Kategorie-Archiv: Filmkultur

HEIMAT EUROPA Filmfestspiele vom 9. August bis 6. September in Simmern /Hunsrück – noch dringend Helfer gesucht

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Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele trotzen der Corona-Krise und finden in diesem Jahr als erstes Filmfestival in Deutschland als Pop-up-Autokino real live und nicht online statt. Vom 9. August bis 6. September starten zum zweiten Mal die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele unter der Schirmherrschaft von Edgar Reitz erstmals als Autokino in Simmern im Hunsrück. Programm und Festivalstruktur mussten an die besondere Situation in diesem Jahr angepasst werden, jedoch bleiben die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele ihrem Programmkonzept treu. So sind während der Filmfestspiele im Autokino auf dem großen Platz am Simmerner Rathaus 39 deutsche und internationale Produktionen zu sehen. Darüber hinaus gibt es jeweils als Einstimmung auf die Filmabende insgesamt 21 Live-Gigs unterschiedlicher Bands aus Nah und Fern.

Insgesamt acht Filme wetteifern um die begehrte Auszeichnung des „Edgar“ in der Kategorie „Bester moderner Heimatfilm“ aus Deutschland, der am 5. September von Schauspielerin Katja Riemann als Preispatin verliehen wird. Zudem gibt es zwei Kurzfilmwettbewerbe mit jeweils zehn Filmen aus der Region.

Zahlreiche prominente Gäste werden während der Festspielwochen in Simmern erwartet, neben Katja Riemann u.a. Schauspielerin Luise Befort als Preis-Patin für den regionalen Kurzfilmwettbewerb der Jugendlichen sowie der durch seine Rolle als Bergdoktor bekannte Hans Sigl, Regisseur und Musiker Dietrich Brüggemann, Kultregisseur Wolfgang Büld und die Produzenten-Legende Dr. Alice Brauner.

Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele präsentieren in diesem Jahr an 29 Tagen insgesamt 36 Langfilme, darunter 21 Langfilme aus Deutschland sowie 23 Kurzfilme, teilte Festspielleiter Urs Spörri auf der Pressekonferenz am heutigen Montag im ProWinzkino Simmern mit.

Eröffnet werden die Festspiele am Sonntag, 9.August 2020 um 19:30 Uhr auf der Bühne im Autokino Simmern mit einem Konzert der Band „The Heimatdamisch“, die berühmte Popsongs auf bayerisch-oberkrainer Art neu interpretiert und damit im Internet große Hits mit mehreren Millionen Klicks gelandet hat.

Im Anschluss ist als Eröffnungsfilm LIVE (D 2019) von Lisa Charlotte Friederich und Rike Huy zu sehen, der beim diesjährigen Max Ophüls Preis seine Premiere feierte und beim Frankfurter Lichter Filmfest mit dem Preis als bester regionaler Langspielfilm ausgezeichnet wurde. Die Filmemacherinnen werden für ein Filmgespräch vor Ort sein.

Auf der Pressekonferenz gab Festspielleiter Urs Spörri einen Ausblick auf das Programm: „Ein weiteres Mal haben wir im Wettbewerb das Interessanteste und Beste zum Thema
Heimat im weitläufigen Sinne zusammengetragen: von beeindruckenden modernen Heimatfilmen bis zu Werken vielfach ausgezeichneter Regisseure. Parallel präsentieren wir in der Hommage für Edgar Reitz sowie in der Filmreihe „Oorlab dehääm – Mit dem Kino um die Welt“ und mit der „Auto.Kult.Filme“-Reihe Themen und ästhetische Verfahren, die den
deutschen aber auch internationalen Film in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts umgetrieben haben und die auch thematisch zum Autokino passen. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt sind unsere beiden Kurzfilmwettbewerbe, die sich an Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene aus der Region richten. Mit einem Siebenminüter zum Thema „Wie verbringst du deinen Urlaub zuhause in Zeiten von Corona?“ kann jeder mitmachen, der Lust aufs Filmemachen hat.“

Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf wies auf der heutigen Pressekonferenz auf die Bedeutung hin, das Festival trotz der herausfordernden Bedingungen durchzuführen: „Wir als Landesregierung schauen mit großer Freude auf die noch jungen HEIMAT EUROPA Filmfestspiele, die wir als Land über den Kultursommer Rheinland-Pfalz fördern. Das Festival trotzt der Corona-Krise und macht das Beste aus den aktuellen Rahmenbedingungen. So ist es möglich, dass Filmkultur trotzdem ein Höhepunkt des Kultursommers 2020 in RheinlandPfalz bleibt. Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele sind damit Vorreiter und das erste, analoge‘ Filmfestival in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie, das wieder ein Filmpublikum empfängt. Dazu gehört Mut und Entschlossenheit; andere Filmfestivals finden entweder online statt oder wurden abgesagt.

Zudem möchte ich die Bedeutung von Edgar Reitz für Rheinland-Pfalz betonen. Es ist für die ganze Region und das Land wichtig, hier im Hunsrück sein Lebenswerk als Austragungsstätte dieser Filmfestspiele quasi fortzuführen – nicht nur mit dem Hauptpreis ‚Edgar‘, sondern auch mit dem ‚Edgar Reitz Filmhaus‘, das hier am Fruchtmarkt entstehen wird und mit der Wettbewerbsreihe im Festival, die den modernen Heimatfilm in der Tradition von Edgar Reitz zum Thema hat. Es zeigt, dass aus Rheinland-Pfalz wichtige Beiträge zur Filmgeschichte kamen und wir hieran mit viel Engagement weiterarbeiten.

Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele sind damit ein wunderbares Beispiel, wie eine kulturelle Profilentwicklung funktionieren kann. Die rheinland-pfälzische Landesregierung freut sich sehr, mit einer finanziellen Förderung in Höhe von 35.000 Euro einen entsprechenden Beitrag zum Erfolg der Festspiele und damit auch für die ganze HunsrückRegion leisten zu können.“

Dr. Andreas Nikolay, Stadtbürgermeister der Stadt Simmern, die als Veranstalter fungiert, wies auf die Aktualität des Programms hin: „Wir sind stolz, dass wir hier in der Region in den
nächsten Jahren jährlich die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele in der Heimat der „Heimat“ präsentieren dürfen. Die von uns mit 50.000 Euro finanzierten Filmfestspiele machen unsere Stadt und die ganze Region zur Festspielstadt des Heimatfilms und Simmern zum lebhaften und weltoffenen Ort der Begegnung mit überregionaler Strahlkraft.

Das Festival ist Höhepunkt des diesjährigen Kultursommers Rheinland-Pfalz und bringt zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland in unsere Region. Es gibt Anstoß und Raum zum kulturellen Austausch und gegenseitigen Verständnis. Das Herzstück des Wettbewerbs um den besten „modernen Heimatfilm“ steht in diesem Jahr Corona-bedingt neben den Themen „Auto.Kult.Film“ und „Urlaub zuhause“, womit wir auf die aktuelle weltweite Situation reagiert haben. Dies zeigt zugleich den lösungsorientierten, engagierten Charakter der Filmfestspiele. Wir freuen uns auf die Eröffnung am 9. August im Autokino am Rathaus in Simmern.“

Hoch erfreut über die Realisation der Filmfestspiele in der Heimat der „Heimat“ ist auch Edgar Reitz, der sich als Schirmherr per Videobotschaft zu Wort meldete: „Ich halte die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele für ein innovatives Filmfestival mit tollen Beiträgen in allen Sektionen. Sie sind offenbar das erste Filmfestival in Deutschland, das seit Ausbruch von Corona wieder mit echten Menschen – also im realen Leben und Gästen aus der Filmwelt, die mit dem Publikum über ihre Filme sprechen werden – stattfindet. Denn genau das ist doch das eigentliche Kino: dort wo Menschen zusammenkommen und Filme gemeinsam erleben. Das ist durch nichts zu ersetzen“. Reitz weiter in seiner Grußbotschaft: „Ich freue mich sehr, dass in meiner Heimatregion, die danach dürstet ein neues kulturelles Zentrum zu erleben, jetzt endlich die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele ausgerichtet werden können. Ich bin mit Freuden dabei, als Schirmherr, wie ihr mich genannt habt – und wenn das in meiner Macht steht, halte ich auch wie der Papst segnend meine Hand über euch.“

Wolfgang Stemann, Vorsitzender des Pro-Winzkino e.V. als Ausrichter der Filmfestspiele erklärt die Umsetzung im Autokino und lobt zudem das vielseitige und hochwertige Programm: „Wir freuen uns, dass wir für diese nicht leichten Zeiten eine Möglichkeit gefunden haben, die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele auf innovative Art und Weise in diesem Jahr dennoch zu realisieren. Das Autokino ist für uns als „dritter Saal des ProWinzkinos“ die einzig zuverlässig sichere und planbare Variante für eine Kulturveranstaltung dieser Größenordnung. Der Platz ist für rund 200 Autos ausgelegt, die mit bis zu 4 Personen besetzt werden können. Darüber hinaus wird es entsprechend der Corona-Verordnungen bei bestimmten Veranstaltungen in den vorderen Reihen zusätzliche Sitzplätze im Sicherheitsabstand von 1,50 Metern geben.

