Kategorie-Archiv: Museum Römerhalle Bad Kreuznach

Sonderausstellung KENBO in den Museen Schlosspark und Römerhalle Bad Kreuznach bis 10. Sept. 2017

Trornbacher flowers low Res (Foto: Marco van Bel)
Trornbacher flowers low Res (Foto: Marco van Bel)

Die Museen Museum Schlosspark und Museum Römerhalle  präsentieren eine außergewöhnliche Kunstausstellung des Chinesen Kenbo. Die Sonderausstellung zeigt in beiden Museen Paintings und großformatige z. T. bodenlange Papier-Installationen. Ein Farbrausch, der sich in beiden Ausstellungshäusern den Besuchern bietet, wobei fernöstliche mit westlicher Kunst sich verbindet. Siehe auch: www.museen-bad-kreuznach.de
Mit Unterstützung der Meffert AG Bad Kreuznach

Einführung in die Ausstellung von Marco van Bel, Ausstellungskurator u. Museumsleiter

„健伯 Kenbo / Liang Guojian Traumland Trombacher;

Kenbo wurde als Liang Guojian in Foshan, Sanshui, (China) zur Zeit der Kulturrevolution geboren. Liang erhielt eine für traditionell orientierte chinesische Familien typische Erziehung. Bereits in seiner Kindheit nahm er Unterrichtsstunden in chinesischer Malerei. Kenbos Kunst basiert auf dieser historisch geprägten Pinsel-und-Tusche-Malerei und dem Studium des berühmten Mallehrbuchs aus dem Senfkorngarten1.
Er wird deshalb auch Onkel Ken = Kenbo genannt.

Im Zentrum seiner Arbeiten steht die uralte Tradition der chinesischen Tusche-Malerei (lavierte Tusche auf Papier), die er mit heutigen Tendenzen der chinesischen Tusche-Malerei und der modernen Kunst verbindet. Speziell die Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer und deren Auswirkungen werden von ihm in den gestalterischen Prozess integriert. Der Künstler und die ihn umgebende Natur und Umwelt tragen gleichsam zur Entstehung der künstlerischen Arbeit bei. Vor allem durch den von ihm initiierten kreativen Einsatz der Kraft des Feuers und den Vorgang des Verbrennens hat er der traditionellen chinesischen Tusche-Malerei neue Impulse gegeben, entstehen künstlerische Synergieeffekte und zugleich neuartige Interpretationsmöglichkeiten.

Im Jahre 2006 setzte Kenbo / Liang Guojian sich mit der internationalen Klang-Kunst auseinander und begann seine experimentellen Arbeiten. In seinem Werk verbindet er die Kunstgattungen Malerei (chinesische Tusche-Malerei), Konzeptkunst, Medienkunst/Multimedia (Video, Musik, Klang, Sprache, Tanz) und Installation zu einem Gesamtkunstwerk, um damit seine einzigartige Sprache der Tuschemalerei zu entwickeln und zu etablieren, in der der Geist der Freiheit und der Abstraktion mit den traditionellen chinesischen Wurzeln zusammenkommen.

Vor 10 Jahren, in 2007, lud Sigune von Osten den Künstler Kenbo / Liang Guojian zur ART POINT im Trombacher Hof ein, um dort eine Mal-Performance während ihres Parkmusik-Festivals Neue Ho(e)rizonte zu realisieren. Durch den Trombacher Hof und die dortige Naturlandschaft, die zu Kenbos Traumlandschaft wurde, fand er den Zugang zu der chinesischen Dao-Lehre – „zurück zur Natur“, und zu seiner einzigartigen Kunst und Formensprache.

2008 begann Kenbo / Liang Guojian sein Rice-Project, bei dem der Fokus auf der sozio-kulturellen Erziehung und Bildung liegt. Seine vom Reis inspirierte Stimmen- und Klang-Installation des Reis Projekts gewann 2011 den China Redstar Design Award.
Als Gegenentwurf zum immer kommerzielleren Kunstmarkt, schlägt Kenbo einen neuen konfuzianischen Weg ein, ausgehend von der Natur. So verarbeitete er seit 2010 die Thematik vom Moos 3 im Rahmen eines internationalen Kunstprojekts (Moss-Project) in Form von Gedichten, Malerei, Musik und Tanz.

