Kategorie-Archiv: Frankfurter Kunstverein

Trees of Life – Erzählungen für einen beschädigten Planeten 10.10.2019–19.01.2020 Senckenberg im Frankfurter Kunstverein

©  Foto: Diether  v Goddenthow.
© Foto: Diether v Goddenthow.

Vom 10. Oktober 2019 bis zum 19. Januar 2020 präsentiert der Frankfurter Kunstverein mit „Trees of Life – Erzählungen für einen beschädigten Planeten“ ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt, das den Blick von einem historisch gewachsenen, anthropozentrischen Weltbild auf ein systemisches Verständnis des Menschen als Teil des evolutionären Prozesses führt.

Das ist der Auftakt einer Kooperation der eigentlich unüblich erscheint zwischen zwei Häusern, die sich der naturwissenschaftlichen Forschung und zeitgenössischer Kunstproduktion widmen.  Es ist für uns eigentlich der Beginn einer mehrjährigen geplanten Kooperation. Und dieses Mal eröffnen wir mit der Ausstellung im Frankfurter Kunstverein, und in Zukunft werden wir zu Gast im Senckenberg Naturmuseum sein, erläuterte Professorin Franziska Nori, Direktorin des Frankfurter Kunstvereins und Kuratorin der Sonderausstellung beim heutigen Pressegespräch im Frankfurter Kunstverein.

v.l.: Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung,  Prof. Franziska Nori, Direktorin Frankfurter Kunstverein, Kuratorin der Ausstellung, Philipe Havlik, Wissenschaftler im Senckenberg-Naturmuseum, als wissenschaftlicher Berater.  © Foto: Diether v Goddenthow
v.l.: Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor Senckenberg Gesellschaft für
Naturforschung, Prof. Franziska Nori, Direktorin Frankfurter Kunstverein, Kuratorin der Ausstellung, Philipe Havlik, Wissenschaftler im Senckenberg-Naturmuseum, als wissenschaftlicher Berater. © Foto: Diether v Goddenthow

Das langwierige Programm im Frankfurter Kunstverein habe ja auch immer wieder gezeigt, „dass wir ein besonderes Interesse für die Künstlerinnen und Künstler haben, die sich den Wissen auch von naturwissenschaftlicher Erkenntnis her ernähren und die großen Fragen auch unserer heutigen Gesellschaft in zeitlichen und historischen Moment stellen“, sagte Nori. Und das löse diese Ausstellung bestimmt auch ein. „Wir haben haben nämlich vier Künstler /innen ausgesucht, die unterschiedliche Arten der Annäherung an die heutige Frage, wie wir uns als Mensch als Teil eines Planeten, eines Großen und Ganzen sehen“, die diese Fragen diskutierten, und ihre unterschiedlichen Positionen auch entsprechend repräsentieren könnten.
Es ginge bei der Kooperation insbesondere auch darum, zu fragen, wer aus welcher Perspektive vom „beschädigten“ Planeten Erde erzählt. Das sei die Grundidee mit der Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung, die viele visuelle Metaphern zeige, erstmal willkommen geheißen würden, so die Nori. In der Ausstellung stünden die Exponate aus dem Senckenberg Naturmuseum nicht nur als wissenschaftliche Belege, sondern sie seien Fragmente von der Welt im Verlauf ihrer Evolution. „Sie ermöglichen uns, einen Bezug zu Zeiten herzustellen, die so unermesslich sind, dass man sie in Zahlen ausdrücken, aber emotional nicht zu begreifen und zu empfinden vermag“, erläuterte die Kuratorin.

Die Ausstellung habe im wesentlichen mit dem Thema „Antropozen“ zu tun, ein Thema, mit dem der Mensch sich in den nächsten 100, 200 Jahren intensiv wird auseinandersetzen. Es ginge um eine kritische Betrachtung dessen, „das es uns auf der einen Seite gelungen ist, durch unsere Intelligenz eine Welt zu schaffen, in der es uns so gut geht, wie noch nie“, aber das Ganze „erfolgte auf Kosten des Planeten, dem Planeten der Erde“, sagte Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Unserem Naturkapital Erde ginge es so schlecht wie noch nie. „Das heißt: wir haben eigentlich in den letzten paar hundert Jahren unseren Planeten ziemlich ausgebeutet zu unserem Wohl. Und wir müssen jetzt Wege finden, wie wir eigentlich zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Erde kommen, eine Herausforderung, die alle betrifft. Und gerade da denke ich, macht es Sinn, Wissenschaft und Kunst näher zusammen zu bringen. Warum?: Wissenschaft und Kunst sind beides Früherkennungssysteme. Wenn immer sich etwas verändert“ reagierten Wissenschaft aber eben auch die Kunst als empfindsame Sensoren.

Kaum ein "Zeitzeuge" verbindet "Naturwissenschaft und Kunst" augenscheinlicher als der Agathoxylon, der verkieselte Stamm eines Nadelbaums, 225 Millionen Jahre alt, Nevada, USA, Leihgabe der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. © Foto: Diether v Goddenthow
Kaum ein „Zeitzeuge“ verbindet „Naturwissenschaft und Kunst“ augenscheinlicher als der Agathoxylon, der verkieselte Stamm eines Nadelbaums, 225 Millionen Jahre alt, Nevada, USA, Leihgabe der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. © Foto: Diether v Goddenthow

Tatsächlich beschäftigten sich Wissenschaft und Kunst intensiv auch mit diesem Thema, wir der Mensch eigentlich mit seinem Planeten umgehe, und das aus unterschiedlichen Perspektivenm, so Mosbrugger: „Wir Naturwissenschaftler kommen sehr stark von den Daten, von den Fakten, von den Prozessen, vom analytischem Verständnis. Die Kunst hat weniger einen reduktionístischen, sondern mehr einen holistischen Zugang“. In der Kunst ginge es auch um Fragen des Selbstverständnisses des Menschen, um existentielle Fragen und auch um Ästhetik.
Durch die Sicht aus unterschiedlichen Perspektiven, das Hin- und Herspringen zwischen Kunst- und naturwissenschaftlicher Welt, zwischen reduktionistischen und holistischen Sichtweisen, zwischen Sinnfrage und Verständnis, Prozessverständnis, entstünde für Betrachter ein Mehrwert und „wir beide sind überzeugt, dass dadurch mehr entstehen kann, sowohl für Leute, die mehr an Kunst interessiert sind, wie für Leute, die jetzt mehr an Naturwissenschaften interessiert sind“, so Mosbrugger. Wissenschaftliche Ansätze könnten durch die Kunst emotional erlebbar werden und neue Zugänge zu Erfahrungs- und Denkräumen führen.

Der Ansatz:

Für die Ausstellung produzieren zeitgenössische Künstler*innen Werke und Rauminstallationen und stellen diese in einen inhaltlichen Dialog mit wissenschaftlichen Exponaten aus den Sammlungen des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt. Das Ausstellungsprojekt wird von Podiumsdiskussionen begleitet, an denen Schriftsteller*innen, Naturwissenschaftler*innen, Philosoph*innen und zeitgenössische Künstler*innen miteinander das thematische Spektrum ausloten.

