Kategorie-Archiv: Filmkultur

Landesregierung unterstützt Festivals, Filmreihen und Kinos mit rund 100.000 Euro

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass in der ersten Jury-Sitzung der HessenFilm und Medien GmbH im Bereich der Abspielförderung entschieden wurde, dass Festivals, Filmreihen und Kinos insgesamt rund 100.000 Euro erhalten.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein „Die Abspielförderung richtet sich an Festivals, Filmreihen und Kinos. Sie stellt einen wichtigen Teil der Filmförderung dar, da hierbei besondere Filme und filmisch umgesetzte Themen auf die Leinwand und somit zum Publikum gebracht werden.“

In einer ersten Förderrunde wurde entschieden, dass acht Filmreihen, drei Festivals und zwei Projekte von HessenFilm und Medien gefördert werden.

Beispielsweise wird das in Gießen stattfindende Festival „Die Seriale“ mit 10.000 Euro gefördert. Auf diesem Filmfestival treffen sich Filmemacher, die Kurzfilme ausschließlich für Internetplattformen wie beispielsweise „UNSERE SERIE“ herstellen. Das Festival in Gießen ist Treffpunkt einer internationalen Szene.

Erstmals wurde das Festival Randfilmfest in Kassel mit 7.000 Euro gefördert. Beim Randfilmfest stehen Genrefilme, Vergessenes, Zensiertes und Verdrängtes im Mittelpunkt. Das Festival findet vom 29. September bis 1. Oktober 2017 statt. Auch das beim Publikum sehr beliebte Shorts at Moonlight Kurzfilmfestival 2017 in Frankfurt Höchst wird mit 10.000 Euro gefördert.

Weiterhin werden spezielle Kinomaßnahmen unterstützt, wie ein innovatives Marketingprojekt des KUKI-Kinos in Schlüchtern mit 13.000 Euro. In den Schaufenstern der Vorverkaufsstellen rund um den Kinostandort wirbt das Kino mit digital eingespieltem Kinoprogramm, Trailern und Kinoplakaten. Außerdem wurde die Neuinstallation eines Studiokinosaals in Heppenheim mit 6.000 Euro gefördert.

Die Förderungen im Einzelnen:

Festivals:
Die Seriale in Gießen – 10.000 Euro
Das Randfilmfest in Kassel – 7.000 Euro
Shorts at Moonlight Kurzfilmfestival in Frankfurt Höchst – 10.000 EURO

Filmreihen:
Der FILM am Dienstag in Ginsheim-Gustavsburg – 4.000 Euro
Filmcafé im Capitol in Butzbach – 5.000 Euro
Filmkunst-Abspielring für diverse Kinos in ganz Hessen – 8.800 Euro
Eine Werkschau des Dokumentarfilmers Peter Nestler in Kassel – 4.000 Euro
hessen film tour für diverse Kinos in Hessen – 10.000 Euro
Kinderkino-Abspielring für diverse Kinos in Hessen – 7.350 Euro
kurz und hessisch für diverse Kinos in Hessen – 7.200 Euro
Pop-up Kino für diverse Orte in Mittelhessen – 8.000 Euro

Sonstige Projekte:
Innovatives Marketingprojekt „Digital Signage“, Kino Schlüchtern – 13.000 Euro
Neuinstallation eines Studiokinosaals, Kino Heppenheim – 6.000 Euro

Eine detaillierte Übersicht zu den Förderungen finden Sie auf www.hessenfilm.de

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans freut sich auf ein spannendes Programm zur 40. Ausgabe des Festivals vom 1. bis 7. Oktober

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

Mitglieder der Jury stehen fest +++ Heute: Die Jurykids 8+ und 13+

LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans präsentiert vom 1. bis 7. Oktober 2017 herausragende Filme für junges Publikum im Deutschen Filmmuseum und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Das breite Spektrum an Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilmen, die in der Regel in Originalfassung angeboten werden, richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von vier Jahren bis 18plus. LUCAS bietet dem Publikum zahlreiche Möglichkeiten, das Festival mitzugestalten: hinter und vor der Kamera, als Jurymitglieder oder Moderator/innen. In spannenden Gesprächen mit den Gästen können junge Filmfans eine Woche lang in die Welt der Filme eintauchen.

Heranwachsende, die sich in der Jury engagieren, haben eine große Aufgabe vor sich: Eine Woche lang, vom 1. bis 7. Oktober, schauen die jungen Juroren jeden Tag viele Stunden lang Filme zusammen mit ihren Jury-Kollegen. Danach bestreiten sie zuweilen anstrengende Diskussionen über die gesehenen Werke, bis am Ende der Woche schließlich die Entscheidungen über die Auszeichnungen fallen. Sechs Jurykids im Alter von zehn bis 16 Jahren sind auch dieses Jahr wieder dabei und freuen sich auf eine aufregende Woche mit vielen Filmen:
Die zehnjährige Rosalie Pascal weiß ganz genau, worauf sie dabei achten muss: „Gute Musik, guter Schnitt, gutes Schauspiel, vielseitiger Perspektivenwechsel“ das macht für die Schülerin der IGS Nordend einen guten Film aus, schreibt sie in ihrem Steckbrief. Die Entdeckung, dass man wird man nicht erwischt im Kino auch andere Sachen machen kann, als nur Filme zu schauen, hat der elfjährige Aki Teuchmann gemacht, als der Elisabethenschüler mit seinem Cousin einmal ganz alleine im Kino war. Die beiden Jungs nutzten die Gelegenheit: „Wir sind während des Films über die Stühle geklettert.“ Der zehnjährige Jan Alexander Vossen hat hohe Ansprüche ans Kino: Ein Film, verlangt er, „sollte lustig, traurig und spannend sein“. Am liebsten geht der Merianschüler mit seinen Freunden ins Kino, „weil man da noch mehr lacht“.

Happy Ends sind der 16-jährigen Carla Zimmer von der Maria-Ward-Schule in Mainz wichtig, aber auch, dass der Film „realistisch ist und zum Nachdenken anregt“. Dabei geht sie besonders gerne mit ihrer Schwester ins Kino, und am liebsten in eine Komödie. Bei LUCAS hat sie sich beworben, weil sie sich für das Schauspielen interessiert. „Außerdem tausche ich mich über die Filme gerne aus.“ Wann gehen sie besonders gerne ins Kino?, fragt der Steckbrief die künftigen Juroren. „Wo Schauspieler mitspielen, die ich mag“, bekennt die 13-jährige Annalena Ames, die das Frankfurter Goethe-Gymnasium besucht. TRAUMFRAUEN (DE 2015, R: Anika Decker) mit Elyas M’Barek nennt sie als ihren aktuellen Lieblingsfilm.
Visual effects sind für den 16-jährigen Oskar Sachs besonders wichtig, der den Sci-Fi-Film MOON (UK 2009, R: Duncan Jones) als seinen Favoriten bezeichnet. Am Ende nennt der Goethe-Gymnasiast jedoch „das Skript als Schlüsselpunkt“ für einen guten Film. Bei LUCAS macht er mit, weil er hofft, hier Filme abseits des Mainstream-Kinos zu sehen: „Ich hoffe, etwas daraus für eigene Filmprojekte zu lernen.“

40 Jahre LUCAS: Familientag am Dienstag, 3. Oktober
Ein besonders üppiges Festprogramm wird es beim Familientag am Dienstag, 3. Oktober, geben, bei dem alle Interessierten eingeladen sind, mit LUCAS die 40. Festivalausgabe zu feiern.

Rotgekleidete kommen gratis in die Sonder-Ausstellung „ROT IM FILM“ im Filmmuseum Frankfurt

Ganz in Rot gekleidete Besucher/innen kommen diese Woche (27. Juni bis 2. Juli) kostenlos in die Sonderausstellung ROT IM FILM, die noch bis zum 13. August zu sehen ist. Passend dazu feiert das Kino des Deutschen Filmmuseums ein einzigartiges Farbverfahren: Die Reihe „Glorious Technicolor! versammelt seltene Filmkopien von Hollywood-Filmen aus den 30er bis 50er Jahren.

