KICK OFF August Macke. Paradies! Paradies? – vom 2. bis 30. November wegen Corona-Schutzmaßnahmen geschlossen

Ausstellungansicht. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
Ausstellungansicht. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Die gestern erst im Museum Wiesbaden eröffnete Ausstellung „August Macke. Paradies! Paradies?“ muss auf Beschluss des hessischen Corona-Kabinetts nach dem ersten Ausstellungswochenende vorübergehend vom 2. bis 30. November 2020 schließen.

„Die Schließung des Museums Wiesbaden wie der anderen Kulturinstitutionen stimmt uns natürlich sehr traurig,“ so Direktor Andreas Henning. „Doch bin ich überzeugt, dass jetzt von uns allen tatsächlich eine große gemeinsame Anstrengung erforderlich ist, damit wir eine verheerende Ausbreitung der Covid-19-Pandemie verhindern. Auch ist es völlig richtig, dass vor allem Kindergärten und Schulen unbedingt geöffnet bleiben müssen, Gottesdienste gefeiert werden sollten und der Handel auch handeln darf. Doch gerade in dieser Zeit wäre es auch wichtig, Seele und Geist des Menschen zu ernähren. Museen sind dafür ausgezeichnete Orte. Und nach allem, was wir wissen, sind es auch sichere Orte, denn man kann jederzeit genügend Abstand zu anderen Gästen wahren. Wir hoffen und wünschen uns daher sehr, dass wir Sie im Dezember wieder im Museum Wiesbaden begrüßen dürfen. Dass Sie hier Anregung und Freude finden, Auf- und Durchatmen können, Sinne und Denken in Schwung bringen.“

Die Werke von August Macke können Sie dann hoffentlich ab Dezember wieder besuchen, die Ausstellung Homecoming — Ludwig Knaus wird aber jetzt nach diesem Wochenende leider frühzeitig beendet. Das letzte Ausstellungswochenende ist es auch für die Studienausstellung Bibliothek der Bäume.

Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter www.museum-wiesbaden.de.

Hessisches CORONA-KABINETT beschließt neue Corona-Maßnahmen – Theater, Kinos, Museen, Gaststätten usw. im November geschlossen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Das hessische Corona-Kabinett hat heute weitreichende Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie vereinbart und damit die einstimmigen Beschlüsse der gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin umgesetzt. „Diese Eingriffe sind äußerst schmerzhaft. Aber wir müssen jetzt handeln“, sagten Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose nach der Kabinettsitzung. „Wenn jetzt alle mitziehen, haben wir guten Chancen, die Pandemie einzudämmen und das Ruder rumzureißen, damit wir möglichst bald auch wieder mehr ermöglichen können.“

Das Kabinett hat folgende Änderungen beschlossen. Diese gelten ab dem 2.11.:

Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum

  • Die Bürgerinnen und Bürger sollen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist ab 2. November nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet, höchstens jedoch mit 10 Personen.
  • Veranstaltungen und Feiern
  • Öffentliche Veranstaltungen finden nur noch bei besonderem öffentlichen Interesse statt. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt
  • Private Veranstaltungen außerhalb der eigenen Wohnung sind untersagt.
  • Zusammenkünfte und Feiern innerhalb der eigenen Wohnung sind nur einem engen privaten Kreis gestattet.
  • Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit
  • Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist in der Zeit von 23 bis 6 Uhr verboten.
  • Reisen
  • Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke erlaubt.
  • Freizeit, Kultur und Sport
    Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören:

a. Theater, Opern, Konzerthäuser, und ähnliche Einrichtungen (Museen)
b. Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und
draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen
c. Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
d. der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme der Sportausübung
allein, zu zweit oder mit dem eignen Hausstand auf und in allen öffentlichen
und privaten Sportanlagen,
d. Schwimm- und Spaßbädern, Saunen
e. Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.

  • Freizeit- und Amateursport ist untersagt, es sei denn er wird alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand ausgeübt.
  • Der Trainings-und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports sowie des Schulsports sind bei Vorlage eines umfassenden Hygienekonzepts zulässig.
  • Museen, Schlösser, Tierparks und Zoos werden geschlossen. Gedenkstätten bleiben geöffnet.

Gastronomie
Restaurants, Gaststätten sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Davon ausgenommen sind Kantinen und Mensen und die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

Die Bundesregierung hat insbesondere für diese Bereiche kurzfristige und umfangreiche finanzielle Hilfen angekündigt.

Dienstleistungen
Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist.

Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physiotherapie, bleiben weiter möglich. Friseursalons bleiben unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet

Geschäfte
Der Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet. Dabei ist sicherzustellen, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 10 qm Verkaufsfläche aufhält.

Krankenhäuser, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen
Besuche in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen bleiben unter strengen Vorgaben möglich. Dabei wird stets berücksichtigt, dass die jeweiligen Regelungen nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation der Betroffenen führen dürfen.

Bildungsangebote
Volkshochschulen bleiben geöffnet.

Quarantäneanordnung
Es wird klargestellt, dass sich Personen bei einem positiven Corona-Tests unmittelbar in Quarantäne begeben müssen. Dies gilt ab dem Vorliegen des Testergebnisses, auch wenn die förmliche Anordnung des Gesundheitsamtes noch nicht erfolgt ist.

Wer mit einer positiv getesteten Person in einem Hausstand lebt, muss sich ebenfalls unmittelbar in zweiwöchige Quarantäne begeben. Für unaufschiebbare Erledigungen wie bspw. den Einkauf von Lebensmitteln gibt es Ausnahmen.

Bei Verstößen gegen die Quarantäneanordnung droht ein Bußgeld von 500 Euro.

Definition Mund-Nasen-Bedeckung
Als Mund-Nasen-Bedeckung zählt jede ans Gesicht anliegende Bedeckung von Mund und Nase, die dazu beiträgt, die Ausbreitung von Tröpfchen und Aerosolen durch Husten, Niesen oder Aussprache zu verringern. Eine Zertifizierung ist nicht notwendig. Plastikvisiere sind davon nicht erfasst, sie sind keine zulässige Mund-Nasen-Bedeckung.

Erweiterte Maskenpflicht in Schulen
Bisher bestand in hessischen Schulen eine Maskenpflicht ausschließlich außerhalb des Klassenraums, also auf dem Schulhof und in den Gängen. Jetzt gilt: Ab der Klasse 5 gilt eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Diese Schülerinnen und Schüler können die Masken in den Pausen abnehmen. Diese „Maskenpausen“ werden vor Ort in den Schulen organisiert.

Erweiterte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit
Auf stark frequentierten Straßen und Plätzen unter freiem Himmel muss immer dann eine Alltagsmaske getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht sichergestellt werden kann. Das gilt insbesondere in Fußgängerzonen.

Erweiterte Maskenpflicht in Fahrzeugen
Wenn sich in einem Fahrzeug Personen aus mehr als zwei Hausständen befinden, ist eine Alltagsmaske zu tragen.

https://staatskanzlei.hessen.de/presse/pressemitteilung/neue-corona-massnahmen-beschlossen-0

Wiesbaden beschließt strengere Kontaktbeschränkungen und weitere Corona-Schutzmaßnahmen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Infektionszahlen in Wiesbaden steigen ungebrochen weiter an. Der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Wiesbaden hat deshalb am Montag, 26. Oktober, weitere Maßnahmen beschlossen. Diese richten sich nach den Vorgaben des Landes im Eskalationskonzept des Landes Hessen für die kreisfreien Städte und Landkreise.

Folgende neue Maßnahmen gelten ab Donnerstag, 29. Oktober, bis vorerst einschließlich Sonntag, 15. November.

Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Personen oder Angehörige aus zwei Hausständen gemeinsam aufhalten. Bei privaten Zusammenkünften mit vornehmlich geselligem Charakter (Feiern) außerhalb von Wohnungen bleibt es bei der in der vergangenen Woche getroffenen Regelung, dass bei diesen maximal zehn Personen zusammenkommen dürfen, dies gilt insbesondere in gewerblich überlassenen Räumen und Gaststätten. Für Zusammenkünfte in privaten Räumen, insbesondere Wohnungen, wird empfohlen, dass sich höchstens zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen.

Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote wie Theater, Opern, Konzerte, Kinos und vergleichbare Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind fortan untersagt. Angesichts der fortschreitenden Infektionszahlen musste die bisherige Regelung, nach der die Teilnehmerzahl auf 100 Personen begrenzt war, noch weiter verschärft werden. Im begründeten Einzelfall kann das Gesundheitsamt Ausnahmen erteilen. Die Begrenzung auf 50 Personen gilt auch für Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften zur Religionsausübung sowie für Trauerfeiern und Bestattungen. Die Begrenzung gilt ebenso für Veranstaltungen und Führungen in Museen, Schlössern, Gedenkstätten, Tierparks, vergleichbaren Einrichtungen sowie für die Zuschauerzahl bei Sportveranstaltungen.

