Kategorie-Archiv: Filmkultur

goEast 2018: Das Kino im Wandel Europas goEast Wettbewerb // Jury // Preise

Die FRATZE (TWARZ, POL, 2018) © GoEast
Die FRATZE (TWARZ, POL, 2018) © GoEast

Vorhang auf für Małgorzata Szumowskas FRATZE (TWARZ, POL, 2018) mit dem die 18. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden eröffnet. Der Film der polnischen Regisseurin läuft außer Konkurrenz, reiht sich aber nahtlos ein in das Wettbewerbsprogramm, dem Herzstück von goEast: gesellschaftskritisches, persönliches, episches und aberwitziges Kino aus Mittel- und Osteuropa. „Künstlerische Vielfalt, Mut und Originalität sind charakteristisch für unser Wettbewerbsprogramm“, sagt Festivalleiterin Heleen Gerritsen. „Trotz stärker werdendem Nationalismus in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas und zunehmender Rhetorik, die an den Kalten Krieg erinnert, sehe ich im dortigen Kino viele gegenläufige Tendenzen, so haben uns in diesem Jahr erstaunlich viele länderübergreifende Koproduktionen erreicht, darunter übrigens auch viele starke Filme von weiblichen Filmschaffenden.“ Alle Wettbewerbsbeiträge erzählen von Menschen, die in Zeiten des Wandels versuchen, ihre Identität zu behaupten.

Preise und Jury
Im Wettbewerb treten wie gewohnt 16 Filme gegeneinander an, zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme. 14 Beiträge feiern bei goEast ihre Deutschlandpremiere. Die international besetzte, fünfköpfige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise: die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis des Auswärtigen Amtes für kulturelle Vielfalt (4.000 Euro). 2018 übernimmt die Jury-Präsidentschaft die Oscar®-nominierte ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi. Weitere Jury-Mitglieder sind Gennady Kofman, der künstlerische Leiter des Docudays UA International Human Rights Documentary Film Festival aus der Ukraine, der slowakische Regisseur und Produzent Peter Kerekes, der polnische Filmschauspieler Mateusz Kościukiewicz und die in Russland geborene Filmemacherin, Drehbuchautorin und VJane Elena Tikhonova. Die FIPRESCI ist mit einer eigenen Jury vertreten und ehrt jeweils den besten Spiel- und den besten Dokumentarfilm mit dem Preis der Internationalen Filmkritik.

Das komplette Filmprogramm können Sie hier als PDF downloaden:
http://archiv.filmfestival-goeast.de/downloads/goEast_Program_2018_web.pdf

goEast Wettbewerb
Der polnische Beitrag ES WAR EINMAL IM NOVEMBER (PEWNEGO RAZU W LISTOPADZIE, POL, 2017) von Regisseur Andrzej Jakimowski nutzt dokumentarische Bilder der Warschauer Aufmärsche von Rechtsextremen und porträtiert vor diesem Hintergrund den sozialen Absturz einer Familie. Die aberwitzige Found-Footage-Satire UNSER NEUER PRÄSIDENT (OUR NEW PRESIDENT, RUS/USA, 2018) zeigt den US-amerikanischen Wahlkampf aus russischer Sicht, in einer Collage aus skurrilen Ausschnitten aus dem Staatsfernsehen und Youtube-Fragmenten. Regisseur Maxim Pozdorovkin drehte zuvor unter anderem den Dokumentarfilm PUSSY RIOT, A PUNK PRAYER.
Im Dokumentarfilm DIE ANDERE SEITE VON ALLEM (DRUGA STRANA SVEGA, SRB/FRA/QAT 2017) reflektiert Regisseurin Mila Turajlić das Erbe des serbischen Bürgerkriegs und verknüpft die Geschichte des Landes mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Der Film gewann 2017 den Hauptpreis beim IDFA, dem größten Dokumentarfilmfestival weltweit.
Der Debütfilm KOPFÜBER (STRIMHOLOV, UKR, 2017, Regie: Marina Stepanska) ist ein in der postrevolutionären Ukraine angesiedeltes, von Generationskonflikten durchwobenes, Drama, dessen Charaktere nach Liebe und Identität suchen. Noch ein Debütfilm: das kosovarisch-albanische LGBTQ-drama DIE EHE (MARTESA, RKS/ALB, 2017) von Regisseurin Blerta Zeqiri. Die Hauptfigur steht vor einer Lebensentscheidung: die eigene Sexualität weiterhin nach außen verleugnen und heiraten, oder dem früheren Geliebten ins Ausland folgen. „Albaner und Serben im Kosovo sind sich nur über eine Sache einig: Homosexuelle haben keinen Platz in ihrer Gesellschaft“, so die Regisseurin.
Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Spielfilm UNTER TAGE (RUDAR, SVN/DEU, 2017, Regie: Hanna Slak) stellt die Entdeckung eines 60 Jahre zurückliegenden Massakers in den Mittelpunkt. In der Hauptrolle: Leon Lučev. Das geschichtsträchtige Familiendrama AURORA BOREALIS (HUN, 2017) von Grande Dame Márta Mészáros, der 2017 die goEast Hommage gewidmet war, beginnt in der Gegenwart Österreichs und Ungarns, um dann eine filmische Reise zu unternehmen – zurück in die Zeit der sowjetischen Besatzung.
Auch andere Beiträge stellen ungewöhnliche Lebensläufe in ihren Mittelpunkt. Die schwarze Komödie DAS WUNDER (STEBUKLAS, LTU/BUL/POL, 2017, Regie: Eglė Vertelytė) spielt in der post-sowjetischen Trostlosigkeit der frühen 1990er Jahre. Das Leben von Kolchosleiterin Irena wird durch die plötzliche Ankunft eines Amerikaners durcheinander gewirbelt. Regisseur Bohdan Sláma tritt zum zweiten Mal an bei goEast: In seiner Tragikomödie DIE EISSCHWIMMERIN (BABA Z LEDU, CZE/SVK/FRA, 2017,) bricht Witwe Hana aus der Monotonie ihres tristen Alltags aus und entdeckt die Freude am winterlichen Eisschwimmens. Das dokumentarische EINE GEFANGENE FRAU (A WOMAN CAPTURED, HUN/DEU, 2017, Regie: Bernadett Tuza-Ritter) bietet verstörende Einblicke in den Alltag einer Haussklavin – mitten in Europa. Ein starkes Porträt, stellvertretend für die geschätzten 1,2 Millionen Sklavinnen und Sklaven in europäischen Privathaushalten. Im ungewöhnlichen Thriller SVETA (KAZ, 2017, Regie: Zhanna Issabayeva) legt eine gehörlose Russin im heutigen Kasachstan die Opferrolle ab und nimmt Rache an der Gesellschaft.
DIE TOTE NATION (TARA MOARTA, ROU, 2017, Regie: Radu Jude) fügt fotografische Porträts, Tagebucheinträge und Radioausschnitte eines jüdischen Arztes zu einer Collage über das Leben und den zunehmenden Antisemitismus in Rumänien in den Jahren 1937 bis 1946 zusammen. DER SAGENWALD(SENGIRE, LTU/EST/DEU, 2017) ist ein poetischer Naturfilm über das verborgene Leben in einem der wenigen Urwälder Europas. Regisseur und Kameramann Mindaugas Survila kommt dabei ganz ohne Musik und Kommentarstimme aus. In REZO (ZNAESH‘, MAMA, GDE YA BYL, RUS, 2017) fügen sich fantasievoll animierte Bilder zu einem Rausch, der das Leben in Georgien von Revaz „Rezo“ Gabriadze porträtiert, zusammen. Schillernde Figuren wie Stalin, Lenin und sogar ein deutscher Kriegsgefangener aus Wiesbaden treten in den Kindheitserinnerungen von Rezo auf. Regie führte Sohn Levan Gabriadze, produziert hat Timur Bekmanbetov.
Märchenhaft und düster geht es in NOVEMBER (EST/NDL/POL, 2017, Regie: Rainer Sarnet) zu. Ein heidnisches Dorf wird von Werwölfen, Geistern und der Pest heimgesucht, Schauspieler Dieter Laser (The Human Centipede) tritt in einer Nebenrolle als deutscher Adliger auf. Der vielfach ausgezeichnete Kameramann Mart Taniel drehte die Geschichte in kontrastreichem Schwarz-Weiß. Auch der russische Regisseur usbekischer Abstammung, Rustam Khamdamov, wählte Schwarz-Weiß für sein surreales Volksmärchen DER UNERSCHÖPFLICHE BEUTEL (MESHOK BEZ DNA, Russland 2017). Ryunosuke Akutagawas RASHOMON dient als Vorlage für die Erzählungen einer russischen Hofdame, die tief in einen mittelalterlichen Zauberwald führen, der gleichzeitig Tatort eines rätselhaften Mordes ist.

