Kategorie-Archiv: Buchkultur

10 Jahre „Lesesommer Rheinland-Pfalz“ – die erfolgreichste Leseförderaktion des Landes feiert Jubiläum!

buchkultur-2180 Bibliotheken im ganzen Land stellen für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren während der Sommerferien exklusiv Bücher für die Lesesommer-Mitglieder bereit und bieten rund ums Lesen zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen.
Wer beim Lesesommer mitmacht, kann neben der Buchbewertung in der Bibliothek auch online unter www.lesesommer.de einen Buchtipp abgeben. Wer in den Sommerferien mindestens drei Bücher liest, erhält eine Urkunde.
Im Lesesommer-Jubiläumsjahr werden unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zehn Hauptpreise sowie weitere 30 Buchgutscheine verlost.

24. Mainzer Minipressen-Messe in der Rheingoldhalle Vom 29. Juni bis 2. Juli 2017

minipressenmesse17Mainz. Zum Mekka der Kleinverleger, Buchkünstler und Autoren verwandelt sich die Gutenberg-Stadt Mainz, wenn am 29. Juni 2017 in der Rheingoldhalle die „24. Mainzer Minipressen-Messe“ eröffnet wird. Auf der Internationalen Buchmesse der Kleinverlage und Handpressen, die vom Gutenberg-Museum alle zwei Jahre organisiert wird, zeigen 260 Aussteller die neuesten Ideen und Trends zum Thema Drucken und Verlegen von Literatur und Kunst. Während der Messetage vom 29. Juni bis 2. Juli gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Poetry Slam, Lesungen, Workshops, Performances, Seminaren und Ausstellungen. Die Veranstalter rechnen auch in diesem Jahr wieder mit rund 10.000 Besuchern.
Informationen zur Messe auf www.minipresse.de

Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017

Margaret Atwood © Jean Malek
Margaret Atwood © Jean Malek

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises gewählt. Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Eröffnung der Buchtage Berlin 2017 bekannt. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 15. Oktober 2017, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeigt in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen. Als eine der bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit stellt sie die sich wandelnden Denk- und Verhaltensweisen ins Zentrum ihres Schaffens und lotet sie in ihren utopischen wie dystopischen Werken furchtlos aus. Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachtet, zeigt sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann. Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz prägen die Haltung Margaret Atwoods, die mit wachem Bewusstsein und tiefer Menschenkenntnis auf die Welt blickt und ihre Analysen und Sorgen für uns so sprachgewaltig wie literarisch eindringlich formuliert. Durch sie erfahren wir, wer wir sind, wo wir stehen und was wir uns und einem friedlichen Zusammenleben schuldig sind.“

Margaret Atwood, geboren am 18. November 1939 im kanadischen Ottawa, gilt als wichtigste und erfolgreichste Autorin Kanadas. Ihr Werk, bestehend aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern ist mittlerweile in mehr als 30 Sprachen erschienen. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Graeme Gibson, in Toronto.

Margaret Atwood studierte von 1957 bis 1962 in Toronto und Cambridge/Massachusetts Englisch und Literatur. Ab 1964 war sie als Literaturwissenschaftlerin an verschiedenen Universitäten tätig. Erste Gedichte (wie „The Circle Game“) publiziert sie bereits Anfang der 1960er Jahre im „Selbstdruckverfahren“. Mit der Veröffentlichung ihres ersten literaturkritischen Werks „Survival: A Thematic Guide to Canadian Literature“ (1972) und ihrer ersten beiden Romane „Die essbare Frau“ (1969; dt. 1985) und „Der lange Traum“ (1972; dt. 1979) erlangte sie national wie auch international erste größere Bekanntheit.

In ihren literarischen und essayistischen Werken setzt sich Atwood intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinander. In ihrem 1985 (dt. 1987) erschienenen utopischen Roman „Der Report der Magd“ beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden. In ihrer Endzeit-Trilogie „Oryx und Crake“ (2003), „Das Jahr der Flut“ (2009) und „Die Geschichte von Zeb“ (2013, dt. 2014) entwirft sie eine postapokalyptische Welt, durch die sie die ökologischen Auswirkungen und gefährliche Strömungen in der Gesellschaft ins Auge nimmt. Ihr Essay „Payback. Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands“ (2008) thematisiert die Voraussetzungen und Folgen der weltweiten Finanzkrise. Auch über ihr künstlerisches Schaffen hinaus engagiert sich Atwood politisch und gesellschaftlich, etwa als Umweltaktivistin. Gemeinsam mit Salman Rushdie führt sie seit Mai 2017 eine Kampagne des PEN International an, die verfolgten und von Zensur bedrohten Menschen Unterstützung und größere Aufmerksamkeit geben will.

