Kategorie-Archiv: Alte Oper Frankfurt

HESSEN KÜRT DAS BESTE AUS FILM UND FERNSEHEN

Hottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow

Matthias Brandt erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten – Michael Madsen vergibt Kinokulturpreis

Gestern Abend traf sich in der Alten Oper die Filmszene am Rande der Buchmesse, um herausragende Produktionen und Persönlichkeiten zum 29. Mal mit dem insgesamt 247.500 Euro dotierten, mehrere Kategorien umfassenden Hessischen Film- und Kino-Preis auszuzeichnen. Durch den Abend führte der Schauspieler und Moderator Jochen Schropp. Laudatoren waren unter anderem Paula Beer, Christian Schwochow, Ronja von Rönne, Kida Khodr Ramadan, Pegah Ferydoni und Dunja Hayali.

Ministerpräsident Bouffier und der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein empfingen diese und weitere prominente Gäste in der Alten Oper Frankfurt.

Der Hessische Film- und Kinopreis ist Teil der von der Frankfurter Buchmesse ins Leben gerufenen diesjährigen Kampagne „I’m on the same page“, anlässlich des 70. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte. Der Startschuss zum Aktionsbündnis wurde am Dienstag mit der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse gegeben.

Ehrenpreis des  Ministerpräsidenten

Ehrenpreisträger Matthias Brandt und Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident.© Foto: Diether v. Goddenthow
Ehrenpreisträger Matthias Brandt und Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Ehrenpreis des  Ministerpräsidenten ist in diesem Jahr an Matthias Brandt verliehen worden, der die Auszeichnung aus den Händen des als Überraschungsgast auftretenden Komikers Olli Dittrich entgegennahm.  „Er ist ein Titan für mich!“. Man könne ihm beim Denken zusehen, das sei die höchste Kunst, würdigte Dittrich seinen Freund. Zwar prägte Matthias Brandt als Hauptkommissar Hanns von Meuffels sieben Jahre lang unter  den Münchener „Polizeiruf 110″ . Doch seine beruflichen Stationen führten den gebürtigen Berliner einst zum  Wiesbadener Staatstheater und  Frankfurter Schauspiel.

Produzentin Lisa Blumenberg . © Foto: Diether v. Goddenthow
Produzentin Lisa Blumenberg . © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Sonderpreis ging an Lisa Blumenberg für ihre herausragende Einzelleistung in der Serie „Bad Banks“. Die Produzentin Lisa Blumenberg wagte sich an das komplexe Thema Investment heran, um es einem großen Publikum näherzubringen und trägt das hessische Frankfurt in die weite Welt hinaus.

US-Schauspieler Michael Madsen, bekannt aus u.a. „Reservoir Dogs“ und „Kill Bill“, vergab den Kinokulturpreis für gewerbliche und nichtgewerbliche Kinos und ehrte damit die hessischen Kinobetreiber.

Den Newcomerpreis verlieh Boris Rhein an Regisseurin und Produzentin Isabel Gathof („Moritz Daniel Oppenheim – Der erste jüdische Maler“). Der Sonderpreis ging an Lisa Blumenberg für die Produktion „Bad Banks“.

Die Gewinner des Abends:

Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreis 2018, am 12.Oktober am Rande der Frankfurter Buchmesse. Bildmitte: Matthias Brandt, Ministerpräsident Bouffier, Kulturminister Boris Rhein, Lisa Blumenberg, Dr. Ina Knobloch, Paula Beer, Christian Schwochow, Ronja von Rönne, Kida Khodr Ramadan, Pegah Ferydoni, Dunja Hayali, Michael Madsen, Mitri Sirin usw, die Kinopreisträger, Jackson Singer’s und weitere Künstler des Abends.© Foto: Diether v. Goddenthow
Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreis 2018, am 12.Oktober am Rande der Frankfurter Buchmesse. Bildmitte: Matthias Brandt, Ministerpräsident Bouffier, Kulturminister Boris Rhein, Lisa Blumenberg, Dr. Ina Knobloch, Paula Beer, Christian Schwochow, Ronja von Rönne, Kida Khodr Ramadan, Pegah Ferydoni, Dunja Hayali, Michael Madsen, Mitri Sirin usw, die Kinopreisträger, Jackson Singer’s und weitere Künstler des Abends.© Foto: Diether v. Goddenthow

Bester SpielfilmArthur & Claire (Regie: Miguel Alexandre)

Regisseur Miguel Alexandre mit Laudatorin Dennenesch Zoudé.© Foto: Diether v. Goddenthow
Regisseur Miguel Alexandre mit Laudatorin Dennenesch Zoudé.© Foto: Diether v. Goddenthow

Bester Dokumentarfilm Die Akte Oppenheimer (Regie: Ina Knobloch)

Preisträgerin Dr. Ina Knobloch mit ihren Laudatoren, Dunja Hayali und Siri Sirin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Preisträgerin Dr. Ina Knobloch mit ihren Laudatoren, Dunja Hayali und Siri Sirin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kurzfilmpreis
„Menschenjagd“ (Regie: Peter Meister)

Drehbuchpreis
„Wolf of Kassel“ (Kristl Philippi und Klaus Stern)

Hochschulfilmpreis für den besten Abschlussfilm
„Appalachian Holler“ (Matthias Lawetzky)

Newcomerpreis
Isabel Gathof

Sonderpreis Lisa Blumenberg

Ehrenpreis des Ministerpräsidenten
Matthias Brandt

Hessischer Fernsehpreis des Hessischen Rundfunks

Beste Schauspieler

Beste Schauspielerin: Lena Urzendowsky  und Bester Schauspieler Thomas Schmauser. beide für ihre Rollen in „Der große Rudolph“ © Foto: Diether v. Goddenthow
Beste Schauspielerin: Lena Urzendowsky und Bester Schauspieler Thomas Schmauser. beide für ihre Rollen in „Der große Rudolph“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Beste Schauspielerin
Lena Urzendowsky (für „Der große Rudolph“)
Bester Schauspieler
Thomas Schmauser (für „Der große Rudolph“)

Kinokulturpreise

Die Vertreter gewerblicher und nicht gewerblicher Kinos, die  mit  Kinokulturpreisen für außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement ausgezeichnet wurden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Vertreter gewerblicher und nicht gewerblicher Kinos, die mit Kinokulturpreisen für außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement ausgezeichnet wurden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kinokulturpreise für außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement von gewerblichen und nicht gewerblichen Kinos

nicht gewerbliche Kinos:
Kommunales Kino Eschborn, Murnau Filmtheater, Kino Pupille, Caligari, FilmBühne, Kino im Deutschen Filmmuseum, Filmforum Höchst, traumakino im Café Trauma e.V., Kommunales Kino Weiterstadt, Filmkreis – Das Unikino in Darmstadt, Naxos.Kino

gewerbliche Kinos:
Bali Kinos, Filmladen Kassel, Harmonie Kinos, Programmkinorex Darmstadt, Kammer Palette Atelier, Kult Kinobar, Orfeo`s Erben, Mal seh’n, Capitol Witzenhausen, Kino Traumstern, Lichtspielhaus Lauterbach

Michael Madsen.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Michael Madsen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vergeben wurde der Kinokulturpreis vom beliebten US-Schauspieler Michael Madsen, unter anderem bekannt aus „Reservoir Dogs“ und „Kill Bill“.

 

 

 

 

Der Hessische Film- und Kinopreis 2018 wird gefördert von Metabolic Balance, der Automobilpartner ist Audi. Unterstützt wird die Veranstaltung von Omnimago.

Hottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow
Hottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow

25 Keltenfürsten zieren Platz der Alten Oper Skulptureninstallation von Konzeptkünstler Ottmar Hörl soll auf Kulturstätten des Landes Hessen aufmerksam machen

© Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst / Foto:  Christoph Schlein
© Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst / Foto: Christoph Schlein

Frankfurt. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute 25 Skulpturen des international bekannten Konzeptkünstlers Ottmar Hörl vor der Kulisse der Alten Oper enthüllt. Die originalgroßen Skulpturen sind eine Hommage an den etwa 2500 Jahre alten Keltenfürsten vom Glauberg, eine lebensgroße Sandsteinfigur mit auffallender, ohrenförmiger Kopfbedeckung, die im Original in der „Keltenwelt am Glauberg“ ausgestellt ist. Als Markenbotschafter der Dachmarke „Kultur in Hessen“ sind die Skulpturen bis zum 14. Oktober auf dem Opernplatz zu sehen und laden dazu ein, sich näher mit dem spektakulären Siedlungsfund vom Glauberg zu beschäftigen.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Wo immer Ottmar Hörls Werke zu sehen sind, schaffen sie bildstarke und kommunikative Ereignisse. Daher freue ich mich sehr, dass wir ihn als renommierten Künstler für unsere Idee gewinnen konnten. Mit der Kunstinstallation der Keltenfürsten wollen wir zeigen, dass unsere Museen, Schlösser und Gärten nicht nur ein kunstvolles Zeugnis längst vergangener Zeiten sind, sondern auch heute noch unseren Lebensraum prägen. Daher verschaffen wir den Keltenfürsten eine öffentliche Präsenz abseits des musealen Raumes und setzen somit einen Impuls zur künstlerischen Auseinandersetzung.“

Die Keltenfürsten von Ottmar Hörl befinden sich vor der Alten Oper in bester Gesellschaft, da bereits einige seiner Arbeiten eine Heimat in Hessen haben. Hierzu zählen die Einheitsmännchen zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung in Wiesbaden, die Goethe-Figuren anlässlich des 100. Geburtstages der Goethe-Universität Frankfurt, die Hessischen Löwen in Wiesbaden sowie die Euro-Lichtskulptur vor dem Eurotower in Frankfurt.

Indem der aus Nauheim bei Groß-Gerau stammende Künstler bekannte historische Persönlichkeiten als Thema bearbeitet, nutzt er das kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft, um einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen. Gleichzeitig weckt er die Neugierde auf die Persönlichkeiten und die originalen Kunstwerke, die er sowohl in Farbe als auch in Format erkennbar verfremdet – beim Keltenfürsten ist es jedoch anders.

„Wir waren uns schnell mit Ottmar Hörl einig, dass der Keltenfürst in Originalgröße und in neutraler Farbe wiedergegeben werden muss. Die Würde und das Geheimnisvolle der Figur kommen dadurch besonders gut zur Geltung“, erklärt Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Die Installation mit 25 seriellen Skulpturen ist vom 8. bis 14. Oktober vor der Alten Oper in Frankfurt zu sehen. Danach trennen sich die Wege der Keltenfürsten: Vom 15. bis 29. Oktober werden sie in ausgewählten Firmen und öffentlichen Gebäuden in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zu sehen sein. Anschließend werden die Keltenfürsten auf dem Römerberg, vor der Kulisse des Römers, wieder als Gruppe vereint. Dort stehen sie vom 30. Oktober bis zum 5. November und werben für die Kampagne „Kultur in Hessen“.

„Unser Ziel ist es, Hessens Kulturschätze noch bekannter zu machen. Hierfür gehen wir auch außergewöhnliche Wege und setzen die Kunst in einen neuen Kontext. Mit der Skulptureninstallation möchten wir alle Menschen zum kulturellen Diskurs einladen und natürlich für einen Besuch in Hessens Museen, Schlössern und Gärten begeistern“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Überwältigende Klangebilde und Highlights der Klassik in der Saison 2018/19 der Alten Oper Frankfurt

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Intensives Erleben von Musik auf ganz unterschiedliche Weisen, gemeinschaftliche Musikerfahrungen und Begegnungen mit herausragenden Künstlern sind prägende Leitgedanken des wieder wunderbar zusammengestellten umfangreichen Programms in der Spielzeit 2018/19 der Alten Oper Frankfurt.