Alle in den Museen Schlosspark und Römerhalle präsentierten Kunstwerken basieren auf der Chinesischen Philosophie und Kunst und sind größtenteils innerhalb des Moss-Projektes entstanden. Sie haben aber gleichzeitig einen starken regionalen Bezug zu Bad Kreuznach, dem Trombacher Hof und der Musikkünstlerin Sigune von Osten, der Landschaft, den Naturgeräuschen und der Stille.

Kenbo / Liang Guojian im Museum Schlosspark, Bad Kreuznach, 12. Juli 2017 (Foto: Marco van Bel)
Kenbo / Liang Guojian im Museum Schlosspark, Bad Kreuznach, 12. Juli 2017 (Foto: Marco van Bel)

Ein Fluss der Farben.

Sinnbildlich vergleichbar der daoistischen Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde) und mit dem lateinischem fluxus4 oder griechischem panta rhei5, alles fließt / alles ist veränderlich.
Die Kunst von Kenbo / Liang Guojian ist eine Symbiose. Für den westlich orientierten Kunstbetrachter ist sie eher fernöstlich, asiatisch anmutend; für den Asiaten aber mehr eine westlich anmutende Kunst.

Seine Arbeiten vermitteln zum einen eine mysteriös-spirituelle und auch melancholische Stimmung, zum anderen jedoch auch eine urwüchsige Kraft und Energie, die dem Geist der traditionellen chinesischen Tusche-Malerei entspricht. In dem von ihm entwickelten persönlichen Malstil werden bei aller Abstraktion auch häufig gewisse realistische, erdverbundene und kosmische Assoziationen geweckt. Kenbo bewahrt damit nicht nur die alten überlieferten Maltechniken und -formate (z. B. die alte Kunst der Rollbilder), sondern transportiert auch die humanistische Geisteshaltung des Konfuzianismus und Taoismus, die für die alte chinesische Malkunst charakteristisch sind.

Auf den ersten Blick erinnert Kenbos Malerei an westliche Kunstformen des Informel, Action Painting, Dripping. Doch in der Auseinandersetzung mit seinem Werdegang und seiner Vorgehensweise wird deutlich, dass seine Arbeiten andersgearteten künstlerischen, technischen und geistigen Quellen entspringen und folglich auch andersartige Prozesse zur Bildentstehung beitragen. Das Kalligrafische und Grafische in seiner Kunst ist weniger unbewusst und rein zufällig motiviert, sondern vielmehr durch alte chinesische Kunstpraktiken und Lehren sowie konkrete Sinneseindrücke und Naturempfindungen inspiriert.

Kennzeichnend ist der Aspekt des crossing border, der fast wörtlich zu nehmenden grenzüberschreitenden Kunst und Kultur; eine internationale Kunst mit eigenständigem Charakter und Qualität. Dabei ist die sinnliche Wahrnehmung, die Ästhetik, die Schönheit der Kunst offensichtlich, sie steht im Vordergrund, wobei nicht nur der Künstler sondern auch die Natur und der Zufall im Schaffungsprozess gestaltend eingreifen.

Kenbo / Liang Guojian malt oft mit schwarzer Tusche oder Farbe auf langen Papierbahnen eine linienstarke, vibrierende Grundstruktur, die mit gedämpften oder starken Farben in ein harmonisches Gesamtgefüge kumuliert. Seine abstrakten, kalligrafischen Arbeiten (in Groß- und Kleinformat) wirken poetisch, sind zurückhaltend und gleichzeitig – in wahrstem Sinne des Wortes – bildgewaltig, monumental, raumgreifend und ausdrucksvoll. Seine Kunst lässt die weiße Fläche des Papiers, des Bildträgers, die gleiche Bedeutung zukommen wie die der aufgetragenen Farbe. Erst in ihrer Synthese entsteht die Kunst – eine Komposition, eine Partitur aus Form und Farbe. Seine Kunst bietet einen geistigen Freiraum und steht trotz aller Dynamik und Kontraste in einem Gleichgewicht, es bewirkt eine innerliche Ruhe, Ausgewogenheit und Naturverbundenheit.“

Marco van Bel (Ausstellungskurator)

Orte:

