Kategorie-Archiv: Filmkultur

Mehr Nachhaltigkeit im Kino-Alltag Fünf Lichtspielhäuser als Referenzkinos für Beratung ausgewählt

logo-nachhaltiges-kinoWiesbaden. Hessen vertieft seinen Einsatz für Nachhaltigkeit im Kino: Der seit 2016 vergebene Preis für Nachhaltiges Kino wird um individuelle Beratung für fünf ausgewählte Kinos ergänzt. Als Referenz-Kinos wurden ausgewählt: die „Lumos Lichtspiel und Lounge“ in Nidda, das „Capitol Kino“ in Witzenhausen, das „Mal Seh’n Kino“ in Frankfurt, das Kino „Traumstern“ in Lich und das Kommunale Kino Weiterstadt. Sie beschäftigen sich nun intensiv mit Nachhaltigkeit und werden dabei vom Film- und Kinobüro Hessen und der Lust auf besser leben gGmbH unterstützt.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Der Preis für Nachhaltiges Kino ist auf eine große Resonanz gestoßen. Eine Rückmeldung war, dass Kinobetreiberinnen und -betreiber gern mehr auf ressourcenschonenden Betrieb, innovative Verkehrskonzepte und andere Aspekte der Nachhaltigkeit achten würden, es ihnen in der oft angespannten wirtschaftlichen und personellen Situation aber an Zeit dafür fehlt. Dieses Feedback haben wir aufgegriffen und wollen die Referenzkinos mit individueller Beratung dabei unterstützen, ihrem Bewusstsein für ökologische und soziale Themen wirkungsvolle Taten folgen zu lassen. Damit sollen sie auch anderen Kinos neue Möglichkeiten aufzeigen und zur Nachahmung anregen.“

Erwin Heberling, Leiter des Film- und Kinobüros Hessen, erklärt: „Wir haben bei der Auswahl der Referenzkinos eine tolle Mischung gewinnen können: Land und Stadt, privatwirtschaftlich, genossenschaftlich und kommunal geführt, Kinos mit unterschiedlichen Programmprofilen. Somit können die Erkenntnisse der fünf Referenzkinos in die gesamte Kinolandschaft wirken. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß: Von leicht umzusetzenden Maßnahmen wie der Umstellung auf Ökostrom über Kooperationen mit Nahverkehrsbetrieben zur nachhaltigen Anreise der Kinogäste bis hin zu Investitionen in energieeffiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen.“

Dr. Alexandra von Winning von Lust auf besser leben freut sich auf die Arbeit: „Es macht Spaß mit Betrieben zusammenzuarbeiten, die offen für Neues sind. Klar müssen dabei immer die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Ein kleines Kino in einem denkmalgeschützten Gebäude hat größere Herausforderungen in Sachen Klimaneutralität als ein neu gebautes Kino. Wir arbeiten gemeinsam aus, wie jedes Kino Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehen kann.“

Weitere Informationen unter:
https://www.film-hessen.de/preis-fuer-nachhaltiges-kino/

Kulturstiftung fördert drei Mainzer Filmkunst-Projekte

Der Vorstand der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat entschieden, drei Filmkunst-Projekte aus Mainz mit einer Förderung in Höhe von insgesamt 13.000 Euro zu unterstützen.

So erhält die Mainzer Indievisuals Filmproduktion einen Zuschuss von 5.000 Euro für die Postproduktion des Dokumentarfilms „Son of Cornwall“. In der filmischen Biographie berichtet Regisseur Lawrence Richards über das bewegte Leben seines Vaters, John Treleaven. Ebenfalls mit 5.000 Euro unterstützt die Stiftung die Postproduktion des Filmprojekts „Jupiter“ von Mariana Schneider und Frédéric Hambalek, der in Mainz Filmwissenschaft und Amerikanistik studierte und 2019 für den Grimme-Preis nominiert wurde. Der szenische Langfilm befasst sich als Psychodrama mit einer krisenhaften Mutter/Sohn-Beziehung. Einen Zuschuss von 3.000 Euro vergibt die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur an Manuel Föhl, der vor kurzem sein Studium der Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz absolvierte. Mit der Webserie „Stadtgeflüster“, die um den Mainzer Gartenfeldplatz spielt, möchte Föhl die Diversität der Gesellschaft nutzen, um Klischees und Vorurteile zu hinterfragen.

„Rheinland-Pfalz ist ein reichhaltiges Kulturland. Wir haben ein weltbekanntes Weltkulturerbe, renommierte Theater, Museen und soziokulturelle Zentren sowie eine vielfältige freie Szene. Die Kulturstiftung unterstützt die rheinland-pfälzischen Kulturschaffenden dabei, neue spannende Kunst- und Kulturprojekte auf den Weg zu bringen und damit die kulturelle Vielfalt unseres Landes zu pflegen und zu erhalten“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Seit 1991 fördert die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur Projekte aus unterschiedlichen Kultursparten. In der aktuellen Vergaberunde werden insgesamt 15 Projekte u.a. aus den Bereichen Musik, Literatur, Filmkunst und Ausstellungen sowie sozio-kulturelle Projekte mit 110.000 Euro unterstützt.

„Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ist ein wichtiger Partner der Kulturszene in unserem Bundesland. Viele Projekte können dank der Förderung der Stiftung realisiert werden, die sonst vielleicht nicht umgesetzt werden könnten. Damit trägt die Stiftung entscheidend dazu bei, auch innovative Formate zu unterstützen und damit neue Impulse in der rheinland-pfälzischen Kulturlandschaft möglich zu machen“, sagte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur wurde 1991 von der Landesregierung zur Förderung von Kunst und Kultur gegründet und erfüllt dabei unterschiedliche Aufgaben. So vergibt die Stiftung Projektförderungen und institutionelle Förderungen, veranstaltet den Kultursommer Rheinland-Pfalz, unterhält die Künstlerhäuser Edenkoben und Schloss Balmoral und erteilt Stipendien an junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Künstlerinnen und Künstler über ein Bewerbungsverfahren. Nähere Informationen zur Stiftung sind auf der Homepage zu finden unter www.kulturstiftung-rlp.

Autoren für’s Mainzer Drehbuch-Pitching beim FILMZ Festival des deutschen Kinos gesucht

© Filmz
© Filmz

Wie das Mainzer FILMZ-Team in einer Pressemeldung mitteilt, wird im November 2019 das FILMZ Festival des deutschen Kinos seine Türen wieder in den Mainzer Kinosälen öffnen. Allerdings finden nicht nur fertige Filme ihren Platz auf dem Festival. Auch DrehbuchautorInnen haben ebenfalls die Chance mit einem Beitrag dabei zu sein! „Ihr könnt eure Ideen – egal ob Treatment oder fertig ausgearbeitetes Drehbuch – bei unserem Drehbuch-Pitching vorstellen und ein Preisgeld in Höhe von 300€, gesponsert von Kontrastfilm, sowie eine Drehbuchsoftware von DramaQueen abräumen.

Dafür müsst ihr nur eure Drehbücher als PDF-Datei an pitching@filmz-mainz.de schicken. Einsendeschluss ist der 20. Oktober 2019.
Egal ob ihr Lang-, Mittellang-, Kurz-, oder Dokumentarfilme schreibt, bei unserem Drehbuch-Pitching bekommt jeder eine Chance. Aus allen Einsendungen wählen wir 4 glückliche Kandidaten aus, die ihre Ideen vor dem Publikum und unseren ausgewählten Juroren vorstellen dürfen.
Genaueres zur Teilnahme findet Ihr in den Richtlinien auf unserer Internetseite www.filmzmainz.de Im Anschluss an den jeweiligen Pitch dürfen gerne Fragen an die Autorinnen und Autoren gerichtet werden. An dieser Stelle sind auch alle anderen Film- und Drehbuch-Interessierten herzlich zu unserem Pitching am 3. November 2019 eingeladen!“

22. Open-Air-Filmfest in den Wiesbadener Reisinger-Anlagen noch bis 13. Juli 2019

Donnerstag, 04. Juli 2019Shaun das Schaf - Der Film . Open Air Kino in den Reisinger Anlagen Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Donnerstag, 04. Juli 2019 Shaun das Schaf – Der Film . Open Air Kino in den Reisinger Anlagen Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Noch bis zum 13. Juli können läuft das 22. Open-Air-Filmfest in den Wiesbadener Reisinger-Anlagen mit Filmklassikern wie Capernaum – Stadt der Hoffnung, Gegen den Strom, Berlin Rebel High School, Leto, Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt, Shaun das Schaf – Der Film, Western, Glücklich wie Lazzaro, Draussen und eine interaktive Kurzfilm Disco.dem mitreißenden Dokumentarfilm „Wildes Herz“. Den krönenden Abschluss am 13. Juli wird die französischen Komödie „Das Leben ist ein Fest“ bilden.

Am Freitag, 12. Juli Kurzfilmprogramm wird es nach den Überraschungserfolgen in den letzten zwei Jahren wieder ein interaktives Kurzfilmprogramm geben. „Kurzfilm Disco: Gucken, Tanzen, Abstimmen!“ präsentiert die besten tanzbaren Videos aus über 20 Jahren deutscher Musikvideogeschichte und die Bilderwerfer haben dafür eine Tanzfläche eingerichtet. Am 12. Juli sind die Zuschauer die Jury für deutsche Musikvideos und entscheiden über das beste deutsche Musikvideo des Abends.

Filmstart ist jeweils gegen 22 Uhr. Zur Einstimmung wird vorab immer ein Kurzfilm gezeigt, so dass es sich lohnt, etwas früher zu kommen.
Der Eintritt ist frei. Am besten Sitz-Decke oder Campingstuhl mitbringen!

