Kategorie-Archiv: FernsehKrimi-Festival

Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises „Sörensen hat Angst“ am 27. Juni als Kinovorführung mit Hauptdarsteller und Regisseur Bjarne Mädel in Wiesbaden zu erleben

fernsehkrimifestival21Mit zwei Kinovorführungen von „Sörensen hat Angst“ (NDR) feiert das 17. Deutsche FernsehKrimi-Festival am 27. Juni den diesjährigen Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises in Wiesbaden. Hauptdarsteller und Regiedebütant Bjarne Mädel sowie Kameramann Kristian Leschner werden in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden erwartet.

„Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Bjarne Mädel sein Regiedebüt mit Publikum und Krimifans vor Ort in der Caligari FilmBühne feiern zu können. Damit möchten wir auch die Kunst des Kameramanns Kristian Leschner würdigen, dessen faszinierende Bildsprache definitiv auf eine große Kinoleinwand gehört“, gibt Festivalleiterin Cathrin Ehrlich bekannt.

Die NDR-Produktion „Sörensen hat Angst“ gewann beim 17. Deutschen FernsehKrimi-Festival, das bis 4. Juni online stattfand, nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den Publikumspreis.

Die Kinovorführungen von „Sörensen hat Angst“ finden am 27. Juni um 17.00 Uhr und noch einmal um 20.15 Uhr in der Caligari Filmbühne statt. Filmgespräche mit Schauspieler und Regisseur Bjarne Mädel sowie Kameramann Kristian Leschner sind für beide Vorführungen vorgesehen. Die Moderation übernimmt der Filmjournalist Knut Elstermann.

Der Film handelt von Hauptkommissar Sörensen, der mit einer Angststörung im Gepäck aus der Großstadt Hamburg in das friesische Katenbüll zieht. An dem tristen, verregneten Ort wartet gleich nach Dienstantritt ein Mordfall auf Sörensen: Bürgermeister Hinrichs sitzt im eigenen Pferdestall so tot wie die ganze Umgebung. Erste Blicke hinter die Kleinstadtkulisse zeigen dem Kommissar: Hier kann man es wirklich mit der Angst zu tun bekommen. Neben Bjarne Mädel als Sörensen sind Katrin Wichmann, Anne Ratte-Polle, Matthias Brandt, Peter Kurth, Leo Meier, Claude Heinrich u.a. in weiteren Rollen zu sehen.

Sonntag, 27. Juni 2021 / 17.00 Uhr und 20.15 Uhr
Filmvorführungen mit Filmgespräch
SÖRENSEN HAT ANGST
Caligari FilmBühne, Marktplatz 9, 65183 Wiesbaden

Karten können online unter www.wiesbaden.de/caligari,
bei der Tourist-Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden,
Tel: 0611 17 29-930, Mo–Sa 10.00–18.00 Uhr, So 10 – 15 Uhr,
sowie ab 16.6.21 an der Kinokasse täglich 16.30 – 20.30 Uhr
erworben werden.

Bjarne Mädels Regiedebüt „Sörensen hat Angst“ gewinnt den Deutschen FernsehKrimi-Preis, Sonderpreis für beste Krimi-Momente geht an das Ensemble von „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“, Darstellerpreise an Luise Heyer und Sascha Geršak

Die offizielle Verkündigung aller Preise des Deutschen FernsehKrimi-Festivals, Jurybegründungen, Ehrungen, Grußworte und Dankesreden wurden am Freitagabend, 4. Juni, ab 20 Uhr online auf der Website und dem YouTube-Kanal des Festivals veröffentlicht. Alle Festival-Videos, wie Filmgespräche mit Filmschaffenden, szenische Drehbuchlesungen und die Online-Preisverleihung stehen auch nach Festivalende kostenfrei auf www.fernsehkrimifestival.de zur Verfügung. Informationen zum Festival sind zudem unter www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival zu finden.

Der mit 1.000 Liter Wein dotierte Deutsche FernsehKrimi-Preis geht an die NDR-Produktion „Sörensen hat Angst“. Das Regiedebüt des Schauspielers und Hauptdarstellers Bjarne Mädel erzählt die ebenso tragikomische wie abgründige Geschichte um den angstgeplagten Hauptkommissar Sörensen, der aus dem lauten Hamburg in das vermeintlich ruhige friesische Katenbüll zieht und dort einen grauenvollen Fall aufzuklären hat. Neben dem „phantastischen Schauspielerensemble, komplexen Nebenfiguren, haarscharfen Dialogen und einer empathischen Kamera“, lobte die Jury die „beeindruckende Schauspiel- und Regieleistung von Bjarne Mädel, das tragikomische und geniale Drehbuch von Sven Stricker“ und ein „Stück unterhaltsame Fernsehgeschichte, das Spaß macht und uns Krimi fühlen lässt“. Neben Bjarne Mädel als Sörensen sind Katrin Wichmann, Anne Ratte-Polle, Matthias Brandt, Peter Kurth, Leo Meier, Claude Heinrich unter anderem in weiteren Rollen zu sehen, produziert wurde der Fernsehfilm von Claussen + Putz (Jakob Claussen), die Redaktion beim NDR übernahmen Christian Granderath und Philine Rosenberg.

Mit einem Sonderpreis für die besten Krimi-Momente zeichnet die Jury das gesamte Ensemble, stellvertretend Regisseurin Brigitte Maria Bertele, von „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“ (MDR) aus. Ausgezeichnet werden zwei herausragende (Verhör)Szenen, die „Gewalt in aller Rohheit und gleichzeitig mit psychologischer Feinheit“ offenlegen, so dass sie nicht mehr aus dem Kopf gingen, „nicht, weil sie Gewalt verherrlichen, sondern weil sie Gewalt als Mittel der Machtausübung in vielen Facetten freilegen, die uns allen nicht fremd sein dürften“, so die Jury in ihrer Begründung.

Den Preis für die beste Darstellerin erhält Luise Heyer für ihre herausragende schauspielerische Leistung als verzweifelte alleinerziehende Mutter, Hilfskraft und Serientäterin in „Polizeiruf 110 – Sabine“ (NDR). Beeindruckt hat die Jury, wie sie von der ersten Minute bis zum eindrucksvollen Showdown den Film trage, „ohne die Last der Figur auszustellen, ohne Mitleid beim Publikum zu heischen und mit der Kraft einer Figur, die endlich weiß, was sie zu tun hat, ob sie will, oder nicht“.

Mit dem Preis für den besten Darsteller wird Sascha Geršak für seine herausragende schauspielerische Leistung als Markus Wegner in „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“ (MDR) geehrt. Oft brauche es nicht viele Worte, „oft reichen Blicke und Gesten um die Zerrissenheit einer Figur zu zeigen, die nicht weiß, ob sie lieber prügeln oder kuscheln will. Die Rolle des sadistischen Gelegenheitsarbeiter gibt der Preisträger in virtuoser vermeintlicher ´Einfachheit´, plausibel und realistisch, ohne die ambivalente Figur jemals zu verraten“, so die Jury, zu der neben den Schauspielerinnen Gisa Flake und Eva Meckbach, der Investigativ-Reporter Yassin Musharbash und das Drehbuchautoren-Duo Stefan Hafner und Thomas Weingartner gehörten.

Bjarne Mädels Regiedebüt überzeugte auch die Jury der Leserinnen und Leser des Wiesbadener Kuriers, die den Publikumspreis ebenfalls an „Sörensen hat Angst“ (NDR) vergaben. „Überraschend positiv anders als auch facettenreich: hervorragende Darsteller, berührend, unterhaltsam, mitfühlend und ehrlich“ sei der Krimi, „humorvoll und zeitgleich zum Nachdenken anregend“.

Bereits zum zweiten Mal vergibt das Festival den Preis für die beste Krimi-Serie, in diesem Jahr an „Die Toten von Marnow“ (NDR/Degeto). „Starke, dramaturgische Momente und eine durchweg spannende Atmosphäre“ überzeugte die Jury der Studentinnen und Studenten, der Lina Caspary (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Vincent Ercolani (Hochschule Mainz), Lara Pfeifer (Hochschule RheinMain) und Niklas Rörig (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) angehörten.
Melanie Benedikter wird mit dem Preis für „Deutschlands spannendsten Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“ für ihr Exposé zu „Lola“ ausgezeichnet. Die Geschichte eines jungen, schwulen Kommissars, der tagsüber harter Cop, nachts eine glamouröse Drag-Queen ist, überzeugte die Jury, die sich aus Drehbuchautor und Regisseur Toby Chlosta, Schauspieler Jerry Kwarteng, Drehbuchautor Axel Melzener und Merle Rueffer von der HessenFilm und Medien zusammensetzte. Melanie Benedikter habe den „Grundkonflikt in spannende Charaktere gegossen, dramaturgisch geschickt aufgearbeitet und in eine effektive Struktur verpackt, die von Anfang bis Ende zu unterhalten weiß“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Preis beinhaltet ein Script Consulting und die Teilnahme am Pitch-Workshop der TOP: Talente Akademie für Film- und Fernsehdramaturgie im Herbst in Baden-Baden.

