Kategorie-Archiv: Caricatura Frankfurt

Klaus Stuttmanns „Statements“ – über 30 Jahre politische Karikatur vom Feinsten – ein Muss für alle Fans bittersüßen Humors

Caricatura_Museum_Frankfurt_PLAKAT_Klaus_Stuttmann_Statements-250In einer umfassenden Werkschau präsentiert das Caricatura Museum Frankfurt ab dem 28. April 2022 in „Klaus Stuttmann: Statements“ die besten politischen Karikaturen von 1990 bis 2022, mit einem besonderen Platz für eines seiner Hauptmotive: der Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel.
Klaus Stuttmann gilt als einer der renommiertesten tagespolitischen Karikaturisten Deutschlands. Seine Zeichnungen erscheinen in über 30 Zeitungen, für den „Tagesspiegel“ z. B. veröffentlicht er seine visuellen Kommentare zum aktuellen Weltgeschehen seit 2003 fast täglich. Unverkennbar sind sein Zeichenstil auf höchstem Niveau und die humorvoll sowie nachdenklich stimmenden Pointen.

Klaus Stuttmann, 1949 geboren  in Frankfurt a. M., wuchs in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart auf. Bereits als 10-Jähriger zeichnete er großflächig Karikaturen von Politikern auf den Tapeten in der elterlichen Wohnung. Nach seinem Schulabschluss entschied er sich für ein Kunstgeschichtsstudium, das er in Tübingen begann und ab 1970 in Berlin fortsetzte. Politisch in einer der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW) nahestehenden Hochschulgruppe aktiv, gestaltete er Flugblätter und zeichnete Karikaturen. Eine Tätigkeit, die Stuttmann endgültig davon überzeugte, die Kunsttheorie zugunsten der zeichnerischen Praxis aufzugeben. Nach dem Magisterabschluss 1976 arbeitete er als Illustrator und Layouter. Für die Tageszeitung der SEW „Die Wahrheit“ zeichnete er bis 1989 politische Karikaturen, anschließend für die „taz“.

Klaus Stuttmann, sein Kürzel KS lässt sich unter jedem Thema finden. Schätzungsweise 10. 000 bis 15.000 Karikaturen hat er im Laufe seiner Karriere veröffentlicht. © Diether v. Goddenthow
Klaus Stuttmann, sein Kürzel KS lässt sich unter jedem Thema finden. Schätzungsweise 10. 000 bis 15.000 Karikaturen hat er im Laufe seiner Karriere veröffentlicht. © Diether v. Goddenthow

In den folgenden drei Jahrzehnten veröffentlichte Stuttmann darüber hinaus in über 30 Tageszeitungen, darunter regelmäßig in der „Badischen Zeitung“, „Neuen Osnabrücker Zeitung“, „Neuen Westfälischen“, „Hannoverschen Allgemeinen“ und „Rhein-Neckar-Zeitung“. Seit 2003 zeichnet er fast täglich für den „Tagesspiegel“. Außerdem illustrierte er zahlreiche Publikationen. Die besten Arbeiten eines Jahres versammelt Stuttmann seit 2006 in seinen Jahrbüchern. Für seine Karikaturen wurde Stuttmann mehrfach mit der „Rückblende“ ausgezeichnet, 1997 erhielt er den 1. und 2014 den 2. Preis des „Deutschen Preises für politische Karikatur“. Zudem gewann er 2007 den Publikumspreis und 2016 den 1. Platz beim „Deutschen Karikaturenpreis“, 2010 in Forte dei Marmi (Italien) den „Premio Satira Politica“. Zuletzt belegte Stuttmann 2021 den 3. Platz beim „Deutschen Cartoonpreis“. Er lebt und arbeitet in Berlin.

© Klaus Stuttmann, Foto: diether v. Goddenthow
© Klaus Stuttmann, Foto: diether v. Goddenthow

Täglich erarbeitet er seine gezeichneten Kommentare zum Weltgeschehen in gelassener Routine: (Meist) nächtliches Studium der aktuellen Online-Nachrichten und Schlagzeilen, Auswahl des Themas und erste Ideenfindung, Ausarbeitung der Zeichnung ab 13.30 Uhr, Abgabe zum Redaktionsschluss bis spätestens 16.30 Uhr. Längere Auszeiten gönnt sich der Zeichner kaum — selbst im Urlaub wird am täglichen Witz gearbeitet. Seit über 20 Jahren zeichnet er ausschließlich auf dem Tablet, das ihm die Arbeit enorm erleichtert: Der Autodidakt hat nie eine grafische Ausbildung absolviert, in der er den „richtigen“ Umgang mit Feder und Tusche erlernte. Das Kratzen der Feder, unschöne Flecken und lästige Löcher im Papier gehören für Stuttmann lange der Vergangenheit an. Ohnehin ist Stuttmann offen gegenüber technischen Neuerungen, die seiner Arbeit auch immer entgegenkamen: Das Faxgerät erlöste ihn von den Gängen in die Redaktionen und die E-Mail ermöglichte es ihm, seine anfänglich schwarzweiß gehaltenen Zeichnungen nun auch koloriert zu versenden. Seit 2009 experimentiert er mit animierten Karikaturen, die 2012 auch das ZDF zeigte.
Zudem veröffentlichte er „Making-Offs“, in denen man Strich für Strich die Entstehung seiner Zeichnungen bis hin zur Kolorierung verfolgen kann.

Schätzungsweise 10.000 – 15.000 Karikaturen hat Stuttmann laut eigener Aussage im Laufe seiner Karriere gezeichnet. Immer geprägt durch den eigenen „Stuttmann-Strich“, der so leichtfüßig erscheint und hinter dem ein genaues Studium der Porträtierten steckt. Dabei geht es nicht nur um markante Äußerlichkeiten, sondern auch um ihr Wesen, ihre Eigenheiten. Seine Figuren entstehen mit jeder Zeichnung neu, feste Vorlagen gibt es keine — das schafft Raum für ihre Entwicklung. Immer aber gilt der Grundsatz, der so wesentlich für die Karikatur ist: Binnen Sekunden muss sich den Betrachtenden erschließen, um wen und um welche Situation es geht. Klaus Stuttmann versteht sich aber nicht nur als Künstler, sondern ebenfalls als Journalist. Seine Karikaturen sind kritischer Kommentar, oftmals auch provokanter Gegenentwurf zum politischen Mainstream. Mit historischem und politischem Wissen, Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis seziert er komplizierteste Sachverhalte. Mit feinen Strichen und pointiertem Wortwitz deckt er auf, stellt bloß, eckt an. In der römischen Tradition der Persönlichkeitskarikatur stößt er die Mächtigen mit Humor vom Thron, gibt sie der Lächerlichkeit preis und lässt sie zu dem werden, was sie eigentlich sind: Menschen, über die man lachen kann. Nicht zum Selbstzweck, sondern als erster Schritt des Widerstandes. Stuttmanns Machtkritik richtet sich gegen Personen, staatliche und religiöse Autoritäten sowie Gesellschaftsstrukturen, gegen antidemokratische Tendenzen jeglicher politischen Couleur.

Ausstellungsimpression "Stuttmann:Statements" Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungsimpression „Stuttmann:Statements“ Foto: Diether v. Goddenthow

In der Werkschau „Klaus Stuttmann: Statements“ zeigt das Caricatura Museum Frankfurt mehr als 300 Karikaturen aus den Jahren 1990 bis 2022. Ebenfalls sind Illustrationen für den 2008 erschienenen Museumsführer „Fit fürs Museum“ sowie für das Weinmagazin „enos – von Wein, Menschen und Kulturen“ zu sehen. Komplettiert wird die Ausstellung durch eine Auswahl an Radierungen, Plastiken und „Making-Offs“. Einen besonderen Platz nimmt eines seiner Hauptmotive ein: die Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel. Eine Figur, die ihm als Karikaturist besonders ans Herz gewachsen ist. Seit über 30 Jahren hat er ihren Werdegang beobachtet, ihre charakteristischen Züge studiert.

Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main,
Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de ,
www.caricatura-museum.de

Buchempfehlung zur Ausstellung

klaus-stuttmann-mein-merkelbuch-neuauflage-2022Die Ära Angela Merkel ist zu Ende gegangen. Für Klaus Stuttmann genau der richtige Zeitpunkt, seine über 800 Merkel-Karikaturen aus drei Jahrzehnten zu einem außergewöhnlichen BildExtrakt zu verdichten. Sein bildgewaltiges Panoptikum setzt zugleich der Kanzlerin zum Abschied das wohlverdiente satirische Denkmal. Ein umfassender Rückblick auf die Merkel-Jahre mit kritischer Distanz, voller Empathie, nuancenreich und treffend analysiert.

Mein Merkelbilderbuch.
Über 800 Zeichnungen aus über 30 Jahren
Klaus Stuttmann
Schaltzeit Verlag, EUR 24,90
Hardcover, 200 Seiten, farbig
ISBN: 978-3-946972-54-9

Publikationen

Jahrbücher
Jetzt geht’s looos! Politische Karikaturen 2021 (Jahresband Nr. 13.) Schaltzeit Verlag 2021.
• 1,5 m Mindestabstand!! Politische Karikaturen 2020 (Jahresband Nr. 12). Schaltzeit Verlag 2020.
• Irre!! Politische Karikaturen 2019 (Jahresband Nr. 11), Schaltzeit Verlag 2019.
• Is was?! Politische Karikaturen 2018 (Jahresband Nr. 10), Schaltzeit Verlag 2018.
• Alles Fake!! Politische Karikaturen 2017 (Jahresband Nr. 9), Schaltzeit Verlag 2017.
• Voll auf Kurs! Politische Karikaturen 2016 (Jahresband Nr. 8), Schaltzeit Verlag 2016.
• Wir schaffen das!! Politische Karikaturen 2015 (Jahresband Nr. 7), Schaltzeit Verlag 2015.
• Endlich Weltmeisterin! Politische Karikaturen 2014 (Jahresband Nr. 6), Schaltzeit Verlag 2014.
• Frisch verwählt. Politische Karikaturen 2013 (Jahresband Nr. 5), Schaltzeit Verlag 2013.
• Wir geben nichts! Politische Karikaturen 2012 (Jahresband Nr. 4). Schaltzeit Verlag 2012.
• Schöne Pleite. Politische Karikaturen 2011 (Jahresband Nr. 3). Schaltzeit Verlag 2011.
• Land unter! Politische Karikaturen 2010 (Jahresband Nr. 2). Schaltzeit Verlag 2010.
• Klare Ansage. Politische Karikaturen 2009 (Jahresband Nr. 1). Schaltzeit Verlag 2009.
• Klaus Stuttmann 2008. Eigenverlag 2008.
• Klaus Stuttmann 2007. Eigenverlag 2007.
• Klaus Stuttmann 2006. Eigenverlag 2006.