Programm 2019

Festakt 70 Jahre DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und Eröffnung des DFF Fassbinder Center

Eingebunden in die Jubiläumsfeier 70 Jahre DFF  war die Eröffnung des Fassbinder Centers, Frankfurt, Eschersheimer Landstrasse 121, in dem der 2018 erworbene, wertvolle Schriftgutnachlass des wohl bedeutendsten deutschen Regisseurs der Nachkriegszeit aufbewahrt wird. ©  DFF, Foto Diether v. Goddenthow
Eingebunden in die Jubiläumsfeier 70 Jahre DFF war die Eröffnung des Fassbinder Centers, Frankfurt, Eschersheimer Landstrasse 121, in dem der 2018 erworbene, wertvolle Schriftgutnachlass des wohl bedeutendsten deutschen Regisseurs der Nachkriegszeit aufbewahrt wird. © DFF, Foto Diether v. Goddenthow

Mit einem Festakt hat das Deutsche Filminstitut  Deutsches Filmmuseum DFF am Montag, 20. Mai, sein 70-jähriges Bestehen und die Eröffnung des neuen DFF Fassbinder Centers Frankfurt gefeiert.

In den nur 124 Jahren seiner Existenz hat das Kino unglaubliche Wandlungen vollzogen. 70 Jahre dieser Entwicklung hat das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das auf das am 13. April 1949 in Wiesbaden gegründete Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) zurückgeht, forschend und sammelnd begleitet. Damit ist das DFF die älteste filmwissenschaftliche Einrichtung der Bundesrepublik. 70 Jahre DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das bedeutet sieben Jahrzehnte Arbeit für die Bewahrung und Beförderung der Filmkultur in Deutschland, Europa und darüber hinaus.  Das DFF hat in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder gezeigt, dass es neben seinem breit aufgestellten Ausstellungsprogramm sowie dem täglich wechselnden Filmprogramm im hauseigenen Kino ständig neue Herausforderungen sucht und auch international Maßstäbe setzt. Sei es mit seinen Internetplattformen, mit den Digitalisierungsprojekten oder den modellhaften Filmvermittlungsangeboten.

Symbolisch wird das Eröffnungsband des Fassbinder-Centers durchtrennt. (v.l.i.): Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien; Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF; Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst; Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt; Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation;  Dr- Nikolaus Hensel, Vorstand DFF; Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Symbolisch wird das Eröffnungsband des Fassbinder-Centers durchtrennt. (v.l.i.): Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien; Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF; Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst; Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt; Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation; Dr- Nikolaus Hensel, Vorstand DFF; Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Als bewahrende Institution und Ort kontinuierlicher Innovation übernimmt das DFF seit jeher Aufgaben von gesamtstaatlicher Bedeutung. Als eines der drei Hauptmitglieder im Kinematheksverbund ist das DFF Garant für den Fortbestand und den Zugang zum filmischen Erbe. Es übernimmt zusammen mit dem Bundesarchiv und der Stiftung Deutsche Kinemathek die Aufgaben einer nationalen Kinemathek. Das gilt für die Sicherung einmaliger Originalmaterialien aus allen Epochen der Filmgeschichte, aber insbesondere auch für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes, bei der das DFF eine zentrale Rolle einnimmt.

Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien © Foto: Diether v. Goddenthow
Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien wünschte alles Gute für die nächsten 70 Jahre. © Foto: Diether v. Goddenthow

„70 Jahre DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum zu feiern, das heißt: den Garanten für die Pflege unseres filmischen Erbes, ja den international anerkannten Vorreiter in der digitalen Dokumentation und Zugänglichmachung des Kulturguts Film hochleben zu lassen. Und noch viel mehr, denn das DFF macht den Film als Kunstwerk in seiner ästhetischen Vielfalt auf eindrückliche Weise erlebbar“, sagte Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters beim Festakt, zu dem zahlreiche Gäste, Förderer und Filmschaffende erschienen waren.

Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Foto: Diether v. Goddenthow
Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zu den institutionellen Förderern des DFF gehört auch das Land Hessen, für das als Gratulantin die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, beim Festakt sprach: „Seit 70 Jahren hält das DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung von Film hoch und fördert einen kritischen und zugleich kreativen Umgang mit dem Medium – als eine der bundesweit wichtigsten Institutionen des Films. Darauf ist Hessen stolz“, sagte Dorn. „Film ermöglicht Integration und funktioniert dabei ganz ohne soziale und kulturelle Grenzen.“

Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die große Bandbreite der Arbeit des DFF betonte DFF-Direktorin Ellen Harrington: „Als ich im Januar 2018 zum DFF kam, war ich beeindruckt vom enormen Umfang unserer Arbeit und den Schätzen, die wir haben: Ausstellungen, Kino, Archive, digitale Projekte, europäische Kooperationen, digitale Plattformen, exemplarische Modellprojekte in der Filmbildung und -vermittlung – und vieles mehr.“ Das Team des DFF habe in den vergangenen eineinhalb Jahren darüber hinaus in kürzester Zeit unglaublich viel erreicht – einen neuen Markenauftritt mit neuem Logo und neuem Namen sowie eine komplett neue Website; von Juni an gibt es auch Onlinetickets fürs Kino. „Wir sind fit für die Zukunft. Auch die nächsten 70 Jahre – und darüber hinaus – stehen wir bereit für alle Herausforderungen, die sich uns stellen, und die uns gestellt werden“, sagte Harrington.

Eröffnung des DFF Fassbinder Center Frankfurt

Blick in das Fassbinder Textarchiv, Raum 10. © Foto: Diether v. Goddenthow
Blick in das Fassbinder Textarchiv, Raum 10. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aktuelles Highlight sei natürlich die Eröffnung des DFF Fassbinder Center Frankfurt, aus Anlass der Übernahme des Nachlasses von Rainer Werner Fassbinder im September 2018. Das uninah gelegene neue Archiv- und Studienzentrum, bündelt nun auf rund 1000 Quadratmetern in der Eschersheimer Landstraße 121 die Sammlungen des DFF an einem zentralen Ort und macht sie für die Forschung zugänglich. Filmwissenschaftler, Studierende und andere Interessierte sind eingeladen, in den vielfältigen Materialien (DFF-Textarchiv und Plakatarchiv sowie Fassbinders Textarchiv, sein Schrifgutnachlass und Fotoarchiv) zu recherchieren und sich im großzügigen und modern ausgestatteten Lesesaal in ihren Forschungsgegenstand zu vertiefen.

Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit Blick auf die Eröffnung des DFF Fassbinder Center Frankfurt sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Ich freue mich, wenn viele junge Menschen kommen, um in diesem neuen Studienzentrum zu forschen und zu studieren und es mit Leben zu füllen. Fassbinders Name ist eng mit unserer jüngeren Geschichte in Frankfurt verknüpft – es ist deswegen eine gute Entscheidung, dass das Center und der Nachlass des Künstlers jetzt dauerhaft hier angesiedelt wird.“

Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation. © Foto: Diether v. Goddenthow
Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation, Juliane Maria Lorenz-Wehling, erinnerte an das umfassende Werk Fassbinders und konstatierte in ihrer Rede: „Rainer Werner Fassbinder braucht keine Denkmäler. Seine Filme halten die Erinnerung an ihn auf der ganzen Welt wach. Und doch freue ich mich, dass mit diesem schönen Forschungszentrum mitten in Frankfurt sein Erbe lebendig gehalten wird. Ich bin schon gespannt auf die Früchte wissenschaftlicher Arbeit, die dieses Haus hervorbringen wird.“

Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF überreicht Ellen Harrington den wiederentdeckten Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“- © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF überreicht Ellen Harrington den wiederentdeckten Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“- © Foto: Diether v. Goddenthow

DFF-Verwaltungsratsvorsitzende Ina Hartwig überreichte dem DFF Fassbinder Center zur Eröffnung ein Überraschungsgeschenk: einen lange verschollenen Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“, dessen Uraufführung im Schauspiel Frankfurt 1985 durch eine Bühnenbesetzung verhindert wurde. „Frankfurt und Rainer Werner Fassbinder verbindet eine lebendige, auch reibungsvolle und von Debatten geprägte Geschichte“, sagte die Dezernentin. „Lange hieß es, dass es keine Aufzeichnung des Stücks gebe, aber nach einer intensiven Recherche machten wir diesen Mitschnitt im Archiv der Städtischen Bühnen ausfindig. Ich hoffe, dass er das Archiv sinnvoll ergänzt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weitergehende Einsichten in Fassbinders Schaffen in Frankfurt geben kann.“

Impression aus dem  Filmarchiv des DFF -  Helen Kahsai, zeigt den Gästen das Archiv der Filme der 1930er - 1960er Jahre. im Erdgeschoss. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus dem Filmarchiv des DFF – Helen Kahsai, zeigt den Gästen das Archiv der Filme der 1930er – 1960er Jahre. im Erdgeschoss. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films goEast mit glanzvoller Preisverleihung abgeschlossen

Goldenen Lilie – Hauptpreis

ACID (KISLOTA, Russland 2018, Regie: Alexander Gorchilin; Produktion: Sabina Eremeeva) ist der Gewinner des Hauptpreises der 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden – der mit 10.000 Euro dotierten Goldenen Lilie. Die fünfköpfige internationale Jury unter dem Vorsitz von Teona Strugar Mitevska begründete ihre Entscheidung damit, dass der meisterhafte Debütfilm die Energie und die Verzweiflung der Millennial-Generation spürbar mache. „Die Geschichte ist brillant geschrieben und konstruiert. Sie überzeugt von Anfang bis Ende in der Art, wie sie den Charakteren durch das urbane zeitgenössische Setting folgt“, betonte die Jury.

Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis, die "Goldene Lilie für den Besten Film" ging an  ACID (KISLOTA). v.l.n.r.:Teona Strugar Mitevska (Juryvorsitzende), Arina Shevtsova, Hauptdarstellerin Vanya, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ellen-Harrington, Direktorin  des DFF, Deutsches Filminstitut Deutsches Filmmuseum.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis, die „Goldene Lilie für den Besten Film“, ging an ACID (KISLOTA). v.l.n.r.:Teona Strugar Mitevska (Juryvorsitzende), Arina Shevtsova, Hauptdarstellerin Vanya, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ellen-Harrington, Direktorin des DFF, Deutsches Filminstitut Deutsches Filmmuseum.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Preisverleihung in der Caligari FilmBühne bildete den krönenden Abschluss von goEast. Nach einer Woche voller Kino, Virtual Reality, zahlreichen Diskussionen, Vorträgen und Ausstellungen, bei der 109 Filme gezeigt wurden und mehr als 200 Filmschaffende aus der internationalen Filmbranche zu Gast waren, wurden die Sieger des Wettbewerbs gekürt und Preise im Gesamtwert von 36.000 Euro verliehen.

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie

Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie erhielt Adilkhan Yerzhanov für "DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT" (l.n.r.:) Adilkhan Yerzhanov (Regisseur), Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie erhielt Adilkhan Yerzhanov für „DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT“ (l.n.r.:) Adilkhan Yerzhanov (Regisseur), Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Adilkhan Yerzhanov gewann mit THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA; Kasachstan, Frankreich 2018) den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie, der mit 7.500 Euro dotiert ist. „Der Film, der in einer Welt voller Absurdität und Gleichgültigkeit spielt, ist ein visuell beeindruckendes und bewegendes Drama über Liebe, die Komplexität der menschlichen Bedingungen und Beziehungen, gewürzt mit einem staubtrockenden Humor. Das ist modernes und klassisches Kino in einem, was die Kraft des Regisseurs als Auteur unterstreicht“, so die Jury. Der Regisseur zeige sein künstlerisches Talent für Details: Einstellungen voller poetischer Schönheit, minimalistische, gleichzeitig stilisierte Innenräume, ruhige aber ausdrucksstarke Gesichter, reiche und farbenfrohe Landschaften, lobte die Jury.

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt 

 Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt ausgezeichnet. l.n.r.: ALISA KOVALENKO, Regisseurin, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ayse-Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt ausgezeichnet. l.n.r.: ALISA KOVALENKO, Regisseurin, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ayse-Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko) wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt und einem Preisgeld von 4.000 Euro ausgezeichnet. Der Film über eine junge Ukrainerin, die mit Beharrlichkeit und Überzeugung den Traum einer professionellen Fußball-Karriere inmitten ihrer sozial prekären Familiensituation verfolgt, mache Hoffnung, betonte die Jury. „Dieser Film thematisiert die Idee neuer familiärer Strukturen in vielfacher Hinsicht und in verschiedenen Formen.“

Lobenden Erwähnung

Eine "Lobende Erwähnung" der Jury für den Film "Kalter November". Bild: Hauptdarsteller Fatmir Spahiu (r.) und ISMET SIJARINA, Regisseur, mit Festivalleiterin Heleen-Gerritsen,  © Foto: Diether v. Goddenthow
Eine „Lobende Erwähnung“ der Jury für den Film „Kalter November“. Bild: Hauptdarsteller Fatmir Spahiu (r.) und ISMET SIJARINA, Regisseur, mit Festivalleiterin Heleen-Gerritsen, © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit einer lobenden Erwähnung bedachte die Jury COLD NOVEMBER (NËNTOR, FTOHTË, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet Sijarina) dafür, dass der Film „auf mutige und ehrliche Weise die Geschichte eines nationalen Traumas durch die Augen einer ganz gewöhnlichen Person“ zeige. Der Film thematisiert den Krieg in Jugoslawien 1992 in Prishtina und erzählt vom (Über-)Leben in bösen Zeiten.

Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Festivalleiterin Heleen Gerritsen freute sich über einen erfolgreichen Jahrgang von goEast: „goEast 2019 wurde erneut von einer unglaublichen Genrevielfalt und von echtem Austausch geprägt: Bei den Filmgesprächen, im Kino, aber auch bei den Parties und bei der interdisziplinären Veranstaltungsreihe ,Paneuropäisches Picknick‘ trafen Filmschaffende und Künstler*innen aus Mittel- und Osteuropa und das Publikum aus Wiesbaden und Umgebung aufeinander. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, das Festival verstärkt in die Stadt hineinzutragen.“

Impression aus der Caligari-Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus der Caligari-Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI Spiel- und Dokumentar-Film

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI in der Kategorie Spielfilm ging an THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA; Kasachstan, Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov) „für ein farbenfrohes Märchen, mit kamera-geleitetem Humor“, wie es in der Jurybegründung hieß. Der Film erzählt die bittersüße Geschichte einer kasachischen Familie als Mafia-Tragikomödie à la Camus.

Die Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI für Dokumentar- und Spielfilm gingen an Andrei Kutsila (mitte rechts) für den Dokumentarfilm STRIP AND WAR, und an Adilkhan Yerzhanov für DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI für Dokumentar- und Spielfilm gingen an Andrei Kutsila (mitte rechts) für den Dokumentarfilm STRIP AND WAR, und an Adilkhan Yerzhanov für DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der Kategorie Dokumentarfilm gewann STRIP AND WAR (Belarus, Polen 2019, Regie: Andrei Kutsila) den Preis der FIPRESCI. Die Jury zeichnete den Dokumentarfilm über einen Kriegsveteranen und dessen strippenden Enkelsohn aus, der bei goEast seine Weltpremiere feierte, und zwar „für die gelassene Darstellung einer möglichen Koexistenz verschiedener Werte und Generationen“.

Open Frame Award

Das  Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka mit Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin und Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF Bank Stiftung.© Foto: Diether v. Goddenthow
Das Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka mit Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin und Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF Bank Stiftung.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka wurde für AFTERMATH VR: EUROMAIDAN mit dem von der BHF Bank Stiftung für Virtual-Reality-Werke ausgelobten Open Frame Award ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert ist. In dem VR-Projekt schlüpft der Betrachter in die Rolle eines Demonstranten während der Proteste auf dem Maidanplatz in Kiew. Durch die Kombination aus kraftvollem immersivem Storytelling und dem interaktiven Poztenzial von VR mache das Werk den Betrachter zu einem aktiv Handelnden, der in das Geschehen eingreifen könne, erklärte die Jury. „Die VR-Erfahrung hinterlässt einen bleibenden Eindruck und konserviert Erinnerungen mit diesem einzigartigen journalistischen Format, das große gesellschaftliche Relevanz besitzt.“

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für TRAIL OF ANGELS von Kristina Buožytė für die herausragende Kreativität aus. „Die Herausforderung einer poetische Reise durch die Bilderwelt eines traditionellen Malers wurde respektvoll und intelligent gelöst“, so die Jury.

RheinMain Kurzfilmpreis

RheinMain Kurzfilmpreis. gestiftet vom  Kulturfonds Frankfurt RheinMain ging an Leon Lučev. Bild: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (ganz rechts), Leon Lučev (mitte) mit der Festivalleiterin und der Jury,  © Foto: Diether v. Goddenthow
RheinMain Kurzfilmpreis. gestiftet vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ging an Leon Lučev. Bild: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (ganz rechts), Leon Lučev (mitte) mit Festivalleiterin und der Jury, © Foto: Diether v. Goddenthow

Erstmals wurde in diesem Jahr der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gestiftete RheinMain Kurzfilmpreis (2.500 Euro) vergeben. Die Jury aus Vertreter*innen von Kulturvereinen mit Osteuropa-Bezug aus dem Rhein-Main-Gebiet entschied sich für I CAN BARELY REMEMBER THE DAY (MALO SE SJEĆAM TOG DANA, Kroatien 2018) – das Regiedebüt des kroatischen Schauspielers Leon Lučev, und begründete ihre Entscheidung damit, dass der Film die gegensätzlichen Themen Tod und Leben, Trauer und Heiterkeit geschickt miteinander verwebe. „Was der Protagonist nicht aussprechen kann, entwickelt der Regisseur über Kameraführung, die Wahl seiner Stilmittel sowie die ausgezeichnete schauspielerische Leistung. Der Film berührt“, betonte die Jury.

Renovabis-Recherchestipendium

Das Projekt THE MOTHERS‘ CRUSADE (Belarus, Regie: Alexander Mihalkovich) gewann das in diesem Jahr erstmals ausgelobte Renovabis-Recherchestipendium (3.500 Euro) für dokumentarische Vorhaben zu den Themen Menschen- und Minderheitenrechte. Die Jury zeichnete die Geschichte über Frauen aus, die in Weißrussland gegen Missbrauch in einer mächtigen männlich dominierten Institution, dem Militär, kämpfen. „Durch die Perspektive einer Mutter erhalten wir damit Einblick in eine viel umfassendere Kultur der Gewalt“, so die Jurybegründung.

East-West Talent Lab

LANDING von Ksenia Ciuvaseva aus Moldawien wurde als bestes Projekt im Rahmen des East-West Talent Lab mit dem von Russian Standard Vodka gestifteten goEast Development Award in Höhe von 3.500 Euro bedacht. Es sei eine sehr persönliche Geschichte, die so große Themen wie Verlust, Abwesenheit und Liebe auslotet, betonte die Jury. „Sowohl die Filmemacherin als auch ihr Vater versuchen, Zeit und Raum durch Videobotschaften zu überwinden. Wir sind gespannt, wohin dieses Abenteuer beide führen wird.“

Abschlussfoto mit allen Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Helfern des Festivals goEast zum Abschluss der Preisverleihung am 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Abschlussfoto mit allen Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Helfern des Festivals goEast zum Abschluss der Preisverleihung am 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Wahl des goEast Medienpartners 3sat, der seit Beginn des Festivals in jedem Jahr den Ankauf für einen Film des Programms anbietet, fiel 2019 auf den Wettbewerbsfilm MOMENTS (CHVILKY, Tschechische Republik, Slowakische Republik 2018) von Beata Parkanová. Der Film soll zum goEast Festival 2020 bei 3sat seine TV-Premiere feiern.