Die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase im öffentlichen Raum wird ebenfalls ausgeweitet. Nicht mehr nur in Gaststätten sowie Übernachtungsbetrieben müssen Gäste beim Betreten und Verlassen sowie beim Verweilen auf Gemeinschaftsflächen wie Sanitärräumen, Garderoben und Wellnessbereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gilt nunmehr unter anderem auch für den Besuch von Gottesdiensten von Glaubensgemeinschaften, den Besuch von Theatern, öffentlichen Vergnügungsstätten und öffentlichen Einrichtungen.

Bereits beschlossen hat der Verwaltungsstab Besuchseinschränkungen in Pflegeeinrichtungen. Sie gelten bis einschließlich Sonntag, 15. November. Personen, die in Alten- und Pflegeheimen oder in ambulant betreuten Wohngemeinschaften leben, dürfen dann maximal drei Mal pro Kalenderwoche für jeweils eine Stunde Besuch von maximal zwei Personen empfangen. Seit Montag, 19. Oktober, ist eine generelle Maskenpflicht in Schulen ab der fünften Klasse in Kraft. Auch der praktische Sportunterricht ist in Schulen für alle Jahrgänge in geschlossenen Räumen untersagt. Beim Trainings- und Wettkampfbetrieb des Profi-, Spitzen- und Amateursports in geschlossenen Räumen sind keine Zuschauer mehr zugelassen, im Freien fortan – wie oben ausgeführt – maximal 50 Zuschauerinnen und Zuschauer. Es gilt außerdem weiterhin das Besuchsverbot für Wiesbadener Kliniken. Die Maskenpflicht an Bushaltestellen wird mit den neuen Regelungen ab Donnerstag, den 29. Oktober, aufgehoben, da das Land inzwischen eine gleichlautende Pflicht für das gesamte Land Hessen erlassen hat, so dass es einer eigenen Wiesbadener Regelung per Allgemeinverfügung nicht länger bedarf. Die Mund-Nasen-Bedeckung ist nach der Landesregelung, die bereits gilt, während des gesamten Aufenthalts an Bushaltestellen zu tragen – unabhängig davon, ob der Mindestabstand zu anderen Personen eingehalten werden kann.

Details aller Regelungen stehen in Allgemeinverfügungen. Diese können auf wiesbaden.de/coronavirus  heruntergeladen werden.

„Wir wissen, dass dies weitere einschneidende Maßnahmen sind. Diese sind aber notwendig, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie wieder zu verlangsamen, Menschen aus Risikogruppen zu schützen und sicherzustellen, dass in Kliniken weiterhin ausreichend Behandlungskapazitäten vorhanden sind“, sagen Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sowie Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz. „Wir bitten alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener um Verständnis und appellieren dringend, sich an die Maßnahmen und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu halten.“

Der Verwaltungsstab trifft sich am Mittwoch, 28. Oktober, erneut um die Situation zu beurteilen. In der Sitzung soll auch darüber beraten werden, ob der Sternschnuppenmarkt, die Winterstubb und Eiszeit stattfinden können oder nicht.

Das Gesundheitsamt ist telefonisch unter (0611) 312828 erreichbar; montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr sowie an den Wochenenden von 9 bis 13 Uhr. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessenweiten Corona-Hotline beantworten unter der (0800) 5554666 täglich von 9 bis 15 Uhr Fragen zur Gesundheit und Quarantäne. Weitere Fragen, Anliegen und Informationen zum Corona-Virus werden montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr beantwortet. Aktuelle Informationen rund um das Thema Corona stehen auch unter wiesbaden.de/coronavirus zur Verfügung.

Auch Frankfurter Weihnachtsmarkt wird jetzt komplett abgesagt – Ausweitung der Maskenpflicht

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wird nun der Frankfurter Weihnachtsmarkt 2020 doch komplett abgesagt.  Archivbild vom 2019er Frankfurter Weihnachtsmarkt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wird nun der Frankfurter Weihnachtsmarkt 2020 doch komplett abgesagt.
Archivbild vom 2019er Frankfurter Weihnachtsmarkt. © Foto: Diether v. Goddenthow

(ffm) Nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen in Frankfurt auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von nunmehr 176,1 hat der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt am Main in einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung am Samstag, 24. Oktober, eine Verschärfung der schon jetzt drastischen Corona-Maßnahmen über das Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen hinaus beschlossen. „Unser Ziel ist und bleibt es, einen neuen Lockdown zu verhindern. Deshalb: Frankfurt trägt Maske. Alle Frankfurterinnen und Frankfurter sind aufgerufen, mitzuhelfen, die Infektionszahlen wieder abzusenken. Seien sie diszipliniert, tragen Sie Masken, halten sie Abstand und waschen Sie ihre Hände,“ sagten Oberbürgermeister Peter Feldmann, Bürgermeister Uwe Becker und Gesundheitsdezernent Stefan Majer.

„Der Virus ist ein unsichtbarer Feind. Er nervt uns alle. Nur wenn wir zusammenhalten, schaffen wir es, ein Stück Normalität zu sichern, die wir uns alle wünschen. Ich erwarte von jedem, dass Rücksicht genommen wird auf die besonderen Risikogruppen. Alle Maßnahmen dienen dazu, Menschenleben zu schützen,“ erklärte Feldmann.

„Mit den jetzt getroffenen Entscheidungen haben abgewogen, was wir zum Schutz unserer Bevölkerung tun müssen und wie weit wir dafür Eingriffe ins öffentliche Leben verantworten können,“ sagte Bürgermeister Becker.

„Die hauptamtlichen Magistratsmitglieder haben am Samstag über die aktuelle Infektionslage beraten und dem Verwaltungsstab weitere verschärfte Maßnahmen zur Entscheidung vorgeschlagen“, erläutert Gesundheitsdezernent Majer, der auch den Verwaltungsstab leitet. „In enger Abstimmung mit dem Land und orientiert an regional einheitliche Maßnahmen gehen wir unseren Weg bei der Pandemiebekämpfung konsequent weiter. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich, weiterhin und noch intensiver gemeinsam mit uns gegenzusteuern, um noch weitergehende Einschränkungen abzuwenden und einen dramatischen Anstieg von schweren Fällen und steigende Todeszahlen zu verhindern.“

Die folgenden Maßnahmen wurden vom Verwaltungsstab aufgrund der weiterhin steigenden Inzidenz entschieden. Sie gelten wie die bisherigen Allgemeinverfügungen zunächst bis einschließlich Samstag, 31. Oktober. Eine Verlängerung aller Maßnahmen ist angesichts der Infektionslage allerdings zu erwarten.

Die neuen Maßnahmen:

Kontaktbeschränkungen
• Aufenthalte im öffentlichen Raum sind nur alleine oder in Gruppen von höchstens fünf Personen aus maximal zwei Haushalten oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet

Erweiterung der Maskenpflicht
• Maskenpflicht bei allen öffentlichen Veranstaltungen und in öffentlichen Einrichtungen,

• Maskenpflicht in Fahrzeugen empfohlen, wenn Mitglieder von mehr als zwei Hausständen mitfahren.

• Maskenpflicht wird erweitert auf innerhalb des Alleenrings und nördlich der Bahnlinie in Sachsenhausen. Empfohlen wird das Masken tragen innerhalb der gesamten Stadt. Bei weiter steigenden Infektionszahlen wird eine Maskenpflicht für die gesamte Stadt geprüft.

Veranstaltungen
• Absage des Weihnachtsmarktes

Alkoholkonsumverbot
• Das Alkoholkonsumverbot auf definierten Plätzen, Orten und Anlagen bleibt weitgehend unverändert. Nur innerhalb der Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr gilt das Verbot im öffentlichen Raum im gesamten Stadtgebiet.

Corona-Infos: „Hessenschau“

Hessen ergänzt das bestehende Präventions- und Eskalationskonzept um weitere Maßnahmen

exground filmfest 33: Wiesbaden hybrid – 13.–22. November 2020 Schwerpunkt Italien – spannendes Programm

© exground
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121 Filme aus 45 Ländern // Themen: starke Frauen & Familienbande // Klaus-Lemke-Special // DAS BRETT in diesem Jahr Publikumspreis // Geld- und Sachpreise im Wert von 17.500 EUR
Das Programm für die 33. Ausgabe von exground filmfest ist ab sofort online verfügbar. In seiner Corona-Edition präsentiert das Festival vom 13. bis 22. November insgesamt 121 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme sowie Klassiker aus 45 Ländern in den Wiesbadener Spielstätten. In Zusammenarbeit mit den neuen Partnern Festivalscope und Shift72 können darüber hinaus große Teile des Filmprogramms OnDemand angeschaut werden. Zum ersten Mal werden Eröffnung und Preisverleihung live übertragen sowie Panels und Filmgespräche für den YouTube-Kanal von exground filmfest aufgezeichnet. In diesem Jahr sichtete das Kuratorenteam über 2.000 Einreichungen aus 111 Ländern. In insgesamt sechs Wettbewerben werden Geld- und Sachpreise im Wert von 17.500 EUR vergeben.

