Kategorie-Archiv: Rathaus Wiesbaden

Der Wiesbadener Helmuth-Plessner-Preis 2023 geht an französischen Philosophen Prof. Dr. Gérard Raulet

Der Wiesbadener Helmuth-Plessner-Preis, der in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben wird, geht an den französischen Philosophen und Germanisten Gérard Raulet.

Helmuth Plessner, 1892 in Wiesbaden geboren, war für die europäische Philosophie, Biologie und Soziologie ein bedeutender Impulsgeber und gilt bis heute als einer der wichtigsten Vertreter der „philosophischen Anthropologie“. Der Helmuth-Plessner-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre von der Landeshauptstadt Wiesbaden in Kooperation mit der Helmuth Plessner-Gesellschaft an eine renommierte Persönlichkeit vergeben, die sich in der wissenschaftlichen oder außerwissenschaftlichen Öffentlichkeit um Aspekte des Plessner‘schen Werks in hervorragender Weise verdient gemacht hat.

An der Sitzung des Preiskuratoriums nahmen gleichberechtigt für die Helmuth-Plessner-Gesellschaft Prof. Dr. Carola Dietze, Prof. Dr. Marcus Düwell, Prof. Dr. Joachim Fischer, Prof. Dr. Volker Schürmann, die von der Stadt nominierten Mitglieder Prof. Dr. Tilman Allert, Jürgen Kaube, Prof. Dr. Eva Waller, sowie Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Kulturdezernent Axel Imholz teil.

„Es war eine interessante Sitzung, in der sich alle Beteiligten einmütig für den Preisträger ausgesprochen haben“, führt Kulturdezernent Axel Imholz aus. „Im Hinblick auf den 60. Jahrestag des Élysée-Vertrags, der gerade auch die Absicht des gegenseitigen Kulturaustauschs unterstreicht, freut es mich besonders, dass der Preis an einen Franzosen mit Leidenschaft für die deutsche Philosophie geht.“

Begründung zur Entscheidung: Gérard Raulet, geboren im August 1949, studierte bis 1969 an der École normale supérieure Lettres et sciences humaines in Saint-Cloud, ist ausgebildeter Deutschlehrer (agrégé d’allemand 1973), promovierte 1981 in Philosophie an der Universität Paris IV und habilitierte sich 1985 an der Universität Paris-Sorbonne, wo er bis 2020 als Professor für deutsche Ideengeschichte lehrte. 2006 veröffentlichte er das französische Standardwerk zur deutschen Philosophie im 20. Jahrhundert „La philosophie allemande depuis 1945“.

Gérard Raulet hat die gesamte Theoriegeschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive der produktiven Entwürfe der 20er Jahre (Benjamin, Bloch, Marcuse, Scheler, Plessner) über die 60er Jahre (Habermas, Gadamer, Blumenberg, Jonas) bis in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts erschlossen und diskutiert. 2006 veröffentlichte er das französische Standardwerk zur deutschen Philosophie im 20. Jahrhundert „La philosophie allemande depuis 1945“ (Paris). Bemerkenswert an Raulets intellektueller Laufbahn ist, dass er, der zunächst in enger Verbundenheit mit der Kritischen Theorie zu arbeiten begann (Habermas, Honneth), Ende der 90er Jahre – im Zuge der deutschen Renaissance von Scheler und Plessner – in Paris eine nachhaltige Wende zur Philosophischen Anthropologie vollzogen hat, ohne seine Ursprünge je aus den Augen zu lassen. Bereits im erwähnten Buch „La philosophie allemande“ hat er ein einschlägiges Kapitel der „L’anthropologie philosophique et la psychoanalyse“ gewidmet und darin auch Plessner erstmals in Grundzügen dem französischen Publikum vorgestellt.

Das Tor zur französischen Plessner-Rezeption stieß Raulet weiter auf, indem er seit 2000 ein mehrjähriges trilaterales Forschungsprojekt (französisch-italienisch-deutsch) zur L’anthropologie philosophique: ses origines et son avenir – Die philosophische Anthropologie: Herkunft – Zukunft organisierte, das neben den wenigen expliziten vor allem den impliziten lebensphilosophischen und anthropologischen Bezügen zwischen deutscher und französischer Philosophie nachging.

Insgesamt wurden in der anhebenden französisch-deutschen Plessner-Diskussion relevante Parallelen nicht nur zu Bergson und Merleau-Ponty, sondern auch zur „französischen philosophischen Anthropologie im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts“ (Raulet) entdeckt, die zum Beispiel bei Canguilhem und Deleuze „den Zusammenhang zwischen lebendigen Körpern (und Leibern) mit ihren Umwelten auf nicht-reduktionistische, nicht-idealistische und nicht-mechanizistische Weise denkt“ (Anderson/Ebke/Nigrelli/Pagan 2022) und diesen Ansatz auch für einen komplexen, kritischen Begriff der Natur des Menschen durchhält. Parallel initiierte Raulet eine Buchreihe „Philosophische Anthropologie – Themen und Positionen“, in der er auch seine Studien unter dem seine Intention bezeichnenden Titel „Das kritische Potential der philosophischen Anthropologie“ (2020) publizierte.

Für Gérard Raulet spricht besonders, dass er entscheidenden Anteil daran hatte, dass die Philosophische Anthropologie und für ihn besonders der Beitrag Plessners in Frankreich diskutiert werden und dies schließlich auch zu einer – nach Jean Paul Sartres folgenreicher Übersetzung von Schriften Martin Heideggers und ihrer weiteren Rezeptionsgeschichte in unserem Nachbarland kaum mehr zu erhoffenden – öffentlichen Wirksamkeit beigetragen hat. Darüber entfaltete sich eine breite öffentliche Wirksamkeit der Ansätze und Gedanken im europäischen, vor allem im romanischen Raum.

Am Montag, 4. September, wird der Preis im Rathaus im Rahmen eines Festaktes übergeben. Ergänzend zu der Preisverleihung sind ein Vortrag des Preisträgers, eine wissenschaftliche Tagung zum Werk des Preisträgers, ein Stadtspaziergang auf den Spuren Plessners und eine Diskussion mit Wiesbadener Schülerinnen und Schülern vorgesehen.

Die Wettbewerbsauswahl des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals

DFKF23_CD_Logo_Download_RZ_230113_CMYK_rot450Das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2023 kann beginnen, die Nominierungen des Film- und Serienwettbewerbs stehen fest. Alle 15 Produktionen werden im Rahmen der Festivalwoche vom 12. bis 19. März 2023 in Anwesenheit der Filmschaffenden in der Caligari FilmBühne Wiesbaden gezeigt.

Im Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis konkurrieren zehn Filme um den Titel, darunter fünf Premieren. Insgesamt reichten 13 Fernsehsender 53 Produktionen ein.

„Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist ein bedeutender Teil und einer der Höhepunkte des kulturellen Lebens der Landeshauptstadt in jedem Jahr. Wir freuen uns, bereits zum 19. Mal exzellente Fernsehkrimis und Krimiserien zu präsentieren sowie hervorragende und beliebte Akteurinnen und Akteure vor und hinter der Kamera begrüßen zu dürfen“, sagt Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Das Festival startet am Sonntag, den 12. März, mit der Verleihung des Ehrenpreises. Der Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis wird am Dienstag, 14. März, um 18 Uhr eröffnet – mit der Premiere von „Polizeiruf 110 – Ronny” (MDR) in Anwesenheit der Regisseurin Barbara Ott und des Drehbuchautors Jan Braren. Im Anschluss begrüßt das Festival um 20:30 Uhr die Schauspielerin Ulrike Folkerts und Drehbuchautor Stefan Dähnert zur Vorführung einer Folge des Tatorts aus Ludwigshafen mit dem Titel „Lenas Tante” (SWR). Weitere acht Fernsehkrimis werden in den darauffolgenden zwei Tagen gezeigt.

