Kategorie-Archiv: Filmkultur

Wiesbadener exground filmfest 31 mit 180 Filmen aus 42 Ländern, darunter 58 Premieren


Das Programm zum exground filmfest 31 vom 16. bis 25. November 2018 in Wiesbaden steht: 180 Filme aus 42 Ländern mit 58 Premieren und Geld- und Sachpreisen im Wert von 20.000 EUR.

exground filmfest 31 präsentiert vom 16. bis 25. November ein außergewöhnliches Programm mit rund 180 unabhängig produzierten Lang- und Kurzfilmen aus 42 Ländern auf der großen Leinwand. Unter den über 2.600 Einreichungen aus 107 Ländern traf das Kuratorenteam seine Auswahl, darunter 21 Welt-, drei internationale, elf Europa- und 24 Deutschland-Premieren. Ausgesuchte Filme aus dem Länderschwerpunkt Philippinen sind nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Darmstadt und Frankfurt am Main zu sehen. In insgesamt sechs Wettbewerben werden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 20.000 EUR vergeben.

Neben dem Filmprogramm öffnen die Wiesbadener Spielstätten Caligari FilmBühne, Murnau-Filmtheater und der Kulturpalast ihre Pforten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Konzerten, Panels und Partys.

exground 31 Programm-PDF

exground youth days Programm-PDF

 

Anthony Ramos (li.) und John David Washington in MONSTERS AND MEN von Reinaldo Marcus Green © exground 31
Anthony Ramos (li.) und John David Washington in MONSTERS AND MEN von Reinaldo Marcus Green © exground 31
Programm-Highlights: Statement gegen Rassismus, Beziehungsstress in L.A. & Komödien aus Frankreich und Österreich.

In der Reihe „American Independents“ ist das preisgekrönte Drama MONSTERS AND MEN (Spezial-Jurypreis beim Sundance Film Festival) von Reinaldo Marcus Green als Deutschland-Premiere zu sehen. Ein weißer Polizist erschießt einen Afroamerikaner in Brooklyn. Green inszeniert die Folgen der Tat aus der Perspektive von drei Menschen: dem Augenzeugen Manny, einem afroamerikanischen Polizisten und einem Highschool-Basketballstar. Das intensive Schauspiel von Anthony Ramos (A STAR IS BORN), Kelvin Harris Jr. (MUDBOUND, MONSTER) und John David Washington (BLACKKKLANSMAN) macht MONSTERS AND MEN zu einem wichtigen Statement gegen Rassismus.

Von New York geht es bei den „American Independents“ in WE THE COYOTES (NOUS, LES COYOTES) von Hanna Ladoul und Marco La Via in die Stadt der Engel. Das Spielfilmdebüt begleitet das junge Paar Amanda und Jake bei ihren ersten 24 Stunden nach ihrer Ankunft in L.A. Ohne einen konkreten Plan und Geld in der Reisekasse wird die Beziehung der beiden schnell auf eine harte Probe gestellt. Hanna Ladoul und Marco La Via, die sich vom Abenteuer ihrer eigenen ersten Tage in L.A. inspirieren ließen, schaffen mit ihrem Film ein erfrischendes und zeitloses Porträt jugendlicher Energie. WE THE COYOTES feiert bei exground filmfest ebenfalls seine Deutschland-Premiere.

In der Sektion „International“ präsentiert exground filmfest die hochkarätig besetzte französische Komödie LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER (EN LIBERTÉ) von Pierre Salvadori. Die junge Kommissarin Yvonne ist die Witwe des örtlichen Polizeichefs Santi, die langsam begreift, dass ihr Mann nicht der rechtschaffene Mensch war, für den ihn alle hielten. Sie beschließt, alles für den jungen Antoine zu tun, der statt Santi in den Bau wanderte. Mit einem tollen Cast (Adèle Haenel, Pio Marmaï, Audrey Tautou) schafft Regisseur Pierre Salvadori (BEZAUBERNDE LÜGEN) großes Kino, das gute Laune macht.

Eine weitere scharfsinnige Komödie erwartet die Zuschauer mit der österreichischen Produktion WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT? Diese Frage stellt sich die Wienerin Wanda (Caroline Peters), überzeugte Atheistin und Feministin, als ihre Teenagertochter Nina zum Islam konvertiert, von nun an Fatima heißen und Schleier tragen möchte. Mit viel Humor und spitzfindigen Dialogen gelingt Regisseurin Eva Spreitzhofer und ihrem grandiosen Ensemble eine herrlich bissige Gesellschaftskomödie über Toleranz und ihre Grenzen.

Adèle Haenel in LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER von Pierre Salvadori. © exground 31
Adèle Haenel in LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER von Pierre Salvadori. © exground 31
Wettbewerbe beim exground filmfest

In insgesamt sechs Wettbewerben vergibt das exground filmfest Geld- und Sachpreise im Wert von 20.000 EUR (Alle Preise und Preisstifter). Ein besonderer Dank geht an den Wiesbadener Kinofestival e. V., der im Rahmen der youth days den neuen Jugendjurypreis für den besten Kurzfilm stiftet, dotiert mit 500 EUR. Damit werden im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb und im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb Geld- und Sachpreise von insgesamt 4.650 EUR vergeben.

In der 17. Ausgabe des Internationalen Kurzfilm-Wettbewerbs konkurrieren 16 Filme aus 16 Ländern um den Jurypreis von 2.000 EUR, gestiftet vom exground-Freundeskreis. In der dreiköpfigen Jury sitzen: Dr. Catherine Colas, Redakteurin für kurz- und mittellange Filme bei ZDF/ARTE aus Mainz, Heleen Gerritsen, Festivalleiterin von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden, und Raymond Red, Regisseur und Produzent aus Manila/Philippinen.

Im Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb treten insgesamt zehn Produktionen im Rennen um die Geld- und zwei Sachpreise im Wert von 9.500 EUR an, darunter RIEN NE VA PLUS von Sophie Linnenbaum, die 2017 mit ihren Film PIX den zweiten Platz belegte.

Der Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb findet zum 14. Mal statt. Ausgewählt wurden elf Filme, darunter zahlreiche Premieren, die entweder von hier geborenen oder lebenden Regisseuren oder in Wiesbaden gedreht wurden. Der vom Publikum bestimmte Gewinner wird am 25. November preisgegeben.

In der Reihe „Made in Germany“ wird der Preis DAS BRETT zum dritten Mal von Insassen der JVA Wiesbaden vergeben. Insgesamt konkurrieren sechs Produktionen um den Gefangenen-Jurypreis, dotiert mit mindestens 1.000 EUR, gestiftet von „Die WERFT“.

In der exground-Gong-Show heißt das Motto wieder: je trashiger desto besser! Mitmachen darf jeder, der seinen Film rechtzeitig auf einem Datenträger abgibt. Der Gewinnerfilm erhält „Goldene exground-Gurke“ und 50 EUR Preisgeld. Die Gong-Show ist bereits am 3. November um 21 Uhr zu Gast bei FILMZ in der Kunsthalle Mainz.

Alle weiteren Infos über https://exground.com/

Ohne diese Förderer und Sponsoren wäre das Filmfestival exground nicht zu stemmen!

HESSEN KÜRT DAS BESTE AUS FILM UND FERNSEHEN

Hottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow

Matthias Brandt erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten – Michael Madsen vergibt Kinokulturpreis

Gestern Abend traf sich in der Alten Oper die Filmszene am Rande der Buchmesse, um herausragende Produktionen und Persönlichkeiten zum 29. Mal mit dem insgesamt 247.500 Euro dotierten, mehrere Kategorien umfassenden Hessischen Film- und Kino-Preis auszuzeichnen. Durch den Abend führte der Schauspieler und Moderator Jochen Schropp. Laudatoren waren unter anderem Paula Beer, Christian Schwochow, Ronja von Rönne, Kida Khodr Ramadan, Pegah Ferydoni und Dunja Hayali.

Ministerpräsident Bouffier und der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein empfingen diese und weitere prominente Gäste in der Alten Oper Frankfurt.

Der Hessische Film- und Kinopreis ist Teil der von der Frankfurter Buchmesse ins Leben gerufenen diesjährigen Kampagne „I’m on the same page“, anlässlich des 70. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte. Der Startschuss zum Aktionsbündnis wurde am Dienstag mit der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse gegeben.

Ehrenpreis des  Ministerpräsidenten

Ehrenpreisträger Matthias Brandt und Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident.© Foto: Diether v. Goddenthow
Ehrenpreisträger Matthias Brandt und Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Ehrenpreis des  Ministerpräsidenten ist in diesem Jahr an Matthias Brandt verliehen worden, der die Auszeichnung aus den Händen des als Überraschungsgast auftretenden Komikers Olli Dittrich entgegennahm.  „Er ist ein Titan für mich!“. Man könne ihm beim Denken zusehen, das sei die höchste Kunst, würdigte Dittrich seinen Freund. Zwar prägte Matthias Brandt als Hauptkommissar Hanns von Meuffels sieben Jahre lang unter  den Münchener „Polizeiruf 110″ . Doch seine beruflichen Stationen führten den gebürtigen Berliner einst zum  Wiesbadener Staatstheater und  Frankfurter Schauspiel.