Und auch im Autokino haben die Festspiele neben einem interessanten, abwechslungsreichen Filmprogramm auch ein umfassendes Nachwuchsprogramm zu bieten, das neben diversen Workshops und Networking-Gelegenheiten jungen Filminteressierten und -machern die Möglichkeit bietet, sich mit eigenen Arbeiten und Projektideen beim Kurzfilmwettbewerb öffentlich vorzustellen. Das Team des Pro-Winzkinos hofft darauf, dass die Filmfestspiele im kommenden Jahr dann auch wieder in den Kinosälen und auf dem Fruchtmarkt stattfinden können. Und besonders freuen wir uns darauf, die acht Wettbewerbsfilme und die vierteilige Hommage für Edgar Reitz in den Sälen des Pro-Winzkinos nachzuspielen.“

Festspielleiter Urs Spörri stellte bei der Pressekonferenz zudem das Jury-Konzept der EinPersonen-Jury analog des „Hofer Modells“ vor, das Edgar Reitz bereits bei den Internationalen Hofer Filmtagen ins Leben gerufen hat. Die Aufgabe als Ein-Personen-Jury wird Katja Riemann übernehmen. Die Schauspielerin wird über den mit 1.500 Euro dotierten Preis für den „Besten modernen Heimatfilm“ aus Deutschland entscheiden und diesen am 5. September in Simmern überreichen, sofern nicht Corona ihre Dreharbeiten und Theaterproben auf dieses Datum verschiebt.

Die Trophäe „Edgar“ wird unmittelbar vor der Preisverleihung live von Rüdiger Kriese vor Publikum im Autokino geschmiedet. Rüdiger Kriese spielte in „Die andere Heimat“ (von Edgar Reitz, 2013) den Schmied Johann Simon.

Im Kurzfilmwettbewerb entscheidet eine fünfköpfige Jury bestehend aus Vertretern des Pro-Winzkino Simmern, des Kino Heimat Morbach, des KulturKino Kaimt, der Filmfreunde der Lichtspiele Wadern sowie der Vorjahresgewinnerin Melina Michel jeweils über das beste Filmprojekt in den Kategorien Erwachsene und Kinder & Jugendliche. Ausgezeichnet mit einem „Pro-Winzling“ wird als Publikumspreis außerdem jeweils der Publikumsliebling des Abends.

Zu den Höhepunkten der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele gehören neben den Wettbewerbsfilmen und der Filmreihe „Oorlab dehääm – Mit dem Kino um die Welt“, die „Auto.Kult,Filme“-Reihe sowie eine Hommage für Edgar Reitz. Darüber hinaus freut sich das Team um Urs Spörri auf den Auftritt von „The Heimatdamisch“ zur Eröffnung, auf die kubanischen Band „Conexion Cubana“, den Abba-Tribute „Sweden4ever“, auf das Konzert der im Hunsrück lebenden Band und vor allem in Russland populären „Juno 17“, auf „Ravi Gauly & BUTI“ mit indischen Klängen aus der Pfalz, auf „Max Bousso & Friends“ mit seinen afrikanischen Trommelsounds und auf diverse Bands aus dem gesamten Hunsrück – präsentiert von CulturiSIMmo.

Dank der Initiative Gelobtes Land wird außerdem das Jugendfestival #hunsrückvibez dieses Jahr als Kooperation auf dem Platz des Autokinos stattfinden. Darüber hinaus werden spannende Filmgespräche mit zahlreichen anwesenden Filmschaffenden erwartet, u.a. hat Hans Sigl, vielen aus dem TV als „Bergdoktor“ bekannt, ein Gespräch zu seinem neuen Film „Flucht durchs Höllental“ angekündigt. Zudem wird Festspielleiter Urs Spörri vor jedem Film eine kurze Einführung geben

Bei den beiden Kurzfilmwettbewerben sind Jugendliche und Erwachsene aufgerufen, Ihre Beiträge einzureichen. Die Wettbewerbsunterlagen sind zu finden unter: https://www.heimateuropa.com

Noch dringend Helfer für die HEIMAT EUROPA Festspiele gesucht

Festivalleiter Urs Spöri Archivbild, Moderation der Preisverleihung beim exground Filmfest 2019 in Wiesbaden  Foto: Diether v. Goddenthow
Festivalleiter Urs Spöri Archivbild, Moderation der Preisverleihung beim exground Filmfest 2019 in Wiesbaden Foto: Diether v. Goddenthow

Festspielleiter Urs Spörri sucht zudem noch dringend Helfer für die HEIMAT EUROPA Festspiele. Wer also einen Blick hinter die Kulissen eines Autokino- und Festspielbetriebes werfen will, hat die Möglichkeit sich ab sofort unter volunteers@heimat-europa.com als freiwilliger Helfer zu bewerben.“

 

Tickets für die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele sind ab 22. Juni im Vorverkauf erhältlich bei der Tourist-Info und beim Wochenspiegel in Simmern sowie online erhältlich unter: https://www.heimat-europa.com/ und https://www.pro-winzkino.de

Das Programmheft wird ab Mitte Juli an den zahlreichen öffentlichen Verteilstellen ausliegen und ist dann auch online unter https://www.heimat-europa.com verfügbar.

Unterstützer und Förderer:

Unterstützer und Förderer: Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele werden veranstaltet von der Stadt Simmern. Ausrichter ist das Pro-Winzkino Simmern. Die Filmfestspiele werden als Teil des Kultursommer Rheinland-Pfalz vom Land Rheinland-Pfalz sowie von zahlreichen Partnern unterstützt. Hauptsponsoren sind DFH – Deutsche Fertighaus Holding AG, EROGerätebau GmbH, innogy SE, Kreissparkasse Rhein-Hunsrück, Scherer Automobil Holding GmbH & Co. KG und die Volksbank Hunsrück-Nahe eG.

Weitere Förderer, Partner und Sponsoren sind: Gelobtes Land – Imagekampagne zur Fachkräftesicherung im Rhein-Hunsrück-Kreis, CulturisSIMmo – Kulturverein der Stadt
Simmern/Hunsrück und der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, Lions Club Hunsrück, Rotary Club Simmern-Hunsrück, Stadt Kirchberg, LandFrauenverband Rhein-Hunsrück, Hunsrück Classic, Pulligfilm, JWAcoustics.

Mehr Infos unter: https://www.heimat-europa.com

Filmeinreichungen für exground filmfest 33 gesucht

© exground filmfest
© exground filmfest

#Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb / Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb // Programmvorschau: Fokus Italien / goEast-Wettbewerb 2020

Für die 33. Ausgabe von exground filmfest vom 13. bis 22. November 2020 können derzeit wieder Filme eingereicht werden. Neben langen und kurzen Werken in den Gattungen Spielfilm, Dokumentarfilm, Animation und Experimentalfilm, freut sich das Festival-Team insbesondere über Filmeinreichungen aus der Region für den Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb und den #Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb. Insgesamt vergibt exground filmfest in sieben Wettbewerben Geld- und Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR.

Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb & #Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb

Das regionale Filmschaffen hat seit jeher einen hohen Stellenwert im Programm von exground filmfest. Im Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb werden Filme präsentiert, die entweder von hier geborenen oder lebenden Filmemacher*innen oder in Wiesbaden gedreht wurden. Der vom Publikum gewählte Gewinnerfilm erhält 500 EUR. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2020.

In der Jugendfilmsektion von exground filmfest, den exground youth days (14. bis 19. November 2020) haben heimische Nachwuchsfilmer die Chance, ihre Kurzfilme im #Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb zu zeigen und können auf ein Preisgeld von 500 EUR hoffen. Zudem erhält die/der Zweitplatzierte einen Einkaufsgutschein vom Mainzer Apple-Fachhändler ergo sum im Wert von 150 EUR. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren, die in Wiesbaden oder Umgebung wohnen und ihren maximal 30 Minuten langen Film bis spätestens 23. September 2020 an exground filmfest schicken.

Ausblick: Filme aus Italien & goEast-Wettbewerb

Neben einem spannenden Filmprogramm aus internationalen, unabhängigen Produktionen sowie diversen Rahmenveranstaltungen präsentiert exground filmfest traditionell einen Länderschwerpunkt, der in diesem Jahr dem bedeutenden Filmschaffen Italiens gewidmet ist.

Ein Programmpunkt steht bereits fest: Das Organisationsteam hat für das befreundete Partnerfestival goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films Programmplätze freigeräumt, damit deren gesamter Wettbewerb dem Wiesbadener Publikum im November 2020 beim exground filmfest präsentiert werden kann.

„Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, unsere Kolleg*innen von goEast in dieser Krise so weit wie möglich zu unterstützen,“ erklärt Andrea Wink vom Festival-Organisationsteam.