Musikfest zum Saisonauftakt

Eingeleitet wird die neue Saison mit dem Musikfest, welches vom 15. bis zum 30. September 2018 wieder eines der großen Meisterwerke der Musikgeschichte in den Mittelpunkt stellt. In dieser Saison steht György Ligetis Orchesterwerk „Atmosphères“ aus dem Jahr 1961 ganz im Zentrum des Geschehens als eindrucksvolles  Beispiel dafür, welche Sogkraft Musik auf Menschen ausüben kann. Ausgehend von (und zurückkehrend zu) Ligetis „Atmosphères“ beschäftigt sich das Musikfest deshalb nicht nur mit Ligetis musikalischer Verwurzelung und seinem Umfeld, sondern auch mit Musik weiterer Genres und Epochen, die auf ihre eigene Weise die Hörer mit zum Teil überwältigenden Klangebilden in Bann zieht. Diese Auseinandersetzung findet nicht nur in Konzerten, sondern auch in Performance, Film, Gespräch und interaktiven Formaten statt.

„Anders hören: Die Abramović-Methode für Musik“

„Anders hören: Die Abramović-Methode für Musik“ lautet der Titel eines ganz besonderen Musikprojekts, das die Performancekünstlerin Marina Abramović für die Alte Oper entwickelt (17. – 24. März 2019). Marina Abramović, eine der bekanntesten und einflussreichsten Künstlerinnen der Welt, wird dafür Musik und die von ihr entwickelte Abramović-Methode zusammenführen, um eine neue Art des Hörens zu ermöglichen – in einer gemeinschaftlichen Erfahrung aller Teilnehmer. Übungen der Abramović-Methode (etwa das Zählen von Reiskörnern oder das Gehen in Zeitlupe) werden untrennbar an den Besuch eines Konzertes gekoppelt. Wer sich zuvor mit Geist und Körper auf die reinigende Wirkung der Übungen eingelassen hat, wird im eigens für die Alte Oper konzipierten abschließenden Konzert die Musik auf einer tiefergehenden Ebene wahrnehmen können. „Anders hören: Die Abramović- Methode für Musik“ wird ein einzigartiges und noch nie dagewesenes Gemeinschafts-Event sein, in dem das Publikum der Musik durch die Erfahrung der Performance-Kunst und durch die gemeinschaftliche Erfahrung von Achtsamkeit begegnet.

Im Fokus

Fokus heißt es immer dann, wenn sich das Augenmerk konzentriert auf besondere Musikerpersönlichkeiten oder Themen richtet. In der Spielzeit 2018/19 gibt die Alte Oper drei Künstlern Raum und Zeit, dem Publikum einen intensiveren Eindruck von ihrer Arbeit zu vermitteln – den Dirigenten Gustavo Dudamel (13. + 14.09.2018, 05.11.2018) und Sir Simon Rattle (22.02.2019, 09.04.2019) sowie dem Pianisten Leif Ove Andsnes (12.12.2018, 07. + 08.02.2019, 11. + 12.05.2019).

Im Fokus steht aber auch das Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts in den Jahren 1785/86: Das Mahler Chamber Orchestra und Leif Ove Andsnes planen ein neues mehrjähriges Großprojekt, das Mozarts Werke aus dieser Zeit beleuchtet – die Alte Oper hat sie eingeladen, das Projekt am 11./12. Mai 2019 mit einem Fokus-Festival in der Alten Oper zu starten.

Interaktive Formate prägen die kommende Spielzeit in besonderem Maße, denn mehrfach erhält das Publikum die Möglichkeit, selbst zu Akteuren zu werden. Das betrifft nicht nur das Projekt von Marina Abramović, sondern spiegelt sich auch in weiteren Formaten wieder: Cages „Musicircus“ auf dem Opernplatz (15.09.2018) bringt Menschen, die Klänge erzeugen, zusammen; die Performance „Great Barrier Reef“ (24.09.2018) erfordert kollektives Körperspiel. Und das Projekt „Unboxing Mozart“ (11./12.05.2019) löst Grenzen zwischen Orchestermusikern und Publikum auf.

Weltmusik und Jazz 

Im Entertainmentbereich werden die beiden Reihen mit Weltmusik und Jazz fortgesetzt. Die vier Konzerte umfassende Reihe „Weltmusik im Mozart Saal“ blickt diesmal besonders auf Länder und Regionen am Rande Europas und deren spezifische Musikkulturen. Und die vier Termine der Reihe „Jazz im Mozart Saal“ zeigen, welche klanglichen Möglichkeiten das Triospiel im Jazz bereithält. Daneben finden sich im Programm aber auch wieder Klassiker des Entertainmentbereichs wie die stets hochkarätig besetzten JazzNights oder eine große Musicalproduktion zur Weihnachtszeit: Vom 19. Dezember 2018 bis zum 12. Januar 2019 heißt es „Mamma Mia!“, wenn die Alte Oper Frankfurt das Musical um die größten Hits von ABBA zeigt.

„PEGASUS – Musik erleben!“ für Kinder und Jugendliche

Für kleinere Ohren hält die Alte Oper erneut ihr erfolgreiches Kinder- und Jugendprogramm „PEGASUS – Musik erleben!“ bereit, das sich an sämtliche Altersstufen, an Familien, Kindergartengruppen oder Schulklassen richtet. Wie in den Vorjahren wird das Programm separat veröffentlicht, der Kartenvorverkauf startet am 12. Juni 2018 für Familien, am 13. Juni 2018 für Kitas.

Highlights des Klassik-Programms der Alten Oper Frankfurt

Auch in der kommenden Spielzeit weist das Klassik-Programm der Alten Oper Frankfurt eine hohe Dichte an Konzerten mit weltbekannten Künstlern und Orchestern auf. Einige Highlights:

• Mahler Chamber Orchestra unter Gustavo Dudamel 13. + 14.09.2018 Fokus Gustavo Dudamel

• Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Lawrence Foster mit Tzimon Barto 16./17.09.2018 Veranstaltung der Frankfurter Museums-Gesellschaft e.V. im Rahmen des Musikfests „Atmosphères“

• „2001: A Space Odyssey“ mit dem hr-Sinfonieorchester unter Frank Strobel 22.09.2018 In Kooperation mit dem Deutschen Filminstitut und dem hr-Sinfonieorchester im Rahmen des Musikfests „Atmosphères“

• hr-Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach mit Marisol Montalvo 27./28.09.2018 Veranstaltung des hr-Sinfonieorchesters im Rahmen des Musikfests „Atmosphères“

• Bamberger Symphoniker unter Jakub Hrůša mit Frank Peter Zimmermann 30.09.2018 Musikfest „Atmosphères“

• Gewandhausorchester unter Andris Nelsons mit Kristīne Opolais 07.10.2018

• St. Petersburger Philharmoniker unter Yuri Temirkanov mit Yefim Bronfman 14.10.2018

• Orchestre des Champs-Élysées unter Philippe Herreweghe 24.10.2018

• Berliner Philharmoniker unter Gustavo Dudamel mit Tamara Mumford 05.11.2018 Fokus Gustavo Dudamel

• Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer mit Sir András Schiff 25.11.2018

• 1822-Neujahrskonzert mit der Jungen Deutschen Philharmonie unter Wilson NG 13.01.2019

• Wiener Philharmoniker unter Michael Tilson Thomas mit Igor Levit 19.01.2019

• Sächsische Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann mit Frank Peter Zimmermann
04.02.2019

• London Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle 22.02.2019
Fokus Sir Simon Rattle

• Philharmonia Orchestra unter Esa-Pekka Salonen 03.03.2019

• Münchner Philharmoiker unter Valery Gergiev mit Rudolf Buchbinder 27.03.2019

• Bachs Johannespassion als halbszenische Aufführung (Regie: Peter Sellars) mit Sir Simon Rattle, dem Choir and Orchestra of the Age of Enlightenment, Mark Padmore, Magdalena Kožená, Christian Gerhaher und anderen 09.04.2019 Fokus Sir Simon Rattle

• Anna Netrebko und Yusif Eyvazov 29.04.2019 Veranstaltung der DEAG Classics AG. Örtliche Durchführung: Handwerker Promotion GmbH in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

• Mahler Chamber Orchestra mit Leif Ove Andsnes u.a. 11.+12.05.2019 Fokus Mozart 1785/86 • Fokus Leif Ove Andsnes

• Chamber Orchestra of Europe unter Sir Antonio Pappano mit Janine Jansen 02.06.2019

• Klavierabende mit Pierre-Laurent Aimard, Alexandre Tharaud, Leif Ove Andsnes, Mitsuko Uchida, Seong-Jin Cho und Javier Perianes.

Der Kartenvorverkauf für sämtliche hier genannten wie auch für alle weiteren in unserer Saisonbroschüre präsentierten Konzerte und Veranstaltungen der Alten Oper Frankfurt beginnt am 8. März 2018 (Tickethotline: 069 / 1340 400, www.alteoper.de).

Frankfurter Buchmesse und Oper Frankfurt kooperieren ab Spielzeit 2017/18

Alte Oper Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow
Alte Oper Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

Die Frankfurter Buchmesse (11.-15. Oktober 2017) und die Oper Frankfurt haben zum Start der Spielzeit 2017/18 eine Kooperationsvereinbarung beschlossen. Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, sowohl dem Opern- als auch dem Buchmessepublikum Kulturerlebnisse internationalen Zuschnitts aus der jeweils anderen „Sparte“ zu bieten.

„Kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger können sich für große Literatur ebenso begeistern wie für Opernaufführungen. Mit ihren opulenten Inszenierungen ist die Oper Frankfurt für Musikliebhaber in Deutschland und in der ganzen Welt ein Leuchtturm mit besonderer Strahlkraft. Wir freuen uns deshalb auf die Zusammenarbeit mit Bernd Loebe und seinem Team und hoffen, dass wir die Kulturinteressierten in Frankfurt und weltweit stärker vernetzen und ihnen gemeinsam neue kulturelle Highlights bieten können“, sagt Markus Gogolin, Leiter Strategisches Marketing DACH bei der Frankfurter Buchmesse.

logoPraktischer Hinweis: Für die Vorstellungen am 13., 15., 21. und 29. Oktober sowie am 4. November 2017 sind Tickets ausschließlich über die Vorverkaufskasse am Willy-Brandt-Platz mit Nachweis über den Besuch der Frankfurter Buchmesse erhältlich.

ALTE OPER FRANKFURT mit „Fremd bin ich“ in SAISON 2017/18 – International hochrangiges Veranstaltungsprogramm

Foto:  Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Bei der heutigen Vorstellung des umfangreichen Eigen- und Kooperations-Programms der Alten Oper in Frankfurt unterstrich Oberbürgermeister Peter Feldmann, dass die Alte Oper nicht nur ein bauliches Wahrzeichen Frankfurts sei, sondern zugleich ein Kultur- und Kongresszentrum von internationalem Rang. „Herausragende Solisten, Ensembles und Orchester des aktuellen Musiklebens sind hier regelmäßig zu Gast und machen Frankfurt zu einem weltweit bedeutenden kulturellen Anziehungspunkt“, so der Oberbürgermeister wörtlich. Es seien die großen Namen, an denen man beim Blättern durch das frisch veröffentliche Programm der Spielzeit 2017/18 zunächst hängen bliebe, ergänzte Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, aber nicht nur: „Dass aber die Alte Oper ihren festen Platz als einer der Leuchttürme im kulturellen Angebot Frankfurts behauptet, liegt aber mindestens in gleichem Maße an der intensiven künstlerisch programmatischen Arbeit des Hauses“, versicherte die Kulturdezernentin, und nannte als ein Beispiel unter vielen den Programmpunkt  das Musikfest „Winterreise“ der Spielzeit 2017 /18. Dieses diene nicht nur zur Reflexion musikalischer Inhalte, sondern zugleich als Forum der Auseinandersetzung mit relevanten gesellschaftlichen Fragen. „Ein Werk wie Schuberts ‚Winterreise‘ ist schließlich kein unantastbares Heiligtum, sondern ein eindringliches Exempel für eine essentielle Lebenserfahrung, die die Menschen heute eben betreffen kann wie im 19. Jahrhundert – das Gefühl der Fremde“, so Ina Hartwig.

