Kategorie-Archiv: Hessisches Landesmuseum Wiesbaden

Forms larger and bolder: Überblicksschau zu Eva Hesses Zeichnungen im Museum Wiesbaden

Kurator und Hesse-Experte Dr. Jörg Daur, stellvertretender Direktor Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, beim Presserundgang in der neuen Überblicksausstellung "Eva Hesse – Zeich­nun­gen" vom 15.3. bis 23.06. 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Kurator und Hesse-Experte Dr. Jörg Daur, stellvertretender Direktor Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, beim Presserundgang in der neuen Überblicksausstellung „Eva Hesse – Zeich­nun­gen“ vom 15.3. bis 23.06. 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Hessische Landesmuseum Wiesbaden rückt fünfzehn Jahre nach der groß angelegten Retrospektive in einer Überblicksausstellung „Eva Hesse – Zeichnungen“ (15. März– 23. Juni 2019) erneut das Schaffen einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts seinen Mittelpunkt. Vernissage ist am 14. März um 19.00 Uhr.

Die wenigsten wissen, dass das Museum Wiesbaden der wohl wichtigste Sammler von Werken von Eva Hesse (1936–1970) in Europa ist. Tatsächlich seien dies zahlenmäßig lediglich fünf skulpturale Arbeiten, drei Gemälde und drei Zeichnungen. Das sei aber bei Eva Hesse schon sehr viel, so Dr. Jörg Daur, stellvertretender Direktor, Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, und Kurator der Ausstellung. Dauer hat bereits die erste Hesse-Ausstellung 2002, damals noch als Assistent, mitorganisiert und über die Ausnahmekünstlerin promoviert. Denn in ihrem kurzen Leben konnte Eva Hesse im Bereich der Malerei und der Skulptur nur wenig mehr als 100 Arbeiten überhaupt schaffen, so der Kurator heute beim Presserundgang. Eva Hesse ist 1970 im Alter von 34 Jahren an einem Gehirnturmor viel zu früh verstorben.
Insofern sei es „auch immer ein bisschen schwierig beim Werk von Eva Hesse von Früh- und Spätwerk, von Chronologie und Entwicklung zu reden“. Es handele sich letztlich eben nur um eine Schaffensperiode von 10 Jahren. Aber in diesen 10 Jahren sei wirklich Wesentliches passiert, „was uns auch hier im Museum Wiesbaden seit vielen Jahren beschäftigt“, so Daur. Allerdings sei neue Ausstellung, „natürlich eine andere als damals, wobei der Fokus jetzt nicht auf dem skulpturalen Werk, sondern auf den Zeichnungen liege.

Ein Grund dafür sei natürlich auch, dass seit der Wiederentdeckung von Eva Hesses Werk nach Erscheinen ihres Werkverzeichnisses 1989 mit der folgenden Rezeptionsgeschichte in den 1990er Jahren die Skulpturen im Wert so extrem gestiegen sind, dass sie kaum mehr verliehen werden, da sich selbst größere Häuser die horrenden Versicherungssummen kaum mehr leisten können. Insofern ist das Museum Wiesbaden natürlich sehr glücklich über seinen eigenen Fundus.

Dennoch ist es zum ersten Mal mit der Ausstellung „Eva Hesse – Zeichnungen“ gelungen das gesamte Schaffen der US-amerikanischen Künstlerin mit deutschen Wurzeln in den Fokus zustellen. Anhand der 72, teils kleinformatigen zeichnerischen Arbeiten lassen sich unterschiedliche Stränge in Hesses Werk verfolgen und Rückschlüsse auf die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur ziehen. Die Ausstellung zeigt in einem chronologisch angelegten Rundgang frühe Studienskizzen neben malerischen Gouachen und Aquarellen, dazu expressive Tusch- und Farbstiftzeichnungen, Collagen wie auch Konstruktionszeichnungen und Entwürfe für skulpturale Arbeiten. Eine Auswahl von Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung des Museums Wiesbaden ergänzen die Schau, der Großteil der Leihgaben speist sich aus den Beständen des Allen Memorial Art Museums, Oberlin College (Ohio).

Die Künstlerin selbst sei natürlich auch mit ihrem deutschen Bezug zu sehen, so der Kurator. Eva Hesse, 1936 in Hamburg als zweite Tochter eines renommierten Rechtsanwalts geboren, wird im Rahmen der elterlichen Fluchtpläne nach den Ereignissen der Reichspogromnacht bereits 1938 mit ihrer älteren Schwester Helen über Amsterdam nach London geschickt und von dort ging es dann 1939 in die USA nach New York, wo die Familie, wieder zusammengeführt, sich in der deutsch-jüdischen Nachbarschaft in Washington Heights niederließ. Eva Hesse, die ihr malerisches Talent wohl von ihrer künstlerisch begabten Mutter geerbt hatte, und nach der elterlichen Scheidung und Selbstmord ihrer Mutter, zunächst beim sorgeberechtigten Vater aufwuchs, studierte später an der Cooper Union School und an der Yale School of Art and Architecture. 1961 heiratete sie den berühmten Bildhauer Tom Doyle.
Damals war sie als Künstlerin noch völlig unbedeutend, galt eher als Ehefrau des großen Bildhauers, die eben auch Kunst studiert hatte, so Daur. Das sollte sich aber bald ändern, nachdem sie zusammen mit Doyle von 1964 bis 1965 ein Jahr lang in Deutschland, Kettwig an der Ruhr, auf Einladung des Industriellenpaares Isabell und Friedrich Arnhard Scheidt verbrachte. Hier fand sie zu ihrer eigenen Kunst, arbeitete schließlich nur noch figural.

Während des Deutschlandaufenthalt unternehmen sie gemeinsam Reisen durch ganz Europa, unter anderem nach Kassel (Besuch der documenta 3), Basel, Bern, Brüssel, Paris, Rom, Florenz, Zürich und Berlin. Im Atelier des stillgelegten Teils der Scheidt’schen Textilfabrik entstehen Zeichnungen und Gemälde mit Motiven der dort herumliegenden Maschinenteile. Im März 1965 entsteht Hesses erstes Relief Ringaro und Arosie. Im Mai stellt sie im Gewächshaus auf dem Scheidt’schen Anwesen ihre fünf Reliefs und Maschinenzeichnungen aus. Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt unter dem Titel „Materialbilder und Zeichnungen“ im August alle vierzehn Reliefs. Im September kehren Hesse und Doyle nach New York zurück.

New York 1966–1970 Im Januar 1966 trennt sich das Paar. Im August stirbt Wilhelm Hesse. Im September zeigt Hesse in der von Lucy Lippard kuratierten Ausstellung „Eccentric Abstraction“ in der Fischbach Gallery Metronomic Irregularity II. Zu Hesses Freundeskreis gehören inzwischen Robert Smithson, Nancy Holt, Dan Graham, Mel Bochner, Donald und Julie Judd sowie Dan und Sonja Flavin. Im Januar 1967 geht Hesse bei der Fischbach Gallery unter Vertrag. In der School of Visual Arts nimmt sie gemeinsam mit Louise Bourgeois und Paul Thek an einer Podiumsdiskussion über erotischen Symbolismus teil. Sie entdeckt Latex als künstlerischen Werkstoff und es entstehen erste Teststücke.

Ab 1968 experimentiert Hesse zusammen mit Doug Johns mit Fiberglas und Polyester. Im September übernimmt sie einen Lehrauftrag an der School of Visual Arts. Ihre erste Ausstellung als Objektkünstlerin feiert Hesse im November in der Fischbach Gallery mit der Ausstellung „Eva Hesse: Chain Polymers“. Im Januar 1969 vollendet Hesse die beiden Arbeiten Sans III und Vinculum II, die für die Ausstellung „Live in Your Head. When Attitudes Become Form“ von Harald Szeemann in der Kunsthalle Bern bestimmt sind. Sie nimmt einen Lehrauftrag an der Boston Museum School an. Im März mehren sich die Anzeichen einer beginnenden Krankheit und sie ist zunehmend auf Hilfe durch die Assistenten Doug Johns und Martha Schieve angewiesen. Die Ärzte diagnostizieren einen Hirntumor. Trotz ihrer Erkrankung ist mit der Beteiligung an 21 Gruppenausstellungen 1969 das Jahr ihrer großen Ausstellungserfolge.

Im Mai 1970 erscheint ein ausführliches Interview mit Cindy Nemser. Ende März wird sie zum dritten Mal an einem Gehirntumor operiert. Im Frühjahr findet eine Einzelausstellung ihrer Zeichnungen in der Fischbach Gallery statt und sie beteiligt sich an einer Gruppenausstellung im Owens-Corning Fiberglas Center in New York. Nachdem Eva Hesse eine Woche im Koma liegt stirbt sie am 29. Mai im Alter von 34 Jahren.

Die Ausstellung „Eva Hesse – Zeichnungen“ stellt das gesamte Schaffen der US-amerikanischen Künstlerin in den Fokus. Anhand der 72, teils kleinformatigen zeichnerischen Arbeiten lassen sich unterschiedliche Stränge in Hesses Werk verfolgen und Rückschlüsse auf die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur ziehen. Die Ausstellung zeigt in einem chronologisch angelegten Rundgang frühe Studienskizzen neben malerischen Gouachen und Aquarellen, dazu expressive Tusch- und Farbstiftzeichnungen, Collagen wie auch Konstruktionszeichnungen und Entwürfe für skulpturale Arbeiten. Eine Auswahl von Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung des Museums Wiesbaden ergänzen die Schau, der Großteil der Leihgaben speist sich aus den Beständen des Allen Memorial Art Museums, Oberlin College (Ohio).

Diese Ausstellung wurde organisiert in Zusammenarbeit mit dem Estate of Eva Hesse, der Galerie Hauser & Wirth sowie dem Allen Memorial Art Museum, Oberlin College.

Laufzeit der Ausstellung: 15. März – 23. Juni 2019
https://museum-wiesbaden.de/hesse

Begleitpublikation
eva-hesse-publikationDie Publikation „Eva Hesse – Unheimlich lustig“, 2019, MuWi-Buch / MuWi Book (ISBN: 978-3-89258-122-2, Preis: 14,50 Euro) beschreibt Werk und Schaffen sowie systematisch die Eva Hesses Ausstellung. Es ist sehr empfehlenswert.

 

 

 

Auswahl der wichtigsten Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)
1963 Eva Hesse, Recent Drawings, Allan Stone Gallery, New York
1965 Eva Hesse. Materialbilder und Zeichnungen, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen / Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf
1968 Eva Hesse. Chain Polymers, Fischbach Gallery, New York
1970 Eva Hesse. New Drawings, Fischbach Gallery, New York
1972 Eva Hesse. A Memorial Exhibition, Solomon R. Guggenheim Museum, New York; Albright-Knox Art Gallery, Buffalo; Museum of Contemporary Art, Chicago; Pasadena Museum of Modern Art, Pasadena; University Art Museum, Berkeley
1979 Eva Hesse. Sculpture, Whitechapel Art Gallery, London; Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo; Kestner-Gesellschaft, Hannover
1992 Eva Hesse. A Retrospective, Yale University Art Gallery, New Haven; The Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institute, Washington
2002 Eva Hesse Retrospective, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco; Museum Wiesbaden, Wiesbaden; Tate Modern, London
2013 Eva Hesse. One More than One, Hamburger Kunsthalle, Hamburg

Gruppenausstellungen (Auswahl)
1961 Drawings. Three Young Americans, John Heller Gallery, New York
1966 Eccentric Abstraction, Fischbach Gallery, New York
1969 Live in Your Head. When Attitudes Become Form. Works, Concepts, Processes, Situations, Information, Kunsthalle Bern, Bern; Museum Haus Lange, Krefeld; ICA – Institute of Contemporary Art, London

Führungen und Veranstaltungen

Öffentliche Führungen
Sa 16 Mär 15:00 Uhr
So 17 Mär 15:00 Uhr
Sa 23 Mär 15:00 Uhr
So 31 Mär 15:00 Uhr
So 7 Apr 15:00 Uhr
So 14 Apr 15:00 Uhr
Fr 19 Apr 15:00 Uhr
Mo 22 Apr 15:00 Uhr
So 28 Apr 15:00 Uhr
Sa 4 Mai 15:00 Uhr
Di 14 Mai 18:00 Uhr Kuratorenführung
So 12 Mai 15:00 Uhr
Di 14 Mai 18:00 Uhr
Di 28 Mai 18:00 Uhr
So 2 Jun 15:00 Uhr
Sa 15 Jun 15:00 Uhr
So 23 Jun 15:00 Uhr

Vortrag
Do 25 Apr 18:00 Uhr
Zwischen Gemälde und Skulptur –Die Zeichnung im Werk von Eva Hesse. Mit Dr. Renate
Petzinger. In Kooperation mit den Freunden des Museums Wiesbaden e.V.

Film
Do 4 Apr 17:30 Uhr
„Eva Hesse“. Regie: Marcie Begleiter, 2015. In Kooperation mit der Caligari FilmBühne.

Kunstpause
Mi 3 Apr 12:15 Uhr
Mi 12 Jun 12:15 Uhr
Art after Work
Di 16 Apr 19:00 Uhr
Kunst und Religion
Di 2 Apr 18:30 Uhr

„Preziosen auf Papier“ – Eva Hesse, ohne Titel, 1965
60+
Di 16 Apr 15:00 Uhr
Kunst und Kuchen
Do 11 Apr 15:00 Uhr

Angebote für Kinder und Familien
Sa 23 Mär 11:00 – 13:30 Uhr

Museumswerkstatt für Kinder: Den Rätselhaften Formen der Künstlerin Eva Hesse in der
Ausstellung „Zeichnungen“ auf der Spur.

Freier Samstag Sa 6 Apr
Maltisch in der Wandelhalle 11:00 – 14:00 Uhr
Familienführungen 12:00 Uhr, 12:45 Uhr

Angebote für KITAS und Schulen
Pädagogische Gruppen und zwei Begleitpersonen erhalten freien Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen des Museums Wiesbaden.
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Einfache Führungen
Dauer: 45 Minuten (1 Schulstunde)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
45,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer
Kosten für Privatgruppen: 70,— Euro zzgl. Eintritt

Erweiterte Führungen
Dauer: 90 Minuten (2 Schulstunden)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
75,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer

Führung mit Workshop
Dauer: 135 Minuten (3 Schulstunden)
Kosten für Schul- und Kindergartengruppen:
90,— Euro, Freier Eintritt für Kinder und 2 Betreuer

Der wilde Raum: Zeichnungen und Collage bei Eva Hesse
Das Ringen um naturalistische Abbildung kennen alle Schülerinnen und Schüler. Inspiriert durch Hesses Lust an der Form und ihrem spielerischen Umgang damit – fernab von naturalistischen Zwängen – geht es in der Vermittlung darum, sich in der Begegnung mit ihren Arbeiten für den eigenen Ausdruck inspirieren zu lassen. Eva Hesse verwendet u.a. die Technik der Collage, um sich in der Arbeit im Zweidimensionalen auf der Bildfläche vorhersehbaren Kompositionsschemata zu entziehen und erweitert dadurch auch gleichzeitig den Bildraum ins Dreidimensionale. Dieses Verfahren wird auch als Strategie in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern genutzt und erprobt, damit ihr jeweils eigener zeichnerische Ausdruck einen „wilden Raum“ findet.

Workshop:
Eigenes kreatives Erproben in unseren Ateliers mittels der künstlerischen Arbeitsweisen: Collage • Formwiederholung • Mixed Media

Anmeldung, Buchung und Beratung für Schulgruppen unter 0611 / 335 2185 oder
bildungundvermittlung@museum-wiesbaden.de.

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄ 335 2170, Fax 0611 ⁄ 335 2192
direktion@museum-wiesbaden.de

Der vergessene Mondrian: Museum Wiesbaden zeigt erste Mondrian-Retrospektive im Rhein-Main-Gebiet

Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921. Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Den Haag, Niederlande
Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921. Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Den Haag, Niederlande

Das Museum Wiesbaden zeigt vom 26. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019 die erste groß angelegte Retrospektive zum Schaffen des niederländischen Malers Piet Mondrian im Rhein-Main-Gebiet. 49 Gemälde und 11 Grafiken zeichnen anhand von 8 thematisch gegliederten Ausstellungsräumen den Werdegang des niederländischen Malers nach, von den Anfängen in der naturalistischen Malerei bis zur absoluten Gegenstandslosigkeit. Arbeiten von Bart van der Leck und Friedrich Vordemberge-Gildewart sowie Korrespondenz Mondrians ergänzen die Schau.

„Ich konstruiere auf einer Fläche Linien und Farbkombinationen mit dem Ziel, die allgemeine Schönheit möglichst bewusst darzustellen. Die Natur (beziehungsweise das, was ich sehe) inspiriert mich; ich möchte jedoch der Wahrheit möglichst nahe kommen und deshalb alles abstrahieren, bis ich zum Fundament (einem immer noch äußerlichen Fundament!) der Dinge gelange.“ Piet Mondrian (1872–1944) beschreibt 1914 seinen Zwischenschritt hin zu den streng geometrischen, in Primärfarben ausgeführten Werken als Abstraktionen der Natur und seines Erfahrungsfeldes. Die Gemälde gelten heute als Ikonen der modernen Kunst; der niederländische Maler zählt zu den wichtigsten Künstlern der Klassischen Moderne.

Was im kollektiven Gedächtnis zu einem Œuvre moderner, rasterförmiger Arbeiten verschmilzt, ist das Ergebnis eines langen Prozesses der Rekonstruktion von Natur durch die Malerei. Mondrian vermochte es, in seinem Spätwerk die Essenz seiner weniger bekannten, naturalistischen Landschaftsmalerei auf Primärfarben und geometrische Raster und Formen zu reduzieren. Natur und Konstruktion beschäftigen den Künstler, der zunächst im Stil der Haager Schule, später angelehnt an sein zwischenzeitliches holländisches Vorbild Vincent van Gogh malte, sein ganzes Leben lang. Ansichten von Windmühlen, Bäumen und Bauerngehöften charakterisieren das künstlerische Schaffen Piet Mondrians vor seiner neoplastischen Schaffensperiode ab 1921. Doch auch im Spätwerk des Künstlers spiegeln sich diese frühen Arbeiten wider, die intensive Auseinandersetzung mit der Natur ist das Fundament der neoplastischen Rasterbilder – auch wenn der Naturbezug visuell nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Natur und ihre Konstruktion bleiben trotz des hohen Grades der Abstraktion stets fest miteinander verbunden: „Um eine Harmonie zu erzielen, sollte die Kunst sich nicht nach der äußeren Erscheinung der Natur, sondern nach deren Wesen richten.“ Piet Mondrian, 1941

Das Museum Wiesbaden stellt mit „Piet Mondrian – Natur und Konstruktion“ (26. Oktober 2018 – 17. Februar 2019) in enger Kooperation mit dem Gemeentemuseum Den Haag einen Maler vor, der hinsichtlich des radikalen Umbruchs an der Schwelle des 19. und 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielt. Anhand von acht Stationen stellt die Retrospektive schrittweise alle Entwicklungsstufen Mondrians vor – ausgehend von der naturalistischen Malerei Mitte der 1890er-Jahre, über eine abstrahierende Phase zwischen 1908 und 1917 bis hin zur abstrakten, gegenstandslosen Malerei der 1920er- und 1930er-Jahre. Ausgewählte Arbeiten von Bart van der Leck treten mit den 47 Gemälden und 10 Zeichnungen und Aquarellen Mondrians in Diskurs. Darüber hinaus ermöglichen Briefe und Postkarten an seinen Freund Friedrich Vordemberge-Gildewart Einblicke in die Gedanken-welt des Malers.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog beim Wienand Verlag, Köln (ISBN: 978-3-86832-463-1, Preis: 32,- €).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Wepke Kingma, Botschafter des Königreichs der Niederlande und wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
Laufzeit der Ausstellung: 26. Oktober 2018—17. Februar 2019
https://museum-wiesbaden.de/mondrian

Ab Sonntag geht’s im Wiesbadener Museum auf „Eiszeit-Safari“ – Sensationelle Tier-Rekonstruktionen hautnah erleben!

Eiszeit-Safari im Wiesbadener Landesmuseum entführt die Besucher in eine faszinierende Welt,  als Mammutherden und Wollnashörner noch durch unsere Landschaft streiften, als Höhlenlöwen zu den gefährlichsten Raubtieren gehörten und Riesenhirsche mit ihrem Geweih selbst Wölfe beeindruckten.© Foto: Diether v. Goddenthow
Eiszeit-Safari im Wiesbadener Landesmuseum entführt die Besucher in eine faszinierende Welt, als Mammutherden und Wollnashörner noch durch unsere Landschaft streiften, als Höhlenlöwen zu den gefährlichsten Raubtieren gehörten und Riesenhirsche mit ihrem Geweih selbst Wölfe beeindruckten.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Eiszeit lebt: Ab Sonntag dem 7. Oktober 2018 öffnet das Museum Wiesbaden in Kooperation mit den Mannheimer Reiss-Engelhorn Museen das Tor zu einer Zeitreise der ganz besonderen Art. Es lädt zu einer wissenschaftlich flankierten Safari in die letzte Kaltzeit Europas ein. Diese war vor zirka 30 000 bis 15 000 Jahren, als noch Mammutherden, Wollnashörner und Riesenhirsche durch das Rhein-Main-Gebiet streiften, der Höhlenlöwe zu den gefürchtetsten Raubtieren zählte und unsere Vorfahren recht erfinderisch sein mussten, um als Jäger und Sammler in der unwirtlichen Umgebung mit karger Vegetation über die Runden zu kommen.
Dies uns vieles mehr können Besucher anhand von 100 sensationellen, lebensechten Tierrekonstruktionen und Pflanzen-Präparaten sowie Skeletten, Fossilien und Artefakten aus der Region Hessen auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche hautnah erleben.

Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen und Ausstellungskurator , stellt Urs und Lena,  die  beiden Reiseführer der Eiszeitsafari vor.  Menschen der Eiszeit haben vor etwa 30 000 bis 12 000 Jahren gelebt. Vor 30 000 Jahren  hatten sie noch eine etwas dunklere Hautfarbe vergleichbar mit der heutiger  Marokkaner. Der Homo sapiens sapiens, vor zirka 40 000 Jahren aus Afrika gekommen, hat sich auch mit dem hier lebenden Neandertaler vermischt.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen und Ausstellungskurator , stellt Urs und Lena, die beiden Reiseführer der Eiszeitsafari vor. Menschen der Eiszeit haben vor etwa 30 000 bis 12 000 Jahren gelebt. Vor 30 000 Jahren hatten sie noch eine etwas dunklere Hautfarbe vergleichbar mit der heutiger Marokkaner. Der Homo sapiens sapiens, vor zirka 40 000 Jahren aus Afrika gekommen, hat sich auch mit dem hier lebenden Neandertaler vermischt. Aus „Gendergründen“ habe man Lena (r.) auch einen Speer in die Hand gedrückt. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Eiszeitsafari“ klinge erstmal nach einem Widerspruch, so Professor Dr. Wilfried Rosendahl, Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen und Ausstellungskurator. Denn schließlich stünde ja „Eiszeit“ für „kalt, eisig und lebensfeindlich“, „Safari“ hingegen für „sonnig, heißt und voller Leben“, würde mit Afrika assoziiert, was eigentlich gar nicht zusammenpasse. Doch wenn man genauer hinschaue, erkenne man, dass es auch verblüffende Ähnlichkeiten, etwa die Begegnung mit großen exotischen Tieren gebe. Im heutigen Afrika sind das beispielsweise Elefant, Löwe, Hyäne, Nashorn und Büffel. In der Eiszeit waren es in dieser Region: Mammut, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne, Wollnashorn und Steppenbison.

Bis in letzte Detail, wie hier die überlangen Augenwimpern des Wollhaarmammuts, wurden die vorzeitlichen Tiere der Eiszeit rekonstruiert. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bis in letzte Detail, wie hier die überlangen Augenwimpern des Wollhaarmammuts, wurden die vorzeitlichen Tiere der Eiszeit rekonstruiert. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Konzept und die Tierrekonstruktionen der Schau sind von den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim entwickelt worden und gehen von dort aus auf Wanderschaft. Darüber hinaus haben die Naturhistorischen Sammlungen des Landesmuseums die Ausstellung mit Tierpräparaten, Fossilien und Zeugnissen menschlichen Wirkens aus den eigenen Sammlungen erweitert.

Leihgaben von bedeutenden Fundstätten der Region zeigen, wie Menschen in der Eiszeit lebten, jagten und sich künstlerisch betätigten. Diese hinterließen ihre Spuren an unterschiedlichen Orten: Sie jagten Wildpferde in Igstadt und badeten in den heißen Quellen von Wiesbaden. An der Lahn stellten sie Schmuck aus Knochen her und im Mittelrheintal zeichneten sie tausende von Tieren und Menschen auf Schiefertafeln.

Urs und Lena haben wohl in solch einem Zelt gelebt. Etliche Menschen haben zu der Zeit aber auch noch in Höhlen gewohnt.© Foto: Diether v. Goddenthow
Urs und Lena haben wohl in solch einem Zelt gelebt. Etliche Menschen haben zu der Zeit aber auch noch in Höhlen gewohnt.© Foto: Diether v. Goddenthow

Ein Highlight der Ausstellung sind die Nachbildungen eines Sommer- und Winterzelts der eiszeitlichen Jäger, die insbesondere Kindern beim Betreten große Freude bereiten. Ein Modell der Steedener Höhlen bei Runkel an der Lahn aus dem Bestand des Stadtmuseums veranschaulicht einen der wichtigsten hessischen Fundorte eiszeitlicher Natur und Kultur. Zu sehen sind Stein- und Knochenwerkzeugen sowie verzierter Knochen, Schmuckstücke und Nähnadeln.

Modell der Steedener Höhlen bei Runkel an der Lahn.© Foto: Diether v. Goddenthow
Modell der Steedener Höhlen bei Runkel an der Lahn.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Funde stammen von unterschiedlichen Kulturstufen zwischen 38.000 bis vor 12.000 Jahre vor unserer Zeit an. Ein besonderer Fund aus diesen Höhlen – die bedauerlicherweise 1953 für den Kalkabbau zerstört wurden – ist der Unterkiefer eines Höhlenlöwen.

Dipl.- Biol. Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter und  Kurator  Naturwissenschaft im Museum Wiesbaden, erläutert die zirka 600 000 Jahre alten Fossilien, die 2017 in der Baugrube gegenüber der Rheinstrasse 5, Bauprojekt Wilhelm IX, gefunden und vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen geborgen wurden. Sie stammten aus dem mittelpleistozänen Cromer-Komplex. Damals gab es mitten im heutigen Wiesbaden Flussablagerungen am Rande eines stehenden und morastigen Gewässers. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dipl.- Biol. Fritz Geller-Grimm, Abteilungsleiter und
Kurator Naturwissenschaft im Museum Wiesbaden, erläutert die zirka 600 000 Jahre alten Fossilien, die 2017 in der Baugrube gegenüber der Rheinstrasse 5, Bauprojekt Wilhelm IX, gefunden und vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen geborgen wurden. Sie stammten aus dem mittelpleistozänen Cromer-Komplex. Damals gab es mitten im heutigen Wiesbaden Flussablagerungen am Rande eines stehenden und morastigen Gewässers. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Zuge der Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim wurde aktuell für die Eiszeit-Schau das absolute Alter dieses Fossils aus der Sammlung des Museums Wiesbaden mit der 14C- oder -Radiokarbonmethode bestimmt. Das Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie hat ein Alter zwischen 36.600 bis 35.900 Jahre ermittelt. Der rund 36.000 Jahre alte Unterkiefer wird auch in der Ausstellung präsentiert. Damit trafen die ersten modernen Menschen Europas auf dieses Tier.

Ausstellungs-Impression. Ein Riesenhirsch begrüßt die Besucher. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. Ein Riesenhirsch begrüßt die Besucher. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der 1000 Quadratmeter großen Ausstellung „Eiszeit-Safari“ (7. Oktober 2018 – 21 April 2019) können die Besucherinnen und Besucher auf dem Weg durch drei Ausstellungsräume die Big Five der Eiszeit entdecken: Mammut, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne, Wollhaarnashorn und Steppenbison. Dabei stehen ihnen unsere Vorfahren Urs und Lena zur Seite. Beide Scouts, die auch in der Ausstellung mit Kleidung, Schmuckstücken und Werkzeugen zu sehen sind, begleiten die Gäste bis zum Ausgang.

Die Pflanzenwelt der letzten Kaltzeit Europas.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Pflanzenwelt der letzten Kaltzeit Europas.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Vielfalt der Tiere erstaunt insbesondere auch deshalb, weil sowohl kälteliebende Tiere, wie das Mammut als auch wärmeliebende Tiere, wie zum Beispiel das Wisent, Teil der Eiszeit-Safari sind. Die Ausstellung konzentriert sich zwar auf die letzte große Kaltzeit des Eiszeitalters bis vor 12.000 Jahren. Doch seit etwa 12.000 Jahren wird es wärmer und die heutige Tier- und Pflanzenwelt zog nach Mitteleuropa ein. Mammut, Wollnashorn, Riesenhirsch und Steppenbison starben aus.

Das Europäische Waldbison erscheint in am Ende der letzten Eiszeit, als Wälder häufiger werden. Damit löst er das Steppenbison ab. Die Berberaffen (u.Mitte i Bild) verschwanden hierzulande mit der letzten Kaltzeitphase vor 30 000 Jahren. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Europäische Waldbison 8r.) erscheint in am Ende der letzten Eiszeit, als Wälder häufiger werden. Damit löst er das Steppenbison ab. Die Berberaffen (u.Mitte i Bild) verschwanden hierzulande mit der letzten Kaltzeitphase vor 30 000 Jahren. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am Ende des Rundgangs begegnen die Besucher einem Flusspferd, das heute nur noch aus Afrika bekannt ist. Noch zur letzten großen Warmzeit vor 115.000 Jahren gab es diese auch in unserer Region. Originale Zähne und Knochen lassen sich in den Rheinschottern finden. Wer weiß, ob diese bei noch stärkerer Erwärmung zurück nach Wiesbaden finden?

Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Aktionstagen

Blick in den oberen Teil der fantastischen Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Blick in den oberen Teil der fantastischen Ausstellung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Aktionstagen für Familien und Kinder umrahmt die Ausstellung. Die nächsten Eiszeittage finden zum Thema „Leben als Jäger und Sammler“ am eintrittsfreien Samstag, den 3. November 2018 von 12 bis 15 Uhr statt. Das gesamte Begleitprogramm ist online verfügbar.

Zur Ausstellung sind die Begleitbücher „Eiszeit-Safari —Reisebegleiter“ (ISBN 978-3-89937-204-5; 19,90 €) und „Eiszeit-Safari —Urzeitabenteuer für Kinder“ (ISBN 978-3-89937-205-2; 7,90 €) im Verlag Dr. Friedrich Pfeil erschienen. Die bilinguale App „Eiszeit-Safari“ steht zum kostenlosen Download im App Store und bei Google Play sowie im Museum auf Leihgeräten gegen Gebühr zur Verfügung.

Informationen zum umfangreiches Begleit- und Pädagogikprogramm

Ort:

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄335 2250, Fax 0611 ⁄335 2192
www.museum-wiesbaden.de, museum@museum-wiesbaden.de

Öffnungszeiten*
Mo geschlossen
Di, Do 10:00—20:00 Uhr
Mi, Fr-So, Feiertage 10:00—17:00 Uhr

Eintritt
Sonderausstellung* 10,— Euro (7,— Euro)
Dauerausstellung* 6,— Euro (4,— Euro ermäßigt)
* Der Eintritt in die Sonderausstellungen beinhaltet den Besuch der Dauerausstellung. Kinder und Jugendliche
unter 18 Jahre freier Eintritt in die Sammlungen. Weitere Ermäßigungen und Tarife für Gruppen unter:
www.museum-wiesbaden.de ⁄preise

Service
Ausleihbare Rollstühle, Buggies und Sitzhocker im Foyer. Die die Ausstellungsbegleitende App mit dem Multimedia-Guide ist auf Leihgeräten in begrenzter Anzahl gegen eine Gebühr erhältlich.

„Lieblingsorte – Erinnerungen verbinden“ – Coop-Projekt des Museum Wiesbaden und der Opelvillen Rüsselsheim

„Lieblingsorte – Erinnerungen verbinden“ – Das Museum Wiesbaden und die Opelvillen Rüsselsheim laden ein zum gemeinsamen Vermittlungsprojekt

Das Museum Wiesbaden und die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim kooperieren zum ersten Mal im Bereich der Kunstvermittlung. Die beiden Häuser haben durch ihre jeweils außergewöhnlichen Vermittlungsprogramme für ältere Menschen zusammengefunden. Ihr erstes gemeinsames Kooperationsprojekt „Lieblingsorte – Erinnerungen verbinden“ von Oktober bis November 2018 richtet sich sowohl an interessierte Menschen in Rüsselsheim als auch in Wiesbaden. Gemeinsam laden die Institutionen ein, auf Zeitreise zu gehen, um Erinnerungen und Anekdoten auszutauschen, die von den jeweiligen Orten handeln. Ein gegenseitiges Besuchen und Kennenlernen ist Teil des Projektes. Geplant ist, dass sich an vier aufeinander folgenden Dienstagnachmittagen: 16. Oktober, 23. Oktober, 30. Oktober und 6. November bis zu acht Teilnehmer nachmittags in den jeweiligen Kultureinrichtungen treffen. Am 16. und 23. Oktober treffen sich die Rüsselsheimer in den Opelvillen und die Wiesbadener im Museum Wiesbaden. Am 30. Oktober besucht die Rüsselsheimer Gruppe dann das Museum Wiesbaden und am 6. November erwarten die Rüsselsheimer ihre Gäste aus dem Museum Wiesbaden. Die jeweiligen Transfers sind organisiert und kostenfrei für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bei den ersten beiden Treffen in den jeweiligen Kulturinstitutionen stehen ein erstes Kennenlernen und eine gemeinsame Erkundung des Hauses, sowie Kaffee und Gebäck auf dem Programm. Das Vermittlungsteam möchte über Zeitzeugen mehr über die Historie ihrer Häuser erfahren. Eine Erinnerung an ein Exponat, eine Ausstellung, an Personen oder auch Hintergründe sind von großem Nutzen für die Geschichtsschreibung beider Institutionen.

Anmelden können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Rüsselsheim und Wiesbaden ab sofort mit der Angabe ihres Namens, ihrer Telefonnummer und Adresse unter info@opelvillen.de oder 06142835907. Da die Plätze begrenzt sind, zählt das Datum der Anmeldung. Das Mitbringen einer Anekdote oder auch eines Fotos zum jeweiligen Haus wünschen sich die Veranstalter. Gefördert wird das Projekt durch die Seniorenpolitische Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Vermittlungsprogramme sowohl der Opelvillen als auch des Museums Wiesbaden richten sich an Besucherinnen und Besucher, verschiedener Altersstufen und Herkunftsländer.

Im Kooperationsprojekt »Erinnerungen verbinden« können Geschichten zur Entwicklung beider Häuser ausgetauscht werden. Die Kunstvermittlerinnen Samira Idrisu für die Opelvillen und Astrid Lembcke-Thiel für das Museum Wiesbaden freuen sich auf einen regen Dialog. Die Historie beider Häuser lässt viele Anekdoten vermuten, die sie festhalten möchten. Die Opelvillen wurden vor Stiftungsgründung 2001 als Krankenhaus und später Amtsgericht vielfältig genutzt. Stets waren die Villen über Jahrzehnte ein wichtiger Bezugspunkt für Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger. Hier wurde gewohnt, operiert, geheiratet, sich getrennt, politisch diskutiert und gefeiert. Seit 1973 gehört das Museum Wiesbaden zu den drei großen Landesmuseen in Hessen. Seine Geschichte reicht zurück bis in das frühe 19. Jahrhundert. Heute finden Besucherinnen und Besucher im Zweispartenhaus Kunstwerke aus neun Jahrhunderten sowie eine exquisite Sammlung naturhistorischer Präparate.

Carl Remigius Fresenius: Chemie des Alltags – Museum Wiesbaden würdigt den Wiesbadener Ehrenbürger im Jahr seines 200. Geburtstags mit einer Kabinettausstellung

Ausstellungsansicht. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert
Ausstellungsansicht. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert

Heute mit Beginn der Wiesbadener Biennale eröffnet um 18.00 Uhr das Museum Wiesbaden die Kabinettausstellung „Chemie des Alltags“ anlässlich des 200. Geburtstags von Carl Remigius Fresenius.

Am 28. Dezember 2018 wäre Carl Remigius Fresenius 200 alt geworden. Das Wirken des Mitbegründers der modernen Chemie steht im Zentrum der Kabinettausstellung der Naturhistorischen Sammlungen des Museums Wiesbaden. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius werden vom 23. August 2018 bis zum 20. Januar 2019 anhand von rund 200 Objekten Aspekte der Wasseranalytik, Kriminaltechnik und Materialforschung vorgestellt.

Wenigen Chemikern ist es vergönnt, über lange Zeit hinweg im allgemeinen Bewusstsein zu bleiben. Der Frankfurter Carl Remigius Fresenius (1818–1897), widmete sein Leben und Wirken der Analytik. Seine chemischen Analyseverfahren dienten der Untersuchung von Mineralwassern, aber auch anderen alltäglichen Dingen wie der Nahrungsmittel- oder Weinanalytik. Um die entscheidenden Fragen „Was ist drin? – Wieviel ist drin?“ zu beantworten, entwickelte und prüfte er Methoden und wendete sie auf alltägliche und industrielle Fragestellungen an. In fast fünfzig Jahren veröffentlichte er zahlreiche Bücher, eine Fachzeitschrift und hatte über 2000 Schüler. Noch heute ist Fresenius Forschung zur chemischen Analytik relevant und moderne Adaptionen seiner Analyseverfahren finden in der Wissenschaft gebrauch. Aus dem Kreis von Fresenius Studenten gingen Begründer großer Chemiekonzerne und zahlreicher weiterer Firmen hervor. Andere Gründer schickten ihre Söhne und Enkel zur ersten Ausbildung zu Fresenius.

Fresenius studierte nach einer Apothekenlehre in Bonn und Gießen. 1842 wurde er zum Staatsassistenten am Universitätslaboratorium zu Gießen berufen und promovierte und habilitierte sich bei Justus Liebig. Nach seiner Berufung an das Landwirtschaftliche Institut in Wiesbaden gründete er in der Hauptstadt des Herzogtums Nassau das Chemische Laboratorium Fresenius, aus dem das SGS-Institut Fresenius in Taunusstein und die Hochschule Fresenius Idstein hervorgingen. Die Hochschule wird ab 2019 in ihrem Neubau in der Moritzstraße nach 23 Jahren und kurz nach dem 200. Geburtstag ihres Gründers mit den Fachbereichen Wirtschaft & Medien, Design sowie Gesundheit & Soziales wieder in Wiesbaden ansässig werden.

Die Kabinettausstellung „Carl Remigius Fresenius“ (23. August 2018-20. Januar 2019) veranschaulicht viele Facetten der Analytik. Ausgehend von rund 200, zum Teil historischen Laborgeräten aus der Sammlung Rainer Friedrich rekapitulieren sieben Ausstellungskapitel den Werdegang des Wegbereiters der Analytik. Beginnend mit seinen Anfängen als Wissenschaftler bis hin zu Fresenius Tätigkeit als Unternehmer werden Einblicke in die wichtigsten Aspekte des Lebens und die bedeutendsten Errungenschaften Carl Remigius Fresenius gegeben. Darüber hinaus werden Messprinzipien sowie moderne Entsprechungen der von Fresenius genutzten oder entwickelten Analyseverfahren vorgestellt. Die gezeigten Geräte und Messergebnisse stammen alle aus Partnerfirmen und -instituten der Hochschule Fresenius, so z.B. dem Bundeskriminalamt, und den Forschungslabors der Hochschule.

Die Kabinettausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius entstanden.
Begleitend zur Ausstellung ist der Katalog „Carl Remigius Fresenius– Vater der Analytischen Chemie“ erschienen (Autor: Leo Gros, ISBN: 978-3-89258-120-8, Preis: 7,-€).

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein verleiht Wiesbadener Kunstmäzen Frank Branbant die Goethe-Plakette

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein  hat dem Kunstmäzen Frank Brabant die höchste Auszeichnung seines Ministeriums überreicht bei der Eröffnung der Sonderausstellung "von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden. Foto: Heike v. Goddenthow
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat dem Kunstmäzen Frank Brabant die höchste Auszeichnung seines Ministeriums überreicht bei der Eröffnung der Sonderausstellung „von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden. Foto: Heike v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute dem Kunstliebhaber und Wahl-Wiesbadener Frank Brabant die Goethe-Plakette des Landes Hessen für seine außerordentlichen Verdienste um die Kunst und Kultur überreicht. Anlass für die Ehrung war die Eröffnung der Sonderausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky. Die Sammlung Frank Brabant“ im Museum Wiesbaden am heutigen Abend. Frank Brabant hat dem Museum Wiesbaden einen Teil seiner umfangreichen Sammlung geschenkt.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Für Frank Brabant sind seine gesammelten Werke nicht nur Bilder, sie sind Teil seines Lebens, seiner Biographie – und seines persönlichen Umfeldes: Immer, wenn er die Gemälde ausstellte, waren seine Wände zu Hause leer. So viel Leidenschaft für die Kunst berührt. Deswegen ist es für mich eine umso größere Ehre, Herrn Brabant mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen die höchste Auszeichnung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst zu verleihen.“

Siehe zur Ausstellung selbst: ZU SEINEM 80. STIFTET FRANK BRABANT SEINE HOCHKARÄTIGE KUNSTSAMMLUNG – ÜBERBLICKS-AUSSTELLUNG „VON BECKMANN BIS JAWLENSKY“ AB 13.APRIL IM MUSEUM WIESBADEN

Zu seinem 80. stiftet Frank Brabant seine hochkarätige Kunstsammlung – Überblicks-Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ ab 13.April im Museum Wiesbaden

Der Kunstmäzen Frank Brabant, bei seinem 80.Geburtstag am 11.April 2018, vor Rudolf Schlichters (1890 - 1955) Werk "Der Würger" von 1938.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der Kunstmäzen Frank Brabant, bei seinem 80.Geburtstag am 11.April 2018, vor Rudolf Schlichters (1890 – 1955) Werk „Der Würger“ von 1938.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Museum Wiesbaden präsentiert vom 13. April bis 30. September 2018 eine einzigartige Überblicks-Ausstellung der wichtigsten Werke „Von Beckmann bis Jawlensky – Die Sammlung Frank Brabant (13. April bis 30. September 2018).

Spätestens als Kunstsammler Frank Brabant zum 150. Geburtstag des Malers Alexej von Jawlensky (18 64–1 941) dem Landesmuseum Wiesbaden das Gemälde „Helene im spanischen Kostüm“ schenkte, statt einem Angebot aus Russland von gebotenen 8 Mio. Euro nachzugeben, kennt den Kunstmäzen in der Landeshauptstadt jeder. Jetzt, zu einem 80. Geburtstag, am 11.April 2018, hat der frühere Gastronom und Diskothekenbetreiber noch eins drauf gesetzt: Er verschenkt im Rahmen einer Stiftung seine gesamte, auf 20 bis 40 Millionen geschätzte Kunstsammlung je hälftig dem Staatlichen Museum Schwerin (Geburtsort von Brabant) und dem Landesmuseum Wiesbaden (seit 60 Jahren seine Wahlheimat).

v.l. Dr. Alexander Klar, Direktor des Wiesbadener Landesmuseum, Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, Kunstsammler und Sammlungs-Stifter Frank Brabant, Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, der maßgeblich mit Dirk Blübaum die Aufteilung der Sammlung realisierte. Frank Brabant erzählt den Journalisten wie alles mit seiner Sammelleidenschaft anfing, welche Schwierigkeiten er mit seiner ersten Disko mit der Obrigkeit hatte, und kleine Anekdoten aus seinem wechselvollen Leben © Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Dr. Alexander Klar, Direktor des Wiesbadener Landesmuseum, Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, Kunstsammler und Sammlungs-Stifter Frank Brabant, Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, der maßgeblich mit Dirk Blübaum die Aufteilung der Sammlung realisierte. Frank Brabant erzählt den Journalisten wie alles mit seiner Sammelleidenschaft anfing, welche Schwierigkeiten er mit seiner ersten Disko mit der Obrigkeit hatte, und kleine Anekdoten aus seinem wechselvollen Leben © Foto: Diether v. Goddenthow

Aufgeteilt wurde die über 600 Werke umfassende Kunstsammlung der Klassischen Moderne seit 2017 im besten und freundschaftlichen Einvernehmen, so dass jedes Haus diejenigen Werke aus der Sammlung Frank Brabants zugesprochen bekam, die sich am besten mit der eigenen über Jahrhunderte gewachsenen Sammlungsgeschichte zusammenbringen ließen, so Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung. Frank Brabants Bilder sollten nicht wie zufällig hinzugekommen erscheinen, sondern sie sollen, immer mit dem Namen des Schenkens kenntlich gemacht, als integrativer Bestandteil der Wiesbadener und der Schweriner Sammlung erscheinen. „Die Aufteilung der Bilder sei ja nicht wie in Stein gemeißelt, sondern das zudem Reizvolle dabei sei, dass die Museen Wiesbaden und Schwerin Werke für Ausstellungen rund um das Themengebiet des Sammlers einander zur Verfügungen stellen und damit die Zusammenarbeit der beiden Häuser stärken könnten, erläuterten Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin und Dr. Alexander Klar, Direktor des Hessischen Landesmuseums Wiesbaden. So erkläre sich auch der Titel des Begleitkatalogs „Von Beckmann bis Jawlensky – Die Sammlung Frank Brabant in Wiesbaden und Schwerin“ zur jetzt in Wiesbaden gezeigten Überblicksausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ vom 13. April bis 30.September 2018.

Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, führt die Presse durch die Ausstellung, hier im Raum 1, Räum der Mäzene.© Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Roman Zieglgänsberger, Kustos Klassische Moderne am Landesmuseum Wiesbaden und Kurator der Ausstellung, führt die Presse durch die Ausstellung, hier im Raum 1, Räum der Mäzene.© Foto: Diether v. Goddenthow

Mit über 600 Werken zählt die Sammlung Brabant zu den großen privaten Kunstsammlungen der Klassischen Moderne in Deutschland. Die Sammlung Brabant zeichnet sich nicht nur durch ihre hohe Qualität aus: Ihre besondere Bedeutung liegt in der Vielfalt, die das Kunst- und Kulturgeschehen sowie die politischen und sozialen Verwerfungen, Ängste, Hoffnungen und Utopien der Menschen zwischen den beiden großen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. 2017 verfügte Frank Brabant, dass seine Sammlung nach seinem Tod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden solle. Dazu überlässt er sie dem Museum Wiesbaden und dem Staatlichen Museum Schwerin in einer Stiftung.

Der Kunstmäzen Frank Brabant

Der "Kreuzgang", so der letzte Raum der Ausstellung gehört zu den absoluten Höhepunkten, hier mit  Frank Brabant, der einem Journalisten die Hängung seiner Werke erläutert.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der „Kreuzgang“, so der letzte Raum der Ausstellung gehört zu den absoluten Höhepunkten, hier mit Frank Brabant, der einem Journalisten die Hängung seiner Werke erläutert.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der 1938 in Schwerin geborene Kunstsammler Frank Brabant (*1938 in Schwerin), der heute in der Tradition bedeutender Wiesbadener Sammler wie Heinrich Kirchhoff und Hanna Bekker vom Rath steht, machte Wiesbaden vor knapp 60 Jahren zu seiner Wahlheimat. 1969 eröffnet er die erfolgreiche Diskothek „Pussycat“, in der er zu „ZDF Zeiten“ der Stadt Wiesbaden bis in die späten 1980er Jahre prominente Gäste wie Udo Jürgens oder Donna Summer begrüßte. Die Schwerpunkte seiner Sammeltätigkeit liegen vornehmlich auf expressionistischer und neusachlicher Kunst der Avantgarde am Beginn des 20. Jahrhunderts und der Weimarer Zeit der Zwischenkriegsjahre.
Das erste Kunstwerk – einen Holzschnitt von Max Pechstein – erwarb Brabant 1964 im „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“. Die Sammlerin, Mäzenin und Kunsthändlerin Hanna Bekker (1893–1983) prägte mit ihrem Galerieprogramm, dessen Basis die Malerei der Künstlervereinigungen „Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ war, auch den Geschmack Frank Brabants. Immer wieder kaufte er bei ihr hochrangige Werke, teils in Ratenzahlung. Hanna Bekker wiederum wurde geprägt von dem ebenfalls mäzenatisch ausgerichteten Wiesbadener Sammler Heinrich Kirchhoff (1874–1934), den sie zweimal (1918 und 1927) in seiner Villa besuchte und dessen Begeisterung sie angesteckt haben muss.
Brabant erwarb stets zielgerichtet Werke der frühen Avantgarde, zumeist Maler der Künstlervereinigungen „Brücke“, „Der Blaue Reiter“ oder „Junges Rheinland“ sowie der Berliner Gruppen „Neue Sezession“, „Freie Sezession“, „November-Gruppe“ oder „Sturm“.

Die Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky

Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow

Heute versammeln sich in der reichhaltigen Kollektion neben großen Namen wie Otto Dix, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky vor allem auch viele Künstlerinnen, darunter Käthe Kollwitz, Jeanne Mammen oder Hanna Höch, deren Arbeiten erst vor kurzem im kunstgeschichtlichen Diskurs wiederentdeckt wurden.

Die jetzt gezeigte Überblicks-Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ stellt anhand von 138 Werken neben namhaften künstlerischen Positionen des Expressionismus, des Magischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit insbesondere das breite Spektrum der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Einen Filmraum, indem ein ausführliches Interview mit Frank Brabant zu sehen ist und spannende Einblicke in die Wohnung des Sammlers gegeben werden, sowie neun thematisch gegliederte Räume umfassend, gibt die Ausstellung Einblicke in Brabants Sammlertätigkeit und die Kunstströmungen vom Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit, aber auch Blumendarstellungen ist ein Raum gewidmet – darunter Max Beckmanns „Stillleben mit grüner Kerze“. Eigens für die Ausstellung hat der Sammler Mobiliar aus seiner Wohnung zur Verfügung gestellt.

Ausstellungskatalog
katalog-cover.wVon Beckmann bis Jawlenksy. Die Sammlung Frank Brabant in Schwerin und Wiesbaden Hg. Dirk Blübaum, Gerhard Graulich, Alexander Klar und Roman Zieglgänsberger Mit Beiträgen von Gerhard Graulich, Roman Zieglgänsberger, Katharina Uhl, Deborah Bürgel, Sibylle Discher, Moritz Jäger, Vera Klewitz, Kornelia Röder und Rebecca Krämer. 304 Seiten, Michael Imhof Verlag 2017 ISBN: 978-3-7319-0557-8, 29,90,- Euro (Museumskasse).
Besonders hilfreich sind die Künstlerbiografien und das komplette Sammlungsverzeichnis der Sammlung Frank Brabants.

Bei der Orientierung, in wie die Werke der Sammlung  auf die Museen aufgeteilt wurden, hilft die unterschiedliche Farbigkeit der Bildlegenden. Rote Bildunterschriften stehen für Werke im Staatlichen Museum Schwerin, blaue Bildunterschriften für die ans Wiesbadener Landesmuseum gegangenen Werke.

Führungen und Veranstaltungen

Führungen
Sa 14 Apr 15:00 Uhr
So 15 Apr 15:00 Uhr
Sa 5 Mai 15:00 Uhr
Sa 12 Mai 15:00 Uhr
So 20 Mai 15:00 Uhr
Mo 21 Mai 15:00 Uhr
Sa 26 Mai 15:00 Uhr
Sa 23 Jun 15:00 Uhr
Di 26 Jun 18:00 Uhr
Sa 30 Jun 15:00 Uhr
Di 10 Jul 18:00 Uhr
So 15 Jul 15:00 Uhr
Di 17 Jul 18:00 Uhr
Sa 21 Jul 15:00 Uhr
So 22 Jul 15:00 Uhr
So 29 Jul 15:00 Uhr
Sa 4 Aug 15:00 Uhr
Sa 11 Aug 15:00 Uhr
So 19 Aug 15:00 Uhr
Di 21 Aug 18:00 Uhr
So 26 Aug 15:00 Uhr

KunstPause
Mi 18 Apr 12:15 Uhr Max Beckmann
Mi 30 Mai 12:15 Uhr Karl Hofer
Mi 27 Jun 12:15 Uhr Max Pechstein
Mi 8 Aug 12:15 Uhr Conrad Felixmüller

Kunst & Religion
Di 8 Mai 18:30 Uhr
„Blau, blau, blau sind alle meine…“ Karl Hofer, Mädchen mit blauer Vase, 1923

Kunst & Kuchen
Do 10 Mai 15:00 Uhr
Kunst interaktiv
Do 19 Jul 10:30 Uhr Tendenzen der Neuen Sachlichkeit
Art after Work
Di 17 Apr 19:00 Uhr Die Zukunft der Sammlung Brabant in Schwerin und Wiesbaden

Angebote für Kinder und Familien
Sa 14 April 11:00 – 13:30 Uhr

Museumswerkstatt für Kinder: „Kräftige Farben, vereinfachte Formen, ausdrucksstark“ Porträts in der Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ entdecken und eigene malen

Sa 7 Juli 11:00 – 14:00 Uhr Maltisch in der Wandelhalle
Sa 7 Juli 12:00 Uhr Familienführung „Von Beckmann bis Jawlensky“

Angebote für Schulen
Wege in die Abstraktion ( Sek I ab Kl. 9 + Sek II)
Anhand ausgewählter Werke und Künstler der Sammlung Brabant werden in den Workshops in einer dialogischen Führung die Vielfalt und Motive der Abstraktion des Expressionismus bis hin zur Gegenbewegung der Neuen Sachlichkeit der Weimarer Zeit erschlossen.

Workshop I: nach freier Wahl eines Kunstwerkes Stilmerkmale zeichnerisch herausarbeiten und im Atelier in Ölkreide auf Holz oder Pappe malerisch paraphrasieren.

Workshop II: Kreatives Schreiben zu Werken nach Wahl – mit Textvortrag Von Brücke bis Blaue Reiter und mehr! ( Sek I )
Die Vielfalt der Porträts (wahlweise Landschaft oder Stillleben) in der Sammlung Brabant und ihre Bedeutung als Ausdrucksträger für Empfindungen und Seelenzustände von Künstlern entdecken und verstehen lernen

Workshop I: Malen eines eigenen Portraits ( Landschaft/ Stillleben) in Ölkreide auf Packpapiertüte oder Holzplatte. Nach Anregung durch Skizzen vor Originalen in der Ausstellung
Workshop II: Kreatives Schreiben zu Werken nach Wahl (Sek I ab Kl. 8)

Das bist Du und das bin ich! (Kita und Grundschule)
Grüne Wangen, gelbe Nasen, gestreifte Münder– warum sind hier Menschen und Gesichter so anders geformt und farbig? In der Ausstellung „Von Beckmann bis Jawlensky“ können Kinder im Dialog mit einer Kunstvermittlerin mit Papier und Zeichenstift selbst erkunden, warum Künstler vor rund 100 Jahren so abstrakt und nicht naturgetreu gemalt haben.

Workshop: Malen eines ausdrucksstarken Gesichts in Jaxon-Ölkreide auf Papiertüte

Öffnungszeiten
Mo geschlossen
Di, Do 10:00—20:00 Uhr
Mi, Fr—So 10:00—17:00 Uhr
An Feiertagen 10:00—17:00 Uhr geöffnet.
Auch Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam geöffnet.

Eintritt
Sonderausstellung* 10,— Euro (7,— Euro) * Eintritt in die Sonderausstellungen beinhaltet den Besuch der Sammlungen.
Familienangebot: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in Begleitung ihrer Eltern freier Eintritt. Weitere Ermäßigungen und Tarife für Gruppen unter: www.museum-wiesbaden.de ⁄preise

Ort:
Museum Wiesbaden Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden Fon 0611 ⁄335 2250, Fax 0611 ⁄335 2192
www.museum-wiesbaden.de
museum@museum-wiesbaden.de

Von Beckmann bis Jawlensky – Die Sammlung Frank Brabant vom 13. 04. – 30.09.2018 im Museum Wiesbaden

Abb.: Sammlung Frank Brabant, Foto: Museum Wiesbaden /  Bernd Fickert
Abb.: Sammlung Frank Brabant, Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Die Sammlung Frank Brabant zählt zu den großen privaten Kunstsammlungen der Klassischen Moderne in Deutschland. Bedeutsam ist die Sammlung neben ihrer hohen Qualität vor allem, weil sie aufgrund ihrer Vielfalt das Kunst- und Kulturgeschehen sowie die politischen und sozialen Verwerfungen, Ängste, Hoffnungen und Utopien der Menschen zwischen den beiden großen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts spiegelt.

Das erste Kunstwerk – einen Holzschnitt des Brücke-Künstlers Max Pechstein – erwarb Frank Brabant 1964 im „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“. Später kamen Werke von Max Beckmann, Otto Dix, Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Emil Nolde und vielen anderen hinzu.

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Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
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Überblicksschau „Gerhard Richter – Frühe Bilder“ im Museum Wiesbaden ab 16. März 2018

Dr. Jörg Daur, Stellvertretender Direktor und Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, erläutert beim heutigen  Presserundgang  die Technik und mögliche Bewandtnis des 1974 erworbenen Richter-Bildes "Terese Andeszka". Es zeigt ein  Foto, übermalt, zum Teil bis ins Abstrakte übergehend.  Die Vorlage stammt eventuell aus einer Illustrierten. Mit der unvollständigen Bildlegende (wohl vom Originalillustriertenfoto übernommen); "Ein Wunder rettete! .. Terese Andeszka und ihr Mann Fran .." gibt es dem Betrachter Rätsel auf, etwa: ob es sich um Tereses Familie nach einer gelungenen Flucht aus dem Ostblock handelt. Damit erhält das Werk nochmals eine neue, eine politische Dimension, wenngleich es Richter vor allem auf die Malerei ankam. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Jörg Daur, Stellvertretender Direktor und Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, erläutert beim heutigen Presserundgang die Technik und mögliche Bewandtnis des 1974 erworbenen Richter-Bildes „Terese Andeszka“. Es zeigt ein Foto, übermalt, zum Teil bis ins Abstrakte übergehend. Die Vorlage stammt eventuell aus einer Illustrierten. Mit der unvollständigen Bildlegende (wohl vom Originalillustriertenfoto übernommen); „Ein Wunder rettete! .. Terese Andeszka und ihr Mann Fran ..“ gibt es dem Betrachter Rätsel auf, etwa: ob es sich um Tereses Familie nach einer gelungenen Flucht aus dem Ostblock handelt. Damit erhält das Werk nochmals eine neue, eine politische Dimension, wenngleich es Richter vor allem auf die Malerei ankam. © Foto: Diether v. Goddenthow

Nur wenigen dürfte bekannt sein, dass Gerhard Richter, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler, seine erste Ausstellung, nämlich 7 Werke in einem eigenen Raum der Gemeinschaftsausstellung „Düsseldorfer Malerei“ mit Thomas Bayrle, Konrad Lueg, Sigmar Polke 1966 im Museum Wiesbaden hatte. In den 1970er Jahren konnten zentrale Arbeiten wie „Terese Andrszka“ und „Königin Elisabeth“ für die Sammlungen erworben werden, die heute zu den Inkunabeln, aber auch den am häufigsten angefragten Bildern der Sammlung des Museums Wiesbaden zählen.
Eigentlich wollte man schon seit fünf Jahren Gerhard Richter eine Ausstellung widmen, da die Malerei von Gerhard Richter inzwischen eine zentrale Rolle in der Sammlung des Museums Wiesbaden spielt. Doch wollte man auch nicht die 107. Richter-Ausstellung weltweit sein, und zudem sind allein die Versicherungs- und Transportkosten angesichts der enormen Bildwerte immens.
Erst durch eine fruchtbare Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn und dem S.M.A.K. in Gent, hatten sich Dr. Alexander Klar, Direktor des Museums Wiesbaden, und Dr. Jörg Daur, Stellvertretender Direktor und Kustos moderne und zeitgenössische Kunst, entschlossen die schon seit Jahren in der Schublade schlummernden Pläne einer Richter-„Show“ doch umzusetzen, indem sie die Bonner Ausstellung „Gerhard Richter – Frühe Bilder“ als dritte Station nun – ergänzt um die Wiesbadener Werke und in anderer Hängung – vom 16. März bis 17. Juni 2018 im Museum Wiesbaden  präsentieren.

Dr. Jörg Daur, ein profunder Kenner Richters, ist nun mit seiner Bildauswahl und der Art seiner Hängung ein geniales Wechselspiel zwischen Richters Werk und den Räumlichkeiten des Wiesbadener Museums gelungen.

Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. © Foto: Diether v. Goddenthow

Für Gerhard Richter war das Foto stets das perfektes Bild: „es ändert sich nicht, es ist absolut, also unabhängig, unbedingt, ohne Stil. Es ist mir deshalb in der Weise, wie es berichtet und was es berichtet, Vorbild.“. Wenn man Gerhard Richter richtig versteht, hat er sich zeitlebens an der Fotografie abgearbeitet, auf ganz unterschiedliche Weise, wobei er die Trennung gegenständlicher und abstrakter Malerei aufhob, indem er beispielsweise in der bewussten Herbeiführung von Unschärfen und ins Flächige verfließende Fotovermalungen eine Bild-Öffnung herbeiführte, den Werken eine Art Unendlichkeit gab. Und umgekehrt macht er sich quasi auf den Weg, seine konstruierten, abstrakt begonnenen offenen Bildern zu schließen, ihnen Form oder Rahmen zu geben. So steht Gerhard Richters Malerei bis heute sinnbildlich für seine Auseinandersetzung von Gegenständlichkeit und Abstraktion, von Bildraum und Bildfläche. Im Besonderen gilt das für seine Tür-, Vorhang- und Fensterbilder der 1960er-Jahre, die im Zentrum der Ausstellung stehen. Schlieren und Wolken, Durchgänge und Türen sind zentrale Motive der Malerei Richters.

Für alle, die Gerhard Richter lieben, ablehnen, ihn schon immer mal näher kennen lernen wollten oder ganz gezielt sein Frühwerk studieren möchten, bietet sich ein Besuch dieser Überblicksschau „Gerhard Richter – Frühe Bilder“ vom 16. März bis 17. Juni 2018 im Museum Wiesbaden geradezu an.

Um Gerhard Richter und sein (Früh-)Werk kennen und besser verstehen zu lernen, empfiehlt sich eine Führung zu buchen.

Empfehlenswert ist auch der Begleitkatalog zur Ausstellung, der in Richters Werk zuverlässig einführt.

 

Gerhard Richter
Gerhard Richter, geboren 1932 in Dresden wuchs in der Oberlausitz auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er zuerst eine Lehre als Schriftenmaler. 1951 erfolgte die Zulassung an der Hochschule für bildende Künste, Dresden. Nach dem Diplom bei Heinz Lohmar wurde ihm ein eigenes Atelier an der Hochschule zuerkannt. 1959 besuchte Richter die documenta II in Kassel. 1961 flieht er im März zusammen mit seiner Frau Ema (Marianne Eufinger), die er 1957 geheiratet hatte, über Berlin in den Westen. Ab dem Herbst 1961 studiert er an der Kunstakademie in Düsseldorf, nach dem ersten Semester wechselt er zusammen mit Konrad Lueg (Fischer) in die Klasse von Karl Otto Götz. 1966 stellt er – auf Anregung von Götz, der seit Mitte der 1950er-Jahre dem damaligen Museumsdirektor Clemens Weiler freundschaftlich verbunden ist – zusammen mit Lueg, Sigmar Polke, Thomas Bayrle u. a. erstmalig im Museum Wiesbaden aus. Aus der damaligen Präsentation zeigt das Museum heute „Vorhang IV“, ein Schlüsselbild der aktuellen Ausstellung.

Laufzeit der Ausstellung: 16 Mär—17 Jun 2018
www.museum-wiesbaden.de/ausstellungen/gerhard-richter
Weitere Informationen: https://www.gerhard-richter.com/de

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum
für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄335 2250, Fax 0611 ⁄335 2192
www.museum-wiesbaden.de
museum@museum-wiesbaden.de

Führungen und Veranstaltungen zur Ausstellung

Gerhard Richter – Frühe Bilder
Führungen
Sa 17 Mär 15:00 Uhr
So 18 Mär 15:00 Uhr
Sa 24 Mär 15:00 Uhr
Di 27 Mär 18:00 Uhr
Fr 30 Mär 15:00 Uhr
So 1 Apr 15:00 Uhr
Mo 2 Apr 15:00 Uhr
Sa 7 Apr 15:00 Uhr
Di 17 Apr 18:00 Uhr
Sa 21 Apr 15:00 Uhr
Sa 28 Apr 15:00 Uhr
Di 8 Mai 18:00 Uhr
Do 10 Mai 15:00 Uhr
So 13 Mai 15:00 Uhr
Di 15 Mai 18:00 Uhr
Sa 19 Mai 15:00 Uhr
Di 22 Mai 18:00 Uhr
So 27 Mai 15:00 Uhr
Do 31 Mai 15:00 Uhr
So 3 Jun 15:00 Uhr
Di 5 Jun 18:00 Uhr
Sa 9 Jun 15:00 Uhr
So 10 Jun 15:00 Uhr
Di 12 Jun 18:00 Uhr
Sa 16 Jun 15:00 Uhr
So 17 Jun 15:00 Uhr

KunstPause
Mi 4 Apr 12:15 Uhr
Mi 2 Mai 12:15 Uhr
Kunst & Religion
Di 10 Apr 18:30 Uhr
„Zu Hornbach oder zu Obi?“, Gerhard Richter, 256 Farben / 256 Colours, 1974
Kunst & Kuchen
Do 12 Apr 15:00 Uhr
Art after Work
Di 20 Mär 19:00 Uhr
Di 15 Mai 19:00 Uhr

Angebote für Kinder und Familien
Sa 24 Mär 11:00 – 13:30 Uhr
Museumswerkstatt für Kinder: „Auf der Suche“ Malen und Zeichnen inspiriert durch die
Ausstellung „Gerhard Richter – Frühe Bilder“
Sa 7 Apr 12:00 Uhr
Familienführung „Gerhard Richter – Frühe Bilder“
Sa 26 Mai 11:00 – 13:30 Uhr
Museumswerkstatt für Kinder: „Was ist Malerei, was kann es heute sein?“ Diesen und
ähnlichen Fragen Gerhard Richters in der Ausstellung „Die frühen Bilder“ selbst malend
nachspüren

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum
für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
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Öffnungszeiten
Mo geschlossen
Di, Do 10:00—20:00 Uhr
Mi, Fr—So 10:00—17:00 Uhr
An Feiertagen 10:00—17:00 Uhr geöffnet.
Auch Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet.

Eintritt
Sonderausstellung* 10,— Euro (7,— Euro)
* Eintritt in die Sonderausstellungen beinhaltet den Besuch der Sammlungen.
Familienangebot: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in Begleitung ihrer Eltern freier
Eintritt. Weitere Ermäßigungen und Tarife für Gruppen unter:
www.museum-wiesbaden.de ⁄preise

Verkehrsanbindung
PKW und Reisebusse: A 66, Abfahrt Wiesbaden-Erbenheim, Richtung Stadtmitte, Parkhaus Rheinstraße
Bahn: Zum Hbf Wiesbaden mit DB und S1, S8 und S9 aus Richtung Frankfurt und Mainz.
Vom Hbf 10 min Fußweg zum Museum
Linienbusse: Rheinstraße und Wilhelmstraße
Service
Auch während der Sanierungsmaßnamen an der Fassade sind Museum und Café weiterhin
geöffnet. Derzeit wie gewohnt über den Haupteingang in der Friedrich-Ebert-Allee.

20. Wiesbadener Literaturtage erfolgreich im Museum Wiesbaden eröffnet

Gelungener Auftakt zu den 20. Wiesbadener Literaturtagen. Foto: Diether v. Goddenthow
Gelungener Auftakt zu den 20. Wiesbadener Literaturtagen. Foto: Diether v. Goddenthow

Mit Bildbetrachtungen ganz besonderer Art eröffnete gestern Abend unter dem Motto „Wiesbadener Heimsuchung“ im Museum Wiesbaden der  preisgekrönte Schriftsteller Frank Witzel gemeinsam mit Museumsdirektor Dr. Alexander Klar, Kulturamtsleiterin Ingrid Roberts und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die 20. Wiesbadener Literaturtage. Volker Zimmermann begleitete die Veranstaltung auf seiner Gitarre.

Kulturamtsleiterin Ingrid Roberts.  Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturamtsleiterin Ingrid Roberts. Foto: Diether v. Goddenthow

„Dass wir hier im Museum Wiesbaden sind“, sei kein Zufall, begrüßte Kulturamtsleiterin Ingrid Roberts das Publikum, welches sich vielleicht fragte, was Bilder mit Literatur zu tun haben. Denn, so die Kulturamtsleiterin weiter: Frank Witzel, der Kurator und Gastgeber der diesjährigen Wiesbadener Literaturtage, sei Wiesbadener und habe – vor allem in jungen Jahren – viele Stunden seines Lebens in den Ausstellungsräumen dieses Hauses verbracht, wo er zum ersten Mal mit Bildender Kunst in Kontakt kam. Er habe sich für die Literaturtage ein Programm erdacht, das vielfältige Verbindungen zu seiner Heimatstadt wie auch zu dem Museum Wiesbaden knüpfe.

Als Frank Witzel mit der Idee, Bilder, die ihn in der Jugend sehr bewegten, auf den Literaturtagen vorzustellen, zu Dr. Alexander Klar kam,„leuchteten bei uns alle grünen Lichter auf“, so der Museumsdirektor. Der ausschlaggebende Moment war dabei, dass wir einen Audio-Guide machen wollten“, es passte alles zusammen. Im Schriftsteller Witzel hatte das Museum einen ausgezeichneten Autor mit Kunstverstand gefunden, und Witzel konnte sein Projekt als Kurator und Gastgeber der Literaturtage voranbringen, nämlich die für ihn wichtigsten Bildwerke seiner Jugend aus subjektiver Sicht der Öffentlichkeit  vorstellen.

Alexander Klar dankte Frank Witzel herzlich dafür, seinen subjektiven Blick auf das Museum durch einen Audio-Guide erschrieben zu haben. Heraus  kam dabei ein umwerfend origineller, hintergründiger wie pointierter 90minütiger virtueller Rundgang durch eine gekonnt ausgewählte Bilderwelt des Wiesbadener Museums. Vor begeisterten Zuhörern las Frank Witzel 18 seiner Bildinterpretationen, die in ihrer anregenden, informativen und bisweilen humorvollen Art selbst Kunstkenner staunen oder auch schmunzeln ließen.

Schriftsteller Frank Witzel, Kurator und Gastgeber der 20. Wiesbadener Literaturtage begeisterte mit seinen Bildbetrachtungen im Rahmen eines virtuellen Rundgangs durch das Museum Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow
Schriftsteller Frank Witzel, Kurator und Gastgeber der 20. Wiesbadener Literaturtage begeisterte mit seinen Bildbetrachtungen im Rahmen eines virtuellen Rundgangs durch das Museum Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow

Frank Witzels virtueller Lese-Rundgang durch das Museum Wiesbaden begann mit Wilhelm Trübners Werk „Ökonomiegebäude in Amorbach“ von 1899. Das idyllische Örtchen im Odenwald wurde nicht nur durch seine Abteikirche berühmt, sondern auch legendär durch Wilhelm Adornos Liebe zu diesem Fleckchen Erde. Frank Witzel ließ uns bei dieser Bildbetrachtung nicht nur an seinen subjektiven Eindrücken teilhaben, sondern verschaffte uns auch einen Blick durch Adornos Brille. Adorno, so erfahren wir von ihm, habe den Ort Amorbach verklärt, den Ort, den der Philosoph und Mitbegründer der Frankfurter Schule als kleiner Junge mit seinem Vater, einem Frankfurter Weinhändler, regelmäßig besuchte. Auch später nach der Rückkehr aus dem Exil in den USA habe Adorno seine Ferien im geliebten Hotel Post verbracht. Anderthalb Jahre vor seinem Tod habe Adorno Amorbach zum „einzigen Ort auf diesem fragwürdigen Planeten“ erklärt,“ in dem ich mich im Grunde zuhause fühle!“

Einen starken Bezug, wenn vielleicht nicht ganz so intensiv wie Adorno zu Amorbach, empfand Frank Witzel immer auch zu Eltville, wie er uns beim Blick auf das zweite an diesem Abend an die Wand des Vortragsraums projizierte Bild „Ansicht von Eltville“ (Christian Georg Schütz, 1774) verrät. „Warum“, fragt Witzel, erscheine dieses Städtchen Eltville an sich beinahe unwillkürlich idyllisch und sei von Sentimentalität aufgeladen? Sei Idylle vielleicht das, was man aus der Distanz betrachte von der anderen Rheinseite, hier ausgelöst im gelblichen Abenddunst, der von den Weinbergen langsam nach unten in Richtung Fluss sinke? (…)

Christian Georg Schütz „Ansicht von Eltville“ , 1774. Foto von der Wandprojektion: Diether v. Goddenthow
Christian Georg Schütz „Ansicht von Eltville“ , 1774. Foto von der Wandprojektion: Diether v. Goddenthow

Um sie als Idylle zu erhalten, suche er unwillkürlich auf dem Bild nach Hinweisen, die diese Harmonie als Schein entlarve: “Zieht die dunkle Wolke in der Mitte des oberen Bildes bereits wieder ab, oder senkt sie sich auf das Städtchen? Liegt der Ort nicht allzu ungeschützt am Wasser? Liegt es daran, dass es für mich als Kind diesen Schatten Eltvilles tatsächlich gab?“, legt Witzel nach.

Ja, Witzels Rhein-Idyll war wohl stets bedroht. Die Schatten von Eltville lagen seiner Meinung nach „hinter dem malerischen Anblick des Rheinufers, hinter sieben Hügeln versteckt, und hieß „Eichberg“. „Dort“, so Witzel augenzwinkernd weiter, “war der unregierbare Wahnsinn untergebracht, und dort drohte auch ich selbst hinzukommen, wenn ich nicht aufpasste, vor allem mich nicht anpasste, oder es mir nicht vorher gelingen sollte, Lehrer oder Eltern durch meinen Eigensinn dorthin zu bringen. Denn die Drohung: ‚Du landest noch auf dem Eichberg‘, klingt mir noch heute in den Ohren“. Ortsunkundigen gibt der Autor den Hinweis, dass auf dem Eichberg die Psychiatrie ist. Bereits 40 Jahre nachdem Schütz seine Ansicht von Eltville im Jahre 1774 gemalt habe, sei das Irrenhaus Eberbach ins Leben gerufen worden, was Witzel ein wenig schmunzelnd zur dialektischen Frage drängt, „ob die Idylle den Wahnsinn bedinge oder diese sich allein auf dessen Ausgrenzung gründe“.