Mit dem Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals wurde der Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore ausgezeichnet. Geehrt wurde der Filmemacher für besondere Verdienste um den Fernsehkrimi, vor allem für den von ihm entwickelten Rostocker „Polizeiruf 110“, in dem er mit Charly Hübner als Alexander Bukow und Anneke Kim Sarnau als Katrin König eines der eindrucksvollsten und eigenwilligsten Kommissar-Duos des deutschen Fernsehens geschaffen und Fernsehgeschichte geschrieben habe, so die Jury in ihrer Begründung. Die Laudation erfolgte durch Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner im Rahmen der Online-Preisverkündigungen zum Abschluss des Festivals.

Die offizielle Verkündigung aller Preise, Jurybegründungen, Ehrungen, Grußworte und Dankesreden wurden am Abend des 4. Juni ab 20 Uhr online auf der Website und dem Youtube-Kanal des Festivals veröffentlicht.

Alle Festival-Videos wie Filmgespräche mit Filmschaffenden, szenische Drehbuchlesungen, die Online-Preisverleihung stehen auch nach Festivalende kostenfrei auf www.fernsehkrimifestival.de zur Verfügung.

Informationen zum Festival sind zudem unter www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival zu finden.

Übersicht über die Preisträgerinnen und Preisträger:

Deutscher FernsehKrimi-Preis
Sörensen hat Angst (NDR)
Regie: Bjarne Mädel / Buch: Sven Stricker / Kamera: Kristian Leschner / Schnitt: Benjamin Ikes / Casting: Nina Haun / Darstellerinnen und Darsteller: Bjarne Mädel, Katrin Wichmann, Leo Meier, Claude Heinrich, Anne Ratte-Polle, Matthias Brandt / Produktion: Claussen + Putz Filmproduktion (Jakob Claussen) / Redaktion: Christian Granderath (NDR), Philine Rosenberg (NDR)

Sonderpreis für Beste Krimi-Momente
Das Ensemble vor und hinter der Kamera, stellvertretend an Regisseurin Brigitte Maria Bertele, für „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“ (MDR)

Beste Darstellerin
Luise Heyer für ihre Rolle in „Polizeiruf 110 – Sabine“ (NDR)

Bester Darsteller
Sascha Geršak für seine Rolle in „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“ (MDR)

Publikumspreis des Wiesbadener Kuriers
Sörensen hat Angst (NDR)

Beste Krimi-Serie
Die Toten von Marnow (NDR/Degeto)

Drehbuch-Nachwuchspreis
Melanie Benedikter für ihr Exposé zu „Lola“

Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals
Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore

Das Festival im Internet:
www.fernsehkrimifestival.de und www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival
www.instagram.com/deutschesfernsehkrimifestival
www.facebook.com/fernsehkrimifestival
www.youtube.com Deutsches FernsehKrimi-Festival

Deutsches FernsehKrimi-Festival Wiesbaden feiert das Krimigenre vom 30. Mai bis 4. Juni mit kostenfreiem Online-Programm


Vom 30. Mai bis 4. Juni feiert das 17. Deutsche FernsehKrimi-Festival seine Wettbewerbe zum Fernsehkrimi online und hat zahlreiche prominente Filmschaffende wie Iris Berben, Anja Kling, Bjarne Mädel, Axel Prahl, Armin Rohde u.a. für Filmgespräche mit Knut Elstermann gewinnen können.

Mit einem umfangreichen Online-Programm lädt das 17. Deutsche FernsehKrimi-Festival sein Publikum, Filmschaffende und Krimifans dazu ein, das Festival unter www.fernsehkrimifestival.de kostenfrei zu besuchen.

Alle Links zu den Wettbewerbsfilmen und Serienfolgen sind bereits jetzt auf der Festivalwebsite. Für den Deutschen FernsehKrimi-Preis nominiert sind: „Polizeiruf 110 – Sabine“(NDR), „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“(MDR), „Tatort – Unklare Lage“ (BR), „In Wahrheit – In einem anderen Leben“ (ZDF/ARTE), „Nicht tot zu kriegen“ (ZDF), Jubiläums-Doppelfolge „Tatort – In der Familie“ 1+2 (BR/WDR), „Tatort – Das ist unser Haus“ (SWR), „Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht“ (ZDF/ARTE), „Tatort – Limbus“ (WDR) und „Sörensen hat Angst“ (NDR). Nominiert für den Serienwettbewerb „Folgenschwer“ sind: „Die Toten von Marnow“ (NDR/DEGETO), „Unbroken“ (ZDFNEO), „Katakomben“ (JOYN), „Das Geheimnis des Totenwaldes“ (NDR/DEGETO) und „Schatten der Mörder – Shadowplay“ (ZDF).

Ab dem 1. Juni werden Filmgespräche zu allen zehn Wettbewerbsnominierungen freigeschaltet. Sie wurden mit den Schauspieler*innen Iris Berben, Anja Kling, Bjarne Mädel, Axel Prahl, Laura Tonke und Armin Rohde sowie den Regisseur*innen Pia Strietmann und Stefan Schaller, dem Drehbuchautor Bernd Lange sowie der Produzentin Franziska Specht geführt. Die Moderation übernahm Knut Elstermann.

Ab dem 31. Mai gehen im Rahmen des Serienwettbewerbs „Folgenschwer“ Videos zu „Kurz gefragt …“ von den Schauspieler*innen Lilly Charlotte Dreesen, Mala Emde, Sascha Geršak, Özgür Karadeniz und Karoline Schuch online.
Neue Wege geht das Festival mit dem Nachwuchs-Drehbuchwettbewerb: Erstmals werden die vier Texte der nominierten Drehbuchautor*innen in szenischen Lesungen von dem Schauspieler Florian Bartholomäi in über zehn Rollen interpretiert und sind ab dem 31. Mai ab 9 Uhr auf der Website und dem Youtube-Kanal des Festivals freigeschaltet.

Der krönende Abschluss, die Preisverleihung des 17. Deutschen FernsehKrimi-Festivals, wird am 4. Juni um 20 Uhr mit allen Preisen, Ehrungen und Grußworten auf der Website und dem Youtube-Kanal des Festivals veröffentlicht.

ONLINE-PROGRAMM im Überblick
www.fernsehkrimifestival.de und www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival

SONNTAG, 30. MAI 2021 ab 9 Uhr
Grußwort von Festivalleiterin Cathrin Ehrlich
Trailer zum Ehrenpreis an Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore

Wettbewerb, alle nominierten Fernsehkrimis als Links zu den Sender-Mediatheken: „Polizeiruf 110 – Sabine“(NDR), „Polizeiruf 110 – Der Verurteilte“(MDR), „Tatort – Unklare Lage“ (BR), „In Wahrheit – In einem anderen Leben“ (ZDF/ARTE), „Nicht tot zu kriegen“ (ZDF), Jubiläums-Doppelfolge „Tatort – In der Familie“ 1+2 (BR/WDR), „Tatort – Das ist unser Haus“ (SWR), „Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht“ (ZDF/ARTE), „Tatort – Limbus“ (WDR) und „Sörensen hat Angst“ (NDR)

Serienwettbewerb „Folgenschwer“, alle nominierten Serien als Links zu den Sender-Mediatheken: „Die Toten von Marnow“ (NDR/DEGETO), „Unbroken“ (ZDFNEO), „Katakomben“ (JOYN), „Das Geheimnis des Totenwaldes“ (NDR/DEGETO) und „Schatten der Mörder – Shadowplay“ (ZDF).

MONTAG, 31. MAI 2021 ab 9 Uhr

Serienwettbewerb: „Kurz gefragt …“ mit Online-Videos von den Serienschauspieler*innen Lilly Charlotte Dreesen, Mala Emde, Sascha Geršak, Özgür Karadeniz und Karoline Schuch.

Nachwuchs-Drehbuchwettbewerb: vier Videos von szenische Drehbuch-Lesungen mit Schauspieler Florian Bartholomäi in über zehn Rollen.

DIENSTAG, 1. JUNI 2021 ab 9 Uhr

Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis

Video-Filmgespräche zu den nominierten Wettbewerbsfilmen mit den Schauspieler*innen Iris Berben, Anja Kling, Bjarne Mädel, Axel Prahl, Armin Rohde, Laura Tonke, dem Drehbuchautor Bernd Lange, den Regisseur*innen Stefan Schaller und Pia Strietmann sowie Produzentin Franziska Specht. Moderation: Knut Elstermann

FREITAG, 4. JUNI 2021

ab 20.00 Uhr: Preisverleihung des 17. Deutschen FernsehKrimi-Festivals
Verkündung aller Preise, Gewinner*innen und Jurybegründungen inkl. Laudation für den Ehrenpreisträger Eoin Moore von Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner. Moderation: Knut Elstermann, Cathrin Ehrlich

Das Festival im Internet
www.fernsehkrimifestival.de und www.wiesbaden.de/fernsehkrimifestival
www.instagram.com/deutschesfernsehkrimifestival
www.facebook.com/fernsehkrimifestival
www.youtube.com Deutsches FernsehKrimi-Festival

Deutsches FernsehKrimi-Festival auf den Frühsommer 2021 verlegt

Archivbild: © Diether v. Goddenthow
Archivbild: © Diether v. Goddenthow

Das 17. Deutsche FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden wird 2021 aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie vom März in den Frühsommer verschoben. Neuer Termin ist der 30. Mai bis 4. Juni.

„Angesichts steigender Infektionszahlen und des anhaltenden Lockdowns möchten wir ebenso realistisch wie verantwortungsbewusst planen“, so Cathrin Ehrlich, die das Festival seit 2014 leitet. „Nun freuen wir uns umso mehr, den Fernsehkrimi erstmals im Frühsommer feiern zu können – hoffentlich als Präsenzfestival im Kino und mit der Begegnung zwischen Filmgästen und Publikum. Bis dahin entwickeln wir ein spannendes Programm und vor allem ein gut durchdachtes Hygienekonzept.“

Der Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2021 wurde von der Vorjury am 8. Dezember 2020 festgelegt und wird im März verkündet. Sender und Produktionsfirmen konnten sich bis zum 9. November 2020 mit aktuellen Krimiproduktionen bewerben. Trotz erschwerter Drehumstände reichten insgesamt zwölf Sender 44 Fernsehkrimis ein. Zehn davon konkurrieren um den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2021 und werden während des Festivals präsentiert.

Noch bis einschließlich Freitag, 9. April 2021, können sich nicht am Markt etablierte Autorinnen und Autoren mit ihren Stoffideen zum Thema „Tatmotiv? Vielfalt!“ um den Titel „Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“ bewerben. Der Wettbewerb, vom Festival gemeinsam mit HessenFilm und Top:Talente ausgerufen, setzt sich auch in seinem fünften Jahr für die Förderung des Nachwuchses ein.

Aktuelle Informationen zum Festival gibt es unter www.fernsehkrimifestival.de.

AUSFALL der Lesung von Zoë Beck am 8.3. – Neuer Termin ist am 29.3.

Die für Sonntag, 8. März, geplante Lesung von Zoë Beck im Polizeipräsidium Westhessen muss leider krankheitsbedingt abgesagt werden. Nachgeholt wird die Lesung von Zoë Becks Kurzkrimi „Wie die Spielbank baden ging“ am Sonntag, 29. März, um 19.30 Uhr nach wie vor im Polizeipräsidium Westhessen. Gerwig Epkes moderiert die Veranstaltung wie angekündigt. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch bei der Wiesbaden Tourist Information (Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden) erstattet werden.

Der Wiesbadener KrimiMärz 2020 läuft noch bis zum 29. März an vielen Spielorten in ganz Wiesbaden. Das komplette Programm sowie alle Infos zu Tickets und Vorverkauf sind unter www.wiesbaden.de/krimimaerz und in der ausliegenden Programmbroschüre zu finden.

Barbara Auer und Matthias Brandt erhalten Ehrenpreis zur Eröffnung des 16. Deutschen FernsehKrimi-Festivals in Wiesbaden vom 1. bis 8.März 2020

DFKF20_Logo16. Deutsches FernsehKrimi-Festival mit Ehrenpreis an Barbara Auer und Matthias Brandt, prominenten Gästen und neuem Krimi-Serienwettbewerb

Während  der Wiesbadener Krimi-Stipendiat und Autor Max Annes den Wiesbadener KrimiMärz bereits am 27.02.2020  eröffnet, startet  komplementär dazu das 16. Deutsche Fernsehkrimifestival am 1. März 2020  in der Filmbühne Caligari: Um 17 Uhr Foyer mit einer Vernissage der Foto-Ausstellung „Die Macht der Hände“ von Heidi Schade. Hier geht es unter anderem  um Täterhände, Fingerabdrücke usw. Ab 18 Uhr wird im Kino zum zweiten Mal der  Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals verliehen. Er geht in diesem Jahr an  Barbara Auer und Matthias Brandt für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen in den „Polizeiruf 110“-Folgen „Kreise“, „Wölfe“ und „Tatorte“.

Auer  und Brandt spielen in den von Christian Petzold inszenierten Folgen ein Ermittlerduo und fragiles Liebespaar, das in einer düsteren Welt „trotz allem der menschlichen Sehnsucht eine Stimme verleiht“. Die drei gemeinsamen TV-Auftritte seien unvergesslich und „Kriminalfilme in Vollendung“, so die Jury in ihrer Begründung. „Es freut mich ganz besonders, ein so herausragendes Schauspiel-Duo in Wiesbaden zu ehren und den noch jungen Ehrenpreis so hochrangig etabliert zu haben. Die konstant hohe Anzahl von Einreichungen für den Wettbewerb zeigt auch: der Deutsche FernsehKrimi-Preis ist und bleibt eine begehrte Auszeichnung in der Branche“, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Neu in diesem Jahr ist der Krimi-Serienwettbewerb „Folgenschwer“ am 2. März, weswegen das Deutsche FernsehKrimifestival flux um einen Tag verlängert  wurde.

Traditionell beginnt  der Film-Wettbewerb  mit einer Premiere, in diesem Jahr am 3. März  von „Tatort – Die Guten und die Bösen“ (HR), u.a. in Anwesenheit der Schauspieler Isaak Dentler, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé, Drehbuchautor David Ungureit und der Regisseurin Petra K. Wagner.

Der Überblick im Einzelnen

 Krimi-Serienwettbewerb 

Erstmals sucht das Festival 2020 im Krimi-Serienwettbewerb „Folgenschwer“ nach der besten Krimi-Serie des Jahres. Nominiert sind „23 Morde“ (SAT.1/JOYN), „Der Pass“ (SKY), die finale Staffel „4 Blocks“ (TNT SERIE), „Die verlorene Tochter“ (ZDF) sowie Staffel drei von „Babylon Berlin“ (X FILME/ARD DEGETO/SKY/WDR/BETA FILM). Am 2. März ab 16.30 Uhr laufen ausgewählte Folgen in der Caligari FilmBühne, zum Gespräch werden u.a. Regisseur Özgür Yıldırım und Drehbuchautor Christian Jeltsch erwartet. Eine Jury von Studierenden aus Hochschulen und Universitäten der Rhein-Main-Region votet für die beste Produktion.

Tatort-Premiere am 3. März zum Wettbewerbsauftakt

Am 3. März um 20 Uhr startet der Wettbewerb mit der Premiere von „Tatort – Die Guten und die Bösen“ (HR), zu der die Schauspieler Isaak Dentler, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé sowie die Regisseurin Petra K. Wagner, der Drehbuchautor David Ungureit und die Redakteurin Liane Jessen erwartet werden. In der HR-Produktion ist die 2019 verstorbene Hannelore Elsner in einem ihrer letzten Fernsehauftritte zu sehen. Unter der Regie von Petra K. Wagner stoßen Margarita Broich und Wolfram Koch als Frankfurter Ermittlerteam Anna Janneke und Paul Brix im Rahmen ihrer Ermittlungen auf immer neue Fragen, die ihre eigene Arbeit betreffen und ihr Selbstverständnis als Polizisten erschüttern: Ein Mann wurde offenbar ermordet und dann gefoltert. Polizeihauptmeister Ansgar Matzerath legt noch vor Ort ein Geständnis ab. Er habe die Tat begangen, weil der Mann vor sieben Jahren seine Frau entführt und vergewaltigt habe. Sagt Matzerath die Wahrheit, ist er wirklich der Täter? Und was weiß die längst pensionierte Kommissarin (Hannelore Elsner in einem ihrer letzten Fernsehauftritte), die den Fall damals bearbeitet und nie aufgelöst hat? Nach der Vorführung begrüßt Moderator Knut Elstermann im Filmgespräch die Schauspieler*innen Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Isaak Dentler, Dennenesch Zoudé, die Regisseurin Petra K. Wagner, den Drehbuchautor David Ungureit und die Produzentin Liane Jessen vor Ort in Wiesbaden.

Aus 68 Einsendungen gelangten insgesamt zehn TV-Produktionen in den Wettbewerb ; darunter mit „Das Gesetz sind wir“ (ZDF), „Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn“ (BR) und der NDR-Produktion „Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen“ drei weitere Premieren.

