsrunden und Panels des Symposiums und auch Veranstaltungen des East-West Talent Lab gestreamt werden. Darüber hinaus werden auch die Masterclass mit Péter Lichter und Márió Z. Nemes und die Anti-Oscar-Nacht mit dem diesjährigen Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale, Radu Jude, und dem Action-Künstler Dan Perjovschi online erlebbar.

“Leben verlangt mutige Entscheidungen” – Mut zur Vielfalt des Films in der Sektion Bioskop

Die Sektion Bioskop bietet ost- und mitteleuropäische Filmproduktionen, denen auch abseits eines Premierenzwangs eine Bühne gebührt. Altmeister:innen wie Vitaly Mansky, Laila Pakalnina, Renata Litvinova, Jasmila Zbanić, Filip Remunda und Vít Klusák sind genauso vertreten, wie experimentellere Werke. In GORBACHEV. HEAVEN (Gorbačovs. Paradize, Lettland, Tschechische Republik 2020) fasst Dokumentarfilmer Vitaly Mansky die Entscheidung, ein “Gespräch mit einem Verrückten”, wie Mikhail Gorbachev es selbst nennt, zu suchen und trifft den inzwischen 89-jährigen ehemaligen Staatsmann. Es entsteht eine persönliche, humoristische wie auch reflektierte Reise durch die Vergangenheit. UN-Übersetzerin Aida, die Protagonistin des oscarnominierten QUO VADIS, AIDA? (Bosnien und Herzegowina, Österreich, Rumänien, Niederlande, Deutschland, Polen, Frankreich, Norwegen 2020), kämpft in den Tagen vor dem Massaker im bosnischen Srebrenica im Jahr 1995 für das Überleben ihrer Familie.

Wo sich in Russland die Menschen verlassen fühlen und als einzigen Ausweg den direkten Appell an Präsident Wladimir Putin sehen, knüpft THE FOUNDATION PIT (Kotlovan, Russland 2020) von Andrey Gryazev an. Der Found-Footage-Film sammelt virtuelle Stimmen der russischen Bevölkerung aus dem Internet, die wie Bittsteller:innen am Zarenhof erscheinen und sich vom Präsidenten persönlich Hilfe bei ihren Problemen erwarten. Etwas leichtere Kost bietet THE NORTH WIND (Severnyj Veter, Russland 2021) von Kultschauspielerin Renata Litvinova. Der Champagner fließt in Strömen und das dekadente Werk erinnert manchmal an Tschechows Theaterstücke oder an eine post-apokalyptische Variation von Luchino Viscontis DIE VERDAMMTEN. Gänzlich märchenhaft wird es mit IN THE MIRROR (Spoguli, Lettland, Litauen 2020), in dem die ehemalige Jury-Präsidentin von goEast, Laila Pakalniņa, Schneewittchen neu interpretiert und die Geschichte komplett aus der Selfie-Perspektive präsentiert. Ähnlich humorvoll erzählt Abdulkhai Zokirovs THE BUS (Tadschikistan 2020) von einer bunt zusammengewürfelten Busgesellschaft, die sich auf eine Odyssee ins Ungewisse begibt. Lebensverändernde Umstände und eine Suche nach Erlösung beschreitet ONCE UPON A TIME IN POLAND (Jak Bůh Hledal Karla, Tschechische Republik, Polen, Slowakei 2020) von Vít Klusák und Filip Remunda. Das Regie-Duo gilt als Tschechiens Antwort auf Michael Moore oder The Yes Men. Kein Wunder, dass das existenzialistische Roadmovie, das den Katholizismus Polens unter die Lupe nimmt, in Teilen wie ein Film im Film scheint. Ikonisch und emanzipiert tritt letztendlich GLORY TO THE QUEEN (Georgien, Österreich, Serbien 2020) im Bioskop auf. Das Porträt über die vier Schachmeisterinnen Nona Gaprindaschwili, Nana Alexandria, Maia Tschiburdanidze und Nana Iosseliani lässt sich auch als wahre Geschichte im Vergleich zur Netflix-Serie THE QUEEN’S GAMBIT sehen.

