Kategorie-Archiv: Städel Museum Frankfurt

Frankfurter Städel auf den Spuren des Großmeisters „RUBENS. KRAFT DER VERWANDLUNG“

Peter Paul Rubens (1577 1640) Das Urteil des Paris Um 1639 Öl auf Leinwand 199 cm x 381 cm Museo Nacional del Prado, Madrid © Foto: Diether v. Goddenthow
Peter Paul Rubens (1577 1640) Das Urteil des Paris. Um 1639 Öl auf Leinwand 199 cm x 381 cm Museo Nacional del Prado, Madrid © Foto: Diether v. Goddenthow

Ab dem 8.2.2018 zeigt das Frankfurter Städel Museum parallel zum Antwerpener Barock-Jahr in seiner großen Sonderschau „Rubens. Kraft der Verwandlung“ erstmals den Schaffensprozess von Peter Paul Rubens (1577 – 1640). Wohl kaum ein anderer hat neben Caravaggio, van Dyck und Rembrandt  die europäische Barockmalerei so geprägt, wie er. Als Inspiration dienten Rubens nicht nur antike und zeitgenössische Skulpturen, sondern auch Gemälde, etwa von Tizian, Tintoretto, Elsheimer oder Goltzius. Anhand von 100 Objekten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens – zeigt die Ausstellung bis zum 21. Mai 2018 diesen Prozess von der Inspiration in der Antike bis hin zum eigenen fertigen Werk des Meisters Peter Paul Rubens (1577 – 1640) und wie er mit seinen Vorgängern umgegangen ist.

In Rubens umfangreichem Œuvre spiegeln sich die Einflüsse antiker Skulptur ebenso wider wie jene späterer Kunst aus Italien und nördlich der Alpen, von den Meistern des ausgehenden 15. Jahrhunderts bis zu seinen Zeitgenossen. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der aufwendig inszenierten Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen nun im Detail nachvollziehen. Die Gattungsgrenzen überschreitende Schau vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Werke der angewandten Kunst. Neben Originalskulpturen von der Antike bis zur Renaissance werden auch Gemälde und Grafiken von Rubens’ Vorläufern und Zeitgenossen zu sehen sein, darunter Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, von Goltzius, Rottenhammer und Elsheimer sowie von Giambologna, Van Tetrode und Van der Schardt.

Römisch: Der von Cupido gezähmte Kentaur 1.–2. Jh. n. Chr., Marmor 147 × 107 × 52 cm, Département des Antiquités grecques, étrusques et romaines, Museé du Louvre, Paris. © Foto: Diether v. Goddenthow
Römisch: Der von Cupido gezähmte Kentaur 1.–2. Jh. n. Chr., Marmor 147 × 107 × 52 cm, Département des Antiquités grecques, étrusques et romaines, Museé du Louvre, Paris. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung wird durch die finanzielle Unterstützung der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH und des Städelschen Museums-Vereins e.V. ermöglicht. Sie erfährt zusätzliche Förderung durch die Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die Frankfurter Sparkasse.

Städel Direktor Philipp Demandt: „Mit diesem groß angelegten Ausstellungsvorhaben können wir unserem Publikum die Genialität eines außergewöhnlichen Künstlers in all ihren Facetten präsentieren. Die umfassende Schau eröffnet einen faszinierenden Blick auf Meisterwerke des Barock, die den Betrachter –
damals wie heute – in ihren Bann ziehen.“

„Rubens war einer der produktivsten und spannendsten Künstler des Barock, der nicht nur zahlreiche nachfolgende Künstlergenerationen beeinflusste, sondern auch selbst verschiedene Quellen für seine Bilderfindungen förmlich in sich einsaugte. Unsere Ausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, diesen kreativen und schöpferischen Prozess nun direkt nachzuvollziehen“, erklärt Jochen Sander, Kurator der Ausstellung und Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum.

Die Ausstellung

Ausstellungsansicht "Rubens. Kraft der Verwandlung"  © Foto: Heike v. Goddenthow
Ausstellungsansicht „Rubens. Kraft der Verwandlung“ im Vordergrund die „Kauernde Venus“  © Foto: Heike v. Goddenthow

Auf dem nach Bildmotiven und Themen strukturierten Rundgang treffen die Besucher auf altbekannte mythologische Sujets wie Venus und Adonis, das Parisurteil oder den an den Felsen geschmiedeten Prometheus, aber auch auf zentrale Themen des Alten oder Neuen Testaments wie die Enthauptung des Holofernes oder die Grablegung Christi. Beispielhaft verdeutlicht wird Rubens’ kreativer Arbeitsprozess gleich im ersten Ausstellungsraum anhand seiner Darstellung Christi als Ecce homo (um 1612): Mittels dreier Exponate wird die metamorphotische Verwandlung der antiken Skulptur eines Kentauren zu dem einer Zuschauermenge vorgeführten Christus veranschaulicht. Von der antiken Skulptur fertigte Rubens zunächst mehrere Zeichnungen an, die er anschließend in dem Gemälde weiterentwickelte: In einer vollständigen ikonografischen Neubestimmung verwandelte er das antike Vorbild des ungezügelten, animalischen Kentauren in eine Darstellung des leidenden, vom Betrachter Empathie und Mitgefühl einfordernden Christus. Mit Rückgriff auf die Antike wird der Leib Christi so auf überraschende Weise inszeniert und mit seinem athletisch gebildeten Oberkörper regelrecht zur Schau gestellt.

Ein weiteres prägnantes Beispiel ist die antike römische Skulptur einer kauernden Venus, die sich auf ein Bad vorbereitet: Rubens verwandelt sie mit identischer Haltung, aber völlig anderem Gemütszustand nicht nur in eine frierende Venus, die Venus Frigida (1614), sondern auch in die ihren toten Geliebten Adonis beklagende Liebesgöttin (Venus um Adonis trauernd, um 1614). Eine ähnliche Motivkette entwickelt sich ausgehend von einem Gemälde des flämischen Malers Michiel Coxcie mit dem Mord Kains an seinem Bruder Abel (Der Tod Abels, nach 1539). Rubens erwarb Coxcies Zeichnungsstudie des erschlagenen Abel und überarbeitete sie in seinem Sinne (Abel erschlagen von Kain, um 1609). Wenig später formte er sie in eine Studie eines hinterrücks zu Boden gestürzten, tragisch gescheiterten Helden um (Studie eines stürzenden Mannes, um 1610/11). Diese diente Rubens als direkte Vorlage für zwei weitere in der Ausstellung präsentierte Gemälde: das auf einer Kupfertafel ausgeführte Gemälde Tod des Hippolytus (1611–1613) und die monumentale Darstellung des an den Felsen geschmiedeten Prometheus (1611/12– 1618). An diesem Meisterwerk sollte sich einige Jahre später Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606 – ca. 1669) messen: Seine Blendung Simsons (1636), ein Hauptwerk des Städel Museums, ist nicht ohne die Auseinandersetzung mit Rubens zu verstehen und daher in die Frankfurter Ausstellung integriert.

Mittels des direkten Vergleichs von Vorbildern und Rubens-Werken gewährt die Ausstellung einen faszinierenden Einblick in die Arbeits- und Denkweise des Künstlers: in seine geistreichen Bildgenesen und überraschenden Motivverwandlungen, aber auch in das intensive Ringen um das richtige Format und die rechte Form. Gerade den bewussten Rückgriffen auf identifizierbare Vorbilder, die Rubens dabei noch – im Sinne der „Aemulatio“ der zeitgenössischen Kunsttheorie – zu überbieten suchte, verdanken seine Schöpfungen häufig ihre modern anmutende, dynamische Erscheinung. Am Ende eines jeden dieser Verwandlungsprozesse stehen Werke, die den Betrachter damals wie heute unmittelbar ansprechen.

Peter Paul Rubens, Die Grablegung Christi (um 1612) © Foto: Heike v. Goddenthow
Peter Paul Rubens, Die Grablegung Christi (um 1612) © Foto: Heike v. Goddenthow

Die Sonderausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Städel Museum und dem Kunsthistorischen Museum in Wien, aus dessen umfassenden Rubens-Beständen alleine fünf Werke nach Frankfurt reisen. Auch Rubens-Werke aus dem Städel werden in die Ausstellung eingebunden, darunter die Ölskizze Die Mystische Vermählung der heiligen Katharina (ca. 1628, Entwurf für den Augustineraltar in der Augustinerkirche in Antwerpen) sowie einige bedeutende Zeichnungen aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums.

Zu den zahlreichen internationalen Leihgebern zählen zudem unter anderem das Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Uffizien in Florenz, das Israel Museum in Jerusalem, die National Gallery in London, das J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der Prado und das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, das Musée du Louvre in Paris, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Staatliche Eremitage in St. Petersburg, die Vatikanische Museen und die National Gallery of Art in Washington.

Der Künstler
Peter Paul Rubens wurde 1577 als sechstes von sieben Kindern in Siegen, Westfalen, geboren und starb am 30. Mai 1640 in Antwerpen. Bereits als junger Mann fand er internationale Anerkennung als außerordentlich innovativer Künstler.

Doch Rubens war nicht nur Maler, sondern auch Kunsttheoretiker und -sammler, geschätzter Gesprächspartner europäischer Gelehrter und Fürsten sowie Diplomat in europäischen Diensten – all dies ausgehend von seinem Lebensmittelpunkt Antwerpen. Er wurde unter anderem bei dem Antwerpener Maler Otto van Veen (1556–1629) zum Maler ausgebildet. Mit nur 21 Jahren wurde er 1598 als Meister in die Lukasgilde, die Antwerpener Malerzunft, aufgenommen, und erhielt so Zugang zu den intellektuellen Kreisen der Stadt. Im Jahr 1600 ging er nach Italien, wo er insgesamt acht Jahre blieb – diese Zeit, vor allem der Einfluss antiker Skulpturen, hat sein Werk nachhaltig geprägt. Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen 1608 wurde er Hofmaler der Erzherzöge Albrecht und Isabella, der katholischen Regenten der
Südlichen Niederlande, und heiratete Isabella Brant, die Tochter des Stadtsekretärs von Antwerpen. Rubens war inzwischen zu einem der meist gefragten Maler Europas aufgestiegen, der Gemälde für Könige und Fürsten, Staatsmänner und Diplomaten schuf. 1610 kaufte er ein Haus, das er zu einem italienisch anmutenden kleinen Stadtpalast mit Wohnhaus und Werkstatt ausbauen ließ. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1626 und dem des Erzherzogs wurde Rubens Berater der Erzherzogin Isabella. Er reiste in diplomatischer Mission durch Europa, um über einen möglichen Frieden zwischen Spanien und England zu verhandeln, und um für ein Ende der Auseinandersetzungen zwischen den Nördlichen und Südlichen Niederlanden zu werben. Er trug dazu bei, dass 1630 der Friedensvertrag zwischen Spanien und England unterzeichnet werden konnte. 1630 heiratete er erneut: Helena Fourment, eine junge Frau aus gutbürgerlicher Familie, mit der er fünf Kinder bekam. Gemeinsam mit seiner Familie fand Rubens seine letzte Ruhestätte in der Gedächtniskapelle der Antwerpener St.-Jakobskirche.

Ausstellungkatalog und Tagung
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag mit 312 Seiten und 304 Farbabbildungen. Hg. für das Städel Museum, Frankfurt am Main, von Jochen Sander und für das Kunsthistorische Museum Wien von Gerlinde Gruber, Sabine Haag und Stefan Weppelmann. Mit Beiträgen von G. Bisacca, N. Büttner, A. Georgievska-Shine, G. Gruber, F. Healy, N. van Hout, D. Jaffé, E. Oberthaler, G. Prast, J. Sander, I. Slama, A. Vergara, S. Weppelmann und J. Wood, sowie einem Vorwort von Sabine Haag und Philipp Demandt. Deutsche Ausgabe / englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Er behandelt alle in der Ausstellung in Frankfurt und Wien gezeigten Werke und enthält Aufsätze internationaler Rubensforscher, die in das breitgefächerte Themenfeld einführen.

Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro

Während der Laufzeit der Ausstellung findet im Städel Museum eine internationale Tagung statt, die sich dem Thema „Kunst und Katholizismus in der niederländischen Republik“ widmet. Hier wird die Auseinandersetzung mit Rubens und seiner Kunst ein zentrales Thema sein.

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112

Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

DSCF4046-wÖffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen.
Sonderöffnungszeiten (10.00–18.00 Uhr): 30.3., 1.4., 2.4., 1.5., 10.5., 20.5., 21.5.

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa, So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24
Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen:
ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine frühzeitige Anmeldung unter Telefon
+49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de.

Für Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins ist der Eintritt in die Sonderausstellung frei.

Weitere Infos Städelmuseum

Februar-Programm im Städel-Museum Frankfurt

© atelier-goddenthow Foto: Diether v. Goddenthow
© atelier-goddenthow Foto: Diether v. Goddenthow

Auch im Februar bietet das Städel Museum eine Vielzahl von Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten. Das vollständige Veranstaltungsprogramm (Februar 2018) können Sie hier einsehen und herunterladen.

Insbesondere weist das Städel-Museum auf die  internationale Tagung zu Kunst und Katholizismus in der niederländischen Republik hin, die vom 22.Februar bis 24. Februar anlässlich der großen Sonderausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“ stattfindet.

Im Rahmen der Tagung finden zwei öffentliche Abendvorträge der Reihe „Standpunkte zur Kunst“ statt:
Prof. Dr. Nils Büttner (Stuttgart, Staatliche Akademie der Bildenden Künste) spricht am 22. Februar zu Kunst und Katholizismus bei Rubens, Rembrandt und Vermeer, Prof. Dr. Volker Manuth (Nijmegen, Radboud Universiteit) referiert am 23. Februar zu Rembrandt und Rubens.

© atelier-goddenthow
© atelier-goddenthow

Städel Museum
Dürerstraße 2
60596 Frankfurt am Main

Wissenschaftsminister Rhein besucht Frankfurter Städelschule – Institution von Weltruf wird ab 2019 Hochschule des Landes Hessen

v.r.n.li.: Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein, Professorin Judith Hopf, Prorektorin, Freie Bildende Kunst, Professor Philippe Pirotte, Rektor der Städelschule (Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung),Leiter der Druckwerkstatt Christian Zickler u. ganz links: Professorin Caroline Fuchs Kanzlerin. Christian Zickler erklärt dem Wissenschaftsminister die Funktion des Steindrucks. Foto: Diether v. Goddenthow
v.r.n.li.: Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein, Professorin Judith Hopf, Prorektorin, Freie Bildende Kunst, Professor Philippe Pirotte, Rektor der Städelschule (Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung),Leiter der Druckwerkstatt Christian Zickler u. ganz links: Professorin Caroline Fuchs Kanzlerin. Christian Zickler erklärt dem Wissenschaftsminister die Funktion des Steindrucks. Foto: Diether v. Goddenthow

Frankfurt. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hat heute die Frankfurter Städelschule besucht. Dort traf er unter anderem Studierende sowie Lehrende und überzeugte sich von der Vielfalt und Qualität aktueller künstlerischer Arbeiten und Projekte. Die Städelschule geht derzeit in die Verantwortung des Landes Hessen über; ab 2019 wird sie das jüngste Mitglied im Kreis der hessischen Hochschulen sein.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein im Gespräch mit Rektor Professor Philippe Pirotte in der Bibliothek, die unter anderem über ein wertvolles Reden-Archiv verfügt. Foto: Diether v. Goddenthow
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein im Gespräch mit Rektor Professor Philippe Pirotte in der Bibliothek, die unter anderem über ein wertvolles Reden-Archiv verfügt. Foto: Diether v. Goddenthow

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „Der Rundgang durch die Ateliers und Werkstätten der Städelschule sowie die Gespräche mit Studierenden und Lehrenden waren beeindruckend. Das Flair ist international, die geringe Anzahl von etwa 100 Studierenden der Bildenden Kunst und etwa 60 Studierenden der Architektur ermöglicht eine sehr direkte und intensive Auseinandersetzung mit den Professorinnen und Professoren. Der Besuch zeigt mir einmal mehr, dass es die richtige Entscheidung war, als Land Verantwortung für diese Institution von Weltruf zu übernehmen.“

Die Aufnahme der Städelschule in den Kreis der hessischen Hochschulen soll zum 1. Januar 2019 erfolgen. Bis dahin übernimmt die Landesregierung jährlich immer größere Anteile der Finanzierung und entlastet so den Etat der Stadt Frankfurt zur Hälfte, die die Städelschule bisher ausschließlich finanziert hat. Die andere Hälfte der Landesmittel kommt direkt der Städelschule zugute. So investiert die Landesregierung im Jahr 2016 eine Million Euro, dieses Jahr zwei Millionen Euro und im Jahr 2018 drei Millionen Euro in die Lehre. Ab 2019 liegt die Verantwortung für die Städelschule vollständig beim Land Hessen.

Mal-Atelier: Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein im Gespräch mit der Studentin Sofia Leiby, Foto: Diether v. Goddenthow
Mal-Atelier: Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein im Gespräch mit der Studentin Sofia Leiby, Foto: Diether v. Goddenthow

Bei seinem Rundgang mit dem Rektor der Städelschule Philippe Pirotte und der Kanzlerin Caroline Fuchs informierte sich Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein auch, welche Anschaffungen die Kunsthochschule von der Landesförderung plant oder bereits getätigt hat. So gehören zur Modernisierung zum Beispiel ein 3D-Drucker für die Architekturklasse, der Ausbau von Virtual-Reality-Darstellungen in der Lehre, neues Werkzeug für die Holz- , Druck-, Foto- und Bildhauerwerkstätten, ein Sound-Mischpult oder ein neuer digitaler Filmschnittplatz.

Die Städelschule verfügt über die kleinste Hochschulmensa Deutschlands.  Den Neubau hatte 1992 der Architekt und Städel-Lehrbeauftragte Sir Peter Cook entworfen. Das Besondere an der neuen Mensa ist die gelungene Verbindung der neoklassizistischen Säulen mit einem modernen, leicht gebogenen und zum Öffnen verschiebbaren Glasdach.

Die "neue", 1992  von Sir Peter Cook entworfene Hochschulmensa mit rückfahrbarem Glasdach. Foto: Diether v. Goddenthow
Die „neue“, 1992 von Sir Peter Cook entworfene Hochschulmensa mit rückfahrbarem Glasdach. Foto: Diether v. Goddenthow

Eine Besonderheit bietet die Kochwerkstatt in der Städelschule, die auf Peter Kubelka, Professor  der Klasse für Film und Kochen als Kunstgattung, zurückgeht.  Kochen kann Kunst sein und fördert – gemeinschaftlich ausgeübt – den  Austausch untereinander, hilft einander leichter kennenzulernen und Lerninhalte zu vertiefen. Gekocht wird nur mit natürlichen Lebensmitteln (Städel-Kochwerkstatt).

Die Städelschule geht auf eine Stiftung von Johann Friedrich Städel aus dem Jahre 1817 zurück. Der Frankfurter Bankier schuf die Voraussetzungen zur Gründung des Städelschen Kunstinstituts. Mit einer Ausbildungsstätte für durch Talent ausgewiesene junge Künstler verband er eine der Öffentlichkeit zugängliche Kunstsammlung. Im Laufe der Zeit haben sich aus diesem Institut zwei Bereiche entwickelt: Das Städel Museum und die Städelschule. International erfolgreiche Künstler wie Max Beckmann oder Jörg Immendorf lehrten hier und auch die Liste der aktiv Lehrenden liest sich wie ein „Who is Who“ der internationalen Kunstszene.

Portikus-Impression der Städelschule. Foto: Diether v. Goddenthow
Portikus-Impression der Städelschule. Foto: Diether v. Goddenthow

„Für die Landesregierung ist die Übernahme der Städelschule eine willkommene Ergänzung des Lehrangebots in der ,Freien Kunst‘. Für die einzige Kunstakademie im Rhein-Main-Gebiet bedeutet die Übernahme – neben der Teilhabe an der Finanzierung durch den Hochschulpakt und den damit verbundenen Aufwüchsen – eine erhebliche Verbesserung der Kooperationsmöglichkeiten mit den anderen Hochschulen des Landes sowie eine Professionalisierung der Trägerschaft. Ich freue mich, der Städelschule möglichst viele Entwicklungsperspektiven bieten zu können und gleichzeitig ihren hervorragenden internationalen Ruf weiter auszubauen“, so Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein abschließend.

Außenimpression: Der Städelgarten verbindet die Städelschule (links) mit dem Städelmuseum. Foto: Diether v. Goddenthow
Außenimpression: Der Städelgarten verbindet die Städelschule (links) mit dem Städelmuseum (rechts). Foto: Diether v. Goddenthow

Weitere Informationen über die Städelschule!

MARIA SIBYLLA MERIAN UND DIE TRADITION DES BLUMENBILDES

Ausstellungsimpression: MARIA SIBYLLA MERIAN UND DIE TRADITION DES BLUMENBILDES 11. OKTOBER 2017 BIS 14. JANUAR 2018. Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungsimpression: MARIA SIBYLLA MERIAN UND DIE
TRADITION DES BLUMENBILDES
11. OKTOBER 2017 BIS 14. JANUAR 2018. Foto: Diether v. Goddenthow

11. OKTOBER 2017 BIS 14. JANUAR 2018
Städel Museum, Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Frankfurt am Main, 9. Oktober 2017. Maria Sibylla Merian (1647–1717) zählt sowohl zu den bedeutendsten Naturforscherinnen als auch zu den namhaftesten Künstlerinnen ihrer Zeit. 2017 jährte sich der Todestag der gebürtigen Frankfurterin zum 300. Mal. Aus diesem Anlass präsentiert das Städel Museum vom 11. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 die Sonderausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“. Zu sehen ist die faszinierende und filigrane Welt der Blumen- und Pflanzendarstellung in Zeichnungen und Druckgrafiken des 15. bis 18. Jahrhunderts.

Die in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und der Technischen Universität Berlin entwickelte Ausstellung zeigt bedeutende Werke Maria Sibylla Merians gerahmt von Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger, darunter der berühmte Hortus Eystettensis des Nürnberger Apothekers Basilius Besler (1561–1629), Ornamentstiche von Martin Schongauer (ca. 1445–1491), Apothekerbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer sowie Naturstudien von Georg Flegel (1566–1638) und Georg Hoefnagel (1542–1600/01) aus der Zeit um 1600.

Darüber hinaus sind unter anderem Blumenzeichnungen von Bartholomäus Braun sowie Blumenkompositionen von Barbara Regina Dietzsch (1706–1783) und ihrem Umkreis aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ präsentiert insgesamt über 150 Werke, neben Blättern aus den Sammlungen des Städel und des Kupferstichkabinetts auch wertvolle Leihgaben aus der Bibliothèque Nationale in Paris, der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden, der Staatsbibliothek zu Berlin sowie der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt.

Die Ausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Maria Sibylla Merian zählt zu den berühmtesten Töchtern der Stadt Frankfurt am Main. Hier hat sie ihre professionelle Ausbildung erhalten, hier wurden entscheidende Grundlagen für ihr ganz und gar außerordentliches Wirken als Naturforscherin und Künstlerin gelegt. Umso mehr freut es uns natürlich, dass wir nun aus Anlass des diesjährigen Jubiläums eine umfassende Ausstellung zu Merian und der von ihr maßgeblich vorangetriebenen Tradition des Blumenbildnisses im Städel Museum zeigen können“, kommentiert Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

Ausstellungsimpression: MARIA SIBYLLA MERIAN UND DIE TRADITION DES BLUMENBILDES 11. OKTOBER 2017 BIS 14. JANUAR 2018. Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungsimpression: MARIA SIBYLLA MERIAN UND DIE
TRADITION DES BLUMENBILDES
11. OKTOBER 2017 BIS 14. JANUAR 2018. Foto: Diether v. Goddenthow

„Das Werk Maria Sibylla Merians nimmt eine Sonderstellung ein. Diese resultiert aus der genuinen und nicht aufzulösenden Ambivalenz, die zugleich den besonderen Reiz der Arbeiten ausmacht: Künstlerische und wissenschaftliche Aspekte sind bei Merian untrennbar miteinander verwoben, und ihre Darstellungen bewegen sich stets gekonnt an den Grenzlinien zwischen hoher Kunst und naturwissenschaftlicher Detailwiedergabe“, erklärt Martin Sonnabend, Leiter der Graphischen Sammlung bis 1750 am Städel Museum.