Ausstellungs-Impression © Foto: Diether v Goddenthow
Ausstellungs-Impression © Foto: Diether v Goddenthow

Die Ausstellung wird die gesamte Fläche des Frankfurter Kunstvereins bespielen. Kuratiert wird die Schau von Franziska Nori, Leiterin des Frankfurter Kunstvereins, in Zusammenarbeit mit Philipe Havlik aus dem Stab Zentrale Museumsentwicklung bei Senckenberg.

Den teilnehmenden Künstler*innen ist jeweils ein eigener Ausstellungsraum gewidmet. Der Fokus der Ausstellung ist auf zeitgenössische Diskurse gerichtet, die aktuell in zahlreichen Disziplinen geführt werden und die sowohl das dualistische Denken (Mensch-Natur), als auch die Idee eines Vorrangs des Menschen neu überdenken.

So spielen zum Beispiel die Thesen der Naturwissenschaftshistorikerin Donna Haraway eine Rolle, welche die darwinistische Auffassung von Evolution als Primat des Stärkeren um die Idee der Kollaboration zwischen Arten diskutiert. Auch die mikrobiologischen Erkenntnisse von Lynn Margulis und der von ihr und James Lovelock verfochtenen Gaia-Hypothese werden aufgegriffen. Sie betrachten die Erde als ein zusammenhängendes Ganzes, in dem ein selbstregulierender Prozess alle Lebewesen miteinander in einem System vereint.

Diese Gedanken haben in der heutigen Gesellschaft, verschiedenen wissenschaftlichen Diskursen und in der zeitgenössischen Kunst einen starken Widerhall erzeugt, der in unterschiedlichen ästhetischen Formulierungen seinen Ausdruck findet. Die Ausstellung „Trees of Life“ hat mit gänzlich unterschiedlichen Ansätzen arbeitende Künstler*innen eingeladen, ihre künstlerische Recherche in Frankfurt zu präsentieren.

Das Senckenberg Naturmuseum und der Frankfurter Kunstverein wollen als komplementäre Partner in einer strategischen Kooperation die Potentiale einer neuartigen Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst ausloten, um neue Perspektiven und Narrative zu präsentieren und dabei Verstehen und Orientierung verbinden.

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Die drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen.

Mit dem Verständnis von Kunst als Mittler zwischen fachspezifischem Wissen aus den zahlreichen Forschungsbereichen, theoretischen Positionen und Lebensrealitäten, arbeitet der Frankfurter Kunstverein seit vielen Jahren bevorzugt mit Künstler*innen, die Fragestellungen aus technischen Wissenschaften, Naturwissenschaften als auch Geisteswissenschaften aufgreifen. Ihre künstlerischen Auseinandersetzungen und Präsentationen ermöglichen den Besucher*innen, sich durch ästhetische Erlebnisse wissenschaftliche Kenntnisse über die Entschlüsselung von Vernunft hinaus auch mit der Kraft der Poesie anzueignen.

Das Ausstellungsprojekt wird gefördert vom Kooperationspool Frankfurt.

Der Ausstellungsparcours

Rauminstallation "Leben im Wassertropfen" 2019, von Master-Studierenden, Intermedia Design Trier u. Prof. Daniel Gilgen mit Sound Editing von Marcus Haberkorn (Hochschule Trier) © Foto: Diether v Goddenthow
Rauminstallation „Leben im Wassertropfen“ 2019, von Master-Studierenden, Intermedia Design Trier u. Prof. Daniel Gilgen mit Sound Editing von Marcus Haberkorn (Hochschule Trier) © Foto: Diether v Goddenthow

Jede Zeit und jede Kultur hat ihre eigenen Denkmodelle, ihre eigenen Erzählungen hervorgebracht, wieder verworfen, weiterentwickelt oder gar vergessen und neuentdeckt. Das Wissen ist situativ, stellt die Geschichtswissenschaftlerin Donna Haraway fest. Realitätsvorstellungen sind gebunden an den Wissensstand einer Zeit und einer Kultur, die Überzeugungen zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig generieren sie Machtgefüge und moralische Kategorien.

Den Auftakt der Ausstellung bildet im Erdgeschoss eine Auswahl an visuellen Metaphern: von der aristotelischen Scala Naturae, einer hierarchischen Anordnung der Lebewesen, an deren Spitze sich der Mensch über alle anderen Kreaturen erhebt und die Charles Bonnet 1781 zeichnete; über die Tagebuchaufzeichnung von Charles Darwin (1837), in der er die Evolution, und nicht das göttliche Prinzip, als Ursprung der Schöpfung erstmals skizzierte; über Ernst Haeckels Stammbaum des Menschen (1884), bis zur zirkulären Visualisierung von David Hillis, die im 21. Jahrhundert tausende von Arten in ihrer phylogenetischen Verknüpfung ohne Hierarchie darstellt. Diese Lebensbäume (trees of life) fassen in Bilder wie der (westliche) Mensch sich über die Jahrhunderte als Teil des Weltgefüges sieht.

Der Ausstellungsparcours führt die BesucherInnen weiter zu einem 225 Millionen Jahre alten versteinerten Baum. Der 1,7 Tonnen schwere Stamm kommt aus dem Petrified-Forest- Nationalpark in Arizona. Er stammt aus der Sammlung des Senckenberg Naturmuseum. Durch besondere Bedingungen ist der Stamm versteinert und steht nun als über zwei Meter hohes skulpturales Fossil in prächtigen Farben im Raum. Das Exponat stellt einen physischen Bezug her zwischen uns und einer Zeitdimension, die wir in Zahlen ausdrücken, aber emotional nicht zu begreifen und zu empfinden wissen.

Sonja Bäumel ist ein eigener Ausstellungsraum im ersten Geschoss gewidmet. Ihr künstlerisches Werk setzt an einer Kritik des sogenannten „human exceptionalism“ – der Sonderstellung des Menschen – an und stellt diese in Frage. Bäumels Arbeit entsteht vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass 50% des menschlichen Körpers aus Mikroorganismen besteht, mit denen er in komplexen symbiotischen Wechselwirkungen zusammenlebt. Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein wurde mit der Künstlerin eine umfassende Werkschau konzipiert, in der mehrere ihrer Arbeiten präsentiert werden. Das Material ihrer künstlerischen Arbeiten sind Mikroorganismen ihrer eigenen Haut, aus denen sie lebende Exponate schafft.

Im benachbarten Ausstellungsraum präsentiert der FKV den Film „Symbiotic Earth“, der 2017 an der University of Oxford seine Weltpremiere feierte. Die Mikrobiologin Lynn Margulis trug dazu bei, James Lovelocks Gaia-Hypothese durch ihre mikrobiologischen Erkenntnisse zu untermauern. Mit einem akademischen Hintergrund als Philosophin, die über die Evolutionsgenetik zur Biologie kam und an unterschiedlichen Universitäten arbeitete, war Margulis eine Verfechterin einer anderen Deutung der Evolution, als Ergebnis der Symbiogenese: der Verschmelzung von zwei Lebewesen zu einem Organismus.

Mit dem Film über Lynn Margulis setzt die Ausstellung Stromatholithen in einen räumlichen Dialog, die aus der Sammlung des Senckenberg Naturmuseums stammen. Die Fossilien entstanden vor über 560 Millionen Jahren. Die Versteinerungen bestehen aus Lagen urzeitlicher Cyanobakterien, die Lynn Margulis in ihrem Film als Urzelle allen Lebens und gleichzeitig als Quelle freien Sauerstoffs in der Atmosphäre aufzeigt. Im Querschnitt lassen sich unzählige Bakterienmatten erkennen, die von einer jahrhundertelangen Abfolge von Werden und Vergehen
zeugen.

