Kategorie-Archiv: Buchkultur

Wendepunkt am Buchmarkt 2018: Verlage und Buchhandlungen entwickeln erfolgreich Wege zum Leser

© Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
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Zahl der Buchkäufer steigt um 300.000 / Wachstum in Altersgruppen mit den bisher stärksten Rückgängen / Stabiler Umsatz 2018, steigende Umsätze in den ersten Monaten 2019 / Aktuelle Marktzahlen unter www.boersenverein.de/buchmarkt2018

Neue Zugänge zu den Lesern, bessere Orientierung im Buchangebot: Die Buchbranche arbeitet erfolgreich an neuen Wegen, Menschen für Bücher zu begeistern. Die Marktzahlen zeigen erste positive Entwicklungen: Verlage und Buchhandlungen konnten 2018 rund 300.000 Buchkäuferinnen und -käufer zurückgewinnen. Die Branche hat 2018 ihren Umsatz gehalten und ist mit Zuwächsen ins Jahr 2019 gestartet. Diese und weitere Wirtschaftszahlen der Buchbranche stellte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels heute vor.

Die Zahl der Buchkäufer in Deutschland ist 2018 erstmals seit 2012 wieder gestiegen: 29,9 Millionen Menschen ab 10 Jahren erwarben 2018 mindestens ein Buch (2017: 29,6 Millionen). Die größten Zuwächse zeigen sich in den Altersgruppen, in denen in den vergangenen Jahren am meisten Käufer verloren gegangen sind: In der Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren stieg die Zahl der Käuferinnen und Käufer um 15,2 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen um 15,8 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen um 2,2 Prozent. Auch der Branchenumsatz stabilisierte sich: 2018 lag der Umsatz der Buchbranche mit 9,13 Milliarden Euro auf demselben Niveau wie im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten 2019 stieg der Umsatz in den zentralen Vertriebswegen um 4,1 Prozent, der Absatz um 1,7 Prozent.

„Das Jahr 2018 markiert einen Wendepunkt in der Buchbranche. Die Beschäftigung mit den Ergebnissen unserer Studie ,Buchkäufer – quo vadis?‘ hat Bewegung bei Verlagen und Buchhandlungen ausgelöst. Die von uns befragten Buch-Abwanderer gaben unisono an, Bücher und das Lesen sehr zu schätzen; im Stress des Alltags und unter dem ständigen Druck reagieren zu müssen, insbesondere bei Social Media, gerät das Lesen jedoch aus dem Fokus. Neben der Zeit mangelt es den Befragten an Kontaktpunkten zum Buch und an Orientierung im Bücherangebot. Diese Erkenntnisse haben in der Branche das Bewusstsein geschärft, dass eine neue Art der Kundenansprache nötig ist. Verlage und Buchhandlungen bauen ihre Nähe zum Kunden aus und entwickeln neue Maßnahmen, um Menschen für Bücher zu begeistern. Dazu zählen neue Ladenkonzepte, kreative Veranstaltungsformate, Social-Media-Aktionen, neue Erzählformate und innovative Verlagsprogramme. Daneben arbeiten wir branchenweit an Lösungen für ein modernes, kundenfreundliches Orientierungssystem im Buchhandel sowie daran, das Image des Bücherlesens zu verbessern“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

„Der Buchmarkt ist trotz steigender Medienkonkurrenz stabil. Verlage und Buchhandlungen gestalten die Medienentwicklung mit: Das Online-Geschäft des Buchhandels gewinnt weiter an Bedeutung. Den stationären Buchhandel beschäftigen weiterhin steigende Mieten, die allgemeine Innenstadtentwicklung und Probleme bei der Nachfolgesuche. Buchhändler erproben neue Laden- und Veranstaltungskonzepte, um potenzielle Käuferinnen und Käufer anzusprechen und als Kundinnen und Kunden zu gewinnen“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins.

Die positive Marktentwicklung zeigt sich auch beim E-Book. „Digitale Bücher verzeichneten im vergangenen Jahr deutliche Zuwächse. Die Branche konnte auch beim E-Book Käuferinnen und Käufer zurückgewinnen, es stiegen Absatz und Umsatz. Das zeigt, dass sich das E-Book im Publikumsmarkt als weitere Darreichungsform etabliert und noch Steigerungspotenzial hat“, sagt Matthias Heinrich, Schatzmeister des Börsenvereins.

Im laufenden Jahr steht die Buchbranche vor wichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben. Alexander Skipis: „Gespannt erwartet die Branche, wie es nach der Insolvenz des Großhändlers KNV weitergeht. Wir sind optimistisch, dass durch eine erfolgreiche Restrukturierung des Unternehmens die leistungsstarke und vorbildliche Logistik der Buchbranche erhalten werden kann. Auf politischer Ebene ist es für uns maßgeblich, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft wiederherzustellen. Nach der positiven Entscheidung des EU-Parlaments für die EU-Urheberrechtsreform benötigen wir schnellstmöglich eine nationale Umsetzung, damit Verlage endlich wieder sicher kalkulieren können. Einen wichtigen Auftrag sieht die Buchbranche auch 2019 in der Förderung der Meinungsfreiheit und Debattenkultur. Verlage und Buchhandlungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Freiheit des Wortes und zum gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozess. Wir unterstützen diese Aufgabe etwa mit dem Deutschen Sachbuchpreis, mit dem wir die gesellschaftliche Debatte über wichtige Themen anregen und fördern wollen. Hier kann der Buchhandel vor Ort eine bedeutende Rolle spielen.“

Umsatz 2018: Vertriebskanäle und Warengruppen

Der stationäre Buchhandel bleibt mit 4,27 Mrd. Euro Umsatz und einem Anteil von 46,8 Prozent am Gesamtmarkt der größte Vertriebsweg für Bücher. Der Umsatz in den Läden vor Ort ging im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent zurück. Weiter steigend ist der Umsatz des Internet-Buchhandels, unter den auch das Online-Geschäft der stationären Händler fällt: Über die Online-Shops machte der Buchhandel mit 1,78 Mrd. Euro 4 Prozent mehr Umsatz als 2017. Der Umsatzanteil des E-Commerce am Gesamtmarkt stieg auf 19,5 Prozent. Das Direktgeschäft der Verlage, unter anderem mit Unternehmen und staatlichen Institutionen, lag 2018 mit 1,92 Milliarden Euro leicht unter Vorjahresniveau (-1,2 Prozent, Umsatzanteil: 21,0 Prozent).

