Kategorie-Archiv: Kulturfonds Frankfurt Rhein Main

Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums des Kulturfonds Frankfurt RheinMain

 Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, hier bei der Verleihung des Gutenberg-Preises 2016. Foto: Diether v. Goddenthow, © massow-picture
Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, hier bei der Verleihung des Gutenberg-Preises 2016. Foto: Diether v. Goddenthow, © massow-picture

siehe auch: Verleihung des Gutenberg-Preises 2016

Der Präsident des Goethe-Instituts  tritt die Nachfolge von Ruth Wagner an – „Der Fonds ist einzigartig in seiner Konstruktion und segensreich für die Kultur“

Neuer Vorsitzender des Kuratoriums des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ist Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann. Staatsministerin a. D. Ruth Wagner hat nach acht erfolgreichen Jahren den Vorsitz abgegeben und scheidet aus dem Gremium aus.

Klaus-Dieter Lehmann ist dem Kulturfonds bereits seit seiner Gründung 2007 als stellv. Kuratoriumsvorsitzender verbunden. Der diplomierte Physiker und Mathematiker arbeitete in den 70er Jahren zunächst am Mainzer Max-Planck-Institut, bevor er 1973 Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main wurde. Ab 1988 war Lehmann Generaldirektor der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main, die er später erfolgreich mit der Deutschen Bücherei in Leipzig zur Deutschen Nationalbibliothek zusammenführte. 1998 wurde er als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin berufen. In dieser Funktion verantwortete er insbesondere die Wiederherstellung der Berliner Museumsinsel. 2002 übernahm Lehmann die Aufgabe des Vizepräsidenten des Goethe-Instituts, seit 2008 fungiert er als dessen Präsident.

„Wir freuen uns, dass mit Prof. Lehmann ein Mann an der Spitze des Kuratoriums steht, der sowohl in Deutschland als auch weltweit bestens vernetzt ist“, bescheinigt der Geschäftsführer des Kulturfonds, Dr. Helmut Müller, dem neuen Vorsitzenden des Kuratoriums und ist überzeugt, dass Lehmann bei den Beratungen des Kuratoriums die Ziele des Fonds fest im Blick haben wird. Gleichzeitig dankte Müller der bisherigen Vorsitzenden Ruth Wagner für deren hervorragende, langjährige Arbeit, die sie als Kuratoriumsvorsitzende nicht nur für den Kulturfonds, sondern für die gesamte Kulturlandschaft geleistet habe. Prof. Lehmann freut sich auf die neue Aufgabe: „Der Kulturfonds liegt mir am Herzen, ist er doch in seiner Konstruktion einzigartig und segensreich für die Kulturförderung. Es ist eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe. Hier in Frankfurt und der Rhein-Main-Region habe ich mein Handwerk gelernt. Ich freue mich, jetzt in verantwortungsvoller Position als Vorsitzender meine internationalen Erfahrungen noch stärker für die kulturelle Vielfalt in der Region nutzbar zu machen.“

Das Kuratorium des Kulturfonds setzt sich aktuell aus 11 anerkannten Expertinnen und Experten des nationalen und internationalen Kulturlebens zusammen und berät den Kulturausschuss und die Geschäftsführung des Kulturfonds bei deren Arbeit, insbesondere bei der Bewertung von eingereichten Projektanträgen. Die Mitglieder decken dabei ein breites Spektrum der Kunst- und Kultursparten ab.

Dritte u. vierte Etappe der Limes-Wanderungen ab: Schloss Steinheim u. Pompejanum

Grenzgäne am Limes in der Nähe der Saalburg. Foto: Wolfgang Günzel
Grenzgäne am Limes in der Nähe der Saalburg. Foto: Wolfgang Günzel

Zwei weitere Etappen der Limes-Wanderung im Rahmen der Reihe „Transit bewegt Rhein-Main“

Grenzgänge – Der Limes als Grenze und Ort des Austauschs
Eine Wanderung in vier Etappen.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Transit bewegt Rhein-Main“ laden die beiden regionalen Kulturgesellschaften Kulturfonds Frankfurt RheinMain und KulturRegion FrankfurtRheinMain zu zwei weiteren Etappen einer Limes-Wanderung ein. Unter der fachkundigen Anleitung der Theatergruppe Mobile Albania können sich alle Interessierten daran beteiligen.

Die Wanderungen sind Teil des Projektes „Grenzgänge – Der Limes als Grenze und Ort des Austauschs“, das am 5. Mai 2016 auf der Saalburg gestartet war. 150 Menschen hatten die längste Rufkette der Welt von Bad Homburg nach Friedrichsdorf gebildet. Das Ensemble Mobile Albania wandert noch bis Ende Juli mit einem rollenden Holzesel am Limes entlang, um herauszufinden, welche Vorstellungen Menschen heute noch mit Grenzen verbinden und welche Bedeutung sie ihnen beimessen. Eine wichtige Rolle für das Projekt spielt dabei die Begegnung mit Bewohnern und Passanten. Denn einst als militärischer Grenzwall errichtet, wurde der Limes in den darauffolgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Umschlagsplatz und gilt noch heute als Begegnungsstätte zwischen den Kulturen.

Sa, 23. Juli 2016, 11–13 Uhr Dritte Etappe: Museum Schloss Steinheim.
Inzwischen wurde  die Strecke von der Saalburg über Friedberg bis Hanau zurückgelegt, um anschließend entlang des Limes weiter bis nach Aschaffenburg zu wandern.
In Steinheim laden wir ein auf eine zweistündige Wanderung auf Wegen und Abwegen in Schleifen und im Zickzack durch die Stadt. Unser Begleiter wird ein mulitfunktionaler Wanderstab sein, der uns als Gruppe durch Hinterhöfe, Gärten und über Straßen führen wird. Unter uns die Kelten, über uns die Flugzeuge. Auf kleinen Wegen durch Steinheim wandern wir durch die Stadt und entdecken das gewachsene Netz an Wegen neu. Kommen Sie und wandern Sie mit ganz nach dem Motto „Neue Wege entstehen, indem man sie geht.“ Treffpunkt: Museum Schloss Steinheim, hier wird die Rundwanderung auch enden.
Bitte bequeme Kleidung und gutes Schuhwerk mitbringen. Wir freuen uns auf eine schöne gemeinsame Wanderung mit neuen Perspektiven auf Steinheim.
Treffpunkt für alle, die an der dritten Etappe der Wanderung teilnehmen möchten: Samstag, 23. Juli 2016, 11.00 Uhr (Ende ca. 13.00 Uhr) Museum Schloss Steinheim, Schlossstraße 9, 63456 Hanau-Steinheim.

Sa, 30. Juli 2016, 11–13 Uhr
Vierte Etappe: Pompejanum Aschaffenburg.
Inzwischen wurde wir die Strecke von der Saalburg über Friedberg bis Hanau zurückgelegt, jetzt wird der letzte Abschnitt in Richtung Aschaffenburg erwandert.
Dort angekommen laden wir ein auf eine zweistündige Wanderung auf Wegen und Abwegen in Schleifen und im Zickzack durch die Stadt. Unser Begleiter wird ein mulitfunktionaler Wanderstab sein, der uns als Gruppe durch Hinterhöfe, Gärten und über Straßen führen wird. Unter uns die Kelten, über uns die Flugzeuge. Auf kleinen Wegen durch Aschaffenburg wandern wir durch die Stadt und entdecken das gewachsene Netz an Wegen neu. Kommen Sie und wandern Sie mit ganz nach dem Motto „Neue Wege entstehen, indem man sie geht.“ Treffpunkt: Pompejanum Aschaffenburg, hier wird die Rundwanderung auch enden.
Bitte bequeme Kleidung und gutes Schuhwerk mitbringen.
Treffpunkt für alle, die an der vierten Etappe der Wanderung teilnehmen möchten: Samstag, 30. Juli 2016, 11.00 Uhr (Ende ca. 13.00 Uhr) Pompejanum, Pompejanumstraße 5, 63739 Aschaffenburg.

 

Kulturfonds Frankfurt RheinMain bringt das renommierte Festival „literaTurm“ in die Rhein-Main-Region

Elf Top-Veranstaltungen mit hochkarätigen Autorinnen und Autoren an zehn verschiedenen Orten

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain bringt die achte Ausgabe des renommierten Literaturfestivals „literaTurm“ aus Frankfurt in die Rhein-Main-Region. Vom 2. bis 10. Juni 2016 finden elf Veranstaltungen in Darmstadt, Eppstein, Flörsheim, Hanau, Hofheim am Taunus, Königstein, Kronberg, Neu-Anspach, Oberursel und Wiesbaden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern statt. Zu Gast sind namhafte Autorinnen und Autoren mit ihren aktuellen Neuerscheinungen und Bestsellern wie zum Beispiel Maxim Biller in Wiesbaden, Thea Dorn in Hanau und Nis-Momme Stockmann in Oberursel.

Das Festival, das alle zwei Jahre vom Kulturamt der Stadt Frankfurt veranstaltet wird, stellt in diesem Jahr unter dem Motto „Der entgrenzte Text“ die Frage in den Mittelpunkt, wie sich Literatur auch außerhalb des Mediums Buch realisiert, und öffnet sich entsprechend auch anderen Disziplinen. So laden Clemens Meyer und Claudius Nießen nach Darmstadt zu filmischen „Meisterwerken“ ein, die man besser liest. Aber auch Performances, Filme, eine Ausstellung, ein Lesungskonzert, ein Live-Hörspiel sowie Diskussionen zum Thema der ästhetischen Entgrenzungen bilden Programmschwerpunkte des diesjährigen Festivals. Zudem wird „literaTurm“ internationaler: Es kommen unter anderem Autoren aus Frankfurts Partnerstadt Birmingham sowie vom diesjährigen Buchmessen-Ehrengast Flandern und Niederlande. Insgesamt sind in Frankfurt und der Rhein-Main-Region 49 Veranstaltungen geplant, bei denen über 90 Schriftsteller, Musiker sowie Akteure der bildenden und darstellenden Kunst die Möglichkeiten und Grenzen der Entgrenzung beleuchten.