Produzentin Lisa Blumenberg . © Foto: Diether v. Goddenthow
Produzentin Lisa Blumenberg . © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Sonderpreis ging an Lisa Blumenberg für ihre herausragende Einzelleistung in der Serie „Bad Banks“. Die Produzentin Lisa Blumenberg wagte sich an das komplexe Thema Investment heran, um es einem großen Publikum näherzubringen und trägt das hessische Frankfurt in die weite Welt hinaus.

US-Schauspieler Michael Madsen, bekannt aus u.a. „Reservoir Dogs“ und „Kill Bill“, vergab den Kinokulturpreis für gewerbliche und nichtgewerbliche Kinos und ehrte damit die hessischen Kinobetreiber.

Den Newcomerpreis verlieh Boris Rhein an Regisseurin und Produzentin Isabel Gathof („Moritz Daniel Oppenheim – Der erste jüdische Maler“). Der Sonderpreis ging an Lisa Blumenberg für die Produktion „Bad Banks“.

Die Gewinner des Abends:

Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreis 2018, am 12.Oktober am Rande der Frankfurter Buchmesse. Bildmitte: Matthias Brandt, Ministerpräsident Bouffier, Kulturminister Boris Rhein, Lisa Blumenberg, Dr. Ina Knobloch, Paula Beer, Christian Schwochow, Ronja von Rönne, Kida Khodr Ramadan, Pegah Ferydoni, Dunja Hayali, Michael Madsen, Mitri Sirin usw, die Kinopreisträger, Jackson Singer’s und weitere Künstler des Abends.© Foto: Diether v. Goddenthow
Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreis 2018, am 12.Oktober am Rande der Frankfurter Buchmesse. Bildmitte: Matthias Brandt, Ministerpräsident Bouffier, Kulturminister Boris Rhein, Lisa Blumenberg, Dr. Ina Knobloch, Paula Beer, Christian Schwochow, Ronja von Rönne, Kida Khodr Ramadan, Pegah Ferydoni, Dunja Hayali, Michael Madsen, Mitri Sirin usw, die Kinopreisträger, Jackson Singer’s und weitere Künstler des Abends.© Foto: Diether v. Goddenthow

Bester SpielfilmArthur & Claire (Regie: Miguel Alexandre)

Regisseur Miguel Alexandre mit Laudatorin Dennenesch Zoudé.© Foto: Diether v. Goddenthow
Regisseur Miguel Alexandre mit Laudatorin Dennenesch Zoudé.© Foto: Diether v. Goddenthow

Bester Dokumentarfilm Die Akte Oppenheimer (Regie: Ina Knobloch)

Preisträgerin Dr. Ina Knobloch mit ihren Laudatoren, Dunja Hayali und Siri Sirin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Preisträgerin Dr. Ina Knobloch mit ihren Laudatoren, Dunja Hayali und Siri Sirin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kurzfilmpreis
„Menschenjagd“ (Regie: Peter Meister)

Drehbuchpreis
„Wolf of Kassel“ (Kristl Philippi und Klaus Stern)

Hochschulfilmpreis für den besten Abschlussfilm
„Appalachian Holler“ (Matthias Lawetzky)

Newcomerpreis
Isabel Gathof

Sonderpreis Lisa Blumenberg

Ehrenpreis des Ministerpräsidenten
Matthias Brandt

Hessischer Fernsehpreis des Hessischen Rundfunks

Beste Schauspieler

Beste Schauspielerin: Lena Urzendowsky  und Bester Schauspieler Thomas Schmauser. beide für ihre Rollen in „Der große Rudolph“ © Foto: Diether v. Goddenthow
Beste Schauspielerin: Lena Urzendowsky und Bester Schauspieler Thomas Schmauser. beide für ihre Rollen in „Der große Rudolph“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Beste Schauspielerin
Lena Urzendowsky (für „Der große Rudolph“)
Bester Schauspieler
Thomas Schmauser (für „Der große Rudolph“)

Kinokulturpreise

Die Vertreter gewerblicher und nicht gewerblicher Kinos, die  mit  Kinokulturpreisen für außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement ausgezeichnet wurden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Vertreter gewerblicher und nicht gewerblicher Kinos, die mit Kinokulturpreisen für außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement ausgezeichnet wurden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kinokulturpreise für außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement von gewerblichen und nicht gewerblichen Kinos

nicht gewerbliche Kinos:
Kommunales Kino Eschborn, Murnau Filmtheater, Kino Pupille, Caligari, FilmBühne, Kino im Deutschen Filmmuseum, Filmforum Höchst, traumakino im Café Trauma e.V., Kommunales Kino Weiterstadt, Filmkreis – Das Unikino in Darmstadt, Naxos.Kino

gewerbliche Kinos:
Bali Kinos, Filmladen Kassel, Harmonie Kinos, Programmkinorex Darmstadt, Kammer Palette Atelier, Kult Kinobar, Orfeo`s Erben, Mal seh’n, Capitol Witzenhausen, Kino Traumstern, Lichtspielhaus Lauterbach

Michael Madsen.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Michael Madsen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vergeben wurde der Kinokulturpreis vom beliebten US-Schauspieler Michael Madsen, unter anderem bekannt aus „Reservoir Dogs“ und „Kill Bill“.

 

 

 

 

Der Hessische Film- und Kinopreis 2018 wird gefördert von Metabolic Balance, der Automobilpartner ist Audi. Unterstützt wird die Veranstaltung von Omnimago.

Hottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow
Hottmar Hörls Keltenfürst-Klonarmee stand Spalier beim diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreis,. © Foto: Diether v. Goddenthow

Filmfestivals sind wichtige Orte kultureller Bildung – Podiumsdiskussion beim Lucas-Filmfestival

Julia Fleißig, Festivalleiterin begrüßt die Diskutanten (v.li.n.r) Thomas Schneider-Trumpp (Scopas Medien | Trickfilmland), Nicola Jones (Deutsches Kinder Medien Festival Goldener Spatz), Dr. Sabrina Wagner, wissenschaftl. Mitarbeiterin Filmmuseum u. Lehrbeauftragte an der Goethe-Uni Frankfurt, Marie Wolters (Filmvermittlung LUCAS und FILMmobil) und Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend und Film) © Foto: Diether v. Goddenthow
Julia Fleißig, Festivalleiterin begrüßt die Diskutanten (v.li.n.r) Thomas Schneider-Trumpp (Scopas Medien | Trickfilmland), Nicola Jones (Deutsches Kinder Medien Festival Goldener Spatz), Dr. Sabrina Wagner, wissenschaftl. Mitarbeiterin Filmmuseum u. Lehrbeauftragte an der Goethe-Uni Frankfurt, Marie Wolters (Filmvermittlung LUCAS und FILMmobil) und Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend und Film) © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei der gestrigen Podiumsdiskussion anlässlich des Lucas Filmfestivals für junge Filmfans im Foyer des Filmmuseums Frankfurt  gingen Nicola Jones (Deutsches Kinder Medien Festival Goldener Spatz), Thomas Schneider-Trumpp (Scopas Medien | Trickfilmland), Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend und Film) und Marie Wolters (Filmvermittlung LUCAS und FILMmobil) der Frage nach, ob „Filmfestivals auch Orte kultureller Bildung“ seien. Dr. Sabrina Wagner moderierte. Fazit: Filmfestivals sind wichtige Orte von Filmbildung, „was bei uns bedeutet“, so Reinhold T. Schöffel, „eine bestimmte Vielfalt von Filmproduktionen, die eben aus kommerziellen Gründen nicht den Weg in den Verleih fänden, sicherzustellen. Aufgabe von Filmbildung sei es dabei, diese Vielfalt zu vermitteln, aus der Kinder und Jugendliche lernen könnten“.

https://lucas-filmfestival.de/

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans – heute Podiumsdiskussion – Noch bis 27. September. Aktuelles Filmschaffen aus aller Welt

lucas-jugendjury2018Die 41. Ausgabe von LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans ist in vollem Gange. Filmschaffende präsentieren ihre Filme im Kino – teils zum ersten Mal in Deutschland.

In Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden liegt Festivalstimmung in der Luft: Noch bis Donnerstag, 27. September, bietet LUCAS seinen Gästen vielfältige Programmpunkte. Bereits die ganze Woche sind Jugendliche mit Kameras unterwegs und drehen bei dem Projekt „LUCAS dokt“ eine Festivaldokumentation. Die Young European Cinephiles präsentierten als Kurator/innen ihre eigene Filmreihe zum Thema virtuelle Realitäten und im Kritikfenster analysieren Kinder und Jugendliche Filme und verfassen Filmkritiken.

Am heutigen Dienstag, 25. September, um 18 Uhr findet im Foyer des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums eine Podiumsdiskussion zum Thema Filmfestivals als Orte kultureller und ästhetischer Bildung statt. Die Podiumsteilnehmer/innen diskutieren Fragen über die Bedingungen und Komponenten, die Filmfestivals zum Bildungsort machen. Darüber hinaus tauschen sie sich darüber aus, wie das junge Publikum in der zunehmend digitalisierten Welt erreicht werden kann. Schon vor der Podiumsdiskussion, um 16 Uhr, veranstaltet der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) eine Auftaktveranstaltung des neuen Filmportals „BJF-Clubfilmothek“. Am Abend laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together ein mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen.