Maria Sibylla Merian
Maria Sibylla Merian fasziniert nicht nur mit ihren meisterhaft ausgeführten Blumenzeichnungen, sondern gleichermaßen durch ihre Biografie, die von ihrem Behauptungswillen als Frau in einer patriarchisch geprägten Gesellschaft zeugt. Getauft wurde Merian am 4. April 1647 in Frankfurt am Main. Ihr Vater, der Zeichner, Druckgrafiker und Verleger Matthäus Merian der Ältere (1593–1650), starb, als sie noch ein Kleinkind war. Ihre Ausbildung als Blumenmalerin in der Tradition der Florilegienmalerei des 17. Jahrhunderts erfuhr die junge Maria Sibylla in der Werkstatt ihres Stiefvaters, des Malers Jacob Marrel (1614–1681). Als einer der sehr wenigen Schüler Georg Flegels hatte sich Marrel auf Blumendarstellungen spezialisiert und war als Kunsthändler tätig. Das Umfeld, in dem Merian in ihrer Jugend lebte, brachte ihr also die bildende Kunst, den Kunsthandel und das Publikationswesen nahe und durch die Blumenmalerei zugleich die aufmerksame Naturbeobachtung. Maria Sibylla Merian wuchs in einer calvinistisch reformierten Familie auf. Dieser Hintergrund wie auch die Stadt Frankfurt waren wesentliche Faktoren in Merians Entwicklung. Als zentraler europäischer Verkehrsknotenpunkt bildete die Freie Reichsstadt am Main einen der wichtigsten Handelsorte mit Messebetrieb, an dem unter anderem Bücher, Blumen und Kunst vertrieben wurden. 1665 heiratete Merian Johann Andreas Graff (1636–1701), einen Schüler Marrels.
Kurz nach der Geburt der ersten Tochter siedelte die Familie in Graffs Heimatstadt Nürnberg über. Dort verkaufte er topografische Ansichten von Bauwerken sowie Landkarten, und auch Merian trug zum Lebensunterhalt bei: mit Blumenmalereien in Florilegientradition, Unterricht für Damen im Sticken und Zeichnen von Blumen sowie dem Verkauf von Zeichenutensilien und Farben. Entsprechend umfasst ihre erste Publikation unter dem Titel Neues Blumenbuch dekorative Blumenmotive als Vorlagen für Zeichnungen oder Stickereien. Gleichzeitig verfolgte sie aber auch weiterhin ihre Naturbeobachtungen und publizierte ihre Erkenntnisse 1679 im ersten Band ihres Werkes Der Raupen wunderbare Verwandelung, und wundersame Blumennahrung.

Das Raupenbuch machte Merian bekannt und war zugleich ein wirtschaftlicher Erfolg. Foto: Diether v. Goddenthow
Das Raupenbuch machte Merian bekannt und war
zugleich ein wirtschaftlicher Erfolg. Foto: Diether v. Goddenthow

Mit dieser Veröffentlichung betrat Maria Sibylla Merian wissenschaftliches Neuland, denn bis dato gab es keine derart umfangreiche, sorgfältig dokumentierte und vollständige Beschreibung der Metamorphosen der Raupen unter Berücksichtigung des symbiotischen Zusammenhangs von Nahrungspflanzen und Insekten. Das Raupenbuch machte Merian bekannt und war zugleich ein wirtschaftlicher Erfolg. Nach dem Tod ihres Stiefvaters Jacob Marrel zog Merian mit ihrem Mann und ihren inzwischen zwei Töchtern zunächst zurück zu ihrer Mutter nach Frankfurt, wo sie 1683 den zweiten Band des Raupenbuchs herausbrachte.

Wenige Jahre später traf sie die folgenreiche Entscheidung, sich gemeinsam mit ihren beiden Kindern und der Mutter der radikal reformierten Gemeinschaft der Labadisten im niederländischen Wieuwert anzuschließen. Darüber kam es zum Bruch mit ihrem Mann und schließlich zur Scheidung. Nach einigen Jahren in der Labadisten-Gemeinde und nachdem ihre Mutter dort verstorben war, kündigte Maria Sibylla Merian ihr Frankfurter Bürgerrecht auf und siedelte nach Amsterdam um, wo sie neben dem Handel mit Farben, Mal- und Zeichenutensilien auch Tierpräparate sammelte und verkaufte. Ende des 17. Jahrhunderts begab sie sich in Begleitung ihrer jüngeren Tochter auf eine Reise in die niederländische Kolonie Surinam in Südamerika, ein zu jener Zeit ein ebenso abenteuerliches wie kostspieliges Unterfangen. Der Aufenthalt der beiden Frauen in Surinam mit zahlreichen Expeditionen in den Regenwald erstreckte sich über knapp zwei Jahre. Damit unternahm Merian die erste naturwissenschaftliche Forschungsreise in das Land im Norden Südamerikas und widmete sich als erste Frau dem Studium der tropischen Flora und Fauna. Nach ihrer Rückkehr nach Amsterdam erschien 1705 in lateinischer und holländischer Sprache ihre Abhandlung Metamorphosis Insectorum Surinamensium. Ein dritter Teil des Raupenbuchs erschien kurz nach Merians Tod am 13. Januar 1717. Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), der wie Merian aus Frankfurt stammte, widmete ihr einige wenige und dennoch treffende Zeilen: Ihre erzählerischen Darstellungen von Pflanzen und Insekten bewegten sich aus seiner Sicht stets „zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Naturbeschauung und malerischen Zwecken hin und her“.

Die Ausstellung

„Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ zeigt künstlerische Vorläufer Merians, an die sie anknüpfte, stellt jedoch gleichermaßen heraus, was Merians Eigenständigkeit ausmacht und in welche Richtungen sich das Blumenbild nach ihr und unter ihrem Einfluss entwickelte. Die Schau setzt deutlich vor Merians Zeit an und beginnt mit einer großen Auswahl floraler Darstellungen in Buchmalereien, Frühdrucken, Kupferstichen und Holzschnittillustrationen in Kräuterund Apothekerbüchern des 15. Jahrhunderts.

Kräuter und Apothekerbuch des 15. Jahrhunderts. Foto: Diether v. Goddenthow
Kräuter und
Apothekerbuch des 15. Jahrhunderts. Foto: Diether v. Goddenthow

Mit seinen frühen Blumenbildern griff Georg Flegel (1566–1638) die wegweisende und auf Naturstudien basierende Darstellungstradition Albrecht Dürers (1471–1528) und Umkreis auf, entwickelte diese weiter und beeinflusste dadurch auch seinen Schüler Jacob Marrel, Merians Stiefvater. Die ebenfalls zur Zeit Flegels entstandenen emblematischen Blumen- und Insektenbilder des aus Antwerpen stammenden und zeitweilig in Frankfurt lebenden Georg Hoefnagel (1542–1600/01) wurden von dessen Sohn Jacob Hoefnagel (1573–1632/35) in delikaten Kupferstichen publiziert und damit einem größeren Kreis von Interessenten und Künstlern zugänglich gemacht. Ein Gegengewicht zu den kleinformatigen Kunstwerken der Hoefnagels bildet die wohl anspruchsvollste Publikation dieser Zeit, der 1613 veröffentlichte Hortus Eystettensis des Nürnberger Apothekers Basilius Besler (1561–1629). Dieses Buch wurde zum Vorbild zahlreicher Florilegien. Mithilfe solcher Handbücher konnten Gartenbesitzer den Reichtum und die botanische Qualität ihrer Blumensammlungen überdauern lassen. Gärten und wertvolle Pflanzen waren insbesondere im 17. Jahrhundert ein kostbares Gut, davon zeugen nicht zuletzt Florilegien aus dieser Zeit mit prachtvollen Deckfarbenzeichnungen auf Pergament oder als exklusive Drucke mit kolorierten Kupferstichen im Großformat.

Das neben zwei weiteren Beispielen – eines davon mit Blumenporträts des Florilegienmalers Bartholomäus Braun (ca. 1626–1684) – gezeigte mehrbändige, zwischen 1651 und 1664 von Johann Walter d. Ä. (1603– 1676/77) geschaffene Florilegium des Grafen Johannes von Nassau-Idstein (1603–1677) nimmt eine Sonderstellung in der Schau ein. Ein kleinerer Teil dieses Blumenbuchs, der seit Langem bekannt ist und in der Vergangenheit bereits ausführlich aufgearbeitet wurde, befindet sich im Besitz der Pariser Bibliothèque Nationale. Zwei weitere Alben wurden hingegen erst vor wenigen Jahren in der Städel Bibliothek wiederentdeckt, der sie bei der Inventarisierung Mitte des 19. Jahrhunderts zugeordnet worden und wo sie seitdem gelagert waren. Die zwei prachtvollen Exemplare sind in ihren mit rotem Samt bezogenen und mit feuervergoldeten Beschlägen versehenen Originaleinbänden erhalten und waren die erste Erwerbung für die Städelsche Sammlung an Zeichnungen. Sie werden in der Ausstellung erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert und im Begleitkatalog publiziert.

Das Paradiesgärtlein (1410 - 1420) ist ein besonders schönes frühes Beispiel naturgetreuer Malerei. Foto: Diether v. Goddenthow
Das Paradiesgärtlein (1410 – 1420) ist ein besonders schönes frühes Beispiel naturgetreuer Malerei. Foto: Diether v. Goddenthow

Den Mittelpunkt der Schau bildet Maria Sibylla Merian mit einer Gruppe sehr seltener Frühwerke, erweitert um Arbeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren wissenschaftlichen Publikationen wie den Blumenbüchern und dem Raupenbuch stehen. Zur Entstehung der kostbaren Deckfarbenzeichnungen auf Pergament aus dem Raupenbuch, die sich in der Sammlung des Städel Museum befinden, werden neue Erkenntnisse dargelegt. Die Ausstellung präsentiert zudem einige Arbeiten, deren traditionelle Zuschreibung an Maria Sibylla Merian in jüngerer Zeit infrage gestellt oder widerlegt worden ist. Sie verweisen auf die Tatsache, dass das Gesamtwerk der Künstlerin bis heute nicht umfassend kritisch erforscht ist. Auf Merian folgt die künstlerische Blumendarstellung des 18. Jahrhunderts, vertreten
durch die Nürnberger Künstlerfamilie Dietzsch mit ihrer wichtigsten Vertreterin Barbara Regina Dietzsch (1706–1783). Abschließend wird sowohl ein Ausblick auf die Einbindung von Pflanzendarstellungen in die Landschaftsmalerei als auch auf die Verselbstständigung naturkundlicher Details in den Studienblättern der deutschen Frühromantik geboten.

Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ wird von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm begleitet, das von Überblicks- und Abendführungen über Veranstaltungen im Rahmen der Formate „Kunst und Religion“, „Barrierefreies Kunsterlebnis“ sowie „KUNSTKOLLEG“ bis hin zu hin zu Atelier- und Ferienkursen für Kinder reicht. Im Rahmen dieses Programms finden auch verschiedene Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Palmengarten Frankfurt statt: „Mit ruhiger Hand und geübtem Blick“ in der Reihe „KUNSTKOLLEG Aktiv“ (21. Oktober 2017), eine Führung im Bromelien-Haus mit anschließendem Zeichenkurs, geleitet von der botanischen Malerin Sue Hénon (4. November 2017), ein Gastkommentar mit Karin Wittstock, der Verantwortlichen für das kulturelle Programm des Palmengartens, (19. November 2017) sowie eine Führung zum Thema „Maria Sibylla Merian und die Pflanzenwelt von Surinam“ mit der Palmengarten-Kustodin Hilke Steinecke (22. November 2017). Am Mittwoch, 8. November 2017, präsentiert das Städel Museum zudem eine Lesung mit Barbara Beuys im Metzler-Saal, bei der die Autorin ihre unlängst im Insel Verlag erschiene Künstlerbiografie Maria Sybilla Merians vorstellt. Das vollständige Rahmenprogramm zur Ausstellung ist einsehbar unter www.staedelmuseum.de.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog mit 256 Seiten und ca. 150 Abbildungen, herausgegeben von Michael Roth, Magdalena Bushart und Martin Sonnabend unter Mitarbeit von Catalina Heroven, mit einem Vorwort von Heinrich Schulze Altcappenberg und Philipp Demandt. Deutsch, 29,90 Euro (Museumsausgabe).

