Kategorie-Archiv: go east Filmfestival

goEast 2022 _ Gewinner:innen beim Festival des mittel- und osteuropäischen Films: Hauptpreis für VERA TRÄUMT VOM MEER // Beste Regie für SANFT

Archivbild © Diether v. Goddenthow
Archivbild © Diether v. Goddenthow

VERA TRÄUMT VOM MEER (VERA ANDRRON DETIN, Kosovo/ Albanien/ Nordmazedonien 2021, Regie: Kaltrina Krasniqi, Produzent: Shkumbin Istrefi) gewinnt die mit 10.000 Euro dotierte Goldene Lilie bei der 22. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden. In diesem Thriller muss sich Vera nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes den patriarchalen Gesellschaftsstrukturen stellen und um grundlegende Rechte kämpfen. Die internationale Jury unter dem Vorsitz von Jasna Đuričić begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Die Goldene Lilie für den besten Film geht an einen Film über den Kampf einer Frau gegen eine primitive männliche Welt und eine heruntergekommene Männlichkeit, die leider immer noch an der Macht ist.“

Die Preisverleihung in der Caligari FilmBühne bildete den Abschluss einer ereignisreichen und emotionalen Festivalwoche bei goEast. Nach 7 Tagen voller Filmkunst, Virtual Reality, zahlreichen Diskussionen, Vorträgen und Ausstellungen, bei der 87 Filme gezeigt wurden und mehr als 200 Gäste aus der internationalen Filmbranche Wiesbaden besuchten, wurden die Siegerfilme des Wettbewerbs, aus dem East-West Talent Lab und dem Work-in-Progress-Wettbewerb für XR gekürt und Preise im Gesamtwert von 30.500 Euro verliehen.

Das Regieduo Anna Nemes und László Csuja gewann mit SANFT (SZELÍD, Ungarn/ Deutschland, 2022) den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie, der mit 7.500 Euro dotiert ist. Im Zentrum des Films steht Bodybuilderin Edina, die für Miss Olympia trainiert und dabei zu vielen Opfern bereit ist. „Die Filmemacher:innen erzählen mit ihrem vielschichtigen filmischen Ansatz eine Geschichte, die sorgfältig auf Details achtet und so das Porträt einer Frau voller Würde erschafft. Eine Frau, die sich nach Anerkennung und Liebe sehnt.“, so die Jury.

TAUBES GESTEIN (TERYKONY, Ukraine 2022, Regie: Taras Tomenko) wurde mit dem von der Central and Eastern European Online Library neu ausgelobten CEEOL Preis für den besten Dokumentarfilm, der mit 4.000 Euro dotiert ist, ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm wurde an der russisch-ukrainischen Front gedreht und fokussiert auf ein 14-jähriges Mädchen, das täglich inmitten der Schrecken des Kriegs lebt. Die Jury nennt den Film „ein Tribut an die jungen Menschen, die in den Ruinen unserer Welt leben.“

Mit einer lobenden Erwähnung wurde „ein Flüchtlings-Roadmovie, das uns daran erinnert, dass der Krieg überall ist“ ausgezeichnet: DER FALKE (STRAHINJA BANOVIć, Serbien/ Luxemburg/ Frankreich/ Bulgarien/ Litauen, 2021, Regie: Stefan Arsenijević)

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI in der Kategorie Spielfilm ging an PILGER (PILIGRIMAI, Litauen 2021, Regie: Laurynas Bareiša): „Der Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Spielfilm geht an einen komplexen Film, der auf vielen verschiedenen Ebenen funktioniert und in dem auf vielfältige Weise der aktuelle, schreckliche Krieg mitklingt. Er ist eine mutige Erkundung persönlicher Trauer und der verschiedenen Formen, die diese annehmen kann, außerdem zeigt er dezent, wie sich die Spuren von Gewalt für immer in eine Gemeinschaft einprägen. Gleichzeitig fesselt uns der Film recht unkonventionell als Kriminalfilm und Roadmovie.“

In der Kategorie Dokumentarfilm zeichnete die FIPRESCI-Jury, deren Mitglieder Senem Erdine, Konstanty Kuzma und Alik Shpilyuk waren, TAUBES GESTEIN (TERYKONY, Ukraine 2022, Regie: Taras Tomenko) aus: „Der Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Dokumentarfilm geht an einen Film, der uns auf allen Ebenen überzeugte: künstlerisch, kinematographisch, menschlich, persönlich und politisch. Wir möchten besonders auf die Fähigkeit des Filmemachers hinweisen die Protagonistin empathisch und respektvoll zu behandeln und gleichzeitig sanft und beschützend zu sein.“

Der Merck-Innovationspreis für XR, dotiert mit 3.500 Euro, wurde im Work-in-Progress-Wettbewerb mit 8 teilnehmenden Projekten durch eine Jury, bestehend aus Antoinette Engel, Paola Gazzani Marinelli und Alexandra Gérard an ARCTIC RECALL (Russland, Regie: Anna Tolkacheva) verliehen: „Wir denken, dass das Projekt umsetzbar und an einem wichtigen Punkt in der Produktion ist. Diese 6DoF-Experience wird eine ausgedehnte, poetische Fantasie der Arktis bieten und diesen Raum durch volumetrische Collage für Besucher:innen zugänglich machen. So macht es die dortige Kultur, die Menschen, die Landschaft und die aktuellen Probleme lebendig. In einer Region, in der Künstler:innen oft alleine arbeiten und sich außerhalb einfach zugänglicher Netzwerke befinden, ist dieser Preis um so wichtiger.” Eine lobende Erwähnung bekam das Projekt IF THESE STREETS COULD TALK (Ungarn, Regie: Barna Szász). „Die zeitgemäße, ortsbasierte, interaktive und dokumentarische AR-Experience erweckt die unsichtbare Geschichte von Budapests jüdischem Viertel zum Leben“, so die Jury.

Im East-West Talent Lab, das mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung durchgeführt wurde, fand heute Vormittag der Project Market Pitch vor einer dreiköpfigen Jury, bestehend aus Dr. Catherine Colas, Vera Lacková und Alex Shiriaieff statt. Hier gewann das Projekt I DON’T WANT von Hanis Bagashov aus Nordmazedonien das Renovabis-Recherchestipendium (3.500 Euro) für dokumentarische Vorhaben zu den Themen Menschen- und Minderheitenrechte. „Das sehr intime Familienporträt enthält so problematische Themen wie Religion, Tradition und Ausgrenzung. Die Jury entschied sich einstimmtig, da es nicht nur das vielversprechendste Filmprojekte war, sondern auch der beste Pitch“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der mit 1.500 Euro dotierte Current Time TV Award (USA) ging ebenfalls an I DON’T WANT von Hanis Bagashov, in der Hoffnung, dass der Preis dem Film helfen würde sein verdientes Publikum zu erreichen, während der Pitch the doc-Award im Wert von 500 Euro dem vielversprechenden Sozialdrama ELENA IN DELEYNA (Bulgarien, Regie: Elena Stoycheva) verliehen wurde.

Die Wahl des goEast Medienpartners 3sat, der seit Beginn des Festivals in jedem Jahr den Ankauf für einen Film des Programms anbietet, fiel 2022 auf den Wettbewerbsfilm KLONDIKE (Ukraine/ Türkei, 2022, Regie: Maryna Er Gorbach). Die Jury von 3sat begründete Ihre Entscheidung folgendermaßen: „In ebenso eindringlichen wie vielschichtig komponierten Bildern, die an klassische Malerei und Western-Szenarien erinnern, erzählt KLONDIKE vom Widerstand einer schwangeren Frau gegen die brutalen Realitäten eines Kriegs, in dem die Konfliktparteien in ihrem Kampf um die „richtige“ Zugehörigkeit Familien auseinanderreißen und die Lebensgrundlage der Menschen zerstören. Die meisterliche Inszenierung, die spannungsvoll und irritierend zwischen Realismus, surrealen Momenten und allegorischer Kraft oszilliert, und nicht zuletzt das brillante Schauspiel von Oxana Cherkashyna als Irka verleihen der Geschichte vom Überleben im Krieg ihre stille Wucht. Durch seine Menschlichkeit und universelle Aussage wird der Film auch noch weit jenseits aktueller Berichterstattung und Breaking News über die Grausamkeit des Krieges Bestand und Relevanz haben.“ Der Film soll zum goEast Festival 2023 bei 3sat seine TV-Premiere feiern.

Die 22. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fand vom 19. bis 25. April in Wiesbaden statt.
Zu den Höhepunkten gehörten neben einem abwechslungsreichen Wettbewerb und intensiven Begegnungen im Kino die Besuche international gefeierter Filmemacher:innen wie Paweł Łoziński, die Retrospektive von Lana Gogoberidzes Filmwerk in Kooperation mit der Kinothek Asta Nielsen und Lana Gogoberidzes Anwesenheit beim Festival. Das Symposium, das sich unter dem Titel „Wo geht’s hier nach Osten? Godard, Kino und Ideologie“ mit Jean-Luc Godard und seiner Beziehung zu Mittel- und Osteuropa beschäftigte fand online und vor Ort rege Teilnahme. Mit dem Cinema Archipelago, einem Rahmenprogramm, das über die klassische Kinoerfahrung hinausgeht, betrat das Festival, gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Neuland und ermöglichte u.a. ein erfolgreiches und empowerndes Programm namens Yugoretten – ein Forum für Frauen* aus Ex-Jugoslawien.

Das Festival fand unter den Vorzeichen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine statt, was dazu führte, dass drei russische Filme ersatzlos aus dem Programm genommen wurden. Trotzdem waren einzelne russische Produktionen zu sehen, die keine staatliche Förderung erhalten hatten. Im Mittelpunkt standen ukrainische Filmschaffende und ukrainische Produktionen, von denen drei auch im Wettbewerb zu sehen waren. Ein Filmemacher aus der Ukraine nahm sogar eine 45-stündige Busfahrt auf sich, um seinen Film beim Festival zu präsentieren. Zum Thema des Boykotts russischer Filme gab es am Festivalsamstag ein Podiumsgespräch, bei dem ukrainische Filmschaffende ihre Perspektive und ihre Bedürfnisse erklärten.