Außerdem kommt eine Vielzahl an Filmgästen in den kommenden Tagen an die verschiedenen Festivalspielorte, um sich mit den Kinobesucher/innen auszutauschen. Regisseur Jong-woo Kim präsentiert am Dienstag, 25. September, sein Werk HOM (Zuhause, KR 2017) als deutsche Premiere und freut sich, im Anschluss mit den Kinogästen über das Gesehene zu sprechen. Um 16 Uhr ist der Protagonist Luka Kain aus SATURDAY CHURCH (US 2017, R: Damon Cardasis) zu Gast im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum und tauscht sich mit den Besucher/innen über das Coming-of-Age-Debüt aus. Am Abend, um 18:30 Uhr, stellt die Darstellerin Samantha Mugatsia die kenianische Produktion RAFIKI (ZA/DE/NL/FR/KE/NO 2018, R: Wanuri Kahiu) vor. RAFIKI ist in dieser Woche erstmals in seinem Produktionsland Kenia zu sehen, wo der Film zuvor verboten war, da er eine gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte erzählt. Zu einem weiteren Film der Sektion 16+ | Youngsters, NIGHT COMES ON (US 2018, R: Jordana Spiro) kommt zu zwei Terminen ebenfalls eine junge Darstellerin: Tatum Marilyn Hall, die die jüngere der beiden Schwestern spielt, die sich allein auf den Weg zum Vater an die Atlantikküste machen. Die Regisseurin Sandra Vannucchi spricht am Dienstag und Mittwoch, 25. und 26. September, mit dem Publikum über die italienisch-schweizerische Produktion LA FUGA (2017). Ebenfalls an beiden Tagen kommt aus Kanada die Produzentin von LES FAUX TATOUAGES (CA 2017, R: Pascal Plante) Katerine Lefrançois angereist. Gabriela Pichlers humorvolles Plädoyer für die Meinungsfreiheit AMATÖRER (Amateure, SE 2018) präsentiert Casting Director Archana Khanna am Mittwoch, 26. September, im CineStar Metropolis.

Eine vollständige Übersicht über die Filmgäste finden Sie unter:
https://lucas-filmfestival.de/medien/2018/09/Filmgäste-nach-Kategorie_1809_.pdf

Große Preisverleichung
am Donnerstag, 27. September, um 18 Uhr im Deutschen Filmmuseum
Informieren Sie sich, ob es noch Karten gibt, unter: https://lucas-filmfestival.de/kontakt/ – Anmeldung:   invitation@lucasfilmfestival.de

Preise
3,50 € für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 € für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 € für Erwachsene
5,00 € ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Schwerbehinderte)

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel. 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
Cinema (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

exground filmfest 31 eröffnet mit philippinischem Thriller NEOMANILA

Andrew Garfield in UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell. © Exground-Filmfest 31
Andrew Garfield in UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell. © Exground-Filmfest 31

Mit dem philippinischen Neo-Noir Thriller NEOMANILA wird das 31. exground filmfest am 16. November um 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Mikhail Red in der Wiesbadener Caligari Filmbühne eröffnet. Der dritte Langfilm des jungen Regisseurs (Jahrgang 1991) setzt sich mit der brutalen Anti-Drogen-Politik von Präsident Rodrigo Duterte auseinander, in der angeheuerte Killer für die Ermordung von Drogenverdächtigen bezahlt werden. Zwischen der Auftragskillerin Irma und ihrem Protegé, dem jungen Waisen Toto, entstehen zarte, familiäre Bande, die beim nächsten Attentat zu zerreißen drohen. Mikhail Red sowie sein Vater Raymond Red, der Pionier des alternativen philippinischen Kinos und „Palme d’or“-Gewinner, der in Wiesbaden seinen Film HIMPAPAWID (MANILA SKIES, 2009) vorstellen wird, sind zwei Vertreter des diesjährigen Länderschwerpunktes, den das Festival dem außergewöhnlichen Filmschaffen auf den Philippinen widmet.

exground filmfest begrüßt zwischen dem 16. und 25. November weitere zahlreiche internationale Filmgäste, die dem filmbegeisterten Publikum rund 200 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme vorstellen. Darüber hinaus erwartet die Zuschauer in den Wiesbadener Spielstätten Caligari FilmBühne, Murnau-Filmtheater und Kulturpalast sowie in ausgewählten Programmkinos in Frankfurt am Main und Darmstadt ein spannendes Rahmenprogramm aus Workshops, Ausstellungen, Partys und Podiumsdiskussionen.

Erste Highlights: Thriller, Politsatire und Transgender-Ballerina

Bereits ins Programm eingeladen ist der US-amerikanische Thriller UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell. Der gutmütige, aber verpeilte Sam (Andrew Garfield) ist hingerissen von der umwerfend schönen Sarah (Riley Keoug), die eines Abends im Pool seines Apartmentgebäudes in L.A. schwimmt. Als sie am nächsten Morgen spurlos verschwunden ist, macht sich Sam auf die Suche und wittert eine globale Verschwörung, in die Millionäre, Celebrities, Hundemörder und urbane Mythen involviert sind.

DIAMANTINO (Carloto Cotto) von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt © Exground-Filmfest 31
DIAMANTINO (Carloto Cotto) von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt © Exground-Filmfest 31

Ein weiteres Highlight im Programm ist die Politsatire DIAMANTINO von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt. Der gefeierte, portugiesische Fußballstar Diamantino – mit frappierender Ähnlichkeit zu Ronaldo – ist am Boden zerstört, als seine Karriere jäh endet. Es beginnt eine Sinnsuche, auf der Diamantino unter anderem mit Geflüchteten, falschen Nonnen, Rechtsextremisten, Genderfragen und riesigen Hunde auf rosa Wolken konfrontiert ist. Der Überraschungshit aus Cannes verspricht mit seinem Mix aus Genres und Ästhetik großes Filmvergnügen.

Lara (Victor Polster, li) in GIRL von Lukas Dhont. (Bild: Menuet) © Exground-Filmfest 31
Lara (Victor Polster, li) in GIRL von Lukas Dhont. (Bild: Menuet) © Exground-Filmfest 31

Die 15. Ausgabe der exground youth days wird mit dem belgischen Debüt GIRL von Lukas Dhont eröffnet, in dem die 15-jährige Transgender Lara hart trainiert, um eine Ballerina zu werden. In einer atemberaubenden Performance verkörpert Tänzer und Schauspieler Victor Polster die aufstrebende Tänzerin.

Deutscher Wettbewerb: 3. Gefangenen-Jurypreis DAS BRETT

Zum dritten Mal vergibt exground filmfest den Gefangenen-Jurypreis DAS BRETT für den besten Film in der Reihe Made in Germany, dotiert mit mindestens 1.000 EUR, gestiftet von „Die WERFT – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden“.

HINGABE von Pablo Kaes © Exground-Filmfest 31
HINGABE von Pablo Kaes © Exground-Filmfest 31

Sechs Produktionen des Deutschen Wettbewerbs laufen im Wettbewerb für DAS BRETT, darunter Pablo Kaes’ Debütfilm HINGABE, der in Wiesbaden seine Deutschland-Premiere feiert. Das Paar Julia und Franz wird nachts auf offener Straße von einer Gruppe Männer belästigt. Scheinbar ist nichts Schlimmes passiert, aber dennoch steht die Beziehung der beiden von da an vor einer Zerreißprobe. Während Julia nicht begreift, warum Franz sie nicht in Schutz genommen hat, als einer der Männer sie bedrängt, schämt sich Franz so sehr, dass er sich weigert, darüber zu sprechen.

ADAM UND EVELYN von Andreas Goldstein  © Exground-Filmfest 31
ADAM UND EVELYN von Andreas Goldstein © Exground-Filmfest 31

Beziehungsprobleme ganz anderer Art haben ADAM UND EVELYN in Andreas Goldsteins gleichnamigem Spielfilm. Sommer 1989. Während sich Adam mit seinem Leben im schönen Eigenheim in der DDR arrangiert hat, steht für Evelyn fest, sobald die Grenzen offen sind: Sie will mehr vom Leben und von der Liebe.

Ebenfalls im Rennen um DAS BRETT läuft die dritte Regiearbeit von Ann-Kristin Reyels, WIR HABEN NUR GESPIELT. Für den zehnjährigen Jona beginnt in seiner neuen Heimat an der deutsch-tschechischen Grenze ein einsames Leben. Unglücklich streift er durch die Wälder, bis er jenseits der Grenze den 13-jährigen Miro kennenlernt. Dessen selbstsichere Art imponiert Jona, aber allmählich begreift er, welches Schicksal sich dahinter verbirgt.

Außerdem sind im Wettbewerb um DAS BRETT zu sehen: JIBRIL von Henrika Kull, NIXEN von Katinka Narjes und WO KEIN SCHATTEN FÄLLT von Esther Bialas.