Margaret Atwood wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Booker Prize for Fiction (2000), dem Nelly Sachs-Preis (2009), dem Canadian Booksellers‘ Lifetime Achievement Award (2012) und dem PEN Printer Prize (2016). Zuletzt erschien ihr Roman „Hexenjagd“ (2016, dt. 2017). Ende 2017 wird der Essayband „Aus Neugier und Leidenschaft“ veröffentlicht, in dem der schriftstellerische Kosmos von Margaret Atwood mit Rezensionen, Reisebereichten, Schriften zu ökologischen Themen und Erzählungen vorgestellt wird.

Verleihung des V.O.Stomps-Preises an Kleinverlage am 29. Juni 2017 – Vorabend der Minipressenmessen-Eröffnung

Stomps-Preisverleihung 2015. Stomps-Preis an vl.: Annette Köhn, (Kulturdezernentin Marianne Grosse Grußwortrednerin), Bettina Haller, Birgit Reichert, Andrea Lange Foto: Diether v. Goddenthow
Stomps-Preisverleihung 2015. Stomps-Preis an vl.: Annette Köhn, (Kulturdezernentin Marianne Grosse Grußwortrednerin),
Bettina Haller, Birgit Reichert, Andrea Lange Foto: Diether v. Goddenthow

Kontinuität als Merkmal
Verleihung des V.O.Stomps-Preises an Kleinverlage am 29. Juni 2017

Mainz. „Meine Bücher sind wie eine Frucht; an den Kern, die Literatur, ist oft schwer heranzukommen. Umso wichtiger sind eine schöne Schale und ein gutes Fruchtfleisch”, sagt Svato Zapletal. Der Hamburger Verleger erhält am 29. Juni 2017 den mit 3.500 Euro dotierten V.O.Stomps-Preis. Um die Arbeit von Kleinverlagen zu würdigen, vergibt die Stadt Mainz seit 1979 den V.O. Stomps-Preis, benannt nach dem legendären Gründer der Eremitenpresse Victor Otto Stomps (1897 – 1970). Zusätzlich gibt es seit 2009 einen V.O. Stomps-Förderpreis. Dieser ist mit 1.500 Euro dotiert und wird den beiden Betreibern des Berliner Kollektiv Tod-Verlages, Gisa Schraml und Frédéric Guille, zuerkannt.

Der 20. V.O. Stomps-Preis wird am Donnerstag, 29. Juni 2017, um 20 Uhr im Gutenberg-Museum von Kulturdezernentin Marianne Grosse überreicht. Die Preisvergabe findet im Rahmen der 24. Minipressen-Messe statt, die vom Gutenberg-Museum organsiert wird und vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 in der Rheingoldhalle stattfindet. Mit dem V.O. Stomps-Preis werden Qualität und persönliches Engagement im Bereich der Kleinverlagsszene honoriert. Diese Auszeichnung gilt nicht dem wirtschaftlichen Erfolg, sondern hervorragenden Leistungen, die unter den schwierigen Bedingungen für Kleinverleger besonderes Talent und Einfallsreichtum erkennen lassen.

Svato Zapletal veröffentlicht seit 40 Jahren Bücher von bedeutenden Autoren wie Franz Kafka, Kurt Tucholsky, Daniil Charms, Doris Dörrie und Hans Magnus Enzensberger. 2001 wurden seine Bücher im Gutenberg-Museum ausgestellt. Die Jury zeichnet mit dem 20. V.O. Stomps-Preis einen Verleger aus, der mit seinem buchkünstlerischen Werk eine beachtliche Kontinuität aufweist: Zur diesjährigen 24. Minipressen-Messe wird er sein 71. Buch vorlegen. Grafik, Gestaltung, Illustrationen stammen bei allen Büchern vom Verleger. Die Bücher und Drucke werden im Handsatz und in guter handwerklicher Qualität hergestellt, auf einer Andruckpresse gedruckt und zu erschwinglichen Preisen angeboten.