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain möchte mit seiner Unterstützung maßgeblich dazu beitragen, dass sich das Literaturfestival, das in den letzten sieben Jahren zu einem wichtigen kulturellen Ereignis geworden ist, auch über die Grenzen Frankfurts hinweg etabliert, so der Geschäftsführer des Kulturfonds, Dr. Helmut Müller: „‚literaTurm‘ lebt von seiner besonderen Stellung als Konzeptfestival und seiner Strahlkraft in die gesamte RheinMain-Region. Nach dem großen Erfolg des regionalen Programms im Rahmen der Frankfurter Lyriktage 2015 will der Kulturfonds auch in diesem Jahr seinen Teil zum 2 Austausch mit der Region beitragen. Denn die kulturelle Lebendigkeit von Frankfurt-RheinMain gründet sich auf und erhält sich durch die Vielfalt ihrer zahlreichen großen und kleinen Kunst- und Kulturinstitutionen. ‚literaTurm‘ bringt all diese Akteure in einem großen Themenfestival zusammen und trägt so maßgeblich zur weiteren Vernetzung bei.“

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zu den folgenden regionalen Veranstaltungen im Rahmen von „literaTurm“ ein:
Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zu den
folgenden regionalen Veranstaltungen im Rahmen von „literaTurm“ ein:
Do., 2. Juni, 19.30 Uhr, Burg Kronberg: THOMAS GLAVINIC mit „DER JONAS-KOMPLEX“
Fr., 3. Juni, 19.30 Uhr, Kulturscheune Flörsheim: TILMAN SPRECKELSEN mit „DER
NORDSEESPUK“
So., 5. Juni, 19.30 Uhr, Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe: THEA DORN
mit „DIE UNGLÜCKSELIGEN“
Mo., 6. Juni, 19.30 Uhr, Osthang der Mathildenhöhe Darmstadt: THOMAS VON
STEINAECKER mit „DIE VERTEIDIGUNG DES PARADIESES“
Di., 7. Juni, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Hofheim: MICHAEL KUMPFMÜLLER mit „DIE
ERZIEHUNG DES MANNES“
Mi., 8. Juni, 19.30 Uhr, Hessenpark Neu-Anspach: FRIEDRICH CHRISTIAN DELIUS mit „DIE
LIEBESGESCHICHTENERZÄHLERIN“
Mi., 8. Juni, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden: MAXIM BILLER mit
„BIOGRAFIE“
Do., 9. Juni, 19.30 Uhr, Burgvilla Eppstein: ANNA KATHARINA HAHN mit „DAS KLEID
MEINER MUTTER“
Do., 9. Juni, 19.30 Uhr, Hospitalkirche Oberursel: NIS-MOMME STOCKMANN mit „DER
FUCHS“
Fr., 10. Juni, 19.30 Uhr, Programmkino Rex Darmstadt: CLEMENS MEYER und CLAUDIUS
NIESSEN mit „ZWEI HIMMELHUNDE. IRRE FILME, DIE MAN BESSER LIEST“
Fr., 10. Juni, 19.30 Uhr, Siegfried Vögele Institut Königstein: ALEŠ ŠTEGER mit „ARCHIV
DER TOTEN SEELEN“
 

Weltrekordversuch und Wanderung am Limes entlang als Auftakt der Reihe „Transit bewegt Rhein-Main“

© Theatergruppe Mobile Albania, Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main
© Theatergruppe Mobile Albania, Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main

Sieben Kilometer lange „Rufkette“ von der Saalburg bis nach Friedrichsdorf

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Transit bewegt Rhein-Main“ laden die beiden regionalen Kulturgesellschaften Kulturfonds Frankfurt RheinMain und KulturRegion FrankfurtRheinMain zum Auftakt mit Weltrekordversuch ein. Unter der fachkundigen Anleitung der Theatergruppe Mobile Albania können sich alle Interessierten daran beteiligen.

Geplant ist der weltweit längste „analoge“ Telefonanruf, der zudem den Limes überqueren wird. Beginnend in Friedrichsdorf, dem Lebens- und Wirkungsort des Erfinders des Telefon, Johann Philipp Reis (1834-1874) werden die Teilnehmer eine Menschenkette bis auf die Saalburg bilden. Indem jedes Kettenmitglied seinem jeweiligen Nachbar eine zuvor vorgegebene Nachricht zuruft, wandert die Nachricht so vom Start- zum Zielort und die Antwort wieder zurück. Damit das auch gelingt, erhoffen sich die Veranstalter überaus rege Beteiligung. Eingeladen sind alle, die gern ihrer Stimme freien Lauf lassen. Zugleich sind zahlreiche Besucherinnen und Besucher als Zuschauer des Weltrekordversuchs auf der Saalburg gern gesehen. Dort lädt auch der Transit-Bus der Theatergruppe, ein Hörspielbus, der das Projekt an den verschiedenen Veranstaltungsorten über die gesamte Laufzeit bis in den November hinein begleitet, zu einer akustischen Reise in den Transit ein.

Im Anschluss an den Weltrekordversuch startet zudem um 16 Uhr eine Etappenwanderung von der Saalburg nach Friedrichsdorf am Limes entlang, die bis etwa 18 Uhr dauert. Sie ist Teil des Projektes „Grenzgänge – Der Limes als Grenze und Ort des Austauschs“ der Theatergruppe Mobile Albania im Rahmen von „Transit bewegt Rhein-Main“. Die Theatergruppe wandert über drei Monate langsam mit einem rollenden Holzesel entlang des Limes um herauszufinden, welche Vorstellungen Menschen heute noch mit Grenzen verbinden und welche Bedeutung sie ihnen beimessen. Eine wichtige Rolle für das Projekt spielt dabei die Begegnung mit Bewohnern und Passanten. Denn einst als militärischer Grenzwall errichtet, wurde der Limes in den darauffolgenden Jahrhunderten erst zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Umschlagsplatz und gilt noch heute als Begegnungsstätte zwischen den Kulturen.

Der Besuch der Saalburg und die Teilnahme an Weltrekordversuch und Wanderung sind kostenlos. Für Anreisende mit dem Auto gibt es einen Shuttle-Service zurück zur Saalburg.

Treffpunkt für alle, die am Weltrekordversuch teilnehmen wollen: Donnerstag, 5. Mai 2016, 13.45 Uhr am Landgrafenplatz in Friedrichsdorf

Treffpunkt für Teilnehmer auf der Saalburg:
Donnerstag, 5. Mai 2016, ab 15.00 Uhr (Start der Limeswanderung ab 16.00 Uhr) am Römerkastell Saalburg (Am Römerkastell 1, 61305 Bad Homburg v. d. Höhe)

Transit bewegt Rhein-Main – eine Veranstaltungsreihe bewegt die ganze Region

V.l.n.r.: Stephanie Kämmerer (Familienakademie), die Projektleiterinnen Julia Cloot (Kulturfonds) und Magdalena Zeller (KulturRegion), Martin Hoppe (Stadt Hanau), die Geschäftsführer Sabine von Bebenburg (KulturRegion) und Helmut Müller (Kulturfonds). Foto: Alexander Englert
V.l.n.r.: Stephanie Kämmerer (Familienakademie), die Projektleiterinnen Julia Cloot (Kulturfonds) und Magdalena Zeller (KulturRegion), Martin Hoppe (Stadt Hanau), die Geschäftsführer Sabine von Bebenburg (KulturRegion) und Helmut Müller (Kulturfonds).
Foto: Alexander Englert

 

Programm:Transit_bewegt_RheinMain_2016

Die Veranstaltungsreihe „Transit bewegt Rhein-Main“ greift bewegende Schicksale, unterschiedlichste Beweggründe und Wege des Transits auf – und setzt sich dabei selbst in Bewegung. Die beiden regionalen Kulturgesellschaften KulturRegion FrankfurtRheinMain und Kulturfonds Frankfurt RheinMain legen ein gemeinsames Programmheft vor, das von März bis Dezember 2016 rund 65 Veranstaltungen in der ganzen Region bündelt. An 32 Orten widmen sich Kultureinrichtungen, Kommunen und Vereine in Ausstellungen, Lesungen, Kunstprojekten, Konzerten, Führungen und Touren kulturhistorischen, künstlerischen und aktuellen Aspekten des Transits. Ein umgestalteter Oldtimerbus begleitet das Projekt durch die Region. Er hält an den verschiedenen Stationen und lädt zu einer akustischen Reise in den Transit ein.

Fokusformate setzen inhaltlich wichtige Impulse. Kurator/innen und Künstler/innen entwickeln für thematisch geeignete Orte szenische Lesungen oder ortsbezogene Performances. Sie arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen und interpretieren die historischen Besonderheiten, die sie dort vorfinden: zum Limes als Grenze und Ort des Austausches, der sich quer durch die Region zieht, oder auch zu Kurorten, die sich im 19. Jahrhundert zu internationalen Zentren in Rhein-Main entwickelten. Eine Sternfahrt und -wanderung auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser bringt Orte und Menschen in der ganzen Region zusammen. Eine Gesprächsveranstaltung blickt auf die Menschen im Transit und schlägt dabei den Bogen von der Geschichte in die Gegenwart.

Vernetzung, inhaltliche und fördernde Zusammenarbeit

Die Projekte „Geist der Freiheit−Freiheit des Geistes“ und „Wegekultur“ der KulturRegion beschäftigen sich bereits seit einigen Jahren mit konkreten, historischen und literarischen Aspekten von Fluchtbewegungen und Wegen in Rhein-Main. „Die KulturRegion hat das Thema bereits kulturhistorisch vorbereitet und kann es konkret auf Orte, Personen und Ereignisse herunterbrechen – das ist für die gemeinsame Veranstaltungsreihe von großem Vorteil“, betont Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion.

Von 2015 bis 2018 widmet sich der Kulturfonds dem Themenschwerpunkt „Transit“. Er fördert dazu zahlreiche Projekte und bringt sich nun selbst mit eigenen kuratierten Veranstaltungen ein. „Die kleinteilige Vernetzung der KulturRegion in die Region hinein und die inhaltliche und fördernde Zusammenarbeit mit dem Kulturfonds ergänzen sich. Die Kooperation trägt das Thema Transit in die ganze Rhein-Main-Region“, freut sich Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds. Als dritter Partner im Bunde unterstützt die Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region das Gesamtprogramm sowie einzelne Veranstaltungen finanziell mit insgesamt über 60.000 Euro.

Ein historischer Panoramabus ist selbst Teil des Transits

Zentrales und verbindendes Element der Veranstaltungsreihe ist der Transit-Bus, der ab Ende März 2016 quer durch die Region fährt. Er hält bis November rund 25 Mal und verbindet so auch nach außen sichtbar die teilnehmenden Orte in „Transit bewegt Rhein-Main“. Der kleine Oldtimer-Bus wurde von der Künstlergruppe „Mobile Albania“ umgestaltet. Er hält jeweils zwei bis drei Stunden an den Veranstaltungsorten, wo er alle zehn Minuten je acht „Fahrgäste“ mit auf eine akustische Reise in den Transit nimmt. Der Hörspielbus wird gleichzeitig das Archiv der Besucher, die sich in ihm aufhalten und sich hier begegnen. Was ist möglich im Transitraum? Pendler, Geschäftsreisende, Migranten, Touristen, Flüchtlinge, alle sind unterwegs. Doch was passiert, wenn wir in diesen Bewegungen kurz innehalten? Wie sieht eine Begegnung im Zwischenraum aus?