Andra Wink,  Festival-Leiterin © exground
Andra Wink, Festival-Leiterin © exground

Wir sind sehr froh darüber, die vielen Herausforderungen bisher gemeistert und ein qualitativ hochwertiges Festivalprogramm in fast gewohntem Umfang auf die Beine gestellt zu haben“, erklärte Andrea Wink vom Festivalteam auf der heutigen Pressekonferenz. „Wir hoffen darauf, dass die Besucher/-innen in die Wiesbadener Spielstätten kommen und können nur dazu ermuntern, auch das OnDemand-Angebot wahrzunehmen.“

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Programm länderschwerpunkt italien
Programm exground youth days
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Spielstaetten Wiesbaden /Frankfurt /Darmstadt
Weitere Informationen rund um das exground filmfest 33

Festivalfokus: Italien

Der diesjährige Länderschwerpunkt liegt auf Italien, wobei sich viele Werke mit prekären Arbeitsbedingungen befassen.  Im Dokumentarfilm THERE IS A WOLF IN THE PARK OF THE KING (2019) porträtiert Virginia Nardelli das alltägliche und -nächtliche Treiben im Favorita-Park am Stadtrand von Palermo, wo unter anderem Sexarbeiterinnen beim Warten auf Kundschaft Anekdoten teilen. Die Arbeit der trans Prostituierten Bianca setzte Luca Ferri als humorvolles Kammerspiel in THE HOUSE OF LOVE (2020) um, der in einer Doppelvorstellung zusammen mit THERE IS A WOLF IN THE PARK OF THE KING gezeigt wird.

THE HOUSE OF LOVE von Luca Ferri © Taskovski Films LTD /exground
THE HOUSE OF LOVE von Luca Ferri © Taskovski Films LTD /exground

Ein arbeitendes Kind und ein Geflüchteter stehen im Mittelpunkt von Michele Pennettas intimer Studie IL MIO CORPO (Schweiz/Italien 2020). Im Dokumentarfilm THE YOUNG OBSERVANT von Davide Maldi fällt es den jungen Auszubildenden eines Hotels schwer, immer die strenge Etikette und Akkuratesse einzuhalten.

In Kooperationen mit den regionalen Festivals Terza Visione und Verso Sud sowie der Kinothek Asta Nielsen kommen italienische Filmklassiker zur Aufführung, darunter CAMORRA der süditalienischen Filmemacherin Lina Wertmüller. Im Fokus-Rahmenprogramm geben eine Videokunst-Ausstellung mit Clemens von Wedemeyer im Nassauischen Kunstverein, ein Vortrag zur Situation von Geflüchteten, eine Lesung sowie eine Plakatausstellung zum italienischen Genrekino weiteren Einblick in das kulturelle und politische Geschehen sowie die Filmhistorie Italiens. Traditionell laufen einige Filme des Fokus-Programms im Nachspiel in Frankfurt am Main und Darmstadt. Unter dem Titel „exground goes Verso Sud“ präsentiert das Festival einen Film aus dem Schwerpunkt-Programm am 8. Dezember im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. Der Fokus Italien wird vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert.

Programm länderschwerpunkt italien

Länderstatistik, Rahmenprogramm und Spielstätten
Unter den ausgewählten Filmen befinden sich acht Welt-, eine internationale, drei Europa- und 30 Deutschland-Premieren. Die Länderstatistik führt Deutschland mit 41 Produktionen an, gefolgt vom diesjährigen Fokusland Italien (20) und Frankreich (10). Ebenfalls im Programm vertreten sind Filme aus Albanien, Guatemala, dem Irak, Kolumbien und Uruguay.

(vli.) Gerald Pucher exground Filmfest /youth days, Dr. Julia Cloot, stellvertretende Geschäftsführerein Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden u. Andrea Wink, exground Filmfest, © exground
(vli.) Gerald Pucher exground Filmfest /youth days, Dr. Julia Cloot, stellvertretende Geschäftsführerein Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden u. Andrea Wink, exground Filmfest, © exground

Neben dem Filmprogramm erwartet die Gäste bei den exground xtras ein den Umständen angepasstes Rahmenprogramm mit Panels, Ausstellungen und Events wie der beliebten exground-Gong-Show und dem Filmquiz mit Rex Kramer. In der Krypta der Marktkirche wird Moderator Bernd Brehmer in seinem Programm LES ANNÉES SCOPITONES die Vorläufer der Musikvideos präsentieren, die in den 60er-Jahren in jukeboxähnlichen Geräten mit Monitor abgespielt wurden. Seine Auswahl an Scopitones-Perlen auf 16-mm-Originalkopien reicht von Sylvie Vartan über Petula Clark bis Debbie Reynolds sowie Alice & Ellen Kessler.

Außer der Krypta zählen die Caligari FilmBühne und das Murnau-Filmtheater sowie der Nassauische Kunstverein zu den Festivalspielorten. Das Theater im Pariser Hof ist erstmals vertreten und beherbergt in diesem Jahr die LESUNG: QUATTRO LIBRI mit Eva-Maria Damasko und Markus Schippers. Ausgesuchte Filme aus dem Länderschwerpunkt Italien sind wie immer nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Darmstadt (programmkino rex) und Frankfurt am Main (Pupille Kino, Kino des DFF) zu sehen.

Trailer exground filmfest 33: TRANSGRESS BORDERS
Der diesjährige Festivaltrailer TRANSGRESS BORDERS (Deutschland 2020) von Martin Gessner zeigt eindrücklich, wie mit filmischen Mitteln Grenzen, die in der heutigen Zeit auf persönlicher und gesellschaftspolitischer Ebene immer mehr errichtet werden, überwunden werden können.

Filmprogramm: Starke Frauen und Familienbande
Die Lang- und Kurzfilme der Wettbewerbsprogramme zeichnen ein ausgeglichenes Gender-Verhältnis hinter der Kamera: Etwa die Hälfte der Produktionen stammen hier von Regisseurinnen, wie etwa bei sieben der 13 Langfilme in den Sektionen „Made in Germany“ und „Internationaler Jugendfilm-Wettbewerb“.

Thematisch befassen sich diverse Filme im Programm mit starken Frauen und Familienbanden: In der französisch-kanadischen Westernhommage SAVAGE STATE (2019) [L‘ÉTAT SAUVAGE] von David Perrault spielen Frauen einmal nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern haben den Colt fest in der Hand.

Die schräge Einzelgängerin Patty (Emily Skeggs) macht sich in Adam Carter Rehmeiers DINNER IN AMERICA (USA 2020) nichts aus vermeintlichen Schönheitsidealen. Zusammen mit dem flüchtigen Punkrocker Simon (Kyle Gallner) zieht sie auf einem irren Roadtrip durch die verfallenen Vororte des Mittleren Westens.

SAVAGE STATE von David Perrault © Pyramide International /exground
SAVAGE STATE von David Perrault © Pyramide International /exground

Starke Familienbande zeigt der Debütfilm TAGUNDNACHTGLEICHE von Lena Knauss (Deutschland 2020). Alexander begegnet endlich der vermeintlich großen Liebe seines Lebens in Gestalt der Varietékünstlerin Paula. Als er nach Paulas plötzlichem Unfalltod ihre Familie kennenlernt, fühlt Alexander sich auch zu deren Schwester Marlene hingezogen. Zunehmend verliert er sich zwischen den beiden Frauen und zwei Lieben.

Blicke in die Familienvergangenheit gewähren gleich zwei Dokumentarfilme: Während Janna Ji Wonders in WALCHENSEE FOREVER (Deutschland 2020) eindrucksvoll die Geschichte ihrer Familie über ein ganzes Jahrhundert erzählt, geht Sharon Ryba-Kahn in DISPLACED (Deutschland 2020) der Geschichte ihres Vaters auf den Grund. Der Versuch der Nachfahrin von Shoah-Überlebenden, mit dem Vater über dessen Vater während der Shoah zu sprechen, erweist sich als schwierig.

Gesellschaftskritik
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt im exground-Programm ist die Kritik an gesellschaftspolitischen Umständen. In THE EVENING HOUR (USA 2020) adaptiert Regisseur Braden King die gleichnamige Novelle von Carter Sickels: der 30-jährige Altenpfleger Cole Freeman verdient in einer postindustriellen Kleinstadt in den Appalachen mit Drogenhandel Geld dazu. Eine Anklage der verheerenden Auswirkungen, die Bergbauunternehmen auf Gesellschaft und Natur haben.