Bei den Warengruppen verzeichnete das Sachbuch mit 5,5 Prozent den stärksten Umsatzzuwachs. Es machte 2018 10,6 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Ebenfalls aufwärts ging es für Kinder- und Jugendbücher (+3,2 Prozent, Umsatzanteil: 16,6 Prozent). Die mit 31,5 Prozent Umsatzanteil stärkste Warengruppe, die Belletristik, lag mit einem Minus von 0,9 Prozent leicht unter Vorjahresniveau. Ebenfalls Einbußen verzeichneten die Warengruppen Ratgeber (-1,2 Prozent, Umsatzanteil: 14,0 Prozent) und Reise (-3,2 Prozent, Umsatzanteil: 5,7 Prozent).

Titelproduktion, Übersetzungen, Lizenzen

Weiterhin rückläufig ist die Titelproduktion der Verlage. Die Zahl der Erstauflagen ging von 72.499 Titeln (2017) auf 71.548 zurück. Nach einem Anstieg in 2017 ging die Zahl der neuen Titel in der Belletristik wieder zurück und lag bei 13.879 (2017: 14.273). Mehr Neuerscheinungen gab es bei Sachthemen wie den Sozialwissenschaften (12.734 neue Titel, 2017: 12.218) oder Geschichte und Geografie (6.956 neue Titel, 2017: 6.757). Der Anteil der Übersetzungen an den Erstauflagen blieb nahezu unverändert bei 13,7 Prozent. Analog zur Titelproduktion insgesamt lag auch die Zahl der übersetzten Titel mit 9.803 etwas unter Vorjahr (9.890). Die wichtigsten Ausgangssprachen bleiben Englisch, Französisch und Japanisch.

Der Lizenzverkauf ins Ausland blieb auf hohem Niveau stabil bei 7.844 Titeln (2017: 7.856 Titel). Den größten Anteil hatten wieder die Kinder- und Jugendbücher mit 36,8 Prozent, allerdings ging die Zahl der Lizenzen in diesem Bereich zurück (-5,0 Prozent auf 2.886). In der Belletristik, auf die 18,2 Prozent der Abschlüsse entfielen, wurden mit 1.431 Titeln 10,6 Prozent mehr verkauft als im Vorjahr. Das Sachbuch, das 2017 einen großen Sprung machte (+36,5 Prozent), war 2018 weniger gefragt als im Vorjahr (-24,9 Prozent auf 638). Der Top-Abnehmer deutscher Rechte bleibt der chinesische Sprachraum mit 1.678 Lizenzen.

Der E-Book-Markt

Der Umsatz der E-Books am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) stieg 2018 um 9,3 Prozent. Damit wurden 2018 5,0 Prozent des Umsatzes mit E-Books gemacht (2017: 4,6 Prozent). Ebenfalls steigend waren der Absatz (+12,7 Prozent auf 32,8 Millionen E-Books) sowie die Zahl der Käufer (3,6 Millionen, 2017: 3,5 Millionen). Auch die Kaufintensität nahm weiter zu: Im Schnitt legte sich jeder Käufer 9,2 E-Books in den Warenkorb, fast eines mehr als im Vorjahr (8,3 Stück). Der Trend zum Kauf günstigerer Titel setzt sich derweil fort: 2018 gaben Käufer durchschnittlich nur noch 6,19 Euro pro Buch und damit 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr aus.

Quellen und weitere Informationen

Die Zahlen zu den Anteilen und Umsatzveränderungen der Warengruppen sowie zur Umsatz- und Absatzentwicklung 2019 stammen aus dem Handelspanel von Media Control. Das Panel umfasst die Abverkäufe von 3.766 Händlern in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inklusive Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- / Warenhäuser und Nebenmärkte (Elektro- und Drogeriemärkte). Die Käuferzahlen sowie Hochrechnungen der E-Book-Absätze und -Umsätze stammen aus dem GfK Consumer Panel Media*Scope Buch mit insgesamt 20.000 Personen. Sie sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,4 Millionen Menschen.

Alle Zahlen und Daten des Buchmarkts werden zusammengefasst in der Publikation „Buch und Buchhandel in Zahlen 2019“, die vom Börsenverein herausgegeben und im August veröffentlicht wird.

Frankfurter Buchmesse: Ehrengastland Norwegen mit grandiosem Programm „Der Traum in uns“ u. Begleitausstellungen

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FRANKFURT, 4. Juni 2019 – Auf einer Pressekonferenz stellte sich heute Norwegen als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2019 (16. bis 20. Oktober) im Museum Angewandte Kunst vor. Der Auftritt steht unter dem Motto „Der Traum in uns“, das dem Gedicht „Das ist der Traum“ des Dichters Olav H. Hauge entlehnt ist. Das Gespräch führten Matthias Wagner K (Direktor des Museums), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse), Margit Walsø (Direktorin von NORLA – Norwegian Literature Abroad), Halldór Guðmundsson (Projektleiter des Ehrengastauftrittes 2019) und Petter Ølberg (Botschafter Norwegens in Deutschland). Als Vertreter(innen) des Kulturprogramms wurden Stein Olav Henrichsen (Direktor des Munch Museums Oslo), Esther Schlicht (Ausstellungsleiterin der Schirn Kunsthalle Frankfurt), Anette Kruszynski (Stellvertretende künstlerische Direktorin der Kunstsammlung NRW) und Matthias Pees (Intendant des Künstlerhauses Mousonturm) begrüßt.

