Kategorie-Archiv: Caricatura Frankfurt

Eine Bibel des Komischen oder „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“, herausgegeben von Uwe Wirth, erschienen im Metzler- Verlag

komik-coverDieses Buch war längst überfällig: „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“, jetzt erschienen im Stuttgarter Metzler-Verlag, herausgegeben vom Gießener Literaturprofessor Uwe Wirth und mit verfasst von 20 hochkarätigen Co-Autoren, entführt uns in ganz unterschiedliche gesellschaftspolitische, philosophische, psychologische, kulturelle, religiöse und mediale Welten des Komischen.
Erst jetzt beginnt man – auch in der akademischen Welt – wohl zu begreifen, was Komik als Forschungsgegenstand ist: der Brückenkopf für jede Erforschung der Kultur – vor allem der eigenen. Hierbei leistet Uwe Wirths „Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch“ wahre Pionierarbeit: Auf 400 Seiten haben 20 Autorinnen und Autoren aus 10 verschiedenen Disziplinen (darunter etliche Beiträger mit praktischer Erfahrung in der Komikproduktion, so dass sich der Begriff ‚interdisziplinär‘ auch auf die ‚Praxeologie‘ des Komischen beziehen lässt) in sechsjähriger Arbeit alles zusammengetragen, was sich zurzeit über das Phänomen Komik wissen lässt.

Neben der Erschaffung einer Enzyklopädie des Komischen geht es den Autoren auch auch darum, die interkulturellen Verschiedenheiten in der Wertschätzung des Komischen und so etwas wie eine Binnenperspektive auf die Kulturen des Komischen aufzuzeigen. So werden auch die unterschiedlichen Stile des Komischen, die mitunter sogar Komikschulen hervorgebracht haben, dargestellt: Man denke nur an Loriot, Otto Waalkes, Monty Python, und natürlich an die von Robert Gernhardt mitbegründete Neue Frankfurter Schule, aus der die Satire Zeitschrift Titanic 2 hervorgegangen ist. Freilich gibt es auch – wie man zuletzt im Fall Jan Böhmermann gesehen hat, unterschiedliche Stile – und Kulturen – der Humorlosigkeit. Dabei zeigt sich gerade am Widerstand gegen das Komische, insbesondere am Wunsch, dem Witz und der Satire Grenzen aufzuzeigen, welch außergewöhnlich interessanter Untersuchungsgegenstand das Phänomen Komik ist.

„Komik“ ist das erste wissenschaftlich fundierte Kompendium des Humors, eine höchst empfehlenswerte Bibel des Komischen für alle, die sich ernsthaft mit den Phänomen des Humoristischen beschäftigen wollen. In „Komik“ erhalten sie erstmals einen breiten Überblick über die vielfältigen Formen und Themen des Komischen, methodische Zugänge und somit eine Bestandsaufnahme der aktuellen Komikforschung insgesamt.

In einem ersten Teil werden die Grundbegriffe wie Komik, Humor, Witz, Ironie, Satire, Parodie, Komödie, aber auch Randphänomene wie Dummheit, Groteske, Sarkasmus dargestellt.

Im zweiten Teil werden die vielfältigen Ansätze und methodischen Zugänge zur Komikforschung in verschiedenen Disziplinen beleuchtet: von der Anthropologie und Philosophie über die Hirnforschung, die Psychologie und die Psychoanalyse, bis hin zu Sprach- und Literaturwissenschaft, Soziologie, Gender-Forschung und Interkulturalität.

Im dritten Teil stehen die historischen Erscheinungsformen des Komischen in verschiedenen Gattungen und Medien im Fokus: von Literatur und Theater über Presse, Malerei und Grafik bis zu Film, Fernsehen, Rundfunk und den neuen Medien.

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Uwe Wirth (Hg.) Komik. Ein interdisziplinäres Handbuch
Metzler-Verlag, Stuttgart 2017, Gebundene Ausgabe: 415 Seiten, 69,95 Euro
ISBN-13: 978-3476023490

 

 

 

 Aus dem Inhaltsverzeichnis

I Grundbegriffe des Komischen
1 Komik Tom Kindt 2
2 Humor Tom Kindt 7
3 Witz Stefan Willer 11
4 Ironie Uwe Wirth 16
5 Satire Rüdiger Zymner 21
6 Parodie Uwe Wirth 26
7 Komödie/Tragikomödie Bernhard Greiner 30
8 Das Groteskkomische Günter Oesterle 35
9 Spaßmacher Hans Rudolf Velten 42
10 Lachen Christiane Voss 47
11 Dummheit Uwe Wirth 52
12 Wortspiel Alexander Brock 56
13 Sarkasmus Burkhard Meyer-Sickendiek 61

II Methodische Zugänge zum Komischen
14 Philosophie Achim Geisenhanslüke 68
14.1 Zum Begriff der Komik 68
14.2 Komik und Witz in der Philosophie 68
14.2.1 Komik und Witz in der englischen
Aufklärung: Shaftesbury, Addison,
Hutcheson 69
14.2.2 Kant, der Witz und das Wissen 71
14.2.3 Ästhetik des Komischen: F. Schlegel
– Schopenhauer – Nietzsche 72
14.2.4 Witz bei Bergson und Freud 73
14.2.5 Anthropologie des Witzes: Plessner,
Ritter und Marquard 75
15 Anthropologie
Tom Kindt / Robert Vellusig 78
15.1 Bioanthropologie 78
15.2 Philosophische Anthropologie 80
15.3 Anthropologische Psychologie 83
15.4 Kulturanthropologie 86
16 Psychologie, Medizin, Hirnforschung
Willibald Ruch / Jennifer Hofmann 89
16.1 Der Lustigkeitseindruck 89
16.2 Lächeln 90
16.3 Lachen 92
16.4 Erheiterung 93
16.5 Struktur und Prozesse: Die Verarbeitung
von Komik 94
16.6 Motivationale Prozesse 95
16.7 Stimmung und Persönlichkeit 96
16.8 Humor als Tugend/Charakterstärke 96
16.9 Messverfahren 97
16.10 Weitere Aspekte einer Psychologie des
Humors 98
17 Komik, Witz und Humor in der Psychoanalyse
Michael Wetzel 101
17.1 Freuds ursprüngliche Einsicht 101
17.2 Sparsamkeit und Verausgabung 105
17.3 Andere Schauplätze des Lachens 108
18 Linguistik und Humor Helga Kotthoff 112
18.1 Sprachspiele, Rahmungsspiele,
Necken 112
18.2 Pointen und (semantische) Inkongruenzen
113
18.3 Humor, Ironie und die Griceschen
Maximen der Kommunikation 115
18.4 Komik, Humor und Ironie in der
Interaktionsforschung 117
18.5 Humor in der Gruppe und in den
Medien 118
18.6 Lachen im Gespräch 119
19 Literaturtheorie 122
19.1 Rhetorisch-poetologische Ansätze
Arne Kapitza 122
19.2 Sprechakttheorie und Komiktheorie 125
19.3 Bachtins Ansatz im Spannungsfeld von
Karneval und Literatur 128
19.4 Neuere (analytische, systemtheoretische,
performanztheoretische) Ansätze
Uwe Wirth 129
20 Komik, Gesellschaft und Politik
Arne Kapitza

usw. über: komik-inhaltsverzeichnis

„Barfüßer“ als 14. komisches Kunstwerk im Frankfurter Grüngürtel eingeweiht!