Die 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fand vom 10. bis 16. April in Wiesbaden statt. Zu den Höhepunkten gehörten neben einem spannenden Wettbewerb die Besuche international gefeierter Filmemacher*innen wie Krzysztof Zanussi, Sergei Loznitsa und Jury-Präsidentin Teona Strugar Mitevska. Große Resonanz erfuhren auch das Symposium unter dem Titel „Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas“ sowie die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“

Alle Preisträger*innen im Überblick:

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Goldene Lilie für den Besten Film
ACID /KISLOTA, Russland 2018, Regie: Alexander Gorchilin; Produktion: Sabina Eremeeva

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie
THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD / LASKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt
HOME GAMES / DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko

Lobende Erwähnung
COLD NOVEMBER / NËNTOR, FTOHTË, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet
Sijarina

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Spielfilm)
THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD / LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
STRIP AND WAR / Belarus, Polen 2019, Regie: Andrei Kutsila

Open Frame Award
AFTERMATH VR: EUROMAIDAN, Ukraine 2018, Regie: Alexey Furman and Sergiy Polezhaka

RheinMain Kurzfilmpreis
I CAN BARELY REMEMBER THE DAY / MALO SE SJEĆAM TOG DANA, Kroatien 2018, Regie: Leon
Lučev

Renovabis-Recherchestipendium
THE MOTHERS‘ CRUSADE, Belarus, Regie: Alexander Mihalkovich
goEast Development Award
LANDING, Moldawien, Regie: Ksenia Ciuvaseva

Siehe „goEast“

goEast eröffnet! Die Filmwelt schaut auf Wiesbaden – Highlight „Paneuropäisches Frühstück“

GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF
GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF

Mit einer absurden Szene aus „Gorilla bathes at noon“ startete am 10. April 2019 das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films GoEast in Wiesbaden im vollbesetzten Caligari, darunter viel Prominenz aus Kultur, Politik und Gesellschaft.

Nach einer halsbrecherischen Kletterpartie auf das Haupt des 1991 gestürzten Lenin-Denkmals am Internationalen Platz in Ostberlin versucht der mit der neuen Wendezeit-Situation völlig überforderte russische Major Viktor seinem Idol die weiße Farbe des Protestes  von der Stirn zu waschen, als wolle er die Zeit aufhalten – bis hin zum verzweifelten Ausruf „Ich bin ein Berliner!“.. Regisseurs Dusan Makavejevs trifft wie kaum ein anderer Film den Kern der Verunsicherung, die der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren in Ost und West bei vielen Menschen – von der Zivilbevölkerung bis hin zu den „Besatzungssoldaten – aufgelöst hat. Die Folgen der Öffnung des Eisernen Vorhangs ist auch der diesjährige Schwerpunkt von GoEast. Es geht im Kern um die Auseinandersetzung mit der Frage, was die Öffnung von Grenzen und der Fall der Berliner Mauer mit den Menschen ab den 1990er Jahren nach der Wendezeit in Ost und in West gemacht hat.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow

30 Jahre nach dem Mauerfall werde das Rhein-Main-Gebiet vom Ostblock erobert, stellte Festivalleiterin Heleen Gerritsen ein wenig augenzwinkernd bei der Eröffnung fest. Denn mit der etwas „kriegerischen“ Formulierung sei im provokanten Sinne der „Kalte Krieg“ gemeint, der noch gar nicht so lange her sei, sowie das Verhältnis zwischen Ost und West, das immer noch stürmisch sei, wie tägliche Nachrichten zeigten. „Doch wir Osteuropafans wissen, dass die Länder in unserem Osten viel mehr zu bieten haben als Kriegsrhetorik oder Nationalismus. GoEast verwandelt Wiesbaden erneut in die Hochburg für mittel- und osteuropäische Kultur“, so die Festivalleiterin. Neben vielen hochkarätigen Filmveranstaltungen und Premieren gibt es ein besonders vielfältiges Rahmenprogramm unter dem Namen „Paneuropäisches Picknick“, und mit Krzyzstof Zanussi und Sergei Loznitsa kommen zwei der produktivsten Filmemacher nach Wiesbaden. Insgesamt hätten sich über 400 Gäste, darunter 200 Filmschaffende, akkreditiert. Die Debüt- und Nachwuchsfilmschaffenden träfen sich wieder im goEast-Festivalzentrum „Casino-Gesellschaft“ oder in der Caligari Filmbühne.

Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kein anderes Kinoerlebnis bringe eine so große Vielfalt von Filmen und Filmschaffenden aus mehr als 30 mittel- und osteuropäischen Ländern mit ihren westeuropäischen Pendants zusammen wie GoEast, sagte Ellen Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts- und Filmmuseums. „goEast ist ein dynamisches Sammelsurium aus Ideen, Meinungen, Kunst und Debatten, in einer gastfreundlichen Stadt und mit tollen Events für alle Besucher und Besucherinnen.“, so Harrington. 2019 sei ein besonderes Jahr, nicht nur, da sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal jähre. „Auch das Dff – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, 1949 in Wiesbaden gegründet, feiert seinen 70. Jahrestag“, so die DFF-Direktorin. Auch vor 1989 organisierte das Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) osteuropäische Filmwochen, um dem westlichen Publikum einen Blick hinter die Kulissen des Eisernen Vorhangs zu gewähren. „Als goEast 2001 ins Leben gerufen wurde, wurde der Aspekt der Kulturdiplomatie sofort als sehr wichtig erachtet. Dieser ist bis heute ein wichtiger Baustein, besonders im Angesicht einer sich verändernden Europäischen Union“, erläuterte die DFF-Direktorin.

 Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

GoEast wolle Sterotypen aufbrechen und Klischees überwinden. Darauf ziele beispielsweise das Symposium „Konstruktion des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropa“ ab, sagte Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In bewährter Tradition setze goEast auf den Austausch über das Gesehene und fördere damit den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation. Genauso wende das Festival seinen Blick auf unsere nicht weniger spannende gesellschaftliche Gegenwart und die Zukunft des Filmschaffens. So sollen zwei neue Preise, der RheinMain Kurzfilmpreis und das Renovabis-Recherchestipendium für ein Dokumentarfilmprojekt mit Menschenrechtsbezug im Rahmen des Fortbildungsprogramms East-West-Talent Lab dem Filmnachwuchs ermöglichen, innovative Projektideen zu verwirklichen, sagte die Staatssekretärin. So zeige sich das Festival explizit als eine Plattform der Entwicklung und des Lernens von- und miteinander, so Asar.

Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow

Dass goEast zum 19. Mal in Wiesbaden stattfände, sei kein Zufall, denn, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden: „wir haben eine lange Tradition in der Verbindung zu Osteuropa. Man denke nur an die russisch-orthodoxe Kapelle, die auf Wiesbaden herunterschaut. Künstler, die in früheren Zeiten Wiesbaden besucht haben, zum Beispiel Jawlensky. Aber auch heute ist die Geschichte vieler Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger eng mit Osteuropa verbunden.“ Das unterstreiche goEast in diesem Jahr vielleicht einmal mehr mit seinem „Paneuropäischen Picknick“, an dem auch Wiesbadener Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt wie der polnische Kultursalon „Pokusa“ und die „Kroatische Kulturgemeinschaft“ teilnähmen, so Imholz. GoEast böte auch in diesem Jahr wieder ein Filmprogramm von  ganz hoher Qualität und  großer Vielfalt und sei zurecht ein Schwerpunkt im Wiesbadener Kulturkalender, so Imholz und weiter: „Die Filmwelt schaut auf das Festival. Wiesbaden ist in der nächsten Woche wieder einmal Filmstadt!“

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, machte in seinem Grußwort der Festivalleiterin und ihrem Team und allen Beteiligten im Namen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ein großes Kompliment, nämlich dass sie es verstünden “Etwas, was schon sehr gut ist, jedes Jahr noch besser zu machen“. Das Festival in allen Formaten biete nicht nur die Gelegenheit, etwas zu finden, etwas Neues kennenzulernen, sondern auch die Chance, miteinander in Dialog zu kommen.
„Die Idee mit dem Paneuropäischen Picknick finde ich einfach genial. Weil es sozusagen Realität ist, aber mehr als Realität, nämlich Erzählung sei. Und Erzählung schaffe Realität. Der knackige Text im Programm, dass Performance-Künstler diese Sache veranstaltet haben, stünde, so Dr. Müller, zumindest mit einer zweiten Gruppen in Konkurrenz, die Ähnliches behaupte: Zum einen Otto von Habsburg, der damalige Vorsitzende der Pan-Europa-Union, und zwei Außenminister, Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn, „die damals den Draht durchgeschnitten haben, symbolisch gemeint, aber das auslösend, was sie vielleicht nicht geahnt haben, nämlich: dass sehr viele Menschen dieses Symbol für etwas Ernstes genommen haben und einfach den restlichen Draht durchtrennt und einfach den Eisernen Vorhang durch eine Art Massenbewegung beseitigt haben“, so Müller. Und was immer der Kern, die Absicht der Beteiligten gewesen war, „es war eine Performance, die die Welt erlebt hat, und die zeigt, dass in unruhigen Zeiten Kunst notwendig ist, um Drahtzäune und Barrieren wegzuräumen.“ Und dies genau sei das Anliegen von GoEast: „eine neue Plattform für Kultur aus dem Osten Europas im Rhein-Main-Gebiet zu etablieren“, so Dr. Müller.

Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aus dem Programmheft, Seite 17:
PICKNICK (Samstag, 13.April 2019, 11.00 bis 15.00 Uhr, vor dem Rathauseingang /Schlossplatz)
„Was liegt näher im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe, als ein tatsächliches Picknick zu veranstalten – direkt neben dem Wiesbadener Markt am Schlossplatz? Neben Speis und Trank, bestehend aus einer köstlichen Reise durch
Osteuropa, laden im Rhein-MainGebiet ansässige Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt zum gemeinsamen Stelldichein. Untermalt von Live-Musik und DJ Janeck möchten wir die osteuropäische Alltagskultur in die Öffentlichkeit tragen, um Festivalgäste, Publikum und die Wiesbadener Nachbarschaft zu vereinen. Folgen Sie einfach dem roten Teppich zum Picknick der besonderen Art.“

Aus dem Programmheft, Seite 16
MASTERCLASS: SERGEI LOZNITSA
„Beliebt, berüchtigt und umstritten ist das Werk Sergei Loznitsas. Egal ob in seinen Dokumentarfilmen oder in seinen Spielfilmen, der (post-)sowjetische Mensch oder genauer gesagt, die Gruppendynamik des (post-)sowjetischen Kollektivs steht im Mittelpunkt all seiner Filme. Der in der weißrussischen
SSR geborene Regisseur studierte in Kiew und Moskau und ist in seinem filmischen Schaffen erstaunlich
produktiv. Dabei entwickelte er nicht eine, sondern gleich drei ganz eigene Handschriften mit hohem Wiedererkennungswert. Bekannt geworden ist Loznitsa zunächst in Fachkreisen mit seinen mal in langsamen Bildern beobachtenden, mal aus Archivmontagen entstandenen Dokumentarfilmen wie BLOKADA (Russland, 2005). Zu dieser letzten Form kehrt er mit THE TRIAL (Niederlande, 2018), der in diesem Jahr auch bei goEast gezeigt wird, zurück (Seite 8). Mit MAIDAN, AUSTERLITZ und SIEGESTAG beobachtet er dokumentarisch Massendemonstrationen und Gruppendynamiken in langen Einstellungen. Seine Spielfilme (DONBASS, DIE SANFTE, IM NEBEL, MEIN GLÜCK) dagegen sind wie Fieberträume und zeichnen ein pessimistisches (und manchmal groteskes) Bild der post-sowjetischen Gesellschaften. Vor allem in Russland erntet Loznitsa damit viel Kritik: Immer wieder wird dem Regisseur Schwarzmalerei oder sogar anti-russische Propaganda vorgeworfen. In einer öffentlichen Masterclass erzählt Loznitsa über sein Werk, seine Entscheidungen und Erfahrungen.“

Festivalzentrum So, 14.04. / 11:30 Uhr,
in russischer Sprache mit englischer
Simultanübersetzung
Eintritt: 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

Das  Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

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Die Spielstätten auf einen Blick

Ein großartiger Abend zum 80. für und mit Volker Schlöndorff und Wegbeleitern Mario Adorf, Klaus Doldinger und Daniel Cohn-Bendit in der Caligari-Filmbühne

Volker Schlöndorff mit Weggefährten und Freund Mario Adorf im Foyer der Caligari Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Schlöndorff mit Weggefährten und Freund Mario Adorf im Foyer der Caligari Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zu Ehren des Regisseurs Volker Schlöndorff anlässlich seines 80. Geburtstags veranstaltet das Kulturamt in Kooperation mit dem DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, Frankfurt am Main, und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung  eine Werkschau in drei Kinos in Wiesbaden und in Frankfurt, die vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert wird. Und gestern Abend war der Auftakt, zunächst im Rathaus mit Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, anschließend in der Caligari-Filmbühne mit Lesung, Live-Talk, Jazz und Filmvorführung.

Programm-Flyer der Werkschau

Begonnen hatte der Abend feierlich im Ratssaal mit dem Eintrag Volker Schlöndorffs ins Goldene Buch der Stadt der Landeshauptstadt Wiesbaden. Volker Schlöndorff gehöre ohne Zweifel zu den deutschen Regisseuren mit dem international größten Ansehen, betonte Oberbürgermeister Sven Gerich. Seit über 50 Jahren habe er regen Anteil an der Geschichte des Films mit über 35 sehr bekannten Filmen und unzähligen Preisen aus dem In- und Ausland, weswegen ihm einen der herausragenden Plätze in der Geschichte des Films schon heute gebühre. An erster Stelle sei hier sicherlich die Verfilmung von Heinrich Bölls Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ zu nennen. Schlöndorff drehte diesen Film, so der Oberbürgermeister, gemeinsam mit seiner damaligen Frau Margarete von Trotha. Ein Jahr später, im Jahr 1980 gelingt Volker Schlöndorff mit seinem Film „Die Blechtrommel“ das beinahe Unmögliche: Als erster Deutscher Regisseur erhält er einen Oskar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. Diese hohe Auszeichnung haben bis heute neben ihm nur Caroline Link und Florian Henckel von Donnersmarck  erhalten.
Was aber viele nicht wüssten, so Seven Gerich, dass Volker Schlöndorff seine Wurzeln in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden habe. „1939 als Sohn eines Lungenfacharztes in Wiesbaden geboren, verbrachte Schlöndorff seine ersten Kindheitsjahre in Biebrich, um genau zu sein, so der Oberbürgermeister, in der Rathausstrasse 60, also schräg gegenüber des heutigen Polizeireviers. „Und lieber Herr Schlöndorff, was Sie nicht wissen können, ich spreche hier sozusagen von Biebricher Bub zu Biebricher Bub. Denn ich bin in unmittelbarer Nähe, in der Wilhelm-Tropp-Strasse gegenüber der alten Feuerwache großgeworden.“

Volker Schlöndorff kurz nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.© Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Schlöndorff kurz nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.© Foto: Diether v. Goddenthow

Ein wenig gerührt, dankte Volker Schlöndorff für den Empfang und die Ehre, sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen haben zu dürfen. Er sei eigentlich nie weggekommen von Wiesbaden, „ich bin zwar mit 16 abgehauen, wie man so sagt, erst nach Frankreich, dann nach München, nach USA.  Aber ich hatte immer wieder Anlass natürlich zurückzukommen, und als es keine Familie mehr gab,  gab’s die Familie im Caligari, und vielen Dank, dass ich das erlebt habe, und ich freue mich auch jedes Mal, wenn ich da bin“, sagte Schlöndorff, der auch hoffe, dass die Stadt Wiesbaden den Mut habe, das Walhalla wieder zu beleben. Denn was seien  schon 43 Millionen? „Na und! Das sollte uns doch die Kultur, die Baukultur, allemal wert sein!“.

Auftakt zur Werkschau in der CaligariFilmbühne

Volles Haus in der Caligari Filmbühne anlässlich der Eröffnung von Volker Schlöndorffs Werkschau. © Foto: Diether v. Goddenthow
Volles Haus in der Caligari Filmbühne anlässlich der Eröffnung von Volker Schlöndorffs Werkschau. © Foto: Diether v. Goddenthow

Da sie es zeitlich zum Empfang ins Rathaus nicht schaffen konnten, traf Volker Schlöndorff seine engen Weggefährten dann im Anschluss in der ausverkauften Caligari-Filmbühne, unter ihnen der Schauspieler Mario Adorf, der Jazzmusiker und Komponist Klaus Doldinger und den deutsch-französischen Publizisten und Politiker Daniel Cohn-Bendit, der zugleich die  Moderation übernahm.

Kulturdezernent Axel Imholz begrüßte die Gäste herzlich, noch einmal besonders den Ehrengast Volker Schlöndorff und seine Weggefährten. Er plauderte dabei auch ein wenig aus dem Nähkästen, etwa über die Zitterpartie hinter den Kulissen im Kulturamt im Vorfeld der Veranstaltung was die Terminkoordination angesichts der prominenten Gäste anging, und ja bestens geglückt sei, worüber er sich sehr freue.

Volker Schlöndorff  dankte herzlich für die Einladung und die Ehre, so gefeiert zu werden, und las dann ein paar Seiten über seine Wiesbadener (Jugend-)Zeit  aus seiner druckfrischen Autobiographie „Licht, Schatten und Bewegung – Mein Leben und meine Filme“, 472 Seiten, die im Hanser Verlag“ München erschienen ist. Das Werk ist absolut empfehlenswert, nicht nur als Geschenk, sondern insbesondere auch als einzigartiges Zeitzeugendokument über die 60er, 70er und 80er Jahre für nachwachsene Generationen.

Regisseur Volker Schlöndorff im Talk mit Freund und Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit.© Foto: Diether v. Goddenthow
Regisseur Volker Schlöndorff im Talk mit Freund und Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit.© Foto: Diether v. Goddenthow

Vertiefende biographische Eindrücke über Volker Schlöndorff erfuhren die Caligari-Besucher dann beim Talk mit seinem Freund, dem deutsch-französischen Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit.  Schlöndorff war als Regisseur mit Günter Grass, Max Frisch, Heinrich Böll und Arthur Miller befreundet. Er verfilmte zahlreiche ihrer Bücher, die als Literaturverfilmungen Filmgeschichte geschrieben haben.