Weitere Monografien
• Mein Merkelbilderbuch. Über 800 Zeichnungen aus über 30 Jahren – aktualisierte Ausgabe. Schaltzeit Verlag 2021.
• Noch mehr Stuttmann. Die besten Tagesspiegel-Karikaturen aus (fast) zwei Jahrzehnten. Verlag Der Tagesspiegel 2021.
• Mein Merkelbilderbuch. Beinahe 800 Zeichnungen aus beinahe 30 Jahren. Schaltzeit Verlag 2018.
• Ohne Titel (und auch ohne Amt). Vom Aufstieg und Fall des Freiherrn Karl-Theodor von und zu Guttenberg. Sonderauflage zur Leipziger Buchmesse 2011. Schaltzeit Verlag 2011.
• Raketen, Raketen. Zeichnungen seit dem Brüsseler NATO-Beschluss. Atelier im Bauernhaus 1983.

Texte, Zeichnungen, Gemeinschaftsproduktionen

  • 26 Zeichnungen in: Manfred Günther: Kindheit – Jugend – Alter. Das Taschenbuch-Lexikon. Heimdall Verlag 2020.
  • 12 Zeichnungen in: Manfred Günther: Alles was jungen Menschen Recht ist. HVD-Verlag 2019.
  • 20 Zeichnungen in: Manfred Günther: Hilfe! Jugendhilfe. Heimdall Verlag 2018.
  • Frank Muchlinsky (Hrsg.): 111 Dinge, die ein evangelischer Pfarrer nicht sagt (und eine Pfarrerin natürlich auch nicht). Mit Cartoons von Klaus Stuttmann. edition chrismon 2017.
  • Wählen? Ja, bitte! Mit Fragen und Antworten rund um die Bundestagswahl. Eine Ausstellung der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Karikaturen zur Bundestagswahl von Martin Erl, Horst Haitzinger, Barbara Henniger, Kriki, Gerhard Mester, Heiko Sakurai und Klaus Stuttmann. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung 2017.
  • Olaf Jacobs (Hrsg.), Sebastian Fink: Wem gehört der Osten? Die großen Deals der deutschen Einheit. Mitteldt. Verlag 2015.
  •  Annelie Buntenbach (Hrsg.): Ein starkes Parlament für ein besseres Europa – am 25. Mai 2014 wählen gehen. DGB Bundesvorstand, Abteilung Europapolitik 2014.
  • Ins Netz gegangen. (Un)heimlich lustige Karikaturen von Klaus Stuttmann, NEL und Til Mette. Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung 2014.
  • Prost Wahlzeit! Karikaturen von NEL, Thomas Plaßmann, Heiko Sakurai und Klaus Stuttmann. Schaltzeit Verlag 2013.
  • Walther Fekl (Hrsg.): Paarlauf / Pas de deux. Die deutsch-französischen Beziehungen in der politischen Karikatur / Les relations franco-allemandes dans le dessin de presse. Karikaturen von Plantu, Klaus Stuttmann u. a. Schaltzeit Verlag 2013.
  •  Christian Esser, Astrid Randerath: Schwarzbuch. Deutsche Bahn. Goldmann 2011.
  •  49 Cartoons in: Manfred Günther: Wörterbuch Jugend – Alter. Vom Abba zur Zygote, Vorwort Austrofred; Nachwort Ernst Volland. RabenStück 2010.
  • Verkehrte Welten. Karikaturen von Stuttmann und Reiner Schwalme. Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg 2009.
  • 28 Zeichnungen in: Andreas Blühm: Fit fürs Museum. Hatje Cantz Verlag 2008.
  • Karin Burger: Armutszeugnis. Ratgeber in Armutsfragen. Sozio-Publishing 2007.
  • Michael Jürgs, Angela Elis: Typisch Ossi, typisch Wessi: Eine längst fällige Abrechnung unter Brüdern und Schwestern. Mit Karikaturen von Dieter Hanitzsch und Klaus Stuttmann. Goldmann 2006.
  • 25 Zeichnungen in: Manfred Günther: Fast alles was Jugendlichen Recht ist. HVD-Verlag 2003.
  • Herzlich Willkommen. Karikaturen von Gerhard Mester, Thomas Plaßmann, Klaus Stuttmann. Nest 2002.
  • Hans Walde: Sächs’sche Heileits. Mit Ill. vorrsähn von Klaus Stuttmann. Tauchaer Verlag 2002.
  • Hans Walde: Wodruff mir Sachsn schdolz sin. Mit Ill. vorrsähn von Klaus Stuttmann. Tauchaer Verlag 2002.
  • Hans Walde: Das Däschdlmäschdl zwischen August un dor Goseln. Mit Ill. vorrsähn von Klaus Stuttmann. Tauchaer Verlag 2002.
  • Wendepunkte. Karikaturen von Barbara Henniger und Klaus Stuttmann. Texte zur Ausstellung in der Brandenburgischen Landeszentrale für Politische Bildung, 11. Mai bis 27. August 1999. Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung 1999.
  •  De Weihnachts-Geschischde. Sächs’sche Farriande / erscht von Ludder-Mardien aus’n Laddeinischen un Griechischen ins Deitsche iwworsetzt un nu nochema von Walde-Hans in Leibzschor Gewandhaus-Sächs’sch dranskribbiert. Stuttmann-Klaus hat de weltberiehmde Schdorrie mit wundorhibschn Illusdratzschon’n vorsähn. Sachsenbuch 1998.
  • Titel (Deckel) sowie 15 Illustrationen für: JAW (Hrsg.): Rechte junger Menschen. Berlin 1997.
  • Klaus Stuttmann, Hanno Parmentier: Weiter so, Deutschland. Messidor-Verlag 1986.
  • Stefan Reisner: Quackelkontakt. Neueste Schlafsahne. Kritzeleien von Klaus Stuttmann. Elefanten-Press-Verlag 1986.
  • Stefan Reisner: Noch mehr Schlafsahne. Geschichten hinter d. Tür. Kritzeleien von Klaus Stuttmann. Elefanten-Press-Verlag 1986.
  • Stefan Reisner: Neunundzwanzig Pfund Schlafsahne. Geschichten zum Vorlesen u. Selberlesen. Kritzeleien von Klaus Stuttmann. Elefanten-Press-Verlag 1986.
  • Johann D. Bellmann: Lüttjepütt. Zeichnungen von Klaus Stuttmann. Verlag Atelier im Bauernhaus 1983.

Auszeichnungen

  • 2021: 3. Preis beim „Deutschen Cartoonpreis 2021″
  • 2021: 2. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2020″
  • 2019: 2. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2018″
  • 2016: 1. Platz „Deutscher Karikaturenpreis“
  • 2015: 1. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2014″
  • 2014: 2. Preis beim „Deutschen Preis für politische Karikatur“
  • 2012: 1. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2011″
  • 2010: Premio Satira Politica – Forte dei Marmi / Italien
  • 2008: 1. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2007″
  • 2007: Publikumspreis beim „Deutschen Karikaturenpreis“
  • 2004: 2. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2003″
  • 2002: 1. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 2001″
  • 2000: 1. Preis „Karikatur“ bei der „Rückblende 1999″
  • 1997: 1. Preis des „Deutschen Preises für politische Karikatur“

Das Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst zeigt vom 2. Dezember 2021 bis zum 18. April 2022

© Hurzlmeier
© Hurzlmeier

Das Caricatura Museum Frankfurt präsentiert in der neuen Ausstellung „Hurzlmeier Malerei“ die besten und komischsten Arbeiten von Rudi Hurzlmeier aus den vergangenen 35 Jahren.

Rudi Hurzlmeier wurde 1952 im Klostersanatorium der Armen Franziskanerinnen zu Mallersdorf als mittleres von sieben Kindern geboren. Mit 16 Jahren brach er seine Schullaufbahn ab und begann eine Lehre als Schaufensterdekorateur, die er ebenfalls nicht beendete. Es folgten verschiedenste Jobs als Hotelbus-Koch, als Bühnenbauer des Filmarchitekten und Oskar-Preisträgers Rolf Zehetbauer, Spezialausstatter der Fernsehserie „Aus heiterem Himmel“, als Taxifahrer und als Antiktrödelhändler. Für bekannte Komiker schrieb er zahlreiche Gags. Während dieser Tätigkeiten folgte er seiner wahren Leidenschaft: dem Zeichnen und Malen, was er schon damals gerne zu seinem Hauptberuf gemacht hätte. Gleich viermal lehnte man ihn an der Kunstakademie ab, so studierte er als Autodidakt intensiv die großen Meister in Büchern und Museen. Bei der frisch gegründeten Münchner Stadtzeitung erhielt er 1980 eine feste Seite für seine Cartoons. Für das P.M.-Magazin illustrierte Hurzlmeier Wirtschafts- und Spionagethemen. Er zeichnete Cartoons für Zeitschriften wie „Gong“, „HörZu“, „Stern“ und „Bunte“. Auf sein Talent aufmerksam wurde auch Robert Gernhardt, der die Satirezeitschrift TITANIC 1979 mitbegründet hatte. Unter der ersten Bewerbungs-Zeichnung, die Hurzlmeier eingesandt hatte, bemerkte er: „Der Zeichner könnte zu uns passen.“ Seit 1985 ist er als ständiger Mitarbeiter des Satiremagazins tätig. In seiner langen Laufbahn als Cartoonist und Maler lieferte Hurzlmeier zudem Beiträge für „Penthouse Magazin“, „Eulenspiegel“, „Nebelspalter“, „Die Zeit“, „Stern“, „FAZ Sonntagszeitung“, „Spiegel online“, „Die Presse/Wien“ und „Süddeutsche Zeitung“.

© Hurzlmeier
© Hurzlmeier

Über vierzig Bücher und Kataloge dokumentieren das Schaffen des Künstlers. Mehr als hundert Einzel- und Themenausstellungen im In- und Ausland stellen seine Popularität als Meister der Komischen Kunst unter Beweis. Als Illustrator arbeitete er für namhafte Autoren wie Robert Gernhardt, Elke Heidenreich, Truman Capote, Peter Hacks, Thomas Gsella, Hans Zippert, Wiglaf Droste und Klaus Bittermann. In gleich sieben Bänden dichtete Harry Rowohlt kongeniale Verse zu Hurzlmeiers Tierbildern. Mit dem Cartoonisten Peng zusammen entwickelte er die Zeichenmethode HIRAMEKI, eine Klecks- und Kritzeltechnik für Groß und Klein. Als Dozent der Sommerakademie für Komische Kunst in Kassel gab er 2008 und 2010 sein Wissen an junge Zeichner weiter.