GLORIOUS TECHNICOLOR!
Filmreihe, Lectures und eine Buchpräsentation im Kino des Deutschen Filmmuseums, von Mittwoch, 5., bis Mittwoch, 26. Juli

Ein Streifzug durch Three-Strip Technicolor

THE GULF BETWEEN (US 1917) war vor 100 Jahren der erste mit dem Technicolor-Verfahren hergestellte Film. Doch technische Widrigkeiten und Rückschläge machten die ersten Bemühungen des 1915 von Herbert Kalmus gegründeten Unternehmens zunächst zu einer Enttäuschung. Nachdem die Verfahren Nr. 1 und Nr. 2 bei den großen Studios nicht den nötigen Rückhalt fanden, kam mit Nr. 3 Ende der 1920er der Durchbruch – allerdings noch immer im Zwei-Streifen-Prozess, der nur einen Teil des Farbspektrums abbilden konnte.

Weltberühmt wurde Technicolor erst mit Verfahren Nr. 4, das von 1932 an mit Drei-Streifen-Kameras arbeitete. Zusammen mit der langfristig farbstabilen Dye-transfer-Kopierung nach Art des Reliefdrucks, ermöglichte es jenen oft mit dem Slogan „Glorious Technicolor!“ beworbenen besonderen Look, der zahlreiche Klassiker prägte. Cinephile und Filmhistoriker bewunderten fortan „Die Röte des Rots von Technicolor“ (Hartmut Bitomsky).
Die Komplexität des Verfahrens und die Schwerfälligkeit der Drei-Streifen-Kameras sorgten jedoch dafür, dass die Filmindustrie 1954 auf Eastmancolor-Negativ umstieg. Im Verfahren Nr. 5 wurden allerdings weiterhin viele Filme im Technicolor-Farbdruck kopiert und entsprechend beworben, bis die Kopierstrecken Ende der 1970er Jahre stillgelegt und nach China verkauft wurden. Die Auswahl der Reihe konzentriert sich zunächst auf klassische Three-Strip-Technicolor-Filme des Verfahrens Nr. 4 der 1930er bis 50er Jahre. Das Besondere: Sämtliche Filme sind als im Farbdruck-Verfahren in den USA und London hergestellte originale IB-Tech-Kopien zu sehen. Zwei Vorträge geben vertiefende Einblicke in das Thema. Ergänzend sind außerdem bei TERZA VISIONE – 4. Festival des italienischen Genrefilms (S. 24) zahlreiche, im Verfahren Nr. 5 in Rom hergestellte Technicolor-Kopien der 1960er und 70er Jahre zu sehen.

Wir danken insbesondere der Cinémathèque française und dem Österreichischen Filmmuseum für die Bereitstellung von wertvollen, normalerweise wegen ihrer Unersetzlichkeit nicht ausleihbaren Unikaten.

Mittwoch, 5. Juli, 20:15 Uhr
Buchpräsentation: „Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921-1968″
Walt Disney war einer der großen US-amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts und der erste, der eine eigene Industrie schuf, um seine Visionen umzusetzen. Ihm und seinen Filmen ist eines der schönsten Filmbücher der vergangenen zwei Jahrzehnte gewidmet, welches mittels profunder Texte und einer Fülle von Abbildungen die Entstehung der Filme von den Anfängen bis kurz nach Disneys Tod lebendig werden lässt und vom Herausgeber Daniel Kothenschulte an diesem Abend vorgestellt wird. Disney galt seit FLOWERS AND TREES (1932) als Pionier in der Anwendung des „Three-strip-Technicolor“-Verfahrens.
Vorgestellt von: Daniel Kothenschulte
Mit Filmbeispielen in Technicolor

Donnerstag, 6. Juli, 18 Uhr, Samstag, 8. Juli, 20:30 Uhr
THE WIZARD OF OZ Der Zauberer von Oz
USA 1939. R: Victor Fleming. D: Judy Garland, Frank Morgan, Ray Bolger 102 Min. 35mm. OF
Dorothy lebt auf einer Farm in Kansas. Als sie samt Haus und Hund Toto von einem Wirbelsturm in eine andere Welt entführt wird, tötet sie bei der Landung eine böse Hexe. Um sich vor der Rache der Hexenschwester zu schützen, macht sich Dorothy auf den Weg zur Smaragdstadt, wo der Zauberer von Oz lebt. Unterwegs begegnet sie einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem ängstlichen Löwen, die sie begleiten. Während die Kansas-Szenen schwarzweiß gefilmt und im Entwicklungsprozess zu sepia umgewandelt wurden, erstrahlt die Traumwelt Oz im kompletten Technicolor-Farbspektrum – ein vielzitierter Hollywood-Klassiker.

Freitag, 7. Juli, 20:30 Uhr, Donnerstag, 13. Juli, 20:30 Uhr
THE CRIMSON PIRATE Der Rote Korsar
USA 1952. R: Robert Siodmak
D: Burt Lancaster, Nick Cravat, Eva Bartok. 105 Min. 35mm. DF
Seeräuber-Kapitän Vallo gibt sich als edler Pirat, als Beschützer der Unterdrückten, Befreier schöner Frauen und Feind der ausbeuterischen Gouverneure. Als er eine große Menge Waffen und Munition erbeutet, will er diese an den Rebellenführer El Libre verkaufen. Doch als Vallo sich in dessen Tochter verliebt, kommen Geschäft und Gefühl durcheinander. Ein unverwüstlicher Klassiker des Piratenfilms mit beeindruckenden Kulissen, turbulenten Stunts, humorvollen Zwischentönen und hervorragender Fotografie, die knallig rote Kostüme vor grandiosem Meeres- und Himmelsblau in Technicolor strahlen lässt.

Freitag, 14. Juli., 18 Uhr
THE BEAUTIFUL BLONDE FROM BASHFUL BEND
USA 1949. R: Preston Sturges. D: Betty Grable, Cesar Romero,
Rudy Vallee. 77 Min. 35mm. OmfrU
Die temperamentvolle Saloon-Sängerin Freddie Jones ist schneller mit den Colts als alle Männer der Stadt. Doch als sie in einem Handgemenge versehentlich den örtlichen Richter anschießt, muss sie aus der Stadt fliehen. Ein durchgeknalltes Western-Musical vom Komödien-Spezialisten Preston Sturges – Parodie und Dekonstruktion zugleich, dabei rasant, frivol, voller Merkwürdigkeiten und farbenprächtigen Dekors. Vorab ist mit LA CUCARACHA der erste Realfilm in Three-Strip-Technicolor zu sehen, der feurigen Tanz und Gesang in einem mexikanischen Nachtlokal zeigt.

Vorfilm: LA CUCARACHA. USA 1934. R: Lloyd Corrigan. 20 Min. 16mm.OF
Mit Einführung: Céline Ruivo (La Cinémathèque française)

Samstag, 15.Juli., 18 Uhr
LECTURE ON THREE-STRIP TECHNICOLOR
Englischsprachiger Vortrag von Céline Ruivo (La Cinémathèque française) mit vielen Illustrationen, Fotos und Filmbeispielen
Céline Ruivo ist seit 2011 die Leiterin des Filmarchivs der Cinémathèque française und war in der Restaurierungsabteilung des Eclair-Kopierwerks tätig. Sie promovierte mit einer Arbeit zum Three-Strip-Technicolor-Verfahren. In ihrer Lecture gibt sie einen Überblick über die Geschichte und die technischen wie ästhetischen Besonderheiten von Technicolor und spricht dabei auch über Herausforderungen und Probleme bei der Restaurierung des historischen Ausgangsmaterials.