Ich fühlte mich wie der Größte

Mit wachsenden Erfolgen wurde Volker Schlöndorff mit Ehrungen und Preisen überhäuft, wobei jedoch die Oskar-Verleihung für „Die Blechtrommel“ als „besten fremdsprachigen Film“ der Gipfel gewesen sei, den man, so Schlöndorff, nie wieder erklimmen könne, was man aber nicht im Augenblick, sondern erst viele Jahre später wisse. An eine Szene erinnere er sich jedoch noch genau, als er am nächsten Morgen im Swimmingpool vom Hilton-Hotel Beverly Hills auf die von einem Fotograf auf den Beckenrand gestellte Statue (Oskar) zuschwamm: „Ich kam mir vor wie das Größte überhaupt, und dachte: Jetzt stehen mir alle Türen offen. Also erstmal habe ich den Ritterschlag, jetzt gehöre ich auch zu denen hier in Hollywood, womit ich solche Leute meinte wie Billy Wilder, Fritz Lang, alle die ausgewandert waren, auswandern mussten aus Deutschland, die immer meine großen Vorbilder waren. Jetzt bin ich also richtig bei denen angekommen.“, schilderte Schlöndorff, wie er sich damals  auf dem hohen Ross wähnte. „Das waren schon ein paar ganz tolle Jahre!“, aber er habe „dann ziemlich schnell diesen Credit vergeigt, indem ich nicht das Angebot von Steven Spielberg  angenommen habe, was ich gleichzeitig bekommen hatte für einen Film, den er produzieren wollte“.  Sondern er habe sich gesagt: „Das brauche ich ja jetzt nicht hier in Hollywood. Jetzt bin ich selbst in Hollywood“, und er habe abgelehnt mit der Begründung: „Ich mache einen Film über den Bürgerkrieg im Libanon, den kriege ich ja jetzt finanziert.“ Nach noch so eins, zwei Sachen sei dann in Hollywood die Oskarverleihung rasch vergessen gewesen.

Die RAF im realexistierenden Spießer-Paradies

An einen einschneidenden emotionalen „Höhepunkt“ ganz anderer Art erinnerte sich Volker Schlöndorff als er, durch den Mauerfall zur Rückkehr aus New York nach Deutschland motiviert, 1990 gleich zuerst „in den Zeitungen gelesen habe: ‚Elf der gesuchtesten RAF-Terroristen sind in der DDR untergetaucht und jetzt von den Behörden dem Westen ausgeliefert worden‘. Das war eine so unglaubliche Meldung, da er nicht begreifen konnte, wie solche durchgeknallten Terroristen vom „kleinbürgerlichen realexistierenden Sozialismus aufgenommen, mit neuen Namen, Pässen und Legenden versehen“ wurden, und in der DDR leben durften. „Das passt doch überhaupt nicht von dem Bild, was ich von der DDR hatte, oder von Herrn Mielke oder Honecker. Und noch viel weniger passt in mein Bild, mir vorzustellen, dass diese Typen, die dann wirklich durchgeknallt und ausgebrochen sind bis zum Extrem, dass die sich in diese realexistierende proletarische kleinbürgerliche Gesellschaft eingliedern, und zwar wie“, so Volker Schlöndorff, was schließlich für ihn und Wolfang Kohlhase Anlass gewesen sei, diese unglaubliche Story im Film „Die Stille nach dem Schuss“ zu verarbeiten.

Deutscher mit französischer Seele
Sein Handwerk lernte Schlöndorff in Frankreich als Assistent von Jean-Pierre Melville, Louis Malle und Alain Resnais. „Alles was ich kann, alle meine Einflüsse, alle meine Vorbilder sind alle französisch, und ich wollte auch als ersten Film natürlich einen französischen Film machen.“ Aber da hätten seine Vormeister ihm gesagt: „No, no, no!“, wir haben in Frankreich genug Regisseure. So bin ich dann zurückgekommen und hab‘ die Filme hier gemacht. Schon sein Debütfilm „Der junge Törless“ (1965/1966) wurde hierzulande zu einem großen Erfolg und gilt als einer der Schlüsselfilme des Neuen Deutschen Films. „Aber“ an Moderator Chon-Bendit gerichtet, „ich weiß nicht, wie es Dir geht, (…), ich hab einen starken französischen Teil in mir, der im Laufe der Jahre sogar irgendwie immer stärker wird. Ob das durch die Literatur oder durch die Filme ist, das ist eben so.“ Und je länger er von Frankreich fort wäre, um so französischer fühle er sich.

Beichtvater Adorf

Erweiterte Talkrunde, rechts um Mario Adorf und links um Klaus Doldinger. © Foto: Diether v. Goddenthow
Erweiterte Talkrunde, rechts um Mario Adorf und links um Klaus Doldinger. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der erweiterten Runde erinnerte sich Mario Adorf noch recht lebhaft an die Dreharbeiten für die Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ nahe bei Danzig. Mario Adorf war neben seiner Rolle unter anderem auch mit für das Wohlbefinden des kleinen 12jährigen Hauptdarstellers David Bennent, alias Oskar, zuständig, wobei die größte Angst am Set war, dass Oskar aus seiner Rolle herauswachsen könne, bevor der Dreh im Kasten sei. Auf „Oskars“ Körpergröße und Erscheinungsbild baute  maßgeblich die gesamte „Blechtrommelverfilmung“ auf. Und gerade deswegen sei auch Schlöndorff damals sehr aufgeregt und um Oskars Wohl bemüht gewesen, was ihn anfangs einmal zu den Worten brachte: „Also ich habe in diesem Film eine große Aufgabe mich um meinen Hauptdarsteller zu kümmern. Ich habe euch engagiert, ihr könnt alle sehr gut euren Beruf, spielt so gut ihr könnt. Ich lass euch machen, wenn ihr gut seid, seid ihr im Film, und wenn ihr nicht gut seid, werdet ihr geschnitten“, erinnert sich  Adorf an eine Drehsituation am Set mit seinen Freund.

Schlöndorff bestätigte das sofort und bekannte,  dass er nicht nur wegen der allgemeinen schwierigen Örtlichkeiten  oft beim Drehen verzweifelt gewesen, „selbst mit dem genialen Kameramann. Aber so genial der auch war, so schwierig war er auch“. Und da „habe ich mich oft an Mario geklammert, bin zu Dir hingekommen, hab Dir mein Leid geklagt, hab überlegt, ob ich mich von dem Kameramann trennen sollte, und du warst mein Beichtvater“. Auch wenn Günter Grass auftauchte, der oft sehr gute Ideen einbrachte, war Schlöndorff, wie er sagte, anfangs manchmal wie paralysiert gewesen. Einmal habe er einen ganzen Tag, den er in Anwesenheit von Grass gedreht hatte, neu drehen müssen, weil ihm bei dessen Anwesenheit nichts mehr eingefallen sei. Später habe er eine sehr gute Freundschaft mit Günter Grass gehabt.

Ins Boot geholt

Klaus Doldinger mit Band Passport bietet in seinem typischen Sound Jazz vom Feinsten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Klaus Doldinger mit Band Passport bietet in seinem typischen Sound Jazz vom Feinsten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Klaus Doldinger lernte Volker Schlöndorff näher und später als Freund während der Vorbereitung zum Film „Das Boot“ kennen. Für die Kinoverfilmung schrieb Doldinger die Filmmusik. „Für mich war das eine große Erfahrung für diesen Film die Musik zu machen, weil es eine völlig neue Art des Umgangs war für mich als Musiker, auch dass ich das erleben durfte, wie viele Musiker da mit Schauspielern zusammenkamen, um an dem Film mitzuwirken“.
Eine längere Kostprobe seiner genialen Kompositionen von der Filmmusik „Das Boot“ bis hin zur Langfassung der Tatort-Titelmusik gaben anschließend Klaus Doldinger  und seine Kollegen der 1971 gegründeten legendären Band „Passport“.

Werkschau
Den Anfang von Volker Schlöndorffs Werkschau machte die auf einer wahren Begebenheit beruhende Kriminalgeschichte „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ aus dem Jahr 1971. Filmisch nacherzählt wird ein 1822 von armen Bauern in Nordhessen begangener Raubüberfall, der in die Kriminalgeschichte als der Postraub in der Subach einging. Das Drehbuch hierzu hatte Schlöndorff gemeinsam mit seiner Frau Margarethe von Trotta verfasst. Bei diesem Film, für den er auch auf Grimm’sche Märchen zurückgriff und tief in die Sozialgeschichte einstieg, lernte er seine hessische Heimat nochmal ganz neu kennen und schätzen.

Programm-Flyer der Werkschau

Schlöndorffs Archiv wird im Deutsche Filmmuseum bewahrt
Im Jahr 1992 übergab Schlöndorff sein Archiv dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt. Die Sammlung Schlöndorff, die als eine der wichtigsten zum Neuen Deutschen Film gilt, wird beständig um Exponate erweitert und ist seit 2014 online zugänglich. Auch den beiden in Wiesbaden beheimateten Kooperationspartnern der Werkschau ist der Regisseur seit Jahren treu verbunden. Als engagiertes Gründungsmitglied des Fördervereins der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung setzt sich Schlöndorff für die Bewahrung und Erhaltung des Filmerbes ein. In der Caligari Filmbühne präsentiert Schlöndorff nicht nur seine Werke, er ist auch seit Jahrzehnten ein profilierter Fürsprecher und Pate des Wiesbadener kommunalen Kinos.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

goEast 2019: In dieser Woche startet in Wiesbaden das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits in seiner 19. Ausgabe startet vom 10. bis zum 16. April 2019 goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films: In 109 Filmen aus 39 Ländern wird die ästhetische und inhaltliche Vielfalt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens präsentiert, darunter 23 Deutschlandpremieren, drei Internationale Premieren und eine Weltpremiere. Daneben bietet das Festival ein deutlich ausgebautes Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären goEast Partys. Neu in diesem Jahr und nur durch die Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ist das „Paneuropäische Picknick“, einmal als cinematisches Format, und darüber hinaus am 13. April ab 11.00 Uhr als Begegnungs-Event auf dem Wiesbadener Schloss-Platz. Es soll als interdisziplinäre Sektion insbesondere internationale Festivalgäste und das Wiesbadener Publikum näher zusammenbringen.

