Kategorie-Archiv: Mainzer Fastnacht

„Brauchtum pflegen und Frohsinn spenden“ – die Mainzer Fastnacht 2020 /21 wird stattfinden

(vli.:) Horst Seitz Präsident Mainzer Carneval Club (MCC), Oberbürgermeister Michael Ebling, Andreas Schmitt Sitzungspräsident von „Mainz bleibt Mainz“,  Prof. Dr. Reinhard Urban Präsident Mainzer Carneval Verein (MCV), Prof. Dr. Dirk Loomans Karneval-Club Kastel (KCK), Martin Krawietz Präsident Gonsenheimer Carneval Verein (GCV), Markus Perabo Vorstandssprecher der Mainzer Fastnachts e.G. © Foto: Diether v. Goddenthow
(vli.:) Horst Seitz Präsident Mainzer Carneval Club (MCC), Oberbürgermeister Michael Ebling, Andreas Schmitt Sitzungspräsident von „Mainz bleibt Mainz“, Prof. Dr. Reinhard Urban Präsident Mainzer Carneval Verein (MCV), Prof. Dr. Dirk Loomans Karneval-Club Kastel (KCK), Martin Krawietz Präsident Gonsenheimer Carneval Verein (GCV), Markus Perabo Vorstandssprecher der Mainzer Fastnachts e.G. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gemeinsam mit der Stadt Mainz haben die Fastnachtsvereine ihren festen Willen bekundet: „Es wird eine Kampagne 2020/2021 geben““. Die Diskussion darüber, wie und auf welche Weise dies trotz Corona ermöglicht werden soll, hat bereits begonnen. Gestern gaben die großen Vereine einen ersten Ausblick auf ihre Umsetzungsideen zur Fastnachtskampagne 2021.

Oberbürgermeister Michael Ebling
„Wir wollen ein Signal heute senden, das uns wichtig ist, und das ist das, was uns gemeinsam umtreibt, das Signal “Die Fastnachtskampagne 2020 /2021 wird stattfinden“, eröffnet der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling das gestrige Pressegespräch im Stadthaus und begrüßt die anwesenden Vertreter der großen Fastnachtsverbände und Vereine

  • Andreas Schmitt Sitzungspräsident von „Mainz bleibt Mainz“
  • Prof. Dr. Reinhard Urban Präsident Mainzer Carneval Verein (MCV),
  • Horst Seitz Präsident Mainzer Carneval Club (MCC),
  • Martin Krawietz Präsident Gonsenheimer Carneval Verein (GCV),
  • Prof. Dr. Dirk Loomans Karneval-Club Kastel (KCK), und
  • Markus Perabo Vorstandssprecher der Mainzer Fastnachts e.G.

Das sei keine Mission tollkühner Männer, nein, man habe über Realisierungsmöglichkeiten im Vorfeld gesprochen und „sehen es auch als einen gemeinsamen Auftrag, der da heißt in Mainz: „Brauchtum pflegen und Frohsinn spenden“.
Wie es keinen gesellschaftlichen Bereich gäbe, der nicht von der Pandemie erfasst worden wäre, so verändere Corona ganz sicher auch die Meenzer Fastnacht in dieser Zeit. „Aber so wie die Brauchtumspflege, so wie der Spaß an der Freud zur DNA auch zu unserer Stadt gehört in Mainz, so ist es auch der Auftrag in schwierigen Zeiten Zusammenhalt und auch Zuversicht zu vermitteln“, begründete Ebling die Entscheidung, die Kampagne 2020 /2021 stattfinden zu lassen. Natürlich gäbe es auf vieles zum jetzigen Zeitpunkt noch keine detaillierte Antwort, denn niemand wisse, wie der Rechtsrahmen im November oder im Januar 2021 aussähe „in einer Zeit, in der wir regelmäßig so schnelle Wechsel erfahren und Erkenntnisse gewinnen, und reagieren müssen“. Deshalb stünde am Anfang erstmal „der gemeinsame Wille, und der ist sehr stark, der Wille, dass wir gemeinsam das möglich machen wollen, was möglich geht“, so Ebling. Man wolle dafür ein Zeichen setzen und das sichtbar machen nicht nur für die Mainzerinnen und Mainzer, die mit diesem Brauchtum verwoben seien, sondern auch weiter darüber hinaus für die Millionen Menschen die jedes Jahr auf Mainz schauen, „die zugucken, was bei uns so gedacht und gesagt und wie gefeiert wird.“
Wir alle spürten, so Ebling, dass in Zeiten von Corona Stress und Belastung zugenommen hätten und es längst nicht mehr den anfänglich oftmals beschriebenen Entschleunigungseffekt gäbe. Die Gesellschaft stünde an vielen Stellen unter erheblicher Spannung, so dass es für eine Stadt wie Mainz ein wichtiges Signal sei, in einer solchen schwierigen Phase, auch ein Zeichen von Zuversicht und Frohsinn zu setzen. Schließlich lebe der Mensch nicht nur von Rationalem alleine, Abstand halten und Nasenbedeckung zu tragen und vernünftig auf alles zu achten. Der Mensch lebe auch, so der Oberbürgermeister, „von der Zerstreuung, von der Freude und manchmal ein klein bisschen auch von seiner Unvernunft.“ Es sei die Ganzheitlichkeit dessen, was auch unser Zusammenleben ausmache.

Andreas Schmitt Sitzungspräsident von „Mainz bleibt Mainz“

Andreas Schmitt Sitzungspräsident von „Mainz bleibt Mainz“ © Foto: Diether v. Goddenthow
Andreas Schmitt Sitzungspräsident von „Mainz bleibt Mainz“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Der vielen insbesondere als Obermessdiener weit über Mainzer Grenzen bekannte  Andreas Schmitt bringt die Entscheidung Pro-Fastnachtskampagne 2021 auf den Punkt: „In der Stadt der Lebensfreude lebt man mit Freude, aber man lebt nicht verantwortungslos.“ Man stünde stets auf dem Boden des Gesetzes, und wolle alles tun, was „im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten an Fastnacht an Lebensfreude ermöglicht werden kann, und es in der kommenden Kampagne nach draußen tragen in die Bevölkerung, in die Herzen der Menschen.“

Es habe schon immer Krisenmomente in der Geschichte und dennoch oder gerade deswegen habe man in Mainz stets Mittel und Wege gefunden, um Fastnacht zu feiern, etwa 1962 bei der Hamburger Sturmflut. Da erreichten damals das ZDF viele Hamburger Zuschriften mit der Bitte, „dass diese Sendung stattfinden soll, um ihnen in Hamburg auch etwas zur Ablenkung und Freude in all diesem Leide zu geben“, erinnerte Schmitt. Und noch tragischer sei es nach Kriegsende gewesen, als Mainz in Trümmern lag, und Major Kleinmann von der französischen Besatzungsregierung die Mainzer Fastnachtsgrößen um sich „versammelte und beauftragte die Fastnacht 1946 in Mainz laufen zu lassen, um Kraft und Frohsinn in der Bevölkerung zum Tragen zu bringen“, so Sitzungspräsident .
Das seien so kleine Geschichten, an denen „wir gerade auch in Fernsehsendungen anknüpfen können. Wir können millionenfach den Menschen die frohe Botschaft des Frohsinns des Mainzer Fastnachtsfeierns mit Herz und vor allem mit politischem Tiefgang vermitteln und die Botschaft des Mainzer Humors nach außen tragen“. Das sei auch dem SWR, den verantwortlichen Redakteuren, eine Herzensangelegenheit.

Prof. Dr. Reinhard Urban Präsident Mainzer Carneval Verein (MCV),
Auch der MCV-Präsident unterstrich, dass man in einer so schwierigen Zeit, vor allen denen, die besonders darunter litten, Freude und Frohsinn schenken wolle. Das habe nichts damit zu tun, „dass wir Hassadeure wären, sondern das hat eben auch mit der Verantwortung gegenüber den Menschen zu tun. „ Prof. Reinhard Urban denkt, „dass wir Fastnacht feiern werden können, und zwar in ganz verschiedenen Bereichen“. Aber es sei allen „natürlich bewusst, dass das sehr wahrscheinlich eine völlig andere Fastnacht werden wird, als das, was wir sonst kennen.“ Es werde mit Sicherheit keine Saale mit 1200 Leuten drin geben, sondern es werde etwas anders sein, kleinere Veranstaltungen und beim Straßenfastnacht werden auch keine 500 000 Leute auf der Straße stehen können. Das sei klar, aber man überlege sich mit Sicherheitskonzepten koordinierte neue Ansätze, womit „wir auch Straßenfastnacht gut durchführen können werden“, so Urban, der nur soviel verriet, dass man zunächst mal zum 11.11.2020 hin plane, der Verkündigung des Närrischen Grundgesetzes auf dem Schillerplatz. Die Veranstaltung fände auf alle Fälle statt, aber auf welche Weise, wie das entzerrt werden könne, sei in Planung. Ein Bühnenprogramm wie in der Vergangenheit könne es so natürlich nicht geben, aber Musik schon, vielleicht auch aus Gruppen der Garden, aber all das müsse man sehen und prüfen, so der MCV-Präsident.