Samstag, 15.Juli, 20:30 Uhr
GENTLEMEN PREFER BLONDES Blondinen bevorzugt
USA 1953. R: Howard Hawks. D: Jane Russell, Marilyn Monroe,
Charles Coburn. 91 Min. 35mm. OmseU
Das mittellose Showgirl Lorelei ist mit dem Millionärssohn Gus liiert. Dessen Vater lehnt die Beziehung strikt ab, da er der attraktiven Tänzerin reine Habgier untestellt. Lorelei macht sich mit ihrer Freundin Dorothy auf den Weg nach Paris, um ihren Angebeteten heimlich zu heiraten. Doch der Vater hat einen Privatdetektiv auf Lorelei angesetzt, dem die Reize des Mädchens nicht verborgen bleiben. Howard Hawks‘ satirisches Musical würzt köstliche Unterhaltung mit böser Materialismuskritik. Eingegangen in die Filmgeschichte ist die Szene, in der Marilyn Monroe im pinken Abendkleid „Diamonds are a girl’s best friend“ vor rotem Hintergrund singt.
Mit Einführung: Céline Ruivo (La Cinémathèque française)

Sonntag, 16. Juli, 18 Uhr
THE ADVENTURES OF TOM SAWYER Toms Abenteuer
USA 1938. R: Norman Taurog. D: Tommy Kelly, Ann Gillis, May Robson. 77 Min. 35mm. OF
Tom Sawyer und sein bester Freund Huckleberry Finn spielen den Einwohnern einer Kleinstadt am Mississippi zahlreiche Streiche. Bei einem Ausflug werden sie zufällig Zeugen eines mörderischen Streits. Als ein Unschuldiger vor Gericht kommt, offenbart Tom den wahren Täter, Indianer Joe. Dem gelingt jedoch die Flucht, und er versteckt sich ausgerechnet in den Tropfsteinhöhlen, die Tom auf einem Schulausflug ebenfalls besucht. Der vielleicht erfolgreichste Versuch, die Klassiker von Mark Twain zu adaptieren, beschwört humor- und liebevoll eine Jugendfreundschaft und die Atmosphäre eines geheimnisvollen Sommers.
Mit Einführung: Céline Ruivo (La Cinémathèque française)

Sonntag, 16. Juli, 20:30 Uhr
DRUMS ALONG THE MOHAWK Trommeln am Mohawk
USA 1939. R: John Ford. D: Claudette Colbert, Henry Fonda,
Edna May Oliver. 104 Min. 35mm. OF
Unmittelbar nach der Hochzeit im Jahr 1776 schließt sich ein Paar den Siedlern im gefährlichen Tal des Mohawk River an. Während die Frau sich vor den Indianern fürchtet, zählt ihr Mann einen davon zu seinen besten Freunden. Die Ausrufung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges führt zu Landung und Angriff britischer Truppen. John Fords erster Farbfilm widmet sich in farbenprächtig ausgemalten Landschaften dem frühen Pioniergeist und dem amerikanischen Unabhängigkeits-bestreben, nicht zuletzt aber auch den Grenzverläufen zwischen Wildheit und Zivilisation.

Mittwoch, 19. Juli, 20 Uhr, Sonntag, 23. Juli, 19 Uhr
GONE WITH THE WIND Vom Winde verweht
USA 1939. R: Victor Fleming
D: Clark Gable, Vivien Leigh, Olivia de Havilland. 222 Min. 35mm. OF
Die aufwendige und sorgfältig inszenierte Monumentalverfilmung des Bestsellers von Margaret Mitchell wurde zu einem der größten Kassenerfolge und zugleich zu einem Mythos der Kinogeschichte. Im Zentrum des Epos steht das Schicksal einer ebenso schönen wie selbstsüchtigen Frau, die zur Zeit des amerikanischen Sezessionskrieges (1861-65) rücksichtslos ihre Interessen verfolgt und über der Sorge um die Erhaltung des Gutes ihrer Eltern jedes Maß verliert. Großes Star-Kino, das Atlanta in rot brennendes Technicolor taucht und mit seiner fesselnden Schilderung persönlicher Schicksale inmitten der Bürgerkriegswirren noch immer fasziniert.

Freitag, 21. Juli, 18 Uhr, Sonntag, 23. Juli, 17 Uhr
THREE LITTLE WORDS Drei kleine Worte
USA 1950. R: Richard Thorpe
D: Fred Astaire, Red Skelton, Vera-Ellen. 102 Min. 35mm. OF
Ein invalider Steptänzer rauft sich mit einem Klavierspieler zusammen und gleich das erste gemeinsame Stück wird zum Erfolg, so dass sie fortan als Songschreiber-Gespann Ruby & Kalmar sowohl berufliche als auch private Höhenflüge erleben. Das Technicolor-Musical widmet sich mit viel Humor, Oscar®-nominierter Filmmusik und zahlreichen Tanzeinlagen von Fred Astaire dem Thema des kreativen Schaffensprozesses, der mit allen Mysterien und Frustrationen ungemein mitreißend dargestellt wird. Zudem eine der schönsten Kopien der Reihe.

Samstag, 22. Juli, 20:30 Uhr
THE AFRICAN QUEEN African Queen
USA 1951. R: John Huston. D: Humphrey Bogart, Katharine Hepburn,
Robert Morley. 104 Min. 35mm. OF
Verfolgt von Kanonenbooten in Deutsch-Ostafrika, fliehen eine Methodistenschwester und ein raubeiniger Bootsführer bei Kriegsausbruch 1914 in einer abenteuerlichen Reise auf dem Fluss. Gedreht „on location“ in Belgisch-Kongo und Uganda, entfaltet sich mit dem gegensätzlichen Duo Bogart und Hepburn eine turbulente Screwball Comedy mit spröder Romanze.

Dienstag, 25. Juli, 20:30 Uhr, Donnerstag, 27. Juli, 18 Uhr
ROMANCE ON THE HIGH SEAS Zaubernächte in Rio
USA 1948. R: Michael Curtiz
D: Jack Carson, Janis Paige, Doris Day. 99 Min. 35mm. OF
Eine Frau täuscht eine Schiffsreise nach Rio de Janeiro vor, um ihren Mann in New York überwachen zu können. Der wiederum setzt einen Detektiv auf sie an, der sich an Bord des Schiffes begibt. Eine farben¬prächtige, schwungvoll inszenierte Verwechslungskomödie mit heiteren Musikeinlagen, zugleich das Spielfilm-Debüt von Doris Day.

Mittwoch, 26. Juli, 22:30 Uhr
JET PILOT
USA 1950/57. R: Josef von Sternberg
D: John Wayne, Janet Leigh, Jay C. Flippen. 111 Min. 35mm. OF
Der von Howard Hughes produzierte Film wurde 1950 in Three-Strip Technicolor gedreht. Hughes ließ immer wie-der neue Flugszenen nachdrehen, so dass der Film erst Jahre später ins Kino kam. Das Balzduett zwischen einer sowjetischen Offizierin und einem amerikanischen Piloten ist ein Höhepunkt in Josef von Sternbergs Filmografie

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu

Bewerbungsphase für „Preis für nachhaltiges Kino 2017“ startet

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute den Startschuss für den mit 5.000 Euro dotierten „Preis für nachhaltiges Kino 2017“ gegeben. Ab Freitag können sich bis zum 11. August alle Kinos in Hessen mit ihrem Nachhaltigkeitskonzept für den Preis bewerben.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Ich lade alle Kinos in Hessen dazu ein, sich für den diesjährigen Preis zu bewerben. Ziel ist es, mit unserem Nachhaltigkeitspreis das Engagement aller Kinos bei der Entwicklung von nachhaltiger Betriebsführung sowie sozialer und umweltfreundlicher Praxis zu unterstützen.“

Motivierend und fördernd

Der Nachhaltigkeitspreis versteht sich als motivierende und fördernde Initiative der Kinobranche auf diesem Weg. Anknüpfend an die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen nach dem Drei-Säulen-Modell: Ökologie, Ökonomie und Soziales kommt als vierte Kategorie der Bereich Kultur hinzu.

„Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder das Film- und Kinobüro Hessen für die Organisation des Preises sowie den ausgewiesenen Nachhaltigkeitsexperten Walter Spruck vom ‚Institut für Nachhaltigkeit in Kultur und Tourismus‘, als Berater für die Jury gewinnen konnten“, erklärte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Ansprechpartner Film- und Kinobüro Hessen

Ziel sei es, mittels einer einfachen und unkomplizierten Bewerbung allen interessierten Kinos die Teilnahme an der Ausschreibung zu ermöglichen. Das Film- und Kinobüro Hessen stehe hierfür als Ansprechpartner für die Kinos mit Rat und Tat zur Seite, erklärte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Mit der bundesweit einzigartigen Auszeichnung wird seit  dem Jahr  2016 ein Best-Practice-Beispiel prämiert und bei einer festlichen Verleihung vorgestellt. Eine unabhängige Jury trifft eine Entscheidung auf Basis der bis zum 11. August eingereichten Konzepte.