Barfuesser-Enthüllung in der Kurt-Halbritter-Anlage Frankfurt-Rödelheim.Foto: Diether v. Goddenthow
Barfuesser-Enthüllung in der Kurt-Halbritter-Anlage Frankfurt-Rödelheim.Foto: Diether v. Goddenthow

Die Nachricht könnte sich heute  auch wie ein Aprilscherz lesen. Sie ist es aber nicht! Gestern fand tatsächliche die Einweihung der Skulptur eines Wesens statt, welches es eigentlich nur in der Fantasie gibt: Der „Barfüsser“.  Seit gestern treibt er „leibhaftig“ in der Kurt-Halbritter-Anlage als 14. Exemplar der komischen Kunstwerke im Frankfurter Grüngürtel sein „Unwesen“.

Der Barfuesser, Bronzskulptur von Siegfried Böttcher Foto: Diether v. Goddenthow
Der Barfuesser, Bronzskulptur von Siegfried Böttcher Foto: Diether v. Goddenthow

In Kooperation mit dem Caricatura Museum Frankfurt und dem Umweltamt hatten das Frankfurter Umwelt- und das Kulturdezernat herzlich eingeladen, der   Einweihung des ulkigen Vielfüsser-Wesens von Kurt Halbritter gestern in der Kurt-Halbritter-Anlage, dem ehemaligen Solms-Platz in Rödelheim, beizuwohnen.

Man kann ihn nicht nur streicheln, sondern auch auf ihm reiten. Im Hintergrund die Gruppe "Gallus-Donner".Foto: Diether v. Goddenthow
Man kann ihn nicht nur streicheln, sondern auch auf ihm reiten. Im Hintergrund die Gruppe „Gallus-Donner“.Foto: Diether v. Goddenthow

Und selbst Petrus hatte es gut gemeint, so dass die kleine Einweihungs-Feier mit Kaffee, Saft und einem anschließend verteilten zweiten Barfüsser auf 5 Kilogramm „Marzipan“ zu einem ersten kleinen Sommer-Happing 2017 wurde. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Jugendtrommlerband „Gallusdonner“, die auf ihren japanischen Trommeln ihren ersten Auftritt mit Bravour hinlegten und die gut 120 Gäste begeisterten.

Siegfried Böttcher auf seiner großartigen höchst gelungenen Barfüsser-Skulptur. Kurt Halbritter, der Erschaffer und geniale Zeichner hätte seine wahr Freude daran gehabt. Foto: Diether v. Goddenthow
Siegfried Böttcher auf seiner großartigen höchst gelungenen Barfüsser-Skulptur. Kurt Halbritter, der Erschaffer und geniale Zeichner hätte seine wahr Freude daran gehabt. Foto: Diether v. Goddenthow

Der „Barfüßer“ entstammt dem Werk „Tier- und Pflanzenwelt“ (1975) von Kurt Halbritter. Neben bizarren Lebewesen wie dem „Hochhändigen Lachfuß“, dem „Finguin“ oder dem „Fusseltierchen“ spürt Halbritter darin auch den „Barfüßer“ in seiner natürlichen Umgebung auf und beschreibt ihn detail- und kenntnisreich. Der „Barfüßer“, lateinisch pedibus nudis, ein Getier mit einer großen Anzahl Füßen, einem weiteren Fuß als Nase und zwei Händen als Ohren, steht ganz im Dienste müde gewordener Pilger und bietet ihnen rettendes Geleit an.
Nach der Zeichnung von Kurt Halbritter hat der Kasseler Bildhauer Siegfried Böttcher die 2,6 m lange und 1 m hohe, aus Bronze gegossene Skulptur geschaffen. Gefördert wird das Projekt vom Regionalpark RheinMain und dem Kulturfonds Frankfurt Rheinmain.

Kurt Halbritter
Kurt Halbritter (geb. 1924 in Frankfurt, gest. 1978) war ein satirischer Zeichner und Karikaturist. Er war bei der 1962 gegründeten Satirezeitschrift pardon von Anfang an dabei und gehörte dort zu den prägendsten Zeichnern. Für die Binding Brauerei schuf er die populären Werbefiguren „Schorsch und Schaa“. Bis zu seinem plötzlichen Tod 1978 lebte und arbeitete Halbritter in Frankfurt-Rödelheim.

Komische Kunst im Frankfurter GrünGürtel
Der Frankfurter GrünGürtel ist eine hessische Erfolgsgeschichte. Mit seinen 8.000 Hektar bietet er den Bürgern und Bürgerinnen einen attraktiven Erholungs- und Freizeitraum.
Seit 2001 bevölkert eine außergewöhnliche, komische Spezies den GrünGürtel, ausnahmslos Werke der Komischen Kunst. Angefangen hat es mit Robert Gernhardts GrünGürtel-Tier, einem Mischwesen aus „Wutz, Molch und Star“. Seitdem folgten in dem gemeinsamen Projekt von Umweltamt und Caricatura Museum Frankfurt bis zum heutigen Tag weitere Kunstwerke von Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, Hans Traxler, F.K. Waechter und Bernd Pfarr. Kurt Halbritters „Barfüßer“ zieht als 14. Komisches Kunstwerk in den Frankfurter GrünGürtel ein.

In der aktuellen Hängung der Dauerausstellung im Caricatura Museum Frankfurt sind noch bis zum 14. Mai 2017 Zeichnungen und Modelle der Komischen Kunst im Grüngürtel zu betrachten.

ARI PLIKAT Ausstellung vom 23. März 2017 – 23. Juli 2017 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

© Ari Plikat
© Ari Plikat

Ein Spießbürger mit Hut, Schlips und Aktentasche – aber ohne Füße; frei schwebend im Hier und Jetzt scheinbar über einem Trampolin: „Das ist mein Hip Hop“. Das ist – vor allem – erst einmal die Leichtigkeit des Seins, die ja jeder anders definiert. Das ist aber auch ein typisches Werk von Ari Plikat: sparsam der Strich, lakonisch und trocken auf dem Punkt die Ansagen.

