Kategorie-Archiv: Buchkultur

Frankfurter Buchmessen-Ehrengast Spanien mit einem Strauß spannender Literatur und bunter Kulturkreativität im Rhein-Main-Gebiet

Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengastauftritt Spaniens auf der Frankfurter; Isabel Izquierdo, Programmdirektorin bei Acción Cultural Española AC/E Buchmesse 2022; Elia Barceló, Autorin; Rocio Pina, Designerin  des Ehrengast-Pavillons, ENORME studio; Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse; Elena Medel, Autorin  © Foto Diether von Goddenthow
Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengastauftritt Spaniens auf der Frankfurter; Isabel Izquierdo, Programmdirektorin bei Acción Cultural Española AC/E Buchmesse 2022; Elia Barceló, Autorin; Rocio Pina, Designerin des Ehrengast-Pavillons, ENORME studio; Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse; Elena Medel, Autorin © Foto Diether von Goddenthow

Ehrengast-Pavillon lädt zu interaktiven Begegnungen Spaniens renommierteste Stimmen kommen nach Frankfurt Museen und Kulturinstitutionen bieten umfangreiches Programm.

FRANKFURT. Ob Perfomance-Kunst oder Flamenco-Klänge, ob Hochkultur aus dem Prado oder Genusskultur in Tapas-Form – Spaniens „sprühende Kreativität“ wird nicht nur auf der Frankfurter Buchmesse vom 19. bis 23. Oktober 2022 spürbar, sondern bereits ab diesem Sommer im Frankfurter Stadtgebiet und an vielen Orten in Deutschland. Ein umfangreiches Literatur- und Kulturprogramm öffnet ein Fenster zum zeitgenössischen spanischen Schaffen und gibt durch Ausstellungen, Tanz- und Theateraufführungen sowie Musikveranstaltungen einen Einblick in die Vielfalt an Genres und Formaten. Auch viele Frankfurter Kultureinrichtungen bringen anlässlich des Ehrengast-Auftritts mit Ausstellungen, Konzerten und Events einen Hauch von Spanien an den Main. Zur Buchmesse selbst wird eine rund 200-köpfige Delegation aus dem Ehrengastland nach Frankfurt reisen, darunter namhafte Autor:innen wie Irene Vallejo, Antonio Muñoz Molina, Javier Cercas, Rosa Montero, Sara Mesa und Fernando Aramburu, die ihre Bücher und Neuerscheinungen präsentieren. Bis Ende des Jahres werden es über 400 Bücher sein, die seit 2019 anlässlich des Ehrengast-Auftritts auf den deutschsprachigen Markt gekommen sind. Auf der Messe gibt ein interaktiver Ehrengast-Pavillon einen Eindruck von der reichen und pulsierenden Literatur- und Kulturlandschaft Spaniens und Raum für spannende Begegnungen. Das Konzept des Ehrengast-Pavillons, die literarische Delegation sowie das begleitende Kulturprogramm wurden heute in Frankfurt vorgestellt.

„Ich freue mich auf ein Ehrengast-Programm, das die vielsprachige und vielstimmige Literatur und Kultur Spaniens von heute reflektiert. Literatur und Autor:innen aus Spanien werden im Ehrengast-Pavillon zu erleben sein, dessen Atmosphäre dem Buchmesse-Publikum einen zeitgemäßen Zugang bieten wird zu der ,Creatividad desbordante‘“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Vorstellung der Delegation, des Pavillon-Konzeptes und des Kulturprogramms des Ehrengastes Spanien auf der 74. Frankfurter Buchmesse bei der Pressekonferenz. © Foto Diether von Goddenthow
Vorstellung der Delegation, des Pavillon-Konzeptes und des Kulturprogramms des Ehrengastes Spanien auf der 74. Frankfurter Buchmesse bei der Pressekonferenz. © Foto Diether von Goddenthow

„Die Theorie der Kirschen“ im Ehrengast-Pavillon
Der Ehrengast-Pavillon, das Herzstück jedes Ehrengast-Auftritts auf der Frankfurter Buchmesse, wird in diesem Jahr vom spanischen Architektur- und Designstudio ENORME aus Madrid gemeinsam mit dem Designteam Vitamin gestaltet. Den Besucher:innen bietet der 2.000 qm große Pavillon nicht nur Bücher, Lesungen, Fachaustauch und Einblicke in die spanische Kreativ-Szene, sie sollen zumindest für die Messetage selbst ein Teil von ihr werden. Dank künstlicher Intelligenz füllen sich die Wände im Pavillon wie die Seiten eines überdimensionalen Buches mit den Worten und Textfragmenten, die an den Messetagen hier zu hören sind, und Worte wandeln sich in bunte Farbwelten. Hauptelemente im Pavillon, der im farbenfrohen überbordenden Design des Ehrengasts gestaltet wird, sind die „Kirschen“ – drei Kapseln, die eine immersive Ausstellung, zwei Bühnen, einen Happy-Hour- und einen Workshop-Bereich bilden. Sie schaffen Orte des Zuhörens, des Lesens, der Begegnung und Erholung, aber auch Räume der stillen Reflexion. Der konzeptionelle Ansatz „Die Theorie der Kirschen“ geht auf die spanische Schriftstellerin Carmen Martín Gaite zurück, die sagte, dass Geschichten wie Kirschen sind, denn wenn man an einer zieht, bekommt man die nächste dazu.

Der spanische Ehrengast-Pavillon wird in diesem Jahr von dem spanischen Architektur- und Designstudio ENORME aus Madrid gemeinsam mit dem Designteam Vitamin gestaltet. Copyright: ENORME Madrid
Der spanische Ehrengast-Pavillon wird in diesem Jahr von dem spanischen Architektur- und Designstudio ENORME aus Madrid gemeinsam mit dem Designteam Vitamin gestaltet. Copyright: ENORME Madrid

Spaniens renommierteste Stimmen kommen nach Frankfurt
Fast 200 Autor:innen, Übersetzer:innen und Vertreter:innen der Buchbranche aus dem Ehrengastland werden im Oktober auf der Buchmesse erwartet. „Wir freuen uns, dass wir die renommiertesten Stimmen der aktuellen spanischen Literatur in Frankfurt präsentieren können“, erklärt Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengast-Auftritt Spaniens auf der Frankfurter Buchmesse 2022. „Seit vier Jahren arbeiten wir mit der spanischen Buchbranche zusammen und können heute eine umfangreiche Liste von über 400 Übersetzungen ins Deutsche präsentieren – mit wachsendem Interesse an von Frauen geschriebenen Geschichten. Mit unserem umfangreichen Programm zeigen wir das heutige Spanien, 31 Jahre nach unserem ersten Ehrengast-Auftritt 1991: ein vielfältiges und ausgewogenes Autor:innenangebot, das sich auf Mehrsprachigkeit und die Bedeutung der spanischen Sprache als Brücke zu Lateinamerika konzentriert. Wir zeigen ein kreatives, dynamisches Spanien, das neue Themen in den Fokus rückt – vom Wandel der Geschlechterrollen und der Familie über lebendige Porträts des urbanen Lebens in spanischen Städten, von der Landflucht bis hin zu Reflexionen über die Vergangenheit, den Einsatz von Technologie oder den Klimawandel.“

Zur literarischen Delegation zählen etwa Irene Vallejo und Antonio Muñoz Molina, die als Festredner:innen bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse sprechen. Am letzten Messetag wird Manuel Rivas die Gastrolle an den nachfolgenden Ehrengast Slowenien übergeben. Die Mehrsprachigkeit im Lande spiegelt sich auch in der literarischen Delegation wider: Ein Viertel der Delegation schreibt in einer der drei Ko-Amtssprachen Katalanisch, Galicisch oder Baskisch. Für die Messe ist eine Reihe von Events und literarischen Veranstaltungen geplant, darunter öffentliche Lesungen, Buchpräsentationen oder Diskussionsreihen mit den großen Namen der spanischen Belletristik wie Rosa Montero, Arturo Pérez Reverte, Elvira Lindo, Javier Cercas, Fernando Aramburu und Manuel Vilas. Junge Autorinnen wie Cristina Morales, Elvira Sastre, Katixa Aguirre und Elena Medel reflektieren über die Rolle der Frau, die Bedeutung von Mutterschaft und Beziehungen im 21. Jahrhundert. Paloma Chen, Mohamed El Morabe, Nadia Hafid und Margarita Yakovenko stehen für die neue literarische Generationen von Autor:innen aus dem Maghreb, Asien und Europa. Ada Salas, Angela Segovia und Raquel Lanseros verkörpern die neue lyrische Generation Spaniens und María Hesse, Nuria Tamarit und Elisa Mc Causland stellen grafische und illustrierte Romane vor. Daneben sind eine Hommage an Almudena Grandes und eine dramatisierte Lesung von Chaves Nogales geplant.

Bereits im Vorfeld präsentieren Autor:innen aus Spanien ihre neuen Bücher auf namhaften Literaturfestivals im deutschsprachigen Europa. So widmet etwa literaTurm, das Literaturfestival FrankfurtRheinMain, Spanien am 1. Juli einen Ehrengast-Abend mit den spanischen Autorinnen Esther Paniagua und Mónica Subietas.

Vom 28. Juni bis 21. Juli werden die spanischen Autor:innen Marta Sanz, Javier Isusi und Isaac Rosa Literaturstudent:innen der Universitäten Köln, Bremen und Jena treffen. Beim internationalen literaturfestival berlin ILB (7. bis 17. September) stellen spanische Autor:innen wie Ray Loriga und Irene Solà ihre Bücher vor und nehmen an Diskussionsrunden zu aktuellen Themen teil. Vom 28. bis 30. Oktober ist Spanien Ehrengast bei den Literaturtagen Zofingen (CH).

Literatur- und Kulturprogramm in Frankfurt im Zeichen des Ehrengasts
Auch außerhalb des Messegeländes werden spanische Autor:innen zu Gast sein, etwa im Rahmen des Lesefests OPEN BOOKS, bei dem ein Fokus auf der Literatur des Ehrengasts 2022 liegen wird. In der Romanfabrik finden gleich drei Veranstaltungen mit spanischem Vorzeichen statt: vom Flamenco-Abend bis zur Lesung mit Elvira Sastre. Die IG Metall wird zu einer Gesprächsrunde mit Isaac Rosa, José Ovejero und Rosa Ribas einladen. Die Stadtbücherei Frankfurt organisiert zusammen mit dem Weltlesebühne e.V. den Workshop Das Gläserne Übersetzen, der sich dem Buch Wenn ich singe, tanzen die Berge von Irene Solà widmet, und wird Lesungen in Schulbüchereien mit Elia Barceló, Aina Bestard, Rocío Bonilla sowie Patxi Zubizarreta und Jokin Mitxelena organisieren.

Durch ein umfangreiches Kulturprogramm werden weitere Facetten der spanischen Kreativität deutlich. Für das ganze Jahr sind 200 Kulturevents geplant. Bereits ab dem Sommer realisieren Museen und Institutionen in Frankfurt in diesem Kontext zahlreiche Ausstellungen und Events. Zu den Highlights zählt das Projekt Prado Museum in the Streets, für das Reproduktionen aus der berühmten Kunstgalerie auf dem Frankfurter Messegelände sowie auf dem Alexanderplatz in Berlin präsentiert werden. Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum zeigt einen Zyklus über den spanischen Filmemacher und Multimedia-Pionier José Val del Omar. Die Bildhauerin Alicia Martín schafft eine künstlerische Installation für das Cervantes-Institut in Frankfurt. Das Fotografie Forum Frankfurt widmet Carlos Pérez Siquier (1930–2021), einer der führenden Persönlichkeiten der modernen spanischen Fotografie, eine retrospektive Ausstellung mit teils noch nie gezeigten Werken. Der Frankfurter Kunstverein wird die von Rosa Ferrer und Ana Ara kuratierte Ausstellung Twelve art stories told from Spain über die Rolle der Fiktion in der künstlerischen Praxis im aktuellen spanischen Kontext zeigen und in der Städelschule Frankfurt ist eine Ausstellung über Künstlerbücher zu sehen. Auf kulinarische und musikalische Köstlichkeiten aus dem Ehrengastland können sich die Besucher:innen auf dem Museumsuferfest freuen, etwa auf einen Auftritt von Rodrigo Cuevas, dem Freddy Mercury Spaniens, sowie Flamenco in Reinform mit Antonio Andrade und Ursula Moreno.