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Museum Schlosspark 
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach

Museum Römerhalle
Hüffelsheimer Straße 11
55545 Bad Kreuznach

Öffnungszeiten:
Dienstag 10.00 bis 13.00 Uhr
Mittwoch bis Freitag 10.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr

Weiterer Terminhinweis:
Sonntag 20. August 2017, 11.00 Uhr
Museum Schloßpark
„Vom Haus im Wasser zum fürstlichen Schloss“ – Die Geschichte des Schlösschens im Bangert und seiner Familien
Führung mit Dieter Stöck
Treffpunkt: Museum Schlosspark, Dessauerstraße 49, Bad Kreuznach
Teilnehmerbeitrag: 7 €, erm. 5 €, inkl. Museumseintritt
Führung der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Erste lange Museumsnacht in Bad Kreuznach am 20. Mai 2017 war ein großer Erfolg

Museumsmeile der Museen im Rittergut Bangert. Mit der langen Museumsnacht hat Bad Kreuznach seine Kulturszene bereichert.Foto:. Diether v. Goddenthow
Museumsmeile der Museen im Rittergut Bangert. Mit der langen Museumsnacht hat Bad Kreuznach seine Kulturszene bereichert.Foto:. Diether v. Goddenthow

Premiere geglückt: Ein Fest für alle Sinne: Gucken, Hören, Fühlen, Reden, Freuen, Schlendern und Genießen – kurzum: Die erste Bad Kreuznacher lange Museumsnacht im Kulturviertel der Museen im Rittergut Bangert war für viele Erlebnis pur! Von der römischen Palastvilla (Römerhalle) über das Atelier Leske bis hin zum Puppentheatermuseum (PuK) mit dem Kunstraum Install der Stadt – der Museumsmeile des Abends – flanierte ein illustres Völkchen von zirka 19 Uhr bis Mitternacht entspannt zwischen den Angeboten hin und her. Dass das Schlosspark-Museum wegen verzögerter Renovierungsarbeiten in diesem Jahr noch nicht dabei sein konnte, fiel dabei kaum auf. Und Museumsleiter Marco van Bel fand das nicht wirklich tragisch: „Da konnten wir alle Mitarbeiter auf die Römerhalle konzentrieren. Und im nächsten Jahr haben wir für die lange Museumsnacht mit dem Schlossparkmuseum ein neues Highlight “

Um 19.00 Uhr begrüßte Silona, alias Petra Kiefer, in ihrer Rolle als Hausherrin der römischen Palastvilla, gemeinsam mit Museumsleiter Marco van Bel und der Nahe-Weinprinzessin Julia Peitz die ersten Gäste.

Silona-Führung, stilvoll in römischer Gewandung, erzählt die spannende Geschichte der Palastvilla von Bad Kreuznach sowie zum Thema des Abends über Wein.  Foto:. Diether v. Goddenthow
Silona-Führung, stilvoll in römischer Gewandung, erzählt die spannende Geschichte der Palastvilla von Bad Kreuznach sowie zum Thema des Abends über Wein. Foto:. Diether v. Goddenthow

Auf gut 1000 Quadratmetern zeigt die Bad Kreuznacher Römerhalle im rustikalen Ambiente Funde aus dem römischen Kreuznach und seiner Umgebung, inklusiv Exponate, die den Totenkult und die Jenseitsvorstellungen der romanisierten bzw. römischen Bevölkerungen dokumentieren, wie beispielsweise Sarkophage, Aschekisten, eine Jupitersäule, Viergöttersteine und diverse Weihealtäre. Highlights sind die architektonischen Reste einer hier zur Hälfte freigelegten römisch-mediterranen Luxusvilla des 2. Jahrhunderts nach Chr. mit 160 Räumen und über 5000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Die Bad Kreuznacher Palastvilla, im Modell zu sehen, ist eines der herausragenden Beispiele römischer Villenkunst nördlich der Alpen.