Foto: © Sabrina Didschuneit
Foto: © Sabrina Didschuneit

Ein Stück Papier ist Ari Plikats Bühne, manchmal aber auch Postkarten und Bierdeckel, die so zu „Sammelpappen“ werden. Plikat, der „Meister der breiten Hosen“, ist dabei scharfsinniger Beobachter der Welt des Absurden. Mit seinen Bildern erschafft er einen ganz eigenen Kosmos.

Die Ausstellung zeigt erstmalig das ganze Spektrum des Schaffens von Ari Plikat. Ausstellungsansicht ARI PLIKAT Ausstellung vom 23. März 2017 - 23. Juli 2017 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Foto: © Diether v. Goddenthow
Die Ausstellung zeigt erstmalig das ganze Spektrum des Schaffens von Ari Plikat. Ausstellungsansicht ARI PLIKAT
Ausstellung vom 23. März 2017 – 23. Juli 2017
im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Foto: © Diether v. Goddenthow

Die charmant-wahnsinnigen Figuren und Formen sind dabei krakelig, der Witz auch mal grob und vulgär und scheut auch den albernsten Kalauer nicht. Aber – und das ist die große Kunst Ari Plikats – bei aller Hässlichkeit und Derbheit des Dargestellten ist sein künstlerisches Talent und Können in jedem Bild sichtbar: Alles stimmt, alles sitzt. Die Farben und der Strich sind genau die, die es sein müssen.

"So geht Burn-out" - "Klar - unser Chef weiss ja alles besser"  © Ari Plikat
„So geht Burn-out“ – „Klar – unser Chef weiss ja alles besser“ © Ari Plikat

Sei es mit Aquarell, Tusche oder Filzstiften gemalt – Plikats Cartoons sind oft böse, aber nie boshaft, dafür sind sie viel zu gut. Die meisterhafte Ausführung der Zeichnung und die Farben sind es, die das gezeigte groteske Geschehen immer irgendwie auch liebenswert erscheinen lassen.
Weite Hosen, keine Füße, eine seltsame Brille oder einfach sehr glubschige Glubschaugen und viele, schiefe Zähne – so sieht das Figurenpersonal aus den Cartoons von Ari Plikat aus. Dazu kommt Plikats heimliches Markenzeichen: Die Punkte, die seinen Darsteller über dem Kopf schweben, diese „Belämmertheits-Punkte“ (Titanic-Grafiker Tom Hintner), die die Bräsigkeit der gemalten Persönchen erst so richtig zum Vorschein bringen. Als Deppen hat der ehemalige TITANIC-Chefredakteur Leo Fischer die Figuren aus den Cartoons von Ari Plikat einst so kurz wie treffend beschrieben, und Recht hat er.

Ausstellungsansicht ARI PLIKAT Ausstellung vom 23. März 2017 - 23. Juli 2017 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Foto: © Diether v. Goddenthow
Ausstellungsansicht ARI PLIKAT
Ausstellung vom 23. März 2017 – 23. Juli 2017
im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Foto: © Diether v. Goddenthow

Aber: Plikats Zeichnungen haben Stil – nämlich seinen ganz eigenen: „Selbst wenn eine Zeichnung mal eine wirklich schwere Geburt ist, muss es schnell und leicht hingeworfen aussehen“, so der gebürtige Dortmunder. Und das tut sie immer. Das ist sein Hip Hop.

"Kann man diesen Teil weglassen!" © Ari Plikat
„Kann man diesen Teil weglassen!“ © Ari Plikat

Plikat hat sich in seiner annähernd 30-jährigen Karriere als Cartoonist und Illustrator mit den unterschiedlichsten Themen des menschlichen Daseins auseinandergesetzt: Essen, Sex und Tod. Aber auch andere Sujets wie Katzen, Kaffee, Stehaufmännchen und Ballontierchen lässt er in seinen Zeichnungen nicht unberührt. Sie sind oft surreal, manchmal auch politisch, gelegentlich auch illustrativ. Immer jedoch schwingt in ihnen eine Portion Anarchie und Rotzigkeit mit oder − wie es Zeichnerkollege POLO ausdrückt: „Das ist gezeichneter Rock’n’ Roll“. Plikats Witz ist grob und vulgär, er schreckt auch vor den albernsten Kalauern nicht zurück: „Hier wird die Sau rausgelassen, keine Pointe, kein Wortspiel verkniffen, und der Zusammenstoß mit unseren Konventionen macht die komische Wirkung, knapp vor der Empörung.“ So charakterisierte der große F.W. Bernstein einmal Ari Plikats Strich.

"Nie wieder mit einem Dichter"  © Ari Plikat
„Nie wieder mit einem Dichter“ © Ari Plikat

Ari Plikat (Jg. 1958) studierte nach seiner Ausbildung zum Grafiker Visuelle Kommunikation in Leeds und Dortmund, wo er auch lebt und arbeitet. Einst bei Altmeister F. W. Bernstein in die Lehre gegangen, gehört er heute zu den wichtigen Vertretern der deutschen Zeichner-Szene. Seine Cartoons erscheinen u.a. in Titanic, taz, stern, Eulenspiegel, Zitty, Italien und im Bananenblatt. Er lebt zusammen mit der Illustratorin Charlotte Wagner in Dortmund. Die beiden arbeiten und veröffentlichen auch gemeinsam als Lotte & Ari.

Für seine Werke wurde Ari Plikat mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Silber (2006) und dem Sondermann für Komische Kunst (2010). Und schon zuvor erhielt er als Werbegrafiker Preise wie den Clio-Award 1988, der als Werbe-„Oscar“ gilt.

Ausstellungsansicht ARI PLIKAT Ausstellung vom 23. März 2017 - 23. Juli 2017 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Foto: © Diether v. Goddenthow
Ausstellungsansicht ARI PLIKAT
Ausstellung vom 23. März 2017 – 23. Juli 2017
im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst. Foto: © Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt erstmalig das ganze Spektrum des Schaffens von Ari Plikat. In der Ausstellung werden brandneueste Cartoons und die lustigsten Klassiker aus Plikats Universum präsentiert. Daneben finden die Besucher die wohl größte Schau von komischen Bierdeckeln, die die Welt je gesehen hat. Zudem werden rund 120 Postkarten und fast ebenso viele Plikat‘sche „Pappenheimer“ gezeigt. Auch eine von Plikat bemalte Badematte hat ihren Platz in der Ausstellung gefunden, und nicht zuletzt zwei Skulpturen des Kasseler Bildhauers Sigfried Böttcher nach Cartoons von Ari Plikat.