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So 10.00–18.00 Uhr; Do, Fr 10.00–21.00 Uhr; montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: 31.10.2017, 10.00–18.00 Uhr; 24.12.2017 geschlossen; 25., 26.12.2017, 10.00–18.00 Uhr; 31.12.2017 geschlossen; 1.1.2018, 11.00–18.00 Uhr; 8.1.2018, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: Di–Fr: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa–So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro;
Familienkarte 24 Euro, freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden
Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Fr 18.00 Uhr, So 14.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Begleitprogramm (Auszug):
KUNSTKOLLEG Aktiv: „Mit ruhiger Hand und geübtem Blick“, 21. Oktober 2017, 13.00 –17.00 Uhr
Maria Sibylla Merian „Ananas mit Kakerlaken“. Zeichenkurs mit Führung im Palmengarten, 4. November 2017, 13.00–17.00 Uhr, Palmengarten Frankfurt
Gastkommentar mit Karin Wittstock: Botanische Malerei zwischen Kunst und Wissenschaft, 19. November 2017, 12.00 Uhr, Städel Museum
Maria Sybilla Merian und die Pflanzenwelt von Surinam, Führung im Palmengarten mit Palmengarten-Kustodin Hilke Steinecke, 22. November 2017, 18.00 Uhr
Lesung mit Barbara Beuys, 8. November 2017, 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr), Metzler-Saal,
Städel Museum, Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Tickets ab Mitte September online verfügbar
unter tickets.staedelmuseum.de

MATISSE – BONNARD „ES LEBE DIE MALEREI!“ – 13. SEPTEMBER 2017 BIS 14. JANUAR 2018

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Vom 13. September 2017 bis 14. Januar 2018 zeigt das Frankfurter Städel Museum zwei herausragende Protagonisten der Klassischen Moderne erstmals gemeinsam in Deutschland: Henri Matisse (1869–1954) und Pierre Bonnard (1867–1947). Im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Matisse – Bonnard. ‚Es lebe die Malerei!‘“ steht die über 40 Jahre andauernde Künstlerfreundschaft der beiden französischen Maler. Beide setzten sich intensiv mit den gleichen künstlerischen Sujets auseinander: Interieur, Stillleben, Landschaft und besonders auch mit dem weiblichen Akt. Anhand von rund 120 Gemälden, Plastiken, Zeichnungen und Grafiken eröffnet die Schau einen Dialog zwischen Matisse und Bonnard und bietet damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Bereichert wird die Werkauswahl durch eine Reihe von Fotografien Henri Cartier-Bressons, der die beiden Maler 1944 in ihren Landhäusern an der französischen Riviera besuchte.

Aus dem übersetzten,  digitalisierten, individuell abrufbaren, wunderbaren Briefwechsel der beiden Freunde, deren Freundschaft einzigartig war.Foto: Diether v. Goddenthow
Aus dem übersetzten, digitalisierten, individuell abrufbaren, wunderbaren Briefwechsel der beiden Freunde, deren Freundschaft einzigartig war.Foto: Diether v. Goddenthow

Für die groß angelegte Ausstellung konnte das Städel Museum eine Vielzahl hochkarätiger Leihgaben aus international bedeutenden Sammlungen gewinnen, darunter das Art Institute of Chicago, die Tate Modern in London, das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou und das Musée d’Orsay in Paris, die Eremitage in Sankt Petersburg sowie die National Gallery of Art in Washington. Zudem zeigt die Werkschau zahlreiche Hauptwerke aus Privatsammlungen, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind. Besondere Höhepunkte sind dabei die beiden Gemälde, die die Künstler jeweils voneinander besaßen und die hier in Frankfurt zum ersten Mal gemeinsam gezeigt werden: Pierre Bonnards Abend im Wohnzimmer (1907, Privatbesitz) und Henri Matisse’ Das offene Fenster (1911, Privatbesitz). Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist Matisse’ 1935 entstandenes Hauptwerk Großer liegender Akt, das zum ersten Mal seit über 30 Jahren wieder in Deutschland zu sehen ist und vom Baltimore Museum of Art ausgeliehen wird. Der längst zur Ikone gewordene Akt war ein Meilenstein auf dem Weg des Künstlers zu einer Ästhetik stark reduzierter Formen und stellt seine Atelierassistentin und zugleich sein letztes bedeutendes Modell, Lydia Delectorskaya, dar. Gut möglich, dass das Gemälde von Bonnards kompositorisch eng verwandtem Werk Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund (um 1909) inspiriert wurde, welches sich seit 1988 in der Sammlung des Städel Museums befindet. Die Gegenüberstellung dieser beiden Bilder war ein wichtiger Impuls zur Vorbereitung der Ausstellung.

Der Sponsor-Partner der Schau ist die global tätige Bank Société Générale. Gefördert wird die Ausstellung vom Städelschen Museums-Verein e. V. Zusätzliche Unterstützung leistet die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung.

„Henri Matisse und Pierre Bonnard sind in unserer Sammlung mit zwei großartigen Gemälden vertreten: einem Akt von Bonnard und einem Stillleben von Matisse. Darauf aufbauend eröffnet unser diesjähriges Ausstellungshighlight ein visuelles Wechselspiel zwischen den Künstlern, deren gegenseitiger Einfluss bei vergleichender Betrachtung unverkennbar zum Vorschein kommt. Die Schau reiht sich ein in die erfolgreichen Präsentationen im Städel, mit denen wir unserem Publikum einzigartige Meisterwerke zeigen und dabei immer auch einen neuen und frischen Blick auf die Protagonisten der Moderne werfen“, so Städel Direktor Philipp Demandt.

Kuratiert haben die Ausstellung Felix Krämer, der ab Oktober die Stelle als Generaldirektor am Museum Kunstpalast in Düsseldorf antreten wird, und Ko-Kurator Daniel Zamani (Städel Museum). „Nach der Ausstellung ‚Monet und die Geburt des Impressionismus‘ (2015) widmet sich das Städel Museum erneut einem spannenden Kapitel der französischen Kunstgeschichte, der über 40 Jahre andauernden Freundschaft zwischen Henri Matisse und Pierre Bonnard“, erläutert Felix Krämer. „Die Ausstellung ermöglicht es, den kreativen Dialog der beiden Ausnahmekünstler nachzuvollziehen. Es ist lange her, dass so viele Hauptwerke dieser bedeutenden Maler in Deutschland zu sehen waren.“ Daniel Zamani führt aus: „Beide Künstler entwickelten eine unverwechselbar individuelle Formsprache, die von einem unablässigen Arbeitseifer und einer lebenslangen Experimentierfreude angetrieben wurde. Bereits zu Lebzeiten zählten Matisse und Bonnard zu den bedeutendsten Wegbereitern der Moderne. Gerade bei Bonnard entfaltet sich die Faszination für seine Werke dabei erst vollständig bei der Begegnung mit dem Original. Allein dafür lohnt sich ein Besuch hier im Städel.“

Der Titel der Ausstellung, „Es lebe die Malerei!“, beruht auf dem programmatischen Ausruf, mit dem Matisse seinen Freund Bonnard am 13. August 1925 grüßte. Die wenigen Worte auf einer Postkarte aus Amsterdam waren der Beginn eines über 20-jährigen Briefwechsels, der von tiefer gegenseitiger Wertschätzung zeugt. Beide verlegten ihren Lebensmittelpunkt aus der Kunstmetropole Paris an die Côte d’Azur und behaupteten von dort ihren Ruf als führende Protagonisten der europäischen Kunstszene. ln der Malereigeschichte werden die Kollegen trotz ihrer markanten zeitlichen Nähe oft zwei entgegengesetzten Strömungen zugerechnet: Bonnard, mit seinem luftigen, lockeren Pinselduktus und dem Einsatz zarter, flirrender Pastellfarben als letzter großer Erbe des Impressionismus; Matisse, mit seinem Interesse an grellen Farben und flächigen, stark konturierten Bildkompositionen als ein weit ins 20. Jahrhundert weisender Pionier der Abstraktion.

In thematisch orientierten Kapiteln widmet sich die Ausstellung der unterschiedlichen künstlerischen Umsetzung von solch zentralen Sujets wie Interieur, Stillleben, Landschaft und Akt. Dabei soll die gemeinsame Präsentation von Matisse und Bonnard das vergleichende Sehen ermöglichen, einen Raum schaffen, in dem Gemeinsamkeiten und Unterschiede zutage treten – ohne dass dies jedoch in einen Wettstreit mündet. Ein solcher würde dem Verhältnis der beiden Künstler zueinander nicht gerecht. „Wenn ich an Sie denke, denke ich an einen von aller überkommenen ästhetischen Konvention befreiten Geist; dies allein gestattet eine direkte Sicht auf die Natur, das größte Glück, das einem Maler widerfahren kann. Dank Ihnen habe ich ein wenig daran teil“, schrieb Bonnard an Matisse im Januar 1940. Welchen Wert Letzterer wiederum dem Urteil seines Freundes beimaß, dokumentiert ein Brief vom November desselben Jahres: „[I]ch müsste jemanden sehen, und Sie sind es, den ich sehen möchte.“ Mit niemand anderem wollte Matisse über seine Bilder sprechen. Selten haben sich zwei Künstler so gut ergänzt.

Ausstellungsrundgang

Ausstellungs-Impression. Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression.
Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen und orientiert sich an den Sujets Interieur, Landschaft/Natur, Stillleben sowie Frauenbild/Akt. In einem Prolog widmen sich die ersten Räume im Untergeschoss des Ausstellungshauses der Künstlerfreundschaft der beiden Maler, mit Aufnahmen des Fotografen Henri Cartier-Bresson, Selbstporträts und Werken, die die Künstler voneinander besaßen. Die anschließenden Räume behandeln das Thema Interieur, mit einem Schwerpunkt auf dem Motiv des Fensterbildes, in dem der enge Austausch zwischen den beiden Künstlerfreunden eindringlich zum Vorschein kommt. Herausragende Werke sind hier unter anderem Bonnards Gemälde Die Milchschüssel (um 1919) und Das offene Fenster (1925), beide aus der Tate Modern in London, sowie Matisse’ Großes rotes Interieur (1948) – eines seiner letzten ikonischen Werke in Öl, das vom Centre Pompidou in Paris ausgeliehen wird. Der letzte Raum im Untergeschoss ist dem Briefwechsel der beiden Maler gewidmet, den Besucher in Auswahl in einer szenischen Lesung hören sowie digital vollständig einsehen können.