Die Hochschule Trier hat mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eine immersive Rauminstallation entwickelt. BesucherInnen betreten eine digitale Welt, in der das Leben im Wassertropfen und der darin existierenden Strahlentierchen, Wimperntierchen, Augentierchen und Rädertierchen überdimensional erfahrbar ist. In der Ausstellung wird die Arbeit erstmalig gezeigt.

Edgar Honetschläger ist Künstler und Filmemacher. In seiner künstlerischen Praxis konzentriert er sich auf die Frage nach kulturellen Gegebenheiten und dem Verhältnis des Menschen zur Natur. Honetschläger entschied sich dazu, seine Stimme nicht ausschließlich als Künstler, sondern auch als Aktivist zu erheben und nicht mehr nur im symbolischen Raum der künstlerischen Produktion zu agieren. Mit der Schaffung des gemeinnützigen Vereins „GoBugsGo“ engagiert er sich seit 2018 dafür, weltweit Mitstreiter zu finden. Vor dem Hintergrund der drastischen Entwicklung, dass in den vergangenen zwanzig Jahren die Anzahl und Vielfalt der Insekten global dramatisch zurückgegangen ist, agiert Honetschläger mit dem Anliegen Lebensraum zurückzugewinnen und diesen durch Schenkung oder Kauf dauerhaft als kollektives Eigentum zu erwerben und ihn zu einem menschenfreien Raum umzuwandeln. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal in Deutschland „GoBugsGo“ und widmet Honetschläger einen Ausstellungsraum, in dem sein aktivistisches Projekt gemeinsam mit einer historischen Insektensammlung aus den Sammlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung präsentiert wird. Die Sammlung stammt aus Heidelberg, wurde im 19. Jahrhundert angelegt und zeigt in 42 einzelnen Kästen aufgereihte Arten aus der gesamten Welt. Die Objekte stehen in ihrer ästhetischen Präsenz für eine menschliche Form der Annäherung an Natur.

Im oberen Geschoss befindet sich das Werk des Künstlerkollektivs Studio Drift, das Lonneke Gordijn und Ralph Nauta in Amsterdam gründeten. Ihre Arbeiten untersuchen die Beziehung des Menschen zu den von ihm geschaffenen Dingen und Technologien. Die Ausstellung präsentiert die Werkreihe „Materialism“: Alltagsobjekte, Ikonen der Konsumgesellschaft wie das iPhone oder ein Nokia-Mobiltelefon, wurden in ihre zahlreichen Einzelteile und somit in die darunter liegende Ebene, die der Rohstoffe, dekonstruiert. Zwei weitere Objekte, die in den kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit eine zentrale Rolle spielen, sind Teil der Untersuchung von Studio Drift. Die Maschinengewehre M16 (mit Patrone) und die AK 47 (mit Patrone), beide zählen zu den bekanntesten Waffen weltweit. Alle Objekte wurden in ihre einzelnen Bestandteile und dann in ihre chemischen Elemente dekonstruiert und reverse-engeneered. Wir sehen die Artefakte nicht mehr in der Form industriell gefertigter Objekte. Wir begegnen ihnen in ihrer Essenz, in der Reduziertheit auf deren wesentliche Materie. Industrielle Produkte stehen als reine Rohstoffe vor uns, die zu abstrakten Kuben synthetisiert wurden. Geometrische Formen, die auf die Formensprache der klassischer Moderne und dessen Prinzip der Dekonstruktion verweisen.

In räumlicher Nähe stellt die Ausstellung die Quelle aller Elemente, die sich auf unserem Planeten befinden: den Kosmos. Gezeigt werden Moldavite und Meteoriten aus der Sammlung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Meteoriten entstanden vor 4,56 Milliarden Jahren, in der Frühzeit unseres Sonnensystems. Meteorite enthalten chemische Elemente, aus denen das gesamte Sonnensystem besteht und letztendlich alles Lebende auf unserem Planeten hervorgegangen ist. So stammt das Wasser der Ozeane von Kometen, das Kalzium und der Phosphor in unseren Knochen aus den Explosionen von Supernovae, der Wasserstoff in unseren Zellen ist ein Urelement des Urknalls. Eine VR-Station ermöglicht die immersive Erfahrung, die Wucht eines Meteoriteneinschlags selbst zu erleben.

Video-Raum "Holobiont Society" von Dominique Koch im 2. OG © Foto: Diether v Goddenthow
Video-Raum „Holobiont Society“ von Dominique Koch im 2. OG © Foto: Diether v Goddenthow

Dominique Koch bildet den Abschluss des Parcours. Ihre Werke stehen für eine zurzeit in zahlreichen Disziplinen geführte Debatte, die die Notwendigkeit sehen, gefestigte Denkmodelle anhand neuen Wissens wieder kritisch zu hinterfragen. Der Film „Holobiont Society“ entsteht als Montage aus Found Footage mit Audioaufzeichnungen von Interviews dreier international renommierter WissenschaftlerInnen – Scott Gilbert, Maurizio Lazzarato und Donna Haraway – sowie der elektronischen Musik von Tobias Koch. Der Film beginnt mit Gedanken des Biologen Scott Gilbert über den sogenannten genetischen Determinismus und leitet dann zu Lazzaratos kritischen Ansätzen zum Kapitalismus und der Ausbeutung als dessen zentrales Merkmal über. Als dritte Position problematisiert Donna Haraway die Idee der Sonderstellung des Menschen. Koch gelingt es, eine ihr eigene ästhetische Form zu finden, in der sie Fragmente diskursiver Wissensmodelle emotional auflädt.

Die Vernissage findet am 9. Oktober um 19 Uhr statt. Zur Eröffnung spricht unter anderem auch  Ayse Asar, Staatsministerin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Ort:

FRANKFURTER KUNSTVEREIN
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44, 60311 Frankfurt Main
www.fkv.de

Fotokünstlerin Cindy Sherman mit Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig verleiht den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman. Diese trägt sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt a. Main ein.© Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig verleiht den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman. Diese trägt sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt a. Main ein.© Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig hat am Dienstag, 12. Februar, den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt an die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman verliehen. Die Auszeichnung zählt deutschlandweit zu den bedeutendsten Kunstpreisen. Im Kaisersaal des Römers erhielt Sherman den mit 50.000 Euro dotierten Preis für ihr Lebenswerk vor rund 250 geladenen Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft und trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt ein. Cindy Sherman, geboren am 19. Januar 1954, ist eine Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie. In ihrem Werk verhandelt sie die Repräsentation der Frau in einer von Konsum und Medientechnologie getriebenen Gesellschaft und hinterfragt tradierte, vor allem männlich geprägte Sehgewohnheiten und einen nicht selten voyeuristischen Blick auf die Frau.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernentin Hartwig dankte den Kuratoriumsmitgliedern für ihre hervorragende Entscheidung: „Die Wahl der Jury, den Max-Beckmann-Preis der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman zu verleihen, ist nicht nur die Würdigung ihres Werkes, das mit seiner Bildsprache bahnbrechend ist, sondern es bedeutet auch die Verbindung von Europa nach Amerika zu halten. Cindy Sherman kommt aus New York zu uns, Max Beckmann musste die Alte Welt verlassen, um in eben dieser Millionenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft Exil zu finden. Er hat als Künstler über die Grenzen hinaus den Grundstein für Frankfurt als Stadt der Künste gelegt. Diese Preisverleihung ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur traditionellen deutsch-amerikanischen Freundschaft und Wertegemeinschaft in diesen politisch schwierigen Zeiten – eine Wertegemeinschaft, zu der nicht nur Meinungsfreiheit zählt, sondern auch über alle Schranken hinweg die Freiheit der Künste.“