Alle Preisträger:innen noch einmal im Überblick:
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  1. Goldene Lilie für den Besten Film
    VERA TRÄUMT VOM MEER (VERA ANDRRON DETIN, Kosovo/ Albanien/ Nordmazedonien 2021, Regie: Kaltrina Krasniqi, Produzent: Shkumbin Istrefi)
  2. Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie
    SANFT (SZELÍD, Ungarn/ Deutschland, 2022, Regie: Anna Nemes und László Csuja)
  3. CEEOL Preis für den besten Dokumentarfilm
    TAUBES GESTEIN (TERYKONY, Ukraine 2022, Regie: Taras Tomenko)
  4. Lobende Erwähnung der internationalen Jury
    DER FALKE (STRAHINJA BANOVIć, Serbien/ Luxemburg/ Frankreich/ Bulgarien/ Litauen, 2021, Regie: Stefan Arsenijević)
  5. Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Spielfilm)
    PILGER (PILIGRIMAI, Litauen 2021, Regie: Laurynas Bareiša)
  6. Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
    TAUBES GESTEIN (TERYKONY, Ukraine 2022, Regie: Taras Tomenko)
  7. Merck-Innovationspreis für XR
    ARCTIC RECALL (Russland, Regie: Anna Tolkacheva)
  8. Lobende Erwähnung XR
    IF THESE STREETS COULD TALK (Ungarn, Regie: Barna Szász)
  9. Renovabis-Recherchestipendium
    I DON’T WANT (Nordmazedonien, Regie: Hanis Bagashov)
  10. CurrentTime Award
    I DON’T WANT (Nordmazedonien, Regie: Hanis Bagashov)
  11. Pitch the Doc-Award
    ELENA IN DELEYNA (Bulgarien, Regie: Elena Stoycheva)
  12. 3sat-Ankauf
    KLONDIKE (Ukraine/ Türkei, 2022, Regie: Maryna Er Gorbach)

goEast informiert über das Festivalprogramm und stellt die Wettbewerbsjury vor

goEast_2022_450goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films zeigt von Dienstag, 19., bis Montag, 25. April, 88 Filme aus 43 Ländern.
Die Besucher:innen können sich auf 15 Deutschlandpremieren, eine internationale Premiere und fünf Weltpremieren freuen sowie auf drei filmhistorische Sektionen, Vorträge, Filmgespräche und ein neues Begleitprogramm, das unter dem Titel „Cinema Archipelago“ neue Rezeptionsräume für das Kino und audiovisuelle Kunstformen eröffnet.
„Das goEast-Team hat sich kreativ und widerstandsfähig an die Pandemie angepasst, und nach zwei Jahren Online-Festival, in denen im vergangenen Jahr nur die anwesenden Jury-Mitglieder die Filme live sehen konnten, bringen wir nun endlich wieder alle im Kino persönlich zusammen: unser Publikum, die Jurys und die Filmemacher.“, sagte Ellen M. Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums – DFF. „goEast ist eine lebendige Gemeinschaft, die von dynamischen Gesprächen und Interaktion lebt, und in diesem Jahr freuen wir uns besonders, mit Natalia Libet ein ukrainisches Jurymitglied begrüßen zu können. Die ukrainische Produzentin musste kriegsbedingt ihren Wohnort Kyjiw verlassen und lebt derzeit in Lwiw. Es ist sehr berührend für mich, dass sie trotz des Krieges in ihrem Heimatland zu unserer Jury gehören wird.“, so Festivalleiterin Heleen Gerritsen.

Im goEast Wettbewerb konkurrieren aktuelle Filmproduktionen um die von einer internationalen Jury verliehenen drei Hauptpreise des Festivals. Im Einzelnen sind das die mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Lilie“, der mit 7.500 Euro dotierte Preis für die Beste Regie der Landeshauptstadt Wiesbaden und der neu ausgelobte und mit 4.000 Euro dotierte CEEOL-Preis für den besten Dokumentarfilm. Darüber hinaus vergibt die Internationale Filmkritik FIPRESCI mit einer eigenen Jury zwei Preise.

Die 22. Ausgabe von goEast starte mit einem sehr starken Wettbewerb. Es sei wichtiger denn je, „dass wir uns hier in Deutschland mit den (Film-)Kulturen der Länder aus Mittel- und Osteuropa beschäftigen. Uns verbindet mehr als man denkt. Der Krieg hängt natürlich wie ein dunkler Schatten über dem gesamten Programm, umso mehr freue ich mich über die Anwesenheit einer großen ukrainischen Delegation beim Festival. Und dass wir nach zwei Covid-Jahren überhaupt wieder alle gemeinsam im Kino sein können, ist großartig.“, so die so Festivalleiterin

Knapp 200 Gäste aus der Filmbranche Mittel- und Osteuropas werden zum Festival in Wiesbaden erwartet. Eine besondere Ehre ist der Besuch der 93-jährigen georgischen Regisseurin Lana Gogoberidze, welcher die diesjährige Hommage gewidmet ist. Sie reist mit Tochter und Filmemacherin Salomé Alexi zur weltweit ersten Retrospektive ihrer Arbeiten an und wird sowohl bei Filmgesprächen als auch in einem Werkstattgespräch über ihre 60 Jahre umspannende Schaffenszeit Auskunft geben. Auch das Ende des “post-sowjetischen” Zeitalters, sowie Ost- und Westkonflikte werden in dem Programm diskutiert werden. Im Symposium „Wo geht’s hier nach Osten? Godard, Kino und Ideologie in Mittel- und Osteuropa“ diskutieren zahlreiche Vortragende aus Wissenschaft und Film über Jean-Luc Godards Verhältnis zu Mittel- und Osteuropa und den Einfluss, den das mittel- und osteuropäische Kino auf seine eigenen Filme hatte. goEast zeigt elf Filme Godards in Kombination mit acht Werken mittel- und osteuropäischer Filmschaffender. In weiteren Sektionen wie den Anarcho Shorts oder der RheinMain Kurzfilmrolle werden Kurzfilme verschiedener Genres gezeigt. Auch in der Festivalpräsentation, die dieses Jahr dem Dokufest Kosovo aus Prizren gewidmet ist, werden Kurzfilme gezeigt.

Überschattet wird das diesjährige Festivalprogramm vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Daher ergeben sich einige kurzfristige Programmänderungen. Im März gab das Festival das Ausscheiden dreier russischer Filme aus dem Programm bekannt. Nun wird auch THIS RAIN WILL NEVER STOP von Alina Gorlova nicht beim Festival zu sehen sein. Stattdessen zeigt goEast in der Matinee am Sonntag, 24. April, in der Caligari FilmBühne in Gedenken an den am 2. April 2022 in Mariupol von russischen Soldaten getöteten litauischen Filmemacher Mantas Kvedaravičius (1976-2022) dessen im Jahr 2016 entstandenen Film MARIUPOLIS (Litauen/ Deutschland/ Frankreich/ Ukraine). Kvedaravičius nähert sich in seinem Dokumentarfilm den Menschen der Stadt an, die versuchen, ein normales Leben zu führen – inmitten von Granateneinschlägen und Krieg.

Für Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, hat das goEast Filmfestival aktuell besondere Relevanz: „Gerade in Wiesbaden, in dem viele Menschen mit osteuropäischen Wurzeln leben, ist das goEast Filmfestival von Anbeginn zu Hause. Seit 22 Jahren bietet es Einblicke in die gesellschaftlichen Entwicklungen unserer östlichen Nachbarn, oft hoffnungsvoll, mitunter auch ernüchternd. Mit dem russischen Angriff der Ukraine sind wir an einem neuen Tiefpunkt der Ost-West-Beziehungen angekommen. Umso wichtiger ist das vielfältige interdisziplinäre goEast Programm in dieser Zeit. Es bietet nicht nur sehenswerte Filme, z.B. Schätze des postsowjetischen Kinos oder den Film DEUTSCHLAND NEU(N) NULL (FR, 1991) mit dem berühmten Agenten-Darsteller Eddie Constantine, der seine letzten Jahre in Wiesbaden verbrachte. Darüber hinaus gibt es Gelegenheit, an besonderen Orten Wiesbadens, wie z.B. dem Museum Wiesbaden, oder dem Theater im Pariser Hof miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Kulturdezernent Axel Imholz.

Anna Schoeppe, Geschäftsführerin von HessenFilm, ist trotz der widrigen Umstände voller Vorfreude auf goEast: „Seit über 20 Jahren bereichert goEast die hessische Festivallandschaft, lockt Menschen aus Wiesbaden, dem Rhein-Main Gebiet, Hessen, Deutschland und Europa ins Kino und begeistert sie für Filme aus Mittel- und Osteuropa. Auch in diesem Jahr hat das Festivalteam Großes geleistet und trotz aller Widerstände, der Trauer und besonderer Herausforderungen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm kuratiert, auf das ich mich sehr freue.“

Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der in diesem Jahr das neue und innovative Rahmenprogramm „Cinema Archipelago“ fördert, sieht die Aufgabe des Programms in der Stärkung von Solidarität und Verständnis: „Das goEast Filmfestival bringt ost- und mitteleuropäische Geschichte(n) auf die Kinoleinwände und fördert den Dialog zwischen Ost und West in Europa. Dabei steht in diesem Jahr das Festival unversehens und für uns alle bedrückend im Kontext eines Krieges. Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V. als Organisator des Filmfestivals nutzt jede Chance, Orte der Begegnung zu schaffen und bietet auch dieses Mal ein hybrides Programm. In diesem Jahr sind in der neuen Sektion ‚Cinema Archipelago‘ eine Vielzahl neuer Begegnungsformate geplant, mit der Absicht, in der direkten wie virtuellen Begegnung solidarisches Erleben, Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme zu erreichen. Nie war die Dringlichkeit eines Verbundes aller Bereiche, des Alltags und des Miteinanders stärker. Wir freuen uns auf dieses Festival und wünschen viel Erfolg!“

Heute erscheint die Website des Festivals im neuen Gewand und nun ist auch das komplette Programm online zu finden. Am 19. April wird goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films zum 22. Mal feierlich eröffnet – mit dem Eröffnungsfilm THE BALCONY MOVIE (Film balkonowy, Polen 2021) des polnischen Regisseurs Paweł Łoziński in der Caligari FilmBühne.

Goeast

Die Wettbewerbsjury

Das Festivalteam freut sich, 2022 wieder alle Jurymitglieder der internationalen Jury in Wiesbaden begrüßen und die Filme im Kino zeigen zu können. Den Juryvorsitz der goEast-Jury hat in der 22. Festivalausgabe die serbische Schauspielerin Jasna Đuričić, die im bosnischen Kriegsdrama QUO VADIS, AIDA? unter der Regie von Jasmila Žbanić in der Hauptrolle beeindruckte und für ihre Rolle mehrfach ausgezeichnet wurde. Mitglied der Jury ist außerdem die ukrainische Produzentin Natalia Libet. Sie ist bei ESSE Production House and Digital Religion in Kyjiw tätig; ihre Produktionen wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt. Darunter ANNA, der 2019 bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Best Shorts Award ausgezeichnet wurde, und STOP-ZEMLIA, der 2021 bei der Berlinale den Gläsernen Bären für den besten Jugendfilm gewann. Die georgische Regisseurin Salomé Jashi, ein weiteres Jurymitglied, war mit ihren Dokumentarfilmen neben vielen anderen internationalen Festivals auch schon im goEast-Wettbewerb vertreten. Zuletzt lief ihr Film TAMING THE GARDEN in den deutschen Kinos.

Zur Jury gehören darüber hinaus der polnische Journalist, Filmschaffende und Kurator Kornel Miglus und der belarussische Regisseur Aliaksei Paluyan. Miglus ist Filmbeauftragter des Polnischen Instituts in Berlin und leitet seit 2005 das ebenfalls in Berlin ansässige Filmfestival filmPOLSKA. Paluyan studierte in Deutschland und drehte mehrere fiktionale und dokumentarische Kurzfilme. Mit LAKE OF HAPPINESS war er 2020 für den Europäischen Filmpreis nominiert. Sein Dokumentarfilm COURAGE hatte seine Premiere bei der Berlinale 2021 und wurde weltweit auf Festivals gezeigt. Darin porträtiert Paluyan ein zivilgesellschaftlich engagiertes Theaterkollektiv in Belarus, das sich gegen das Regime von Herrscher Lukaschenka auflehnt.