Horst Seitz Präsident Mainzer Carneval Club (MCC),
MCC-Präsident Horst Seitz sieht in erster Linie den Sinn und Zweck des heutigen Pressegesprächs darin, „dass wir den Aktiven, die in den Vereinen ja ihren Jahresablauf normalerweise haben, sagen: ‚Fange an, dir ein Thema zu suchen, oder Pointen schon festzuhalten. Mach dich drauf gefasst, dass es irgendwie zum Auftritt kommt‘ In welcher Form, auf welcher Bühne, vor welcher Kamera oder Publikum“ spiele momentan gar keine Rolle. „Aber es spielt für die vielen Aktiven, die ehrenamtlich in den Vereinen arbeiten eine ganz große Rolle, dass wir von hier aus sagen: ‚Die Fastnacht wird nicht beerdigt bis zum 11.11.2022, sondern sie wird da sein‘“, so Seitz. Wie die Fastnacht aussähe, was daraus detailliert werde, werde eine volle Aufgabe der Vereine und Korporationen und der Stadt Mainz sein. „Wir werden uns damit befassen, und wir werden das Problem ganz sicher lösen“, so der MCC-Präsident, der resümierend hinzufügt: „Es rentiert sich immer, etwas anzufangen, und wenn‘s zur eigenen Freude oder für die Familie ist. Und das, meine ich, muss von hier ausgehen, diese Signal an die Aktiven, egal, wo sie in der Fastnacht aktiv sind: ‚Macht Euch auf den Weg. Wir machen das!‘“

Impression des Pressegesprächs Ausblick auf Umsetzungsideen zur Fastnachtskampagne 2021  im Stadthaus am 27. Juli 2020 © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression des Pressegesprächs Ausblick auf Umsetzungsideen zur Fastnachtskampagne 2021 im Stadthaus am 27. Juli 2020 © Foto: Diether v. Goddenthow

Martin Krawietz Präsident Gonsenheimer Carneval Verein (GCV),
Ähnlich sieht es GCV-Präsident Martin Krawietz, der unterstreicht, dass man nicht vorhabe eine Aktion nach dem Motto „Wir ziehen jetzt die Fastacht durch“, sondern dass man es mache, „weil wir das machen wollen.“ Fastnacht sei ein Brauchtumsfest, ein Fest, dass Lebensfreude bringe.
Es seit aber jetzt wieder eine Zeit, wo Innovation gefragt seien, interessante Herausforderungen, „da wir die Bedingungen noch gar nicht genau kennen. Daher wäre es falsch, sich jetzt schon festzulegen, genau zu sagen, „es wird so oder so ablaufen“. Jeder Verein habe da letztlich seine eigenen Herangehensweisen an das Geschehen. Beim GCV plante man auf alle Fälle ein Online-Angebot, so dass Online-Sitzungen abgehalten werden könnten. Es sei das Einzige, was man gegenwärtig planen können. „Denn, egal, was passiert, das ist etwas, was auf jeden Fall stattfinden dürfte.“ Und sollte doch ein Wunder geschehen und es keine größeren Einschränkungen mehr bei der Fastnacht geben, „wären wir mit über 125jähriger Erfahrung bereit, auch kurzfristig eine Saalfastnacht zu veranstalten“, das sei nicht das Problem so Krawietz, die größere Herausforderung sei, „Alternativen zu haben, auf das wir uns konzentriert haben“

Prof. Dr. Dirk Loomans Karneval-Club Kastel (KCK)
Der KCK-Vorsitzende Prof. Loomans sieht insbesondere eine Chance einer erfolgreichen Kampagne 2020 /2021 darin, vielleicht mehr „kleinere Dinge zu machen, kleinteiliger auch unser Programm gestalten, räumlich wie zeitlich. Und wenn sich dann herausstelle, „wir können doch so vorgehen, wie wir das immer gemacht haben, dann werden wir das hinkriegen“ Denn habe ja über Jahrzehnte geübt und habe es drauf. Aber es seien die neuen Dinge, so Loomanns, „die jetzt schon überall in den Vereinen hochkommen, die diskutiert werden, die das zu einer interessanten und ganz besonderen Fastnacht machen können, die hilft, den Leuten ein bisschen wieder Lebensfreude, aber auch Gemeinschaftssinn zu geben.“
Wie die Gemeinschaft aussähe, wüsste man noch nicht. „Wird die online sein, wird jeder für sich sein Gläschen heben bei einer Online-Veranstaltung. Wird man in kleineren oder größeren Gruppen zusammenkommen. Wie wir feiern werden können, müssen wir natürlich ausprobieren“, so der KCK-Präsident. Im September würde mit dem SWR diskutiert , welche Formen von Fernsehfastnacht überhaupt denkbar und machbar seien. Da sei noch gar nichts entschieden.

Markus Perabo Vorstandssprecher der Mainzer Fastnachts e.G.

Die Mainzer Fastnachtsgenossenschaft, so ihr Vorsitzender Markus Perabo, habe 25 Garden und Vereine, darunter viele kleinere und mittlere. Und von den mittelgroßen Garden kamen in der letzten Zeit einige Rückmeldungen mit dem Tenor, doch erstmal abzuwarten, wann und ob es jetzt ein Ziel gäbe, was vereinbart werde auch zusammen mit der Stadt. Das sei ganz wichtig. „Einige haben schon abgesagt. Sie haben halt den großen Faktor Kosten. Sie möchten jetzt ungern Dinge planen, wenn sie es nicht finanzieren können. Da fehlen mitunter die Sponsoren, die einspringen könnten, und deswegen wird davon einiges abgesagt, was schade ist“, so fasst Perabo die Not einiger Garden zusammen.
Die Mainzer Fastnachts e.G. wolle Hilfe anbieten, etwa Synergie-Effekte erkennen und den Vereinen nutzbar machen, insbesondere beim großen Thema Technik. „Wir haben sehr viele Vereine, die überhaupt keine Ahnung natürlich haben, wie man das einsetzen kann.“ Da gäbe es Überlegungen, Technik aufzubauen, die dann von vielen gleichermaßen genutzt werden kann, so dass die Kosten dafür reduziert werden können.
„Viele Verantwortliche möchten gerne den Oktober, sogar noch den November abwarten, um dann in ihre Planung zu gehen. Das ist aber sicherlich dann fast schon ein wenig spät“ , so Perabo zur gegenwärtigen Stimmung in der Mainzer Fastnachts e.G.

Die Ausblicke auf Umsetzungsideen zur Fastnachtskampagne 2021 geben eine bunte Momentaufnahme des gegenwärtigen Diskussionsstands. In den kommenden Monaten wird – stets vor dem Hintergrund der Entwicklungs des Corona-Infektions-Geschehens – entwickelt und entschieden werden, wie es die Mainzer Fastnachts-Kampagne 2020/2021 umgesetzt werden wird.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Siehe auch „Mainz vor der Fastnachts-Kampagne“ SWR

Rund 500 000 Menschen feiern Mainzer Rosenmontagszug

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Trotz Nieselregen haben rund 500 000 Menschen in Mainz ausgelassen den rund 9 Kilometer langen Rosenmontagszug als Höhepunkt der tollen Tage ausgelassen gefeiert.  Er gehört mit fast 10 000 Aktiven zu den größten Fastnachtszügen weltweit. Zahlreiche der 12 Motivwagen unter den  140 Zugnummern nahmen aktuelle politisch regionale und internationale Ereignisse auf die Schippe – so wurde US-Präsident als römischer Kaiser Nero vorgeführt,  der sein Selbstlob über das  abgefakelte Kapitol als Inbegriff der US-Demokratie stolz in die Welt twittert.  Als wäre er Trumps Cousin, streckt Brexit-Chaot Borris Johnson der Queen seinen blanken Hintern entgegen, und  Julia Klöckner geht mit der Lebensmittelindustrie ins „Nestle“  In diesem Jahr schaffte die Zugente, traditionelle Abschlussfigur des Zuges, wieder die 7,2 Kilometer lange Strecke.  Anschließend feierten die Jecken und Narren noch lange in die Nacht hinein.

Zugnummer 7 „Not amused“ © Foto: Diether v Goddenthow
Zugnummer 7 „Not amused“ © Foto: Diether v Goddenthow

Auch in Wiesbaden und Frankfurt verliefen am Fastnachtssonntag die Umzüge friedlich.