Der Kollektiv Tod Verlag, der den Förderpreis erhält, ist ein Kollektiv von Druckern, die hauptsächlich in Siebdruck und Holzdruck arbeiten. Seit etwa acht Jahren ist Kollektiv Tod mit seinen handgefertigten Kunstdruckbüchern regelmäßig auf Buchmessen von Paris bis Barcelona anzutreffen. Darüber hinaus gibt es immer wieder kleinere Ausstellungen und Street-Art-Projekte zu sehen. Die erste vom Kollektiv Tod produzierte Arbeit, der Friedrichshainer Totentanz, beschäftigte sich mit den langsam aussterbenden kollektiven Strukturen in der Berliner Hausbesetzerszene.

logominipresse-450Info: Auf der Internationalen Buchmesse der Kleinverlage und Handpressen zeigen 260 Aussteller die neuesten Ideen und Trends zum Thema Drucken und Verlegen von Literatur und Kunst. Während der Messetage gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm aus Poetry Slam, Lesungen, Workshops, Performances, Seminaren und Ausstellungen. Die Veranstalter rechnen auch in diesem Jahr wieder mit rund 10.000 Besuchern.
Informationen zur Messe auf www.minipresse.de

Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu 3. Juni bis 15. Oktober 2017

Die Ausstellung Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu führt in das Werk dieses außergewöhnlichen Erzählers ein und erweitert die Leseerfahrung der Irritation, des Labyrinthischen und Surrealen in den (Museums-)Raum hinein. Vom 3. Juni bis zum 15. Oktober 2017 baut die Architektur von Kartografie der Träume den Besucherinnen und Besuchern eine Brücke zu Mathieus Comic-Kosmos. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die Ausstellung Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu führt in das Werk dieses außergewöhnlichen Erzählers ein und erweitert die Leseerfahrung der Irritation, des Labyrinthischen und Surrealen in den (Museums-)Raum hinein. Vom 3. Juni bis zum 15. Oktober 2017 baut die Architektur von Kartografie der Träume den Besucherinnen und Besuchern eine Brücke zu Mathieus Comic-Kosmos. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Sein Zeichenstil ist unverkennbar: die schwarze, klare Linie, die er unendlich zu fächern und zu konstruieren versteht, das kunstvolle Spiel der Schatten in den Grenzbereichen zwischen Realität und Imagination. Der Franzose Marc-Antoine Mathieu gilt als einer der innovativsten Comic-Schöpfer der Gegenwart. Seit 30 Jahren veröffentlicht er Alben, mit denen er die Regeln und Codes des Genres bricht und ändert. Mit präzisen Zeichnungen und tiefgründigem Sprachwitz bieten sie den Leserinnen und Lesern ungewohnte Perspektiven an und lenken den Blick auf die Rätselhaftigkeit der Dinge.

Die Ausstellung Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc Antoine Mathieu führt in das Werk dieses außergewöhnlichen Erzählers ein und erweitert die Leseerfahr ung der Irritation, des Labyrinthischen und Surrealen in den (Museums-)Raum hinein. Vom 3. Juni bis zum 15. Oktober 2017 baut die Architektur von Kartografie der Träume den Besucherinnen und Besuchern eine Brücke zu Mathieus einzigartigem Comic-Kosmos. Mit raumgreifenden Installationen und Adaptionen von Motiven des

Ausstellungsimpression Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu, vom 3. Juni bis 15. Oktober 2017 im Museum angewandte Kunst Frankfurt a. Main, Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ausstellungsimpression Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu, vom 3. Juni bis 15. Oktober 2017 im Museum angewandte Kunst Frankfurt a. Main,
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Durch- und Übergangs schließt sie an die verschachtelten, selbst- und metareflexiven Erzählstrukturen an und schafft einen sinnlichen Erfahrungsraum, der die erzählerische Qualität und Imaginationskraft von Mathieus ComicWerk intensiv erlebbar macht. Eine Auswahl von mehr als 50 Originalzeichnungen bildet einen Querschnitt aus den Alben, die Mathieu als Zeichner, Texter und Szenarist seit Beginn der 1990er Jahre gestaltet hat. Daneben präsentiert die Ausstellung unveröffentlichte Sequenzen aus seiner aktuellen Produktion sowie Bronzeplastiken und Animationsfilme, die alternative Zugänge zum Werk des Autors ermöglichen und seine erzählerische Palette vertiefen.

Mathieus Comic-Protagonisten sind Forschungsreisende in einer kargen, imaginären Welt, stoisch folgen sie ihrem Weg durch veränderliche Topographien. Übervölkerte, vermauerte oder aufbrechende Stadträume, leere, endlose Landschaften, Schluchten, Schleifen und Wirbel bieten keinen Halt oder Sicherheit, sie verändern sich unentwegt und (alp)traumartig.