Beständiges Kommen und Gehen kennzeichnet die Region

Derzeit leben in der Metropolregion FrankfurtRheinMain circa fünf Millionen Menschen. Einige sind hier geboren, andere kommen von nah und fern. Viele sind auf der Durchreise, manche länger, manche kürzer. Allein auf dem Flughafen Frankfurt starten und landen über 53 Millionen Passagiere im Jahr. 180.000 Menschen ziehen derzeit jährlich zu, 155.000 wieder fort. Die Gründe dafür sind vielfältig: Arbeit, Ausbildung, materielle Gründe, Flucht vor politischer oder religiöser Verfolgung, Familie, Liebe, touristische Ziele, Neugier oder der Wunsch nach Veränderung.

Im Zeitalter der Globalisierung – insbesondere angesichts der aktuellen Flüchtlingsbewegungen − sind die vielen Menschen, die durchgehen, ankommen oder fortgehen für die Region eine besondere Herausforderung, aber kein neues Phänomen. Auch die Geschichte der Rhein-Main-Region ist geprägt von Bewegungen und Begegnungen von Ein-, Auswanderern, Wanderarbeitern, Geschäftsleuten, Künstlern, Reisenden, Pilgern, Soldaten und Flüchtlingen. Ob in der römischen Provinz, in Zeiten territorialer Umbrüche und kriegerischer Konflikte oder in der Gegenwart: Die Region definiert sich je nach Perspektive als Arbeits-, Zufluchts- und Grenzort, als Start-, Haltepunkt oder Zwischenstation. „Transit bewegt Rhein-Main“ greift diese verschiedenen Aspekte von Transit auf, beleuchtet ihre regionale Ausprägung und macht sie konkret sowie künstlerisch erlebbar.

Programm:Transit_bewegt_RheinMain_2016

Kontakt/gemeinsame Projektleitung Dr. Julia Cloot, Kulturfonds Frankfurt RheinMain Tel. 06172-9994691, j.cloot@kulturfonds-frm.de Magdalena Zeller, KulturRegion FrankfurtRheinMain Tel. 069-25771777, Magdalena.Zeller@krfrm.de

 

Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018 – Vertiefen – Verstetigen – Entgrenzen

Fotolia The group of modern ballet dancers  © master1305
The group of modern ballet dancers
Fotolia © master1305

(Frankfurt a. Main Gabriele Müller) Mit der Tanzplattform Rhein-Main startet im Frühjahr 2016 ein zunächst dreijähriges Kooperationsprojekt zwischen dem Künstlerhaus Mousonturm und dem Hessischen Staatsballett. Erstmals schließen sich ein internationales Produktionshaus und die Tanzsparte zweier Staatstheater zusammen, um vielfältige Produktions-, Aufführungs-, und Vermittlungsformate zu entwickeln. Sie knüpfen dabei nicht nur an die Aktivitäten des von 2006 bis 2015 am Mousonturm ansässigen Tanzlabor 21 an, sondern auch an erste Erfahrungen, die das Hessische Staatsballett in den vergangenen anderthalb Spielzeiten im Bereich von Künstlerresidenzen, Partizipation und Vermittlung gemacht hat.

Die Kooperationspartner planen ein vielseitiges Programm: Dazu gehören u.a. ein umfassendes Residenzprogramm, zu denen auch städteübergreifende Produktionsresidenzen zählen und mobile Tanzprojekte, die urbane und ländliche Räume jenseits konventioneller Theatersäle erschließen, sowie jedes Jahr ein gemeinsames Festival für Choreografie, das die Präsentation von internationalen Gastspielen mit regional produzierten Stücken verbindet. Zudem entstehen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mehrere Tanz-Klubs, die sich an Kinder, Jugendliche und tanzbegeisterte Erwachsene bis in hohe Alter richten. X*motion, das Residenzprogramm für Vermittlung, bringt junge Tanzvermittlerinnen und Tanzvermittler sowohl an das Hessische Staatsballett als auch an das Künstlerhaus Mousonturm, um neue Strategien und spannende Formate zu erfinden und zu entwickeln. Verschiedene, regelmäßig stattfindende Plattformen wie das Forum Tanzvermittlung und das Forum Choreografie ermöglichen regionalen Akteuren und Tanzschaffenden den Austausch mit renommierten Spezialisten und Fachleuten aus ihrem Feld.

Einige vom Tanzlabor 21 initiierten Angebote, die für professionelle Tanzschaffende unabdingbar sind, werden fortgeführt – so das werktags im Mousonturm stattfindende Profitraining, die tanzmedizinische Beratung und das Tanz-in-Schulen-Programm. Hinzu kommt ein internationales Workshopprogramm.

Dancing people, Fotolia © georgerudy
Dancing people, Fotolia © georgerudy

Die Tanzplattform Rhein-Main ist Ansprechpartner für zeitgenössischen Tanz und Choreografie, Tanzvermittlung, Tanz in Schulen und künstlerische Forschung und trägt wesentlich zur Sichtbarkeit und Stärkung der Kunstform Tanz bei. Professionelle Tanzschaffende, das tanzinteressierte Publikum sowie Studierende der Studiengänge für Tanz, Choreografie und Theater sind ebenso Adressaten der vielfältigen Aktivitäten wie tanzbegeisterte Kinder, Jugendliche und erwachsene Laien. Dabei liegt der Fokus auf dem Verstetigen bereits existierender Angebote, dem Vertiefen und Erweitern vorhandener Kenntnisse und Fragestellungen und dem Erweitern und Entgrenzen bestehender Konzepte von Tanz und Choreografie.

Die Partner der Tanzplattform Rhein-Main streben an, sich im Projektverlauf mit weiteren institutionellen Partnern zu vernetzen, dazu zählen insbesondere der Ausbildungsbereich Zeitgenössischer und Klassischer Tanz der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und die Hessische Theaterakademie, die Dresden Frankfurt Dance Company, Dance Rhein-Main, ID_Frankfurt und tanzmainz.

Zum Auftakt der Tanzplattform Rhein-Main und somit als erster Schritt der Vernetzung richtet das Künstlerhaus Mousonturm vom 2. bis 6. März 2016 die Tanzplattform Deutschland aus, deren Hauptspielorte Frankfurt und Darmstadt sind. Das große Feuerwerk, das das fünftägige Festival mit seinen über 30 Vorstellungen darstellt, soll dafür genutzt werden, eine nachhaltige und langfristige Basisarbeit für den Tanz in der Region zu initiieren und bekannt zu machen – denn ohne solche Basisarbeit kann es keine Spitzenereignisse geben.

RESIDENZPROGRAMM

Contemporary Dance Fotolia © Mihai Blanaru
Contemporary Dance Fotolia © Mihai Blanaru

Die Tanzplattform Rhein-Main unterstützt regionale und internationale Choreografinnen und Choreografen und Kompanien mit einem vielfältigen Residenzprogramm.

So hat das Hessische Staatsballett unter dem Motto „Das Hessische Staatsballett lädt ein“ seit seiner Gründung ein Residenzprogramm entwickelt, das sich an Tanzschaffende aus der ganzen Welt richtet, die keine eigenen Proberäume besitzen oder nicht an ein bestimmtes Haus gebunden sind. In den Residenzen werden sowohl aufstrebenden als auch noch unbekannten Künstlerinnen und Künstlern für mehrere Wochen der Ballettsaal und die Strukturen des Theaters als Ort für Neukreationen zur Verfügung gestellt, damit sie sich ganz auf die künstlerische Arbeit konzentrieren können. Als nächste Gruppe wird vom 25. Mai bis 4. Juni 2016 die Kompanie zero visibility corp. beim Hessischen Staatsballett im Rahmen einer Residenz an ihrem neuen Stück in Darmstadt arbeiten. Zero visibility corp. ist derzeit eine der erfolgreichsten norwegischen Kompanien. Der künstlerischen Leiterin Ina Christel Johannessen dienen leerstehende Räumlichkeiten eines Pariser Waisenhauses als Inspiration für „Future“. Ausgangspunkt des Tanzstücks sind mögliche Wünsche, Gedanken und Zukunftsvisionen verwaister Kinder. Einen Einblick in die Arbeit können interessierte Zuschauerinne und Zuschauer im Rahmen eines Work-in-progress am 2.6.2016 im Darmstädter Ballettsaal erhalten.

Im Herbst 2016 werden außerdem der Schweizer Choreograf Philippe Saire (12.09. – 25.09.2016) und die deutsche Choreografin Helena Waldmann (8.11. – 10.12.2016) als Residenten zu Gast sein.

Als Produktionshaus für freie Künstlerinnen und Künstler sind für den Mousonturm Residenzen eine wichtige Säule seiner Arbeit. In den kommenden Monaten werden u.a. die Absolventinnen des MA Choreografie und Performance, Emilia Giudicelli und Janina Arendt, Residentinnen am Künstlerhaus sein und das Stück „The Notional“ erarbeiten. Dabei handelt es sich um eine achtstündige Performance, die die Schnittstellen zwischen Video, Sound und Choreografie erforscht. Im Herbst 2016 werden außerdem May Zarhy, Mitgründerin des Frankfurter Choreografen-Kollektivs MAMAZA und der Berliner Tänzer Herman Heisig in Residenz am Mousonturm sein. In ihrem Stück „Next to Near“ werden sie Nähe und Distanz sowohl als räumliche Kategorien als auch als mentale Phänomene untersuchen.

Städteübergreifende Residenzen

Staatstheater Darmstadt Foto © massow-picture
Staatstheater Darmstadt Foto © massow-picture

Eine besondere Form der Produktionsunterstützung sind die städteübergreifenden Residenzen. Mit ihnen stärken die Projekt-Partner das Rhein-Main-Gebiet als Produktionsstandort. Gemeinsam wählen die Häuser eine regionale Künstlerin/einen regionalen Künstler pro Jahr aus, die/der die Möglichkeit erhält, eine neue Produktion im Rahmen von mehreren Residenzen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden zu entwickeln und zur Premiere zu bringen.