Die filmischen Erzählweisen des diesjährigen goEast Wettbewerbs sind genauso vielfältig wie die Gesellschaften aus denen sie entstammen. Ein spannendes Rennen ist garantiert!

Kongress Zukunft Deutscher Film am 5.-6.04.2018 parallel zum 11. Lichterfilmfest Frankfurt

filmkongresszukunft

Das Programm zu den Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur 5.+ 6. April 2018 im Frankfurter Zoo-Gesellschaftshaus

Das System der deutschen Filmförderung sorgt seit vielen Jahren für immer mehr Unmut in der Filmbranche. Zugleich leidet das Image des deutschen Films insgesamt. Was also muss getan werden, damit der deutsche Film wieder eine Zukunft hat? Ziel des Kongresses, der das 11. LICHTER Filmfest Frankfurt flankiert, sind konkrete Handlungsaufforderungen an die filmpolitischen Entscheiderinnen und Entscheider, damit sich das Filmfördersystem erneuern kann. Diese werden Publikum und Presse am Freitag, den 06. April um 18.00 Uhr im Rahmen des Abschlusspanels vorgestellt. 139,2 Millionen Menschen gingen 2015 in Deutschland ins Kino, 27,5 Prozent davon sahen deutsche Filme. Das ist zwar ein Rekord, dabei wird aber übersehen, dass kaum deutsche Filme mehr als 8.000 Zuschauer hatten, die große Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer sich also auf einige sehr wenige Titel konzentrierte. Bei rund 250 Kinostarts in Deutschland pro Jahr besteht die große Herausforderung darin, einzelne Werke für das Publikum überhaupt sichtbar zu machen. Ein ähnliches Schicksal ereilt anspruchsvolles europäisches Kino in den deutschen Kinos und Fernsehsendern. Kino muss neue Wege denken, damit es in Zeiten dauernder Verfügbarkeit audiovisueller Inhalte überleben kann. Die Ausrichter des Kongresses glauben an das Kino und widmen daher zwei Tage der Diskussion und dem Erarbeiten neuer Möglichkeiten.

Runde Tische, öffentliche Panels und neue Lösungswege

Parallel zu öffentlichen Podiumsdiskussionen und Vorträgen zu den drei Themenkomplexen Förderung & Finanzen, Ausbildung & Nachwuchs und Distribution & Kinokultur, der Filmreihe „Zukunft Deutscher Film“ und Veranstaltungen wie z.B. einem Videoschnipselvortrag von Jürgen Kuttner werden an drei runden Tischen zu den Kernthemen konkrete Handlungsvorschläge erarbeitet, die Anstöße für Veränderungen in die Politik und die Branche tragen sollen.

Zwischen den öffentlichen Panels, dem Publikum und den runden Tischen soll dabei ein Austausch entstehen, die Kongressteilnehmer sind ebenfalls aufgefordert, eigene Thesen und Handlungsaufforderungen einzureichen und zu twittern und unter #ZuDeuFi der Diskussion zu noch mehr Sichtbarkeit zu verhelfen.

Denn: Vieles muss sich ändern, darüber sind sich das Publikum und die Filmschaffenden in Deutschland branchen- und institutionsübergreifend einig. Doch wie kann es gelingen, dass internationale Erfolge wie Victoria oder Toni Erdmann keine Solitäre bleiben? Dass der deutsche Film wieder zum Publikum findet, sich die gesellschaftliche Vielfalt auf beiden Seiten der Kamera widerspiegelt, Filmschaffende von ihrer Arbeit leben können und das Kino als gesellschaftlich relevanter Ort erhalten bleibt? Welche neuen Auswertungs- und Distributionsmöglichkeiten gibt es? Kino hat das Potenzial, Erfahrungen zu vermitteln, Gemeinschaft zu stiften und auch politische Impulse zu setzen. Politische Impulse möchte auch unser Kongress setzen – mit europäischem Weitblick. Die Veranstalter erwarten Gäste aus Nachbarländern, die von ihren Arbeits- und Förderbedingungen berichten werden.

Das Programm

Edgar Reitz ist Pate des Kongresses und wird neben Lars Henrik Gass und Laura Walde am Donnerstag-Abendpanel teilnehmen, das sich der Frage widmet, wie eine deutsche Kinokultur gestärkt werden kann. Sophia Gräfe wird das Panel moderieren. Auf die Vorstellung des Projekts 6 Minuten 66 durch Julius Feldmeier folgt eine Diskussion darüber, wie die (junge) Filmbranche über sich selbst denkt. Daran beteiligen sich unter anderem die Regisseurinnen und Regisseure Julius Feldmeier, Jakob Lass, Tini Tüllmann und Dietrich Brüggemann.

Beim „Forum Europa“ werden Thomas Gammeltoft, Fabian Eder, Daniel Ebner, Prof. Andrew Higson und andere über die Arbeits- und Förderbedingungen im europäischen Ausland sprechen, Rüdiger Suchsland wird dieses moderieren. Lars Henrik Gass und Jascha Alleyne werden mit Florian Krautkrämer darüber sprechen, ob Filmförderung widerspruchsfrei sein kann. Darüber hinaus haben unter anderem bereits Dr. Bettina Reitz, Anna Schoeppe, Svenja Böttger, Martin Hagemann, Dr. Julia von Heinz, Linda Söfker, Anna de Paoli, Alfred Holighaus und Daniel Sponsel für den Kongress zugesagt.