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Die Spielstätten auf einen Blick

Die Jugend vom Damals und Heute

Auf der Pressekonferenz in der Caligari-Filmbühne wies Ellen Harrington, Direktorin des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseums darauf hin, dass mit der 19. Ausgabe von goEast das DFF gleichzeitig auch seinen 70. Geburtstag seiner Gründung hier in Wiesbaden als erste Filmerbe-Organisation der Bundesrepublik Deutschland feire, und dankte der Landeshauptstadt und dem Land Hessen „für die Unterstützung unserer Mission und für die Unterstützung von goEast, das sich seit 2001 für eine lebendige Debattenkultur einsetzt.“ Mittel der Wahl sei dabei der Film, der auf vielfältige Weise deutlich mache, dass Demokratie ein zentrales Gut eines vereinten Europas sei. „goEast ist ein Schaufenster für das Kino Ost- und Mitteleuropas und fordert – 30 Jahre nach dem Fall der Mauer – zugleich Respekt für alle, insbesondere auch für die marginalisierten Teile der Gesellschaft“, betonte Harrington. Entsprechend greift das diesjährige Programm von GoEast schwerpunktmäßig den gesellschaftlichen Wandel Ost- und Mitteleuropas nach der Wendezeit, also die Phase ab den 1990er Jahren auf, und zeigt insbesondere die auch damit verbundenen Generationenkonflikte auf, ein Leitgedanke, der sich auch im Festivalmotto „Die Jugend von Damals und Heute“ wiederfindet.

Wettbewerb

Der goEast Wettbewerb besteht traditionell wieder aus sechzehn Filmen, die um die drei Hauptpreise des Festivals konkurrieren. Der diesjährige Wettbewerb zeichne sich aus durch Werke von jungen Filmschaffenden, darunter einige Debütfilme, und Werke, in denen Generationskonflikte inhaltlich eine Rolle spielen. Damit knüpften die Filme an aktuelle gesellschaftliche Tendenzen in Ost- und Mitteleuropa an, aber nicht nur, denn auch im Westen gingen Jugendliche und Millennials auf die Straße und lehnten sich „gegen die Entscheidungen und die Politik der älteren Generationen auf“, erklärte Festivalleiterin Heleen Gerritsen und unterstrich im Hinblick auf die gezeigten Festivalfilme: „Im Osten wird der Konflikt noch dadurch verschärft, dass die Generationen in unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Systemen aufgewachsen sind. Ästhetisch und inhaltlich wählt die neue Generation von Filmschaffenden eine andere, neue Filmsprache“. In vielen der in diese Jahr präsentierten Festival-Filme stünden oft „Junge Menschen und ihre Motivation im Leben, ihr Entdeckungs- und Emanzipationsdrang oder auch ihr Verhältnis zu älteren Familienmitgliedern und Autoritäten“ im Mittelpunkt des Geschehens. Aber es würde auch danach gefragt, „warum junge Menschen bereit sind, Opfer zu bringen für ihre politischen Überzeugungen“, verriet Gerritsen.
Wettbewerbsfilme auf einen Blick

Treffpunkt der mittel- und osteuropäischen Filmszene
Rund 200 Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa werden bei goEast als Gäste erwartet. Dazu gehörten so bekannte Namen wie Želimir Žilnik und Sami Mustafa, die auch zu den Gästen des diesjährigen Symposiums „Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas“ am Freitag, 12.April ab 9.30 Uhr im Museum Wiesbaden gehören werden.
Dem Altmeister der polnischen Neuen Welle, Krzysztof Zanussi, ist in der Hommage mit der Darbietung von 8 seiner wichtigsten Werke eine umfangreiche Werkschau gewidmet.

Eröfnungsfilm: GOSPOD POSTOI, IMETO I’ E PETRUNIJA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA Teona Strugar Mitevska. Macedonia, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich 2019  © DFF
Eröfnungsfilm: GOSPOD POSTOI, IMETO I’ E PETRUNIJA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA Teona Strugar Mitevska. Macedonia, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich 2019 © DFF

Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin und diesjährige goEast Jury-Präsidentin Teona Strugar Mitevska präsentiert ihren Eröffnungsfilm „GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA“.

Zum ersten Mal kooperiert goEast anlässlich 30 Jahre Mauerfalls mit dem FilmFestival Cottbus mit vielversprechenden hintergründigem Motto „Bleibt alles anders? sowie „Die Wilden Neunziger“. Bei dieser gemeinsamen Film- und Gesprächsreihe wird zurückgeschaut „auf das Kino der 1990er Jahre, um diejenigen filmischen Tendenzen aufzuspüren, die zwischen der politischen Eurphorie und der Etablierung einer neuen – kapitalistischen – Ordnung des Filmschaffens geboren wurden“ (Seite 14, Programm goEast)

„Paneuropäisches Picknick“ 

Mit der – parallel zum gleichnamigen Schlossplatztreff am 13.4. – neu geschaffenen Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“ werden sowohl die Grenzen zwischen Ost und West als auch interdisziplinäre Grenzen zwischen Film, Literatur und Kunst überschritten. Bei den Filmtalks im „goEast Salon“ hat das Publikum die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Filmschaffenden des Wettbewerbs direkt ins Gespräch zu kommen. Das Motto „Paneuropäisches Picknick“ geht zurück auf eine gleichnamige legendäre Friedensdemonstration von Performance-Künstlern in Österreich und Ungarn von vor 30 Jahren zurück (Seite 16, Programm goEast).
Paneuropäisches Picknick auf einen Blick

Wiesbaden – historisch eine Brücke nach Osteuropa

Für Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, sei Wiesbaden traditionell schon immer eine Brücke in die osteuropäischen Länder gewesen, zuletzt auch durch die vielen Ost-Vertriebenen des 2. Weltkrieges, die in der Landeshauptstadt eine neue Heimat gefunden hätten. Einer der bekanntesten Vertreter wäre der Maler Jawlensky, der in Wiesbaden lebte und auch beigesetzt sei. Und welche Stadt verfüge schon wie Wiesbaden über eine Russisch-Orthodoxe Kirche der heiligen Elisabeth Romanow auf dem Neroberg. Dostojewski, einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller habe in Wiesbaden sein Werk „Der Spieler“ geschrieben. Man sähe die Verbundenheit Wiesbadens zum mittel- und osteuropäischen Kulturkreis auch in den Straßennamen. In dieser guten Tradition bringe „goEast internationale Filmschaffende und Filminteressierte nach Wiesbaden und schafft mit seinen Filmen und Gesprächsangeboten wichtige Einblicke und Verständnis für die Kulturen unserer östlichen Nachbarn – das ist heute ebenso aktuell und wichtig wie zu Beginn des Festivals“, so Imholz. Wiesbaden schätze sich glücklich, ein so einzigartiges Festival-Highlight wie goEast in der Landeshauptstadt zu haben, betonte der Kulturdezernent.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der das Pilotprojekt „Paneuropäisches Picknick“ durch eine entsprechende Förderung erst ermöglichte, unterstrich, dass wir uns heute, 30 Jahre nach dem Paneuropäischen Picknick von Sopron an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich fragen müssen, „wie einig und grenzfrei unser Europa ist und wie es um den Zusammenhalt und die Verständigung bestellt ist.“ Umso wichtiger sei es, die Errungenschaften der Verständigung auf allen Ebenen und in allen Ausprägungen zu wahren und auszubauen, so Müller. „Das ist der Ansatz des Paneuropäischen Picknicks in Wiesbaden: Es geht darum, eine Brücke zu schlagen zwischen dem etablierten Filmfestival und kleinen Kulturvereinen; eine Brücke zu Orten außerhalb der Filmbühnen, an denen Menschen mit mittel- und osteuropäischem Migrationshintergrund aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zusammenkommen.“

Dr. Markus Ingenlath, Geschäftsführer von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche, und ein weiterer neuer wichtiger Sponsor begründet das Engagement von Renovabis unter anderem damit, dass goEast mit der Auslobung eines Recherche-Stipendiums für Dokumentarfilme im Bereich Menschen- und Minderheitenrechte in Osteuropa aktuell brisante Themen in den Blick nehme. „Das ist ganz im Sinne der Arbeit von Renovabis: Wir wollen einen glaubhaften und ungeschönten Blick auf die Situation in unserer Nachbarschaft werfen, denn nur so kann echter Dialog gelingen“, so Ingenlath.

Am 10. April wird das 19.  goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films um 19.00 Uhr in der Caligari-Filmbühne eröffnet  mit  GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA (GOSPOD POSTOI, IMETO I‘ E PETRUNIJA, Nordmazedonien, Belgien, Slowenien, Kroatien,
Frankreich 2019) der nordmazedonischen Regisseurin Teona Strugar Mitevska.

goEast Programm online // goEast Wettbewerb // Jury & Preise
© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Herzstück des Festivals ist der Wettbewerb, in dem 16 Filme – zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme – gegeneinander antreten. „Neben Filmen, die sich mit aktuellen politischen Themen auseinandersetzen, gibt es 2019 auffällig viele Filme, die von Generationskonflikten erzählen“, verrät Festivalleiterin Heleen Gerritsen. „30 Jahre nach dem Mauerfall haben die Menschen, je nachdem in welchem System sie aufgewachsen sind, unterschiedliche Erwartungen vom Leben.