Zur Ausstellung erscheint in der Caricatura Museum Edition der Cartoonband „Das ist mein Hip Hop!“

cover-d.i.m.hip-hop,jpgAri Plikats Cartoons sind nichts für zarte Seelen: mit krakeligem Strich und knalligen Farben rückt er lebenswichtigen Dingen wie Sex, Macht und Tod ohne Rücksicht auf Schamgefühl und political correctness zu Leibe. Und trotzdem gibt’s im neuen Buch auch Feen und Einhörner! Ehrlich! Sehr empfehlenswert, auch als Selbst-Geschenk!
(Lappan, 2017)
Lappan Verlag – EUR 9,99
128 Seiten / ISBN: 978-3-830-33471-2

 

Comicwettbewerb „Welt retten“ – Frankfurter Anne Frank-Bildungsstätte sucht Superheld*innen für heute

Cover_Comicwettbewerb.wNach den sehr erfolgreichen Jugendkunstwettbewerben der vergangenen Jahre schreibt die Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/Main in diesem Jahr einen bundesweiten Comicwettbewerb zum Thema „Welt retten – Superheld*innen für heute“ aus.

Bewerber*innen jeden Alters können bis zum 3. Mai 2017 einen Strip oder eine Comic-Geschichte einreichen, die eine Seite umfassen soll. Eine Fachjury, zu der namhafte Comiczeichner*innen sowie der F.A.Z.-Redakteur und Genre-Experte Andreas Platthaus gehören, begutachtet und bestimmt die Gewinner*innen in drei Alterskategorien: bis 14 Jahre, 15 bis 19 Jahre, über 20 Jahre.
„Wir sind gespannt auf die Auseinandersetzung junger Künstler*innen mit gesellschaftspolitischen Fragen, auf ihre Ideen von einer ‘guten Welt‘ und ihre Visionen davon, wofür es sich heute zu kämpfen lohnt“, sagt Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder attraktive Preise zu gewinnen – u.a. ein MacBook Pro, eine Reise nach Amsterdam mit einem Besuch des Anne Frank Hauses oder ein Besuch des Comic Salons Erlangen. Ein oder mehrere der prämierten Comics werden Teil des neuen Lernlabors „Anne Frank. Morgen mehr.“ zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Vergangenheit und Gegenwart, das 2018 in der Bildungsstätte eröffnet wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 12. Juni 2017 – dem Geburtstag von Anne Frank – in der Frankfurter Paulskirche im Rahmen des ersten „Anne Frank-Tags“ der Stadt Frankfurt statt. Die besten Comics werden für einige Wochen im Foyer der Paulskirche ausgestellt.

Das Caricatura Museum Frankfurt ist Kooperationspartner.

Alle Details zur Teilnahme, Altersgruppen, Formate usw. erfahren über: http://www.bs-anne-frank.de/kunstwettbewerb/

Bildungsstätte Anne Frank
Céline Wendelgaß
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Telefon: 069/560 00 233
cwendelgass@bs-anne-frank.de
Ausschreibung
Die Welt ist voller Übel, Unrecht und Schurk*innen. Und im Comicuniversum haben ja doch nur Batman, Superman und Co. das Sagen. Es ist Zeit, dass sich das ändert. Es ist Zeit für Eure Superheld*innen! Wir wollen wissen, wie zeitgemäße Superheld*innen leben, lieben, aussehen, streiten und Widerstand leisten. Wie sie kämpfen – und wofür. Wir wollen erleben, mit welchen Gefahren, Schandtaten und Gegener*innen sie es heute zu tun haben. Wir wollen ihre Superkräfte und Überzeugungen kennenlernen, ihre Freund*innen, vielleicht auch ihre Schwächen. Wir fragen uns, ob Superheld*innen ins Kino gehen und ob sie kochen können. Aber wer sagt eigentlich, dass nur Menschen Superheld*innen sein können? Wir sind gespannt auf Eure Kreationen.

Jury
Anke Kuhl (Comiczeichnerin, Frankfurt), Marijpol (Comiczeichnerin, Hamburg), Philipp Mohr (William Blair & Company), Andreas Platthaus(Comicexperte und Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., Frankfurt), Manuel Tiranno (Comiczeichner, Frankfurt), Barbara Yelin (Comiczeichnerin, München)

Bildungsstätte Anne Frank
Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen
Was können wir heute noch aus der Vergangenheit lernen? Wie handeln wir im Hier und Jetzt, wenn uns Rassismus begegnet? Wie gestalten wir die Gesellschaft, in der wir in Zukunft leben wollen – und in der alle einen Platz haben? Das sind Fragen, zu denen die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main arbeitet.

Als Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken.
Partizipativ und interaktiv: In Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten werden Jugendliche, Schüler*innen und junge Erwachsene dazu ermutigt, eigene Standpunkte einzunehmen, Handlungsspielräume zu nutzen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. Fachkräfte erarbeiten sich in Fortbildungen und Seminaren einen qualifizierten Umgang mit rassistischen, antisemitischen oder diskriminierenden Handlungen und Äußerungen. Sie erhalten Beratung in (akuten) Konfliktfällen sowie zum Umgang mit Radikalisierung und radikalisierten Jugendlichen.
Zwei Beratungsstellen sind in der Bildungsstätte Anne Frank angesiedelt: response. berät Betroffene rechter und rassistischer Gewalt in ganz Hessen, das Adibe-Netzwerk Hessen begleitet und unterstützt Menschen, die Diskriminierung erfahren haben. Der Austausch von Theorie und Praxis wird in der Bildungsstätte gefördert – etwa im Rahmen der Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft“.
Neben der Dauerausstellung zu Anne Frank zeigt die Bildungsstätte wechselnde Sonderausstellungen zu historischen und aktuellen Themen. Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“ tourt seit 2014 durch Hessen, um Jugendliche gegen Rassismus und Diskriminierung in ihrem direkten Umfeld zu sensibilisieren.

Bildungsstätte Anne Frank
Céline Wendelgaß
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Telefon: 069/560 00 233
cwendelgass@bs-anne-frank.de

Künstlergespräch mit SternZeichner Til Mette am 22.Nov.2016 im Caricatura Frankfurt

kuenstlergespraech_til_mettDas Caricatura Museum Frankfurt und das ver.di Bildungswerk Hessen laden ein: Til Mette im Künstlergespräch mit Birgit Sommer (Hessischer Rundfunk)

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „sternBilder“ im Caricatura Museum kommt Til Mette am 22. November 2016 nach Frankfurt! Im Gespräch mit der Journalistin Birgit Sommer (Hessischer Rundfunk) stellt Til Mette seine Zeichnungen vor und spricht über seine Arbeit als Cartoonist.