Ansprechpartner für die interessierten Kinos ist das Film- und Kinobüro Hessen.

Landesregierung unterstützt hessischen Filmnachwuchs Erstmals Talentpaketförderung von insgesamt 410.000 Euro vergeben

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die HessenFilm und Medien GmbH drei hessische Nachwuchsproduzenten unterstützt. Insgesamt werden Förderungen von 410.000 Euro in den nächsten drei Jahren vergeben.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein „Mit unserer Talent-Paketförderung wollen wir dafür sorgen, dass sich der Filmnachwuchs mit einem soliden Fundament am Filmmarkt in Hessen etablieren kann. Das gelingt am besten, wenn die jungen Filmschaffenden gleich mehrere Projekte gefördert bekommen. Die Förderzusage über mehrere Jahre verschafft ihnen zudem die Sicherheit, sich ihren Projekten mit ausreichend Zeit widmen und sie zur Produktionsreife entwickeln zu können.“

Folgende Nachwuchsproduzenten werden gefördert:

PixelPEC UG mit einer Fördersumme von 140.000 Euro
Das Offenbacher Unternehmen wurde 2014 von Sebastian Simon gegründet, der unter anderem Visuelle Kommunikation an der HfG Offenbach studiert hat. PixelPEC hat sich auf Animation und Film spezialisiert. Mit der Talent-Paketförderung möchte das Unternehmen eine Sci-Fi-Webserie, eine TV-Serie und eine Fernsehdokumentation realisieren.

Raum 230 GbR mit einer Fördersumme von 135.000 Euro
Das Animationsstudio wurde 2016 von Dennis Stein-Schomburg und Martin Schmidt in Kassel gegründet. Zum Portfolio zählen Kurzfilme, Serienproduktionen und Virtual Reality Content. Raum 230 wird in den nächsten Jahren zwei Animationsprojekte, ein Virtual Reality Game und eine mediale Rauminstallation verwirklichen.

neoPOL Film GbR mit einer Fördersumme von 135.000 Euro
Die neoPOL Film wurde 2014 von Produzent Tonio Kellner und Regisseur Jakob Zapf in Frankfurt gegründet. Tonio Kellner ist Absolvent des „Atelier Ludwigsburg-Paris“, einer renommierten Weiterbildung für europäische Film-Koproduktion. Jakob Zapf arbeitet zurzeit an seinem Langfilmdebüt „Licht“. Die Talent-Paketförderung soll die Realisierung von einer TV-/Webserie und Kinospielfilmen ermöglichen.

Eine detaillierte Übersicht zu den Förderungen finden Sie auf www.hessenfilm.de

Erstmals „Hessischer Newcomerpreis“ bei der Film- und Kinopreisverleihung 2017

Erstmals „Hessischer Newcomerpreis“ bei der Film- und Kinopreisverleihung 2017 Hessischer Film- und Kinopreis startet am 13. Oktober in der Alten Oper Frankfurt mit neuer Preiskategorie

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die Landesregierung in diesem Jahr erstmals den „Hessischen Newcomerpreis“ während der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises vergeben wird.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Mir liegt der Filmnachwuchs besonders am Herzen. Deswegen habe ich mich sehr für diese neue Preiskategorie eingesetzt, die wir am 13. Oktober in der Alten Oper erstmals vergeben. Sie ist ein weiterer Mosaikstein, der dazu beiträgt, das Filmland Hessen für junge Talente attraktiv zu gestalten.“

Insgesamt stehen in diesem Jahr erstmals Preisgelder in Höhe von 192.500 Euro zur Verfügung.

Die neue Auszeichnung ist mit insgesamt 7.500 Euro dotiert. Als Preisträger kommen Newcomer aus den Bereichen Schauspiel, Regie, Drehbuch und Produktion mit Bezug zum Land Hessen in Frage.

„Neben der erst kürzlich gestarteten Talentpaketförderung sowie der Förderung von Debüt- und Zweitfilmen hat die Landesregierung mit dem ‚Hessischen Newcomerpreis‘ eine neue dritte Säule der Nachwuchsförderung hinzugefügt, die einmal mehr zeigt, dass die Talente im Filmland Hessen einen immer größeren Stellenwert genießen“, erklärte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Der „Hessische Newcomerpreis“ ist neben dem ebenfalls mit 7.500 Euro dotierten und seit Jahren verliehenen Preis für den „Besten Hochschulfilm“ bereits die zweite Kategorie des Film- und Kinopreises, die den Nachwuchs direkt fördert.

Informationen zum Hessischen Film- und Kinopreis

10. LICHTER Filmfest Frankfurt International

Aktuell feiert das LICHTER Filmfest seine zehnte Jubiläumsausgabe. Das Festival steht ganz im Zeichen des Jahresthemas „Wahrheit“ und findet noch bis zum 2. April in Frankfurt und Umgebung statt.
Über 100 Filme und Veranstaltungen erwarten die Besucher des 10. LICHTER Filmfests, das mit 50.000 Euro von HessenFilm und Medien gefördert wird, im Künstlerhaus Mousonturm und weiteren Kinos in Frankfurt und der Region. 18 internationale Langfilme, darunter vier Deutschlandpremieren und viele von HessenFilm geförderte Filme, und das Begleitprogramm nehmen ganz unterschiedliche Dimensionen von Wahrheit ins Visier.

Virtual Reality
Als erstes Filmfestival in Deutschland richtet LICHTER 2017 außerdem einen Storytelling-Wettbewerb für Virtual Reality-Filme aus. Aus über fünfzig Einreichungen hat eine Expertenjury fünf 360°-Filme ausgewählt. Die Finalisten kommen aus Russland, Deutschland, Frankreich, Irland und Kanada. Mit einer VR-Brille tauchen die Zuschauer in Unterwasserwelten ab, begeben sich auf einen Streifzug durch Dublin oder spielen in Musikvideos mit.

BRANCHE@LICHTER
Auf dem Branchentag am Freitag, dem 31. März, stellen sich Filminstutionen, -verbände und Dienstleister vor. Auch HessenFilm und Medien ist natürlich mit dabei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Hier der Ablauf:

Vortrag
15-16 Uhr / Mousonturm (Studio 1)
Mit: HessenFilm und Medien, ZAV-Künstlervermittlung, BFFS-Bundesverband Schauspiel, Crew United, Schauspielervideos, Creative Europe Desk NRW, Pensionskasse Rundfunk

Beratungsgespräche und Infostände
16-18.30 Uhr / Mousonturm (Oberes Foyer)
Mit: HessenFilm und Medien, Film in Frankfurt / Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH – Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft, ZAV-Künstlervermittlung, BFFS-Bundesverband Schauspiel, Crew United, Schauspielervideos, Creative Europe Desk NRW, Pensionskasse Rundfunk

Geförderte Filme
Außerdem werden auch von HessenFilm geförderte Filme gezeigt. Hier eine Übersicht:

„Armenia“ // Regie: M.A. Littler
Mittwoch, 29. März 2017, 17:30 Uhr, Mousonturm // Studio 1

„Dennis Hopper: Uneasy Rider“ // Regie: Hermann Vaske
Mittwoch, 29. März 2017, 22:00 Uhr, Mal Sehn

„L’Avenir (Alles was kommt)“ // Regie: Mia Hansen-Løve
Donnerstag, 30. März 2017, 18:00 Uhr, Filmmuseum

„Sylvi´s Bumerang“ // Regie: Thomas Lawetzky
Donnerstag, 30. März 2017, 17:30 Uhr, Mousonturm // Studio 1

Regionale Kurzfilme I // u.a. mit „Ships Passing in the Night“ (Regie: Elisabeth Zwimpfer)
Donnerstag, 30. März 2017, 22:00 Uhr, Mousonturm // Saal

„Denk ich an Deutschland in der Nacht“ // Regie: Romuald Karmakar
Donnerstag, 30. März 2017, 20:00 Uhr, Mousonturm // Saal

„Wann endlich küsst du mich?“ // Regie: Julia Ziesche
Freitag, 31. März 2017, 18:00 Uhr, Mousonturm // Saal

„Ghostland – The view of the Ju/’Hoansi“ // Regie: Simon Stadler // Co-Regie: Catenia Lermer, Sven Methling
Freitag, 31. März 2017, 20:00 Uhr, Mousonturm // Saal

Regionale Kurzfilme II // u.a. mit „Lucky“ (Regie: Kirsten Carina Geisser und Ines Christine Geisser) und „Emily must wait“ (Regie: Christian Wittmoser)
Freitag, 31. März 2017, 22:00 Uhr, Mousonturm // Saal

„Morris aus Amerika“ (Morris from America) // Regie: Chad Hartigan
Samstag, 01. April 2017, 15:00 Uhr, Filmmuseum

„Der Erzähler. Nach Walter Benjamin“ + Talk // Regie: Nathaniel Knop
Samstag, 01. April 2017, 15:30 Uhr, Mousonturm // Studio 1

„A Gravame – das Stahlwerk, der Tod, Maria und die Mütter von Tamburi“ // Regie: Peter Rippl
Samstag, 01. April 2017, 19:30 Uhr, Mousonturm // Studio 1

„Hinter dem Meer“ // Regie: Janis Marx
Sonntag, 02. April 2017, 18:30 Uhr, Mousonturm // Studio 1
Mehr zum Programm und den einzelnen Filmen und Veranstaltungen finden Sie hier.