Weitere Höhepunkte des Kulturprogramms, für das die Acción Cultural Española (AC/E) verantwortlich zeichnet, sind die beiden bedeutenden Präsentationen in den Opelvillen Rüsselsheim – die Ausstellung der spanischen Performancekünstlerin Esther Ferrer und eine über den Fotografen José Ortiz Echagüe. „Auch die Unterstützung der von der Documenta in Kassel eingeladenen spanischen Künstler:innen, der Zyklus des zeitgenössischen spanischen Dokumentarfilms, der durch verschiedene deutsche Städte reisen wird, Performances wie das Niño de Elche im Mousonturm in Frankfurt oder die Compañía Nacional de Danza in Bonn, die Präsentation eines monografischen Bandes der Zeitschrift Granta mit spanischer Erzählung sowie Comic-Hefte mit hervorragenden Geschichten zeigen die Qualität und Vielfalt der spanischen Kultur“, erklärt Isabel Izquierdo, Programmdirektorin bei AC/E.

Beim Internationalen Sommerfestival Kampnagel in Hamburg feiert der spanische Performance-Künstler Cuqui Jerez vom 25. bis 28. August mit seinem urkomischen Musicalexperiment Magical and Elastic Deutschlandpremiere, beim Kunstfest Weimar die Show Terebrante von Angélica Liddell. Vorab ist der Star-Regisseur und multidisziplinäre Künstler Robert Wilson in einer Gesprächsrunde beim Kunstfest Weimar zu erleben – im Gepäck hat er Repliken der Miró-Figuren, denen er in der spektakulären Kunstinstallation und Performance MIRÓ Y WILSON neues Leben einhaucht; diese wird im Oktober auch in Palma de Mallorca zu sehen sein. Daneben ist ein Konzert mit der auf Barockmusik spezialisierten katalanischen Sopranistin Nuria Rial geplant. Spanische Musik hat auch bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci einen festen Platz: Vier Konzerte aus dem Ehrengastland stehen bei dem Festival, das noch bis zum 25. Juni stattfindet, auf dem Programm. Anlässlich des hundertsten Geburtstags des weltberühmten spanischen Cellisten und Komponisten Pau Casals wird beim Moritzburg Festival in Dresden (6. bis 31. August) ein unveröffentlichtes Stück seines Bruders Enric Casals mit spanischen Solist:innen und dem Moritzburg Festival Orchester unter der Leitung von Josep Caballé aufgeführt.

Aktionen für den Buchhandel
„Auch in den Buchhandlungen wird Spanien nicht zu übersehen sein“, verspricht Elvira Marco. Um Buchhändler:innen die aktuelle Literatur aus dem Ehrengastland näherzubringen, finden in den nächsten Wochen Buchhandels-Events mit spanischen Autor:innen in Frankfurt und München statt und eine Gruppe deutscher Buchhändler:innen reist nach Madrid, um mit spanischen Kolleg:innen über literarische Trends zu diskutieren, Buchhandlungen zu besuchen und Autor:innen zu treffen. Ab dem Sommer können Buchläden Deko-Pakete im Ehrengast-Design bestellen.

Weitere Information: www.spainfrankfurt2022.com/de/

literaTurm 2022 – das Literaturfestival FrankfurtRheinMain vom 27. Juni bis 3. Juli unter dem Motto „Risse“

literaTurm-logo-450literaTurm verbindet zwei Frankfurter Wahrzeichen – das Buch und die Skyline. Mit seinen Lesungen in Hochhäusern ist das städtische Literaturfestivals deutschlandweit einmalig. Die letzte Auflage 2020 musste kurzfristig aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Dieses Jahr findet literaTurm wieder statt und wie gewohnt steht das Programm unter einem thematischen Schwerpunkt. RISSE lautet das Motto, eine vielzitierte Metapher, die für disruptive Prozesse sowie ästhetische Verfahren steht. Insgesamt sind 35 Veranstaltungen mit rund 90 Beteiligten geplant. Frankfurter Hochhäuser bleiben zentrale Veranstaltungsorte. Darüber hinaus finden Lesungen in der Region statt.

Der Krieg in der Ukraine, Flucht und Migration als biografischer Riss, die Schere zwischen Arm und Reich, das komplexe Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland, die politische Polarisierung, die schwierige Situation von berufstätigen Müttern insbesondere aufgrund der Pandemie – die Risse in unserer Gesellschaft und Welt sind manifester denn je. Risse sind aber auch ein ästhetisches Verfahren in Kunst und in Literatur. Getreu der thematischen Schwerpunktsetzung von literaTurm, dem kuratierten biennalen Literaturfestival der Stadt Frankfurt am Main, werden in diesem Jahr Romane und Sachbücher vorgestellt, die unterschiedliche Aspekte des Mottos verhandeln. Insgesamt sind 35 Veranstaltungen mit 50 deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller:innen und Wissenschaftler:innen geplant. Das Festival findet vom 27. Juni bis 3. Juli 2022 in Frankfurt und der RheinMain-Region statt. Kooperationsveranstaltungen mit Spanien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022, und dem Instituto Cervantes sowie mit Litprom, dem Deutschen Polen Institut und dem Hessischen Literaturforum bereichern das Programm. Hochhäuser bleiben zentrale Veranstaltungsorte von literaTurm.

Die Kultur- und Wissenschaftsdezernentin, Dr. Ina Hartwig, stellt fest: „Kultur- und Literaturveranstaltungen sind mehr denn je aufgerufen, sich den großen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. literaTurm greift Themen auf, die uns alle bewegen und umtreiben, und die es bei hochkarätig besetzen Lesungen und Podiumsdiskussionen verhandelt. Das biennale Festival versammelt wichtige Stimmen der Literatur und des Sachbuches der letzten zwei Jahre und setzt dabei einen thematischen Schwerpunkt. Mit dem Kinderbuchprogramm richtet sich literaTurm erstmals auch jüngere Leser und Leserinnen.“

Erneut sind zahlreiche deutschsprachige und internationale Schriftsteller:innen und Wissenschaftler:innen vertreten. Zu den renommierten Gästen zählen Ivan Krastev, Karl-Heinz Ott, László Krasznahorkai, Steffen Mau, Judith Hermann mit einem Lesungskonzert mit dem Ensemble Modern, Senthuran Varatharajah, Natalie Amiri, Karl Schlögel, Christiane Hoffmann, Oliver Nachtwey, Nahid Shahalimi, Peter Sloterdijk, Lea Ypi, Sasha Filipenko, Katerina Poladjan, Victor Jerofejew, Ferenc Barnás, Maria Stepanova, Gerd Koenen u.a.

„Als ein Festival in den höchsten Etagen von Frankfurter Hochhäusern wollen wir den Dingen auf den Grund gehen. Das zeitdiagnostische Motto RISSE steht für Erosionen, Dissonanzen und Brüche, die seit jeher die Literatur durchziehen. Als mit dem 24. Februar 2022 sich auch durch unsere Programmarbeit ein Riss zog, haben wir den Fokus auf die Literatur Ost- und Mitteleuropas gerichtet. Doch auch Risse in Gesellschaft und im Biografischen erfordern einen diskursiven Raum, den literaTurm auch dieses Jahr wieder eröffnet“, so Dr. Sonja Vandenrath, die das Programm des Festivals zum neunten Mal verantwortet.

Besondere Höhepunkte des Literaturfestivals sind die Eröffnungsveranstaltung mit Tanja Maljartschuk, Lea Ypi, Viktor Jerofejew und Gerd Koenen (27.06.), ein Lesungskonzert mit Judith Hermann und dem Ensemble Modern (28.06.), ein Gespräch über Erinnerungskultur mit Dana von Suffrin, Norbert Frei und Per Leo (28.06.), ein Abend zur Situation der Frauen in Afghanistan mit Natalie Amiri, Nahid Shahalimi und Isabel Schayani (29.06.) und eine Diskussion zur Klassengesellschaft in der Literatur mit Katja Oskamp, Domenico Müllensiefen und Oliver Nachtwey (01.07.). Ein besonderer Fokus auf mittel- und osteuropäische Literatur, ein Gespräch zu Sorgearbeit und weiblichen Rollenbildern sowie ein literarischer Abend mit dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse Spanien (01.07.) komplettieren das Programm. In Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes Frankfurt und gefördert von AC/E – Acción Cultural Española stellen Esther Paniagua und Mónica Subietas ihre Romane vor. Weitere Kooperationsveranstaltungen sind ein Abend mit Philipp Winkler im Hessischen Literaturforum im Mousonturm (28.06.) und eine Lesung mit Carla Bessa zusammen mit Litprom e.V. im Haus des Buches (30.06.). Mit einer performativen Lesung von Jchj V. Dussel, musikalisch begleitet von LEOPOLD und Neneh (02.07.), und einem Kinderbuchsonntag mit Jörg Isermeyer und Gerda Raidt (03.07.) findet das Festival seinen Abschluss.

Auch in 2022 findet literaTurm wieder in oberen Etagen von Frankfurter Hochhäusern statt. Dort stellen Partner ihre Konferenzräume zur exklusiven Nutzung zur Verfügung. In Kooperation mit lokalen Partnern sind zudem Lesungen an ausgewählten Orten in Bad Soden, Bad Vilbel, Oberursel, Hanau, Hochheim und Offenbach geplant. Sie werden ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

„Das Thema des diesjährigen Festivals – Risse – reflektiert vor allem die Gefahren, die aus einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft erwachsen können. Es korrespondiert wunderbar mit dem neuen Schwerpunktthema des Kulturfonds, das unter dem Titel ‚hier leben‘ Perspektiven für das Zusammenleben in den Mittelpunkt rückt“, so die stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Julia Cloot. „Ich freue mich, dass hochkarätige Autorinnen und Autoren auch in der Region zu erleben sind, und wünsche allen Mitwirkenden viel Erfolg!“

Sämtliche Veranstaltungen des Festivals finden in Präsenz statt – selbstverständlich unter Berücksichtigung der geltenden Verordnungen zum Infektionsschutz.

Für alle Veranstaltungen mit Ausnahme der Lesung im Instituto Cervantes Frankfurt ist ein Ticket erforderlich. Eintrittskarten sind seit dem 1. Juni im Vorverkauf auf www.literaturm.de sowie beim Ticketanbieter Frankfurt Ticket (Tel.: + 49 69 1340 400) erhältlich oder können an der Abendkasse erworben werden, sofern es Restbestände gibt.

literaTurm ist eine Veranstaltung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit den ausgewiesenen Raumsponsoren und Kooperationspartnern und wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Autoren auf einen Blick!