Gewinner im exground-Trailer-Wettbewerb

Der Trailer für das diesjährige exground filmfest war Gegenstand eines Seminars im Studiengang Kommunikationsdesign der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Von den fünf Projektideen wurden drei Projekte im Sommersemester 2018 realisiert, und die Wahl des Teams von exground filmfest fiel auf den Trailer von Elisa Cavalli. Aber auch die anderen beiden Vorschläge werden bei der Eröffnung von exground filmfest 31 in der Caligari FilmBühne auf der großen Leinwand laufen.

Weitere Infos: https://exground.com/news/

Matthias Brandt erhält Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten – Hessischer Film- und Kinopreis wird im Oktober verliehen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Hessischer Film- und Kinopreis: Preisgelder so hoch wie nie / Newcomerpreis für Isabel Gathof

Frankfurt/Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute auf einer Pressekonferenz die ersten Nominierungen und den Ehrenpreisträger des diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreises vorgestellt. Bei der Gala am 12. Oktober in der Alten Oper Frankfurt dürfen sich die Gäste auf den Moderator Jochen Schropp sowie zahlreiche Film- und Fernsehstars freuen. Als Musik-Act erwartet die Gäste fröhlicher Schweden-Pop der Band Ason. Zudem wird der Newcomerpreis verliehen.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Den Hessischen Filmpreis vergeben wir in diesem Jahr zum 29. Mal – er hat sich in all diesen Jahren zu einem festen Bestandteil in der Filmszene entwickelt. Ich freue mich, auch dieses Mal wieder viele Größen der Filmszene begrüßen zu dürfen – und eine gute Nachricht zu verkünden: Das Preisgeld ist mit insgesamt 247.500 Euro in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor. Die Erhöhung um rund 50.000 Euro kommt ausschließlich den Kinopreisgeldern zugute. Sie sind immer auch eine strukturelle Unterstützung von Programmkinos mit einem außergewöhnlichen Kinokulturangebot, die wir besonders würdigen wollen. Die Preisträger werden am Abend der Preisverleihung bekannt gegeben.“

Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2018 erhält Matthias Brandt. Er ist einer der besten Charakterdarsteller Deutschlands und wurde bereits für eine Vielzahl von Einzelleistungen ausgezeichnet. Dem Publikum ist er durch das Fernsehen sehr bekannt. Matthias Brandt wird bei der Gala am 12. Oktober den Preis persönlich entgegennehmen.

Seine Entscheidung begründet Ministerpräsident Volker Bouffier wie folgt: „Matthias Brandt gehört zu den herausragenden deutschen Schauspielern unserer Zeit. Sein schauspielerisches Talent auf der Bühne und in unzähligen Fernsehfilmproduktionen hat ihn zu einem bekannten und beliebten Gesicht der deutschen Schauspiel- und Filmbranche gemacht. Dass der gebürtige Berliner Brandt im Laufe seiner Karriere auch Stationen in Hessen hatte, namentlich am Staatstheater in Wiesbaden und am Schauspiel in Frankfurt, erfüllt uns mit Stolz und macht Matthias Brandt auch ein wenig zum Hessen. Über die Tatsache, dass Brandt nun schon seit einigen Jahren in der Krimireihe ‚Polizeiruf 110‘ nicht den Frankfurter, sondern den Münchener Hauptkommissar Hanns von Meuffels spielt, schauen wir dabei als Hessen großzügig hinweg. Matthias Brandt gehört zu den ganz großen Vertretern seines Fachs, und ich freue mich, ihn für sein schauspielerisches Wirken mit dem diesjährigen Ehrenpreis auszuzeichnen.“

(v.l.n.r.) Christoph Schlein, Pressesprecher des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst,  Boris Rhein, Minister für Wissenschaft und Kunst, Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der Hessen Film und Medien GmbH und Christel Schmidt, Filmförderung Hessischer Rundfunk stellen bei der Pressekonferenz zum Hessischen Film- und Kinopreis unter anderem den Gewinner des Newcomerpreises sowie des Ehrenpreises des Hessischen Ministerpräsidenten vor. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.n.r.) Christoph Schlein, Pressesprecher des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, Minister für Wissenschaft und Kunst, Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der Hessen Film und Medien GmbH und Christel Schmidt, Filmförderung Hessischer Rundfunk stellen bei der Pressekonferenz zum Hessischen Film- und Kinopreis unter anderem den Gewinner des Newcomerpreises sowie des Ehrenpreises des Hessischen Ministerpräsidenten vor. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis geht 2018 an die Produzentin und Filmemacherin Isabel Gathof. Bereits während ihres Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film in München mit Studienschwerpunkt Filmproduktion/ Medienwirtschaft realisierte sie diverse studentische dokumentarische und fiktionale Kurzfilmprojekte und arbeitete als Produktionsleiterin. Später gründete Isabel Gathof ihre eigene Filmproduktionsfirma „Feinshmeker Film“. Sie kehrte in ihre hessische Heimat Hanau zurück, um dort ihre Arbeit als Filmemacherin und Produzentin in Personalunion fortzusetzen.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Isabel Gathof ist ein Regietalent. Sie befördert mit ihren Filmen den interkulturellen sowie den interreligiösen Austausch, der vor dem Hintergrund der heute herrschenden Konflikte besonders wichtig ist. Ihr Kinodebüt ,Moritz Daniel Oppenheim‘ ist ein ausgezeichneter und außergewöhnlicher Film. Vier Jahre dauerte die Produktion, die Isabel Gathof überwiegend mit eigenen Mitteln finanzierte und mit viel Herzblut realisierte.“

Die Jury hat außerdem entschieden, dass in diesem Jahr ein Sonderpreis verliehen wird. Der undotierte Preis wird für eine herausragende Einzelleistung eines Filmprojekts vergeben. Der Sonderpreis 2018 geht an die Serie „Bad Banks“. Die Produzentin Lisa Blumenberg wagte sich an das komplexe Thema Investment heran, um es einem großen Publikum näherzubringen. Das gelingt ihr: Nominierungen und Auszeichnungen auf nationalen und internationalen Festivals sprechen für ihren Erfolg. Mit der Serie trägt sie das hessische Frankfurt in die weite Welt hinaus und bewirbt somit die Strahlkraft dieser Metropole, die den idealen Schauplatz liefert. Auch hinsichtlich des Darsteller-Ensembles leistete die Filmproduktion Beeindruckendes. Dies gilt nicht nur für die Hauptdarsteller Paula Beer, Désirée Nosbusch und Barry Atsma. Auch der restliche Cast zeigt Höchstleistung.

In weiteren Kategorien wurden die folgenden Nominierungen bekannt gegeben:

In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Spielfilm sind nominiert:
Atlas (Regie: David Nawrath)
Arthur & Claire (Regie: Miguel Alexandre)
Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm (Regie: Joachim A. Lang)

In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Dokumentarfilm sind nominiert:
Die Akte Oppenheimer (Regie: Ina Knobloch)
Eingeimpft (Regie: David Sieveking)
Unzertrennlich (Regie: Frauke Lodders)

Die Nominierungen in beiden Kategorien sind mit je 5.000 Euro dotiert.

In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin sind nominiert:
Paula Beer (Bad Banks)
Britta Hammelstein (Ferien)
Lena Urzendowsky (Der große Rudolph)

In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis – Bester Schauspieler sind nominiert:
Matthias Brandt (Toulouse)
Golo Euler (Tatort – Unter Kriegern)
Thomas Schmauser (Der große Rudolph)

Die Nominierungen für den Hessischen Fernsehpreis sind undotiert.

„Der Hessische Film- und Kinopreis unterstreicht unsere sich stetig entwickelnde Filmförderung. Im Jahr 2018 hat die Hessische Landesregierung der Filmförderung erneut zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Die zusätzlichen Mittel betragen 1,5 Millionen Euro. Der größte Anteil, nämlich eine Million Euro, steht der HessenFilm und Medien GmbH für neue Fördermaßnahmen zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt auf neuen Fördermöglichkeiten für Investitionen in den Kinobetrieb. Aber auch die Filmfestivalförderung steht im Fokus. Erfolgreich in diesem Jahr war auch die Etablierung der Nachwuchsförderung. Die HessenFilm und Medien GmbH, die sich um die Filmförderung unseres Landes kümmert, hat zum zweiten Mal Mittel für eine Talentpaketförderung an drei junge hessische Filmproduktionsfirmen vergeben. Vor diesem Hintergrund freue ich mich auf eine gelungene Preisverleihung“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Der Hessische Rundfunk strahlt am 14. Oktober, um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2018“ aus. Die Moderatoren Monika Kullmann und Holger Weinert führen Interviews mit den Nominierten, den Siegern, dem musikalischen Stargast und berichten auch von der Party danach.

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 20. bis 27. September ist eröffnet

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Heute, am Weltkindertag, geht es endlich los: Die 41. Ausgabe von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans ist eröffnet. Die Festivalbesucher/innen erwartet eine spannende Festivalwoche mit mehr als 60 internationalen Filmproduktionen und interessanten Gesprächen mit Filmschaffenden. Darüber hinaus können sich die Gäste auf ein vielseitiges Programm rund ums Festival freuen.