Ein Exposé über Bürger zweiter Klasse in einer intoleranten Gesellschaft liefert NASIR von Arun Karthick (Indien/Niederlande 2020). Nasir verliert trotz harter Arbeit und beengter Verhältnisse nicht seine gute Laune und seinen Glauben an das Gute. Als Muslim in Südindien ist er jedoch einem immer brutaleren Hindu-Nationalismus ausgeliefert.

Mit dem Status quo deutsch-jüdischer Identität befasst sich MASEL TOV COCKTAIL (Deutschland 2020) von Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch. Dimitrij Liebermann (19) ist Jude und soll sich bei Tobi für den Schlag ins Gesicht entschuldigen. Auf dem Weg zu Tobi steht Dimitrij immer wieder vor einem Kampf, den er überwinden muss: seiner deutsch-jüdischen Identität. Der vielfach ausgezeichnete 30-Minüter läuft bei exground filmfest im Programm MiG 3-er mit zwei anderen mittellangen Filmen.

Klaus-Lemke-Special

EIN CALLGIRL FÜR GEISTER von Klaus Lemke © KLF /exground
EIN CALLGIRL FÜR GEISTER von Klaus Lemke © KLF /exground

Zu Ehren von Klaus Lemke, der gerade seinen 80. Geburtstag feierte, zeigt exground filmfest zwei seiner neuesten Produktionen. Als Inbegriff eines „Independent Filmmakers“ verschmäht Klaus Lemke das deutsche Filmförderungssystem und dreht mit kleinem Budget das, was ihn wirklich interessiert.

In EIN CALLGIRL FÜR GEISTER (Deutschland 2020) entsorgt eine tödliche Blondine im weißen Ford Gran Torino verliebte Opfer im Kanal von Venedig. Die schwarze Komödie im noch sorglosen München 2019 ist der finale Teil von Lemkes MAXVORSTADT-BALLADEN.

Seinen unvollendeten Projekten verschafft der Meister des unabhängigen deutschen Films mit BAD BOY LEMKE eine Plattform. Denn auch die in die Tonne gehauenen Werke sind radikal und kraftvoll.

Wettbewerbe beim exground filmfest
In insgesamt sechs Wettbewerben vergibt das exground filmfest Geld- und Sachpreise im Wert von 17.500 EUR (Übersicht aller Auszeichnungen). Die Jury des 19. Internationalen Kurzfilm-Wettbewerbs besteht aus Alexandra Gramatke, Geschäftsführerin der Kurzfilm Agentur Hamburg, Thomas Johnson, Künstler und Filmemacher aus Großbritannien, und Marion Klomfass, Festivalleiterin von Nippon Connection aus Frankfurt am Main.

Der Preis DAS BRETT kann in diesem Jahr wegen Covid-19 nicht von der Gefangenenjury vergeben werden. Daher hat sich der Trägerverein von exground filmfest, der Wiesbadener Kinofestival e. V., entschlossen, das Preisgeld selbst zu stiften und das Publikum in den Kinos über den Gewinnerfilm entscheiden zu lassen.

Programmheft exground 33 Wiesbaden hybrid

17. exground youth days
© exground
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13 Filme aus 13 Ländern // Bewerbung für Jugendjury noch möglich // Kein Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb
Die 17. Ausgabe der exground youth days, der Jugendfilmsektion von exground filmfest, wird vom 14. bis 18. November 2020 stattfinden. Die insgesamt 13 Lang- und Kurzfilme aus 13 Ländern (darunter viele deutsche Produktionen) kommen wie das übrige exground-Filmprogramm in den Wiesbadener Spielstätten zur Aufführung und können darüber hinaus on Demand angeschaut werden. Für die Jugendjury, die im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb über den besten Lang- und Kurzfilm entscheidet, können sich interessierte Filmfans noch bis Ende Oktober bewerben. Zusammen mit dem Publikumspreis für den besten Langfilm werden bei den exground youth days Auszeichnungen im Wert von 4.000 EUR vergeben. Der Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb, der Filme von jungen Regietalenten aus Wiesbaden und Umgebung präsentiert, findet in diesem Jahr coronabedingt nicht statt.

Internationaler Jugendfilm-Wettbewerb: Liebe, Sex und Tod

Eröffnet werden die exground youth days mit LOVECUT (Österreich/Schweiz 2020) von Iliana Estañol und Johanna Lietha. In Momentaufnahmen folgt der Film sechs jungen Digital Natives in Wien auf der Suche nach einem Platz im echten Leben. Auf schmerzliche Art müssen sie erfahren, dass Liebe, Sex und Identität in der Welt aus Chats und Dating-Apps nicht unkomplizierter werden. Seit 2014 haben Iliana Estañol und Johanna Lietha als Drehbuch- und Regie-Duo an ihrem Debütfilm LOVECUT gearbeitet, der im Januar 2020 beim Filmfestival Max Ophüls Preis seine Uraufführung feierte und den Fritz-Raff-Drehbuchpreis für das beste Drehbuch erhielt.

In Philipp Klingers Spielfilm ALBTRÄUMER (Deutschland 2020) zerbricht für die 17-jährige Rebekka nach dem Selbstmord ihres Bruders die heile Welt in ihrem Dorf. Gegen den Widerstand ihrer Eltern entspinnt sich eine Liebesbeziehung zum Außenseiter Vincent, die ebenso heilsam wie zerstörerisch ist. Einfühlsam inszeniert Philipp Klinger in seinem Debütfilm den Umgang mit Trauer und Tod.

Mauricio Leiva Cocks kolumbianisch-mexikanische Produktion THE NIGHT OF THE BEAST [LA NOCHE DE LA BESTIA] (2020) lässt die Herzen von Metal-Fans höher schlagen. Die Freunde Mario und Francisco fiebern dem ersten Auftritt ihrer Lieblingsband „Iron Maiden“ in Bogotá entgegen. Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als Ganoven die Eintrittskarten stehlen. Untermalt mit Tracks der Kultband, gelingt Regisseur Cock in seinem ersten Langfilm eine hinreißende Komödie über Freundschaft und Leidenschaft.

Kurzfilme bei den exground youth days

Im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb blicken sechs internationale Kurzfilme, die jeweils vor einem Langfilm gezeigt werden, auf die Lebenswelten jugendlicher Protagonisten. Zum dritten Mal vergibt die Jugendjury einen Preis für den besten Kurzfilm, dotiert mit 500 EUR und gestiftet vom Wiesbadener Kinofestival e. V.

BECKY’S WEIGHTLOSS PALACE von Bela Brillowska (Deutschland 2020) gibt eine ganz neue Perspektive auf die immergleichen, prüden und dunklen Darstellungen von Magersucht in den Medien. Der 14-jährige Bela Brillowska wurde für seinen raffinierten Film bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Jugendjury bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen.

In UNLEADED [SANS PLOMB] (Frankreich 2019) von Louise Groult plant die 17-jährige Martha abzuhauen, da sie ihr Zimmer nicht mehr mit ihrer kleinen Schwester Lili teilen möchte. Marthas nächtlicher Fluchtversuch nimmt eine unerwartete Wendung, als sie von Lili überrascht wird.

Anders als geplant läuft auch Christophs Coming-Out-Versuch in Clara Zoë My-Linh von Arnims Spielfilm IN DEN BINSEN (Deutschland 2019). Furchtbar verkatert, krümmt Christoph sich neben seiner Mutter auf einem Hochsitz. Während sie einen Hirsch im Visier hat, fasst Christoph sich ein Herz – doch da geht auf einmal alles schief.

Programm exground youth days

Weitere Informationen rund um das exground filmfest 33

Kultursommer Rheinland-Pfalz 2020 – Überblick über die Veranstaltungen bis Anfang 2021

Logo-ZukunftKuso-highIn diesem Jahr ist vieles anders. Aus diesem Grund eröffnete Kulturminister Konrad Wolf die Pressekonferenz mit den Worten: „Der heutige Rückblick auf den Kultursommer 2020 kann natürlich kein gewöhnlicher Rückblick sein. Es war ja auch kein gewöhnlicher Kultursommer. Ich freue mich, dass trotz der außergewöhnlichen, corona-bedingten Situation viele Veranstaltungen stattfinden konnten und ich danke allen Beteiligten, denn ohne deren Einsatz wäre dies nicht möglich gewesen.“ Da einige der Projekte, die für 2020 geplant waren, nach 2021 verschoben werden konnten, heißt das Motto auch im kommenden Jahr noch einmal „Kompass Europa: Nordlichter“.
„Natürlich werden nicht nur ausgefallene Projekte nachgeholt“, so Kulturminister Wolf, „sondern es wird auch neue Projekte geben.“
Bis zum 31. Oktober kann die Kulturszene des Landes noch ihre Anträge stellen um eine Förderung zu erhalten und damit Teil des Kultursommers 2021 zu werden.