Alle Filme des goEast-Wettbewerbs werden in Anwesenheit der Filmschaffenden aufgeführt und laufen außer Konkurrenz.
Filmeinreichungen für das 33. exground filmfest
Einreichformular (inkl. Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb) unter www.exground.com/entryForm

Die Regularien für die Filmeinreichung finden sich hier:
ex33 – Technical Specifications
ex33 – Filmeinreichungen-Regularien

Einreichungsfrist: 1. Juli 2020

Einreichformular und Teilnahmebedingungen für den #Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb finden sich hier.
Einreichungsfrist: 23. September 2020

Hessische Filmförderung für zehn Filmproduktionen und zehn weitere Projekte Jurys entscheiden über 1,7 Millionen Euro Förderung

krimimaerzWiesbaden/Frankfurt. Zehn neue Filmproduktionen sowie zehn weitere Projekte in Drehbuchentwicklung, Produktionsvorbereitung, Postproduktion und Verleih erhalten in der aktuellen Förderrunde der hessischen Filmförderung insgesamt gut 1,7 Millionen Euro. Das haben die beiden Jurys der HessenFilm und Medien GmbH entschieden, die für die Förderung von Spielfilmen mit Produktionskosten von mehr als 1,5 Millionen Euro sowie für Produktionen mit Kosten von bis zu 1,5 Millionen Euro zuständig sind.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verspricht rasche und unbürokratische Hilfe für Kulturschaffende. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn  © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn erklärt: „Die Vielfalt der geförderten Produktionen und Projekte beweist, wie viel filmisches Talent in Hessen steckt: Frauke Lodders, die an der Kunsthochschule Kassel studierte, widmet sich nach ihrem sehr bewegenden Dokumentarfilm ‚Unzertrennlich‘ nun mit ‚Am Ende des Sommers‘ einem fiktionalen Stoff und wird diesen sicherlich ebenso feinfühlig umsetzen. Es freut mich außerdem sehr, dass wir mit ‚Klandestin‘ ein anspruchsvolles internationales Drama mit hervorragenden Schauspielerinnen und Schauspielern sowie mit ‚Der gefallene Stern‘ eine Serie für Kinder fördern können, die schon den ganz Kleinen demokratische Teilhabe zugesteht.“

„Dies war die letzte Förderrunde, der ich als Juryvorsitz beiwohnen durfte, bevor ich die Geschäftsführung der HessenFilm und Medien an Anna Schoeppe übergeben habe. Umso mehr freue ich mich, tiefe Einblicke in so viele unterschiedliche Film- und Serienvorhaben erhalten zu haben“, sagt Günter Schmitteckert, der bis Ende April kommissarisch die HessenFilm und Medien als Geschäftsführer leitete.

Anna Schoeppe Foto "privat"
Anna Schoeppe Foto „privat“

Anna Schoeppe hat nun zum 1. Mai 2020 die Leitung der hessischen Filmförderung von Günter Schmitteckert übernommen: „Ich freue mich auf die Aufgabe als Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien. Aktuell steht die hessische Film- und Medienbranche durch das Coronavirus vor einer großen Herausforderung. Ich bin davon überzeugt, dass wir diese Aufgabe im intensiven Austausch mit den hessischen Filmschaffenden meistern können“, sagt Anna Schoeppe, neue Geschäftsführerin Hessen Film und Medien.

Insgesamt wählte die Jury des Gremiums 1 (Spielfilme mit Produktionskosten von mehr als 1,5 Millionen Euro) drei Filme aus, die mit insgesamt 1,25 Millionen Euro gefördert werden. Die Jury des Gremiums 2 (Kino- und TV-Produktionen mit Herstellungskosten von bis zu 1,5 Millionen Euro) vergab insgesamt 487.100 Euro.

Die höchste Fördersumme von 600.000 Euro erhält das Projekt „Klandestin“ von Regisseurin Angelina Maccarone. Die internationale Koproduktion konnte bereits einen renommierten Cast um Barbara Sukowa, Lambert Wilso sowie Maryam Zaree und Nicolette Krebitz für sich gewinnen. Mit „Am Ende des Sommers“ entschied die Jury zudem Förderung in Höhe von 500.000 Euro für eine hessische Inszenierung. Regisseurin Frauke Lodders erhielt bereits 2018 größere Aufmerksamkeit für ihren Dokumentarfilm „Unzertrennlich – Leben mit behinderten und lebensverkürzt erkrankten Geschwistern“. Für das Drehbuch zu ihrem ersten Langspielfilm „Am Ende des Sommers“ erhielt sie den Hessischen Filmpreis 2019. Auch die TV-Serie „Der gefallene Stern“ erhält 155.000 Euro Fördergelder für die Produktion. Die Serie richtet sich an Kinder und Familien und thematisiert Antisemitismus und Rassismus auf deutschen Schulhöfen. Umgesetzt wird sie von Tellux Film in Koproduktion mit der hessischen Produktionsfirma sad ORIGAMI und dem ZDF, die bereits gemeinsam in der HessenFilm-geförderten Serie „Dschermeni“ gesellschaftspolitische Themen konsequent aus der Perspektive von Kindern aufbereitet haben.

Unter den Produktionen mit weniger als 1,5 Millionen Euro Kosten gehen insgesamt 487.100 Euro Fördergelder an 17 weitere Projekte. Eine Drehbuchförderung in Höhe von 25.000 Euro geht beispielsweise an Tom Sommerlatte, der mit „Reisende ohne Gepäck“ seine Geschwister-Trilogie („Im Sommer wohnt er unten“, „Bruder Schwester Herz“) abschließt. Weiter führen die geförderten Projekte nach Rio de Janeiro („Gewalt und Spektakel“, Dokumentarfilm, 82.000 Euro), Polen („SUPERBOHATER-KI*Superheldinnen“, Dokumentarfilm, 9.800 Euro), Cornwall („Son of Cornwall“, Dokumentarfilm, 14.000 Euro), Südtirol („Matters of Identity“, Dokumentarfilm, 20.000 Euro) und einmal quer durch Deutschland („Trails One – Von Frankfurt nach Frankfurt/Oder“, Kurzfilm, 39.000 Euro).

Die weiteren Förderungen und die dazugehörigen Summen finden unter: Hessenfilm und Medien

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die kommerzielle wie auch die künstlerische Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Mehr Informationen unter: www.hessenfilm.de

Filmkultur online auf dff.film/coronavirus

© dff
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Während der virusbedingten Schließung des DFF arbeiten die Mitarbeiter/innen unermüdlich weiter daran, die Filmkultur für alle Interessierten zugänglich zu erhalten. Auf dff.film/coronavirus werden kontinuierlich Streaminglinks, Basteltipps für Familien, Filmblogs zu cineastisch relevanten Themen, Empfehlungen, Rezensionen und Meinungen veröffentlicht. In einem „Blog des DFF“ genannten Newsfeed kann sich die DFF-Community täglich auf dem Laufenden halten und findet viele Anregungen, sich auch von zu Hause aus intensiv mit Filmkultur auseinanderzusetzen.

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Anna Schoeppe wird neue Geschäftsführerin der hessischen Filmförderung

Foto „privat“
Foto „privat“

Wiesbaden/Frankfurt. Anna Schoeppe, zurzeit Direktorin des Kuratoriums junger deutscher Film in Wiesbaden, wird neue Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien GmbH. Das gab die Vorsitzende des Aufsichtsrats der HessenFilm, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, heute in Frankfurt bekannt. Anna Schoeppe übernimmt zum 1. Mai 2020 die Leitung der hessischen Filmförderung von Günter Schmitteckert. Der Ministerialdirigent im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte die Aufgabe im Oktober 2019 für einen Übergangszeitraum übernommen und kehrt nun zu seinen Aufgaben im Ministerium zurück.

„Wir haben mit Anna Schoeppe die ideale Besetzung für die Aufgabe gefunden“, erklärte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, „sie hat viel Erfahrung und klare Vorstellungen, wie sie die Filmförderung in Hessen gestalten und erneuern will. Anna Schoeppe hat uns im Aufsichtsrat, der sich einstimmig für sie entschieden hat, davon überzeugt, dass sie die Richtige ist für einen Aufbruch. Wir wollen gemeinsam mit ihr neue künstlerische Perspektiven erschließen, den Nachwuchs fördern und den Filmstandort entwickeln. Als langjährige Leiterin des Kuratoriums junger deutscher Film, das insbesondere Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure sowie Nachwuchsautorinnen und -autoren fördert, bringt sie das richtige Gespür für Talente und ihre Bedürfnisse mit.“

Anna Schoeppe, Jahrgang 1984, hat schon während ihres Studiums (Geschichte und Germanistik an der TU Berlin) Praktika im Film- und Fernsehbereich absolviert. In ihrer Magisterarbeit hat sie sich mit der Rezeption von Sophie Scholl insbesondere im Film befasst. Nach Stationen unter anderem bei der European Film Academy, Berlin, und der Filmakademie Baden-Württemberg wurde sie 2013 Leiterin der Geschäftsstelle des Kuratoriums junger deutscher Film in Wiesbaden und 2017 dessen Direktorin.