Preise des 13. Deutschen Fernsehkrimifestivals in Wiesbaden vergeben – Solidaritätsadresse für Meinungs- und Pressefreiheit

Abschluss-Gala des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 in der Caligari Filmbühne Wiesbaden, mit Preisträgern, Juroren, Festival-Team, Moderatorin und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz.  Foto: Diether v. Goddenthow
Abschluss-Gala des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 in der Caligari Filmbühne Wiesbaden, mit Preisträgern, Juroren, Festival-Team, Moderatorin und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz. Foto: Diether v. Goddenthow

Die politische Botschaft des 13. Fernsehkrimifestivals  formulierte Bärbel Schäfer, die Gastgeberin des Abends, gleich zum Einstieg. Unter großem solidarischen Beifall des Publikums  erinnerte die Moderatorin des Gala-Abends an Deniz Yücel und all die anderen Fotografen, Regisseure, Drehbuchautoren, Journalisten, Künstler und Kreativen, „die eben nicht die Chance haben, ihre Gedanken momentan so frei formulieren zu können“, wie wir hierzulande.

Moderatorin des Abends Bärbel Schäfer gleich zu Beginn mit einer großen politischen Botschaft: "Meinungs- und Pressefreiheit!".Foto: Diether v. Goddenthow
Moderatorin des Abends Bärbel Schäfer gleich zu Beginn mit einer großen politischen Botschaft: „Meinungs- und Pressefreiheit!“.Foto: Diether v. Goddenthow

Das 13. Fernsehkrimifestival zeige einmal mehr, so Bärbel Schäfer, welch großes Geschenk wir hierzulande haben, dass wir unsere Ideen und politischen Themen ohne Zensur äußern und zeigen können.

Ob NSU-Prozesse, islamistischer Terror, Darknet, Cybercrime oder Serienmörder, all diese Themen waren in den letzten Tagen beim Krimifestival dabei, welches zwei wesentlich Veränderungen erfahren habe. Einmal sei es verbunden worden mit dem literarischen KrimiMärz, und zum anderen gäbe es ab diesem Jahr Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs-Wettbewerb.

Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017 für junge Autoren

v.l. Moderatorin Bärbel Schäfer und die Juroren John-H. Karsten, Tom Winter und Günther Klein bitten den Sieger Leonhardt Appel auf die Bühne. Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Moderatorin Bärbel Schäfer und die Juroren John-H. Karsten, Tom Winter und Günther Klein bitten den Sieger Leonhardt Appel auf die Bühne. Foto: Diether v. Goddenthow

Die wichtigste Neuerung auf dem deutschen Fernsehkrimi-Festival ist der Preis für die Drehbuch-Nachwuchsautoren. In dem Drehbuchwettbewerb für junge Autoren, der 2017 gemeinsam mit der HessenFilm und Medien GmbH und dem Drehbuchverband TopTalente e. V. zum ersten Mal ausgeschrieben wurde, ermittelten vier hochkarätige Juroren den originellsten „Drehbuch-Krimistoff“. Die Juroren waren: Drehbuchautorin und Grimme-Preisträgerin Katrin Bühlig, Drehbuchautor John-H. Karsten, Festivalorganisator Tom Winter und der Autor und Regisseur Günther Klein. Auf Nachfrage von Bärbel Schäfer erläuterte John-H. Karsten was der Jury bei der Suche nach dem besten Drehbuch besonders wichtig war, nämlich besondere Fallkonstellationen, spannendee Figuren, die man so noch nicht gesehen haben und ungewöhnliche Ermittler-Täterkombinationen. Tom Winter ergänzte, dass es zudem um die Durchführbarkeit des Stoffes ging, dem man besonders wünsche, den Fuss in die Tür zu bekommen. Es gäbe für den Drehbuchnachwuchs-Wettbewerbs-Gewinner zwar noch keinen Sendeplatz. Inhalt des Preises sei jedoch, dass der Sieger eine dramaturgische Beratung durch Top-Talente e.V. im Verband von den Deutschen Drehbuchautoren erhielte und sein Drehbuchstoff vom Exposé zum Treatment mit Profiunterstützung weiterentwickeln könnte. Beim Fernsehfestival im Herbst in Baden-Baden dürfte er schließlich an einem Pitch vor professionellem Publikum teilnehmen, erläuterte Tom Winter. Juror Günther Klein war ein Entscheidungskriterium ein gewisser Mehrwert im Drehbuchkonzept.

Leonhardt Appel, Sieger des Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017. "Es war mein erster Versuch!". Foto: Diether v. Goddenthow
Leonhardt Appel, Sieger des Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017. „Es war mein erster Versuch!“. Foto: Diether v. Goddenthow

Beim Sieger-Exposé sei besonders attraktiv die Verbindung von realhistorischen Sachverhalten mit der fiktiven Handlung: „Sozusagen trifft Krimi auf historischen Zeitkolorit.“ Der in den 30er, 40er Jahren angesiedelte Stoff hätte mit sehr gut geschriebenen Dialogbeispielen und sehr differenziert dargestellten Charakteren überzeugt. Zudem habe der Jury sehr gefallen, dass hier eine in den 50er Jahren schon mal verfilmte Geschichte geradezu gegenteilig erzählt würde. Der historische Kriminalfall des angeblichen Massenmörders Bruno würde in diesem Filmvorhaben zum ersten Mal in seiner ganzen spannenden und tragischen Dimension aufgearbeitet. Zudem vermittelte er dem Zuschauer auf diese Weise das eindrückliche Bild einer manipulativen Justiz, die der Gefahr massiver politischer Einflussnahme erläge.
Gewonnen hat den ersten Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017 für junge Autoren Leonhardt Appel . Der Titel seines Werkes ist ganz kurz: „Bruno, die wahre Geschichte hinter Deutschlands größten Massenmörder

Publikumspreis für „München Mord – Wo bist du Feigling“ (ZDF)

"München Mord": Die Kommissare Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, l.), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, M.) und Ludwig Schaller (Alexander Held, r.) im Münchner Luitpoldpark. © ZDF/Hendrik Heiden
„München Mord“: Die Kommissare Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, l.), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, M.) und Ludwig Schaller (Alexander Held, r.) im Münchner Luitpoldpark.
© ZDF/Hendrik Heiden

Der Film „Wo bist du, Feigling“ aus der ZDF-Samstagskrimireihe „München Mord“ wurde beim FernsehKrimi-Festival 2017 in Wiesbaden mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. „Uns überzeugen die schauspielerischen Leistungen, der Humor und die anhaltende Atmosphäre über 90 Minuten“, so die Publikumsjury in ihrer Begründung.

Sarah Müller, die Sprecherin der Publikumsjury gemeinsam mit Stefanie von Heydwolff (ZDF) bei der Preisüberreichung in der Caligari-Filmbühne.  Foto: Diether v. Goddenthow
Sarah Müller, die Sprecherin der Publikumsjury gemeinsam mit Stefanie von Heydwolff (ZDF) bei der Preisüberreichung in der Caligari-Filmbühne. Foto: Diether v. Goddenthow

„München Mord: Wo bist du, Feigling“ war am 3. September 2016 im ZDF zu sehen. Im vierten Film der ZDF-Samstagskrimireihe mit Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier und Alexander Held steht das schräge Ermittlertrio vor einer seiner intensivsten und gleichzeitig frustrierendsten Ermittlungen: In einem Münchner Park wird ein junger Mann von einem Jogger erschlagen. Die Chance, den flüchtigen Täter zu finden, ist gering. Es scheint sich um eine reine Zufallstat ohne echtes Motiv zu handeln.