Gefördert wird der Kongress von HessenFilm & Medien GmbH und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt, wissenschaftlich begleitet von den Kooperationspartnern Deutsches Filminstitut – DIF e.V. und der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Eine Übersicht über das gesamte Programm und alle bisher bestätigten Teilnehmer finden Sie im Anhang der Pressemitteilung und stets aktuell unter: https://lichterfilmfest.de/programm/zukunft-deutscher-film/

goEast 2018: Die Zukunft des mittel- und osteuropäischen Kinos

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

goEast 2018: Die Zukunft des mittel- und osteuropäischen Kinos
East-West Talent Lab // Open Frame Award // OPPOSE OTHERING!

Frische Ideen, neue Technologien, zukünftige Formate: Das Nachwuchsprogramm von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films bietet jungen Filmtalenten auch in der 18. Ausgabe die Möglichkeit, neue Projekte zu entwickeln, sich zu vernetzen und mit Ideen auf sich aufmerksam zu machen, betont Festivalleiterin Heleen Gerritsen: „Die Nachwuchsförderung wird bei goEast seit langem großgeschrieben. Es freut uns zu sehen, dass ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Projekte umsetzen können und sich international durchsetzen. In diesem Jahr kommen zwei spannende Herausforderungen dazu: Wir haben das Spektrum der Projekte auf Virtual Reality ausgeweitet und widmen uns 2018 zudem nicht nur Regisseurinnen und Regisseuren, sondern auch anderen Nachwuchskräften der Filmbranche. goEast fördert damit Diversität in der Filmindustrie, nicht nur in Mittel- und Osteuropa, sondern auch in Deutschland“, so Gerritsen. Das East-West Talent Lab, der Open Frame Award und OPPOSE OTHERING! bündeln ihre Energien und bieten traditionell vielversprechende Ausblicke auf den Film von Morgen.

East-West Talent Lab
goEast fördert und vernetzt junge Film- und Kunstschaffende aus Mittel- und Osteuropa, der Rhein-Main-Region und ganz Deutschland. Die insgesamt dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer des East-West Talent Lab erwartet vom 19. bis 24. April ein vielseitiges Fortbildungsangebot: Vorträge zur Filmförderung, Podiumsdiskussionen zur Ausstrahlung und Förderung durch die großen Fernsehanstalten sowie eine Masterclass der Oscar®-nominierten, diesjährigen Jury-Präsidentin Ildikó Enyedi. „Wir freuen uns über den Einreichungsrekord im East-West Talent Lab“, betonte dessen Chefin Andrea Wink: „110 Bewerbungen aus 25 Ländern – das ist ein Plus von 20 Prozent und es bestätigt das große Interesse aus Mittel- und Osteuropa an unserem Nachwuchsprogramm.“
Ein Workshop bereitet die jungen Talente auf den fünfminütigen Pitch vor, bei dem 14 ausgewählte Projektideen, ob Kurzspiel- oder Dokumentarfilm, Animations-, Experimentalfilm oder Virtual Reality vorgestellt werden. Eine Jury bestehend aus Stefan Arsenijević (Regisseur, Drehbuchautor und Programmmanager von FIRST FILMS FIRST aus Belgrad, Serbien), Anna Berthollet (Sales & Festivalmanagerin bei Taskovski Films aus London, Großbritannien) und Holger Stern (Redakteur für Spielfilm-Koproduktionen bei ZDF/ARTE) kürt anschließend den Sieger des goEast Development Award, der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain vergeben wird. Das Siegerprojekt erhält ein Preisgeld in Höhe von 3.500 Euro.

goeastlogoOpen Frame Award für Virtual Reality
2018 erfindet sich der Open Frame Award neu: Erstmals konkurrieren acht experimentelle Virtual-Reality- und 360̊-Grad-Projekte aus Mittel- und Osteuropa sowie aus dem Rhein-Main-Gebiet um den von der BHF BANK Stiftung ausgelobten Open Frame Award. Der Wettbewerb wird zudem von der Adolf und Luisa Haeuser Stiftung für Kunst und Kulturpflege gefördert.

„Mit Virtual Reality beschreiten wir ganz neue Wege des Erzählens“, sagt Georgy Molodtsov, der die Ausstellung des Open Frame Awards in diesem Jahr kuratiert. „Das Schöne ist: Wir fangen alle bei Null an! Die Projekte entstehen also nicht nur in den großen Filmstudios, sondern auch mit kleinem Budget, in Ländern mit kleiner Filmindustrie. Kurz gesagt: Virtual Reality ist ein frischer Start!“ Besonders wichtig sei dabei, dass der Open Frame Award Künstlerinnen und Künstler aus Mittel- und Osteuropa international sichtbar macht mit Ausstellungen in Frankfurt und Wiesbaden.
Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus Julia Leeb (Filmemacherin, VR-Expertin und Fotografin aus München), Dmitri Vrubel (Künstler und Galerist) und Simon Ofenloch (Filmredaktion ARTE/ARTE Fiktion im ZDF) entscheidet über den Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Preises. Die Ausstellung wird vom 10. bis 16. April im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt am Main, und vom 19. bis 25. April im Museum Wiesbaden zu sehen sein.

OPPOSE OTHERING!
Ein weiteres Nachwuchsprojekt geht 2018 in die dritte Runde: OPPOSE OTHERING! In der von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) geförderten Sektion stehen ethisches Filmemachen und die Einbeziehung von Minderheiten in die audiovisuelle Industrie im Vordergrund, so Sektionsleiterin Rebecca Podlech: „Wir haben uns vorgenommen, in Deutschland und Osteuropa mit konkreten Handlungsvorgaben ein filmisches Umfeld zu entwickeln, in dem Minderheiten gleichberechtigt sind und Vielfalt respektiert wird. Akzeptanz, Solidarität und kreative Subversion sind dabei wichtige Elemente.“ Dazu werden nicht nur Regisseurinnen und Regisseure zum Programm eingeladen, sondern auch andere Nachwuchskräfte von Filmverleihfirmen, Festivals, Bildungsprojekten und Produktionsfirmen, die sich in Workshops und Diskussionsrunden über Diversität und die europäische Filmindustrie von morgen austauschen. Zusätzlich werden zwei Fallstudien vorgestellt. Im begleitenden Filmprogramm zeigt OPPOSE OTHERING! vier von goEast koproduzierte Tandemfilme, die in Wiesbaden Weltpremiere feiern: DOMASHNEE VIDEO (DEU, 2018), BOND (DEU, UKR, 2018), IN THE FRAME (DEU, FRA, MDA, ROU, 2018) und ANTIGONNA BOND (DEU, UKR, 2018). Filmerlebnisse, die Horizonte erweitern, sind hier garantiert!

Der Tatortkrimi „Stau“ holt den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2018 – Petra Schmidt-Schaller und Heino Ferch erhalten Auszeichnung als beste Darsteller

Gala-Abschluss-Foto der Krimi-Preisverleihung am 9.3.2018 mit allen Gewinnerinnen und Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Künstlern beim 18. Deutschen Fernsehkrimifestival in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden.   © Foto: Diether v. Goddenthow
Gala-Abschluss-Foto der Krimi-Preisverleihung am 9.3.2018 mit allen Gewinnerinnen und Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Künstlern beim 18. Deutschen Fernsehkrimifestival in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow

 

Die Auszeichnung als beste DarstellerIn erhalten Petra Schmidt-Schaller und Heino Ferch. Einen Sonderpreis für seine Gesamtleistung bei der Produktion „Das Verschwinden“ geht an Hans-Christian. Den von der Publikums-Jury ausgewählten Publikumspreis gewinnt „Ein Kind wird gesucht“.