„Ich freue mich, dass ich die Leitung der HessenFilm in einer Zeit übernehmen kann, in der sich die Branche stetig weiterentwickelt, unter anderem durch filmpolitische Debatten, technische Entwicklungen und verändertes Zuschauerverhalten“, sagt die designierte Geschäftsführerin Anna Schoeppe. „Gemeinsam mit dem kompetenten Team der HessenFilm und im Austausch mit der Branche werde ich diese Herausforderung angehen. Die HessenFilm soll ein transparenter, ansprechbarer Partner für alle Filmschaffenden am Standort sein. Ich freue mich auf spannende Projekte aus und in Hessen.“

Kunst- und Kulturministerin Dorn: „Ich möchte heute ganz besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HessenFilm und insbesondere dem kommissarischen Leiter Günter Schmitteckert danken. Sie haben in den vergangenen Monaten keinen leichten Job gehabt. Aber sie haben diese Lage mit viel Engagement, Einsatz und Leidenschaft für die Sache gemeistert. Das ist alles andere als selbstverständlich. Vielen Dank dafür.“

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die kommerzielle wie auch die künstlerische Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Das DFF zeigt die weltweit erste Überblicks-Ausstellung über den Universalkünstler Maximilian Schell

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Das Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF präsentiert vom 10. Dezember 2019 bis zum 19. April 2020 aus dem künstlerischen Nachlass von Maximilian Schell ein einzigartiges Porträt des 2014 verstorbenen Universalkünstlers.  Was wenig bekannt ist, hat sich Maximilian Schell neben der Theater- und Film-Schauspielerei auch auf vielen anderen Feldern der Kunst erprobt, unter anderem auch als Pianist, Kunstsammler, Produzent, Maler und Zeichner, als Opernregisseur und Autor.
Die Ausstellung „Maximilian Schell“ ist die weltweit erste große Überblicksschau über das vielfältige Wirken dieses Multitalents.

Aufbau der Ausstellung

Eine Installation im Foyer lädt zu einer ersten visuellen Erkundungsreise ein.© Foto: Diether v Goddenthow
Eine Installation im Foyer lädt zu einer ersten visuellen Erkundungsreise ein.© Foto: Diether v Goddenthow

Bereits im Ausstellungs-Foyer empfangen eine beeindruckende Installation und Informationen zur Vita des Schauspieler die Besucher  und laden zu einer ersten visuellen Erkundungsreise ein.

Oscar® als bester Hauptdarsteller für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) © Foto: Diether v Goddenthow
Oscar® als bester Hauptdarsteller für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) © Foto: Diether v Goddenthow

Die Ausstellung selbst beginnt mit der Präsentation von Maximilian Schell als Oscar®-Preisträger. Er gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die in Hollywood reüssierten. Bereits früh in seiner Karriere gewann Maximilian Schell für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) den Oscar® als bester Hauptdarsteller. In dem starbesetzten Werk spielte er neben berühmten Kollegen wie Spencer Tracy, Burt Lancaster, Judy Garland und Marlene Dietrich. Als er mehr als 20 Jahre später, 1984, mit MARLENE einen legendären Dokumentarfilm über Marlene Dietrich machte, schloss sich gleichsam der Kreis. Gehörte Marlene Dietrich doch zu den ersten deutschsprachigen Schauspielerinnen, die in die USA emigrierten und auch dort zu Stars wurden.

Nach diesem – auch gestalterisch – sehr gelungenen „Oscar®-Entree“ zeichnet die Ausstellung die einzelnen Stationen Maximilian Schells zunächst als Filmschauspieler nach, untergliedert in die Bereiche Film und Literaturverfilmungen, anschließend seine anderen Wirkfelder und Biographisches unter Stichworten wie „Theater“, „Bildende Kunst“, „Familie Schell“, „Marlene“ usw.

Impression der Ausstellung Maximilian Schell im DFF. © Foto: Diether v Goddenthow
Impression der Ausstellung Maximilian Schell im DFF. © Foto: Diether v Goddenthow

Aus hunderten Fotos, Objekten und Dokumenten des im Besitz des DFF befindlichen Nachlasses gelang es den Kuratoren Hans-Peter Reichmann und Isabelle Bastian wunderbar, eine vielfältige Auswahl gekonnt zusammenzustellen, die Schells künstlerisches Leben illustrieren. Wir sehen Schell als jungen Schauspieler, als Liebender und Grübler, als Hamlet und Jedermann, als Wehrmachtssoldat und als Holocaustopfer, als Talkshowgast und Fernsehstar, als Regisseur und Gentleman. Interviews mit sowie Dokumentaraufnahmen von Schell sind auf weiteren Monitoren im Ausstellungsraum zu sehen und zu hören. Zudem geben über 20 digitale Leinwände in der Ausstellung Einblick in die vielen Facetten von Maximilian Schells Werk.

Filmisches Werk – 20-minütige Kompilation

Im Hintergrund werden Filmausschnitte gezeigt, hier im Bild aus KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (BRD 1955, R: László Benedek).© Foto: Diether v Goddenthow
Im Hintergrund werden Filmausschnitte gezeigt, hier im Bild aus KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (BRD 1955, R: László Benedek).© Foto: Diether v Goddenthow

In dutzenden Filmen hat Maximilian Schell mitgewirkt, dutzende große Theaterrollen gespielt, dutzende Auszeichnungen erhalten – vom Oscar® über den Golden Globe bis zum Deutschen Filmpreis. Mit zahlreichen Dokumenten, Fotos, Drehbüchern, Briefen und Objekten gibt die Ausstellung eine Übersicht über das breit gefächerte Werk des in Wien geborenen Sohns eines Schweizer Schriftstellers und einer Wiener Schauspielerin, der sich, 1938 mit der Familie vor den Nazis nach Zürich geflohen, später immer als Schweizer verstand und auch deren Fußballnationalmannschaft die Daumen drückte. Eine 20-minütige Kompilation auf großer Leinwand präsentiert das filmische Schaffen Maximilian Schells, das sich über 60 Jahre, von KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (BRD 1955, R: László Benedek) bis LES BRIGANDS (Die Räuber LU/DE/BE 2012-14, R: Frank Hoffmann, Pol Cruchten) erstreckt. Seine enge Freundschaft zu Friedrich Dürrenmatt mündete in zwei Filme: JUSTIZ (DE/CH 1993, R: Hans W. Geißendörfer), in dem Schell den infamen Regierungsrat Kohler mit beängstigender Lakonie spielt, und DER RICHTER UND SEIN HENKER (BRD/IT 1975), bei dem Schell Regie führte und Dürrenmatt als „Schriftsteller Friedrich“ einen urkomischen Gastauftritt verschaffte.

Impression aus dem Bereich "Literaturverfilmung" der Ausstellung Maximilian Schell, hier eine Szene mit dem Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt.© Foto: Diether v Goddenthow
Impression aus dem Bereich „Literaturverfilmung“ der Ausstellung Maximilian Schell, hier eine Szene mit dem Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt.© Foto: Diether v Goddenthow

Nicht nur als Hamlet-Darsteller (etwa bei Gründgens 1963), auch als Hamlet-Übersetzer tat sich Maximilian Schell hervor, der stets deutlich machte, dass die Mehr- und Vieldeutigkeit von Shakespeares Versen nur ungenügend ins Deutsche übertragen wurden. „Meiner Ansicht nach muss man Klassiker unbedingt der Zeit anpassen“, sagt der noch junge Schell in einem Interview, das Gero von Boehm in seinen Dokumentarfilm HAMLET IN HOLLYWOOD aufgenommen hat. So übersetzte Schell für seinen 1968er Hamlet am Deutschen Theater in München die berühmte Schlüsselstelle in: „Zu leben oder nicht zu leben, darum geht’s!“, was von Hellmuth Karasek damals in der ZEIT mit einiger Häme bedacht wurde. Trevor Nunn, ehemaliger Leiter der Royal Shakespeare Company, zählt Schells Hamlet-Interpretation von 1968 dagegen zur bedeutsamsten: „Seine Hamlet-Interpretation (…) hat englische Aufführungen über Jahre hinaus beeinflusst“, betonte er 1983.

Die Alm – Fluchtpunkt der Familie Schell

"Die Alm ist mein Anfang und mein Ende", hatte Maximilien Schell einmal gesagt. © Foto: Diether v Goddenthow
„Die Alm ist mein Anfang und mein Ende“, hatte Maximilien Schell einmal gesagt. © Foto: Diether v Goddenthow

Wie auch in Schells Leben ist der Dreh- und Angelpunkt in der zentralen Blickachse der Frankfurter Ausstellung die Alm im kärntnerischen Preitenegg – der Fluchtpunkt der Familie Schell seit dem frühen 20. Jahrhundert. Hier war Schell verankert, hier erdete sich der Schauspieler mit Villa in Beverly Hills jedes Jahr mehrere Monate, wenn er in der alten Jagdhütte seine künstlerischen Projekte plante und vorantrieb. Hier lebte im Nachbarhaus auch seine Schwester Maria bis zu ihrem Tod 2005. Deren fortschreitende Demenzerkrankung dokumentierte er im vielbeachteten Film MEINE SCHWESTER MARIA (2002) auf einfühlsame und respektvolle Weise.

Weitere Infos zur Ausstellung „Maximilian Schell im DFF“

 

Ort:

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
Deutschland

 

Öffnungszeiten:
Di – Do 10:00 – 18:00
Fr 10:00 – 20:00
Sa – So 10:00 – 18:00

Begleitband zur Ausstellung
Der mehr als 300 Seiten starke und umfangreich bebilderte Begleitband zur Ausstellung untersucht die Karriere Maximilian Schells von allen Seiten: 17 Autor/innen beleuchten Schells große Schauspielkunst, sein Wirken in Hollywood, geben Einblicke hinter die Kulissen, in seine Art zu arbeiten, befassen sich mit dem kundigen Kunstsammler Schell, dem Regisseur Schell, mit seiner großen Liebe für Shakespeare, seinen Auftritten als Gaststar in Hollywood-Blockbustern der 90er Jahre, mit seinem Dokumentarfilm MEINE SCHWESTER MARIA und natürlich mit dem überaus erfolgreichen Krisenprojekt MARLENE.