Staatstheater Wiesbaden Foto © massow-picture
Staatstheater Wiesbaden Foto © massow-picture

Die Choreografinnen und Choreografen können so von den unterschiedlichen strukturellen und personellen Möglichkeiten eines freien Produktionshauses und zweier Staatstheater profitieren und lernen zugleich beide Institutionsformen und ihre Zuschauer kennen. Den beteiligten Häusern ist es zugleich möglich, eine nachhaltigere Arbeitsbeziehung mit den eingeladenen Tanzschaffenden zu etablieren. Neben diesem strukturellen und personellen Engagement ermöglicht und unterstützt die Städteübergreifende Residenz die entstehende Produktion auch auf finanzieller Ebene maßgeblich.

Im Anschluss an die Produktionsphase wird die neu entstandene Arbeit sowohl am Mousonturm als auch in einem der Häuser des Hessischen Staatsballetts präsentiert. Regionale Verankerung und internationale Vernetzung sind die zentralen Stichworte für die Städteübergreifenden Residenzen: Die Partner der Tanzplattform RheinMain unterstützen die Künstlerinnen und Künstler auch bei der Suche nach anderen internationalen Koproduktionspartnern und vermitteln das Projekt nach der Premiere auch an weitere Spielorte.

Erste Residentin dieses Projektmoduls ist die Frankfurter Choreografin Paula Rosolen, die im Rahmen einer Städteübergreifenden Residenz ihr neues Stück „Puppets“ erarbeitet. Rosolen hat bereits mit dem Hessischen Staatsballett und dem Mousonturm gearbeitet. In „Puppets“ setzt Rosolen die Erforschung versteckter choreografischer Strukturen, die sie mit „Piano Men“ und „Libretto“ begonnen hat, fort. Im Zentrum stehen nun die Bewegungen von Puppenspielern beim Führen von Puppen, die Rosolen auf ihre choreografischen Potentiale untersucht. In dem für fünf Tänzerinnen und Tänzer geplanten Stück nimmt sie eine Fokusverschiebung vor.

Während über viele Jahrhunderte, nicht zuletzt durch den berühmten Aufsatz „Über das Marionettentheater“ von Heinrich von Kleist, die Metapher der Puppe genutzt das Ideal eines vollständig manipulierbaren und beherrschbaren Tänzerkörpers zu beschreiben, richtet Rosolen den Blick nun auf die Körper, die eigentlich hinter den Puppen stehen. Rosolen interessiert sich dabei besonders für die Gruppenchoreografien, die entstehen, wenn mehrere Spieler eine große Puppe zusammenführen. Der emotionale Ausdruck der Puppe ebenso wie der harmonische Rhythmus entsteht durch eine besondere Form der zurückgenommenen Synchronisation der Spieler. Zur Vorbereitung des Stücks arbeitet Rosolen nicht nur in Frankfurt und Darmstadt. Sie ist aktuell Residentin des Goethe-Instituts in der Villa Kamogawa in Kyoto und forscht dort zum japanischen Puppenspiel „Bunraku“.

Paula Rosolen studierte Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt sowie Choreografie und Performance an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich regelmäßig mit ignorierten Phänomenen in Tanz und Theater und untersucht diese auf ihre choreografischen Potentiale. In ihrem letzten Stück „Aerobics! Ein Ballett in drei Akten“, mit dem sie den renommierten Preis „Danse élargie“ im 5 Pariser Théâtre de la Ville gewann und zur Tanzplattform Deutschland 2016 eingeladen ist, dekonstruiert sie die Bewegungsmuster von Aerobic und schließt sie mit Kompositionsprinzipien des romantischen Balletts kurz.

Paula Rosolens Arbeiten wurden in Deutschland sowie international in wichtigen Theatern und Festivals aufgeführt, u.a. bei ZKM Karlsruhe, Pact Zollverein, Frankfurt LAB, Künstlerhaus Mousonturm, Kampnagel, European Festival for Contemporary Dance Poland und Centro Cultural de la Cooperación in Buenos Aires.

1. Residenzphase: 30.5. – 12.6.2016, Frankfurt
2. Residenzphase: 13.6. – 4.7.2016, Darmstadt
3. Residenzphase: 5.7. – 11.7.2016, Frankfurt

Aufführungen und Showings:
29.6.2016 Work-in-progress, Staatstheater Darmstadt, 19.30 Uhr 12. & 13.7.2016, Premiere, Mousonturm, 20.00 Uhr
5. & 6.11.2016, Staatstheater Darmstadt

OUTSIDE-IN – Konzeptionsresidenzen
Die Tanzplattform Rhein-Main fördert Choreografinnen und Choreografen bei der Erprobung neuer Strategien für die Konzeption und Entwicklung ihrer Projekte. Von besonderem Interesse ist für viele dabei der frühzeitige Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und anderen Akteuren, die nicht direkt an der Produktion beteiligt sind. Outside-In wendet sich sowohl an lokale als auch internationale Tanzschaffende. Probenarbeit, Lesegruppen, Workshops oder andere Formate, die künstlerische Prozesse öffnen, und die späterer Präsentation der fertigen Arbeiten greifen ineinander. Die Residentinnen und Residenten bekommen so die Möglichkeit, Hypothesen und Fragestellungen im Dialog mit anderen Akteuren zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Lokale Künstlerinnen und Künstler, Amateure oder andere Personengruppen erhalten die Möglichkeit, von Anfang an, an Entwicklungsprozessen teilzuhaben und in den Austausch mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern zu treten.

Die Residentinnen und Residenten, die in den nächsten zwölf Monaten am Künstlerhaus Mousonturm zu Gast sein werden, schließen auf sehr unterschiedliche Weise an somatische Körperkonzepte an und machen sie für künstlerische Prozesse nutzbar oder entwickeln sie kritisch weiter:

Nacera Belaza
Nacera Belaza zählt zu den führenden Choreografinnen Frankreichs. In Algerien und Frankreich aufgewachsen, kam sie über Michael Jackson zum Tanz und entwickelte als Autodidaktin ihren außergewöhnlichen choreografischen Stil, in dem zeitgenössische und rituelle Bewegungspraxis miteinander verschmelzen. Jenseits etablierter Techniken und Körperkonzepte hat Belaza so ihre ganz eigene Praktik entwickelt, die über die Methode der inneren Visualisierungen durchlässige und flüssige Körper produziert. In zwei Phasen, einer technischen Residenz im April 2016 und einer Workshopphase, in der Belaza mit älteren Menschen arbeitet, wird sie ihr neustes Stück „Sur le Fil“ entwickeln.

1. Residenzphase: 25.-30.4.2016, Frankfurt LAB (30.4.2016, 19.30 Uhr, Offene Probe)
2. Workshopphase: 3.-6. November 2016 (tbc)
3. Aufführung: „Sur Le Fil“, März 2017 (tbc)

Jeremy Wade
Jeremy Wade untersucht mit seinen Arbeiten körperliche Entgrenzungsprozesse und Formen eines politisierten somatischen Körpers. Im Auftrag des Künstlerhaus Mousonturm und des Internationalen Sommerfestivals Kampnagel entwickelt er im Frühjahr einen Beitrag für das Projekt „The Greatest Show on Earth – Ein Performance-Zirkus für das 21. Jahrhundert“ (Vorstellungen in Frankfurt: September 2016), in dem er sich mit der Figur des Clowns durch die Linse von Störung, Kunst und Aktivismus auseinandersetzt. Unter dem Titel „Tactical Frivolity“ wird er in Form einer Lesegruppe, die sich in fünf Arbeitssessions trifft, und einem dreitägigen Workshop seinen Arbeitsprozess für professionelle Tanzschaffende aus dem Rhein-Main-Gebiet öffnen. Tactical Frivolity – Lesegruppe im Mai und Juni 2016, Workshop im Juni 2016

Isabelle Schad
Isabelle Schad hat auf der Basis des Body Mind-Centering® (BMC) eine einzigartige choreografische Arbeitsweise entwickelt, in der sie sich mit dem Verhältnis von Körper, Bewegung, Bild und Repräsentation auseinandersetzt. In „Solo für Lea“ (AT) sucht sie zusammen mit der Tänzerin Lea Moro in der Verbindung von somatischer Praxis und Kubismus nach einem neuen Formenverständnis. Teil der Stückerarbeitung ist eine Serie von Workshops, die Isabelle Schad und Lea Moro in Europa und im Nordafrika, u.a. in Frankfurt für Tänzerinnen und Tänzer geben werden. Workshop und Aufführungen im März 2017 (tbc).

x*motion – Vermittlungsresidenzen
In keiner anderen Kunstsparte verändert sich die Rolle des Publikums auf vergleichbar intensive und umfassende Weise wie im Tanz. Das Verhältnis von Agierenden und Betrachtenden lebt wie nirgends sonst in der Kunst von seiner wechselspielerischen Dynamik. Künstlerische Ideen, Konzepte und Realisierungspraktiken greifen im Tanz selbst in ihren abstraktesten Ausprägungen auf fundamentale Kompetenzen aller Anwesenden zurück. Ob es dabei um die Bilder und das Empfinden des eigenen Körpers geht oder um Erfahrungen choreografischer Strategien und Prinzipien in unterschiedlichsten sozialen Begegnungen oder räumlich-zeitlichen Konstellationen geht: Das Publikum ist eingeweiht.

Mit ihrem speziellen Residenzprogramm x*motion fördert die Tanzplattform Rhein-Main Tanzvermittlungsprojekte, die sich mit der ausgeprägten Fähigkeit und dem leidenschaftlichen Interesse des Tanzpublikums befassen, in das, was im Rahmen einer Aufführung geschieht, umfassend involviert zu sein. Das jeweils für einen Zeitraum von zehn Monaten ausgeschriebene Programm fördert und ermöglicht Forschungs- und Praxisprojekte für eine differenzierte Neu- und Weiterentwicklung von Einführungs-, Partizipations- und Inklusionsformaten.

Diese erstrecken sich bis in den Bereich körperlicher Grundlagenarbeit oder der Inszenierungsprozesse von Tanzschaffenden, suchen ihre spezifischen Ausgangspunkte in den Bereichen freizeitlicher Tanzaktivitäten, adressieren Kinder und Jugendliche oder arbeiten bewusst generationsübergreifend. Die Bandbreite erstreckt sich von punktuellen Veranstaltungen vor einzelnen Aufführungen bis hin zu langfristigeren Workshops oder Kooperationsprojekten. Die Idee von Vermittlung – selbst wenn sie auf Praktiken des „Zuschauens“ fokussiert bleibt – erfährt dabei eine umfassende Ausdehnung des empathischen Engagements, das weit über das singuläre Ereignis einer einzelnen Aufführung hinausreicht.