Musikfest „Fremd bin ich …“Esa-Pekka Salonen dirigiert das Philharmonia Orchestra London mit Pekka Kuusisto 24.09.2017 © Minna Hatinen, Finnish National Opera and Ballet.
Musikfest „Fremd bin ich …“Esa-Pekka Salonen dirigiert das Philharmonia Orchestra London mit Pekka Kuusisto 24.09.2017 © Minna Hatinen, Finnish National Opera and Ballet.

Franz Schuberts „Winterreise“ ist ein Leitgedanke der Saison 2017/18.  Dabei sei es ein zentrales Anliegen des Musikfestes und des Klassik-Bereichs, ein wegweisendes Schlüsselwerk der Musikgeschichte bis in die Gegenwart nachklingen zu lassen, so Intendant Dr. Stephan Pauly. „Franz Schuberts ‚Winterreise‘, die diesmal im Mittelpunkt steht, ist ein Werk, das die Auseinandersetzung nicht allein aus musikgeschichtlichen Gründen lohnt: Die 24 Lieder des Zyklus erzählen eindringlich von Ausgrenzung und Außenseiterschaft, von Traum und Enttäuschung, von Flucht und Exil, vom Gefühl der Fremdheit – kurzum von Themen, die uns auch heute betreffen und beschäftigen.“, erläutert der Intendant die Intention der Auswahl für diesen Stoff.

Nicht „Winterreise“, sondern „Fremd bin ich …“ lautet deshalb der Titel des Musikfests, das über zwei Wochen hinweg jenem in der ersten Zeile der „Winterreise“ angesprochenen Grundgefühl nachgeht – in Konzert, Performance, Film und Gespräch.

Daniil Trifonov © Dario Acosta
Daniil Trifonov © Dario Acosta

Mit ihren Fokus-Festivals möchte die Alte Oper in der kommenden Spielzeit erneut besonderen Musikerpersönlichkeiten oder Themen Zeit und Raum geben. Diesmal stellt die Alte Oper drei Künstler vor, die an jeweils drei über die gesamte Saison verteilten Terminen Einblicke in ihre Arbeit geben: Daniil Trifonov (28.11.2017, 15.03.2018 und 03.06.2018), Teodor Currentzis (29.10.2017, 14.04.2018 und 15.05.2018) und Lang Lang (06.11.2017, 19. + 20.04.2018).

Das Fokus-Festival wird gegen Ende der Spielzeit 2017/18 gleichsam als Modellversuch gewagt. Ein gemeinsames Projekt der Alten Oper Frankfurt, des Ensemble Modern und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, initiiert und gefördert durch die Deutsche Bank Stiftung. Starry Heavens_Pozzi_u._Zimmerman © M.Nadj-Torma
Das Fokus-Festival wird gegen Ende der Spielzeit 2017/18 gleichsam als Modellversuch gewagt. Ein gemeinsames Projekt der Alten Oper Frankfurt, des Ensemble Modern und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, initiiert und gefördert durch die Deutsche Bank Stiftung. Starry Heavens_Pozzi_u._Zimmerman © M.Nadj-Torma

Ein weiteres Fokus-Festival wird sich mit neuen Zugängen zu zeitgenössischer Musik befassen, indem es Spiel und Musik zusammenbringt: „Playsonic Festival“ lautet der Titel dieses Projekts, das die Alte Oper gemeinsam mit dem Ensemble Modern und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt durchführt (25. – 27.05.2018).

Michael Wollny © Jörg Steinmetz
Michael Wollny © Jörg Steinmetz

Im Bereich Entertainment werden die in der vergangenen Spielzeit eingeführten beiden Reihen mit Weltmusik und Jazz fortgesetzt. Das bedeutet: In vier Konzerten unter dem Motto „Jazz im Mozart Saal“ stellen Musiker aktuelle Strömungen des Jazz vor und zeigen dabei nicht nur, aus welch vielfältigen Quellen sich der Jazz speisen kann, sondern auch, welche außergewöhnlichen Besetzungen derzeit die Jazzwelt bereichern.

Andere Lebenswelten über ihre Musik kennen und verstehen zu lernen – mit diesem Gedanken startete in der vergangenen Saison die neue Weltmusik-Reihe der Alten Oper.

MAGISCHE MELODIEN DES MAGHREBS Aziz Sahmaoui & University of Gnawa Freitag 16. Februar 2018 20:00, Mozart Saal  © Manuel Lagos
MAGISCHE MELODIEN DES MAGHREBS Aziz Sahmaoui & University of Gnawa Freitag 16. Februar 2018 20:00, Mozart Saal © Manuel Lagos

An die vier erfolgreichen Konzertprojekte knüpft die Alte Oper 2017/18 an und setzt die Hörreise der „Weltmusik im Mozart Saal“ fort. Im Zentrum: vier musikalische Begegnungen mit Meistermusikern aus uralten Kulturlandschaften, die heute zur muslimischen Welt gehören und deren Musik durch mystische Spiritualität geprägt ist. Die Gruppen sind derzeit vor allem im Gespräch, weil die Lebensbedingungen dort die Menschen in großer Zahl in die Flucht treiben.

Eine große Musicalproduktion gehört wieder zum  Weihnachts-Programm. Vom 19. Dezember 2017 bis zum 7. Januar 2018 zeigt die Alte Oper Frankfurt „Dirty Dancing“. ©  Jens-Hauer
Eine große Musicalproduktion gehört wieder zum Weihnachts-Programm. Vom 19. Dezember 2017 bis zum 7. Januar 2018 zeigt die Alte Oper Frankfurt „Dirty Dancing“. © Jens-Hauer

Fortgesetzt werden Klassiker des Entertainmentbereichs wie die stets hochkarätig besetzten JAZZnights, und auch eine große Musicalproduktion zur Weihnachtszeit gehört wieder zum Programm: Vom 19. Dezember 2017 bis zum 7. Januar 2018 zeigt die Alte Oper Frankfurt „Dirty Dancing“, das Musical nach dem Erfolgsfilm der 80er Jahre.

Fortgesetzt wird auch das erfolgreiche Kinder- und Jugendprogramm „PEGASUS – Musik erleben!“, mit dem die Alte Oper Kinder sämtlicher Altersklassen, sei es gemeinsam mit ihrer Familie oder mit ihrer Krippe, ihrem Kindergarten, ihrer Schule, ansprechen möchte.

Wie in den Vorjahren wird auch diesmal das Programm separat veröffentlicht. Am 12. Juni 2017 erscheint die Broschüre mit sämtlichen Angeboten, am 20. Juni (9.00 Uhr) beginnt der Vorverkauf für Familien, am 21. Juni der Vorverkauf für Kitas. Bei den Konzerten für Kinder bis sechs Jahre ist erneut mit starker Nachfrage zu rechnen.

Anne Sophie Mutter © Bastian Achard
Anne Sophie Mutter © Bastian Achard

Zurück aber noch einmal zur Klassik: Selbstverständlich hält auch die Spielzeit 2017/18 der Alten Oper Frankfurt wieder ein breit gefächertes „Who is Who“ der internationalen Musikwelt bereit.

Unter den vielen hochkarätig besetzten Konzerten der kommenden Spielzeit soll an dieser Stelle auf einige Highlights hinweisen werden:

• Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann mit Rudolf Buchbinder 04.09.2017

• Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Sebastian Weigle 24./25.09.2017 Veranstaltung der Frankfurter Museums-Gesellschaft e.V. im Rahmen des Musikfests „Fremd bin ich …“

• Philharmonia Orchestra London unter Esa-Pekka Salonen mit Pekka Kuusisto 24.09.2017 Musikfest „Fremd bin ich …“

• hr-Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach mit Bruno Philippe und William Hagen 29.09.2017
Veranstaltung des Hessischen Rundfunks in Kooperation mit dem Kronberg Academy Festival im Rahmen des Musikfests „Fremd bin ich …“

• Bamberger Symphoniker unter Jakub Hrůša mit Sol Gabetta 30.09.2017 Musikfest „Fremd bin ich …“

• Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle mit Lang Lang 06.11.2017 Fokus Lang Lang

• Mahler Chamber Orchestra unter und mit Yuja Wang 10.11.2017
Helaba CLASSICnights

• Koninklijk Concertgebouworkest unter Daniele Gatti mit Julia Kleiter und Tatjana Vassiljeva 11.11.2017

• City of Birmingham Symphony Orchestra unter Gražinytė-Tyla und Vilde Frang 26.11.2017

• Junge Deutsche Philharmonie unter Ingo Metzmacher mit Alexandre Tharaud und Xavier Larsson Paez / 1822-Neujahrskonzert 14.01.2018

• Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Sir Antonio Pappano mit Anne-Sophie Mutter 26.01.2018

• Diana Damrau, Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch 10.02.2018
Veranstaltung der Alten Oper Frankfurt in Kooperation mit der Pro Arte Frankfurter Konzertdirektion

• Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg unter Valery Gergiev 11.02.2018

• London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski mit Daniil Trifonov 15.03.2018 Fokus Daniil Trifonov · Eine Veranstaltung der Pro Arte Frankfurter Konzertdirektion in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

• Gustav Mahler Jugendorchester unter Vladimir Jurowski mit Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich 10.04.2018

• Christian Gerhaher, Gerold Huber und Ulrich Tukur 13.04.2018

• Lang Lang 19.04.2018 Fokus Lang Lang · Eine Veranstaltung der Alten Oper Frankfurt in Kooperation mit der Pro Arte Frankfurter Konzertdirektion

• Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta 25.04.2018

• London Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle 28.04.2018

• BR-Symphonieorchester unter Mariss Jansons mit Frank Peter Zimmermann 01.05.2018

• Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer mit Christiane Karg und Elisabeth Kulman 22.05.2018

• Kremerata Baltica mit Gidon Kremer und Daniil Trifonov 03.06.2018 Fokus Daniil Trifonov

• Sechs Konzerte des Ensemble Modern z.T. Musikfest „Fremd bin ich …“, Fokus Playsonic Festival

• Klavierabende mit Piotr Anderszewski, Lucas Debargue, David Fray, Lang Lang, Sir András Schiff , Daniil Trifonov, Francesco Tristano und Mitsuko Uchida z.T. Musikfest „Fremd bin ich …“, Fokus Daniil Trifonov, Fokus Lang Lang

Der Kartenvorverkauf für sämtliche hier genannten wie auch für alle weiteren in der Saisonbroschüre präsentierten Konzerte und Veranstaltungen der Alten Oper Frankfurt beginnt am 24. März 2017 (Tickethotline: 069 / 1340-400, www.alteoper.de).

Hessischer Film- und Kinopreis verliehen – Der „Hessen-Oskar“ geht an Margarita Broich, Heino Ferch und Klaus Maria Brandauer

Die Preisträger, Laudatoren und Mitwirkenden des Hessischen Film- und Kino-Preises 2016 .Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die Preisträger, Laudatoren und Mitwirkenden des Hessischen Film- und Kino-Preises 2016 .Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Am i 21.Oktober 2016 wurde im Rahmen einer glamourösen Gala in der Alten Oper Frankfurt mit viel Prominenz aus Film, Funk, Politik und Wirtschaft der mit insgesamt 185 000 Euro dotierte Hessische Film- und Kinopreis des Landes Hessen in Form von Förderpreisen und Auszeichnungen für Filmemacher und Kinobetreiber verliehen.

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ausgezeichnet wurden RegisseurInnen und AutorInnen von hervorragenden Filmen und Drehbüchern mit Hessenbezug. Außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement von gewerblichen und kommunalen Kinos wurden mit den Kino-Kulturpreisen honoriert.

Der Hessische Fernsehpreis, auch liebevoll „Hessen-Oskar“ genannt, wurde vom Hessischen Rundfunk in den Kategorien „Beste Schauspielerin“ und „Bester Schauspieler“  verliehen. Dieser Preis ist undotiert.