Das Künstlergespräch ist eine gemeinsame Veranstaltung von ver.di Bildungswerk Hessen und dem Caricatura Museum Frankfurt.

Til Mette im Künstlergespräch
Moderation:
Birgit Sommer (Hessischer Rundfunk)

Caricatura Museum Frankfurt, Weckmarkt 17, 60311 Frankfurt am Main
Dienstag, 22. November 2016
Eintritt: 5 €

Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19.30 Uhr

Sternbilder Ausstellung vom 10. November 2016 – 12. März 2017 im Caricatura Museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst

ausstellungsplakat_sternbilWie kein anderes Magazin in Deutschland kultiviert der stern Humor und Satire in jeder seiner Ausgaben. Diese Institutionalisierung begann im stern schon in den 50er Jahren, als Humor und Satire in der Zeitschriftenlandschaft nur am Rande als Witzeseite einen Platz fand – wenn überhaupt. Bis heute ist oftmals ein verhaltener Umgang mit Humor und Satire in den Medien zu konstatieren. Mit der Ausstellung „Sternbilder“ würdigt das Caricatura Museum Frankfurt das Engagement und die Haltung des sterns, Humor und Satire ein festes Forum einzuräumen. Die Ausstellung zeigt neben Klassikern vor allem die aktuell im stern vertretenen Zeichner und Künstler.

Haderer-Werke im Erdgeschoss.  Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Haderer-Werke im Erdgeschoss. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Im Mittelfeld stehen die drei großen Komischen Künstler Gerhard Haderer, Til Mette und Tetsche, die jeweils mit einer Seite jede Woche im Stern vertreten sind. Ihre Werke werden im Erdgeschoss des Caricatura-Museums gezeigt.

Im 1. Obergeschoss finden sich die Jungen Zeichner der Sterns, Politische Zeichnungen, Mischseiten des Stern und die Wand der Klassiker mit Loriot, Neugebauer usw.

Humor und Satire, das ist seit Jahrzehnten ein Aushängeschild des sterns. Das Magazin beschäftigt eine eigene Humor-Redaktion mit fest angestellten Zeichnern und Künstlern, die zumeist über Jahrzehnte hinweg für das Magazin tätig sind. Die Zeichnungen verstecken sich nicht im Vermischten, sie sind eine selbstbewusste Institution.

 Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Diesen herausragenden Umgang mit Komischer Kunst ist dem Gründer des sterns Henri Nannen zu verdanken. Er erkannte bereits in den 50er Jahren das Potenzial und den hohen Stellenwert satirischer Zeichnungen. Nannen engagierte Künstler, die über viele Jahre hinweg dem Magazin treu blieben. Von einem Millionenpublikum geliebt waren darunter Fritz Wolf, Markus, Papan, Loriot und Peter Neugebauer.

Bis heute veröffentlichen die Künstler des sterns in ihren eigenen Rubriken, aktuell sind das die Seiten Haderer, Til Mette und Tetsche. Die jüngste Rubrik, „Ein Quantum Trost“, ist 2013 hinzugekommen.

Der langjährige Humor-Redakteur Rolf Dieckmann würdigte 2014 die bedeutende Stellung des Ressorts in „Finden Sie das etwa komisch?“ mit den Worten: „Früher kaufte man Bilderwitze bei Agenturen und irgendein Layouter stellte sie irgendwo ins Blatt. Beim stern gab es in den Fünfzigern plötzlich ein Ressort, das mit Zeichnern und Autoren Beiträge erarbeitete, die den Leser zum Lachen bringen sollten. (…) Der neue stern-Humor war ungewohnt frech und respektlos.“

Die Ausstellung

Wand der Cartoon-Klassiker.  Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Wand der Cartoon-Klassiker. Foto: Heike v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Ausstellung „Sternbilder“ des Caricatura Museum Frankfurt zeigt neben einigen Zeichnungen der Klassiker Loriot, Fritz Wolf, Markus, Peter Neugebauer und Papan vor allem die aktuell im stern vertretenen drei großen Komischen Künstler Gerhard Haderer, Til Mette und Tetsche.

Bilderwand mit Werken von Til Mette. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Bilderwand mit Werken von Til Mette. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Tobias Schülert, jüngstes Mitglied der Humor-Redaktion und die Rubrik „Ein Quantum Trost“ erhalten einen eigenen Schwerpunkt. Hier finden neben seinen Zeichnungen eine Vielzahl von weiteren Cartoonisten ihren Platz: BeCK, Bettina Bexte, Henning Christiansen, Felmy, Katharina Greve, Kamagurka, Kittihawk, Dorthe Landschulz, Piero Masztalerz, Mock, Oliver Ottitsch, Ari Plikat, Hannes Richert, Leo Riegel, Holga Rosen, Schilling & Blum, Freimut Wössner und Miriam Wurster. Die Textbeiträge dieser Rubrik werden in der Ausstellung mittels einer Hörstation sowie einer Lesung im Rahmenprogramm mit dem Lyriker Thomas Gsella zur Geltung kommen. Nel, der wöchentlich eine politische Karikatur für die Rubrik „Kosmos“ zeichnet, ist mit einer eigenen Bilderstrecke vertreten. Schließlich werden „Luftblasen“ des früheren Humor-Redakteurs Rolf Dieckmann gezeigt.

Begleitbuch

119 Seiten mit zumeist farbigen Abbildungen, 5 Euro. Lappan Verlag, Oldenburg 2014, ISBN: 978-3830333623
119 Seiten mit zumeist farbigen Abbildungen, 5 Euro. Lappan Verlag, Oldenburg 2014, ISBN: 978-3830333623

Die Ausstellung wird begleitet von dem Buch „Finden Sie das etwa komisch? Stern-Humor von Dieckmann, Haderer, Mette, Schülert und Tetsche.“ „Humor und Satire haben im stern eine lange Tradition, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht. Und auch heute noch ist er die einzige deutsche Zeitschrift, die Woche für Woche einen eigenen Humorteil produziert. Einzigartig ist also dieser Band, der eine Sammlung der Werke aller aktuellen stern-Zeichner für Sie bereithält. Ein Muss für alle Liebhaber des feinen Humors!“ (Lappan Verlag 2014)
Caricatura Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17,
60311 Frankfurt am Main

Die Künstler

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Gerhard Haderer

Gerhard Haderer wurde 1951 in Leonding (Österreich) geboren. Er lebt und arbeitet bis heute in Linz. Seit 1984 ist er als Karikaturist für renommierte Zeitschriften tätig, seit 1991 wöchentlich für den stern. Bekannt wurde Haderer durch zahlreiche Buchveröffentlichungen. Mit „Das Leben des Jesus“ löste er 2002 international heftige Reaktionen, insbesondere der katholischen Kirche, aus.