Zum 50. Geburtstag des Tatorts sind auch vier Produktionen des traditionsreichen Formats beim Festival dabei. Im 30. Jahr der deutschen Einheit sind Fernsehkrimis von Sendern aus nahezu allen Regionen Deutschlands im Wettbewerb vertreten. Neben Produktionen von ZDF, ARTE, SAT.1., NDR, BR, MDR und HR auch vom ORF. Die Werke zeigen – häufig anhand von Einzelschicksalen – eine große Bandbreite lokaler wie emotionaler Beziehungsgeflechte in der deutschen Gesellschaft.
„Die zehn ausgewählten Filme sind starke, emotionale Werke, die ein aufregendes Kaleidoskop des Landes aufzeigen, und in denen Lokalkolorit immer wieder durchdringt. Sie lassen die Zuschauer*innen auf das Schicksal der Menschen blicken, egal ob im beruflichen, familiären oder gesellschaftlichen Umfeld.
Ich freue mich darauf, gute Krimis auf großer Leinwand zu sehen, anregenden Gesprächen mit den Filmgästen des Festivals zu lauschen, und lade alle Krimifans ebenfalls sehr herzlich dazu ein“, so Axel Imholz.
Die Wettbewerbsfilme des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2020:

Dienstag, 3. März 2020, 20.00 Uhr – Eröffnung/Premiere
Tatort – Die Guten und die Bösen
HR
Regie: Petra K. Wagner, Buch: David Ungureit
mit Margarita Broich, Wolfram Koch, Peter Lohmeyer, Dennenesch Zoudé, Isaak Dentler,
Hannelore Elsner, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 9.30 Uhr – Schulvorstellung/Premiere
Das Gesetz sind wir
ZDF
Regie: Markus Imboden, Buch: Holger Karsten Schmidt mit Julia Koschitz, Aljoscha Stadelmann, Bernadette Heerwagen, Heiner Stadelmann, Michael Wittenborn, Marc Hosemann, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 12.00 Uhr
Tatort – Das Nest
MDR
Regie: Alex Eslam, Buch: Erol Yesilkaya
mit Karin Hanczewski, Cornelia Gröschel, Martin Brambach, Allessandro Schuster, Peter Trabner, Uwe Preuss u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 16.30 Uhr
Tage des letzten Schnees
ZDF
Regie: Lars-Gunnar Lotz, Buch: Nils-Morten Osburg nach dem Roman von Jan Costin Wagner
mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel, Barnaby Metschurat, Victoria Mayer, Mercedes Müller, Victoria Trauttmansdorff, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 19.00 Uhr – Premiere
Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn
BR
Regie: Christopher Schier, Buch: Stefan Hafner, Thomas Weingartner
mit Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec, Ferdinand Hofer, Laura Tonke, Lenn Kudrjawizki, Victoria Mayer, u.a.

Mittwoch, 4. März 2020, 21.15 Uhr
Todesfrist – Nemez und Sneijder ermitteln
SAT.1
Regie: Christopher Schier, Buch: Verena Kurth nach dem Roman von Andreas Gruber
mit Josefine Preuß, Raymond Thiry, Mavie Hörbiger, Nils Hohenhövel, Stefan Pohl, Heinz Arthur Boltuch, u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 9.30 – Schulvorstellung
Der gute Bulle – Friss oder stirb
ZDF/ARTE
Regie & Buch: Lars Becker
mit Armin Rohde, Edin Hasanović, Nele Kiper, Almila Bagriacik, Murathan Muslu, Michael Maertens, u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 12.00 Uhr
Das dunkle Paradies
ORF/ZDF
Regie: Catalina Molina, Buch: Sarah Wassermair, Catalina Molina
mit Stefanie Reinsperger, Manuel Rubey, Andrea Wenzl, Wolfgang Rauh, Clara Mühlthaler, Ulrike Beimpold u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 16.30 Uhr
Tatort – Tschill Out
NDR
Regie: Eoin Moore, Buch: Eoin Moore, Anika Wangard
mit Til Schweiger, Fahri Yardim, Tim Wilde, Zoe Moore, Udo Thies, Laura Tonke, u.a.

Donnerstag, 5. März 2020, 19.00 Uhr – Premiere
Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen
NDR
Regie: Eoin Moore, Buch: Florian Oeller
mit Anneke Kim Sarnau, Charly Hübner, Uwe Preuss, Andreas Guenther, Josef Heynert, Peter Trabner, u.a

Vorjury
In der Vorjury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2020 wählten Burkhard Althoff (stellvertretender Leiter des Kleinen Fernsehspiel beim ZDF), Tina Ermuth (Redaktion Fernsehfilm ProSiebenSat.1), Anne Even (ehem. Arte/ZDF-Fernsehfilmredakteurin), Kathrin Flessing (Redaktion Fernsehfilm ProSiebenSat.1), Jürgen Heimbach (Krimiautor, Redakteur „Kulturzeit“/3sat), Liane Jessen (ehemalige Fernsehfilmchefin HR), Diana Kraus (Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie ZDF) sowie die Leiterin des Festivals Cathrin Ehrlich die Filme des Wettbewerbs aus. Der Auswahl der zehn Wettbewerbsfilme sind 68 Einreichungen vorausgegangen, davon 22 Premieren und 12 Filme von Regisseurinnen. „Ein starker Jahrgang, über den die Vorjury sehr ausführlich diskutieren musste“, erinnert sich Festivalleiterin Cathrin Ehrlich. „Am Ende wurde sich auf zehn Produktionen geeinigt, die mit hochspannenden Geschichten unterhalten und deren Bildsprachen Kinoformat besitzen.“
Jury
Die Wettbewerbs-Jury für den Deutschen FernsehKrimi-Preis setzt sich 2020 zusammen aus dem Krimiautor und diesjährigen Krimistipendiaten der Stadt Wiesbaden, Max Annas, dem Drehbuchautor Sascha Arango und den Schauspieler*innen Felix Klare, Chiara Schoras und Belinde Ruth Stieve zusammen.

Zahlreiche prominente Gäste
Zahlreiche Filmschaffende haben sich zum Festival angemeldet, darunter u.a. der Schauspieler Armin Rhode, die Regisseure Lars Becker und Eoin Moore sowie die Drehbuchautoren Erol Yesilkaya und Nils-Morten Osburg.

Die Preisverleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 6. März um 20 Uhr in der Caligari FilmBühne statt.

Doku-Crime-Abend
Neben dem Wettbewerb widmet sich der Doku-Crime-Abend am Donnerstag, 5. März aktuellen rechtsradikalen Entwicklungen in Deutschland, u.a. mit der Doku „Der Mordfall Lübcke und rechter Terror in Deutschland“ (NDR/WDR/MDR).

„Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“
Mit dem Drehbuchwettbewerb „Deutschlands spannendster Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“ sucht das Festival gemeinsam mit HessenFilm und Medien nach abendfüllenden Drehbuchstoffen von Nachwuchsautor*innen. Nominiert sind vier der eingereichten Stoffe, die am Abend des 5. März in einer Lesung live in der Caligari FilmBühne vorgetragen werden. BR-Redakteurin und Hochschuldozentin Cornelia Ackers, Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien und Produzent Ronald Mühlfellner bilden die Drehbuchwettbewerbs-Jury. Zu gewinnen ist eine Zusammenarbeit mit TOP: Talente e. V., die bei der Entwicklung des Stoffes vom Exposé bis zum Treatment begleitet und die kostenlose Teilnahme an einem Pitch-Workshop im Herbst in Baden-Baden ermöglicht.

„Lange FernsehKrimi-Nacht“
Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 7. März, ab 18 Uhr, die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 8. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Programmheft

Alle weiteren Informationen finden Sie unter: Fernsehkrimifestival

Cybermobbingdrama „Rufmord“ gewinnt in Wiesbaden den 15. Deutschen FernsehKrimi-Preis, beste Regie für Julia von Heinz, Darstellerpreise an Ulrich Tukur und Katrin Wichmann

Deutscher FernsehKrimi-Festival-Preis und Publikumspreis 2019 für „Rufmord“(ZDF/ARTE). V.l.n.r.: Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert. Im Hintergrund die Jurymitglieder Zoë Beck, Benjamin Dörr und der Kulturdezernent Wiesbadens, Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutscher FernsehKrimi-Festival-Preis und Publikumspreis 2019 für „Rufmord“(ZDF/ARTE). V.l.n.r.: Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert. Im Hintergrund die Jurymitglieder Zoë Beck, Benjamin Dörr und der Kulturdezernent Wiesbadens, Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Jury in Wiesbaden ehrt „Rufmord“ (ZDF/ARTE) und die Tatort-Produktionen „ Für immer und dich“ (SWR), „Murot und das Murmeltier“ (HR) und „Borowski und das Glück der Anderen“ (NDR). Ulrich Tukur und Julia von Heinz nehmen ihre Preise am Abend persönlich entgegen.

Am gestrigen Abend des 15. März 2019 fand in der Caligari-FilmBühne in Wiesbaden zum 15. Mal die feierliche Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises in Beisein zahlreicher prominenter Schauspieler, Filmschaffender und Gäste aus Gesellschaft und Politik statt. Durch die Gala führte 3-SAT-Moderator Rainer Maria Jilg, der auch von der Berlinale 2019 her bekannt ist. Für das pop-rockige musikalische Begleitprogramm sorgte das Streicherinnen-Duo La Finesse.

Moderator Rainer Maria Jilg im Gespräch mit taatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Moderator Rainer Maria Jilg im Gespräch mit Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

Jilg begrüßte zahlreiche Ehrengäste, unter Ihnen auch Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, welches über die HessenFilm und Medien GmbH das Deutsche FernsehKrimi-Festival in diesem Jahr mit 12.000 Euro gefördert hat. Im Interview Rainer Maria Jilg sagte Frau Asar, dass das FernsehKrimi-Festival eine Besonderheit in Hessens großer bunter Festivallandschaft sei und  sich zurecht zu einem starken Publikumsmagneten entwickelt habe. „Die Faszination des Verbrechens beschäftigt unsere Gesellschaft und so ist der Sonntagsabendkrimi für viele Menschen ein wichtiges Ritual. Ganz besonders gelungen ist auch das Rahmenprogramm des Festivals, das sich dem Genre ‚Krimi‘ mit Filmgesprächen, Wettbewerben, Lesungen und Kunstausstellungen nähert. Auch Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit, Themen wie Cybermobbing und organisierte Kriminalität im Dialog mit Filmschaffenden zu diskutieren und den Arbeitsalltag in der Filmbranche aus erster Hand zu erfahren.“, sagte die Staatssekretärin und wünschte dem Festival weiterhin eine kluge Auswahl aus den Wettbewerbseinreichungen.