Laudator Kolja Reichert, Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Laudator Kolja Reichert, Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Laudatio hielt der Kunstkritiker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Kolja Reichert, der in seiner Rede das Werk und Wirken Shermans charakterisierte: „Cindy Sherman hat sich nicht nur über die Kultur lustig gemacht. Sie hat sie verändert. Sie hat uns das Gegengift geschenkt gegen alles Falsche, alle irreführenden Illusionen, gegen die Manipulation durch Bilder, gegen die Objektivierung des weiblichen Körpers, gegen die Einschüchterung durch Luxus, Reichtum und Glamour. Sie verwirrt uns mit ihren rätselhaften Bildern, an denen das Rätselhafteste ist, dass in ihnen nichts rätselhaft ist, weil alles offen daliegt“, so Reichert. „Das ist die Bedrohung, die von ihren Bildern ausgeht: Sie sind wie Laufmaschen, von denen aus sich die gewohnte Welt auftrennen könnte.“

Cindy Sherman sprach im Anschluss zu den Gästen und dem versammelten Kuratorium im Kaisersaal und bedankte sich für die Auszeichnung der Stadt Frankfurt am Tag des Geburtstages von Max Beckmann: „Es ist eine große Ehre für mich hier zu sein und den Preis entgegen nehmen zu dürfen. Max Beckmann hatte einen großen Einfluss auf mich und meine Arbeit! Herzlichen Glückwunsch Max Beckmann.“

Cindy Sherman mit Dr. Ina Hartwig und  Kolja Reichert im Kaisersaal des Frankfurter Römers. © Foto: Diether v. Goddenthow
Cindy Sherman mit Dr. Ina Hartwig und Kolja Reichert im Kaisersaal des Frankfurter Römers. © Foto: Diether v. Goddenthow

Max Beckmann, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule gearbeitet hat, gehört zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Ihm zu Ehren hat die Stadt 1976 den nach ihm benannten Preis eingerichtet, der im drei Jahres Turnus verliehen wird. Mit dem Preis ehrt die Stadt hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur. Über die Vergabe des Preises entschied ein zehnköpfiges Kuratorium, dem Oberbürgermeister Peter Feldmann vorsteht und dem die Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, die Vorsitzende des Kulturausschusses Dr. Nina Teufel, der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Stephan Siegler, Städeldirektor Dr. Philipp Demandt, die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori und in diesem Jahr die Künstlerin und stellvertretende Direktorin der Städelschule Judith Hopf, der Künstler Tobias Rehberger, der Architekt Peter Cachola Schmal und der Kunstkritiker Niklas Maak angehörten. Die Auszeichnung wurde seit 1978 insgesamt vierzehn Mal vergeben. Nach Maria Lassnig, Barbara Klemm und Agnès Varda ist Cindy Sherman erst die vierte weibliche Preisträgerin.

Cindy Sherman erhält den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt


Am 12. Februar 2019 erhält Cindy Sherman den mit 50.000 Euro dotierten Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main, der seit 1976 alle drei Jahre hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur auszeichnet.

Die Entscheidung wurde von einem zehnköpfigen Kuratorium getroffen, dem Oberbürgermeister Peter Feldmann vorsteht und dem die Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, die Vorsitzende des Kulturausschusses Dr. Nina Teufel, der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung Stephan Siegler, Städeldirektor Dr. Philipp Demand, die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori, die Künstlerin und stellvertretende Direktorin der Städelschule Judith Hopf, der Künstler Tobias Rehberger und der Architekt Peter Cachola Schmal angehören.

Cindy Sherman (*1954 in New Jersey, USA) wuchs als jüngstes von vier Kindern auf Long Island auf. Sie studierte zusammen mit den Konzeptkünstlern Robert Longo und Richard Prince und wurde 1977 mit ihnen und anderen Künstlern von Douglas Crimp in dessen Ausstellung Pictures in New York präsentiert. Die danach benannte Pictures Generation zeichnete sich dadurch aus, dass sie sich die von den Massenmedien vermittelten Bilder für ihre Arbeiten aneignete und einer kritischen Überprüfung unterzog. Den Wettbewerb mit ihren männlichen Künstlerkollegen, die bereits früher als sie hohe Preise auf dem Kunstmarkt erzielten, sieht Sherman als eine Triebfeder ihrer Arbeit in früheren Jahren. („Ich wollte es den Männern zeigen“, Zeit Magazin Nr. 38, 2015)

Rollenspiel, Identität, Geschlecht, sozialer Status, Illusion und Fiktion, Jugend und Alter sind die Themen, die sich wie ein roter Faden durch die fotografische Arbeit von Cindy Sherman in den vergangenen vierzig Jahren ziehen. Die Künstlerin fotografiert überwiegend alleine in ihrem Studio und nimmt dabei die Rolle der Autorin, Regisseurin, Visagistin, Friseurin, Garderobiere sowie die des Models ein. Ob als Sekretärin, Hausfrau, Vamp, Hollywoodstar oder grotesker Clown, Sherman spielt mit Maskerade und Parodie, wenn sie soziale Stereotypen dramatisch überzeichnet. Sie interessiert sich für alles, was das Bild eines Körpers bestimmen kann: Schminke, Kostüme, Accessoires. Prothesen, Perücken und Licht. Jedes Stück Haut, jede Haarsträhne, jede geschminkte Wange oder gerunzelte Stirn sind überlegt inszeniert: So entstehen realistische, aber dennoch merkwürdig undurchschaubare Charaktere. Das Gefühl der Spannung zwischen Pathos und Entfremdung, das Shermans Figuren beim Betrachter hervorrufen, wird durch den immer offensichtlich inszenierten und auffällig treffenden Zusammenhang, in dem sie erscheinen, noch verstärkt. Durch detailgenaue Manipulationen ihres eigenen Körpers und ihrer Erscheinung deckt sie auf, wie Identität konstruiert und wahrgenommen wird. Dabei bedient sie sich des unendlichen Bildgedächtnisses von Film, Fernsehen, Printmedien, Kunstgeschichte und Internet.

Bekannt wurde Sherman zuerst mit Untitled Film Stills (1977-80), eine Serie von Schwarz-Weiß Fotografien, in welchen sie sich als Schauspielerin in imaginären Filmszenen inszenierte. In den Serien Centerfolds (1981) und Fashion Photos (1983-84) verkörpert sie klischeehafte Frauenrollen mithilfe von Make-Up, Verkleidung und Perücken. Dabei verwendet sie die Perspektive der Draufsicht, um die passive Art zu reproduzieren nach welcher weibliche Models typischerweise in Männermagazinen wie dem Playboy abgebildet werden. Inspiriert von Porträtabbildungen des Barock und der Italienischen Renaissance inszeniert sie sich in ihrer Serie History Portraits (1988- 90) mit üppigen Kostümen, Perücken und grober Schminke, um mit spielerischen Rekonfigurationen von historischen Gemälden der europäischen Kunstgeschichte konstruierte Realitäten von Schönheit und Weiblichkeit aufzuzeigen.