Rudi Hurzlmeier wurde mehrfach für sein Werk ausgezeichnet: 2004 mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Silber, 2010 und 2014 in Gold, 2005 mit dem Sondermann-Preis für Komische Kunst, 2015 mit dem Göttinger Elch und 2020 mit dem Ernst-Hoferichter-Preis. Heute lebt Hurzlmeier mit seiner Frau Gabriella Watenphul überwiegend in München. Seine beiden Kinder sind ebenfalls Künstler*innen. Unter dem Dynastie-Label „The Hu“ sind ihre Werke in gemeinsamen Ausstellungen zu sehen.

Das Œuvre Hurzlmeiers umfasst Zeichnungen und Cartoons, Plastiken genauso wie großformatige Gemälde in Aquarell und Acryl. Mit der Nacktportraitserie „Lebende Legenden“ für das PenthouseMagazin versuchte sich der Maler erstmals an der Acryltechnik, die er in den 1990er Jahren perfektionierte. Zusammen mit Ernst Kahl und Michael Sowa trug er maßgeblich zum Einzug der Malerei in die Komische Kunst bei. Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber entdecken schnell die altmeisterlichen Zitate in den Bildern Hurzlmeiers: Manet-Himmel wölben sich über Landschaften. Das Figurenensemble berühmter Gemälde wie Millais` Ophelia bevölkert die mal biederen, mal idyllischen, mal bizarr-grotesken Welten. Stile und Techniken wie zum Beispiel von Caspar David Friedrich und Franz Marc konterkarieren nicht selten das Thema des Bildes. Die üppig ausgestatteten Gemälde laden ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Denn es gibt, um Robert Gernhardt zu zitieren, in Rudi Hurzlmeiers Bildern „zwar jede Menge zu belachen, doch unendlich mehr zu beschauen, zu bewerten und zu bewundern.“ Oft ergibt sich auch der eigentliche Witz erst aus der Kombination des Motives mit dem jeweiligen Bildtitel.

Die Ausstellung im Caricatura Museum für Komische Kunst zeigt 100 Werke auf Leinwand und Papier von Rudi Hurzlmeier, die allesamt in der TITANIC erschienen sind. Die Schau orientiert sich dabei an den Werk-Kategorien, die der Maler selbst geschaffen hat – in Anlehnung an und als Persiflage auf die alten Meister: So bspw. „Große Pferdebilder“, „Moderne Hochgebirgsmalerei“, „Seestücke“, „Schwarzmalerei“ und „Heiligenbilder“. Zu sehen sind großformatige Acrylgemälde, aber auch eine breite Auswahl von Cartoons, die ergänzend dazu das zeichnerische Schaffen des Künstlers dokumentiert. Es gibt verschiedenste Serien zu bewundern: Bspw. den „Regelvollzug Aquarellmalkurs“, bei dem sich Hurzlmeier als Kursleiter im Knast verdient machte, Funde „Aus Gurlitts Sperrmüll“, und aktuell immer noch allmonatlich in Zusammenarbeit mit den Kollegen Rattelschneck und Hauck & Bauer erscheinend die Rubrik „Hier lacht der Betrachter“. Zudem wird seine Abhandlung „Über das Lächerliche an komischen Zeichnungen. Eine Doktorarbeit — quasi“ präsentiert, in der Hurzlmeier das eigene Zeichnen reich bebildert gleichermaßen wissenschaftlich und hochkomisch reflektiert. Insgesamt 13 Plastiken von Rudi Hurzlmeier komplettieren die Schau im Caricatura Museum Frankfurt. Begrüßt und verabschiedet werden die Gäste im Schaufenster des Museums von einem (annährend) lebensgroßen Skulptoon des Kasseler Bildhauers Sigi Böttcher, der das Plakatmotiv „Selbst im Raumgleiter“ von Rudi Hurzlmeier in 3D umgesetzt hat.

Die Ausstellung wird begleitet von dem Buch „HURZLMEIERMALEREI“:
hurzelmalerei-begleitband-160-jpgMit seiner Malkunst, die Generationen von Meistern augenzwinkernd zitiert, hat Rudi Hurzlmeier der Satire ein neues Feld erschlossen. In diesem prächtigen Bildband sind die schönsten Bilder aus drei Jahrzehnten versammelt. Verlag Antje Kunstmann, 220 Seiten, 25 € ISBN: 978-3-95614-400-4

Caricatura Museum Frankfurt

 

Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main,
Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de ,
www.caricatura-museum.de

Greser & Lenz: SCHLIMM. Ein Vierteljahrhundert Witze für Deutschland

Corona, letztes Abendmahl, da Vinci © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021
Corona, letztes Abendmahl, da Vinci © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom
22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021

Sie erfanden „Genschman“, „Die roten Strolche“ und konnten 2015 nach den Anschlägen  auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo»  ihre religionskritischen Karikaturen  nur unter Polizeischutz zeigen. Ihre Werke sind legendär. Jetzt präsentiert das Caricatura Museum für Komische Kunst in Frankfurt eine Retrospektive und große Überblicks-Schau des besten Zeichnerduos Greser und Lenz zum 25-jährigen FAZ-Jubiläum. Gezeigt werden 384 Spitzenzeichnungen.  Wer noch mehr sehen will, dem sei der gigantische Begleitkatalog mit über 1700 Abbildungen wärmstens empfohlen. Es ist ein Witze-Standardwerk aus einer Zeit als noch unschuldig gelacht werden durfte, ohne dass irgendeine politisch-korrekte Moralkeule den Humor im Keim erstickte oder kaputt-genderte.

Das Zeichner-Duo Heribert Lenz (l.) u. Achim Greser beim heutigen  Presserundgang Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow
Das Zeichner-Duo Heribert Lenz (l.) u. Achim Greser beim heutigen Presserundgang Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow

Achim Greser, geboren 1961 in Lohr am Main, und Heribert Lenz, geboren 1958 in Schweinfurt, lernten sich während ihres Studiums für Graphik- und Kommunikationsdesign in Würzburg kennen. Ihre Begeisterung für die Werke der Neuen Frankfurter Schule mündete bald in erste gemeinsame humorzeichnerische Experimente. In den 1980er Jahren (Greser 1986 und Lenz 1988) gingen sie nach Frankfurt zum Satiremagazin Titanic, wo sie auf die Mitglieder der Neuen Frankfurter Schule F.K. Waechter, F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und Hans Traxler trafen. Zunächst in freier Mitarbeit für die Gebrauchsgrafiken der Titanic zuständig, fiel schnell ihr komisches Talent auf und Cartoons und Comics, die in Einzel- und Gemeinschaftsarbeit entstanden waren, wurden veröffentlicht. Bundesweite Bekanntheit erlangten sie durch ihre sehr erfolgreiche Comicserie „Genschman“ (über Hans-Dietrich Genscher als Superman) und „Die roten Strolche“ (über die SPD unter dem Vorsitz von Rudolf Scharping).

Sensemann- Karikatur © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow
Sensemann- Karikatur © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom
22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow

Mitte der 1990er Jahre wurde der Journalist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Johann Georg Reißmüller, auf die Zeichner aufmerksam. Achim Greser hatte zuvor eine lose Reihe komischer Zeichnungen zur Literatur und dem literarischen Leben im Feuilleton der F.A.Z. veröffentlicht, nun wollte Reißmüller sie beide für tagesaktuelle Karikaturen im Politikteil gewinnen. Obwohl Greser & Lenz dem linksideologisch geprägten Milieu entstammten, nahmen sie das Angebot und die Herausforderung der konservativen Tageszeitung an und publizierten in ihrem eigenen Stil und ihrer Herangehensweise ihre tagespolitischen Karikaturen.

Religions- und feminismuskritische Karikatur © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow
Religions- und feminismuskritische Karikatur © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow

1996 erschien ihre erste Karikatur in der F.A.Z. zur BSE-Krise. Zu sehen: zwei sich freudig abklatschende Fliegen über einem Rind, Untertitel: „Die gute Nachricht für Eintagsfliegen: BSE-Inkubationszeit liegt bei 10 Jahren.“. 2007 wurde erstmals eine Zeichnung auf Seite eins abgedruckt. Zu sehen ist Angela Merkel neben dem Weihnachtsmann im Schlitten, Angela Merkel sagt: „Ich reise nur noch mit Ihnen. Ihre CO2-Bilanz ist sagenhaft.“ Weitere Veröffentlichungen auf Titelseiten folgten, unter anderem 2013 mit der Karikatur „Die Baupläne des Irren von Limburg“ über den römisch-katholischen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Limburg, der 2013 als Protz-Bischoff Schlagzeilen machte. Seit 2008 erscheinen zudem in der F.A.Z.-Rubrik „Staat und Recht“ zweiwöchentlich farbige Tierzeichnungen, in denen die Zeichner ihre Faszination für Vielfalt und Skurrilität der Fauna ausleben. Auch in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung werden ihre Karikaturen regelmäßig veröffentlicht. Seit 2005 versammelt die F.A.Z. jährlich in den „Chroniken eines Jahres“ Karikaturen von Greser & Lenz. Zudem publizierten sie im Stern sowie im Focus.

Bestseller-Rezept. © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow
Bestseller-Rezept. © Greser&Lenz in der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom
22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow

Gleich zweimal gewannen sie den Deutschen Karikaturenpreis, 2004 und zuletzt 2018, 2015 erhielten sie den Ludwig-Emil-Grimm-Preis für Karikatur, 2016 den Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft.

Die Redaktion der F.A.Z. lässt dem Künstler-Duo bei ihren Zeichnungen fast alle Freiheiten, lediglich Fäkalhumor und Obszönitäten müssen ausgeklammert werden. Die Karikaturen erscheinen meist in thematischer Nähe zu einem Artikel. Sie behandeln politische, kulturelle, sportliche, wirtschaftliche, aber auch religiöse Themen. Getreu ihrem Motto: „Jeder Krieg hat seine Opfer, das gleiche gilt für den guten Witz.“ zeichnen sie zur Finanz- und Immobilienkrise, zur Klimakatastrophe, zur Flüchtlingskrise ebenso wie zum Erstarken des Rechtsextremismus und Covid-19. Nicht immer ist das Publikum den Karikaturen gewogen, einige führten zu heftigen Kontroversen unter der Leserschaft

Impression der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow
Impression der Jubiläums-Ausstellung „Greser&Lenz: Schlimm“ im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst vom 22. Juli 2021 bis zum 21. November 2021 © Foto Diether v. Goddenthow

Mit ihrem feinsinnig hintergründigen Witz setzen sie auf den Moment des Unerwarteten und nicht auf die bloße Illustration des Leitartikels. Damit revolutionierten sie die tagespolitische Karikatur. Greser&Lenz breiten einen eigenen Kosmos aus. Bei ihnen wird auf Witz gezeichnet, mit bis auf das Kleinste ausformulierten Sujets. Ihre Pointen sind messerscharf und illustrieren den Kern komplexer Sachverhalte. Nicht allein Größen aus der Politik, Wirtschaft oder der Kirche finden Eingang in ihre Zeichnungen. Häufig karikieren Greser & Lenz die Auswirkungen der politischen Entscheidungen auf das Alltagsleben. Immer unterhaltsam, immer entlarvend, aber nie mit erhobenem Zeigefinger will das Zeichnerduo aufklären und die Betrachter provozieren. Als „Witzemacher“ lautet ihre oberste Prämisse: Hauptsache das Publikum lacht!