Klaus Maria Brandauer mit dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten im Arm. Im Hintergrund links Laudatorin Dunja Hayali.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Klaus Maria Brandauer mit dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten im Arm. Im Hintergrund links Laudatorin Dunja Hayali.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten, ebenfalls undotiert, erhielt Schauspieler Klaus Maria Brandauer für sein Lebenswerk. Der österreichische Darsteller kam    als „Mephisto“ zu Weltruhm, machte auch in Hollywood Karriere. Für seine Hauptrolle in „Jenseits von Afrika“ erhielt Brandauer den Golden Globe. Aber auch als Gegenspieler von Sean Connery in „James Bond  – Sag niemals nie“ bleibt er uns unvergessen.  Brandauer wurde mit 71 Jahren nochmals stolzer Vater.

Besonders sympathisch macht den  inzwischen 73jährigen Österreicher zudem seine authentische  Art ohne jegliche Starallüren. Geduldig gibt er Autogramme, lässt sich auf Selfies ablichten und hat, wenn’s sein muss, immer die richtigen Worte parat, fast immer: Denn dass er „Politiker hasse“, wie es gegen Ende seiner Dankesrede, einem Plädoyer für Europa, aus ihm herausplatzte, „war nicht geplant“ und „hat ihn selbst erschrocken“, so der Schauspieler später auf der Aftershow-Party.

Caterina Lermer und Simon Stadler erhielten den Preis zum besten Dokumentarfilm. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Caterina Lermer und Simon Stadler erhielten den Preis zum besten Dokumentarfilm. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Simon Stadler und Caterina Lermer erhielten großen Publikums-Applaus für ihren Preis zum besten Dokumentarfilm, dem 85-minütigen Streifen „Ghostland – The View of the Ju/’Hoansi“. Dieser zeigt auf eine einfühlsame wie urkomische Weise das mitunter kulturschockartige Erleben von vier Bewohnern der Kalahari (der Ju/’Hoansi-San, eine der ältesten Jäger- und Sammlerkulturen) bei ihrer Reise durch das für sie unvorstellbar moderne Europa.

Heino Ferch erhielt den Hessen-Oskar“  in der Kategorie bester Schauspieler. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Heino Ferch erhielt den Hessen-Oskar“ in der Kategorie bester Schauspieler. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den „Hessen-Oskar“  in der Kategorie bester Schauspieler erhielt Heino Ferch für seine Rolle in der Krimikomödie „Allmen und die Libellen“. Hierin spielt der 53jährige den verarmten, dennoch weiterhin über seine Verhältnisse lebenden Privatier „Johann Friedrich von Allmen“, der schließlich in Verdacht gerät, den Antiquitätenhändler Tanner ermordet zu haben.
Etwas später geht  der mit 25.000 Euro dotierte Preis in der Kategorie bester Spielfilm an Regisseur Gordian Maugg für seine Produktion „Fritz Lang“, einem Schwarz-Weiß- Kinospielfilm über einen der größten Regisseure der Filmgeschichte und die Entstehung dessen Meisterwerks „Eine Stadt sucht einen Mörder“. Hierin spielt Heino Ferch auch die Hauptrolle: „Fritz Lang“. Allerdings ist er dabei mit seinen schwarzen zurückgegelten Haaren kaum wiedererkennbar.

Den Hessischen Fernsehpreis: Beste Schauspielerin erhielt Margarita Broich. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Den Hessischen Fernsehpreis: Beste Schauspielerin erhielt Margarita Broich. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den Hessischen Fernsehpreis in der Kategorie bester Schauspielerin ging an Margarita Broich für den Tatort Wendehammer in Regie von Markus Imboden. Frankfurt wäre wohl ihre Glückstadt, so die 56jährige überschwenglich, denn hier habe sie ihren Mann kennengelernt, ihren Sohn zur Welt gebracht und wäre Tatortkommissarin geworden. Sie überlege, ob sie es  „hier“ nicht mal mit Lotto versuchen solle.

 

 

Jasmin Tabatabei, Schauspielerin und Sängerin. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Jasmin Tabatabei, Schauspielerin und Sängerin. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Musikalischer Stargast des Abends war Jasmin Tabatabei, die zwischen den „Verleihungsblöcken“ in Begleitung des David Klein-Quartetts für eine jazzige musikalische Umrahmung sorgte und besonders viel Applaus für ihr ironisches Lied über eine Mutter mit drei Kindern erhielt.

Die Preise wurden überreicht von Prominenten, unter ihnen die Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali und der Schauspieler Axel Milberg.

Diether v. Goddenthow (rhein-main.eurokunst)

Überblick über die Preise nach Preiskategorien  mit den Begründungen der Jury.
HESSISCHER FILMPREIS: SPIELFILM

Preisträger: FRITZ LANG
Regie: Gordian Maugg
Preisgeld: 25.000 Euro, Nominierungsgeld: 5.000 Euro
Spielfilm, schwarz-weiß, 104 Minuten, Deutschland 2015

Eine Produktion von Belle Epoque Films GmbH in Koproduktion mit Gordian Maugg Film- und Fernsehproduktionen in Zusammenarbeit mit dem ZDF und arte
Buch: Alexander Häusser, Gordian Maugg, Produzentin: Nicole Ringhut, Kamera: Lutz Reitemeier, Moritz Anton, Ton: Peter Schumacher, Schnitt: Florentine Bruck, Olivia Retzer, Musik: Tobias Wagner
Darsteller: Heino Ferch, Thomas Thieme, Samuel Finzi, Johanna Gastdorf, Lisa Charlotte Friedrich

Jurybegründung:
Ein Spielfilm über die Regielegende Fritz Lang – das ist in Anbetracht seines sagenhaften Talents und seiner durchaus dramatischen Lebensgeschichte während politisch und sozial sich drastisch verändernder Zeiten kein leichtes Unterfangen. Es braucht Mut und Erfahrung, sich dieses zuzutrauen.
Gordian Maugg („Der Olympische Sommer“) hat es sich zugetraut. Stets auf der Suche nach der perfekten filmischen Form, sieht er diese in der Verschmelzung von Schauspielszenen und fiktionalem sowie dokumentarischem Archivmaterial.
Geschickt verbindet er Biographisches mit narrativer Adaption der „Langschen Handschrift“. So entsteht ein ergreifendes Porträt über Fritz Lang mit Focus auf die ihn zeitlebens antreibenden Fragen nach dem Guten und dem Bösen, dem inneren Dämon eines Jeden und der Schuld.
Ausgehend von realen Personen und tatsächlichen Ereignissen ist der Film ein packendes historisches Zeitdokument das Gordian Maugg mit fiktionalen Szenen und emotionaler Dichte lebendig macht.
Auf der Suche nach einem passenden Stoff für seinen ersten Tonfilm „M“ reist der Star-Regisseur der 20er und 30er Jahre, verkörpert von Heino Ferch, von Berlin nach Düsseldorf, um dort die Ermittlungsmethoden eines angesehenen Kriminalrates im Fall des brutalen Serienmörders Kürten kennenzulernen. Er erhält die einmalige Gelegenheit, sich in einem Tête-à-Tête Einblick in die Psyche des Mörders zu verschaffen und gerät dabei selbst in einen Strudel persönlich unverarbeiteter Erinnerungen. Wie einst Fritz Langs Geschichten versetzt uns der Film in zutiefst irritierende menschliche Abgründe, auch vor dem Hintergrund des beginnenden Faschismus.
Dies wird filmtechnisch auf hohem Niveau und in Anlehnung an Langs Filme in atmosphärisch passender Schwarz-Weiß-Optik umgesetzt: Das Ergebnis ist eine ästhetisch gelungene Collage von fiktionalen Schauspielszenen und historischem Archivmaterial. Letztlich ist es der bemerkenswerte Schnitt, welcher neben der historisch anmutenden darstellerischen Leistung des Schauspielensembles diesen biographischen Essay erzählt.
Gordian Mauggs Film über Fritz Lang ist ein furioses Kunstwerk über einen großen, nicht unumstrittenen Künstler.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Spielfilm „Fritz Lang“ mit dem Hessischen Spielfilmpreis 2016 aus.

 

HESSISCHER FILMPREIS: DOKUMENTARFILM

Preisträger: GHOSTLAND – THE VIEW OF THE JU/‘HOANSI
Regie: Simon Stadler, Catenia Lermer
Preisgeld: 15.000 Euro, Nominierungsgeld: 5.000 Euro
Dokumentarfilm, Farbe, 85 Minuten, Deutschland 2016

Eine Produktion von Cameleon Film
Buch: ohne, Produzent: Simon Stadler, Kamera: Simon Stadler, Ton: Catenia Lermer, Schnitt: Andre Broecher, Markus Frohnhöfer. Musik: Matthias Raue
Mitwirkende: Ju/’Hoansi (San) aus Namibia

Jurybegründung:
Unter den Einreichungen für den Hessischen Filmpreis waren einzelne Filme, die Fragen wie „Was ist Heimat?“ und „Wo will ich leben?“ zu beantworten versuchen.
„Ghostland – the view of the Ju/‘Hoansi“ von Simon Stadler und Catenia Lermer widmet sich diesem Thema auf eine erfrischend originelle Art und Weise. Der Zuschauer wird von vier Bewohnern der Kalahari, die Ju/’Hoansi-San, eine der ältesten Jäger- und Sammlerkulturen, mit auf eine Reise nach Europa, eine für sie unbekannte, moderne Welt, genommen.
Das spürbar lebendige Wesen der Hauptdarsteller, die hier von der Touristenattraktion selbst zum Touristen werden, sowie ihre forschergleiche Neugier finden dabei schnell die Aufmerksamkeit der Zuschauer und lassen sie bis zum Ende nicht mehr los.
Sie halten ihm mit ihrer berührenden Authentizität einen Spiegel vor, ohne dass der Film belehrend sein will.
Die in Frankfurt lebenden Regisseure reisten für ihren Dokumentarfilm ohne großes Budget und als Teil eines dreiköpfigen Teams in die afrikanische Wüste. Simon Stadler, der als Regisseur auch für die Kamera verantwortlich zeichnete, liefert unverfälschte, schöne Bilder vom Leben der Ju/‘Hoansi in der Kalahari-Wüste, ihren Eindrücken und Erfahrungen in der modernen Welt und von ihren Gedanken und Gefühlen, die sie in Interviewsequenzen schildern. Die Erkenntnis der Ju/’Hoansi-San, dass das Leben in der Heimat immer noch am schönsten ist, hat auf den Zuschauer eine nachhaltige Wirkung und regt zur Reflektion an.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Dokumentarfilm „Ghostland – the view of the Ju/‘Hoansi“ mit dem Hessischen Dokumentarfilmpreis 2016 aus.

HESSISCHER FILMPREIS: KURZFILM

Preisträger: SHIPS PASSING IN THE NIGHT
Regie: Elisabeth Zwimpfer
Preisgeld: 5.000 Euro
Kurzfilm, Animationsfilm, Farbe, 12 Minuten, Deutschland 2015

Buch, Produzentin, Animation, Schnitt: Elisabeth Zwimpfer, Ton: Tobias Böhm, Christian Wittmoser, Musik: Kanté Manfila & Balla Kalla, Julia Kotowski
Stimmen: Napo Oubo-Gbati, Maike Koller, Girmay Asefaw, Gaetano Maruccia, Edgard Sueyem, Freweini Yauhannes, Helen Alem, Habtom Gebremichal, Nadim Natour u.a.