In Zeiten von Krieg und Kulturboykott wenige Wochen vor Festivalbeginn positioniert sich das goEast Filmfestival erneut zum vollständigen Boykott russischer Filmschaffender, der von ukrainischen Institutionen gefordert wird. Die Festivalmacher:innen von goEast haben lange darüber diskutiert, wie mit der Boykottforderung in der aktuellen Kriegssituation umzugehen ist und machen einen Kompromiss: goEast veranstaltet am Samstag, 23. April, um 18 Uhr in Kooperation mit unabhängigen Filmschaffenden, Vertreter:innen verschiedener ukrainischer Institutionen und Festivals ein von Festivalleiterin Heleen Gerritsen moderiertes Panel in der Caligari FilmBühne, wo die ukrainischen Teilnehmer:innen den Boykott aus ukrainischer Perspektive diskutieren und ihre Positionen und Ziele erläutern werden. Insgesamt drei russische Filme im Programm, die staatliche Förderung bekommen, oder von Stiftungen finanziert werden, die an die russische Regierung, d.h. den Präsidenten gebunden sind, werden nicht gezeigt. Die Filme HAUSARREST (Delo, Russland/ Deutschland/ Kanada 2021) von Alexei German Jr. und DONAU (Dunay, Russland 2021) von Lyubov Mulmenko wurden von den Filmschaffenden zurückgezogen. Somit besteht der diesjährige Wettbewerb nur aus 14 Filmen. Ebenso wird es in der Sektion Bioskop eine Lücke geben: Regisseurin Ekaterina Selenkina hat ihren Film UMWEGE (Obkhodniye puti, Russland 2021) aus dem Programm zurückgezogen. Stellungnahmen der russischen Filmemacher:innen sind auf der goEast-Website nachzulesen. Die zurückgezogenen Filme werden nicht ersetzt – in Kriegszeiten sind Lücken im Programm durchaus angemessen.

22. goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films findet vom 19. bis 25. April in Wiesbaden, Frankfurt und in der Rhein-Main-Region statt

goEast_2022_450ffm. Zum 22. Mal bringt goEast mittel- und osteuropäisches Filmschaffen nach Wiesbaden, ins Kino des DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum und in weitere Städte der Rhein-Main-Region. Von Dienstag, 19., bis Montag, 25. April, zeigt das Festival ein umfangreiches Programm aus Filmvorführungen, Workshops, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen.

„Alle Augen sind gerade auf das goEast Filmfestival gerichtet, welches international einer der wichtigsten Schauplätze für das Kino aus Mittel- und Osteuropa darstellt und seit Jahren die gesellschaftspolitischen Entwicklungen der Region beobachtet und einem breiten Publikum vermittelt. Mitten im Ukraine-Krieg ist die Rolle des Festivals als Vermittlungs- und Diskursort noch einmal auf andere Weise herausfordernd“, erklärt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig.

Der Krieg in der Ukraine ist im Wettbewerbsprogramm des Festivals allgegenwärtig. In dem Dokumentarfilm „Terykony“ berichtet Taras Tomenko eindrücklich von den Schrecken an der russisch-ukrainischen Front. Inmitten von Schutthaufen, Ruinen und der blanken Verwüstung streift die 14-jährige Nastya mit ihren Freunden umher. Im Familiendrama „Klondike“ entwirft die ukrainische Filmregisseurin und Drehbuchautorin Maryna Er Gorbach eine sehr persönliche Perspektive auf den Krieg in der Ukraine. Im Zentrum des Anti-Kriegs-Films steht ein Paar, das ein Kind erwartet, aber die Kampfzone nicht verlassen möchte. Der Wille nach einem selbstbestimmten Leben ist laut den Festivalmachern das verbindende Thema im diesjährigen Wettbewerb mit Beiträgen aus Kosovo, Armenien, Ungarn, Weißrussland und vielen weiteren Ländern.

Die Filme russischer Filmschaffender, die staatliche Förderung bekommen haben, oder von Stiftungen finanziert wurden, die an die russische Regierung, das heißt den Präsidenten, gebunden sind, werden nicht gezeigt. Die russischen Filmemacherinnen Alexei German Jr. und Lyubov Mulmenko haben ihre Wettbewerbsbeiträge zurückgezogen. „Die zurückgezogenen Filme werden nicht ersetzt – in Kriegszeiten sind Lücken im Programm durchaus angemessen“, erklärt die goEast-Auswahlkommission: „Solange die Russische Föderation diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, steht die Auswahlkommission hinter der Entscheidung des Festivals, keine staatlich finanzierten russischen Filme zu zeigen. Business as usual ist nicht möglich. Für einen vollumfänglichen kulturellen Dialog müssen erst die Waffen schweigen. Die Stimmen ukrainischer Filmemacher*innen zu hören, muss Priorität sein.“

Als Kompromiss veranstaltet das Festival am Samstag, 23. April, um 18 Uhr in Kooperation mit unabhängigen Filmschaffenden, Vertretern verschiedener ukrainischer Institutionen und Festivals ein von Festivalleiterin Heleen Gerritsen moderiertes Panel in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden, wo die ukrainischen Teilnehmer den Boykott aus ukrainischer Perspektive diskutieren und ihre Positionen und Ziele erläutern.

Das komplette Programm ist unter filmfestival-goEast.de oder im goEast-Programmheft zu finden. Geflüchtete aus der Ukraine bekommen freien Eintritt in das Kino des Deutschen Filmmuseums & Filminstituts.

22. goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (19. bis 25. April 2022) Erste Programmdetails für die nächste Festivalausgabe

goEast_2022_450Zum 22. Mal bringt goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films Werke mittel- und osteuropäischer Regisseur:innen nach Wiesbaden und in die Rhein-Main-Region. Mit großer Besorgnis blicken die Macher:innen von goEast auf die neuesten geopolitischen Entwicklungen um Russland und die Ukraine. Das Festivalteam ist mit den Gedanken bei den vielen Partner:innen, Festivalfreund:innen und Filmschaffenden aus beiden Ländern, die es bei der kommenden Festivalausgabe endlich wieder in Wiesbaden begrüßen möchte. Nachdem die vergangenen beiden Ausgaben zum großen Teil online stattfinden mussten, wird es in diesem Jahr hoffentlich viele gut besuchte Kinovorstellungen geben. Vom 19. bis 25. April 2022 lädt das vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete Festival in Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Gießen und Mainz dazu ein, das mittel- und osteuropäische Kino in Filmvorführungen, -gesprächen und bei Begegnungen mit Filmschaffenden kennenzulernen. Ergänzend dazu gibt es auch in diesem Jahr eine Reihe von Online-Angeboten.

Wo geht’s hier nach Osten? – Godard, das Kino und Ideologie in Mittel- und Osteuropa. Das goEast Symposium

Im Symposium untersucht goEast Themen, Regionen und Strömungen im mittel- und osteuropäischen Kino. 2022 ist es einer besonderen Beziehung gewidmet: Der französisch-schweizerische Filmemacher Jean-Luc Godard hat sich wie kaum ein anderer westlicher Regisseur ausführlich mit Osteuropa beschäftigt, sowohl inhaltlich und formal als auch ideologisch und politisch. Der heute 91-jährige Godard revolutionierte in den 1960er Jahren das französische Kino und war ein herausragender Vertreter der Filmbewegung „Nouvelle Vague“. Bei Filmen wie PRAVDA / PRAWDA (FR, DE, 1970) und LES ENFANTS JOUENT À LA RUSSIE / DIE KINDER SPIELEN RUSSISCH (FR, CH, 1993) wird bereits in den Titeln der Osteuropabezug deutlich, doch auch in anderen Werken gibt es Referenzen, z. B. zu russischer Literatur und sowjetischen Filmemacher:innen.

Das Symposium wird 2022 von den Filmwissenschaftlern Vinzenz Hediger und Daniel Fairfax von der Goethe-Universität Frankfurt kuratiert. Sie laden weitere Expert:innen ein, um Godards wechselseitige Beziehung mit dem Osten in Vorträgen und Diskussionen zu beleuchten. Die Filmauswahl aus Godards Werk erstreckt sich über einen Schaffenszeitraum von 43 Jahren, von 1967 bis 2010, und umfasst Kurz- und Langfilme, dokumentarische und fiktionale Arbeiten. Hinzu kommen vom Regisseur selbst ausgewählte, mittel- und osteuropäische Filme, die ihn beeinflussten.

Bekannte Klassiker wie LA CHINOISE / DIE CHINESIN (FR, 1967), LE VENT D’EST / OSTWIND (IT, FR, DE, 1969) oder FILM SOCIALISME (FR, CH, 2010) laufen neben wenig gezeigten Werken wie JE VOUS SALUE SARAJEVO (CH, 1993). Ein weiteres Highlight ist der Film ALLEMAGNE ANNÉE 90 NEUF ZÉRO / DEUTSCHLAND NEU(N) NULL (FR, 1991) mit dem berühmten Agenten-Darsteller Eddie Constantine, der seine letzten Jahre in Wiesbaden verbrachte.

30 Jahre „post-sowjetisches“ Kino – Spezialprogramm

30 Jahre nach der offiziellen Auflösung der Sowjetunion am 26. Dezember 1991 lud die Europäische Filmakademie (EFA) goEast Festivalleiterin Heleen Gerritsen ein, gemeinsam mit Filmexpert:innen aus Mittel- und Osteuropa eine Liste von 30 wegweisenden „post-sowjetischen“ Filmen der vergangenen drei Jahrzehnte zu erstellen. Aus dieser fast unmöglichen Aufgabe entstand eine Sammlung bekannter und wenig bekannter Filme, die eine Einladung an das Publikum sind, Mittel- und Osteuropa filmisch neu zu entdecken. Sechs der eher selten gespielten Filme zeigt goEast im April:

  • ORANZHEVYE ZHILETY / ORANGENE WESTEN (BY, 1991) von Yury Khashevatsky,
  • AKUMULÁTOR 1 / ACCUMULATOR 1 (CZ, 1994) von Jan Svěrák,
  • TITO PO DRUGI PUT MEĐU SRBIMA / TITO AMONG THE SERBS FOR THE SECOND TIME (FR, YU, 1994) von Želimir Žilnik,
  • CHICO (HU, DE, HR, CHL, 2001) von Ibolya Fekete,
  • A FOST SAU N-A FOST? / 12:08 EAST OF BUCHAREST (RO, 2006) von Corneliu Porumboiu und
  • PAPUSZA (PL, 2013) von Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze.
Neue Kooperation: CEEOL Dokumentarfilmpreis

2021 begann goEast, die Kataloge und Symposiumsessays der vergangenen Festivalausgaben online kostenfrei verfügbar zu machen. Die in Frankfurt ansässige CEEOL GmbH, Betreiberin der Central and Eastern European Online Library, unterstützt das Festival dabei.