Foto: Die Sprecherinnen und Sprecher der Pressekonferenz des Ehrengasts Norwegen 2019 vor dem Museum Angewandte Kunst Frankfurt., © Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Die Sprecherinnen und Sprecher der Pressekonferenz des Ehrengasts Norwegen 2019 vor dem Museum Angewandte Kunst Frankfurt., © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Kulturprogramm

Neben dem Literaturprogramm präsentiert Norwegen ein umfangreiches Kulturprogramm, das bildende Kunst, Bühnenkunst, Musik, Film und Architektur umfasst. Die Schirn Kunsthalle, ebenfalls in Frankfurt, zeigt vom 26. September bis zum 12. Januar eine Ausstellung mit 26 Werken der Textilkünstlerin Hannah Ryggen (1894–1970). Das Museum Angewandte Kunst widmet seine gesamte Ausstellungsfläche ab dem 11. Oktober 2019 bis zum 26. Januar 2020 dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019. Als House of Norway versammelt es herausragende Positionen aus Norwegens Kunst und Kultur, Design, Handwerk und Architektur. Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf präsentiert vom 12. Oktober 2019 bis zum 1. März 2020 „Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård“. Außerdem ergänzen eine Ausstellung zum Werk von Harald Sohlberg in Wiesbaden, Aufführungen von Stücken Henrik Ibsens und Jon Fosses, Ausstellungen zeitgenössischer Künstler(innen) sowie zahlreiche Konzerte das Programm im deutschsprachigen Raum. In Frankfurt nehmen das Deutsche Architekturmuseum, das Fotografie Forum Frankfurt, die Ausstellungshalle Portikus, das Künstlerhaus Mousonturm, das Deutsche Filmmuseum und viele andere am Kulturprogramm teil.

„Das Kulturprogramm soll das Publikum überraschen, begeistern und engagieren sowie Norwegen und norwegische Kultur von einer neuen Seite zeigen. Das umfangreiche Kulturprogramm, das wir heute präsentieren, ist das Ergebnis einer wunderbaren Zusammenarbeit zwischen deutschen und norwegischen Kulturinstitutionen. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren auch die nachhaltige Wirkung dieser Kooperationsprojekte zu sehen“, kommentierte Margit Walsø, Direktorin von NORLA.

Autor(inn)en in Frankfurt

Auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse werden Erika Fatland und Karl Ove Knausgård als literarische Redner sprechen. Die Journalistin und Autorin Erika Fatland beherrscht acht Sprachen und hat bereits mehrere hochgelobte Bücher veröffentlicht, darunter Sowjetistan, das mit dem norwegischen Buchhandelspreis ausgezeichnet und schon in zehn Ländern veröffentlicht wurde; gerade ist ihr Buch Die Grenze auf Deutsch erschienen. Karl Ove Knausgård gilt als vielleicht wichtigster norwegischer Gegenwartsautor. Seine Bücher, unter anderem sein sechsbändiges autobiografisches Projekt, wurden in über 30 Sprachen übersetzt und sind vielfach preisgekrönt. Rund um die Buchmesse werden mehr als 75 norwegische Autor(inn)en erwartet. Unter anderem reisen Maja Lunde, Jo Nesbø, Dag Solstad und Maria Parr nach Frankfurt.

„In diesem Jahr werden wir Norwegens vitale Literaturszene kennenlernen, und darauf freue ich persönlich mich schon sehr. Wir können von unserem diesjährigen Ehrengast sehr viel lernen: Nicht nur werden Autorinnen und Autoren sowie Übersetzungen aller Genres nachhaltig gefördert; auch das Lesen selbst als Kulturtechnik und als Grundlage für jede Art des demokratischen Zusammenlebens erhält in Norwegen große Aufmerksamkeit. Das sieht man nicht zuletzt an dem hohen Stellenwert, den Bibliotheken in Norwegen genießen. Ich freue mich persönlich sehr auf die Begegnungen mit Autor(inn)en wie Tomas Espedal, Maja Lunde, Linn Ullmann, Karl Ove Knausgård und auf viele literarische und kulturelle Entdeckungen in diesem Jahr“, erklärte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Der Literaturzug mit Kronprinzessin Mette Marit

IKH Kronprinzessin Mette Marit wird mit einem durch Deutschland fahrenden Literaturzug zur Frankfurter Buchmesse anreisen. Die Fahrt des Literaturzugs durch Deutschland ist einer Zusammenarbeit zwischen dem norwegischen Außenministerium, NORLA und der Deutschen Bahn AG zu verdanken. Am Montag, den 14. Oktober, besteigt die Kronprinzessin, die zuvor in Düsseldorf und Berlin zu Gast sein wird, den Zug nach Köln – zusammen mit einer Gruppe Schulkinder. Auf der Reise geht es besonders um norwegische Kinder- und Jugendbücher. Wenn in Köln norwegische Schriftsteller(innen) zugestiegen sind, wird der Literaturzug nach Frankfurt fahren. Als Botschafterin norwegischer Literatur reist die Kronprinzessin jedes Jahr mit einem Spezialzug durch Norwegen, um die Bekanntheit der zeitgenössischen Landesliteratur und die Leselust zu fördern.

