Kategorie-Archiv: Caricatura Frankfurt

Große Robert-Gernhardt Retrospektive vom 15.12.17 bis 15.04.2018 im Caricatura Frankfurt

© Robert Gernhardt, aus: Die Falle. Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt  Foto: Diether v. Goddenthow
© Robert Gernhardt, aus: Die Falle. Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

 

Gebet
Lieber Gott, nimm es hin,
daß ich was Besond’res bin.
Und gib ruhig einmal zu,
daß ich klüger bin als du.
Preise künftig meinen Namen,
denn sonst setzt es etwas. Amen.
(Robert Gernhardt)

Etwas ganz Besond’res war er! Und preisen will ihn nun posthum das Frankfurter Caricatura Museum für Komische Kunst auch: mit einer großen Retrospektive vom 15. Dezember 2017 – bis 15. April 2018. Am 14. Dezember um 18.00 Uhr ist Vernissage. Robert Gernhardt, der am 13. Dezember 2017 80 Jahre alt geworden wäre und  2006 leider viel zu früh verstarb, war Meister der Gedichte und Bildergeschichten und einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter deutscher Sprache. Seine Bücher sind inzwischen Schulstoff und Bestseller. Er war Zeichner und Maler, Lyriker, Schriftsteller und Drehbuchautor und verfasste humortheoretische Schriften. Er war ein Multitalent und beinahe genial, und Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule, jener berüchtigten Künstlergruppe, die zum Wegbereiter eines neuen Komikverständnisses in Deutschland wurde. Sie alle fanden  einst beim Satire-Magazin pardon zusammen.

 Ausstellungs-Überblick:

Sie: "Wenn du nicht mehr mit mir schlafen willst - was willst du denn noch von mir?" Er:  "Das ist jetzt aber ein sehr reduziertes Bild der Frau, das du da entwirfst!" © Robert Gernhardt Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt; aus: Mit Gernhardt durchs Jahr/ Titanic 12 /1991.  Fotoausschnitt: Diether v. Goddenthow
Sie: „Wenn du nicht mehr mit mir schlafen willst – was willst du denn noch von mir?“ Er: „Das ist jetzt aber ein sehr reduziertes Bild der Frau, das du da entwirfst!“ © Robert Gernhardt Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt; aus: Mit Gernhardt durchs Jahr/ Titanic 12 /1991. Fotoausschnitt: Diether v. Goddenthow

Das Caricatura Museum Frankfurt präsentiert in der Ausstellung „Robert Gernhardt“ aus Gernhardts zeichnerischen Nachlass ausgewählte Werke seines satirischen Schaffens, allen voran Bildergeschichten, Cartoons und Illustrationen sowie Originale zu seinen Buch-Covern. An verschiedenen Hörstationen werden dem Besucher zudem Gedichte und Texte zugänglich gemacht.

Da liegen nun die Kartoffeln, und schlafen ihrer Auferstehung entgegen. aus "Unsere Erde ist vielleicht ein Weibchen. 99 Sudelblätter von Robert Gernhardt zu 99 Sudelsprüchen von Georg Christoph Lichtenberg", 1999. © Robert Gernhardt
Da liegen nun die Kartoffeln, und schlafen ihrer Auferstehung entgegen. aus „Unsere Erde ist vielleicht ein Weibchen. 99 Sudelblätter von Robert Gernhardt zu 99 Sudelsprüchen von Georg Christoph Lichtenberg“, 1999. © Robert Gernhardt

Ein erster Schwerpunkt der Ausstellung  ist im Erdgeschoss zu sehen, nämlich: Gernhardts Bildergeschichten und Cartoons für TITANIC aus den Jahren 1979 bis 1994. Großen Raum nehmen hierbei die Zeichnungen aus Gernhardts langjährigen Serien „Gernhardts Erzählungen“ und „Mit Gernhardt durchs Jahr“ ein. Daneben werden eine Reihe von Gernhardts bunten Pastellzeichnungen für seine Buchcover präsentiert, sowie die vollständige Reihe „Deutsche Leser“, erschienen 1986 in der Literaturbeilage der Zeit, und Auszüge aus den 99 Sudelblättern, die Robert Gernhardt zu 99 Sudelsprüchen von Georg Christoph Lichtenberg gezeichnet hat.

Coverzeichnung u. Illustrationen zu "Ostergeschichte", Haffmanns Verlag 1995. © Robert Gernhardt, Foto: Diether v. Goddenthow
Coverzeichnung u. Illustrationen zu „Ostergeschichte“,  © Robert Gernhardt,

Auf der Galerie werden Coverzeichnungen und Illustrationen zu Robert Gernhardts Büchern „Die Falle“, „Ostergeschichte“, „Wege zum Ruhm“, „Das Ungeheuer von Well Ness“ (mit Pit Knorr und Bernd Eilert) und „In Zungen reden“ gezeigt. Diese Zeichnungen werden das erste Mal im Caricatura Museum ausgestellt.

 

 

Schnuffi_(ohne Jahr) ©   Robert Gernhardt
Schnuffi_(ohne Jahr) ©
Robert Gernhardt

Ein weiteres Highlight der Ausstellung befindet sich ebenfalls auf der Galerie: Über 50 Comic-Strips mit Schnuffis Abenteuern aus „Welt im Spiegel“ (pardon). Eine weitere Besonderheit, nicht nur für Frankfurter, sind Zeichnungen und Gedichte, die in Robert Gernhardts Amtsperiode 1991/1992 als „Stadtschreiber von Bergen“ entstanden.

Als mediales Extra zeigt das Caricatura Museum in der Ausstellung ein Interview mit Bernd Eilert und Pit Knorr, in dem sie u.a. von ihrer gemeinsamen Zeit mit Robert Gernhardt als Autorentrio „GEK Gruppe“ berichten.

Im 1. Obergeschoss in den Räumen der Dauerausstellung „Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“ werden im Gernhardt-Kabinett Auszüge aus seinem Buch „Die Magadaskar-Reise“ präsentiert: Gernhardt fügte hierfür lose Zeichnungen aus dem Zeitraum zwischen 1970 und 1980 zusammen und erstellte daraus einen (fiktiven) Reisebericht über seine „Magadaskar-Reise“.

Neben den Zeichnungen kann der Besucher in einer Leseecke in den Büchern von Robert Gernhardt schmökern.

Biographisches zum Groß-Satiriker

Robert Gernhardt © Britta Frenz
Robert Gernhardt © Britta Frenz

Am 13. Dezember 1937 wurde Robert Gernhardt in Reval, dem heutigen Tallinn, als einer von drei Söhnen eines Richters geboren. Zwei Jahre nach seiner Geburt musste die Familie nach Posen umsiedeln. Als sein Vater 1945 im Zweiten Weltkrieg fiel, floh die Mutter mit Robert und seinen Brüdern Per und Andreas über Thüringen nach Niedersachsen, wo sie sich 1946 in Göttingen niederließen.

Nach dem Abschluss seiner Schulausbildung in Göttingen und dem Studium der Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin, kam Robert Gernhardt schließlich mit 27 Jahren nach Frankfurt – seiner Wahlheimat bis zu seinem zu frühen Tod 2006. Begleitet wurde er damals von seinem Studienkollegen und Freund F.W. Bernstein (Fritz Weigle). Zusammen zogen sie von Berlin nach Frankfurt, um für das neu gegründete Satiremagazin pardon zu schreiben und zu zeichnen.

Seit 1964 arbeitete Robert Gernhardt – bis 1971 unter verschiedenen Pseudonymen, allen voran Lützel Jeman – bei pardon. Zusammen mit F.K. Waechter riefen Gernhardt und F.W. Bernstein die beliebte Nonsens-Beilage „Welt im Spiegel“, kurz „WimS“, ins Leben, welche bis 1976 Zeitungsparodien mit Texten, Rätselspielen und Zeichnungen bot und schnell Kultstatus erlangte. Zu den festen Bestandteilen von WimS gehörte u.a. Gernhardts legendärer „Schnuffi“-Comicstrip mit Geschichten über die absurden Abenteuer eines Nilpferdes.