Greser & Lenz leben heute in einem Jugendstilhaus in Aschaffenburg, in getrennten Wohnräumen, aber gemeinsamer Zeichenwerkstatt. Täglich werden dort tagesaktuelle Themen studiert und diskutiert, ausgewählt und skizziert. Ihre Vorschläge übermitteln sie der F.A.Z.-Redaktion zunächst als Skizzen. Sobald sie die Auswahl der Redaktion erhalten, arbeiten sie die Karikatur mit künstlerischen Mitteln, handwerklicher Präzision und Liebe zum Detail aus. Nach alter Schule mit Tusche, Feder und Aquarellfarben auf Papier, die eingescannt an die Redaktion gesendet werden. Gezeichnet wird an getrennten Tischen, Greser ist meist für das Lettern der Sprechblase verantwortlich. In den vielen Jahren der Zusammenarbeit haben sie ihren gemeinsamen Stil entwickelt. Inzwischen lässt sich nur schwer oder überhaupt nicht mehr sagen, von wem die Karikatur stammt.

Begleitkatalog und Jubiläumsband „Schlimm“

Caricatura_Museum_Frankfurt_Katalog_SchlimmDas Zeichnerduo Greser & Lenz – das ist der Witz in der F.A.Z., der sich in 25 Jahren fest in klugen Köpfen verankert hat. Mit ihren hintersinnigen Zeichnungen bereichern sie Land & Leute und malen ein Deutschland aus, wie man es so nur in diesem prachtvollen Jubiläumsband bewundern kann.  Ein Prachtband unschuldiger Heiterkeit, garantiert politisch  unkorrekt; aber niemals menschenrechtsverletzend.

 

Verlag Antje Kunstmann, 705 Seiten, über 1.700 Abbildungen, vierfarbiger Druck, 48 EUR, ISBN 978-3956144363

Publikationen

  • SCHLIMM! Ein Vierteljahrhundert Witze für Deutschland. Antje Kunstmann Verlag 2021.
  • HESSEN FÖRST! Karikaturen von Greser & Lenz. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu 2019.
  • WITZE FÜR DEUTSCHLAND. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu 2018.
  • VERLORENES PARADIES JAMAIKA. Die Chroniken des Jahres XIII. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt 2017.
  • DAS IST JA WOHL EIN WITZ! Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2014.
  • DEUTSCHLAND VON UNTEN. Die Chronik des Jahres IX. F.A.Z, Frankfurt 2013.
  • MEISTER DER KOMISCHEN KUNST: GRESER & LENZ. Verlag Antje Kunstmann, München 2012.
  • ENDLICH ENERGIEWENDE. Die Chronik eines Jahres VIII. F.A.Z, Frankfurt 2012.
  • IST EUROPA NOCH ZU RETTEN? Die Chronik eines Jahres VII. F.A.Z, Frankfurt 2011.
  • DEUTSCHLAND AUF SPARKURS. Die Chronik eines Jahres VI. F.A.Z, Frankfurt 2010.
  • NEUES AUS DER WIRTSCHAFT. Die Chronik eines Jahres V. F.A.Z, Frankfurt 2009.
  • FINANZKRISE? NA UND! Die Chronik eines Jahres IV. F.A.Z, Frankfurt 2008.
  • WIR SIND EINE WELT. Die Chronik eines Jahres III. F.A.Z, Frankfurt 2007.
  • DEUTSCHLAND IM GLÜCK. Verlag Antje Kunstmann, München 2006.
  • DEUTSCHLAND PACKT`S AN. Die Chronik eines Jahres II. F.A.Z, Frankfurt 2006.
  • DEUTSCHLAND IN SORGE. Die Chronik eines Jahres I. F.A.Z, Frankfurt 2005.
  • DER AUFSCHWUNG IST DA! Verlag Antje Kunstmann, München 2004.

Frankfurter Museen öffnen wieder ab dem 24. Mai 2021

frankfurter-museen-oeffnen-wiederIm Rahmen der Hygieneregeln öffnen Frankfurts Museen wieder Detaillierte Informationen zu Ausstellungen und  Angaben  zu den Anmeldeverfahren finden Sie auf den Webseiten der Museen,

Archäologisches Museum Frankfurt
Das Museum öffnet ab Dienstag, dem 1. Juni 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr
www.archaeologisches-museum-frankfurt.de

Bibelhaus Erlebnis Museum
Das Bibelhaus ist ab Mittwoch, dem 26. Mai geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr
www.bibelhaus-frankfurt.de

Caricatura Museum Frankfurt
Das Caricatura Museum öffnet am Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
www.caricatura-museum.de

Deutsches Architekturmuseum
Das Deutsche Architekturmuseum ist von Pfingstmontag, 24. Mai, an wieder geöffnet.
Öffnungszeiten: Dienstag 12 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 12 bis 20 Uhr,
Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr
www.dam-online.de/besuch

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Das DFF öffnet am Pfingstmontag, dem 24. Mai 2021, wieder seine Ausstellungen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
www.dff.film

Dommuseum Frankfurt
Das Museum ist wieder ab Mittwoch, 2. Juni, geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag und Freitag 10 bis 17 Uhr
Samstags, sonntags und an den Feiertagen 11 bis 17 Uhr
Montags und dienstags geschlossen
www.dommuseum-frankfurt.de

Eintracht Frankfurt Museum
Das Museum öffnet ab Dienstag, dem 25. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
https://museum.eintracht.de/news/

Fotografie Forum Frankfurt
Das Fotografie Forum Frankfurt öffnet am Dienstag, 2. Juni 2021.
Öffnungszeiten bitte der Homepage entnehmen.
www.fffrankfurt.org

Frankfurter Goethe-Haus
Das Frankfurter Goethe-Haus öffnet ab Freitag, dem 28. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag von 11 bis 17 Uhr
www.freies-deutsches-hochstift.de

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt
Beide Museen öffnen am Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11
bis 19 Uhr.
www.historisches-museum-frankfurt.de
www.junges-museumm-frankfurt.de

Institut für Stadtgeschichte
Das Institut für Stadtgeschichte öffnet am Mittwoch, dem 26. Mai. Lesesaal und
Sammlungsbereich sind bereits nach Voranmeldung geöffnet.
Öffnungszeiten: Ausstellungen Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag
11 bis 18 Uhr, Lesesaal nach Voranmeldung Montag bis Freitag 8.30 bis 17 Uhr
(Dienstag, 25.05. nur bis 12 Uhr)
ACHTUNG: Die Vorlage eines Negativnachweises ist nur für den Besuch von Lesesaal
und Sammlungsbereich nötig, nicht für den Ausstellungsbesuch. Weitere Informationen
auf der Webseite:
www.stadtgeschichte-ffm.de

Jüdisches Museum Frankfurt
Das Jüdische Museum öffnet ab Mittwoch, dem 26. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10 bis 21 Uhr, Mittwoch, Freitag, Samstag
und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
www.juedischesmuseum.de

Das Museum für Kommunikation
Das Museum öffnet am Dienstag, dem 25. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Museumsshop & Museumsbibliothek
Der Museumsshop ist geöffnet. Ebenfalls wieder möglich ist der Besuch der
Museumsbibliothek: Eine Voranmeldung ist auch hier erforderlich, siehe Homepage des
Museums. Die Bibliothek ist dienstags bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
http://www.mfk-frankfurt.de

Frankfurter Kunstverein
Der Frankfurter Kunstverein öffnet am Dienstag, dem 1. Juni von 17 bis 22 Uhr mit dem
Soft Opening der Ausstellung „And This is Us 2021 – Junge Kunst aus Frankfurt“
Ab dem 2. Juni gelten folgende Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19
Uhr, Donnerstag von 11 bis 21 Uhr.
www.fkv.de

Museum Angewandte Kunst und Ikonenmuseum
Das Museum Angewandte Kunst und das Ikonenmuseum öffnen am Mittwoch, dem 26.
Mai 2021.
Öffnungszeiten Museum Angewandte Kunst: Dienstag von 12 bis 18 Uhr, Mittwoch von
12 bis 20 Uhr, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Öffnungszeiten Ikonenmuseum: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Mittwoch von
12 bis 20 Uhr.
www.museumangewandtekunst.de

Museum Judengasse
Am Mittwoch, den 26. Mai 2021, erfolgt die Öffnung des Museums Judengasse.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
www.juedischesmuseum.de/besuchen/museumjudengasse

MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST
Der TOWER MMK öffnet am Pgingstmontag, dem 24. Mai 2021.
Reguläre Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr und Mittwoch 11 bis 20
Uhr
www.mmk.art

Portikus
Der Portikus auf der Alten Brücke öffnet wieder am Pfingstmontag, 24. Mai 2021.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, mittwochs 11 bis 20 Uhr

Senckenberg Naturmuseum
Am Mittwoch, dem 26. Mai wird das Senckenberg Naturmuseum
wieder geöffnet.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9 bis 17 Uhr, mittwochs
von 9 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag und an den Feiertagen 9 bis 18 Uhr.
www.museumfrankfurt.senckenberg.de

Struwwelpeter Museum
Das Struwwelpeter Museum öffnet am Donnerstag, dem 3. Juni 2021.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
www.struwwelpeter-museum.de

Weltkulturen Museum
Ab Mittwoch, dem 26. Mai 2021 ist das Weltkulturen Museum geöffnet.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr
www.weltkulturenmuseum.de

weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der einzelnen Häuser sowie unter
www.museumsufer.de

Caricatura Museum Frankfurt wieder geöffnet – die ersten beiden Besucherinnen mit Buch zur Hauck & Bauer-Ausstellung begrüßt

Erste Besucherinnen nach Wiedereröffnung (c) Caricatura Museum Bernd Kammerer
Erste Besucherinnen nach Wiedereröffnung (c) Caricatura Museum Bernd Kammerer

Die Museumsmacher wie auch die Besuchenden konnten es kaum erwarten. Am 16.3.2021 öffnete das Caricatura Museum seine Tore. Punkt 11 Uhr war es dann soweit: Die ersten zwei Besucherinnen konnten begrüßt werden! Bettina Engelhardt und Eva Hüskers, beide aus Frankfurt, hatten sich „heute Morgen fürs Caricatura Museum entschieden, um mal wieder was zu lachen zu haben!“ Dafür sind wir da! Schnell wurde noch feierlich ein Buch zur Hauck & Bauer-Ausstellung überreicht, dann stand dem Ausstellungsbesuch nichts mehr im Wege.