Andere Serien verweisen wiederum mit zerfurchten Gesichtern, hängenden Brüsten, Prothesen oder verzweifelten Hilferufen aus leeren Augen auf die Hässlichkeit, Verletzlichkeit und Endlichkeit des Menschen. Die pornographischen und von Gewalt gezeichneten Bilder der Sex Pictures (1992) sind eine gezielte Provokation und Reflektion über die Geschichte des Horrorfilms, der verbreitete Ängste vor dem Scheußlichen in der Gesellschaft gleichermaßen verarbeitet und befeuert. In der Serie Clowns (2004) wird dessen ambivalente Natur fokussiert und Sherman zeigt die Facetten des Humors, der Naivität, der Paranoia und des Verrücktseins überwiegend als männliche Figur. 2009 präsentierte Sherman eine Serie, in der sie mit Fotos arbeitete, auf denen Damen aus wohlhabenden Kreisen posierten vor einem Hintergrund, der digital manipuliert wurde. Die offenkundige Bemühung dieser Frauen, bestimmte Modelle von Weiblichkeit zu verkörpern, nimmt hier eine groteske Form an, die an Shermans frühere Serien Hollywood Types und Hampton Types (2000-02) erinnert.

In der Serie Untitled (2010) bricht Cindy Sherman mit ihrem gewohnten Format der gerahmten Fotografie und schuf große Wandbilder, auf welchen nahezu lebensgroße Figuren vor einem inkongruenten schwarz-weißen Landschaftshintergrund stehen, der an historische „Toile“-Motive erinnert. In bewusster Umkehrung dessen traditioneller Funktion, eine Geschichte zu erzählen, verstärkt er den Eindruck von Ambiguität und Entrückung der wie Wachposten eines surrealen Universums anmutenden Personen. Shermans jüngste, überlebensgroße Farbportraits (seit 2016) zeigen die Künstlerin in der Rolle der Grande Dame des Hollywood-Kinos der 1920er Jahre, die für Publicity Photos vor digital bearbeiteten Hintergründen posiert. Ihre besten Jahre haben sie bereits hinter sich, Falten und sichtbar gealterte Hände bilden einen extremen Gegensatz zu den stark geschminkten Gesichtern. Hinter Gleichmut und ernstem Gesichtsausdruck scheinen schmerzliche Momente und Verletzlichkeit auf. Diese Arbeiten sind im ThermosublimationsDruckverfahren entstanden, bei dem Farbe mittels Hitze direkt auf eine Metallplatte aufgebracht wird.

Cindy Sherman lebt und arbeitet in New York. Ihre Arbeiten sind in vielen wichtigen privaten und institutionellen Sammlungen weltweit vertreten und werden auf dem internationalen Kunstmarkt hoch gehandelt. 1982 hat sie an der documenta 7 teilgenommen. 1982, 1995 und 2011 war sie auf der Biennale von Venedig vertreten. Zwei Jahre später, 2013, hat sie auf der 55. Biennale von Venedig eine Ausstellung kuratiert.

Zu ihren ausgewählten Einzelausstellungen (internationale Retrospektiven) zählen Präsentationen im The Broad, Los Angeles (2016); Kunsthaus Zürich (2014), The Museum of Modern Art, New York; San Francisco Museum of Modern Art; Walker Art Center, Minneapolis (2012); Martin-Gropius-Bau, Berlin (2007); Jeu de Paume, Paris (2006) und in der Serpentine Gallery, London (2003). Ab Juni 2019 wird die National Portrait Gallery in London Cindy Sherman eine Retrospektive widmen. Im Laufe ihrer Karriere hat die Künstlerin bereits verschiedene bedeutende Auszeichnungen erhalten, darunter das MacArthur Fellowship (1995), den Wolfgang-Hahn-Preis (1997), den Goslarer Kaiserring (1999) und den Praemium Imperiale (2016).

Franziska Nori (Direktorin des Frankfurter Kunstvereins) hat die US-amerikanische Fotokünstlerin nominiert, weil Sherman in ihren unverkennbaren Fotografien die Darstellungen weiblicher Identität in einer von Medien und Konsum geprägten Gesellschaft seit den 1970er Jahren auf radikale Weise hinterfragt und deren Repräsentationsmodi infrage stellt.

Nori: „Mit ihren sorgfältig inszenierten Repräsentationen des eigenen Körpers und dessen Maskierung nimmt Cindy Sherman Bezug auf etablierte visuelle Codes und deckt auf, wie Identitäten gesellschaftlich konstruiert und wahrgenommen werden. Sie ist eine Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie und hat mit ihrer konsequent weitergeführten Arbeit immer wieder und in provokativer Weise drängende Fragestellungen vorweggenommen, die in Zeiten von Social Media, YouTube und Reality-TV eine besondere gesellschaftliche Relevanz haben.“

 

Eröffnung und Festival der dritten Ausgabe der Foto-Triennale RAY 2018

Paulo Nazareth, Banderas Rotas, 2014-18 Installationsansicht/Installation view, Courtesy the artist, Mendes Wood DM and Meyer Riegger, Foto/Photo: Axel Schneider
Paulo Nazareth, Banderas Rotas, 2014-18 – Installationsansicht/Installation view, Courtesy the artist, Mendes Wood DM and Meyer Riegger, Foto/Photo: Axel Schneider

Eröffnung RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain: RAY 2018 EXTREME vom 24. Mai – 9. September 2018
Vernissage heute am 23. Mai, 19 Uhr im RAY Festivalzentrum im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Domstr. 3, 60311 Frankfurt am Main

Das Bildliche bestimmt unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Mit dem Thema EXTREMEstellen die RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018 diese Bildmächtigkeit anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien in den Mittelpunkt ihrer dritten Ausgabe. Seit Jahrzehnten findet sich in den Institutionen und Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main eine bemerkenswerte Dichte und Kompetenz im Bereich der Fotografie. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben RAY 2012 und RAY 2015 wird diese außerordentliche Qualität und Vielfalt erneut in einer einzigartigen Konstellation präsentiert:
Über 60 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet schließen sich zusammen und machen diesen Fokus international sichtbar. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME bietet RAY zwischen dem 24. Mai und 9. September 2018 eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.

RAY 2018 EXTREME

Technische Neuerungen, Digitalisierung und Globalisierung, Bevölkerungswachstum und Klimawandel verändern die sozialen wie politischen Verhältnisse weltweit. Krisen, Kriege, Extremismus und Populismus rütteln an unseren Werten, Normen und Organisationsformen. Das Extreme hat Hochkonjunktur. Insbesondere jetzt, wo die grenzenlose Verfügbarkeit digital zirkulierender Informationen und Bilder nach einer Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangt, weckt das Extreme die Begehrlichkeit, es ins Bild zu bannen. Je außergewöhnlicher und randständiger, desto größer die Beachtung, die ihm zuteil wird. Die dabei entstehenden Bilder versagen sich dem Normativen und manchmal auch dem „guten Geschmack“. Sie sind fotografischer Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche, das Andere, die Entgrenzung, das Künstliche, Bizarre, das Äußerste, den Schock, den Unfall. Ebenso sind sie Beweis für das Schöne, Flüchtige, Verletzbare, das Zerbrechliche. In fünf Ausstellungen zum Phänomen des Extremen reflektieren die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler die globalen sozioökonomischen Veränderungen ebenso wie die Rolle und Funktion einer Fotografie, die nicht den Normal-, sondern den Grenzfall zum Gegenstand der Wahrnehmung macht.