Duo-La-Finesse. © Foto: Diether v. Goddenthow
Duo-La-Finesse. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernent Axel Imholz glaubt, dass das Fernsehkrimifestival nicht mehr in Tradition der Film- und Fernsehstadt Wiesbaden á la „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ stünde. „Da sind wir ein paar Schritte weiter. Aber das Fernsehkrimifestival passe wunderbar „ins moderne Wiesbaden, in die moderne Filmstadt Wiesbaden“. Das sähe man auch am Publikum des Festivals. Das Schöne sei natürlich, dass wir Krimis mal in groß sehen können, und nicht nur in den doch nach wie vor begrenzten Flimmerkisten daheim. Im Kino hier sei das eine ganz andere Atmosphäre, insbesondere, wenn dann Filmmacher und wichtige Schauspieler in Fleisch und Blut da wären, die man sonst ja nur durch die getrennte Scheibe sähe. Das ist ein Anreiz für alle Krimifans. Imholz bevorzugt übrigens so schräge und abgedrehte Fernsehkrimis wie den „Murmeltiertatort“ „MUROT UND DAS MURMELTIER“

Damit es bis zum Schluss der Gala spannend blieb, wurden, bevor der Gewinnerfilm des Hauptpreises bekannt gegeben wurde, zunächst die Preise aller anderen Kategorien, darunter der Sonderpreis für Regie, der Publikumspreis des Wiesbadener Kurier und Nachwuchs-Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“ verliehen.

Dion-Schumann,„Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“, rechts SANDRA DUSCHL von HessenFilm und Medien. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dion-Schumann,„Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“, rechts SANDRA DUSCHL von HessenFilm und Medien. © Foto: Diether v. Goddenthow

Seit drei Jahren wird der Nachwuchs-Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimiDrehbuchnachwuchs“ vergeben. Unter dem Aufruf „Drehbuchnotruf 110“ suchte das Deutsche FernsehKrimi-Festival von September 2018 an gemeinsam mit der HessenFilm und Medien nach abendfüllenden Stoffen kreativer Nachwuchsautorinnen und -autoren. Die Voraussetzungen: Es sollte sich um den ersten oder zweiten unverfilmten Drehbuchstoff handeln. Durchgesetzt hatte sich letztlich Dion Schumann mit seinem sehr abgefahrenen Drehbuch-Exposé „Der Apfelgriebschmann“. Dion Schumann habe ein Genre-Stück geschrieben, das so nicht alle Tage im deutschen Fernsehen zu sehen sei. „Bei allen Horror- und ThrillerElementen überwiegen aber immer der tiefschwarze Humor und die Skurrilität seiner Hauptfiguren“, begründet die Jury des Drehbuchpreises ihre Entscheidung. Juroren waren SANDRA DUSCHL von HessenFilm und Medien, DANIEL LORENZ Regisseur und Filmstoffentwickler für verschiedene Formate und Sender sowie Tom Winter, unter anderm für Programm und Wettbewerbe beim Fernsehkrimifestival zuständig. Der Gewinner erhält keinen Sach- oder Geldpreis, sondern eine fachkundige Unterstützung durch das renommierte TOP: Talente e. V.-Institut. Mit dieser professionellen Hilfe kann er seinen Exposé-Stoff bis zum Treatment entwickeln und diese dann in der Hoffnung einen Produzenten zu finden auf dem FernsehfilmFestival Baden-Baden 2019 während eines Pitch-Workshop vorstellen.

Im „Schnelldurchgang“ wurden die 10 im Wettbewerb befindlichen Fernsehkrimis ausschnittweise kurz angerissen, bevor der Reigen der Preisvergaben startet, beginnend mit dem Publikumspreis der Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers.

Die Publikumsjury

Adolf E. Bremer, Angelika Pohl, Elke Boger, und Sarah Müller im Gespräch mit dem Moderator. © Foto: Diether v. Goddenthow
Adolf E. Bremer, Angelika Pohl, Elke Boger, und Sarah Müller im Gespräch mit dem Moderator. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Publikumsjury setzt sich jedes Jahr aus fünf krimibegeisterten Wiesbadener Zuschauern zusammen, die vom Wiesbadener Kurier ermittelt werden. In diesem Jahr hießen die Juroren: Elke Boger, Angelika Pohl, Heidrun Groeger, Sarah Müller und Adolf E. Bremer, die in den Tagen davor alle 10 Wettbewerbsfilme angeschaut hatten und in der Nacht zuvor diskutieren, welcher diesjährige Fernsehkrimi ihrer Meinung nach den ersten Publikums-Preis bekommen sollte. Für unsere Entscheidung des Gewinnerfilms der Publikumsjury war maßgebend, so die Jurysprecherin Angelika Pohl, die emotionale Betroffenheit, die dieser Film bei uns ausgelöst hat, die schauspielerische Leistungen, die beeindruckenden Bilder, der bis zum Ende gehaltene Spannungsbogen der Handlung, die thematische Wichtigkeit und vor allem „die eindrucksvolle Darstellung der sukzessiven Zerstörung der Persönlichkeit der Protagonistin, aber auch die Kraft, die sie gezeigt hat, aus der Opferrolle herauszutreten“.
2-rufmord.jpgDeswegen fiel die Entscheidung des Publikumspreises 2019 auf „Rufmord“, in dem das Cybermobbing zum Thema gemacht wird. Zu diesem Zeitpunkt wussten weder die Galagäste noch die Publikums-Juroren, dass sie für denselben Fernsehkrimi gevotet hatten. „Rufmord“ wird am 1. April im ZDF um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden.

Die Jury 

(v.l.n.r.) Die Juroren des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2019 Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, Schauspieler Oscar Hoppe, Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR) und Benjamin Dörr (Strafverteidiger), © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.n.r.) Die Juroren des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2019 Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, Schauspieler Oscar Hoppe, Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR) und Benjamin Dörr (Strafverteidiger), © Foto: Diether v. Goddenthow

Über den Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2019 in den Kategorien „Sonderpreis Regie“, „Bester Darsteller“, „Beste Darstellerin“ und „Hauptpreis“ entschied die Festival- Jury. In diesem Jahr gehörten ihr an: Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Heike Borufka (Gerichtsreporterin des HR), Benjamin Dörr (Strafverteidiger) und die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer sowie der Schauspieler Oscar Hoppe.

Sonderpreis für Regie

Julia von Heinz  erhielt für ihren „Für immer und dich“ (SWR)  den Preis für die beste Regie.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Julia von Heinz erhielt für ihren „Für immer und dich“ (SWR) den Preis für die beste Regie. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit einem Sonderpreis für Regie zeichnet die Jury Julia von Heinz für ihren sensiblen und gleichzeitig schonungslos radikalen Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch und Kindesentzug in dem Tatort „Für immer und dich“ (SWR) aus. Der Regisseurin sei ein Ausnahmetatort gelungen, urteilt die Jury. „Hier wird eine Geschichte wirklich ausgelotet und es wird nicht weggeschwenkt, wenn es ans Eingemachte geht. Das ist mutig und wahrhaftig und absolut preiswürdig.“

 Preis “Bester Darsteller“

Ulrich Tukur, Preis für "Bester Darsteller" im HR-Tatort „Murot und das Murmeltier“, © Foto: Diether v. Goddenthow
Ulrich Tukur, Preis für „Bester Darsteller“ im HR-Tatort „Murot und das Murmeltier“, © Foto: Diether v. Goddenthow

Für die Rolle des LKA-Ermittlers Felix Murot im HR-Tatort „Murot und das Murmeltier“, der in einer Wiederholungsschleife denselben Tag immer wieder erleben muss, erhält  Ulrich Tukur den Preis “Bester Darsteller“. In einem selten gesehenen Variantenreichtum lasse Tukur den routinierten Felix Murot erlebbar werden, „immer im Moment, sich wundernd, grummelig, verwirrt, hoffend, verzweifelt kämpfend, gleichgültig, lebensfreudig“, lobt die Jury.

 

„Beste Darstellerin“

Katrin Wichmann , Preis für "Beste Darstellerin" in ihrer Rolle im NDR-Tatort „Borowski und das Glück der Anderen“. Foto aus ihrer Video-Botschaft.
Katrin Wichmann , Preis für „Beste Darstellerin“ in ihrer Rolle im NDR-Tatort „Borowski und das Glück der Anderen“. Foto aus ihrer Video-Botschaft.