Als der Minister Anfang März das Programm des Kultursommers 2020 vorstellte, herrschte große Vorfreude: Etwa die Hälfte der insgesamt ca. 200 geförderten Projekte widmete sich dem aktuellen Motto „Kompass Europa: Nordlichter“, viele hatten Künstlerinnen und Künstler aus den Skandinavischen und Baltischen Ländern oder Island eingeladen oder planten Originalkunstwerke auszustellen. Nur wenige Tage später lauteten die brennenden Fragen: Können in den nächsten Monaten überhaupt Kulturveranstaltungen mit Publikum stattfinden? Können Künstlerinnen und Künstler reisen? Und ab wann wird was wieder möglich sein?

Schon im März konnte der Kultursommer den Veranstaltern ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen: Terminverschiebung bis in den Dezember, inhaltliche Anpassung, andere Veranstaltungsorte oder auch die teilweise oder vollständige Digitalisierung der Kulturangebote. All das machte möglich, dass immerhin fast 2/3 der ursprünglich geplanten Projekte realisiert werden konnten – und auch noch können. Die Reihen „Westerwälder Literaturtage“, „Gegen den Strom“ an der Lahn, „Philosophien des Glücks in Dänemark und Deutschland“ im Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen, Palatia Jazz mit einigen Konzerten in der Speyerer Gedächtsniskirche und andere werden nun bis in den Spätherbst Veranstaltungen anbieten, manche Ausstellungen gehen sogar darüber hinaus. Durch Absagen freigewordene Mittel wurden kurzfristig umverteilt. Insgesamt konnte alleine der Kultursommer dadurch drei Dutzend zusätzliche Projekte fördern. „Manche Veranstalter konnten ihre Angebote spontan den Gegebenheiten anpassen und haben neue Kulturangebote initiiert, die wir gerne unterstützt haben“, so Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Geschäftsführer des Kultursommers. Zunächst rein digital, dann die geplanten Ausstellungen, dann „Live im Autokino“-Projekte ab Mitte Mai, denen ab Mitte Juni auch wieder Indoor- und Open-Air-Veranstaltungen folgten.

Die Förderungen einiger Projekte wurden aufgestockt, damit sie – unter veränderten Bedingungen – stattfinden konnten. So bot z.B. Michael Kötz mit Open-Air-Vorführungen ein kräftiges Lebenszeichen der Filmfestspiele Ludwigshafen: Täglich liefen drei Vorstellungen für maximal je 350 Besucher; 15.000 kamen insgesamt. Im Rahmen dieses Kultursommers haben einige Festivals bereits auf hybride Formate umgestellt oder andere Formate entwickelt. Die zweiten „Heimat-Europa Filmfestspiele“ in Simmern fanden als Autokinofestival und Open Air statt und hatten erfreuliche 4600 Gäste in vier Wochen. Das Internationale Musikfestival Koblenz IMUKO, das Festival Grenzenlos Kultur in Mainz,das Lahnsteiner Bluesfestival und einige Veranstaltungen der Westerwälder Literaturtage im KulturWerk Wissen wurden und werden als Hybridveranstaltungen angeboten, und auch kleinere Veranstalter haben sich die Technik zunutze gemacht. Mit einem fahrenden Musikzimmer, Klang- und Rauminszenierungen sowie Konzert- und Weingenüssen für die eigenen vier Wände setzte sich das Mosel Musikfestival im August „in Bewegung“ und „Bingen swingt! auf Bestellung“ hat seine Fans ebenfalls zuhause besucht.

Großveranstaltungen und vor allem Veranstaltungen mit Gästen aus den acht nordeuropäischen Ländern konnten nicht stattfinden. Darum gilt das Motto „Kompass Europa: Nordlichter“ in 2021 erneut. Die Kompassnadel wird dann 2022 auf Osteuropa weisen; 2023, wenn Rheinland-Pfalz die Präsidentschaft in der Großregion innehaben wird, auf Westeuropa und 2024 auf Südeuropa.

Die offizielle Eröffnung des Kultursommers wird weitgehend mit dem bereits für 2020 geplanten Programm in Zweibrücken stattfinden. Vom 30. April bis 2. Mai werden dort zahlreiche Mitwirkende aus den Ländern Nordeuropas erwartet. Das Team aus Stadt und Kultursommer arbeitet intensiv daran, das Kulturfest zu einem genussvollen und sicheren Event für die ganze Familie zu machen.

„Natürlich werden nicht nur ausgefallene Projekte nachgeholt“, so Kulturminister Wolf, „sondern es wird auch neue Projekte geben.“ Bis zum 31. Oktober kann die Kulturszene des Landes noch ihre Anträge stellen um eine Förderung zu erhalten und damit Teil des Kultursommers 2021 zu werden.

Mehr zum Kultursommer Rheinland-Pfalz unter
www.kultursommer.de und www.facebook.com/kultursommer.rlp .

Noch im Kultursommer 2020 zu erleben:
(Änderungen vorbehalten)

bis 25.10.2020 | Ausstellungsreihe: „Kompass Europa: Nordlichter“
in Schönecken / Eifel
bis 31.10.2020 | Hei, Hej! Filme aus dem Norden – cinemayence, Mainz
bis 31.10.2020 | Ausstellung: Konsonanz – sucht das Freie doch die Nähe zur Ordnung
Galerieräume der Fruchthalle Kaiserslautern
bis 31.10.2020 | Im Hause des Vaters gibt es viele Wohnungen – Teil III: pilger/reise
Ausstellung im Fronhof Leutesdorf u. Buchhandlung Ankerbuch, Andernach
bis mind. 31.10.2020 | #stayathomeKaiserslautern – Open-Air-Ausstellung
bis 08.11.2020 | Ausstellung „Alter Schwede“, Kunstpfade Sankt Martin, Pfalz
9 x Blind Date mit skandinavischer Kunst; Rundgang auch als Video verfügbar
bis 14.11.2020 | Enjoy Jazz; Ludwigshafen
bis 15.11.2020 | SKRIK (Schrei); Ausstellung MAM Kunstverein in Neumagen-Dhron
bis 18.11.2020 | 19. Westerwälder Literaturtage
mit „Nordlichter“-Schwerpunkt
bis 19.11.2020 | DENKBARES – Begegnungen mit Menschen und Büchern
literarisch-philosophischen Begegnungen im Norden des Landes
bis 23.11.2020 | Helmut Schmidt. Hanseat-Staatsmann-Weltbürger
im Willy-Brandt-Forum Unkel
bis 04.12.2020 | „Glück“ Komödie von Eric Assous; Theater Am Ehrenbreitstein
bis 12.12.2020 | Festspiele Ludwigshafen
bis 18.12.2020 | „Gegen den Strom“ – Festival an der Lahn
bis 30.12.2020 | Sonderausstellungen „Pippi Langstrumpf, Petterson und Mama Muh“
& „The voice of puppetry“ im PUK Bad Kreuznach
bis 30.12.2020 | Bildende Kunst virtuell erlebbar machen – Videos des Zehnthaus Jockgrim
bis 09.01.2021 | Wanderausstellung „Fake News“ in Kaiserslautern und Ludwigshafen
bis Frühjahr 2021 | Sondervorstellungen „marionettissimo“ im PUK Bad Kreuznach

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24.10.2020 & 01.11.2020 | 26. Koblenzer Mendelssohn-Tage
25.10.2020 | Windrose: Nord; Konzert im Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern
25.10.2020 – 19.12.2020 | Folk & Fools Spezial in Montabaur
29.10.2020 – 30.10.2020 | Klingende Nordlichter – Ostseereise
Kinder und Jugendliche singen mit dem Calmus Ensemble, Hambach
29.10.2020 – 01.11.2020 | 2. VISIONÄR FILM FESTIVAL MAINZ
mit jungen Filmemacher*innen aus Nordeuropa
30.10.2020 | Solveigs Songs – Die dunkle Seite des Fjords
Kinder- und Jugendtheater Speyer
30.10.2020 & 27.11.2020 | GIG’N’GO UNLOCKED Teil 2 & 3
online Tanzstück, LiveStream des Ensemble BewegGrund Trier
30.10.2020 – 11.12.2020 | Nuit de la Chanson, Kammgarn Kaiserslautern
31.10.2020 – 02.11.2020 | Nibelungen-Festspiele Worms – „Das Herbstprogramm“
31.10.2020 & 21.11.2020 | Binger Meisterkonzerte
05.11.2020 – 14.11.2020 | FILMZ – Festival des deutschen Kinos, Mainz
06.11.2020 – 07.11.2020 | Kultursommer Wachenheim
Foto-Vorträge zu Lappland, Norwegen, Island
09.11.2020 – 22.11.2020 | 16. Figurentheater-Festival in Hachenburg
12.11.2020 – 29.11.2020 | Finnland – ein Nordlicht zwischen Mythos und Realität, Trier
multimediales Theaterstück
12.11.2020 – 03.12.2020 | Philosophien des Glücks in Dänemark und Deutschland
Ernst Bloch und Henrik Pontoppidan; Ernst Bloch-Zentrum Ludwigshafen
ab Mitte November | Kreativ & Kultur Winter Lounge in der Kulturei, Mainz
27.11.2020 – 07.03.2021 | Joachim Koester, Kunsthalle Mainz
dänischer Konzeptkünstler, Fotograf und Filmschaffender
03.12.2020 – 05.12.2020 | palatia jazz Trostperlen Konzerte
Drei Doppelkonzerte in der Gedächtniskirche in Speyer
03.12.2020 – 10.01.2021 | Festungsvarieté, Ehrenbreitstein
06.12.2020 | Otterberger Abteikirchenkonzert: Bach, WO, Kantaten 1+2 (gekürzt)
10.12.2020 – 20.12.2020 | Nobody’s Company – die fröhliche Revolution, unterhaus Mainz
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außerdem:
bis 07.02.2021 | FLUX4ART. Kunst in Rheinland-Pfalz; Sayn / Pirmasens / Wittlich
bis 18.04.2021 | Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht im Landesmuseum Mainz
mit Begleitprogramm an historischen Orten in ganz Rheinland-Pfalz
bis 13.06.2021 | Der Medicus im Historischen Museum der Pfalz Speyer
bis 12.09.2021 | ECHO – Die Aura der Antike: Werner Kroener im Landesmuseum Trier