Im Obergeschoss schließt das Thema Landschaft und Natur an, wobei die lebenslange Faszination der beiden Maler für das Licht und die Atmosphäre der französischen Riviera eine besondere Rolle spielt. Ein Highlight der Ausstellung ist in diesem Zusammenhang Bonnards Die sonnige Terrasse (1939–1946, Privatbesitz). Das aufgrund seines extremen Querformats ungewöhnliche Gemälde zeigt im
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Bildzentrum in leuchtender, fast pinker Farbigkeit eine sich jenseits einer Terrasse erstreckende Gartenlandschaft. Während viele von Bonnards späten Werken direkte Ansichten aus der Umgebung seines Wohnsitzes Le Bosquet zum Thema haben, erinnert das großformatige Werk eher an ein zeitloses Idyll. Matisse war zutiefst beeindruckt, als er das noch unfertige Gemälde im Atelier seines Freundes begutachten konnte. In einem Brief vom Januar 1940 schrieb er ihm: „Ich habe Ihre Arbeit genau in Erinnerung behalten. Nie zuvor habe ich sie als so geschlossen empfunden, und die Dekoration mit der Fläche aus Rosensträuchern sehe ich noch ganz deutlich vor mir, sie gefällt mir sehr.“

Ein weiteres Thema, in dem sich der Dialog zwischen den beiden Malern widerspiegelt, ist das Stillleben. Wie wenige Künstler ihrer Generation blieben Bonnard und Matisse dem über Jahrhunderte tradierten Genre zeit ihres Lebens treu. Aufbauend auf Impulsen von Vorgängern wie Jean Siméon Chardin oder Paul Cézanne forcierten sie die Befreiung der Gattung von der realitätsgetreuen Abbildung von Alltagsgegenständen und nahmen sie als Ausgangspunkt für malerisch radikale Experimente mit Farbe und Form. Zu sehen ist hier unter anderem das Stillleben von Matisse aus dem Städel Museum, Blumen und Keramik (1913) – ein frühes Hauptwerk, das zu den absoluten Publikumslieblingen der Sammlung gehört. Wie ein perfektes Pendant hierzu wirkt der leuchtende Mimosenstrauß (um 1945, Privatbesitz) von Bonnard. Typisch für die oft abstrakt anmutenden Gemälde seines Spätstils, erscheint die Materialität der Farbe selbst als das eigentliche Thema der Komposition, in der die pastos aufgetragenen Nuancen von Gelb und Orange die leuchtenden Blumen mit dem sie umgebenden Interieur verschmelzen lassen.

Bei der Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt entwickelten beide Maler ihr besonderes „Markenzeichen“: Bei Bonnard sind es sinnliche Aktdarstellungen in Bad und Boudoir, bei Matisse verträumte Odalisken, Haremsdamen in exotischem Dekor. In Bonnards Aktdarstellungen steht die Figur seiner Frau Marthe im Vordergrund, die er in über 50 Jahren auf beinahe 400 Gemälden verewigte und selbst nach ihrem Tod weiterhin malte. Immer wieder inszenierte er ihren stets jugendlichen Körper in Badebildern, die von einer traumartigen und häufig befremdlichen Atmosphäre des Rätselhaften durchdrungen sind. Ganz anders die Odaliskendarstellungen von Matisse – Kammerspiele voll flirrender Farbigkeit, in denen er Figur und Raum in Kompositionen lebhafter Ornamentik verzahnt und in denen seine Vision einer Kunst der vollkommenen Harmonie lebhaften Ausdruck fand. Die Ausstellung gibt auch Einblick in den Entstehungsprozess eines Schlüsselwerks von Matisse, Großer liegender Akt. Von Mai bis Oktober 1935 dokumentierte der Künstler mit einer Kamera die Entwicklung dieses Bildes. In den insgesamt 22 Schwarz-Weiß-Fotografien wird sichtbar, wie der Maler wesentliche Elemente der Komposition nach und nach herausgearbeitet hat, indem er sie immer weiter vereinfachte und zunehmend flächiger gestaltete. Das Gemälde gehört zudem zu den allerersten Ölwerken, bei denen Matisse ausgeschnittene Papierstücke als Hilfsmittel verwendete – eine Technik, die für sein spätes OEuvre entscheidend wurde und nach 1948 sein Schaffen an der Leinwand vollständig ablöste. Die vielleicht bekannteste Arbeit, die mithilfe dieser sogenannten Scherenschnitte entstanden ist, ist Matisse’ Künstlerbuch Jazz (1947), das der bunten Welt von Zirkus, Gauklern und Theater gewidmet ist und in der Ausstellung ebenfalls gezeigt wird.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Prestel Verlag mit 240 Seiten und 208 Farbabbildungen. Mit Beiträgen von Dita Amory, Jenny Graser, Margrit Hahnloser-Ingold, Iris Hasler, Felix Krämer, Elena Schroll, Beate Söntgen und Daniel Zamani. Deutsche / englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen.

Sonderöffnungszeiten: Di, 3.10., Di, 31.10., Mo, 25., Di, 26.12.; Mo, 8.1.18: 10.00–18.00 Uhr; Mo, 1.1.18: 11.00–18.00 Uhr; geschlossen: So, 24.12., So, 31.12.

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa, So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine frühzeitige Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de.
Für Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins ist der Eintritt in die Sonderausstellung frei.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di, 15.00 Uhr; Mi, 13.00 Uhr; Do, 18.00 Uhr; Fr, 19.00 Uhr; Sa, 16.00 Uhr und So, 12.00 Uhr. An allen Feiertagen (3.10., 31.10., 25.12, 26.12., 1.1.) sowie am 8.1. finden die Führungen jeweils um 16.00 Uhr statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 5 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich. Im Online-Shop ist ein Kontingent an Tickets für Überblickführungen gemeinsam mit dem Eintritt zum Vorteilspreis von 18 Euro erhältlich: tickets.staedelmuseum.de.

Städel App und Audiotour: Die Audiotour führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von der Schauspielerin Sophie Rois gesprochen und kann bequem von zu Hause auf die Städel App geladen werden. Die Städel App ist kostenfrei im Android und Apple Store verfügbar, der In-App-Kauf für gängige IOS und Android Smartphones kostet 1 Euro: http://www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app. Vor Ort im Museum kann der Audioguide zu einem Preis von 4 Euro (7 Euro für zwei Audioguides) ausgeliehen werden. Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung.

Digitorial: Das Digitorial wird durch die Aventis Foundation ermöglicht. Es ist ab 30. August abrufbar unter matissebonnard.staedelmuseum.de.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #MatisseBonnard und #Staedel

Städel Museum Frankfurt lädt mit vielfältigem Programm zum Museumsuferfest v. 25. bis 27.08.2017

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Anlässlich des Museumsufertestes vom 25. bis 27. August 2017 präsentiert das Städel Museum ein vielfältiges Führungsangebot und Workshop-Programm für alle Altersklassen. Bei Veranstaltungen in allen Sammlungsbereichen des Museums, mit Meisterwerken aus über 700 Jahren Kunstgeschichte, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das Spektrum der über vierzig verschiedenen Programmpunkte reicht in diesem Jahr von Einblicken in die aktuelle Sonderausstellung zur Französischen Lithografie des 19. Jahrhunderts bis zum Vorgeschmack auf die kommenden Herbst-Ausstellungen des Städel zu Henri Matisse und Pierre Bonnard sowie zu Maria Sibylla Merian. Die jungen Städelbesucher erwartet zudem ein buntes Workshop-Angebot, bei dem – ob beim Malen oder in der Druckwerkstatt – der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. In speziellen Familienführungen können Kinder und Eltern zudem gemeinsam auf spielerische Weise Werke des Städel Museums erkunden.

Die Graphische Sammlung gewährt vertiefende Einblicke in ihre aktuelle Ausstellung über französische Lithografien des 19. Jahrhunderts, „Géricault bis Toulouse-Lautrec“. Eindrücklich wird gezeigt, wie experimentierfreudig sich namhafte Künstler wie Goya, Delacroix oder Manet der damals noch neuen Drucktechnik widmeten. Meisterwerke-Führungen lenken die Aufmerksamkeit auf die Highlights der Sammlung.

Interesse auf die zwei kommenden großen Ausstellungen im Herbst/Winter wird schon jetzt in einigen Führungen geweckt. Auf die Ausstellung „Matisse – Bonnard. ‚Es lebe die Malerei!‘“ mit der inspirierenden Künstlerfreundschaft der beiden französischen Maler stimmen die Führung „Der Maler und sein Modell“ und der Workshop „Briefwechsel. Kartendruckwerkstatt“ ein. Mit den Stillleben der Sammlung befasst sich die Familienführung „Auf der Suche nach der Raupe“ und weckt gleichzeitig Neugier auf die Ausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ (11.10.2017 bis 14.01.2018).

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

PROGRAMM

FREITAG, 25. AUGUST 2017
15.30 Uhr Skulpturen im Städel Garten Führung
16.00 Uhr Stofftier, Ball und Kasper-Puppe Familienführung
17.30 Uhr Das Fenster als Auge zur Welt Führung
18.30 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung
19.00 Uhr Vom Bügelbrett zum Nachtschränkchen Führung
20.00 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung

SAMSTAG, 26. AUGUST 2017
11.00–18.00 Uhr Blumen, Insekten und Zuckerwerk. Stilllebenmalerei (Workshop für Kinder vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Briefwechsel. Kartendruckwerkstatt (Workshop für Kinder vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Frankfurt damals und heute (Workshop für Kinder vor dem Museum)
11.00 Uhr Der Maler und sein Modell Führung
11.30 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung
12.00 Uhr Skulpturen im Städel Garten Führung
12.30 Uhr Gegen den Strom. Künstlerische Gegenpositionen Führung
13.30 Uhr Rembrandt – Holbein – Van Eyck Meisterwerke-Führung
14.00 Uhr Von der Fläche in den Raum Führung
15.00 Uhr Dreimal schwarzer Kater! Familienführung
15.30 Uhr Im Spiegel. Selbstporträts Führung
16.30 Uhr Unterwegs. Künstler auf Reisen Führung
17.00 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung
17.30 Uhr Monet – Renoir – Degas Meisterwerke-Führung
18.30 Uhr Auf der Suche nach der Raupe. Stillleben im Städel Familienführung
19.00 Uhr Ausdrucksstark. Künstler des Expressionismus Führung
19.30 Uhr Skulpturen im Städel Garten Führung
20.00 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung
20.30 Uhr Warhol – Polke – Richter Meisterwerke-Führung
21.00 Uhr A men’s world? Frauen in der Kunst Führung

SONNTAG, 28. AUGUST 2016
11.00–18.00 Uhr Blumen, Insekten und Zuckerwerk. Stilllebenmalerei (Workshop für Kinder vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Briefwechsel. Kartendruckwerkstatt (Workshop für Kinder vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Frankfurt damals und heute (Workshop für Kinder vor dem Museum)
11.00 Uhr Märchenreise durchs Städel für Kinder ab 4 Jahren mit Rudi Gerharz
11.30 Uhr Skulpturen im Städel Garten Führung
12.00 Uhr Gestreift und gepunktet. Kunst der Gegenwart Führung
12.00 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung
13.30 Uhr Wo gibt’s denn sowas? Ein Löwe aus Schokolade Familienführung
14.00 Uhr Der Meister und seine Gehilfen. Künstlerwerkstätten Führung
15.00 Uhr Kirchner – Beckmann – Marc Meisterwerke-Führung
15.30 Uhr Kabel und Kondensmilch. Ungewöhnliche Materialien in der Kunst Führung
16.00 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung
16.30 Uhr Betrug und Verrat. Kehrseiten der Liebe Führung
17.00–18.00 Uhr Kunst und Religion Führung
17.30 Uhr Grüner Himmel, gelbe Wiesen. Farbenspiel im Städel Familienführung
18.00 Uhr Venus, Nymphen und Amazonen Führung
19.00 Uhr Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts Führung in der Ausstellung

Treffpunkt für Führungen zu „Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts“: Graphische Sammlung
Treffpunkt für Führungen im Städel Garten: Städel Garten, Mitte des Hügels
Treffpunkt für alle weiteren Führungen: Metzler-Foyer

AKTUELLE AUSSTELLUNG IM STÄDEL MUSEUM

GÉRICAULT BIS TOULOUSE-LAUTREC. FRANZÖSISCHE LITHOGRAFIEN DES 19. JAHRHUNDERTS (GRAPHISCHE SAMMLUNG)

Vom 22. Juni bis 10. September 2017 widmet sich die Graphische Sammlung des Städel Museums der Vielfalt der französischen Lithografie im 19. Jahrhundert. In Frankreich experimentierten bedeutende Künstler seit etwa 1820 mit dem damals neuen Verfahren. Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst ausdrucksvolle Kompositionen Théodore Géricaults, eine der seltenen Lithografien, die Goya während der 1820er-Jahre im Exil in Bordeaux schuf, Eugène Delacroix’ Goethe- und Shakespeare-Illustrationen oder Honoré Daumiers politische und gesellschaftliche Stellungnahmen in Zeitungskarikaturen. Ebenso präsentiert werden Édouard Manets virtuose Erfindungen, die symbolistischen Werke Rodolphe Bresdins und Odilon Redons sowie Meisterwerke der Farblithografie von Henri de Toulouse-Lautrec und den „Nabis“ Édouard Vuillard und Pierre Bonnard, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Die rund 90 gezeigten Blätter stellen Höhepunkte aus dieser Zeit und in dieser Technik dar und geben einen Einblick in die qualitätsvollen Bestände der Graphischen Sammlung im Städel. Zu sehen sind auch 15 Neuerwerbungen, die das Museum in den letzten Jahren tätigen konnte.