Mit dem Preis  „Beste Darstellerin“ wird Katrin Wichmann für ihre Rolle im NDR-Tatort „Borowski und das Glück der Anderen“ (NDR) ausgezeichnet. Die Tragik um die Supermarkt-Kassiererin Peggy Stresemann beginnt mit ihrem Neid auf die Nachbarn und deren vermeintliches Lottoglück. Unzufrieden, neidisch und gierig sei diese Figur, so die Jury, eine Suchende, die Gefühle anspreche, die wir alle kennen. „Wir sehen selten eine Figur aus dieser Schicht in einer solchen Wahrhaftigkeit wie Katrin Wichmann als Peggy Stresemann.“

Filme gut,  Festival gut!

Ein Hoch auf das FernsehKrimi-Festival. Festivalleiterin Cathrin Ehrlich im Gespräch mit dem Moderator bevor es zur Verleihung des Hauptpreises kommt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ein Hoch auf das FernsehKrimi-Festival. Festivalleiterin Cathrin Ehrlich im Gespräch mit dem Moderator bevor es zur Verleihung des Hauptpreises kommt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bevor die Jury den Hauptpreis bekannt geben konnte, fragte der Moderator die kurz auf die Bühne geholte Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich, wie denn das diesjährige Fernsehkrimifestival für sie war: „Ich könnte jetzt weiterhin jeden Tag ins Kino gehen, Filme gucken, nette Leute treffen, Gespräche führen und Prominenz neben sich sitzen haben“, das habe man ja auch nicht jeden Tag, so Ehrlich. Es sei für sie einfach eine wirklich tolle Zeit gewesen, was „natürlich auch an der hohen Qualität der Filme“ lag. Denn seien die Filme gut, gelänge auch ein Festival, so Ehrlich. Auch habe insbesondere die hohe Qualität beider Jurys, der die Festivalleiterin herzlich dankte, zum guten Gelingen beigetragen. Darauf und auf alle Mitstreiter des Festivals und aufs Publikum stieß Krimifestivalleiterin mit Moderator Jilg an, bevor die Jury den Hauptpreis bekannt geben konnte.

Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2019

Gewinner des Deutschen FernsehKrimipreises Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert mit den  Jurymitgliedern Zoë Beck und Benjamin Dörr und dem Kulturdezernent  Axel Imholz bei der Preisverleihung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner des Deutschen FernsehKrimipreises Drehbuchautorin Claudia Hoffmann, Regisseurin Viviane Andereggen, Britta Stöckle (Drehbuch) und ARTE-Redakteur Olaf Grunert mit den Jurymitgliedern Zoë Beck und Benjamin Dörr und dem Kulturdezernent Axel Imholz bei der Preisverleihung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2019 ist die ZDF/ARTEProduktion „Rufmord“. Das Cybermobbingdrama um die selbstbewusste, kompromisslose junge Lehrerin Luisa Jobst (Rosalie Thomass) überzeugte die Jury. In dem Film habe nahezu jede Person einen Ruf zu verlieren und halte deshalb auch gegen besseres Wissen daran fest. Jeden und jede von uns könne es treffen, nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter oder Täterin, so die Jury. Der in „Rufmord“ dargestellte Mikrokosmos sei „ein Abbild unserer Gesellschaft, die ausgeübte digitale Gewalt letztlich nur eine Variation archaischer Rachemotive“. Die Regie zu „Rufmord“ führte Viviane Andereggen, das Drehbuch verfassten Claudia Kaufmann und Britta Stöckle; die Schauspielerin Rosalie Thomass und der Schauspieler Johann von Bülow sind in den Hauptrollen zu sehen, produziert wurde der Fernsehfilm von der hager moss film (Kirsten Hager und Carmen Stozek). Das Filmteam erhält 1.000 Liter Wein als Preis.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (vlnr.) Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Ulrich Tukur (Schauspieler), Cathrin Ehrlich (FernsehKrimi-Festivalleiterin) und Sozialdezernent Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (vlnr.) Zoë Beck (Krimistipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden und Krimiautorin), Ulrich Tukur (Schauspieler), Cathrin Ehrlich (FernsehKrimi-Festivalleiterin) und Sozialdezernent Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Anschließend begrüßten Kulturdezernent Axel Imholz und Cathrin Ehrlich die Preisträger, Filmschaffenden und Gäste herzlich zum Empfang der Stadt Wiesbaden im Ratssaal. Dabei wurde das Team des Deutschen FernsehKrimi-Festivals mit heftigen Applaus für die großartige Organisation und Umsetzung des Festivals gefeiert. Die Gewinner des 15. Deutschen Fernsehkrimipreises sowie die Juroren trugen sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Abschlussbild aller Beteiligten des 15. Fernsehkrimifestivals in der Caligari FilmBühne am 15. März 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Abschlussbild aller Beteiligten des 15. Fernsehkrimifestivals in der Caligari FilmBühne am 15. März 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung der HessenFilm und Medien GmbH und des Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Literaturhaus Villa Clementine, dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-MurnauStiftung, der SV SparkassenVersicherung, dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden und dem Wiesbadener Kurier.

 

15. FernsehKrimi-Festival mit dem Sozial-Thriller „Polizeiruf 110 – Kindeswohl“ eröffnet

Ansturm auf die Caligari Filmbühne zur Eröffnung des 15. FernsehKrimi-Festivals am 12.10.2019 in Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ansturm auf die Caligari Filmbühne zur Eröffnung des 15. FernsehKrimi-Festivals am 12.10.2019 in Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der eigentliche Wettbewerb des Fernsehkrimi-Festivals startete am Dienstag, 12. März, um 20 Uhr mit der Premiere des Wettbewerbsbeitrags „Polizeiruf 110 – Kindeswohl“. Das erschütternde, wie spannende Krimidrama im Jugendhilfe-Milieu wird wiederholt am Sonntag, 17. März 2019, 03.50 Uhr in der „LangeFernsehkrimiNacht“. Diese beginnt bereits am Samstag 16. März um 19.30 Uhr und geht bis Sonntag-Mittag um 12.00 Uhr. In den Hauptrollen sind Charly Hübner als Kommissar Alexander Bukow und Anneke Kim Sarnau als seine Kollegin Katrin König sowie Jack Owen Berglund und Junis Marlon. Regisseur und Drehbuchautor: Lars Jessen. Drehbuchautorin: Christina Sothmann. Produzentin: Iris Kiefer.

Polizeiruf 110 – Kindeswohl   © NDR_filmpool fiction
Polizeiruf 110 – Kindeswohl © NDR_filmpool fiction

Der gewaltige Sozial-Thriller „Kindeswohl“ unter der brillanten Regie von Lars Jessen, entlarvt den an mafiöse Strukturen erinnernden Verschiebebahnhof schwersterziehbarer, krimineller Jugendlicher an „Pflegefamilien“ ins osteuropäische Ausland durch staatlich beauftragte Privatunternehmen der Jugendhilfe. In diesen Kinderverschickungs-Unternehmen sei, so Jessen beim anschließenden Filmgespräch mit Moderator Knut Elstermann, das Kindeswohl anscheinend nicht unbedingt davon abhängig, was pädagogisch, sondern, was ökonomisch geboten ist. Das Ganze sei ein riesiger Skandal.

Regisseur und Drehbuchautor Lars Jessen mit Hauptdarstellers Junis Marlon "Ken" . © Foto: Diether v. Goddenthow
Regisseur und Drehbuchautor Lars Jessen mit Hauptdarstellers Junis Marlon „Ken“ . © Foto: Diether v. Goddenthow

Auf das in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Thema seien er und Drehbuchautorin Christina Sothmann über Jessens Frau gekommen. Diese habe selbst einmal in solch einer Einrichtung der Jugendhilfe gearbeitet, und dabei mitgekriegt, dass private Unternehmen der Jugendhilfe für „normal“ schwererziehbare Kinder und Jugendliche rund 4.900 Euro, und für schwersterziehbare um die 9.900 Euro monatlich zu deren Unterbringung in Heimen oder Pflegefamilien kriegten. Die von den örtlichen Jugendämtern beauftragten privaten Jugendhilfeunternehmen würden, ohne, dass die Ausgaben tatsächlich kontrolliert würden, häufig, wie im Film, schwersterziehbare Jugendliche in Pflegefamilien im osteuropäischen Ausland unterbringen. Die Gastfamilien erhielten dann nur einen Bruchteil der Pflegegelder, so zwischen 600 bis 800 Euro wie die polnische Pflegefamilie im Film, wobei es häufig, wie gleichfalls dargestellt, massive Sprachbarrieren gäbe. Zurzeit seien rund 850 Jugendliche so oder ähnlich im Ausland untergebracht, oftmals völlig unnötig, da Jugendbehörden bzw. deren beauftragte Einrichtungen hierzulande manche sich anbietende pädagogisch bessere und preiswertere Unterbringungsmöglichkeit, etwa wie im Film bei der Großmutter, nicht nutzen.

Im Anschluss an das Filmgespräch trafen sich die Filmschaffenden, Juroren und Gäste zum traditionellen Empfang in der Villa Clementine. Hierbei wurde gegen Mitternacht auf den 19. Geburtstag des Hauptdarstellers Junis Marlon angestoßen, der als schwersterziehbarer „Ken“ in „Kindeswohl“ sehr überzeugend rüberkommt.

Gegen Mitternacht wurde in der Villa Clementine im Kreis der Filmschaffenden auf den 19. Geburtstag des Hauptdarstellers  Junis Marlon "Ken" angestoßen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gegen Mitternacht wurde in der Villa Clementine im Kreis der Filmschaffenden auf den 19. Geburtstag des Hauptdarstellers Junis Marlon „Ken“, 2. v. links, angestoßen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Erstausstrahlung von „Polizeitruf 110 – Kindeswohl“ erfolgt in der ARD am 7. 4.2019. Sehr empfehlenswert! Aber nur etwas für starke Nerven!

(Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst)

Ehrung Ulrike Folkerts mit dem ersten Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals

(v.li.): Erste Laudatorin Liane Jessen, Preisträgerin Ulrike Folkerts und Kulturdezernent Axel Imhols bei der Verleihung des ersten Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals am 10.3.2019 auf der Caligari FilmBühne in Wiesbaden.  © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.): Erste Laudatorin Liane Jessen, Preisträgerin Ulrike Folkerts und Kulturdezernent Axel Imhols bei der Verleihung des ersten Ehrenpreis des Deutschen Fernsehkrimifestivals am 10.3.2019 auf der Caligari FilmBühne in Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gegen 17.15 Uhr eröffneten am 10. März 2019 Kulturdezernent Axel Imholz, Fernsehkrimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich, Schauspieler Heino Ferch und Thüringens bekanntester Künstler Harald Reiner Gratz im Foyer der Caligari FilmBühne den 2. Teils der Ausstellung „Hinter den Spiegeln“, bevor um 18 Uhr Deutschlands dienstälteste Tatortkommissarin Ulrike Folkerts, alias Lena Odenthal, mit dem allerersten Ehrenpreis des Fernsehkrimifestivals ausgezeichnet wurde. Zuvor musste die von zahlreichen Fans und Medienleuten umlagerte, beliebte Schauspielerin noch zahlreiche Autogramme und erste Interviews geben.

Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Jurysitzung habe maximal 2 Minuten betragen, da stand die erste Preisträgerin des Ehrenpreises des Deutschen Fernsehkrimifestivals, nämlich „Ulrike Folkerts“, fest. „Wir wollten anlässlich des Jubiläums zum 15. Deutschen FernsehKrimi-Festivals etwas Besonderes machen, und da kamen wir auf die Idee des „Ehrenpreises“, berichtet die Festivalleitern und freut sich, dass die Presse „unsere Auswahl sehr goutiert hat“. „Wir waren in der Bildzeitung auf der ersten Seite, die Presseresonanz ist toll“, ist Cathrin Ehrlich begeistert. Aber es ging den Veranstaltern nicht nur um Aufmerksamkeit, sondern darum, eine Persönlichkeit zu ehren, „die sich in besonderer Weise für den deutschen Fernsehkrimi verdient gemacht hat“. Ulrike Folkerts ist nicht nur als dienstälteste Tatortkommissarin eine Idealauswahl, sie habe auch den deutschen Fernsehkrimi beeinflusst und verändert. Die große Zustimmung und Beliebtheit der Person hinter der Tatortkommissarin Lena Odenthal zeigte sich einmal mehr auch und gerade in den emotionalen Laudationes von Jurymitglied und Festivalgründerin Liane Jessen vom Hessischen Rundfunk und von Regisseur Axel Ranisch, mit dem die Preisträgerin die beiden experimentellen Tatorte „Babbeldasch“ und „Waldlust“ gedreht hatte. Für diese herrlichen Drehs ohne Drehbuch hatten beide, insbesondere Ranisch, ordentlich harte Kritik aushalten müssen. Hierbei hatte sich Folkerts ganz hinter Axel Ranisch gestellt, eine weitere Tugend, die „Kommissarin Odenthal“ auszeichnet: Haltung!

(v.li.) Brigitta Lamparth, Leiterin der Feuilletonredaktion Wiesbadener Kurier, Ulrike Folkerts mit Autogramm-Jäger auf dem roten Teppich im Foyer der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.) Brigitta Lamparth, Leiterin der Feuilletonredaktion  im Wiesbadener Kurier, Ulrike Folkerts mit Autogramm-Jäger auf dem roten Teppich im Foyer der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

„ Sehnsuchtsblick mit resignativer Ironie“ – Laudatio von Liane Jessen

Ulrike Folkerts gehöre zu den Menschen, die man, so die Leiterin Fersehspiel beim HR, leider zu selten „in unserer Branche der Eitelkeiten“, des ewigen „Hallosagens“ und „in den weiten Blumenfeldern der Narzissten“ träfe. Schon nach dem ersten Treffen sei Jessen von der Einheit von Mensch, Abbild und Fiktionalem und von der spürbaren Integrität und Leidenschaft, die Folkerts ausstrahlte, beeindruckt gewesen. Nicht nur Höhen und Tiefen des politischen und gesellschaftlichen Lebens, sondern auch die Entwicklung als Frau hätten sich „in den Themen ihrer Tatorte gespiegelt“, wobei ihr innerer Kern „in den Jahren für mich immer sichtbarer hervorgetreten“, „während das Fernsehen leider gleichzeitig immer weniger wagemutig geworden ist.“, so die Laudatorin.

Liane Jessen, Leiterin Fersehspiel beim Hessischen Rundfunk. © Foto: Diether v. Goddenthow
Liane Jessen, Leiterin Fersehspiel beim Hessischen Rundfunk. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Faszination gehe nicht nur von ihrer vom Glück getragenen äußeren Schönheit „und ganz altmodisch formuliert,“ von ihrer Anmut aus, sondern auch von einem „Ausdruck von Verlorenheit“ mit einem Blick, der sich bis an die Schwelle der Sehnsucht erstrecke, wobei sich ein inneres Feuer hinter einer feinen, resignativen Ironie verbürge. Und trotzdem kämpfe „Lena Odenthal wie wir alle weiter durch Alltag, Widrigkeiten, Abgründe“, so Jessen ganz emotional und persönlich. Diese spezielle Verbindung von uns zu ihrer fiktiven Person mache den Zauber dieser Tatortkommissarin aus. „Ihre Tatorte sind herausragend, haben eine Eigenschaft, auf die das Fernsehen unbedingt nicht verzichten kann: Sie alle ergänzen unseren Vorrat des persönlichen Erlebens, docken an Gefühle an und auch an Wunden, die wir alle in uns tragen.“, brachte die Laudatorin ihre Wertschätzung – wohl stellvertretend für die meisten im großen Kinosaal – „mit ein wenig Pathos“ auf den Punkt.
„Du bist im besten Sinne uneitel“ – Laudatio von Axel Ranisch

Axel Ranisch, Regisseur u.a. von den beiden Tatort-Krimis „Babbeldasch“ und „Waldlust“ © Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Ranisch, Regisseur u.a. von den beiden Tatort-Krimis „Babbeldasch“ und „Waldlust“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Nicht minder emotional, beinahe schon einer Liebeserklärung gleich, folgte Axel Ranisch Laudatio: “Du hast in den vergangenen drei Jahren, sehr, sehr viele liebe Dinge über mich und unsere Zusammenarbeit gesagt, dass ich mich also jetzt von ganzem Herzen freue, dass ich das jetzt hier vor großem Publikum und diesem wunderschönen Saal auch über Dich tun darf.
Du bist für die Menschen hier im Saal und da draußen, ich weiß nicht im Umkreis von 700 Kilometern oder mehr, eine Legende. Selbst Menschen ohne Fernseher kennen Dich, doch!
Du bist aber noch so unendlich viel mehr als eine TV-Kommissarin, Du bist eine Mutmacherin, eine Kämpferin, eine Heldin. Du stehst für Gerechtigkeit, für Stärke, für Verlässlichkeit, für Durchhaltevermögen und Beständigkeit. Du bist für Millionen von Menschen eine Freundin, die zweimal im Jahr zu Besuch kommt. Und die gar nicht so viele Wort braucht, um einem das Gefühl zu geben, dass man sich zuhause fühlen kann. In den letzten 30 Jahren hast Du mit Konsequenz und ganz unprätentiös die Fernsehlandschaft verändert, einfach so. Du hast sie sinnlicher gemacht. Du hast Zwischentöne zum Klingen gebracht. Du hast mit Vorurteilen aufgeräumt, und bist ein Vorbild geworden, ein Idol für Generationen“, feuerte der Laudator aus tiefstem inneren Bedürfnis eine „Liebeserklärung nach der anderen“ auf Folkerts ab, und unterstrich noch einmal seine Wertschätzung: „Das Treppchen, auf dass ich Dich jetzt da stelle, das existiert fernab dieser Laudatio. Du stehst da wirklich drauf, und gleichwohl ist es Dir fast körperlich unangenehm, diesen Platz da oben einzunehmen. Dass ist eine riesige Stärke von Dir. Du bist immer nah, Du bist kein Star, Du bist keine Diva, Du hast keine Allüren, wie viele Deiner Kollegen. Du bist eine richtige Menschenfreundin. Du bist einfach mega cool, loyal, fair und im besten Sinne uneitel.“