Das inhaltliche Konzept von RAY 2018 EXTREME wurde von folgenden Kuratorinnen und Kuratoren entwickelt: Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation), Peter Gorschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main), Alexandra Lechner (Darmstädter Tage der Fotografie), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt) und Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main). Dieses Team hat fünf Ausstellungen erarbeitet, in denen die ausgewählten künstlerischen Positionen unterschiedliche Aspekte des Extremen beleuchten.

Die Ausstellung EXTREME. SELF, präsentiert von den Darmstädter Tagen der Fotografie in Kooperation mit dem Kunstforum der TU Darmstadt, zeigt die drei Künstlerinnen Aneta GrzeszykowskaLaís Pontes und Isabelle Wenzel, die sich ebenso persönlichen wie ideenreichen Aspekten der Wahrnehmung des Selbst widmen und sich jenseits des Selfie-Wahns bewegen. Isabelle Wenzel hat hierzu im Januar 2018 in Darmstadt auf der Mathildenhöhe ein neues Werk in Rahmen ihrer Serie Field Studies erarbeitet.

Die Deutsche Börse Photography Foundation zeigt mit der Ausstellung EXTREME. TERRITORIES in The Cube (Eschborn) Landschaften, die sich durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen in zum Teil dystopische Orte verwandelt haben. Präsentiert werden Arbeiten von Christoph BangertAnne Heinlein und Göran GnaudschunSze Tsung Nicolás LeongGregor Sailer und Guy Tillim, dessen Serie Avenue Patrice Lumumba (2008) von der Sammlung der Deutsche Börse Photography Foundation neu angekauft wird.

Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) widmet sich dem ökologischen Wandel: In der Ausstellung EXTREME. ENVIRONMENTS illustrieren Mathieu Asselin, Krista Caballero und Frank Ekeberg, Lois Hechenblaikner, Paula Luttringer, Pradip Malde, Gideon Mendel und Ami Vitale mit verschiedenen investigativen Herangehensweisen die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt in verschiedenen Teilen der Welt. Das Künstlerduo Krista Caballero und Frank Ekeberg war im Vorfeld in Frankfurt zu Gast, um sich für sein Langzeitprojekt Birding the Future (seit 2010) mit der Vogelpopulation im Rhein-Main-Gebiet zu beschäftigen und traf sich vor Ort mit lokalen Vogelexperten des Senckenberg Museum und dem Frankfurter Grüngürtel. Die Ergebnisse werden in Form einer interaktiven Multimediainstallation im FFF sowie im öffentlichen Raum zu sehen sein.

Mit Werken von Cao FeiRichard Mosse und Paulo Nazareth nimmt die Ausstellung EXTREME. NOMADS im MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst zeitgenössische Formen nomadischer Existenz in den Blick und setzt sich mit der Entgrenzung von Politik, Ökonomie, Gesellschaft und Kultur im digitalen Zeitalter auseinander. Abgesehen von der großzügigen Präsentation von mehreren Werkzyklen der chinesischen Künstlerin Cao Fei und dem brasilianischen Künstler Paulo Nazareth, gehört die 20 Meter umfassende Panorama-Filminstallation Incoming des Künstlers Richard Mosse zu den Highlights der Ausstellung, die zusammen mit Leihgaben aus den Sammlungen der DZ BANK Kunstsammlung und der Deutsche Börse Photography Foundation präsentiert wird.

Im Museum Angewandte Kunst werden mit EXTREME. BODIES Darstellungen von Körper und Identität beleuchtet. Die Künstlerinnen und Künstler, u. a. Antoine d’AgataInez van Lamsweerde und Vinoodh MatadinArno Rafael MinkkinenBoris Mikhailov und Carolin Saage, beschäftigen sich mit Gender, Drogenexzessen, randständigen Lebensweisen, Armut, Über-Präsenz sowie dem Verschwinden des eigenen Körpers. Dabei sind u. a. neue Werke des französischen Fotografen Antoine d’Agata und Arno Rafael Minkkinen zum ersten Mal zu sehen.

RAY 2018 Festival am Eröffnungswochenende

Den Auftakt von RAY 2018 bildet vom 24. bis 27. Mai 2018 erstmalig ein viertägiges Festival-Kickoff. In Vorträgen und Paneldiskussionen beleuchten Künstlerinnen und Künstler, Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen sowie das RAY 2018 Kuratorenteam das Phänomen des Extremen aus verschiedenen Perspektiven. Gemeinsam diskutieren sie die Themen und künstlerischen Positionen der EXTREME Ausstellungen, um neue Impulse für Kunstschaffende, Kulturinstitutionen und die Öffentlichkeit zu generieren. Zentrum des Festivals ist das MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Ermöglicht wird das Festivalprogramm von der Deutsche Börse Photography Foundation. Während des RAY Festival-Kickoffs bietet RAY 2018 außerdem Vermittlungsangebote, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielerisch an das Medium Fotografie und Aspekte des Triennale-Themas heranführen.

In interaktiven Workshops und mit Gewinnspielen werden die Besucherinnen und Besucher selbst aktiv. Am Festivalsonntag, den 27. Mai können Besucherinnen und Besucher zwischen 12 und 16 Uhr im Festivalzentrum an dem partizipativen Workshop EXTREM EXPERIMENTIERTteilnehmen und inspiriert von den künstlerischen Positionen der RAY 2018 EXTREME Ausstellungen unter Anleitung der Berliner Fotografin Marzena Skubatz ihre eigenen fotografischen Kunstwerke erschaffen und mit nach Hause nehmen.

RAY MASTER CLASS

Als weitere Premiere hat RAY 2018 in diesem Jahr eine MASTER CLASS in Kooperation mit derHfG Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Hochschule Darmstadt, der Kunsthochschule Mainz sowie der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste — Städelschule initiiert. Die Ergebnisse werden vom 24. bis 27. Mai in der gemeinsamen Ausstellung N E X U S im Festival-Zentrum im MMK 3 zu sehen sein. Mit der MASTER CLASS fördert RAY mit Unterstützung von Olympus und der Crespo Foundation den Austausch der regionalen Kunsthochschulen und ermöglicht jungen Fotografinnen und Fotografen eine öffentlichkeitswirksame Plattform. Die MASTER CLASS wird von Arno Rafael Minkkinen geleitet, dessen Werk in der Ausstellung EXTREME. BODIES zu sehen ist.

RAY JUNIOR

Darüber hinaus veranstaltet RAY 2018 die Workshopreihe RAY JUNIOR, die sich an Schulen in der Rhein-Main-Region richtet. Aus den Workshop-Ergebnissen entsteht mit der Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain eine Publikation. In sechs Workshopwochen arbeiten die Fotografen Wolfgang Zurborn und Mirko Krizanovic zusammen mit der Kunstvermittlerin Lisa Weber und den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern von Schulen in Aschaffenburg, Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Offenbach und Wiesbaden: Wöhlerschule (Frankfurt), Marienschule (Offenbach), Mittelstufenschule Dichterviertel (Wiesbaden), Friedrich Dessauer Gymnasium (Aschaffenburg), Maria-Ward-Schule Mainz Gymnasium (Mainz) und die Viktoriaschule Gymnasium (Darmstadt).