Und: Zahlreiche Fastnachts-Vereine verzeichnen einen erfreulichen Trend:  Es gibt soviel  Zulauf von  potentiellen Nachwuchskarnevalisten  wie seit Jahren nicht mehr.

Rosenmontagszug 2020 startet am 24.2. um 11.11 Uhr unter dem Motto „Humor ist Meenzer Lebensart, mit Herz und Toleranz gepaart!“

Rosenmontagszug 2020 am 24.Februar

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Unter dem Motto „Humor ist Meenzer Lebensart, mit Herz und Toleranz gepaart“ startet  am 24.2.2020 der 118. Rosenmontagszug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. mit rund 9480 Aktiven und einer Zuglänge von 9 Kilometern durch die Mainzer Innenstadt auf dem unveränderten bekannten Zugweg:  So macht sich der aus 162 Wagen mit 2030 Mitfahrenden, 4714 Gardisten und 69 Musikgruppen  mit 2140 Musikern  und Reiternarren bestehende Lindwurm von der
Boppstraße aus über: Kaiserstraße – Stadthaus – Kaiserstraße (rund um Christuskirche) – Bauhofstraße – Große Bleiche – Große Langgasse – Ludwigsstraße – Theater/ Gutenbergplatz – Domplätze – Rheinstraße – Holzhofstraße / Schifffahrtsmuseum – Weißliliengasse bis Ludwigsstraße – Schillerplatz / Fastnachtsbrunnen – Schillerstraße und endet das am Münsterplatz in Richtung Binger Straße / Bahnhofstraße.

Es werden wieder 500 000 Besucher erwartet. Im gesamten Bereich des Fastnachtsumzugs herrschen Glas- und Drohnenverbot. Im Rahmen des Sicherheitskonzeptes wird die Polizei Beobachtungsdrohnen sowie Videokameras einsetzen. Es herrscht LKW-Fahrverbot. Ab 10.00 Uhr ist die Innenstadt für den Autoverkehr weitestgehend gesperrt. Parkhäuser sind nur eingeschränkt anzufahren. Es wird empfohlen mit dem Öffentlichen Nahverkehr anzureisen.

Alle weiteren Informationen zur Mainzer Strassenfastnacht hier:

Scheuer begräbt die Mautmilliarden, Klöckner steigt ins Nestle – MCV präsentiert die schrägsten Motivwagen für den Mainzer Rosenmontagszug 2020

Julia macht ’nen Video-Clip und denkt, damit sei sie jetzt hip, lobt Nestlé über jedes Maß, für ihr’n „gesunde“ Fertigfraß. Zugnummer 9 „Julias Liebesnestle“ © Foto: Diether v Goddenthow
Julia macht ’nen Video-Clip und denkt, damit sei sie jetzt hip, lobt Nestlé über jedes Maß, für ihr’n „gesunde“ Fertigfraß. Zugnummer 9 „Julias Liebesnestle“ © Foto: Diether v Goddenthow

Politisch war die Mainzer Fastnacht schon immer. Doch in diesem Jahr lagen die Themen für die Wagenbauer quasi auf der Strasse,  so dass es dem Wagenbauer Team um Dieter Wenger gar nicht so leicht fiel, die richtige Wahl zu treffen. Dies ist ihnen jedoch in hervorragendster Weise gelungen und sie haben mit feinsinnigem Humor und hoher professioneller künstlerische Könnerschaft die „schönsten“ politischen Katastrophen  in meterhohen Figuren und Wagenaufbauten   satirisch auf den Punkt gebracht.

Heute, traditionell am Dienstag vor Fastnacht, war Probelauf vor kritischer Presse  in der Wagenhalle des Mainzer Carneval-Verein (MCV) in Mainz-Mombach. Alle 12 Motivwagen  haben bestens bestanden:  Da steigt  Agrar-Ministerin Julia Klöckner vor laufenden Kameras mit der Lebensmittelindustrie ins Nestle. Verkehrsminister Scheuer beerdigt seine Maut-Millionen, indem er übergroße Geldscheine schaufelweise ins Grab befördert.

Eins ist klar, Ihr liebe Leit: Mit „Klein-Klein“ kommt man nicht weit! Für das, was man uns wollt’ verkaufe, würd’ Greta sich die Zöpfe raufe.Zugnummer 46 „Der große Wurf!“ © Foto: Diether v Goddenthow
Eins ist klar, Ihr liebe Leit:
Mit „Klein-Klein“ kommt man nicht weit!
Für das, was man uns wollt’ verkaufe, würd’ Greta sich die Zöpfe raufe.Zugnummer 46 „Der große Wurf!“ © Foto: Diether v Goddenthow

Merkels Klima-Paket erleidet das gleiche Schicksal wie die Matroschka-Puppen: Es wird kleiner und kleiner und kleiner und … bis am Ende eine böse Mini-Greta der Kanzlerin grimmig ins Gesicht blickt.
Annegret Kramp-Karrenbauer, die Noch-CDU-Chefin, verschwindet im übergroßen Merkelmantel, gestoppt von der Thüringer CDU.

Thüringen - ein Flop zu viel, für "AKK" ist aus das Spiel. So kam die Wahrheit nun ans Licht: Die "Konfektionsgröß`" passte nicht! Zugnummer 65 „Es Annegret“ © Foto: Diether v Goddenthow
Thüringen – ein Flop zu viel, für „AKK“ ist aus das Spiel. So kam die Wahrheit nun ans Licht: Die „Konfektionsgröß`“ passte nicht! Zugnummer 65 „Es Annegret“ © Foto: Diether v Goddenthow

Angesichts der dramatischen Verluste in Umfragen und Wahlergebnissen der letzten Jahre, scheint Artenschutz für SPD, die sich auf der „Roten Liste“ aussterbender Arten befindet, angeraten. Und es muss dringend Nachwuchs her. So versucht SPD-Interims-Vorsitzende Malu Dreyer der schrumpfenden SPD etwas über Fortpflanzung beizubringen, jedoch vergeblich!

Die SPD in großer Not, vor Augen den Patienten-Tod! Da plante man – es ist zum lache – e Führungs-Duo, des soll’s mache. Des Duo muss, derf sich nicht ziere, den eigne Nachwuchs produziere. Zugnummer 102 „So geht’s“ © Foto: Diether v Goddenthow
Die SPD in großer Not, vor Augen den Patienten-Tod! Da plante man – es ist zum lache – e Führungs-Duo, des soll’s mache. Des Duo muss, derf sich nicht ziere, den eigne Nachwuchs produziere. Zugnummer 102 „So geht’s“ © Foto: Diether v Goddenthow

 

Auch außenpolitisch teilen die Mainzer heftig aus: „Not amused“, Zugnummer 7, zeigt die Freakshow des britischen Horrorclowns Borris Johnson: Es streckt der europafreundlichen mit erstarrtem Gesicht dreinblickenden Queen seinen blanken Arsch entgegen, während aus ihrer Handtasche ein Asylantrag ragt.

Es blödelt durch die Politik, der Hofnarr mit der blond’ Perrick! Es ist gar schrecklich anzuschau’n: Queen Lisbeth mit ihr’m Horrorclown. Zugnummer 7 „Not amused“ © Foto: Diether v Goddenthow
Es blödelt durch die Politik, der Hofnarr mit der blond’ Perrick! Es ist gar schrecklich anzuschau’n: Queen Lisbeth mit ihr’m Horrorclown. Zugnummer 7 „Not amused“ © Foto: Diether v Goddenthow

Aufgespießt wird auch das Spiel der Autokraten dieser Welt: Weil’s innenpolitisch nicht mehr so läuft, versucht Erdogan seine ramponierte Autorität durch einen Einmarsch in Nord-Syrien wieder herzustellen und von allem anderen abzulenken. Stolz sitzt er in seinem Panzer und präsentiert sich als Feldherr – doch er darf das nur, weil der eigentliche Boss in Syrien ihn lässt: Wladimir Putin, der mit einer Fernbedienung Erdogan zu steuern scheint.

Es war einmal ein Erdogan, der träumt, er würd’ den Panzer fahr’n. Doch steuert ihn, das sehen wir, der machtbesess’ne Wladimir. Zugnummer 89 „Putins Panzerfahrer“ © Foto: Diether v Goddenthow
Es war einmal ein Erdogan, der träumt, er würd’ den Panzer fahr’n. Doch steuert ihn, das sehen wir, der machtbesess’ne Wladimir. Zugnummer 89 „Putins Panzerfahrer“ © Foto: Diether v Goddenthow

US-Präsident Donald Trump, vom Cesarenwahn befallen, gießt Öl ins Feuer der brennenden Welt. Sich wie Nero an seinen Taten ergötzend, twittert er auf einer antiken Lyra der Welt sein Selbstlob.