 Publikumsjury  des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017: „München Mord – Wo bist du Feigling“ (ZDF) v.l.: Sarah Müller, Thomas Ruhl, Regina Hofsäß und Jürgen Bierbrauer (r).mit Bärbel Schäfer während der Gala des Fernsehkrimifestivals.Foto: Diether v. Goddenthow
Publikumsjury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017:
„München Mord – Wo bist du Feigling“ (ZDF) v.l.: Sarah Müller, Thomas Ruhl, Regina Hofsäß und Jürgen Bierbrauer (r).mit Bärbel Schäfer während der Gala des Fernsehkrimifestivals.Foto: Diether v. Goddenthow

Regie führte Anno Saul nach dem Buch von Friedrich Ani und Ina Jung. Produziert wurde der Film von TV60Film (Sven Burgemeister, Andreas Schneppe). Die Redaktion im ZDF hatten Stefanie von Heydwolff und Petra Tilger.Ein weiterer Film aus der Reihe „München Mord“, „Einer der’s geschafft hat“, steht am Samstag, 18. März 2017, 20.15 Uhr, im ZDF auf dem Programm.

Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017

Fachjury des Deutschen FernsehKrimi-Preis 2017. Schauspielerin Gesine Cukrowski, Schauspieler Florian Bartholomäi, Drehbuchautor Michael Helfrich, Regisseurin Isabel Kleefeld, Krimi-Stipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden Esmahan Aykol. Foto: Diether v. Goddenthow
Fachjury des Deutschen FernsehKrimi-Preis 2017. Schauspielerin Gesine Cukrowski, Schauspieler Florian Bartholomäi, Drehbuchautor Michael Helfrich, Regisseurin Isabel Kleefeld, Krimi-Stipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden Esmahan Aykol. Foto: Diether v. Goddenthow

In der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 saßen die Schauspielerin Gesine Cukrowski, der Schauspieler Florian Bartholomäi, der Drehbuchautor Michael Helfrich, die Regisseurin Isabel Kleefeld sowie die diesjährige Krimi-Stipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden Esmahan Aykol. Die fünf Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger der Publikumsjury wurden über eine Verlosung des Wiesbadener Kuriers ermittelt.

Ulrike C. Tscharre als beste Darstellerin ausgezeichnet

Ulrike C. Tscharre wurde für die Darstellung der Polizistin Hanna Landauer in „Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto) geehrt. Als sie es in iher Berliner Wohnung erfuhr, sei sie noch ungeduscht gewesen, und hätte nicht gedacht, dass der Tag in Wiesbaden so toll endete. Inzwischen habe sie aber gedusccht.   Foto: Diether v. Goddenthow
Ulrike C. Tscharre
wurde für die Darstellung der Polizistin Hanna Landauer in
„Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto) geehrt. Als sie es in ihrer Berliner Wohnung erfuhr, sei sie noch ungeduscht gewesen, und hätte nicht gedacht, dass der Tag in Wiesbaden so toll endete. Inzwischen habe sie aber gedusccht. Foto: Diether v. Goddenthow

Für die ihre Darstellung der Polizistin Hanna Landauer in „Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto) zeichnet die Jury die Schauspielerin Ulrike C. Tscharre als beste Darstellerin aus. Die Jury sagt zu dieser Leistung: „Sie schafft es, scheinbar mühelos und klug dosiert, eine natürliche, unaufgeregte Autorität in einer Männerwelt zu verkörpern. Dabei gelingt es ihr, ohne die vermeintlichen Waffen einer Frau, der Figur eine Weichheit zu bewahren. Durch kluge schauspielerische Entscheidungen meistert sie diese Gratwanderung und vermittelt uns eine melancholische Leichtigkeit, von der wir begeistert waren.“

Florian Lukas als bester Darsteller ausgezeichnet

Der als bester Darsteller geehrte Florian Lukas konnte wegen eines Drehtermins nur mit einer Videobotschaft für den Preis danken.  Foto: Diether v. Goddenthow
Der als bester Darsteller geehrte Florian Lukas konnte wegen eines Drehtermins nur mit einer Videobotschaft für den Preis danken. Foto: Diether v. Goddenthow

Den Preis als bester Darsteller erhält Florian Lukas für die Rolle des Paul Winter in der Produktion „Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch“ (BR/ARD Degeto/MDR). Der Film ist Teil der ARD-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Florian Lukas trägt den Film, bewältigt mühelos die Zeitsprünge, zieht einen mit seiner eindrucksvollen Art des Spiels in jeden Moment emotional in die sehr komplexe Geschichte. Er lässt einen teilnehmen und erfühlen, die Wut, die Ohnmacht, die Fassungslosigkeit und Empathie. Gebannt schaut man Florian Lukas bei seinem klugen, tiefgründigen Spiel zu.“

Sonderpreis für Drehbuchautor Rolf Basedow

Drehbuchautor Rolf Basedow wurde für seine außergewöhnliche Autorenleistung geehrt. Foto: Diether v. Goddenthow
Drehbuchautor Rolf Basedow wurde für seine außergewöhnliche Autorenleistung geehrt. Foto: Diether v. Goddenthow

Für seine außergewöhnliche Autorenleistung erhält der Drehbuchautor Rolf Basedow den Sonderpreis für eine herausragende Einzelleistung. Beim diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festival war der Autor mit drei Produktionen vertreten: „Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto), „Lotte Jäger und das tote Mädchen“ (ZDF) sowie gemeinsam mit Christoph Busche und Jan Braren für „Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch“ (BR/ARD Degeto/MDR). „Sein Werk ist geprägt von interessanten und relevanten Stoffen, ausnahmslos exzellent recherchiert. Rolf Basedow stellt sich der Komplexität unserer Welt und nimmt uns in seiner klugen Neugier mit auf die Abenteuerreise in die Vielschichtigkeit unserer oft widersprüchlichen Gesellschaft“, lobt die Jury den Autor Rolf Basedow.

Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017

Szene aus “Höhenstraße“ (ORF), aus der bittersüßen, grauenhaft komischen, abgründig witzigen Welt des David Schalko. Siegerfilm beim Fernsehkrimifestival 2017 in Wiesbaden.
Szene aus “Höhenstraße“ (ORF), aus der bittersüßen, grauenhaft komischen, abgründig witzigen Welt des David Schalko. Siegerfilm beim Fernsehkrimifestival 2017 in Wiesbaden.

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 ist die ORF-Produktion “Höhenstraße“. Der Film ist eine skurrile Entführungsgeschichte mit immer wieder überraschenden Wendungen. Die beiden Kleinkriminellen Roli und Ferdi zocken in falschen Polizeiuniformen auf der Wiener Höhenstraße Autofahrer ab. Als sie zwei Männer mitnehmen und einsperren, um Lösegeld zu erpressen, läuft alles aus dem Ruder.
In den Hauptrollen sind Nicholas Ofczarek und Raimund Wallisch zu sehen. Buch und Regie stammen von David Schalko. Der Film, der im ORF in der Reihe „Landkrimi“ zu sehen war, ist eine Koproduktion von ORF und Superfilm GmbH. Die Produzenten sind John Lueftner und David Schalko. Die Redaktion liegt bei Klaus Lintschinger.