Marc Antoine Mathieu Ombre Vide (dt. Leerer Schatten), 2014, Bronze. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Marc Antoine Mathieu Ombre Vide (dt. Leerer Schatten), 2014, Bronze. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Dabei kombiniert Mathieu Sprache, Bild und Handlung auf spielerische Weise immer wieder neu und hinterfragt ihre Funktionsweisen für unser Bewusstsein. Alles kann bei ihm zum Material der Erzählung werden: Die vier Komplementärfarben, die durch ihr plötzliches Auftauchen die Weltsicht des Helden erschüttern. Der Fluchtpunkt, der, einmal verloren, den Protagonisten auf die Suche nach der Perspektive schickt. Oder die in ihrer Reihenfolge vertauschten, herausgerissenen oder gänzlich fehlenden Seiten, die dem Helden wie den Lesenden Rätsel aufgeben. Mathieu bezieht die Rezipienten seiner Arbeiten stets mit ein, lässt sie etwa zu einer 3-D Brille greifen, um zusammen mit den Figuren in die dritte Dimension zu reisen. Oder er verschränkt Erzählung und Realität unvermittelt ineinander, beispielsweise wenn die Exkursion des Protagonisten Julius Corentin Acquefacque in die Welt seines Zeichners über eine aus dem Album geschnittene und sich beim Um schlagen der Seite in den realen Raum drehende Spirale führt.

Die Ausstellung entsteht in Koproduktion mit Frankfurt auf Französisch – Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017

 

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiges Lesebuch, herausgegeben von David Beikirch und Matthias Wagner K. (Christian A. Bachmann Verlag 2017, ISBN 978-3-941030-91-6, Preis 10 Euro).

Börsenverein des Deutschen Buchhandels warnt vor einer Abschaffung der Vergütung für digitale wissenschaftliche Werke und Lehrbücher

buchkultur-2Börsenverein: „Unsere Wissensgesellschaft braucht keine Lehrbücher zum Nulltarif, sondern einen freien Markt für hochwertige Medien“

Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz will Lizenzierung für digitale Nutzung von Lehrbüchern und anderen Werken in Forschung und Lehre abschaffen / Freier Markt wird damit außer Kraft gesetzt / Anhörung im Bundestag am 29. Mai

Das geplante Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz wird den freien Markt für Bildungs- und Wissenschaftsmedien außer Kraft setzen – die Folge wird ein drastischer Rückgang hochwertiger und vielfältiger Lehrmaterialien sein. Davor warnt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels im Vorfeld der öffentlichen Anhörung zum Gesetzentwurf vor dem Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages am 29. Mai 2017.

„Wenn das Gesetz wie geplant verabschiedet wird, erhalten Verlage und Autoren keine nennenswerten Erlöse mehr für die Nutzung ihrer Werke in Forschung, Unterricht und Lehre. Das wäre ein kapitaler Fehler: Unsere Wissensgesellschaft braucht keine Lehrbücher zum Nulltarif, sondern einen freien Markt für hochwertige Medien. Nur Lizenzeinnahmen gewährleisten eine faire, angemessene Vergütung für Autoren und Verlage und damit private Investitionen in ein breitgefächertes und hochwertiges Angebot an wissenschaftlicher Literatur“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Durch das Gesetz werde die Qualität von Bildung und damit die Basis des Bildungs- und Wissenschaftsstandorts Deutschland Schaden nehmen, so Skipis: „Verlagen werden die Mittel fehlen, in neue Publikationen und attraktive Modelle für die Zugänglichmachung von Werken zu investieren. Autoren haben keinen Anreiz mehr, ihr Wissen für den Nachwuchs aufzubereiten und Lehrbücher zu verfassen. Gut funktionierende privatwirtschaftlich finanzierte Publikationsstrukturen werden zerstört, sodass am Ende der Staat die Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke organisieren und mit Steuergeld bezahlen muss. Das kann niemand wollen.“

Lizenzmodelle werden in großen Teilen der Welt praktiziert

Der Wegfall der Lizenzierungsmöglichkeit ist das Kernproblem des Gesetzentwurfs aus Sicht der Verlage: Dafür, dass Schüler, Studierende, Lehrende und Forschende große Teile von Lehrbüchern oder ganze Zeitschriftenartikel kostenlos vervielfältigen, herunterladen und ausdrucken können, sollen Bibliotheken und Bildungseinrichtungen keine Lizenzverträge mehr mit Verlagen abschließen müssen. Stattdessen würden Verlage und Autoren nur noch eine minimale Pauschalvergütung erhalten.