Abgehoben und entrückt, wie Nero einst von sich entzückt, so twittert Trump sich seine Welt, in der er sich für’n Cäsar hält. Zugnummer 28 „Oh lodernd Feuer“ © Foto: Diether v Goddenthow
Abgehoben und entrückt, wie Nero einst von sich entzückt, so twittert Trump sich seine Welt, in der er sich für’n Cäsar hält. Zugnummer 28 „Oh lodernd Feuer“ © Foto: Diether v Goddenthow

Auf den Punkt  auch der  fernöstliche „Streetfood“-Wagen. Er thematisiert den Freiheitskampf der Hong-Konger Regenschirmbewegung gegen immer schärfere Gesetze und Unterdrückungsmaßnahmen des benachbarten roten chinesischen Drachens.

„Ich bin groß und Du bist klein, so verleib’ ich Dich mir ein!“ Das denkt der Drache voller Gier, doch wehrt sich dieses Männlein hier. Zugnummer 38 „Streetfood“ © Foto: Diether v Goddenthow
„Ich bin groß und Du bist klein, so verleib’ ich Dich mir ein!“ Das denkt der Drache voller Gier, doch wehrt sich dieses Männlein hier. Zugnummer 38 „Streetfood“ © Foto: Diether v Goddenthow

Als zusätzliches Motiv wird beim Rosenmontagszug auch ein Wagen der Generaldirektion Kulturelles Erbe RheinlandPfalz (GDKE) dabei sein, die in diesem Jahr das Kaiserjahr ausruft, um hinzuweisen auf die kommende Mittelalter-Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“, die ab 9. September 2020 im Landesmuseum Mainz gezeigt wird. Das närrische Motto lautet: Karl der Große wirkt ganz benommen – wenn im Herbst die Kaiser kommen. – Die Insignien der Macht, wie sollte es anders sein, – sind in Mainz natürlich Weck, Worscht und Wein.

Die Säulen der Macht: Weck, Worscht und Wein. © Foto: Diether v Goddenthow
Die Säulen der Macht: Weck, Worscht und Wein. © Foto: Diether v Goddenthow

 

 

 

Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszug

Seit 55 Jahren bauen Dieter Wenger und sein Team die Motivwagen. Sie sind seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Aspekt und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs. Herrlich humorvoll mit satirischen Seitenhieben
gespickt, nehmen sie Ereignisse und Persönlichkeiten auf die närrische Schippe. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen. Über die Motivwagen im Rosenmontagszug entscheidet die Zugleitung des MCV. Jedes Jahr stimmt sie in einer Sitzung über die Ideen und Entwürfe ab, mit denen die aktuelle Politik karikiert werden soll. Zeichnerisch umgesetzt hat sie wie schon im vergangenen Jahr Michael Apitz. Ist die endgültige Entscheidung gefallen, werden die Plastiken in der Wagenhalle des MCV in Mombach gebaut und die passenden Verse geschmiedet. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. (MCV).

Vorbesichtigung der Motivwagen auf der Ludwigstrasse am 23.Februar
Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag, 23. Februar 2020, in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Gardenparaden-Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ mit 1737 Gardisten, 700 Musikern und 35 Pferden aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Rosenmontagszug 2020 am 24.Februar

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Unter dem Motto „Humor ist Meenzer Lebensart, mit Herz und Toleranz gepaart“ startet dann am Rosenmontag 2020 der 118. närrische Zug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. durch die Straßen der Stadt. In der Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit 4714 Gardisten, 2139 Musikern in 69 Musikzügen und 162 Wagen mit nochmals 2030 Mitfahrenden sowie 50 Pferden, darunter das Highlight, der Sechsspänner der Mainzer Ranzengarde.

Alle Informationen zur Mainzer Strassenfastnacht hier:

Schwellkoppträscherclub feiert Jubiläum – „2×11 mit großem Herzen, ‘n dicken Kopp und Schulterschmerzen“

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

So lautet das Motto des SKTC in der Jubiläumskampagne 2020. Der SKTC wird 22 Jahre. Wie die Zeit vergeht.

Am Samstag, den 21.02.1998 war es, als in der Gaststätte „Zur Sonne“ in der Mainzer Innenstadt beim fröhlichen Umtrunk nach dem Schwellkopptragen anlässlich des Jugendmaskenzuges vom heutigen SKTC-Vizepräsidenten, Stefan Fredrich, in einer gereimten Gründungsrede der SKTC ausgerufen und erstmals benannt wurde. Der SKTC, der erste Meenzer Fastnachtsverein mit vier Buchstaben war geboren und fortan hatten die Schwellkoppträscher eine „Clubheimat“.

Mittlerweile ist der SKTC eine feste Größe in der Mainzer Fastnachtslandschaft. Etwa 150 Clubmitglieder sind von den MeenzerSchwellköppen und vor allen Dingen vom Tragen dieser Meenzer Fastnachtssymbole absolut begeistert.

Wenn die Träscher beim diesjährigen Rosenmontagszug im Einsatz sind, haben sie vorher, in der Kampagne schon fast sechs Tonnen an Schwellkoppgewicht getragen. Geplant sind 230 x große und 136 x kleine Schwellköppeinsätze.

Neben dem Rosenmontagszug ist die Schwellkoppparade anlässlich des Jugendmaskenzugs ein Highlight für den SKTC. Diese Schwellkoppparade hat ihren Namen verdient, da es wirklich die einzige Veranstaltung ist, bei der alle 30 Schwellköpp zusammen in einer Formation den fastnachtsbegeisterten Zuschauern präsentiert werden.

Geschaffen wurden die Schwellköpp nachweislich von dem Mainzer Steinbildhauer, Ludwig Lipp, im Jahre 1927. Die Schwellköpp feiern also in diesem Jahr ihren 93 Geburtstag. Die Schwellkoppformen wurden im Krieg fast komplett zerstört. Nachfahren von Ludwig Lipp haben sich dann aber der Schwellköppe erinnert und diese vor etwa 70 Jahren nachgebaut. Es gibt insgesamt vier Formen, die im Besitz des Mainzer Carneval Vereins sind. Auch die Schwellköpp gehören dem Mainzer Carneval Verein.

Der SKTC hat sich zur Aufgabe gemacht, die Schwellköpp vermehrt uff die Gasss zu bringen. Früher bekam man für das Schwellkopptragen am Rosenmontag Geld und es mussten mühsam Träger gesucht werden. Seit dem der SKTC die Schwellköpp trägt, hat sich dies geändert.

Schwellkopptragen ist eine der letzten Herausforderungen unserer Zeit! Wer das einmal gemacht hat, kommt davon nicht mehr los… Wer an Rosenmontag einen Schwellkopp trägt, bekommt danach eine Urkunde und ein T-Shirt mit der Abbildung seines Schwellkopps, den er getragen hat und ist mächtig stolz. Wer fünfmal erfolgreich zu offiziellen Anlässen einen Schwellkopp getragen hat, bekommt einen Schwellkoppführerschein. Mittlerweile gibt es Wartelisten, so groß ist die Zahl der Interessenten, mal einen Schwellkopp zu tragen. Da immer wieder danach gefragt wird: die Schwellköpp wiegen zwischen 25 und 27 kg.

Der SKTC war mit den Schwellköpp mittlerweile schon zweimal in Berlin und einmal in der Schweiz on Tour.

Da die MeenzerSchwellköpp eine besondere Faszination für die Kinder darstellen, der Traum vom Schwellkopptragen für viele Kinder aber furchtbar lange dauert, bis man endlich stark und groß genug ist, um so ein Symbol der Meenzer Fastnacht selber tragen zu können, hat der SKTC vor drei Jahren Kinnerschwellköpp zusammen mit Dieter Wenger kreiert und mit den Nachwuchskräften zusammen gebaut. Insgesamt 12 Kinnerschwellköpp sind nun im Einsatz und auch diese erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Auf diese Art hat der SKTC langfristig für begeisterte Nachwuchsträger gesorgt. Auffällig ist, dass Eltern ihre Kinder zum Kinnerschwellkopptragen bringen und sich bei der Gelegenheit auch mal den Traum vom Tragen eines großen Schwellkopps erfüllen.

Seit vielen Jahren ist der SKTC auch in der Saalfastnacht aktiv.
Eigene Sitzungen waren bis zum Jahre 2018 fester Bestandteil des SKTC-Veranstaltungskalenders.
Seit letztem Jahr geht der SKTC aber auch hier neue, modernere Wege. Eine Mischung aus Sitzung undStehung wird mittlerweile den vielen Mitgliedern und Freunden des SKTC im Drusussaal auf der Zitadelle geboten.
In diesem Jahr findet die Veranstaltung mit vielen Überraschungen am Fastnachtssamstag, 22.02., um 19:11 Uhr als Schwellköpp&Friends-Party statt.