Jurybegründung:
„Like Ships Passing in the Night“ ist eine englische Redewendung, die eine kurze, zufällige, vielleicht nie mehr wiederkehrende Begegnung zweier Menschen symbolisiert.
Der Kurz-Animationsfilm „Ships Passing in the Night“ der jungen Filmemacherin Elisabeth Zwimpfer erzählt diese Geschichte und bereichert sie um die Komponenten Angst, Flucht, Willkür und Zuneigung (Liebe): Der Fischer Pombalo flüchtet von Afrika über das Meer, als seine Netze leer bleiben und trifft an der europäischen Küste auf Maleika, die dort Strandgut sammelt. Sie sind wie Schiffe, die sich kurz begegnen und wieder in der Weite verlieren.
Grundlage für diesen poetischen Kurzfilm sind Zeichnungen afrikanischer Flüchtlinge, die die Regisseurin während ihrer Recherche befragt hatte. Diese Zeichnungen verwandelte sie in eine ausdrucksvolle und papierschnittartige Zeichentricktechnik und verzichtete dabei bewusst auf einen zeitgenössischen und gefälligen Grafikstil. Ihre Bildsprache ist roh und kantig, Flächen bestehen aus erdigen Farbtönen und Texturen, die durchgehend vereinfacht und sehr strukturiert bleiben.
Der sehr direkte Ton, das Voicing, die Hintergrundgeräusche und die melodische Musik verstärken die ästhetische Atmosphäre.
Gerade diese Ästhetik in Kombination mit dem aktuellen Thema, macht den Kurzfilm in der Wirkung so direkt und ehrlich – und einzigartig.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Kurzfilm „Ships passing in the Night“ mit dem Hessischen Kurzfilmpreis 2016 aus.

HESSISCHER HOCHSCHULFILMPREIS

Preisträger: NÄCHSTENLIEBE
Regie: Simon Pilarski
Preisgeld: 7.500 Euro
Spielfilm, Farbe, 22 Minuten, Deutschland 2015

Buch, Produktion, Schnitt, Szenenbild: Simon Pilarski, Herstellungsleitung: Johannes Höffler, Kamera: Nico Nonne, Ton: Peter Lange, Musik: Sergios Roth
Darsteller: Rainer Wagner, Oskar Keymer, Alexander Bettendorf, Christoph Stein, Johannes Schedl, Frederic Heidorn, Christian Stotz, Michael Altmann, Ute Ehrenfels, Sana Guillera

Jurybegründung:
„An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Lev 19,18)
So wird das Gebot „Nächstenliebe“ in der Tora beschrieben, das Simon Pilarski, Absolvent des Fachbereichs Filmproduktion der Hochschule Darmstadt, zum Gegenstand seines Abschlussfilms macht. Dabei zeigt er, dass die Nächstenliebe bisweilen missverstanden und im schlimmsten Falle auch missbraucht wird.
Sein 22-minütiger Kurzfilm setzt im Jahre 1889 ein. Der junge Müllerssohn Lukas, dessen strenger Vater ihm seinen sehnlichsten Wunsch, nur einen Tag lang das Dorf zu verlassen, verbietet, vertraut sich dem Pfarrer an. Von ihm erfährt er von einem geheimen Kloster in den Bergen. Jahre später macht sich Lukas, nun ein junger Mann, mit drei Gefährten auf den Weg dorthin. Schnell erkennen sie, dass dies ein Ort voller Tücken und Gefahren ist und Lukas ist gezwungen, sich einem furchtbaren Dämon zu stellen. Selbst als erwachsener Mann wird er diesen nicht los.
Der junge Regisseur, der 1990 in Wiesbaden geboren wurde, widmet sich dem Thema Kindesmissbrauch in der Kirche mit kleinen, kurzen, zum Teil abstrakten Andeutungen, ohne den eigentlichen Akt darzustellen. Dies verleiht dem Kurzfilm spannende Momente, die durch gut gewählte Schauplätze, eine insgesamt dunkle und kalte Atmosphäre sowie durch sehr professionellen Schnitt unterstützt werden. Die Vielschichtigkeit des Themas wird in den drei Erzählebenen des Plots aufgegriffen, wobei ihm auch hier die filmtechnischen Übergänge und die inhaltliche Verknüpfung trotz Mehrfachbesetzung des Protagonisten sehr gut gelingen. Schließlich verleiht Simon Pilarski seinem Film mit auf die Szenen perfekt abgestimmter Musik die Krönung, so dass der Zuschauer bis unter die Haut ergriffen ist.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Hochschulfilm „Nächstenliebe“ mit dem Hessischen Hochschulfilmpreis 2016 aus.

 

HESSISCHER DREHBUCHPREIS

Preisträger: HERR KLEE UND HERR FELD
Autor: Michel Bergmann
Preisgeld: 7.500 Euro

Jurybegründung:
Wenn man beim Lesen eines Drehbuchs den fertigen Film bereits vor Augen hat und sich freut die filmische Realisierung bald auf der Leinwand sehen zu können, dann ist es wohl ein sehr gelungenes Drehbuch. Dass der Autor Michel Bergmann das Schreiben beherrscht, ist unumstritten, und dass er mit seinem Drehbuch „Herr Klee und Herr Feld“ die Jury überzeugen konnte, liegt vielleicht auch daran, dass er schon mit seinem gleichnamigen Roman, der im Jahre 2013 erschien und seine Trilogie über jüdisches Leben in Deutschland beschließt, das Lesepublikum begeisterte. Was ist also das Geheimnis?
Es sind die liebenswerten Figuren und die vielen gegensätzlichen Motive, mit denen die Story gespickt ist und die der Autor mit seinem Talent für detaillierte Beobachtung schildert: Die beiden Hauptfiguren, ein emeritierter Professor der Sozialpsychologie und ein mittelloser Schauspieler, beide jenseits der Sechzig, verbringen ihren Lebensabend gemeinsam in einer Villa im Frankfurter Westend. Die unterschiedlichen Charaktere befinden sich quasi im Dauerzwist, der, als unverhofft eine junge, sympathische Frau in ihr Leben tritt, weiter angefeuert wird. Hier treffen nicht nur Jung und Alt aufeinander, sondern Araberin und Juden – das noble Frankfurter Viertel wird zum Schauplatz des Nahost-Konflikts. Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind lebendig und unterhaltsam, wobei auch melancholische Momente, z. B. wenn den beiden Herren die Unaufhaltsamkeit des Alters bewusst wird, nicht fehlen.
Trotz aller Gegensätze verbringen die Figuren eine wundervolle Zeit, denn eines verbindet sie und lässt alle Grenzen vergessen: die Musik. Dass die konfliktbeladene Story am Ende mit einem glücklichen Ausgang aufwartet, dürfte das Arthouse-Publikum 40+ freuen, denn wer verlässt den Kinosaal nicht gerne mit einem Lächeln auf den Lippen und einem wohligen Gefühl im Bauch.
Michel Bergman, der selbst Jude ist und seine Jugend in Frankfurt verbracht hat, verarbeitet viel von seinen eigenen Erfahrungen und das merkt man der Story auch an. Mit viel Herzblut hat er ein formal wie inhaltlich hervorragendes Drehbuch abgeliefert und konnte die Jury auf ganzer Länge überzeugen. Nach dem Lesepublikum soll ihm ein begeistertes Filmpublikum beschert sein.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Drehbuch „Herr Klee und Herr Feld“ mit dem Hessischen Drehbuchpreis 2016 aus.

HESSISCHER KINOKULTURPREIS

HESSISCHER KINOKULTURPREIS FÜR GEWERBLICHES KINO

Kino Traumstern, Lich
Preisgeld: 10.000 €

Capitol Kino Witzenhausen, Witzenhausen
Preisgeld: 10.000 €

Mal Seh’n Kino, Frankfurt
Preisgeld: 10.000 €

Lichtspielhaus Lauterbach, Lauterbach
Preisgeld: 10.000 €

Orfeo‘s Erben, Frankfurt
Preisgeld: 8.000 €

Filmladen Kassel, Kassel
Preisgeld: 6.000 €

BALI-Kinos, Kassel
Preisgeld: 6.000 €

Harmonie & Cinema Kinos, Frankfurt
Preisgeld: 3.000 €

Kult Kinobar, Bad Soden am Taunus
Preisgeld: 3.000 €

Programmkino rex, Darmstadt
Preisgeld: 3.000 €

KuKi Kino, Schlüchtern
Preisgeld: 3.000 €

Kammer-Palette-Atelier, Marburg
Preisgeld: 3.000 €

Jurybegründung Hessischer Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos: Das KINO TRAUMSTERN in Lich, das CAPITOL KINO in Witzenhausen, das LICHTSPIELHAUS in Lauterbach und das MAL SEH’N in Frankfurt haben mit ihren prallen Programmen die Jury überzeugt und erhalten einen Spitzenpreis. Alle vier Kinos leisten unabhängig von ihrem Umfeld bemerkenswerte Arbeit und beweisen Mut zum Neuen. Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, die sie einfallsreich nutzen. Filme können früher disponiert werden, Originalfassungen können problemlos an »OmU«-Tagen laufen. Trotzdem halten sie analoge Projektoren für Festivals oder Klassiker vor. Das MAL SEH’N Kino in Frankfurt zeigt regelmäßig Filme in Originalsprache mit oder ohne Untertitel. Dies ist nach wie vor eine Besonderheit und unbedingt unterstützenswert. Ergänzend zeigen sie nun auch Filme mit Audiodeskription. Das KINO TRAUMSTERN versteht es sein internationales Programm mit ansprechenden Zusatzveranstaltungen und Filmgästen zu bereichern. Es gibt thematisch programmierte Vorfilme und von Kindern animierte Trickfilme, um nur einige der tollen Programmideen zu nennen. Das CAPITOL KINO in Witzenhausen hatte über 250 verschiedene Filme im Programm und platziert ebenso wie das LICHTSPIELHAUS Lauterbach ganz selbstverständlich und erfolgreich Filmkunst neben Mainstream. Beide Kinos zeichnen sich durch ein hohes persönliches Engagement der Betreiber aus und wurden im vergangenen Jahr mit einem Besucheranstieg belohnt. Die Jury ist begeistert von den vielen tollen Ideen und der liebevollen Programmgestaltung. Die Kooperationen der Kinos sind bemerkenswert und bringen neuen Austausch und Input. Dieses leidenschaftliche und beständige Engagement der Kinobetreiberinnen und Kinobetreiber ist für das Publikum spürbar und wird auch in der Presse positiv wahrgenommen.

HESSISCHER KINOKULTURPREIS FÜR NICHT GEWERBLICHES KINO

Kommunales Kino Weiterstadt, Weiterstadt
Preisgeld: 4.000 €

Filmforum Höchst, Frankfurt
Preisgeld: 3.000 €

Kino des Deutschen Filmmuseums
, Frankfurt
Preisgeld: 3.000 €

Traumakino, Marburg
Preisgeld: 3.000 €

Caligari Filmbühne, Wiesbaden
Preisgeld: 2.000 €

Murnau-Filmtheater, Wiesbaden
Preisgeld: 2.000 €

Pupille – Kino in der Uni, Frankfurt
Preisgeld: 2.000 €

Kommunales Kino
, Eschborn
Preisgeld: 1.000 €

Jurybegründung Hessischer Kinokulturpreis für nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen: Seit 1974 ist das kommunale Kino Weiterstadt das einzige Kino vor Ort und schafft es seit Jahrzehnten ein breit gefächertes Publikum von jung bis alt zu erreichen und zu begeistern. Die fein abgestimmte Gestaltung des Programms erfolgt im Kollektiv. Dabei setzen die Kinomacherinnen und Kinomacher neben aktuellen Arthousefilmen auch auf Kurzfilme, Klassiker und Dokumentarfilme. Kinder und Jugendliche binden sie auf bemerkenswerte Art und Weise in die Programmgestaltung ein. Auch Filmreihen, Festivals und Sonderveranstaltungen mit Gästen stehen auf dem Programm oft in aufwendigen Programmheften präsentiert, manchmal sogar mehrsprachig. Das findet die Jury rundum ausgezeichnet, so dass es hier, neben der hervorragenden Arbeit der anderen nicht gewerblichen Kinos- und Kinoinitiativen einmal besonders herausgehoben werden soll.