Der Börsenverein plädiert für ein Verfahren, das heute bereits erfolgreich praktiziert wird – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, Australien oder Asien: Verlage unterbreiten Bibliotheken und Universitäten Lizenzangebote für die Nutzung ihrer Werke. Für einen bestimmten Preis pro Seite und Nutzer können Bildungseinrichtungen und Bibliotheken dann Auszüge aus Lehrbüchern, Zeitschriften und anderen Medien digital beziehen und Studierenden, Lehrenden und Forschenden zur Verfügung stellen. Dafür haben Verlage praktikable und gut funktionierende Lizenzierungsplattformen wie beispielsweise www.digitaler-semesterapparat.de entwickelt, die eine rechtssichere und optimale Werknutzung ermöglichen. Wenn kein angemessenes Lizenzangebot von Seiten des Verlages vorliegt, können Bibliotheken oder Universitäten Auszüge aus Werken auf Basis der gesetzlichen Schranken nutzen. Diese Nutzungen werden dann über die Verwertungsgesellschaften abgegolten.

Deutscher PEN unterstützt die Initiative „Weiter Schreiben“

Das PEN-Zentrum Deutschland unterstützt die Initiative „Weiter Schreiben“, ein literarisches Portal, auf dem Autoren aus Krisengebieten mit deutschsprachigen Kollegen literarische Texte und Übersetzungen erarbeiten, um den künstlerischen Austausch zu fördern und neue, gemeinsame Perspektiven zu schaffen. „Wie wichtig es ist, den Kolleginnen und Kollegen, die Zuflucht in Deutschland suchen, zu einer Stimme und zur Wahrnehmung ihrer Stimme in der Öffentlichkeit zu verhelfen, wissen wir aus den vielfältigen Erfahrungen und Begegnungen mit verfolgten Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt im Writers-in-Exile Programm des PEN. Und was wir auch daraus gelernt haben, ist, dass wir durch diese Begegnungen selbst reich beschenkt werden“, so PEN-Präsidentin Regula Venske.

Für die Literaten ist der Schreibprozess durch die politische Situation in ihren Herkunftsländern unterbrochen. Der Zugang zum Literatur- und Medienbetrieb ist verstellt, das Publizieren fast unmöglich. Oft kommt eine akute Bedrohungssituation hinzu. Exil bedeutet „Entbehrung, Unsicherheit und abgrundtiefe Verzweiflung“, so die türkische Schriftstellerin und Soziologin Pinar Selek, die von 2009 bis 2011 Stipendiatin im Writers-in-Exile Programm des deutschen PEN war.

Auf www.weiterschreiben.jetzt werden literarische Texte der Autoren in der Originalsprache sowie in deutscher Übersetzung veröffentlicht und durch Fotografen und Künstler, die ebenfalls aus Krisengebieten stammen, illustriert. Zum Auftakt von „Weiter Schreiben“ findet am 18. Mai 2017 eine Lesung mit syrischen Autoren in der deutsch-arabischen Bibliothek Baynetna in Berlin statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter http://bit.ly/2pFlofx.

PEN-Zentrum Deutschland e.V.
Kasinostr. 3
64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Fax.: 06151 / 293414
E-Mail: info@pen-deutschland.de

Frankfurter Lyriktage vom 22. Juni bis 1. Juli 2017

5.lyriktageIm Jahr ihrer fünften Auflage werden die Frankfurter Lyriktage vom 22. Juni bis 1. Juli 2017 internationaler und dehnen sich weiter in die Region aus Vom 22. Juni bis 1. Juli 2017 versammeln die Frankfurter Lyriktage erneut bedeutende Stimmen der deutschsprachigen und internationalen Gegenwartslyrik in der Mainmetropole.
Auch in ihrer fünften Auflage geben die gewohnt hochkarätig besetzten Lesungen und Gespräche einen Überblick über die Vielfalt und Vielschichtigkeit der Lyrik-Szene von heute. Mit 36 Veranstaltungen und annähernd 100 Beteiligten an unterschiedlichen Orten ist das Festival noch einmal deutlich gewachsen.

Seit 2006 finden in Frankfurt die städtischen Literaturfestivals literaTurm und Frankfurter Lyriktage immer abwechselnd im Frühsommer statt. In diesem Jahr bietet die fünfte Auflage der Frankfurter Lyriktage 36 Veranstaltungen zur Gegenwartslyrik an verschiedenen Orten in Frankfurt und Umgebung. Eingebunden sind die etablierten Institutionen wie das Literaturhaus, die Romanfabrik und das Hessische Literaturforum, aber auch subkulturelle Orte und Initiativen gehören wieder dazu. Erneut können durch die Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain auch Lesungen in der Region angeboten werden. Neben Bad Soden, Darmstadt, Eppstein, Hochheim, Königstein, Kronberg, Oberursel und Wiesbaden sind in diesem Jahr auch die Städte Offenbach und Bad Vilbel mit von der Partie. Erstmals wird das Festival von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gefördert, wodurch es vier zusätzliche Veranstaltungen in Bensheim, Oestrich-Winkel, Seeheim-Jugenheim und Seligenstadt geben wird.