Laudatorin Gesine Curkrowski: Der Siegerfilm Höhenstrasse sei hochpolitisch, da er sich die größtmögliche Freiheit genommen habe, das höchste Gut, das wir in diesen Zeiten haben. Foto: Diether v. Goddenthow
Laudatorin Gesine Curkrowski: Der Siegerfilm Höhenstrasse sei hochpolitisch, da er sich die größtmögliche Freiheit genommen habe, das höchste Gut, das wir in diesen Zeiten haben. Foto: Diether v. Goddenthow

„Wir glauben dass dieser Film besonders politisch ist, denn dieser Film hat sich die größtmögliche Freiheit genommen, und ich glaube Kunstfreiheit und Meinungsfreiheit ist gerade in diesen Zeiten das höchste Gut, das wir haben“, leitete die Schauspielerin Gesine Cukrowski in ihrer Funktion als Sprecherin der Jury die Begründung der Jury ein: „Hinter dem unspektakulären Titel ‚Höhenstraße‘ verbirgt sich ein unerwartetes Meisterwerk der Filmkunst. Die perfekte Mischung aus Spannung, Tragik, Humor, Abgründigkeit und herausragendem Talent in allen Abteilungen. Ob Szenenbild, Kamera, Musik oder Kostüm, die Grandezza in der Darstellung – alles zusammen erschafft einen Kosmos, dem man sich nicht entziehen kann, der süchtig macht. Willkommen in der grauenhaft komischen, abgründig witzigen Welt des David Schalko!

David Falko und Raimund Wallisch, freuen sich, dass ihr "Antikrimi", der alle nur denkbare Klischees enthalte, den Hauptpreis vom 1000 Litern Wein, selbst wenn es deutscher Wein wäre, gewonnen haben. Denn Alkohol spiele bei all seiner Arbeit stets eine sehr große Rolle.  Foto: Diether v. Goddenthow
David Falko und Raimund Wallisch, freuen sich, dass ihr „Antikrimi“, der alle nur denkbare Klischees enthalte, den Hauptpreis vom 1000 Litern Wein, selbst wenn es deutscher Wein wäre, gewonnen haben. Denn Alkohol spiele bei all seiner Arbeit stets eine sehr große Rolle. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Film ist eine Achterbahnfahrt. Er beginnt mit dem Horror der Willkür, bis Cat Stevens einen mit Dachs und Sonnenaufgang erlöst. Dieser Wechsel zwischen menschlichen Abgründen und Erlösung durch Raffinesse, Humor und sogar Liebe, lässt keine Zeit zum Verschnaufen. Ein Feuerwerk an Kreativität und Können. Er ist hemmungslos und gnadenlos und dadurch entwaffnend menschlich und ehrlich. Vielen Dank für diese Erleuchtung David Schalko und allen Beteiligten.“

Cathrin Ehrlich, Festivalleiterin und Bärbel Schäfer dankten dem Sponsor- Weingut  Udo Ott.   Foto: Diether v. Goddenthow
Cathrin Ehrlich, Festivalleiterin und Bärbel Schäfer dankten dem Sponsor- Weingut Udo Ott. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Hauptpreis des deutschen Fernsehkrimi-Festivals besteht aus 1000 Litern Wein. Er wird seit Jahren gesponsert vom Weingut Udo Ott, Grorother Hof, Wiesbaden-Frauenstein. Ein Wunsch des Sponsors wäre es, verriet Bärbel Schäfer, wenn Otts Weingut auch mal Kulisse für einen Krimi sein könnte.

FernsehKrimi-Nacht
Mit der langen FernsehKrimi-Nacht endet in der Nacht vom 11. auf den 12. März das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2017. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und den Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine und dem Wiesbadener Kurier.

Großer Andrang vor der Caligari-Filmbühne Wiesbaden zum Gala-Abend des Fernsehkrimifestival. Foto: Heike v. Goddenthow
Großer Andrang vor der Caligari-Filmbühne Wiesbaden zum Gala-Abend des Fernsehkrimifestival. Foto: Heike v. Goddenthow

Hessen-Empfang auf der 67. Berlinale mit vielen Stars der Filmbranche – Nachwuchsförderung im Zentrum

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (r) und die Schauspieler Armin Rohde (Mitte) und Philipp Hochmair. Foto: Markus Nass
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (r) und die Schauspieler Armin Rohde (Mitte) und Philipp Hochmair. Foto: Markus Nass

Nachwuchsförderung wird in Hessen künftig noch größer geschrieben

Wiesbaden/Berlin. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein begrüßte heute zahlreiche Gäste aus der Filmbranche auf dem Berlinale-Empfang der Hessischen Landesregierung in der Hauptstadt. Armin Rohde, der 2015 mit dem Hessischen Film- und Kinopreis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet wurde, feierte genauso mit wie Esther Schweins, Nikolai Kinski, Adnan Maral, Dennenesch Zoudé und Lisa Martinek. Und nicht nur die Stimmung war ausgelassen: Viele Filmschaffende und Promis zeigten sich begeistert von der deutlichen Erhöhung und Verbesserung der Filmnachwuchs-Förderung in Hessen.

Diese war auch Thema der Gesprächsrunde auf dem Empfang, an der Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der HessenFilm und Medien GmbH, Regisseur Lars Kraume und Philipp Aubel von der Werkstatt der Jungen Filmszene teilnahmen. Sie alle stellten heraus, wie elementar eine starke Filmförderung für Hessen ist.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Erfolgreiche Filmförderung muss in den Nachwuchs investieren. Genau das tun wir in Hessen inzwischen verstärkt, und deshalb steht die Nachwuchsförderung in diesem Jahr im Fokus unseres Berlinale-Empfangs. Die hessische Filmförderung bietet jungen Filmschaffenden einen Anreiz, in Hessen zu bleiben, zu arbeiten und sich hier am Filmmarkt zu etablieren.“

Insgesamt wurden die Zuschüsse für die Filmförderung in diesem Jahr um zwei Millionen Euro erhöht, sodass sie sich nun auf fast zehn Millionen Euro beläuft. Davon profitiert besonders der Nachwuchs. So gibt es ab diesem Jahr die Möglichkeit, nicht nur die Abschlussfilme der hessischen Hochschulabsolventen zu fördern, sondern auch die Debüt- und Zweitfilme.

Neu ist auch die Talent-Paketförderung: Junge Produktionsfirmen mit Sitz in Hessen können sich um eine mehrjährige Förderung bewerben. Sie werden über drei Jahre mit pauschal bis zu 150.000 Euro gefördert, wenn sie mindestens drei Kino- und/oder Fernsehfilmprojekte in dieser Zeit entwickeln.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein konnte eine weitere Neuerung bekanntgeben: Auch die Förderung von Festivals wird angehoben. „Die Hessische Landesregierung ist stolz auf die vielfältige, bunte Festivallandschaft in Hessen, zu denen auch viele Filmfeste gehören. Das zeigt sich in unserer Unterstützung: Mit einer Gesamtförderung in Höhe von 562.000 Euro können wir die Festivals in ihrer Bandbreite erhalten und stärken. Gegenüber dem Vorjahr haben wir die Förderung um 100.000 Euro erhöht.“

Für die HessenFilm und Medien GmbH gab der Berlinale-Empfang Anlass für einen Rückblick. Denn seit Anfang 2016 ist sie der zentrale Ansprechpartner für die Filmförderung in Hessen. Und gleich in ihrem ersten Jahr war sie sehr erfolgreich: Der von Hessen geförderte Spielfilm „Der Staat gegen Fritz Bauer“ von Regisseur Lars Kraume räumte beim Deutschen Filmpreis insgesamt sechs Lolas ab. Eine Lola in der Kategorie „Beste weibliche Hauptrolle“ gab es für Laura Tonke in dem von Hessen geförderten Film „Hedi Schneider steckt fest“.

Auf dem Hessen-Empfang konnten die Gäste weitere vom Land Hessen geförderte Filme des Jahres 2016 in einem Trailer sehen. Unter ihnen erneut zwei Filme, die derzeit in der Vorauswahl zur Nominierung für den Deutschen Filmpreis sind: „Morris aus Amerika“ und „Die Welt der Wunderlichs“. Vielversprechend ist auch die Liebeskomödie „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“, den Pepe Danquart unter anderem in Frankfurt am Main gedreht hat. Er und sein Bruder Didi Danquart, ebenfalls Regisseur, zählten auch zu den Gästen auf dem Hessen-Empfang.