Infos und Bestellmöglichkeit

„DAS MENSCH“ gewinnt Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb – weitere Preisverleihungen zum Abschluss von exground filmfest 32 im Caligari Wiesbaden

Wohin Prinzipienreiterei und Wortglauberei führen können, zeigt Sophie Linnenbaums Beitrag "Das Mensch" auf drastische, übertriebene Weise. Das Ganze gipfelt in einer Fingerabtrennung als Erfüllung einer  wortwörtlich als Absprache missverstandenen Redewendung. Der Kurzfilm holte den Publikumspreis.
Wohin Prinzipienreiterei und Wortglauberei führen können, zeigt Sophie Linnenbaums Beitrag „Das Mensch“ auf drastische, beinahe britisch-humoristisch übertriebene Weise. Das Ganze gipfelt in einer Fingerabtrennung als Erfüllung einer wortwörtlich als Absprache missverstandenen Redewendung,

DAS MENSCH gewinnt Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb // Kroatische Produktion IMBUED LIFE ist bester internationaler Kurzfilm // YOUR TURN und THE ORPHANAGE sowie PAPICHA gewinnen bei den youth days // 4. Gefangenenjury-Preis DAS BRETT für MEIN ENDE. DEIN ANFANG.
Übersicht aller Preisträger*innen

Mit der feierlichen Preisverleihung in der Caligari FilmBühne ging das exground filmfest 32 am 24. 11.2019 nach zehn Tagen erfolgreich und mit frohen Zukunftsnachrichten zu Ende.

Kultur-Stadtrat Helmut Nehrbass © Foto: Diether v Goddenthow
Kultur-Stadtrat Helmut Nehrbass © Foto: Diether v Goddenthow

Kultur-Stadtrat Helmut Nehrbass, der in Vertretung von Kulturdezernenten Axel Imholz namens der Stadt Wiesbaden das Festival eröffnet, hatte noch eine gute Nachricht zur Zukunft des exground-Festivals im Gepäck: Das  renommierte Filmfestival, auf dass die Stadt Wiesbaden sehr, sehr stolz sei, erhalte, wenn der Entwurf des Doppelhaushaltes 2020/2021 im Dezember 2019 so beschlossen werde, wovon er ausginge, eine Verdopplung der Fördersumme um 45 000 Euro, so Nehrbass. Er dankte namens der Stadt Wiesbaden ganz herzlich dem Exgroundteam und allen Helferinnen und Helfern, „die hier zugange sind.“ „Wir wissen das sehr zu schätzen, weil das ein hochkarätiges Programm ist, was uns jedes Jahr angeboten wird, was also dieses Festival wirklich zu einem Juwel und festen Bestandteil im Kulturkalender dieser Stadt macht“, so Nehrbass, und fügte hinzu: „Wir wissen aber auch, was für eine riesige Arbeit dahinter steht: das sind 10 Festivaltage, die auch erst einmal geplant und organisiert sein wollen. Und das alles zu stemmen, und zwar ehrenamtlich, das ist wirklich eine tolle Sache!“, so der Kultur-Stadtrat.

Ulrike Kiesche, Leiterin Abteilung Film und Medien, Großprojekte Film des Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst © Foto: Diether v Goddenthow
Ulrike Kiesche, Leiterin Abteilung Film und Medien, Großprojekte Film des Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst © Foto: Diether v Goddenthow

Auch seitens des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gab es viel Lob und gute Nachrichten. Ulrike Kiesche, Leiterin Abteilung Film und Medien, Großprojekte Film, würdigte die seit Jahren in Wiesbaden stattfindenden Filmfestivals exground und go east als die wichtigsten der insgesamt regen hessischen Festivalszene und sagte, dass die Landesregierung die Orte stärken wolle, wo Filme mit viel Leidenschaft gezeigt werden, also auch die Kinos und die Festivals. Perspektivisch solle die Festivalförderung vom Land Hessen verdoppelt werden, beginnend  im Jahr 2020 um insgesamt 225 000 Euro, vorausgesetzt der Landtag beschließe den Haushaltsentwurf so, was aber aus ihrer Sicht mit 20jähriger Verwaltungserfahrung relativ sicher sei. Von dieser Fördersumme für alle hessischen Festivals würde auch exground entsprechend profitieren.

Deutscher Kurzfilmwettbewerb

Moderator Urs Spörri,  Experte für den aktuellen deutschen Film und Vortragsredner. © Foto: Diether v Goddenthow
Moderator Urs Spörri, Experte für den aktuellen deutschen Film und Vortragsredner. © Foto: Diether v Goddenthow

Durch den ersten Teil des Abends, den „Deutschen Kurzfilmwettbewerb“, führte der bekannte und beliebte  Filmexperte und Moderator Urs Spörri. Nach jedem gezeigten Ausschnitt der  elf Kurzfilme führte Spörri mit den entsprechenden Filmemacherinnen und Filmemachern  Filmgespräche,  wodurch das  Publikum etliche interessante Hintergrundinfos zu Intention, Machart, Zielsetzung und Arbeit der Filmteams erhielt, die zur Entstehung der Stoffe und ihrer Umsetzung führten.

Sophie Linnenbaum gewann den Publikumspreis. © Foto: Diether v Goddenthow
Sophie Linnenbaum gewann den Publikumspreis. © Foto: Diether v Goddenthow

Nach der Vorführung des Deutschen Kurzfilm-Wettbewerbs entschied das Publikum über seine Favoriten und kürte DAS MENSCH von Sophie Linnenbaum (2. Platz in 2018 mit RIEN NE VA PLUS) zum Gewinnerfilm.

Der mit 3.000 EUR dotierte erste Preis wurde in diesem Jahr erneut von der Landeshauptstadt Wiesbaden gestiftet. Den zweiten Platz belegte EARLY BIRDS von Benjamin Kempf-Siemens und Rainer Binz, die sich über ein Preisgeld von 2.000 EUR freuen konnten, gestiftet von der Wiesbadener Magenta TV Fernsehproduktionsgesellschaft. Felix Karolus wurde für MENUETT mit dem dritten Preis (1.000 EUR, gestiftet von der Landeshauptstadt Wiesbaden) ausgezeichnet.

Benjamin Kempf-Siemens und Rainer Binz erhalten für EARLY BIRDS außerdem Filmequipment im Wert von 2.000 EUR von Pille Filmgeräteverleih für ihren nächsten Film. Der andere Sachpreis, ein „Grading Special“ der Magenta TV Fernsehproduktionsgesellschaft im Wert von 1.500 EUR geht an JUPITER von Benjamin Pfohl.

Preisträger*innen im Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb: 1. Platz für Sophie Linnenbaum (DAS MENSCH),  2. Platz für EARLY BIRDS von Benjamin Kempf-Siemens und Rainer Binz (re.), 3. Platz für Felix Karolus (MENUETT) / Foto: Peter R. Fischer
Preisträger*innen im Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb: 1. Platz für Sophie Linnenbaum (DAS MENSCH), 2. Platz für EARLY BIRDS von Benjamin Kempf-Siemens und Rainer Binz (re.), 3. Platz für Felix Karolus (MENUETT) / Foto: Peter R. Fischer

Die  Preise in sieben Wettbewerben

Im Anschluss an den Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb wurden in sieben Wettbewerben Geld- und Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR vergeben. Rund 100 internationale und nationale Gäste aus der Filmbranche und zahlreiche Besucher*innen zeugen erneut von der großen Beliebtheit des Festivals über die Grenzen Wiesbadens hinaus.

Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb

Im Internationalen Kurzfilm-Wettbewerb kürte die internationale Jury den kroatischen Beitrag IMBUED LIFE [UDAHNUT ZIVOT] von Ivana Bošnjak und Thomas Johnson zum Gewinner und überreichte das Preisgeld von 2.000 EUR, gestiftet vom exground-Freundeskreis. Die Jury-Mitglieder Burkhard Althoff (Redakteur „Das kleine Fernsehspiel“ aus Mainz), Christy Garland (Dokumentarfilmregisseurin aus Toronto/Kanada) und Brunna Laboissière (Regisseurin und Produzentin aus São Paulo/Brasilien) begründeten ihre Entscheidung mit den Worten:

Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb: Regisseur Thomas Johnson (Mi.) nahm den Preis für seinen Film IMBUED LIFE, den er gemeinsam mit Ivana Bošnjak realisierte, von der internationalen Jury (Brunna Laboissière und Burkhard Althoff) entgegen. / Foto: Peter R. Fischer
Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb: Regisseur Thomas Johnson (Mi.) nahm den Preis für seinen Film IMBUED LIFE, den er gemeinsam mit Ivana Bošnjak realisierte, von der internationalen Jury (Brunna Laboissière und Burkhard Althoff) entgegen. / Foto: Peter R. Fischer

„Der Preis für den besten internationalen Kurzfilm geht an IMBUED LIFE. Dieser poetische Animationsfilm schafft – kinematografisch auf höchstem Niveau – faszinierende Assoziations- und Interpretationsräume. Indem sich hier die Grenzen zwischen Wahrnehmung und Bewusstsein von Menschen und Tieren verwischen, adressiert der Film auf überraschende und originelle Weise eine der dringendsten Fragen der Menschheit: unser problematisches Verhältnis zur Natur. IMBUED LIFE schafft dabei Bilder, die weit über den Film hinaus nachwirken.“