Mehr zum Kultursommer Rheinland-Pfalz unter
www.kultursommer.de und www.facebook.com/kultursommer.rlp .

Landeshauptstadt Mainz verschärft ab 22.10.2020 die Corona-Schutzmaßnahmen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Stadt Mainz reduziert ab dem 22. Oktober 2020 die zulässige Personenzahl bei Veranstaltungen und Privatfeiern und beschließt Maskenpflicht in weiterführenden Schulen nach Ferienende. Denn allein am gestrigen Tag gab es 35 Neuinfektionen. Das sei ein sehr hoher Wert, weswegen die Lage in Mainz weiterhin angespannt bliebe, so der Magistrat. Der 7-Tage-Inzidenzwert – mithin die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner pro Woche – hat mit 85 einen Rekordwert erreicht.

Deswegen tagte heute der Verwaltungsstab unter der Leitung von Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch und unter Beteiligung des Gesundheitsamtes. Hierbei wurden aufgrund der weiterhin steigenden Infektionszahlen ergänzende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gegen Coronavirus-Infektionen beschlossen, die die aktuellen Regelungen der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz (CoBeLVO) flankieren.

Die Corona-Warn-Ampel für Mainz steht seit dem 13. Oktober 2020 in Mainz auf „Gefahrenstufe Rot“. Der „Corona Warn- und Aktionsplan Rheinland-Pfalz“ empfiehlt, dass diese Stufe dann erreicht wird, wenn der 7-Tage-Inzidenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten wird. Da die Überschreitung des 50er-Schwellenwertes – aktuell liegt dieser in Mainz bei 85 – derzeit auf einem hohen Level verharrt und davon auszugehen ist, dass die Fallzahlen in den nächsten Tagen auf hohem Niveau und damit deutlich oberhalb dieses Warnwertes verbleiben dürften, hat der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Mainz am heutigen Tage entschieden, die bislang gültigen Einschränkungen und Maßnahmen um einige weitere Schritte zu ergänzen. Auf diesem Wege sollen mögliche Gefahrenquellen für Infektionen weiter reduziert werden.

Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch, der aktuell den Verwaltungsstab leitet, betont: „Die Infektionslage bleibt angespannt. Wir verbleiben auf einem sehr hohen Infektionsniveau. Die Situation muss daher weiterhin als sehr ernst bezeichnet werden. Wir müssen der dynamischen Infektionslage mit weiteren Maßnahmen entgegenwirken, die ab heute Nacht um 0.00 Uhr in Kraft treten werden.
Wir setzen nach der Analyse der vorherrschenden Situation weitere Angleichungen unserer Corona-Vorgaben dort um, wo es uns als zwingend und sinnvoll erscheint: Bei Feierlichkeiten, bei Veranstaltungen im Innen- und Außenbereich, als auch absehbar in den Schulen. Auf Vorschlag der Schulaufsicht und des Bildungsministeriums in der gemeinsamen Task-Force haben wir deshalb auch die Maskenpflicht an Schulen nach den Herbstferien als geeignete Maßnahme beschlossen, um Risiken zum Schulstart weiter zu minimieren. Um Herr des Geschehens zu bleiben, müssen wir in Begleitung des Infektionsgeschehens zudem in der Lage bleiben, die Kontakte der Infizierten weiterhin nachverfolgen zu können. Dies ist von großer Bedeutung. Mit den ergänzenden Regelungen appelliere ich erneut an die Mainzerinnen und Mainzer. Halten Sie sich an die Vorgaben, nehmen Sie Rücksicht auf Ihr Umfeld, halten Sie Abstand, vermeiden Sie größere Zusammenkünfte und reduzieren Sie weit möglichst Kontakte. Denn nur so schützen wir uns selbst, unsere nächsten Angehörigen und Familien sowie jene, die aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung besonders gefährdet sind.

Wir sind alle zu verantwortungsvollem Handeln aufgerufen, helfen Sie mit, das Infektionsgeschehen zu reduzieren. Wir haben es alle weiterhin gemeinsam in der Hand!“

Ab dem morgigen Donnerstag, 22. Oktober 2020 (0.00 Uhr), wurden für das Stadtgebiet Mainz folgende ergänzenden Maßnahmen beschlossen, die in Kraft treten:

Änderung Ziffer 2
• Veranstaltungen im Freien sind anstatt wie bisher mit 250 Personen nur noch mit bis zu 100 gleichzeitig anwesenden Personen zulässig.

Änderung Ziffer 3
• Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur noch mit bis zu 50 gleichzeitig anwesenden Personen unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen zulässig. Die Möglichkeit der erhöhten Personenanzahl bei Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen wurde aufgehoben.

Änderung Ziffer 4
• Privatveranstaltungen, zum Beispiel Hochzeiten oder Geburtstage, sind statt wie bisher mit 20 Personen nur noch mit bis zu 10 gleichzeitig anwesenden Personen auch in angemieteten/zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten oder Flächen zulässig.

Änderung Ziffer 18
• Von dem weiterhin grundsätzlich vorhandenen Prostitutionsverbot kann eine Befreiung erteilt werden, wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass die in § 6a der 11. CoBeLVO festgelegten Pflichten und Gebote erfüllt werden und ein individuelles Hygienekonzept vorgelegt wird.

Änderung Ziffer 21
• Maskenpflicht in Schulen: An allen Schulen in der Stadt Mainz gilt während der gesamten Schulzeit, einschließlich des Unterrichts, eine Maskenpflicht. Ausgenommen davon sind Grundschulen, die Primarstufe an Förderschulen sowie Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung oder motorische Entwicklung.

Martinsumzüge
Unabhängig von diesen per Allgemeinverfügung vorgeschriebenen Maßnahmen, appelliert der Verwaltungsstab der Stadt Mainz auch an die Veranstalterinnen und Veranstalter von St. Martins- oder Laternenumzügen, diese in diesem Jahr auf Grund des sehr dynamischen Infektionsgeschehens und der sehr hohen Infektionszahlen nicht durchzuführen, zumal dies unter den derzeit geltenden Regelungen auch nur schwer möglich wäre.

Freisportanlagen im Stadtgebiet
Weiterhin hat der Verwaltungsstab festgelegt, dass „Freisportanlagen“ wie städtische Bolzplätze, Basketballplätze, Bouleplätze etc. nur noch von max. 5 Personen oder max. zwei Hausständen zeitgleich (entsprechend der Regelung für den Aufenthalt im öffentlichen Raum) benutzt werden dürfen.

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes, in Abstimmung mit der Task-Force des Landes RLP und dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt, erlässt die Landeshauptstadt Mainz daher für die genannten Maßnahmen eine entsprechende Allgemeinverfügung, die noch am heutigen Tag, also Mittwoch, 21. Oktober 2020 veröffentlicht wird und damit ab dem morgigen Donnerstag, 22. Oktober 2020 um 0.00 Uhr Gültigkeit entfalten.

Die Maßnahmen wurden mit der Corona-Task Force, die auf Grundlage des Warn- und Aktionsplans Rheinland-Pfalz den städtischen Verwaltungsstab berät und Empfehlungen ausspricht, abgestimmt und fand deren ausdrückliche Zustimmung. Die Task Force setzt sich zusammen aus Vertretern der Stadtverwaltung Mainz, des zuständigen Gesundheitsamts Mainz-Bingen, des Gesundheitsministeriums, des Innenministeriums, des Bildungsministeriums, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, des Städtetags Rheinland-Pfalz, der Polizei und tagt unter der Leitung des Präsidenten des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung.