Bereits am Morgen waren Kinder und Jugendliche zum Festivalauftakt ins Kino des Deutschen Filmmuseums eingeladen. LUCAS präsentierte anlässlich des Weltkindertags bei freiem Eintritt die hessische Produktion DIE FLASCHENPOST-INSEL (DE 2018, R: Toni Kurtin). An dem partizipativen Filmprojekt aus Wiesbaden haben mehr als 300 Kinder und Jugendliche aus der Region mitgewirkt. Der Regisseur sowie die Produzentin, die Drehbuchautorin und vier Darsteller/innen waren sowohl morgens als auch bei der offiziellen Eröffnung am Abend anwesend.

„Ich freue mich, heute mein erstes LUCAS-Festival als Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums zu eröffnen“, sagte Ellen Harrington. „Filmfestivals sind ein tragender Bestandteil der engagierten Arbeit unseres Hauses. Sie bieten reichlich Gelegenheit, neue Welten zu entdecken. Gerade für Heranwachsende sind Filmfestivals wie LUCAS eine besonders wertvolle Erfahrung. Sie haben hier die Möglichkeit, Filmkunst in ihrer ganzen Bandbreite zu erleben und ihren Blick für Filme von besonderer Qualität abseits des Mainstreams zu schärfen“.

Auf das besondere Potenzial des Mediums Film, neben dem ästhetischen auch kulturelles Verständnis vermitteln zu können, wies Stadträtin Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main, hin: „Film kann auf einzigartige Weise interkulturellen Austausch fördern und bei Kindern und Jugendlichen Toleranz und Offenheit für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe schaffen. Die in Frankfurt gelebte Vielfalt findet auch in LUCAS ihren Ausdruck und zwar auf künstlerische Weise.“

„Deutschlands ältestem Filmfestival für junges Publikum gelingt es jedes Jahr, mit seinen Filmreihen und Veranstaltungen am Puls der Zeit zu sein. Mit der neuen Wettbewerbssektion 16+ | Youngsters gibt LUCAS Filmschaffenden, die junge Erwachsene in den Fokus stellen, eine Plattform und stärkt gleichzeitig den europäischen Jury-Nachwuchs. Fachgästen aus der Filmbranche bietet LUCAS gehaltvolle Programmpunkte während der Festivalwoche“, so Patrick Schaaf, Leiter Standortentwicklung der HessenFilm und Medien.

© DIF
© DIF

Festivalleiterin Julia Fleißig brachte den voll besetzten Kinosaal in Festivalstimmung, als sie das Festivalprogramm mit seinen verschiedenen Filmreihen präsentierte: „Die Filme erzählen Geschichten von Freundschaft, Familie, Abenteuer, von Konflikten, die bewältigt werden und lassen uns teilhaben am Leben der Kinder und Jugendlichen quer über den Globus. Es geht ums Erwachsenwerden, um Widersprüche, darum, seine Rolle zu finden, mit der ersten Liebe zurechtzukommen, um Heimat und um Meinungsfreiheit. Mit unserer Filmauswahl wollen wir auch immer wieder Sehgewohnheiten herausfordern.“

Filmwettbewerbe
21 Langfilme und ebenso viele Kurzfilme gehen bei LUCAS ins Rennen um insgesamt neun Preise in den drei Alterssektionen 8+, 13+ und 16+ | Youngsters. Die aktuellen Filmproduktionen stammen aus Asien, Afrika, Europa, Nord- und Südamerika. Sie eröffnen Einsichten in die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in anderen Kulturen und lassen teilhaben an ihrem Alltag. Viele Filmschaffende stehen den Festivalbesucher/innen in Filmgesprächen Rede und Antwort.

Filmreihen
Abseits der Wettbewerbsfilme gibt es weitere Filmreihen für Filmliebhaber/innen jeden Alters. Bei zwei interaktiven Minis-Programmen lädt LUCAS seine jüngsten Besucher/innen von vier Jahren an ein, erste Kinoerfahrungen zu machen. Mit den Klassikern THE GOONIES (US 1985, R: Richard Donner), STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. Der Außerirdische, US 1982, R: Steven Spielberg) reist LUCAS dieses Jahr in die 1980er Jahre. Junge und erwachsene Kinogäste haben hier die Gelegenheit, nostalgische Kinoerlebnisse auf der großen Leinwand (wieder) zu entdecken. Außerdem präsentiert das FILMmobil MOREN TANZT (DE 1903, R: Julius Neubronner), DANSE DU FEU (FR 1899, R: Georges Méliès) und weitere Filme, die Jugendliche vertont haben. Die Young European Cinephiles, vier filmliebende Jugendliche aus Griechenland und Deutschland stellen an drei Abenden, jeweils um 20:30 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, ihre eigens kuratierte Filmreihe vor. In diesem Jahr thematisieren sie mit ihrer Filmauswahl virtuelle Realitäten und laden zur anschließenden Diskussion.

LUCAS für Fachbesucher/innen
Am Freitag, 21. September, veranstaltet das Deutsche Filminstitut gemeinsam mit der Creative Europe MEDIA geförderten Initiative „Film Literacy InCubator Klub“ (FLICK) den internationalen Fachtag „Filmbildung digital? Nationale und europäische Bildungspolitik in der Praxis“. Die Teilnehmer/innen tauschen sich über die Frage aus, ob und wie sich Filmbildung und digitale Bildung ins Verhältnis setzen lassen. Expert/innen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich stellen bildungspolitische Konzepte dazu vor und diskutieren deren praktische Umsetzung in Europas Schulen und Universitäten.

Filmfestivals als Orte kultureller und ästhetischer Bildung, sind das Thema einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 25. September, um 18 Uhr im Deutschen Filmmuseum. Die Podiumsteilnehmer/innen diskutieren Fragen über die Bedingungen und Komponenten, die Filmfestivals zum Bildungsort machen. Darüber hinaus tauschen sie sich darüber aus, wie das junge Publikum in der zunehmend digitalisierten Welt erreicht werden kann. Im Anschluss an die Diskussion laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together ein mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen. Bereits um 16 Uhr stellt am Dienstag der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) in einer Auftaktveranstaltung sein neues Filmportal „BJF-Clubfilmothek“ im Foyer des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums vor.

Familientag
Am Festivalsonntag, 23. September, sind Eltern mit Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Uhr zum Familientag LUCAS digital ins Deutsche Filmmuseum eingeladen. Die Gäste erwartet eine Vielzahl an Mitmach-Aktionen, die dazu anregen, in digitale Welten einzutauchen. So haben die Besucher/innen die Gelegenheit, in Workshops mit digitalen Technologien zu experimentieren und eigene Animationen zu entwickeln, in Museumsführungen Spannendes über Film zu lernen oder im Kino auf filmische Reisen zu gehen. Außerdem können sich die Gäste in einem 25-minütigen Audiowalk auf das filmische Abenteuer „LUCAS‘ Kopfkino“ rund um das Deutsche Filmmuseum begeben. Am Familientag findet zum Audiowalk außerdem ein Gewinnspiel statt. Von Montag, 24. September, an ist die App noch die ganze Festivalwoche verfügbar.

Die Teilnahme an den Workshops, die Museumsführungen sowie das Minis-Programm „Eine Stadt entsteht im Kino“ um 11 und 12 Uhr sind kostenfrei. Die Kinovorstellungen TARAPATY (Ärger Hoch Zwei, PL 2017, R: Marta Karwowska) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. Der Außerirdische, US 1982) um 14 und 16 Uhr kosten drei Euro Eintritt.

Preise
3,50 € für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 € für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 € für Erwachsene
5,00 € ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Schwerbehinderte)

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel. 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
Cinema (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

Förderer
LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, bei denen wir uns für ihre Unterstützung bedanken. Zu diesen zählen die Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HessenFilm und Medien, die Stadt Eschborn, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Fraport AG, der Förderkreis des Deutschen Filminstituts, die Nassauische Sparkasse, die Naspa Stiftung, die Fazit-Stiftung, das U.S. Generalkonsulat Frankfurt, das Schweizerische Generalkonsulat und die Botschaft von Kanada. Das Projekt „LUCAS dokt!“ wird ermöglicht durch „kunstvoll“, dem Programm zur Förderung kultureller Bildung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Der Familientag „LUCAS digital“ wird mit Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner SKODA AUTO Deutschland.

Deutsche Filmmuseum Frankfurt übernimmt Fassbinder-Sammlungen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum übernimmt die Sammlungen der Rainer Werner Fassbinder Foundation: Ankauf des Schriftgutnachlasses und Übernahme aller übrigen Dokumente, Exponate, Fotos und Produktionsunterlagen als Dauerleihgabe.

Eröffnung des Fassbinder Center, Frankfurt im Frühjahr 2019 in der Eschersheimer Landstraße 121.