Die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Dr. Ina Hartwig, sieht in den Frankfurter Lyriktagen ein bundesweit wichtiges Forum der Gegenwartslyrik: „Die Frankfurter Lyriktage mit ihrem interessanten und vielfältigen Programm machen deutlich, dass das Gedicht durchaus ein großes Festival füllen kann. Die Poesie ist gegenwärtig, avanciert in den Formen und stark darin, für all das, was sich unseren Alltagsbegriffen entzieht, Bilder und Worte zu finden.
Die Lyrik von heute in all ihren Facetten zu entdecken, dazu bietet dieses städtische Literaturfestival Gelegenheit.“

Primat bei der Programmarbeit war es, die wichtigsten Positionen in der Gegenwartslyrik zusammenzubringen. Das gibt dem Festival den Charakter einer performativen Anthologie, die sich sowohl literarischer Qualität als auch dem Experiment verpflichtet fühlt. „Wir alle, die an dem Festival mitwirken, verstehen uns als Lobbyisten der Lyrik. Sie ist keine Randerscheinung, sondern ein Kulminationspunkt der Literatur, an dem Sprache auf die Höhe ihrer Möglichkeiten getrieben wird. Dass sie sich allen Eindeutigkeiten entzieht, bedeutet nicht, dass sie sich der Realität verschließt. Diesen Zwischenraum zu erkunden, ist ein wesentliches Anliegen der Frankfurter Lyriktage“, so die Festival- und Programmleiterin Dr. Sonja Vandenrath.

Auch in diesem Jahr beginnt das zehntägige Programm mit einem Highlight: Auf Initiative der Frankfurter Lyriktage konzipierte Jan Wagner gemeinsam mit der Komponistin Carola Bauckholt ein Lesungskonzert, für das sie Bauckholts Kompositionen mit Wagners Gedichten kombinierten. Den musikalischen Part dieser Uraufführung übernimmt das Ensemble Modern. Musikalisch-literarische Crossover-Veranstaltungen bilden einen wiederkehrenden Schwerpunkt im Programm und zeigen, auf welch spannungsreiche Weise Musik und Lyrik interferieren. Mit einem weiteren Höhepunkt feiern die Frankfurter Lyriktage Bergfest: Am 26. Juni wird Jan Wagners erstes Hörspiel live auf die Bühne des Gallus Theaters gebracht – und damit vor der Premiere im Deutschlandfunk in Frankfurt uraufgeführt. Während das Lyrikfestival schon vor zwei Jahren einen Überblick über die Poesie im Hier und Jetzt bot und auch in diesem Jahr u. a. mit Jürgen Becker und Marcel Beyer zwei hochkarätige Vertreter am 27. Juni zu Gast hat, internationalisieren sich die diesjährigen Frankfurter Lyriktage weiter. Gleich zu Beginn steht die Situation von geflüchteten Dichterinnen und Dichtern im Fokus. Zudem wird es einen Schwerpunktabend zur fremdsprachigen Lyrik geben: Am 30. Juni stellt die britische Autorin Lavinia Greenlaw im Goethe-Haus ihre Dichtung dem deutschen Publikum vor, gefolgt von einer Gesprächsrunde zur Poesie aus der Türkei und Syrien. Daneben gibt es Veranstaltungen zur französischen (23.06.) und russischen Lyrik (26.06.). Den Abschluss bildet am 1. Juli traditionell die „Frankfurter Lyriknacht“ im gerade erst wiedereröffneten Haus der Evangelischen Akademie Frankfurt, für die unter anderem Nico Bleutge, Ursula Krechel, Steffen Popp und Ilma Rakusa ihre Teilnahme zugesagt haben.

Die Frankfurter Lyriktage werden vom Kulturamt Frankfurt am Main veranstaltet und von zahlreichen Raumsponsoren und Kooperationspartnern sowie in der Region von dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen Thüringen ermöglicht. Alle Informationen zu den Veranstaltungen und Mitwirkenden gibt es unter www.frankfurter-lyriktage.de.