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 ist der Film „Tatort – Stau“ (SWR).

Szene aus dem Tatort Stau "Polizeikontrolle auf der Stuttgarter Weinsteige". © SWR
Szene aus dem Tatort Stau „Polizeikontrolle auf der Stuttgarter Weinsteige“. © SWR

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 ist der Film „Tatort – Stau“ (SWR). „Die Tatort-Folge Stau präsentiert innerhalb eines klassischen Krimiformats ein faszinierendes Figuren-Ensemble in einer ungewöhnlichen Geschichte, die den Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann zieht. Im alltäglichen Setting des Staus entfaltet sich eine dramatische Ermittlung unter Zeitdruck zu einem unterhaltsamen und poetischen Kaleidoskop menschlicher Geschichten, die das Buch von Daniel Bickermann und Dietrich Brüggemann bis ins Detail authentisch und liebevoll zeichnet,“ begründet die Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018, das zurzeit in Wiesbaden stattfindet, ihre Entscheidung.

v.l. Hanna Doose, Laudatorin, Bärbel Schäfer, Moderatorin des Abends, Franziska Specht, Produzentin und Dietrich Brüggemann , Regisseur.  © Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Hanna Doose, Laudatorin, Bärbel Schäfer, Moderatorin des Abends, Franziska Specht, Produzentin und Dietrich Brüggemann , Regisseur. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Mittelpunkt der Produktion mit den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) steht die Aufklärung einer Fahrerflucht in einem Stau. Die Regie führte Dietrich Brüggemann, der gemeinsam mit Daniel Bickermann auch das Drehbuch geschrieben hat. Als Preis erhält das Filmteam 1.000 Liter (1200 Flaschen) Wein, gesponsert vom Weingut Udo Ott, Grorother Hof in Wiesbaden-Frauenstein.

Die  beste Darstellerin

Petra Schmidt-Schaller, hier in der Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1).© SAT 1
Petra Schmidt-Schaller, hier in der Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1).© SAT 1

Als beste Darstellerin zeichnete die Jury Petra Schmidt-Schaller für Ihre Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1) aus. Die Ärztin verliert bei einem Überfall ihren Mann, ihr Kind wird entführt, sie selber hat nach mehreren Tagen Koma keine Erinnerung an das Ereignis. „Petra Schmidt-Schaller liefert, in ‚Keine zweite Chance‘ einen beeindruckenden Einblick in das Seelenleben einer jungen Mutter, deren familiäres Glück auf einen Schlag zerstört wird. Ihr Spiel entwickelt dadurch ungeheure Kraft, dass sie der Versuchung widersteht, sich der Tragik ihrer Figur zu ergeben. Mit wohldosierten Mitteln zeigt sie ein komplexes Geflecht von Emotionen, das beim Zuschauer eine enorme Sogwirkung entfaltet und in jeder Sekunde glaubwürdig ist,“ lobt die Jury.

Bester Darsteller

Heino Ferch, bester Darsteller mit seiner Rolle im Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) © Foto: Diether v. Goddenthow
Heino Ferch, bester Darsteller mit seiner Rolle im Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) © Foto: Diether v. Goddenthow

Den Preis als bester Darsteller erhält Heino Ferch für seine Rolle in dem Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE). In dem Film nach einer wahren Begebenheit spielt er den Kommissar Ingo Thiel, der mit seinem Team in einer langwierigen und zermürbenden Ermittlung fünf Monate lang nach dem zehnjährigen Mirco sucht. Die Jury zeichnet den Schauspieler mit den folgenden Worten aus: „Heino Ferchs Kommissar Ingo Thiel führt den Zuschauer durch einen bewegenden Film, der präzise und detailliert die mühselige und oft frustrierende Arbeit der Polizei zeigt. Mit seinem zurückgenommenen Spiel stellt er sich in den Dienst der Geschichte wie ein Polizist in den Dienst der Ermittlungen und öffnet dem Seite 2 von 3 Zuschauer den Freiraum, eigene Emotionen zu entwickeln. Dabei verleiht Heino Ferch seiner Figur eine hohe Authentizität, die über den gesamten Film hinweg fesselt.“

Sonderpreis für beste Gesamtleistung

Szene aus: „Das Verschwinden“  © (BR/ARD Degeto/NDR/SWR)
Szene aus: „Das Verschwinden“ © (BR/ARD Degeto/NDR/SWR)

Einen Sonderpreis für seine Gesamtleistung (Regie, Buch und Produktion) bei der Produktion der Serie „Das Verschwinden“ (BR/ARD Degeto/NDR/SWR) erhält HansChristian Schmid. Im Mittelpunkt der Produktion steht die alleinerziehende Michelle Grabowski (Julia Jentsch), die auf eigene Faust ihre 19-jährige Tochter Janine (Elisa Schlott) sucht. Je länger sie recherchiert, desto mehr fängt sie an zu zweifeln, ob Janine überhaupt gefunden werden möchte. „Die Miniserie ‚Das Verschwinden‘ besticht durch ihren atmosphärisch dichten Gesamteindruck, der sich in der herausragenden schauspielerischen Qualität des Ensembles ebenso zeigt wie in den präzisen Milieu- und Figurenbeschreibungen des Drehbuches oder der stimmigen Ausstattung. Hans-Christian Schmid hat eine eindrückliche Filmerzählung geschaffen, die als Ganzes ebenso in Erinnerung bleibt wie in vielen Details,“ lautet die Begründung der Jury.

Der Publikumspreis und der Preis für „Deutschlands spannendsten Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“

Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers wählte den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) hier mit Produzent und  Darstellern. © Foto: Diether v. Goddenthow
Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers wählte den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) hier mit Produzent. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers hat sich für den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) als Preisträger entschieden. „Unser Siegerfilm zeichnet sich durch ein hohes Maß an Spannung und Emotionalität aus,“ so die Jury aus Leserinnen und Lesern des Wiesbadener Kuriers. „Die akribische und beharrliche Polizeiarbeit wird realistisch dargestellt. Hervorragende Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen den Umgang der Opfer mit ihrem Leid und lösen bei den Zuschauern große Betroffenheit aus, der Film zeigt aber auch die Wege auf, mit denen die Familie ihren schweren Schicksalsschlag bewältigt.“

Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“

Der Preis „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ erhielt  Jonas Dokarzek für sein Exposé „Aschenbach“,  mit Moderatorin Bärbel Schäfer und  Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH (r.).© Foto: Diether v. Goddenthow
Der Preis „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ erhielt Jonas Dokarzek für sein Exposé „Aschenbach“, mit Moderatorin Bärbel Schäfer und Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH (r.).© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ geht an Jonas Dokarzek für das Exposé „Aschenbach“. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Der Autor Jonas Dokarzek ist 20 Jahre jünger als sein Protagonist, der Dorfpolizist Weiland, aber die Jury war fasziniert, wie genau er seine Hauptfigur kennt. Der Kulisse, dem 500- Seelen-Dorf Aschenbach, irgendwo in einem deutschen Grenzgebiet, verleiht er eine spürbar intensive, fast mythische Atmosphäre. Sein Exposé erinnert an einen Krimi-Noir, der mit so vielen Ideen angereichert ist, dass er Appetit auf mehr macht.“ Eine lobende Erwähnung bekommt Vanessa Aab. „Ihre Geschichte ‚Wenn der Kreis sich schließt‘ ist schon jetzt überzeugend und weit entwickelt. Der Autorin gelingt es, in einer dichten Atmosphäre grundsätzliche Fragen über Schuld und Verantwortung zu stellen,“ lobt die Jury. Der Gewinner des Preise entwickelt sein Exposé unterstützt von TOP:Talente e. V., einem Verband von Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren, bis zum Treatment weiter und wird es im Herbst bei einem Pitch-Workshop in Baden-Baden präsentieren.

Die Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 9. März, in der Caligari FilmBühne statt. Durch den Abend führt die Moderatorin Bärbel Schäfer. Die Musik kommt in diesem Jahr von dem Tenor Mads Elung-Jensen und Dirk Rave mit seinem Akkordeon.

In der Jury des diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 entschieden die Regisseurin und Drehbuchautorin Hanna Doose, die Produzentin Roswitha Ester, der Schriftsteller und Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Volker Kutscher, der SchauspielerInnen Alexander Schubert und die Schauspielerin Dennenesch Zoudé über die Preisträger.

In der Jury des Wettbewerbs „Deutschlands spannendster FernsehkrimiDrehbuchnachwuchs“ waren der Drehbuchautor Christoph Busche, Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH und die Agentin Bernadette Langers (Verlag der Autoren).

Die zehn Wettbewerbsfilme, die von einer Vorjury aus über 60 Einsendungen nominiert wurden, waren vom 6. bis 8. März in der FilmBühne Caligari in Wiesbaden zu sehen.

Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 10. März, ab 19.30 Uhr, wieder die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 11. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Heino Ferch trägt sich  ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden ein in Beisein von; Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und Kulturdezerent Axel Imholz, der die Gala eröffnet hatte. © Foto: Diether v. Goddenthow
Heino Ferch trägt sich ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden ein in Beisein von; Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und Kulturdezerent Axel Imholz, der die Gala eröffnet hatte. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und den Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und dem Wiesbadener Kurier.

Deutsches Fernsehkrimifestival mit Tatort „Unter Kriegern“ eröffnet – Filmgespräch mit Volker Kutscher – Rotes Rauschen Caligari-Foyer-Ausstellung

Begeisterte Zuschauer in der übervollen Caligari-Filmbühne bei der Eröffnung des 14. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals mit dem Tatort "Unter Kriegern". © Foto: Diether v. Goddenthow
Begeisterte Zuschauer in der übervollen Caligari-Filmbühne bei der Eröffnung des 14. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals mit dem Tatort „Unter Kriegern“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gestern Abend eröffneten Festivalleiterin Cathrin Ehrlich, Staatssekretär Patrick Burghardt und Kulturdezernent Axel Imholz das 14. Deutsche FernsehKrimi-Festival 6. bis 11. März. Zur Eröffnung war in der Caligari Filmbühne die hessische Tatortproduktion „Unter Kriegern“ unter der Regie von Hermine Huntgeburth mit den Frankfurter Kommissaren als Preview zu sehen. Margarita Broich und Wolfram Koch ermittelten als Kommissare Anna Janneke und Paul Brix in einem Frankfurter Sportleistungszentrum. Bei der Suche nach dem Mörder des kleinen Malte Rahmani erlebten die Zuschauer im ausverkauften Caligari den Alltag in dem Leistungszentrum, das von Joachim Voss äußerst streng und leistungsorientiert geführt wird. Dies hat auch Auswirkungen auf seinen zwölfjährigen Sohn und seine Frau Mia.

Filmgespräch mit Margarita Broich, Golo Euler, Stefan Konarske,   Lili Kobbe u. Liane Jessen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Filmgespräch mit Margarita Broich, Golo Euler, Stefan Konarske, Lili Kobbe u. Liane Jessen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zur Filmvorführung waren die DarstellerIn Margarita Broich, Golo Euler und Stefan Konarske, der Drehbuchautor Volker Einrauch, HR-Fernsehspielchefin Liane Jessen und HR-Redakteurin Lili Kobbe anwesend und nahmen anschließend an einem Filmgespräch teil.
Filmgespräch mit Volker Kutscher und Kat Menschik

Kat Menschik und Volker Kutscher im Filmgespräch und mit Lesungen aus dem Roman "Moabit", der die Zuschauer in die Welt der Gangster-Vereine des Berlins der 20er Jahre entführt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kat Menschik und Volker Kutscher im Filmgespräch und mit Lesungen aus dem Roman „Moabit“, der die Zuschauer in die Welt der Gangster-Vereine des Berlins der 20er Jahre entführt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits am 1.März 2018 hatten der diesjährige Wiesbadener Krimistipendiat und Bestsellerautor Volker Kutscher in einem Filmgespräch und Lesung mit Illustratorin Kat Menschik in der Filmbühne Caligari den Auftakt zum Wiesbadener KrimiMärz gegeben. Dabei ging es um die Figur des Kommissars Gereon Rath, der auf vielfältige Weise in den Romanen von Volker Kutscher, den Zeichnungen von Kat Menschik oder in der international erfolgreichen Fernsehserie „Babylon Berlin“ von Tom Tykwer . präsent ist.
Mit der Erfindung des Kommissars Gereon Rath ist ein wahrer Coup gelungen. An diesem Abend stellte Volker Kutscher sich, seine Kunstfigur, den Kommissar ,sowie sein Werk vor. Kat Menschik versteht es, Kutschers düstere Berlinansichten der 20er Jahre mit ebensolchen Bildern im Retro- und Reklame-Look der 20er Jahre zu bereichern.

Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine begrüßte Illustratorin Kat Menschik und Krimistipendiat und Bestseller-Autor Volker Kutscher. © Foto: Diether v. Goddenthow
Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine begrüßte Illustratorin Kat Menschik und Krimistipendiat und Bestseller-Autor Volker Kutscher. © Foto: Diether v. Goddenthow

Volker Kutscher lebt und arbeitet als diesjähriger Krimistipendiat vier Wochen lang in der Villa Clementine in Wiesbaden. Er schreibt einen von seinem Aufenthalt inspirierten Kurzkrimi und wirkt in der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals mit.

„Rotes Rauschen“ – Foyer-Ausstellung

 Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in ihre Foto- Arbeiten ein.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in ihre Foto- Arbeiten ein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein Highlight war auch die Eröffnung der Ausstellung „Rotes Rauschen“ am 4.März, die noch bis zum–17. MÄRZ 2018 im Foyer der Caligari Filmbühne zu sehen ist. Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in die Arbeiten, die unter dem Motto „Tatorte“ stehen, ein. „Rotes Rauschen“ heißt das Projekt des Grundlagenkurses und ist eine Spurensuche, inspiriert von der Auseinandersetzung mit Bildern von Tatorten und ihrer fotografischen wie filmischen Umsetzung.