Der Open Frame Award öffnet die Augen für innovative Formen des Kinos

Der wohl innovativste Wettbewerb bei goEast, in dem jährlich mittel- und osteuropäische Virtual Reality- und 360-Grad-Filmprojekte um einen von der BHF Bank Stiftung ausgelobten Preis und 5.000 Euro konkurrieren, hat bereits im ersten Corona-Jahr die vermeintlichen Einschränkungen durch die Pandemie als Chance verstanden. So präsentierten der russische VR-Künstler und Gewinner des Open Frame Award 2018, Denis Semionov und Kurator Georgy Molodtsov virtuelle Spielstätten für den Wettbewerb. 2021 kehren das Caligari VR und die goEast VRoof Top Lounge zurück und werden für den virtuellen Teil von goEast sogar noch weiterentwickelt. Erreichbar werden die digitalen Spielorte von goEast über eine VR-Brille oder auch über einen handelsüblichen PC.
Im Programm des Open Frame Award erkunden die Filmschaffenden innovative Formen der Erzählkunst, die von poetischen Experimenten bis hin zu interaktiven Sinneserfahrungen reichen. Stets vermengen sich dabei Realität und virtueller Raum zu einer neuen Erfahrung für die Teilnehmer:innen. DEEP DIVE (Polen 2020) von Milosz Hermanowicz verbindet wilde Natur mit schmerzhaften Verlusterfahrungen in einem 360-Grad-Spielfilm, der einer Vision natürlicher Erzählweisen folgt. Extreme Umstände gipfeln auch in der interaktiven VR-Erfahrung DISLOCATION (Dislokacije, Kroatien 2020) in Momenten der Entfremdung, in denen Erinnerungen an ein verlorenes Zuhause langsam zu verfallen drohen. Dagegen besinnt sich HOREKU. THE STORIES OF TUHARD TUNDRA (Russland 2021) von Anna Tolkacheva auf die dokumentarische Betrachtung von Rentieren, Schlittenhunden und Netflix-Serien. Aus der Sicht des beliebten und zahmen Tieres Horeku, wird das eindrückliche Leben einer modernen Nomadenfamilie in der Tundra dargestellt. #PRISONERSVOICE (Ukraine 2020) von Nikita Bohdanov verfolgt als Augmented Reality und Virtual Reality 360-Grad-Dokumentarfilm die drei ukrainischen Aktivisten Oleg Sentsov, Oleksandr Kolchenko und Volodmymyr Balukh, die mithilfe der VR-Software Oculus Quill von ihren unrechtmäßigen Inhaftierungen in Russland erzählen. Ganz im Gegenteil dazu steht als Animationsfilm die interaktive VR-Erfahrung NIGHTSSS (Polen 2021) von Weronika Lewandowska und Sandra Frydrysiak, die mit Poesie, Tanz und dem lautmalerischen Trend Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) den eigenen Körper und die Vorstellungskraft im virtuellen Raum ganz neu erlebbar machen. Kindliche Vorstellungskraft nutzt dagegen THE SPHERES CITY – TANGIBLE UTOPIAS (Rumänien 2021) als Inspiration, um Odysseen durch Stadtszenarien vielschichtiger Zukunftsgesellschaften zu inszenieren. Mit TX REVERSE 360° (Österreich, Deutschland 2019) entdeckt der Open Frame Award weitere experimentelle Sphären durch visuelle Kollisionen von Traum und Realität im Kino.

Hier geht’s zum kompletten Programm für die 21. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films.

Frankfurter Museen und das Institut für Stadtgeschichte müssen ab 29. März 2021 wieder schließen

Historisches Museum Frankfurt, Institut für Stadtgeschichte und weitere Frankfurter Museen müssen ab 29.03.2021 wieder schließen.
Historisches Museum Frankfurt, Institut für Stadtgeschichte und weitere Frankfurter Museen müssen ab 29.03.2021 wieder schließen.

(ffm) Die Museen der Stadt Frankfurt sowie das Institut für Stadtgeschichte müssen ab Montag, 29. März, ihre Türen wieder schließen. Dies ist der Mitteilung der Landesregierung von Mittwoch, 24. März, zu entnehmen. Demnach ist vorgesehen, dass Zoos, botanische Gärten und Museen unter freiem Himmel geöffnet bleiben dürfen, geschlossene Räume hingegen für den Publikumsverkehr geschlossen werden. Nähere Details werden in einer entsprechend aktualisierten Landesverordnung geregelt werden.

„Das ist eine sehr bittere Nachricht. Unsere Freude war groß, als wir Anfang März unsere Museen und das Institut für Stadtgeschichte nach über viermonatiger Schließung endlich öffnen konnten. Nicht einmal zweieinhalb Wochen später müssen wir eine Rolle rückwärts machen, obwohl wir mit unseren Hygiene- und Schutzmaßnahmen gut aufgestellt sind und der Besuch unserer Häuser risikoarm und eine Nachverfolgung garantiert ist. Es ist schwer nachvollziehbar, warum Fitnessstudios weiter offenbleiben, die Kultur hingegen komplett heruntergefahren werden muss. Das ist kein gutes Signal! Von den logistischen und organisatorischen Mühen, die mit der Öffnung und Schließung der Häuser verbunden sind, einmal ganz abgesehen“, erklärt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Für Inhaberinnen und Inhaber der MuseumsuferCard gilt wie bislang auch, dass die Schließzeit der Häuser automatisch gutgeschrieben wird. Die Laufzeit der MuseumsuferCard wurde bereits für den ersten Lockdown um zwei Monate verlängert, für den zweiten Lockdown ist die Gültigkeit der Karte um weitere vier Monate ausgeweitet worden. Die Verlängerung wurde auf dem QR-Code der Karte automatisch gespeichert.

Kubach und Kropp Sonderausstellung „Spannungsfelder“ im Museum Schlosspark Bad Kreuznach bis 19.09.2021 verlängert!

Museum Schlosspark Bad Kreuznach Rückfront  © Foto Diether v. Goddenthow
Museum Schlosspark Bad Kreuznach Rückfront © Foto Diether v. Goddenthow

Seit Mittwoch, dem 10. März, hat das Museum Schlosspark Bad Kreuznach  wieder seine Türen geöffnet und lädt mit seinen Sonderausstellungen und Sammlungspräsentationen wieder zum Schauen ein. Im Vorfeld muss man sich beim Museum Schlosspark Bad Kreuznach zu einem bestimmten Termin anmelden.
Alle Details zu Anmeldung und Hygienemaßnahmen erfahren Sie unter Museum Schlosspark Bad Kreuznach.

Kubach und Kropp Sonderausstellung „Spannungsfelder“

Impression der Sonderausstellung "Spannungsfelder – Kubach & Kropp" bis 19. September 2021 © Foto Diether v. Goddenthow
Impression der Sonderausstellung „Spannungsfelder – Kubach & Kropp“ bis 19. September 2021 © Foto Diether v. Goddenthow

Museum Schlosspark
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach
Telefon 0671 92077-7
Fax: 0671 92077-92
museum-schlosspark-kasse@bad-kreuznach.de
www.museum-schlosspark.de

Aktuelle Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Dienstag: 10:00 bis 13:00 Uhr
Mittwoch bis Freitag: 10:00 bis 16:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr