Kategorie-Archiv: Caricatura Frankfurt

Das Frankfurter Caricatura hat „Neue Aufgabe für den Elch: humorvoller Wegweiser durchs Museum“

Das Caricatura Museum Frankfurt ist zurück aus der Corona-Pause – mit einem weltweit einzigartigen cartoonistischen Corona-Artwork von Stephan Rürup und einer Verlängerung aller aktuellen Ausstellungen!
Das Caricatura Museum Frankfurt ist zurück aus der Corona-Pause – mit einem weltweit einzigartigen cartoonistischen Corona-Artwork von Stephan Rürup und einer Verlängerung aller aktuellen Ausstellungen!

Durch das Museum für Komische Kunst leitet ein cartoonistisches Corona-Artwork von Stephan Rürup
(ffm) Das Caricatura Museum Frankfurt ist zurück aus der Corona-Pause – mit einem künstlerisch durchdachten wie kunterbunten Hygienekonzept! Durch das gesamte schönste Museum der Welt leitet nämlich das Wappentier des Hauses: der Elch. Der Grund dafür: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche!“ (F.W. Bernstein). Elche leiten zur korrekten Hand-Desinfektion an: „Bitte nicht im Trump-Style spritzen, trinken oder darin duschen.“ Sie verweisen aber auch auf das viruseindämmende Verhalten im Museum mit den notwendigen Hinweisen für einen entspannten Museumsbesuch wie Masken-Pflicht und Einhalten des Mindestabstandes. Außerdem muss das Virus wie ein Hund im Einzelhandel leider draußen bleiben.

Stephan Rürups farbiges Einbahnstrassen-System  leitet die Besucher coronasicher durchs komische Museum.
Stephan Rürups farbiges Einbahnstrassen-System leitet die Besucher coronasicher durchs komische Museum.

Ein farbiges Einbahnstraßen-System leitet die Besuchenden durch die laufenden Ausstellungen: „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“, die Dauerausstellung der „Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“, die Sonderausstellung „Das kann ja heiter werden! Die Postkarten-Connection der Rendsburger Zeichnerei von 1990 bis heute“ und leitet sie wieder aus den Toren der humorigen Hallen heraus. Als einziges Museum weltweit gestaltete das Caricatura Museum das Leitsystem mit dem Zeichner Stephan Rürup (Titanic, Welt am Sonntag und andere) – er hatte coronabedingt Zeit.

Die Wechselausstellung „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ verkündet zudem ihre Verlängerung bis zum 20. September. Zu sehen ist das Beste vom Besten aus den komischen Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts: Höhe- und Tiefpunkte, Alltägliches, politische Umbrüche wie gesellschaftsrelevante Ereignisse und Trends. Die bislang größte Gemeinschaftsausstellung deutschsprachiger Cartoonisten zeigen Zeichnungen von 81 Künstlern, darunter junges Gemüse und alte Hasen.

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In den sozialen Netzwerken können derzeit sowohl Cartoons der letzten Dekade der Zeichner begutachtet, als auch über den Sommer die Reihe „3 Fragen an humorvolle Leute“ verfolgt werden. Hierbei antworten die Beteiligten der Ausstellung in Schrift, Bild oder Video und machen ersichtlich, welches ihr Highlight der vergangenen zehn Jahre war – und warum nicht die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA.

oHgUxDlwEs bleibt cartoonistisch: Ab dem 1. Oktober zeigt das Caricatura Museum die Wechselausstellung „Hauck & Bauer: Cartoons“. Die Ausstellung läuft bis zum 7. März 2021.

 

 

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main,
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
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Aktion „Night of Light“ Ein flammender Appell an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft

Altstadt450Die Kultur- und Veranstaltungsbranche sieht Rot! Durch die Corona-Krise ist besonders dieser Wirtschaftszweig auf der „Roten Liste“ gelandet. Um ein Zeichen zu setzen, beteiligt sich das Caricatura Museum Frankfurt am Montag, den 22.06.2020 von 22-01 Uhr an der deutschlandweiten Aktion „Night of Lights„.

Innerhalb kürzester Zeit haben die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise die gesamte Veranstaltungswirtschaft an den Abgrund gedrängt. Einem riesigen Wirtschaftszweig ist praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen worden, eine Pleitewelle enormen Ausmaßes droht: mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt als tragende Säule unserer Gesellschaft. Die Aktion „Night of Light“ vereint Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um in einer konzertierten Aktion ein imposantes Zeichen für eine vom Aussterben bedrohten Branche zu setzen und zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage entwickelt werden können.

In der Nacht vom 22.06.2020 auf den 23.06.2020 werden die Teilnehmer bundesweit in mehr als 250 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren: viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangieren. Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll. Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Mio. Besucher an und können bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden. Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestehen im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben werden.

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!“ Für den Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen, Tom Koperek, steht die gesamte Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen: „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“ Das treffe nicht nur die Veranstalter, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert. „Rien ne va plus – nichts geht mehr!“, lautet Kopereks düsteres Fazit über die Notlage einer heterogenen Branche, die über 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen in sich vereint und deshalb über keine einheitliche Lobby verfügt. Umso wichtiger sei es, für eine stärkere Wahrnehmung durch die Politik und Öffentlichkeit zu sorgen. Dies ist ebenfalls das Ziel der „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, welche bereits am 06.03.2020 durch die Initiatorin Sandra Beckmann ins Leben gerufen wurde. Für die Night of Light besteht daher eine Kooperation zur Durchführung dieser deutschlandweiten Aktion.

Einem ersten Aufruf zur Teilnahme an der Aktion sind binnen 7 Tagen über 1500 Unternehmen aus verschiedensten Bereichen der Veranstaltungswirtschaft gefolgt, stündlich werden es mehr. Vereint zu einer übergreifenden Interessen- und Arbeitsgemeinschaft, initiieren sie gemeinsam vom 22.06.2020 ab 22:00 Uhr bis zum 23.06.2020 um 01:00 Uhr die unübersehbare „Night of Light“ – ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell zur Rettung eines Wirtschaftszweigs, der echte Hilfe anstelle von Kreditprogrammen benötigt und einen Branchendialog mit der Politik fordert, um gemeinsam einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Weg aus der Krise zu finden.

Hintergründe – die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft

Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der COVID-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. Faktisch alle Unternehmen aus den Bereichen Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagentur, Catering, Bühnenbau, Eventlocation, Messegesellschaft Kongresscenter, Tagungshotel, Konzertveranstalter, Künstler und Einzelunternehmer haben durch die erfolgten Veranstaltungsverbote seit dem 10.03.2020 innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren. Sie gerieten als erste in die Krise (first in) und werden als letzte wieder aus der Krise herauskommen (last out).

Seit Mitte März macht die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe können weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es kann auch nichts „auf Lager“ produziert werden; die meisten Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft sind Dienstleister. Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, kann der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt ist einer der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft und zählt über 1 Million Beschäftigte. Es wird ein jährlicher Kernumsatz von mehr als 10,0 Mrd. Euro erwirtschaftet. Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, so beschäftigen mehr als dreihunderttausend Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Millionen Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro!

Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis 31.08.2020 und einen danach noch folgenden Vorlauf zur Planung von Veranstaltungen gibt es einen 80 – 100 % Umsatzausfall über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten. Daraus resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche. Es ist wichtig, auch die Öffentlichkeit auf die besonders hart getroffene Branche der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen nicht ausreichen. Da diese Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können, sondern zur Deckung von Betriebskosten aufgewendet werden müssen, führt dies nach dem Verbrauch der Kredite zu einer erneuten Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung der betroffenen Unternehmen und Einrichtungen.

Die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen ist zurzeit und bis auf Weiteres unter den geltenden Restriktionen und notwendigen Hygieneregelungen nicht mehr möglich. Es bestehen somit besondere, ökonomische Herausforderungen, um die sog. „First in – Last out“ Unternehmen sowie die in der Veranstaltungswirtschaft tätigen Einzelunternehmer, mithin die gesamte Branche, zu retten.

Die für diese Aktion gemeinsam verwendete Farbe Rot soll folgendes ausdrücken:

  • Die Veranstaltungswirtschaft befindet sich auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Branchen
  • Alarmstufe Rot – ein Milliardenmarkt und hunderttausende Arbeitsplätze sind in Gefahr!
  • Wir sind eine Gemeinschaft und haben das gemeinsame Ziel eines Branchendialogs mit der
    Politik
  • Wir richten einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit
  • Die Farbe Rot steht für die Leidenschaft für unseren Beruf / unsere Profession – „Wir
    brennen für das, was wir tun!

Website: https://night-of-light.de/
Facebook: https://www.facebook.com/nightoflight2020
https://www.facebook.com/events/173591857418143
https://www.facebook.com/initiative.veranstaltungswirtschaft
Instagram: https://www.instagram.com/night_of_light_2020/
Linkedin: https://www.linkedin.com/events/6672815586587885568/
Youtube: https://youtu.be/EFzEjGiasQA

Sonderausstellung „Beste Bilder“ – verlängert bis 20. September 

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Caricatura Museum Frankfurt Museum für Komische Kunst
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Das Caricatura Museum öffnet wieder mit der Fortsetzung der aktuellen Ausstellung „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ und umfassenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen

Caricatura_Museum_Frankfurt_PLAKAT_Beste_Beste_Bilder250Das Caricatura Museum öffnet wieder mit der Fortsetzung der aktuellen Ausstellung „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ und umfassenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen

Freunde der Komischen Kunst können sich freuen. Nach acht langen Wochen öffnet das Caricatura Museum am Dienstag, dem 12. Mai 2020 seine Türen mit erweiterter Laufzeit der Ausstellungen und erhöhten Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Die aktuelle Sonderschau „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ sowie die Dauerausstellung mit der Sammlung „F.W. Bernsteins Trainingslager an der Eider. Das kann ja heiter werden. Die Postkarten-Connection der Rendsburger Zeichnerei von 1990 bis heute“ und der besonderen Bestückung des Poth-Kabinetts werden noch weitere Monate zu sehen sein. In Abstimmung mit den örtlichen Behörden wurde ein umfangreiches Konzept erarbeitet und umgesetzt, um den Besuchern den Aufenthalt so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten. Die persönliche Sicherheit ist hierbei oberstes Gebot.

Die Besucher werden mittels vorgegebener Routen, gemäß der Einbahnstrassenregelung, durch das Museum geleitet. Das impliziert, anders als die Besucher des Caricatura Museums es gewohnt sind, einen getrennten Ein- und Ausgang. Schutzschreiben und Markierungen im Kassenbereich bieten die notwendige Sicherheit für Besucher und Mitarbeiter. Die Besucher sind angehalten, Mund- und Nasenschutz zu tragen sowie den nötigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu anderen Besuchern als auch zu Mitarbeitern einzuhalten. Um regelmäßiges Händewaschen sowie der Einhaltung der Nies- und Hustenetikette wird gebeten. Um den Ausstellungsbesuch auch während der Pandemie zu gewährleisten, finden keine öffentlichen und privaten Führungen statt. Die Medienlounge bleibt geschlossen.

Die Laufzeiten der aktuellen Ausstellungen konnten verlängert werden. Ein satirisches Best-of an Karikaturen, Cartoons und Witzzeichnungen der vergangenen Dekade kann noch einige Monate in der Sonderausstellung „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ bestaunt werden, bis sie im Herbst von dem Cartoonduo „Hauck & Bauer“ abgelöst wird. Zum zehnjährigen Jubiläum der beliebten Buchreihe „Beste Bilder“ fasst die Ausstellung die wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Ereignisse zusammen und kommentiert sie so kritisch wie komisch. Vertreten sind 81 Künstlerinnen und Künstler, darunter viele bekannte Namen aus renommierten Tageszeitungen, politischen Magazinen und Zeitschriften.

Noch bis November 2020 bringen Sie die Dauerausstellung sowie die KabinettsAusstellung „F.W. Bernsteins Grafisches Trainingslager an der Eider. Das kann ja heiter werden. Die Postkarten-Connection der Rendsburger Zeichnerei von 1990 bis heute“ zum Schmunzeln. Im Kabinett von F.W. Bernstein sind 260 gezeichnete Postkarten von 62 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, darunter viele von F.W. Bernstein selbst. Was als Übung zwischen den von Bernstein geleiteten jährlichen Trainingslagern gedacht war, entwickelte sich zum Selbstläufer. Zu sehen ist eine variantenreiche Korrespondenz aus vielfältigen Themen, Formaten und Techniken. Als weitere Besonderheit zeigt das Kabinett von Chlodwig Poth anlässlich seines 90. Geburtstags frühere seiner Zeichnungen. Ein Highlight ist eine seiner ersten Karikaturen, die Poth als 14-Jähriger im 2. Weltkrieg gezeichnet hat. Zudem sind Zeichnungen aus der Nachkriegszeit in Berlin sowie jüngere Werke zu sehen. Das erweitere Online-Angebot bleibt weiterhin für Besucher bestehen.

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
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In Gedenken an Chlodwig Poths 90. Geburtstag – Caricatura Museum zeigt frühe Werke

Chlodwig Poth © Caricatura Museum für Komische Kunst
Chlodwig Poth © Caricatura Museum für Komische Kunst

Am kommenden Samstag, dem 4. April 2020, wäre der Urvater der Frankfurter Humoristenszene Chlodwig Poth 90. Jahre alt geworden. Poth war ein wahrer Pionier: Er begründete die Satiremagazine Pardon und Titanic, war Mitglied der Neuen Frankfurter Schule und revolutionierte als Bildsatiriker den Blick der Gesellschaft auf Politik und Zeitgeschehen.

In seinem Gedenken zeigt das Caricatura Museum eine ganz besondere Hängung seines Kabinetts in der Dauerausstellung der Neuen Frankfurter Schule. Präsentiert werden – voraussichtlich ab 19. April 2020 – ältere Zeichnungen, darunter als Highlight eine erste Zeichnung, die er mit 14 während des 2. Weltkriegs angefertigt hat.

Chlodwig Poth © Caricatura Museum für Komische Kunst
Chlodwig Poth © Caricatura Museum für Komische Kunst

Als kleines Trostpflaster während der Schließzeit gibt das Caricatura Museum Frankfurt virtuelle Einblicke auf den Kanälen der Sozialen Medien: Cartoons der aktuellen Ausstellung „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ sowie der Dauerausstellung der „Neuen Frankfurter Schule“, Trailer und Videos über das Museum und Erinnerungen an vergangene Ausstellungen, das Museum wühlt außerdem im Bildarchiv der Veranstaltungsgeschichte des Museums und erzählt Wissenswertes über Künstlerinnen und Künstler des Genres.

Highlights finden sich auf Youtube: Kabarettist Bernd Gieseking liest Lyrik aus dem Bernsteinzimmer, Altmeister F.W. Bernstein trägt Gedichte von Robert Gernhardt vor, Aktionsvideos des Satiremagazins TITANIC laden zum Kopfschütteln und Lachen ein.

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

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„Das kann ja heiter werden“ F.W. Bernsteins Grafisches Trainingslager an der Eider ab 5. März 2020 im Caricatura Frankfurt

Caricatura_Museum_Frankfurt_PLAKAT_Postkarten250„Wenn du eine gezeichnete Postkarte erhältst, antworte mit einer gezeichneten Postkarte.“ Diese Anweisung erteilte Altmeister F.W. Bernstein seinen Schülern des „Grafischen Trainingslager an der Eider“ nach Beendigung des Kurses im September 1990. Er löste damit ein nicht enden wollendes Hin und Her bekritzelter, aquarellierter, gestempelter, gemonoprinteter Papierstückchen aus. Abertausende Postkarten wurden in den kommenden Jahren quer durch die Republik geschickt. Ab März zeigt das Caricatura Museum Frankfurt eine Auswahl im F.W. Bernstein-Kabinett der Dauerausstellung, die bekanntlich den Zeichnern der Neuen Frankfurter Schule gewidmet ist.

Die Anfänge des „Grafischen Trainingslagers an der Eider“ liegen mittlerweile mehr als 30 Jahre zurück. Der damalige Titanic-Zeichner und Universitätsprofessor F.W. Bernstein, alias Fritz Weigle, folgte der Einladung des früheren Nordkolleg-Leiters Stephan Opitz zur Sommerakademie nach Rendsburg und übernahm dort die Leitung des Zeichenkurses. Die „Rendsburger Zeichnerei“ ward geboren. Seitdem treffen sich jährlich ZeichnerInnen aus ganz Deutschland zu einem achttägigen Workshop, der bis 2004 unter der Leitung von F.W. Bernstein stand. Danach übernahmen nacheinander Bernd Stolz und Tom Breitenfeldt, aktuell wird das Seminar von Lotte Wagner geleitet. Zusätzlich gab und gibt es immer wieder Gastdozenten wie z.B. Wolf-Rüdiger Marunde, Til Mette und Kat Menschik.

Die „Hausaufgabe“ von F.W. Bernstein sich gegenseitig gezeichnete Karten zukommen zu lassen, diente dazu „quasi in Schwung zu bleiben“. Jeder, der eine Karte bekam, sollte innerhalb von drei Tagen „zurückzeichnen“. Die daraus entstandene Korrespondenz ging schon bald weit über den ursprünglichen Teilnehmerkreis hinaus und hat bis heute Bestand. In den letzten 30 Jahren wurden mehr als 15.000 Postkarten verschickt.

Die im August 2000 formulierte Zeichenverordnung umfasst 34 Punkte und trägt den Namen „Am Anfang war der Strich“. Die Verordnung regelt beispielsweise, dass in den Monaten ohne R weder Butter noch Parfum gezeichnet werden dürften und dass die Strichgeschwindigkeit der Alkoholmenge anzupassen sei.

Es entstand eine variantenreiche Korrespondenz aus vielfältigen Themen, Formaten und Techniken. Das verbindende Element jedoch ist die ganz eigene Bernsteinsche Sicht auf die Zeichnerei, die das Bild als „unsere Erfindung anlässlich des Anblicks“ definiert.

Die Ausstellung „Das kann ja heiter werden“ zeigt viele bekannte Künstler und Künstlerinnen darunter Oliver Schollenberger, Lotte Wagner und Ulrike Wenzel, Cartoonisten wie Martin Perscheid, Ari Plikat und POLO, IllustratorInnen wie Heike Drewelow und Christoph Gremmer.

Gezeigt werden insgesamt 260 Postkarten von 62 ZeichnerInnen. Für die Ausstellung wählten die Empfänger jeweils 4 bis 5 Karten aus, darunter viele Gezeichnete von F.W. Bernstein, und stellten sie dem Caricatura Museum Frankfurt zur Verfügung.

Ort:

© Foto: Diether v Goddenthow
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Veranstaltungen 2020
Nacht der Museen
Cartoonlesungen mit ZeichnerInnen der Ausstellung „Besten Besten Bildern – Die Cartoons des
Jahrzehnts“ und dem Spardosen Terzett
Samstag, 25. April 2020 von 19 bis 2 Uhr
Caricatura Museum Frankfurt

Ausstellungsvorschau
Hauck & Bauer
26. Juni — 8. November 2020
Das Caricatura Museum Frankfurt zeigt ab dem 26. Juni die komischen Werke des Zeichnerduos Hauck & Bauer. Elias Hauck und Dominik Bauer veröffentlichen seit 2003 wöchentlich den Comicstrip „Am Rande der Gesellschaft“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, sind mit ihren Cartoons aber auch in vielen anderen Publikationen vertreten, z.B. im Satiremagazin TITANIC. Anke Engelke, für deren Sendung „Anke hat Zeit“ (WDR) die beiden ebenfalls tätig sind, sagt über das Duo: „Die Comics von Elias und Dominik sind jedes Mal, ob als Einzelbild oder als szenische Geschichte, Entschleunigung und Vorantreibung zugleich. Ich habe durch ihre Comics Dinge begriffen, die ich nie rätselhaft fand.“

Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts vom 13. Februar bis zum 14. Juni 2020 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

Caricatura_Museum_Frankfurt_PLAKAT_Beste_Beste_Bilder250Der bebilderte Jahresrückblick Beste Bilder greift gnadenlos die politischen, gesellschaftlichen und sportlichen Ereignisse des vorangegangenen Jahres auf und diskutiert sie seit nunmehr zehn Jahren mit allen Mitteln des Satirischen. Das Caricatura Museum Frankfurt würdigt das Jubiläum mit der großen Sonderschau Beste Beste Bilder- Die Cartoons des Jahrzehnts und zeigt die herausragendsten Cartoons, Karikaturen und satirischen Zeichnungen des letzten Jahrzehnts.

Die Ausstellung vermittelt gesellschaftsrelevante und politische Ereignisse der vergangenen Dekade und gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Satire und Humor, aber auch der Zeichenstile im deutschsprachigen Raum. Vertreten sind 81 Künstlerinnen und Künstler, darunter viele bekannte aus renommierten Tageszeitungen, politischen Magazinen und Zeitschriften wie Bettina Bexte, Gerhard Glück, Katharina Greve, Gerhard Haderer, Rudi Hurzlmeier, Til Mette oder Stephan Rürup. Zudem präsentieren auch jüngere Vertreterinnen und Vertreter der Zunft der Cartoonisten ihre Werke.

Die rund 300 Exponate fangen Geschehnisse und Stimmungen ihrer Zeit erbarmungslos ein. Dabei lassen sie die Höhe- und Tiefpunkte des Jahrzehnts aufs Komischste Revue passieren.
Angefangen beim Google-Überwachungswahn, nervtötenden Vuvuzelas zur Fußball-WM in Südafrika, den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche und der erzwungenen Sparpolitik der Griechen. Weiter geht es mit Doktortitel-Plagiaten von PolitikerInnen, dem Tod von Loriot und dem auf ewig unfertigen Hauptstadtflughafen BER. Nochmals weiter über den fahrlässigen Untergang der Costa Concordia, die Problemfälle Uli Hoeneß und Ebola sowie den schwerwiegenden Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo. Bis hin zur nie enden wollenden Klimadebatte, IS-Terror, Flüchtlingswelle, Brexit und schließlich den Politclowns Salvini, Johnson und Trump.

Die Cartoons beschreiben die Dekade anschaulich und verständlich, mit allen Höhepunkten und Skandalen – und das ohne große Worte, aber mit viel Humor.

Unter dem Titel Beste Bilder zeigt der Lappan-Verlag regelmäßig die besten Cartoons eines Jahres. Diese werden turnusmäßig zum Jahreswechsel in der Caricatura Galerie Kassel ausgestellt. Just ist der 10. Band der -Reihe erschienen. Der Katalog zur Ausstellung 10 Jahre Beste Bilder ist jüngst bei Lappan in der Caricatura Edition publiziert worden.

Bislang kann schon auf eine ordentliche Sammlung des gezeichneten Witzes zurückgeblickt werden – angefangen mit 70 Karikaturistinnen und Karikaturisten für den ersten Band 2010,
kamen Jahr für Jahr neue Namen hinzu, so dass rückblickend an die 90 Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt über 3.000 komischen Zeichnungen die Seiten füllten. Die Besten Bilder sind nicht nur eine Chronik der Zeit, sie dienen zudem seit 2016 als Grundlage für den Deutschen Cartoonpreis.

Ausstellung
In der Ausstellung werden insgesamt 284 Exponate von 81 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen sein. Damit ist Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts die bisher größte Gruppenausstellung von Cartoonistinnen und Cartoonisten in Deutschland.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Werke deutschsprachiger Zeichnerinnen und Zeichner der letzten zehn Jahre. Es werden jeweils die prägnantesten Ereignisse herausgegriffen und bebildert. Jedes Jahr erhält eine farbliche Kennzeichnung mittels eigener PassepartoutCouleur, sodass beim chronologischen Gang durch das Jahrzehnt jederzeitige Orientierung gewährleistet ist

Eine große Fläche bietet Platz für die insgesamt 16 Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Cartoonpreises seit 2016.

In der Ausstellung werden viele Digitalisate zu sehen sein. Immer mehr Zeichnerinnen und Zeichner nutzen die Möglichkeit, ihre Zeichnungen mittels digitaler Mal- und Zeichenprogramme anzufertigen. Besonders in der kommerziellen Illustration, im Grafikdesign und der populären Kunst ist die Digitalisierung weit fortgeschritten, die Zahl der digitalen Comics und Cartoons steigt kontinuierlich.

Ausgestellte Künstlerinnen und Künstler:
adam, Renate Alf, BECK, Harm Bengen, Bettina Bexte, BURKH, Peter Butschkow, Steffen Butz, Birgit Dodenhoff, Uli Döring, Eugen Egner, Rainer Ehrt, Tim Oliver Feicke, Miguel Fernandez, Marco Finkenstein, Kai Flemming, FLIX, Peter Gaymann, Gerhard Glück, Greser & Lenz, Katharina Greve, Markus Grolik, Gymmick, Teresa Habild, Gerhard Haderer, Hauck & Bauer, Ruth Hebler, Barbara Henniger, Anton Heurung, Oli Hilbring, Michael Holtschulte, Phil Hubbe, Rudi Hurzlmeier, Dominik Joswig, Ernst Kahl, AD Karnebogen, Petra Kaster, Katz & Goldt, Matthias Kiefel, Kittihawk, Kriki, Uwe Krumbiegel, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Nicolas Mahler, Wolf-Rüdiger Marunde, Piero Masztalerz, Dirk Meissner, Hannes Mercker, Til Mette, Denis Metz, MOCK, NEL, OL, Oliver Ottitsch, Martin Perscheid, Thomas Plassmann, Ari Plikat, POLO, Andreas Prüstel, Rattelschneck, Hannes Richert, Leonard Riegel, Holga Rosen, Stephan Rürup, Ralph Ruthe, Schilling & Blum, Schneckensteiff, Tobias Schülert, Reiner Schwalme, Schwarwel, André Sedlaczek, Wolfgang Sperzel, Birte Strohmayer, Klaus Stuttmann, Tetsche, Peter Thulke, © TOM, Karsten Weyershausen, Freimut Woessner, Miriam Wurster, Martin Zak.

Ort:

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

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Zur Ausstellung erscheint das Buch „10 JAHRE BESTE BILDER – Die Cartoons des Jahrzehnts“ in der Caricatura Edition

Auf 380 Seiten präsentiert diese Cartoonsammlung das Beste, was in den letzten zehn Jahren an politischer und gesellschaftlicher gezeichneter Satire entstanden ist.
Mit scharfsinnigen Cartoons von Deutschlands bekanntesten Cartoonistinnen und Cartoonisten. Ein Best-of der Karikatur der letzten Dekade und damit ein ganz besonderes Buch über die Geschichte der Gegenwart, gerade in Zeiten von Fake News von unschätzbarem Wert.
Herausgegeben von Dieter Schwalm (Hrsg.), Wolfgang Kleinert (Hrsg.)
Verlag Lappan, Edition Caricatura
384 Seiten, vollfarbig, 20 EUR, ISBN 978-3-8303-3554-2

Sondermann-Preis geht an Nicolas Mahler und Stefanie Sargnagel

Sondermann-Preisträger Nicolas Mahler © Caricatura Museum Foto: Manfred Werner Tsui
Sondermann-Preisträger Nicolas Mahler © Caricatura Museum Foto: Manfred Werner Tsui

Der Sondermann e.V. verleiht seine beiden diesjährigen Preise für komische Kunst an Nicolas Mahler und Stefanie Sargnagel. Der 1969 in Wien geborene Mahler ist der derzeit international renommierteste deutschsprachige Comic-Künstler. Der mit 5.000 Euro dotierte Sondermann-Preis würdigt neben seinem schier unendlichen Ideen- und Formenreichtum vor allem die im Suhrkamp Verlag erschienenen Comics nach Meisterwerken der Weltliteratur wie Thomas Bernhards „Alte Meister“ (2011), Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ (2013), Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (2017) und im kommenden Jahr James Joyces „Ulysses“. Alle diese Comics sind viel mehr Variationen als Adaptionen, bei denen Mahler neue Geschichten auf der Basis der alten erzählt.

Der diesjährige Sondermann-Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro geht an die 1986 in Wien geborene Schriftstellerin Stefanie Sargnagel. Mit ihren auf eigenen Erfahrungen gründenden „Callcenter-Monologen“, die unter dem Titel „Binge Living“ 2013 als Buch erschienen, etablierte sich Sargnagel als eine der originellsten Autorinnen in den Sozialen Medien, die seitdem ihr Hauptforum für Publikationen geblieben sind. Als Mitglied der feministischen „Burschenschaft Hysteria“ veralbert sie akademische Männerbünde, und in München bibbert man der für 2020 angesetzten Premiere ihres Oktoberfest-Stücks „Am Wiesnrand“ entgegen.

Mit der Doppelvergabe an die beiden österreichischen Künstler wird auch unser originelles Nachbarvölkchen im Süden gewürdigt. Die Gala zur Preisverleihung in der Frankfurter „Brotfabrik“ wird deshalb im Zeichen Österreichs stehen. Sie findet am 11. November statt, dem Geburtstag des 2004 verstorbenen Zeichners Bernd Pfarr, nach dessen Cartoon-Serie „Sondermann“ Verein und Preis benannt sind. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Hans Traxler, Michael Sowa und Jan Böhmermann. Im vergangenen Jahr erhielten Otto Waalkes den Haupt- und die Comiczeichnerin Anna Haifisch den Förderpreis. Sondermann e.V. Verein zur Förderung, Erforschung und Verarbeitung der Komischen Kunst und Literatur e.V.
Satire-Tipp:

Sondermann-Gala in der Frankfurter Brotfabrik am 11.11.2019

„Die lange Nacht der Walzerzombies
Multimedia-Spektakel zu Ehren der österreichischen Kultur und Mehlspeisen

Mit Stefanie Sargnagel, Nicolas Mahler, Klaviermusik, Ibiza-Videos, Lichtbildervorträgen und klassischen Rezitationen

Wer bekommt den begehrten Sondermann-Preis? Diese Frage wird wie immer am 11.November beantwortet, dem Geburtstag von Bernd Pfarr. Es treten gegeneinander an: drei Generationen von Titanic-Chefredakteuren, zwei FAZ-Ressortleiter, zwei ÖstereicherInnen und ein klavierspielender Sänger. Ein gnadenloser Kampf, der vor den Augen des Publikums ausgetragen wird und bei dem es nur zwei Gewinner geben kann.

Mitwirkende: Patrick Bahners, Moritz Hürtgen, Nicolas Mahler, Markus Neumeier, Andreas Platthaus, Stefanie Sargnagel, Oliver Maria Schmitt, Tim Wolff & Hans Zippert

Österreichisch mit dt. Untertiteln

VVK: 20 € + Service- und VVK-Entgelt / AK: 25 € / freie Sitzplatzwahl“

Brotfabrik Frankfurt

Untergang ohne Ende: Satire-Magazin Titanic wird 40 – Über 200 Witzbolde huldigen dem schwarzen Humor und marschieren durch Frankfurts neue Altstadt

Nach dem Empfang im Kaisersaal zum 40. versammelte  sich die Satire-Szene mit Zonen-Gabis "Gurken-Banane"  auf dem Frankfurter Römerberg zu einer Festparade durch die neue Altstadt. © Foto: Diether v Goddenthow
Nach dem Empfang im Kaisersaal zum 40. versammelte sich die Satire-Szene mit Zonen-Gabis „Gurken-Banane“ auf dem Frankfurter Römerberg zu einer Festparade durch die neue Altstadt. © Foto: Diether v Goddenthow

Seit Jahrzehnten hält Deutschlands bissigstes Satire-Magazin TITANIC von Frankfurt aus der Gesellschaft den Spiegel vor. Nun wurden zum Dank dafür gestern anlässlich des 40. die Macher und Sympathisanten von Oberbürgermeister Peter Feldmann in Beisein zahlreicher prominenter Gratulanten, u.a. Satireplakat-Künstler Prof. Klaus Staeck, würdig im Kaisersaal des Frankfurter Rathauses empfangen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v Goddenthow

Während 52 Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation – von Karl dem Großen über Friedrich Barbarossa bis zu Franz II, die „Herren in Strumpfhosen“, wie Feldmann sie nannte, von den Wänden herab auf die endgültige bürgerliche Umarmung der TITANIC schauten, erinnerte der OB an die lange Geschichte der Satire in Frankfurt, allen voran an den Dichter und Freiheitskämpfer Friedrich Stoltze (1816 – 1891): „Wieso entstand hier die Pardon, später Titanic? Wieso ist die Satirikerdichte derart hoch? Wieso gibt es keinen logischeren Ort fürs Caricatura Museum? Es mag derselbe Grund sein, warum wir in Frankfurt das erste deutsche Parlament hatten, warum Figuren wie Friedrich Stoltze oder Georg Büchner hier wirkten“, so Peter Feldmann. Die Stadt ermögliche einen freien Blick auf die Welt. „Diese Freiheit war einst hart erkämpft, gerade die Freiheit des Wortes.“

TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen hat gerade vom Oberbürgermeister  den Rathausschlüssel erhalten.  ©  Foto: Diether  v Goddenthow
TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen hat gerade vom Oberbürgermeister den Rathausschlüssel erhalten. © Foto: Diether v Goddenthow

Soviel satirehistorischem Pathos hatte der neue TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen  nach seiner fulminant ungehörigen (Gegen-)Rede abschließend nur noch eins draufsetzen können: „Vergessen sie nie, was TITANIC für Frankfurt getan hat! Eines Tages werden wir Sie vielleicht um einen Gefallen bitten.“ Als Zeichen der Anerkennung erhielt Hürtgen den Schlüssel der Stadt.

Schließlich formierte sich die illustre Festgesellschaft am Römerberg vor dem Rathaus zu einer festlichen Parade über den Krönungsweg zum „Caricatura Museum für Komische Kunst“ und danach zum Mainufer, dem Zentrum der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Auf geht's Richtung Krönungsweg.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Auf geht’s Richtung Krönungsweg.© Foto: Diether v Goddenthow

Weil sie vom „rechten“ Krönungsweg ein wenig abgekommen waren und unfreiwillig den Umweg über „Im Lämmchen“ nahmen, hatten die zuvor mit allerlei Titanic-Demo-Schildern und Satire-Werkzeugen ausgestatteten 200 Witzbolde und Witzboldinnen ihren Jubiläums-Ährenkranz mit Zonen-Gabys Gurken-Banane zunächst am Struwwelpeter-Museum und dann am Stolze-Brunnen „beigetragen“, bevor die gewesenen und aktuellen Tinanic-Redakteure zur feierlichen Ährenkranz-Niederlegung an Hans Traxlers Elchskulptur vor dem Caricatura Museum schreiten konnten.

Niederhocken am Kranz vor Hans Traxlers Elchskulptur. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Niederhocken am Kranz vor Hans Traxlers Elchskulptur. © Foto: Diether v Goddenthow

Nach diesem ergreifenden Moment des Innehaltens formierte sich der Spaßlindwurm erneut und zog durch Saalgasse und Saalhof hinunter zur Bühne am Mainkai. Der Begrüßung durch Caricatura-Direktor Achim Frenz und der Festrede von Ex-Titanic-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt wurde per Videobotschaft Martin Sonneborn, Vorsitzender „Die Partei“, Ex-Titanic-Chefredakteur und Mitglied des Europäischen Parlaments, mit seiner Botschaft dazu geschaltet.

Im Anschluss erfolgte im Caricatura Museum die Vernissage zur Ausstellung „DIE ENDGÜLTIGE TITEL-AUSSTELLUNG“ . Diese geht vom 3.Oktober 2019 bis 2. Februar 2020. Sie ist ein Muss für alle, die Spass an schwarzhumoriger Polit-Satire haben.

 

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de

Caricatura Frankfurt feiert 40 JAHRE Satire-Magazin TITANIC mit der Sondershow „DIE ENDGÜLTIGE TITEL-AUSSTELLUNG“ vom 3.10.2019 – 2. Februar 2020

plakat-40j-titanicDeutschlands größtes und bedeutendstes Satire-Magazin Titanic wird 40. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet das Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt die größte je gezeigte Auswahl „endgültiger“ Titel und schonungsloser Frontseiten der TITANIC als einen satirischen Gegenentwurf zu vier Jahrzehnten deutscher Geschichte.

Es sei die dritte, und wohl die letzte Titanic-Ausstellung, die er organisiere, so Caricatura-Direktor Achim Frenz beim heutigen Pressegespräch, gemeinsam mit dem langjährigen Titanic-Ex-Chefredakteur Tim Wolff sowie seinem Nachfolger Moritz Hürtgen. Die Ausstellung habe im dreißigsten Jahr des Mauerfalls einen Schwerpunkt auf der Wiedervereinigung und deren Folgen. Gemäß Chlodwig Poths Impressumsmotto „Die endgültige Teilung Deutschlands – das ist unser Auftrag” zeichne die Ausstellung den Werdegang der Zonen-Gaby, die Renationalisierung des geeinten Landes und die verzweifelten Versuche der Redaktion, die Mauer wieder aufzubauen, nach.

Titanic Heft November 1999 ©  Caricatura Museum Frankfurt
Titanic Heft November 1999 © Caricatura Museum Frankfurt

So gibt es in der Ausstellung ein Titelbild, das zeigt, wie liebevoll versucht wird, mit entsprechender Hege und Pflege die Mauer wieder „natürlich“ wachsen zu lassen. Die unzähligen Titel lassen die rabiate Gegengeschichte von vier deutschen Jahrzehnten seltsam präzise und oftmals prophetischer erscheinen, als es selbst den Spaßmachern lieb sein kann – wollten sie doch letztlich nicht mehr, als die Welt- und Zeitläufe anzulachen. Das verdeutlicht manches alberne und absurde, aber auch bösartige oder bittersüße Cover, die mitunter auch schon mal übers Ziel hinaus schossen.
Im Erdgeschoss erwartet bildungsfernere Besucher eine Tafel „So nutzen Sie diese Ausstellung“ als kleine Anleitung für ihren Museumsgang. Die „Bildungsschichtler“ dürfen diese Tafel überspringen, und sich gleich in der „Hall of Fame“ die Besten der Besten anschauen, nämlich die spritzigsten und relevantesten von 168 Titanic-Titelbildern und 67 Originalgrafiken sowie zahlreichen Requisiten wie „das Heiße Eisen“ etc. umtun.

©  Caricatura Museum Frankfurt Foto: Diether  v Goddenthow
Hall of Fame © Caricatura Museum Frankfurt Foto: Diether v Goddenthow

 

 

Galerie mit Skandalwand und Vitrinen des Verbotenen

Auf der Galerie können Freunde des schwarzhumorigen Geschmacks weitere Hefte aus vier Jahrzehnten in Augenschein nehmen, zirka 117. Die schlimmsten sind  aufgeschlagen.

Ein Gag ist die sogenannte Skandalwand, auf der nicht nur die großen, sondern auch die kleineren Skandale, die TITANIC ausgelöst hat, in ihrer vollkommenen Absurdität erfassen.

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Aber es ist auch der wichtigste Skandal dokumentiert, der der Redaktion ganz zu ihrer Freude passierte. So prozessierte die katholische Kirche praktisch ständig gegen das Satiremagazin. Gründe sah man in der angeblichen Religionsbeschimpfung und der Verunglimpfung des Papstes. 2012 ging zum ersten Mal der Papst auch zivilrechtlich gegen das Magazin vor und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen die Darstellung auf dem Titel und der Rückseite der JuliAusgabe („Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“), die später allerdings zurückgenommen wurde. Bessere PR habe uns gar nicht widerfahren können, so Wolff. Auch Gegendarstellungen seien immer schön, da sie dazu führen, dass man den Witz wiederholen kann, ohne sich strafbar zu machen.

Vitrinen des Verbotenen mit 12 absolut widerwärtigen Titanic-Ausgaben. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Vitrinen des Verbotenen mit 12 absolut widerwärtigen Titanic-Ausgaben. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Ausstellungsmacher haben sogar einen Weg gefunden, die insgesamt 12 verbotenen Heftseiten aus TITANIC doch zeigen zu können, nämlich mit einem simplen Trick, indem sie die Auslagen mit Matten abgedeckt als Verboten gekennzeichnet haben. Es bleibt nun der Neugierde eines jeden Besuchers selbst überlassen, diese Abdeckungen doch ein wenig zu lupfen, und einen Blick darunter zu wagen. Beispielsweise wird darunter auch die Titanic-Ausgabe vom Mai 1993 mit SPD-Ministerpräsidenten Björn Engholm zu entdecken sein, den die Redaktion unter der Überschrift „Sehr komisch, Herr Engholm!“ an Stelle von Uwe Barschel fototechnisch in die Genfer Badewanne steckte. Engholm wurde das zu dieser Zeit bislang höchste Schmerzensgeld in der deutschen Pressegeschichte von 40.000 DM zugesprochen, das in Verbindung mit den Prozesskosten die TITANIC fast in den Ruin trieb. Auch andere fühlten sich diffamiert, darunter Kurt Beck, Johannes Rau und Benjamin von Stuckrad-Barre. Andere wiederum, etwa Helmut Kohl oder Angela Merkel, reagierten nie auf die satirischen Einlassungen der TITANIC.

Titanic Heft Oktober 2014. ©  Caricatura Museum Frankfurt
Titanic Heft Oktober 2014. © Caricatura Museum Frankfurt

Als gesellschaftskritisches Magazin versteht sich die „TITANIC“ nicht vorrangig als Medium des Journalismus, sondern als Periodikum, das satirische Kunstwerke verbreitet. Geschaffen von Künstlern, die sich auf die Kunst- und Meinungsfreiheit berufen. Die 55 Gerichtsverfahren, 38 verbotenen Ausgaben, zahlreichen einstweiligen Verfügungen und Unterlassungserklärungen sowie die kurzweilige Sperrung des Twitter Accounts 2018 wurden und werden in Kauf genommen. Denn die Komikschaffenden der Redaktion bestimmen, wo Satire aufhört und der Spaß erst richtig losgeht.

Gegründet wurde die Titanic 1979 von Vertretern der Neuen Frankfurter Schule, Robert Gernhardt, F. K. Waechter, Peter Knorr,  Hans Traxler und Chlodwig Poth. Zuvor hatte man gemeinsam in der Redaktion der Satirezeitschrift Pardon gearbeitet, nach Auseinandersetzungen über die Ausrichtung der Zeitschrift aber beschlossen, ein eigenes Format zu schaffen. Der ursprüngliche Plan, die Zeitschrift „Die Sonne“ zu benennen, der zahlreiche wortspielerische Rubriken wie „Sonne Scheiße“ oder „Sonne Unverschämtheit“ ermöglicht hätte, musste aufgrund eines bereits urheberrechtlich geschützten Titels aufgegeben werden. So erschien pünktlich zur Buchmesse 1979, begleitet von einem bundesweiten Presseecho, die erste Ausgabe der TITANIC mit dem programmatischen Untertitel „Das endgültige Satiremagazin“.

Die TITANIC ist seit jeher ein von Verlegern, Werbekunden oder Politikern inhaltlich unabhängiges Magazin und mit ihren satirischen Texten, humoristischen, künstlerischen Zeichnungen und Comics unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Presselandschaft. Mit den Waffen der Satire ist die Redaktion stets bereit, mal lustig oder erschreckend, einfach albern oder absurd, im wahrsten Sinne des Wortes „endgültige Satire“ zu betreiben und mit einem klaren „Ja zum Nein“ gegen alles und jeden grenzenlos anzulachen. Dafür stehen auch die zahlreichen Manöver der Redakteure und Mitarbeiter, die für großes, teils internationales Aufsehen sorgten. Angefangen vom Buntstiftlecker Bernd Fritz 1988 in Wetten dass..? über den Bestechungsskandal um die Fußball WM-Vergabe an Deutschland 2006 bis hin zur Falschmeldung der Bildzeitung aufgrund gefälschter Mails (#miomiogate) im vergangenen Jahr. Der verlängerte politische Arm der Redaktion, „Die PARTEI“, gegründet 2004 vom damaligen Chefredakteur Martin Sonneborn, mischt zudem unverfroren den Politikbetrieb auf und sorgt mit satirischen Coups für immer neue Schlagzeilen. Nur zehn Jahre nach der Gründung wurde Sonneborn erstmals zum Mitglied des EU Parlaments gewählt. 2019 wurde er im Amt bestätigt. Der sensationelle Wahlerfolg mit 2,4 % der Stimmen verhalf auch Kabarettist Nico Semsrott als Vertreter der PARTEI in das EU Parlament.

Im Treppenhaus werden die Titanic-Titel als "Treppenwitze" genutzt.. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Im Treppenhaus werden die Titanic-Titel als „Treppenwitze“ genutzt.. © Foto: Diether v Goddenthow

Jeweils 50.000 D-Mark hatten die fünf Gründer und Herausgeber investiert, um mit einer Sperrminorität dem ersten Verleger Gerhard Sondermann (bis 1988) wie auch Erik Weihönig (bis 2005) jedes inhaltliche Mitspracherecht zu verweigern. Ein bundesweit einmaliges Redaktionsstatut, das es der Redaktion zudem erlaubt, das eigene Personal, bis hin zum Chefredakteur, zu bestimmen.

2006 wurde der Gesellschaftervertrag erneut geändert. Aktuell sind Achim Greser, Achim Frenz, Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn, Hans Zippert und Patric Feest (Geschäftsführer) Herausgeber des Hefts. Die Chefredaktion, seit Ende 2018 besetzt durch Moritz Hürtgen, wechselt turnusgemäß alle 5 Jahre.

Ein wesentlicher Bestandteil des Magazins sind neben festen Kolumnen und Rubriken (u.a. Briefe an die Leser, Humorkritik, Vom Fachmann für Kenner) Karikaturen, humoristische Zeichnungen und Comics. Zunächst gezeichnet von den Mitgliedern der Neuen Frankfurter Schule, Robert Gernhardt, F. K. Waechter, Hans Traxler, Chlodwig Poth und F.W. Bernstein, ebenso wie von Manfred Deix, Gary Larson, John Callahan, Ernst Kahl und Rattelschneck, nach 2000 auch von Katz und Goldt, Greser & Lenz, Kamagurka, Rudi Hurzlmeier, Stephan Rürup, Rattelschneck, Eugen Egner und bis August 2004 Bernd Pfarr.

Boshafte Impression der Ausstellung. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Boshafte Impression der Ausstellung. © Foto: Diether v Goddenthow

Insbesondere die bislang erschienenen 480 Titelbilder, die selten auf eine ihnen zugehörige Titelgeschichte verweisen, zeigen, dass sich selbst kaufmännische Interessen dem Anspruch der schonungslosen, endgültigen Satire unterzuordnen haben. Viele Frontseiten sind einem breiten Publikum, das weit über die Stammleserschaft hinausgeht, bekannt und in Erinnerung geblieben.

Mit der nunmehr legendären und fiktionalen „Zonen-Gaby“, die unter Freudentränen eine geschälte Gurke („Meine erste Banane“) präsentiert, erschufen die TITANIC-Redakteure 1989 eine Kult Karikatur, die zu einem populären Poster- und Postkartenmotiv avancierte und es auch später in Varianten auf den Titel schaffte. Unvergessen auch das lange „bevorzugte Titelmodell“ (Hans Zippert): Helmut Kohl. 1981 erstmalig bezeichnet als „birnenförmiger Humorist“ aus Mainz, mit Stängel und zwei Blättern ins Bild gesetzt von Hans Traxler, schaffte er es seit 1982 regelmäßig auf das Cover.

Ausstellungsimpression. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Ausstellungsimpression. © Foto: Diether v Goddenthow

Zum 40. Jubiläum des endgültigen Satiremagazins und zum 30. Jahrestag von Zonen-Gabys Mauerfall-Glück verfolgt die Ausstellung des Caricatura Museums den satirischen TITANICGegenentwurf zur deutschen Wiedervereinigungsgeschichte und begleitet damit auch, wie oben bereits erwähnt,  den verzweifelten Versuch der Redaktion, die Mauer wieder aufzubauen.

In den Räumen des Caricatura Museums am Weckmarkt in Frankfurt werden rund 220 Titel präsentiert – darunter Originale von F. K. Waechter, Hans Traxler, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, F. W. Bernstein, Hilke Raddatz, Rudi Hurzlmeier, Franziska Becker, Wolfgang Herrndorf, Ernst Kahl, Michael Sowa, Greser & Lenz, Stephan Rürup und Leo Riegel. Gezeigt werden zudem einzigartige Originalrequisiten, wie die berühmte halb geschälte Gurke der Zonen-Gaby sowie eine Selfie-Station, die die Besucher dazu einlädt, Titelmotive nachzustellen.

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de

 

Begleitbuch

Zur Ausstellung erscheint das Buch „TITANIC – Das endgültige Titel-Buch“ 40 Jahre Titanic sind 480 durch feinen Humor geadelte Titel, 444.000 herzliche Briefe an die Leser, 4.000 komische Kunstwerke, 4 Millionen grenzwertige Witze und Karikaturen, 40.000 irre Fotocollagen (Schätzwerte); kurz: 40 Jahre deutsche Geschichte, wie sie hätte sein sollen.

Was wäre die Wiedervereinigung ohne Zonen-Gaby? „Wetten, dass“ ohne den Buntstiftlutscher? Die SPD ohne die Roten Strolche? Helmut Kohl ohne Birne? Die FDP ohne Genschman? Und was wäre Deutschland ohne die TITANIC? Das sind die brennenden Fragen, die sich bei einem 40. Geburtstag einfach stellen. Dieses Buch beantwortet sie. Endgültig und opulent in Schrift und Bild, wie es seit 40 Jahren in der Titanic Tradition ist. Erstmals und exklusiv werden alle Titel der letzten 40 Jahre aufwendig restauriert abgebildet. 480 Titel, denen nichts heilig ist: ob gewählte Diktatoren oder dauerregierende Demokraten, ob Politiker, Priester oder Promis, ob Hitler, Kohl, Die roten Strolche von der SPD, Merkel oder der Pinkelpapst, nicht mal Jesus, Buddha, Krishna oder der vom Islam, ja nicht mal Helmut Schmidt und erst recht nicht Deutschland. Stets nach dem Motto: »Die endgültige Teilung Deutschlands – das ist unser Auftrag.« (Chlodwig Poth) (Antje Kunstmann Verlag)

TITANIC – Das endgültige Titel-Buch
40 Jahre nur verarscht!
Herausgegeben von Tim Wolff, Martina Werner, Hardy
Burmeier, Leonard Riegel
Verlag Antje Kunstmann
416 Seiten, vollfarbig
40 EUR, ISBN 978-3-95614-330-4

Große Sonderausstellung für HANS TRAXLER: ZUM NEUNZIGSTEN – Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

HANS TRAXLER: ZUM NEUNZIGSTEN
Ausstellung vom 27. Mai 2019 – 22. September 2019 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

13)_Ausstellungsplakat2Am 21. Mai 2019 wurde Hans Traxler 90 Jahre alt. Hierzu gratuliert das Caricatura Museum Frankfurt dem Künstler recht herzlich mit einer umfangreichen Sonderausstellung. Hans Traxler ist wohl einer der breitenwirksamsten Satiriker, die Deutschland je hervorgebracht hat. Der Zeichner, Maler und Autor hat die Satiremagazine Pardon und Titanic sowie die „Neue Frankfurter Schule“ mitbegründet, er hat F.W. Bernsteins berühmtesten Zweizeiler („Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche!“) ins Bild gesetzt, und er ist zusammen mit Pit Knorr dafür verantwortlich, dass Helmut Kohl in den frühen Jahren seiner Regentschaft allgemein als „Birne“ bekannt war.

Geboren wurde Hans Traxler am 21. Mai 1929 im böhmischen Herrlich. Dort verbrachte er eine idyllische Kindheit auf dem Land, bis 1938 die deutsche Wehrmacht einmarschierte und ein Jahr später der Zweite Weltkrieg begann. In seinen geschriebenen und gezeichneten Kindheitserinnerungen, die soeben unter dem Titel „Mama, warum bin ich kein Huhn?“ erschienen sind, hat der nach wie vor ungemein produktive Künstler diese Zeit so komisch wie lakonisch festgehalten.

Seit 1951 lebt Traxler in Frankfurt am Main. Nach Stationen an der Städelschule und in der Redaktion der neugegründeten Pardon feierte er 1963 mit der Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ seinen ersten großen Bucherfolg. Bei Pardon formierte sich anschließend eine Gruppe von Zeichnern und Autoren, die später als „Neue Frankfurter Schule“ bekannt wurde. Neben Hans Traxler als Ältestem der Gruppe gehörten Chlodwig Poth, Friedrich Karl Waechter, Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Pit Knorr, Eckhard Henscheid und Bernd Eilert dazu. Mit Helligkeit, Schnelligkeit, respektlosem Witz und handwerklicher Könnerschaft eröffneten sie der Komik in Deutschland neue Wege zu Nonsens und Satire und gründeten 1979 ihre eigene Zeitschrift Titanic.

In den späteren achtziger Jahren verabschiedete sich Hans Traxler von der aktuellen politischen Satire und zeichnete Cartoons für die Magazine von Zeit, FAZ und Süddeutscher Zeitung. Robert Gernhardt nannte ihn einen „Cartoonisten der Weltklasse“. 1992 gelangTraxler mit seinem Buch „Aus dem Leben der Gummibärchen“ tatsächlich der Sprung auf den amerikanischen Cartoonmarkt. Daneben zeichnete, schrieb und illustrierte er unzählige weitere Bücher, darunter viele für Kinder.

Zuletzt profilierte sich Hans Traxler als Illustrator klassischer Texte, beispielsweise von Goethe, Schiller, Eichendorff oder Mark Twain. Oliver Maria Schmitt, Biograph der „Neuen Frankfurter Schule“, nannte Traxler den bildmächtigsten Zeichner der Gruppe: „Ein Maler, der zeichnet, der sorgsam die Bildflächen komponiert, Vorder- und Hintergründe aufeinanderschichtet, feine Farbakkorde intoniert, diese mit federleichten, wie schwerelosen Linien verknüpft und dabei auch noch dem Zwerchfell auf schönste Weise schmeichelt.“

Hans Traxler wurde vielfach ausgezeichnet. 2006 erhielt er z.B. den Satirepreis „Göttinger Elch“ und 2007 den Deutschen Karikaturenpreis, beide für sein Lebenswerk; außerdem 2014 die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main, 2015 den Wilhelm Busch-Preis, 2017 den Sondermann-Preis für Komische Kunst und zuletzt, im November 2018, den FriedrichStoltze-Preis.

Das Caricatura – Museum für Komische Kunst Frankfurt unterhält zu Hans Traxler eine besondere Beziehung. In seiner Sammlung bewahrt es viele Werke Traxlers auf und präsentiert den Besuchern in der Dauerausstellung der Zeichner der „Neuen Frankfurter Schule“ daraus regelmäßig neu ausgewählte Exponate. Hans Traxler hat auch die Elchskulptur geschaffen, die als Wahrzeichen dieses singulären Künstlerverbunds neben der Eingangstür des Museums steht.

Die Ausstellung

Zum 90. Geburtstag gratuliert das Caricatura Museum Hans Traxler, einem seiner Hausgötter, mit einer großen Werkschau. Im Lauf von mehr als sieben Dekaden schöpferischer Tätigkeit hat Traxler ein überwältigendes Spektrum künstlerischer Felder durchmessen und dabei ein einzigartiges Farb-, Form- und Erzählrepertoire entwickelt. Die Ausstellung „Hans Traxler: Zum Neunzigsten“ zeigt das zeichnerische, malerische und schriftstellerische Werk in seiner ganzen Vielfalt und deckt dabei alle Schaffensphasen des Künstlers ab. Präsentiert werden Hans Traxlers Bildergeschichten, Cartoons und Illustrationen, darunter Highlights, Klassiker und neueste Werke.

Besonderes Schmankerl sind fünf brandneue Werke von Hans Traxler von Ende 2018 und Anfang 2019, die noch nie gezeigt worden sind: vier Bildergedichte und ein Cartoon. Daneben sind Traxlers schönste Bildergeschichten aus dem leider vergriffenen Band „Ich, Gott & die Welt“, aber auch aus dem Zeit-Magazin und eine Auswahl an Lieblingscartoons zu sehen. Auch Traxlers Illustrationen finden Platz in der Ausstellung: U.a. werden seine Zeichnungen zu Mark Twains „Bummel durch Deutschland“ wie auch zu Morgensterns Gedichten sowie Motive aus „Unser Lichtenberg“ präsentiert.

Die Schau versammelt aber auch historische Titanic-Cover und Originalzeichnungen zu Eckhards Henscheids Titanic -Kolumne „Erledigte Fälle“: Von Dezember 1984 bis Oktober 1986 erschien mit den »Erledigten Fällen« eine Serie von Polemiken Henscheids, illustriert mit Porträtstudien Traxlers. Die kraft- und kunstvollen Schmähtexte Henscheids, die Prominente aus Politik, Kultur und Geistesleben aufs Korn nahmen, sorgten in Verbindung mit Traxlers kongenial karikaturesken Zeichnungen seinerzeit für viel Aufregung und langanhaltende Debatten.

Auf der Galerie wird das eigentliche Highlight der Ausstellung präsentiert: Hans Traxlers Kindheitserinnerungen, die im März 2019 in Buchform erschienen sind und die Kindheit des Künstlers im Dritten Reich in 33 Kapiteln und 33 farbigen Illustrationen erzählen. Die Originalzeichnungen werden komplett gezeigt, ergänzt mit (Familien-)Fotografien aus der Zeit. Mittels Audioguide werden den Besuchern die von Hans Traxler selbst eingelesenen Kapitel zu den Zeichnungen zugänglich gemacht.

Als mediale Extras zeigt das Caricatura Museum ein Interview, welches mit Hans Traxler anlässlich der Ausstellung geführt wurde, und eine Reihe von animierten und von Hans Traxler vorgelesenen Cartoons.

Im 1. Obergeschoss in den Räumen der Dauerausstellung „Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“ werden im Traxler Kabinett Originale aus seinem ersten Buch mit Zeichnungen gezeigt: 1978 veröffentlichte Hans Traxler im Verlag Zweitausendeins „Die Reise nach Jerusalem“. Bei Pardon hatte der kurz zuvor verstorbene Papst zu den bevorzugten Sujets Traxlers gehört, dem er in den vorangegangenen zehn Jahren knapp 60 Strips und Karikaturen gewidmet hatte. Der 1897 geborene Giovanni Battista Montini war als Papst Paul VI. von 1963 bis zu seinem Tod 1978 Oberhaupt der katholischen Kirche. Wegen seiner hölzernen Art, seines festen Glaubens an einen leibhaftigen Teufel und seiner rigiden Ablehnung von Verhütungsmitteln war er einigermaßen umstritten und wurde  m deutschsprachigen Raum mit dem Spottnamen „Pillen-Paul“ bedacht. Hans Traxler bezeichnete Paul VI. im Nachwort des Bandes  edenfalls als seinen „Lieblingspapst“ und „großen Comic Charakter“: „Solche Menschen müssen einmalig und unverwechselbar sein und über jenen Funken von transzendentalem Wahnsinn verfügen, der sie abheben und eine Spanne hoch über unserem rational definierten System schweben lässt. Außerdem ist es gut, wenn sie eine große Nase haben.“

Die Ausstellung „Hans Traxler: Zum Neunzigsten“ läuft vom 27.5. bis 22.9.2019 im Caricatura Museum Frankfurt. Eröffnet wird die Werkschau mit einer Matinee am Sonntag, dem 26. Mai, um 11 Uhr im Beisein des Künstlers und seiner Gattin. Die Laudatio hält der komische Dichter und Titanic-Ex-Chefredakteur Thomas Gsella. Die Musik kommt von den Wellbappn.

 

Neben den Zeichnungen kann der Besucher im Erdgeschoss in einer Leseecke in den Büchern von Hans Traxler schmökern.

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