Die Jury zu den Hessischen Kinokulturpreisen:
Die hessische Kinolandschaft ist geprägt von Vielfalt: In den urbanen Zentren finden sich Studenteninitiativen, kollektiv betriebene Kinoinitiativen, klassische Arthousecenter, Programmkinos, Filmmuseen oder kommunale Kinos. Insbesondere die Landeshauptstadt wartet mit zwei großartigen Playern auf, die sich wunderbar ergänzen. Auf dem Land schaffen es Kinos in Lauterbach, Lich oder Schlüchtern mit ihren Programmen ein wahrer Kulturmagnet zu sein und das Herzstück ihres Ortes. Während in den Städten die Kinos sich Herausforderungen wie der Konkurrenz durch andere Freizeit- und Kultureinrichtungen stellen, kämpfen die Landkinos erstaunlich erfolgreich mit einem vermeintlichen Standortnachteil. Sie beweisen mit großem Einfallsreichtum und Mut zu Neuem und Anderem, dass es möglich ist mit aufregenden Ideen, Besucher ins Kino zu locken. Engagierte Kinomacher und Kinomacherinnen machen sich erfolgreich Gedanken ihr Publikum zu finden und setzen dabei auch oft auf Kooperationen und die Einbindung von Gastspielen. Die Jury hatte viel Freude beim Lesen der Programme, die ein großes und interessantes Spektrum bei den gewerblichen, als auch bei den nicht gewerblichen Kinos aufzeigten. Insgesamt vergibt die Jury in diesem Jahr zwölf Kinokulturpreise für gewerbliche Kinos und acht Kinokulturpreise für nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen. Dabei zeichnet die Jury ein nicht gewerbliches Kino mit einem Spitzenpreis aus, das durch regelmäßige Neuformierung und herausragende Arbeit im Kollektiv über mehrere Generationen hinweg funktioniert. Anders als in den Vorjahren werden in der Kategorie „Gewerbliche Kinos“ vier Kinos innerhalb einer Spitzenpreisgruppe ausgezeichnet, die alle die besonderen Herausforderungen des Kinobetriebs auf bemerkenswerte Art und Weise bewältigen.

HESSISCHER FERNSEHPREIS: BESTE SCHAUSPIELERIN – Bester Schauspieler
(ohne Preisgelder)

HESSISCHER FERNSEHPREIS: BESTE SCHAUSPIELERIN

Preisträgerin: MARGARITA BROICH
Preisgeld: undotiert
Ausgezeichnet für ihre Rollen in
TATORT: WENDEHAMMER, Regie: Markus Imboden, 90 Minuten, Deutschland 2016
AUFBRUCH, Regie: Hermine Huntgeburth, 90 Minuten, Deutschland 2015

Jurybegründung:
Margarita Broich ist ein Phänomen. Eine Verwandlungskünstlerin, die keine komplizierten Frisurenkreationen braucht, um eine andere zu werden. Als verhärmt proletarisch-katholische Mutter in ‚Aufbruch‘ kriecht ihr der Mief der frühen 1960er Jahre förmlich aus allen Poren. Sie spricht mit vollem Mund und in vollem rheinischen Dialekt, den sie sich geradezu einverleibt hat.
Und dann leuchtet sie als Tatort-Kommissarin Anna Janneke, tanzt verführerisch und feminin, ist charmant und selbstbewusst und trickst selbst einen Zehnjährigen mit einem überraschenden Torschuss aus. Immer ist da diese umwerfende Körperlichkeit, mit der sie aus jeder Figur einen Solitär formt, der in keine Schublade passt.

HESSISCHER FERNSEHPREIS: BESTER SCHAUSPIELER

Preisträger: HEINO FERCH
Preisgeld: undotiert
Ausgezeichnet für seine Rolle in ALLMEN UND DIE LIBELLEN
Regie: Thomas Berger, 88 Minuten, Deutschland 2016

Jurybegründung:
Johann Friedrich von Allmen ist ein abgebrannter Lebemann, sympathischer Snob, Frauenheld, stets charmant, der selbstsicher und cool auch mit den größten Gefahren umgeht. Heino Ferch verkörpert diesen Allmen mit einer solchen stilistischen Sicherheit und erkennbaren Spielfreude, dass man ihm vom ersten Moment an gebannt und lustvoll bei jeder Schurkerei folgt und stets auf seiner Seite ist. Wartet man anfangs noch auf den Moment, in dem die Figur kippt und ihre Maske ablegt, so freut man sich im weiteren Verlauf des Filmes, dass dieser Moment ausbleibt. Heino Ferch spielt mit Grandezza und zeigt mit jeder Geste, jedem Blick, dass Stil keine Frage von Reichtum ist, sondern allein von der Haltung abhängt.
An der Seite des kongenialen Samuel Finzi gelingt es Heino Ferch, eine Figur von internationalem Format zu schaffen, die ein kleines bisschen über dem Boden zu schweben scheint und aus Haltung allerbeste Unterhaltung macht.

EHRENPREIS DES HESSISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN
(ohne Preisgeld)

Preisträger: KLAUS MARIA BRANDAUER
Preisgeld: undotiert

Ministerpräsident Volker Bouffier zu seiner Entscheidung:

„Klaus Maria Brandauer ist einer der herausragenden deutschsprachigen Theater- und Filmschauspieler der letzten 35 Jahre. Er nennt eine erstaunliche schauspielerische Vielfalt sein eigen, die er mit einer einnehmenden Präsenz verknüpft, mit der er sein internationales Publikum begeistert. Bereits ein Gigant an seiner künstlerischen Heimat, dem Wiener Burgtheater, drückt er mit „Mephisto“ über Nacht auch dem Kino seinen Stempel auf und bringt so Nicht-Theatergänger in den Genuß seiner überwältigenden Kunst. Große internationale Rollen folgen, doch Brandauer zieht es immer wieder zum Theater – als Schauspieler aber auch als Regisseur. Nicht zu vergessen seine Inszenierungen von Berthold Brechts „Dreigroschenoper“ oder Richard Wagners Oper „Lohengrin“. Klaus Maria Brandauer hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, vor dem ich mich zutiefst verneige.

FAVN – Eine Performance von Florian Hecker im Rahmen des Musikfests „Nachmittag eines Fauns“ in der Alten Oper Frankfurt

nachmittag-eines-faunsFAVN – Eine Performance von Florian Hecker

Im Vorfeld seiner Ausstellung „Formulations“ (26. November 2016 – 5. Februar 2017) im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main zeigt Florian Hecker seine Performance „FAVN“ am 5. Oktober um 20 Uhr im Rahmen des Musikfests „Nachmittag eines Fauns“ in der Alten Oper Frankfurt.
Mit der Performance begibt sich Hecker zum ersten Mal aus dem Zusammenhang der bildenden Kunst heraus hinein in ein klassisches Konzerthaus.

In seiner neuen Arbeit nimmt Florian Hecker Bezug auf Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ wie auch auf die dichterische Vorlage Stéphane Mallarmés und die choreografische Umsetzung durch Vaslav Nijinsky aus dem Jahr 1912 – drei Werke, in denen für Hecker die Erwartungshaltungen des Publikums und deren Nichterfüllung in spannungsvollem Kontrast stehen. Diese Kluft wie auch die Frage der eigenen Wahrnehmung von Realität und Fiktion beschäftigten Hecker in seiner Arbeit. Inmitten der computergenerierten Klänge wird der Zuhörer keine zielgerichtete Erzählung erleben, sondern einen überflüssig gewordenen Zeitbegriff erfahren.

Die Arbeiten des international agierenden Sound-Künstlers Florian Hecker waren unter anderem auf der documenta, zahlreichen internationalen Ausstellungsorten sowie im MMK zu erleben. In der Sammlung des MMK ist Hecker mit der Arbeit „Event, Stream, Object“ (2010) vertreten. Seine „sound-pieces“ sind Klangereignisse, die sich im Raum und in der Bewegung der Rezipienten erschließen.
Das MMK Museum für Moderne Kunst wird vom 26. November 2016 bis zum 5. Februar  2017 unter dem Titel „Formulations“ eine umfassende Sequenz von Florian Heckers Klangwerken zeigen.

Eine Koproduktion der Alten Oper Frankfurt mit dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt.

Eintritt 19 Euro / Tickets über Alte Oper: 069 / 13 40 400 oder www.alteoper.de

Alte Oper Frankfurt zieht positive Bilanz nach Konzertprojekt „One Day in Life“

One Day in Life - Konzert in der Küche im  Römer © AOF, Norbert Miguletz
One Day in Life – Konzert in der Küche im Römer © AOF, Norbert Miguletz

Eine ganze Stadt als musikalische Partitur: Unter dem Titel „One Day in Life“ hat die Alte Oper Frankfurt am Wochenende 21./22. Mai 2016 mit 75 Konzerten an 18 Orten Frankfurts innerhalb 24 Stunden das bislang größte Konzertprojekt in ihrer Geschichte realisiert und dabei eine enorme Resonanz des Publikums erfahren.

One Day in Life  Commerzbank-Arena © AOF, Wonge
One Day in Life Commerzbank-Arena © AOF, Wonge Bergmann

Für das Konzertprojekt, das der weltbekannte Architekt Daniel Libeskind für die Alte Oper konzipiert hat, wurden insgesamt 15.500 Tickets verkauft. Rund 200 Musiker wirkten mit, darunter das hr-Sinfonieorchester, die Gächinger Kantorei, der Pianist Pierre-Laurent Aimard und die Geigerin Carolin Widmann, die gemeinsam mit Daniel Libeskind am Sonntag, 22. Mai, um 18.00 Uhr das Konzertprojekt in der Commerzbank-Arena abschloss.

One Day in Life Konzert in einer fahrenden Straßenbahn © AOF, Achim Reissner
One Day in Life Konzert in einer fahrenden Straßenbahn © AOF, Achim Reissner

Bereits im Vorfeld hatten zahlreiche nationale wie auch internationale Medien das Projekt begleitet, und auch am Konzertwochenende selbst fand eine umfangreiche Berichterstattung durch Print-, Rundfunk- und Online-Medien statt. Dazu zählten auch Live-Übertragungen zweier Konzerte auf dem Online-Kanal des deutsch-französischen Kultursenders ARTE.

One Day in Life - Operationssaal © AOF, Tibor Pluto
One Day in Life – Operationssaal © AOF, Tibor Pluto

Einen symbolischen Tag im Leben mit Grunddimensionen menschlichen Daseins wie „Bewegung“, „Erinnerung“, „Arbeit“, „Natur“ musikalisch zu erfassen, das war das Anliegen des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der mit „One Day in Life“ sein erstes Konzertprojekt realisierte. Diese grundlegenden menschlichen Dimensionen koppelte Libeskind mit unterschiedlichen Orten Frankfurts wie auch eigenen musikalischen Welten. Erfahrbar wurden auf diese Weise Werke von Beethoven- oder Schubert-Klaviersonaten über das Mozart-Requiem bis hin zu Musik unserer Tage, und dies an außergewöhnlichen Orten wie einem Operationssaal, einem Boxcamp, einer Großküche und einem Schwimmbad.

One Day in Life - Konzert in der Alten Oper Frankfurt © AOF, Tibor Pluto
One Day in Life – Konzert in der Alten Oper Frankfurt © AOF, Tibor Pluto

Alte-Oper-Intendant Dr. Stephan Pauly, dessen Einladung zur Entwicklung eines Konzerts an Daniel Libeskind am Anfang des Projekts stand, blickt zurück nicht nur auf ein Konzertwochenende voll an reichen Eindrücken, sondern auch auf eine intensive Vorbereitungsphase: „Es war ein Abenteuer, gemeinsam mit Daniel Libeskind dieses einmalige Projekt zu entwickeln, das alle Dimensionen sprengte. Ich bin glücklich, dass es uns gelungen ist, ein äußerst innovatives Konzertformat zu entwickeln und damit viele Menschen nicht nur an unbekannte Orte der Stadt, sondern auch an zeitgenössische und klassische Musik heranzuführen. Um ein derartiges Projekt zu stemmen, bedarf es freilich vieler Kräfte. Ich danke daher an dieser Stelle ganz herzlich allen, die in den vergangenen zwei Jahren ihr Herzblut und ihre Zeit in dieses Projekt investiert haben: Daniel Libeskind, dem Team der Alten Oper, den vielen Frankfurter Kooperationspartnern, ohne die „One Day in Life“ nicht realisierbar gewesen wäre, und den Sponsoren und Förderern, die mit uns an die Kraft einer visionären Idee geglaubt und uns unterstützt haben.“

Und auch für Daniel Libeskind bleibt am Ende eine außergewöhnliche Erfahrung: „Ich war überwältigt von der Offenheit und dem Interesse, mit dem das Projekt in Frankfurt aufgegriffen wurde. Und nun durften wir das Resultat unserer Arbeit erleben: Ganz Frankfurt war in Bewegung an diesem Wochenende. Wir konnten erfahren, wie Musik uns verbindet – mit dem Ort, an dem wir leben, der Stadt, der Welt – und den Menschen!“

Siehe auch: Feuerwehrtrainingscenter, Nationalbibliothek und Boxcamp

Musical Labyrinth
Installation Musical-Labyrinth, 289m² groß, begehbar, auf dem Opernplatz vor der Alten Oper Frankfurt © massow-picture
Installation Musical-Labyrinth, 289m² groß, begehbar, auf dem Opernplatz vor der Alten Oper Frankfurt © massow-picture

Noch bis zum 14. Juni erinnert eine 289 m² große Installation des Architekten, „Musical Labyrinth“, auf dem Frankfurter Opernplatz an das Konzertevent und macht als begehbares Kunstwerk die Grundidee des Projektes zugänglich.