Der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Mainz wird die Entwicklung bei der Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen weiterhin kontinuierlich beobachten und die beschlossenen Maßnahmen entsprechend anpassen. Der Verwaltungsstab wird dazu in engen zeitlichen Abständen zusammentreten. Seit März dieses Jahres tagt der Stab regelmäßig und trifft sich ein bis dreimal die Woche.

Aktuelle Informationen der Stadtverwaltung Mainz zu den Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen unter www.mainz.de/coronavirus.

Hessischer Film- und Kinopreis wird im hr-Fernsehen in einer Sondersendung am 22. Oktober bekannt gegeben

Bild © hr
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Wiesbaden. Die Gewinnerinnen und Gewinner des 31. Film- und Kinopreises werden nach der Pandemie-bedingten Absage der Präsenzveranstaltung am kommenden Donnerstag in einer Sondersendung des hr-Fernsehens bekannt gegeben. Der Hessische Rundfunk sendet am Donnerstag, 22.Oktober, von 22.30 Uhr an ein „Hauptsache Kultur Spezial: Der Hessische Film- und Kinopreis 2020“.

Weitere Infos: https://www.hessischerfilmpreis.de/

Die Frankfurter Kunstmesse: Die DISCOVERY ART FAIR findet trotz Corona von 29. 10. bis 1. Nov. 2020 statt – Sie will Kunst wieder erlebbar machen

© discovery art fair
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Nach dem derzeitigen Stand soll vom 29. Oktober bis 1. November 2020 die dritte Ausgabe der Kunstmesse „Discovery Art Fair“ auf dem Frankfurter Messegelände ihre Tore öffnen. Wie die Veranstalter mitteilen sei das in Zeiten wie diesen keine Selbstverständlichkeit. Während viele Messen der letzten Monate abgesagt werden mussten, arbeiteten die DAF-Organisatoren zusammen mit der Messe Frankfurt intensiv daran, die beliebte Kunstmesse so zu gestalten, dass die entspannte und anregende Atmosphäre erhalten bleibt, zeitgleich aber alle Hygienevorschriften und die Sicherheit von Besuchern und Ausstellern gewährleistet ist, so die Veranstalter.

Seit Beginn der Pandemie handelt es sich laut Veranstalter um  die erste Publikumsmesse auf dem Frankfurter Messegelände, die ganz im Zeichen der Kunst steht.

In einer Pressemeldung heißt es weitert: „Der Umzug in die weitaus größere Halle 1, die ehemalige Halle der Art Frankfurt, erlaubt eine aufgelockerte Standarchitektur, Abstandsbereiche und breite Gänge. Zusätzliche Skulpturenplätze bereichern das Angebot der Messe, an der in diesem Jahr auf mehr als 7.000 Quadratmetern rund 100 Aussteller zeitgenössische Kunst aller Sparten präsentieren. Damit konnte die Teilnehmerzahl, trotz geltender Einreise-beschränkungen, im Vergleich zu den beiden Vorjahren sogar noch gesteigert werden, was als wichtiges Signal für den Kunstmarktstandort Frankfurt gewertet werden kann.

Der digitale Messe-Begleiter: Kontaktlose Informationsbeschaffung für Besucher

Als erste Deutsche Kunstmesse wird die Discovery Art Fair Frankfurt die innovativen Leistungen von fynd.art, einem Start-Up aus Österreich, in Anspruch nehmen. Mit der neu entwickelten Web-Applikation können Messebesucher ausgestellte Werke scannen und Informationen über Kunstwerk und Künstler kontaktlos auf ihr Smartphone erhalten. Die gescannten Kunstwerke können in einer persönlichen Merkliste gespeichert werden und sind auch nach der Messe noch abrufbar. Die Web-App übernimmt die Funktion von Flyern und Katalogen und sorgt mit der Möglichkeit zum einfachen kontaktlosen Sammeln von Daten und Fakten nicht nur für eine Optimierung des Messe-Besuchs sondern stellt auch im Rahmen eines umfassenden Hygienekonzepts eine weitere Unterstützung zur Senkung des Ansteckungsrisikos dar.

Tausende Kunstwerke suchen neue Besitzer
Besonders der in der Messelandschaft einmalige, sorgfältig kuratierte Mix aus Galerien, Projekten und Einzelkünstlern sorgt für einen spannenden Einblick in die aktuelle Kunstproduktion. Das Angebot reicht von Malerei, Fotokunst und Arbeiten auf Papier über Skulptur und Installation bis zu Mixed-Media-Arbeiten und Urban Art.

Namhafte Messeteilnehmer wie die Frankfurter Galerie Barbara von Stechow, die Düsseldorfer Galerie Bengelsträter, die Berliner Galerie Gräfe art.concept oder Galerie Augarde aus der Eifel bieten eine attraktive Zusammenstellung von aufstrebenden Newcomern und etablierten Positionen. Junge Galerien und Künstler-Projekte bieten Kunstentdeckern und Sammlern die Chance, für jeden Geschmack und jedes Budget das passende Kunstwerk zu finden. Und die „Artist Section“ offenbart die einmalige Gelegenheit, die Künstler persönlich kennenzulernen und sich mit ihnen über ihre Arbeiten auszutauschen.

Alle Kunstfans, die in einen Dialog mit Künstlern und Galeristen treten wollen und ein einzigartiges Original suchen, sind herzlich eingeladen, am besten vorab ihr Online-Ticket zu buchen, denn die maximale Besucherzahl ist begrenzt.

Außerdem lautet der Apell der Veranstalter an alle Kunstliebhaber, gerade jetzt durch den Kauf eines kleinen oder auch großen Kunstwerkes die Kunstschaffenden zu unterstützen und ihr Zuhause mit ihrem neuen Lieblingswerk zu verschönern.

Aussteller der Discovery Art Fair Frankfurt 2020

Galerien / Projekte
ArsCubis, Art moves Europe e.V., ART2you, Art42, coGALERIE, Die Böden zur Kunst, dieHO Galerie, FineArtCrash, Forum Kunst contemporary, Galeria C4ter, Galerie Augarde, Galerie Barbara von Stechow, Galerie Bengelsträter, Galerie Gräfe art-concepts, Galerie Klose, Galerie le art, Galerie Shia Bender, Galerie WangHohmann, Galerie Wilmsen, Galerie Z22, Hamburger Kunst Galerie, HLP Gallery, Ingallery, MJFdesign Gallery, Kunsthandel Fiedler, Lions-Edition, OpenArtExchange, Parcus Gallery, Paris-Berlin Artspace, Red Corridor Gallery, Rurbrecht Severens Fine Arts, Sarto Art Agency, Schlieder Contemporary, Steinberger Galerien – Kunsthaus am See, Studio Komander, teleSCOPE gallery, Unique Contemporary, Vijion Art Gallery, Wolfram Völcker Fine Art

Präsentation der Einzelkünstler
A.W. Schöps, abstract meets sculpture, Achim Ripperger, Alwin Seel, Anjuta Schneider, Atelier Luke, Axel Becker, Babette Hintz, Birgit Pollklaesener, Brigitte Witzer, Burkhard Schittny, Claudia Botz, Claudia Küster, Daniel Engelberg, Daniela Polz, Danny Frede, Dorothee Wendel, Forman_act, Frank Scheidhauer, frau wiese, Fräulein Nehring, Gabriele Willberg ,Gerd Paulicke, Gerda Jacobs, Heide Fischer, Heike Lin Triebel, Hyeja, Hyp Yerlikaya, Irina Wolff, Irmgard Marx, Isabel Ritter, Jacques Gassmann, Jana Dettmer, Johannes Ehemann, Jörg Minrath, Josef Thalhofer, Jürgen Schmidt-Lohmann, Kaja el Attar, Katja Gehrung, Katrin Sandmann-Henkel, Kerstin Grobler, Kuno Vollet, Leah Rudolph, Lisa Follmann, Ljuba Stille, Lucia Brauburger, Manuela Baltz, Manuela Pasch, Markus Maier, Michael Hartfelder, Monika Lehmann, Nadja Zikes, Niaz Naseri, Oliver Pavic, Pe Hagen, Pia von Reis, Rabe, Rainer Jacob, Reinhold Adscheid, Richard Hoffmann, Sussi Hodel, Tatjana Lee, Thomas Gessner, Thomas Wolter, Tim David Trillsam, Titus Reinarz, Ursula Schregel, Volker W Hamann, Winfried Becker

Discovery Art Fair Frankfurt
Messetage 30. Oktober – 1. November 2020
Eröffnungstag 29. Oktober 2020 – First Choice (nur für geladene Gäste)

Messe Frankfurt, Halle 1 (Eingang City)
Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten
Freitag – Samstag: 11:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag: 11:00 bis 18:00 Uhr