Die nächste Bildstation im virtuellen Museumsrundgang hieß „Schindelfabrik“, 1910 von Marianne von Werefkin gemalt. Diese ließ sich gemeinsam mit Alexej Jawlensky, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky im bayerischen Oberau vom – gleichfalls idyllischen – Dorf und der Landschaft inspirieren.

Das nächste Werk, Ernst Ludwig Kirchners Bild „Seehorn“, setzt Witzel in Beziehung zu den Schrecken des Ersten Weltkriegs. Auf dem anscheinend harmlosen Wanderweg erblickt er die von naiver Ruhe ins eigene Verderben wandernden Menschlein. Und so weiter, ging es virtuell von „Station zur Station“, bis zum letzten Bild „Die  Wiesbadener Heimsuchung“ aus dem 16. Jahrhundert, welches der erfolgreichen  Auftakt-Veranstaltung zu den  20. Wiesbadener Literaturtagen den Namen gab.
Mit einem Gläschen Sekt und kleinen Leckereien wurde der Abend bei anregenden Gesprächen im Museums-Café fortgesetzt. Es waren durchweg nur positive Kommentare und viel Zustimmung zu hören, wie etwa: „Bei jedem Bild hatte man das Gefühl, munterer zu werden.“ oder „Bei solch interessantem Kunstunterricht, hätte ich früher weniger geschwänzt“  Eine ältere Dame stellte ganz erfreut fest: „Stellen Sie sich vor: heute ist mein Mann, der bei Konzerten immer gleich wegnickt, kein einziges Mal eingeschlafen!“

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Das weitere Programm der 20. Wiesbadener Literaturtage:

Aber auch die weiteren Veranstaltungen der diesjährigen Wiesbadener Literaturtage versprechen, äußerst spannend zu werden, zumal sie nicht auf Literatur beschränkt, sondern spartenübergreifende Veranstaltungen der Kunst wie Kurzfilm, Musik an den zentralen Orte Wiesbadener Kultur anbieten: im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine, im Kleinen Haus des Staatstheaters, im Thalhaus im Nerotal und in der Filmbühne Caligari.

Montag, 6. November, um 19.30 Uhr – kann man Frank Witzel zusammen mit dem Posaunisten Uwe Dierksen vom Ensemble Modern im Literaturhaus unter dem Motto „Grund unter Grund“ erleben. Witzel liest im ersten Teil des Abends aus seinem neuen Roman „Direkt danach und kurz davor“. Das Gespräch mit ihm führt Shirin Sojitrawalla, DLF und taz. Im zweiten Teil verbindet sich Witzels Lyrik mit den Klängen von Uwe Dierksen. Ein Chor unterschiedlicher Stimmen fragt in Frank Witzels neuem Roman „Direkt danach und kurz davor“ nach dem, was wirklich geschah. So steigt der Leser in die Bodenlosigkeit von Geschichte und sieht hinab in das Grauen des Menschenmöglichen. Mit dem Roman war Frank Witzel für die Longlist des Wilhelm Raabe-Literaturpreises nominiert. Im zweiten Teil des Abends trifft Witzel auf den Posaunisten Uwe Dierksen vom Ensemble Modern. Für die Frankfurter Lyriktage haben die beiden ein Projekt erarbeitet, das die Gründe und Untergründe aufzeigt, die sich durch das Aufeinandertreffen, Ineinandergreifen, Ergänzen und Kontrastieren von Musik und Lyrik ergeben.

Ein ganz besonderes Gastspiel findet am Dienstag, 7. November, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus des Hessischen Staatstheaters statt: Zum ersten Mal bringen die Schauspielerinnen Jule Böwe, Julia Riedler und Julischka Eichel das ihnen von Frank Witzel gewidmete Stück „Jule, Julia, Julischka“ zu Gehör. Darin geraten drei Schauspielerinnen auf einer Probebühne derart aneinander, dass bald nicht mehr zu sagen ist, wo ihre Rollen anfangen und ihre Figuren enden. Jule Böwe ist Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne. Außerdem kann man sie in vielen Hörspielen und Filmen erleben. Julischka Eichel gehört zum Ensemble im Schauspiel Stuttgart. Neben ihrer Theaterarbeit spielt sie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen. Julia Riedler ist Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Außerdem wirkt sie in Film- und Fernsehproduktionen sowie als Sprecherin in Hörspielen mit. Eingerichtet wurde das Stück von Thomas Martin. Er war von 2010 bis 2017 Chefdramaturg und Hausautor der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Am Mittwoch, 8. November, um 20 Uhr ist das Trio „Thumbscrew“ um die bekannte amerikanische Gitarristin Mary Halvorson, den Bassisten Michael Formanek und Schlagzeuger Tomas Fujiwara im thalhaus in Wiesbaden zu Gast. Thumbscrew hat zwar keinen Chef oder Leader, doch mit der gefeierten amerikanischen Gitarristin Mary Halvorson einen Star, der in vielen Genres zu Hause ist: Jazz, Neue Musik, Folk, Rock. Die Musik der drei umfasst zahllose Texturen und Strategien, die zu einem offenen, transparenten, intensiven und kurvenreichen Sound führen.

Am Donnerstag, 9. November, kann man mit Frank Witzel und Museumsdirektor Alexander Klar in einem Literaturtage Extra ab 16 Uhr bei einem Rundgang im Museum Wiesbaden der Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Projektes „Wiesbadener Heimsuchung“ folgen. Frank Witzel hat für den Mediaguide seine Geschichten zu zwei Dutzend Gemälden der umfangreichen Sammlung des Museums in einem literarischen Text festgehalten. Der Guide ist ab 7. November und über die Literaturtage hinaus im Museum erhältlich. Die Teilnehmerzahl für die Führung ist begrenzt.

Am Abend des 9. November findet im Literaturhaus Villa Clementine um 19.30 Uhr eine Lecture-Performance des Philosophen Marcus Steinweg statt. In einem freien Vortrag zeigt er den performativen Akt des Philosophierens. An dem Abend geht es vor allem um die Arbeit der bekannten französischen Schriftstellerin Marguerite Duras. Diese zeige, dass zum Schreiben immer eine gewisse Selbstentmächtigung gehöre, eine Art präziser Wahnsinn.

Am Freitag, 10. November, um 19.30 Uhr wendet sich Frank Witzel im Gespräch mit dem Historiker Philipp Felsch in der Caligari Filmbühne einem Thema zu, das jedem Wiesbadener, der in den 1960ern hier aufgewachsen ist, noch geläufig sein dürfte: die Entführung Timo Rinnelts. Der Abend findet in Kooperation mit der Caligari FilmBühne statt. Mit dem „Fall Timo Rinnelt“ begann beim Deutschen Fernsehfunk der DDR eine neue Sendereihe: „Kriminalfälle ohne Beispiel“. In den einzelnen Folgen sollten Fälle thematisiert werden, die in Ländern wie der BRD für großes Aufsehen sorgten und Ansatzpunkte lieferten, die kapitalistische Gesellschaft kritisch zu betrachten. An diesem Abend werden die Erstsendung aus dem Jahr 1967 und Ausschnitte aus zwei Sendungen von 1969 gezeigt.

Für Mittwoch, 8. November, 20 Uhr, im thalhaus, Nerotal 18, kostet der Eintritt 15 Euro, ermäßigt 11 Euro plus Gebühr, an der Abendkasse 19 Euro, ermäßigt 15 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei: Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon: (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808; Frankfurt Ticket, Frankfurt Hauptwache (B-Ebene), Telefon (069) 1340400; online unter www.wiesbaden.de/literaturtage.

Für Donnerstag, 9. November, 16 Uhr, Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, kostet der Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro plus 3 Euro für die Führung. Karten sind an der Kasse des Museums erhältlich.

Für Donnerstag, 9. November, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, kostet der Eintritt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr. An der Abendkasse ksotet der Eintritt 13 Euro, ermäßigt 9 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei: Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon: (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808; Frankfurt Ticket, Frankfurt Hauptwache (B-Ebene), Telefon (069) 1340400; online unter www.wiesbaden.de/literaturtage.

Für Freitag, 10. November, 19.30 Uhr, Caligari Filmbühne, Marktplatz 9, kostet der Eintritt 8 Euro. Der Kartenvorverkauf findet an der Kinokasse im Caligari täglich 17 bis 20.30 Uhr statt, reservierung-caligari@wiesbaden.de und in der Tourist-Information Wiesbaden (plus VVK-Gebühr), Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930.

Abschlussveranstaltung:
Gerhard Roth zu Gast am 11. November, um 19.30 Uhr zum Abschluss der Wiesbadener Literaturtage im Literaturhaus Villa Clementine :

Zum Abschluss der Literaturtage in Wiesbaden ist der große österreichische Schriftsteller Gerhard Roth am Samstag, 11. November, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast. Der Abend umkreist Gerhard Roths Kosmos in Gesprächen, Selbstauskünften und Lesungen. Frank Witzel spricht mit dem Autor und seinem Lektor Jürgen Hosemann vom S. Fischer Verlag. Christian Brückner, Kurator der Wiesbadener Literaturtage 2015, liest aus Roths Büchern. Eine gute Gelegenheit, Gerhard Roth und sein umfangreiches Werk neu zu entdecken.

Gerhard Roth wurde 1942 in Graz geboren und lebt in Wien und der Südsteiermark. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus „Die Archive des Schweigens“. Anschließend erschienen die Romane des „Orkus“-Zyklus, die literarischen Essays über Wien „Die Stadt“ sowie der Erinnerungsband „Das Alphabet der Zeit“. Zuletzt veröffentlichte Roth „Grundriss eines Rätsels“ und als ersten Band einer geplanten Venedig-Trilogie „Die Irrfahrt des Michael Aldrian“. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, 2016 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis sowie den Hoffmann-von-Fallersleben-Preis.

Der Eintritt kostet im Vorverkauf zwölf, ermäßigt neun Euro plus Gebühr. An der Abendkasse sind 16, ermäßigt 13 Euro zu zahlen. Kartenvorverkauf bei: Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808; Frankfurt Ticket, Frankfurt Hauptwache (B-Ebene), Telefon 069 1340400; Online unter www.wiesbaden.de/literaturtage.

Die „Wiesbadener Literaturtage“ werden jährlich veranstaltet vom Kulturamt Wiesbaden und dem Literaturhaus Villa Clementine mit Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Sie verstehen sich als spartenübergreifendes Festival und finden mit Begleitveranstaltungen auch in Darmstadt und Frankfurt statt. In diesem Jahr feiert die Veranstaltung  das Jubiläum ihres 20. jährigen Bestehens.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wiesbaden.de/literaturtage.