Er ist der bedeutendste deutsche Filmregisseur der Nachkriegszeit: Rainer Werner Fassbinder. Mit dem umfangreichen Werk, das er in nur 37 Lebensjahren schuf, verschaffte er dem Neuen Deutschen Film wie auch andere junge Regisseure in den 1970er Jahren internationales Ansehen. Doch Rainer Werner Fassbinder war in seiner Radikalität und politischen Haltung ein Solitär. Mehr als 35 Jahre nach seinem Tod ist sein Filmschaffen in der ganzen Welt präsent, wird gefeiert und bewundert. Das zeigen die zahlreichen Retrospektiven in Kinos und Museen, zuletzt im Sommer in Australien. Bereits 1997 zeigte das Museum of Modern Art in New York eine große Werkschau, auch die Cinémathèque française in Paris präsentierte 2018 seine Kunst – Beleg einer „Bedeutung, die sich durch immer neue Erkenntnisse erweisen wird“, wie Gutachter Hans Helmut Prinzler in einer Stellungnahme schrieb. Jetzt findet das Werk eine neue Heimat in Frankfurt am Main. Im Frühjahr eröffnet dort das Fassbinder Center, Frankfurt des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums.

Die von Rainer Werner Fassbinders Mutter Liselotte Eder 1986 gegründete und 1992 auf Juliane Maria Lorenz-Wehling – Fassbinders Film-Editorin und Erbin in Folge – übertragene Rainer Werner Fassbinder Foundation (RWFF) in Berlin bewahrt und pflegt seit Jahrzehnten den umfangreichen Nachlass des Regisseurs. Jetzt gibt sie den größten Teil in die Obhut des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums, Frankfurt am Main. Lorenz-Wehling überlässt dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum den wertvollen Schriftgutnachlass Fassbinders, der mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Stadt Frankfurt angekauft werden konnte. Die Stadt Frankfurt fördert darüber hinaus die Etablierung der Sammlung im neuen Fassbinder Center, Frankfurt. Die gesamte übrige Sammlung der RWFF mit Produktionsunterlagen, Werkarchiv (Film- und Theaterwerk), Fotoarchiv (Film- und Theaterwerk), internationalem
Pressearchiv, 3D-Objekten – darunter Fassbinders Flipperautomat und sein legendäres Ledersofa – seine Videosammlung und ein umfangreiches Audio- und Videoarchiv, das sämtliche Interviews mit Rainer Werner Fassbinder sowie Dokumentationen über sein Werk versammelt, gehen als Dauerleihgabe an das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum.

Der in mehr als 180 Archivboxen verwahrte, angekaufte Schriftgutnachlass umfasst 25 Arbeitsdrehbücher, 97 meist handschriftliche Szenenfolgen, 31 Szenenaufstellungen, 118 handschriftliche Dialoglisten, 61 Kalkulationen und Finanzierungspläne, 53 Stablisten, 16 Drehpläne, 30 Verträge, zahlreiche noch nicht erschlossene Produktionsakten, 27 Briefe, 13 Telegramme und 27 Urkunden. Dieser Schatz des deutschen Filmerbes geht nun nach Frankfurt am Main – die Stadt, in der Rainer Werner Fassbinder von 1974 bis 1976 im Theater am Turm wirkte, Filme drehte (MUTTER KÜSTERS FAHRT ZUM HIMMEL, BRD 1975; IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN, BRD 1978) und Gegenstand brisanter Debatten wurde. Er geht in die Obhut des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums, das dadurch, passgenau zum 70. Geburtstag des Instituts im April 2019, seine internationale Strahlkraft und sein fachliches Renommée weiter entscheidend ausbaut.

„Die Übergabe dieses reichen Fundus an Originaldokumenten und Exponaten an das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum dokumentiert auch die Intensität unseres seit mehr als 25 Jahren andauernden Arbeits-verhältnisses und das große Vertrauen, das in langjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist“, sagte RWFFPräsidentin Juliane Maria Lorenz-Wehling. „Rainer Werner Fassbinder braucht keine Denkmäler. Seine Filme halten die Erinnerung an ihn auf der ganzen Welt wach. Und doch freue ich mich, dass mit diesem schönen Forschungszentrum mitten in Frankfurt sein Erbe lebendig gehalten wird. Ich bin schon gespannt auf die Früchte wissenschaftlicher Arbeit, die dieses Haus hervorbringen wird.“

„Die Übernahme des Nachlasses von Rainer Werner Fassbinder ist eine große Ehre für das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, das damit seinen langjährigen Sammlungsschwerpunkt Neuer Deutscher Film entscheidend ausbaut“, sagte Direktorin Ellen Harrington. „Fassbinder ist der weltweit bekannteste und meistgesehene deutsche Regisseur seiner Generation; die Bewahrung und Erforschung seines Nachlasses durch unser Haus wird die internationale Wahrnehmung des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums weiter erhöhen. Wir sind daher ungeheuer stolz und froh über das uns entgegengebrachte Vertrauen, das wir zu würdigen wissen.“

„Frankfurt am Main verbindet mit Rainer Werner Fassbinder eine lange, lebendige, auch von Debatten geprägte Vergangenheit“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Dass ich als Kulturdezernentin dieser Stadt wenige Monate nach dem Tod Hilmar Hoffmanns, der Fassbinder 1974 ans Theater am Turm holte, der Öffentlichkeit ein Fassbinder Center an der Eschersheimer Landstraße vorstellen darf, erfüllt mich mit Freude und Stolz. Ich bin sicher, Hilmar Hoffmann, der Fassbinder leidenschaftlich und kritisch verbunden war, wäre heute gerne bei uns gewesen. Dieses Forschungszentrum wird die internationale Bekanntheit Frankfurts als Ort der Debatten, als Ort des Wissens und der Kultur noch weiter erhöhen.“

„Die Bedeutung von Rainer Werner Fassbinders Schaffen für das deutsche Filmerbe ist unbestritten. Er ist die zentrale Figur des Neuen Deutschen Films und seine weltweite Präsenz, noch 36 Jahre nach seinem Tod, spricht für sich. Gutachter Laurence Kardish, Filmkurator im MOMA New York, schreibt völlig zurecht in seiner Stellungnahme, dass Fassbinders Nachlass ,ein Schatz des deutschen Filmerbes‘ ist, der in einer deutschen Filmerbe-Institution bewahrt und gepflegt und hier zu Forschungszwecken erschlossen werden sollte. Dem kann ich mich nur anschließen“, sagte Ulrich Adolphs, stv. Abteilungsleiter (kommissarisch) im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, in Vertretung von Herrn Staatsminister Boris Rhein, Stiftungsrat der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder. „Das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum ist genau die richtige Institution für diese lebendige Sicherung eines wertvollen Schriftgutnachlasses.“

„Fassbinders Themen der Einsamkeit, Ausgrenzung, Homosexualität oder Ausländerfeindlichkeit sind als Widerhall der deutschen Geschichte zu begreifen, sie sind von gleichbleibender Aktualität bis in die Gegenwart. Dafür fand Fassbinder einprägsame Bilder, die bis heute jüngeren Künstlergenerationen als Inspiration und Vorlage dienen. Die für seine Produktionen typische Bildsprache hat eine große Wirkmacht entfaltet“, sagte Eva Claudia Scholtz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung. „Dass Frankfurt als weltoffene und debattenfreudige Stadt nun den Nachlass dieses Regisseurs erhält und für die Forschung öffnet, ist ein außer-ordentlicher Gewinn. Wir freuen uns, diesen Ankauf mit ermöglicht zu haben.“

Dem schloss sich Prof. Dr. Frank Druffner von der Kulturstiftung der Länder gerne an: „Rainer Werner Fassbinder hat die Filmkultur Deutschlands entscheidend geprägt und unseren visuellen Gedächtnisspeicher um zentrale Bilder bereichert. Noch heute werden seine gesellschaftskritischen und bildmächtigen Filme in aller Welt in Kinos gezeigt. Durch den Erwerb des schriftlichen Nachlasses und die Überlassung weiterer Konvolute als Dauerleihgabe kann das neu gegründete Fassbinder Center in Frankfurt am Main dieses außerordentliche Filmschaffen langfristig dokumentieren und dadurch auch die Forschung vorantreiben. An der Bedeutung des Nachlasses, der zum nationalen Kulturerbe gezählt werden muss, gibt es keinen Zweifel. Die Kulturstiftung der Länder freut sich, dass durch ihre Mithilfe der Ankauf getätigt werden konnte.“

Im neuen Rainer-Werner-Fassbinder-Zentrum, das auf rund 1000 Quadrat-metern im Frühjahr 2019 an der Eschersheimer Landstraße in unmittelbarer Nähe zur Goethe-Universität eröffnen wird, bündelt das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum im Jubiläumsjahr 2019 seine Sammlungen zentral an einem Ort und eröffnet Forscher/innen und Filminteressierten damit einen idealen Zugang zu seinen Beständen. Zu deren Schwerpunkten gehört der Neue Deutsche Film mit dem Archiv des Studiocanal-Verleihs mit dem Filmverlag der Autoren, den Vorlässen der Regisseure Volker Schlöndorff, Peter Fleischmann, Reinhard Hauff, Rudolf Thome, Wolfgang Becker, Romuald Karmakar und Dani Levy sowie die Arbeitsarchive der Filmarchitekten Heidi und Toni Lüdi und der Kostümbildnerin Barbara Baum, dem Nachlass von Regisseur Niklaus Schilling und der Produktionsfirma Visual Film sowie jetzt ganz zentral dem Nachlass von Rainer Werner Fassbinder.