Weitere Infos literaTurm

Frankfurter Buchmesse 2022: Die internationale Verlagswelt kommt vom 19.-23. Oktober nach Frankfurt

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Das Interesse, sich nach mehr als zwei Jahren der Pandemie in Frankfurt zu präsentieren, ist groß in der Verlagswelt. Die Anmeldephase für die 74. Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2022) läuft noch; erwartet werden über 4.000 Aussteller*innen aus mehr als 65 Ländern. Bisher zeichnet sich ab: Der Ehrengast Spanien und die großen Buchmärkte wie Großbritannien, USA, Italien und Frankreich werden besonders stark vertreten sein. Die Halle 3, in der traditionell die deutschsprachigen Verlage ihre Titel präsentieren, ist zum aktuellen Zeitpunkt nahezu ausgebucht. Aktuell plant die Buchmesse mit der Belegung der Hallen 3, 4 und 6 auf dem Messegelände, dem Forum und der großen Open-Air-Freifläche, der Agora. Ab dem Messefreitag (21. Oktober 2022) wird die Buchmesse auch für das Privatpublikum geöffnet sein.

„Die internationale Buchbranche lebt von Orten der Begegnung: Nach zwei Jahren Pandemie ist der Wunsch nach persönlichen Treffen, nach fachlichem Austausch groß. Daher freut es mich besonders, dass im Literary Agents and Scouts Centre (LitAg) bereits Agenturen aus rund 25 Ländern angemeldet sind; besonders viele aus den wichtigsten Märkten Großbritannien und den USA. Der Handel mit Übersetzungsrechten steht traditionell im Zentrum der Messe. In diesem Jahr widmen wir deshalb mit der Kampagne ‚Translate. Transfer. Transform.‘ dem Thema Übersetzen einen Schwerpunkt. Denn nur durch die Arbeit von Übersetzer*innen können wir die Literaturen anderer Sprach- und Kulturräume verstehen, neue Perspektiven einnehmen und so engere Verbindungen schaffen“, sagt Buchmesse-Direktor Juergen Boos.

Demokratische Grundprinzipien sichtbar machen

„Die Frankfurter Buchmesse ist jedoch weit mehr als ein internationaler Handelsplatz. Als Ort der Zusammenkunft für Menschen aus über 100 Ländern lebt die Messe von der Vielfalt ihrer Austeller*innen und Besucher*innen“, so Juergen Boos weiter. „Demokratische Grundprinzipien sind die DNA der Frankfurter Buchmesse: Die Messe steht in ihrer Haltung für eine diverse Gesellschaft, für Pluralität und gegen jede Art von Diskriminierung. Um dieses Wertefundament sichtbar zu machen, arbeiten wir aktuell an verschiedenen Programmschwerpunkten, Formaten und Maßnahmen. Wir möchten demokratische Werte in den Mittelpunkt stellen, verschiedenen literarischen Gruppen einen Raum auf der Messe geben und die Vielfalt der Buchbranche feiern. Vor dem aktuellen weltpolitischen Hintergrund ist es uns dieses Jahr zudem ein besonderes Anliegen, ukrainischen Verleger*innen und Schriftsteller*innen eine Bühne zu geben.“

Zu den zahlreichen Partnern, mit denen die Buchmesse an programmatischen Schwerpunkten arbeitet, gehören u.a. die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), der Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit (BDB e.V.), das Demokratiezentrum Hessen und das Hessische Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE).
Informationen über die Hilfsinitiativen der Buchmesse und ihrer Partner für die ukrainische Buchbranche sind hier zu finden: https://www.buchmesse.de/news/ukraine

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Übersetzung im Fokus

Unter dem Motto „Translate. Transfer. Transform.“ beleuchtet die Frankfurter Buchmesse 2022 die vielen Aspekte des Übersetzens: Es geht nicht nur um die Übertragung von Texten in eine andere Sprache, sondern, im übertragenen Sinn, auch um die Adaption von literarischen Stoffen in andere Medien. Auf dem Messegelände ist u.a. eine eigene Bühne zum Thema Übersetzung geplant, die der Verband deutschsprachiger Übersetzer*innen (VdÜ) in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse, der Weltlesebühne e.V. und weiteren Partnern organisiert.

Ehrengast Spanien

Unter dem Motto „Creatividad desbordante / Sprühende Kreativität“ zeigt der diesjährige Ehrengast Spanien die literarische und kulturelle Vielfalt des Landes in Frankfurt. Neben dem eigens für den Auftritt gestalteten Ehrengastpavillon (Forum, Ebene 1) und zahlreichen Veranstaltungen mit Autor*innen aus Spanien, erwarten wir eine beeindruckende Präsenz von Aussteller*innen und Verlagen aus dem ganzen Land, wobei mehrere Comunidades Autónomas Spaniens, wie z.B. Galicien, Katalonien und das Baskenland, auch mit eigenen Ständen auf der Messe vertreten sein werden. Unter dem Hashtag #tapasliterarias wecken auf Instagram bereits jetzt literarische Häppchen den Appetit auf Literatur aus Spanien: Hier stellen Mitarbeiter*innen der Buchmesse, Verleger*innen, Autor*innen, Übersetzer*innen und Lektor*innen einige der rund 150 literarischen Neuerscheinungen vor, die anlässlich des Ehrengastauftritts auf Deutsch erscheinen. Mehr Informationen zum Ehrengastauftritt werden auf der Pressekonferenz am 22. Juni in Frankfurt bekannt gegeben (11:00 Uhr, Instituto Cervantes, Anmeldung per E-Mail an: presse@projekt2508.de).

Audio Content und Kinder- und Jugendmedien

Die stärksten Wachstumsbereiche in der Buchbranche weltweit sind Audio und Kinder- und Jugendmedien. Bei den Messehighlights dürfen Frankfurt Audio (www.buchmesse.de/audio) und Frankfurt Kids deshalb nicht fehlen. Ein eigenes Areal rund um Hörbücher, Podcasts und Co. in Halle 3.1 stellt das gesprochene Wort in den Mittelpunkt. Medienpartner detektor.fm wird live am Messestand Interviews für mehrere Podcast-Folgen führen. Zahlreiche Aussteller*innen aus dem Bereich Kinder- und Jugendmedien machen die Messe zu einem besonders bunten Ort. Mit Fachveranstaltungen und Publikumsevents, wie z.B. der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises am Messefreitag (21. Oktober 2022), wird der Messebesuch für Publishing Professionals sowie für Familien mit Kindern zum Highlight.

Digitales Fachprogramm

Das Programm in Frankfurt wird durch digitale Angebote für internationale Branchenmitglieder ergänzt. Unter anderem sind in der Woche vor Messebeginn Online-Masterclasses (10.-14. Oktober 2022) geplant. Das beliebte, informelle Networking-Format „The Hof“, benannt nach dem After-Messe-Treffpunkt Frankfurter Hof, wird zudem fortgeführt.
Mehr Informationen zu den Masterclasses: https://www.buchmesse.de/themen-programm/fachprogramm/masterclasses
und zu The Hof: https://www.buchmesse.de/themen-programm/fachprogramm/hof

Autoren im Rampenlicht

Eine besondere Bühne bietet an allen Messetagen das Frankfurt Studio in Halle 4.0 mit Publikum vor Ort und Video-Aufzeichnung für die Buchmesse-Mediathek. Aussteller*innen können Bühnenslots buchen und ihre Produkte präsentieren, Autor*innen können ihre Neuerscheinungen vorstellen. Vom Messemittwoch bis -freitag stehen Fachthemen im Fokus; am Messewochenende Autor*innen und ihre Bücher. Weitere Gelegenheiten, um spannende Persönlichkeiten live zu erleben, bieten die Bühnen der Medienpartner, wie z.B. die ARD-Bühne im Forum, das Blaue Sofa des ZDF in Halle 3.1 und die F.A.Z.-Bühne. Weitere große Medienpartner, wie z.B. ARTE, DIE ZEIT, 3Sat, taz und KATAPULT, sind mit eigenen Formaten auf der Messe vertreten. Zentraler Treffpunkt für Austausch und Diskussion zu aktuellen Themen der Bildungsdebatte in Deutschland ist das Forum Bildung: Zum zweiten Mal wird dieses in Halle 3.1 gemeinsam von der Frankfurter Buchmesse, dem Verband Bildungsmedien e.V. und LitCam gestaltet. Literaturfans können sich an den Signierboxen auf der Agora die aktuellen Bücher ihrer Lieblingsautor*innen kaufen und dort direkt signieren lassen. Während der Messewoche sind im Rahmen des BOOKFEST zudem Lesungen und Events an besonderen Orten in der Stadt Frankfurt geplant. Am Wochenende wird es bunt auf dem Messegelände: Highlight für alle Manga- und Anime-Fans ist die Deutsche Cosplaymeisterschaft (DCM), die traditionell am Messesonntag (23. Oktober 2022) stattfindet.
Mehr Informationen zum Frankfurt Studio und weiteren Veranstaltungsmöglichkeiten:
https://www.buchmesse.de/ausstellen/praesenzoptionen/veranstaltungsmoeglichkeiten

Hygienekonzept

„Die Gesundheit unserer Besucher*innen und Aussteller*innen ist uns besonders wichtig”, sagt Gabi Rauch-Kneer, Geschäftsleitung Messemanagement der Frankfurter Buchmesse. Auch in diesem Jahr erarbeitet die Frankfurter Buchmesse das Hygiene- und Sicherheitskonzept zusammen mit der Messe Frankfurt sowie der Polizei Frankfurt und steht im Austausch mit dem Frankfurter Gesundheitsamt. Das Hygienekonzept wird an die aktuelle Lage im Oktober angepasst. Es ist geplant, die Hallen auch in 2022 so zu belegen, dass sich Aussteller*innen und Besucher*innen mit genügend Abstand über die Messe bewegen können.

Anmeldungen für die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse 2022 als Aussteller*in sind weiterhin möglich: https://www.buchmesse.de/ausstellen

Der Online-Ticketshop der Buchmesse öffnet Anfang August: https://www.buchmesse.de/besuchen

Aufruf zum Deutschen Cartoonpreis 2022 – Preis-Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse

Logo-deutscher-cartoonpreis-2022Der Lappan Verlag und die Frankfurter Buchmesse rufen auf zum Deutschen Cartoonpreis Beste Bilder – die Cartoons des Jahres 2022

 

 

 

Eingeladen sind alle Cartoonisten und Cartoonistinnen dazu,ihre besten Cartoons, die seit November 2021 entstanden sind, einzureichen.
Die Veranstalter freuen sich auf witzige, hintersinnige, politische und unpolitische Cartoons aus dem aktuellen Schaffen der Teilnehmenden.

Einsendeschluss ist Freitag, der 9. September 2022.
Die drei besten Cartoons sind dotiert mit:
1. Preis: 3.000€
2. Preis: 2.000€
3. Preis: 1.000€

Aus allen Einsendungen erfolgt die Auswahl für das Buch »BESTE BILDER 13 – DIE CARTOONS DES JAHRES 2022«. Aus dieser Auswahl ermittelt die Jury die Gewinner*innen des Deutschen Cartoonpreises 2022, die auf der Preisverleihung bekannt gegeben werden.

Einsendungen
Die Cartoons (nicht größer als 10 MB) bitte senden an: 2022@deutschercartoonpreis.de. Die Vorschläge können auch über eine Cloud (z.B. WeTransfer, Dropbox, OneDrive) übermittelt werden. Die Anzahl der Cartoons ist nicht festgelegt, es sollten die besten und nicht mehr als 50
Cartoons sein.

Jury
Birgit Fricke, Senior Manager Vertrieb, Frankfurter Buchmesse
Antje Haubner, Programmleiterin Lappan Verlag
Dr. Alex Jakubowski, Journalist bei ARD-aktuell Frankfurt
Wolfgang Kleinert, Chef der Berliner Cartoonfabrik
Dijana Nukic, Leiterin Havengalerie in Bremen
Dieter Schwalm, Herausgeber zahlreicher Cartoonbücher
Martin Sonntag, Leiter der Caricatura in Kassel

Preisverleihung und Ausstellung
Die Preisverleihung ist eine öffentliche Abendveranstaltung im Kulturbahnhof Kassel mit anschließender Vernissage der Ausstellung »Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2022« in der Caricatura in Kassel und findet am Freitag, den 28.10.2022 statt.