Seine ursprüngliche Laufbahn als Werbegrafiker spiegelt sich in seinen Karikaturen durch die Übernahme deren Techniken wider: Ein exakter Bildaufbau, die Optimierung der Farbeffekte durch Einsatz von Kalt-Warm-Kontrasten (hier bevorzugt Haderer Acryltusche und mischt die Farben aus Primärtönen) und die gezielte Licht- und Blickführung erzeugen seine einzigartigen Hochglanzzeichnungen. Haderer setzt sich in seinen Werken mit tagesaktuellen Ereignissen, Alltagsgeschehen, Politik, Religion, Tourismus, Sport und Gesellschaft sarkastisch auseinander.

Haderer wurde mehrfach ausgezeichnet: 2016 mit dem Österreichischen Kabarettpreis für Comics und Cartoons, 2008 mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien, 2006 mit dem Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft und 2001 mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Gold.

Til Mette

Til Mette (eigentlich Gotthard-Tilmann Mette) wurde 1956 in Bielefeld geboren, lebte ab 1992 in New York und zog 2006 nach Hamburg. Nach seinem Kunst- und Geschichtsstudium in Bremen gründete er die „taz“-Bremen mit, in der bundesweiten Ausgabe der „taz“ waren seine Cartoons fester Bestandteil. Seit 1995 erscheinen Til Mettes Cartoons wöchentlich und exklusiv im stern.

In New York entwickelte er seinen einzigartigen Stil, geprägt von überwiegend schwarz-weißen, akkurat gezeichneten und schraffierten Figuren mit einer gehörigen Portion amerikanischen Witzes. In seinen Cartoons greift er tagesaktuelle Themen aus Gesellschaft und Politik auf. Er gewinnt den täglichen Banalitäten wie auch aktuellen Schrecknissen eine komische Seite ab. Die Pointen seiner Cartoons überleben dabei das aktuelle Tagesgeschehen und kennen kein Verfallsdatum.

Til Mette wurde mehrfach ausgezeichnet, 2016 mit dem Deutschen Preis für die politische Karikatur 2015 in Bronze, 2013 mit dem Deutschen Cartoonpreis (1. Preis in der Kategorie Profis) und 2009 mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Gold, 2002 in Bronze.

Tetsche

Tetsche wurde 1946 in Soltau (Lüneburger Heide) geboren, heute lebt er nahe Hamburg an der Elbe. Nach seiner Lehre als Schriftsetzer arbeitete er zunächst als Layouter bei einer großen Tageszeitung in Köln und schließlich als Kreativ-Direktor in einer Hamburger Werbeagentur. Später entschloss er sich dazu, sich voll und ganz dem Cartoonzeichnen zu widmen und veröffentlichte erste Zeichnungen in der „Zeit“, „Konkret“, „Pardon“ und „Hörzu“. Für den stern erfand er Ende der 70er Jahre die Seite „Neues aus Kalau“, heute heißt seine Seite einfach „Tetsche“.

Tetsches Werke sind geprägt von seiner Leidenschaft für Kalauer, verpackt in farbigen grafischen Bildern. Unverwechselbare Zeichen seiner Bilder sind eine Saugglocke, ein Spiegelei, ein Zahn, ein Kondom oder eine aus einer Linie herausragende Säge. Beliebt ist auch seine Rätsel-Parodie, das Rebus, dessen Bilder von Gegenständen einen halbwegs sinnvollen Begriff ergeben sollen.

Tobias Schülert

Tobias Schülert, geboren 1977 in Bielefeld, lebt heute in Hamburg. Nach dem Abitur absolvierte er ein 3-monatiges Praktikum bei Til Mette in New York. Dort veröffentlichte der „New Yorker Staatsanzeiger“ wöchentlich seine Zeichnungen. Nach seinem Studium der Visuellen Kommunikation in Bielefeld wurden erste Zeichnungen im endgültigen Satiremagazin „Titanic“ veröffentlicht. Seit 2007 ist er Humor-Redakteur bei stern.de seit 2013 auch bei der Printausgabe. Seit diesem Jahr erscheint die von ihm mit Tobias Schmitz, Bernd Teichmann, Michael Streck und Til Mette erdachte Rubrik „Ein Quantum Trost“. Schülert wurde 2006 mit dem Deutschen Cartoonpreis ausgezeichnet.

Nel

Nel (eigentlich Ioan Cozacu) wurde 1953 in Klausenburg (Cluj-Napoca) in Rumänien geboren, heute lebt und arbeitet er in Erfurt. Nel studierte Innenarchitektur an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle. Seit 1984 ist er als freischaffender Cartoonist und Illustrator tätig. Nel ist Gründungsmitglied der Cartoon-Fabrik Köpenick, er veröffentlicht in verschiedenen Tageszeitungen und im „Eulenspiegel“. Seit XX zeichnet er wöchentlich politische Karikaturen für die Rubrik „Kosmos“ im stern.

Nel wurde mehrfach ausgezeichnet, mehrfach bei der Rückblende (2015: 3. Preis, 2011: 2. Preis, 2008: 1. Preis), 2011 mit dem Deutschen Karikaturenpreis in Gold, 2005 mit einer Auszeichnung beim Deutschen Preis für die politische Karikatur, 2001 mit dem Deutschen Preis für die politische Karikatur in Bronze, 2001 mit dem Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen in Silber, 1999 bei der Gothaer Karikade, 1995 beim Berliner Karikaturensommer.

Rolf Dieckmann

Rolf Dieckmann wurde 1947 in Schleswig Holstein geboren und lebt als freier Autor in Hamburg und im Wendland. Seit Anfang der 70er Jahre war er als Journalist für verschiedene Zeitschriften und Tageszeitungen tätig. 1991 übernahm er für mehr als zwei Jahrzehnte das Ressort „Humor & Satire“ beim stern. Wöchentlich erschien hier seine Fotosatire „Luftblasen“.