Mit x*motion macht die Tanzplattform Rhein-Main die Region zu einem Laboratorium für die Erprobung neuer, modellhafter Vermittlungsformate, die auch auf andere Theater und Kultureinrichtungen übertragbar sind.

PRODUKTIONS- UND PRÄSENTATIONSFORMATE

Ensemble Mobil
Im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main werden unter dem Titel Ensemble Mobil Produktionen entwickelt, mit denen Künstler durch die ganze Region touren und Tanzaufführungen an ungewohnte Orte bringen. Choreografinnen und Choreografen sind eingeladen, mobile Tanzproduktionen mit professionellen Tänzerinnen und Tänzern in der Rhein-Main-Region zu erarbeiten, die den konventionellen Theaterraum verlassen und an außergewöhnlichen Aufführungsorten wie z.B. im Klassenzimmer, Gemeindezentrum, Tennisclub, im Bus oder auf freiem Feld präsentiert werden können. Das mobile Stück soll nach seiner Fertigstellung durch die Region touren.

Das Ensemble Mobil ist ein innovatives Format: Es lädt Tanzschaffende ein, neue Spielorte und eine regionale Öffentlichkeit jenseits der Großstädte als künstlerisches Arbeitsfeld zu erschließen. Zugleich führt es Zuschauergruppen, die an ihrem Wohnort nur wenig Zugang zu Tanz haben, mit Tanzschaffenden der zeitgenössischen Szene zusammen – möglichst schon während der Probenzeit der mobilen Produktion.

Das Ensemble Mobil kann sowohl kurze Interventionen, 60-minütige Stücke als auch durational performances umfassen. Die Arbeit sollte dabei ihren Fokus auf Tanz haben, kann jedoch auch interdisziplinär angelegt sein. Das Projekt kann mit bis zu sieben Tänzerinnen und Tänzern in einem Innenraum oder im öffentlichen Raum realisiert werden.

Im Rahmen des Ensemble Mobil bietet die Tanzplattform Rhein-Main:

– Honorar für die Teilnehmer/-innen über den Probenzeitraum
– Produktionsbudget
– Proberaum im Künstlerhaus Mousonturm, Staatstheater Darmstadt oder Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit technischer Grundausstattung
– Begleitung der Produktion durch einen/e Mentor/in bzw. Dramaturgen/in
– Kostenfreie Nutzung weiterer Angebote wie Profitraining und Workshops
– Unterstützung in den Bereichen Organisation und Technik
– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durch die beteiligten Häuser

Bewerbungen für das erste Ensemble Mobil – inkl. Konzept, Biografien der Beteiligten und einem Kosten- und Finanzierungsplan – sind bis zum 25. März 2016 zu richten an
info@tanzplattformrheinmain.de

Festival für Choreografie
Einmal im Jahr veranstalten die Partner der Tanzplattform Rhein-Main ein gemeinsames zehntägiges Festival für Choreografie, das im Wechsel in Darmstadt und Frankfurt bzw. in Wiesbaden und Frankfurt stattfindet. Dieses Festival bildet eine Brücke zwischen herausragenden Produktionen aus dem Rhein-Main-Gebiet und internationalen Stücken. Workshops für Laien und professionelle Tanzschaffende sowie innovative Vermittlungsformate ergänzen das Vorstellungsprogramm. Das Festival ist als eine Drehscheibe für den Austausch zwischen international und regional arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Generationen konzipiert. Die erste Ausgabe des Festivals macht unter dem Motto „Entgrenzungen“ die Formate und Fragestellungen der Tanzplattform Rhein-Main erfahrbar. Eine begleitende Herbstakademie richtet sich mit verschiedenen Workshops und Meisterklassen sowohl an professionelle Tanzschaffende als auch an tanzinteressierte Laien.

Die erste Ausgabe des Festivals für Choreografie findet vom 3. bis 13. November 2016 in Darmstadt und Frankfurt statt.

Tanztour Rhein-Main
Im Rahmen der Tanzplattform Deutschland bewegt sich das Publikum schon zwischen verschiedenen Aufführungsorten der Region hin und her. Dies soll über eine Spielzeit ausgedehnt werden. Durch gemeinsame Besuche von Tanzproduktionen im Verlauf einer ganzen Spielzeit in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden sowie weiterer Partnerstädte soll das regionale Publikum miteinander vernetzt werden. Ein Begleitprogramm aus Warm-ups, Vorträgen und Künstlergesprächen gibt den Tanztour-Teilnehmenden besondere Einblicke in die Arbeit der Künstlerinnen und Künstler und entwickelt eine regionale Zuschaueridentität.

Die erste Tanztour Rhein-Main ab der kommenden Spielzeit ist in Vorbereitung.

ANGEBOTE FÜR PROFESSIONELLE TANZSCHAFFENDE
beautiful couple of dancers Fotolia © Alexander Yakovlev
beautiful couple of dancers
Fotolia © Alexander Yakovlev

Profitraining
Für professionelle Tänzerinnen und Tänzer ist ein regelmäßiges Training unabdingbar, um fit zu bleiben und sich mit unterschiedlichen Tanztechniken vertraut zu machen. Das werktags am Künstlerhaus Mousonturm stattfindende Profitraining wird als wöchentlich wechselnde Klasse von international tätigen Dozentinnen und Dozenten geleitet und bietet mit seinem Angebot an zeitgenössischen Tanztechniken, Improvisationsklassen, klassischem Ballett für zeitgenössische Tänzerinnen und Tänzer sowie somatischen Praktiken ein breites Spektrum unterschiedlicher Stile und Techniken.
Im März und April 2016 wird das Training am Mousonturm u.a. von Ildikó Tóth, Luis Lara Malvacías, Allison Brown und Katja Mustonen geleitet.

Internationales Workshop-Programm

Ballerinas stretching on the bar Fotolia © master1305
Ballerinas stretching on the bar Fotolia © master1305

Mehrmals im Jahr werden herausragende Dozentinnen und Dozenten aus den Bereichen Tanz, Choreografie und somatische Praktiken in die Region eingeladen, die in zwei- bis dreitägigen Workshops am Künstlerhaus Mousonturm oder im Frankfurt LAB ihr Wissen weitergeben. Regionale Tanzschaffende können sich so nicht nur fortbilden, sondern kommen zugleich in Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Regionen und Ländern. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet werden damit zu einem Zentrum künstlerischer Forschung und Fortbildung. 2016 bietet das Workshop-Programm interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen umfassenden Einblick in Bewegungstechniken und Körperkonzepte des 20. Jahrhunderts.

Antja Kennedy: Laban/Bartenieff Fundamentals (6.5. – 8.5.2016)
Der Workshop bietet eine Einführung in die Laban/Bartenieff Bewegungsstudien (LBBS), die ein bewusstes Erleben von Bewegung ermöglichen und die bewegungsanalytischen Fähigkeiten schärfen. Irmgard Bartenieff schuf auf der Grundlage von Rudolf Labans bewegungsanalytischen Theorien die Bartenieff Fundamentals. Antja Kennedy ist Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin und Bewegungsanalytikerin (CMA).

Katie Duck: Improvisation (2.9. – 3.9.2016)
Katie Duck ist eine Koryphäe der internationalen Improvisationsszene, die Generationen von Performern, Choreografen und Musikern inspiriert hat. In ihrem Workshop führt sie in die Grundlagen der Improvisation ein, die sie dann durch das Arbeiten mit strukturellen Limitierungen erweitert.

Frey Faust: Axis Syllabus (16.12. – 18.12.2016)
Axis Syllabus, entwickelt von Frey Faust, vermittelt essentielle Bewegungsprinzipien zur Unterstützung und zur Erweiterung der Fähigkeiten des Körpers. In diesem Workshop arbeiten die Teilnehmenden mit poetischen, physischen und mentalen Herausforderungen. Sie erforschen die Komplexität von Komposition und räumlichen Begrenzungen. Frey Faust praktizierte Pantomime, Ballett, Aikido, African Dance, Modern, Percussion, Capoeira, Kontaktimprovisation und arbeitete u.a. mit Merce Cunningham, Meredith Monk.

Body Mind-Centering® (BMC) – Fortbildung 2016

Ein Fortbildungskurs in BMC wird an 7 Intensiv-Wochenenden am Mousonturm angeboten. BMC, in den 1970er-Jahren von Bonnie Bainbridge Cohen entwickelt, ist eine somatische Praxis, die sich mit dem Körper in Bewegung befasst und ihn erforscht. Im Zentrum steht das Erleben und Verkörpern der eigenen Anatomie und Physiologie (Knochen, Organe, Sinnesorgane, Flüssigkeitssystem, Nervensystem etc.) sowie der frühen menschlichen Entwicklung. Spezifische Übungen und Berührungstechniken führen zu einer neuen Bewegungsqualität und Körperwahrnehmung.
BMC wird u.a. in den Bereichen Bewegung,
Tanz, Yoga, Körperarbeit, somatische Studien, Ergo- und Physiotherapie, Psychotherapie, Frühförderung, Erziehung, Stimmarbeit, Musik, Meditation, Sport und anderen Körper-Geist Disziplinen genutzt. Zur Teilnahme sind keine fachlichen Voraussetzungen oder Qualifikationen erforderlich.

Dr. Adriana Almeida Pees ist zertifizierte Body-Mind Centering®-Lehrerin, Infant-Developmental Movement Educator (IDME) und somatische Bewegungstherapeutin und Dozentin für diverse BMC-Programme. Seit 2009 leitet sie das südamerikanische BMC-Ausbildungsprogramm der School for Body-Mind Centering (SBMC).

Tanzmedizinische Beratung

Für viele professionelle Sportlerinnen und Sportler ist medizinische und therapeutische Hilfe während ihrer gesamten aktiven Laufbahn selbstverständlich. Dies wird durch die Kooperation der Tanzplattform Rhein-Main und tamed e.V. (Tanzmedizin Deutschland) auch für Tänzerinnen und Tänzer aller Tanzsparten möglich. Die bundesweit 2011 erstmalig vom Mousonturm im Rahmen von Tanzlabor 21 regelmäßig stattfindenden tanzmedizinischen Beratungstermine schlossen so eine wichtige Lücke in der medizinischen Versorgung professioneller Tanzschaffender und werden mittlerweile auch in anderen Städten angeboten.