RAY PARTNERPROJEKTE

Im Rahmen von RAY 2018 präsentieren die DZ BANK Kunstsammlung, der Frankfurter Kunstverein, die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim und der Nassauische Kunstverein Wiesbaden eigens kuratierte Ausstellungen und erweitern das Thema EXTREME um vielschichtige Perspektiven in der zeitgenössischen Fotografie.

Die DZ BANK Kunstsammlung widmet sich im ART FOYER in ihrer Ausstellung DIE ZAHL ALS CHIFFRE IN DER KUNST einem Thema, das Kunst und Bankenwesen gleichermaßen durchdringt. Der Frankfurter Kunstverein erweitert mit seiner Präsentation von FOAM TALENT | FRANKFURT das RAY Netzwerk nach Amsterdam und zeigt Positionen junger Fotografinnen und Fotografen unter 35 Jahren, die jedes Jahr nach dem renommierten Open Call FOAM TALENT ausgewählt und im Fotografiemuseum FOAM in Amsterdam gezeigt werden. Die Ausstellung ist außerdem in London und New York zu sehen.

Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim präsentiert mit Die reine Leidenschaftzum ersten Mal Abzüge, Dias und Negative der Amateurfotografen Peter DammannEugen GerbertAxel Herrmann und Vasilii Lefter. Über Jahrzehnte lang fotografierte jeder von ihnen im Verborgenen einer bestimmten Idee folgend nahezu obsessiv und unermüdlich ihre Reisen, Familien und Partner.

Für die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim am Taunus haben Stefanie Schroeder und Christian A. Werner eine künstlerisch-dokumentarische Werkschau mit dem Titel Holy Smoke zum Thema Armut entwickelt. In der Ausstellung H × B × T im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden befassen sich die Künstlerinnen Felicity HammondBianca PedrinaKathrin Sonntag und der Künstler Julian Irlinger mit dem Verhältnis von Kunst und Raum.

RAY PLUS

Unter dem Titel RAY PLUS informiert RAY über weitere unabhängige Fotografie-Ausstellungen, die im Zeitraum von RAY 2018 im Rhein-Main-Gebiet stattfinden. Hierzu zählen u. a. die Gruppenausstellung Image Profile. Aspekte des Dokumentarischen in der fotografischen Sammlung des MMK im MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst, der Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018 im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst sowie die monografische Ausstellung der Fotografin Ursula Schulz-Dornburg im Städel Museum. Auch Offspaces und Galerien wie die beiden Filialen des Citykiosks Yok Yok im Bahnhofsviertel und in der Fahrgasse sowie die Galerie Rundgaenger in der Niddastraße beteiligen sich an dem unabhängigen Programm.

RAY 2018 Webseite und Online-Magazin

Seit Februar ist die neu konzipierte Triennale-Webseite ray2018.de eine wichtige Anlaufstelle für RAY Besucherinnen und Besucher und gibt einen Überblick zu allen Aktivitäten im Rahmen der RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain. Die Webseite informiert im Detail über das gesamte Festival-Programm sowie weitere Veranstaltungen. Dank des responsiven Designs können sich Festival- und Ausstellungsbesucher direkt vor Ort in den Ausstellungen über die ausgestellten Werke informieren und von überall stets über aktuelle Ereignisse im Festivalzentrum und über Veranstaltungen zu den Ausstellungen informieren.

Darüber hinaus bietet die Webseite viele andere dynamische Inhalte. So wird die Triennale RAY 2018 in diesem Jahr mit dem neu entstehenden RAY Magazin in Kooperation mit dem Museumsblog des MMK Museum für Moderne Kunst, mmk-notes.de, Interviews und Hintergrundgeschichten zu RAY 2018 und Künstlern bieten. Auch die Künstlertalks und Podiumsdiskussionen werden während des RAY Festivals aufgezeichnet und stehen darauf hin als Podcasts bereit. So schafft die Webseite ein nachhaltiges Archiv der Ereignisse.

#EXTREMECITIZEN Fotowettbewerb

Mit dem Instagram-Foto-Contest #EXTREMECITIZEN lädt RAY 2018 Fotobegeisterte dazu ein bis zum 15. Juli über den Instagram-Kanal @ray_fotografieprojekte ihre Bilder zum Thema EXTREME hochzuladen. Die zehn besten Fotos werden Ende August nach einer Juryauswahl im Shoppingcenter MyZeil prämiert und ausgestellt. Gleichzeitig erscheinen die zehn besten Fotografien in der Septemberausgabe des RAY 2018 Medienpartners Journal Frankfurt. Darüber hinaus gibt es viele andere attraktive Preise zu gewinnen. RAY 2018 Sponsor Olympus stiftet hierzu die Outdoor-Kamera Tough TG-5, die man zusätzlich mit dem ersten Platz gewinnen kann. Zu den weiteren Preisen zählen ein Jahres-Abonnement des Stadt-Magazins Journal Frankfurt sowie eine MuseumsUferCard mit der man ein Jahr lang 34 Museen in Frankfurt am Main kostenlos besuchen kann.

RAY 2018 Guide

Ein englisch- und deutschsprachiger Guide mit Informationen und Abbildungen zu allen RAY 2018 Ausstellungen sowie Begleitveranstaltungen liegt kostenlos in allen teilnehmenden Ausstellungshäusern aus.

Über RAY

Das Kooperationsbündnis RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain entstand 2010 auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, um die Kompetenz und Vielfalt der Fotografie in der Region Rhein-Main hervorzuheben und zu bündeln: „Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben der Fotografie-Triennale RAY freue ich mich schon auf die Umsetzung von RAY 2018, mit der wir die künstlerische Vielfalt unserer Region und damit unseren Ruf als hervorragende Kunst- und Kulturregion stärken. Wir sehen die internationale Tragweite der RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain als Best-Practice-Beispiel für unsere Förderziele, Projekte zu unterstützen, die eine Strahlkraft über die Region hinaus haben und zur besseren regionalen Vernetzung beitragen“, erläutert Kulturfonds-Geschäftsführer Dr. Helmut Müller.

RAY 2018 Termine und Fakten

 

RAY 2018 EXTREME Ausstellungen

EXTREME. SELF Darmstädter Tage der Fotografie und Kunstforum der TU Darmstadt (26.5.—19.8.2018); EXTREME. TERRITORIES Deutsche Börse Photography Foundation in The Cube, Eschborn (25.5.—28.9.2018); EXTREME. ENVIRONMENTS Fotografie Forum Frankfurt (24.5.—9.9.2018); EXTREME. BODIES Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main (24.5.—9.9.2018) und EXTREME. NOMADS MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main (24.5.—9.9.2018)

RAY 2018 EXTREME KÜNSTLERLISTE (AUSWAHL)