Begleitbuch

119 Seiten mit zumeist farbigen Abbildungen, 5 Euro. Lappan Verlag, Oldenburg 2014, ISBN: 978-3830333623
119 Seiten mit zumeist farbigen Abbildungen, 5 Euro. Lappan Verlag, Oldenburg 2014, ISBN: 978-3830333623

Die Ausstellung wird begleitet von dem Buch „Finden Sie das etwa komisch? Stern-Humor von Dieckmann, Haderer, Mette, Schülert und Tetsche.“ „Humor und Satire haben im stern eine lange Tradition, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht. Und auch heute noch ist er die einzige deutsche Zeitschrift, die Woche für Woche einen eigenen Humorteil produziert. Einzigartig ist also dieser Band, der eine Sammlung der Werke aller aktuellen stern-Zeichner für Sie bereithält. Ein Muss für alle Liebhaber des feinen Humors!“ (Lappan Verlag 2014)

 

Caricatura Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17,
60311 Frankfurt am Main

 

Das Caricatura Museum Frankfurt auf der Buchmesse 2016

Buchmesse Stand des Caricatura_Museums_Frankfurt © Caricatura Museum Frankfurt
Buchmesse Stand des Caricatura_Museums_Frankfurt © Caricatura Museum Frankfurt

Der gemeinsame Stand des Caricatura Museums Frankfurt, der Caricatura Galerie in Kassel und des endgültigen Satiremagazins TITANIC auf der Frankfurter Buchmesse ist seit 2000 feste Anlaufstelle und Kontaktbörse für Zeichner, Autoren, Redakteure, Verleger und Ausstellungsmacher.

Gemeinsam werden Netzwerke im Genre geschaffen und gestärkt sowie Projekte geplant.

Am Stand stehen Künstler zu folgenden Signierterminen zur Verfügung:

DONNERSTAG, 20.10.2016
12 UHR                 Tobias Schülert

FREITAG, 21.10.2016
12 UHR                 Thomas Gsella / Rudi Hurzlmeier
13 UHR                 ©Tom
14 UHR                 Sebastian Krüger
15 UHR                 Michael Holtschulte
16 UHR                 Gerhard Seyfried
17 UHR                 Martin Perscheid

SAMSTAG, 22.10.2016
12 UHR                 BeCK
13 UHR                 Michael Holtschulte
14 UHR                 Sebastian Krüger
15 UHR                 Thomas Koch
16 UHR                 Hauck & Bauer

SONNTAG, 23.10.2016
13 UHR                 Michael Holtschulte

Caricatura Museum Frankfurt –
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17,
D-60311 Frankfurt am Main
Tel: +49 (0) 69 212 301 61,
E-Mail: caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
www.caricatura-museum.dewww.facebook.com/caricaturamuseum

 

„Die Neue Frankfurter Schule und die Komische Kunst im GrünGürtel“ Neuhängung und Ergänzung im Caricatura Museum für Komische Kunst

2001 schuf Robert Gernhardt mit seiner Zeichnung des GrünGürtel-Tiers die Symbolfigur des Frankfurter GrünGrütels und legte damit den Grundstein der Komischen Kunst in den Grün- und Freiflächen rund um Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow
2001 schuf Robert Gernhardt mit seiner Zeichnung des GrünGürtel-Tiers die Symbolfigur des Frankfurter GrünGrütels und legte damit den Grundstein der Komischen Kunst in den Grün- und Freiflächen rund um Frankfurt. Jetzt ausgestellt im Museum für Komische Kunst. Foto: Diether v. Goddenthow

Der GrünGürtel um Frankfurt wird auf Initiative des Caricatura Museums Frankfurt zu seinem 25-jährigen Jubiläum um eine Figur von Kurt Halbritter erweitert.  Dies nimmt das Caricatura Museum Frankfurt zum Anlass, in der Neuhängung seiner Dauerausstellung Zeichnungen, Skizzen und Modelle der Komischen Kunst im GrünGürtel Frankfurter zu präsentieren. Gezeigt werden Beiträge der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule, ergänzt um die Komische Kunst von Kurt Halbritter und Bernhard Pfarr im  GrünGürtel.

Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule in der Dauerausstellung des Caricatura Museum Frankfurt

Kabinett Chlodwig Poth. Jedem Zeichner der Neuen Frankfurter Schule  ist im Caricatura ein eigenes Kabinett gewidmet. Foto: Diether v. Goddenthow
Kabinett Chlodwig Poth. Jedem Zeichner der Neuen Frankfurter Schule ist im Caricatura ein eigenes Kabinett gewidmet. Foto: Diether v. Goddenthow

Im ersten Obergeschoss des Leinwandhause befindet sich die Dauerausstellung des Caricatura Museums Frankfurt. Hier werden die Werke der fünf Zeichner der Neuen Frankfurter Schule gezeigt: F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter ist jeweils ein eigenes Kabinett gewidmet. Zusammen mit den Autoren Bernd Eilert, Eckhard Henscheid und Peter Knorr bildeten sie die Neue Frankfurter Schule und machten mit der Gründung der Satirezeitschriften Pardon und Titanic Frankfurt zur deutschen Hauptstadt der Satire.

Die Hängung der Dauerausstellung wird zweimal jährlich gewechselt, au konservatorischen Gründen und um möglicht viele der Original-Zeichnungen au dem Sammlungsbestand zu zeigen. Dieses Mal hat die neue Präsentation erstmals ein gemeinsame Thema.

Aus aktuellem Anlass wird der Schwerpunkt der Dauerausstellung auf die Beiträge der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule zur Komischen Kunst im GrünGürtel gelegt: Gezeigt wird die Ausstellung durch die Komische Kunst von Bernd Pfarr und Kurt Halbritter im GrünGürtel. Bernd Pfarrs Sondermann-Skulptur wurde zu Ehren de Künstlers 2013 eingeweiht, die „Barfüßer“-Skulptur nach einer Zeichnung Kurt Halbritters wird noch in diesem Jahr in Rödelheim aufgestellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch weitere Karikaturen und Cartoons zum Thema Natur und Skulptur.

Das Caricatura Museum Frankfurt und die Komische Kunst im GrünGürtel

Modell Hans Traxlers "Ich-Denkmal". In der Mainuferanlage zwischen Gerbermühle und Rudersdorf in Oberrad kann jedermann über  drei Stufen hinweg den steinernen Sockel mit der goldenen Aufschrit "Ich" bestiegen, und "bedeutende" Posen einnehmen. Foto: Diether v. Goddenthow
Modell Hans Traxlers „Ich-Denkmal“. In der Mainuferanlage zwischen Gerbermühle und Rudersdorf in Oberrad kann jedermann über drei Stufen hinweg den steinernen Sockel mit der goldenen Aufschrit „Ich“ bestiegen, und „bedeutende“ Posen einnehmen. Foto: Diether v. Goddenthow

2001 schenkte Robert Gernhardt der Stadt Frankfurt mit dem GrünGürtel-Tier das Wappentier für den GrünGürtel. die Zeichnung wurde zunächst auf einer Stele an der Wörthspitze in Höchst angebracht. Das GrünGürtel-Tier fand seinen endgültigen Platz 2006 als Bronzefigur auf der Robert-Gernhardt-Brücke. In Kooperation mit dem Umweltam stellte das Caricatura Museum ein Konzept für Skulpturen nach Entwürfen der anderen Zeichner der Neuen Frankfurter Schule auf.