Filmwissenschaftler/innen und Studierenden aus aller Welt bietet sich hier in Zukunft die Möglichkeit, in einem so repräsentativen wie modernen Lesesaal die umfassenden Archivmaterialen und Originalmanuskripte des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums zu studieren und zu erforschen. Dazu gehören Dokumente zu rund 120 Filmschaffenden, von Thea von Harbou über Peter Lorre, Curd Jürgens, Lotte Reiniger, Maria Schell, Liselotte Pulver und Maximilian Schell bis Otto Hunte, Walter Reimann, Hans Poelzig und Oskar Fischinger sowie Archive von Produktionsfirmen wie X Filme, Creative Pool, der CCC von Artur Brauner, der Roxy-Film von Luggi Waldleitner oder der Bioskop Film. Weit mehr als 2,3 Millionen Fotos zu deutschen und internationalen Produktionen ergänzen diesen Bestand.

Die repräsentativen neuen Räume direkt am U-Bahnhof Holzhausenstraße eröffnen interessante neue Perspektiven für das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, das gemeinsam mit dem Bundesarchiv/Filmarchiv und der Stiftung Deutsche Kinemathek die Aufgaben einer zentralen deutschen Kinemathek innehat, mit filmportal.de die zentrale Plattform zum deutschen Film im Internet betreibt und international seit Jahren auch durch seine tourenden Ausstellungen wie Stanley Kubrick (bisher mehr als 1,3 Millionen Besucher weltweit) Furore macht. So findet hier künftig auch der gemeinsam mit der Goethe-Universität ausgerichtete Masterstudiengang eine neue Heimat. Außerdem entfaltet sich für die europaweit renommierte Filmvermittlungsabteilung neuer Gestaltungsspielraum für Screening-programme und andere Bildungsangebote.

Archive und Sammlungen im Deutschen Filmmuseum

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Filmarchiv Filmarchiv
26.000 Filme
6550 im Verleih

BildarchivBildarchiv Bildarchiv Bildarchiv
2,3 Millionen Fotos

Textarchiv Textarchiv
80.000 Publikationen

Gerätearchiv
2800 Objekte aus fünf Jahrhunderten

Plakatarchiv:
42.000 Plakate
zu 20.000 Filmen

Sammlungen und Nachlässe:
Dokumente von mehr als
120 Filmschaffenden
Archive zahlreicher
Filmproduzent/innen und Verleihe

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 20. bis 27. September 2018

Je zwei Mitglieder der Film-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters diskutierten bei der heutigen Pressevorstellung mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig über ihre Kriterien, nach denen sie für Filme Punkte vergeben. Beispielsweise müsse ein Film sie bewegen, nachdenklich machen, sie von der Sache her packen, gut rüberkommen, von den Schauspielern glaubwürdig gespielt sein und, ob man den Film nachher „mitnehme“. Besonders freuen sich die jungen Juroren auf ihre Zusammenarbeit mit ihrem Jury-Team und die Urteile der Fachleute. © Foto: Diether v. Goddenthow
Je zwei Mitglieder der Film-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters diskutierten bei der heutigen Pressevorstellung mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig über ihre Kriterien, nach denen sie für Filme Punkte vergeben. Beispielsweise müsse ein Film sie bewegen, nachdenklich machen, sie von der Sache her packen, gut rüberkommen, von den Schauspielern glaubwürdig gespielt werden und man müsse den Film nachher „mitnehmen“. Besonders freuen sich die jungen Juroren auf ihre Zusammenarbeit mit ihrem Jury-Team und die Urteile der Fachleute. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vom 20. bis 27. September  lädt LUCAS #41 in die Kinos nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ein, wo für ein Publikum von vier Jahren bis bis 18plus +++  mehr als 60 Filme aus 32 Ländern gezeigt und von den Jugend-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters bewertet werden. Die  Siegerfilme der  Alterskategorien erhalten  am 27. September Preise für den besten Langfilm, Kurzfilm, für eine außergewöhnliche cineastische Leistung und den Lucas Youngsters Award. Dieser wird von den Juroren 16+ in völliger Eigenregie, das heißt ohne Erwachsenen-Moderation, selbst ausgewählt.
Highlight  wird der Familientag LUCAS Digital sein am Festivalsonntag,  23.09., mit einen großen Sonder- und Mitmachprogramm. Speziell für die Filmbranche finden am 21.09. im Museum Angewandte Kunst die internationale Fachtagung „Filmbildung digital?“ sowie  am 25.09. im Filmmuseum die Podiumsdiskussion „Filmfestivals als Orte kultureller Bildung“ statt.

Das Festival im Überblick

„Bei LUCAS findet interkulturelle Begegnung direkt im Kino statt, wo die Kinder und Jugendlichen auf der Leinwand fremde Welten kennenlernen und mit Filmschaffenden aus aller Welt ins Gespräch kommen. Das Filmprogramm spiegelt auf wunderbare Weise die Internationalität von Frankfurt als Heimatstadt des Festivals wider“, stellte der Schirmherr des ältesten deutschen Filmfestivals für junges Publikum, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, heraus. „Filmbildung erfahren die Kinder und Jugendlichen bei LUCAS ganz unmittelbar: In verschiedenen Rollen gestalten sie das Festival mit. Eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe liegt vor den jungen Mitgliedern der Jury, die über die Vergabe der LUCAS-Preise mitentscheiden.“

Ellen Harrington ist gespannt auf ihre erste LUCAS-Festivalwoche: „Ich freue mich auf die erste Ausgabe des Festivals, die ich als Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums begleite: Vom 20. bis 27. September gehört das Haus vor allem Kindern und Jugendlichen sowie den vielen internationalen Filmemacherinnen und Filmemachern, die wir hier begrüßen. Ganz besonders freue ich mich auf den Familientag LUCAS digital, der zum Experimentieren mit Film und Digitalem einlädt. Die Kinder und Jugendlichen haben hier die Möglichkeit zu entdecken, was hinter den digitalen Anwendungen steckt, die sie tagtäglich nutzen.“

Stellvertretend für alle Juroren die Mitglieder der Jury 13+. Besonders freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in der Jury und die Meinung der Experten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Stellvertretend für alle Juroren die Mitglieder der Jury 13+. Besonders freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in der Jury und die Meinung der Experten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Filmprogramm
Das Spektrum der Filme reicht von Spielfilmen über Animationsfilme bis zu Dokumentarfilmen. „LUCAS nimmt die Kinobesucher/innen mit auf eine filmische Weltreise“, verspricht Festivalleiterin Julia Fleißig. „Das Filmprogramm wird dabei den ganz unterschiedlichen Themen, die die verschiedenen Phasen des Erwachsenwerdens bestimmen, gerecht. Ganz besonders freue ich mich über den neuen Wettbewerb 16+ | Youngsters, der Geschichten von jungen Erwachsenen quer über den Globus erzählt.“

Auch Elena Lindenzweig, Referentin für Kommunikation und Marketing der HessenFilm, begrüßt die neue Sektion 16+ | Youngsters, deren Jury sich ausschließlich aus jungen filmaffinen Menschen von 16 bis 18 Jahren zusammensetzt: „Mit der neuen Youngsters-Jury gelingt es LUCAS, Nachwuchsjuror/innen gezielt zu fördern. Dabei dient das Festival dem europäischen Filmnachwuchs als Plattform zur Vernetzung“.

In den drei Sektionen 8+, 13+ und 16+ | Youngsters konkurrieren insgesamt 21 Langfilme und 21 Kurzfilme, die in vier Programmen zusammengefasst sind, um die LUCAS-Preise. Alle Kurzfilme sind erstmals im deutschen Kino zu sehen. Unter den Langfilmen sind sechs als Deutschlandpremiere, zwei in jeder Sektion, zu sehen: Darunter EJNAK عینک (Die Brille, IR 2017) am Mittwoch und Donnerstag, 26. und 27. September, im CineStar Metropolis. Reza Aghaei erzählt von den vielen interessanten Begegnungen der Geschwister Saeed und Sarah, die sich auf den Weg durch die Stadt machen, um die Brille der Oma zu reparieren. Die brasilianische Produktion TITO E OS PÁSSAROS (Tito und die Vögel, BR 2018, R: Gustavo Steinberg, Gabriel Bitar, André Catoto Dias) läuft am Samstag, 22. September, um 11 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums und am Montag, 24. September, um 8:30 Uhr im CineStar Metropolis. Der Animationsfilm behandelt das Thema Angst auf sehr fantasievolle Weise: Als eine Seuche ausbricht, die nur Menschen befällt, die vor etwas Angst haben, sucht Tito mit seinen Freunden nach seinem Vater, einem Vogelforscher. Auf diese Weise erhoffen sich die Kinder, das Gegenmittel zu finden. Einer der Regisseure, André Catoto Dias, steht den Kindern und Jugendlichen im Filmgespräch Rede und Antwort.