Um die Einhaltung aller gesetzlichen Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten, wurde ein digitales Buchungssystem eingerichtet, das es Besuchenden erlaubt, sich vorab über die Museumshomepage für ein definiertes Zeitfenster von 1 ½ Stunden anzumelden. Zudem führt das weltweit einzigartige Corona-Artwork von Stephan Rürup in einem farbig gekennzeichneten Einbahnstraßensystem sicher durch das Museum für Komische Kunst: Der Elch, Wappentier des Museums, erinnert dabei in seiner neuen Rolle humoristisch an die geltenden Hygiene- und Abstandregeln.

Die Hauck & Bauer Ausstellung wird bis zum 11. Juli 2021 verlängert, so Museumsleiter Achim Frenz, der auch die nachfolgenden zwei Ausstellungen ankündigte, die Greser & Lenz und der Malerei von Rudi Hurzlmeier gewidmet sind.

Aktuelle Ausstellung: „Hauck & Bauer: Cartoons“

HauckBauer_Abbinder_New-450Sie sind seriös, anarchistisch und komisch zugleich: Elias Hauck und Dominik Bauer sind das Cartoon-Duo Hauck & Bauer, dessen grober Strich und feiner Witz nun in einer großen Sonderausstellung im Caricatura Museum Frankfurt gewürdigt wird. Seit 17 Jahren veröffentlichen die beiden jede Woche einen Strip in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Im Satiremagazin TITANIC, für das sie seit 2005 arbeiten, tragen sie seit 2008 allmonatlich zur Rubrik „Hier lacht der Betrachter“ bei. Ihre Fernsehtauglichkeit haben sie schließlich mit Cartoonfilmen zu Anke Engelkes TV-Show „Anke hat Zeit“ (WDR) unter Beweis gestellt.

Zu den Besonderheiten im Werk von Hauck & Bauer zählt zum einen die eigentümliche Spannung zwischen roher, skizzenhafter Zeichentechnik und präzise gesetztem Text und Thema, die sich im Regelfall in einer herausragenden Pointe auflöst. Der karge Filzstiftstrich lässt viel Raum für großnasige Figuren und das Einfühlungsvermögen der Schauenden, außerdem signalisiert er Spontaneität und Dringlichkeit. Zum anderen zählt dazu die Fähigkeit des Duos, die deutsche Alltagswirklichkeit an jenen Stätten abzubilden, wo sich ihre Bewohner zu flüchtigen Alltagsbegegnungen treffen: im Wirtshaus, auf der Straße, beim Abendbrot. Dabei gibt es bei den Witzen von Hauck & Bauer fast immer das Angebot, sich mit irgendwas in den Ambitionen und Selbsttäuschungen der Figuren zu identifizieren. Wer sich davon angesprochen fühlt, lacht immer auch ein bisschen über sich selbst.

Die Zeichnungen des Duos Hauck und Bauer führen mit unnachahmlichem Witz durch ein Spektrum sozialer Schauplätze und greifen chronologisch die Evolutionsstufen der gemeinsamen Arbeit auf. Präsentiert werden neben vielen Originalzeichnungen eine Auswahl der Filme, die Hauck & Bauer für Anke Engelkes Sendung „Anke hat Zeit“ entwickelten. Ergänzt wird die Schau mit einer Reihe von Skulpturen des Kasseler Bildhauers Sigi Böttcher, der Cartoons von Hauck & Bauer in die dritte Dimension überführt, einem Gemälde von Michael Sowa sowie etlichen Objekten und Erinnerungsstücken aus dem Besitz der Künstler.
Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main, Tel.: +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de

Wiedereröffnung der Frankfurter städtischenMuseen und des Instituts für Stadtgeschichte

Frankfurter Museen öffnen wieder. Impression aus dem Archäologischen Museum  © Foto Diether v. Goddenthow
Frankfurter Museen öffnen wieder. Impression aus dem Archäologischen Museum © Foto Diether v. Goddenthow

(ffm) Nach über viermonatiger Schließung aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie öffnen die städtischen Museen für Besucherinnen und Besucher wieder sukzessive ihre Türen. Möglich macht dies der aktuelle Beschluss der Landesregierung. Voraussetzung ist, dass der Inzidenzwert hessenweit zwischen 50 und 100 pro 100.000 Einwohner liegt, die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst werden und Besuchstermine vereinbart werden können.

„Ich begrüße es sehr, dass die Museen und das Institut für Stadtgeschichte zu den ersten gehören, die wieder öffnen können. Wir sind mit entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen gut vorbereitet, um einen risikoarmen Besuch zu gewährleisten. Ich danke den Direktorinnen und Direktoren der Häuser, dass sie die aktuell geltenden Regeln so umsichtig umgesetzt haben, verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und eine zeitnahe Öffnung der Häuser ermöglichen. In vielen der Museen wurden im zweiten Lockdown neue Ausstellungen eröffnet, die jetzt nur darauf warten, besucht zu werden“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. Für den Museumsbesuch gelten die bekannten Hygienebestimmungen: Tragen einer medizinischen Maske, Abstand halten und regelmäßig die Hände wasche und desinfizieren.

Archäologisches Museum Frankfurt

Archäologisches Museum Frankfurt  © Foto Diether v. Goddenthow
Archäologisches Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow

Das Museum öffnet am Dienstag, 9. März, wieder seine Türen für die Besucherinnen und Besucher. Es warten zwei besondere Ausstellungen auf ihre Gäste: Die Präsentation „Der Thoraschrein der Synagoge am Börneplatz“ ist noch bis zum 18. April zu sehen, bis zum 11. April zeigt das Haus die Ausstellung „SYRIEN. Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne v. Schweinitz (1921-2015). Der Besuch des Archäologischen Museums ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher vor Ort erfasst werden und im Vorfeld Besuchstermine vereinbart werden. Man kann sich ab Dienstag, 9. März, unter der Telefonnummer 069/212-35896 für eine bestimmte Uhrzeit anmelden. Der Zugang sowohl zur Dauerausstellung als auch zur Sonderausstellung ist aus organisatorischen Gründen vorerst nur über den Haupteingang des Museums in der Karmelitergasse 1 möglich: https://archaeologisches-museum-frankfurt.de/de/

Caricatura Museum Frankfurt

Caricatura Museum für Komische Kunst © Foto Diether v. Goddenthow
Caricatura Museum für Komische Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Das Caricatura Museum öffnet am Dienstag, 16. März, wieder seine Türen für die Liebhaber der komischen Kunst. Die aktuelle Ausstellung „Grober Strich und feiner Witz“ mit Cartoons von Hauck & Bauer wurde bis zum 11. Juli verlängert. Die genauen Bedingungen für einen Besuch können zeitnah der Website des Museums entnommen werden: https://caricatura-museum.de/

 

 

Deutsches Architekturmuseum

Deutsches Architekturmuseum © Foto Diether v. Goddenthow
Deutsches Architekturmuseum © Foto Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Architekturmuseum öffnet wieder am Freitag, 12. März, mit neuen Öffnungszeiten: dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr, donnerstags von 12 bis 20 Uhr und freitags von 12 bis 20 Uhr. Am Samstag und Sonntag ist das Haus von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus zeigt derzeit „max40 – BDA Architekturpreis für junge Architektinnen und Architekten“ bis zum 11. April, „Best Highrises 2020/21 – Internationaler Hochhaus Preis 2020“ bis zum 16. Mai und „DAM Preis 2021 – Die 25 besten Bauten in/aus Deutschland“ bis 13. Juni, sowie „Einfach Grün – Greening the City“ bis 11. Juli. Die genauen Bedingungen für einen Besuch können zeitnah der Website des Museums entnommen werden; https://dam-online.de/

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt

Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow
Historisches Museum Frankfurt und Junges Museum Frankfurt © Foto Diether v. Goddenthow

Das Historische Museum Frankfurt öffnet wieder am Samstag, 13. März, mit den vor dem zweiten Lockdown geltenden Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Über den Online-Shop der Website oder den Besucherservice des Museums (per Mail an besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de oder unter Telefon 069/212-35154) kann ein Zeitslot gebucht werden (jeweils zweistündig, ab den Öffnungszeiten am Tag gerechnet). Die neue, große Ausstellung „Frankfurter Gartenlust – Die Stadt und das Grün“ ist ab Donnerstag, 25. März, zu sehen. Die Ausstellung des Jungen Museums ist ab Dienstag, 30. März, zu sehen, Spielräume und Werkstätten bleiben vorerst geschlossen. Für einen Besuch muss man sich ebenfalls ein Ticket des Historischen Museums über den Online-Shop holen, dass den Eintritt in das Junge Museum inkludiert: https://historisches-museum-frankfurt.de/

Institut für Stadtgeschichte

Institut für Stadtgeschichte © Foto Diether v. Goddenthow
Institut für Stadtgeschichte © Foto Diether v. Goddenthow

Das Institut für Stadtgeschichte öffnet am Dienstag, 9. März, seinen Lesesaal, die Sammlungen und Ausstellungen. Für den Lesesaal, die Sammlungen und den Ausstellungsbesuch ist eine Voranmeldung erforderlich, Informationen dazu sind auf der Website des Museums zu finden. Derzeit sind im Institut für Stadtgeschichte folgende Ausstellungen zu sehen: „Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren“ bis zum 18. April, „Eberhard Steneberg: Zwischen allen Stühlen“ bis zum 9. Mai und die Dauerausstellung „Jörg Ratgeb: Die Wandbilder im Karmeliterkloster“: https://www.stadtgeschichte-ffm.de/

Jüdisches Museum Frankfurt
Das Jüdische Museum präsentiert bis Mittwoch, 10. März, täglich zwischen 19 und 22 Uhr auf dem Museumsvorplatz eine interaktive Lichtinstallation rund um die Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger. Ab Donnerstag, 11. März, öffnet das Jüdische Museum am Bertha-Pappenheim-Platz den Lichtbau mit der Bibliothek und die Dauerausstellung im Rothschild-Palais. Besucherinnen und Besucher können sich ab Mittwoch, 10. März, auf der Website des Museums ein Zeitslot- und/oder Online-Ticket buchen. Sie werden vor Ort von Besucherbetreuerinnen und -betreuern empfangen, die individuelle Kurzführungen anbieten. Am Donnerstag, 18. März, öffnet das Haus zusätzlich die Wechselausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ im Lichtbau. Die im Oktober eingeführten Öffnungszeiten bleiben bestehen: Dienstag und Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr; https://www.juedischesmuseum.de/