Seitdem konnten viele weitere Kunstwerke umgesetzt werden: Von Chlodwig Poth wurden Zeichnungen zweier Karikaturserien auf Stelen in der nach ihm benannten Anlage in Sossenheim aufgestellt, Hans Traxler entwarf das Ich-Denkmal, F.W. Bernstein den Elfmeterpunkt. Von F.K. Waechter wurden sieben Figuren verwirklicht, die Eule im Norwegerpullover, der Struwelpeter, die Monsterkinder, der Pinkelbaum, der Monsterspecht, der König der Eichhörnchen und die Dicke Raupe.

Die komischen Skulpturen in freier Landschaft werden fortlaufend durch weitere ergänzt. 2013 kam eine Sondermann-Skulptur nach Zeichnungen von Bernd Pfarr im Nordpark in Bonames hinzu und in diesem Jahr schließlich der Barfüßer von Kurt Halbritter.

Mit einem Ausstellungsrundgang den Frankfurter GrünGürtel erkunden!

Eine große Übersichtskarte gibt Besuchern Orientierung, wo welche gezeigten Exponate der Komischen Kunst im GrünGürtel rund um Frankfurt in den GrünGürtel-Anlagen auffindbar sind. Foto: Diether v. Goddenthow
Eine große Übersichtskarte gibt Besuchern Orientierung, wo welche gezeigten Exponate der Komischen Kunst im GrünGürtel rund um Frankfurt in den GrünGürtel-Anlagen auffindbar sind. Foto: Diether v. Goddenthow

Mit einem Besuch im Caricatura gelingt ein wunderbarer, komprimierter Rundgang durch die  komische Kunst der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule im Frankfurter GrünGürtel in ein paar Stunden, wofür ansonsten Tage benötigt würden. Eine große Wandkarte zu Anfang der Ausstellung  „Die Neue Frankfurter Schule und die Komische Kunst im GrünGürtel“ gibt einen geographischen Überblick des Frankfurter GrünGürtels. Sie verrät die Orte der in freier Natur aufgestellten „komischen“ Skulpturen , die Lage von Gedenkorten und nach den Künstlern benannten Plätzen/ Straßen. Dadurch können die in der ersten Etage präsentierten GrünGrütel-Bilder und gezeigten GrünGürtel-Modelle geographisch zugeordnet  und vielleicht später einmal vor Ort  im GrünGürtel  aufgesucht werden.

Ausstellungs-Folder:
caricatura_museum_frankfurt_folder_ausstellung_nfs_und_komische_kunst_im_gruenguertel

Ort:
Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main

www.caricatura-museum.de
www.facebook.com/caricaturamuseum
www.twitter.com/caricaturamuseum

Sondermann-Preis für Thomas Kapielski und Jan Böhmermann am 11.11.16 in der Brotfabrik Frankfurt

Thomas Kapielski bekommt den Sondermann 2016, weil er seit über dreißig Jahren in Wort, Bild und Ton Erbauliches, Erstaunliches, Erleuchtetes und vor allem sehr Komisches vorgelegt hat. Sei es als Professor für Performance, als Gottesbeweiser oder Experte für „Neue Sezessionistische Heizkörperverkleidungen“, als Fotograf und Objektkünstler, als Stammtischsoziologe und Vortragsartist. Ein verehrungswürdiger Künstler, dem der Ruhm immer wichtiger war als der Erfolg. An seiner Preiswürdigkeit besteht kein Zweifel. Um es mit einem seiner Ausstellungstitel zu sagen: „De dingsbums non est disputandum.“

Den Sondermann-Förderpreis erhält Jan Böhmermann. Wenn sich jemand auf das obsolete Unternehmen TV-Unterhaltung einlässt, jemand, der noch jung genug ist, aus seinem Leben etwas Besseres, womöglich Sinnvolles, zu machen, so verdient das unseren Respekt. Einen solchen Mann wollen wir fördern.

Der Sondermann-Preis ist der höchstdotierte Preis für komische Kunst in Deutschland. Hauptpreisträger Thomas Kapielski erhält 5000 Euro, der förderungswürdige Jan Böhmermann 2000 Euro.

Der Preis wird am 11.11.um 20:00 Uhr in der Frankfurter „Brotfabrik“ im Rahmen einer großen, öffentlichen Gala
verliehen.
Die Preisträger sind anwesend und tragen aus ihren Werken vor.

11.11.2016 Brotfabrik, Bachmannstraße 2-4, 60488 Frankfurt am Main
Karten im Vorverkauf unter: www.brotfabrik.de

„Backstage!“ u. „On Stage“ – Ausstellungen mit Künstler Sebastian Krüger im Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt

Sebastian Krüger. Foto: Sebastian Krüger
Sebastian Krüger. Foto: Sebastian Krüger

Am Sonntag, dem 09.10.2016, lädt das Caricatura Museum Frankfurt zu zwei Veranstaltungen mit Sebastian Krüger, dem Künstler der aktuellen Ausstellung, ein:

Backstage! Durch die Ausstellung mit Sebastian Krüger
16 Uhr – Eintritt 4 € (zzgl. Museumseintritt 6 €)
Führung durch die Ausstellung mit den Kuratoren und Sebastian Krüger

On Stage! Sebastian Krüger im Gespräch mit Klaus Walter
Rock the Museum – ein Abend mit Bildern und Musik
20 Uhr – Eintritt: 7 €

Musiker spielen eine wichtige Rolle im Werk von Sebastian Krüger: Die Rolling Stones, Iggy Pop, Slash, Lemmy Kilmister und viele andere malte Krüger nicht nur, viele davon kennt und kannte er auch persönlich. Der Radiomoderator und Journalist Klaus Walter (u.a. „Der Ball ist rund“, HR) spricht mit Sebastian Krüger im Caricatura Museum über Inspiration, Lieblingssongs und die vielen Falten von Keith Richards. Dazu werden die passenden Lieder gespielt.

Kombiticket: Führung + Abendveranstaltung 9 € (zzgl. Museumseintritt 6 €)

Caricatura Museum Frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main
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