„Ich bin stolz und dankbar für die einzigartige Möglichkeit, die norwegische Literatur hervorheben zu dürfen. Ich freue mich darauf, mit einigen unserer besten Autorinnen und Autoren durch das Land zu reisen und dabei die deutschen Leserinnen und Leser kennenzulernen. Ich freue mich natürlich auch darauf, Norwegen auf der weltweit wichtigsten Arena für Literatur und Meinungsfreiheit repräsentieren zu dürfen. Die Frankfurter Buchmesse ist eine einmalige Gelegenheit, unsere norwegische Literatur unter Lesern der ganzen Welt zu verbreiten“, kommentierte IKH Kronprinzessin Mette-Marit.

„Deutschland und Norwegen sind schon seit Langem durch viele Kulturprojekte eng miteinander verbunden und inspirieren sich gegenseitig. Wir sind gleichgesinnte Nachbarn mit häufig zusammenfallenden politischen Interessen und Werten. Wir glauben beide an internationale Zusammenarbeit, Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Das Ehrengastprojekt auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Literaturzug Ihrer Königlichen Hoheit Kronprinzessin Mette-Marit und dem breiten Kulturprogramm werden wir nutzen, um diese Partnerschaft weiter zu vertiefen“, sagte Petter Ølberg, Botschafter Norwegens in Deutschland.

Der Ehrengast-Pavillon

logo-pavillon-norwegenAuf der Pressekonferenz wurde auch der Siegerentwurf für die 2.300 Quadratmeter große Ausstellungshalle präsentiert: Das Konzept, das die beiden Architekturbüros LCLA und manthey kula gemeinsam entwarfen, zeichnet eine imaginäre Geografie der norwegischen Literatur. Der Entwurf verbindet einen Bereich für größere Veranstaltungen und eine ausgedehnte Innenlandschaft aus tischartigen Objekten, die skulptural-abstrakt und zugleich narrativ-verspielt sind. Ihr Design ist inspiriert von norwegischen Gedichten und greift Ausstattungsdetails berühmter Bibliotheken auf – von Louis Kahns Leseplätzen in Exeter bis zu Gunnar Asplunds Trinkwasserbrunnen in Stockholm. Dabei bietet der Pavillon Platz für die internationale Buchausstellung „Books on Norway“, zwei Bühnen für Buchvorstellungen und andere Programmpunkte sowie ein Café.

„Das ist der Traum
Das ist der Traum, den wir tragen,
daß etwas Wunderbares geschieht,
geschehen muß –
daß die Zeit sich öffnet,
daß das Herz sich öffnet,
daß Türen sich öffnen,
daß der Berg sich öffnet,
daß Quellen springen –
daß der Traum sich öffnet,
daß wir in einer Morgenstunde gleiten
in eine Bucht, um die wir nicht wußten.“
* Gedicht von Olav H. Hauge/ Übersetzung von Klaus Anders

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25. Mainzer Minipressen-Messen eröffnet – International einzigartiger Treffpunkt der Kleinverlags- und Selfpublisher-Szene

25. Mainzer Minipressenmesse - Internationale Buchmesse der Kleinverlage und Künstlerbücher hat heute ihre Tore geöffnet und geht noch bis zum 2. Juni 2019.© Foto: Diether v. Goddenthow
25. Mainzer Minipressenmesse – Internationale Buchmesse der Kleinverlage und Künstlerbücher hat heute ihre Tore geöffnet und geht noch bis zum 2. Juni 2019.© Foto: Diether v. Goddenthow

Großer Andrang herrschte, als Kulturdezernentin Marianne, Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig und Hauptorganisator Jürgen Kipp, auch Mister Minipresse genannt, gemeinsam die 25. Mainzer Minipressenmesse  – Internationale Buchmesse der Kleinverlage und Künstlerbücher im Foyer des vom Brand verschonten Teils der Rheingoldhalle heute gegen 14.00 Uhr feierlich und mit anschließender Geburtstagstorte und Umtrunk eröffneten. Gleich zu Beginn überbrachte Katzengraben-Presse-Verleger und Stomps-Preisträger 2013, Christian Ewald, Sonnenstrahlen aus Berlin, damit sie auch hier Ideen und Gedanken während der Messe erhellten.

„Auf die unterschiedlichste Art und Weise, aber jeweils mit ganzem Herzen, großer Leidenschaft wollen sie alle Bücher machen, besondere Bücher und einmalige Buchkunst. Und dabei, und das ist das Besondere, stehen nicht Umsätze und Gewinne im Vordergrund, sondern es geht darum, einzigartige Ideen in Worten und Bildern umzusetzen“, sagte die Kulturdezernentin und fügte hinzu: „Sich selbst zu verwirklichen und andere, Gleichgesinnte auch daran teilhaben zu lassen: Seite an Seite, Blatt für Blatt“.

Marianne Grosse, © Foto: Diether v. Goddenthow
Marianne Grosse, © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Minipressenmesse bilde das gesamte Spektrum der Kleinstverlage und der Kleinstverlags-Szene ab und gäbe ihr ein Forum, um sich hier auf einer ganz breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. „Und wo, meine Damen und Herren, wäre diese Messe besser aufgehoben, als hier in Mainz, der Geburtsstadt Johannes Gutenbergs und im Gutenberg Museum, der Institution, die die Messe alle zwei Jahre organisiert“, sagte Grosse und unterstrich, dass „wir hier in Mainz wahnsinnig stolz“ darauf sind.

 

Jürgen Kipp, Vor-Denker, Organisator und Macher der Minipressenmesse, zumeist im Hintergrund bleibend, griff anlässlich des Jubiläums dieses Mal auch zum Mikrofon und erzählte von seiner Begegnung am Rande der ersten wie einzigen alternativen Buchmesse 1991 in Leipzig mit dem damals noch relativ unbekannten Neo Rauch in dessen Atelier. Rauch zitierte dort seinen Lehrer, der gesagt habe, dass ein Kunstwerk nie fertig werde. Man müsse es irgendwann für fertig erklären. „Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt“, so Kipp, „das trifft auch auf die Messe zu. Nach der Messe ist vor der Messe“, auch wenn die Messe, wie die Minipresse alle zwei Jahre stattfindet.