 

Am 11.11. wird in Mainz wieder das Närrische Grundgesetz verkündet – Ganztägiges Bühnenprogramm auf dem Schillerplatz

Der Contdown läuft zur Verkündung des Närrischen Grundgesetzes am 11.11.2019 vom Balkon des Osteiner Hofs. © Archivbild: Diether v Goddenthow
Der Countdown läuft zur Verkündung des Närrischen Grundgesetzes am 11.11.2019 vom Balkon des Osteiner Hofs. © Archivbild: Diether v Goddenthow

Der närrische Mainzer Countdown läuft: Am 11.11. um 11 Uhr 11 ist es wieder soweit: Dann verkündet der älteste Mainzer Carneval-Verein, der MCV, in Beisein des Mainzer Oberbürgermeisters dem Narrenvolk vom Balkon des Osteiner Hofes aus das Närrische Grundgesetz.

Bereits gegen 10.00 Uhr werden allmählich närrische „Horden“ aus allen Himmelsrichtungen in bunter, unverkennbarer verrückter Kluft mit Fahnen, Trommeln und Trompeten zum Schillerplatz ziehen, gemeinsam mit den MCV-Moderatorinnen Tina Dockhorn und Anne Sartoris schunkeln, während die Schwellköpp weithin sichtbar einen dezenten Sternmarsch vor der MCV-Bühne vollführen. Unterstützt werden sie von den Moderatoren Andreas Kunze (RPR.1) und Andreas Heck (Rockland Radio).

Impression vom 11.11. am Osteiner Hof. © Archivbild: Diether v Goddenthow
Impression vom 11.11. am Osteiner Hof. © Archivbild: Diether v Goddenthow

Wenn dann schließlich auch die Fahnen am Fastnachtsbrunnen gehisst sind, wird MCV-Präsident Reinhard Urban die Gäste samt Publikum begrüßen. Mit Jacqueline Seuthe und Heinrich Diefenbach wird das erste Prinzenpaar in der Geschichte des Mainzer Carneval-Clubs vorgestellt. Der MCC feiert in der kommenden Kampagne sein 11×11. Jubiläum. Pünktlich um 11.11 Uhr wird die Narrencharta verlesen. Bevor ein kunterbuntes Bühnenprogramm – zusammengestellt von Aline Leber – das närrische Publikum zum Mittanzen und Mitsingen animieren wird, stimmt auch Oberbürgermeister Michael Ebling, bekennender Fastnachter und selbst jahrelang als Protokoller aktiv, die Narrenschar auf das besondere Ereignis ein.

Programm ELFTER ELFTER 2019
Angeleitet von den Moderatorinnen Tina Dockhorn und Anne Sartoris (präsentiert von RPR und Rockland Radio) werden zahlreiche Stimmungssänger und Fastnachtsgruppen bis in die Abendstunden aufspielen und für beste Stimmung sorgen. Darunter unter anderem Oliver Mager, die Spaßmacher Company, Pizzabäcker Ciro Visone, Pit Rösch, Oliver Wiesmann, die Bockiusbrüder, die Meenzer Meedcher und natürlich Thomas Neger und Die HUMBAs.

Im Detail:

  • Warm up – Eintreffen der Narren und Närrinnen auf dem Schillerplatz
  • Countdown MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban -Narrencharta – Vorstellung Prinzenpaar MCC – Ansprache OB – Schlussworte Präsident Balkon Osteiner Hof

Bühnenprogramm 

© Archivbild: Diether v Goddenthow
© Archivbild: Diether v Goddenthow
  • Pit Rösch
  • Die Mainzer Hofsänger (Christoph Clemens)
  • Die Spassmacher (Achim Blees-Wallich)
  • Rheinmainzer Harald Kauth
  • Oliver Mager
  • Thomas Neger und die HUMBA´s
  • Dance Emotion Saulheim (Kayee Dechent)
  • Kevin Wagner
  • Kira Resch
  • Altrheingarde aus Ginsheim (Benno Hochhaus)
  • Laura Stumpf
  • Jeremy D. Frei Cheerleader „dieChaote“
  • Ciro Visone Pizzabäcker
  • Bockiusbrüder Andreas und Matthias
  • Rotrockrappers (Andreas Bockius)
  • Meenzer Meedcher (Sandra Günther)
  • Die Moritze (Moritz Thielen)

Meenzer Herz wird Zugplakette

Die Zug-Plakettchen helfen bei der Finanzierung des Rosenmontagszugs Am besten beide kaufen!!! © Foto: Diether v Goddenthow
Die Zug-Plakettchen helfen bei der Finanzierung des Rosenmontagszugs Am besten beide kaufen!!! © Foto: Diether v Goddenthow

Passend zum diesjährigen Motto „Humor ist Meenzer Lebensart – mit Herz und Toleranz gepaart“, unterstützt von der Mainzer Volksbank, wurde auch das Zugplakettchen ausgewählt. Der Verkauf der Zugplaketten, die für 5 Euro das Stück angeboten werden, ist eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung des Rosenmontagszuges. In diesem Jahr gibt es gleich drei Varianten, gezeichnet übrigens von Michael Apitz: das rote Meenzer Herz, in zwei verschiedenen Ausführungen, sowie als Sonderedition in Gold für 7,50 Euro. „Das Zugplakettchen ist nicht nur ein schönes Sammelobjekt“, erklärt MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, „vielmehr ist es für jeden Narren, der am Zug teilnimmt, sozusagen das Eintrittsgeld für den Rosenmontag“.

Sammelband für Zugplakettchen
Das einmalige Sammelwerk der Mainzer Zugplaketten ist auch in der neuen Kampagne erhältlich. Beginnend mit dem ersten Zugplakettchen von 1950, zeigt der Sammelband alle Zugplaketten des Mainzer Rosenmontagszugs. Mitgeliefert werden Infos über Stückzahlen, Varianten und vieles mehr. Der besondere Clou – damit das Mainzer Plakettenbuch auch zeitlos aktuell bleibt, sind leere Seiten eingeplant. Hier können künftige Zugplakettchen als Sammelbilder eingeklebt werden. Damit schreibt der Sammelband die Geschichte der Mainzer Zugplaketten bequem weiter…bis 2025! Der Sammelband kostet 7,50 Euro und der Einkleber der Jahresplakettchen 1,00 Euro.

Für mehr Sicherheit: Mainzer Festbecher

Impression vom 11.11. am Schillerplatz. © Archivbild: Diether v Goddenthow
Impression vom 11.11. am Schillerplatz. © Archivbild: Diether v Goddenthow

Da Glasscherben in der Mainzer Straßenfastnacht und auf dem Rosenmontagszug immer wieder zu gefährlichen Schnittverletzungen führen, soll auf die Mitnahme von Gläsern und Glasflaschen ganz verzichtet werden – auch am 11.11. auf dem Schillerplatz. Als ausschließliches Trinkgefäß hat der MCV einen Festbecher aus Kunststoff aufgelegt, der auch in der neuen Kampagne als Kaufbecher für 2 Euro angeboten wird. Man erwirbt ihn einmalig, tauscht ihn bei der nächsten Bestellung, erhält aber am Ende des Tages kein Pfand mehr zurück. „Auch hier kommen die Erlöse aus dem Verkauf zu 100 Prozent der Finanzierung des Rosenmontagszugs zugute“, so Reinhard Urban. Viele werden dieses System zum Beispiel von Weinfesten kennen.

Die Veranstalter bitten auch, möglichst auf größere Taschen und Rucksäcke aus Sicherheitsgründen zu verzichten. Wie schon in den letzten Jahren wird der Schillerplatz wieder eingezäunt und nur durch die Sicherheitsschleusen zu betreten sein. Um pünktlich dabei zu sein, sollte man also ein wenig Zeit mitbringen und frühzeitig kommen.

Älteste Mainzer Garde, die Mainzer Ranzengarde. © Foto: Diether v Goddenthow
Älteste Mainzer Garde: Mainzer Ranzengarde. © Foto: Diether v Goddenthow

Wie jedes Jahr weist der MCV-Präsident vorsorglich daraufhin: „Der 11.11. ist nicht der Anfang der Fastnachtskampagne, an diesem Tag wollen wir lediglich der Narrenzahl Elf huldigen.“ Gefeiert wird rund um den Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz. Nach getaner Narretei werden die närrischen Fahnen erstmal wieder eingepackt und die vierfarbbunte Narrenschar verabschiedet sich in die winterliche Adventszeit, bis dann am 1. Januar 2019 mit dem Neujahrsumzug der Mainzer Garden die Kampagne so richtig losgehen wird.

Bedeutung des 11.11.