Die Wettbewerbsfilme 2023 sind:

PREMIERE/WETTBEWERBSERÖFFNUNG: POLIZEIRUF 110 – RONNY (MDR)
Regie: Barbara Ott, Buch: Jan Braren, u.a. mit Claudia Michelsen, Felix Vörtler

PREMIERE: DAS SCHWEIGEN DER ESEL (ORF/ARTE)
Regie und Buch: Karl Markovics, u.a. mit Karl Markovics, Julia Koch

PREMIERE: DAS MÄDCHEN VON FRÜHER (ZDF)
Regie: Lena Knauss, Buch: Martina Mouchot, u.a. mit Nina Kunzendorf, Godehard Giese

PREMIERE: TATORT – DAS GEHEIME LEBEN UNSERER KINDER (SWR)
Regie: Kai Wessel, Buch: Astrid Ströher u.a. mit Eva Löbau, Hans-Jochen Wagner

HESSEN-PREMIERE: TATORT – VERBORGEN (NDR)
Regie: Neelesha Barthel, Buch: Julia Drache, Sophia Ayissi, u.a. mit Wotan Wilke Möhring, Franziska Weisz

DAS WEISSE SCHWEIGEN (RTL+/VOX)
Regie: Esther Gronenborn, Buch: Esther Gronenborn, Sönke Lars Neuwöhner, u.a. mit Julia Jentsch, Kostja Ullmann

DIE MACHT DER FRAUEN (ZDF/ARTE)
Regie und Buch: Lars Becker, u.a. mit Natalia Wörner, Fritz Karl

SOLO FÜR WEISS – TODESENGEL (ZDF)
Regie: Gunnar Fuß, Buch: Mathias Klaschka, u.a. mit Anna Maria Mühe, Camill Jammal

SPURLOS IN ATHEN (ARD DEGETO)
Regie: Roland Suso Richter, Buch: Gernot Krää, u.a. mit Silke Bodenbender, Yousef Sweid

TATORT – LENAS TANTE (SWR)
Regie: Tom Lass, Buch: Stefan Dänert, u.a. mit Ulrike Folkerts, Ursula Werner

Im Wettbewerb Krimiserie des Jahres gehen fünf Serien ins Rennen, darunter eine Premiere. Hier reichten insgesamt zehn Sender und Streamer 14 Produktionen ein.

„Starke Klickzahlen in Sender-Mediatheken und auf Streaming-Seiten halten den Serienboom weltweit am Laufen. Aus Deutschland kommen herausragende Krimiproduktionen und wir freuen uns, die fünf spannendsten hier auf dem Festival zu präsentieren – darunter ein hochaktueller Politthriller sowie ein nervenaufreibender True Crime-Alptraum”, so Festivalleiterin Cathrin Ehrlich.

Alle 5 Wettbewerbsserien in der Übersicht:

BABYLON BERLIN, Staffel 4 (SKY/ARD DEGETO), Regie: Tom Tykwer, Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer, Buch: Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer, Khyana El Bitar, Bettine von Borries, u.a. mit Volker Bruch, Liv Lisa Fries

EUER EHREN (ARD DEGETO/ORF), Regie: David Nawrath, Buch: David Marian, David Nawrath, basierend auf der israelischen Originalserie „Kvodo” von Ron Ninio und Shlomo Mashiach, u.a. mit Sebastian Koch, Paula Beer

GERMAN CRIME STORY – GEFESSELT (Prime Video), Regie: Florian Schwarz, Buch: Michael Proehl, Dirk Morgenstern, Max Eipp, Dinah Marte Golch, Mark Monheim, u.a. mit Oliver Masucci, Angelina Häntsch

MUNICH GAMES (SKY), Regie: Philipp Kadelbach, Buch: Michal Aviram, Martin Behnke, u.a. mit Seyneb Saleh, Yousef Sweid

PREMIERE: ZWEI SEITEN DES ABGRUNDS (RTL+/WARNER TV SERIE), Regie: Anno Saul, Buch: Kristin Derfler, u.a. mit Anne Ratte-Polle, Anton Dreger

Der Serienwettbewerb wird am Montag, den 13. März, ab 17 Uhr ausgetragen. Die Preisverleihung des 19. Deutschen FernsehKrimi-Festivals findet am Freitag, den 17. März, um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt. Die Moderation der Film- und Seriengespräche übernimmt erneut der renommierte Filmjournalist Knut Elstermann.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Freitag, 3. März, ab 10 Uhr in der Tourist-Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden und auf der Website des Festivals unter www.fernsehkrimifestival.de.

Über das Festival:
Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH, dem Hessischen Rundfunk und der SV SparkassenVersicherung, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

Weitere Infos: Fernsehkrimifestival

Neuer Gesellschafter Wiesbaden komplettiert die KulturRegion mit vielfältigen Kulturangeboten

Alle in einem Kulturboot , hier im Landesmuseum Wiesbaden (v.l.i.) Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden, Thomas Will, Aufsichtsratsvorsitzender Kulturregion Frankfurt RheinMain und Landrat des Kreises Groß-Gerau, Dr. Ina Hartwig, Aufsichtsratsvorsitzende Kulturregion FrankfurtRhein Main u. Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt a. Main, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden und Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin Kulturregion FrankfurtRheinMain, © Foto Diether von Goddenthow
Alle in einem Kulturboot , hier im Landesmuseum Wiesbaden (v.l.i.) Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden, Thomas Will, Aufsichtsratsvorsitzender Kulturregion Frankfurt RheinMain und Landrat des Kreises Groß-Gerau, Dr. Ina Hartwig, Aufsichtsratsvorsitzende Kulturregion FrankfurtRhein Main u. Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt a. Main, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden und Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin Kulturregion FrankfurtRheinMain, © Foto Diether von Goddenthow

Die KulturRegion FrankfurtRheinMain freut sich über den Beitritt der Landeshauptstadt Wiesbaden zum Jahresanfang 2023, mit dem ein wichtiger Lückenschluss sowohl territorial als auch inhaltlich gelungen ist. Mit Wiesbaden wächst die gemeinnützige GmbH auf 54 Mitglieder und umfasst jetzt insgesamt über 3,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Hessische Landeshauptstadt bringt vielfältige Kulturangebote in die Programme und Projekte der KulturRegion ein. So gelingt es auf der einen Seite, die Kulturvielfalt vor Ort mit Museen, Bühnen, Parks und Gärten bis zu Orten der Industriekultur bekannt zu machen, andererseits gewinnt die KulturRegion durch die Landeshauptstadt weiter an Bedeutung in der hessischen Kulturlandschaft. Mit dem Beitritt Wiesbadens rücken auch KulturRegion und Kulturfonds Frankfurt RheinMain enger zusammen. Die Kulturschätze Wiesbadens bereichern bereits das druckfrisch vorliegende Museumsheft „Museen & Sonderausstellungen 2023“ sowie die kommende Neuauflage der „Parkporträts“.

Das Jahr 2023 steht bei der KulturRegion unter dem Fokusthema „Wasser“: Sowohl im „GartenRheinMain“-Veranstaltungsprogramm als auch bei den „21. Tagen der Industriekultur Rhein-Main“ werden Wert und Umgang mit dieser wichtigen Ressource beleuchtet.

Anlässlich der Jahresauftakt-Pressekonferenz der KulturRegion im Museum Wiesbaden, wo noch das ganze Jahr über die Ausstellung „Vom Wert des Wassers“ zu sehen ist, erklärte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende die Bedeutung des Beitritts Wiesbadens in die KulturRegion: „Es freut mich sehr, dass Wiesbaden jetzt Teil der KulturRegion ist und es ist schön, zu sehen, wenn aus einem solchen Zusammenschluss in der Region mehr wird als die Summe der einzelnen Teile. Durch die Teilnahme an den Projekten machen wir unsere Kulturangebote in der ganzen Metropolregion bekannt. Und die KulturRegion erhält durch die erweiterte Angebotspalette, wie etwa die Ausstellung ‚Vom Wert des Wassers‘, ihrerseits einen Bedeutungszuwachs in der regionalen und hessischen Kulturlandschaft.“

Thomas Will, Aufsichtsratsvorsitzender der KulturRegion und Landrat des Kreises Groß-Gerau, freut sich, dass der Beitritt Wiesbadens das Kulturnetzwerk komplettiert: „Mit dem Beitritt von Wiesbaden gelingt uns ein wichtiger Lückenschluss, denn Wiesbaden ist territorial das Bindeglied zwischen Rheingau-Taunus-Kreis, Main-Taunus-Kreis sowie dem Kreis Groß-Gerau. Inhaltlich ist Wiesbaden eine wichtige neue Stimme, bringt großes Know-how und kulturelle Vielfalt in unser interkommunales Netzwerk ein und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Kulturprofils der Rhein-Main-Region.“

Die KulturRegion arbeitet Hand-in-Hand mit unzähligen Akteurinnen und Akteuren aus Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, was maßgeblich zum Zusammenhalt in der Region und der regionalen Identität beiträgt. Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt, verspricht sich durch dieses große Netzwerk die gemeinschaftliche Arbeitsweise mit Kulturakteurinnen und -akteuren in der gesamten Region. Dem Austausch über erfolgreiche Projekte misst er einen hohen Mehrwert bei: „Alle Beteiligte lernen und profitieren am vorhandenen Knowhow, so auch gleichsam an den Beiträgen, die Wiesbaden ins Netzwerk beisteuert“, erläuterte er auf der Pressekonferenz. „Die Landeshauptstadt hat in jeder Hinsicht mit einer herausragenden örtlichen Kulturvielfalt mit Museen, Galerien, Bühnen, Musikstätten, Gärten und Parks und Industriekultur viel beizutragen“, sagte Imholz weiter.

Dr. Ina Hartwig, Aufsichtsratsvorsitzende der KulturRegion und Kultur- und Wissenschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, würdigte besonders das nun noch engere Zusammenrücken der KulturRegion mit dem Kulturfonds: „Wiesbaden ist seit Anbeginn Gesellschafter des Kulturfonds. Das erleichtert die Zusammenarbeit. Beide regionalen Gesellschaften ergänzen sich wechselseitig mit ihren jeweiligen Kompetenzen, was sich 2023 zum Beispiel am ‚Starke Stücke Festival‘ zeigt – im Rahmen einer Kooperation mit dem Kulturfonds können 2023 erstmals zusätzliche Gastspiele gefördert und neue Spielstätten gewonnen werden.”

Auch Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion, freut sich über die durch Wiesbadens Kulturschätze erweiterte Angebotspalette: „Wiesbaden wirkt ab sofort maßgeblich mit Beiträgen an unseren Projekten mit. So erwarten wir auch interessante Veranstaltungen und bedeutende Kulturorte aus der Landeshauptstadt, die an alle unsere Projekte anknüpfen und besonders die Auseinandersetzung mit dem Jahresthema Wasser bereichern werden.“

14. Ausgabe des Jahresprogramms „Museen & Sonderausstellungen“
Druckfrisch erschienen ist die 14. Ausgabe der „Museen & Sonderausstellungen“. Der Jahresplaner ist mit 106 beteiligten Ausstellungshäusern so umfangreich wie nie zuvor. Das liegt zum einen an den Neuzugängen aus Wiesbaden: Frauenmuseum, Kunsthaus, sam – Stadtmuseum am Markt, Nassauischer Kunstverein und bald auch das neue Museum Reinhard Ernst. Neu im Heft, laden auch die Galerie Artlantis in Bad Homburg, das neue Mechanicum in Rüdesheim sowie das Kunsthaus Taunusstein zu Besuchen ein. Viele der versammelten Ausstellungen erzählen von den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit und eröffnen spannende Themen und Diskurse – beispielsweise zum 175. Paulskirchen-Jubiläum 2023. Mit Ausstellungen in international bekannten Kunstmuseen, bedeutenden naturkundlichen und technischen Sammlungen, Geschichts- und Heimatmuseen, Archiven oder Besucherzentren bündelt der Jahresplaner die museale Vielfalt der Rhein-Main-Region.

Weitere Projekte, Programme und Themen 2023
Das Internationale Theaterfestival für junges Publikum „Starke Stücke“ bespielt vom 2. bis 13. März die Bühnen der Rhein-Main-Region. Theaterschaffende aus 13 Ländern erproben Räume der Begegnung, erzählen Geschichten auf neue Art und stellen Fragen, die auf den Nägeln brennen. Mit Themen wie Freundschaft, Beziehungen und Identität richtet sich das Festival an alle Altersgruppen, unabhängig von sprachlichen und kulturellen Hintergründen. Das Programm reicht von Erzähl- und Tanztheater über Objekt- und Figurentheater bis hin zu einer ortsspezifischen, interaktiven Tanzperformance auf Spielplätzen in der Region. Geplant sind rund 130 Vorstellungen von 21 Theaterkompanien an 49 verschiedenen Spielorten. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain können 2023 erstmals zusätzliche Gastspiele gefördert und neue Spielstätten gewonnen werden. Neu dabei sind Michelstadt, Oestrich-Winkel, Walluf, Seligenstadt und Wiesbaden. Informationen gibt es unter www.starke-stuecke.net.

„Geist der Freiheit“ veranstaltet mit dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg und der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung am 2. Februar in Aschaffenburg und online per Livestream ein Symposion zu „90 Jahre ‚Machtergreifung‘ in der Rhein-Main-Region“. Kommunen, Archive und Geschichtswerkstätten widmen sich Aspekten der Machtübernahme 1933 auf lokaler Ebene. Programmdetails und die Anmeldung sind unter www.krfrm.de/1933 zu finden. Zum 175. Jahrestag der Revolution 1848/49 hat „Geist der Freiheit“ zum Mitschreiben aufgerufen. Autorinnen und Autoren in der ganzen Region erarbeiten derzeit Beiträge für die Jubiläumszeitung „Extrablatt 1848“. Sie widmet sich lokalen Geschichten in der Revolutionszeit und aktuellen Fragen zu Freiheit und Revolution. Theatralische Interventionen „zwischen Zeitungslektüre und Debatte“ in Kooperation mit der BüchnerBühne begleiten das Erscheinen der Zeitung ab Mai an verschiedenen Orten in der Region.

Mit dem Fokusthema „Wasser“ richtet sich „GartenRheinMain“ 2023 an alle Garten- und Naturinteressierten in der Region. Thematisiert wird Wasser als Grundvoraussetzung für öffentliche und private Grünanlagen sowie den Wald. Es geht um die Abhängigkeit des Pflanzengedeihens von der Verfügbarkeit von Wasser: die klimatisch bedingte Verknappung einerseits und den Überschuss zum Beispiel bei Überflutungen an anderer Stelle. Daher wird das Management der Ressource ebenso behandelt wie das Spannungsfeld zwischen Verschwendung und echtem Nutzen. Lösungsansätze werden beispielhaft aufgezeigt und geben praktische Ideen für Handlungsmöglichkeiten. Das Programmheft bündelt rund 650 Veranstaltungen von April bis Dezember 2023 und erscheint Ende März. Die „GartenRheinMain-Spezial“-Reihe vertieft das Thema in den Sommermonaten bis in den Herbst.

GartenRheinMain veröffentlicht zudem Mitte März die Neuauflage des Garten- und Parkführers „Parkporträts: Ins Grüne“ mit elf neuen Anlagen und stellt somit nunmehr 130 öffentlich zugängliche Gärten und Parks in der Region vor. Neu dabei sind unter anderem mit dem Kurpark und dem Schlosspark Biebrich erstmals Grünanlagen aus Wiesbaden sowie Parks in Aschaffenburg, Frankfurt, Idstein, Bad Vilbel und Hanau. Das Angebot wird abgerundet durch die drei Naturparks der Region und den Regionalpark RheinMain.

Auch die „Route der Industriekultur Rhein-Main“ richtet mit ihren Veranstaltungsreihen in diesem Jahr den Fokus auf das „Wasser“. Im Rahmen der 21. „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ vom 29. August bis 3. September zeigen zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Industrie die Themenvielfalt des Wassers als Lebensmittel, Rohstoff und Energieträger. Darüber hinaus wird es auch um den Umgang mit Wasser als Ware oder freies Gut sowie die Wasserversorgung und potentielle Nutzungskonflikte gehen. Weitere Themen sind unter anderem die Wasserstraßen in Rhein-Main und Wassermanagement. Geplant ist eine Kooperation mit dem Kulturfonds mit der Neuauflage von „KlangKunst in Industriekultur“. Das Programm erscheint im Juli 2023. Zum Hessentag in Pfungstadt wird ein neuer Lokaler Routenführer für den Landkreis Darmstadt-Dieburg herausgegeben, mit spannenden Objekten und Sehenswürdigkeiten der Industriekultur. Die „Route Industriekultur Junior“, das Vermittlungsprogramm für Kinder- und Jugendliche der KulturRegion, findet von April bis Dezember 2023 statt.

Auslagen der Programmhefte und Publikationen
Das Museumsheft „Museen & Sonderausstellungen“ ist ab sofort in den beteiligten Museen, Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region erhältlich. Auch das Programmheft des „Starke Stücke Festivals“ ist an diesen Stellen und bei den beteiligten Veranstalterinnen und Veranstaltern zu bekommen. Gemeinsam mit den Programmen und allen Publikationen stehen sie zum Download auf der Webseite der KulturRegion bereit und sind in der Geschäftsstelle der Kultur-Region (Poststraße 16, neben dem Frankfurter Hauptbahnhof) erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter www.krfrm.de oder unter Telefon 069 25771700.

Veranstaltungsreihe anlässlich des „Tags des Gedenkens“ in Wiesbaden beginnt am 16. Januar

© Wiesbaden.de
© Wiesbaden.de

Der 27. Januar als nationaler und internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945. In Wiesbaden wird diesem Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen gedacht.

Die Zentrale Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt Wiesbaden am Montag, 30. Januar, wird im Stadtverordnetensitzungssaal stattfinden und erneut im Livestream auf www.wiesbaden.de übertragen. Es sprechen Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Der Einladung der Landeshauptstadt für den wissenschaftlichen Fachvortrag ist der australische Historiker Dr. Jacob Berg gefolgt. Er wird sich mit den Strategien der sogenannten Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP; in Wiesbaden beschäftigen. Die SA ebnete bereits in den 1920er Jahren den Weg für die öffentliche Diffamierung von Juden, die gewaltsame Ausschreitung gegen politische Gegner und die Unterdrückung alternativer Kulturen.

„2023 jährt sich die sogenannte Machtergreifung zum 90. Mal“, sagt Kulturdezernent Axel Imholz. „Die historische Forschung hat gezeigt, dass Gewaltakte gegen Juden und Oppositionelle von den Nationalsozialisten gezielt eingesetzt wurden, um vor 1933 ein Unsicherheitsgefühl zu erzeugen, gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen und der NSDAP schließlich zum Wahlsieg zu verhelfen. Die Gewalt setzte sich nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 fort, um das NS-Regime zu konsolidieren. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft nahm die Gewalt billigend in Kauf und befürwortete sie sogar. Damit müssen wir uns kritisch auseinandersetzen“, meint Imholz.

Die Veranstaltungsreihe wird von in der Gedenk- und historischen Bildungsarbeit aktiven Wiesbadener Institutionen und Vereine gemeinsam mit dem Kulturamt getragen. Sie beginnt mit der Ausstellung „Spuren der Erinnerung: Ausgrenzung und Deportation der jüdischen Bevölkerung Wiesbadens 1933-1945“. Die von Schülerinnen und Schülern der Martin-Niemöller-Schule Wiesbaden erstellte und mit dem Leonardo Schulaward 2022 ausgezeichnete Ausstellung wird am Montag, 16. Januar, 17 Uhr, durch Kulturdezernent Axel Imholz im Rathaus eröffnet. Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, hat eine App entwickelt, um die Verfolgungsgeschichte der Sinti in Wiesbaden nachvollziehbar zu machen. Ein Stadtrundgang führt am Donnerstag, 19. Januar, an Orte der Verfolgung. Die Caligari Filmbühne wird im Januar drei Filme zum Thema Erinnern und Gedenken zeigen. Das Medienzentrum Wiesbaden bietet im Rahmen von „Kino macht Schule“ den Film „Der Pfad“ für Schülerinnen und Schüler an. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) hat gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden den Regisseur Stefan Auch eingeladen. Sie werden den Film „Die vorletzte Freiheit oder: Vom Überleben nach der Shoah“ zeigen und danach ins Gespräch kommen. Das Evangelische Dekanat Wiesbaden hat Dr. Ulrich Oelschläger eingeladen, der sich mit Kirche und kirchlichem Antisemitismus im „Dritten Reich“ mit Blick auf Wiesbaden auseinandersetzen wird. Spiegelbild – Politische Bildung aus Wiesbaden geht der Frage nach Erinnerung und Gedenken in der Sozialen Arbeit nach. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zeigt das von Schülerinnen und Schülern der Internatsschule Schloss Hansenberg erarbeitete Theaterstück „Der jüdische Gerichtsvollzieher“. Auch das Aktive Museum Spiegelgasse für deutsch-jüdische Geschichte und das Freie Theater Wiesbaden sind mit Beiträgen zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes Teil der Veranstaltungsreihe. Mit der Bücherverbrennung setzt sich die von mehreren Institutionen organisierte Lesung auseinander. Vor 90 Jahren erstellten die Nationalsozialisten eine „Schwarze Liste“ verbotener Werke, um diese Bücher aus den Bibliotheken und Buchläden zu tilgen. Zu den Werken zählten unter anderem Veröffentlichungen von Kurt Tucholsky, Heinrich Mann, Carl von Ossietzky und Erich Kästner. Aus ausgewählten Texten wird der Schauspieler Gottfried Herbe in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden lesen. Die Veranstaltung wird von einer Gebärdendolmetscherin begleitet. Die Volkshochschule Wiesbaden hat Dr. Jörg Osterloh eingeladen, der das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland 1941-1945 beleuchten wird. Der Vortrag schließt die diesjährige Veranstaltungsreihe „Erinnern an die Opfer“.

Weitere Infos 

Dorothea Hartmann und Beate Heine werden als Doppelspitze die neuen Intendantinnen des Staatstheaters Wiesbaden

Am 15. November 2022 haben die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende die künftigen Intendantinnen des Hessischen Staatstheaters Dorothea Hartmann und Beate Heine bekannt gegeben.  Sie werden künftig als Doppelspitze fungieren. Der Wechsel erfolgt zum Beginn der Spielzeit 2024/2025, wenn die Intendanz von Uwe-Eric Laufenberg endet. Dorothea Hartmann und Beate Heine werden das Haus dann als künstlerische Doppelspitze leiten, gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Direktor Holger von Berg. Sie sollen zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten.

DEUTSCHE OPER BERLIN  Dorothea Hartmann  ©privat
DEUTSCHE OPER BERLIN
Dorothea Hartmann ©privat

„Mit Dorothea Hartmann und Beate Heine haben wir zwei starke Theaterfrauen für unser Staatstheater gewinnen können“, erklärt Kunstministerin Angela Dorn. „In ihren jeweiligen Fachgebieten sind sie in der Theaterlandschaft schon seit vielen Jahren hoch angesehen und bestens vernetzt. Jetzt können sie ihre jeweiligen Stärken in der Leitung eines großen Mehrspartenhauses in idealer Weise zusammenführen. Nicht nur ihr innovatives künstlerisches Konzept mit einer ausgeprägten zeitgenössischen Handschrift, einem Bekenntnis zum Ensembletheater und frischen Ideen für ein starkes Wirken in die Stadt haben uns überzeugt. Auch ihr Führungsmodell verspricht, eine gute Lösung für den Neustart und die Zukunft des Staatstheaters zu sein. Hessen hat mit der Doppelspitze am Landestheater Marburg eine Vorreiterrolle inne; wir haben damit gute Erfahrungen gesammelt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin gespannt auf die neuen Impulse für das Theaterleben in Wiesbaden und ganz Hessen.“

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Kulturdezernent Axel Imholz, die Mitglieder der Findungskommission waren, sind mit der getroffenen Entscheidung sehr zufrieden: „Wir sind überzeugt, dass wir mit Dorothea Hartmann und Beate Heine ein hervorragendes Team für die Intendanz erhalten werden, dass nicht nur neue künstlerische Impulse setzen, sondern auch das Staatstheater noch stärker mit unserer Stadt verschränken werden.“

Dorothea Hartmann und Beate Heine erklären: „Wir freuen uns sehr, ab 2024 das kulturelle Leben in einer so spannenden und traditionsreichen Stadt wie Wiesbaden mitzuprägen. Als Zweierteam an der Spitze des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden stellen wir das Prinzip des Dialogs ins Zentrum unserer Intendanz: Theater als Ort der Kommunikation, für eine diverse Stadt und Region – und im Austausch mit der internationalen Szene.“

Dorothea Hartmann gehört seit 2012 zum Leitungsteam der Deutschen Oper Berlin, wo sie als Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der zweiten Spielstätte „Tischlerei“ eine der wichtigsten Plattformen für neue Formen und die Öffnung des Musiktheaters etabliert hat. Als Dramaturgin verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern der internationalen Opernszene wie Sir Donald Runnicles, Marc Albrecht, Alessandro de Marchi, Benedikt von Peter, Marie-Eve Signeyrole, Christof Loy oder Claus Guth. Ihre Theaterlaufbahn begann Dorothea Hartmann an den Häusern in Mannheim und Linz, ab 2006 war sie Opern- und Konzertdramaturgin an der Staatsoper Hannover. Regelmäßig unterrichtet sie seit zehn Jahren an den Musikhochschulen in Berlin, München und Leipzig. Dorothea Hartmann verfasste zahlreiche Libretti für Kinder- und Jugendstücke und ist in zahlreichen Gremien tätig, unter anderem als Jurorin für den Deutschen Theaterpreis Der Faust und als Kuratoriumsmitglied für das Kinder- und Jugendtheaterzentrum Deutschland. Sie ist seit 2016 im Vorstand der Dramaturgischen Gesellschaft und wurde 2021 in die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste gewählt.

Beate-Heine ©privat
Beate-Heine ©privat

Beate Heine, in Hamburg geboren, ist seit vielen Jahren in Leitungsfunktionen als Chefdramaturgin und Stellvertretende Intendantin an verschiedenen namhaften Staats- und Stadttheatern tätig – unter anderem am Thalia Theater Hamburg, am Staatstheater Dresden und am Schauspiel Köln. Aktuell ist sie Stellvertretende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Nach Beendigung ihres Studiums der Theaterwissenschaft, Germanistik und Romanistik in Berlin arbeitete sie zunächst als Journalistin und Autorin, bis sie als Dramaturgin an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gerufen wurde und später unter anderem an der Schaubühne am Lehniner Platz tätig war. Beate Heine verfügt über ein weitgefasstes Netzwerk in die deutschsprachige Theaterlandschaft und in die internationale europäische Theaterszene. Zuletzt war sie unter anderem Vorstandsmitglied des internationalen Theaternetzwerkes Union des Théâtres de L´Europe. Sie arbeitet interdisziplinär und spartenübergreifend mit überregional bekannten Regisseurinnen und Regisseuren und Künstlerinnen und Künstlern zusammen. Außerdem fördert sie junge Regie- sowie Autorinnen- und Autorentalente.

Dorothea Hartmann und Beate Heine haben sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen rund 40 Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt. Unter den Bewerbungen gab es 15 Teambewerbungen. Zur Findungskommission unter dem Vorsitz von Kunstministerin Angela Dorn und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende gehörten Brigitte Dethier (Vorsitzende der ASSITEJ Deutschland, vormals Intendantin des Jungen Ensemble Stuttgart), Prof. Hans-Jürgen Drescher (Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste), Isabel Ostermann (Operndirektorin des Staatstheaters Braunschweig), Prof. Ingo Diehl (Professor für Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Frankfurt und Präsident der Hessischen Theaterakademie), Ayse Asar (Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Dr. Dirk Engel (Abteilungsleiter für Kultur im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Axel Imholz (Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden), Jörg-Uwe Funk (Kulturamtsleiter, Landeshauptstadt Wiesbaden) und Jan-Sebastian Kittel (Referatsleiter Theater Musik, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst). Außerdem waren die Personalvertretung und die Gleichstellungsbeauftragte des Staatstheaters Wiesbaden eingebunden.

Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden an die Kunstarche Wiesbaden e.V. verliehen

Im Jubiläumsjahr ihres 10jährigen Bestehens wurde am 4.11.2022 die Kunstarche Wiesbaden e.V. mit dem renommiertesten  kulturellenen Preis der Stadt Wiesbaden, dem Kulturpreis der Landeshauptstadt, ausgezeichnet. (vli.:) Oberbürgermeister Gerst Uwe Mende, Felicitas Reusch, 1. Vorsitzende,Bernd Brach, 2. Vorsitzender, Kulturdezernent Axel Imholz  und Stadtverordnetenvorsteher  Dr. Gerhard Obermayr. © Foto: Heike von Goddenthow
Im Jubiläumsjahr ihres 10jährigen Bestehens wurde am 4.11.2022 die Kunstarche Wiesbaden e.V. mit dem renommiertesten kulturellenen Preis der Stadt Wiesbaden, dem Kulturpreis der Landeshauptstadt, ausgezeichnet. (vli.:) Oberbürgermeister Gerst Uwe Mende, Felicitas Reusch, 1. Vorsitzende,Bernd Brach, 2. Vorsitzender, Kulturdezernent Axel Imholz und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr. © Foto: Heike von Goddenthow

Während einer Feierstunde im Wiesbadener Rathaus verliehen gestern Abend Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Kulturdezernent Axel Imholz und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr den „Preis zur Förderung des kulturellen Lebens der Landeshauptstadt Wiesbaden“ an die Kunstarche Wiesbaden e.V.. Felicitas Reusch, 1. Vorsitzende, und Bernd Brach, 2. Vorsitzender, nahmen den Preis stellvertretend das ehrenamtliche Team der Kunstarche Wiesbaden e.V. entgegen.

Die Entscheidung, wer in diesem Jahr den städtischen Kulturpreis erhalten sollte, hatte die Jury bereits Anfang September unter Vorsitz von Kulturdezernenten Axel Imholz getroffen. Neben dem Kulturdezernenten gehörten zur Jury die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Rathausfraktionen (Dorothea Angor, Hartmut Bohrer, Gabriele Enders, Nikolas Jacobs, Dr. Klaus-Dieter Lork, Petermartin Oschmann, Dr. Hendrik Schmehl, Faissal Wardak sowie Maria Joao Xavier Vinha) und der Kulturamtsleiter Jörg-Uwe Funk.
Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird an Künstlerinnen, Künstler oder Einrichtungen vergeben, die sich in besonderer Weise um das kulturelle Leben in Wiesbaden verdient gemacht haben.

Die Kunstarche Wiesbaden widmet sich der Nachlassverwaltung von Wiesbadener Künstlerinnen und Künstlern. Deren Werke sollen für künftige Generationen erhalten werden; in diesem Sinne werden sie aufbewahrt, erschlossen und ausstellt. Als Verein wurde die „Kunstarche Wiesbaden“ 2011 gegründet, seit 2012 stehen Räumlichkeiten über die Stadt Wiesbaden zur Verfügung. Die Kunsthistorikerin Felicitas Reusch ist aktuell 1. Vorsitzende, der Künstler Bernd Brach der 2. Vorsitzende.

„Die Kunstarche hat vor mehr als zehn Jahren einen blinden Fleck in Wiesbadens Kulturleben besetzt und seit dieser Zeit eine überaus umfangreiche und erfolgreiche Tätigkeit entfaltet“, erklärt Kulturdezernent Axel Imholz und freut sich über die einstimmige Entscheidung der Jury. „Seit vielen Jahren kümmert sich die Kunstarche um die Nachlässe von Wiesbadener Künstlerinnen und Künstlern und hat dazu darüber hinaus zahlreiche Ausstellungen konzipiert und der Öffentlichkeit präsentiert sowie verschiedenste Kataloge und Publikationen herausgegeben“, lobt der Kulturdezernent die erfolgreichen Aktivitäten des Vereins. Seit der Gründung hat der Verein mehr als 40 Ausstellungen organisiert, die auf große Resonanz stießen. Längst hat sich die Kunstarche mit ihren Räumen im Rad als populärer Ausstellungsort etabliert.

Siehe die Porträts der Kunstarche Wiesbaden e.V.
1) von Brigitta Lamparth im Wiesbadener Kurier (22.Oktober 2022) „Das ist eine Stadt der Maler“ Warum die Kunstarche im Jubiläumsjahr mit dem Wiesbadener Kulturpreis 2022 ausgezeichnet wird“.
2) von Andrea Rost in der Frankfurter Rundschau (25. Oktober 2022) „Auszeichnung für die Kunstarche. Verein verwaltet seit zehn Jahren Künstlernachlässe/ Stadt würdigt das Engagement“

Über die Kunstarche Wiesbaden e.V.

Mit dem Motto „Fastnacht in Wiesbaden“ startet die DACHO in die neue Kampagne 2022 /23

© Foto: Diether von Goddenthow
© Foto: Diether von Goddenthow

Nach Zwei-jähriger pandemiebedingter Pause startet die Dachorganisation Wiesbadener Karneval 1950 e.V. (DACHO) hochmotiviert und voller Freude in die Fastnachtskampagne 2022/2023. Gestern stellten Dacho-Vorsitzender Simon Rottloff  und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende das geplante vorläufige  närrische Programm vor:

 

Fahnenhissung am 11.11.2022 um 11.11 Uhr auf dem Rathausplatz
Unter dem Motto „Fastnacht in Wiesbaden“, wird die Kampagne 2022/2023 traditionell eröffnet mit der Fahnenhissung auf dem
Rathausplatz unter Beteiligung aller angeschlossenen Vereine. „Wir hissen am 11.11.2022 pünktlich um 11:11 Uhr unter den Klängen des Narrhalla Marsches der Marktkirchenglocken unsere Fahne am Rathaus in Wiesbaden, in Begleitung der Standarten unserer angehörigen Vereine und deren Abordnungen sowie Garden. Angedacht ist, dass die Abordnungen der Mitgliedsvereine, der Dacho-Vorstand sowie Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sich auf dem Schlossplatz versammeln und mit einer kurzen Zeremonie die vierfarbbunte Fahne hissen. Im Anschluss daran, findet die Verleihung des Stadtordens für verdiente Fastnachter: innen durch die Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Diese wird wie in der vergangenen Kampagne auf der Bühne vor dem Rathaus durchgeführt.

Das Kinderprinzenpaar Marc I. und seine Tolität Emilie I.
Simon Rottloff und sein Dacho-Team freuen sich ganz besonders darauf, in dieser Kampagne wieder ein Kinderprinzenpaar präsentieren zu können.
Mit Marc Göhrlich, 12 Jahre von der Narrenlust Waldstraße und Emilie Jonas, 12 Jahre vom Karneval Club Rheingauviertel, freut man sich über zwei begeisterte Karnevalisten die mit Schwung, Elan und viel Freude auf ihren Einsatz warten und die Fastnacht wieder zum Leben erwecken wollen.

Die Inthronisation des Kinderprinzenpaares findet im Luisenforum statt, untermalt mit einem kleinen karnevalistischen Rahmenprogramm. Gestartet wird um 15.33 Uhr
im Untergeschoss des Luisenforums. Gegen 17 Uhr wird dann das Kinderprinzenpaar feierlich inthronisiert. Im Rahmen der Inthronisation findet auch die Schlüsselübergabe unseres langjährigen Mobilitätspartners Taunus-Auto GMBH an das Kinderprinzenpaar und den Dacho Vorstand statt.

Dacho Prunksitzung 2023
Die Dacho-Prunksitzung am 05.02.2023 ab 16 Uhr, bietet wieder ein aufregendes und abwechslungsreiches Programm. Tanzmariechen, Garde-und Showtanzgruppen, Büttenreden und Gesang aus verschiedenen Regionen garantieren wieder eine Stimmungsvolle Sitzung in der „Gud Stubb“ von Wiesbaden, verrät Andreas Taschler, Sitzungspräsident der Dacho.

Fastnacht Samstag und Sonntag

18.02.2023  Kinderfest und Kinderzug 

„Mit großer Freude erwartet uns dann der Höhepunkt der Kampagne. Das Fastnachtswochenende ab Samstag den 18.02.2023 mit dem Kinderfest auf dem Schlossplatz und dem Kinderzug durch die Fußgängerzone. Durch die tolle Unterstützung unserer treuen Schausteller, sind wir in dieser Kampagne wieder in der Lage den Schloßplatz in ein buntes närrisches Treiben zu verwandeln“sagt Zuginspektor Thomas Schreiner.
„Der Kinderzug, beginnend ab 15.33 Uhr Luisenplatz, erfreut immer größerer Beliebtheit mit ständig steigenden Teilnehmern“, so Zugmarschall Harald Müller.

Nach Kinderumzug Sturm auf’s Rathaus

Dieses wirkt sich somit dann auch auf den anschließenden Sturm aufs Rathaus aus, wo man mit vielen aktiven Närrischen Streitern die Regentschaft der Stadtverwaltung übernehmen möchte.

Wiesbadener Fastnachtsumzug am Sonntag 19.02.2023

Den absoluten Höhepunkt erreicht die Wiesbadener Fastnacht mit dem großen Festumzug schließlich  am Fastnachtssonntag , 19.02.2023.
Ab 13:11 Uhr rollt der närrische Lindwurm wieder durch die Wiesbadener Innenstadt. Die DACHO freut sich, endlich wieder diesen   Fastnachtszug mit unzähligen teilnehmenden Vereinen, Musikgruppen, Wagennummern usw. für die  Landeshauptstadt  planen und ausrichten zu können. Bedingt durch eine Veränderung der Verkehrsführung an einer Verkehrsinsel, wird die Zugstrecke nun von der Klarenthaler Straße zur Dotzheimer und dann zur Rheinstraße umgeleitet. Die Veranstalter hoffen, dass Petrus mit den Narren ist und für schönes Wetter sorgt.

20 Jahre „Verständliche Medizin“ – „Ich habe Rücken“ zur Jubiläumsveranstaltung

20 Jahre Verständliche Medizin Feier im Wiesbadener Ratssaal. © Foto: Diether von Goddenthow
20 Jahre Verständliche Medizin Feier im Wiesbadener Ratssaal. © Foto: Diether von Goddenthow

Nach coronabedingter Pause konnte am 5. Oktober 2022  mit  Vorträgen zum Thema „Ich habe Rücken“ zugleich das  Jubiläum zum 20jährigen Bestehen des beliebten Formates „Verständliche Medizin“ im großen Festsaal des Rathauses gefeiert werden. Im Fokus  standen dabei „degenerative“ und auch „neuronal bedingte“ „Rückenschmerzen“ – Leiden, die fast jeden Menschen im Laufe seines Lebens treffen, und je nach Beeinträchtigung von Lebensqualität einen Krankheitswert mit erheblichen Einschränkungen haben kann. Man kann aber auch einiges im Vorfeld tun, damit man nicht „Rücken kriegt“.

Die hohe Relevanz der „Rückenthematik“ spiegelte sich auch in der Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern wider: Rund 85 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren ins Rathaus gekommen, um der Veranstaltung beizuwohnen. Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Gesundheitsamt Wiesbaden in Zusammenarbeit mit dem Praxisverbund Wiesbaden e.V., die bereits seit zwanzig Jahren die Veranstaltungsreihe gemeinsam anbieten. Ziel dieser Veranstaltung ist es, interessierte Bürgerinnen und Bürger über unterschiedliche, teils sehr komplexe, Gesundheitsthemen aufzuklären und zu informieren.

Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz eröffnete die Veranstaltung: „Es macht mich stolz, dass wir als Landeshauptstadt bereits seit zwei Jahrzehnten die ‚Verständliche Medizin‘ anbieten können. Das ist eine großartige Leistung, die durch die hervorragende Kooperation der Initiatorinnen und Initiatoren ermöglicht wird“, bedankte sich Dr. Franz. In den vergangenen 20 Jahren wurden im Rahmen der Veranstaltungsreihe die verschiedensten Gesundheitsthemen vorgestellt, darunter sowohl klassische Volkskrankheiten wie Muskelskelett-Erkrankungen, Krebsleiden oder Diabetes als auch spezifischere Themen wie Kinderwunsch, Hepatitis oder Enddarmerkrankungen. „Ich freue mich sehr, die traditionsreiche Veranstaltungsreihe in diesem festlichen Rahmen und mit dem wichtigen Thema ‚Rückenschmerzen‘ nun wieder aufzunehmen“, so Dr. Franz.

Wie schon in den Jahren zuvor konnten das Gesundheitsamt Wiesbaden und der Praxisverbund Wiesbaden e.V. auch dieses Mal renommierte Fachexpertinnen und –experten aus Wiesbaden für die Veranstaltung gewinnen. Den Auftakt machte Dr. Marco Gassen, Gründer und Ärztlicher Leiter von Qimoto – Praxis für Sportmedizin und Orthopädie, mit einem Vortrag zum Thema „Rücken 5.0 – Veränderungen und neuste Erkenntnisse“. Darin zeigte er auf, wie sich die Behandlung von Rückenschmerzen im Laufe der Jahrhunderte und Jahrzehnte verändert hat und welche modernen Behandlungsmethoden heutzutage eingesetzt werden. Dr. Antje Velten, Leitende Fachärztin bei medizin24, veranschaulichte die unterschiedlichen Ansätze der konservativen Therapie von Rückenschmerzen. Oft sei ein multimodaler Behandlungsansatz sinnvoll, der neben physiologischen Aspekten beispielsweise auch psychologische Erkrankungen oder die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten einbezieht. Professor Dr. Marcus Richter, Chefarzt im St. Josefs-Hospital, stellte operative Therapiemöglichkeiten und Operationstechniken für die Behandlung von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen vor. Wichtig sei es, die individuelle Konstitution und die Gesundheitsziele der Patientinnen und Patienten im Blick zu behalten – Therapien, die für manche Patientinnen und Patienten gut funktionieren, können für andere wiederum nicht zielführend sein. Ein besonderes Highlight folgte zum Abschluss durch den aktiven Beitrag von Frau Christa Eng, Beauftragte für Seniorensport der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Referentin animierte das Publikum zu einer gemeinsamen Bewegungseinheit und stellte praktische Übungen vor, die zur Vorbeugung von Rückenleiden unkompliziert im Alltag eingebaut werden können. Bei einem anschließenden Imbiss und Umtrunk bestand die Möglichkeit, sich mit den Referentinnen und Referenten sowie anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern persönlich auszutauschen.

Aufgrund der positiven Resonanz soll die Veranstaltungsreihe „Verständliche Medizin“ auch weiterhin angeboten werden. Termine und weitere Informationen zu den kommenden Veranstaltungen werden zeitnah vorab auf www.wiesbaden.de veröffentlicht.

Der European Youth Circus – Artistik-Festival Wiesbaden, verspricht vom 13. – 16.10.2022 hochkarätige Artistik und Stunden lustvoller Ablenkung

EYC-BannerEines der schönsten Festivals in Wiesbaden, das Artistikfestival European Youth Circus, ist zurück: Neben Monte Carlo, Paris und Budapest zählt es für das internationale Publikum wie für die Menschen aus der Rhein-Main-Region zu einer der herausragenden Kulturveranstaltung: Ausgewählt aus über 100 Bewerbungen präsentieren sich junge europäische Artistinnen und Artisten im Alter von 12 bis 25 Jahren aus 14 Ländern in 25 Darbietungen in vier Wettbewerbsveranstaltungen am 13. und 14. Oktober. Eine internationale Fachjury, bestehend aus sieben Jury-Mitgliedern, wird die Darbietungen bewerten und entscheiden, welche Artisten oder Artistinnen einen der begehrten Preise gewinnen und an den Galavorstellungen am 15. und 16. Oktober teilnehmen werden.

Sebastiano Toma, freischaffender Künstler im Bereich Theater, Zeitgenössischer Circus und Contemporary Dance tätig, wird gemeinsam mit der Szenografin Peqah Ghalambor und der international Show-erfahrenen Tanzlehrerin Sonia Bartuccelli zum fünften Mal die Regie und Choreographie für die Shows des European Youth Circus führen. Musikalisch begleitet werden die Veranstaltungen vom European Youth Circus Orchestra. Moderator Axel Schiel, Experte in Jonglage und Gründer des Künstlernetzwerks für Show-, Livemarketing und Events, wird gekonnt und pointiert das Publikum durch die Vorstellungen führen. Die Shows des European Youth-Cirus versprechen hochkarätige Akrobatik und Stunden lustvoller Ablenkung aus allen Krisengedanken dieser Tage.

Am 16. September 2022 im Marleen im Lili Wiesbaden wurde das Programm des European Youth-Festival der Öffentlichkeit vorgestellt. (v.r.n.l.:) Festival-Direktorin Franziska Domes,  Abteilungsleiterin für Kulturförderung der Stadt Wiesbaden, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden,Margareta Dillinger, künstlerische Direktorin des Frankfurter Tigerpalasts, EYC-Jurysprecher Johnny Klinike, Tigerpalast-Direktor, Frank Zammert, seit 1988 EYC-Organisator (Kulturamt Wiesbaden), und Peter Kremer, Zirkusexperte und Talent-Scout. © Foto Diether von Goddenthow
Am 16. September 2022 im Marleen im Lili Wiesbaden wurde das Programm des European Youth-Festival der Öffentlichkeit vorgestellt. (v.r.n.l.:) Festival-Direktorin Franziska Domes, Abteilungsleiterin für Kulturförderung der Stadt Wiesbaden, Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden,Margareta Dillinger, künstlerische Direktorin des Frankfurter Tigerpalasts, EYC-Jurysprecher Johnny Klinike, Tigerpalast-Direktor, Frank Zammert, seit 1988 EYC-Organisator (Kulturamt Wiesbaden), und Peter Kremer, Zirkusexperte und Talent-Scout. © Foto Diether von Goddenthow

„Das Wiesbadener Artistikfestival ist ein Solitär, ein Diamant zu einem Preis, den es auf dem Markt nicht gibt“, lobt  Jurysprecher Johnny Klinke, Direktor des Frankfurter Tigerpalastes, die 30jährige Erfolgsgeschichte des European Youth-Circus Wiesbaden beim gestrigen Pressegespräch im Marleen im Lili. Er und seine Partnerin Margareta Dillinger, künstlerische Direktorin des Tigerpalastes, hatten abends zuvor, nach 19 Monaten coronabedingtem Stillstand ihre 35. Saison  im Frankfurter Tigerpalast mit überwältigendem Erfolg eröffnet, und erlebt, wie gut das ankam: Die Leute sind selig, sie suchen in diesen Zeiten authentische Erlebnisse  als Balsam für die Seele, so Dillinger, die während der Pandemie vielen Artisten im Tigerpalast Trainingsmöglichkeiten und Unterkunft gewährte. „Wir haben lange, lange gezögert, ob wir es schaffen, noch mal aufzumachen“, aber nach diesem Erfolg wollen wir uns nicht unterkriegen lassen, obgleich die Branche nach Corona und aktuell  wegen der fatalen Wirkung des Ukrainekrieges am Boden liege. Wer Angst habe, was morgen ist, spüre im Leben seine Lebensfreude nicht mehr, der kaufe keine Karten im voraus für das Theater an  Weihnachten oder eine Varieté-Show zu Silvester. Das brächte viele Veranstalter in Bedrängnis, da sie langfristige Verträge mit Künstlern im voraus abschließen müssten, so Johnny Klinke. Die Situation beim European Artistik-Festival Wiesbaden sei jedoch eine völlig andere, und er hoffe, dass die Stadt Wiesbaden wisse, welches Juwel sie mit diesem Festival in ihrer Stadt habe und dafür sorge, dass dies bewahrt bliebe.

In der Tat würde der Nutzen des Artistik-Festivals für die Stadt Wiesbaden immer ein bisschen unterschätzt, weil er nicht messbar sei, meint auch Frank Zammert, Mitbegründer des Festivals und dessen langjähriger Organisator. Denn „die Artisten werden im Programm und von den Veranstaltern, wo sie später nach Wiesbaden auftreten, stets angekündigt als Preisträger von Wiesbaden oder als Teilnehmer von Wiesbaden. Das heißt: Die Stadt Wiesbaden wird permanent genannt, in Programmen gedruckt. Das ist ein unbezahlbarer Marketing-Effekt für die Stadt Wiesbaden, den könnten wir mit Anzeigen gar nicht bezahlen“, ist  Zammert sicher. Dies kann Zirkusexperte und Talentscout Peter Kremer, der für’s Recruiting junger Talente international auf allen Festivals und Circus-Shows unterwegs ist, nur bestätigen: „international ist Wiesbaden ein gesetztes Wort. Wiesbaden kennt jeder. In der ganzen Zirkuswelt ist das sehr, sehr bekannt“ und alle Fachleute und Zirkusleute seien „richtig heiß darauf, hier nach Wiesbaden zu kommen“, so Kremer, der schon bei Roncalli und anderen namhaften Zirkus-Unternehmen arbeitete und seit Jahren den European Youth Cirucus mit zu dem gemacht hat, was er heute darstellt.

Mit Bedauern keine russischen Artisten im Programm

2018 fand der European Youth Circus zum letzten Mal statt, da er wegen Corona zweimal verschoben werden musste. Umso größer ist die Freude bei allen Beteiligten, dass es endlich wieder losgeht. Bei diesem Festival werden bedauerlicherweise aber keine Künstler aus Russland dabei sein, räumt Axel Imholz ein. Man habe intensiv im Vorfeld darüber diskutiert, da ja nicht die russischen Artisten in die Ukraine einmarschiert seien und persönlich keine Verantwortung trügen. Aber „wir haben es wie bei anderen Kulturveranstaltungen in Wiesbaden gehalten, nämlich keine möglichen Konflikte in ein solches Festival hineintragen zu wollen“, so der Kulturdezernent. Dadurch wird das Spektrum etwas kleiner, was aber angesichts des breiten Angebots bei den Wettbewerben, wo die Besten durch eine Jury ausgewählt werden, kaum auffällt.

Das EYC seit Anfang an immer etwas Besonderes

Das Wiesbadener Artistikfestival European Youth Circus geht zurück auf das im Jahr 1987 von dem rumänischen Artisten Joan Dumitru initiierte „internationale Wiesbadener Circus-Festival“. „Erst in einer Wiesbadener Turnhalle, seit 1991 tatsächlich schon unter Leitung und in Trägerschaft des Kulturamtes, und eben seit 1998 sind wir bereits auf dem Dern’schen Gelände, also mitten in der Innenstadt mit unserem Zirkusfestival“, erinnert die 2020 als neue Festival-Direktorin ins EYC-Team hinzugekommene Franziska Domes, hauptamtliche Abteilungsleiterin für Kulturförderung der Stadt Wiesbaden, an die über 30jährige Entwicklung des Festivals. Und selbst der Aspekt, dass „wir ein riesiges Zirkuszelt mitten auf den Marktplatz stellen“, sei auch etwas Besonderes. Ungewöhnlich sei auch, „dass wir als kommunale Verwaltung, als Abteilung im Kulturamt, die Organisation dieses Zirkusfestivals“ komplett selbst übernehmen.

Ein spannendes und buntes Artistik-Programm für alle Sinne

Impression vom European Youth Artistik-Festival 2018 © Foto Diether von Goddenthow
Impression vom European Youth Artistik-Festival 2018 © Foto Diether von Goddenthow

Der European Youth Circus ist ein Wettbewerb: Zwei Alterskategorien: einmal die 12- bis 17jährigen, und dann die 18- bis 25jährigen (das maximale Alter liegt bei 25). Die Gruppen treten zeitversetzt auf, die Gruppe A donnerstags, am 13.Oktober um 10: 00 Uhr und freitags, am 14. Oktober um 19:00 Uhr, die Gruppe B donnerstags, um 19:00 Uhr und freitags, um 10:00 Uhr. Mit den Preisträgern dieser Vorstellungen gestaltet Sebastiano Toma wieder die große Abschluss-Gala, die samstags, am 15.10. , um 19:00 Uhr, und sonntags, am 16.10. um 15.00 Uhr präsentiert wird. Wer Zeit hat, sollte sich alle drei Vorstellungen anschauen, da die Preisträger in der großen Abschluss-Gala erfahrungsgemäß nochmals anders, nämlich entspannter, auftreten als in den Wettbewerbsveranstaltungen davor.  Die EYC-Vorführungen sind stets ein einmaliges und bleibendes Erlebnis.

Bereits ein Blick in die umfangreiche Programm-Broschüre mit Porträts aller Jung-Artisten verheißt eine spannende und bunte Show. Der erfahrenen Auswahlkommission ist es trotz coronabedingt ausgefallener Carsting-Shows, geschlossener Zirkusschulen und abgesagter Festivals über Umwege und gute Kontakte gelungen, eine Vielzahl erfolgversprechender Nachwuchsartisten aus 14 europäischen Ländern zur Teilnahme am Artistik-Festival Wiesbaden zu gewinnen: „Es war wieder eine gesunde Mischung traditioneller Darbietungen aus Zirkusfamilien, von Autodidakten, sich dann qualifiziert haben, und von Artisten, die den klassischen Weg über eine Zirkusschule gegangen sind“, so Frank Zammert. Es sei „unheimlich spannend, auch diese Unterschiede dann während des Festivals zu sehen, die Artisten, wenn sie zusammen in einer Show auftreten und das Publikum begeistern dürfen. „Und es funktioniert. Es funktionierte bisher immer, ja, das ist uns eine große Freude“, so der EYC-Organisator, der das Festival einst mitbegründete.
Zwar müsse die Jury letztlich entscheiden, wer gewinnt, doch seien alle Teilnehmer Gewinner, so Zammert. Denn: „Sie werden hier in Wiesbaden gesehen. Sie werden gebucht, und wenn der Artist in die Show eines anderen Veranstalters passt, ihn berührt und überzeugt, dann ist es beinahe egal, ob er Gold, Silber oder Bronze oder gar nichts gewinnt, sondern: dann wird der engagiert. Und deswegen glaube ich, hat jeder Artist schon gewonnen, wenn er sich hier in Wiesbaden beim Artistik-Festival zeigen kann„, ist Zammert fest überzeugt.

Impression vom European Youth Artistik-Festival 2018 © Foto Diether von Goddenthow
Impression vom European Youth Artistik-Festival 2018 © Foto Diether von Goddenthow

Ein wichtiger Erfolgsaspekt des  European Youth Circus ist,  dass „dieses Festival nicht qua Amt organisiert wird, sondern von Menschen, die den Zirkus lieben“, so Axel Imholz abschließend beim Pressegespräch.

Wenn man bedenkt, dass der Etat für all den Aufwand mit zweijähriger Vorlaufzeit, vom internationalen Artisten-Rekruiting, den Einladungen der Gruppen mit Unterbringung und Betreuung, der Choreographie, dem Orchester, dem Zirkus-Zelt  usw, gerade mal mit insgesamt zirka 467 000 Euro (davon 224 000 städtischer Zuschuss) weit unter dem Aufwand anderer Großereignisse, wie etwa der gewesenen Wiesbadener Biennale 2022, liegt, ist das, wie Johnny Klinke sagt, „hier ein Diamant für eine halbe Million! Welch ein solch großer Diamant ist für eine halbe Million sonst zu bekommen? Überhaupt keiner, nirgends auf der Welt, weil hier Menschen am Werk sind, die das mit Herz machen.“ Das sei eine außergewöhnliche Situation und Leistung, dass das Wiesbaden auch jetzt wieder auf die Beine stellt“, lobt der Jurysprecher abschließend das ganze Team und ist sich sicher, dass das Programm sehr gut  ankommen wird.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Ticketverkauf läuft
Karten gibt es ausschließlich bei der Tourist Information, telefonisch unter 0611 / 1729930 oder über den folgenden Link. Die Ticketpreise, je nach Sitzplatzkategorie und Veranstaltung, liegen zwischen 10 und 63 Euro. Die Teilnahme am Ökumenischen Artistengottesdienst am 16. Oktober um 11 Uhr ist natürlich kostenfrei.

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Asiatische Tigermücke: Einzelne Exemplare in Wiesbaden gesichtet

Asiatische Tigermücke ist auch im Rhein-Main-Gebiet auf dem Vormarsch Foto: © Wikimedia Commons /Senckenberg
Asiatische Tigermücke ist auch im Rhein-Main-Gebiet auf dem Vormarsch Foto: © Wikimedia Commons /Senckenberg

Im Stadtbezirk Südost wurden einzelne Exemplare der Asiatischen Tigermücke gesichtet. Nach Abstimmung zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) soll nun zeitnah versucht werden, einer Weiterverbreitung der Population entgegenzuwirken und die bestehende Ansiedlung zurückzudrängen.

Die Stadt Wiesbaden ist Mitglied in der KABS, die die Bekämpfungsmaßnahme koordiniert und umsetzt. Betroffene Anwohner werden gebeten, die Maßnahme zu unterstützen und bei Bedarf Zutritt auf die Grundstücke und Balkone der unteren Geschosse zu gewähren. Die KABS wird die betroffenen Haushalte in den nächsten Tagen auch direkt informieren.

Zwei Einzeltiere der invasiven Mückenart wurden von Anwohnerinnen im Mai und Juni sichergestellt und zur Bestimmung an die KABS übergeben. Nachdem sich die Vermutung bestätigt hatte, dass es sich bei den Tieren tatsächlich um Exemplare von Tigermücken handelte, führte die KABS ein erweitertes Fallen-Monitoring durch, um das potentielle Verbreitungsgebiet näher abzugrenzen. Im Umfeld Frankfurter Straße/Gustav-Stresemann-Ring wurde nun ein Bearbeitungsgebiet für die Bekämpfung festgelegt.

Je schneller eine Population entdeckt wird, desto besser kann man gegen sie vorgehen. Daher ist es sehr wichtig, dass sich auch weiterhin Personen melden, wenn sie verdächtige, kleine, sehr aggressive, schwarz-weiß gezeichnete Stechmücken bemerken, damit weitere bislang noch unbekannte Bestände im Stadtbereich entdeckt und bekämpft werden können. „Sanft“ erschlagene Exemplare, die noch untersuchbar sind, können von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KABS vor Ort abgeholt werden. Zudem können der KABS Fotos mit Hinweisen und Standortdaten über die E-Mail-Adresse tigermuecke@kabsev.de geschickt werden.

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wird seit Ende des 20. Jahrhunderts mit dem stetig zunehmenden internationalen Warenhandel und der steigenden Mobilität der Menschen weltweit verschleppt. Durch ihre Fähigkeit, eine große Bandbreite natürlicher und künstlicher Wasseransammlungen zur Aufzucht ihrer Larven zu nutzen, kann sich die sehr anpassungsfähige Stechmückenart in neuen Gebieten schnell ansiedeln.

Die Asiatische Tigermücke ist eine nur drei bis zehn Millimeter große, aber sehr aggressive Stechmückenart, deren Weibchen auf der Suche nach einer Blutmahlzeit den Menschen im Gegensatz zu den heimischen Stechmücken auch am hellen Tag hartnäckig verfolgen. Hat sie sich erst einmal erfolgreich angesiedelt und kann sie sich ungestört vermehren, wird sie für den Menschen sehr lästig. Vor allem in tropischen Bereichen kann die wärmeliebende Art zahlreiche Viren auf den Menschen übertragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es derzeit auch hier zur Übertragung von Viren durch die Asiatische Tigermücke kommt, ist zwar derzeit recht gering, kann jedoch auch nicht völlig ausgeschlossen werden. Als Überträger von Corona-Viren ist die Asiatische Tigermücke nicht bekannt.

Fragen beantwortet der Leiter der AG Exotische Stechmücke bei der KABS per Mail an artur.joest@kabs-gfs.de. Weitere Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt es unter www.kabsev.de und www.wiesbaden.de/ Stichwort „Stechmücken“.