Eintrittspreise
Tagesticket inkl. Katalog 20 EUR | ermäßigt 15 EUR

https://discoveryartfair.com/de/fairs/frankfurt

NEUERÖFFNUNG DES JÜDISCHEN MUSEUMS FRANKFURT

Neueröffnung des Jüdischen Museums am Dienstag, 20. Oktober 2020. (vli.) Andreas von Schoeler, Kulturdezernentin Ina Hartwig, Oberbürgermeister Peter Feldmann und Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums  © Stadt Frankfurt Foto Bernd Kammerer
Neueröffnung des Jüdischen Museums am Dienstag, 20. Oktober 2020. (vli.) Andreas von Schoeler, Kulturdezernentin Ina Hartwig, Oberbürgermeister Peter Feldmann und Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums © Stadt Frankfurt Foto Bernd Kammerer

Deutschlands erstes kommunales Jüdisches Museum öffnet nach mehrjähriger Bauzeit in erweiterter Form am 21. Oktober 2020

Das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt am Main wird nach fünfjähriger Umbauzeit am 21. Oktober 2020 in doppelter Größe wieder eröffnet. Der einzigartige neue Museumskomplex besteht aus dem sorgfältig restaurierten Rothschild-Palais und einem hellen Neubau des renommierten Berliner Büros Staab Architekten. Das neoklassizistische Palais beherbergt die neue Dauerausstellung Wir sind Jetzt: Jüdisches Frankfurt von der Aufklärung bis zur Gegenwart über jüdisches Leben in der Moderne und knüpft damit an die Ausstellungserzählung im preisgekrönten Museum Judengasse an, die seit 2016 viele Besucher angezogen hat. Das neue Gebäude, Lichtbau genannt, bietet Raum für Wechselausstellungen und Veranstaltungen, eine öffentliche Bibliothek, das erste milchig-koschere Café in einem Jüdischen Museum in Deutschland, FLOWDELI, sowie einen Museumsshop, der von der Literaturhandlung betrieben wird. Der Lichthof zwischen den beiden Gebäuden bildet die Adresse des neuen Museums, Bertha-Pappenheim-Platz 1, und präsentiert die eindrucksvolle Skulptur „Untitled“ von Ariel Schlesinger.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt: „Frankfurt ist sicherlich die jüdischste Stadt Deutschlands – und bekommt mit der Neueröffnung des Jüdisches Museums nicht bloß neue und größere Ausstellungsräume, die der jahrhundertelangen jüdischen Vergangenheit unserer Heimatstadt einen angemessenen Rahmen geben. Das Jüdische Museum widmet sich vor allem gegenwärtigem jüdischen Leben in Frankfurt und das ist bundesweit einmalig.“

Ein Zentrum für jüdische Kultur in der Vergangenheit und in der Gegenwart
Das Jüdische Museum Frankfurt hat sich in den vergangenen fünf Jahren auch programmatisch erneuert und das Leitbild eines ‘Museums ohne Mauern‘ gegeben, das sich mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm (Diskussionen, Vorträgen, Konzerten, Filmvorführungen), einer Vielfalt an Bildungsangeboten (Führungen, Workshops, Kreativkurse), die in Teilen auch außerhalb des Museums stattfinden, und einer prägnanten digitalen Strategie an ein diverses, internationales Publikum wendet. Der neue Museumskomplex wird dabei als ein Zentrum für jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart begriffen, das sich im besonderen Maße mit der Frage beschäftigt, wie das Zusammenleben in einer diversen Gesellschaft gelingen kann. Die erste Wechselausstellung Die weibliche Seite Gottes widmet sich dieser Frage in einer kultur- und geschlechtergeschichtlichen Perspektive. Sie präsentiert archäologische Funde, mittelalterliche Handschriften, jüdische Zeremonialobjekte, christliche Ikonendarstellungen sowie Werke der Bildenden Kunst.

„Mit dem Jüdischen Museum Frankfurt hat die Stadt Frankfurt bereits 1988 eine Stätte der Erinnerung und des Wissens geschaffen, die sich herausragende Verdienste um die Bewahrung und Vermittlung der jüdischen Geschichte und Kultur in Frankfurt erworben hat. Die feierliche Neueröffnung nach Erweiterung und Renovierung ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Entwicklung dieses Hauses. Wir wollen, dass jüdisches Leben in diesem Land sichtbar ist – in einer Gesellschaft, die friedlich und in gegenseitigem Respekt miteinander lebt. Antisemitismus und Rassismus, Hass und Hetze dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Mit Bürgermeister Uwe Becker hat unser Land einen Beauftragten für das jüdische Leben und den Kampf gegen Antisemitismus“, so der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig erklärt: „Mit dem neuen Museumskomplexes und dem 2016 wiedereröffneten Museum Judengasse ist ein einzigartiges Zentrum für jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart entstanden, das die Vielfalt jüdischen Lebens historisch und für die Gegenwart auf visuelle, emotionale und kognitive Art erfahrbar macht. Das Jüdische Museum wirkt dabei so einladend wie wenige Gebäude in unserer Stadt, der öffentliche Raum geht fließend in die Ausstellungsfläche über. Diese Offenheit ist ein elementar wichtiges Signal im Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus. Das Jüdische Museum ist einer der wichtigsten öffentlichen Räume unserer Stadt, an dem sich ihre Diversität ausdrückt und ihr Pluralismus verteidigt wird.“

Die neue Dauerausstellung „Wir sind Jetzt: Jüdisches Frankfurt von der Aufklärung bis zur Gegenwart“
Auf drei Etagen des Rothschild-Palais bietet die neue Dauerausstellung „Wir sind Jetzt“ unterschiedliche Zugänge zur jüdischen Geschichte und Kultur in Frankfurt, einem der bedeutendsten Zentren jüdischen Lebens in Europa. Ausgehend von der Gegenwart skizziert der Ausstellungsrundgang wichtige historische Ereignisse und Konflikte seit der Aufklärung, reflektiert den Wandel von Traditionen und Ritualen in der Moderne und vermittelt Geschichte in Geschichten und aus einer jüdischen Perspektive. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Präsentation von Werken namhafter bildende Künstler, wie etwa Moritz Daniel Oppenheim und Ludwig Meidner, jüdischer Gelehrter wie etwa dem Begründer der Neo-Orthodoxie Samson Raphael Hirsch, und Intellektueller wie Martin Buber, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno.

„Das Jüdische Museum Frankfurt macht jüdisches Leben, seine Geschichte und seine Gegenwart in Hessen und darüber hinaus sichtbar. Das ist wichtig gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus zu gewalttätigen Angriffen auf Juden führt und Vertreter einer in deutschen Parlamenten sitzenden Partei den Holocaust als ‚Vogelschiss‘ abtun wollen. Dieses Haus ist eine unverzichtbare Bildungseinrichtung für das ganze Land; nach dem Umbau wird der gegenwärtige Blick konzeptionell weiter gestärkt. Dazu trägt die Hessische Landesregierung mit dem Einstieg in die institutionelle Förderung des Jüdischen Museums mit seit diesem Jahr 500.000 Euro jährlich gern bei, und wir haben – neben zahlreichen weiteren Projektförderungen – im Rahmen des Neubaus auch die moderne Ausstattung mit insgesamt zwei Millionen Euro unterstützt.“ sagt Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Jüdinnen und Juden prägten die kulturelle, wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Frankfurts auch nach dem Holocaust. Mit ihrem mäzenatischem Engagement, ihren Gründungen von Forschungsinstituten, Industriezweigen, Privatbanken, Bildungs-, Kranken- und Pflegeeinrichtungen, ihrer Beteiligung an den sozialen Bewegungen und den Innovationen im Bereich von Kunst und Städtebau verliehen sie der Stadt des Verlagswesens, der Wissenschaft, des Handels und der Finanzen eine europaweite Bedeutung. Um einen persönlichen Blick auf diese außergewöhnliche Geschichte zu ermöglichen, widmet sich die Ausstellung insbesondere der Geschichte einiger jüdischer Familien, beispielsweise der Familie von Anne Frank, deren private Sammlung an Alltagsgegenständen und Dokumenten hier exklusiv präsentiert wird. Auch die berühmte Familie Rothschild spielt in dem neuen Museum eine zentrale Rolle. „Die historischen Wurzeln der Rothschilds liegen in Frankfurt, und die beiden heutigen Häuser des Jüdischen Museums sind eng mit dem Namen und der Geschichte der Familie verbunden. Entsprechend ist es für uns eine Ehre und Freude, an der Neugestaltung dieser prestigeträchtigen Institution mitzuwirken, die zudem zahlreiche ehemalige Familienbesitze ausstellt“, lässt Prof. Klaus Mangold, auch im Namen von Baron Eric und Baron David de Rothschild, wissen: „Wir unterstützen ausdrücklich das Ziel des Jüdischen Museums, jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart erlebbar zu machen. Das ist gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus und Ressentiment gegen Fremdes wieder hoffähig zu werden drohen, wichtiger denn je.“

Jüdisches Museum Frankfurt am Main