Impression vom 11.11. am Osteiner Hof. © Archivbild: Diether v Goddenthow
Impression vom 11.11. am Osteiner Hof. © Archivbild: Diether v Goddenthow

Für die zentrale Bedeutung der Zahl 11 scheint es mehrere Gründe zu geben: Ähnlich wie die Figur des Narren steht die 11 außerhalb der Normen, theologisch gesehen ist die Zahl um eins höher als bei den Zehn Geboten, unterschreitet aber um eins die Zahl der Jünger Jesu. Mit eins über zehn entzieht sich die Zahl elf der kirchlichen Ordnung. Die Elf galt als Zahl der Maßlosigkeit, als teuflische Zahl; sie kennzeichnete alle Menschen, die sich außerhalb der festgelegten Sittengesetze begeben hatten. Dr. Dieter Degreif, Schriftführer der Mainzer Prinzengarde, hat über den Ursprung der närrischen Zahl geforscht. Da man im Mittelalter in jedem Menschen einen Narren sah, der die Zehn Gebote übertrat, „war die Zahl Elf geradezu das Kennzeichen der Narren.“
Die Fastnachtszahl „11“ trat erstmalig 1842 in Erscheinung. Zu der ihr zugrunde liegenden Symbolik gibt es wie gesagt mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Die närrische Zahl 11 tragen einige Garden noch heute auf ihren Mützen. Eine weitere Deutungsmöglichkeit ist der närrische Charakter der Zahl 11, die rückwärts gelesen, die gleiche Zahl ergibt und damit an die verkehrte Narrenwelt erinnern soll. Die Verbindung zum Patronatstag (Dom und Stadt) des St. Martin am 11.11. mit den wichtigen und volkshaften Märkten an diesem Tag (Ende des Wirtschaftsjahres, Pachttag, Stellenwechsel) könnte durchaus ebenfalls eine Rolle für die Narrenzahl spielen, ist jedoch unbewiesen.
Letztlich ist ein eindeutiger Herkunftsnachweis für die „Elf“ – jedenfalls derzeit – nicht möglich. Im Kölner Karneval war und ist die „11“ ebenfalls häufig anzutreffen. Nach einem Bericht von 1826 konnten die Kölner aber schon seinerzeit weder Herkunft noch Bedeutung dieser Zahl erklären. (Text MCV).

Alle Mainzer Fastnachtsveranstaltungen im Überblick!

30 Jahre MCV-Zug-En(d)te – Benefiz-Minigolf-Turnier für MCV-Zug-Ente

Foto: MCV/Bonewitz
Foto: MCV/Bonewitz

Mit einem Benefiz-Minigolf-Turnier unter dem Motto „Rettet die MCV-Zug-Ente“ will der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. am 10. August ab 15:11 Uhr auf dem Gelände des 1. Mainzer Minigolf-Clubs im Hartenbergpark die inzwischen legendäre Zug-En(d)te zukunftsfähig machen. In den letzten Jahren war sie vor oder während des Rosenmontagszugs mehrfach stehen geblieben und auch trotz ehrenamtlicher Generalüberholung des eingebauten Käfermotors immer wieder ins Stocken geraten. So entstand die Idee, den knallgelben Sympathieträger der Mainzer Straßenfastnacht einen neuen Antrieb zu verpassen. Und weil auch bei der Meenzer Fastnacht das Thema Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus rückt, soll die MCV-Zug-En(d)te künftig möglichst umweltfreundlich und eventuell sogar rein elektrisch fahren.

Für die Runderneuerung der Ente bedarf es allerdings einer finanziellen Kraftanstrengung. Um möglichst viel Geld für die Sanierung der Ente zur Verfügung stellen zu können, veranstaltet der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. gemeinsam mit dem 1. Mainzer Minigolf-Club e.V. 1964 das Benefiz-Minigolf-Turnier. Die Teilnahmegebühr für Spieler beträgt 111,00 Euro (inkl. Sektempfang, Imbiss und Getränken), Begleitpersonen zahlen 33,00 Euro (inkl. Sektempfang, Imbiss und Getränken), Kinder bis 16 Jahre zahlen 11,00 Euro (inkl. Imbiss und Getränken), Kinder bis 6 Jahre sind frei. Freiwillige Spenden sind natürlich willkommen. Der Erlös fließt dabei zu 100 Prozent in die umweltgerechte Enten-Sanierung und dient somit einem zweifelsfrei guten Zweck.

Anleitung und Einweisung beim Benefiz-Minigolf-Turnier erfolgt durch erfahrene Turnierspieler des Mainzer Minigolf-Clubs. Unter anderem Deutsche Meister, Europa- und sogar Weltmeister.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Anmeldeschluss ist der 1.August 2019.

Zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas: u.a. Freifahrt-Tickets auf den Schiffen der Köln-Düsseldorfer, die Zugen(d)ten-Spieluhr, eine Mitfahrt beim Rosenmontagszug oder Eintrittskarten für MCV-Sitzungen in der kommenden Kampagne. Außerdem erhält jeder Teilnehmer eine Bade-Zugen(d)te.

Hintergrund:

Viele Jahre lang war ein Schwellkopp in Entenform der klassische Zug-Schluss und signalisierte allen Narren, wo der Rosenmontagszug zu Ende ist. Irgendwann war der Schwellkopp allerdings so schwer beschädigt, dass ein Ersatz her musste. MCV-Wagenbauer Dieter Wenger hatte schließlich 1990 die zündende Idee als er einen alten VW-Käfer geschenkt bekam – er verwandelte den Käfer kurzerhand in die MCV Zug-En(d)te. Vom ersten Tag an war die Käfer-Ente der heimliche Star des Mainzer Rosenmontagszugs. In der kommenden Kampagne feiert die MCV-Zug-En(d)te also 30-jähriges Jubiläum. Auch heute noch muss die Zug-En(d)te beim Rosenmontagszug immer mal wieder stehenbleiben, weil Besucher sich mit ihr zusammen fotografieren lassen wollen.

Vor einigen Jahren wurde die Zug-En(d)te sogar aus dem Rosenmontagszug „entführt“. Ein paar Spaßvögel lotsten den Entenfahrer in eine Seitengasse. Der hatte ob der vielen Menschen einfach nichts mehr gesehen und fuhr der Fastnachts-Truppe hinterher. Die rannten schließlich lachend davon und die Zug-En(d)te konnte nur mit tatkräftiger Hilfe ihren Weg wieder zurück finden. Seither wird sie steht’s von eigenen Entenhütern begleitet.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Zug-En(d)ten-Produkten: Z.B. die Spieluhr-Ente – kuschelig weich, in den Mainzer Fastnachtsfarben und mit Narrenkappe ausgestattet, ein echtes MUSS für jeden Fastnachter. Als besonderer Clou steckt in der Kuschel-Ente eine Narrhalla-Marsch-Spieluhr, sie macht die Zug-En(d)te zum perfekten Begleiter junger Nachwuchsnarren. Für 18,11 Euro ist die Spieluhrente in limitierter Auflage in der MCV-Geschäftsstelle und im Kinderladen Wirth erhältlich, solange der Vorrat reicht.

Der Nachwuchs-Star ist die Baby-Zugen(d)te, sie ist wunderbar als Schlüsselanhänger geeignet oder kann als Glücksbringer im Auto ganzjährig närrisch baumeln. Sie kostet 7,90 Euro.

Längst ist auch eine Bade-Ente erhältlich, sie kostet 6,90 Euro. Ein vierfarbbuntes Vergnügen in jeder Badewanne. Außerdem: Der Enten-Pin mit blinkendem Schwänz’schen für 5,50 Euro.

Nach wie vor beliebt: die Wirbel-Ente. Sie ist 20 cm hoch und ein beliebtes Mitbringsel auf allen Fastnachtsveranstaltung. Immer wenn die Stimmung am Schönsten ist, wird die Wirbelente hochgehalten und leuchtet den Narren entgegen. Die Wirbelente gibt es zum Preis von 9,50 Euro.

Mainzer Rosenmontagszug findet statt!