Unterhalb des Gladiatoren-Mosaiks, gibt es einen Blick ins Innere der Fußbodenheizung und einen Ausstellungsrundgang.Foto:. Diether v. Goddenthow
Unterhalb des Gladiatoren-Mosaiks, gibt es einen Blick ins Innere der Fußbodenheizung und einen Ausstellungsrundgang.Foto:. Diether v. Goddenthow

Aus dieser Villa stammen auch die beiden fast vollständig erhaltenen Mosaikböden aus dem 3. Jahrhundert. Das mit einer Fußbodenheizung ausgestattete 58 Quadratmeter Gladiatoren-Mosaik zeigt Tierkämpfe, Bestiarierkämpfe und Gladiatoren-Zweikämpfe. Das Oceanus-Cernunnos-Mosaik, welches aus dem zentralen Repräsentationsräumlichkeiten der ehemaligen Palastvilla stammt, und in dessen Mitte ein marmorverkleidetes Wasserbecken mit Marmorkrater installiert ist, zeigt, so eine Deutungsthese, Stationen aus Leben und Wirkungskreis seines Erbauers, einem höchstwahrscheinlich schwerreichen Händler.

Ansicht der Römerhalle. Foto:. Diether v. Goddenthow
Ansicht der Römerhalle. Foto:. Diether v. Goddenthow

Die Römerhalle ist eine wahre Schatzkammer, und wer nicht nur auf eigene Faust schauen wollte, konnte sich gegen 19.30 Uhr und 22.00 Uhr Silonas wunderbaren einstündigen Führungen durch die Römerhalle und illuminierten Außenanlagen anschließen.

Museumsdirektor Marco van Bel ist an diesem Abend überall fast gleichzeitig im Einsatz. Er freut sich über so viel positive Resonanz. Foto:. Diether v. Goddenthow
Museumsdirektor Marco van Bel ist an diesem Abend überall fast gleichzeitig im Einsatz. Er freut sich über so viel positive Resonanz. Foto:. Diether v. Goddenthow

Gegen 20.30 Uhr gab Marco van Bel eine kurze Einführung in die aktuelle Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt!“ von Viona Ielegems, die wegen des guten Zuspruchs bis zum 25.06.2017 verlängert wurde. „Die Verbindung zu dem Ort des Museums Römerhalle mit ihren großartigen römischen Fußbodenmosaiken und in diesem Fall speziell des Oceanusmosaiks mit den Gottheiten (des römischen Oceanus sowie des keltischen Cernunnos), war durch die (bereits beschriebene)Thematik der Fotoreihe gegeben“, so van Bel. Sie sollte aber „in meinen Augen durch neu zu entwickelnde Fotografien abgerundet und speziell mit den Bad Kreuznacher Mosaik vertieft, vervollständigt und verortet werden.“ so der Museumsdirektor.

Impression der Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt!“ von Viona Ielegems,jetzt bis zum 25.06.2017. Foto:. Diether v. Goddenthow
Impression der Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt!“ von Viona Ielegems,jetzt bis zum 25.06.2017. Foto:. Diether v. Goddenthow

Mit Viona Ielegems besonderer künstlerischen Sichtweise und Interpretation sei das wahrlich gelungen. „Die Ausarbeitung und Umsetzung der Oceanus-Cernunnos-Thematik in zwei neue, die Serie ergänzende Fotografien, schließt den Kreis und verbindet diesen Höhepunkt in der modernen Kunstfotografie mit dem kunsthistorisch weltweit bekannten, historischen Mosaik“, so van Bel.

Museumsdirektor Marco van Bel mit der Künstlerin Viona Ielegem bei der Eröffnung. Foto:. Diether v. Goddenthow
Museumsdirektor Marco van Bel mit der Künstlerin Viona Ielegem bei der Eröffnung. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der erste Teil der Ausstellung böte nur andeutungsweise einen Abriss der Menschheitsgeschichte an Hand einiger „mir wichtigen Punkte auf dem Gebiet der Kunstgeschichte – mit Schwerpunkt auf die Prähistorischen Kunstvorstellungen – sowie auf einige philosophische und kulturhistorische (religiöse) Betrachtungen“, so van Bell. Der zweite Schwerpunkt der Fotoausstellung bezieht sich auf das Oceanus-Cernunnos-Mosaik und die griechisch-römische sowie keltischen Aspekte beziehungsweise Götterwelt, und der dritte Teil bilden die im Museum Römerhalle ausgestellten Kunstfotografien.