Bei pardon fanden sich diejenigen Zeichner und Autoren zusammen, die wir heute als „Neue Frankfurter Schule“ kennen und die als Wegbereiter eines neuen Komikverständnisses in Deutschland gelten. Die Künstlergruppe bestand neben den eben genannten Robert Gernhardt, F.W. Bernstein und F.K. Waechter aus den Zeichnern Chlodwig Poth, Hans Traxler und den Autoren Bernd Eilert, Eckhard Henscheid und Pit Knorr. Robert Gernhardt wird dabei von den Kollegen die Rolle des „Schuldirektors“ (Eckhard Henscheid), „Klassenprimus“ (Hans Traxler) oder auch „Supergurus“ (F.K. Waechter) zugeschrieben.

Zeichner der neuen Frankfurter Schule.
Zeichner der neuen Frankfurter Schule.

Gemeinsam mit Pit Knorr schrieb Gernhardt ab 1971 Sketche und eigene Serien für den Hessischen Rundfunk, u.a. „Dr. Seltsams Sonntags-Sortiment oder Hörrohr klar zum Gefecht – eine aktuelle Merkwürdigkeitenschau” und „HELP – ein satirisches Aushilfsmagazin”. Bald stieß Bernd Eilert dazu und das Autoren-Trio „GEK-Gruppe“ war geboren. Diese verantwortete später u.a. die TV-Comedy-Schau „Dr. Muffels Telebrause“ sowie die Produktion „Der Forellenhof – ein neuer Film zu alten Bildern“. In Kleinstarbeit wurde das Material der gleichnamigen Fernsehserie aus den 1960ern auf höchst komische Art und Weise neu zusammengeschnitten und synchronisiert. Nicht zuletzt begann in den 1970ern die Zusammenarbeit mit dem Komiker Otto Waalkes, für den die GEK-Gruppe zahlreiche Programme und Drehbücher schrieb.

1979 gehörte Robert Gernhardt zu den Mitbegründern des endgültigen Satiremagazins TITANIC, welches bis heute seinen Sitz in Frankfurt hat, und in dem Gernhardt unzählige Texte und Zeichnungen veröffentlichte. Exemplarisch sind „Gernhardts Erzählungen“ zu nennen, die sich, bestückt mit Bildergeschichten von Robert Gernhardt, meist auf einer Doppel-, manchmal auf einer Einzelseite durch die frühen TITANIC-Jahre zogen. Sie wurden später abgelöst von „Mit Gernhardt durchs Jahr“. Daneben erschien eine Fülle an weiteren Texten, so auch Humortheoretisches für die Rubrik „Humorkritik“ und Zeichnungen, die alleine oder in Gruppenarbeit entstanden.

Seit Beginn der 1980er veröffentlichte Gernhardt zahlreiche Gedichtbände, u.a. „Wörtersee“ 1981, eine Sammlung seiner Gedichte und Bildgedichte aus dem „Zeitmagazin“, in welchem Robert Gernhardt von 1978 bis 1986 veröffentlichte. Im Laufe der 1990er Jahre wurde Robert Gernhardt endlich auch vom Feuilleton zunehmend als Lyriker geschätzt.

In seinem lyrischen Schaffen verarbeitete Gernhardt auch seinen gesundheitlichen Kampf: Nach seiner schweren Herzoperation 1996 entstand der Band „Herz in Not“. Über seine Darmkrebserkrankung, von der er seit 2002 Kenntnis hatte, verfasste er zahlreiche Gedichte, welche unter dem Titel „K-Gedichte“ veröffentlicht wurden.

Zu Frankfurt am Main hegte Gernhardt eine sehr enge und besondere Verbindung. Zum 10-jährigen Jubiläum des Frankfurter GrünGürtels 2001 schenkte er der Stadt das von ihm gezeichnete GrünGürtel-Tier, laut Schöpfer eine „Mischung aus Wutz, Molch und Star“. Seit 2006 steht es in Bronze gegossen auf der Robert-Gernhardt-Brücke in Bonames. Neben seiner Wahlheimat Frankfurt schaffte er sich 1972 in der Toskana ein zweites Domizil, in dem er jährlich drei bis vier Monate verbrachte.

2001 wurde Robert Gernhardt als Gastdozent für die Frankfurter Poetikvorlesungen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität eingeladen. In dem Jahr vor seinem Tod hielt er Lyrik-Vorlesungen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und residierte kurzzeitig als Autor an der University of Warwick in England.

Seine Werke wurden mit zahlreichen Ausstellungen und Auszeichnungen gewürdigt, z.B. mit dem „Kasseler Kulturpreis für grotesken Humor“, dem „Stadtschreiber von Bergen“, dem „Göttinger Elch“, dem „Bert-Brecht-Preis“, dem „Heinrich-Heine-Preis“ sowie dem „Joachim-Ringelnatz-Preis“.

Robert Gernhardt starb am 30. Juni 2006 nach langer Krankheit in Frankfurt.
Der zeichnerische Nachlass von Robert Gernhardt ist Teil der Sammlung des Caricatura Museums Frankfurt. Ein Teil davon wird ständig in der Dauerausstellung gezeigt. Anlässlich seines 80. Geburtstags präsentiert das Caricatura Museum Frankfurt eine Werkschau, die – wie zuvor aufgezeigt –  das satirische Schaffen Robert Gernhardts in seiner ganzen Vielfalt zeigt. Sehr empfehlenswert, auch für jene, die vielleicht Robert Gernhardt erst wenig oder überhaupt nicht kennen!

Auszeichnungen
1983 Deutscher Jugendbuchpreis
1987 Berliner Kritikerpreis für
Literatur
1988 Kulinarischer Literaturpreis der
Stadt Schwäbisch Gmünd
1991 Kasseler Literaturpreis für
grotesken Humor
1991 Stadtschreiber von BergenEnkheim
1996 Richard-Schönfeld-Preis
1998 Bert-Brecht-Literaturpreis
Augsburg
1999 Erich-Kästner-Preis
2001 Schubart-Preis der Stadt Aalen
2002 Rheingau-Literaturpreis
2003 Binding-Kulturpreis
2003 Deutscher Kleinkunstpreis
2004 Joachim-Ringelnatz-Preis
2004 Heinrich-Heine-Preis der Stadt
Düsseldorf
2006 Wilhelm-Busch-Preis

Ort:

Ausstellungs-Impression. Erdgeschoss Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt.  Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. Erdgeschoss Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt, Leiter Achim Frenz. Foto: Diether v. Goddenthow

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
D-60311 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de
www.facebook.com/caricaturamuseum

Tetsche gewinnt den Deutschen Cartoonpreis 2017 Freiluftausstellung auf der Agora der Frankfurter Buchmesse

v.li.: Katharina Greve, dritter Preis, Cartoonisten-Duo Hauck & Bauer, zweiten Platz, und dazwische, zweiter von rechts: Fred Tödter alias Tetsche, erster Preis. Foto: Diether v. Goddenthow
v.li.: Katharina Greve, dritter Preis, Cartoonisten-Duo Hauck & Bauer, zweiten Platz, und dazwische, zweiter von rechts: Fred Tödter alias Tetsche, erster Preis. Foto: Diether v. Goddenthow

Der gemeinsam von der Frankfurter Buchmesse und dem Lappan Verlag in der Carlsen Verlag GmbH vergebene Deutsche Cartoonpreis 2017 geht an Fred Tödter alias Tetsche aus Steinkirchen. Den zweiten Platz belegt das Cartoonisten-Duo Hauck & Bauer, den dritten Preis erhält die Künstlerin Katharina Greve.

1. Preis

Fred Tödter alias Tetsche, erster Preis. America first.
Fred Tödter alias Tetsche, erster Preis. America first.