CEEOL bietet sowohl institutionellen als auch individuellen Zugang zu Zeitschriften, eBooks und Grauer Literatur im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa und somit ist die Datenbank Akademiker:innen, Studierenden und Lehrenden mit Osteuropaspezialisierung längst ein Begriff. Nun sind bereits die goEast Katalogtexte der Festivaljahre 2001-2021 auf www.ceeol.com erschlossen und komplett nachzulesen.

Besonders erfreulich ist zudem, dass CEEOL ab 2022 einen neuen Preis im goEast-Wettbewerb vergibt: den mit 4.000 Euro dotierten CEEOL Dokumentarfilmpreis. Damit hat das Festival wieder eine Trophäe ausschließlich für dokumentarische Werke im Wettbewerb.

Der Film muss an die frische Luft: Das Paneuropäische Picknick von goEast – Nachholtermine

© goEast
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Häuserwände werden zu Leinwänden: Kurzfilmspaziergang mit Hamburger Künstlergruppe in Offenbach am Main // Pop Up Auto und Freiluftkino mitten in Wiesbaden // Filmischer Sprachkurs in der Caligari FilmBühne // Kurzfilme auf Tour im Rhein Main Gebiet

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films befasst sich seit jeher über den filmischen Tellerrand hinaus mit den Kulturen seiner Fokusregion. In der Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“ steht die Kultur Mittel- und Osteuropas an außergewöhnlichen Orten erneut im Mittelpunkt; und zwar im gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Kurzfilmwanderung durch Offenbachs Innenstadt

Am Samstag, den 28. August, ist die Hamburger Künstlergruppe „A Wall Is A Screen“ erneut im Rhein-Main-Gebiet zu Gast. Bei einem abendlichen Spaziergang werden Gebäudefassaden in Leinwände verwandelt und bislang (un)bekannte Orte in ein ganz neues Licht gerückt. In diesem Jahr führt die Kurzfilmwanderung durch die Innenstadt von Offenbach am Main. Das Filmprogramm bleibt geheim, wird aber für diesen besonderen Abend speziell ausgewählt und zu einer einmaligen Stadterkundung zusammengeführt.

A Wall is a Screen war bereits im vergangenen September in Wiesbaden-Klarenthal unterwegs. Mit seiner Idee ist der Verein in ganz Deutschland und international aktiv und begeistert das Publikum jedes Mal aufs Neue für den Kurzfilm an ungewöhnlichen Orten. Das Publikum versammelt sich um 21:00 Uhr auf dem Platz vor dem Café am Rathaus in Stadthof 18, Offenbach am Main. Der Eintritt ist frei.

Pop-Up Autokino auf dem Dern’schen Gelände

In der darauffolgenden Woche wird das Dern’sche Gelände mitten in Wiesbaden zu einem ganz speziellen Ort für Filmkunst umgewandelt. Dort, wo sonst der Wochenmarkt stattfindet, baut goEast ein Pop-Up Autokino auf. Das Publikum kommt nicht mit dem eigenen PKW, sondern bucht bis zu drei Plätze in einem der CarSharing Autos von stadtmobil RheinMain. Wer lieber unter freiem Himmel sitzt, kann es sich hingegen in einer Strandliege bequem machen. Der Ton wird mittels Funk an Kopfhörer übertragen. Von Mittwoch, 1. September, bis Freitag, 3. September, sind drei Film-Highlights aus dem Festivalprogramm auf der großen Leinwand zu sehen.

Am Mittwochabend ist der vielfach preisgekrönte Eröffnungsfilm der 21. Festivalausgabe von goEast-Stammgast Adilkhan Yerzhanov zu sehen. In der schwarzen Komödie YELLOW CAT wird der Wunsch des Protagonisten und Ex-Sträflings, in den Bergen seiner kasachischen Heimat ein Kino zu eröffnen, zum perfekten Sinnbild für die lang gehegte Hoffnung der Festivalmacher:innen, das eigene Programm auf großen Leinwänden zu zeigen. Am Donnerstagabend geht es zu den Sternen: Der lyrische Dokumentarfilm SPACE DOGS von Elsa Kremser und Levin Peter geht auf die Spurensuche nach Laika, dem ersten Hund im Weltall, deren Geist in den Straßenhunden Moskaus weiterleben soll – so die Legende. Den Abschluss macht am Freitag, 3. September, die Party-Doku HERE WE MOVE, HERE WE GROOVE von Sergej Kreso mit Balkan-Beats, guter Laune aber auch ernsten Tönen – Protagonist ist der bekannte Musiker, Produzent und Partymacher Robert Šoko. Der Vorverkauf startet am 20. August über www.filmfestival-goEast.de und an der Kinokasse der Caligari FilmBühne.

Caligaris FilmBühne zum  Schnupperkurs in Georgisch 

Am Montagabend, 6. September, bietet goEast erneut einen besonderen Sprachschnupperkurs an. In Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Georgica e.V. wird in der Caligari FilmBühne ein Schnupperkurs in Georgisch angeboten. Vorab wird der biografische Animationsfilm REZO über den im Juli diesen Jahres verstorbenen Theaterregisseur, Drehbuchautor und Künstler Rezo Gabriadze gezeigt. Im Ticketpreis sind sowohl der Film als Kursteilnahme enthalten.

Kurzfilm-Tour durch die Programmkinos im Rhein-Main-Gebiet

Die acht Kurzfilme des RheinMain Kurzfilmpreis waren bereits online zu sehen. Das Programm geht mit eigens für das hiesige Publikum produzierten deutschen Untertiteln auf Tour durch die Programmkinos im Rhein-Main-Gebiet. Zu sehen sind die in den kommenden Wochen Filme in Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Gießen und Mainz. Die aktuellen Termine finden Sie online unter www.filmfestival-goEast.de.

Paneuropäisches Picknick

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert die Veranstaltungsreihe Paneuropäisches Picknick im Rahmen des Programms Kultur. Macht. Identität. zum dritten Mal in Folge. Während der Festivalwoche im April wurde der überwiegende Großteil des Programms online angeboten, doch die Begegnungsstätten des Rahmenprogramms eigneten sich am besten als Offline-Konzepte, so war etwas der Ost-Kiosk in der Festivalwoche vor den Toren des Nassauischen Kunstvereins bereits ein Ort zur Begegnung und zum Kennenlernen mittel- und osteuropäischer Kulturen „tief im Westen“.

Alle Veranstaltungen finden gemäß der aktuellen Verordnungen der zuständigen Gesundheitsämter und der Hygienekonzepte des DFF statt.

Aktuelle Informationen finden Sie online unter www.filmfestival-goEast.de.

goEast 2021 – Regisseurinnen räumen die Hauptpreise bei der 21. Festivalausgabe ab THIS RAIN WILL NEVER STOP gewinnt die Goldene Lilie // Beste Regie für BEBIA, À MON SEUL DÉSIR

goEast Preistraegerin Alina Gorlova THIS RAIN WILL NEVER STOP © goEast
goEast Preistraegerin Alina Gorlova THIS RAIN WILL NEVER STOP © goEast

Der Dokumentarfilm THIS RAIN WILL NEVER STOP (Ukraine, Lettland, Deutschland, Katar 2020, Regie: Alina Gorlova) gewinnt die Goldene Lilie, den auf 10.000 Euro dotierten Hauptpreis der 21. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden. Die internationale Jury unter dem Vorsitz von Saodat Ismailova begründete ihre Entscheidung damit, dass Alina Gorlova durch den gewagten Einsatz filmischer Stilelemente den Blick auf einen jungen Mann richtet, der sich in den Konfliktwelten in Syrien und Donbass gefangen sieht. „Gorlovas Vision, äußerlich stoisch und voller Empathie, überschreitet einfache Grenzen, indem sie Bild und Ton als sensorische Erfahrung nutzt“, ergänzt die Jury.

Nahezu alle ursprünglich wieder für das Kino geplanten 92 Festivalfilme aus 38 Ländern mit 32 Deutschlandpremieren und zwei Weltpremieren hat das vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete goEast in seiner 21. Ausgabe in den digitalen Raum verlagert. Für die zweite Pandemie-Ausgabe von goEast war es den Festivalmacher:innen allerdings nicht genug, ausschließlich eine Mediathek anzubieten. Mitten in Wiesbaden florierte ein Festivalzentrum hinter verschlossenen Türen, das unter Einhaltung von strengen Hygieneauflagen genug Platz für Festivalgäste, zwei Festivalstudios, eine Corona-Teststation des Deutschen Roten Kreuz und eine Action-Art Performance von Dan Perjovschi bot. Auch war es Festivalbesucher:innen im Rahmen des Public Distancing-Programms möglich, den goEast Ost-Kiosk vor dem Nassauischen Kunstverein zu besuchen und sich dort nicht nur mit etwas Verpflegung zwischen den On Demand Streams einzudecken, sondern auch das ein oder andere bunte Blatt aus Mittel- und Osteuropa zu entdecken.

Juja Dobrachkous erhält für ihr Werk BEBIA, À MON SEUL DÉSIR (Georgien, Großbritannien 2020) den auf 7.500 Euro dotierten Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie. Die Jury würdigt ihren Mut, die Geschichte aus den Augen einer jungen georgischen Frau zu erzählen und dabei Vorurteile, die der Vergangenheit angehören, als generationsübergreifendes Heilmittel zu nutzen. Die visuelle Sprache des Films erschaffe eine individuelle Welt, die die Charakterbilder untermauert und die Handlung vertieft.

Der Film HOW I BECAME A PARTISAN (Slowakische Republik, Tschechische Republik 2021, Regie: Vera Lacková) hat bei goEast seine Weltpremiere gefeiert und kann sich nun schon über seine erste Auszeichnung freuen: den auf 4.000 Euro dotierten Preis für Kulturelle Vielfalt. Der Film „entwickelt sich zu einer bewegenden, persönlichen Reise durch eine nahezu unbekannte Geschichte. Indem sie den Überlebenskampf ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs mit ihren eigenen Erfahrungen als Roma-Angehörige in der heutigen Zeit verbindet, schafft Vera Lacková ein Bild, das in all seinen Aspekten menschlich ist, ohne falsche Kategorisierungen, und das sowohl die Freude an der Familie als auch den Schmerz der systematischen Verfolgung offenbart“, erklärt die Jury.

Mit einer lobenden Erwähnung hat die Jury CHUPACABRA (Russland 2020, Regie: Grigory Kolomytsev) dafür bedacht, dass der Film als „bemerkenswertes Spielfilmdebüt mit einer klaren Inszenierung und einer wunderbar poetischen Klangkulisse das schon zur Gewohnheit gewordene Verständigungsproblem zwischen Erwachsenen und Kindern offenbart und dabei eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung aus dem jungen Protagonisten herausholt.“

Festivalleiterin Heleen Gerritsen freut sich, dass die internationale Jury die drei Hauptpreise des Wettbewerbs an Filmemacherinnen vergeben hat: „Unsere Wettbewerbssektion ist traditionell mit einer Vielzahl großartiger Regisseurinnen vertreten, das ist in diesem Jahr nicht anders. Ob die bereits genannten: Alina Gorlova, Juja Dobrachkous oder Vera Lacková, aber auch alle nicht erwähnten: Lili Horvát, Nora Martirosyan und Marta Popivoda – sie alle tragen zu einem mittel- und osteuropäischen Filmbild bei, das seine Ketten festgefahrener Strukturen und überholter Rollenbilder sprengt. Ich gratuliere allen Preisträger:innen und freue mich auf den Tag, an dem wir ihre Filme wieder gemeinsam und im engen Austausch im Kino erleben dürfen.“

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI in der Kategorie Spielfilm geht ebenfalls an BEBIA, À MON SEUL DÉSIR (Georgien, Großbritannien 2020). „BEBIA, À MON SEUL DÉSIR ist in seinem ästhetischen und erzählerischen Konzept ein gelungener Coming-of-Age-Film. Aus der Sicht seiner jugendlichen Protagonistin Ariadna, die während einer ungewöhnlichen, mythenbasierten Beerdigung ihrer Großmutter von ihrer Kindheit heimgesucht wird, gelingt Juja Dobrachkous eine originelle Mischung aus Ariadnas Erlebnissen in zahlreichen Rückblenden und den familiären Spannungen, die die Trauerrituale begleiten.“ In der Kategorie Dokumentarfilm gewinnt PLEASE HOLD THE LINE (Österreich 2020, Regie: Pavel Cuzuioc), der „intensive menschliche Beziehungen zeigt, die normalerweise wie einfache alltägliche Interaktionen erscheinen. Er schafft ein tieferes Verständnis für die dargestellte Welt, indem er uns auf eine Reise durch vier europäische Länder mitnimmt und zahlreiche spontane Situationen aufzeichnet. In einem filmischen Raum, der den unterschätzten Berufen im Kommunikationsdienst gewidmet ist, wird uns auch bewusst, dass wir vielleicht zu oft glauben, dass nur Psychologen oder enge Freunde intime Monologe führen können.“

Für ihr dokumentarisches Virtual Reality- und 360°-Projekt THE SPHERES CITY – TANGIBLE UTOPIAS (Rumänien 2021) wird Ioana Mischie mit dem diesjährigen Open Frame Award mit einem Preisgeld über 5.000 Euro, gestiftet von der BHF Bank Stiftung, ausgezeichnet. „Wir erkennen die langfristigen Ambitionen dieses sinnvollen Projekts an, das sich in den folgenden Jahren weiterentwickeln und wachsen wird, indem es Kindern auf so kreative Weise eine Stimme gibt und sie als unsere wahre Hoffnung für unsere globale Zukunft umarmt und feiert“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für #PRISONERSVOICE (Ukraine 2020, Regie: Nikita Bohdanov) aus, der klare und direkte Erzählungen von Aktivisten mit einer dichten Atmosphäre verwebe und so einen intensiven Einblick in eine Welt gewährt, die sonst unbekannt ist.

Den dritten auf 2.500 Euro dotierten und vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gestifteten RheinMain Kurzfilmpreis vergibt eine Jury aus Vertreter:innen von Programmkinos aus dem Rhein-Main-Gebiet an URAL (Deutschland, Russland 2019) von Alla Churikova. „Die Autorin und Regisseurin erzählt von ihrer Kindheit in einer Militärsiedlung am Fuße des Ural. Ihre animierten Erinnerungen verwebt sie mit Aufzeichnungen, Photographien und Tondokumenten ihres Vaters, einem sowjetischen Offizier, der Teil geheimer Nuklearwaffenversuche war. Hierbei gelingt es ihr beide Perspektiven gleichberechtigt auf eine Ebene zu bringen und sie schafft damit gleichsam eine Skizze für ein Epos des 20. Jahrhunderts“, so die Jury. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für MAN (Lettland 2020, Regie: Yulia Timoshkina) als empathisch-poetisches Porträt einer ganz alltäglichen Situation, aus.

goEast jury 2021 Wettbewerb-FIPRESCI
goEast jury 2021 Wettbewerb-FIPRESCI

Das Renovabis Recherchestipendium für Dokumentarfilmprojekte mit Menschenrechtsschwerpunkt 2021 geht an SECOND HAND WAR von Anna Benner und Eluned Zoe Aiano. Das Stipendium ist auf 3.500 Euro dotiert. Die künstlerische Herangehensweise des Projekts zeigt unterschiedliche Perspektiven von Frauenrollen im Krieg und begibt sich auf die Suche nach Lücken im kollektiven Gedächtnis.

Mit dem goEast Development Award zeichnet die East-West Talent Lab Jury KING MATT THE FIRST von Regisseurin Jaśmina Wójcik und Produzentin Agnieszka Rostropowicz-Rutkowska aus. „Vielleicht sollte es eher QUEEN MATHILDA THE FIRST heißen, denn die charmante und inspirierende Reise, erzählt durch die Augen der Kinderdarstellerinnen Lea und Zoja, beweist großen Phantasiereichtum“, so die Jury in ihrer Begründung. Der goEast Development Award ist auf 3.500 Euro dotiert und wird von Russian Standard Wodka gesponsert.

Mit einer erfrischenden und witzigen Konstellation aus vier ganz unterschiedlichen Charakteren überzeugt SPA von Ieva Šakalytė. Das Projekt erhält den Pitch the Doc Award bei goEast, für den ein zusätzliches Mentoring für die Gewinnerin gesponsert von der gleichnamigen polnischen Plattform.

Die Wahl des goEast Medienpartners 3sat, der seit Beginn des Festivals in jedem Jahr den Ankauf für einen Film des Programms anbietet, fiel für 2021 auf den Wettbewerbsfilm PREPARATIONS TO BE TOGETHER FOR AN UNKNOWN PERIOD OF TIME (Ungarn 2020, Regie: Lili Horvát). Der Film soll 2022 bei 3sat seine TV-Premiere feiern.

Im Angesicht einer weiterhin das öffentliche Leben bestimmenden Pandemie hat goEast auf seine ersten Erfahrungen in der Ausgestaltung eines Online-Festivals aus dem Vorjahr zurückgegriffen, aber dabei weiter Publikumsveranstaltungen verfolgt. Das Autokino und der abendliche Kurzfilmspaziergang werden kurzfristig in den Sommer verschoben. Sobald ersichtlich wird, unter welchen Bedingungen und an welchem Zeitpunkt die Veranstaltungen stattfinden können, veröffentlichen die Festivalmacher:innen entsprechende Informationen auf ihrer Website.

Alle Preisträger:innen im Überblick:

goeast21_coverGoldene Lilie für den Besten Film
THIS RAIN WILL NEVER STOP, Ukraine, Lettland, Deutschland, Katar 2020, Regie: Alina Gorlova

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie
BEBIA, À MON SEUL DÉSIR, Georgien, Großbritannien 2020, Regie: Juja Dobrachkous

Preis für Kulturelle Vielfalt
HOW I BECAME A PARTISAN / AKO SOM SA STALA PARTIZÁNKOU, Slowakische Republik, Tschechische Republik 2021, Regie: Vera Lacková

Lobende Erwähnung
CHUPACABRA, Russland 2020, Regie: Grigory Kolomytsev

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Spielfilm)
BEBIA, À MON SEUL DÉSIR, Georgien, Großbritannien 2020, Regie: Juja Dobrachkous

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
PLEASE HOLD THE LINE, Österreich 2020, Regie: Pavel Cuzuioc

Open Frame Award
THE SPHERES CITY – TANGIBLE UTOPIAS, Rumänien 2021, Regie: Ioana Mischie

Open Frame Award – Lobende Erwähnung
#PRISONERSVOICE, Ukraine 2020, Regie: Nikita Bohdanov

RheinMain Kurzfilmpreis
URAL, Deutschland 2019, Regie: Alla Churikova

RheinMain Kurzfilmpreis – Lobende Erwähnung
MAN, Lettland 2020, Regie: Yulia Timoshkina

Renovabis Recherchestipendium für Dokumentarfilmprojekte mit Menschenrechtsschwerpunkt
SECOND HAND WAR, Regie: Anna Benner & Eluned Zoe Aiano, Tschechische Republik-Deutschland

goEast Development Award
KING MATT THE FIRST, Produktion: Agnieszka Rostropowicz-Rutkowska, Regie: Jaśmina Wójcik, Polen

Pitch the Doc Award
SPA, Regie: Ieva Šakalytė, Litauen

Ost-Kiosk und Streaming statt Caligari: goEast bringt mittel- und osteuropäische Filmkunst online nach Wiesbaden

THE NORTH WIND Renata Litvinova © DFF
THE NORTH WIND Renata Litvinova © DFF

Nach den ersten hybriden Gehversuchen von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, taucht das vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete Festival nahezu gänzlich in den Cyberspace ein. Fast alle zuvor in Präsenz geplanten 92 Filme aus 38 Ländern stehen mit insgesamt 32 Deutschlandpremieren und zwei Weltpremieren “On Demand” für das Festivalpublikum zur Verfügung. Zwischen den Filmen laden die Festivalmacher:innen alle virtuellen Besucher:innen dazu ein, beim Ost-Kiosk vor dem Nassauischen Kunstverein vorbeizuschauen, um wieder ein klein wenig Festivalbegegnung erleben zu können – mit Hygienekonzept und auf Abstand.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen hat auf einer Online-Pressekonferenz am heutigen Freitag das Programm aus goEast On Demand, Mediathek und weiteren Public Distancing Veranstaltungen vorgestellt.

“Beim Festivaljubiläum im vergangenen Jahr kamen wir aufgrund der Pandemie und eines erfolgreichen hybriden Festivalkonzepts in den Genuss von acht Monaten goEast statt nur einer Woche. Dieses Jahr kehrt das Festival aber zu seiner ursprünglichen Dauer zurück”, sagte Ellen Harrington, Direktorin des DFF.

“Ein echter Kinobesuch bleibt uns zwar weiter verwehrt, dafür bietet goEast noch mehr Onlineprogramm. Erstmals lässt sich das spannende Symposium, in diesem Jahr zum Filmschaffen Zentralasiens, vollständig digital erleben. Ich freue mich sehr darüber, dass das Festivalteam nicht den Kopf in den Sand gesteckt hat und stattdessen Wege gefunden hat, trotzdem noch Publikumsveranstaltungen anzubieten, selbst wenn es sich dabei auf Treffen mit Abstand vor dem Ost-Kiosk beschränkt”, ergänzte Harrington.

Im Wettbewerb konkurrieren erneut 16 Spiel- und Dokumentarfilme um die Hauptpreise des Festivals. Die Wettbewerbsjury selbst erhält die Möglichkeit, die Filmbeiträge in der Caligari FilmBühne auf der großen Leinwand zu bewerten und vergibt die „Goldene Lilie“ für den Besten Film, den Preis für die Beste Regie der Landeshauptstadt Wiesbaden und den Preis für Kulturelle Vielfalt – jetzt wieder mit dem dafür vorgesehenen Preisgeld von jeweils bis zu 10.000 Euro.

„Als thematischen Schwerpunkt sehen wir in diesem Jahr eine Rückkehr zu Partisan:innengeschichten im Wettbewerb. Das ist ein wichtiges Thema in der mittel- und osteuropäischen Filmlandschaft, das teilweise auch mythologisiert wird und in den aktuellen Filmen in unserem Programm nun aus neuen Blickwinkeln betrachtet wird – zum Beispiel aus der Sicht weiblicher Partisan:innen, oder auch aus der Roma-Perspektive”, sagt Festivalleiterin Heleen Gerritsen.