Jürgen Kipp, Organisator der Minipressenmesse.© Foto: Diether v. Goddenthow
Jürgen Kipp, Organisator der Minipressenmesse.© Foto: Diether v. Goddenthow

„Ich schlafe mit ihr ein und ich wache mit ihr auf“, denn die Fülle der Themen sei schier grenzenlos, allein schon, sich stets auf dem Laufenden zu halten, sei unübersehbar. Und dabei sehe er immer noch etwas, was besser zu machen sei. Vor allem wachse mit näher rückendem Termin die Nervosität, ob auch alle Entscheidungen richtig getroffen waren. Das wichtigste, was er gelernt habe sei, „dass es zwei wirklich wichtige Personengruppen für eine Messe gibt: Die einen sind die Aussteller, die anderen sind die Besucher. Fehlt auch nur eine dieser Gruppen, bleibt die viel persönlich investierte Zeit vertan.“

So hoffe er für die Jubiläumsmesse, dass es auch gelungen sei, „die Messe so gut zu bewerben, dass sich zahlreiche Besucher einfinden: Denn ihre Bücher, Drucke und Zeitschriften haben es verdient“, so Kipp.

Nach den Eröffnungsreden schnitten Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg Museums  (r.) und Kulturdezernentin Marianne Grosse gemeinsam die Geburtstagstorte an. © Foto: Diether v. Goddenthow
Nach den Eröffnungsreden schnitten Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg Museums (r.) und Kulturdezernentin Marianne Grosse gemeinsam die Geburtstagstorte an. © Foto: Diether v. Goddenthow

Nach dem Anschnitt der in Form einer Fast-Gutenberg-Bibel mit Minipressen-Messe-Logo verzierten Torte durch Dr. Annette Ludwig und Marianne Grosse waren auch die Schleckermäuler unter den Bibliophilen mental für die in mehreren Hallen organisierte Minipressenmesse bereit. Auch in diesem Jahr war der Bogen wieder weit gespannt vom anspruchsvollen Pressendruck engagierter Kleinverleger bis hin zum individuell gestalteten Einband vom Kinderbuch und Klassiker, von Kalligrafie zu Pop Art und vom liebevollen Handwerk zum digitalen Publishing der Gegenwart. Es gibt wieder Papierschöpfen und zudem ein großes Rahmen- und Vortragsprogramm.

Spiele-Entwickler Franz Scholles

Spieleautor Franz Scholles mit „: DOCH!DOCH!DOCH!“  in Personalunion mit der bekannten TV-Aufklärerin Ann-Marlene Henning, und einem zweiten Liebeskartenspiel:„Liebesgeflüster“ .© Foto: Diether v. Goddenthow
Spieleautor Franz Scholles mit „: DOCH!DOCH!DOCH!“ in Personalunion mit der bekannten TV-Aufklärerin Ann-Marlene Henning, und einem zweiten Liebeskartenspiel:„Liebesgeflüster“ .© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Spieleautor Franz Scholles gehört quasi schon zum Minipressen-Urgestein. Ursprünglich in Mainz-Weisenau aufgewachsen, verschlug es ihn bereits 1983 beruflich nach Remagen. Vor 40 Jahren hatte er mit seinem ersten Umweltspiel „Öko“ angefangen, Spiele zu entwickeln. „Und das war genau der richtige Zeitpunkt: die ersten Grünen, die ersten alternativen Buchläden, und dann lief das wie verrückt“, erinnert sich der Berufsschullehrer mit einem Dreiviertel-Deputat. Ich habe das als Liebhaberei weitergemacht. Und „weil es am Anfang so gut lief, bin ich halt dabei geblieben.“ Gottlob kann man nur sagen, denn inzwischen hat der mittlerweile bekannte Spieleentwickler jede Menge Brett-, Karten-, Quiz- und Pädagogik-Spiele entwickelt, Preise wie 2004 den „Deutschen Lernspielpreis“ erhalten, und viele seiner Kreationen erfolgreich selbst per Online-Shop an die Kunden und Kundinnen gebracht: https://www.aktuell-spiele-verlag.de/

Seine neuesten Spiele-Kreationen sind Erotik-Kartenspiele, das eine „: DOCH!DOCH!DOCH!“ in Personalunion mit der bekannten TV-Aufklärerin Ann-Marlene Henning, zu 29,90 Euro, das andere „Liebesgeflüster“ für 14,95 Euro. „Liebesgeflüster“ hat Scholles gemeinsam mit dem Schweizer Paartherapeuten Henri Guttmann entwickelt, und besteht aus quasi „Wunsch-„ und „Antwortkarten“.