ORT: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
DATUM: Freitag, 25. bis Sonntag, 27. August 2017

ÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DES MUSEUMSUFERFESTES: Freitag 15.00–21.00 Uhr,
Samstag 10.00–22.00 Uhr, Sonntag 10.00–20.00 Uhr.

INFORMATION: www.staedelmuseum.de,
E-Mail: info@staedelmuseum.de,
Telefon: +49-69 60 50 98-0, Fax: +49-69 60 50 98-111

EINTRITT ZUM MUSEUMSUFERFEST: Der Museumsuferfest-Button zum Preis von 7 € berechtigt zum freien Eintritt in den teilnehmenden Museen für die Dauer des Festes – von Freitag, dem 25. August, ab 15 Uhr bis Sonntag, dem 27. August 2017. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

OPEN-AIR-KINO IM STÄDEL GARTEN: AUF DEN SPUREN DER FOTOGRAFIE UND IM ZEICHEN DER FREUNDSCHAFT

Sommerkino im Städel Garten Foto: Städel Museum
Sommerkino im Städel Garten
Foto: Städel Museum

Das populäre Sommerkino im Städel Garten geht in die nächste Runde: Vom 12. bis 15. Juli 2017 bietet das grüne Dach des Städel Erweiterungsbaus die atmosphärische Freiluft-Kulisse für ein besonderes Filmprogramm. Passend zur parallel laufenden Sonderausstellung „Fotografien werden Bilder.  Eintritt: frei

Die Becher-Klasse“ (noch bis 13. August 2017) werden an den ersten drei Abenden Filme rund um das Thema Fotografie gezeigt. Bei freiem Eintritt werden nach Anbruch der Dunkelheit der Fotografie-Klassiker Blow-Up (1966) von Michelangelo Antonioni, Wim Winders Palermo Shooting (2008) sowie Christopher Nolans Memento (2000) zu sehen sein. Zur Einstimmung auf die große Städel Herbstausstellung „Matisse – Bonnard. ‚Es lebe die Malerei!‘“ stehen die Filme am Samstag, 15. Juli, ganz im Zeichen der Freundschaft. Bereits um 15.00 Uhr findet die Vorführung für junge Besucher im Metzler-Saal statt: Gezeigt wird dort der Film Pünktchen und Anton (1998). Welcher Film am Samstagabend läuft, kann das Publikum selbst entscheiden: Zur Auswahl stehen Adam Elliots Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? (2009), Jean Beckers Das Labyrinth der Wörter (2010) und Ziemlich beste Freunde (2011) von Olivier Nakache und Eric Toledano. Abgestimmt werden kann bis einschließlich 9. Juli per Stimmzettel vor Ort im Museum oder auf der Facebook-Seite des Städel (https://www.facebook.com/staedelmuseum).

Der Eintritt zum Sommerkino im Städel Garten ist an allen Tagen frei. Einlass ist ab 19.00 Uhr, der Film beginnt jeweils bei Anbruch der Dunkelheit. Es wird darum gebeten, eigene Decken und Sitzgelegenheiten (keine Stühle) mitzubringen und auf die Mitnahme von großen Taschen und Rucksäcken zu verzichten. Für kalte Getränke sowie herzhafte und süße Speisen vor und während der Filmvorstellungen ist gesorgt. Schon vor Filmbeginn sorgt DJ Biffy (Discocaine) für sommerlich entspannte Stimmung. Bei schlechtem Wetter finden die Vorführungen im Metzler- Saal des Städel Museums statt.

PROGRAMM

Mittwoch, 12. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit BLOW-UP
UK 1966, Regie: Michelangelo Antonioni, 107 Minuten, deutsche Fassung, FSK 16
Das Leben des Londoner Fotografen Thomas (David Hemmings) spielt sich zwischen Modeshootings, Partys, Drogen und schnellem Sex ab und langweilt ihn zusehends. Auf einem Streifzug durch die Stadt fotografiert er heimlich ein sich streitendes Liebespaar im Park. Auf den Vergrößerungen der Fotos glaubt er später Indizien dafür entdecken zu können, dass vor seinen Augen ein Mord geschah. Doch stimmt das tatsächlich? Michelangelo Antonionis Studie der sich immer weiter steigernden Paranoia von Thomas ist ein stilvolles Porträt der „Mod“-Generation im London der Swinging Sixties.

Donnerstag, 13. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit PALERMO SHOOTING
D/IT 2008, Regie: Wim Wenders, 104 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Wim Wenders begleitet in diesem Psychodrama den erfolgreichen Fotografen Finn (Campino von den „Toten Hosen“), der sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere befindet und ein ausschweifendes Leben führt. Nachdem Finn eines Nachts nur knapp dem Tod entkommen ist, reist er gemeinsam mit seinem Team für ein Fotoshooting nach Palermo. Als die Aufnahmen abgeschlossen sind, schickt Finn seine Mitarbeiter wieder nach Hause und bleibt allein auf Sizilien zurück. Während zielloser Wanderungen durch die Stadt macht er nicht nur die Bekanntschaft der Restauratorin Flavia (Giovanna Mezzogiorno), sondern trifft auch auf den Tod – beide geben ihm eine neue Perspektive auf das Leben.

Freitag, 14. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit MEMENTO USA 2000, Regie: Christopher Nolan, 108 Minuten, deutsche Fassung, FSK 16
Nach einem Überfall durch zwei Einbrecher, bei dem seine Frau vergewaltigt und ermordet und er selbst verletzt wurde, leidet der Versicherungsagent Leonard (Guy Pearce) an anterograder Amnesie, wodurch er keine neuen Erinnerungen mehr speichern kann. Seitdem behilft er sich mit Polaroid- Fotos und Notizen, die er sich auf seinen Körper tätowieren lässt. Trotz des Verlusts seines Kurzzeitgedächtnisses ist Leonard fest entschlossen, den Tod seiner Frau zu rächen – selbst angesichts der Tatsache, dass er auch einen geglückten Rachefeldzug gegen ihren Mörder wieder vergessen wird. Der komplex komponierte Film wird in zwei Handlungssträngen erzählt, von denen der eine in chronologischer und der andere in entgegengesetzt chronologischer Reihenfolge verläuft.

Samstag, 15. Juli, Einlass 14.00 Uhr, Filmbeginn 15.00 Uhr, Metzler-Saal PÜNKTCHEN UND ANTON
D 1998, Regie: Caroline Link, 105 Minuten, deutsche Fassung, FSK 0
Die zehnjährige Pünktchen (Elea Geissler) und der elfjährige Anton (Max Felder) sind beste Freunde. Anton stammt aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitet jeden Abend in einer kleinen Eisdiele, um
seine kranke Mutter (Meret Becker) zu versorgen. Pünktchen möchte ihrem Freund helfen, doch obwohl ihre Eltern (Juliane Köhler und August Zirner) sehr reich sind, haben sie für ihre Tochter weder Zeit noch Geld übrig. Dank ihres Einfallsreichtums findet das Mädchen trotzdem eine Möglichkeit, um heimlich Geld für Anton aufzutreiben: Während ihre Eltern in der Oper sind, singt Pünktchen in der Münchner Innenstadt. Die Lieder hat sie von ihrem französischen Au-Pair Laurence (Sylvie Testud) gelernt, dessen Freund Carlos (Benno Fürmann) jedoch nicht ganz ungefährlich ist. Zum Glück ist Anton zur Stelle, als es brenzlig wird.
Samstag, 15. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der  Dunkelheit

PUBLIKUMSFILM

Zur Abstimmung stehen:
„MARY & MAX – ODER: SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET?“ (2009), „DAS LABYRINTH DER WÖRTER“ (2010) und „ZIEMLICH BESTE FREUNDE“ (2011)
MARY & MAX – ODER: SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET?
AUS 2009, Regie: Adam Elliot, 93 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Mary Daisy Dinkle ist ein einsames und unscheinbares, achtjähriges Mädchen, das Mitte der 1970er Jahre in einem Vorort von Melbourne in Australien lebt. Ihre Mutter ist eine kleptomanische Alkoholikerin, ihr Vater arbeitet in einer Teebeutelfabrik und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit der Präparierung toter Vögel. Um zu erfahren, wie in Amerika Babys geboren werden, wählt Mary einen zufälligen Namen aus dem Telefonbuch von Manhattan – Max Jerry Horowitz – und schickt dieser Person einen Brief. Max ist 44 Jahre alt, übergewichtig und hat das Asperger-Syndrom, wodurch es ihm schwerfällt, mit anderen Menschen zu interagieren. Mit seiner Antwort auf Marys Brief beginnt eine 20 Jahre andauernde Korrespondenz, unterbrochen vom Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik und einigen Missverständnissen. Doch werden sich die beiden ungewöhnlichen Brieffreunde jemals persönlich treffen?

DAS LABYRINTH DER WÖRTER
F 2010, Regie: Jean Becker, 78 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Es ist die Geschichte zweier ungleicher Menschen, die sich über Literatur annähern: In einem Park setzt sich Germain (Gérard Depardieu) zufällig neben Margueritte (Gisèle Cadadesus). Germain ist um die 50 und praktisch Analphabet, Margueritte eine zierliche, ältere Dame und leidenschaftliche Leserin. Dieses Zusammentreffen ist das erste von zahlreichen weiteren, bei denen Magueritte Germain Passagen aus Romanen vorliest und ihn so in die Welt der Bücher einführt, zu der er glaubte, keinen Zugang zu haben. Als Margueritte ihm eröffnet, dass sie allmählich ihr Augenlicht verliert, bewegt ihn dieser Umstand dazu, für sie Lesen bzw. Vorlesen zu üben. Ihre besondere Freundschaft lässt Germain schließlich sogar zum „Entführer“ werden.

ZIEMLICH BESTE FREUNDE
F 2011, Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano, 108 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Philippe (François Cluzet) ist reich, adlig, gebildet und hat eine Heerschar von Hausangestellten.
Doch ohne Hilfe geht in seinem Leben nichts, denn er ist vom Hals an abwärts gelähmt. Ein junger Mann namens Driss (Omar Sy), der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und plötzlich in Philippes geordnetem Leben auftaucht, bringt dieses gehörig durcheinander. Eigentlich will Driss nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird.

SOMMERKINO IM STÄDEL GARTEN
Mittwoch, 12. Juli, bis Samstag, 15. Juli 2017
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Zeit: Mittwoch, 12. Juli, bis Samstag, 15. Juli, Einlass für die Abendvorführungen jeweils 19.00 Uhr,

Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Eintritt: frei

KOSTENFREIE BILDUNGSWOCHE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE im Städel Museum Frankfurt v. 26. bis 29. Juni 2017

Motiv Bildungswoche Städel Museum, Frankfurt © Städel Museum
Motiv Bildungswoche
Städel Museum, Frankfurt © Städel Museum

Das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank bieten kurz vor den Sommerferien bereits zum fünften Mal eine kostenfreie Bildungswoche für Kinder und Jugendliche an. Alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte der Region sind vom 26. bis 29. Juni zu einem einzigartigen Bildungserlebnis in das Frankfurter Museum eingeladen.

Unter dem Motto „Städel ohne Grenzen: Kunst neu entdecken! 700 Jahre Kulturgeschichte“ können junge Besucher auf spielerische Art die Städelsche Sammlung entdecken und, von dieser inspiriert, selbst kreativ werden. Begleitet wird die Woche von einem umfassenden und zielgruppengerechten Vermittlungsangebot für alle Altersklassen.

„Seit dem Start der Bildungswoche 2013 haben bereits 15.402 Schülerinnen und Schüler unser einzigartiges Angebot wahrgenommen. Der Erfolg der Initiative – die über den freien Eintritt hinaus ein ebenfalls kostenloses und breit gefächertes Vermittlungsangebot im Museum bietet – ist für uns Anlass und Ansporn, die Erfolgsgeschichte von ‚Städel ohne Grenzen‘ fortzusetzen“, so Städel Direktor Philipp Demandt. Die Bildungswoche ist ein zentraler Baustein im Vermittlungskonzept des Städel und eine von mehreren Initiativen des Frankfurter Bürgermuseums zum kostenfreien Zugang zu Kunst und Kultur.