Museum Angewandte Kunst

Museum Angewandte Kunst  © Foto Diether v. Goddenthow
Museum Angewandte Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Das Museum Angewandte Kunst öffnet am Dienstag, 9. März, um 12 Uhr. Beim Museum Angewandte Kunst ist eine Terminvergabe per Mail, Telefon oder an der Kasse möglich. Folgende Ausstellungen sind neben der Dauerausstellung zu sehen: „ars viva 2021, Rob Crosse, Richard Sides, Sung Tieu“ bis zum 21. März, „ANETTE LENZ. à propos“ bis zum 16. Mai und „亞歐堂 meet asian art: Schalen. Metamorphosen einer Grundform“ bis zum 7. November. Ab dem 16. April zeigt das Haus „Dieter Rams. Ein Blick zurück und voraus“. Das Haus hat dienstags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 20 Uhr und donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Das zugehörige Ikonenmuseum öffnet am Dienstag, 16. März, um 10 Uhr. Die genauen Bedingungen für einen Besuch befinden sich noch in der Planung und können zeitnah der Website des Hauses entnommen werden. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs von 12 bis 20 Uhr geöffnet: https://www.museumangewandtekunst.de/

Museum Judengasse

Jüdisches Museum Judengasse  © Foto Diether v. Goddenthow
Jüdisches Museum Judengasse © Foto Diether v. Goddenthow

Am Donnerstag, 25. März, erfolgt die Öffnung des Museums Judengasse. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Besucherinnen und Besucher können sich zeitnah vor der Wiedereröffnung online ein Zeitslot- und/oder Online-Ticket buchen: https://www.juedischesmuseum.de/besuchen/museum-judengasse/

Tower MMK
Das Museum MMK für Moderne Kunst öffnet ab Dienstag, 9. März, wieder den TOWER MMK. Dort ist die Ausstellung „Sammlung“ zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und Mittwoch von 11 bis 20 Uhr: https://www.mmk.art/de/visit/tower/

Weltkulturen Museum

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Das Weltkulturen Museum hat wegen Ausstellungsumbaus erst ab Donnerstag, 1. April, wieder geöffnet. Dann wird die neue, gerade im Aufbau befindliche Ausstellung im Haupthaus „Grüner Himmel, blaues Gras. Farben ordnen Welten“ gezeigt. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Mittwoch von 11 bis 20 Uhr. Die Möglichkeiten zur Buchung von Terminen für den Ausstellungsbesuch, auch schon im Voraus, werden nach organisatorischer Klärung über die Website des Hauses bekannt geben: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/

Weitere Informationen sind auf den Webseiten der einzelnen Häuser sowie unter http://www.museumsufer.de zu finden. Die Informationen werden laufend aktualisiert.

MuseumsuferCard
Für Inhaberinnen und Inhaber der MuseumsuferCard geht die Wiederöffnung der Museen mit einer Verlängerung ihrer Jahreskarte einher. Die Laufzeit der MuseumsuferCard wurde bereits für den ersten Lockdown um zwei Monate verlängert, für den zweiten Lockdown ist die Gültigkeit der Karte um weitere vier Monate ausgeweitet worden. MuseumsuferCard-Inhaberinnen und -Inhaber müssen nichts tun: Die Verlängerung wurde auf dem QR-Code der Karte automatisch gespeichert: https://www.museumsufercard.de/

Caricatura Frankfurt und Kassel erhalten Hessischen Kulturpreis 2020

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsministerin Angela Dorn: „Mit zahlreichen Ausstellungen geben die Institutionen den Künstlerinnen und Künstlern und somit der Vielfalt der Karikatur eine Bühne, die ihresgleichen sucht“

Wiesbaden. Der Hessische Kulturpreis 2020 geht an das Caricatura Museum Frankfurt, Museum für Komische Kunst und die Caricatura Galerie für Komische Kunst in Kassel. Mit dem Preis wird das Engagement der beiden Institutionen rund um das Genre der Karikatur gewürdigt. „Das verdienstvolle Wirken hat eine Strahlkraft, die weit über die hessischen Landesgrenzen hinausgeht“, begründeten Ministerpräsident Volker Bouffier und die Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn die Entscheidung des Kuratoriums für die Preisträger.

Die Caricatura ist mit dem Caricatura Museum Frankfurt, der Galerie für Komische Kunst in Kassel, der Sommerakademie für Komische Kunst und der Caricatura Agentur die zentrale Netzwerkinstitution für Komische Kunst im deutschsprachigen Raum. Seit 2007 veranstaltet die Caricatura Galerie in Kassel zusammen mit mehreren Partnern jährlich die Sommerakademie für Komische Kunst. Das bundesweit einzigartige Projekt widmet sich der Aus- und Weiterbildung von Talenten aus dem Bereich der satirischen Bildkunst und hat eine ganze Generation von Zeichnerinnen und Zeichnern erfolgreich ausgebildet. Die Caricatura sei eine „Talentschmiede für die satirische Bildkunst“ und bringe sehr erfolgreich junge Talente hervor, so Bouffier.

„Mit zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Europa und auch auf anderen Kontinenten geben das Caricatura Museum Frankfurt, Museum für Komische Kunst und die Caricatura Galerie für Komische Kunst in Kassel den Künstlerinnen und Künstlern und somit der Vielfalt der Karikatur und der Komik eine Bühne und eine Plattform, die ihresgleichen sucht. Sie zeigen somit, dass man sich ernsten Themen auch auf humorvolle Weise nähern kann“, unterstrichen Ministerpräsident Bouffier und Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

Gerade in den vergangenen Jahren habe die Karikatur jedoch auch Auseinandersetzungen, Gewalt und Terror gegenübergestanden, weil Satire und Sarkasmus aus religiösen oder kulturellen Gründen nicht erkannt, missinterpretiert oder als entehrend wahrgenommen worden seien. „Dabei ist gerade die Karikatur eines der Sinnbilder der Meinungsfreiheit, um der Welt, der Politik und der Gesellschaft fehlerhaftes Handeln und vermeintliche Schwächen auf künstlerische Weise aufzuzeigen“, betonte Bouffier. „Karikaturen besitzen eine hohe Ausdruckskraft, um Themen auf den Punkt zu bringen und den Diskurs anzuregen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur politischen Meinungs- und Willensbildung. Ihren Stellenwert als kulturelles Gut anzuerkennen ist in einer Zeit, wo sie andernorts mit Terror und Gewalt bekämpft werden, daher wichtiger denn je. Die Wertigkeit dieses bedeutenden Genres soll daher durch die Verleihung des Hessischen Kulturpreises an das Caricatura Museum Frankfurt, Museum für Komische Kunst und die Caricatura Galerie für Komische Kunst in Kassel anerkannt und öffentlich gewürdigt werden“, so Bouffier und Dorn. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Verleihung des Preises zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Museumsleiter Achim Frenz (li.) im Interview mit Komiker, Comiczeichner, Musiker und Schauspieler Otto Waalkes und Bernd Eilert, Schriftsteller, (Otto-)Gagschreiber und Mitglied zur Neuen Frankfurter Schule anlässlich "Otto Die Ausstellung" im Caricatura Frankfurt, April 2014. © Archivbild: Diether v. Goddenthow
Museumsleiter Achim Frenz (li.) im Interview mit Komiker, Comiczeichner, Musiker und Schauspieler Otto Waalkes und Bernd Eilert, Schriftsteller, (Otto-)Gagschreiber und Mitglied zur Neuen Frankfurter Schule anlässlich Otto Die Ausstellung“ im Caricatura Frankfurt, April 2018. © Archivbild: Diether v. Goddenthow

Museumsleiter Achim Frenz: „Die Auszeichnung ehrt uns sehr. Die Ehrung würdigt einmal mehr die Auswirkung und den Einfluss unserer Arbeit auf Deutschland und Europa. Die Werke unserer Künstlerinnen und Künstler zeigen einen einzigartigen Blick auf die vergangenen wie aktuellen gesellschaftlichen und politischen Geschehnisse und lehren den Betrachtenden, Dinge kritisch zu hinterfragen.“ Das Caricatura Museum in Frankfurt sowie die Caricatura Galerie in Kassel sind mehr als nur Ausstellungsflächen für Werke komischer KünstlerInnen. Ihr Engagement findet auf weiteren Feldern statt. Zusammen mit dem Satiremagazin TITANIC veranstalten sie seit 2007 jährlich die Sommerakademie für Komische Kunst, ein bundesweit einzigartiges Projekt, das sich der Aus- und Weiterbildung von Talenten aus diesem Bereich widmet.

Darüber hinaus veranstaltet das Museum im Rahmen des Frankfurter Museumsuferfests seit 2009 das Festival der Komik und bietet der Komischen Kunst im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne. Neben diesem gesellschaftlichen Engagement bewahrt das Museum mit den Werken der Neuen Frankfurter Schule die satirische Tradition Deutschlands. Die Werke von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, F.K. Waechter und Hans Traxler werden den Besuchenden dauerhaft in wechselnden Hängungen zugänglich gemacht.
Beide Einrichtungen sind in Deutschland einmalig. Um die Menschen über die hessischen und deutschen Grenzen hinaus an den Bereichen Cartoon und Karikatur sowie Komische Zeichnung und Komische Malerei teilhaben zu lassen, organisiert die „Caricatura Agentur“ Wanderausstellungen, die weltweit gebucht werden können. Neben dem politisch und gesellschaftlich wichtigen Genre der Komischen Kunst ist dieses vielseitige Arbeiten und Engagement das, was das Museum und die Galerie so besonders macht.

Museumsleiter Achim Frenz sieht in seinem Schaffen einen klaren Bildungsauftrag und fordert diesen, mittelfristig auszubauen. Ein wissenschaftliches Arbeiten an Komischer Kunst in Form einer Akademie wäre nicht nur für Frankfurt eine Bereicherung. Die Auszeichnung mit dem Hessischen Kulturpreis könnte die Erreichbarkeit dieses Vorhabens in nähere Zukunft gerückt haben.

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten möchte ich unterstreichen, dass die Kultur in unserem Land für die Hessischen Landesregierung einen hohen Stellenwert hat“, erklärte Bouffier abschließend. „Das Land Hessen hat Künstlerinnen und Künstlern, Festivals und Kultureinrichtungen schon bisher mit einem umfassenden Unterstützungspaket geholfen, die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu überstehen. Auch jetzt setzen wir uns als Landesregierung auf allen Ebenen und Wegen dafür ein, dass die Bundesregierung die angekündigten Hilfen rasch und praxisgerecht umsetzt und die Kulturbranche, die erneut einen großen Anteil an der Last der Einschränkungen trägt, auch den entsprechenden Anteil an den Entschädigungen erhält. Wie bei unserem 50-Millionen-Euro-Paket aus dem Frühjahr werden wir anschließend prüfen, in welchen Bereichen noch Defizite bestehen und es gegebenenfalls weitere ergänzende Unterstützung des Landes braucht. Dazu stehen wir im Dialog mit den Betroffenen“, sagte Wissenschaftsministerin Dorn.