Antoine d’Agata (*1961 FR), Mathieu Asselin (*1973 VE/FR/US), Christoph Bangert (*1978 DE), Jamie Brunskill (*1983 GB), Krista Caballero (*1976 US) und Frank Ekeberg (*1970 NO/US), Cao Fei (*1978 CN), Aneta Grzeszykowska (*1974 PL), Lois Hechenblaikner (*1958 AT), Anne Heinlein (*1977 DE) und Göran Gnaudschun (*1971 DE), Inez van Lamsweerde (*1963 NL/FR) und Vinoodh Matadin (*1961 NL), Sze Tsung Nicolás Leong (*1970 MX/GB/US), Martin Liebscher (*1964 DE), Paula Luttringer (*1955 AR/FR), Pradip Malde (*1957 TZ/US), Gideon Mendel (*1959 ZA/GB), Boris Mikhailov (*1938 UA/DE), Arno Rafael Minkkinen (*1945 FI/US), Richard Mosse (*1980 IE/US/DE), Paulo Nazareth (*1977 BR), Laís Pontes (*1981 BR), Carolin Saage (*1978 DE), Gregor Sailer (*1980 AT), Guy Tillim (*1962 ZA), Ami Vitale (*1971 US), Isabelle Wenzel (*1982 DE/NL)

RAY 2018 PARTNERPROJEKTE Ausstellungen

DIE ZAHL ALS CHIFFRE IN DER KUNST ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung (24.5.—20.10.2018); FOAM TALENT | FRANKFURT Frankfurter Kunstverein (24.5.—26.8.2018); DIE REINE LEIDENSCHAFT Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim (2.5.—29.7.2018); HOLY SMOKE Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim am Taunus (26.5.—19.8.2018) und H x B x T Nassauischer Kunstverein Wiesbaden (25.5.—8.7.2018)

RAY 2018 PLUS Ausstellungen

Image Profile. Aspekte des Dokumentarischen in der fotografischen Sammlung des MMK 
MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst (23.3.—15.7.2018), Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018 MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst (22.6.—9.9.2018), Ursula Schulz-Dornburg Städel Museum (4.7.—16.9.2018), Neo Captures Galerie Rundgaenger (26.5.—30.6.2018), Wild. 30 FREELENS-Fotografen Haus am Dom (10.6.—10.8.2018) und viele mehr

RAY 2018 Eröffnung in Frankfurt am Main

Mittwoch, 23. Mai 2018, 19 Uhr
RAY Festivalzentrum im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
Domstr. 3, 60311 Frankfurt am Main

Folgende Ausstellungen haben am 23. Mai bis 22 Uhr geöffnet: EXTREME. ENVIRONMENTS(Fotografie Forum Frankfurt), EXTREME. BODIES (Museum Angewandte Kunst), EXTREME. NOMADS (MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst), RAY 2018 MASTER CLASS Ausstellung(MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst) sowie die RAY 2018 PARTNERPROJEKTE DIE ZAHL ALS CHIFFRE IN DER KUNST (ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung, Voranmeldung erforderlich über www.dzbank-kunstsammlung.de) und FOAM TALENT FRANKFURT (Frankfurter Kunstverein).

Weitere RAY 2018 Eröffnungen:

Sonntag, 29. April, 11 Uhr
Die Reine Leidenschaft, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim

Donnerstag, 24. Mai, 18 Uhr
H x B x T, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden

Donnerstag, 24. Mai, 18:30
EXTREME. TERRITORIES, Deutsche Börse Photography Foundation in The Cube, Eschborn
Voranmeldung erforderlich über www.deutscheboersephotographyfoundation.org

Freitag, 25. Mai, 19 Uhr
EXTREME. SELF, Darmstädter Tage der Fotografie und Kunstforum der TU Darmstadt

Freitag, 25. Mai, 19 Uhr
HOLY SMOKE, Marta Hoepffner-Gesellschaft e.V. im Stadtmuseum Hofheim

Es stehen Shuttles zur Verfügung (begrenzte Platzzahl). Wir bitten um vorherige Anmeldung am Infopoint im Festivalzentrum im MMK 3.

RAY 2018 Festival und RAY MASTER CLASS Ausstellung

Donnerstag, 24. Mai bis Sonntag, 27. Mai 2018, Do—Sa 10—20 Uhr, So 11—18 Uhr
RAY Festivalzentrum im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst
Das detallierte Programm finden Sie hier

Frankfurter Kunstverein – Museumsuferfest-Programm

© massow-picture Das traditionsreiche Haus des Frankfurter Kunstvereins befindet sich einen Sprung weit vom Römer und der Kunsthalle Schirn entfernt.
© massow-picture Das traditionsreiche Haus des Frankfurter Kunstvereins befindet sich einen Sprung weit vom Römer und der Kunsthalle Schirn entfernt.

Der Frankfurter Kunstverein zeigt die erste große Einzelausstellung des österreichischen Künstlers Thomas Feuerstein in Deutschland. Titel: „PSYCHOPROSA“ biochemische Prozesse, die zu molekularen Skulpturen werden. Die umfassende Werkschau „The Octopus“ des US-amerikanischen Künstlers Trevor Paglen beschäftigt sich mit Themen wie Überwachung und politische Einflussnahme.

 

 

Programm

Samstag, 29. August 2015
17:00 Uhr Führung durch die Ausstellungen „Thomas Feuerstein: PSYCHOPROSA“ und „Trevor Paglen: The Octopus“

Sonntag, 30. August 2015
14:00 Uhr Führung durch die Ausstellungen „Thomas Feuerstein: PSYCHOPROSA“ und „Trevor Paglen: The Octopus“

Kontakt
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069/21 93 14 – 0

Öffnungszeiten:
Fr.: 11.00 – 19.00 Uhr
Sa. und So.: 10.00 – 19.00 Uhr

Internet:
www.fkv.de

Frankfurter Kunstverein

Veranstaltungskalender und Ausstellungen

© massow-picture Modernes Foyer im traditionellem Frankfurter Kunstvereins-Haus.
© massow-picture Modernes Foyer im traditionellem Frankfurter Kunstvereins-Haus.

Der 1829 gegründete Frankfurter Kunstverein, einer der ältesten und renommiertesten Kunstvereine Deutschlands, zählt zu den national und international wichtigsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst.

© massow-picture Künstler-Café im Haus des traditionsreichen Frankfurter Kunstvereins
© massow-picture Künstler-Café im Haus des traditionsreichen Frankfurter Kunstvereins

Dabei bezieht der Frankfurter Kunstverein das gesamte Programm der Künstler auf allen Ebenen mit ein, so bereits im Café im Kunstverein, welches von den Künstlern Gorka Eizagirre, Xavi Salaberria und Jakob Kolding gestaltet wurde, über den Raum ’10 Reasons to Be a Member’, in welchem Besucher Gelegenheit erhalten, die Geschichte und Struktur des Hauses kennenzulernen, bis hin zum neuen ‚Deutsche Börse Residency Program’, welches jeweils zwei Künstlern oder Kuratoren gleichzeitig im Haus des Kunstvereins einen Arbeits- und Wohnraum bietet.

Veranstaltungskalender und Ausstellungen

© massow-picture Das traditionsreiche  Haus des Frankfurter Kunstvereins befindet sich einen Sprung weit vom Römer und der Kunsthalle Schirn entfernt.
© massow-picture Das traditionsreiche Haus des Frankfurter Kunstvereins befindet sich einen Sprung weit vom Römer und der Kunsthalle Schirn entfernt.

Öffnungszeiten
Di, Do, Fr: 11 – 19 Uhr
Mi: 11 – 21 Uhr
Sa, So: 10 – 19 Uhr

Adresse
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Fon +49 (0) 69 219 314 -0
Fax +49 (0) 69 219 314 -11