Das Buch
Das Buch »BESTE BILDER 13 – DIE CARTOONS DES JAHRES 2022« enthält auf 176 Seiten die ca. 250 besten Cartoons des Jahres. Es erscheint am 01.11.2022 und wird vorab auf der Frankfurter Buchmesse (19-23. Oktober 2022) präsentiert. (Die Gewinner*innen werden in diesen Exemplaren nicht ersichtlich sein.) Alle Cartoonist*innen, deren Cartoons im Buch abgedruckt werden, erhalten einen Vertrag und ein angemessenes Honorar. Das Buch wird herausgegeben von Wolfgang Kleinert, Dieter Schwalm und Antje Haubner. »BESTE BILDER 13 – DIE CARTOONS DES JAHRES 2022« ist im Buchhandel erhältlich und kostet 12,00 € (D).

Kontakt
LAPPAN Verlag
Lena Höffmann
Tel. 040 / 39 804 – 145
E-Mail: lena.hoeffmann@carlsen.de

„Das Mainzer Römische Theater“ von Autor Bernhard Funke u. Herausgeber Stefan Schmitz jetzt im Verlag Bonewitz erschienen

(v.li.)Herausgeber Stefan-Schmitz und Autor-Bernhard-Funke haben eine einzigartige Dokumentation über die Geschichte und Bedeutung des Mainzer Römischen Bühnentheaters, der Freilegung  und Konservierung seiner Fundamente sowie über das langjährige Engagement der Initiative Römisches Mainz (IRM) zur Bewahrung und künftigen Nutzung dieser bedeutenden antiken Kulturstätte vorgelegt. © Foto Diether v. Goddenthow
(v.li.)Herausgeber Stefan-Schmitz und Autor-Bernhard-Funke haben eine einzigartige Dokumentation über die Geschichte und Bedeutung des Mainzer Römischen Bühnentheaters, der Freilegung und Konservierung seiner Fundamente sowie über das langjährige Engagement der Initiative Römisches Mainz (IRM) zur Bewahrung und künftigen Nutzung dieser bedeutenden antiken Kulturstätte vorgelegt. © Foto Diether v. Goddenthow

Es zählt ganz sicher zu den bedeutendsten römischen Relikten in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt — das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen am Fuße der Zitadelle in der Mainzer Altstadt. Grund genug dem „Mainzer Römischen Theater“ eine eigene Publikation zu widmen, die jetzt im Verlag Bonewitz erschienen ist. Autor ist der Mainzer Journalist Bernd Funke, der seit Jahrzehnten die Entwicklung des Bühnentheaters begleitet hat. Auf 192 Seiten zeichnet er den spannenden Werdegang des Theaters nach, stellt die Protagonisten vor, lässt Mitstreiter zu Wort kommen und zeigt auf, welche Wege zur Bewahrung dieses einzigartigen Zeitdokuments möglich sind und wie das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen gerettet werden kann. Mitautorinnen und -autoren sind u.a. Jens Dolata, Peter Krawietz, Laura Müller, Christian-Friedrich Vahl, Valy Wahl und Marion Witteyer.

Tatsächlich wurde das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen in den letzten 120 Jahren bereits zweimal ausgegraben. Doch für den ersten Fund zwischen 1914 und 1916 in den Wirren des Ersten Weltkriegs gab es weder ausreichend öffentliches Interesse noch die finanziellen Mittel, so verschwand das Theater wieder buchstäblich in der Versenkung.

Als der damalige Landesarchäologe, Dr. Gerd Rupprecht, 1997 erneut auf die Überreste des imposanten Bühnentheaters stieß, löste seine Wiederentdeckung eine Welle der Begeisterung aus. Und die Ausmaße sind wahrlich gigantisch. Allein der Zuschauerraum wölbte sich auf rund 116 Meter Breite und die Bühne maß 42 Meter. Unzählige Helferinnen und Ehrenamtliche, Archäologinnen und Sponsoren brachten die Reste des römischen Relikts an die Oberfläche.

Doch was tun mit den Ruinen der Antike? Bewahren? Teile wieder aufbauen? Die Fundstelle überdachen oder doch alles wieder zuschütten? „Durch eine angemessene Präsentation wird die Stadt Mainz sichtbar attraktiver und unsere große historische Vergangenheit vielen Bürgerinnen und Bürgern und vor allem den nachfolgenden Generationen wieder deutlich lebendiger,“ wünscht sich Herausgeber Stefan Schmitz. Oberbürgermeister Michael Ebling dankt in seinem Vorwort zum Buch den vielen „Mainzer Bürgerinnen und Bürgern, die ihren Teil dazu beigetragen haben, das Theater freizulegen und zu sanieren. Vor allem auch dem Mainzer Mäzen Stefan Schmitz, dessen Unterstützung in vielen Bereichen unserer Stadt Anstöße gab und Maßnahmen ermöglichte, dazu zählt auch die Herausgabe dieses Buches“.

Autor Bernd Funke wünscht den verantwortlichen Entscheidungsträgern „gedankliche Anstöße zur Rettung des Römischen Bühnentheaters“ und sieht die Stadt dank sprudelnder Steuereinnahmen in der Verantwortung: „Jetzt sollten Taten zur Rettung des Bühnentheaters folgen, dafür finden sich reichlich Anregungen in dem vorliegenden Buch.“

das-mainzer-roemische-theaterHöchst empfehlenswert: „Das Mainzer Römische Theater“ Theatrum quo vadis? Fund, Erforschung, Bewahrung. Autor: Bernd Funke, Herausgeber: Stefan Schmitz, 192 Seiten, über 160 Abbildungen, Hardcover, Preis: 24,80 Euro, ISBN 978-3-9818438-7-3. Verlag Bonewitz, Bodenheim, www.bonewitz.de

Erfolgsprogramm Künstlerbücher – Der Verlag der Buchhandlung Walther König im Museum Angewandte Kunst Frankfurt 7. Mai – 28. August 2022

kuenstlerbuecher-erfolgsprogramm„Das Großartige bei bestimmten Konzeptbüchern ist, wenn sie aus ihrem Konzept hinausfallen und es plötzlich sinnlich wird. Dann kommt das Bauchgefühl dazu, und erst dann wird es wirklich interessant. Das hängt von der künstlerischen Potenz derjenigen ab, die das Buch machen und das vermittelt sich direkt. Solche Bücher brauchen einen besonderen Auftritt, obwohl sie klein und ganz bescheiden sind.“ – Walther König, 2022

Die Buchhandlung Walther König und der dazugehörige Verlag sind Institutionen ak tueller Kunstvermittlung. Sie bestimmen das deutsche wie auch das internationale Kunstgeschehen maßgeblich. In den 54 Jahren ihres Bestehens sind über das Kölner Stammhaus auf der Ehrenstraße 4 hinaus weitere Buchhandlungen entstanden. Mehr als 4.000 Titel – darunter zahlreiche Künstlerbücher – wurden verlegt. Dabei zeichnet die Vorgehensweise des Verlegers und Buchhändlers Walther König aus, vielen heute renommierten Künstler:innen erstmals e in Forum für das Buch als Kunst gegeben und auch später ihre Entwicklungen gefördert zu haben.

Das Museum Angewandte Kunst und seine Abteilung Buchkunst und Grafik widmen nun dieser besonderen Verbindung aus Kunst, Buch und verlegerischer Gestaltungskraft zum ersten Mal eine Ausstellung: ein Verlagsportrait entlang von Künstlerbüchern. Die Frage nach den publizistischen Strategien Walther Königs, die seit den 1960er Jahren entscheidend zur Durchsetzung wichtiger Kunstrichtungen beigetragen und für das Phänomen Künstlerbuch sensibilisiert haben, bilden einen wesentlichen Aspekt der Ausstellung.

Die Ausstellung sowie auch der dazugehörige Katalog erlauben zwei Perspektiven: Die eine vollzieht sich entlang von mehr als 300 Künstler:innen alphabetisch. Hierbei wird deutlich, dass der Verlag bereits im Vorfeld stets das Potenzial vieler heute bekannter künstlerischer Positionen erkannte und in Buchform förderte. Die andere ermöglicht es, sich auf die Chronologie des Verlegens der über 1000 ausgestellten Künstlerbücher mit ihren Vorzugsausgaben unter Berücksichtigung der Namensvariationen zu konzentrieren. Dabei begegnen die Besucher:innen den Kunstobjekten in Regalen und Vitrinen von PHILIPP MAINZER OFFICE FOR ARCHITECTURE AND DESIGN. Ein Lesetisch von Michael Riedel lädt zudem dazu ein, durch verschiedene Werkausgaben zu blättern.

Die Buchhandlung wurde 1969 von Walther König (geb. 1939) in Köln gegründet und entwickelte sich zu einer der weltweit ersten Adressen für kunstbezogene Literatur und zu einem Ort des Austauschs für Künstler:innen. Neben dem Stammhaus unterhält die Buchhandlung heute Filialen in ganz Deutschland, in Wien, London und Mailand, die zumeist in Museen oder in der Nähe von Kulturstätten angesiedelt sind. Damit wurden Orte geschaffen, an denen sich diejenigen, die sich über Kunst informieren wollen und diejenigen, die Kunst produzieren, treffen können. 1968 gründete König mit seinem Bruder Kasper auch einen Verlag: Verlag Gebrüder König Köln-New York. Über eine lange Phase stand der Verlag unter der Leitung von Walther König und Jutta Linthe als „Verlag der Buchhandlung Walther König“ oder als „Oktagon“, erweitert um „Alberta Press“ oder „Koenig Books“, bis zur Personalunion „Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König“ ab 2019. Seit der Gründung hat der Verlag eine Vielzahl von Künstler:innen verlegt, darunter Thomas Bayrle, Hanne Darboven, Hans Peter Feldmann, Isa Genzken, Gilbert und George, Sigmar Polke, Gerhard Richter oder Michael Riedel. OBJEKTE, benutzen von Franz Erhard Walther und House of Dust von Alison Knowles sind die ersten beiden Künstlerbücher, die vom Verlag veröffentlicht wurden. OBJEKTE, benutzen ist auch das erste Buch der Ausstellung und spiegelt eine transatlantische Handhabung des Verlags und seine internationale Dimension im Ursprung: So übermittelte Franz Erhard Walther von New York aus schriftliche Anweisungen nach Köln, die dort aufwendig umgesetzt wurden. Das Künstlerbuch Findet mich das Glück von Peter Fischli und David Weiss von 2003, das mit einer Auflage von mehr als 300.000 Stück zum meistverkauften Künstlerbuch überhaupt wurde, ist einer der größten Erfolge des Verlags. An der Museumskasse wird das Werk in deutscher, englischer, italienischer und japanischer Sprache verkauft.