Über den Hessischen Kulturpreis

Der Hessische Kulturpreis wird seit 1982 jährlich für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben. Er ist mit 45.000 Euro dotiert.
Im Kuratorium, dessen Vorsitz der Hessische Ministerpräsident innehat, sind neben der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, folgende Persönlichkeiten vertreten:

  • Dipl.-Ing. Jürgen Engel, Architekt, Frankfurt am Main
  • Prof. Susanne Pfeffer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt
  • Michael Herrmann, Intendant Rheingau Musik-Festival
  • Bernd Leifeld, ehemaliger Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs GmbH
  • Michael Quast, Schauspieler, Kabarettist, Regisseur
  • Hans Sarkowicz, Leiter Ressort hr2 Kultur und Bildung
  • Dr. Gerhard Stadelmaier, ehem. Redakteur und Theaterkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Karin Wolff, Staatsministerin a.D., Geschäftsführerin Kulturfonds Rhein-Main

Bisherige Preisträger des Hessischen Kulturpreises sind unter anderem Regisseur Volker Schlöndorff (1987), Philosoph Jürgen Habermas (1999) oder Schriftsteller Florian Illies (2003). Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Frankfurter Architekten Andrea Wandel und Wolfgang Lorch.

Eine Liste der bisherigen Kulturpreisträgerinnen und -träger finden Sie hier: https://staatskanzlei.hessen.de/ueber-uns/orden-ehrenzeichen/auszeichnung-der-kultur .

Zu Caricatura

© Caricatura Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow
© Caricatura Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

Basis der Caricatura-Tätigkeit ist das Wirken der „Neuen Frankfurter Schule“ rund um die Satiremagazine „Pardon“ und „Titanic“. Nationale und internationale Kooperationspartner sind unter anderem das Goethe-Institut, das Auswärtige Amt, die Deutsche Botschaft Paris, Lentos Linz, Premio della Satira Politica in Forte dei Marmi, Karikaturmuseen in Hannover, London, Warschau, Krems sowie eine Vielzahl weiterer Museen, Verbände und Institutionen.

Historie der Caricatura

Seit 1987 zeigt die Caricatura begleitend zur Weltkunstausstellung documenta Positionen der Komischen Kunst. Die Ausstellungen „CARICATURA I – VII“ definierten den Begriff der „Komischen Kunst » als Gattungsbegriff innerhalb der Bildenden Künste und haben Caricatura zu einer bundesweit wertvollen Kulturmarke gemacht.

Seit 1995 zeigt die „Caricatura – Galerie für Komische Kunst“ im Kultur-Bahnhof Kassel jährlich vier bis fünf große Ausstellungen. Sie war selbst federführend am Konzept zur Umwandlung des alten Kasseler Hauptbahnhofs in Deutschlands ersten Kultur-Bahnhof beteiligt.

Seit 1999 vermittelt und produziert die „Caricatura Agentur“ von Kassel aus Ausstellungen für Museen und Ausstellungshäuser. Bisher wurden mehr als 300 Ausstellungen in 120 Städten in Deutschland, in Europa und mit dem Goethe-Institut auch in Indien und Mittelamerika gezeigt.

Seit 2000 gibt es das Caricatura Museum Frankfurt, zunächst in den Räumen des Historischen Museums Frankfurt, seit 2008 mit eigenem Haus. Im historischen Leinwandhaus am Weckmarkt werden in der Dauerausstellung die Werke der
NFS-Zeichner F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter gezeigt. Weitere namhafte Vertreterinnen und Vertreter der komischen Zeichnerei werden in Wechselausstellungen präsentiert. Seit 2008 veranstaltet das Caricatura Museum jährlich das Festival der Komik, ein dreitägiges Open-Air mit satirischen Bühnenkünstlerinnen und Bühnenkünstlern sowie Autorinnen und Autoren.

Die Sammlung des Caricatura Museum Frankfurt besteht aus mehr als 7.000 Originalen der Künstler F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und Hans Traxler sowie über 4.000 Zeichnungen weiterer KarikaturistInnen, darunter Felix Mussil, Marie Marcks, Ernst Kahl und Ralf König. Die Sammlung wird ständig erweitert.

Seit 2007 veranstaltet die Caricatura Galerie in Kassel zusammen mit mehreren Partnern jährlich die Sommerakademie für Komische Kunst. Das bundesweit einzigartige Projekt widmet sich der Aus- und Weiterbildung von Talenten aus dem Bereich der satirischen Bildkunst und hat eine ganze Generation von Zeichnerinnen und Zeichnern erfolgreich ausgebildet. Seit 2020 forciert die Caricatura Galerie Kassel die Anbindung der Komischen Kunst an die akademische Ausbildung, beispielsweise mit einer Lehrtätigkeit an der Leibniz-Universität Hannover.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die Caricatura ist in allen relevanten Jurys der satirischen Bildkunst vertreten, z.B. Deutscher Karikaturenpreis, Deutscher Cartoonpreis, Göttinger Elch und Karikaturenpreis der Bundesrechtsanwaltskammer.

Das Caricatura Museum Frankfurt präsentiert Hauck & Bauer: Cartoons – vom 2. Oktober 2020 bis zum 7. März 2021

Hauck-Bauer-Cartoons-scaled-wSie sind seriös, anarchistisch und komisch zugleich: Elias Hauck und Dominik Bauer sind das Cartoon-Duo Hauck & Bauer. Die einen bezeichnen sie als die „Geburtshelfer des extrovertierten Humors“ (Deutscher Karikaturenpreis), die anderen als „Lithographen des gezeichneten Humors“ (Main-Echo). Das Caricatura Museum Frankfurt würdigt den groben Strich und feinen Witz der beiden Wunderkinder des zeitgenössischen Cartoons in einer großen Ausstellung vom 2. Oktober 2020 bis 7. März 2021.

Zur Ausstellung

Ausstellung „Hauck & Bauer: Cartoons“  im Caricatura Frankfurt vom 2. Oktober 2020 bis 7. März 2021© Hauck & Bauer
Ausstellung „Hauck & Bauer: Cartoons“ im Caricatura Frankfurt vom 2. Oktober 2020 bis 7. März 2021© Hauck & Bauer

Die Sonderausstellung zeigt die lustigsten Cartoons und besten Strips von Hauck & Bauer. Dabei führt sie durch das Spektrum der sozialen Schauplätze, in denen sich der unnachahmliche Witz der beiden entfaltet und zeichnet chronologisch die Evolutionsstufen der gemeinsamen Arbeit nach. Präsentiert wird zudem eine Auswahl der Filme, die Hauck & Bauer für Anke Engelkes Sendung „Anke hat Zeit“ entwickelten. Die Schau wird ergänzt durch Skulpturen des Kasseler Bildhauers Sigi Böttcher, der Cartoons von Hauck & Bauer in die dritte Dimension überführt. Ausgestellt werden überdies ein Gemälde von Michael Sowa, das einen Cartoon des Duos adaptiert, sowie etliche andere Objekte und Erinnerungsstücke aus dem Besitz der Künstler.

Das Künstler-Duo
Kennengelernt haben sich Elias Hauck und Dominik Bauer im Altgriechisch-Kurs ihrer Schule im unterfränkischen Alzenau. Beide, Jahrgang 1978, machten ihr Abitur am dortigen SpessartGymnasium und schätzten gleich wechselseitig ihren Sinn für Komik. In den Folgejahren probierten sie unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit aus, bis die ersten gemeinsamen Cartoons 2002 in der Berliner Kneipe „Zwiebelfisch“ nach dem bis heute gültigen Prinzip entstanden: Dominik Bauer textet einen Witz, Elias Hauck testet und zeichnet ihn, anschließend werden Details wie Bildaufbau oder Mimik der Figuren gemeinsam besprochen. Kommuniziert wird via E-Mail und am Telefon, denn inzwischen lebt Hauck in Berlin und Bauer in Frankfurt am Main.

In diesem Prozess entstehen minimalistische Cartoons und luftige Strips in Schwarz-Weiß, die meist Alltagsmenschen in Alltagssituationen zeigen. Während der reduzierte Strich die Figuren eher als Typen erscheinen lässt, verleihen mimische Details und lebensnahe Dialoge ihnen Individualität und Charakter. In den knappen Wortwechseln, die von der Sportleidenschaft über die
Zwischenmenschlichkeit bis zur Politik eine Vielzahl möglicher Themen behandeln, offenbaren die Protagonisten fast immer irgendetwas, das üblicherweise unausgesprochen bleibt, und geben so pointiert Auskunft über ihre Ambitionen und Selbsttäuschungen. Damit gelingt es Hauck & Bauer, die deutsche Alltagswirklichkeit an jenen Stätten abzubilden, wo sich ihre Bewohner zu flüchtigen Alltagsbegegnungen treffen: im Wirtshaus, auf der Straße, beim Abendbrot. Bundesweite Bekanntheit erlangten Hauck & Bauer mit ihren (meist aus einer Abfolge von vier Bildern bestehenden) Comicstrips unter dem Titel „Am Rande der Gesellschaft“, die sie seit März 2003 wöchentlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlichen. Im Satiremagazin TITANIC tragen sie seit Juli 2008 allmonatlich zur Rubrik „Hier lacht der Betrachter“ bei, es folgten Cartoons in zahlreichen anderen Publikationsforen, zum Beispiel im Cicero und auf Spiegel Online. Ihre Fernsehtauglichkeit haben sie schließlich mit Cartoonfilmen in Anke Engelkes TV-Show „Anke hat Zeit“ (WDR) unter Beweis gestellt.

Ausstellung „Hauck & Bauer: Cartoons“  im Caricatura Frankfurt vom 2. Oktober 2020 bis 7. März 2021© Hauck & Bauer
Ausstellung „Hauck & Bauer: Cartoons“ im Caricatura Frankfurt vom 2. Oktober 2020 bis 7. März 2021© Hauck & Bauer

Zu den Besonderheiten im Werk von Hauck & Bauer zählt die eigentümliche Spannung zwischen roher, skizzenhafter Zeichentechnik und präzise gesetztem Text und Thema, die sich im Regelfall in einer herausragenden Pointe auflöst. Der karge Filzstrich lässt viel Raum für großnasige Figuren und Einfühlungsvermögen der Schauenden. Dabei helfen die subtile Mimik und der minimalistische, deutungsoffene Gestus der Figuren ebenso wie ihre soziale Verortung in einer Welt der Klein- und Vorstädte, in der man den Fortschritt weder umarmt noch ablehnt, sondern ihm abwartend gegenübersteht. Wer sich davon angesprochen fühlt, lacht immer auch ein bisschen über sich selbst. Die Komik im Werk von Hauck & Bauer verdankt sich nicht zuletzt ihrer reduktionistischen Methode: Sie lassen das Unkomische einfach weg.
Hauck & Bauer haben mittlerweile sieben Buchpublikationen vorgelegt und wurden für ihre Werke mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Deutschen Karikaturenpreis zweimal in Silber und zuletzt 2018 mit dem Geflügelten Bleistift für eine besondere Leistung.