Bücher, die man nicht lesen können soll

Künstlerpaar Georg und Claudia Raab aus Karlsruhe mit ihren unmöglichen Bücher, in denen Informationen vernichtet oder verschleiert werden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Künstlerpaar Georg und Claudia Raab aus Karlsruhe mit ihren unmöglichen Bücher, in denen Informationen vernichtet oder verschleiert werden. © Foto: Diether v. Goddenthow

So nützlich und sinnstiftend Scholles Spielekreation sind, so sinnentleerend scheinen Georg und Claudia Raabs hohle oder verschraubten Buchprodukte visavis zu sein. Da liegt beispielsweise eine Serie Botticelli- Hochglanzbroschüren, aber dort, wo man im Zentrum erwarteter Text- und Bildinformation klafft ein „Nichts“, ein ausgestanzter Raum in Form eines großen Schlüssels, andere Broschüren der Serie sind anders verunstaltet, etwa mit schwarz übermalten Französischen Schimpfworten bemalt, so dass die Figuren weinen, und in einer Japanischen Ausgabe finden wir auf den Abbildungen des italienischen Renaissance-Bildern Manga-Augen. Man kann mit alledem nichts anfangen, die Broschüren sind komplett unbrauchbar, und das soll auch so sein. Der Künstler Georg Raab bearbeitet oft Bücher so, dass der eigentliche Inhalt nicht mehr lesbar ist. Er möchte Informationen quasi unbrauchbar machen. Das mache Ihr Mann oft bei Bücherserien, neulich auch mit einer Serie mit Kochbüchern. Die Bücher werden alle so als Objekt umgestaltet, dass man sie auf keinen Fall wirklich noch benutzen kann. Auf unterschiedlichste Art und Weise sollen Informationen hier verschleiert werden.

Serie Botticelli- Hochglanzbroschüren und Männerbücher ohne oder mit verschlossenem Inhalt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Serie Botticelli- Hochglanzbroschüren und Männerbücher ohne oder mit verschlossenem Inhalt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das gab es auf der Minipressen-Messe noch nie: Bücher, die man nicht lesen können soll, je nach Projektart zwischen 9 und 30 Euro pro Werk. Besonders stolz ist Georg Raab über seine Männerbuchserie: Ob Auto-, Flugzeug- oder Elektrotechnik-Buch – sie sind mit Mutter-Schauben von Buchdecken absolut nicht aufklappbar: „Da nimmt er das: Oh, ein Autobuch!. Dreht es herum, zack schon fertig! Und denkt: Ah klasse!“, verrät der Künstler augenzwinkernd, was Männer wirklich wollen.
Informationen über das international bekannte Karlsruher Künstlerpaar Claudia und Georg Raab findet man im Minipressen-Ausstellerkatalog unter: Bu.Ku.Co (BuchKunstCompany/Karlsruhe) – Georg Raab. Die Website www.georgraab.de wird zurzeit umgebaut.

Self-Publishing-Thriller, die unter die Haut gehen
Ein für die Mainzer Minipressenmesse so ganz typischer Self-Publisher der Thriller-Autor Uwe Alexi aus Bad Homburg. Im früheren Leben war er Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. In dieser Zeit habe er schon mal rein aus Spass, „weil er irgendwann mal ein Buch schreiben wollte“, 6 Seiten geschrieben, die jedoch in seiner Schreibtisch- Schublade liegen geblieben. „Früher war ich Workaholic , das war wirklich krank“, und, mittlerweile aus dem Beruf ausgestiegen, sind ihm 2013 diese 6 Seiten in die Hände gefallen: „Okay, jetzt hast Du Zeit, jetzt guckst Du einfach mal, ob Du etwas daraus machen kannst“, erinnert er sich an seinen ersten Versuche, Krimiautor zu werden, woraus dann sein erster Thriller „Niemand wird dich vermissen“ entstanden ist. „Die Kritiken waren so gut, dass ich dann gesagt habe, und weil es Spaß gemacht hat: Okay, probier’s mal, ob eine zweite Geschichte in dir steckt.“ Aus dieser zweiten Geschichte, mit dem Journalisten Armin Anders, der immer wieder über irgendwelche seltsamen Morde stolpert, wurde schließlich eine ganze Serie, wovon der vierte Band „Gott und Tod“ jetzt im Juni 2019 erscheinen wird.

Seit 2013 wurde aus dem ehemaligen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ein erfolgreicher Thriller-Autor und Selfpublisher.  Der nächste Band "Gott und Tod" erscheint im Juni 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Seit 2013 wurde aus dem ehemaligen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ein erfolgreicher Thriller-Autor und Selfpublisher. Der nächste Band „Gott und Tod“ erscheint im Juni 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der Reihe Armin Anders kam dann Alexis Entschluss, beim Schreiben zu bleiben. Zum Schreiben nimmt er sich jedes Jahr eine Auszeit. Meistens schriebe er in Afrika, er überwintere dort sozusagen. Zwischen zwei und fünf Monate sei er irgendwo. Und dort schreibt er dann das Buch. Zu Hause brauche er, um ein Buch zu schreiben, ein gutes Jahr. „Wenn ich auf Reisen gehe, das letzte hier, ist genau in 57 Tagen entstanden“.

Er nehme sich dann komplett aus dem normalen Alltag raus. Er sei ohne Handy und andere Ablenkungsobjekte, um sich nur auf seine Geschichte konzentrieren zu können. Er habe keinen festen Plott, sondern setze sich an sein Laptop und schreibe einfach drauf los. Die Geschichten entstünden beim Schreiben, er wisse selbst nicht, wohin sie führten, das sei ja das Spannende. Für ihn sei das Schreiben eines Thrillers deswegen genauso spannend wie das Lesen eines. Es dauere zwar länger, „als wenn man das komplett durchplottete“, und dann anhand des vorgefertigten Gerüstes das Buch einfach linear runterschreibe. Es sei natürlich effizienter. „Ich habe beispielsweise kein Buch, wo ich nicht zwischendrin mal zwei oder drei Kapitel löschen muss, weil es einfach im Finale mit dem Zusammenfügen der Handlungsstränge nicht hinkommt“. Es dauere etwas länger, mache aber dafür mehr Spaß!