Für die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber, hat die Bildungswoche auch bei ihrer fünften Auflage nichts an Attraktivität verloren: „Zwischen dem Städel Museum und der Frankfurter Volksbank bestehen viele Gemeinsamkeiten. Wir sind beide in unserer Region tief verwurzelt und mit unseren gemeinsamen Werten den hier lebenden Menschen eng verbunden. Es ist daher für uns auch im fünften Jahr ein besonderes Anliegen und Teil unserer gelebten gesellschaftlichen Verantwortung, Kindern, Jugendlichen und deren Familien so die Möglichkeit zu eröffnen, unsere kulturelle Geschichte und die großartigen Angebote des Städels auf besondere Art und Weise kennenzulernen.“

Dieses Jahr steht bei der Bildungswoche das Entdecken und Eröffnen neuer Sichtweisen im Fokus. Gemeinsam mit jungen Kunstvermittlern erschließen die Teilnehmer zentrale Werke aus allen Sammlungsbereichen – von den Alten Meistern über die Kunst der Moderne bis hin zur Gegenwart. An Wissensstationen werden Inhalte altersgerecht vermittelt und im Dialog erarbeitet. So lernen die Teilnehmer etwas über die dramatische Bildsprache bei Rembrandt, die fantasievollen Bildwelten der Surrealisten oder die Verwendung von Fotografie in der Malerei bei der zeitgenössischen Künstlerin Corinne Wasmuht.

Bei den Workshop-Angeboten für verschiedene Altersstufen findet eine praktische künstlerische Auseinandersetzung vor dem Original statt. Ziel dabei ist ein handlungsorientiertes Lernen, die kreative Auseinandersetzung mit Kunst sowie eine praktische Vertiefung von Kenntnissen und Fähigkeiten. Ausgewählte Werke von Künstlern wie Poussin, Kirchner, Chagall oder Glöckner regen die Teilnehmer zur eigenen Gestaltung an. Das Themenspektrum reicht hierbei von Naturphänomenen in der Malerei bis zur Erstellung von Papierskulpturen. Ein weiteres Angebot während der Bildungswoche ist ein Quiz, das auf spielerische Art durch die Sammlung des Städel führt.

Ihren Abschluss und zugleich Höhepunkt findet die Bildungswoche am 2. Juli 2017 mit einem Familiensonntag: Alle teilnehmenden Schul-, Kita- und Hortkinder erhalten einen exklusiven Eintrittsgutschein, der sie und ihre Familien für diesen Tag zum kostenfreien Museumsbesuch einlädt. So können die Kinder ihren Eltern zeigen, was sie in der Woche zuvor alles erlebt haben. Zudem gibt es auch an diesem Tag ein umfangreiches Vermittlungsprogramm mit Führungen, Workshops und einer Märchenreise.

Das gesamte Programm der Bildungswoche finden Sie auf unserer Website unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche. Unterstützt wird die Bildungswoche durch die Frankfurter Volksbank. Schulklassen, Kita- und Hortgruppen können sich auf der Website www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche bzw. unter info@staedelmuseum.de für die Bildungswoche anmelden. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen.

MUSEUM ALS AVANTGARDE, Vortrag im Städel Museum anlässlich 100. Geburtstag des Deutschen Museumsbundes

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Frankfurt am Main, 10. Mai 2017.  Vor genau 100 Jahren wurde der Deutsche Museumsbund auf einer Tagung im Städel Museum gegründet. Am 23. Mai 1917 versammelten sich 22 Museumsdirektoren in Frankfurt am Main, um einen Zusammenschluss der Museen für Kunst- und Kulturgeschichte zu erwirken. Über die Gründung des Deutschen Museumsbundes und die Demokratisierung des Kunstmuseums spricht Dr. Jana Baumann am 17. Mai 2017 um 19 Uhr in einem Vortrag im Städel Museum. Im Anschluss an den Vortrag im Metzler-Saal des Museums werden Kurzführungen durch die Städelsche Sammlung angeboten. Der Eintritt zu der vom Städelschen Museums-Verein ermöglichten Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Gründung des Deutschen Museumsbundes vor 100 Jahren fand auf Einladung des damaligen Städel-Direktors Georg Swarzenski (1876-1957) statt und bezweckte die zukünftige Gewährleistung von wissenschaftlicher und künstlerischer Freiheit. Damit einher ging eine visionäre Debatte zu den Herausforderungen und der Verantwortung des Kunstmuseums gegenüber einer breiten Bevölkerung. Es wurden zentrale Impulse gesetzt, die eine innovative Sammlungs-, Präsentations- und Vermittlungspolitik forcierten. Die Folge war die Herausbildung neuartiger musealer Strategien und eines Museumstypus für die Kunst des 20. Jahrhunderts – der unter anderem als Vorbild für die Gründung des New Yorkers Museum of Modern Art (MoMA) im Jahre 1927 diente.

Jana Baumann spricht in ihrem Vortrag über diese folgenreiche Phase der deutschen Kulturgeschichte, die – obwohl weitgehend in Vergessenheit geraten – den musealen Umgang mit der zeitgenössischen Kunst bis heute maßgeblich prägt.

Im Anschluss an den Vortrag finden um 20.15 Uhr zwei Kurzführungen in den Sammlungsbereichen Kunst der Moderne und Gegenwartskunst mit den Themen „Kunst der Avantgarde“ und „Neue Kunst fordert neue Präsentationen“ statt.

Jana Baumann wurde 2015 an der Universität Bonn promoviert. Von 2014 bis 2016 arbeitete sie als wissenschaftliche Volontärin in der Abteilung Gegenwartskunst am Städel Museum. Dort ist sie seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin, hat an der Sammlungsentwicklung und den Ausstellungen zu John Baldessari sowie zur Fotografie der Becher-Klasse als Ko-Kuratorin mitgewirkt. Kürzlich erschien ihre Publikation „Museum als Avantgarde. Museen moderner Kunst 1918-1933“ im Deutschen Kunstverlag, Berlin.

Der Deutsche Museumsbund e.V. mit Sitz in Berlin wurde 1917 gegründet und ist die bundesweite Interessenvertretung der deutschen Museen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er hat derzeit rund 3.200 Mitglieder, darunter Museen aller Größen und Sparten. Sein Jubiläum feiert der Verband gerade mit einem Festakt und einer Tagung in Berlin (www.museumsbund.de).

MUSEUM ALS AVANTGARDE: EINE VISION WIRD WIRKLICHKEIT
MITTWOCH, 17. MAI 2017, 19.00 UHR
Vortrag von Dr. Jana Baumann mit anschließenden Kurzführungen in den Sammlungsbereichen Kunst der Moderne und Gegenwartskunst

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de
Telefon: +49(0)69-605098-200
Ort: Metzler-Saal, Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Anmeldung: Nicht erforderlich
Eintritt: kostenfrei

GESCHLECHTERKAMPF. FRANZ VON STUCK BIS FRIDA KAHLO ab 24.Nov. 2016 im Städel Museum Frankfurt

Ausschnitt aus: Lovis Corinth (1858–1925), Salome II, 1899/1900. Die biblische Gestalt Salome galt als Inkarnation weiblicher Grausamkeit und Sinnbild purer Erotik und inspirierte Literaten, Musiker und Künstler immer wieder zu neuen sinnlichen Darstellungen. Zu seinem Bild Salome II, welches die laszive Prinzessin Salome befriedigt auf das abgeschlagene Haupt des Heiligen Apostels Johannes schauen lässt, inspirierte Corinth das Finale von Oscar Wildes Schauspiel Salome (1893). Foto: Diether v. Goddenthow
Ausschnitt aus: Lovis Corinth (1858–1925), Salome II, 1899/1900. Die biblische Gestalt Salome galt als Inkarnation weiblicher Grausamkeit und Sinnbild purer Erotik und inspirierte Literaten, Musiker und Künstler immer wieder zu neuen sinnlichen Darstellungen. Zu seinem Bild Salome II, welches die laszive Prinzessin Salome befriedigt auf das abgeschlagene Haupt des Heiligen Apostels Johannes schauen lässt, inspirierte Corinth das Finale von Oscar Wildes Schauspiel Salome (1893). Foto: Diether v. Goddenthow

 

In i einer umfassenden Sonderausstellung widmet sich das Frankfurter Städel Museum vom 24. November 2016 bis 19. März 2017 einem zeitlosen Thema: der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Darstellung in der Kunst. „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Anhand von über 150 Werken zeigt die Ausstellung, wie kontrovers Künstlerinnen und Künstler der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film behandelten: Manche führten dem Publikum in ihren Werken überzogene Charaktereigenschaften der Geschlechter vor Augen oder untermauerten stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Klischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Die Geschlechterdifferenz – basierend auf einer traditionellen Assoziation von männlich und weiblich mit Begriffen wie aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur, Staat/Familie – wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer stärker herausgearbeitet und hat nicht nur die ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen, sondern auch die Kunst maßgeblich geprägt. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Claude Cahun wichtige Positionen in Bezug auf diese Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte wie Hannah Höch, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix oder Frida Kahlo gezielt kunsthistorische Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Arbeiten von Leonor Fini, John Collier oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiv geführten Diskussionen um die Rollen von Frau und Mann bietet das Ausstellungsprojekt einen differenzierten Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines bis heute hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.

Die Ausstellung wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert und erfährt zusätzliche Unterstützung von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung. „Unser Ausstellungshöhepunkt zum Jahreswechsel widmet sich einem Sujet, das in der Kunst der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts besonders präsent war: die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen. Das groß angelegte Projekt macht es sich zur Aufgabe, ebenso brillante wie prägnante künstlerische Werke zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Wie es die unterschiedlichen Positionen in der Schau verdeutlichen, hat das Hinterfragen der Konstruktion männlicher und weiblicher Identität bis heute nichts an Aktualität verloren“, kommentiert Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.


Aufbau der Ausstellung

In insgesamt zwölf Abschnitten zeigt die Ausstellung zentrale Aspekte der künstlerischen Beschäftigung mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern in einer neuen motivischen Bandbreite auf. Von den mythologischen Darstellungen Gustave Moreaus bis hin zu den fantastischen Bildfindungen des Surrealismus stellt die Präsentation sich wandelnde männliche und weibliche Rollenbilder in der Kunst der Moderne in den Fokus und betrachtet deren Entwicklung vor dem Hintergrund umfassender historischer und sozialer Veränderungen: vom Beginn der Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Geschlechterdebatten und Sexualkontroversen der Weimarer Republik bis hin zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Charles Gleyre (1806 - 1874) Pentheus verfolgt von den Mänaden 1864.  König Pentheus aus Theben wird, nachdem er als Voyeur der Mänaden (weibliches Gefolge des Dionysos, Gott des Rausches) entdeckt wurde, von der erzürnten Weiblichkeit bis zu Tode gehetzt (die Geier in der oberen Bildmitte symbolisieren seinen Tod).Foto: Diether v. Goddenthow
Charles Gleyre (1806 – 1874) Pentheus verfolgt von den Mänaden 1864. König Pentheus aus Theben wird, nachdem er als Voyeur der Mänaden (weibliches Gefolge des Dionysos, Gott des Rausches) entdeckt wurde, von der erzürnten Weiblichkeit bis zu Tode gehetzt (die Geier in der oberen Bildmitte symbolisieren seinen Tod).Foto: Diether v. Goddenthow

Der chronologisch gespannte Bogen erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses, wobei die thematische Präsentationsfolge von insgesamt fünf monografischen Ausstellungskapiteln unterbrochen wird. Diese widmen sich Künstlerinnen und Künstlern, in deren Werk das Thema des Geschlechterkampfes einen herausragenden Stellenwert einnimmt: Franz von Stuck, Jeanne Mammen, Félicien Rops, Edvard Munch und Lee Miller. Kuratiert wird die Ausstellung von Felicity Korn und Dr. Felix Krämer. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass sowohl männliche als auch weibliche künstlerische Positionen in der Ausstellung vertreten sind, um die konfliktreiche Beziehung zwischen den Geschlechtern von beiden Seiten beleuchten zu können. Allerdings haben deutlich weniger Künstlerinnen das Thema behandelt – vor allem im 19. Jahrhundert –, was natürlich auch auf ihre Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Die in der Präsentation gezeigten Werke von Frauen sind umso spannender, denn erstaunlicherweise reagierten Künstlerinnen häufig mit Ironie und Humor auf die Thematik – obwohl sie selbst direkter vom Geschlechterkampf betroffen waren“, so Felicity Korn.