Die Entstehung von Künstlerbüchern in den 1960er Jahren ist eine Folge der Moderne und ihrer Ablösung von Kunstgattungen zugunsten einer Erweiterung von Kunstformen und im Sinne eines offenen Kunstbegriffs. Die US-amerikanische Kunsttheoretikerin und Kuratorin Lucy R. Lippard formuliert über das Künstlerbuch folgende Definition: „…von einem Künstlerbuch spricht man, wenn es ein Künstler gemacht hat, oder wenn er sagt, es sei eines.“ Für sie ist das Künstlerbuch ein neuer, autonomer Beitrag zur Kunstgeschichte. Der Verlag der Buchhandlung Walther König folgt diesem Verständnis. Hierbei sei erwähnt, dass im Deutschland der 1930er und 1940er Jahre es keine Verlage und Verlegerpersönlichkeiten, wie z.B. in Frankreich Tériade oder Albert Skira gab. Walther König hatte aus diesem Grund den Wunsch, Künstler:innen in Reihen zu publizieren und damit nachhaltige Rezeptionskonzepte ihres künstlerischen Schaffens in Form von Künstlerbüchern zu begründen. Die dem Verlag folgende Gründung und Verortungen seiner Buchhandlungen bietet den Künstlerbüchern eine Verbindung aus Produktion, Veröffentlichung, Handel und Rezeption im Kreis von gut sortierter Fachliteratur über Kunst und somit eine entsprechende Positionierung und Etablierung in der Kunst. Und so lässt sich feststellen, dass Walther Königs publizistische Strategie maßgeblich dazu beigetragen hat, das Medium Buch als einen autonomen und mobilen Kunstraum und die Teilnahme an dem Kunstobjekt „Buch“ in all seinen Facetten aus Beschreibstoff, Bildlichkeit oder Bindung zu fördern.

Der Respekt gegenüber künstlerischen Haltungen und ihren individuellen Vorgehensweisen drückt sich nicht zuletzt – oder vielleicht vor allem und unabhängig davon, unter welchem Namen der Verlag publiziert – auch darin aus, dass er stets auf die Bildung von etwaigen Logogrammen verzichtet hat. Der Kunst in der Form von Büchern den Vorrang zu geben und dabei im Gegenzug auf die gängige Vereinnahmungspraxis zu verzichten, dem Publizierten den eigenen immer selben Stempel aufzudrücken, muss als die wesentliche Motivation für die marktwirtschaftliche Antistrategie dieses verlegerischen Selbstverständnisses und seiner Kernfigur Walther König gelten.

Der Katalog zur Ausstellung, der von der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Eva Linhart konzipiert und von der Grafikdesignerin Sandra Doeller gestaltet wurde, listet in der Anmutung einer Bibliographie alphabetisch sowie chronologisch die Künstlerbücher des Verlags auf. Als Katalog schafft diese Publikation so zum ersten Mal einen qualitativen Überblick über die Künstler:innen, die Abfolge der Titel über die 54 Jahre sowie die Namen des Verlags, unter denen dieser veröffentlichte. Als Künstlerbuch gewinnt auch der Katalog die Qualität eines Verlagsporträts. Bei den gelisteten Publikationen handelt es sich um solche Künstlerbücher, die Walther König für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat, einschließlich Literatur über Künstlerbücher aus dem Verlagsarchiv. Damit bildet die hiesige Zusammenstellung (Stand: 1. April 2022) die Sicht des Verlegers Walther König auf das Thema „Künstlerbuch“ ab. Darüber hinaus erschließt diese Publikation, mit welchen Titeln der Verlag die Kunstentwicklung geprägt hat. In seiner konzeptionellen, strukturellen und typografischen Reminiszenz an das Thema Künstlerbuch erscheint er in einer nummerierten Auflage von 200 Exemplaren. Der Katalog ist für 19 Euro an der Museumskasse zu erwerben. Darüber hinaus ist er als Download auf der Website des Museums abrufbar. Die beigefügten ISBN-Nummern erlauben es, jeden einzelnen Titel einschließlich Vorzugsausgaben zu identifizieren. Dementsprechend sind die gelisteten Künstlerbücher in einer Bibliothek oder in einem Museum auch nach Beendigung der Ausstellung abrufbar.

Die Ausstellung des Museum Angewandte Kunst ermöglicht eine erste Einschätzung der verlegerischen Leistung und ihrer Entwicklung. Detaillierte Vertiefungen und interpretatorische Ausdifferenzierungen müssen folgen, um die weitreichende kulturelle Wirkung des auf Kunst spezialisierten Verlags einzuordnen. Eine entsprechende Publikation entlang ausgewählter Künstlerbücher im Nachgang der Ausstellung zu produzieren, ist in Planung.

Ein Begleitprogramm mit Künstler:innen- und Beteiligtengesprächen sowie Führungen mit Vorblättern im Rahmen der Ausstellung sind für Sommer 2022 geplant.
Die Ausstellung wird gefördert von Willkie Farr & Gallagher LLP.
Kuratorin: Dr. Eva Linhart, Leiterin der Abteilung Buchkunst und Grafik

Öffnungszeiten
Mo geschlossen
Di, Do–Fr 12–18 Uhr
Mi 12–20 Uhr
Sa–So 10–18 Uhr

Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt
www.museumangewandtekunst.de

069 212 44539 (Kasse/Foyer)
069 212 34037 (Informationen zum Museum)
069 212 38522 (Informationen zu Führungen)
info.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de

30 Jahre Literaturhaus Frankfurt am Main e.V. – Jubiläumsprogramm

Literaturhaus Frankfurt feiert 30jähriges Bestehen. © Foto Diether v. Goddenthow
Literaturhaus Frankfurt feiert 30jähriges Bestehen. © Foto Diether v. Goddenthow

Als ein zentrales Organ der Literaturvermittlung gilt das Literaturhaus Frankfurt bereits seit über 30 Jahren; seit der Eröffnung im Januar 1991 ist es der Ort in Frankfurt für die Begegnung und Auseinandersetzung mit den Literaturen, Künsten, Medien und Wissenschaften unserer Gegenwart.

Unter dem Motto „30 Jahre Literaturhaus Frankfurt“ lädt das achtköpfige Team des Literaturhauses zwischen Mai und Juli 2022 das weit über Frankfurt hinausreichende Publikum, die Frankfurterinnen und Frankfurter selbst, die Mitglieder, Partner, Förderer, die Wegbereiter und -begleiter, die Autorinnen und Autoren, Pressevertreter, Verlagskollegen sowie Freunde zum Jubiläumsprogramm ein. In ausgesuchten Veranstaltungen mit Philip Waechter, Fatma Aydemir, Petra Gerster & Christian Nürnberger, den Lyrikerinnen Simone Lappert, Katrin Pitz und Judith Zander, Andreas Steinhöfel & Melanie Garanin sowie Verena Auffermann spiegelt sich die programmatische Vielfalt wider, die das Haus auszeichnet: ob Kinder- oder Sachbuch, Roman oder Lyrik, ob Wohnzimmerlesung oder Jubiläumsflussfahrt. Alle Infos zum Jubiläumsprogramm finden Sie anbei.

Neben der Autorenlesung und Diskussion – in der Vergangenheit u.a. mit Jonathan Franzen, Herta Müller, Uğur Şahin & Özlem Türeci, Tom Tykwer, Chimamanda Ngozi Adichie, Saša Stanišić, Kirsten Boie, Édouard Louis, Karl Ove Knausgård, Ines Geipel, Jason Reynolds, Nino Haratischwili, Harald Welzer, Isabel Allende, Alice Hasters, Adam Zagajewski, Yasmina Reza, Abbas Khider, Juli Zeh, Durs Grünbein, Herlinde Koelbl, David Constantine, Judith Hermann, Dirk Nowitzki, Elisa Diallo, Dominik Graf, Anita Albus, Wim Wenders oder Robert Habeck – veranstaltet das Literaturhaus auch Lesungskonzerte etwa mit Jacques Palminger, Christiane Rösinger oder dem Vogler Quartett sowie Buchmessenfeste und -partys. Neben der traditionsreichen Diskussionsveranstaltung „Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch“ in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk werden zudem immer wieder neue Formate erprobt: Lesungen in Privatwohnungen, Kooperationen mit Frankfurter Museen, die Nominierten des Deutschen Buchpreises und des Sachbuchpreises als Literaturhausgäste im Schauspiel Frankfurt, der jeweilige Poetikdozent der Goethe-Universität im Literaturhausprogramm. Außerdem kooperiert das Literaturhaus Frankfurt für Symposien und Tagungen mit den Universitäten Göttingens, Siegens und Frankfurts sowie u.a. mit Litprom e.V.

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Dass Dichterlesungen boomen, dass die Institution „Literaturhaus“ seit ihrer Gründung Mitte der 80er Jahre zu einem Markennamen und europäischen Exportschlager geworden ist, ist auch dem Literaturhaus Frankfurt zu verdanken – einem wichtigen Ort der Literaturvermittlung, regional und überregional. Die von Dr. Ina Hartwig hervorgehobenen „vielfältigen Vermittlungsangebote“ zeigen sich u.a. in dem Pilotprojekt „Literatur ein Einfacher Sprache“, dem Festival für kulturelle Diversität „WIR SIND HIER.“, der literaturbasierten Intervention „Shared Reading“ oder dem „KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT“, dem Literaturhaus für Lehrerinnen und Lehrer.

„Über die letzten zehn vorpandemischen Jahre (2009 – 2019) konnte das Publikum nahezu verdreifacht werden. Die daraus resultierenden jährlichen Eintrittseinnahmen wurden in diesem Zeitraum mehr als vervierfacht“, so Literaturhausleiter Hauke Hückstädt zur Basis, zum Rückhalt und zur Ausgangsvoraussetzung für eine Viele interessierende und ansprechende Programmarbeit. Und weiter: „Das Literaturhaus hält es [auch weiterhin] mit Bernhards ‚Alte Meister‘ gegen alles nur Alte, nur Meisterliche und ist mit seiner unaufgeregten Vielstimmigkeit und auch notwendigen Widersprüchlichkeit mehr denn je in die Mitte Frankfurts gerückt. Die größte Arena für das Buch ist nicht mehr das Fernsehen, die Zeitung, das Internet oder das Radio, sondern die lebendige Konfrontation, das gespannte Halbrund von Podium und Publikum. Deutschland ist Weltmarktführer für diese Begegnung von Autoren mit ihren Lesern. Und die Schöne Aussicht 2 darf man zu den Branchenführern zählen.“

 

Jubiläumsprogramm

Impression einer Saalveranstaltung . © Foto Diether v. Goddenthow
Impression einer Saalveranstaltung . © Foto Diether v. Goddenthow

Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Die Veranstaltung findet exklusiv vor Ort statt.
Sonntag 22.05.22 / 15.00 h / Saalticket 5 Euro
Philip Waechter: Ein Tag mit Freunden
Kinderbuch-Nachmittag für alle ab 4 Jahren

Es lebe die Gemeinschaft!
Waschbär hat Langeweile. Da hilft nur Lesen. Oder Sport. Oder Apfelkuchen! Aber ohne Eier kein Kuchen. Sicher hat Fuchs noch welche. Also geht Waschbär zu Fuchs und mit ihm zusammen weiter zu Dachs und zu Bär. Und Krähe kommt auch noch mit. Am Ende sind alle fünf Freunde am Bach. Und haben jede Menge Spaß. Als die Sonne untergeht, gibt es endlich den Kuchen. Gemeinsam gebacken und natürlich für alle! Der Frankfurter Illustrator Philip Waechter ist ein begnadeter Zeichner und ein Meister der zauberhaften, großen kleinen Momente im Leben. Beim Kinderbuch-Nachmittag liest er für alle ab vier Jahren aus seinem frühsommerlichen Bilderbuch „Ein Tag mit Freunden“ (Beltz & Gelberg) und zeichnet für die Kinder.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V. Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Dr. Marschner Stiftung und der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.
Montag 23.05.22 / 19.30 h
Fatma Aydemir: Dschinns
Moderation: Miryam Schellbach
Saalticket 9 / 6 Euro / Streamingticket 5 Euro / Streaming-Abo 50 Euro