Aus mehr als 2500 Einsendungen wählte eine Jury die besten seit November 2016 entstandenen Cartoons aus. Der Jury gehörten Hendrik Hellige (Director Business Development Visual Culture & Kinder- u. Jugendbuch), Rolf Dieckmann (ehemaliger Humorchef beim STERN), Antje Haubner (Lektorin Lappan Verlag), Wolfgang Kleinert (Chef der Berliner Cartoonfabrik), Dieter Schwalm (Programmleiter Lappan Verlag) und Martin Sonntag (Leiter der Caricatura in Kassel) an.

Der Deutsche Cartoonpreis 2017 ist dotiert mit
3.000 € für den 1. Preis
2.000 € für den 2. Preis
1.000 € für den 3. Preis

Über 150 Cartoonisten folgten in diesem Jahr dem Aufruf, ihre besten Arbeiten für den Deutschen Cartoonpreis einzureichen. 273 Cartoons von insgesamt 82 Künstlern wurden von den Herausgebern für das Buch BESTE BILDER 8 ausgewählt, das pünktlich zur Preisverleihung erscheint. Die Anthologie zeigt das Beste an gezeichnetem Zeitgeist, Humor und Nonsens des Jahres 2017. Dieser Jahresrückblick hat beim Lappan Verlag Tradition, seit 2010 gibt es die Sampler BESTE BILDER des Jahres.

Die 25 besten der Bilder, aus denen zuletzt die drei Sieger-Cartoons  ermittelt wurden, zeigt die Freiluftausstellung auf der Agora der Frankfurter Buchmesse.  Darüber hinaus wird die Caricatura - Galerie für komische Kunst in Kassel, diese Bilder in der Ausstellung Beste Bilder 8 zeigen vom 09. Dezember 2017 bis 18. Februar 2018. Foto: Diether v. Goddenthow
Die 25 besten der Bilder, aus denen zuletzt die drei Sieger-Cartoons ermittelt wurden, zeigt die Freiluftausstellung auf der Agora der Frankfurter Buchmesse. Darüber hinaus wird die Caricatura – Galerie für komische Kunst in Kassel, diese Bilder in der Ausstellung Beste Bilder 8 zeigen vom 09. Dezember 2017 bis 18. Februar 2018.
Foto: Diether v. Goddenthow

Eine Auswahl der BESTEN BILDER aus dem Jahr 2017 ist in einer Freiluftausstellung auf der Agora der Frankfurter Buchmesse zu sehen. Darüber hinaus zeigt die Caricatura – Galerie für komische Kunst vom 09. Dezember 2017 bis 18. Februar 2018 die BESTE BILDER 8-Ausstellung in Kassel.

Mit dem Preis, der Freiluftausstellung auf der Buchmesse und der Buchpublikation BESTE BILDER 8 präsentieren die Frankfurter Buchmesse und der Lappan Verlag den Cartoon als Kunstform einem breiten Publikum.

Das Buch zur Ausstellung – äußerst empfehlenswert! 

beste-bilder8w

Die Welt ist in der Krise und nichts kann den Irrsinn besser erklären und erträglich machen als ein komischer Jahresrückblick auf alles, was dieses Jahr geschieht. Sicher wird Trump ein Thema sein, die Wahlen in Frankreich und Deutschland, alles, was uns dieses Jahr umtreiben wird, uns fassungslos macht. Dieser Band enthält die witzigsten, interessantesten, hintersinnigsten und besten Cartoons des Jahres und zeigt gleichzeitig die Vorauswahl für den Deutschen Cartoonspreis 2017.

BESTE BILDER 8 – Die Cartoons des Jahres wird herausgegeben von Antje Haubner, Wolfgang Kleinert und Dieter Schwalm. 168 farbige Seiten, Softcover, € 9,99 (D) / € 10,30 (A), Lappan Verlag.

Ab sofort kostenfreier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für rund 14.000 Studierende

Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen "Junges Museum" beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow
Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen „Junges Museum“ beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow

Neue Kooperation zwischen Kulturdezernat und Frankfurt University of Applied Sciences

(kus) Ab sofort haben Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) die Möglichkeit, mit ihrem Studierendenausweis 18 Frankfurter Museen kostenfrei zu besuchen. Für das Kulturticket, einem gemeinsamen Projekt des Kulturdezernats und des AStA der FRA-UAS, bezahlen die Studierenden lediglich einen Euro pro Semester.
„Ich freue mich sehr, dass Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences ab sofort mit ihrem Studierendenausweis auch gleich das Kulturticket in der Tasche haben. Alle sind herzlich eingeladen, die teilnehmenden Häuser kennenzulernen. Der Museumsbesuch kann als Ausgleich zum Unialltag oder zur Vertiefung des Studiums beitragen und darf nicht am knappen Budget scheitern. Mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Frankfurt University of Applied Sciences haben wir einen tollen und sehr engagierten Kooperationspartner gewonnen“, betont Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Mit in den Verhandlungen stand der AStA der FRA-UAS und begrüßt das Ergebnis: „Zugang zu kulturellen Angeboten sollte kein Luxusgut, sondern eine Selbstverständlichkeit sein. Daher freuen wir uns, dass nun auch unsere Hochschule vom breiten Angebot der Frankfurter Museen profitieren kann. Das Kulturticket ermöglicht uns Studierenden auch außerhalb der eigenen Fachrichtung eine Weiterbildung abseits von Vorlesungen und Seminaren.“

Die Hochschulleitung ergänzt: „Wir begrüßen die Einführung eines Kulturtickets für unsere Studierenden. Das Kulturticket ermöglicht den Besuch aller städtischen Museen und bietet so eine weitere Gelegenheit für unsere Studierenden, sich mit der Stadt zu verknüpfen und dabei über den Tellerrand des Fachstudiums hinauszuschauen.“

Neben der Goethe-Universität Frankfurt ist die FRA-UAS die zweite Hochschule, mit der das Kulturdezernat eine Kooperation eingeht. Das Kulturticket ermöglicht rund 60.000 Frankfurter Studierenden, kostenfrei die museale Vielfalt Frankfurts zu erleben. Sie zeigen dafür an der Kasse lediglich ihren Studierendenausweis vor und besuchen damit kostenfrei alle Dauer- und Sonderausstellungen der teilnehmenden Museen. Die neue Kooperation des Kulturdezernats ist ein weiterer Schritt, Türen zu öffnen und kulturelle Bildung und Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Neben dem bereits bestehenden Angebot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können so auch Studierende das breite kulturelle Programm der Stadt kostenfrei kennenlernen und nutzen.

Die teilnehmenden Museen sind: Archäologische Museum, Caricatura Museum, Deutsche Architekturmuseum, Deutsche Filmmuseum, Hindemith Kabinett, Historische Museum, Ikonen-Museum, Institut für Stadtgeschichte, Jüdisches Museum (Wiedereröffnung 2019), Kinder Museum, MMK 1|2|3 des MMK Museum für Moderne Kunst, Museum Angewandte Kunst, Museum Giersch der Goethe-Universität, Museum Judengasse, Porzellan Museum und Weltkulturen Museum.