Unter der Leitung der Ärztin und ehemaligen Tänzerin Anja Hauschild (Vorstand tamed e.V.) bietet ein interdisziplinäres Team von Tanzmedizinern, Therapeuten und Sportwissenschaftlern Hilfestellung und Unterstützung an. Die tanzmedizinischen Beratungen dienen der Prävention von Verletzungen, der Information und Aufklärung sowie der Entwicklung eines Bewusstseins für körpergerechtes Training und potenzielle Risiken im eigenen Tanzalltag. In 45-minütigen Einzelterminen gibt es Beratung zu Prävention, Erstversorgung und Therapie von Tanzverletzungen, Rehabilitation und Wiedereinstieg nach Tanzverletzungen, Tanztechnikanalyse und Technik-Coaching, alternative Trainingsmethoden für Tänzer, „tanzmedizinischer Check-up“ sowie tanzmedizinische Beratung und Betreuung.

Die nächsten tanzmedizinischen Beratungen finden im Rahmen der Tanzplattform Deutschland am 5. und 6. März 2016 im Mousonturm statt.

TANZVERMITTLUNG

Klubs

adults dancing bachata together i Fotolia © JackF
adults dancing bachata together i Fotolia © JackF

In Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden entstehen mehrere Tanz-Klubs, die sich an unterschiedliche Altersgruppen (Kindern, Jugendliche, Erwachsene, Senioren) richten. Bei Klub-Festivals werden die Klubs aller Städte zusammenkommen, sich und dem Publikum ihre Arbeitsergebnisse präsentieren und sich so austauschen.
Der aktuelle Jugendklub (Frankfurt) zeigt seine Abschlusspräsentation am 24.03.2016 unter dem Titel „Grundlos“ im Mousonturm. Seit September 2015 haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich unter der choreografischen Leitung von Wiebke Dröge mit zeitgenössischem Tanz und Performance beschäftigt und Bewegungsmuster untersucht, um sie dann von ihrem Zweck zu befreien.

Über 60 © fotolia_92032181
Tanz mit Menschen über 60 © fotolia_92032181

Als Pilotprojekt begann Mitte Februar unter der Leitung der Frankfurter Choreografin Petra Lehr ein Klub, der zeitgenössischen Tanz für Menschen über 60 Jahren in Frankfurt anbietet. Die Teilnehmenden kommen mit den unterschiedlichen Ansatz- und Ausdrucksformen des zeitgenössischen Tanzes in Kontakt. Sie bieten gute Voraussetzungen, an die jeweiligen Bewegungsfähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzuknüpfen. Die Nachfrage für den Klub ist groß. An den Treffen nehmen regelmäßig 20 Personen teil. Auf der Grundlage dieser Erfahrung wird in den kommenden Monaten das Angebot um weitere Klubs mit anderen Zielgruppen und Schwerpunkten am Mousonturm erweitert. Auch in Wiesbaden und Darmstadt ist das Interesse von tanzbegeisterten Laien groß. Am großen Partizipationsprojekt „Odyssee_21” des Hessischen Staatsballetts, das über die gesamte Spielzeit 2015/16 läuft, nehmen über 120 Amateure aller Altersstufen, Herkunft und unterschiedlichster Hintergründe aus Darmstadt und Wiesbaden teil. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wird das Hessische Staatsballett ab September 2016 mindestens einen Tanz-Klub an jedem seiner Standorte beginnen. Angedacht sind Klubs für Laien, Jugendliche, Senioren sowie inklusive Gruppen.

Tanz in Schulen

Dancing people Fotolia © georgerudy
Dancing people Fotolia © georgerudy

Die Tanzplattform Rhein-Main erweitert die bereits durch das Tanzlabor 21 begonnene Arbeit im Bereich Tanz in Schulen. Als Gründungsmitglied des Bundesverbandes Tanz in Schulen e.V. arbeitete das Tanzlabor 21 aktiv an der Entwicklung von Standards für Tanz in Schulen, dieses Arbeit wird von der Tanzplattform Rhein-Main in den kommenden drei Jahren vertieft. Das Ziel ist, die Kunstform Tanz Schülerinnen und Schülern aller Schulformen und -stufen in Verbindung von Theorie und Praxis näher zu bringen und Tanz so verstärkt zum festen Bestandteil umfassender Bildung und Persönlichkeitsentwicklung zu machen.

Inhaltlich vermitteln die Projekte auf schülergerechte Weise Entwicklungs- und Aufführungsmethoden; Ziele, Menschenbild und Motivationen, Bewegungsformen und
Techniken des zeitgenössischen Tanzes.

Die Tanzplattform Rhein-Main setzt ihren Schwerpunkt auf das Vernetzen und Kooperieren mit allen Vertretergruppen, die mittelbar und unmittelbar mit Tanz in Schulen verbunden sind. Ein Austausch auf weiteren Ebenen ist geplant, z.B. durch:

– regelmäßig stattfindende Projektleitertreffen, das eine Plattform für die Tanzkünstlerinnen und Tanzkünstler schafft, um sich gemeinsam zu unterschiedlichen Themen und Fragestellungen auszutauschen
– Fachliche Begleitung der Tanzkünstlerinnen und Tanzkünstler
– Tanz-in-Schulen-Tag
– Teamtreffen mit der Schulleitung, beteiligten Lehrerinnen und Lehrern, Tanzkünstlerinnen und Tanzkünstlern sowie Vertreterinnen der Tanzplattform Rhein-Main.

Ein Tanz-in-Schulen-Projekt an der IGS Jawlensky in Wiesbaden ist unter dem Titel „On-Off Limits“ zum Thema Grenzen am 24.2.2016 erfolgreich zum Abschluss gekommen. Bis Ende Februar 2016 wird die Tanzperformance noch schulintern vor allen anderen Jahrgangsstufen der Schule aufgeführt. Die künstlerische Leitung lag bei den Tanzkünstlerinnen und Tanzpädagoginnen Nira Priore Nouak und Sibylle Magel. An der Wallschule findet unter der Leitung der Tanzkünstlerin Sandra Baumeister ein Tanz-in-Schulen-Projekt über das komplette Schuljahr 2015/16 statt. Die Projekte an der IGS Jawlensky und der Wallschule werden ermöglicht durch das Programm für kulturelle Bildung KUNSTVOLL des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Weitere Tanz-in-Schulen-Projekte sind in Planung.

Kunst Rhein-Main – Weiterbildungsprogramm für Tanz-, Performance- und Theaterschaffende in Bildungskontexten

Urban breakdancer dancing with white lines Fotolia © ra2 studio
Urban breakdancer dancing with white lines
Fotolia © ra2 studio

Das Ziel der Weiterbildung Kunst Rhein-Main ist die Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden in ihrer künstlerischen Arbeit in Bildungskontexten. Die Referentinnen und Referenten sind namhafte und erfahrene Künstler/-innen und Wissenschaftler/-innen an der Schnittstelle von Kunst und Bildung. Dabei geht es nicht darum, aus Künstlern Lehrer zu machen, vielmehr sollen sie darin bestärkt werden, von der Kunst ausgehend Methoden zu entwickeln, um durch ihre künstlerische Arbeit eine Brücke in Bildungskontexte zu schaffen. Die Weiterbildung gibt den Künstler/-innen Impulse, um spezifische künstlerische Herangehensweisen in Bildungskontexten zu entwickeln. Sie umfasst sechs ganztägige Workshops und schließt mit einem universitären Zertifikat ab.

Im Pilotprojekt kommen drei unterschiedliche Perspektiven zum Tragen:
– Kulturelle und ästhetische Bildung: Fragen zum Kunst- und Bildungsverständnis, zur Wertschätzung und Anerkennung, zur Qualität von Bildungsangeboten kultureller Bildung; Eigensinnigkeit und Kriterien für die Qualität der Künste.
– Erziehungswissenschaftliche Expertise: Vermittlung von Kenntnissen zum Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen, Wahrnehmungs- und Artikulationsweisen und Eigensinnigkeiten von Kindern und Jugendlichen; Vermittlung von Techniken der Selbst- und Fremdbeobachtung z. B. bei Probe- und Übungsprozessen; Selbstbildung; Faktor Leiblichkeit/Zeitlichkeit/Räumlichkeit;
– Vermittlung von innovativen künstlerischen Verfahrensweisen unter pädagogischen und didaktisch-methodischen Gesichtspunkten: Verhältnis von kollektiven Formen vs. individuellen Formen; Techniken der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit; Spannungsverhältnis einer prozessorientierten gegenüber einer produktorientierten Vorgehensweise; zur Rolle des Kunst- und Kulturschaffenden; Formen der Kooperation; Differenzierung künstlerischer Praktiken als Wissensproduktion.

Die erste Projektphase der Weiterbildung Kunst Rhein-Main fand von Januar 2015 bis Januar 2016 statt. Die zweite Projektphase der Weiterbildung Kunst Rhein-Main findet von April 2016 bis Juni 2017 statt. Jede Weiterbildungsphase umfasst sechs Weiterbildungstage, an denen in einem praktischen Workshop künstlerische Verfahrensweisen vorgestellt und ausprobiert sowie durch einen theoretischen Vortrag Impulse gegeben werden. Ausgehend von der These, dass sich in zeitgenössischen künstlerischen Arbeitsweisen ein pädagogischer Ansatz verbirgt, werden in einer anschließenden Reflexion die vorgestellten künstlerischen Verfahrensweisen auf pädagogische Implikationen untersucht.

Contemporary Dance Fotolia © Mihai Blanaru
Contemporary Dance
Fotolia © Mihai Blanaru

Das Weiterbildungsprogramm wird durchgeführt von der Tanzplattform Rhein-Main in Kooperation mit FLUX. Theater in Hessen unterwegs. Theater für Schulen und wissenschaftlich begleitet von der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz FB 1 Bildungswissenschaften.

Das Projekt ist Teil des BMBF-Förderprogramms „Förderung von Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben zur pädagogischen Weiterbildung von Kunst- und Kulturschaffenden“ und wird komplett durch das BMBF finanziert.

Forum Tanzvermittlung

Eine weitere Austauschplattform ist das Forum Tanzvermittlung, bei dem im Dialog mit verschiedenen Akteuren aus der Region Fragestellungen zur Vermittlung und zur kulturellen Bildung diskutiert und erprobt werden. Das Forum Tanzvermittlung ermöglicht einen intensiven Austausch zu Vermittlungsfragen, Konzepten und Ideen. Das Format wurde 2013 von Mitarbeitern von KitaTanz, dem Masterstudiengang Contemporary Dance Education und Tanzlabor 21 ins Leben gerufen.