„Mit unserer Ausstellung möchten wir zur Beschäftigung mit dem Thema des Geschlechterkonflikts anregen und einen historischen Einblick in ein komplexes Themenfeld bieten. Die Ausstellung knüpft an den Erfolg der ‚Schwarzen Romantik‘- Präsentation an, mit der wir 2012 im Städel Museum bereits ein aktuelles Thema, das gesellschaftliche Tendenzen aufgreift, kunsthistorisch in den Blick genommen haben. Während die Nachkriegsgeschichte des Geschlechterkampfes gut dokumentiert und vielen Zeitgenossen präsent ist, gilt dies nicht in gleichem Maße für deren Vorgeschichte. Für viele Künstler der Moderne war der Geschlechterkampf ein Lebensthema“, ergänzt Felix Krämer.

Den historischen Ausgangspunkt der „Geschlechterkampf“-Ausstellung bildet die sich während des 19. Jahrhunderts über ganz Europa ausbreitende Forderung nach sozialer Gleichstellung von Mann und Frau, angeführt von der weiblichen Emanzipationsbewegung. Erstmals wurden weibliche und männliche Rollenbilder in der breiten Öffentlichkeit diskutiert – eine Debatte, die ab den 1860er-Jahren auch in den bildenden Künsten ihre Spuren hinterließ.

Ausstellungsparcours
Ausstellungsansicht "Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo" Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungsansicht „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ Foto: Diether v. Goddenthow

Der Ausstellungsparcours beginnt mit einem einführenden Abschnitt zu Adam und Eva, der biblischen Urgeschichte des Geschlechterkonflikts. Ende des 19. Und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden vielfältige Darstellungen des ersten Menschenpaares, die bereits auf die künstlerische Bandbreite in der Beschäftigung mit dem Thema verweisen. Zu sehen sind prägnante Werke von Franz von Stuck, Julius Paulsen oder Suzanne Valadon, für deren Adam ihr zwanzig Jahre jüngerer Partner André Utter Modell gestanden hat.

Parallel zum gesellschaftlichen Erstarken der Frau finden sich in der Kunst des Fin de Siècle Darstellungen, welche die Schuld der Ursünde und die Verführungskünste der Frau hervorheben. So gewann die künstlerische Beschäftigung mit der destruktiven, ins Verderben führenden Weiblichkeit zunehmend an Bedeutung, wobei die den Mann erniedrigende Femme fatale (franz.: Unheil bringende Frau) als zentrale Projektionsfläche sowohl für männliche Ängste als auch für sexuelle Begierden diente. Viele in erster Linie männliche Künstler sahen in der nach Gleichberechtigung strebenden Frau eine essenzielle Bedrohung. In ihren Werken stilisierten sie das weibliche Geschlecht zur Figur des Bösen, das seine sexuellen Reize gezielt zur Entmachtung des Mannes einsetzt. Starke biblische Charaktere wie Salome, Judith und Delila erreichten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Kultstatus und wurden von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern verarbeitet, darunter

 

Gustave Moreau, Jean Benner, Lovis Corinth oder Aubrey Beardsley.

Raum: "Im Bann der sphinx"  der Ausstellung "Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo" Foto: Diether v. Goddenthow
Raum: „Im Bann der sphinx“ der Ausstellung „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ Foto: Diether v. Goddenthow

Das aufkommende Fach der Sexualforschung revolutionierte zur Jahrhundertwende die bürgerliche Auffassung von klar getrennten Geschlechterrollen und stellte Aspekte wie sexuelle Instinkte und Vorlieben zur öffentlichen – jedoch fast ausschließlich von Männern geführten – Diskussion. Künstler wie Alfred Kubin, Thomas Theodor Heine oder Félicien Rops griffen nicht länger auf mythologische und biblische Figuren zurück, sondern visualisierten stereotype Eigenschaften der Geschlechter in exaltierten Bildideen. Zu dieser Zeit finden sich zudem vermehrt Darstellungen, in denen die Frau als hilfloses Opfer erscheint, das dem Mann, der seine sexuelle und gesellschaftliche Macht über sie ausübt, vollkommen ausgeliefert ist. Ein in der Ausstellung vertretenes eingängiges Beispiel ist Emmanuel Frémiets Skulptur Gorilla, eine Frau raubend (1887), die als Inspiration für Merian C. Coopers knapp fünfzig Jahre später entstandenen berühmten Film King Kong und die weiße Frau (1936) diente.

Eine ganz andere Perspektive bildet das hier erstmals ausgestellte Frühwerk Jeanne Mammens, dem ein monografisches Ausstellungskapitel gewidmet ist. Die Künstlerin befasste sich intensiv mit der fantastischen Gedanken- und Traumwelt des literarischen Symbolismus. Dabei schuf sie eine Werkserie zu Gustave Flauberts Die Versuchung des heiligen Antonius (1874) sowie mehrere Darstellungen starker Frauenfiguren, darunter Medusa und Salome. Ein weiterer Künstler, in dessen Oeuvre die Thematik des Geschlechterkampfs einen besonderen Stellenwert einnimmt und dem hier ein Kapitel gewidmet wird, ist Edvard Munch. Der Norweger thematisierte in seinen Bildern die Ambivalenz in der Beziehung zwischen den Geschlechtern und verband Erotik und Liebe häufig mit Schmerz und Tod. Dabei bringt er den Betrachter oftmals in die Position des männlichen Voyeurs und Liebhabers, welcher der körperlichen Anziehungskraft der Frau zum Opfer fällt.

Im freiheitlichen Klima der Weimarer Republik eröffneten Amüsierbetriebe, Nacktbars und Transvestitenlokale, in denen Großstadtbewohner versuchten, die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit sinnlichem Vergnügen zu verdrängen.

Damit einhergehend konzentrierte sich das künstlerische Interesse auf Sujets wie Lustmord, sexuelle Gewalt und Prostitution. Männliche Vertreter der Neuen Sachlichkeit wie Otto Dix, Heinrich Maria Davringhausen und Karl Hubbuch zeigten auf grausamste Weise zerstörte weibliche Körper als Fetischobjekte. Mit dieser neuen Drastik verlagerten die Künstler ihren Fokus auf die Wiedergabe menschlicher Abgründe sowie des sozial Randständigen, was als Hinweis auf die Verrohung des sozialen Klimas und als Metapher für das krankende politische System verstanden wurde.

Das Interesse an Sexualverbrechen war genreübergreifend. Frank Wedekinds Drama Lulu. Erdgeist / Die Büchse der Pandora diente etwa Georg Wilhelm Pabst als Vorlage für seinen Film Die Büchse der Pandora (1928/29). In beiden Versionen fällt Lulu dem Mörder Jack the Ripper zum Opfer. Künstlerinnen und Künstler aus dem Umkreis der Berliner Dada-Bewegung wie Hannah Höch oder Hans Bellmer konfrontierten das Publikum mit skandalträchtigen Bildern von entstellten, mechanisierten oder monströsen Figuren, dies jedoch vor allem, um Kritik an der bürgerlichen Sexualmoral zu üben.

Neben derartigen radikalen Überzeichnungen fand das Thema der sogenannten „Neuen Frau“ Berücksichtigung. Im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg sahen sich die Frauen, die an der „Heimatfront“ an sozialer und beruflicher Selbstständigkeit und an Selbstbewusstsein gewonnen hatten, und die von den Kriegserfahrungen traumatisierten Männer mit neuen Rollenerwartungen konfrontiert. Als die Frauenbewegung mit dem Wahlrecht für Frauen im Jahr 1919 ein wichtiges Ziel auf dem Weg zur Erlangung politischer, sozialer und ziviler Bürgerrechte erreicht hatte, beförderte dies die weitere Herausbildung eines selbstsicheren und aktiven Frauentyps. Bildnisse von Otto Dix, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen oder Christian Schad spiegeln dieses neue gesellschaftliche Rollenverständnis wider.

Einen anders gelagerten Schwerpunkt setzten die Vertreter des Surrealismus um André Breton, Marcel Duchamp und Max Ernst, deren Kunst von einem libertären Verständnis von Sexualität und zugleich von einem Spiel mit bürgerlich geprägten geschlechtlichen Stereotypen bestimmt war. Angeregt von Sigmund Freuds psychoanalytischen Studien strebten viele Surrealisten die Überwindung der Grenzen zwischen den Geschlechtern an. Besonders interessierten sie sich für die Figur des Androgyns, eines mythologischen Zwitterwesens mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Der Androgyn symbolisierte für die Surrealisten sowohl die Überschreitung konventioneller Rollenbilder als auch die Synthese der beiden Geschlechter. Der surrealistische Einfluss spiegelte sich auch im Film wider. Künstler wie Maya Deren und Alexander Hamid, die den Pariser Surrealisten nahestanden, suchten nach geschlechtlicher Identität, wie in Meshes in the Afternoon von 1943.

Die Künstlerinnen im Kreis der Surrealisten waren vielfach darum bemüht, ihren männlichen Künstlerkollegen ein alternatives Frauenbild entgegenzusetzen. Einen filmischen Vorläufer gab es bereits 1906: Alice Guy hatte in ihrem Film Les Résultats du féminisme (Die Folgen des Feminismus) die Rollen von Mann und Frau auf komische Art vertauscht. Ebenso humorvoll spielte Meret Oppenheim später mit der weiblichen Rolle als passivem Lustobjekt, indem sie dem Betrachter ein Paar Stöckelschuhe wie einen Gänsebraten auf einem Tablett darbot, während Frida Kahlo mit ihrem Selbstbildnis als Der kleine Hirsch eine sehr persönliche und symbolgeladene Darstellung präsentierte.

GESCHLECHTERKAMPF. FRANZ VON STUCK BIS FRIDA KAHLO

Kuratoren: Felicity Korn (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 24. November 2016 bis 19. März 2017
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de

Ort:
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr,
montags geschlossen

Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–
18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr

Eintritt:
14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren;
Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.

Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist abrufbar unter geschlechterkampf.staedelmuseum.de.
Audiotour und Städel App: Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung. Sie führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von Constanze Becker und Felix Rech gesprochen (beide Schauspiel Frankfurt). Der Preis für einen Audioguide beträgt 4 Euro, der Preis für zwei Audioguides 7 Euro. Neben dem Verleih vor Ort kann die Audiotour auch bequem zu Hause auf die Städel App geladen werden. Die Städel App ist kostenfrei im Android und Apple Store verfügbar, der In-App-Kauf für gängige IOS und Android Smartphones kostet 1 Euro:
http://www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Geschlechterkampf und #Staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr und So 12.00 Uhr sowie am 26.12. und am 2.1. jeweils um 16.00 Uhr.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis von 16 Euro (Eintritt und
Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar.

catalog-coverKatalog: Zur Ausstellung erchien ein Katalog im Prestel Verlag mit 336 Seiten und ca. 400 Abbildungen, mit einem einleitenden Gespräch zwischen Felicity Korn, Felix Krämer und Rose-Maria Gropp, Essays von Andreas Beyer und Ute Frevert sowie Texten von Ingo Borges, Jo-Anne Birnie Danzker, Katharina Ferus, Miriam Halwani, Kristina Lemke, Nele Putz, Elena Schroll, Svetlana Svyatskaya, Melanie Ulz, Anne Vieth und Daniel Zamani sowie einem Vorwort von Philipp Demandt.
Deutsche Ausgabe / Englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe), 49,95 Euro regulärer Preis im Buchhandel.

Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.

Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung
Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Cicero –Magazin für politische Kultur
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn
Kulturpartner: hr2-kultur