Nahe-Weinprinzessin Jula Peitz informiert über Wein, seine (römische) Geschichte und den Anbau von heute. Foto:. Diether v. Goddenthow
Nahe-Weinprinzessin Jula Peitz informiert über Wein, seine (römische) Geschichte und den Anbau von heute. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der Sektempfang anlässlich der Ausstellungsverlängerung leitete geschickt über zur kleinen Weinkunde der Weinprinzessin Julia Peitz. Prinzessin Julia informierte fachkundig über römische Geschichte des Weins und beantwortete Fragen zur aktuellen Herstellung des besonders für seine Säurearmut beliebten Nahe-Tröpfchens. Dass dieser an diesem Abend nicht ausging, dafür sorgte das Weingut Karl Schmidt aus Bretzenheim, dessen Weinstand im Zentrum der Römerhalle immer gut belagert war.

Immer was los bei Frank Leske. Foto:. Diether v. Goddenthow
Immer was los bei Frank Leske. Foto:. Diether v. Goddenthow

Gute Stimmung und bisweilen großer Andrang herrschte bis zum späten Abend auch im offenen Atelier von Frank Leske, welches auf dem Weg zwischen Römerhalle und PuK gelegen ist. Dabei fand neben den Holz-Skulpturen und Installationen des Künstlers auch die Ausstellung über Susanne Seitz viel Beachtung.

Ständig belagert war das Cateringzelt des Fördervereins für das Puppentheatermuseum. Foto:. Diether v. Goddenthow
Ständig belagert war das Cateringzelt des Fördervereins für das Puppentheatermuseum. Foto:. Diether v. Goddenthow

Vor dem PuK verkaufte der Förderverein für das Puppentheatermuseum Getränke, Drinks und rheinhessische Taps in einem eigens aufgebauten Cateringzelt. Sitzbänke luden hier zum Verweilen ein.

 

rechts geht es zum PuK und Install.Foto:. Diether v. Goddenthow
rechts geht es zum PuK und Install.Foto:. Diether v. Goddenthow

Zweiter großer Publikumsmagnet war das Puppentheatermuseum (PuK) auf zwei Etagen. Im Foyer, zugleich auch der Zugang zum Install, dem Kunstraum der Stadt Bad Kreuznach, hatte der PuK-Förderverein die Tombola zugunsten des PuK aufgebaut. Die Lose fanden guten Absatz.

Karin Hans im Install kurz bevor sie mit ihrer Klang-Performance beginnt. Foto:. Diether v. Goddenthow
Karin Hans im Install kurz bevor sie mit ihrer Klang-Performance beginnt. Foto:. Diether v. Goddenthow

Begonnen hatte den Veranstaltungsreigen gegen 19.30 Uhr Karin Hans von der Künstlergruppe Nahe im Install mit ihrer Performance „für alle Sinne“. Unter dem Leitgedanken der vorausgegangenen Projekte „Reformation hier und jetzt – mir geht ein Licht auf“ ging es ihr darum, im übertragenen Sinn „Licht hörbar“ werden zu lassen. Dazu erhob und senkte sie ihre Stimme in wechselnde hohe, weiche oder harte Tonlagen, mitunter leicht archaisch anmutend, unterlegt durch ein Monochord, welches mit darüber streichen auf 26 Saiten gleiche Töne erzeugt.

Zum Picknick der Künstler Gruppe Nahe im Install hatte jeder etwas anderes dazu gesteuert. Foto:. Diether v. Goddenthow
Zum Picknick der Künstler Gruppe Nahe im Install hatte jeder etwas anderes dazu gesteuert. Foto:. Diether v. Goddenthow

Im Anschluss veranstaltete die Künstler-Gruppe Nahe, angeregt von ihrer engagierten Vorsitzenden Maria Kauffmann, ein kleines Picknick am langen Tisch, zu dem jeder andere Köstlichkeiten beigesteuert hatte.

 

 

Mehr Puppentheater-Interessierte als eingelassen werden konnten, fanden sich gegen 20.30 zum „Kleinen Konzert mit großen Marionetten“ von Museumsleiter Markus Dorner im PuK-Theatersaal ein. Fasziniert lauschten sie dem Milchmann Tewje und Papageno oder der leicht italienisch abgewandelten Variante von „Kommt ein Vogel geflogen“ und vielen anderen Ohrwürmern.
Den ganzen Abend über stand der große Ausstellungsraum des PuK jedem offen, der mehr über Marionetten- und Puppentheaterkultur erfahren wollte.