Weitere Infos zum Fernsehkrimifestival und KrimiMärz

Fernsehkrimifestival-Programm

goEast 2018: „Abwechslung, Diversität und Originalität stehen im Vordergrund“

goeastlogogoEast 2018: „Abwechslung, Diversität und Originalität stehen im Vordergrund“
Neue Sektion: goEast Bioskop // Specials: Wajda School & Studio zu Gast // Foto-Ausstellung „Swimming Pool“

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films punktet 2018 mit einer neuen Sektion, der goEast Bioskop: „Mit der neuen Sektion zeigen wir große Filmkunst jenseits vom Premierenzwang, egal ob Mainstream oder Autorenkino – Abwechslung, Diversität und Originalität stehen hier im Vordergrund“, sagt Festivalleiterin Heleen Gerritsen. Bei den goEast Specials versprechen die Schulfilmtage und die Matinee spannende Unterhaltung. Darüber hinaus wird die Wajda School & Studio aus Warschau zu Gast sein. Begleitet wird goEast auch dieses Jahr von einer Ausstellung: Werke der slowakischen Fotografin Mária Švarbová werden in der Wiesbadener AtriumGalerie der SV SparkassenVersicherung ausgestellt.

Bioskop
Bioskop (gr: bios = Leben, skopein = sehen, schauen) ist der Name des von den Berliner Brüdern Skladanowsky entwickelten Filmvorführgeräts, das im Jahr 1895 für Furore sorgte und somit an der Wiege der europäischen Filmkultur steht. Die neue goEast Sektion hat sich zur Aufgabe gemacht, neue Impulse des osteuropäischen Kinos aufzuspüren. Aktuelle Werke renommierter Filmschaffender, Festival-Highlights und Genre-Filme machen in Wiesbaden Station – vom slowakischen Mafia-Epos bis zum kirgisischen Musical. Das goEast-Publikum erwartet unterhaltsames, kurzweiliges, schwarzhumorig-skurriles und im Westen noch unentdecktes Kino, darunter der historische Raumfahrtfilm SALYUT 7 (SALYUT 7, RUS, 2017) von Klim Shipenko und die wilde Dashboard-Cam-Kompilation DOROGA (THE ROAD MOVIE, BLR, 2016) von Dmitrii Kalashnikov. Besonders stolz ist goEast darauf, das neueste Werk des Altmeisters Jan Švankmajer zeigen zu können: HMYZ (INSECTS, CZK, SVK, 2018) feiert in Wiesbaden Deutschlandpremiere. Der Animationskünstler bestand darauf, dass sein Film außer Konkurrenz läuft.

Specials
Die goEast Schulfilmtage finden vom 19. bis 20 April in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden statt. Schülerinnen und Schüler lernen das mittel- und osteuropäische Kino kennen und werden zum kritischen Umgang mit dem Medium Film angeleitet. Unterstützung erhalten sie dabei wie gewohnt vom Medienzentrum Wiesbaden. Im Programm ist unter anderem die preisgekrönte Literaturverfilmung PIATA LOD (DAS FÜNFTE SCHIFF, SVK, CZK, HUN, 2017, Iveta Grófová). Die elfjährige Hauptdarstellerin Vanessa Szamuhelová wird zum Filmgespräch erwartet. Daneben wird ein buntes Kurzfilmprogramm zu sehen sein mit inspirierenden Geschichten, lebhaften Charakteren und farbenfrohen Animationen.
Für weitere Glanzpunkte sorgt die Wajda School & Studio aus Warschau. goEast präsentiert Werke ehemaliger Absolventinnen der Meisterschule – darunter der Oscarpreisträger JOANNA (2013) von Aneta Kopacz und KOMUNIA (COMMUNION, 2016) von Anna Zamecka, der im Jahr 2017 mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Fotoausstellung „Swimming Pool“
Beim diesjährigen goEast Visual treffen Wiesbadener Badekultur und das junge, hippe Osteuropa aufeinander. Das Hauptmotiv geht auf ein Werk der slowakischen Fotokünstlerin Mária Švarbová aus der Reihe „Swimming Pool“ zurück. Teile dieser Reihe werden vom 16. bis 30. April in der AtriumGalerie der SV SparkassenVersicherung ausgestellt. Die Arbeiten der 1988 in der Slowakei geborenen Künstlerin zeichnen sich durch ästhetisch wohl komponierte Gegensatzpaare aus, die sich zu einem atmosphärisch verdichteten Ganzen zusammenfügen. Mária Švarbová ließ sich dabei von den kommunistischen Schwimmbädern ihrer Jugend inspirieren. Ihre Fotos erschienen bereits in The Guardian, Vogue und Cosmopolitan und wurden weltweit ausgestellt – nur in Deutschland noch nicht.

Hessen als Film- und Medienstandort immer interessanter – Filmförderung wächst auf 11,5 Millionen Euro

( v.l.) Christoph Schlein, Pressesprecher, Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Hans-Joachim Mendig, Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, bei der Pressekonferenz im Kinosaal des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow
( v.l.) Christoph Schlein, Pressesprecher, Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Hans-Joachim Mendig, Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, während der Pressekonferenz im Kinosaal des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Neue Talentförderung trägt Früchte / HessenFilm und Medien GmbH als Institution für Filmförderung hervorragend etabliert

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute im Vorfeld der Berlinale gemeinsam mit dem Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, Hans-Joachim Mendig, eine positive Bilanz der hessischen Filmförderung gezogen und einen Ausblick auf die wichtigsten Förderprojekte 2018 gegeben.

„Das Jahr 2017 war das bisher erfolgreichste Jahr der hessischen Filmförderung. Das mache ich an drei Dingen fest: Erstens gab es zusätzliche Fördermittel, sodass den Filmschaffenden 10 Millionen Euro zur Verfügung standen. Zweitens konnte sich die HessenFilm und Medien GmbH im vergangenen Jahr hervorragend etablieren. Und zuletzt ist es uns gelungen, die angekündigte intensivierte Nachwuchsförderung umzusetzen.“

Der Löwenanteil für die Fördermittel, fünf Millionen Euro, kamen aus dem Etat des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Hinzu kamen vier Millionen Euro in Form von Garantiemitteln aus dem Finanzministerium sowie 750.000 Euro vom Hessischen Rundfunk und seit Ende 2017 250.000 Euro vom ZDF.

„Die HessenFilm und Medien GmbH hat sich nach der im Jahr 2016 noch erfolgten Orientierungsphase im Jahr 2017 erfolgreich etabliert. In Deutschland wird die HessenFilm und Medien GmbH nun als zentraler Ansprechpartner für alle Fragen der hessischen Filmförderung wahrgenommen. Wir haben stabile, zuverlässige und für die Filmbranche planbare Prozesse und Abläufe. Das ist vor allem ihrem Geschäftsführer Hans Joachim Mendig zu verdanken, der mit seiner Expertise und seinem Einsatz die HessenFilm und Medien GmbH zu diesem Erfolg geführt hat“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Die im Januar 2017 in Kraft getretenen neuen Richtlinien unterstützen vor allem den filmischen Nachwuchs. Drei junge hessische Produktionsfirmen aus Offenbach, Kassel und Frankfurt haben bereits von der Talentpaketförderung profitiert. Diese Art der Nachwuchsförderung ermöglicht Unternehmen in den nächsten Jahren gleich mehrere Projekte zu verwirklichen, um sich in der Filmbranche zu etablieren.