Das Konzert mit Pierre-Laurent Aimard sowie das Abschlusskonzert mit Carolin Widmann wurden von ARTE Concert aufgezeichnet und live auf http://concert.arte.tv/de/onedayinlife-aimard-libeskind sowie http://concert.arte.tv/de/onedayinlife-widmann-libeskind übertragen. Beide Konzerte sind hier noch 90 Tage lang in der Mediathek verfügbar.

 

One Day in Life – Größtes Konzertspektakel der Geschichte der Alten Oper Frankfurt übertrifft jetzt schon alle Erwartungen

Der übersichtliche Folder informiert komprimiert über Orte, Programme und Termine aller 75 Konzert-Ereignisse bei "One Day in Life" Foto: © massow-picture
Der übersichtliche Folder informiert komprimiert über Orte, Programme und Termine aller 75 Konzert-Ereignisse bei „One Day in Life“ Foto: © massow-picture

One Day in Life – Das größte Projekt in der Geschichte der Alten Oper Frankfurt übertrifft schon vor Beginn alle Erwartungen – Die Aktion geht noch bis Sonntag 22. Mai 2016 um 16.00 Uhr!

Seit Samstag, 21. Mai 2016,  16 Uhr, läuft das 24-Stunden-Projekt „One Day in Life” von Daniel Libeskind und der Alten Oper in Frankfurt am Main. Es ist das größte Projekt, das die Alte Oper je gemacht hat. Bis Freitag waren bereits über 14 000 Tickets verkauft.

Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper © massow-picture
Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper © massow-picture

„Das hat all unsere Erwartungen übertroffen“ , so Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper. An dem Projekt seien über 200 Musiker beteiligt und „wir haben ein Riesen-Projektteam, das über 2 Jahre lang an diesem Projekt gearbeitet hat“, umreißt der Intendant die Eck-Dimensionen dieses „Experiments“, zu dessen Entwicklung er vor zwei Jahren den weltbekannten New Yorker Architekten Libeskind gewinnen konnte. Der Hintergrund von Paulys Idee war immer sein Wunsch oder die Hoffnung, „dass ein fremder Blick eines Nichtmusikers auf das, was wir machen, nämlich Menschen Musikerlebnisse zu ermöglichen, uns neue Entdeckungen beschert zu der  Frage: Wie kann man denn heute Konzerte veranstalten? Was können vitale und tolle Situationen sein, in denen Künstler und Publikum sich begegnen? Wie können wir ausbrechen aus dem manchmal doch sehr verkrusteten Betrieb der klassischen Musik und ebenso der zeitgenössischen Musik?“

Architekt Daniel Libeskind © massow-picture
Architekt Daniel Libeskind © massow-picture

Daniel Libeskind, der unter anderem in Berlin das Jüdische Museum entworfen und in seiner Heimatstadt New York den Masterplan für das wiedererichtete World Trade Center lieferte und zudem studierter Musiker ist, hatte  Stephan Pauly vor zwei Jahren sofort seine Mitarbeit zugesagt. Libeskind hatte völlig freie Hand; denn es war eine Einladung ohne Vorgaben, festgelegte Regeln, sondern eine, „die ganz offen war“, so Pauly. Libeskind sei  nicht schwergefallen, sich dieser Aufgabe zu stellen, denn für ihn „ist Musik die Grundlage von allem, sie kommt zuerst, auch vor der Architektur. Was die Architektur angeht, so verstehe ich sie als Fortsetzung der Welt der Musik.“ Musik ist für Libeskind „social art“, sie bringe Menschen zusammen, lasse sie genießen.

Libeskinds Ur-Idee lautete: 20 Konzerte in 24 Stunden an 80 Orten, über die ganze Stadt verteilt, anzubieten, um Menschen aufzufordern, aktiv zu werden und die Stadt, die Musik und das Leben für 24 Stunden, eben für einen Tag, neu zu entdecken. Nach zwei Jahren Vorbereitungs- und Realisierungszeit war das Wochenende „One Day in Life“ mit 75 Konzerten in 24 Stunden an 18 außerordentlichen Orten Frankfurts geboren: Diese spektakuläre Aktion ist aber nicht einfach „nur“ ein Event wie die „Lange Nacht der Musik“, sondern hat eine tiefere Dimension. Daniel Libeskind versucht quasi, eine Reise durch‘s eigene Leben zu beschreiben, indem er zu jedem dieser Orte „Dreiecke“ erfunden hat zwischen Musikwerk, dem Ort selber, dessen Geschichte, und einer Dimension des menschlichen Lebens wie: Arbeit, Wille, Geheimnis, Glaube, Simulation, Natur, Schwerkraft, Übersetzung usw. Zu den ungewöhnlichen Konzert-Orten gehören unter anderem ein Operationssaal, ein Wolkenkratzer, ein Schwimmbad, das Magazin der Deutschen Nationalbibliothek, das Senckenberg-Naturmuseum, ein Feuerwehr- und Trainings-Zentrum und viele weitere ungewöhnliche Räume mehr für Musikerlebnisse. Drei dieser Orte werden  stellvertretend kurz vorgestellt werden:

Musikerleben im Feuerwehr & Rettungs-Trainings-Center der Frankfurter Feuerwehr

Feuerwehr & RettungsTrainings Center © massow-picture
Feuerwehr & RettungsTrainings Center © massow-picture

Ein unglaublich beeindruckendes Erlebnis haben viele Besucher beispielsweise beim Betreten des hallenartigen Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center in der Feuerwehrstrasse 1, wenn Stockhausens „Gesang der Jünglinge im Feuerofen“ für Tonband sie empfängt. Man braucht nicht zwingend den tieferen Sinn des zugrunde liegenden biblischen Textes von verbrennenden Seelen in der Feuersglut verstehen oder sich auf das Spiel mit der Metapher Feuer einzulassen. Es geht einfach um Stimmungen, um ein völlig anderes Erleben und Rezipieren von Musik aufgrund der nicht als ‚Konzertsaal‘ erkennbaren ungewöhnlichen Location:

Aglaya Gonzalez und Ota Kohei © massow-picture
Aglaya Gonzalez und Ota Kohei © massow-picture

Wenn Aglaya Gonzalez und Ota Kohei die „Rosenkranz-Sonaten“ für Violine und Basso continuo von Franz Biber anstimmen, dauert es eine Weile, die Musiker mit ihren Instrumenten inmitten eines Doppelfenster-Zargen in der Vierten Etage einer nackten Hochhaus-Übungswand auszumachen. Gewöhnlich proben hier oben Einsatzkräfte der Feuerwehr den Rettungs-Ernstfall.

Während man Franz Bibers Rosenkranzsonate von Aglaya Gonzalez und Ota Kohei lauscht, entdeckt man zwei Während man Franz Bibers Rosenkranzsonate, gespielt  von Aglaya Gonzalez und Ota Kohei, lauscht, entdeckt man zwei Fenster daneben die simulierte Katastrophe.© massow-picture
Während man Franz Bibers Rosenkranzsonate von Aglaya Gonzalez und Ota Kohei lauscht, entdeckt man zwei Während man Franz Bibers Rosenkranzsonate, gespielt von Aglaya Gonzalez und Ota Kohei, lauscht, entdeckt man zwei Fenster daneben die simulierte Katastrophe.© massow-picture

Zwei Fenster  seitlich davon künden  simulierte Brandspuren und ein zersplittertes Fenster von einem möglichen Wohnzimmer-Inferno.

Intendant Dr. Stephan Pauly und Architekt Daniel Libeskind folgen der Rosenkranzsonate. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Intendant Dr. Stephan Pauly und Architekt Daniel Libeskind folgen der Rosenkranzsonate. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Ein wenig erschrocken, huscht der  Blick weg, unvermeidlich auf weitere potemkinsche Brand-Übungsbauten, etwa auf das „Autohaus Schmid“, ein gelbes  Walmdach-Doppelhaus,  ein Wohn-Quartier mit „Gaststätte zum Anker“ im Erdgeschoss, einen  Drogerie-Markt und sogar auf ein nachempfundenes Lager mit „Logistik Rampe“.

Christian Fritz, Musikstudent und angehender Pianist spielt fünf Mal täglich Beethovens Sinfonie Nr. 5 C-Moll Op. 67, Foto: © massow-picture
Christian Fritz am Flügel Foto: © massow-picture

Die Pseudo-Bauten im hallenartigen Trainings-Center helfen beinahe jede Brand-Situation am Bau zu simulieren und Feuerwehreinsätze zu üben. Auf der nachgebauten Laderampe steht jetzt vorübergehend ein Konzert-Flügel. In dessen Tasten hämmert Christian Fritz, studentischer Pianist an der Hochschule für Musik Frankfurt, allem Widerhall zum Trotz äußerst gekonnt Beethovens „Fünfte C-Moll Op. 67“. Es ist der letzte dreier Musikbeiträge, die alle zwei Stunden an diesem Ort gespielt werden.  Ein Gäsehaut-Feeling jagt das andere. Bilder von Brandkatastrophen, Blaulicht und Sirenen  vermischen sich mit den äußerst prägnanten ersten fünf Takten der „Schicksalssinfonie“, welche von Niederlage und Triumph, vom ewigen menschlichen Schicksalskampf, von Leid und Erlösung erzählt. Kaum ein Ort wäre hierfür wohl prädestinierter als dieses „Katastrophen-Simulations-Center“ der Frankfurter Feuerwehr.

Musikstudent und Pianist Christian Fritz Foto: © massow-picture
Musikstudent und Pianist Christian Fritz Foto: © massow-picture

„Mit dem überbordenden Schall“, so Pianist Christian Fritz, müsse man beim Spielen „ähnlich verfahren, wie beim Konzertieren in einer Kirche“. Richtig: Der schlichte Ort hat etwas seltsam Sakrales!  Aber im Unterschied zu einem Gotteshaus probt man wohl im Feuerwehrtrainings-Center nicht die Seelen-Rettung, sondern die Rettung von Menschen aus Bränden für’s Diesseits.

Libeskind hat diesen Ort der simulierten Menschenrettung unter die menschliche Dimension „Simulation“ gestellt.

 

Musikerleben im Magazin der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt a. M.

Foto: © massow-picture
Foto: © massow-picture

Ein, unter der „menschlichen Dimension Übersetzung“ angebotenes Musikerlebnis erwartet Besucher auf der 11. Treppenhausebene des Magazins der Deutschen Nationalbibliothek. Die gesamte Magazinfläche beträgt 30 000 m² und reicht für 18 Millionen Bücher. Rollregal an Rollregal, müssen hier täglich durchschnittlich 1500 bis 2000 Neuerscheinungen eingelagert werden. Ohne Führung verliefe man sich im unendlichen Labyrinth der Gänge. Auf einem Hauptgang, links und rechts nur die unzähligen Rücken der Rollregale, können alle zwei Stunden bis maximal 100 Personen über 50 Meter zu zwei Musikereignissen wandeln.