Mehr Infos „Freier Museumseintritt“

TITANIC und Charlie Hebdo und das Caricatura Museum veranstalten Buchmessen-Survivallesung am 10.10.2017 im Mousonturm Frankfurt

TITANIC_Charlie Hebdo (c) Tom Hintner
TITANIC_Charlie Hebdo (c) Tom Hintner

TITANIC und Charlie Hebdo und das Caricatura Museum
Frankfurt präsentieren:

Das endgültige völkerverständigende Satire-Massaker

Die große, bunte Buchmessen-Survivallesung

Leo Fischer, Torsten Gaitzsch, Moritz Hürtgen, Fabian Lichter, Leo Riegel, Ella Carina Werner, Tim Wolff, Hans Zippert, Charlie-Hebdo Mitarbeiterin Teresa Habild als Jurorin und der volkstümliche Moderator Oliver Maria Schmitt gehen der Frage nach, ob Frankreich, das Gastland der diesjährigen Buchmesse, auch komisch kann. Frankreich ist das Gastland der diesjährigen Buchmesse. Aber kann Frankreich auch komisch? Ist welscher Humor in Deutschland verständlich, kann der Erbfeind über deutsche Bombenwitze lachen? Die Attentate auf die Mitarbeiter von „Charlie Hebdo“ in Paris und kurz darauf auf Satiriker in Kopenhagen sorgten für weltweite Erschütterung und Empörung, auch deutsche Satiremagazine standen plötzlich unter fürsorglicher Bewachung durch Polizei und Staatsschutz. „Charlie Hebdo“ erscheint inzwischen auch in Deutschland. Dürfen die das? Hören und sehen Sie selbst, wie die Frankfurter Satiriker auf den französischen Vorstoß reagieren und wen die Cartoonistin Teresa Habild, von Anfang an Mitarbeiterin der deutschen „Charlie Hebdo“-Ausgabe, zum Sieger kürt. Allons enfants de la Satire!

Dienstag, 10.10.2017, 20 Uhr
Mousonturm (Lokal), Waldschmidtstr. 4, 60316 Frankfurt
VVK: 16 € + Gebühr/ AK: 20 € / freie Sitzplatzwahl

caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de  www.facebook.com/caricaturamuseum

Das Caricatura Museum Frankfurt auf der Buchmesse
Halle 3.0 / K 45

© Caricatura Museum für komische Kunst
© Caricatura Museum für komische Kunst

Der gemeinsame Stand des Caricatura Museums Frankfurt, der Caricatura Galerie in Kassel und des endgültigen Satiremagazins TITANIC auf der Frankfurter Buchmesse ist seit 2000 feste Anlaufstelle und Kontaktbörse für Zeichner, Autoren, Redakteure, Verleger und Ausstellungsmacher.

Gemeinsam werden Netzwerke im Genre geschaffen und gestärkt sowie Projekte geplant.
Am Stand stehen Künstler zu folgenden Signierterminen zur Verfügung:

DONNERSTAG, 12.10.2017
15 UHR Katharina Greve

FREITAG, 13.10.2017
13 UHR Ari Plikat
14 UHR BeCK
15 UHR Frank Hoppmann
16 UHR Schilling & Blum
17 UHR Rattelschneck

SAMSTAG, 14.10.2017
12 UHR Peter Gaymann
Bernd Gieseking
13 UHR Michael Holtschulte
14 UHR Martin Perscheid
15 UHR Frank Hoppmann
16 UHR Martin Sonneborn
SONNTAG, 15.10.2017
12 UHR Michael Holtschulte

Früher hab´ ich nur mein Motorrad gepflegt – Bernd Gieseking präsentiert neues Buch im Caricatura Frankfurt

Buchvorstellung mit und von Bernd Gieseking:

Früher hab´ ich nur mein Motorrad gepflegt. Wie ein Sohn tapfer versucht, sich um seine alten Eltern zu kümmern.

Buchcover_Bernd_Gieseking
Nur einen knappen Monat nach seinem letzten Besuch hier in Frankfurt kommt Bernd Gieseking am 14. September 2017 um 20 Uhr erneut ins Caricatura Museum, um sein neueste Werk „Früher hab´ ich nur mein Motorrad gepflegt. Wie ein Sohn tapfer versucht,
sich um seine alten Eltern zu kümmern“ vorzustellen.

Sein Werk ist ein humorvolles, aber auch rührendes Buch über das Älterwerden und -sein, das Erwachsenwerden der erwachsenen Kinder, um Liebe, Sorge und Freundschaft. Gieseking beschreibt den Selbstversuch, sich ganz in den Dienste der Eltern zu stellen, nachdem sein Vater gestürzt ist und sich einen „Seitenrippenbruch“ zugezogen hatte. Einen Sommer lang möchte der Sohn seine Eltern unterstützen und sich um Haus und Hof kümmern. Was nun aber, wenn die Eltern doch merklich fitter sind als erwartet und man selbst irgendwie langsamer ist als gedacht?? Bernd Gieseking

Bernd Gieseking, geboren 1958, ist Kabarettist und Autor. Bekannt aus diversen Auftritten in Funk und Fernsehen, schreibt Gieseking Kolumnen für die wahrheit und die Satireseite der taz, Kinderhörspiele für den WDR sowie Bücher und Kinderbücher. Seit mittlerweile 20 Jahren präsentiert Bernd Gieseking im Rahmen einer Deutschlandtournee seinen jährlichen satirischen Rückblick „Ab dafür!“.

Buchcover_Bernd_Gieseking

 

 

Fischer Verlag Preis: (D) 9,99 € ISBN: 978-3-596-29844-0

 

 

 

Caricatura Museum Frankfurt, Weckmarkt 17, 60311 Frankfurt am Main
Donnerstag, 14. September 2017
Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19.30 Uhr
Eintritt: 8 Euro
Vorverkauf: im Museumsshop und unter Tel. 069 212 30161

Tierisch gut! – Willkommen in Frank Hoppmanns zeichnerischem Promi-Primatenreich – ab 2. August im Caricatura Frankfurt

0.animalismMit der Ausstellung Animalism vom 3. 08. bis 3. 12. 2017 des Münsteraner Karikaturisten Frank Hoppmann ist dem Caricatura Museum Frankfurt wieder einmal ein regelrechter Coup gelungen: Bislang noch viel zu wenig bekannt, gehört der 42jährige Meister liebevoll-boshaft animalisch herrlicher  Portraits zu den  besten  seiner Zunft. Dabei fokussiert sich Hoppmanns Kosmos  auf die Menschen, die Schweine und die Fliegen, wobei sich – vielleicht rein zufällig – gewisse Parallelen zu Orwells „Farm der Tiere“ aufdrängen, in der sich bekanntlich am Ende die Schweine auch nicht mehr von den Menschen unterscheiden und umgekehrt.  Auch Hoppmann spielt mit Analogien, Verzerrungen, Überzeichnungen und Verwandtschaften, Möglichkeiten und Andeutungen, wobei kaum jemand so wie er den Wesenskern der portraitierten Politiker, Fliegen und Schweine trifft,  respektvoll und  urteilsfrei. Dies überlässt er seinen Betrachtern. Ergänzt werden die Portraitzeichnungen durch skurrile dreidimensionale Objekte.

Ursula von der Leyen, Claudia Benedikta Roth usw. Foto: Diether v. Goddenthow
Ursula von der Leyen, Claudia Benedikta Roth usw. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung „Animalism“ ist ein Muss für jeden Freund der komischen Kunst und für alle,  die Kunst erleben wollen, die von „Können kommt“. Animalism stehe für zwei konträre Vorgänge – die Vermenschlichung der Tiere sowie die „Vertierlichung“ der Menschen, so die Ausstellungsmacher.Zu den Konterfeis aus Politik gesellen sich weitere Personen des öffentlichen Lebens: Schauspieler, Musiker, Sportler, Philosophen – selbst der Tod hat seinen Platz.