Eine lobende Erwähnung erhielt WOMAN WITHOUT A CHILD [MUJER SIN HIJO] von Eva Saiz aus Spanien. Auch hierzu verfasste die Jury eine Begründung:
„Die Jury vergibt eine lobende Erwähnung an WOMAN WITHOUT A CHILD. Der Film erzählt humorvoll und lakonisch von einer alleinlebenden Frau mittleren Alters, die ein Zimmer an einen jungen Mann vermietet. Mit ihrer präzisen Inszenierung und großen Liebe für ihre Figuren bringt die Regisseurin uns dabei ihre ungewöhnliche Protagonistin ganz nahe und plädiert für die Möglichkeit auch ungewöhnlicher Freundschaften. Wir wären gerne mit eingezogen.“

DAS BRETT – Gefangenenjury-Preis

Zum vierten Mal wurde der Preis DAS BRETT in der Reihe „Made in Germany“ von einer Gefangenenjury aus Insassen der JVA Wiesbaden verliehen. Aus den sieben nominierten Beiträgen wählten die fünf Juroren MEIN ENDE. DEIN ANFANG. von Mariko Minoguchi:

„Die Gefangenen-Jury aus der JVA Wiesbaden vergibt DAS BRETT 2019 an MEIN ENDE. DEIN ANFANG. von Mariko Minoguchi. Der Film berührt eine ganze Palette von Emotionen, aber immer mit Feingefühl, nie mit der Brechstange. Er hat Action, er hat Drama, er hat Liebe, er hat Trauer, sogar ein bisschen Erotik, und trotzdem fügt sich alles zu einem Guss zusammen. Die fünf Juroren waren beeindruckt von der markanten Kameraführung und dem hervorragenden Schauspiel – von den Hauptdarstellern bis zu den kleinsten Randfiguren. Dabei wechselt der Film souverän zwischen Zeitebenen und Stimmungen, und die Kamera fängt die Figuren so ein, dass man ihnen sehr nahe kommt, ohne dass es aufdringlich wird. Vor allem aber macht es sich der Film nicht einfach mit der Frage, was eigentlich ein Täter ist.“

Dotiert ist der Preis mit 1.500 EUR, gestiftet von „Die WERFT – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden“.

Eine lobende Erwähnung sprachen die Juroren der Produktion KOPFPLATZEN von Savaş Ceviz aus:
„Die lobende Erwähnung geht an KOPFPLATZEN von Savaş Ceviz, der sich ebenfalls der schwierigen Frage nach dem Tätersein widmet. Da das Ergebnis extrem knapp war, wurde schnell klar, dass auch dieser Film lobend hervorgehoben werden muss. Die Jury war angetan von der „ekelhaften Spannung“, dem tollen Schauspiel und davon, dass sie sowas noch nie gesehen hat. Vor allem aber hat sie der Mut des Films beeindruckt, der von einem pädophilen Mann erzählt, ohne dass man sich sofort abwendet.“

exground youth days

Filmszene aus: YOUR TURN [ESPERO TUA (RE)VOLTA] von Eliza Capai
Filmszene aus: YOUR TURN [ESPERO TUA (RE)VOLTA] von Eliza Capai
Die Jugendjury im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb vergab den Preis für den besten Langfilm in diesem Jahr ex aequo an YOUR TURN [ESPERO TUA (RE)VOLTA] von Eliza Capai und THE ORPHANAGE [PARWARESHGAH] von Shahrbanoo Sadat:

„Für uns hat der Film YOUR TURN den ersten Platz verdient, da er die Schüler­proteste in Brasilien auf eine sehr mitreißende Art darstellt. Die Dokumentation ist elektrisierend und überzeugt durch schnelle Schnitte und persönliche Schicksale. Die Regisseurin entführt die Zuschauer/-innen in die Mitte der Proteste, da die Erzählung aus der Sicht ihrer Akteure erfolgt. Der Film schafft es, den Geist einer Generation einzufangen, in der Aktivismus wieder zur Lebensrealität vieler geworden ist.

In THE ORPHANAGE geht es um einen afghanischen Waisenjungen, der in den 80ern auf der Straße aufgegriffen und in ein kommunistisches Waisenhaus gebracht wird. In der Zeit dort hat er viele traumatisierende Erlebnisse, die ihn prägen. Uns gefällt die Geschichte des von Bollywood-Filmen träumenden Jungen, der in die harte Realität geworfen wird, als die politische Situation sich zuspitzt und er sie am eigenen Leib zu spüren kriegt. Das Leben von Kindern in solchen Krisengebieten ist ein eher unpopuläres, aber sehr interessantes Thema – gerade auch in Anbetracht des politischen Zeitraums, in dem die Geschichte spielt.“

Das Preisgeld von 2.500 EUR stiftete die Landeshauptstadt Wiesbaden.

Die Jugendjury kürte außerdem TRAIN ROBBERS [TOGRØVERE] von Martin A. Walther zum besten Kurzfilm der exground youth days. Die 500 EUR werden vom Wiesbadener Kinofestival e. V. gestiftet. Eine lobende Erwähnung sprach sie für YOUNGVODKA_ von Léa Hall aus.

Das Publikum wählte als besten Langfilm PAPICHA von Mounia Meddour, die sich über 1.000 EUR, gestiftet von der Landeshauptstadt Wiesbaden, freuen darf.

Im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb setzte sich HEIMAT? vom Team des Diakonischen Werks Rheingau-Taunus im Publikumsvoting durch. Der erste Platz ist dotiert mit 500 EUR, gestiftet vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Den zweiten Platz belegte SCHRITTE IN DIE ZUKUNFT von Lena Krüger-Lorenzen, die sich über einen Einkaufsgutschein des Apple-Fachhändlers ergo sum im Wert von 150 EUR freuen kann.

Wiesbaden Special – Kurzfilm-Wettbewerb

Regisseur Alexander Conrads gewann mit LÖWIN im Wiesbaden Special – Kurzfilm-Wettbewerb. © Foto: Diether v Goddenthow
Regisseur Alexander Conrads gewann mit LÖWIN im Wiesbaden Special – Kurzfilm-Wettbewerb. © Foto: Diether v Goddenthow

Im Publikumswettbewerb um den besten Wiesbadener Kurzfilm konnte LÖWIN von Alexander Conrads überzeugen. Neben dem Preisgeld von 500 EUR, gestiftet vom Medienpartner Wiesbadener Kurier, kann der Gewinner außerdem mit dem Sachpreis „Filmsound Special“ an zwei Tagen Technik und Know-how des Wiesbadener Tonstudios klangBezirk im Wert von 2.000 EUR für die finale Tonmischung seines nächsten Films nutzen.
exground-Gong-Show

Trash ist Kult – das bewiesen in diesem Jahr erneut die Teilnehmer*innen der legendären exground-Gong-Show. Verdiente Gewinner von 50 EUR Preisgeld sowie der Goldenen exground-Gurke sind Patrik Pezelj und Marius Hofmann für ihren sensationellen Trailer-Nachdreh EXGROUND 32 TRAILER (FREI VON PUNKT PUNKT PUNKT).

Übersicht aller Preisträger*innen

Termin für das exground filmfest 33: 13. bis 22. November 2020.
exground filmfest dankt allen Förderern und Sponsoren.

exground 32 filmfest startete mit brasilianischen Mystery-Thriller „THE FATHER’S SHADOW“

Feierliche Eröffnung des 32. exground filmfestes in der CaligariFilmbühne Wiesbaden, am 15.11.2019.© Foto: Diether v Goddenthow
Feierliche Eröffnung des 32. exground filmfestes in der CaligariFilmbühne Wiesbaden, am 15.11.2019.© Foto: Diether v Goddenthow

Am Freitagabend, 15. November 2019, eröffnete Festival-Leiterin Andrea Wink mit einer beeindruckenden Bilanz der zumeist ehrenamtlich geleisteten Festival-Arbeit gemeinsam mit Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sowie Karin Wolff, Geschäftsführerin Kulturfonds Frankfurt RheinMain in der vollbesetzten CaligariFilmbühne Wiesbaden das exground filmfest 32 mit dem diesjährigen Länderschwerpunkt Brasilien.

Staatssekretärin Ayse Asar sprach zur Eröffnung ein Grußwort. © Foto: Diether v Goddenthow
Staatssekretärin Ayse Asar sprach zur Eröffnung ein Grußwort. © Foto: Diether v Goddenthow

Ayse Asar  stellte in ihrem Grußwort eine Erhöhung der diesjährigen Fördersumme von 65 000 Euro für das nächste Jahr in Aussicht. Denn das exground filmfest habe sich über all die Jahre zu einem bedeutenden Forum für Filmemacherinnen und -macher avanciert und sei nicht nur ein wichtiger Anziehungspunkt für Filmbegeisterte aus nah und fern, „sondern auch ein wichtiges Diskussionsforum für rund 280 akkreditierte Journalisten, Fachbesucher und Gäste aus der Filmbranche – also für wichtige Multiplikatoren aus der Branche und darüber hinaus. Die Gäste aus aller Welt sorgen für das einzigartige internationale, aber gleichzeitig intime Flair dieses Festivals und weiten den Blick für andere Kulturen und Mentalitäten. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass unter den gezeigten Filmen im Wiesbadener Kurzfilm Wettbewerb sich auch Filme von Studierenden der Hochschule RheinMain Wiesbaden und eine Diplomarbeit der Hochschule für Gestaltung Offenbach befinden“, sagte die Staatssekretärin.