Ohne vorgefertigtes Konzept zu schreiben, bedeutet aber nicht disziplinlos zu sein, im Gegenteil- Der Thriller-Autor setzt sich ein Tagesziel von 1500 Wörtern. „Und bevor ich die nicht erfüllt habe, stehe ich auch wirklich nicht auf!“. Manchmal ist er schon morgens um 9 Uhr fertig, wenn’s gut läuft: „Dann habe ich den ganzen Tag für mich, gehe ans Meer, an den Strand, mache Sightseeing oder sonst irgendetwas. Manchmal sitze ich wirklich bis abends!“ Aber nur so ginge es bei ihm. Jeder habe eine andere Herangehensweise. „Aber so läuft’s bei mir ganz gut“, freut sich Uwe Alexi wie sich das alles so gefügt hat, der alle seine Werke als Self-Publisher auch verlegt und vertreibt. Er will unabhängig sein. Einem größeren Verlag hat er seine Werke noch nicht angeboten. Als unbekannter oder C- oder D-Autor müssen sie dort ihr Marketing ohnehin selbst machen, und nicht jeder hat das Glück wie Nele Nauhaus, entdeckt zu werden. Aber die hatte ja auch bereits ihr Marketing in Eigenregie erfolgreich organisiert gehabt. Natürlich, wenn ein großer Publikumsverlag anklopfe, und ihm ein lukratives Angebot machte, könnte er darüber nachdenken, unter dessen Dach dann weiter zu publizieren. https://uwealexi.de

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Alle, die hier ausstellen wären es wert, kurz vorgestellt zu werden, haben einzigartige Biographien und sind zumeist auch lebenskünstlerisch ganz besondere Menschen, Idealisten, die sich nicht in die üblichen Schablonen pressen lassen wollen.

Der Besuch der Minipressenmesse ist wärmstens zu empfehlen. Freitag, 31.5. von 14.00 bis 19.00 Uhr;
Samstag, 1.06.von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Sonntag, 2.06. von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Und eins noch: Kaufen Sie! Überlegen Sie, ob sie Geschenke jetzt schon besorgen oder sich selbst auch mal etwas Gutes tuen wollen. Wenn man bedenkt, wie „stark“ der Euro ist, ist ein guter Handpressendruck, ein Künstlerbuch, ein Spiel oder ein Selfpublisher-Roman alles mal werthaltiger!
Und wenn Sie schon alles haben, dann tun Sie’s eben, weil sie ein guter Mensch sein möchten:   Denn selbst die größten Idealisten leben letztlich nicht vom Lob allein!

Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst

Alle Informationen zum Programm der nächsten Tage finden Sie hier: Minipressenmesse

Katalog der Minipressenmesse

Hessischer Verlagspreis 2019 geht an Frankfurter Verlag Schöffling & Co. Mabuse-Verlag erhält Sonderpreis

Literaturhaus Villa Clementine Archivbild. Hessischer Verlagspreis 2018, © Foto: Diether v. Goddenthow
Literaturhaus Villa Clementine Archivbild. Hessischer Verlagspreis 2018, © Foto: Diether v. Goddenthow

Hessischer Verlagspreis 2019 geht an Frankfurter Verlag Schöffling & Co. Mabuse-Verlag erhält Sonderpreis

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute die Juryentscheidung für den Hessischen Verlagspreis bekannt gegeben: Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den vor 25 Jahren gegründeten Literaturverlag Schöffling & Co. aus Frankfurt. Den Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro bekommt der Mabuse-Verlag, ein Sachbuchverlag im Bereich Gesundheitswesen. Der Gründerpreis wird in diesem Jahr nicht vergeben. Der Verlagspreis wird seit 2018 gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgelobt.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Der familiengeführte Verlag Schöffling & Co. hat die Jury mit seinem ambitionierten Gesamtkonzept überzeugt, zu dem Romane und Gedichtbände ebenso gehören wie der ‚Literarische Katzenkalender‘. Der Mabuse-Verlag erhält für sein Programm ‚Bücher für starke Kinder‘ einen Sonderpreis. Ich gratuliere den beiden Verlagen zu diesem Erfolg und hoffe, dass der Preis dazu beitragen wird, sie nachhaltig in ihrer Arbeit zu unterstützen.“

Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Wir gratulieren den zwei sehr renommierten Frankfurter Verlagen Schöffling sowie Mabuse und freuen uns, dass sowohl ein Literatur- als auch ein Fachverlag damit in den Fokus des Preises rücken. Beide Verlage leisten seit Jahrzehnten eine höchst professionelle Arbeit und sind überregional bekannt. Die Entscheidung, in diesem Jahr einen Sonderpreis auszuloben, begrüßen wir sehr. Unser Dank geht an die siebenköpfige Jury für ihr Engagement und an alle hessischen Verlage, die sich beworben haben.“

Aus Sicht der Jury zeigt Schöffling & Co. vorbildlich, wie man sich als literarischer Verlag erfolgreich auf dem immer schwieriger werdenden Buchmarkt behauptet. Klaus und Ida Schöffling und ihre Mitarbeiter setzen nicht nur auf einzelne Bücher, sondern pflegen Autoren und deren Werk langfristig. Der Verlag veröffentlicht neben Romanen auch Erzählungen und Gedichtbände und immer wieder Wiederentdeckungen aus der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Verlag hat zudem das Literaturfestival „Frankfurt liest ein Buch“ angestoßen.

Mit dem Frankfurter Mabuse-Verlag zeichnet die Jury einen Fachverlag aus, der seit 1976 Schritt für Schritt aus einer Zeitschrift kritischer Frankfurter Medizinstudierender hervorgegangen ist, die es bis heute als Zweimonatsschrift gibt. Zahlreiche Buchveröffentlichungen zu immer mehr Gesundheitsthemen wie Pflege und Demenz kamen hinzu. Der Sonderpreis würdigt das über zehnjährige erfolgreiche Kinderfachbuchprogramm, das sich unter anderem an Kinder von psychisch Erkrankten sowie an deren Eltern, Erzieher und Begleiter richtet.