„Dank der zusätzlichen Mittel können kleine und mittelgroße Produktionen – gemeint ist ein Herstellungsbudget bis 1,5 Millionen Euro – nun mit neuen Förderhöchstsummen rechnen: Bis zu 500.000 Euro können einem Projekt zur Verfügung gestellt werden, das ist eine neue Rekordsumme“, ergänzt Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Für die Zukunft hält Hessens Filmförderung gute Nachrichten bereit. Ab dem Jahr 2018 wird es weitere 1,5 Millionen Euro für die Filmförderung geben. Zusammen mit hr und ZDF werden die Filmfördermittel ab 2018 in Hessen von rund 10 Millionen Euro auf rund 11,5 Millionen Euro gesteigert. Von den zusätzlichen Mitteln sollen vor allem kleine Landkinos und Programmkinos Investitionen stemmen können, mit denen sie ihre Technik auf den neuesten Stand bringen. Auch die Festivalförderung, speziell ein Frauenfilmfestival, sowie die Medienförderung und das Filmerbe sollen profitieren.

Auch 2017 kamen die von Hessen geförderten Filme gut im In- und Ausland an. Aktuell in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2018 sind „Teheran Tabu“ von Regisseur Ali Soozandeh, „Nur Gott kann mich richten“ mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle, „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ von Katja von Garnier, die Komödie „Vorwärts immer“ mit Jörg Schüttauf als Erich Honecker und der Dokumentarfilm „Eingeimpft“ von David Sieveking. Nachwuchsfilmer Jonatan Schwenk, Student an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, gewann mit dem Animationsfilm „Sog“ auf einem der wichtigsten internationalen Festivals für Animationsfilme in Annecy/Frankreich.

„Qualität ist ein wichtiges Kriterium für uns, um eine Förderzusage zu erteilen. Die im Jahr 2017 bereitgestellten Fördergelder haben sich gelohnt. Die von uns geförderten Filme sind nicht nur die beste Werbung für unser Land, sie machen sich auch bezahlt. Denn die Produzenten geben auch wieder wesentlich mehr als die erhaltene Filmförderung in Hessen aus. Das hilft der Wirtschaft und stärkt gleichzeitig den Filmstandort Hessen“, stellte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein fest.

Lob für die engagierte HessenfilmFörderung des Ministers 

Karin Wolff (Darmstadt), Sprecherin und Mitglied im Arbeitskreis Wissenschaft und Kunst der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Karin Wolff.
Karin Wolff (Darmstadt), Sprecherin und Mitglied im Arbeitskreis Wissenschaft und Kunst der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Karin Wolff.

Die zuständige Sprecherin und Mitglied im Arbeitskreis Wissenschaft und Kunst der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Karin Wolff (CDU), lobte die Landesregierung. Sie sei sich nicht nur ihrer Verantwortung für das künstlerische und kulturelle Erbe des Landes bewusst, sondern unterstütze seine Weiterentwicklung mit voller Kraft und ermöglicht gleichzeitig jungen Autoren und Regisseuren, eigene künstlerische Potentiale zu entdecken und zu entwickeln.“

Zudem freute sich Frau Wolff, dass nunmehr auch kleine Landkinos und Programmkinos mit den zusätzlichen Mitteln in die Lage versetzt würden, ihre Technik auf den neuesten Stand zu bringen und auch die Medienförderung und das Filmerbe sowie die Festivals in Hessen zusätzliche Unterstützung erhielten.

Weitere Informationen über Förder-Möglichkeiten und Antragstellung: HessenFilm und Medien GmbH

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films vom 18. bis 24. April 2018 in Wiesbaden

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

goEast 2018: Klappe die Achtzehnte
Porträt von Boris Khlebnikov // Symposium: Hybride Identitäten. Das Kino der Baltischen Länder // Prag 1968 // Virtual Reality

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (18. bis 24. April 2018) begibt sich in seiner 18. Ausgabe auf filmische Identitätssuche – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Während das goEast Symposium 100 Jahre Estland, Lettland, Litauen feiert, blickt das Spezialprogramm Prag 1968 50 Jahre zurück auf die Ereignisse des Prager Frühlings. Das diesjährige goEast Porträt ist dem russischen Filmemacher Boris Khlebnikov gewidmet, der in seinen Werken wie kaum ein anderer das Russland der Putin-Ära zum Thema macht. goEast bietet jungen Filmschaffenden zahlreiche Möglichkeiten, ihre Arbeiten vorzustellen und neue Projekte zu entwickeln.
Das vom Deutschen Filminstitut veranstaltete goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films bietet ein vielfältiges Programm an Filmvorführungen, Workshops, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen. Eingeladen sind heimisches sowie Fachpublikum und Gäste aus aller Welt. Film ab für:

Porträt: Boris Khlebnikov

© GoEast
© GoEast

goEast und Boris Khlebnikov verbindet eine lange Geschichte: 2004 gewann er für sein Langfilmdebüt KOKTEBEL gemeinsam mit Alexey Popogrebsky die Goldene Lilie für den besten Film. Längst hat sich Khlebnikov als Klassiker des zeitgenössischen russischen Kinos etabliert, nicht nur bei goEast, auch auf anderen internationalen Filmfestivals weltweit ist er regelmäßig zu Gast. Boris Khlebnikov schildert das Leben in der Provinz fernab der Hauptstadtdekadenz mit leisem Humor. Seine Figuren verbindet der stete Kampf mit dem Alltag, häufig geprägt von Arbeitslosigkeit, Alkoholsucht oder Konflikten mit dem Gesetz. Dabei bleiben sie in ihrem Menschsein aber immer deutlich erkennbar. Ist in seinen Frühwerken das Umbruchschaos der 1990er Jahre in Russland noch deutlich zu spüren, entpuppt sich die Bürokratie in den jüngeren Filmen als wachsende Hürde. Zu sehen sein werden unter anderem SUMASSHEDSHAYA POMOSHCH (VERRÜCKTE RETTUNG, 2009) und ARITMIYA (ARRHYTHMIA, 2017). Boris Khlebnikov  hat sich zum Festival angekündigt, ebenso wie sein langjähriger Mitstreiter, der Schauspieler Aleksander Yatsenko.