Oberbürgermeister Gert Uwe Mende. © Foto: Diether v Goddenthow
Oberbürgermeister Gert Uwe Mende. © Foto: Diether v Goddenthow

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende,  nur in seiner Oberbürgermeisterfunktion zum ersten Mal beim Exground-Filmfestival dabei, stellte insbesondere die weit über Wiesbadens Grenzen hinweg strahlende Leuchtkraft des ältesten Wiesbadener Filmfestivals heraus, und fand die Wahl des diesjährigen Länderschwerpunktes angesichts der brasilianischen Ereignisse besonders gelungen. Mende versprach ebenfalls, dass die Stadt Wiesbaden, wie  im neuen Kulturetat für die nächsten beiden Jahre vorgesehen, den städtischen Zuschuss für das Festival zu erhöhen. Er dankte allen Beteiligten, die dieses Festival auch in diesem Jahr wieder ermöglicht haben, insbesondere allen ehrenamtlich Tätigen.

Karin Wolff, Geschäftsführerin Kulturfonds RheinMain. © Foto: Diether v Goddenthow
Karin Wolff, Geschäftsführerin Kulturfonds RheinMain. © Foto: Diether v Goddenthow

Karin Wolff, die seit 1. November 2019 Dr. Helmut Müller als Geschäftsführerin des Kulturfonds RheinMain nachfolgte, unterstrich die hohe Qualität der Hessischen Filmfestivals, durch die mehr Menschen in Hessen, „insbesondere auch Jugendliche für den kulturell anspruchsvollen Film gewonnen“ werden sollen. Die Vorführung in unterschiedlichen Städten des Rhein-Main-Gebiets trüge dem Anliegen des Kulturfonds Rechnung, das exground filmfest weit in der Region bekannt zu machen. Eine schöne Tradition sei zudem, eine Brücke in andere Kultursparten zu schlagen. Auch sie wünschte wir ihre Vorredner/innen dem exground filmfest zahlreiche Besucher und besonders den brasilianischen Gästen einen schönen Aufenthalt in der Region.

Zum Schluss hat die neunjährige Dalva ihr toten Eltern kraft ihrer Gedanken - zumindest in ihrem Traum - wieder zum Leben erwecken können. Hier die Anfangsszene des Mystery-Thrillers "The father's shadow" bei der feierlichen Eröffnung des 32. exground filmfestes in der CaligariFilmbühne Wiesbaden am 15.11.2019.
Zum Schluss hat die neunjährige Dalva ihr toten Eltern kraft ihrer Gedanken – zumindest in ihrem Traum – wieder zum Leben erwecken können. Hier die Anfangsszene des Mystery-Thrillers „The father’s shadow“ bei der feierlichen Eröffnung des 32. exground filmfestes in der CaligariFilmbühne Wiesbaden am 15.11.2019.

Zum Einstieg zeigte das exground filmfest anschließend als Deutschland-Premiere mit englischen und deutschen Untertiteln den brasilianischen Mystery-Thriller THE FATHER’S SHADOW von Gabriela Amaral Almeida.

Dieser skurrile Streifen und weitere ausgewählte Filme aus dem Länderschwerpunkt des Festivals werden nochmals im „Nachspiel“ gezeigt in Frankfurt und Darmstadt.

 exground-Festivalleiterin Andrea Wink im Gespräch mit Amos Borchert,  Kurator der Reihe „Fokus Brasilien“  © Foto: Diether v Goddenthow
exground-Festivalleiterin Andrea Wink im Gespräch mit Amos Borchert, Kurator der Reihe „Fokus Brasilien“ © Foto: Diether v Goddenthow

Im Anschluss an den Startfilm „The Father’s Shadow“ wurde um 22 Uhr DER GEBURTSTAG von Carlos A. Morellis gezeigt. Hierin ging es um einen Kindergeburtstag, der in einem heillosen Durcheinander endet. Dieser Film ist mit den anderen Filmen der Reihe „Made in Germany“ im Rennen um den Gefangenen-Jurypreis DAS BRETT, der zum vierten Mal von Insassen der JVA Wiesbaden verliehen wird.
Nichts für „Eckensteher“ war die anschließende Eröffnungsparty im Kesselhaus des Kulturzentrums Schlachthofs mit DJ MAM.

Das Gesamtprogramm

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

exground filmfest 32 startet am 15.11. mit Schwerpunkt „Brasilien“ – bis zum 24.11. großer Reigen internationaler Filmbeiträge und spannende Gäste

The Father's Shadow Brasilien 2018, Deutschland-Premiere von Gabriela Amaral Almeida. 92 Min. Omd+eU © exground
The Father’s Shadow Brasilien 2018, Deutschland-Premiere von Gabriela Amaral Almeida. 92 Min. Omd+eU © exground

Am Freitagabend startet exground filmfest 32 in der Caligari FilmBühne mit der Deutschland-Premiere des brasilianischen Mystery-Thrillers THE FATHER’S SHADOW (A SOMBRA DO PAI) von Gabriela Amaral Almeida.

Vom 15. bis zum 24. November präsentiert das Festival 200 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme aus 52 Ländern auf der großen Leinwand, darunter 18 Welt-, vier internationale, sechs Europa- und 36 Deutschland-Premieren. Neben dem Filmprogramm erwartet die Gäste ein spannendes Rahmenprogramm mit Diskussionsrunden, Ausstellungen, Partys und Events. Rund 100 internationale und nationale Filmgäste werden in Wiesbaden erwartet, um mit dem Publikum über ihre Filme zu diskutieren.
Das Gesamtprogramm

In den 10 Festivaltagen von  exground filmfest 32  werden wieder zahlreiche internationale Filmgäste erwartet,  dieses Mal unter anderem aus Brasilien, Costa Rica, Iran, Israel, Kanada, Kolumbien, Polen sowie aus Afghanistan zur Eröffnungsfilm der Youth days.

Brasilien
Aus dem Programm des diesjährigen Länderschwerpunktes Brasilien reisen etliche Filmschaffende an, darunter die Regisseurinnen Brunna Laboissière (FABIANA) und Juliana Antunes (BARONESA) sowie der Regisseur Rodrigo Lima (CALYPSO).

Deutschland
Im deutschen Wettbewerb „Made in Germany“ kommen zur Vorführung des Regiedebüts MEIN ENDE. DEIN ANFANG. (19.11. I 20 Uhr I Murnau-Filmtheater) die Regisseurin Mariko Minoguchi mit Hauptdarstellerin Saskia Rosendahl, die bereits als Schülerin für ihre Hauptrolle in Cate Shortlands preisgekröntem Antikriegsdrama LORE (2012) international Beachtung fand. Seitdem wirkte sie in vielen Kino- und TV-Filmen mit, unter anderem in WERK OHNE AUTOR von Florian Henckel von Donnersmarck, dem deutschen Oscar-Beitrag 2019.

Costa Rica & Polen
Von den Oscar-Einreichungen aus Costa Rica und Polen werden ebenfalls zwei Darstellerinnen nach Wiesbaden anreisen: Daniella Valenciano stellt am 22. November um 18 Uhr dem Publikum in der Krypta der Marktkirche HORMIGAS vor (Regie: Antonella Sudasassi Furniss; Costa Rica/Spanien 2019), in dem sie das traditionelle Frauenbild in ihrer Familie auf den Kopf stellt. Eliza Rycembel aus Polen reist zur Vorführung von CORPUS CHRISTI (Regie: Jan Komasa; Polen/Frankreich 2019) am 22. November um 20 Uhr im Murnau-Filmtheater an. Für ihre Rolle in CORPUS CHRISTI wurde sie beim polnischen Filmfestival in Gdynia mit dem Preis für die beste Nebenrolle ausgezeichnet.

Kanada
Aus Kanada begrüßt das Festivalteam die Dokumentarfilmregisseurin Christy Garland, die in diesem Jahr Teil der internationalen Jury ist und vergangenes Jahr mit ihrem Film WHAT WALAA WANTS im exground-Programm vertreten war. Zur Vorführung der kanadischen Produktion HARPOON (Regie: Rob Grant) am 21. November um 22 Uhr in der Caligari FilmBühne reist Produzent Michael Peterson an.

Afghanistan
Zum Eröffnungsfilm der exground youth days, THE ORPHANAGE (Regie: Shahrbanoo Sadat), kommt Anwar Hashimi aus Afghanistan, um bei der Vorstellung am 16. November um 17.30 Uhr über den Film zu sprechen. Hashimi, der in THE ORPHANAGE in der Rolle eines Waisenhausleiters zu sehen ist, wirkte bereits bei Shahrbanoo Sadats preisgekröntem WOLF AND SHEEP als Regieassistent und Drehbuchautor mit.