Frank Hoppmanns Zeichnungen sind nicht erst durch die Veröffentlichung einer seiner Trump-Karikaturen in der Los Angeles Times in diesem Jahr international bekannt geworden. Bereits während seines Studiums veröffentlichte der 1975 geborene Zeichner erste Karikaturen in verschiedenen Zeitungen und wurde seit 2005 mit Preisen bedacht. 2008 konnte sich F.W. Bernstein bei einer Ausstellung in der Caricatura-Galerie in Kassel einen Künstler für das Nachwuchskabinett aussuchen – seine Wahl fiel ohne zu zögern auf Frank Hoppmann. Tomi Ungerer lernte ihn bei der Verleihung des e.o.plauen-Preises kennen und schätzen. Thérèse Willer, Direktorin des Ungerer-Museums in Straßburg, fällt ein ultimatives Urteil über Hoppmann: „Er ist der legitime Nachfolger von Tomi Ungerer.“

Galerie der Diktatoren --- Foto: Diether v. Goddenthow
Galerie der Diktatoren — Foto: Diether v. Goddenthow

Berühmt wurde er aufgrund seiner gnadenlosen Erbarmungslosigkeit in der Darstellung berühmter Personen aus Politik, Fernsehen, Musik und Sport. Dieser tiefgründige Blick, die Detailgenauigkeit sowie die Ausdrucksstärke seiner teils düster morbiden Portraits von Menschen und Tieren machen die Figuren selbstredend und deren Witz nachhaltig und zeitlos.

Klaus Kinski © Frank Hoppmann Foto: Diether v. Goddenthow
Klaus Kinski © Frank Hoppmann Foto: Diether v. Goddenthow

Seine Werke wurden mit der Bezeichnung „Phantastischer Satirismus“ gewürdigt. Frank Hoppmanns Arbeitsweise ist dabei vielfältig: Er schafft Zeichnungen oder Aquarelle, mit Bleistift, Buntstift, Kohle, Tusche, Acryl oder Wasserfarben oder einer Kombination aller auf unterschiedlichen, teilweise aneinander geklebten Papieren, Leinwänden, Pappen oder Holzplatten.

Hans-Christian Ströbele. © Frank Hoppmann Foto: Diether v. Goddenthow
Hans-Christian Ströbele. © Frank Hoppmann Foto: Diether v. Goddenthow

Geboren und aufgewachsen ist Frank Hoppmann im Emsland. Bereits in der – zumeist durch unfaire Lehrer verstärkt bedrückend empfundenen Schulzeit – begann er aus Frust und Langeweile Lehrer zu karikieren, ganz zur Freude seiner Klassenkameraden, und zum Ärger der Gezeichneten. Wenigstens ein Lehrer erkannte sein großes Talent, besorgte ihm Kunst- und Fachbücher und ermutigte ihn, seine große Begabung vielleicht auch einmal beruflich zu nutzen. So zog es ihn nach seinem Abitur nach Münster, wo er noch heute lebt und arbeitet, um an der FH Design mit Schwerpunkt Druckgrafik, Illustration und Zeichnung zu studieren. Neben dem Studium arbeitete er als Gerichtszeichner für große Fernsehsender, Zeitungen und Zeitschriften, sowie als Karikaturist für die Lokalpresse. Die Kunst war seine Berufung, allerdings reichte einfaches Zeichnen nicht aus; ihn faszinierte die humoristische gesellschaftskritische Malerei. Für seine Diplomarbeit „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ fertigte er 50 Portraits und rund 200 Skizzen betrunkener Frauen und Männer an und übte so harsche Kritik an der Gesellschaft.

Meister Frank Hoppmann und der "größte US-Präsident aller Zeiten".  Foto: Diether v. Goddenthow
Meister Frank Hoppmann und der „größte US-Präsident aller Zeiten“. Foto: Diether v. Goddenthow

Seit seinem Studienabschluss arbeitet Hoppmann als freischaffender Künstler und zeichnet u.a. für „Die Welt“, die „Welt am Sonntag“, dem „Rolling Stone Magazin“ und für das Satiremagazin „Eulenspiegel“. Zahlreiche Zeitungen veröffentlichen seine Karikaturen, sowohl national, wie z.B. „Stern“, „Handelsblatt“, „Süddeutsche Zeitung“ oder „taz“ als auch international, wie die „Los Angeles Times“ und „The Atlantic Times“.

Katalog
11.cover-animalismZur Ausstellung ist
in der Caricatura
Museum Edition im
Kunstmann-Verlag
das Buch
„Frank Hoppmann –
Animalism“ erschienen.
Preis 18,- €Euro

 

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.dewww.facebook.com/caricaturamuseum

Veranstaltungen

10.festival.d.komikFestival der Komik IX
25. bis 27. August 2017
Im Rahmen des Museumsuferfests findet bereits zum 9. Mal das Festival der Komik statt. Vom 25. bis 27. August präsentiert das Caricatura Museum Frankfurt erlesenste Bühnenkunst – draußen und kostenfrei. Der Tradition folgend wird Bernd Gieseking das abwechslungsreiche Programm moderieren.
Freitag, 25. August 20.00 – 22.00
Thomas Gsella, Pit Knorr & Hans Zippert: „Erziehung des Scherzens“
Samstag, 26. August
14.00 – 15.30 Katinka Buddenkotte: „Liebling der Schwerkraft“
16.00 – 17.30 Thomas C. Breuer: „Letzter Aufruf“
18.00 – 19.30 Jess Jochimsen: „Kann Spuren enthalten“
20.00 – 21.30 Martin Sonneborn: „Let’s rock the Establishment, Mr. Sonneborn!“
Sonntag, 27. August
14.00 – 15.30 Hartmut El Kurdi: „Revolverhelden auf Klassenfahrt“
16.00 – 17.30 Dietmar Wischmeyer: „Wischmeyer liest zurück“
18.00 – 19.30 Torsten Gaitzsch, Moritz Hürtgen & Tim Wolff: Die 3 TITANIC
Chefredakteure retten die Menschheit
20.00 – 21.30 Fritz Eckenga: „Frisch von der Halde“

Dauerausstellung:
Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule
18.05-03.12.2017
Um den Besucher an der umfangreichen Sammlung des Caricatura Museums teilhaben zu lassen und aus konservatorischen Gründen wird die Dauerausstellung „Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“ in halbjährlichem Turnus neugehängt. Die aktuelle Auswahl der Zeichnungen von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und
F. K. Waechter ist vom 18. Mai bis 3. Dezember 2017 zu sehen.
In der laufenden Hängung präsentiert das Caricatura Museum Frankfurt eine Besonderheit: F.W. Bernstein hat acht Werke von Chlodwig Poth mit Gedichten humorvoll kommentiert, die in seinem Lyrik-Band „Frische Gedichte“ (Kunstmann-Verlag) kürzlich veröffentlicht wurden. Diese Bilder sind zusammen mit den Gedichten in der Ausstellung zu sehen.

Ausstellungs-Vorschau
Robert Gernhardt
15.12.2017-15.04.2018
Der Zeichner, Maler, Lyriker, Schriftsteller und Drehbuchautor Robert Gernhardt wäre am 13. Dezember 80 Jahre alt geworden. Dies nimmt das Caricatura Museum zum Anlass sein satirisches Schaffen in einer umfassenden Einzelausstellung zu präsentieren. U.a. werden seine Bildergeschichten, Cartoons, Illustrationen und eine Auswahl seiner „Brunnen-Hefte“ gezeigt sowie Hörstationen mit Gedichten und Texten eingerichtet.
Robert Gernhardt (1937-2006) war als Redakteur der Satirezeitschrift PARDON und als Mitbegründer der Satirezeitschrift TITANIC maßgeblich daran beteiligt, seine Wahlheimat Frankfurt zur Satirehauptstadt zu machen.

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.dewww.facebook.com/caricaturamuseum

Eine Bibel des Komischen oder „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“, herausgegeben von Uwe Wirth, erschienen im Metzler- Verlag

komik-coverDieses Buch war längst überfällig: „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“, jetzt erschienen im Stuttgarter Metzler-Verlag, herausgegeben vom Gießener Literaturprofessor Uwe Wirth und mit verfasst von 20 hochkarätigen Co-Autoren, entführt uns in ganz unterschiedliche gesellschaftspolitische, philosophische, psychologische, kulturelle, religiöse und mediale Welten des Komischen.
Erst jetzt beginnt man – auch in der akademischen Welt – wohl zu begreifen, was Komik als Forschungsgegenstand ist: der Brückenkopf für jede Erforschung der Kultur – vor allem der eigenen. Hierbei leistet Uwe Wirths „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“ wahre Pionierarbeit: Auf 400 Seiten haben 20 Autorinnen und Autoren aus 10 verschiedenen Disziplinen (darunter etliche Beiträger mit praktischer Erfahrung in der Komikproduktion, so dass sich der Begriff ‚interdisziplinär‘ auch auf die ‚Praxeologie‘ des Komischen beziehen lässt) in sechsjähriger Arbeit alles zusammengetragen, was sich zurzeit über das Phänomen Komik wissen lässt.

Neben der Erschaffung einer Enzyklopädie des Komischen geht es den Autoren auch auch darum, die interkulturellen Verschiedenheiten in der Wertschätzung des Komischen und so etwas wie eine Binnenperspektive auf die Kulturen des Komischen aufzuzeigen. So werden auch die unterschiedlichen Stile des Komischen, die mitunter sogar Komikschulen hervorgebracht haben, dargestellt: Man denke nur an Loriot, Otto Waalkes, Monty Python, und natürlich an die von Robert Gernhardt mitbegründete Neue Frankfurter Schule, aus der die Satire Zeitschrift Titanic 2 hervorgegangen ist. Freilich gibt es auch – wie man zuletzt im Fall Jan Böhmermann gesehen hat, unterschiedliche Stile – und Kulturen – der Humorlosigkeit. Dabei zeigt sich gerade am Widerstand gegen das Komische, insbesondere am Wunsch, dem Witz und der Satire Grenzen aufzuzeigen, welch außergewöhnlich interessanter Untersuchungsgegenstand das Phänomen Komik ist.

„Komik“ ist das erste wissenschaftlich fundierte Kompendium des Humors, eine höchst empfehlenswerte Bibel des Komischen für alle, die sich ernsthaft mit den Phänomen des Humoristischen beschäftigen wollen. In „Komik“ erhalten sie erstmals einen breiten Überblick über die vielfältigen Formen und Themen des Komischen, methodische Zugänge und somit eine Bestandsaufnahme der aktuellen Komikforschung insgesamt.

In einem ersten Teil werden die Grundbegriffe wie Komik, Humor, Witz, Ironie, Satire, Parodie, Komödie, aber auch Randphänomene wie Dummheit, Groteske, Sarkasmus dargestellt.

Im zweiten Teil werden die vielfältigen Ansätze und methodischen Zugänge zur Komikforschung in verschiedenen Disziplinen beleuchtet: von der Anthropologie und Philosophie über die Hirnforschung, die Psychologie und die Psychoanalyse, bis hin zu Sprach- und Literaturwissenschaft, Soziologie, Gender-Forschung und Interkulturalität.

Im dritten Teil stehen die historischen Erscheinungsformen des Komischen in verschiedenen Gattungen und Medien im Fokus: von Literatur und Theater über Presse, Malerei und Grafik bis zu Film, Fernsehen, Rundfunk und den neuen Medien.

komik-cover

Uwe Wirth (Hg.) Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch
Metzler-Verlag, Stuttgart 2017, Gebundene Ausgabe: 415 Seiten, 69,95 Euro
ISBN-13: 978-3476023490

 

 

 

 Aus dem Inhaltsverzeichnis

I Grundbegriffe des Komischen
1 Komik Tom Kindt 2
2 Humor Tom Kindt 7
3 Witz Stefan Willer 11
4 Ironie Uwe Wirth 16
5 Satire Rüdiger Zymner 21
6 Parodie Uwe Wirth 26
7 Komödie/Tragikomödie Bernhard Greiner 30
8 Das Groteskkomische Günter Oesterle 35
9 Spaßmacher Hans Rudolf Velten 42
10 Lachen Christiane Voss 47
11 Dummheit Uwe Wirth 52
12 Wortspiel Alexander Brock 56
13 Sarkasmus Burkhard Meyer-Sickendiek 61

II Methodische Zugänge zum Komischen
14 Philosophie Achim Geisenhanslüke 68
14.1 Zum Begriff der Komik 68
14.2 Komik und Witz in der Philosophie 68
14.2.1 Komik und Witz in der englischen
Aufklärung: Shaftesbury, Addison,
Hutcheson 69
14.2.2 Kant, der Witz und das Wissen 71
14.2.3 Ästhetik des Komischen: F. Schlegel
– Schopenhauer – Nietzsche 72
14.2.4 Witz bei Bergson und Freud 73
14.2.5 Anthropologie des Witzes: Plessner,
Ritter und Marquard 75
15 Anthropologie
Tom Kindt / Robert Vellusig 78
15.1 Bioanthropologie 78
15.2 Philosophische Anthropologie 80
15.3 Anthropologische Psychologie 83
15.4 Kulturanthropologie 86
16 Psychologie, Medizin, Hirnforschung
Willibald Ruch / Jennifer Hofmann 89
16.1 Der Lustigkeitseindruck 89
16.2 Lächeln 90
16.3 Lachen 92
16.4 Erheiterung 93
16.5 Struktur und Prozesse: Die Verarbeitung
von Komik 94
16.6 Motivationale Prozesse 95
16.7 Stimmung und Persönlichkeit 96
16.8 Humor als Tugend/Charakterstärke 96
16.9 Messverfahren 97
16.10 Weitere Aspekte einer Psychologie des
Humors 98
17 Komik, Witz und Humor in der Psychoanalyse
Michael Wetzel 101
17.1 Freuds ursprüngliche Einsicht 101
17.2 Sparsamkeit und Verausgabung 105
17.3 Andere Schauplätze des Lachens 108
18 Linguistik und Humor Helga Kotthoff 112
18.1 Sprachspiele, Rahmungsspiele,
Necken 112
18.2 Pointen und (semantische) Inkongruenzen
113
18.3 Humor, Ironie und die Griceschen
Maximen der Kommunikation 115
18.4 Komik, Humor und Ironie in der
Interaktionsforschung 117
18.5 Humor in der Gruppe und in den
Medien 118
18.6 Lachen im Gespräch 119
19 Literaturtheorie 122
19.1 Rhetorisch-poetologische Ansätze
Arne Kapitza 122
19.2 Sprechakttheorie und Komiktheorie 125
19.3 Bachtins Ansatz im Spannungsfeld von
Karneval und Literatur 128
19.4 Neuere (analytische, systemtheoretische,
performanztheoretische) Ansätze
Uwe Wirth 129
20 Komik, Gesellschaft und Politik
Arne Kapitza

usw. über: komik-inhaltsverzeichnis

„Barfüßer“ als 14. komisches Kunstwerk im Frankfurter Grüngürtel eingeweiht!

Barfuesser-Enthüllung in der Kurt-Halbritter-Anlage Frankfurt-Rödelheim.Foto: Diether v. Goddenthow
Barfuesser-Enthüllung in der Kurt-Halbritter-Anlage Frankfurt-Rödelheim.Foto: Diether v. Goddenthow

Die Nachricht könnte sich heute  auch wie ein Aprilscherz lesen. Sie ist es aber nicht! Gestern fand tatsächliche die Einweihung der Skulptur eines Wesens statt, welches es eigentlich nur in der Fantasie gibt: Der „Barfüsser“.  Seit gestern treibt er „leibhaftig“ in der Kurt-Halbritter-Anlage als 14. Exemplar der komischen Kunstwerke im Frankfurter Grüngürtel sein „Unwesen“.

Der Barfuesser, Bronzskulptur von Siegfried Böttcher Foto: Diether v. Goddenthow
Der Barfuesser, Bronzskulptur von Siegfried Böttcher Foto: Diether v. Goddenthow

In Kooperation mit dem Caricatura Museum Frankfurt und dem Umweltamt hatten das Frankfurter Umwelt- und das Kulturdezernat herzlich eingeladen, der   Einweihung des ulkigen Vielfüsser-Wesens von Kurt Halbritter gestern in der Kurt-Halbritter-Anlage, dem ehemaligen Solms-Platz in Rödelheim, beizuwohnen.

Man kann ihn nicht nur streicheln, sondern auch auf ihm reiten. Im Hintergrund die Gruppe "Gallus-Donner".Foto: Diether v. Goddenthow
Man kann ihn nicht nur streicheln, sondern auch auf ihm reiten. Im Hintergrund die Gruppe „Gallus-Donner“.Foto: Diether v. Goddenthow

Und selbst Petrus hatte es gut gemeint, so dass die kleine Einweihungs-Feier mit Kaffee, Saft und einem anschließend verteilten zweiten Barfüsser auf 5 Kilogramm „Marzipan“ zu einem ersten kleinen Sommer-Happing 2017 wurde. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Jugendtrommlerband „Gallusdonner“, die auf ihren japanischen Trommeln ihren ersten Auftritt mit Bravour hinlegten und die gut 120 Gäste begeisterten.

Siegfried Böttcher auf seiner großartigen höchst gelungenen Barfüsser-Skulptur. Kurt Halbritter, der Erschaffer und geniale Zeichner hätte seine wahr Freude daran gehabt. Foto: Diether v. Goddenthow
Siegfried Böttcher auf seiner großartigen höchst gelungenen Barfüsser-Skulptur. Kurt Halbritter, der Erschaffer und geniale Zeichner hätte seine wahr Freude daran gehabt. Foto: Diether v. Goddenthow

Der „Barfüßer“ entstammt dem Werk „Tier- und Pflanzenwelt“ (1975) von Kurt Halbritter. Neben bizarren Lebewesen wie dem „Hochhändigen Lachfuß“, dem „Finguin“ oder dem „Fusseltierchen“ spürt Halbritter darin auch den „Barfüßer“ in seiner natürlichen Umgebung auf und beschreibt ihn detail- und kenntnisreich. Der „Barfüßer“, lateinisch pedibus nudis, ein Getier mit einer großen Anzahl Füßen, einem weiteren Fuß als Nase und zwei Händen als Ohren, steht ganz im Dienste müde gewordener Pilger und bietet ihnen rettendes Geleit an.
Nach der Zeichnung von Kurt Halbritter hat der Kasseler Bildhauer Siegfried Böttcher die 2,6 m lange und 1 m hohe, aus Bronze gegossene Skulptur geschaffen. Gefördert wird das Projekt vom Regionalpark RheinMain und dem Kulturfonds Frankfurt Rheinmain.

Kurt Halbritter
Kurt Halbritter (geb. 1924 in Frankfurt, gest. 1978) war ein satirischer Zeichner und Karikaturist. Er war bei der 1962 gegründeten Satirezeitschrift pardon von Anfang an dabei und gehörte dort zu den prägendsten Zeichnern. Für die Binding Brauerei schuf er die populären Werbefiguren „Schorsch und Schaa“. Bis zu seinem plötzlichen Tod 1978 lebte und arbeitete Halbritter in Frankfurt-Rödelheim.

Komische Kunst im Frankfurter GrünGürtel
Der Frankfurter GrünGürtel ist eine hessische Erfolgsgeschichte. Mit seinen 8.000 Hektar bietet er den Bürgern und Bürgerinnen einen attraktiven Erholungs- und Freizeitraum.
Seit 2001 bevölkert eine außergewöhnliche, komische Spezies den GrünGürtel, ausnahmslos Werke der Komischen Kunst. Angefangen hat es mit Robert Gernhardts GrünGürtel-Tier, einem Mischwesen aus „Wutz, Molch und Star“. Seitdem folgten in dem gemeinsamen Projekt von Umweltamt und Caricatura Museum Frankfurt bis zum heutigen Tag weitere Kunstwerke von Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, Hans Traxler, F.K. Waechter und Bernd Pfarr. Kurt Halbritters „Barfüßer“ zieht als 14. Komisches Kunstwerk in den Frankfurter GrünGürtel ein.

In der aktuellen Hängung der Dauerausstellung im Caricatura Museum Frankfurt sind noch bis zum 14. Mai 2017 Zeichnungen und Modelle der Komischen Kunst im Grüngürtel zu betrachten.

ARI PLIKAT Ausstellung vom 23. März 2017 – 23. Juli 2017 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

cover-d.i.m.hip-hop,jpgEin Spießbürger mit Hut, Schlips und Aktentasche – aber ohne Füße; frei schwebend im Hier und Jetzt scheinbar über einem Trampolin: „Das ist mein Hip Hop“. Das ist – vor allem – erst einmal die Leichtigkeit des Seins, die ja jeder anders definiert. Das ist aber auch ein typisches Werk von Ari Plikat: sparsam der Strich, lakonisch und trocken auf dem Punkt die Ansagen.

Foto: © Sabrina Didschuneit
Foto: © Sabrina Didschuneit

Ein Stück Papier ist Ari Plikats Bühne, manchmal aber auch Postkarten und Bierdeckel, die so zu „Sammelpappen“ werden. Plikat, der „Meister der breiten Hosen“, ist dabei scharfsinniger Beobachter der Welt des Absurden. Mit seinen Bildern erschafft er einen ganz eigenen Kosmos.

Die charmant-wahnsinnigen Figuren und Formen sind dabei krakelig, der Witz auch mal grob und vulgär und scheut auch den albernsten Kalauer nicht. Aber – und das ist die große Kunst Ari Plikats – bei aller Hässlichkeit und Derbheit des Dargestellten ist sein künstlerisches Talent und Können in jedem Bild sichtbar: Alles stimmt, alles sitzt. Die Farben und der Strich sind genau die, die es sein müssen.

Sei es mit Aquarell, Tusche oder Filzstiften gemalt – Plikats Cartoons sind oft böse, aber nie boshaft, dafür sind sie viel zu gut. Die meisterhafte Ausführung der Zeichnung und die Farben sind es, die das gezeigte groteske Geschehen immer irgendwie auch liebenswert erscheinen lassen.
Weite Hosen, keine Füße, eine seltsame Brille oder einfach sehr glubschige Glubschaugen und viele, schiefe Zähne – so sieht das Figurenpersonal aus den Cartoons von Ari Plikat aus. Dazu kommt Plikats heimliches Markenzeichen: Die Punkte, die seinen Darsteller über dem Kopf schweben, diese „Belämmertheits-Punkte“ (Titanic-Grafiker Tom Hintner), die die Bräsigkeit der gemalten Persönchen erst so richtig zum Vorschein bringen. Als Deppen hat der ehemalige TITANIC-Chefredakteur Leo Fischer die Figuren aus den Cartoons von Ari Plikat einst so kurz wie treffend beschrieben, und Recht hat er.

Ausstellungs-Impression im Caricatura. Bild: © Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression im Caricatura. Bild: © Diether v. Goddenthow

Aber: Plikats Zeichnungen haben Stil – nämlich seinen ganz eigenen: „Selbst wenn eine Zeichnung mal eine wirklich schwere Geburt ist, muss es schnell und leicht hingeworfen aussehen“, so der gebürtige Dortmunder. Und das tut sie immer. Das ist sein Hip Hop.

Plikat hat sich in seiner annähernd 30-jährigen Karriere als Cartoonist und Illustrator mit den unterschiedlichsten Themen des menschlichen Daseins auseinandergesetzt: Essen, Sex und Tod. Aber auch andere Sujets wie Katzen, Kaffee, Stehaufmännchen und Ballontierchen lässt er in seinen Zeichnungen nicht unberührt. Sie sind oft surreal, manchmal auch politisch, gelegentlich auch illustrativ. Immer jedoch schwingt in ihnen eine Portion Anarchie und Rotzigkeit mit oder − wie es Zeichnerkollege POLO ausdrückt: „Das ist gezeichneter Rock’n’ Roll“. Plikats Witz ist grob und vulgär, er schreckt auch vor den albernsten Kalauern nicht zurück: „Hier wird die Sau rausgelassen, keine Pointe, kein Wortspiel verkniffen, und der Zusammenstoß mit unseren Konventionen macht die komische Wirkung, knapp vor der Empörung.“ So charakterisierte der große F.W. Bernstein einmal Ari Plikats Strich.