SYMPOSIUM: Hybride Identitäten. Das Kino der baltischen Länder
goEast schaut auf 100 Jahre Estland, Lettland, Litauen. Die Wegmarken des diesjährigen goEast-Symposiums bilden die Unabhängigkeitserklärungen der Jahre 1918 und 1990 – dazwischen zunächst deutsche, dann sowjetische Fremdherrschaft, autoritäre Staatsstreiche und Freiheitskämpfe. Unter dem Titel „Hybride Identitäten. Das Kino der baltischen Länder“ lädt das Symposium zu Vorträgen und Diskussionen ein, etwa über die Kritik des poetischen Realismus und die Frage nach Machtverhältnissen sowie nationaler und kultureller Identität. Ein sorgfältig kuratiertes Filmprogramm begleitet das Symposium, goEast zeigt unter anderem eine einzigartige restaurierte 35mm-Kopie von Uldis Brauns 235.000.000 (1967) sowie eine feine Auswahl estnischer Animationsfilme aus der ältesten Animationsfilmschmiede der Welt, den Nukufilm Studios. Zu Gast sind unter anderem die Filmschaffenden Laila Pakalniņa aus Lettland, Audrius Stonys aus Litauen und Mait Laas aus Estland.
Das Symposium wird in Zusammenarbeit mit den nationalen Filminstituten Estlands, Lettlands und Litauens veranstaltet.

Prag 1968
50 Jahre Prager Frühling – Zeit für eine filmische Aufarbeitung. Beim diesjährigen Spezialprogramm steht der Perspektivwechsel im Vordergrund, goEast zeigt Werke der Tschechischen Neuen Welle, Dokumentarfilme und wirft sogar sowjetisches Propagandamaterial auf die Leinwand. Highlight ist die Weltpremiere des außergewöhnlichen Filmprojekts OCCUPATION 1968 (2017), das die Besetzung Prags aus der Perspektive der Besatzer zeigt und von fünf Regisseurinnen und Regisseuren aus fünf unterschiedlichen Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts realisiert wurde.
goEast veranstaltet Prag 1968 in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung.

Blick in die Zukunft
Wie jedes Jahr bietet goEast Nachwuchsfilmschaffenden in mehreren Sektionen die Möglichkeit, das Kino von Morgen auf den Weg zu bringen, sich zu vernetzen und an Workshops teilzunehmen. In diesem Jahr, so viel sei schon mal verraten, wird es erstmals Virtual-Reality-Arbeiten bei goEast zu sehen geben.

goeastlogogoEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind die Landeshauptstadt Wiesbaden, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, ŠKODA AUTO Deutschland, die BHF-BANK-Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), das Auswärtige Amt und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Medienpartner sind u.a. 3sat, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und hr-iNFO.

Land Hessen fördert 24 Filmprojekte mit mehr als zwei Millionen Euro

filmmuseum0-800Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die HessenFilm und Medien GmbH insgesamt 24 Filmprojekte mit mehr als zwei Millionen Euro fördert. Die Gremien der HessenFilm und Medien GmbH haben in den letzten beiden Jury-Sitzungen für das Jahr 2017 Filmprojekte in den Bereichen Produktion, Produktionsvorbereitung, Drehbuch und Verleih ausgewählt. Darunter „Lehman – Der große Crash“ und der Animationsfilm „Die Olchis – der Film“.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die Filmförderung spielt in Hessen eine wichtige Rolle. Ich freue mich daher sehr, dass die HessenFilm und Medien GmbH insgesamt 24 Filmprojekte mit mehr als zwei Millionen Euro fördert. Wer seine kulturelle Identität erhalten möchte, muss sich dafür engagieren – und bezogen auf den Film heißt dieses Engagement Filmförderung.“

In einer ersten Sitzung wurde die höchste Fördersumme von 600.000 Euro an die Teenager-Komödie „Achtung, ich komme!“ von Regisseurin Mira Thiel vergeben, die in Wiesbaden und im Rheingau mit Hauptdarstellerin Muriel Bielenberg sowie Jana Pallaske und Maria Furtwängler drehen wird. Koproduzent ist die Frankfurter VIAFILM, Verleiher ist die in Frankfurt ansässige Twentieth Century Fox of Germany.

Daneben erhalten das TV-Doku-Drama „Lehman – Der große Crash“ und der Animationsfilm „Die Olchis – der Film“ jeweils 450.000 Euro. „Lehman – Der große Crash“ wird mit Anna Maria Mühe in einer der Hauptrollen hauptsächlich in Frankfurt gedreht. „Die Olchis – der Film“ entsteht mit der für 3D Character Animation und VFX international bekannten und in Frankfurt ansässigen Firma Chimney.

In einer zweiten Sitzung wurden weitere 21 Projekte mit insgesamt rund einer halben Million Euro gefördert. Drehbuchförderungen gingen an die Autoren Marco Hülser, Oliver Rahayel und Ismail Erdogru. In der Produktionsvorbereitung wird unter anderem das Spielfilmprojekt „Ein Großer Deal“ des Filmemachers Kai Christiansen unterstützt. Die höchste Fördersumme der Jury-Sitzung im Bereich Produktion geht mit 90.000 Euro an den Spielfilm „Borga“. Autor und Regisseur ist der gebürtige Kasselaner York-Fabian Raabe. Verleihförderungen gehen unter anderem an den Filmemacher David Sieveking, der bereits den Hessischen Filmpreis für „David wants to fly“ und „Vergiss mein nicht“ erhielt.

FILMZ – FESTIVAL DES DEUTSCHEN KINOS eröffnete gesterm bei vollem Haus

Filmz-mainz2017.logoDie Eröffnung des FILMZ – Festival des deutschen Kinos 2017 gestern Abend im Frankfurter Hof war ein Erfolg. Vor vollem Haus lief „Der Mann aus dem Eis“ von Felix Randau, der das Publikum durch seine Bildgewalt und seine spannende Handlung beeindruckte.

Das FILMZ-Leitungsteam, bestehend aus Inga Degenhard, Irene Brischkowski, Florian Reichinger und Stella Dresselhaus, warf in der Begrüßung, gemeinsam mit den Ehrengästen Kulturdezernentin Marianne Grosse und Staatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro, einen Blick auf die bevorstehende Festivalwoche.

Den Überraschungsfilm für den Kinderfilmtag im CineStar verkündete Inga Degenhard: Um 17:30 Uhr läuft dort am Festivalsamstag die ZDF Produktion „Die Schneekönigin“. Der Märchenklassiker, nach der Vorlage von Hans Christian Andersen, entführt passend zum Beginn der Adventszeit in zauberhafte Eiswelten.
In der Kindervorstellung um 15 Uhr werden zwei Kurzfilme und der Mittellange Film „Königin von Niendorf“ gezeigt, die eine Brücke zwischen der aktuellen Festivallandschaft und dem jungen Publikum schlagen. Die Filme werden für Besucherinnen und Besucher ab einem Alter von 8 Jahren empfohlen.

Einen Höhepunkt für das erwachsene Publikum bietet am Sonntagabend der Abschluss des Festivals. Im Anschluss an die Preisverleihung im Capitol läuft dort Werner Herzogs „Nosferatu –Phantom der Nacht“ mit Klaus Kinski in der Retrospektive. Als Ehrengast wird Jörg Schmidt-Reitwein erwartet, der als Kameramann über viele Jahre mit Herzog zusammenarbeitete, unter anderem an „Nosferatu“. Der Beginn der Veranstaltung ist, anders als bisher angekündigt, um 19:45 Uhr.

Informationen zum weiteren Programm von FILMZ finden Sie unter:
http://www.filmz-mainz.de/