Kurzfilme: Israel, Iran & Kolumbien
Auch zu den diversen Kurzfilmrogrammen bzw. -vorstellungen werden zahlreiche Filmgäste erwartet. Aus Israel werden zum Programm BEIT BERL (17.11 I 15:30 Uhr I Murnau Filmtheater) der Regisseur Vitali Agronov (FAREWELL) und die Regisseurin Karin Haber (TRUE TRUE LOVE) anreisen sowie die Schauspielerin Bar Ackerman (THE BIGONYA GARDEN). Ebenfalls aus Israel kommt die Regisseurin Thekra Mkalde für ihren Kurzfilm GIRL ON A BIKE, der als Vorfilm zu PAPICHA (17.11. I 17.30 Uhr I Caligari FilmBühne) bei den exground youth days läuft.

Vom Kurzfilmprogramm IRAN (21.11. I 17.30 Uhr I Murnau-Filmtheater) werden neben Regisseur Pouya Nabi (SLEEPWALKER) weitere Filmemacher in Wiesbaden erwartet.

Aus Kolumbien kommt der Regisseur Santiago León Cuéllar angereist, um seinen Kurzfilm ALMA vorzustellen, der als Deutschland-Premiere vor GIRL in den exground youth days läuft (20.11. I 10.30 Uhr I Caligari FilmBühne).

Das Gesamtprogramm

exground filmfest 32: Programm komplett und online // 15. – 24. November 2019

200 Filme aus 52 Ländern // 64 Premieren // Geld- und Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR // Krypta neuer Spielort

Ab sofort ist das vollständige Programm von exground filmfest 32 online verfügbar und der Vorverkauf gestartet. Insgesamt präsentiert das Festival vom 15. bis 24. November 200 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme aus 52 Ländern auf der großen Leinwand, darunter 18 Welt-, vier internationale, sechs Europa- und 36 Deutschland-Premieren. In diesem Jahr sichtete das Kuratorenteam über 2.500 Einreichungen aus 121 Ländern. In insgesamt sieben Wettbewerben werden Geld- und Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR vergeben.

Neben dem Filmprogramm erwartet die Gäste ein spannendes Rahmenprogramm mit Diskussionsrunden, Ausstellungen, Partys und Events wie die traditionellen Publikumslieblinge, die exground-Gong-Show und das Filmquiz mit Rex Kramer. Letzteres findet in der Krypta der Marktkirche statt, die als neue Festival-Location ausgewählte Veranstaltungen im Programm beherbergen wird. Daneben öffnen die angestammten Spielstätten Caligari FilmBühne, Murnau-Filmtheater und das Kulturzentrum Schlachthof ihre Pforten für das Publikum. Ausgesuchte Filme aus dem Länderschwerpunkt Brasilien sind nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Darmstadt (programmkino rex) und Frankfurt am Main (Pupille Kino, ORFEO’S ERBEN) zu sehen.

(v.li.) Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Gerald Pucher, von Organisationsteam exground für Youth days, Andrea Wink Leitung des Orgateams exground sowie Axel Imholz Kulturdezernent und Kämmerer der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v Goddenthow
(v.li.) Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Gerald Pucher, von Organisationsteam exground für Youth days, Andrea Wink Leitung des Orgateams exground sowie Axel Imholz Kulturdezernent und Kämmerer der Landeshauptstadt Wiesbaden posieren bei der  Pressekonferenz vor einem mit dem Festival-Plakat dekorierten ESWE-Bus. ESWE sponsert u.a. mit kostenlosen, in den Veranstaltungstickets enthaltenen Busfahrkarten und  mit kostenfreier Festival-Werbung in den Bussen   © Foto: Diether v Goddenthow

Starke Frauen vor und hinter der Kamera

Der Anteil der Regisseurinnen im gesamten exground-Filmprogramm liegt in diesem Jahr bei rund 60 Prozent, in den Wettbewerben halten sich die Filmemacherinnen in etwa die Waage mit ihren männlichen Kollegen. Allein im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb stammen fünf der insgesamt acht Langfilme von Frauen (JAWLINE, THE ORPHANAGE, PAPICHA, FLESH OUT und YOUR TURN).

Auch inhaltlich nehmen viele Beiträge im Programm Geschichten starker Frauen in den Fokus. In Andreas Horvath LILLIAN (Österreich 2019) will die titelgebende Heldin Lillian, als Emigrantin in New York gestrandet, zu Fuß in ihre Heimat Russland zurückgehen. Horvaths bildgewaltiges Roadmovie basiert auf einer wahren Geschichte.

Costa Ricas Oscar-Beitrag HORMIGAS (Costa Rica/Spanien 2019) von Antonella Sudasassi Furniss thematisiert das Frauenbild in einer traditionellen Familie. Isabel kümmert sich als gute Mutter, Ehefrau und Schwiegertocher um ihre Familie. Der zunehmende Druck der Familie nach einem weiteren Kind, dem ersehnten „Stammhalter“, leitet ihre Fantasie in eine andere Richtung. Hauptdarstellerin Daniella Valenciano wird zum Festival nach Wiesbaden kommen.

Caitlin Gerard in THE WIND © exground
Caitlin Gerard in THE WIND © exground

Emma Tammi zeigt in ihrem Frauenwestern THE WIND (USA, 2018), der bei exground filmfest als Deutschlandpremiere laufen wird, das Schicksal der Ehefrauen, die ihren Männern um 1800 ins Niemandsland folgten, um Land zu kultivieren. Die Isolation trieb viele Frauen in den Wahnsinn – so auch Lizzy, die mit Isaac in der Einöde strandet. Mit einem Team von Frauen (Kamera, Schnitt) setzt Tammi das schwere Los dieser Frauen in grandiose Landschaftsaufnahmen und beklemmende Bilder der Abkapselung um.

Musikfilme

Ein trauriges Schicksal nimmt Richard Lowenstein in seinem Dokumentarfilm MYSTIFY: MICHAEL HUTCHENCE (Australien 2019) in Augenschein. Lowenstein taucht mit unveröffentlichtem Material in die Gedankenwelt des „Inxs“-Sängers Michael Hutchence ein, der sich 1997 das Leben nahm. Weggefährtinnen wie Kylie Minogue und Paula Yates erinnern an den Ausnahmekünstler.

Eine Liebeserklärung an die Musik und an diese eine Kneipe, die jeder kennt, liefert Christian Klandt in der deutschen Produktion LEIF IN CONCERT (2019). Der Film erzählt von einem turbulenten Tag in einer Jazz-Blues-Bar irgendwo in Deutschland, in der die Barfrau Lene den Musiker Leif (aka „Poorboy“) für ein Konzert am Abend gebucht hat. Es kommen Freunde und Bekannte vorbei, Lieferanten – und das Stammpublikum (u. a. Bela B und Tilo Prückner) darf natürlich auch nicht fehlen. Zum Festival wird Regisseur Christian Klandt anreisen.

Ebenfalls nach Wiesbaden kommt der Filmemacher Joel Zito Araújo, um seinen Dokumentarfilm MY FRIEND FELA (Brasilien 2019) vorzustellen. Der Film bringt das komplexe Leben des nigerianischen Musikers und politischen Aktivisten Fela Kuti hinter dem bekannten Narrativ des exzentrischen Popstars aus dem Ghetto ans Licht. Araújo gelingt nicht nur das Porträt eines einzigartigen Musikers, sondern auch einer ganzen panafrikanischen Generation.

Gesellschaftskritische Werke

FARMING von Adewale Akinnuoye-Agbaje. © exground
FARMING von Adewale Akinnuoye-Agbaje. © exground

Mit Gesellschaftskritik befassen sich etliche Produktionen im Programm von exground filmfest. In dem Regiedebüt FARMING (Großbritannien 2018) erzählt der nigerianisch-britische Schauspieler Adewale Akinnuoye-Agbaje seine eigene Lebensgeschichte: Als Sohn nigerianischer Einwanderer muss sich Enitan erst in der Obhut einer weißen Familie in London, dann in der fremden Heimat seiner Eltern zurechtfinden. Traumatisiert bekommt Enitan es, zurück in London, auch noch mit Skinheads zu tun und entschließt sich zu einem ungewöhnlichen Schritt.

In Ulaa Salims Spielfilm SONS OF DENMARK (Dänemark 2019) befeuert ein Bombenanschlag die Radikalisierung der Gesellschaft. Während an einem Ende ein ultrarechter Nationalist das Amt des Premierministers ansteuert, schließt sich am anderen Ende des Spektrums der erst 19-jährige Zakaria dem islamistischen Untergrund an. Eindrucksvoll zeigt Salim in seinem Debüt, wie Hass und Gewalt Konflikte immer weiter verstärken.

Wettbewerbe beim exground filmfest

In insgesamt sieben Wettbewerben vergibt das exground filmfest Geld- und Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR (Alle Preise und Preisstifter). Die internationale Jury des 18. Internationalen Kurzfilm-Wettbewerbs besteht aus Burkhard Althoff, Redakteur in der ZDF-Nachwuchswerkstatt „Das kleine Fernsehspiel“ aus Mainz, Christy Garland, Dokumentarfilmregisseurin (WHAT WALAA WANTS) aus Toronto/Kanada, und Brunna Laboissière, Regisseurin (FABIANA) und Produzentin aus São Paulo/Brasilien.

exground filmfest I 15.–24. November 2019 I Wiesbaden
exground filmfest I 15.–24. November 2019 I Wiesbaden

Förderer und Sponsoren

Weitere Infos: exground filmfest