Der Mainzer Rosenmontagszug findet startet wie geplant am 4.3.2019 um 11.11 Uhr. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Mainzer Rosenmontagszug findet startet wie geplant am 4.3.2019 um 11.11 Uhr. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die gute Nachricht für alle Fastnachter und Fastnachterinnen: der Rosenmontagszug in Mainz findet statt. Seit Tagen befinden sich die Verantwortlichen des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) in permanentem Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst und mit den zuständigen Ämtern und Behörden. Die Prognosen gingen hin und her. Mal Orkan, mal Sturm, mal Böen. „In jedem Fall gab es bislang keine eindeutige Voraussage“, so MCV-Präsident, Reinhard Urban, „sodass wir nach jeder Prognose wieder neu beraten haben.“ Nach dem die Verantwortlichen im MCV sich mit Sicherheitsexperten und Meteorologen beraten haben, ist die Entscheidung gefallen, den Zug laufen zu lassen. „Dabei standen wir nicht nur mit den Meteorologen in konstantem Austausch“, so Pressesprecher Michael Bonewitz, „sondern haben uns auch mit unseren Kollegen in den Fastnachtshochburgen in Köln und Düsseldorf abgestimmt.“

So wird auch in Mainz der Zug mit einigen Einschränkungen stattfinden. Bereits in den letzten Tagen haben die Standbetreiber und Techniker an den Bühnen die Anweisung erhalten, sämtliche Buden, Stände, Bühnen, Tribünen, Zelte, Banner usw. entsprechend wetter- und windfest zu arretieren und anzuspannen. „Wir erweitern diesen Hinweis an alle Stand- und Budenbetreiber oder auch an Privatpersonen, die Zelte oder ähnliches entlang der Strecke aufstellen wollen, auch wenn diese nicht in den Verantwortungsbereich des MCV fallen“, so Urban. Es ist ein Appell der Vernunft und ein Akt der Vorsorge, alles, was durch eine Windböe losgerissen werden könnte, entsprechend sicher zu befestigen. Ganz unabhängig von der Wetterlage, so der MCV weiter, trage jeder Besucher und jede Besucherin grundsätzlich ein gewisses Maß an Eigenverantwortlichkeit, so gesehen sind Hinweise auf etwaige Gefahrenstellen absolut wünschenswert.

In enger Abstimmung mit den reitenden Garden (Ranzen-, Füsilier- und Prinzengarde) wurde zudem entschieden, auf die Mitnahme von Pferden ganz zu verzichten. Harald Faerber, Generalfeldmarschall und Vizepräsident der Mainzer Prinzengarde, der maßgeblich am Pferdesicherheitskonzept mitgeschrieben hat: „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, zumal wir uns das ganze Jahr intensiv auf die Teilnahme am Rosenmontagszug vorbereitet haben. Wir alle, die wir am Rosenmontagszug mitreiten, haben ein enges Verhältnis zu unseren Pferden und gerade weil wir uns dem Tierwohl verpflichtet fühlen, haben wir uns einstimmig dafür entschieden, die Tiere unter diesen Rahmenbedingungen nicht mitzunehmen.“ Zur Beratung wurde auch der Tierarzt, Kai Kreling dazu gezogen.

Um bestimmte Risiken auszuschließen, haben sich die MCV-Verantwortlichen zudem entschlossen, keine Fahnen und keine Schilder beim Rosenmontagszug mit zunehmen.

„Wir wissen, dass viele der über 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Rosenmontagszug auf diesen Tag das ganz Jahr hinfiebern, ob Garden, Vereine, Musikcorps oder Tanzgruppen, es ist eine wunderbare Brauchtumsveranstaltung, die ein Teil der Mainzer Lebensart verkörpert“, so Bonewitz, „umso mehr wünschen wir uns, dass auch der 117. Rosenmontagszug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. sicher und närrisch die rund 7 km lange Strecke absolvieren wird.“

MainzerInnen proben zur Weiberfastnacht am Schillerplatz schon mal den Rosenmontag – Zugente auch wieder flott!

 "Johnny Däpp, Däpp, Däpp ..." . Seit 10.30 Uhr heizen die Humbus und viele, viele andere Supergruppen dem närrischen "Weibervolk" auf dem Schillerplatz ordentlich ein. Am Rosenmontag startet das Programm parallel zum Zug ab 11-00 Uhr auf dem Schillerplatz   © Foto: Diether v. Goddenthow
„Johnny Däpp, Däpp, Däpp …“  Seit 10.30 Uhr heizen die Humbas und viele, viele andere Supergruppen dem närrischen „Weibervolk“ auf dem Schillerplatz ordentlich ein. Am Rosenmontag startet das Programm parallel zum Zug ab 11-00 Uhr auf dem Schillerplatz © Foto: Diether v. Goddenthow

Der närrische Auftakt am Weiberdonnerstag ist mehr als geglückt. Bei herrlichem Wetter und frühlingshaften Temperaturen hat sich nach dem Startschuss um 11:11 durch das Moderatoren-Duo Aline Leber und Andreas Kunze der Schillerplatz auf der MCV-Bühne im Sekundentakt gefüllt. Um 12.11 Uhr waren es 7111 ausgelassen feiernde Närrinnen und Narren, um 12:45 war dann die 8000er Marke geknackt und kurz darauf musste der Zugang zum Schillerplatz vorübergehend eingeschränkt werden. Laut Sicherheitskonzept dürfen sich nur rund 8500 Personen auf der Veranstaltungsfläche rund um den Fastnachtsbrunnen aufhalten. Ab 14:30 hat sich die Lage wieder entspannt und der Einlass ist wieder uneingeschränkt nutzbar.

"Weise Frauen" bitten zum "Hexentanz". © Foto: Diether v. Goddenthow
„Weise Frauen“ bitten zum „Hexentanz“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Während die Stimmung auf dem Schillerplatz närrisch pulsierte, gab es eine wichtige Nachricht für den Rosenmontagszug. Die Zugente ist einsatzbereit und startklar. Was manch einer vielleicht nicht weiß, unter der Ente brummt ein Käfer. Und just dieser VW-Käfer-Motor (Baujahr 1973) stotterte vor einigen Jahren so sehr, dass die Zugente die MCV-Wagenhalle nicht mehr verlassen konnte.

Un uff de Gass sorgten die Thurgau-Wängscht für jazzige Bigbandstimmung. Man kann die geniale, witzige und absolut immer durstige Truppe auch mieten: www.thurgauwaengscht.de © Foto: Diether v. Goddenthow
Un uff de Gass sorgten die Thurgau-Wängscht für jazzige Bigbandstimmung. Man kann die geniale, witzige und absolut immer durstige Truppe auch mieten: www.thurgauwaengscht.de © Foto: Diether v. Goddenthow

Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Firma Auto-Schmidt aus Meisenheim spontan bereit erklärt, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. In diesem Jahr nun hat die Meisenheimer Werkstatt den Motor des alten Käfers komplett ausgebaut, generalüberholt, die Zündanlage erneuert und eine neue Kupplung eingebaut. Nun schnurrt der Käfer unter der Ente und alle sind glücklich, dass die Ente in diesem Jahr runderneuert den Zugweg absolvieren darf. Der MCV sagt Danke nach Meisenheim.

Übrigens: Viele Jahre lang war ein Schwellkopp in Entenform der klassische Zug-Schluss und signalisierte allen Narren, wo der Rosenmontagszug zu Ende ist. Irgendwann war der Schwellkopp allerdings so schwer beschädigt, dass ein Ersatz her musste. MCV-Wagenbauer Dieter Wenger hatte schließlich 1990 die zündende Idee als er einen alten VW-Käfer geschenkt bekam – er verwandelte den Käfer kurzerhand in die MCV-Zugente. Vom ersten Tag an war die Käfer-Ente der heimliche Star des Mainzer Rosenmontagszugs. Auch heute noch muss die Zugent(d)e immer mal wieder stehenbleiben, weil Besucher sich mit ihr zusammen fotografieren lassen wollen. Beim Rheinhessen-Jubiläumsumzug 2016 durfte sie sogar schon mal an der Spitze mitfahren.

Zugente. Foto: MCV/Thomas Gottfried
Zugente.
Foto: MCV/Thomas Gottfried

Satirekunst vom Feinsten auf MCV-Motivwagen – Mainzer Rosenmontagszug wird politisch wie nie!!

"Auf die Fresse" gefallen ist Andrea Nahles. Wie gern wäre Andrea Nahles in die Opposition gegangen. Endlich wieder auf Angriff schalten, endlich wieder für die eigenen Positionen einstehen können, keine Kompromisse mehr in der eisernen Umarmung der Kanzlerin eingehen müssen. Der Jamaika-Koalition wollte man auf die Fresse geben, die Vorfreude auf die Oppositionsführerschaft war groß. Doch daraus wurde nichts und es trat ein, was alle befürchteten: Wahlschlappen und miese Umfragewerte – die SPD und ihre Vorsitzende fielen selbst „auf die Fresse“. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Auf die Fresse“ gefallen ist Andrea Nahles. Wie gern wäre Andrea Nahles in die Opposition gegangen. Endlich wieder auf Angriff schalten, endlich wieder für die eigenen Positionen einstehen können, keine Kompromisse mehr in der eisernen Umarmung der Kanzlerin eingehen müssen. Der Jamaika-Koalition wollte man auf die Fresse geben, die Vorfreude auf die Oppositionsführerschaft war groß. Doch daraus wurde nichts und es trat ein, was alle befürchteten: Wahlschlappen und miese Umfragewerte – die SPD und ihre Vorsitzende fielen selbst „auf die Fresse“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Überlebensgroß karikierte Kunstwerke – mit Themen von Trump über Merkel bis zur Queen

Unter dem Motto „Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht“ startet am Rosenmontag 2019 der 117. närrische Zug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. durch die Straßen der Stadt. An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 132 Zugnummern, begleitet von rund 8.600 Teilnehmern und erwarteten 550.000 Zuschauern entlang der Strecke.