„Es war die richtige Rolle“ Ulrike Folkerts gerührt über die tolle Auszeichnung

Ulrike Folkerts, geehrt mit dem ersten Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals für 30 Jahre Tatortkommissarin Lena Odenthal. . © Foto: Diether v. Goddenthow
Ulrike Folkerts, geehrt mit dem ersten Ehrenpreis des Deutschen FernsehKrimi-Festivals für 30 Jahre Tatortkommissarin Lena Odenthal. . © Foto: Diether v. Goddenthow

Ulrike Folkerts, ganz gerührt über diese Lobreden und noch nach Worten ringend, sagte, dass dies ein „sehr bewegender Moment für mich“ sei, und sie sich „in den Laudatien sehr gut wiederfinde“, die sie sehr bewegt hätten. Diese Ehrenpreisverleihung, bei der auch ein kleiner Tatort-Rückblick auf 30 Jahre Kommissarin Lena Odenthal gezeigt wurde, „werfe mich zurück, wie ich angefangen habe“. Sie habe diese Bilder, diese Ausschnitte gesehen, in der auch so viel „Ulrike-Geschichte eingefangen ist“. Das war echt. Sie sei auch ein ängstlicher Mensch gewesen und habe sich in der Branche allmählich ihren Platz erkämpfen müssen, wobei die Rolle für sie perfekt gewesen sei und ist, „weil, ich nicht beispielsweise so Girlies spielen brauchte, „die sich ausziehen müssen oder die vergewaltig werden oder den Männern den Kopf abschneiden“. Sie konnte „Polizistin sein, die auf Gerechtigkeit setzt, die für andere wütend sein darf, Bösewichter einsperren, Lügner aufdecken und Arschlöcher entlarven kann, mit denen ich mich kloppen oder sie auch zu einer Schießerei herausfordern kann“, so die Folkerts, die bekennt: „Ich habe nicht immer gewonnen als Kommissarin, aber es war die richtige Rolle für mich. Ich habe mich da so wohl gefühlt, das war so richtig meins“. Danke, danke für diese tolle Auszeichnung!“

Impression aus der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus der Caligari FilmBühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Gemalte Tatorte – Harald Reiner Gratz Sonderausstellung „Hinter den Spiegeln“ –zum 15. Deutschen Fernsehkrimifestival in Wiesbaden eröffnet

Künstler Harald Reiner (li.) Gratz mit Schauspieler-Freund Heino Ferch bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Hinter den Spiegeln" am 10.3..2019 in der SV-AtriumGalerie der Sparkassenversicherung anlässlich  des 15. Deutschen FernsehKrimi-Festivals. © Foto: Diether v. Goddenthow
Künstler Harald Reiner (li.) Gratz mit Schauspieler-Freund Heino Ferch bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Hinter den Spiegeln“ am 10.3..2019 in der SV-AtriumGalerie der Sparkassenversicherung anlässlich des 15. Deutschen FernsehKrimi-Festivals. Im Hintergrund Harald Reiner Gratz Werk „Stadt sucht einen Mörder (Leihgabe aus Privatbesitz). © Foto: Diether v. Goddenthow

Dem glücklichen Umstand der Freundschaft zwischen Schauspieler Heino Ferch, Fernsehkrimipreisträger „Bester Darsteller“ 2018, und Thüringens bekanntestem Maler Harald Reiner Gratz ist die wunderbar-abgründig anmutende Festival-Begleitausstellung „Hinter den Spiegeln“ an den zwei Standorten in der SV-Sparkassen-Versicherung und in der Caligari FilmBühne zu verdanken. Kuratiert wurde die Sonderausstellung von Dr. Verena Titze-Winter. Sie wurde zwei Tage vor dem eigentlichen Start des 15. Fernehkrimiwettbewerbs am 10. März 2019 gegen 15 Uhr eröffnet von Dr. Stefan Korbach, Vorstandsmitglied der SV Sparkassenversicherung, gemeinsam mit Cathrin Ehrlich, Leiterin des Fernsehkrimifestivals und Kulturdezernent Axel Imholz in Beisein der Künstlerfreunde Gratz und Ferch.

Dr. Stefan Korbach eröffnete die Sonderausstellung "Hinter den Spiegeln" in der AtriumGalerie der Sparkassenversicherung  , Bahnhofstrasse 69.© Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Stefan Korbach eröffnete die Sonderausstellung „Hinter den Spiegeln“ in der AtriumGalerie der Sparkassenversicherung , Bahnhofstrasse 69.© Foto: Diether v. Goddenthow

Stefan Korbach, bekannt für seinen feinsinnigen Humor, fand so auch den Ort für eine derartige Ausstellung solch zwielichtiger, an Massaker und Tatorte erinnernde Gemälde durchaus passend: Denn vor einiger Zeit erst habe sich während zweier ZDF-Krimi-Drehtage „Der Staatsanwalt“ mit Rainer Hunold in einem „unserer Büros heraus gestellt: Der Böse war ein Versicherer, einer, der zudem noch einen Callgirlring leitete“, so Korbach augenzwinkernd.

Kulturdezernent und Krimifan Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kulturdezernent und Krimifan Axel Imholz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Krimifan Axel Imholz verriet, dass jedes Gratz-Bild, über das er während seines Vorabrundgangs schon mal seinen Blick schweifen ließ, ihn zusehends beeindruckt habe, „gerade weil ich’s auch gerne blutrünstig mag“.

 

 

 

Einige Werke hat Gratz eigens für das Fernsehkrimifestival geschaffen, den Großteil musste der bekennende Fernsehkrimifan jedoch aus seinem Fundus und über Leihgaben für die Ausstellung gemeinsam mit der Kuratorin auswählen. Das war aber von der Motivauswahl her nicht sonderlich kompliziert, da viele seiner Bilder alltägliche Gewalt, Sex, Gemetzel und menschliche Abgründe widerspiegeln.

Harald Reiner Gratz: Porträt Tom Waits (aus der Serie Hinter den Spiegeln), 150 x 240 cm, Öl auf Leinwand 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow
Harald Reiner Gratz: Porträt Tom Waits (aus der Serie Hinter den Spiegeln), 150 x 240 cm, Öl auf Leinwand 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow

Stets emotional, sensibel, sind manche Werke gar robust-berührend, hervorgehoben auch durch seinen virtuos eingesetzten, mitunter dicken Farbauftrag, oder durch seine Bildaufteilungen, mittels „abgegrenzter Bildfelder, Blickachsen oder auch Überlagerungen und Motivverbindungen“.

Gratz Werke stehen, wie es an anderer Stelle in der Begleitschrift zur Ausstellung heißt, „ in der Tradition des Deutschen Impressionismus und Expressionismus eines Lovis Corinth, aber auch der DDR-Kunst des sozialistischen Realismus eines Bernhard Heisig oder Werner Tübke.“ In seiner Ausstellung „Hinter den Spiegeln“, einer Metapher, die auf das Rätselhafte und Zweideutige, aber insbesondere auch auf die Dinge hinter dem, was wir sehen, also auf unser Unterbewusstsein anspielen, hat er Werke zusammengestellt, „die uns mit szenischen Bildern eines Kriminalfilms oder eines Tatortes konfrontieren“. Unterstrichen wird dies, indem Gratz mit Schauspielern, etwa aus dem Krimi-Genre, zusammenarbeitet, und sie wie Heino Ferch in seinen Werken „Stadt sucht einen Mörder“ oder „Götz von Berlichingen“ verewigt. Vor drei Jahren hatte Ferch Gratz kennengelernt, als er diesem zusagte, für sein Werk „Reformations-Zyklus“ Model zu stehen. Seither verbindet die beiden eine Freundschaft, und Ferchs Porträt taucht auch in zahlreichen weiteren Gratz-Werken auf.

Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Krimifestivalleiterin Cathrin Ehrlich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Cathrin Ehrlich lobte, gleichsam begeistert, das Gratz Werk, das so gut zum Deutschen Fernsehkrimifestival passe. Die Festivalleiterin dankte vor allem der Sparkassenversicherung, ohne die diese gewaltige Ausstellung gar nicht möglich gewesen wäre, und den Machern und ihrem Team hinter den Kulissen, insbesondere Nicole Hauptmann (Programm, Ausstellung, Preisverleihung, Sponsoring), Ethel Dadam (Gästebetreuung, Reiseorganisation), Tom Winter ( Programm, Wettbewerb, Drehbuchnachwuchswettbewerb, Serien und Social Media), Aimée Torre Brons (Presse), Bianca Wolf (Festivalassistenz) und den Festival-Fotografen Martin Ohnesorge, Tom Augustiniak & Marisa Luna Santos sowie den vielen anderen.

(v.li.): Tom Winter, Nicole Hauptmann  und Dr. Verena Titze-Winter. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.): Tom Winter, Nicole Hauptmann und Dr. Verena Titze-Winter vom Krimi-Festivalteam. © Foto: Diether v. Goddenthow

 

 

Die Ausstellung „Hinter den Spiegeln“ ist noch bis zum 30. April 2019 in der AtriumGalerie (Montag bis Freitag 9:00 bis 18:00, Bahnhofstrasse 69) und bis 17. März (17:00 bis 22:00 Uhr) Caligari Filmbühne kostenfrei zu den jeweiligen Öffnungszeiten besichtigen.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

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