Welche Geschichten erzählen wir von uns und welche nicht, um in einer Gemeinschaft akzeptiert zu werden?
Hüseyin stirbt mit nur 59 Jahren an einem Herzinfarkt in seiner frisch bezogenen Eigentumswohnung in Istanbul. Zur Beerdigung reist seine Familie aus Deutschland an, dem Land, in dem er 30 Jahre lang hart gearbeitet hat. Nach ihrem 2017 erschienenen preisgekrönten Debüt „Ellbogen“ legt Fatma Aydemir mit „Dschinns“ (Hanser) nun einen packenden, intensiven Familien- und Gesellschaftsroman vor. Sie erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichten von sechs Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Biografien eng verwoben sind mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten im Deutschland der siebziger, achtziger und neunziger Jahre. Aydemir erzählt von „Dschinns“ – diffusen Ängsten, die sich nie vollständig greifen und aussprechen lassen – und von der Sehnsucht, einander zu verstehen. Das unveröffentlichte Romanprojekt wurde 2020 mit dem Robert Gernhardt Preis ausgezeichnet. Das Gespräch mit der Autorin und taz-Kolumnistin führt die Literaturkritikerin Miryam Schellbach.
Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.
Mittwoch 25.05.22 / 19.30 h
Petra Gerster und Christian Nürnberger: Vermintes Gelände
Saalticket 12 / 8 Euro / Streamingticket 5 Euro / Streaming-Abo 50 Euro

Kampf der Begriffe: Wie der Streit um Wörter Gesellschaft prägt
Waren das gute Zeiten, als man über die Minderheit der Mantafahrer Witze reißen konnte? Sagt der eine zum anderen: „Ey, hab mir nen Duden gekauft!“ – „Und, haste schon eingebaut?“ Es herrschen jedenfalls schlechte Zeiten für Besitzstandswahrung. Vieles steht in Frage. Abgesetzte Operninszenierungen, wortbereinigte Klassiker, Anschläge auf Karikaturisten, Straßenumbenennungen. Cancel Culture und Diversity, Gleichstellung und Sprachpolizei. Aus LGBT ist inzwischen LGBTQIA geworden. Die Identitätsfixierung greift um sich, Aufruhr. Dabei eröffnet sich gerade die Chance auf eine Gesellschaft, die sensibler, reflektierter mit sich umgeht. Die Journalistin und langjährige heute-Nachrichten-Moderatorin Petra Gerster und der Publizist Christian Nürnberger geben mit „Vermintes Gelände“ (Heyne) einen Überblick und halten es mit Christian Kracht: „Denn alles, was nicht ins Bewusstsein steigt, kommt als Schicksal zurück.“

Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.
Montag 13.06.22 / 19.30 h
Drei Mal 30 mit Simone Lappert, Katrin Pitz und Judith Zander
Einführung: Michael Braun
Saalticket 7 / 4 Euro / Streamingticket 5 Euro / Streaming-Abo 50 Euro

Drei Poesien, drei Stimmen, 90 Minuten
Das beliebte, abwechslungsreiche wie poetisch zugewandte Format: Das Literaturhaus stellt drei Dichterinnen mit ihren aktuellen Gedichtbänden vor. Die Leonce-und-Lena-Preis-Gewinnerin 2021 Katrin Pitz, die „Ingenieurin der Worte“, mit ihrem Band „auch solche tage waren immer schon da“ (Elif Verlag). Die Schweizerin Simone Lappert, die nach dem erfolgreichen Roman „Der Sprung“ mit dem Gedichtband „längst fällige verwilderung“ reüssiert (Diogenes). Sowie Judith Zander, die vielgeschätzte Autorin und Fontane-Literaturpreisträgerin, die mit ihrem dritten Gedichtband „im ländchen sommer im winter zur see“ ein trickreiches Wechselspiel der Elemente und Formen probt (dtv). Der Literaturkritiker Michael Braun stellt die Bücher und Autorinnen in kurzen wie poetischen Betrachtungen vor.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V. und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.
Freitag 24.06.22 / 15.00 h
Andreas Steinhöfel und Melanie Garanin: Völlig Meschugge?!
Lesung für alle ab 12 Jahren
Saalticket 5 Euro / Streamingticket 5 Euro / Streaming-Abo 50 Euro

Eine Frage der Freundschaft
Der Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel begeistert immer wieder mit seinen jungen Figuren. Sie sind liebenswert und durchaus kompliziert. Und sie gehen stets ihre ganz eigenen Wege. Steinhöfels neueste Helden sind Benny, Hamid und Charlie. Während das ZDF die gleichnamige Serie in München dreht, hat die Comiczeichnerin Melanie Garanin bereits einen Comic aus ihrer Geschichte gemacht: „Völlig meschugge?!“ (Carlsen). Darin erzählen Autor und Zeichnerin aus der Perspektive der jungen Umweltschützerin Charlie, wie die Ressentiments der Erwachsenen die Freundschaft zwischen ihr, Hamid und Benny zu zerreißen drohen, nachdem Benny begonnen hat, einen Davidstern zu tragen. Zum 30. Jubiläum des Literaturhaus Frankfurt am Main e.V. kommen Andreas Steinhöfel und Melanie Garanin zu einer ganz besonderen gemeinsamen Lesung nach Frankfurt.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V. Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Dr. Marschner Stiftung und der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Die Veranstaltung findet exklusiv auf dem Schiff statt.
Freitag 24.06.22 / Boarding 19.00 h Eiserner Steg / Beginn 19.30 h
Jubiläumsflussfahrt: 30 Jahre Literaturhaus
Kartenreservierung (14 Euro) exklusiv für Mitglieder bei Julia Ketterer unter info@literaturhaus-frankfurt.de.

Danke, Frankfurt am Main!
Das Literaturhaus ist 30, mittlerweile sogar schon 31! 1991 fand die erste öffentliche Veranstaltung statt. Und jetzt, da im vergangenen Jahr aus bekannten Gründen kaum an Geselligkeiten zu denken war, feiert die Institution diese drei Jahrzehnte mit Wegbereitern und -begleitern, Förderern, Freunden und Mitgliedern, Autorinnen und Autoren. In 30 Jahren haben etwa 5.000 Podiumsgäste das Haus beehrt, wahrscheinlich über 100 Mal so viele Zuschauer kamen in die Bockenheimer Landstraße und seit nunmehr 17 Jahren in das Literaturhaus an der Schönen Aussicht. Das wird gefeiert mit ausgewählten Veranstaltungen und einer Flussfahrt. Während die MS Maria Sibylla Merian mit Blick auf die Skyline vor den Ufern des Literaturhauses kreuzt, gibt es an Bord Überraschungen, eine feine Tombola, eine autorenunterstützte Auktion, Muzak und vor allem aber Gespräche und Begegnungen auf allen Decks. Ende der Veranstaltung gegen Mitternacht.

Jubiläum – 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt
Samstag 09.07.22, 19.30 h / Eintritt 14 Euro
Mitglieds Heim XIII mit Verena Auffermann: 100 Autorinnen in Porträts

Exklusiv für Mitglieder
Mitglieds Heim, das sind Abende, an denen das Literaturhaus die Mitglieder des Literaturhaus Frankfurt e.V. zum Austausch über Bücher, Autorinnen und Autoren einlädt. Und zwar in die Wohnungen von Mitgliedern. Aus bekannten Gründen war das nun seit Januar 2020 kaum möglich. Jetzt aber, zum Abschluss der Jubiläumssaison 30 Jahre Literaturhaus Frankfurt erwarten wir die bekannte Publizistin und Kritikerin Verena Auffermann, die gemeinsam mit Elke Schmitter, Julia Encke, Gunhild Kübler und Ursula März 100 Autorinnen in kurzweilig zu lesenden Porträts versammelt hat: „100 Autorinnen in Porträts“ (Piper). Reden wir also über Atwood und Adichie, über Sappho und Zeh. Die Gastgeberin und das Literaturhaus empfangen Sie mit Wein und Käse. Die Platzzahl ist begrenzt. Keine Abendkasse. Kartenvorverkauf und Angaben zum genauen Veranstaltungsort im Frankfurter Ostend ab dem 01.06. bei Julia Ketterer unter ketter@literaturhaus-frankfurt.de

Literaturhaus Frankfurt feiert 30jähriges Bestehen. © Foto Diether v. Goddenthow
Literaturhaus Frankfurt feiert 30jähriges Bestehen. © Foto Diether v. Goddenthow

Literaturhaus Frankfurt e.V.
Schöne Aussicht 2,
60311 Frankfurt am Main
literaturhaus-frankfurt.de

Deutscher Buchpreis 2022: 202 Romane von 124 Verlagen eingereicht

Jury des Deutschen Buchpreises 2022 v.l.n.r.: Selma Wels, Uli Ormanns, Erich Klein, Miriam Zeh, Frank Menden, Isabelle Vonlanthen, Jan Wiele. Foto: vntr.media
Jury des Deutschen Buchpreises 2022 v.l.n.r.: Selma Wels, Uli Ormanns, Erich Klein, Miriam Zeh, Frank Menden, Isabelle Vonlanthen, Jan Wiele. Foto: vntr.media

Rekorde beim Deutschen Buchpreis 2022: Das dritte Jahr in Folge steigt die Zahl der Einreichungen auf einen bisherigen Höchstwert: 124 deutschsprachige Verlage schickten insgesamt 202 Titel ins Rennen um den Roman des Jahres. Das sind 5 Titel mehr als im Rekordjahr 2021. 83 Verlage sitzen in Deutschland, 22 in der Schweiz, 19 in Österreich und einer in Luxemburg.

Von den eingereichten Titeln stammen 121 aus dem aktuellen Frühjahrsprogramm, 69 weitere kommen im Herbst auf den Markt. 12 Titel sind bereits im vergangenen Herbst erschienen. Jeder Verlag konnte maximal zwei Titel einreichen, die zwischen Oktober 2021 und dem 20. September 2022 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind bzw. erscheinen. Darüber hinaus konnten bis zu fünf weitere Titel empfohlen werden. Auf der Empfehlungsliste landeten dieses Jahr 124 Romane – 12 mehr als im Vorjahr. Aus der Liste können die Juror*innen Titel für den Auswahlprozess anfordern.

Bei ihrer ersten gemeinsamen Jurysitzung wählten die Jurymitglieder Miriam Zeh (Deutschlandfunk Kultur) zu ihrer Jurysprecherin. Der Jury gehören außerdem an: Erich Klein (freier Kritiker, Wien), Frank Menden (stories! Die Buchhandlung, Hamburg), Uli Ormanns (Agnes Buchhandlung, Köln), Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich), Selma Wels (Kuratorin und Moderatorin, Frankfurt) und Jan Wiele (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Die Jury entscheidet über den Roman des Jahres in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Am 23. August 2022 gibt sie die 20 nominierten Titel bekannt. Aus dieser Longlist wählen die Juror*innen sechs Titel für die Shortlist, die am 20. September 2022 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung, am 17. Oktober 2022, erfahren die sechs Autor*innen, wer von ihnen den Deutschen Buchpreis gewonnen hat.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weiterer Partner ist die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Informationen zum Deutschen Buchpreis 2022 können Interessierte unter www.deutscher-buchpreis.de abrufen.