„Hessen hat sich zu einem profilierten Filmstandort entwickelt. Wir haben alles, was eine moderne Filmlandschaft zu bieten hat: Vom traditionellen Kino über kreative und anspruchsvolle Filmproduktionen und einzigartige Filmlocations, bis hin zu modernster Postproduktion. Darüber hinaus ist Hessen nun Mitglied in ,Focus Germany‘, der Dachorganisation der großen regionalen Filmfördereinrichtungen. Die Mitgliedschaft in diesem Verbund ist für die hessische Filmförderung ein Meilenstein“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Filmreihe OSCAR® NOMINIERTE FILME 2017 ab 24.Februar, am 26.02.2017 ab 22.30 h Lange OSCAR®-Nacht im Deutschen Filmmuseum

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

Die Lange OSCAR®-Nacht im Deutschen Filmmuseum
Sonntag, 26. Februar, Einlass 22:30 Uhr

NOMINIERTE FILME 2017
Filmreihe von Freitag, 24. Februar, bis Sonntag, 26. Februar

Bereits zum 89. Mal werden am Sonntag, 26. Februar, in Los Angeles die Academy Awards® vergeben, und auch am Schaumainkai in Frankfurt wird wieder der rote Teppich ausgerollt.

Bis zum Start der Fernsehübertragung um circa 1:30 Uhr deutscher Zeit können sich die Gäste mit einem auf fünf Stockwerke verteilten Begleitprogramm auf den jährlichen Höhepunkt der Filmwelt einstimmen. Führungen durch die Dauerausstellung erzählen die Geschichte der Oscars® und liefern spannende Hintergrundinformationen. Auch die Oscar®-Quizshow im Kinosaal bietet einen unterhaltsamen Einblick in den jährlichen Trubel um die goldene Trophäe. Beim Oscar®-Tippspiel können Besucher/innen ihre persönlichen Favoriten bestimmen wer die meisten richtigen Tipps abgegeben hat, darf sich auf einen tollen Gewinn freuen. Beim Zurechtfinden in allen 24 Kategorien hilft das Oscar®-Orakel, das im Kinosaal stattfindet und in die oberen Stockwerke übertragen wird. Für das passende Make-Up zum Red-Carpet-Outfit sorgt ein professionelles Team in der Catwalk-Lounge, glamouröse Auftritte sind garantiert. Die unvergesslichen Looks können gleich auf einem Erinnerungsfoto im Filmstudio festgehalten werden, Snacks und Getränke runden das Angebot ab und halten wach, bis auch die letzte Trophäe überreicht ist.

Das Programm im Überblick:
23:30, 0:30, 1:30 Uhr: Abwechslungsreiche Oscar®-Führungen
Die Dauerausstellung ist von 23 bis 2 Uhr geöffnet.
23 bis 2 Uhr: Großes Oscar®-Tippspiel
23 bis 2 Uhr: CATWALK Styling Lounge
Ab 23 Uhr: Bluebox Fotostudio
23:15 bis 0:30 Uhr: Oscar®-Filmquiz mit Michael Kinzer im Kino
0:30 bis 1:30 Uhr: Oscar®-Orakel mit Michael Kinzer im Kino
Ab 3 Uhr: Gratis-Durchhaltefrühstück
Ab ca. 1:30 Uhr: Live-Übertragung Red Carpet
Ab ca. 2:30 Uhr: Live-Übertragung Oscar®-Verleihung
Im Vorfeld der Verleihung der begehrten Trophäen und als Einstimmung auf die Veranstaltung im Deutschen Filmmuseum zeigt das Kino des Hauses eine Auswahl der nominierten Filme.

Freitag, 24. Februar, 18 Uhr
FLORENCE FOSTER JENKINS
USA 2016. R: Stephen Fears
D: Meryl Streep, Hugh Grant. 110 Min.
Die Mäzenin Florence Foster Jenkins zieht es auf die große Opernbühne. Obgleich sie sich auf ihrem Reichtum eigentlich ausruhen könnte, träumt die Erbin von einer Gesangskarriere und dem Applaus der Massen. Dumm nur, dass Florence völlig talentfrei ist. Sie trifft weder die Töne, noch hat sie das nötige Rhythmusgefühl. Ihr Mann St. Clair Bayfield möchte ihr die Illusionen nicht nehmen und unterstützt ihren Traum durch professionellen Unterricht. Als Florence jedoch einen großen Auftritt plant, scheint die Blamage unabwendbar.

Freitag, 24. Februar, 20:15 Uhr
HIDDEN FIGURES
USA 2016. R: Theodore Melfi
D: Taraji P. Henson, Octavia Spencer. 127 Min.
Während John Glenn 1962 als der erste Astronaut, der in einer Rakete die Erde umrundete, berühmt geworden ist, blieb die hervorragende Arbeit dreier afroamerikanischer Frauen als Mathematikerinnen bei der NASA im Verborgenen: Zu Zeiten der Rassentrennung sind Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson die unerkannten Heldinnen, denen eszu verdanken ist, dass der Wettlauf gegen die Sowjetunion, den Glenn für die USA austrug, erfolgreich verlief.

Freitag, 24. Februar, 22:30 Uhr
HELL OR HIGH WATER
USA 2016. R: David Mackenzie
D: Ben Foster, Jeff Bridges, Chris Pine. 102 Min.
Die beiden ungleichen Brüder Toby und Tanner sehen sich nach vielen Jahren wieder. Weil der heimischen Farm der Bankrott droht, beschließen die Brüder, eine Reihe von Bankfilialen zu überfallen. Nicht irgendein Geldinstitut haben sie hierbei im Sinn, sondern ebendas, bei dem die Familie hochverschuldet ist, und das ihre Existenz bedroht. Nach mehreren erfolgreichen Überfällen kommt den Brüdern jedoch der Texas Ranger Hamilton auf die Spur.

Samstag, 25. Februar, 16:30 Uhr
THE SALESMAN
Frankreich/Iran 2016. R: Asghar Fahrhadi
D: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti. 125 Min.
Emad und seine Frau Rana müssen ihr baufälliges Haus verlassen und ziehen in eine Wohnung. Als Rana eines Abends alleine in der neuen Wohnung ist, wird sie dort überfallen. Es stellt sich heraus, dass die Vormieterin der Wohnung eine Prostituierte war dies ist im Iran illegal. Weil Rana sich aber weigert, die Polizei einzuschalten, macht sich Emad gegen den Willen seiner Frau selbst auf die Suche nach dem Täter. Die Beziehung des Paares wird hierdurch auf eine harte Probe gestellt.

Samstag, 25. Februar, 18 Uhr Uhr
MANCHESTER BY THE SEA
USA 2016. R: Kenneth Lonergan
D: Casey Affleck, Michelle Williams. 138 Min.
Als Lee vom plötzlichen Tod seines Bruders Kyle erfährt, ist er gezwungen, in sein Heimatdorf an der US-amerikanischen Ostküste zurückzukehren. Hier wartet auf ihn eine neue Rolle als Ersatzvater für seinen Neffen, den 16-jährigen Patrick. Das ist jedoch nicht die einzige Herausforderung, mit der Lee in seiner alten Heimat konfrontiert ist: Er muss ich auch mit seiner traumatischen Vergangenheit auseinander setzen.

Samstag, 25. Februar
HACKSAW RIDGE
USA/Großbritannien 2016. R: Mel Gibson
D: Andrew Garfield, Sam Worthington. 140 Min.
Als Kind greift Desmond Doss während eines Streits zwischen seinen Eltern zu einer Waffe und bedroht seinen Vater. Danach schwört er sich, nie wieder eine Waffe anzurühren. Dennoch tritt er später aus Überzeugung der US-Armee bei nicht um zu töten, sondern um als Mediziner Leben zu retten. Er bleibt sich treu, verweigert den Dienst an der Waffe, und zieht schließlich vollkommen unbewaffnet in den Krieg. Mel Gibsons Kriegsdrama basiert auf einer wahren Geschichte.

Sonntag, 26. Februar, 18 Uhr
LA LA LAND

LaLaLand  © Deutsches Filminstitut
LaLaLand © Deutsches Filminstitut

USA 2016. R: Damien Chazelle
D: Ryan Gosling, Emma Stone. 128 Min.
Der Jazzpianist Sebastian und die angehende Schauspielerin Mia sind auf der Suche nach beruflicher Anerkennung. Beide wollen in Los Angeles ihren großen Traum verwirklichen im Alltag müssen sie sich jedoch mit kleinen Aufträgen und Nebenjobs über Wasser halten. Dabei kreuzen sich ihre Wege und sie verlieben sich. Um ihre Ziele zu erreichen, müssen beide einige Opfer bringen, wodurch ihre Beziehung schon bald auf die Probe gestellt wird.

Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu