Kategorie-Archiv: Kunstarche Wiesbaden

Wiesbaden wird wichtiges Zentrum des Jugendstils – Vorschau auf das Jugendstil-Jahr 2019 /2020

Jugendstil - Muschelsaal im Kurhaus Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Pressekonferenz im Jugendstil – Muschelsaal, Kurhaus Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Umgeben vom Jugendstil-Flair des Muschelsaals im Wiesbadener Kurhaus gaben heute Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Dr. Peter Forster, Leiter des Jugendstil-Projektes und Kustos im Museum Wiesbaden,
Jörg-Uwe Funk, neuer Kulturamtsleiter der Landeshauptstadt Wiesbaden und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain,  eine Vorschau auf das Wiesbadener Jugendstiljahr 2019 /2020.

Mit der über 700 Exponate umfassenden Jugendstilschenkung der Kunsthändlerfamilie Neess im April 2017, der größten Schenkung die das Museum Wiesbaden jemals erhielt, steigt Wiesbaden neben Darmstadt und Bad Nauheim zu einem wichtigen internationalen Zentrum des Jugendstils auf. Mit dem Jugendstil-Jahr 2019 /2020 möchte die Hessische Landeshauptstadt dieses Ereignis feiern und  sich als neue Metropole des Jugendstils präsentieren. Zahlreiche Wiesbadener Kulturinstitutionen werden das Jugendstiljahr Wiesbaden 2019 /2020 mit einem Veranstaltungsprogramm spartenübergreifend   ausrichten.

Bekanntermaßen formte sich der Jugendstil als ein internationales Phänomen des ausgehenden 19. Jahrhunderts als Antwort auf die Industrialisierung und den Historismus in Europa, wobei noch strittig ist, ob, wie der 2011 verstorbene Hessische Landeskonservator Gottfried Kiesow vertrat, der Jugendstil  aus dem Historismus heraus entstanden sei, oder, ob er sich als dessen Gegenbewegung verstand.

Angefangen mit der britischen ‚Arts and Crafts‘-Bewegung suchten Künstlerinnen und Künstler in ganz Europa und
darüber hinaus nach einem Stil der eigenen Zeit mit eigenem Charakter und definierten Gegenstände des Alltags neu. Viele von ihnen, darunter Émile Gallé oder Alphonse Mucha, fanden Inspiration in der Natur und verbanden ihre Kunst mit geschwungenen Linien oder floralen Ornamenten. Aber auch düstere, symbolistische Motive nahmen Einfluss auf die Kunst und Kultur des Fin de Siécle.

Bildausschnitt aus: „Der Reigen“ von Franz von Stuck, der Sammlung Neess, ab 29. Juni 2019 in der neuen Jugendstil-Dauerausstellung im Wiesbadener Museum zu sehen.
Bildausschnitt aus: „Der Reigen“ von Franz von Stuck, der Sammlung Neess, ab 29. Juni 2019 in der neuen Jugendstil-Dauerausstellung im Wiesbadener Museum zu sehen.

Dr. Peter Forster, der mit seinem Museumsteam seit zwei Jahren aus der Sammlung Neess die große Jugendstil-Dauerausstellung entwickelt hat, schwärmt, dass nun das Museum Wiesbaden mit dieser Bandbreite an Exponaten nicht nur die bisherige Lücke im Bestand zur klassischen Moderne schließen, sondern Jugendstil auch als ein Gesamtkunstwerk zeigen könne.  Hierzu zählten nicht nur wertvolle Bilder, allein 10 Werke von Franz von Stuck und Heinrich Vogler, wodurch zudem die ganze Lebensreformbewegung thematisiert werden könne. Auch Möbel, Geschirr und Gegenstände des Alltags würden gezeigt werden, bis hin zu Besichtigungen von Jugendstil-Architektur, die sich entsprechend prägend im Stadtbild niedergeschlagen habe. Ein bauliches Beispiel sei das „Weiße Haus“ der Familie Neess, ein 1901 erbautes Jugendstiljuwel des Architekten Josef Beitscher in der Binger Strasse, welches quasi wie eine Schatulle oder ein Gesamtkunstwerk bislang die Jugendstilsammlung beherbergt habe.

Das internationale Flair, welches Wiesbaden einst auch als künstlerisch blühende Kurstadt des Art Nouveaus und des Jugendstils mit neuen und verspielten Formen, Motiven und Klängen bis hin zu Aufbruch symbolisierenden Tänzen ausgezeichnet hatte, würde nun wieder zurückgeholt. Hierzu greifen über 20 am Wiesbadener Jugendstiljahr gestaltend beteiligte Kultur-Institutionen (siehe unten) zur Feier der Eröffnung der Jugendstilsammlung Ferdinand Wolfgang Neess im Hessischen Landesmuseum für Kunst und Natur die Idee dieser fast zwei Jahrzehnte anhaltenden internationalen Strömung auf. Theateraufführungen, Konzerte, Opern, eine Filmreihe, Ausstellungen, Seminare und Workshops, Stadtführungen, Vorträge und Lesungen bieten von Mai 2019 bis Juli 2020 Einblicke in diese vom Aufbruch geprägte Zeit.

Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur Wiesbaden zeigt ab dem 29. Juni 2019 die Sammlung von Ferdinand Wolfgang Neess als dauerhafte Präsentation in seinem Südflügel. Ferdinand Wolfgang Neess hat seit über 40 Jahren Kunst und Leben, ganz im Geiste der Stilrichtung, miteinander verbunden. Im März 2017 erfolgte die Schenkung seiner Sammlung an das Wiesbaden. Die über 700 Objekte umfassende Sammlung bildet einen Querschnitt durch alle Gattungen des Jugendstils und zählte bislang zu den bedeutendsten Privatsammlungen des Jugendstils und des Symbolismus in Europa und wird mit dem Einzug ins Hessische Landesmuseum erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieses Geschenk an Wiesbaden feiert das Kooperationsprojekt Jugendstiljahr Wiesbaden 2019/2020 über die Dauer eines Jahres.

Auftaktkonzert am 26.  und Ausstellungs-Eröffnung am 29. Juni 

Der Auftakt des Jugendstiljahrs findet am Hessischen Staatstheater Wiesbaden am 26. Juni 2019 mit einem Eröffnungskonzert des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden WIR 8 statt. Rund um die Eröffnung der Jugendstilschenkung F.W. Neess im Museum Wiesbaden am 29. Juni 2019 warten zahlreiche Wiesbadener Institutionen mit einem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm auf.

Hans Christiansen- Ausstellung ab 26. Mai
hans-christiansen169Noch vor der Eröffnung der großen Jugendstil-Ausstellung im Museum Wiesbaden, wird am Sonntag 26. Mai 2019, 11.30 Uhr die Ausstellung „Hans Christiansen, Gesamtkunstwerker des Jugendstils“ in der Kunstarche, Im Rad 42, als Beitrag zum Jugendstiljahr Wiesbaden 2019/ 2020 eröffnet werden. Die Realisierung war nur mit den Leihgaben der Mannheimer Sammlung Kirsch und anderen Leihgebern möglich.

Weitere Informationen unter: www.jugendstiljahr.de

Das Jugendstiljahr Wiesbaden 2019/2020 wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Teilnehmende Institutionen Jugendstiljahr Wiesbaden 2019 / 2020

ATELIER Römerberg e. V.
Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Wiesbaden e.V.
Brentanos Erben
Caligari FilmBühne
Freies Theater Wiesbaden
Henkell Freixenet
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Hinterhof Palazzo – Werkstatt für Gesang, Spiel und Sprache
Kammerspiele Wiesbaden
Katholische Erwachsenenbildung Wiesbaden
Kulturamt Wiesbaden
Kunstarche Wiesbaden e. V.
Literaturhaus Villa Clementine
Lutherkirche Wiesbaden
Murnau-Filmtheater
Museum Wiesbaden
Nassauer Kunstverein Wiesbaden
PANAKUSTIKA – Konzerte für Querhörer
sam – Stadtmuseum am Markt
Stadtarchiv Wiesbaden
Volksbildungswerk Klarenthal e.V.
Wiesbaden Marketing / Tourist Information
Wiesbadener Freie Kunstschule
Wiesbadener Musikakademie

Das Gesamtprogramm der folgend aufgeführten Institutionen

Dringend gesucht: Werke und Werksnachweise des Universal- und Jugendstilkünstlers Hans Christiansen

hans-christiansen169Zur Vorbereitung der Ausstellung „Hans Christiansen-Gesamtkunstwerker des Jugendstils“ vom 26.Mai -2.August 2019 in der Wiesbadener Kunstarche /Stadtarchiv und zur Ergänzung des Werkverzeichnisses von Margret Zimmermann-Degen (erschienen 1985) sucht die 1. Vorsitzende der Kunstarche Wiesbaden e.V., Felicitas Reusch, noch Nachweise und Quellen weiterer Werke des Universalkünstlers Hans Christiansen (*geb. Flensburg 1866, gest. Wiesbaden 1945).

Eigentümer und Besitzer von Werken oder von Kenntnissen über das Vorhandensein von Arbeiten und Aktivitäten des außergewöhnlichen Jugendstilkünstlers möchten sich bitte wenden an:

Felicitas Reusch
Kunstarche Wiesbaden e.V.
Im Rad 42
65197 Wiesbaden
Telefon: 0611.23838690 oder 525391
Email: Kontakt@Kunstarche-Wiesbaden.org
http://www.kunstarche-wiesbaden.org

Kunstarche Wiesbaden präsentiert 26 renommierte Künstler in der Ausstellung „Mutter“ ab 3.02.2019

die-mutter-einladung

Sonntag 3.Februar 2019, 11.30 Eröffnung der Ausstellung MUTTER, kuratiert von Bernd Brach.

Ein Highlight bietet die KUNSTARCHE  gleich zum Jahresauftakt mit ihrer großen Gruppenausstellung in allen Räumen mit den folgenden 26 renommierten Künstlerinnen und Künstlern: Peter Blake, Bernd Brach, KH Buch, Frank Deubel, Thomas Duttenhoefer, Josef Eberz, Petra Ehrnsperger, Bettina Flössner, Susan Geel, Herbert Gelhard, Arnold Gorski, Gabrielle Hattesen, Karin Hoerler, Dieter Kliesch, Thomas Meyer, Roman Mikos, Henry Moore, Klaus Neuper, Horst Panknin, Willi Schmidt, Lieselotte Schwarz, Wolf Spemann, Ruth Teßloff, Doris Tofall, Amador Vallina, Willi Weiglein.

Zur Ausstellung
„Wir alle haben eine Mutter; über sie zu sprechen, mag Alltägliches zutage bringen, aber eben auch Intimes. Wenn Künstler sich dazu äußern, geschieht das in ihrem Werk, mithin öffentlich.
Diese Ausstellung umfasst freilich nicht nur die persönliche Mutter. Unsere Kulturgeschichte hat eine Inkarnation von Mutter geschaffen: Maria, die Gottesmutter. Die innige Darstellung von Mutter und Kind löst sich ab in die profane Welt, einzig die Pietà bleibt der religiösen Botschaft vorbehalten.“
Bernd Brach, Kurator
(Auszug aus dem Begleit-Katalog)

Sehr empfehlenswert: Ausstellungs-Katalog, kostet € 5,-

KUNSTARCHE
Im Rad 42
65197 Wiesbaden
Eingang: Stadtarchiv
Tel. 0611 525391
kontakt@kunstarche-wiesbaden.org
www.kunstarche-wiesbaden.org
Öffnungszeiten
Montag / Dienstag 9.00 –12.30 Uhr
Mittwoch 9.00 –18.00 Uhr
Donnerstag / Freitag 9.00 –12.30 Uhr
oder nach
telefonischer Vereinbarung

Arnold Hensler und Annie Hensler-Möring: Ein Künstlerpaar zwischen den Weltkriegen – ab 14.01.2018 in der Kunstarche Wiesbaden

Am 14. Januar 2018, 11.30 Uhr  lädt die Kunstarche Wiesbaden e.V. ein zur Vernissage der Ausstellung „Ein Künstlerpaar
zwischen den Weltkriegen“  zum Werk des Bildhauers Arnold Hensler und der Fotografin Annie Hensler-Möring aus der Nachlass-Schenkung an die Kunstarche Wiesbaden der Familie Keutner (Köln), Nachfahren von Paula Keutner, der Schwester des Bildhauers. ,

Ausstellungsdauer: 15. Januar bis 9. März 2018

Sonntag 14. Januar 2018, 11.30 Uhr
Begrüßung: Stadtrat Axel Imholz
Einführung: Franz Josef Hamm,
Architekt BDA.dbw Limburg/Lahn
Danksagung: Felicitas Reusch
Kunstarche Wiesbaden

Um Anmeldung wird gebeten.
Kunstarche Wiesbaden e.V.
Im Rad 42 · 65197 Wiesbaden
www.kunstarche-wiesbaden.org
kontakt@kunstarche-wiesbaden.org

Lesung zur Finissage von Günter Stiller in der Kunstarche Wiesbaden: am 6. Juni

Am 6. Juni findet von 11.30 – 12.30 Uhr eine Lesung zur Finissage von Günter Stiller in der Kunstarche Wiesbaden statt.

Günther Stiller, farbige Lithografie 1965
Günther Stiller, farbige Lithografie 1965

Der Illustrator, bekannt für seine Aquarelle, Holzschnitte, Lithografien usw, hat u.a. zu den sechs Sonetten: „Amies“ (Freundinnen) von Paul Verlaine
sechs Lithografien auf Stein gezeichnet. Es geht darin um die erotische Liebe unter Frauen.

Petra von Breitenbach wird Gedichte von Sappho und Verlaines lesen und zu beiden Dichtern
Hintergrundinformationen geben, die zum Verständnis des Themas beitragen.

Kunstarche Wiesbaden
Im Rad 42
65197 Wiesbaden

Gottfried Pott: »Die künstlerische Dimension der Kalligraphie« – 24. Feb. Kunstarche Wiesbaden

Hauptanliegen des Vortrages bildet die westliche Schriftkunst, die Schrift, die mit der Hand geformt wird. Die kulturelle Leistung der Schrift als Medium zur Information und Kommunikation, sowie ihre ästhetische Ausdruckskraft und Gestaltung bilden den thematischen Schwerpunkt.

Handschriftliches Schreiben und ganz besonders das Künstlerische der Schrift werden durch die Individualität der Person charakterisiert. Ihre Einzigartigkeit darzustellen hat sich der renommierte Schriftkünstler Gottfried Pott in seinem Vortrag mit Bildpräsentation vorgenommen.

Vortrag 24.2.2016, 19 Uhr,
Kunstarche Wiesbaden
Im Rad 42 (Eingang Stadtarchiv)
www.Kunstarche-Wiesbaden.org
kontakt@kunstarche-wiesbaden.org
Telefon 0611 525391