Projekt und Kontakt:
© Tanzplattform Rhein-Main, Mousonturm
© Tanzplattform Rhein-Main, Mousonturm

Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Projekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett, gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF-BANK-Stiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft].
(Pressetext von Gabriele Müller, Künstlerhaus Mousonturm)

Auftakt zur neuen Tanzplattform Rhein-Main 2016- 2018 am 2. u. 3. März im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt

(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller
(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller

Gemeinsam mit dem Hessischen Staatsballett – einer Kooperation der Staatstheater in Darmstadt und Wiesbaden – startet das Künstlerhaus Mousonturm im Februar 2016 die dreijährige Initiative „Tanzplattform Rhein-Main 2016-2018“. Zum ersten Mal kooperieren damit über mehrere Jahre ein internationales Produktionshaus der freien Tanz- und Theaterszene und eine Staatstheaterstruktur, die mit festem Ensemble, wechselnden Residenzkünstlern und verschiedenen Gastproduktionen in zwei Städten gleichermaßen beheimatet ist. Mousonturm und Hessisches Staatsballett wollen gemeinsam ein großes Spektrum innovativer Aktivitäten entwickeln, um den Tanz in der Region nachhaltig zu stärken und zu dessen verbesserter Sichtbar- und Wirksamkeit beitragen.

Zentrales Ziel der Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018 ist  es, vielfältige professionelle Produktions-, Aufführungs-, und Vermittlungsformate für Tänzer, Tanzschaffende, Studierende  bis hin zu speziellen Tanz-in-Schulen-Programme zu entwickeln und zu vernetzen.   Dabei knüpfen die Akteure  nicht nur an die Erfahrungen des von 2006 bis 2015 am Mousonturm ansässigen Tanzlabors 21 an, sondern auch an erste Erfahrungen, die das Hessische Staatsballett in den vergangenen anderthalb Spielzeiten im Bereich von Künstlerresidenzen, Partizipation und Vermittlung gemach hat.

Geplant sind neben städteübergreifenden Residenzen für Künstlerinnen und Künstler unter anderem mobile Tanzproduktionen, die urbane und ländliche Räume jenseits konventioneller Theaterräume erobern, und ein gemeinsames Festival für Choreografie, das die Präsentation von regional produzierten Stücken mit internationalen Gastspielen verbindet. Mit diesen und weiteren gemeinsamen Angeboten und Aktivitäten möchten die Kooperations-partner Tanzschaffende und den Tanz in der Region nachhaltig stärken, Akteurinnen und Ak-teure, Institutionen und Zuschauerinnen und Zuschauer im Bereich Tanz regional und überre-gional miteinander vernetzen und ein immer breiteres Publikum für den Tanz im Rhein-Main-Gebiet gewinnen.
Während der Laufzeit der Tanzplattform Rhein-Main werden unter dem Titel Ensemble Mobil Produktionen entwickelt, mit denen Künstlerinnen und Künstler durch die ganze Region touren und Tanzaufführungen an ungewohnte Orte (z.B. Klassenzimmer, Turnhallen, Sitzungssäle oder Gemeindezentren) bringen. Städteübergreifende Residenzen geben Tanzschaffenden, Choreografinnen und Choreografen die Möglichkeit, ihre Arbeiten jeweils mehrere Wo-chen in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden zu proben. So können das Hessische Staatsbal-lett und das Künstlerhaus Mousonturm die komplette Entstehung freier Tanzproduktionen in der Region unterstützen. Zahlreiche weitere Residenzprogramme und Stipendien, u.a. für Produktionen, Forschung und Probenräume, ergänzen das Angebot für Tanzschaffende, die sich und ihre Arbeit künstlerisch weiterentwickeln und vernetzen wollen. Das Festival für Choreografie präsentiert alljährlich in Frankfurt und Darmstadt oder Wiesbaden regionale und internationale Positionen und bringt diese miteinander in einen künstlerischen Austausch.
Zudem entstehen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mehrere Tanz-Klubs, die sich an neben Jugendlichen auch an Erwachsene und Senioren richten. Bei Klub-Festivals sollen die Klubs aller Städte zusammenkommen und sich und dem Publikum ihre Arbeitsergebnisse präsentieren. Ein Residenzprogramm für Vermittlung bringt junge Tanzvermittlerinnen und Tanzvermittler sowohl an das Hessische Staatsballett als auch an das Künstlerhaus Mouson-turm um neue Strategien und spannende Formate zu erfinden und zu entwickeln. Verschiedene, regelmäßig stattfindende Plattformen wie das Forum Tanzvermittlung und das Forum Choreografie ermöglichen regionalen Akteuren und Tanzschaffenden den Austausch mit renommierten Spezialisten und Fachleuten aus ihrem Feld.

Einige vom Tanzlabor 21 initiierten Angebote, die für professionelle Tanzschaffende unab-dingbar sind, werden fortgeführt – so das werktags im Mousonturm stattfindende Profitraining, die tanzmedizinische Beratung und das Tanz-in-Schulen-Programm. Hinzu kommt ein internationales Workshop-Programm.

Tanzplattform Deutschland 2016 ist Auftaktveranstaltung für Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018

TPLF-2016-log
Zum Auftakt der Tanzplattform Rhein-Main richtet das Künstlerhaus Mousonturm vom 2. bis 6. März 2016 die Tanzplattform Deutschland aus, deren Hauptspielorte Frankfurt und Darmstadt sind.

pros-tanzpf,jpgDas große Feuerwerk, das die fünftägige Tanzplattform Deutschland mit ihren über 30 Vorstellungen darstellt, soll dafür genutzt werden, nachhaltige und langfristige Basisarbeit für den Tanz in der Region zu initiieren und bekannt zu machen. Denn ohne solche Basisarbeit kann es keine Spitzenereignisse geben.

Das umfangreiche, vielfältige Angebot, Termine und Orte entnehmen Sie bitte per Klick auf nebenstehenden Prospekt-Cover.

Zentraler Veranstaltungsort ist das Künstlerhaus Mousonturm, von wo aus ein Shuttle-Service Besucher zu anderen Spielorten hin- und zurückbringt.

Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Waldschmidtstraße 4,
60316 Frankfurt am Main

INTENDANTENRUNDE über das Kulturleben in der Rhein-Main-Region am 9. Feb. 2016 im MMK I Frankfurt

Seit zwei Jahren begleitet der Kulturfonds Frankfurt RheinMain den Diskurs über das Kulturleben der Region in loser Folge mit einer Reihe von Gesprächsrunden. 2012 und 2013 sind mehrere Intendanten neu angetreten und haben in einer ersten Runde ihre Perspektiven diskutiert. Wie sieht nun ihre Zwischenbilanz aus? Welche Anforderungen entstehen durch die aktuellen gesellschaftlichen Umbrüche für die Theater? Wie haben sich die regionalen Kooperationen entwickelt?

Es diskutieren Uwe Eric Laufenberg (Staatstheater Wiesbaden), Bernd Loebe (Oper Frankfurt), Markus Müller (Staatstheater Mainz), Matthias Pees (Künstlerhaus Mousonturm) und Karsten Wiegand (Staatstheater Darmstadt), Moderator ist Michael Hierholzer (FAZ).

Zu dieser Diskussionsrunde lädt der Kulturfonds Frankfurt RheinMain  ein,
am Dienstag, 9. Februar 2016
um 19.00 Uhr
ins Museum für Moderne Kunst (MMK I), Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main

Anmeldungen bis zum 5. Februar 2016 unter kontakt@kulturfonds-frm.de

Staatssekretär Ingmar Jung wird ab dem 1. Januar 2016 neuer Vorsitzender des Kulturausschusses des Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Fonds fördert acht Projekte in der Rhein-Main-Region mit knapp 1,6 Mio. 

 Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, hier bei Eröffnung des Wiesbadener 28. Filmfestes exground am 13. Nov. 2015 © massow-picture
Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, hier bei Eröffnung des Wiesbadener 28. Filmfestes exground am 13. Nov. 2015 © massow-picture

Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, wird am 1. Januar 2016 den Vorsitz im Kulturausschuss des Kulturfonds Frankfurt RheinMain übernehmen. Ingmar Jung tritt damit die Nachfolge des Darmstädter Oberbürgermeisters Jochen Partsch an. „Der Kulturfonds wird auch unter meinem Vorsitz auf eine breite Förderung qualitativ hochwertiger Projekte setzen und die Vernetzung in der Kulturlandschaft in Frankfurt und der Rhein-Main-Region weiter stärken und ausbauen“, kündigte Jung an und ergänzte: „Ich möchte meinem Amtsvorgänger Jochen Partsch meine Anerkennung aussprechen und dafür danken, dass er maßgeblich daran mitgewirkt hat, dass der Kulturfonds im siebten Jahr seines Bestehens aus der Region nicht mehr wegzudenken ist und die Bürgerinnen und Bürger die Region als eine Kunst- und Kulturregion von nationalem und internationalem Rang wahrnehmen.“ Der Vorsitzende wird alle zwei Jahre vom Kulturausschuss gewählt. Eine direkte Wiederwahl ist nicht möglich.

Ferner beschloss der Kulturausschuss in seiner Sitzung die Förderung von acht kulturellen Projekten in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet in Höhe von knapp 1,6 Mio. Euro. Damit hat der Kulturfonds in diesem Jahr bisher insgesamt rund 4,7 Mio. Euro für Kulturprojekte bereitgestellt. „Durch die Förderung stellen wir sicher, dass herausragende Projekte in einem breiten inhaltlichen Spektrum realisiert werden können und bauen so nicht nur das Kulturangebot in der Region weiter aus, sondern stärken auch ihre Strahlkraft nach außen“, zeigte sich Partsch von den getroffenen Entscheidungen und dem Engagement des Kulturfonds überzeugt.

Kulturfonds stärkt mit Projekten weiter die Vernetzung in der Region Als Kooperationsprojekt der Ludwig Meidner Gesellschaft e.V., des Stadtmuseums Hofheim, des Museums Giersch der Goethe-Universität, des Instituts Mathildenhöhe, des Jüdischen Museums der Stadt Frankfurt und des Kunstarchives Darmstadt ist „Ludwig Meidner – Seismograf“ ein gelungenes Beispiel für die überregionale Vernetzung unterschiedlicher Akteure sowie dem Kulturfonds angehörender Städte und Kreise. Anlässlich des 50.

Todesjahres des jüdischen Malers, Zeichners und Dichters werden dessen Werke erstmals in ihrer ganzen Breite vorgestellt. Ludwig Meidner zählt zu den bedeutendsten und vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und erfasste und reflektierte in seinen Bildern und Texte die Erschütterungen und Umbrüche der Zeit rund um den Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Das Ensemble Modern ist eines der weltweit führenden Ensembles für neue Musik. Regelmäßig tritt es weltweit bei renommierten Festivals und an herausragenden Spielstätten wie den Salzburger Festspielen, dem Lincoln Center Festival in New York oder dem Festival d‘Automne à Paris auf. Mit der Förderung des Projekts „frankfurter fest.spiele“ erhält das Ensemble Modern die Möglichkeit, lange geplante und bis dahin zur Reife entwickelte Projekte öffentlichkeitswirksam in seiner Heimat, dem Rhein-Main-Gebiet, aufzuführen.

Die „Brüder-Grimm-Festspiele“ gehören zu den herausragenden Open-Air-Aktivitäten in der Rhein-Main-Region. Mit einem bundesweit ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb für die Uraufführung eines Musicals nach dem Grimm’schen Märchen „Rapunzel“ geht das Festival 2016 neue Wege. Zudem sind zahlreiche weitere Inszenierungen der klassischen Literatur geplant.

Über die Unterstützung des Kulturfonds kann sich zudem die Ausstellung „Maniera – Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“ als Projekt des Städel-Museums freuen. Unter dem Aspekt der städtebaulichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen in Florenz kommt das Thema „Manierismus“ erstmals mit den zentralen Künstlerpersönlichkeiten Andrea del Sarto, Pontormo, Rosso, Bronzino und Vasari in einer umfassenden Ausstellung nach Deutschland. Über 120 Leihgaben aus internationalen Sammlungen illustrieren ein bedeutendes Kapitel der italienischen Kunstgeschichte, das sich außerhalb von Florenz sonst nirgends in dieser Fülle und Dichte studieren lässt.

Förderprojekte stehen exemplarisch für neuen Themenschwerpunkt „Transit“ Auch der neue temporäre Themenschwerpunkt „Transit“ des Kulturfonds spiegelt sich in den geförderten Projekten wider. Mit „Asyl des müden Europäers“ unterstützt der Fonds ein Großprojekt des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, das den Auftakt zur Neuausrichtung des Schauspiel-Festivals „WIESBADEN BIENNALE“ bildet. Unter Einbezug zentraler Orte und lokaler Akteure Wiesbadens entwerfen international renommierte Künstler zehn Tage lang den Rahmen einer utopischen Gemeinschaft und interpretieren somit gesellschaftliche Traditionen und Normen neu. Dazu werden Gebäude im Umfeld des Theaters bespielt und Kunstorte, wie eine Bibliothek ohne Bücher, erfunden.

Zudem fördert der Kulturfonds die Ausstellung „Das imaginäre Museum“. Drei der renommiertesten europäischen Museen für moderne und zeitgenössische Kunst – das Centre Pompidou (Paris), die Tate Liverpool und das Museum für Moderne Kunst (Frankfurt) – werden bedeutende Werke aus ihren Sammlungen zu einem Museum auf Zeit zusammenführen. Geleitet von der Frage, was wäre, wenn Kunst und Museen von der 3 Auslöschung bedroht wären, ruft die Ausstellung die Bevölkerung dazu auf, die ausgestellten Werke zu memorieren. Nach Ende der Laufzeit wird die Ausstellung noch einmal für ein Wochenende in den leeren Räumen eröffnet und Personen aller Gesellschaftsschichten sollen an die nicht mehr sichtbaren Werke als lebendige Stellvertreter erinnern.

Mit dem Wiesbadener Festival „European Youth Circus 2016“ fördert der Kulturfonds ein deutschlandweit einzigartiges Forum für junge internationale Artisten und Zirkuskultur, das für Innovation und internationale Strahlkraft steht und mit dem sich das Rhein-Main-Gebiet maßgeblich von anderen Kulturregionen abhebt. Die besten Nachwuchsartisten Europas präsentieren hier ihr Können einer internationalen Jury und dem breiten Publikum. Besondere Attraktivität erhält das Festival insbesondere für junge Künstler aus der Region: eine Wild Card ermöglicht ihnen die Teilnahme.

Zudem leistet der Kulturfonds einen Beitrag zum „Kronberg Academy Forum“, einem Studien-, Verwaltungs- und Kulturzentrum inklusive Konzertsaal. Der Fonds trägt somit dazu bei, dass dieses außergewöhnliche Projekt in einer konzertierten regionalen Aktion zustande kommen kann.

Der Geschäftsführer der Kulturfonds, Dr. Helmut Müller, resümierte: „Ich freue mich schon jetzt auf die Umsetzung der Projekte. Wir sind überzeugt, dass wir auch im kommenden Jahr die Projekte fördern, mit denen wir weiter dazu beitragen, die kulturelle Qualität, Vielfalt und Strahlkraft der Region zu sichern und auszubauen.“ Insgesamt stellte der Kulturfonds bislang über 40 Mio. Euro für kulturelle Projekte zur Verfügung und ermöglichte damit zahlreiche Projekte, die ohne den Fonds nicht hätten realisiert werden können.

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain wurde im Jahr 2007 auf Initiative der Hessischen Landesregierung als gGmbH mit Sitz in Bad Homburg gegründet. Hauptaufgabe des Kulturfonds ist es, die Metropolregion Frankfurt RheinMain durch kulturelle Zusammenarbeit besser zu vernetzen, die Attraktivität zu stärken sowie die kunst- und kulturgeschichtliche Tradition der Region zu dokumentieren. Der Fonds fördert vor allem Projekten mit nationaler und internationaler Strahlkraft und daneben auch regionale Kulturaktivitäten.

Vorsitz des Kulturausschusses: Oberbürgermeister Jochen Partsch (Darmstadt)
Vorsitz des Kuratoriums: Staatsministerin a. D. Ruth Wagner Geschäftsführung: Dr. Helmut Müller Kuratorin und stellv. Geschäftsführerin: Dr. Julia Cloot

„Die Wunderuhr – der Zauberwald“ im Rahmen des Musik-Festival „Cresc“ am 28. Nov im Caligari Wiesbaden

Die Wunderuhr  - Horloge magique arte. © caligari
Die Wunderuhr – Horloge magique arte. © caligari

Festival „Cresc … Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein
Main“

Das Festival „Cresc … Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main“ geht in seine dritte Auflage. Wieder bündeln renommierte Kulturinstitutionen der Rhein-Main-Region ihre Kräfte: Veranstalter sind das Ensemble Modern und das hr Sinfonieorchester. Erstmals gehört auch die Caligari Filmbühne Wiesbaden zu den Kooperationspartnern der hochklassigen Veranstaltungsreihe. Ermöglicht wird das viertägige Festival vom 26. bis 29. November durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und weitere Projektpartner. Unter dem Motto „Images of Sound“ thematisiert das Festival in diesem Jahr das Wechselspiel zwischen Musik und Film und präsentiert am Samstag, 28. November, herausragende Filmkonzerte in der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9.

Im Filmkonzert um 15 Uhr spielt das IEMA-Ensemble (Internationale Ensemble Modern Akademie) unter Leitung von Pablo Druker zu dem Animationsfilm „Die Wunderuhr – Der Zauberwald“ von Ladislas Starewich Live-Musik von Paul Dessau. Erzählt wird die märchenhafte Geschichte um den Uhrmacher Bombastus, dessen Zauberuhr von kleinen mechanischen Figuren
bevölkert wird. Diese erwachen um Mitternacht und entführen seine Enkelin Yolande in eine Wunderwelt, in der sie sich in den weißen Ritter verliebt und dabei allerlei Abenteuer erlebt. Das Konzert ist insbesondere geeignet für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 5. Jahrgangsstufe. Um 19 Uhr führt das IEMA-Ensemble das Filmpoem „10“ von Telemach Wiesinger und Cornelius Schwehr auf. Der Fotograf und Avantgarde-Filmemacher Telemach Wiesinger bereiste mit seiner 16-mm Kamera die neun Partnerstädte Freiburgs und kombiniert die entstandenen Schwarzweißfilmaufnahmen mit Bildern aus dem Schwarzwald. Gebäude, Straßenzüge, Busse, Straßenbahnen lassen durch Montagetechniken und Mehrfachbelichtungen die Verwandtschaft der Städte ineinanderfließen. Die Musik von Cornelius Schwehr lässt in Kombination mit dem visuellen Geschehen ein spannendes Wechselspiel entstehen.

„Die Wunderuhr – der Zauberwald“ läuft am Samstag, 28. November, 15 Uhr, in der Caligari Filmbühne. Der Puppentrickfilm von Ladislas Starewich wird in einem Live Filmkonzert mit dem IEMA-Ensemble zu neuem Leben erweckt. Erzählt wird die märchenhafte Geschichte um den Uhrmacher Bombastus, dessen Zauberuhr von kleinen mechanischen Figuren bevölkert wird. Diese erwachen um Mitternacht und entführen seine Enkelin Yolande in eine Wunderwelt, in der sie sich Hals über Kopf in den weißen Ritter verliebt und dabei allerlei Abenteuer erlebt. Die fantastische Filmwelt Starewitchs, die Trick- und Realfilmelemente kombiniert, gewinnt durch die freche und illustrative Musik Paul Dessaus zusätzlich an Dynamik. Der Eintritt kostet 10 Euro.

„10“ heißt das Werk des Avantgarde-Filmemacher Telemach Wiesinger, welches am 28.11. gegen 19.00 Uhr im Caligari gezeigt wird. © caligari
„10“ heißt das Werk des Avantgarde-Filmemacher Telemach Wiesinger, welches am 28.11. gegen 19.00 Uhr im Caligari gezeigt wird. © caligari

„10“ ist am Samstag, 28. November, 19 Uhr, im Caligari zu sehen. Der Freiburger Fotograf und Avantgarde-Filmemacher Telemach Wiesinger bereiste mit seiner 16-mm Kamera die neun Partnerstädte Freiburgs und kombiniert die entstandenen Schwarzweißfilmaufnahmen mit Bildern seiner Heimatstadt und dem Schwarzwald. Gebäude, Straßenzüge oder Fahrten mit Bus, Schlitten oder Straßenbahn lassen durch spezielle analoge Montagetechniken und Mehrfachbelichtungen die Verwandtschaft der Städte ineinanderfließen. Das bewusste Sehen und die ständige Reflektion der eigenen Wahrnehmung gehören auch zum Anliegen des Komponisten Cornelius Schwehr, dessen Musik in Kombination mit dem visuellen Geschehen ein spannendes Wechselspiel entstehen lässt. Der Eintritt kostet 12 Euro.