Daniel Lorenzo (Klavier) und Jan Baumgart (Klangregie), hinten. Foto: © massow-picture
Daniel Lorenzo (Klavier) und Jan Baumgart (Klangregie), hinten. Foto: © massow-picture

Empfangen werden sie von Daniel Lorenzo (Klavier) und Jan Baumgart (Klangregie) mit einem, für ungeübte Ohren zeitgenössischer Musik gewöhnungsbedürftigen Stück von Peter Ablinger: „Voices and Piano“. Man kann dort in einer Art Mini-Foyer, wo ansonsten Bücher-Transportkarren stehen, kurz oder länger verweilen, bis man sich auf den Marsch durch den langen Gang einlässt, und  rechts und links Blicke in unendliche „Bücherwände“ werfen kann.

Vocal Connection mit Dorotea Pavone (Sopran), Susanne Rohn (Mezzosopran), Rolf Ehlers (Tenor), Peter Bachon (Bass). © massow-picture
Vocal Connection mit Dorotea Pavone (Sopran), Susanne Rohn (Mezzosopran), Rolf Ehlers (Tenor), Peter Bachon (Bass). © massow-picture

Schreiten Besucher  weiter in den Gang hinein zum anderen Ende, tönt ihnen ab Mitte allmählich, immer deutlicher hörbar, Claudio Monteverdis „Il Quinto Libro de Madrigali a Cinque Voci“ (Fünftes Madrigalbuch für fünf Stimmen) entgegen.  Irgendwann unterwegs mischen sich zeitgenössische und „klassische“ Musik, bis nur noch die wunderbaren Stimmen der Gruppe Vocal Connection zu hören sind. Die Musiker singen hier in etwa einem Meter Abstand gegen  Bücher-Rücken, unter anderem eine 2013er Monographie über Karl May. Wer leicht klaustrophobisch veranlagt ist und lieber die unterirdischen Gänge meidet, kann sich auch im Lesesaal Schuberts Klaviersonate Nr. 18 G-Dur D 894 hingeben. Ob Magazin oder Lesesaal – Auf den ersten Blick mutet eine solche Bibliothek wie die Deutsche Nationalbibliothek  für Musikaufführungen  seltsam an: Denn während Musik-Töne eher zu verschwinden drohen, wächst  täglich das in Buchstaben übersetzte und in Büchern und Digital-Publikationen verfrachtete und hier endgelagerte Wissen an.

Musikerleben im Boxcamp Gallus

boxcampgallusSelten  hat man Gelegenheit, Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 31 AS-Dur Op. 110 in einem Boxcamp, wie an diesem Wochenende im Boxcamp Gallus, zu erleben. Das Ereignis steht hier unter der zunächst etwas missverständlich klingenden menschlichen Dimension „Glaube“. Aber dieser „Glaube“ hat weder etwas mit Religion noch mit Imagination oder Illusionskunst zu tun. Der gewählte Begriff meint den  „Glauben an sich selbst“ und will zu mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auffordern. Denn das Boxcamp bietet seit 2010 vielen Kindern und Jugendlichen des Brennpunktviertels, unabhängig von Geschlecht, Religion, Kultur und Nationalität, kostenlos pädagogische Betreuung und Hausaufgabenhilfe bis hin zum professionellen Boxtraining an. Es geht im Besonderen darum, die jungen Leute zum Durchhalten in den verschiedenen Situationen ihres Lebens zu motivieren und sich und die eigenen Ziel nicht allzu schnell aufzugeben. Die Jugendlichen sollen neue Perspektiven für Schule, Ausbildung und einen Arbeitsplatz erhalten, indem sie sich hier in die Gemeinschaft einbringen und unter fachlich kompetenter Anleitung lernen, sich im wahrsten Wortsinne „durchzuschlagen“, allerdings fair und nach Regeln.
Für Daniel Libeskind ist der Boxring kein Widerspruch zur feinsinnigen Musik, denn Musik hat für ihn auch eine starke physische Dimension. Dieser Ort konfrontiert Betrachter einmal mehr mit den Grundängsten menschlicher Existenz, musikalisch unterfüttert mit Beethovens Klaviersonate Nr. 31 Opus 110.

Pianist Pierre Laurent Aimard, © massow-picture
Pianist Pierre Laurent Aimard, © massow-picture

Pianist Pierre-Laurent Amard, ist nicht das erste Mal in einen Ring gestiegen, in dem der Konzertflügel gehievt wurde, Beethovens Werk entstand 1821, als der Komponist bereits taub war und eigentlich nicht mehr als Musiker arbeiten konnte. Die Klaviersonate Nr. 31 Opus 110 steht daher hier insbesondere als Symbol fürs „Immer-wieder-neu-anfangen“, ähnlich  wie Beethoven seinerzeit seinem Schicksal von Herzrhythmusstörungen und Gehörlosigkeit immer wieder kompositorisch von Neuem die Stirn bot und niemals den Glauben an sich selbst verlor. So könnte Beethoven durchaus auch Pate für ein Motto im Boxcamp Gallus stehen, wenn es dort an einer Wand heißt: „Schmerzen sind vergänglich. Aufgeben für immer!“ Vielleicht ist dies auch eine kleine Motivation für manchen Besucher über den „One Day in Life“ hinaus!?

Weitere Infos über alle Orte „One Day in Life“

Diether v. Goddenthow

Libeskind-Installation „MUSICAL LABYRINTH“ auf Frankfurter Opernplatz anlässlich des Konzertprojektes „One Day in Life“

Einweihung des begehbaren 17 x 17 m großen Musikal-Labyrinth auf dem Opernplatz vor der Alten Oper. Vl. Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, Daniel Libeskind, Architekt und Initiator des Großprojketes, Pierre Heck, Geschäftsführer von Gosentino Deutschland, Hersteller und Sponsor der 289m² großen Labyrinth-Installation. Diether v. Goddenthow  © massow-picture
Einweihung des begehbaren 17 x 17 m großen Musikal-Labyrinth auf dem Opernplatz vor der Alten Oper. Vl. Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, Daniel Libeskind, Architekt und Initiator des Großprojketes, Pierre Heck, Geschäftsführer von Gosentino Deutschland, Hersteller und Sponsor der 289m² großen Labyrinth-Installation. Diether v. Goddenthow © massow-picture

Es ist eines der komplexesten Konzertprojekte in der Geschichte der Alten Oper Frankfurt: „One Day in Life“ lautet der Titel des großangelegten Konzertereignisses, das der weltbekannte Architekt Daniel Libeskind auf Einladung des Konzerthauses entwickelt hat und das die Stadt Frankfurt am 21. und 22. Mai 2016 an insgesamt 18 Spielstätten in mehr als 75 Konzerten zur Begegnungsstätte mit Musik wie auch mit Grunddimensionen menschlichen Daseins werden lässt. Bereits vom 9. Mai 2016 an verweist eine Installation Libeskinds auf dem Frankfurter Opernplatz auf die Konzeption des außergewöhnlichen Konzertevents.  Weitere Infos zur Installation finden Sie im Flyer: 4_Flyer_Musical_Labyrinth_DE_EN

Die Installation „Musical Labyrinth“

Installation Musical-Labyrinth, 289m² groß, begehbar, auf dem Opernplatz vor der Alten Oper Frankfurt © massow-picture
Installation Musical-Labyrinth, 289m² groß, begehbar, auf dem Opernplatz vor der Alten Oper Frankfurt © massow-picture

Sein Konzertprojekt „One Day in Life“ versteht Daniel Libeskind als ein „Musical Labyrinth“ – als Aufforderung, auf ungewohnten Pfaden Orte der Stadt, musikalische Welten und zugleich auch Grunddimensionen des menschlichen Daseins zu erkunden. „Musical Labyrinth“ nennt Daniel Libeskind auch seine Installation auf dem Frankfurter Opernplatz, die die Grundidee des Projekts zugänglich im wahrsten Sinne des Wortes macht: Auf eine erhöhte, begehbare Fläche von 17 mal 17 Metern wurde seine Original-Skizze, die im Zuge der Konzeption von „One Day in Life“ entstanden ist, eingraviert. Diese Skizze versteht sich nicht als konkreter Streckenplan, sondern als Sinnbild der Bewegung durch den Stadtraum, als Visualisierung einer unkonventionellen musikalischen Reise. Passanten sind eingeladen, die tiefschwarze Fläche, bestehend aus 80 zwei Zentimeter dicken Platten des ultrakompakten Oberflächenmaterials Dekton®, zu betreten und mit der Installation zu interagieren. Dekton® ist ein Material des spanischen Herstellers Cosentino, der als einer der Hauptsponsoren das Projekt „One Day in Life“ unterstützt (www.dekton.com).

Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, freut sich, nicht nur den Besuchern der Konzerte, sondern auch allen Passanten Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den Denkwelten des US-amerikanischen Architekten zu geben: „Die Installation trägt unser Konzertprojekt, komprimiert auf 289 m², in den öffentlichen Raum und lädt ein, sich mit der Topographie der Stadt, so wie sie sich für Daniel Libeskind darstellt, auseinanderzusetzen. Ich bin glücklich, dass Daniel Libeskind unser großes Projekt ‚One Day in Life‘ um diese eigenständige künstlerische Arbeit erweitern konnte.“

Die Installation wurde am 9. Mai auf dem Frankfurter Opernplatz von Daniel Libeskind selbst eingeweiht und ist bis zum 14. Juni 2016 rund um die Uhr kostenfrei zugänglich.

„Musical Labyrinth“ wird präsentiert von Dekton® by COSENTINO

Das Konzertprojekt „One Day in Life“

© massow-picture
© massow-picture

24 Stunden – 18 Orte Frankfurts – 18 Dimensionen des Lebens – mehr als 75 Konzertereignisse:

Derart raum- und zeitgreifend ist das Konzertprojekt, das Daniel Libeskind auf die Einladung der Alten Oper Frankfurt hin entwickelt hat. Die Grundidee des US-amerikanischen Architekten: Verschiedene Stationen der Stadt werden jeweils gemeinsam mit Musik und mit einem übergeordneten Thema menschlichen Daseins erfahren und addieren sich dabei zu einem symbolischen Tag. Jedes Programm wird am jeweiligen Ort im Abstand von je zwei Stunden mehrfach wiederholt. So lässt sich von Station zu Station ein ganzer Tag musikalisch durchwandern. Das Publikum stellt sich dabei seinen eigenen persönlichen Parcours zusammen.

Unter den von Daniel Libeskind gewählten Schauplätzen befinden sich groß dimensionierte

Spielstätten wie die Commerzbank-Arena oder die Alte Oper Frankfurt, unkonventionelle Konzertorte wie das Boxcamp Gallus oder das Rebstockbad, aber auch Örtlichkeiten, die der Öffentlichkeit im Normalfall nicht zugänglich sind, wie der VGF Betriebshof, ein Operationssaal im Hospital zum Heiligen Geist oder der 38. Stock des OpernTurms. Die Interpreten sind namhafte Künstler und Ensembles wie der Pianist Pierre-Laurent Aimard, die Geigerin Carolin Widmann und das hr-Sinfonieorchester, aber auch Stipendiaten der Internationalen Ensemble Modern Akademie 2016/17 und Studierende der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Ebenfalls von Daniel Libeskind ausgewählt wurde die Musik – Werke von Claudio Monteverdi über Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert bis hin zu Komponisten unserer Zeit. Zu den Dimensionen menschlichen Daseins, die Daniel Libeskind mal konkreter, mal abstrakter mit den Orten und der Musik in Verbindung bringt, zählen zentrale Parameter des Lebens wie „Stillstand“, „Glaube“, „Schwerkraft“ oder „Erinnerung“.

„Jede Stadt erschafft ihre eigenen Strukturen durch Träume. Die Straßen, auf denen wir gehen, und die Topografien, die wir erleben, sind gleichzeitig sowohl real als auch von uns erträumt.“ (Daniel Libeskind)

Karten und weitere Informationen unter www.alteoper.de/onedayinlife