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis 2022: #dbp22

Spanien – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022 stellt neue Bücher und ein vielfältiges Literatur- und Kulturprogramm vor

Spanien-auf-ffm-buchmesse-2022Unter dem Motto „Sprühende Kreativität“ präsentiert Spanien als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022 in den kommenden Monaten seine vielfältige Literatur- und Kreativszene. Das deutschsprachige Lesepublikum kann sich im Frühling auf zahlreiche Neuerscheinungen sowie auf Veranstaltungen in Städten wie Köln, Berlin, Bremen, Hamburg, Frankfurt und München freuen. Darunter sind Lesungen von Belletristik bis Sachliteratur, von Lyrik bis Prosa, die einen Eindruck von den vielen Facetten der spanischen Literatur vermitteln, aber auch Ausstellungen, Theater- und Filmaufführungen sowie Vorträge und Symposien. María José Gálvez, Generaldirektorin für Bücher und Leseförderung (Spanisches Ministerium für Kultur und Sport), und Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengastauftritt Spaniens auf der Frankfurter Buchmesse 2022, stellten heute in Frankfurt zusammen mit Guzmán Palacios, Direktor für kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen bei AECID (Spanische Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit) sowie Luis García Montero, Direktor Instituto Cervantes, das umfassende Programm und die aktuellen Neuerscheinungen im Beisein von Ricardo Martínez, Botschafter des Königreichs Spanien in Deutschland, und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, vor.

„Wir möchten den ganz besonderen Charakter unserer Literatur präsentieren, die sprühende Kreativität, und diese zeigt sich auf jeder Seite unserer Bücher. Gemeinsam mit der spanischen Regierung wollen wir die Bedeutung der Übersetzung hervorheben“, sagte María José Gálvez. Juergen Boos „ Diese Vielsprachigkeit passt besonders gut zu unserem Jahresthema ‚Translate. Transfer. Transform‘. Denn Übersetzen ist der einzige Weg für das Wort hinaus in die Welt, für die Verständigung zwischen Kulturen inmitten von Diversität. In Spanien ist eines der größten Übersetzungsförderungsprogramme weltweit entstanden.“ Elvira Marco unterstrich: „Übersetzungen bringen uns einander näher und das ist etwas, was wir gerade in diesen Zeiten besonders brauchen. Jetzt übergeben wir den Staffelstab an die Leser:innen weiter. Wir präsentieren viele zeitgenössische Werke, die deutlich zeigen, dass Spanien ein anderes Land ist als noch vor 30 Jahren, als Spanien erstmals Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war.“

Neue Bücher aus Spanien
Im Rahmen des Ehrengastauftritts wurde ein zusätzliches Übersetzungsförderungsprogramm initiiert; rund 2 Millionen Euro wurden seit 2019 dafür investiert. Bislang wurden 328 Titel in 5 europäischen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch) gefördert, darunter 77 deutschsprachige Verlage. 2022 kommen bis zum Herbst mindestens 86 spanische Neuerscheinungen in deutscher Sprache auf den Markt, 40 davon (rund 46 Prozent) wurden mit Mitteln des spanischen Ministeriums für Kultur und Sport und der Acción Cultural Española (AC/E) übersetzt. Die Neuerscheinungen spiegeln die ganze literarische und sprachliche Vielfalt Spaniens wider: Da ist die junge katalanische Schriftstellerin Irene Solà, die für ihren Roman „Singe ich, tanzen die Berge“ (Trabantenverlag, März 2022, Übersetzung Petra Zickmann) mit dem Europäischen Literaturpreis 2020 ausgezeichnet wurde: Sie erzählt die Geschichte der Berge, die die Erinnerung an Jahrhunderte, an geologische Epochen, politische Konflikte und die Verbindung mit der Natur umfasst. Kultautor Kiko Amat hingegen begleitet auch in seinem neuen Roman „Träume aus Beton“ (Heyne Verlag, März 2022, Übersetzung Daniel Müller) eine Figur am Rande der Gesellschaft: Curro sitzt wegen einer im Wahn begangenen Messerattacke seit zwanzig Jahren in der Psychiatrie und plant mit einer illustren Gruppe Gleichgesinnter den Ausbruch. In Rückblenden lernen die Leser:innen den jugendlichen Curro kennen, ein klassischer Außenseiter mit smarter Weltsicht, dem seine dysfunktionale Familie zu schaffen macht. Im Roman „Papyrus – Die Geschichte der Welt in Büchern“ (Diogenes, April 2022, Übersetzung Maria Meinel, Luis Ruby) nimmt Irene Vallejo die Leser:innen mit auf eine abenteuerliche Reise durch die faszinierende Geschichte des Buches, von den Anfängen der Bibliothek von Alexandria bis zum Untergang des Römischen Reiches. Mit „Die drei Hochzeiten von Manolita“ kommt im August ein weiteres Buch der im letzten Jahr verstorbenen Autorin Almudena Grandes (Carl Hanser, Übersetzung Roberto de Hollanda) auf den deutschen Markt. Und Freunde von Javier Marías können sich auf die Übersetzung eines weiteren Buches des spanischen Starautors freuen: “Thomas Nevinson“ (S Fischer, Oktober 2022, Übersetzung Susanne Lange).

Spanische Autor:innen on Tour
Ab Mitte März geben spanische Autor:innen auf bedeutenden deutschen Literaturfestivals einen Vorgeschmack auf den Ehrengast: Die preisgekrönte Autorin Cristina Morales präsentiert am 18. März bei der Lit.Cologne ihren jüngst übersetzten Roman „Leichte Sprache“ (Verlag Matthes & Seitz Berlin), das Poesiefestival Berlin (10. bis 17. Juni) begrüßt die Autoren Agustín Fernández Mallo und Eduard Escoffet und das Frankfurter Literaturfestival literaTurm (27. Juni bis 3. Juli) freut sich u.a. auf die spanische Journalistin Esther Paniagua sowie weitere spanische Schriftsteller:innen. Zudem sind im Sommer literarische Veranstaltungen mit Eva Baltasar, Javier Isusi, Isaac Rosa und Marta Sanz an den Universitäten Köln, Bremen, Jena und Hamburg geplant, und Schüler:innen in Hessen haben im Mai und Juni die Gelegenheit, spanische Kinder- und Jugendbuchautor:innen im Klassenzimmer zu treffen.
Auch die Cervantes-Institute bieten ein umfangreiches Programm: Los ging es bereits am 16. März in Frankfurt mit der preisgekrönten Illustratorin Núria Tamarit, die ihre kürzlich übersetzte Graphic Novel „Toubab. Zwei Münzen“ vorstellte. Cristina Morales geht auf Tour an die Cervantes-Institute in Bremen (19. März), München (22. März) und Berlin (23. März). Am 1. April begrüßt das Cervantes Institut Berlin anlässlich des Kinderbuch-Tages die galizische Schriftstellerin Ledicia Costas und den Humoristen El Hematocrítico. Ebenfalls in Berlin ist der spanische Autor Antonio Muñoz Molina zu Gast und diskutiert mit der Präsidentin der Deutschen Hispanistenvereinigung, Susanne Zepp (25. April). Zwei Tage später findet am selben Ort eine Hommage an Almudena Grandes statt. Der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez startet am 9. Mai in Berlin eine Lesereise zu seinem Buch “Utopias and Dystopias. The bitter failure of revolutions in Latin America” (10. Mai Hamburg, 11. Mai Frankfurt und 12. Mai Bremen).

Ein Frühling voll sprühender Kreativität Spanien – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022 stellt neue Bücher und ein vielfältiges Literatur- und Kulturprogramm vor.
Ein Frühling voll sprühender Kreativität Spanien – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022 stellt neue Bücher und ein vielfältiges Literatur- und Kulturprogramm vor.

Große Vielfalt: Spaniens Kulturprogramm
Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Musik-, Theater- oder Filmvorführungen macht den Reichtum und die Bandbreite der spanischen Kultur erlebbar.
María José Gálvez, Generaldirektorin für Bücher und Leseförderung (Spanisches Ministerium für Kultur und Sport): „Wir möchten den ganz besonderen Charakter unserer Literatur präsentieren, die sprühende Kreativität, und diese zeigt sich auf jeder Seite unserer Bücher. Gemeinsam mit der spanischen Regierung wollen wir die Bedeutung der Übersetzung hervorheben. In unserer besonderen Funktion als Ehrengast wollen wir versuchen, ein wenig gegen den Schmerz anzukämpfen, der uns in der Welt gerade herunterzieht. Unsere Bücher können dazu einen Beitrag leisten.“

Ein Highlight ist sicher die Teilnahme Spaniens an der documenta fifteen vom 18. Juni bis 25. September in Kassel. Aber auch schon vorher ist Spanien präsent: Noch bis zum 24. April ist zum Beispiel im Kölner Wallraf-Richartz-Museum die Ausstellung „Unter die Haut. Der ergreifende Naturalismus des spanischen Barock” zu sehen. Passend dazu findet vom 31. März bis zum 1. April im Museum eine Konferenz statt, die sich mit den spanischen Meistern Ribera, Zurbarán und Murillo befasst und mit Gabriele Finaldi, Direktor der National Gallery in London spannende Einblicke verspricht. Zum Ende der Ausstellung lässt die Geigerin Lina Tur Bonet mit ihrem Ensemble Musica Alchemica die Musik des 17. Jahrhunderts aufleben. Das Schwule Museum Berlin zeigt ab dem 5. Mai eine Ausstellung über den LGTBI-Aktivisten und queeren Performer José Pérez Ocaña, kuratiert von Samuel Pérez Díaz. Und auch auf der Theaterbühne präsentiert sich Spanien mit seiner ganzen Kreativität: Bereits Ende März treffen sich spanische und deutsche Theaterschaffende unter dem Motto Dramático Weekend Pro zu einem Austausch im Centro Dramático Nacional in Madrid (25. bis 27. März). Vom 6. bis 8. Mai zeigen spanische Dramatiker:innen im Rahmen des Heidelberger Stückemarkts, einem bedeutenden Treffen für zeitgenössisches Theater, ihre Arbeiten. Spanische Dokumentarfilmer:innen sind zu Gast auf dem 4. DokFest München, Deutschlands wichtigstem Dokumentarfilmfestival, und zeigen dort ihre Werke (4. bis 15. Mai). Und zum Ausklang des Berlanga-Jahres findet zum 100. Geburtstag des großen spanischen Filmemachers Luis García Berlanga ein internationales Seminar in Regensburg und München statt (19. bis 21. Mai).
Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengastauftritt Spaniens auf der Frankfurter Buchmesse 2022: „2019 hat Spanien den ersten Schritt „auf den Weg nach Deutschland“ getan. Seitdem gab es viele Herausforderungen. Wir haben trotzdem viel auf die Beine gestellt, darunter ein großes Übersetzungsförderungsprogramm, um unseren Büchern auf die internationale Bühne zu verhelfen. Übersetzungen bringen uns einander näher und das ist etwas, was wir gerade in diesen Zeiten besonders brauchen. Jetzt übergeben wir den Staffelstab an die Leser:innen weiter. Wir präsentieren viele zeitgenössische Werke, die deutlich zeigen, dass Spanien ein anderes Land ist als noch vor 30 Jahren, als Spanien erstmals Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war.“

Guzmán Palacios, Direktor für kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen bei AECID (Spanische Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit): „Wir wollen durch unsere Kultur etwas Licht ins Dunkle bringen, eine kleine Kerze entzünden und zeigen, dass Europa für gemeinsame Werte wie Menschlichkeit und Demokratie steht. Zugleich wollen wir ein modernes Spanien präsentieren, als Teil eines vereinten Europas und wir wollen zeigen, wie vielseitig die spanische Kultur ist.“

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: „Unter dem Motto „Creatividad Desbordante / Sprühende Kreativität“ wird Spanien seine literarische Vielfalt im Oktober präsentieren – fast genau 30 Jahre nach dem ersten Auftritt des Landes auf der Frankfurter Buchmesse 1991. Eine der zentralen Botschaften des spanischen Auftritts ist die Vielsprachigkeit des Landes: darunter regionale Sprachen wie Katalanisch, Galicisch und Baskisch, in denen es jeweils eigene Literaturen gibt. Diese Vielsprachigkeit passt besonders gut zu unserem Jahresthema Translate. Transfer. Transform. Denn Übersetzen ist der einzige Weg für das Wort hinaus in die Welt, für die Verständigung zwischen Kulturen inmitten von Diversität. Die Übersetzung steht im Zentrum einer jeden Ehrengastpräsentation auf der Frankfurter Buchmesse: In diesem Zusammenhang ist eines der größten Übersetzungsförderungsprogramme weltweit entstanden. Jahr für Jahr bereichern mehrere hundert Titel auf diese Weise den deutschsprachigen Buchmarkt und finden ihren Weg zum Lesepublikum hierzulande.“

Luis García Montero, Direktor der Instituto Cervantes: „Die Buchmesse ist immer ein wichtiger Ort um in den Austausch zu treten und sich zu treffen. Das Buch ist eine Metapher für die Freiheit. Das Gewissen des Autors verbindet sich mit dem Gewissen der Leser. Spanien glaubt an Europa. Der große Reichtum Europas zeigt sich in den Menschrechten und der Demokratie. Und in einer Sprache zeigt sich der Wertekanon der Gesellschaft. Wir wollen Kultur aus der gesamten spanisch-sprachigen Gemeinschaft vermitteln und kämpfen als Gemeinschaft für die Vielstimmigkeit. Deswegen bin ich dankbar, dass die Frankfurter Buchmesse diesen wichtigen Dialog fördert.“

WIR SIND HIER.22 Festival für kulturelle Diversität am Literaturhaus Frankfurt am Main

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

In der zweiten Ausgabe von WIR SIND HIER. vom 18. bis 20. Februar 2022 befassen sich Autor*innen und Journalist*innen in Diskussionen und Lesungen mit dringenden Fragen unserer Zeit. Im Fokus sind die Entwicklung antirassistischer Arbeit in Politik, Literatur und Gesellschaft, der Zusammenhang von Frauenfeindlichkeit und Rassismus, das Schreiben von Literatur nach Ereignissen wie dem Mordanschlag von Hanau 2020 und das Vererben und Ererben von Migrationsgeschichten. WIR SIND HIER. zeigt die Vielfalt aktueller deutschsprachiger Literatur und gibt Menschen Raum, die selbst aufgrund ihrer Arbeit, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft oder Religion Opfer von Diskriminierung sind.

Gäste: Shida Bazyar, Teresa Bücker, Asal Dardan, Aladin El-Mafaalani, Lena Gorelik, Dilek Güngör, Aylin Karabulut, Hasnain Kazim, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Mirrianne Mahn und Emilia Roig.
Moderatorinnen: Hadija Haruna-Oelker, Dunja Hayali, Salwa Houmsi und Miryam Schellbach

Schirmherrinnen: Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig und Bildungsdezernentin Sylvia Weber

WIR SIND HIER. wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Bildungsdezernat, die Crespo Foundation, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert.
In Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank und der DEXT-Fachstelle Hanau.

Tickets 7/4 Euro | Stream 5 Euro | Streaming-Pass: 10 Euro

1. Veranstaltung
Hybridveranstaltung
POLITIK, GESELLSCHAFT, LITERATUR: WIR SIND HIER, WO STEHT DEUTSCHLAND?
18.02.2022 | FREITAG 19.30 Uhr
Mit Aladin El-Mafaalani, Aylin Karabulut, Hasnain Kazim, Mirrianne Mahn und Dunja Hayali (Mod.)
7/4 EURO | Stream 5 EURO | Streaming-Pass: 10 Euro | Streaming-Abo: 50 Euro (20 Veranstaltungen)

Im Rahmen von WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität
Rassismus ist eine über Jahrhunderte gewachsene Konstante, die bis weit in die Zukunft das gesellschaftliche und kulturelle Miteinander, die Lebenswege und die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen in Deutschland prägen wird. Am Eröffnungsabend des zweiten WIR SIND HIER.-Festivals soll es um die Frage gehen, was sich in den zwei Jahren seit dem Anschlag von Hanau getan hat. Ist die Situation für Menschen mit Migrationserbe besser geworden? Ist rassismuskritische Arbeit sichtbarer? Wie divers und sensibel verhält sich der Literaturbetrieb? Welche Erfahrungen macht eine Schwarze Politikerin in Deutschland? Was könnte wirklich helfen, um Rassismus in Deutschland abzubauen?
Zum Auftakt des Festivals hält die Rassismusforscherin Aylin Karabulut eine Keynote zu Fragen von Erinnerungskultur und zu Safe Spaces in Politik und Kultur.
Moderiert wird die Eröffnungsveranstaltung von der Journalistin Dunja Hayali. Als Gäste sind die Frankfurter Kulturpolitikerin Mirrianne Mahn (Die Grünen), der Soziologe Aladin El-Mafaalani („Wozu Rassismus?“, Kiepenheuer & Witsch) und der Autor Hasnain Kazim („Mein Kalifat“, Penguin) geladen.

WIR SIND HIER. wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Bildungsdezernat, die Crespo Foundation, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert. In Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank und der DEXT-Fachstelle Hanau.

2. Veranstaltung
Hybridveranstaltung
INTERSEKTIONALITÄT: DIE FEMINISTISCHE DIMENSION
19.02.2022 | SAMSTAG 19.30 Uhr
Mit Teresa Bücker, Emilia Roig und Hadija Haruna-Oelker (Mod.)
7/4 EURO | Stream 5 EURO | Streaming-Pass: 10 Euro | Streaming-Abo: 50 Euro (20 Veranstaltungen)

Im Rahmen von WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität
Intersektionalität bedeutet die Überschneidung und Gleichzeitigkeit von verschiedenen Diskriminierungskategorien gegenüber einer Person. Auffällig oft treten etwa Frauen-, Homo, Queer-, Transfeindlichkeit und Rassismus zusammen auf und lassen sich auf gemeinsame Ursprünge in einem patriarchalen Weltbild zurückführen. Feminismus und Antirassismus können und sollten also zusammengedacht werden, um zu klären, was es überhaupt bedeutet, als Schwarze Frau und Mutter in Deutschland, in Europa zu leben. Was sagt die Forschung und welche Lehren lassen sich gerade für rassistisch diskriminierte Personen, für Frauen und für andere Marginalisierte aus den Ereignissen der letzten Jahre ziehen? Welche Möglichkeiten gibt es, die gemeinsamen demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft angstfrei zu verteidigen?
Die Journalistin Hadija Haruna-Oelker wird mit der Politologin Emilia Roig („Why we matter. Das Ende der Unterdrückung“, Aufbau) und der Kolumnistin Teresa Bücker (Süddeutsche Zeitung u.a.) über diese Fragen diskutieren.
WIR SIND HIER. wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Bildungsdezernat, die Crespo Foundation, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert. In Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank und der DEXT-Fachstelle Hanau.

3. Veranstaltung – im Kulturforum Hanau (Am Freiheitsplatz 18, 63450 Hanau)
Hybridveranstaltung
SCHREIBEN IM HIER: SCHREIBEN NACH HANAU
20.02.2022 | SONNTAG 15.00 Uhr | Kulturforum Hanau
Mit Shida Bazyar, Lena Gorelik und Miryam Schellbach (Mod.)
7/4 EURO | Stream 5 EURO | Streaming-Pass: 10 Euro | Streaming-Abo: 50 Euro (20 Veranstaltungen)

Im Rahmen von WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität
Deutschsprachige Literatur erzählt immer auch vom Ankommen, vom Fremdsein in Deutschland. Vom Aufwachsen mit einem anderen Namen, anderen Haaren, anderen Privilegien, Ritualen und Einschränkungen. Auf literarische und aufrüttelnde wie unterhaltsame Weise werden die Leser*innen mit Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen konfrontiert, die vielleicht auch beschämen, aber die vor allem einen vielschichtigen Raum eröffnen, um über das Hier zu sprechen. Diese Autor*innen vermitteln in ihren Büchern differenziert Erfahrungen. Ihre Texte laden ein zu Perspektivwechsel und Reflektion, ermöglichen darüber hinaus notwendigen Austausch. Sie erzählen vom Leben und Aufwachsen in Deutschland, von fragwürdigen kulturellen Zuschreibungen, Ausgrenzung und Alltag, multiplen familiären, globalen wie historischen Bezugspunkten und versuchen, eine kritische und individuelle Haltung zu entwickeln.

Die Schriftstellerinnen Lena Gorelik („Wer wird sind“, Rowohlt) und Shida Bazyar („Drei Kameradinnen“, Kiepenheuer & Witsch) werden hierzu mit der Literaturkritikerin Miryam Schellbach ins Gespräch kommen und aus ihren Romanen lesen.

Eine Veranstaltung des Literaturhaus Frankfurt am Main im Kulturforum Hanau in Zusammenarbeit mit der DEXT-Fachstelle Hanau. Gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Hessen aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“.
WIR SIND HIER. wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Bildungsdezernat, die Crespo Foundation, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert. In Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank.

4. Veranstaltung
Hybridveranstaltung
GERMAN DREAM: WIR SIND DIE ERBEN
20.02.2022 | SONNTAG 19.30 Uhr
Mit Asal Dardan, Dilek Güngör, Ozan Zakariya Keskinkılıç und Salwa Houmsi (Mod.)
7/4 EURO | Stream 5 EURO | Streaming-Pass: 10 Euro | Streaming-Abo: 50 Euro (20 Veranstaltungen)

Im Rahmen von WIR SIND HIER. Festival für kulturelle Diversität
Herkunft, das ist immer mehr als eine räumliche oder kulturelle Verortung. Sie bestimmt sich dadurch, wer uns vorausging und vor allem wie. Die Kinder der ersten und zweiten Generation von Einwanderinnen und Einwanderern erleben, dass es weiterhin viele Fragen gibt, die nicht geklärt wurden. Ihre deutsche Staatsbürgerschaft reicht anscheinend auch heute noch nicht aus, um sie zu Deutschen zu machen. Viele Kinder ehemaliger Gastarbeiter*innen oder in Deutschland Asyl- und Schutzsuchender haben es geschafft, müssen nicht mehr auf dem Bau malochen, Taxi fahren oder putzen gehen, ihre Gesundheit ruinieren. Doch gibt es noch viele Fragen, die sich die Elterngeneration stellen lassen muss: Warum sind sie verstummt? Was haben sie erlebt und wo fanden sie ein Zuhause? Hat sich ihr German Dream erfüllt? Ihre Kinder, die Eltern von heute, fragen sich, welches Erbe sie antreten. Wie sehen sie sich selbst und was setzt sich bei ihnen fort? Die Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan („Betrachtungen einer Barbarin“, Hoffmann und Campe), die Schriftstellerin Dilek Güngör („Vater und ich“, Verbrecher Verlag) und der Politikwissenschaftler Ozan Zakariya Keskinkılıç („Muslimaniac“, Edition Körber) diskutieren mit der Moderatorin Salwa Houmsi über Familie und Migrationserbe.

WIR SIND HIER. wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Bildungsdezernat, die Crespo Foundation, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main gefördert. In Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank und der DEXT-Fachstelle Hanau.

Das Programm bis Anfang April ist erschienen.
Der VVK für die Tickets läuft. Alle (Streaming-)Tickets sind dann auch im Webshop erhältlich: https://literaturhaus-frankfurt.reservix.de/events

Streamingtickets sind erhältlich zu 5 Euro bis Veranstaltungsbeginn über den Kartenshop buchbar und 70 h nutzbar.

Programm im Literaturhaus Frankfurt von Februar bis April hier!