Bis auf den letzten Platz war der Theatersaal des Puk belegt, als Museumsleiter Markus Dorner (ganz rechts) das „Kleine Konzert mit großen Marionetten“ mit Leben erfüllt. Foto:. Diether v. Goddenthow
Bis auf den letzten Platz war der Theatersaal des Puk belegt, als Museumsleiter Markus Dorner (ganz rechts) das „Kleine Konzert mit großen Marionetten“ mit Leben erfüllt. Foto:. Diether v. Goddenthow

Ein weiterer Höhepunkt folgte – wegen Verkehrsproblemen etwas verspätet – gegen 22.00 Uhr mit „Vokal – Pop und Ohrwurmmelodien“ der A capella Formation „So! … und nicht anders“ aus Mainz im Ausstellungsraum. Das tat aber der Begeisterung keinen Abbruch: Im Gegenteil: So kamen die Besucher zusätzlich in den Genuss interessanter Erläuterungen zur sehenswerten Sonderausstellung „500 – Luther trifft Karagöz“, mit dem Museumsleiter Markus Dorner gekonnt und spannend die Zeit bis zum Eintreffen der Gesangskünstler überbrückte.

Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst

Römerhalle Bad Kreuznach: Sonderausstellung „Kult- und Götterwelt der Menschen“ ab 9.April – verlängert bis 25.06.2017

Römerhalle Bad Kreuznach.  Foto: Diether v. Goddenthow
Römerhalle Bad Kreuznach.
Foto: Diether v. Goddenthow

 

Verlängert bis 25.06.2017 – Am 20.Mai 2017 Sektempfang und Einführung anlässlich der ersten langen Nacht der Museen!

Die Fotoausstellung Kult Götterwelt und Menschenwelt wird bis 25. Juni 2017 verlängert. Am 20. Mai lädt Museumsdirektor Marco van Bel im Rahmen der ersten langen Nacht der Bad Kreuznacher Museen anlässlich der Ausstellungsverlängerung gegen 20.30 Uhr zu einem Gläschen Sekt. Zuvor führt der Museumsleiter kurz in die Ausstellung der belgischen Fotografin Viona Ielegems ein.

Vernissage Sonntag, 09. April bis 21. Mai 2017
Museum Römerhalle
Sonderausstellung
„Kult! Götterwelt – Menschenwelt“

Seit Urzeiten sucht der Mensch in seinem Dasein eine Erklärung für das Undenkbare. Er versucht die Natur und ihre Erscheinungen sowie das Leben zu erklären. Der prähistorische Mensch, aber auch die Naturvölker sowie später die Griechen und Römer schufen hierfür ihre Götterwelt, ihre Kulte und Rituale.
Als Personifizierung natürlicher oder göttlicher Kräfte gebrauchte der Mensch z.B. Masken, Verkleidungen und Symbole. Unter anderen der Schamane mit seiner Hirschgeweihmaske oder die als Bisonmensch bekannt Figur in prähistorischen Höhlenzeichnungen.
In unserem einzigartigen Oceanus-Cernnunos-Mosaik aus der Mitte des 3.Jh. n.Chr. werden die Gewalten des Meeres als griechisch-römischer Meeresgott dargestellt. Die echten und fantastischen Wasserlebewesen sowie Handelsszenen zeigen ebenfalls die Fruchtbarkeit und Vielfalt des Meeres.
Cernunnos, dem keltischen Gott der Fruchtbarkeit als auch Begleiter auf der Jenseitsreise, ist durch sein Attribut eines Hirschgeweihes, das in diesem Fall dem Haupt des Oceanus – anstelle dieser Gottheit eindeutig zugeordneten Korallenästen oder Hummerscheren – entspringt, und mit dem Torque, einem Halsreif in Form einer Schlange, präsent.