“Es ist natürlich schade, dass diese Filme nicht für alle Interessierte auf der großen Leinwand erlebbar werden, denn natürlich gehören sie da eigentlich hin. Trotzdem sind wir in diesem Jahr kompromissbereiter und arbeiten deshalb mit dem VoD-Anbieter filmwerte zusammen, um nahezu das komplette goEast Programm On Demand zur Verfügung zu stellen”, so Gerritsen. Das Filmangebot auf goEast On Demand ist gegen eine Leihgebühr von 6,50 Euro pro Programmpunkt im Festivalzeitraum vom 20. bis 26. April 2021 erhältlich. Nach der Ausleihe steht ein Film für 48 Stunden zum Abruf zur Verfügung.

Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, lobt die Anstrengungen der goEast Festivalleitung, selbst unter schwer planbaren Bedingungen, auf jede Eventualität vorbereitet zu sein. Erneut kann goEast nicht als Festival der Begegnungen zwischen den Menschen im Rhein-Main-Gebiet und aus Mittel- und Osteuropa stattfinden. Trotzdem sei es dank Festivalleiterin Heleen Gerritsen und ihrem Team möglich, das Programm in nahezu vollständigem Umfang online zu erleben. Etwa den goEast Wettbewerb mit zahlreichen Deutschlandpremieren oder dem goEast Porträtgast 2020 und diesjährigen Berlinale-Gewinner Radu Jude, der für das Festivalpublikum eine exklusive “Anti-Oscarnacht” kuratiert. „Ich lade das Publikum ein, das goEast On Demand Angebot ausgiebig zu nutzen und goEast Filme, Diskussionen und Ausstellungen von zu Hause aus zu genießen. Kultur macht auch in einer Pandemie keine Pause. Das zeigt sich in der gewohnt starken Filmauswahl. Ich freue mich auf diesen wichtigen Einblick in die Kulturen unserer östlichen Nachbarn, hoffe aber, dies so bald wie möglich wieder im Kino tun zu können“, betont der Kulturdezernent.

Wie lassen sich interkulturelle Begegnungen schaffen, wo Abstandsregelungen die Menschen und Kulturen auseinanderhalten? Das Paneuropäische Picknick sucht in seinem dritten Jahr Antworten auf diese Frage und beweist, dass gemeinsames Erleben von (Film-)Kultur auch mit Abstand möglich ist. Etwa am waschechten K67 Ost-Kiosk, den goEast als Festivaltreffpunkt unter freiem Himmel vor dem Nassauischen Kunstverein installiert. Oder beim abendlichen Kurzfilmspaziergang, der im Mai durch das nächtliche Offenbach führt und Filme auf Häuserwänden erlebbar macht. „Der politische Diskurs in Europa ist zunehmend geprägt von Spannungen, die nicht zuletzt durch das Aufkeimen populistischer und nationalistischer Strömungen gefördert werden”, sagte Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. “Die Pandemie hat dem Zusammenleben und Zusammenhalt innerhalb der europäischen Grenzen zusätzlich zugesetzt, sodass Gelegenheiten zum interkulturellen Austausch immer wertvoller werden. Das diesjährige Paneuropäische Picknick von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fungiert hier als Brückenbauer, es verbindet die Filmschaffenden aus Mittel- und Osteuropa und stärkt somit den Blick auf die vielen Gemeinsamkeiten. Gleichzeitig werden insbesondere die vielfältigen Verflechtungen Osteuropas und der Rhein-Main-Region ins Bewusstsein gerufen. Gerne leisten wir daher auch mit dem RheinMain Kurzfilmpreis einen Beitrag zu diesem einzigartigen Festival.”

Der Open Frame Award für Virtual Reality kommt dem experimentellen Charakter seiner Wettbewerbsbeiträge noch näher und findet selbst in einem virtuellen Raum statt. Dafür wurde die Caligari FilmBühne in Virtual-Reality nachempfunden. Auch ohne Headsets ist das virtuelle Caligari zugänglich: Am heimischen PC wird so trotz allem ein wenig Festivalflair aufkommen. Zusätzlich bietet goEast in diesem Jahr einen VR-Headsetverleih an, den das Festival in Kooperation mit dem Lichter Filmfest anbietet.

Hier finden Sie das komplette Programm für die 21. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films!

PePEXPRESS_Alles rund ums Paneuropäische Picknick

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films. Vierter Open Frame Award

goeast21_coverNeue Formen, neues Format und eine neue Art des Kinos – den Open Frame Award erleben // VR Headsets to go // Public Distancing in Wiesbaden: Das Autokino und der Ost-Kiosk // blogEast ist zurück

In der vierten Ausgabe des Open Frame Award setzt goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films seine Reise durch neue Formen und Formate entlang klassischer Kinoerfahrungen fort. So innovativ der Wettbewerb experimenteller 360°-Filme und interaktiver Virtual Reality-Projekte ist, bisher war er dem breiten Publikum nur eingeschränkt zugänglich, da die Projekte nur mit speziellen Headsets an festen Ausstellungsorten des Festivals sichtbar wurden. Jetzt haben Georgy Molodtsov, Kurator des Open Frame Awards, und die goEast Festivalmacher:innen zusätzliche Wege geschaffen, die Wettbewerbsprojekte zu erkunden.

Neue Formen, neues Format und eine neue Art des Kinos – den Open Frame Award erleben

So wird es in diesem Jahr dank einer digitalen Ausstellung in frameVR erstmals möglich sein, sich online einen Überblick über die Projekte zu verschaffen sowie erste Eindrücke zu sammeln. Georgy Molodtsov bietet täglich Online-Führungen durch die Ausstellung an, für die keine zusätzliche Hard- oder Software notwendig ist, lediglich ein Internetbrowser. Die Teilnehmer:innen können sich per Chat miteinander austauschen und im Ausstellungsraum miteinander interagieren. Nach einer Registrierung lässt sich sogar das eigene Erscheinungsbild anpassen. Zusätzlich bietet goEast zwischen dem 21. und 25. April jeweils von 18:00 Uhr an geführte Touren von Open Frame Award Künstlern und dem Kurator durch alle virtuellen Spielstätten des Festivals im sozialen Netzwerk VRrOOM. Die Führungen werden auch live auf YouTube übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Lichter Filmfest in Frankfurt stellt goEast Virtual Reality Erfahrungen to go zur Verfügung. Im Festivalzentrum im Museum Wiesbaden verleiht goEast VR Headsets, die mit einer leicht verständlichen Anleitung mit nach Hause genommen werden können. Hierfür ist keine vorherige VR Erfahrung nötig. Darüber hinaus kooperiert goEast mit HTC VIVE’s Viveport und ermöglicht kostenfreien Zugang zu ausgewählten interaktiven Open Frame Award Projekten für jeden, der bereits VR-Hardware sein Eigen nennt. Hierfür schafft HTC VIVE’s Viveport einen eigens dafür vorgesehenen Erlebnisraum, der ab dem 20. April auf viveport.com/goeast2021 abrufbar sein wird. “Im vergangenen Jahr mussten wir neue Ideen entwickeln, wie wir den Open Frame Award selbst bei Ausgangssperren und mit Reisebeschränkungen präsentieren können. Es war so naheliegend wie erfolgreich, experimentelle 360° Filme und interaktive Virtual Reality Projekte auch in virtuellen Welten zu präsentieren”, so Georgy Molodtsov. “In diesem Jahr wollen wir den Wettbewerb zugänglicher machen und den Open Frame Award mit der weltweiten VR Community sowie mittel- und osteuropäischen Künstler:innen verbinden.” Die virtuellen Spielstätten von goEast, darunter die Caligari FilmBühne VR und die goEast VRoof Top Lounge dienen erneut als Treffpunkte für Nominierte des Open Frame Award und Festivalgäste. Die Veranstaltungsorte wurden für die 20. Ausgabe von goEast im vergangenen Jahr von Georgy Molodtsov und dem ehemaligen Open Frame Award Gewinner und VR-Künstler Dennis Semionov in Zusammenarbeit mit dem Social-XR-Kulturhub VRrOOM – einer Broadcast-Plattform für Kunst, Unterhaltung und kulturelle Veranstaltungen, geschaffen. Dieses Jahr werden die Veranstaltungsorte „renoviert“ und mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet. Das Caligari VR wird wieder als Location für eine eher ungewöhnliche Preisverleihung mit Augenzwinkern dienen, bei der alle Teilnehmer:innen mit unterschiedlichen Avataren auftreten können, von exklusiven goEast-Skins bis hin zu Tauben und Hamstern.

Virtuelle Veranstaltungsorte, ein 360°-Theater, einzigartige virtuelle Theateraufführungen, Nominierten-Pitchings und die Open Frame Award Ceremony können über die XR VRrOOm-Welt auf der kostenlosen Plattform VRChat besucht werden. Für das beste Erlebnis werden ein VR-Headset sowie ein PC-System empfohlen, aber das Event ist auch für die meisten Nutzer über den PC zugänglich, wie jedes Videospiel.

Der Open Frame Award wird erneut von der BHF Bank Stiftung und der Adolf und Luisa Haeuser Stiftung für Kunst und Kulturpflege gefördert und mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert.

Eine internationale Jury entscheidet über die Vergabe des Open Frame Award. In diesem Jahr besteht die Jury aus Jimmy Cheng, Director of Content bei Digital Domain in Hongkong, Maria Courtial, Mitbegründerin und Geschäftsführerin von Faber Courtial, einem der führenden VR- und VFX-Studios in Deutschland sowie Michel Reilhac, Studienleiter am Venice Biennale College Cinema and VR sowie Gründer und Co-Kurator von Venice VR.

Public Distancing in Wiesbaden: Das Autokino und der Ost-Kiosk

Auch wenn nahezu alle 92 Filme der diesjährigen Ausgabe von goEast über ein On Demand-Programm abrufbar werden, hat das Festivalteam einen Weg gefunden, kulturelle Veranstaltungen vor Ort anzubieten. Zum Public Distancing gehört ein Autokino auf dem Dern’schen Gelände in Wiesbaden sowie ein Ost-Kiosk.

Das Autokino ist in Deutschland nach dessen Hochphase in den 1970er Jahren sehr in den Hintergrund gerückt. Durch die Pandemie sind Autokinos allerdings als Ort des Filmerlebnisses wieder im Kommen. goEast wird in Zusammenarbeit mit stadtmobil RheinMain vor einem Pop-up-Autokino vorgeparkte Autos anbieten. So müssen die Besucher:innen nicht ihr eigenes Fahrzeug mitbringen und können sich einfach zurücklehnen. Drei mittel- und osteuropäische Filmabende lassen sich so in gründlich desinfizierten Autos genießen. Das goEast Autokino wird folgende Filme zeigen:

YELLOW CAT (Kasachstan/Frankreich, 2020) am 21. April um 20:00 Uhr

SPACE DOGS (Österreich/Deutschland, 2019) am 22. April um 20:00 Uhr

HERE WE MOVE, HERE WE GROOVE (Niederlande, 2020) am 23. April um 20:00 Uhr

Vor einem Besuch im Autokino und nach jeder On Demand-Vorführung zu Hause sollte ein Besuch im goEast Ost-Kiosk nicht fehlen. Beim vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain geförderten Paneuropäischen Picknick wird der goEast Ost-Kiosk auch unter Pandemie-Bedingungen zu einem Treffpunkt. Festivalbesucher:innen können mit Abstand zusammenkommen und sich über das Festivalprogramm austauschen. Darüber hinaus bietet der Kiosk Kaffeespezialitäten, Snacks zum Mitnehmen und vielleicht sogar Cocktail-Specials to go, die von Russian Standard vorgemixt werden. Zusätzlich beschallt ein Kiosk-Radio die vorbeikommenden Spaziergänger:innen mit mittel- und osteuropäischen Klangeindrücken. So wird der Ost-Kiosk zu einem Kaleidoskop mittel- und osteuropäischer Begegnungen, einem Ziel, dem sich goEast seit jeher als Brückenbauer zwischen Ost und West verschrieben hat.

blogEast ist zurück

blogEast kehrt als Treffpunkt für an mittel- und osteuropäischer (Film-)Kultur Interessierte zurück. Der Blog wurde ursprünglich während der ersten Corona-Welle als solidarisches Sprachrohr für Kreative aus ganz Europa ins Leben gerufen. Im Vorfeld und während des Festivals werden Blogbeiträge veröffentlicht, die sowohl filmische als auch politische und gesellschaftliche Facetten der aktuellen Situation beleuchten, aber auch eine Möglichkeit bieten, sich einmal von der allgegenwärtigen Diskussion über Infektionszahlen und Impffortschritte abzulenken. blogEast wird vom goEast-Team redaktionell betreut und begleitet das digitale Festival in Wiesbaden.

blogEast ist unter folgendem Link erreichbar: blogEast

Hier finden Sie das komplette Programm für die 21. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films.

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt. Hauptförderer sind die HessenFilm und Medien GmbH, die Landeshauptstadt Wiesbaden, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die BHF BANK Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, Renovabis und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Medienpartner sind u.a. 3sat, Deutschlandfunk Kultur und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

goEast präsentiert das Herzstück des Festivals: Der Wettbewerb mittel- und osteuropäischer Spiel- und Dokumentarfilme

goeast21_coverPartisan:innen, Provinzen und Post-Sozialismus – Der Wettbewerb bei goEast // goEast begrüßt seine Wettbewerbsjury in Wiesbaden

In weniger als einem Monat startet die 21. Ausgabe des von DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstalteten goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (20. bis 26. April). Die Festivalmacher:innen bieten ihrem Publikum zwar nahezu alle 92 Festivalfilme online an, unterstreichen mit Jury- und Pressevorführungen im Kino aber auch die Bedeutung des Festivals als Branchenevent. Mit dem Herzstück des Festivals, dem Wettbewerb, bietet goEast einem breiten Publikum die Chance, Höhepunkte des aktuellen mittel- und osteuropäischen Films näher kennenzulernen. Eine internationale Jury sowie die Filmkritiker-Jury FIPRESCI vergeben die Preise. Eine besondere Ehre: die mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Lilie“ als Hauptpreis des Wettbewerbs von goEast.

Die Filme des Wettbewerbs werden in Zusammenarbeit mit dem VoD-Anbieter filmwerte online zur Verfügung gestellt. Gespräche mit den Filmschaffenden während der Festivalwoche runden das Programm des Wettbewerbs ab. Die aufgezeichneten Filmtalks werden im Anschluss an die jeweiligen Gespräche jeden Tag ab 15:00 Uhr auf der Website von goEast abrufbar sein. Pressevorführungen der Wettbewerbsfilme finden entlang geltender Bestimmungen zum Infektionsschutz der Landesregierung Hessen im Kino des DFF statt.

Partisan:innen, Provinzen und Post-Sozialismus – Der Wettbewerb bei goEast

Die Wettbewerbsbeiträge stammen aus dem gesamten post-sozialistischen Raum Mittel- und Osteuropas, sowie aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, und halten den Zuschauer:innen in Partisanengeschichten, dem Aufeinandertreffen indigener Kulturen und Mehrheitsgesellschaften und dem Kontrast aus Landleben und Großstadt einen Spiegel aktueller Facetten mittel- und osteuropäischer Gesellschaften vor. goEast zeigt diverse Filme mit zahlreichen Deutschlandpremieren auf Augenhöhe miteinander, welche die Vielfältigkeit ihrer Produktionsländer repräsentieren.

Partisan:innengeschichten sind eine wichtige Grundlage im osteuropäischen Gesellschaftskontext und traditionell auch in den Filmkulturen, wo der Partisanefilm ein Genre für sich darstellte. Zeitgenössische Partisan:innengeschichten im Film drücken unter anderem den Widerstand gegenrechte Tendenzen aus. In LANDSCAPES OF RESISTANCE (Serbien, Deutschland, Frankreich 2021) wird eine der ersten Partisaninnen Serbiens auf ihrer gedanklichen Reise in die Vergangenheit begleitet. Die Schilderungen von Marta Popivoda über ihren Widerstand im Konzentrationslager Auschwitz machen dabei deutlich, dass Faschismus auch in der heutigen Zeit noch eine akute Bedrohung darstellt. Ein Widerstandskämpfer war auch der Großvater von Vera Lacková, die sich auf eine persönliche Spurensuche in die Geschichte ihrer Roma-Familie begibt und dabei heutzutage noch auf viel Ablehnung stößt. Als Roma-Regisseurin in Tschechien hat sie ihre Erlebnisse in HOW I BECAME A PARTISAN (Tschechische Republik, Slowakei 2020) filmisch festgehalten. Der Film feiert bei goEast am 22. April seine Weltpremiere, die die Regisseurin mit einem Podcast begleiten wird. Mit dem historischen Partisanendrama IN THE DUSK (Litauen, Frankreich, Tschechische Republik, Serbien, Portugal, Lettland 2020) präsentiert Šarūnas Bartas sein neuestes Werk bei goEast erstmals in Deutschland. In der düsteren Erzählung vom Kampf gegen sowjetische Truppen in Litauen im Jahr 1948 setzt sich der Regisseur kritisch mit dem Mythos der “Waldbrüder” auseinander, was in seinem Heimatland zu heftigen Kontroversen geführt hat.

Eine weitere Reihe von Wettbewerbsbeiträgen stellt das Spannungsfeld zwischen indigenen Kulturen und Mehrheitsgesellschaften dar. Dazu gehört der Dokumentarfilm LIVE OF IVANNA (Russland, Norwegen, Finnland 2021), in dem das Leben in der Stadt dem des seit der Sowjetzeit von Ausgrenzung bedrohten Nomadenlebens indigener Völker in Sibirien gegenübersteht. Machtkämpfe unter Männern in Lappland, und daraus resultierende Konflikte für die Protagonisten zeigen sich in dem unter der Regie von Veiko Õunpuu, einem der bekanntesten Regisseure in ganz Estland, produzierten Nordic Western THE LAST ONES (Estland, Finnland, Niederlande 2020). Eine schwarzhumorige Herangehensweise an die Thematik wählt der preisgekrönte Regisseur und goEast Stammgast Adilkhan Yerzhanov in ULBOLSYN (Kasachstan, Frankreich 2020). Darin geht die gleichnamige Protagonistin Ulbolsyn gegen die Zwangsheirat ihrer jüngeren Schwester vor und stemmt sich so mit aller Macht gegen provinzielle Traditionen, die sich aber selbst gegen ein Militärkommando durchzusetzen scheinen.

Zwischen Hinterland und Großstadtfilm zeigt sich ein besonderer Kontrast im Wettbewerb. Der urbane Raum in Budapest in 35mm-Bildern ist das Setting einer dramatischen Liebesgeschichte in PREPARATIONS TO BE TOGETHER FOR AN UNKNOWN PERIOD OF TIME (Ungarn 2020): Nachdem eine Frau ihre Medizinkarriere in den USA aufgibt und für ihren Geliebten nach Budapest zurückkehrt, leugnet dieser, sie überhaupt zu kennen. Ihre Verzweiflung wandelt sich daraufhin immer mehr zu einer obsessiven Liebe. Familiäre Begegnungen des ländlichen Raums hingegen treten in BILESUVAR (Aserbaidschan, Frankreich 2020) und CHUPACABRA (Russland 2020) hervor. In letzterem versucht ein Junge, seinen familiären Problemen mit der Flucht in eine selbstgeschaffene Fantasiewelt zu entkommen. In vielen ländlich geprägten Regionen ist die fehlende Kommunikationsinfrastruktur weiterhin ein großes Problem. BITTE WARTEN (Österreich 2020) begleitet die unerwarteten Helden Alltags: Kabeltechniker. Der Dokumentarfilm beleuchtet diesen oft unbeachtete Beruf und die Wichtigkeit von Kommunikation, ohne di ein modernes Leben in eher ländlichen geprägten Regionen der Ukraine, Moldawien, Rumänien oder Bulgarien nahezu unmöglich erscheint. Eine Fortsetzung eines schwarzhumorigen Spiels zwischen Film und Wirklichkeit ermöglicht Vitaly Suslin mit PAPIER-MACHE (Russland 2020), in dem der unwahrscheinliche Filmheld und ewige Pechvogel Ivan Lashin in einem Provinzdrama erneut sich selbst spielt und mit vergangenen Darlehensgeschäften klarkommen muss. Statt dem Verschwimmen von Realität und Fiktion widmet sich das realpolitische Drama SHOULD THE WIND DROP (Frankreich, Armenien, Belgien 2020) von Nora Matrirosyan einem Flughafen, der in ein politisches Tauziehen gerät, das schließlich über die Legitimität des nicht anerkannten Staates Bergkarabach/Arzach entscheiden könnte. HOLY FATHER (Rumänien 2020) und die Hommage des Regisseurs Ivan Ramljak an seinen Freund, den Amateurfotograf Marko in ONCE UPON A YOUTH (Kroatien 2020) zeigen schließlich intime dokumentarische Perspektiven auf das eigene Leben des Filmschaffenden.

Ein zusätzliches Kontrastverhältnis, allerdings auf einer visuellen Ebene, eröffnen die Schwarz-Weiß-Filme THIS RAIN WILL NEVER STOP (Ukraine, Deutschland, Lettland, Katar 2020) von Alina Gorlova, der den Donbas-Konflikt auf beeindrückender Weise mit Flüchtlingsproblematik und dem Leben im Exil verbindet, und der Debütfilm von Juja Dobrachkous BEBIA, À MON SEUL DÉSIR (Georgien, Vereinigtes Königreich 2020), der seine junge Protagonistin auf eine atmosphärische Reise in die Vergangenheit schickt.

goEast begrüßt seine Wettbewerbsjury in Wiesbaden

goEast freut sich auch dieses Jahr, international tätige Branchenvertreter:innen in der Wettbewerbsjury begrüßen zu dürfen. Allen voran die Künstlerin und Regisseurin Saodat Ismailova, die sich seit 2020 in diversen Initiativen zeitgenössischer Kunst in Taschkent engagiert und aktiv an zahlreichen Filmprojekten beteiligt ist. Ihr Spielfilm CHILLA sowie einige ihrer experimentelleren Werke, werden im Rahmen des diesjährigen Symposiums gezeigt. Die aus Weißrussland stammende Produzentin und Filmemacherin Volia Chajkouskaya (u.a. THE ROAD MOVIE) ist nicht nur Gründerin ihrer eigenen Produktionsfirma, sondern mit dem Northern Lights in Belarus auch des zweitgrößten Filmfestivals ihres Heimatlandes. Der Dokumentarfilmemacher Thomas Heise ist Mitglied der Europäischen Filmakademie und doziert an mehreren Hochschulen im Bereich Film und Fernsehen. Für seine Dokumentarfilme erhielt er mehrfach Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Dokumentarfilmpreis für HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT (Deutschland 2019). Mit von der Partie ist außerdem die preisgekrönte Schauspielerin, Regisseurin und Roma-Aktivistin Alina Șerban, die 2018 ihr Heimatland Rumänien in Cannes vertrat und 2020 den Deutschen Schauspielpreis für ihren Film GYPSY QUEEN (Deutschland, Österreich 2019) gewann. Filmkritiker Jay Weissberg schreibt seit 2003 für das amerikanische Magazin Variety und verfügt über reichlich Erfahrung als Jurymitglied bei Filmfestivals. Seit 2015 ist er künstlerischer Leiter des Stummfilmfestivals in Pordenone. Die Wettbewerbsjury wird alle Wettbewerbsfilme, soweit es möglich wird, in der Caligari FilmBühne sichten und bewerten.

Auf einen Blick: Programm für die 21. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films.

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt. Hauptförderer sind die HessenFilm und Medien GmbH, die Landeshauptstadt Wiesbaden, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die BHF BANK Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, Renovabis und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Medienpartner sind u.a. 3sat, Deutschlandfunk Kultur und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

goEast Online und On Demand

goeast21_cover“Leben verlangt mutige Entscheidungen” – Mut zur Vielfalt des Films in der Sektion Bioskop// Der Open Frame Award öffnet die Augen für innovative Formen des Kinos

Die Festivalmacher:innen von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films stellen mit Bedauern fest, dass die gefassten Öffnungsperspektiven für den Kultursektor im April erneut kein Live-Festival ermöglichen – mit Kinovorführungen vor Ort und Begegnungen zwischen den Festivalbesucher:innen. Aber Absagen kommt für goEast nicht in Frage und darum hat das von DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete Festival in Wiesbaden ein umfangreiches Online- und On Demand-Programm zusammengestellt. Im Festivalzeitraum vom 20. bis 26. April 2021 werden nahezu alle Festivalfilme On Demand über die Website von goEast in Deutschland angeboten. Dafür arbeitet das Festival erstmals mit dem VoD-Anbieter filmwerte zusammen. Akkreditierte erhalten freien Zugang zum Filmangebot. Über weitere Konditionen des On Demand Programms informiert goEast auf seiner Website und im Programmheft.

Die Wettbewerbsbeiträge werden soweit möglich mindestens für die Jury in der Caligari FilmBühne gezeigt. Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, werden die Vorstellungen im Caligari und zusätzlich im Kino des DFF auch für eine geringe Anzahl an Branchen- und Pressevertreter:innen geöffnet. Als Publikumsveranstaltungen bleiben das Autokino auf dem Dern’schen Gelände in der Wiesbadener Innenstadt und der K67 Kiosk vor dem Nassauischen Kunstverein bestehen.

Darüber hinaus stellt goEast erneut ein Online-Veranstaltungsprogramm zur Verfügung. Hierfür richtet goEast ein Festivalstudio im Museum Wiesbaden ein, von wo Filmgespräche mit den Filmschaffenden der Wettbewerbssektion aufgezeichnet, Diskussionsrunden und Panels des Symposiums und auch Veranstaltungen des East-West Talent Lab gestreamt werden. Darüber hinaus werden auch die Masterclass mit Péter Lichter und Márió Z. Nemes und die Anti-Oscar-Nacht mit dem diesjährigen Gewinner des Goldenen Bären der Berlinale, Radu Jude, und dem Action-Künstler Dan Perjovschi online erlebbar.

“Leben verlangt mutige Entscheidungen” – Mut zur Vielfalt des Films in der Sektion Bioskop

Die Sektion Bioskop bietet ost- und mitteleuropäische Filmproduktionen, denen auch abseits eines Premierenzwangs eine Bühne gebührt. Altmeister:innen wie Vitaly Mansky, Laila Pakalnina, Renata Litvinova, Jasmila Zbanić, Filip Remunda und Vít Klusák sind genauso vertreten, wie experimentellere Werke. In GORBACHEV. HEAVEN (Gorbačovs. Paradize, Lettland, Tschechische Republik 2020) fasst Dokumentarfilmer Vitaly Mansky die Entscheidung, ein “Gespräch mit einem Verrückten”, wie Mikhail Gorbachev es selbst nennt, zu suchen und trifft den inzwischen 89-jährigen ehemaligen Staatsmann. Es entsteht eine persönliche, humoristische wie auch reflektierte Reise durch die Vergangenheit. UN-Übersetzerin Aida, die Protagonistin des oscarnominierten QUO VADIS, AIDA? (Bosnien und Herzegowina, Österreich, Rumänien, Niederlande, Deutschland, Polen, Frankreich, Norwegen 2020), kämpft in den Tagen vor dem Massaker im bosnischen Srebrenica im Jahr 1995 für das Überleben ihrer Familie.

Wo sich in Russland die Menschen verlassen fühlen und als einzigen Ausweg den direkten Appell an Präsident Wladimir Putin sehen, knüpft THE FOUNDATION PIT (Kotlovan, Russland 2020) von Andrey Gryazev an. Der Found-Footage-Film sammelt virtuelle Stimmen der russischen Bevölkerung aus dem Internet, die wie Bittsteller:innen am Zarenhof erscheinen und sich vom Präsidenten persönlich Hilfe bei ihren Problemen erwarten. Etwas leichtere Kost bietet THE NORTH WIND (Severnyj Veter, Russland 2021) von Kultschauspielerin Renata Litvinova. Der Champagner fließt in Strömen und das dekadente Werk erinnert manchmal an Tschechows Theaterstücke oder an eine post-apokalyptische Variation von Luchino Viscontis DIE VERDAMMTEN. Gänzlich märchenhaft wird es mit IN THE MIRROR (Spoguli, Lettland, Litauen 2020), in dem die ehemalige Jury-Präsidentin von goEast, Laila Pakalniņa, Schneewittchen neu interpretiert und die Geschichte komplett aus der Selfie-Perspektive präsentiert. Ähnlich humorvoll erzählt Abdulkhai Zokirovs THE BUS (Tadschikistan 2020) von einer bunt zusammengewürfelten Busgesellschaft, die sich auf eine Odyssee ins Ungewisse begibt. Lebensverändernde Umstände und eine Suche nach Erlösung beschreitet ONCE UPON A TIME IN POLAND (Jak Bůh Hledal Karla, Tschechische Republik, Polen, Slowakei 2020) von Vít Klusák und Filip Remunda. Das Regie-Duo gilt als Tschechiens Antwort auf Michael Moore oder The Yes Men. Kein Wunder, dass das existenzialistische Roadmovie, das den Katholizismus Polens unter die Lupe nimmt, in Teilen wie ein Film im Film scheint. Ikonisch und emanzipiert tritt letztendlich GLORY TO THE QUEEN (Georgien, Österreich, Serbien 2020) im Bioskop auf. Das Porträt über die vier Schachmeisterinnen Nona Gaprindaschwili, Nana Alexandria, Maia Tschiburdanidze und Nana Iosseliani lässt sich auch als wahre Geschichte im Vergleich zur Netflix-Serie THE QUEEN’S GAMBIT sehen.

Der Open Frame Award öffnet die Augen für innovative Formen des Kinos

Der wohl innovativste Wettbewerb bei goEast, in dem jährlich mittel- und osteuropäische Virtual Reality- und 360-Grad-Filmprojekte um einen von der BHF Bank Stiftung ausgelobten Preis und 5.000 Euro konkurrieren, hat bereits im ersten Corona-Jahr die vermeintlichen Einschränkungen durch die Pandemie als Chance verstanden. So präsentierten der russische VR-Künstler und Gewinner des Open Frame Award 2018, Denis Semionov und Kurator Georgy Molodtsov virtuelle Spielstätten für den Wettbewerb. 2021 kehren das Caligari VR und die goEast VRoof Top Lounge zurück und werden für den virtuellen Teil von goEast sogar noch weiterentwickelt. Erreichbar werden die digitalen Spielorte von goEast über eine VR-Brille oder auch über einen handelsüblichen PC.
Im Programm des Open Frame Award erkunden die Filmschaffenden innovative Formen der Erzählkunst, die von poetischen Experimenten bis hin zu interaktiven Sinneserfahrungen reichen. Stets vermengen sich dabei Realität und virtueller Raum zu einer neuen Erfahrung für die Teilnehmer:innen. DEEP DIVE (Polen 2020) von Milosz Hermanowicz verbindet wilde Natur mit schmerzhaften Verlusterfahrungen in einem 360-Grad-Spielfilm, der einer Vision natürlicher Erzählweisen folgt. Extreme Umstände gipfeln auch in der interaktiven VR-Erfahrung DISLOCATION (Dislokacije, Kroatien 2020) in Momenten der Entfremdung, in denen Erinnerungen an ein verlorenes Zuhause langsam zu verfallen drohen. Dagegen besinnt sich HOREKU. THE STORIES OF TUHARD TUNDRA (Russland 2021) von Anna Tolkacheva auf die dokumentarische Betrachtung von Rentieren, Schlittenhunden und Netflix-Serien. Aus der Sicht des beliebten und zahmen Tieres Horeku, wird das eindrückliche Leben einer modernen Nomadenfamilie in der Tundra dargestellt. #PRISONERSVOICE (Ukraine 2020) von Nikita Bohdanov verfolgt als Augmented Reality und Virtual Reality 360-Grad-Dokumentarfilm die drei ukrainischen Aktivisten Oleg Sentsov, Oleksandr Kolchenko und Volodmymyr Balukh, die mithilfe der VR-Software Oculus Quill von ihren unrechtmäßigen Inhaftierungen in Russland erzählen. Ganz im Gegenteil dazu steht als Animationsfilm die interaktive VR-Erfahrung NIGHTSSS (Polen 2021) von Weronika Lewandowska und Sandra Frydrysiak, die mit Poesie, Tanz und dem lautmalerischen Trend Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) den eigenen Körper und die Vorstellungskraft im virtuellen Raum ganz neu erlebbar machen. Kindliche Vorstellungskraft nutzt dagegen THE SPHERES CITY – TANGIBLE UTOPIAS (Rumänien 2021) als Inspiration, um Odysseen durch Stadtszenarien vielschichtiger Zukunftsgesellschaften zu inszenieren. Mit TX REVERSE 360° (Österreich, Deutschland 2019) entdeckt der Open Frame Award weitere experimentelle Sphären durch visuelle Kollisionen von Traum und Realität im Kino.

Hier geht’s zum kompletten Programm für die 21. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films.