"Ausgemerkelt". Nur noch mühsam mit der "AKK-Möhre" versucht die Kanzlerin den lahmenden Koalitionsgaul in Bewegung zu halten.  Im Hintergrund der Motivwagen mit "Trumpwagen" unter dem doppelsinnigen Motto „Rindvieh belastet das Weltklima“. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Ausgemerkelt“. Nur noch mühsam mit der „AKK-Möhre“ versucht die Kanzlerin den lahmenden Koalitionsgaul in Bewegung zu halten. Im Hintergrund der Motivwagen mit „Trumpwagen“ unter dem doppelsinnigen Motto „Rindvieh belastet das Weltklima“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Einer der Höhepunkte und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs sind die Motivwagen, die alljährlich herrlich humorvoll mit satirischen Seitenhieben gespickt Ereignisse und Persönlichkeiten auf die närrische Schippe nehmen. In diesem Jahr ziehen insgesamt 11 Motivwagen ihre überlebensgroß karikierten Kunstwerke durch die Gassen.

Selbstverständlich darf Donald Trump nicht fehlen, der als Rindvieh das Weltklima belastet, genauso wenig wie Angela Merkel, die auf einem recht schlappen Koalitions-Gaul versucht, weiter zu reiten, auch die Queen wirkt recht sportiv und flieht vor dem Brexit. Einen satirischen Seitenhieb bekommt Horst Seehofer ab, der einen unfreiwilligen Jagdunfall zu spüren bekommt. Karikiert werden unter anderem der Schilder- und Baustellen-Wald in Mainz mit Endzeit-Stimmung, die Nachwirkungen des Bibelturm-Projekts oder Andrea Nahles, die ein wenig mit der Schuhgröße zu kämpfen hat.

"Zum Kotzen" , während die Welt, insbesondere die Weltmeere  im Plastik-Müll verversinken, versucht auf dem hinteren "Brexit-Wagen" Queen Elisabeth einen Asylantrag in die EU zu stellen. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Zum Kotzen“ , während die Welt, insbesondere die Weltmeere im Plastik-Müll versinken, versucht auf dem hinteren „Brexit-Wagen“ Queen Elisabeth einen Asylantrag in die EU zu stellen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vorgestellt wurden heute die Motivwagen traditionell am Dienstag vor Fastnacht, wobei die vom MCV gebauten Motivwagen seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Aspekt des Mainzer Rosenmontagszugs sind. Gebaut werden sie seit über 55 Jahren vom MCV-Wagenbauer Dieter Wenger und seinem Team. Die Motivwagen glossieren sowohl innerstädtische oder regionale wie auch bundes- oder weltpolitische Themen. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen. Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

„Wanderprediger“ heißt dieser klerikale "MeToo"-Wagen, der mit Nonnen- und insbesondere Kindesmissbrauch   abrechnet, unter anderem mit: "Schweinepriesters Nachtgebet: „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich zu den Kindlein komm. Schließ die Augen, schau nicht hin, wenn ich übergriffig bin. Werdʼ ich doch geschnappt dabei, schick mich in die nächst Pfarrei.“ © Foto: Diether v. Goddenthow
„Wanderprediger“ heißt dieser klerikale „MeToo“-Wagen, der mit Nonnen- und insbesondere Kindes-Missbrauch abrechnet, unter anderem mit dem Reim: „Schweinepriesters Nachtgebet: „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich zu den Kindlein komm. Schließ die Augen, schau nicht hin, wenn ich übergriffig bin. Werdʼ ich doch geschnappt dabei, schick mich in die nächst Pfarrei.“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Über die Motivwagen im Rosenmontagszug entscheidet die Zugleitung des MCV. Jedes Jahr stimmt sie in einer Sitzung über die Ideen und Entwürfe ab, mit denen die aktuelle Politik karikiert werden soll. Zeichnerisch umgesetzt hat sie wie schon im vergangenen Jahr Michael Apitz. Ist die endgültige Entscheidung gefallen, werden die Plastiken in der Wagenhalle des MCV in Mombach gebaut und die passenden Verse geschmiedet. Früher wurden die Figuren aus Maschendraht geformt, mit Rupfen (poröses Gewebe) bezogen, eingegipst und bemalt. 1967 kam erstmals Styropor zum Einsatz. Heute werden die Figuren der Motivwagen mit der Säge aus Styroporblöcken herausgeschnitten. Die Feinarbeit erfolgt mit dem „heißen“ Draht und elektrischen Schlingen. Polierwerkzeuge geben den letzten Schliff, bevor die Figuren farbig gestaltet werden. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. (MCV).

Programm am Weiberdonnerstag
28.02.2019 ab 11:11 Uhr Schillerplatz, Mainz
MCV/RPR Weibertanz auf der Lu
ca. Uhrzeit Nr. Interpret
10:30 Aufbau – Soundcheck
11:00-11:11 Warm UP – Leber / Kunze RPR
11:15-11:30 Jeremy und die Chaote Cheerleader
11:30-12:00 1 Bockius /RotRockRappers
12:00-12:15 2 Kira Resch
12:15-12:40 3 Rheinmainzer
12:40-12:55 4 Pit Rösch
12:55-13:25 5 Spassmacher
13:25-13:35 6 Secco Sisters
13:35-13:50 7 Frederick van der Sonne/Tobias Mayer
13:50-14:05 8 Altrheingarde
14:10-14:30 9 die Humbas
14:30-14:40 10 x-Act Dance
14:40-15:10 11 Oliver Mager
15:10-15:25 12 Handkäs un sei Mussig
15:25-15:35 13 TCV-Menshow
15:35-15:50 14 Sironaboys
15:50-16:05 15 Die Meenzer Meedscher
16:05-16:20 16 Ciro Visone
16:20-17:00 17 Dirty Glamour

17:11 Uhr Ende Liveprogramm

Programm am Fastnachtsonntag

Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Fastnachtsonntag, 03.03.2019 ab 12:11 Uhr Schillerplatz, Mainz
MCV/RPR Tanz auf der Lu
Uhrzeit Nr. Interpret
Ab 11:00 Aufbau, Soundcheck
Anschließend Warm UP
12:45-13:10 1 DoppelBock /
RotRockRappers
13:10-13:40 2 Spassmacher
13:40-13:50 3 Kira Resch
13:50-14:10 4 Rheinmainzer
14:15-14:35 5 Oliver Mager
14:35-14:45 6 X-Act-Dance
14:50-15:05 7 Pit Rösch
15:05-15:25 8 die Humbas
15:25-15:35 9 Sweet Diamonds
15:40-15:55 10 Handkäs un sei Mussig
15:55-16:10 11 Ciro Visone
16:15-16:30 12 Fleischworschtathlete
16:35-16:55 13 Altrheingarde
17:00-17:10 14 O-Town-Player
17:10-17:30 15 Ernesto Negro un die geheilte Gänsjer

Aufbau + Soundch. ab 17:30 Kontrollverlust

Rosenmontagszug am 4.März 2019

An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 132 Zugnummern, begleitet von rund 8.600 Teilnehmern und erwarteten 550.000 Zuschauern entlang der Strecke.

Ausgangspunkt des Mainzer Rosenmontagszuges sind die Straßen rund um die Josefs- und die Boppstraße. Hier stellen sich die einzelnen Gruppierungen auf und werden von MCV-Zugordnern eingewiesen. Von der Boppstraße geht der Zug zur Kaiserstraße zuerst in Richtung Hauptbahnhof, um dann kurz davor eine 180°-Wendung zu machen und auf die andere Straßenseite in Richtung Rhein zu gelangen. Er umrundet die Christuskirche und biegt in die Bauhofstraße ein. Von dort führt der Zugweg in die Große Bleiche, die Große Langgasse und über die Ludwigsstraße zum Gutenbergplatz, Theater und Höfchen. Weiter geht der Zug am Mainzer Dom entlang über die Domplätze zur Rheinstraße und biegt dort in südlicher Richtung auf die Rheinstraße ab. Über die Holzhofstraße, Weißliliengasse geht es zurück zur Ludwigsstraße und weiter zum Schillerplatz und an dem Fastnachtsbrunnen entlang. Über die Schillerstraße führt der Zugweg zur Münsterstraße und in Richtung Alicebrücke/Binger Schlag, wo sich der Zug dann auflöst.

Infos zum Rosenmontagszug