Foto: Viona Lelegems
Foto: Viona Lelegems

In einer besonderen Fotoreihe der belgischen Fotografin Viona Ielegems erfolgt eine künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Gerade der visuelle und inhaltliche Kontrast zwischen dem feinen, fast zerbrechlich wirkendem Frauenkörper und den markanten Masken mit Hörner und anderen Attributen, die eher dem Schamanen oder den fast immer männlichen Kultusausübenden zugerechnet werden können, evozieren die Schöpfung und diese mystische Welt – eine Reise in die inneren Tiefen und Spiritualität des Menschen.
Die Fotografin hat in zwei außergewöhnlichen Auftragsarbeiten das Thema unseres Oceanus-Cernnunos-Mosaiks in eine moderne Formsprache umgesetzt.
Marco van Bel, Kurator und Museumsleiter

 

Samstag, 20. Mai 2017, 19.00 – 23.00 Uhr
Museum Römerhalle
Nacht der Museen im KulturViertel Bad Kreuznach
Präsentation der Sonderausstellung
„Kult! Götterwelt – Menschenwelt“
– zeigt in faszinierenden, schwarzgründigen, großformatigen Fotos eine mystische Bilderwelt. Seien Sie gespannt auf die Verbindung zu dem Oceanus-Mosaik des Museums Römerhalle.
Führungen mit „Silona“ der Hausherrin der römischen Palastvilla geben einen Eindruck in das luxuriöse Leben in römischer Zeit.

Sonntag, 21. Mai 2017 – Internationaler Museumstag 2017
Museen im KulturViertel der Stadt Bad Kreuznach geschlossen

Sonntag, 28. Mai 2017, 11.00 Uhr
Museum Römerhalle
Führung durch die Römerhalle mit Dieter Stöck
Dort, wo vor 1800 Jahren die imposante Villa eines wohlhabenden Römers stand, wird die Römerzeit an der Nahe lebendig.
Treffpunkt: Römerhalle, Hüffelsheimer Straße 11, Bad Kreuznach
Teilnehmerbeitrag: 7 €, erm. 5 €, inkl. Museumseintritt
Führung der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Römerhalle Bad Kreuznach

© massow-picture
© massow-picture

Die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Scheune des ehemaligen Gutes bietet auf rund 1.000 m2 Ausstellungsfläche einen Überblick über die römische Epoche in Stadt und Kreis.
Hauptattraktion sind die beiden aus der Mitte des 3. Jahrhunderts stammenden Mosaikböden, die in der benachbarten römischen Villa gefunden wurden.

© massow-picture
© massow-picture

Im rustikalen Ambiente der Römerhalle werden die Funde aus dem römischen Kreuznach und seiner Umgebung präsentiert. Der Totenkult und die Jenseitsvorstellungen der romanisierten bzw. römischen Bevölkerung sind anhand verschiedener Exponate dokumentiert. Neben Sarkophagen und Aschenkisten gehören dazu u. a. die Jupitersäule, Viergöttersteine und verschiedene Weihealtäre.

Ein Teil dieser Steindenkmäler stammt aus dem spätantiken Kastell von Bad Kreuznach, wo sie in Zweitverwendung zur Fundamentierung der Kastellmauern benutzt wurden.

Aufsteller: Paare Römer, Kelten und Franken mit Fotomöglichkeiten für  Kinder, um sich als Römer, Kelte oder Franke fotografieren zu lassen.  © Gestaltung Heike v. Goddenthow , wissenschaftlich archäologische Zeichnerin.
Aufsteller: Paare Römer, Kelten und Franken mit Fotomöglichkeiten für Kinder, um sich als Römer, Kelte oder Franke fotografieren zu lassen. © Gestaltung Heike v. Goddenthow , wissenschaftlich archäologische Zeichnerin.

Unmittelbar neben der Römerhalle liegen die begehbaren und damit heute noch in ihrer Dimension erfahrbaren Architekturreste einer römischen Luxusvilla des 2. Jahrhunderts nach Chr., die ein herausragendes Beispiel römischer Villenbaukunst nördlich der Alpen ist. Unter den Exponaten aus dieser Villa kommt den beiden fast vollständig erhaltenen Mosaikböden, die in das 3. Jahrhundert nach Chr. datieren, ein besonderer Stellenwert zu. Das ca. 58 m² große Gladiatorenmosaik war beheizbar – die unter dem Mosaik liegende antike Fußbodenheizung zeigt eindrucksvoll die Konstruktion dieser Anlage.