In der Sektion 13+ wird ebenfalls eine brasilianische Produktion, FERRUGEM (Rost, BR 2018, R: Aly Muritiba), präsentiert. Zu sehen ist das kritische Porträt einer Jugend im digitalen Zeitalter am Freitag, 21. September, um 16 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums sowie am Dienstag, 25. September, um 11 Uhr im CineStar Metropolis. An beiden Terminen ist der Regisseur zur Präsentation der deutschen Premiere anwesend. Auch zur Deutschlandpremiere von HOM (Zuhause, KR 2017) kommt der Regisseur Jong-woo Kim nach Frankfurt ins Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, um sich mit dem Publikum über sein Werk auszutauschen. HOM ist am Sonntag, 23. September, um 12 Uhr im Cinema am Roßmarkt, und am Dienstag, 25. September, im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen. Der Film richtet den Blick auf die fremde Familiensituation der Halbbrüder Jun-ho und Sung-ho, nachdem ihre Mutter ins Koma fällt.

Impressionen vor dem Kinosaal im UG des Filmmuseums. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen vor dem Kinosaal im UG des Filmmuseums. © Foto: Diether v. Goddenthow

Preise
Bei LUCAS sind in diesem Jahr neun Preise zu gewinnen. Die Jurys der Sektionen 8+ und 13+ setzen sich paritätisch aus jungen Filmfans und Branchenprofis zusammen. Gemeinsam vergeben sie jeweils den Preis für den besten Langfilm (5.000 Euro) und den Preis für den besten Kurzfilm (2.000 Euro). Sechs Jugendliche aus Polen, Finnland und Deutschland entscheiden in ihrer Sektion 16+ | Youngsters über die Vergabe des LUCAS Youngsters Awards. Die Festivalbesucher/innen stimmen unter allen Langfilmen über den undotierten Publikumspreis ab. Zu Gast ist außerdem eine Jury der ECFA (European Children’s Film Association). Zusätzlich verleiht Cinema without Borders in diesem Jahr erstmals den Bridging the Borders Award an einen Langfilm, der sich besonders für interkulturellen Austausch engagiert.

Minis / Young European Cinephiles / Klassiker
Auch abseits der Filmwettbewerbe bietet LUCAS den Festivalbesucher/innen ein Filmprogramm, das für alle von vier Jahren bis 18plus etwas bietet. Seine jüngsten Kinogäste im Vorschulalter möchte LUCAS in den zwei interaktiven Minis-Programmen: EINE STADT ENTSTEHT IM KINO und SILHOUETTENFILM für Kino begeistern. Kindern von vier Jahren an will LUCAS die Phantasie anregende erste Kinoerfahrungen bieten. Dieses Jahr dreht sich bei den Minis alles um das filmische Zusammenspiel von Licht und Schatten.

Die Young European Cinephiles, vier filmliebende Jugendliche aus Griechenland und Deutschland, kuratierten ihre eigene Filmreihe zum Thema virtuelle Realitäten, die sie an drei Abenden, vom 20. bis 22. September jeweils um 20:30 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, präsentieren. Am Donnerstag geht es los mit TRANSCENDENCE (US 2015, R: Wally Pfister), am Freitag läuft READY PLAYER ONE (US 2018, R: Steven Spielberg) und am Samstag schließen die Young European Cinephiles ab mit THE THIRTEENTH FLOOR (The 13th Floor – Bist du, was du denkst?, US 1999, R: Josef Rusnak).

Mit den Klassikern reist LUCAS zurück in die 1980er Jahre und lädt junge und erwachsene Kinogäste ein, die folgenden Klassiker aus der Kinder- und Jugendfilmgeschichte (wieder) zu entdecken: STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner), THE GOONIES (Die Goonies, US 1985, R: Richard Donner) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. – Der Außerirdische, US 1982, R: Steven Spielberg). Außerdem präsentiert das FILMmobil MOREN TANZT (DE 1903, R: Julius Neubronner), DANSE DU FEU (FR 1899, R: Georges Méliès) und weitere Filme, die Jugendliche vertont haben.

Partizipation heißt bei LUCAS Mitmischen!

Bereits während des Museumsuferfestes Ende August gab es im LUCAS-Zelt Infos über die vielfältigen Mitmachangebote während der Festivalwoche. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bereits während des Museumsuferfestes Ende August gab es im LUCAS-Zelt Infos über die vielfältigen Mitmachangebote während der Festivalwoche. © Foto: Diether v. Goddenthow

LUCAS lädt vor allem zum Filmeschauen ein – und zum Mitmachen. LUCAS vertritt die Ansicht: Filmbildung kann nur dann richtig ansetzen, wenn eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk auf das Screening folgt. So bietet das Festival den Besucher/innen nach jeder Vorführung ein Filmgespräch direkt im Kino, oftmals auch mit Filmschaffenden. Gruppen, die sich noch einmal umfassend mit dem Gesehenen auseinandersetzen wollen, können kostenfreie Leinwandgespräche buchen. Filmpädagog/innen und Filmemacher/innen sprechen mit den Teilnehmer/innen über deren Eindrücke sowie die Filmästhetik des Werks. Darüber hinaus haben Kinder und Jugendliche verschiedene Möglichkeiten, das Festival zu gestalten. Als Festivalreporter/innen, Filmkritiker/innen, Programmkurator/innen, Moderator/innen oder als Mitglied der Jury machen sie sich LUCAS zu eigen. Neu auf der Agenda ist dieses Jahr das Projekt „LUCAS dokt“, in dem Jugendlich eine Festivaldokumentation produzieren.

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Land Hessen fördert Kinofilm „Crescendo“ mit 350.000 Euro Setbesuch in Wiesbaden mit Peter Simonischek, Daniel Donskoy und Bibiana Beglau

Land Hessen fördert Kinofilm „Crescendo“ mit 350.000 Euro
Setbesuch in Wiesbaden mit Peter Simonischek, Daniel Donskoy und Bibiana Beglau

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die Dreharbeiten zum Kinofilm „Crescendo“ im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden besucht. Die Hallen sind neben der Goethe-Universität und dem Flughafen in Frankfurt sowie dem Theater Rüsselsheim Drehorte in Hessen für das Drama um ein israelisch-palästinensisches Jugendorchester. Weitere Schauplätze sind in Südtirol und Israel.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Dass gleich mehrere hessische Städte für diesen Film als Drehorte ausgewählt wurden, zeigt, welche Vielfalt an Locations Hessen zu bieten hat. Das ist eine tolle Imagewerbung für unser Bundesland.“

Das Projekt, das von Dr. Alice Brauner produziert wird und in dem Dror Zahavi Regie führt, wird unter anderem von HessenFilm und Medien mit 350.000 Euro gefördert. In der Hauptrolle ist Peter Simonischek, bekannt aus „Toni Erdmann“, als Dirigent zu sehen. Es ist damit das dritte Engagement des Österreichers in Zusammenarbeit mit HessenFilm, nach den Filmen „Die Welt der Wunderlichs“ und „Nur Gott kann mich richten“. Daniel Donskoy gibt in der jugendlichen Hauptrolle sein Kinodebüt. Außerdem stehen Bibiana Beglau, Sabrina Amali und Götz Otto vor der Kamera in der Produktion von CCC Filmkunst.

Der Film hat neben den Drehorten noch einen weiteren hessischen Bezug: Die Neue Philharmonie Frankfurt übernimmt den Part des Jugendorchesters in dem Film. „Wir fördern als Land Hessen nicht nur regelmäßig Filmproduktionen, sondern auch den musikalischen Nachwuchs. Mit einem Kinofilm bekommt die Neue Philharmonie Frankfurt noch einmal eine ganze andere Plattform geboten, um ihr Talent zu zeigen“, freut sich Kunst- und Kulturminister Boris Rhein über die Auswahl des Ensembles.

Zum Film: Im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Diplomaten aus Israel und Palästina soll in Südtirol ein Konzert eines Jugendorchesters junger Palästinenser und Israelis unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Die Jugendlichen wollen die Friedensbemühungen, die in ihrem Mikrokosmos bereits gefruchtet haben, nicht aufgeben und sehen nach und nach im gemeinsamen Zueinanderfinden und Musizieren einen ersten Weg zur Überbrückung von Hass, Intoleranz und Terror. Hat die Musik die Kraft, trotz der vielen Herausforderungen und Hindernisse Brücken zwischen den jungen Menschen verschiedener Religionen und verhasster Nationalitäten zu bauen?

Im Jahr 2017 standen den Filmschaffenden und hessischen Filminstitutionen zehn Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, wovon fünf Millionen Euro aus dem Etat des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst kamen, vier Millionen Euro aus Garantiemitteln aus dem Finanzministerium sowie 750.000 Euro vom Hessischen Rundfunk und 250.000 Euro vom ZDF. In 2018 wurde die Förderung auf 11,5 Millionen Euro aufgestockt. Gefördert werden unter anderem Filmproduktionen, Kinos sowie Festivals.