Zur Ausstellung erscheint das Buch „Hauck & Bauer: Cartoons“
Hauck-Bauer-Cartoon-Begleitkatalog-250Das große Hauck & Bauer-Buch im kleinen Format versammelt Witze, Karikaturen, Cartoons und Comicstrips aus den letzten 17 Jahren. Als prachtvolles „Best-of“ ermöglicht es einen tiefen Einblick in das Werk der Ausnahmekünstler und passt zudem in jede Rock- oder Westentasche. Das komische Kompendium ist viel mehr als ein Ausstellungskatalog zur umfassenden Werkschau im Caricatura Museum – es ist ein eigenständiges Werk, in dem uns die Künstler sowohl ihre uralten Skizzen als auch ihre brandneue
Schöpfungen zeigen. Verlag Antje Kunstmann 280 Seiten, vollfarbig, 18 EUR, ISBN 978-3-95614-399-1

Weitere Publikationen

  • Am Rande der Gesellschaft. Carlsen, Hamburg 2007.
  • Hier entsteht für Sie eine neue Sackgasse. Verlag Antje Kunstmann, München 2010.
  • Bin ich Jesus? Die Kunst, nicht zu antworten. Dominik Bauer, Elias Hauck, Michael Tetzlaff,
  • Verlag Antje Kunstmann, München 2011.
  • Man tut, was man kann: Nix. Verlag Antje Kunstmann, München 2013.
  • Ich kann einfach nicht Wein sagen. Verlag Antje Kunstmann, München 2016.
  • Ist das noch Entspannung oder schon Langeweile? Verlag Antje Kunstmann, München 2018.
  • Cartoons. Verlag Antje Kunstmann, München 2020.

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main
Tel +49 (0) 69 212 30161
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
https://caricatura-museum.de/

Das Frankfurter Caricatura hat „Neue Aufgabe für den Elch: humorvoller Wegweiser durchs Museum“

Das Caricatura Museum Frankfurt ist zurück aus der Corona-Pause – mit einem weltweit einzigartigen cartoonistischen Corona-Artwork von Stephan Rürup und einer Verlängerung aller aktuellen Ausstellungen!
Das Caricatura Museum Frankfurt ist zurück aus der Corona-Pause – mit einem weltweit einzigartigen cartoonistischen Corona-Artwork von Stephan Rürup und einer Verlängerung aller aktuellen Ausstellungen!

Durch das Museum für Komische Kunst leitet ein cartoonistisches Corona-Artwork von Stephan Rürup
(ffm) Das Caricatura Museum Frankfurt ist zurück aus der Corona-Pause – mit einem künstlerisch durchdachten wie kunterbunten Hygienekonzept! Durch das gesamte schönste Museum der Welt leitet nämlich das Wappentier des Hauses: der Elch. Der Grund dafür: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche!“ (F.W. Bernstein). Elche leiten zur korrekten Hand-Desinfektion an: „Bitte nicht im Trump-Style spritzen, trinken oder darin duschen.“ Sie verweisen aber auch auf das viruseindämmende Verhalten im Museum mit den notwendigen Hinweisen für einen entspannten Museumsbesuch wie Masken-Pflicht und Einhalten des Mindestabstandes. Außerdem muss das Virus wie ein Hund im Einzelhandel leider draußen bleiben.

Stephan Rürups farbiges Einbahnstrassen-System  leitet die Besucher coronasicher durchs komische Museum.
Stephan Rürups farbiges Einbahnstrassen-System leitet die Besucher coronasicher durchs komische Museum.

Ein farbiges Einbahnstraßen-System leitet die Besuchenden durch die laufenden Ausstellungen: „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“, die Dauerausstellung der „Zeichner der Neuen Frankfurter Schule“, die Sonderausstellung „Das kann ja heiter werden! Die Postkarten-Connection der Rendsburger Zeichnerei von 1990 bis heute“ und leitet sie wieder aus den Toren der humorigen Hallen heraus. Als einziges Museum weltweit gestaltete das Caricatura Museum das Leitsystem mit dem Zeichner Stephan Rürup (Titanic, Welt am Sonntag und andere) – er hatte coronabedingt Zeit.

Die Wechselausstellung „Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts“ verkündet zudem ihre Verlängerung bis zum 20. September. Zu sehen ist das Beste vom Besten aus den komischen Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts: Höhe- und Tiefpunkte, Alltägliches, politische Umbrüche wie gesellschaftsrelevante Ereignisse und Trends. Die bislang größte Gemeinschaftsausstellung deutschsprachiger Cartoonisten zeigen Zeichnungen von 81 Künstlern, darunter junges Gemüse und alte Hasen.

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In den sozialen Netzwerken können derzeit sowohl Cartoons der letzten Dekade der Zeichner begutachtet, als auch über den Sommer die Reihe „3 Fragen an humorvolle Leute“ verfolgt werden. Hierbei antworten die Beteiligten der Ausstellung in Schrift, Bild oder Video und machen ersichtlich, welches ihr Highlight der vergangenen zehn Jahre war – und warum nicht die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA.

oHgUxDlwEs bleibt cartoonistisch: Ab dem 1. Oktober zeigt das Caricatura Museum die Wechselausstellung „Hauck & Bauer: Cartoons“. Die Ausstellung läuft bis zum 7. März 2021.

 

 

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17, D-60311 Frankfurt am Main,
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.de

Aktion „Night of Light“ Ein flammender Appell an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft

Altstadt450Die Kultur- und Veranstaltungsbranche sieht Rot! Durch die Corona-Krise ist besonders dieser Wirtschaftszweig auf der „Roten Liste“ gelandet. Um ein Zeichen zu setzen, beteiligt sich das Caricatura Museum Frankfurt am Montag, den 22.06.2020 von 22-01 Uhr an der deutschlandweiten Aktion „Night of Lights„.

Innerhalb kürzester Zeit haben die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise die gesamte Veranstaltungswirtschaft an den Abgrund gedrängt. Einem riesigen Wirtschaftszweig ist praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen worden, eine Pleitewelle enormen Ausmaßes droht: mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt als tragende Säule unserer Gesellschaft. Die Aktion „Night of Light“ vereint Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um in einer konzertierten Aktion ein imposantes Zeichen für eine vom Aussterben bedrohten Branche zu setzen und zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage entwickelt werden können.

In der Nacht vom 22.06.2020 auf den 23.06.2020 werden die Teilnehmer bundesweit in mehr als 250 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren: viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangieren. Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll. Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Mio. Besucher an und können bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden. Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestehen im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben werden.

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!“ Für den Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen, Tom Koperek, steht die gesamte Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen: „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“ Das treffe nicht nur die Veranstalter, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert. „Rien ne va plus – nichts geht mehr!“, lautet Kopereks düsteres Fazit über die Notlage einer heterogenen Branche, die über 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen in sich vereint und deshalb über keine einheitliche Lobby verfügt. Umso wichtiger sei es, für eine stärkere Wahrnehmung durch die Politik und Öffentlichkeit zu sorgen. Dies ist ebenfalls das Ziel der „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, welche bereits am 06.03.2020 durch die Initiatorin Sandra Beckmann ins Leben gerufen wurde. Für die Night of Light besteht daher eine Kooperation zur Durchführung dieser deutschlandweiten Aktion.

Einem ersten Aufruf zur Teilnahme an der Aktion sind binnen 7 Tagen über 1500 Unternehmen aus verschiedensten Bereichen der Veranstaltungswirtschaft gefolgt, stündlich werden es mehr. Vereint zu einer übergreifenden Interessen- und Arbeitsgemeinschaft, initiieren sie gemeinsam vom 22.06.2020 ab 22:00 Uhr bis zum 23.06.2020 um 01:00 Uhr die unübersehbare „Night of Light“ – ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell zur Rettung eines Wirtschaftszweigs, der echte Hilfe anstelle von Kreditprogrammen benötigt und einen Branchendialog mit der Politik fordert, um gemeinsam einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Weg aus der Krise zu finden.

Hintergründe – die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft

Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der COVID-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. Faktisch alle Unternehmen aus den Bereichen Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagentur, Catering, Bühnenbau, Eventlocation, Messegesellschaft Kongresscenter, Tagungshotel, Konzertveranstalter, Künstler und Einzelunternehmer haben durch die erfolgten Veranstaltungsverbote seit dem 10.03.2020 innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren. Sie gerieten als erste in die Krise (first in) und werden als letzte wieder aus der Krise herauskommen (last out).

Seit Mitte März macht die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe können weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es kann auch nichts „auf Lager“ produziert werden; die meisten Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft sind Dienstleister. Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, kann der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt ist einer der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft und zählt über 1 Million Beschäftigte. Es wird ein jährlicher Kernumsatz von mehr als 10,0 Mrd. Euro erwirtschaftet. Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, so beschäftigen mehr als dreihunderttausend Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Millionen Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro!

Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis 31.08.2020 und einen danach noch folgenden Vorlauf zur Planung von Veranstaltungen gibt es einen 80 – 100 % Umsatzausfall über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten. Daraus resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche. Es ist wichtig, auch die Öffentlichkeit auf die besonders hart getroffene Branche der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen nicht ausreichen. Da diese Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können, sondern zur Deckung von Betriebskosten aufgewendet werden müssen, führt dies nach dem Verbrauch der Kredite zu einer erneuten Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung der betroffenen Unternehmen und Einrichtungen.

Die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen ist zurzeit und bis auf Weiteres unter den geltenden Restriktionen und notwendigen Hygieneregelungen nicht mehr möglich. Es bestehen somit besondere, ökonomische Herausforderungen, um die sog. „First in – Last out“ Unternehmen sowie die in der Veranstaltungswirtschaft tätigen Einzelunternehmer, mithin die gesamte Branche, zu retten.

Die für diese Aktion gemeinsam verwendete Farbe Rot soll folgendes ausdrücken:

  • Die Veranstaltungswirtschaft befindet sich auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Branchen
  • Alarmstufe Rot – ein Milliardenmarkt und hunderttausende Arbeitsplätze sind in Gefahr!
  • Wir sind eine Gemeinschaft und haben das gemeinsame Ziel eines Branchendialogs mit der
    Politik
  • Wir richten einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit
  • Die Farbe Rot steht für die Leidenschaft für unseren Beruf / unsere Profession – „Wir
    brennen für das, was wir tun!

Website: https://night-of-light.de/
Facebook: https://www.facebook.com/nightoflight2020
https://www.facebook.com/events/173591857418143
https://www.facebook.com/initiative.veranstaltungswirtschaft
Instagram: https://www.instagram.com/night_of_light_2020/
Linkedin: https://www.linkedin.com/events/6672815586587885568/
Youtube: https://youtu.be/EFzEjGiasQA

Sonderausstellung „Beste Bilder“ – verlängert bis 20. September 

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