Buchpreisträger Bodo Kirchhoff liest am 29. Mai 2017 in den Frankfurter Zwillingstürmen der Deutschen Bank

Bodo Kirchhoff bei der Buchpreisverleihung in der Frankfurter Paulskirche am 17. Oktober 2016. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Bodo Kirchhoff bei der Buchpreisverleihung in der Frankfurter Paulskirche am 17. Oktober 2016. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Buchpreisträger Bodo Kirchhoff liest aus seinem neuen Titel / Lesung am 29. Mai 2017 in den Frankfurter Zwillingstürmen der Deutschen Bank

Am 29. Mai 2017 stellt der aktuelle Träger des Deutschen Buchpreises, Bodo Kirchhoff, zum ersten Mal Auszüge aus seinem im Juli erscheinenden Werk „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“ vor. Er trägt außerdem aus der Novelle „Widerfahrnis“ (Frankfurter Verlagsanstalt) vor, für die er 2016 den Deutschen Buchpreis erhielt. Der Frankfurter Schriftsteller liest auf Einladung der Deutsche Bank Stiftung, Hauptförderer des Deutschen Buchpreises, in der Zentrale der Deutschen Bank.

Dr. Torsten Casimir, Chefredakteur des Fachmagazins der Buchbranche „Börsenblatt“, moderiert die Veranstaltung. Der Eintritt ist kostenlos, um Anmeldung per E-Mail an die Deutsche Bank Stiftung (office.dbstiftung@db.com) bis 25. Mai 2017 wird gebeten. Aufgrund der begrenzten Kapazität werden die Plätze nach Eingang der Anmeldung vergeben.

Termin: 29. Mai 2017, 19 Uhr
Ort: Deutsche Bank, Forum 1, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt am Main
Anmeldung: Bis 25. Mai 2017 bitte per Mail an office.dbstiftung@db.com, Eintritt frei

Das Literaturforum im Mousonturm Frankfurt – Juni 2017

mousonturmDonnerstag, 1. Juni 2017, 20 Uhr:
Anke Stelling: Fürsorge
Seit sechzehn Jahren hat Nadja ihren Sohn nicht mehr gesehen. Es war eine bewusste Entscheidung der Ballerina, ihn direkt nach der Geburt bei ihrer Mutter unterzubringen und sich der eigenen Karriere zu widmen. Diese ist nun beendet, der Körper – noch immer schön und jugendlich – ist nach 30 Jahren des harten Trainings zerschunden. Als Nadja in eine Krise gerät, besucht sie Mutter und Sohn. Das Familientreffen folgt jedoch nicht den üblichen Mustern: Zwischen Nadja und Mario, dem fitnessgestählten Sohn, entstehen Gefühle, die weit über die Liebe zwischen Eltern und Kindern hinausgehen. Es dauert nicht lange, bis die beiden zum ersten Mal miteinander schlafen.

Nach ihrem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman Bodentiefe Fenster blickt Anke Stelling in Fürsorge einmal mehr schonungslos in die Abgründe einer Mutter. Nicht um des Skandals oder Schocks willen beschreibt Stelling einen Inzest. Anhand dieser Thematik gelingt es ihr vielmehr, Einsamkeit, Zwänge und Emotionskälte zu sezieren.
Moderation: Björn Jager
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Anke Stelling, Jahrgang 1971, in Ulm geboren, wuchs in Stuttgart auf. Sie ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig und lebt derzeit mit ihrer Familie in Berlin. Zusammen mit Robby Dannenberg schrieb sie den Roman Gisela (1999) und Nimm mich mit (2002). Gisela wurde 2004 verfilmt, 2010 ihre Erzählung Glückliche Fügung (2004). Darüber hinaus veröffentlichte sie 2010 den Roman Horchen und zuletzt ihren Roman Bodentiefe Fenster (2015), der auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 kam und mit dem Melusine-Huss-Preis 2015 ausgezeichnet wurde.

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Mittwoch, 7. Juni 2017, 20 Uhr:
Andreas Stichmann: Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk
Einst als alternatives Wohnprojekt von Hippies ins Leben gerufen, ist der ‚Sonnenhof’ mittlerweile ein heruntergekommenes Betreutes Wohnen. Der Alltagstrott auf dem Hof verändert sich schlagartig durch Bianca und den ‚Focusing Trainer’ David van Geelen. Sie muss Sozialstunden leisten, weil sie aus Langeweile eine Tankstelle mit einer Gaspistole überfallen hat, während er dem Familienunternehmen den Rücken kehrt, um den Welthunger auszumerzen. David versorgt die Bewohner mit Fairphones und –tablets und glaubt nicht mehr an Revolution, sondern an Management und Mantras.

In Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk lässt Andreas Stichmann widerstreitende politische und individuelle Wünsche aufeinanderprallen. Die Sprache, die Stichmann seinen Figuren in den Mund legt, offenbart deren Unzulänglichkeiten, gibt sie aber nie der Lächerlichkeit preis.
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Andreas Stichmann, geboren 1983 in Bonn, ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 2008 debütierte er mit dem Erzählband Jackie in Silber, für den er u.a. mit dem Clemens-Brentano-Preis 2009 und dem Hamburger Literaturförderpreis 2010 ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus erhielt er 2009 den Kranichsteiner Literaturförderpreis, das Grenzgängerstipendium der Robert Bosch Stiftung, sowie das Stipendium des Literarischen Colloqiums Berlin. 2012 erschien sein erster Roman Das große Leuchten, der im selben Jahr für den Bachmann-Preis nominiert und 2013 mit dem Literaturförderpreis der Stadt Bremen ausgezeichnet wurde. Er lebt in Berlin.

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Dienstag, 20. Juni 2017, 20 Uhr:
Paul Celan – Dichter im Hier und Jetzt.
Vortrag von Barbara Wiedemann
Paul Celan wurde 1920 im damals rumänischen Czernowitz (Bukowina) als Sohn deutschsprachiger Juden geboren. 1942 wurden seine Eltern in ein deutsches Lager in der Ukraine deportiert und ermordet, er selbst musste Zwangsarbeit in Rumänien leisten. Nach seiner Entlassung im Februar 1944 zog Celan nach Zwischenstationen in Bukarest und Wien 1948 schließlich nach Paris, wo er bis zu seinem Freitod 1970 lebte.

Die ab 1947 veröffentlichten Gedichte zeigen einen der Gegenwart Zugewandten, der aus dem »Neigungswinkel« seines Schicksals schreibt. Ausgangspunkt ist das Hier und Jetzt: Österreichische Vergangenheitsvergessenheit ebenso wie die Atombewaffnung der Bundeswehr, der Krieg in Israel und der Antisemitismus von rechts und links im Mai 68, Kritiken und Plagiatvorwürfe mit antisemitischen Nuancen, Psychiatrieaufenthalte, Ereignisse in der Familie und Gespräche mit Zeitgenossen, aber auch aktuelle Lektüren – Literatur und Tagespresse.

Adornos Verdikt, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben sei barbarisch, kann Celan nicht akzeptieren. Aber er mutet den deutschen Lesern eine verstörende Gedichtsprache zu, die den grundsätzlichen Bruch spürbar macht – Gedichte, die dessen »was war«, wie er sagt, in der Gegenwart eingedenk bleiben.
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)
Dr. phil. Barbara Wiedemann, Literaturwissenschaftlerin, Lehrtätigkeit an der Universität Tübingen, Herausgeberin von Werken und Briefen Paul Celans.
In Kooperation mit CROM (Communitatea Românilor din Rin-Main).

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Mittwoch, 28. Juni 2017, 20 Uhr:
Jahrbuch der Lyrik 2017
Mit Judith Hennemann, Jan Kuhlbrodt und Ulrike Almut Sandig. Im Rahmen der Frankfurter Lyriktage.

Die deutschsprachige Lyrik auf einen Nenner zu bringen ist mehr denn je ein Ding der Unmöglichkeit. Zu vielschichtig, zu variantenreich sind ihre Ausformungen. Einen Eindruck von dieser Bandbreite vermittelt das seit 1979 alle zwei Jahre erscheinende Jahrbuch der Lyrik. Es versammelt Dichterinnen und Dichter verschiedener Generationen und Stilrichtungen. Für das Jahrbuch 2017 haben Christoph Buchwald und Ulrike Almut Sandig aus etwa 5000 eingereichten Gedichten eine Auswahl getroffen. An welchen Kriterien haben sie sich dabei orientiert? Inwiefern zeichnen sich Trends und Schwerpunkte ab? Und welche Erwartungen richten eigentlich die Autorinnen und Autoren an das Jahrbuch? Ulrike Almut Sandig, Jan Kuhlbrodt und Judith Hennemann werden nicht nur darüber Auskunft geben, sondern auch aus ihren Gedichten lesen.
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt.
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK)| 8,-/5,- (AK)

Judith Hennemann ist Lyrikerin und lebt in Frankfurt am Main. 2016 veröffentlichte sie ihren Debütband Bauplan für etwas anderes (Axel Dielmann Verlag). Der Schriftsteller Jan Kuhlbrodt war Geschäftsführer der Literaturzeitschrift Edit. 2015 erschien sein Gedichtband Kaiseralbum. Choräle und Kantaten (Verlagshaus Berlin), im Jahr darauf sein Roman Das Modell (Edition Nautilus). Ulrike Almut Sandig schreibt Prosa und Lyrik. Zuletzt erschien 2016 der Gedichtband ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt (Schöffling).

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main