GoEastprogramm auf einen Blick

Jury & Preise
Unter den 16 Wettbewerbsbeiträgen feiern zehn Filme bei goEast ihre Deutschlandpremiere, daneben wird es zwei Internationale Premieren und eine Weltpremiere geben. Über die Vergabe der Preise entscheidet die internationale Jury. Es geht um die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis für kulturelle Vielfalt (4.000), der vom Auswärtigen Amt ausgelobt wird. Den JuryVorsitz übernimmt 2019 die vielfach preisgekrönte mazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska, die auch für den Eröffnungsfilm verantwortlich zeichnet. Mit Magdalena Żelasko, Gründerin und Leiterin des Wiener LET’S CEE Filmfestivals, und Stjepan Hundić, Gründer und Leiter des Fantastic Zagreb Film Festivals, erhält sie Unterstützung aus dem europäischen Festivalkosmos. Daneben gehört die Arthouse-Produzentin Anna Katchko zur Wettbewerbsjury. Außerdem ist die FIPRESCI mit einer eigenen Jury vertreten und zeichnet jeweils den besten Spielund den besten Dokumentarfilm mit dem Preis der Internationalen Filmkritik aus.

goEast Wettbewerb
Der goEast Wettbewerb zeigt einen vielfältigen und anspruchsvollen Querschnitt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens. Der Dokumentarfilm STRIP AND WAR (Belarus, Polen 2019) von East-West Talent Lab-Alumnus Andrei Kutsila, der bei goEast seine Weltpremiere feiert, offenbart den Clash der Generationen zwischen einem Kriegsveteranen und dessen als Stripper arbeitenden Enkelsohn und spiegelt dabei die belarussische Gesellschaft wider. Der tschechische Debütfilm MOMENTS (CHVILKY, Tschechien, Slowakei 2018) von Beata Parkanová stellt eine junge Frau ins Zentrum, die sich durch das Dickicht von Erwartungen und Ansprüchen innerhalb der drei Generationen ihrer Familie einen eigenen Weg bahnen muss. In seinem Coming-of-Age Drama ACID (KISLOTA, Russland 2018) wirft der Regisseur und Schauspieler des Gogol Centers um Kirill Serebrennikov, Alexander Gorchilin, sein Publikum mit voller Wucht in das wilde Leben einer desillusionierten jungen Moskauer Clique und mitten hinein in die Grabenkämpfe zwischen den
Generationen.

Die bittersüße Geschichte einer kasachischen Familie erzählt Adilkhan Yerzhanov, der 2013 mit seinem Debütfilm zum ersten Mal bei goEast zu Gast war, in THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LASKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018) als Mafia-Tragikomödie à la Camus. Ein aufrüttelndesEmanzipationsdrama aus der Plattenbausiedlung der Millionenstadt Baku ist END OF SEASON (Deutschland, Aserbaidschan, Georgien 2019) von Elmar Imanov. Auch der Dokumentarfilm WHITE MAMA (BELAYA MAMA, Russland 2018, Regie: Zosya Rodkevich, Evgeniya Ostanina) stellt das ungewöhnliche Schicksal einer Großfamilie in den Mittelpunkt und zeigt mit kompromissloser Ehrlichkeit, was passiert, wenn die psychischen Kräfte einer Mutter nachlassen.

Ena Sendijarevićs Debütfilm TAKE ME SOMEWHERE NICE (Niederlande, Bosnien und Herzegowina 2019) nimmt das Publikum mit auf eine in frischbunten Bildern inszenierte Reise durch Bosnien und zeigt Landschaft und Leute durch die Augen eines Mädchens, das zum ersten Mal seine Wurzeln entdeckt. In HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko) versucht die junge Ukrainerin Alina, den Kraftakt zwischen einer professionellen FußballKarriere und ihrer sozial prekären familiären Situation zu schaffen.

Einen Blick hinter die Kulissen der ungarischen Parlamentswahl im vergangenen Jahr gewährt der Polit-Dokumentarfilm HUNGARY 2018 (Ungarn, Portugal 2018) von Eszter Hajdú. Auch historische Stoffe aus Mittel- und Osteuropa sind im diesjährigen Wettbewerb vertreten. Mit JAN PALACH (Tschechien, Slowakei 2018) widmet sich Regisseur Robert Sedláček einer der wichtigsten Figuren des tschechoslowakischen kulturellen Gedächtnisses und der Frage, was einen jungen Menschen dazu bringt, sich aus politischem Protest in Brand zu setzen. COLD NOVEMBER (NËNTOR, FTOHTË,
Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet Sijarina) thematisiert den Krieg in Jugoslawien 1992 in Prishtina und erzählt vom (Über-)Leben in bösen Zeiten. Igor Drljačas Dokumentarfilm THE STONE SPEAKERS (KAMENI GOVORNICI,
Kanada, Bosnien und Herzegowina 2018) lenkt den Blick darauf, was nach Staatsverfall, Systemwechsel und Krieg vom multiethnischen Bosnien-Herzegowina geblieben ist, offenbart groteske Auswüchse des Tourismus und hört den Menschen vor Ort beim Fabulieren zu.

Der experimentelle Naturfilm ACID FOREST (RŪGŠTUS MIŠKAS, Litauen 2018) von Rugilė Barzdžiukaitė, die Litauen bei der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten wird, nimmt das Publikum mit auf die Kurische Nehrung und fordert mit Endzeitstimmung unsere anthropozentrische Art des Denkens heraus.
Mit dem abgedrehten Science-Fiction-Drama HIS MASTER’S VOICE (AZ ÚR HANGJA, Ungarn, Kanada 2018) legt der ungarische Kultregisseur Györgi Pálfi eine unorthodoxe und skurrile Stanisław Lem-Adaption vor, die Genregrenzen sprengt.

Die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion hingegen verschwimmen für den Protagonisten in Anca Damians doppelbödigem Noir-Thriller MOON HOTEL KABUL (Rumänien, Frankreich 2018) um einen Journalisten auf Reportagereise zwischen Kabul und Bukarest. Nachdem die Goldene Lilie 2018 an die estnische Produktion NOVEMBER ging, ist die Produktionsfirma Homeless Bob mit Kaur Kokks geheimnisvollem Langfilmdebüt THE RIDDLE OF JAAN NIEMAND (PÕRGU JAAN, Estland  2018) erneut im goEast Wettbewerb vertreten. Kokks Film ist im Estland des 18. Jahrhunderts angesiedelt, die Kamera führte wie in NOVEMBER Mart Taniel.
Genauso vielfältig wie die Themen sind auch die Blickwinkel und die Filmsprache der diesjährigen Wettbewerbsfilme.

ALLE SEKTIONEN – Programm auf einen Blick
WETTBEWERB
BIOSKOP
RHEINMAIN KURZFILMPREIS
OPEN FRAME AWARD
BLEIBT ALLES ANDERS? DIE WILDEN 90ER
HOMMAGE
OPPOSE OTHERING!
SYMPOSIUM
ANARCHO SHORTS
ADAMI SHORT FILM
SPECIALS
PROGRAMMHEFT
TIMETABLE
RAHMENPROGRAMM

Die Spielstätten auf einen Blick

70 Jahre in 70 Minuten Eine audiovisuelle Reise durch die deutscheFilmgeschichte seit 1949

© DFF
© DFF

26. März bis 12. Mai 2019 im Ausstellungsfoyer im dritten Obergeschoss des DFF – Eintritt frei

70 Filme aus 70 Jahren von 70 Filmemacher/innen: Mit einer 70minütigen Filminstallation zur deutschen Filmgeschichte feiert das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Geburtstag: den eigenen und den der Bundesrepublik Deutschland, der sich im Frühjahr 2019 ebenso wie der der Institution zum70. Mal jährt. Die Eröffnung ist am Montag, 25. März, um 18:30 Uhr im dritten Stock des DFF.

Präsentiert werden die Vielgestaltigkeit des deutschen Films der vergangenen 70 Jahre sowie deren Spiegelung in den unterschiedlichen Aktivitäten des DFF, das die Entwicklungen des deutschen Films seit der Institutsgründung unter dem Namen Deutsches Institut für Filmkunde (DIF) am 13. April 1949 stets begleitet und dokumentiert hat.

Vom eskapistischen Nachkriegskino der 1950er Jahre über den experimentierfreudigen Neuen Deutschen Film der 1960/70er Jahre und die großen Kinohits der 1980/90er Jahre bis hin zum aktuellen deutschen Film des 21. Jahrhunderts, schreitet die Kompilation chronologisch voran und bietet eine abwechslungsreiche Rückschau auf sieben Jahrzehnte Filmgeschichte. Dabei werden preisgekrönte Meilensteine der deutschen Filmgeschichte ebenso präsentiert wie Klassiker des Genrefilms und populäres Unterhaltungskino.

Auf großem Bildschirm sind parallel Digitalisate ausgewählter Sammlungsgegenstände und Publikationen zu sehen, die die vielgestaltige Auseinandersetzung des DFF mit den gewürdigten Filmemacher/innen und deren Werken dokumentieren: Beispielhaft geben sie Auskunft über die Sammlungen in den Archiven, die zahlreichen Ausstellungen des Museums, die digitalen Projekte, die Festivals, Bildungsangebote und viele weitere Aktivitäten des Hauses.

Filmreihe 70 Jahre in 7 Filmen

Begleitend zur Filminstallation zeigt das Kino des DFF im April die Filmreihe 70 Jahre in 7 Fimen mit folgenden Werken:

Mittwoch, 3. April, 18 Uhr
DIE SÜNDERIN, (BRD 1951, R: Willi Forst)

Samstag, 6. April, 18 Uhr
ZUR SACHE SCHÄTZCHEN (BRD 1968, R: May Spils)

Mittwoch, 10. April, 18 Uhr
DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA (DDR 1973, R: Heiner Carow)

Dienstag, 16. April, 17 Uhr
DAS BOOT (BRD 1981/1997 – Director’s Cut, R: Wolfgang Petersen)

Samstag, 20. April, 18 Uhr
DER TOTMACHER (Deutschland 1995, R: Romuald Karmakar)

Dienstag, 23. April, 18 Uhr
GOOD-BYE LENIN (Deutschland 2003, R: Wolfgang Becker)

Mittwoch, 24. April, 18 Uhr
AUS DEM NICHTS (Deutschland/Frankreich 2017, R: Fatih Akin)

Ort:

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main