Ari Plikat (Jg. 1958) studierte nach seiner Ausbildung zum Grafiker Visuelle Kommunikation in Leeds und Dortmund, wo er auch lebt und arbeitet. Einst bei Altmeister F. W. Bernstein in die Lehre gegangen, gehört er heute zu den wichtigen Vertretern der deutschen Zeichner-Szene. Seine Cartoons erscheinen u.a. in Titanic, taz, stern, Eulenspiegel, Zitty, Italien und im Bananenblatt. Er lebt zusammen mit der Illustratorin Charlotte Wagner in Dortmund. Die beiden arbeiten und veröffentlichen auch gemeinsam als Lotte & Ari.

Für seine Werke wurde Ari Plikat mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Silber (2006) und dem Sondermann für Komische Kunst (2010). Und schon zuvor erhielt er als Werbegrafiker Preise wie den Clio-Award 1988, der als Werbe-„Oscar“ gilt.

Ausstellungs-Impression. Bild: © Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. Bild: © Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt erstmalig das ganze Spektrum des Schaffens von Ari Plikat. In der Ausstellung werden brandneueste Cartoons und die lustigsten Klassiker aus Plikats Universum präsentiert. Daneben finden die Besucher die wohl größte Schau von komischen Bierdeckeln, die die Welt je gesehen hat. Zudem werden rund 120 Postkarten und fast ebenso viele Plikat‘sche „Pappenheimer“ gezeigt. Auch eine von Plikat bemalte Badematte hat ihren Platz in der Ausstellung gefunden, und nicht zuletzt zwei Skulpturen des Kasseler Bildhauers Sigfried Böttcher nach Cartoons von Ari Plikat.

Zur Ausstellung erscheint in der Caricatura Museum Edition der Cartoonband „Das ist mein Hip Hop!“

cover-d.i.m.hip-hop,jpgAri Plikats Cartoons sind nichts für zarte Seelen: mit krakeligem Strich und knalligen Farben rückt er lebenswichtigen Dingen wie Sex, Macht und Tod ohne Rücksicht auf Schamgefühl und political correctness zu Leibe. Und trotzdem gibt’s im neuen Buch auch Feen und Einhörner! Ehrlich! Sehr empfehlenswert, auch als Selbst-Geschenk!
(Lappan, 2017)
Lappan Verlag – EUR 9,99
128 Seiten / ISBN: 978-3-830-33471-2

 

Comicwettbewerb „Welt retten“ – Frankfurter Anne Frank-Bildungsstätte sucht Superheld*innen für heute

Cover_Comicwettbewerb.wNach den sehr erfolgreichen Jugendkunstwettbewerben der vergangenen Jahre schreibt die Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/Main in diesem Jahr einen bundesweiten Comicwettbewerb zum Thema „Welt retten – Superheld*innen für heute“ aus.

Bewerber*innen jeden Alters können bis zum 3. Mai 2017 einen Strip oder eine Comic-Geschichte einreichen, die eine Seite umfassen soll. Eine Fachjury, zu der namhafte Comiczeichner*innen sowie der F.A.Z.-Redakteur und Genre-Experte Andreas Platthaus gehören, begutachtet und bestimmt die Gewinner*innen in drei Alterskategorien: bis 14 Jahre, 15 bis 19 Jahre, über 20 Jahre.
„Wir sind gespannt auf die Auseinandersetzung junger Künstler*innen mit gesellschaftspolitischen Fragen, auf ihre Ideen von einer ‘guten Welt‘ und ihre Visionen davon, wofür es sich heute zu kämpfen lohnt“, sagt Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder attraktive Preise zu gewinnen – u.a. ein MacBook Pro, eine Reise nach Amsterdam mit einem Besuch des Anne Frank Hauses oder ein Besuch des Comic Salons Erlangen. Ein oder mehrere der prämierten Comics werden Teil des neuen Lernlabors „Anne Frank. Morgen mehr.“ zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Vergangenheit und Gegenwart, das 2018 in der Bildungsstätte eröffnet wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 12. Juni 2017 – dem Geburtstag von Anne Frank – in der Frankfurter Paulskirche im Rahmen des ersten „Anne Frank-Tags“ der Stadt Frankfurt statt. Die besten Comics werden für einige Wochen im Foyer der Paulskirche ausgestellt.

Das Caricatura Museum Frankfurt ist Kooperationspartner.

Alle Details zur Teilnahme, Altersgruppen, Formate usw. erfahren über: http://www.bs-anne-frank.de/kunstwettbewerb/

Bildungsstätte Anne Frank
Céline Wendelgaß
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Telefon: 069/560 00 233
cwendelgass@bs-anne-frank.de
Ausschreibung
Die Welt ist voller Übel, Unrecht und Schurk*innen. Und im Comicuniversum haben ja doch nur Batman, Superman und Co. das Sagen. Es ist Zeit, dass sich das ändert. Es ist Zeit für Eure Superheld*innen! Wir wollen wissen, wie zeitgemäße Superheld*innen leben, lieben, aussehen, streiten und Widerstand leisten. Wie sie kämpfen – und wofür. Wir wollen erleben, mit welchen Gefahren, Schandtaten und Gegener*innen sie es heute zu tun haben. Wir wollen ihre Superkräfte und Überzeugungen kennenlernen, ihre Freund*innen, vielleicht auch ihre Schwächen. Wir fragen uns, ob Superheld*innen ins Kino gehen und ob sie kochen können. Aber wer sagt eigentlich, dass nur Menschen Superheld*innen sein können? Wir sind gespannt auf Eure Kreationen.

Jury
Anke Kuhl (Comiczeichnerin, Frankfurt), Marijpol (Comiczeichnerin, Hamburg), Philipp Mohr (William Blair & Company), Andreas Platthaus(Comicexperte und Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., Frankfurt), Manuel Tiranno (Comiczeichner, Frankfurt), Barbara Yelin (Comiczeichnerin, München)

Bildungsstätte Anne Frank
Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen
Was können wir heute noch aus der Vergangenheit lernen? Wie handeln wir im Hier und Jetzt, wenn uns Rassismus begegnet? Wie gestalten wir die Gesellschaft, in der wir in Zukunft leben wollen – und in der alle einen Platz haben? Das sind Fragen, zu denen die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main arbeitet.

Als Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken.
Partizipativ und interaktiv: In Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten werden Jugendliche, Schüler*innen und junge Erwachsene dazu ermutigt, eigene Standpunkte einzunehmen, Handlungsspielräume zu nutzen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. Fachkräfte erarbeiten sich in Fortbildungen und Seminaren einen qualifizierten Umgang mit rassistischen, antisemitischen oder diskriminierenden Handlungen und Äußerungen. Sie erhalten Beratung in (akuten) Konfliktfällen sowie zum Umgang mit Radikalisierung und radikalisierten Jugendlichen.
Zwei Beratungsstellen sind in der Bildungsstätte Anne Frank angesiedelt: response. berät Betroffene rechter und rassistischer Gewalt in ganz Hessen, das Adibe-Netzwerk Hessen begleitet und unterstützt Menschen, die Diskriminierung erfahren haben. Der Austausch von Theorie und Praxis wird in der Bildungsstätte gefördert – etwa im Rahmen der Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft“.
Neben der Dauerausstellung zu Anne Frank zeigt die Bildungsstätte wechselnde Sonderausstellungen zu historischen und aktuellen Themen. Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“ tourt seit 2014 durch Hessen, um Jugendliche gegen Rassismus und Diskriminierung in ihrem direkten Umfeld zu sensibilisieren.

Bildungsstätte Anne Frank
Céline Wendelgaß
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Telefon: 069/560 00 233
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