Die Preise werden in einer Feierstunde am 27. Juni 2019 in Wiesbaden verliehen.

Um den Hessischen Verlagspreis 2019 konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Sitz in Hessen bewerben, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt. Die Ausschreibung richtete sich an alle Verlagssparten: Belletristik, Lyrik, Sachbuch, Fachbuch, Wissenschaft sowie Kunst- und Regionalbuch. Bei der Bewertung der Jury spielten nicht einzelne Bucherfolge oder Autoren eine Rolle, sondern ausschließlich die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm. Der Jury gehörten an: Florian Balke (FAZ), Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst), Björn Jager (Hessisches Literaturforum), Jutta Leimbert (Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden), Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk), Ute Schwens (Deutsche Nationalbibliothek) und Aljoscha Walser (Berater für die Medienindustrie und ihre Dienstleister).

Hintergrund „Hessischer Verlagspreis“:
Der Verlagspreis ist Teil einer Initiative zur Verlagsförderung des Landes Hessen und des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Er verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen zu würdigen, sie zu unterstützen und zu erhalten. Außerdem sollen mit ihm die Verbreitung und der Vertrieb von Büchern gefördert und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt gestellt werden.

Hugos politisch-philosophische Lyrik Abschlussveranstaltung der Reihe „Victor Hugo – Der Europäer“

„Victor Hugo – Der Europäer“ © Foto: Diether v. Goddenthow
„Victor Hugo – Der Europäer“ © Foto: Diether v. Goddenthow

(rap) Die Veranstaltungsreihe „Victor Hugo – der Europäer“ beleuchtet einige der wichtigsten Aspekte im Werk und in der Gedankenwelt des großen europäischen Humanisten. Die Lesung in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek am Mittwoch, 5. Juni um 18.30 Uhr beendet die Reihe – dieser Abend ist Hugos politisch-philosophischer Lyrik gewidmet. Im Dialog lesen Günter Minas, Organisator der Reihe, und Martin Herrmann, Schauspieler am Staatstheater Mainz.

Ein dichterisches Monument wie Goethe für Deutschland stellt Victor Hugo für die Franzosen dar. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk aus Dramen, Romanen und Gedichtsammlungen. Aber Hugo war nicht nur Schriftsteller, sondern Mann der politischen Tat, der schon früh die Idee eines vereinten Europa entwickelte. Das poetische Werk Victor Hugos ist in deutscher Übersetzung praktisch nur noch in Bibliotheken greifbar, nämlich in den Buchausgaben des 19. Jahrhunderts, etwa den Nachdichtungen von Ferdinand Freiligrath.
In den Werken spannt sich ein Bogen philosophischer Gedanken, die immer wieder mit starken Naturbildern und optischen Impressionen angereichert sind. Hugo sinniert über den Lauf der Geschichte, die er als „bitteres Epos der Menschheit“ versteht, entwickelt eine teils magisch-okkulte Weltdeutung, nutzt aber auch Mittel der politischen Satire.

Veranstaltungsort: Lesesaal der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek, Rheinallee 3B, 55116 Mainz.
Eintritt frei, Spenden willkommen.

Ludwig-Börne-Preis 2019 an Eva Menasse verliehen

Preisträgerin und Schriftstellerin Eva Menasse. © Foto: Diether v. Goddenthow
Preisträgerin und Schriftstellerin Eva Menasse. Archivbild © Foto: Diether v. Goddenthow

(ffm) Am Sonntag, 26. Mai, wurde die Journalistin und Schriftstellerin Eva Menasse in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. „Heute kommt alles zusammen: Ludwig Börne, die Paulskirche, die Europawahl und mit Frau Menasse eine Preisträgerin, die sich einmischt, der die Politik nie gleichgültig war und die immer Haltung bewahrt hat. Ob zu den jüngsten Auswüchsen der österreichischen Politik oder als Hüterin von demokratischen Werten gegenüber all den Hetzern und Ausgrenzern und denjenigen, die im Internet Hass und Missgunst verbreiten“, würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann das couragierte Auftreten von Eva Menasse in seiner Rede.

Verleger Florian Illies, diesjähriger Juror, begründete seine Entscheidung für Eva Menasse damit, dass sie hellwach auf die großen gesellschaftlichen Untiefen unserer Zeit schaue „mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstsein. Sie warnt sehr differenziert vor den destruktiven Kräften, die die öffentlichen Debatten im Zeitalter des Internets radikalisieren – und sie beschreibt luzide, wie die Freiheit der Kunst von der militanten Intoleranz einer falsch verstandenen Modernität bedroht wird.“

Der Preis wird seit 1993 in Gedenken an Ludwig Börne vergeben. Oberbürgermeister Feldmann erinnerte daran, dass Börne in Zeiten des Aufruhrs immer Format bewiesen und sich stets ohne Blatt vor dem Mund, gerade heraus positioniert habe. Er sei zudem Ideengeber für das spätere Parlament in der Paulskirche gewesen. Eva Menasse sei in diesem Sinne eine ideale Preisträgerin: „Sie, Frau Menasse, sagten einmal, man solle nicht aus Angst verstummen, sondern sagen, was man für richtig halte, ganz egal wer applaudiert oder protestiert. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen, um das zu bewahren, was uns über 70 Jahre lang Frieden beschert hat.“

Eva Menasse wurde 1970 in Wien geboren. Heute lebt die Schwester des Schriftstellers Robert Menasse in Berlin. Ihre journalistische Laufbahn begann beim österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ und setzte sich später im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) fort. Als Buchautorin machte sich Menasse mit ihrem ersten Roman „Vienna“ einen Namen, in dem sie von einer Wiener Familie mit jüdischer Herkunft erzählt. Für das 2017 erschienene Werk „Tiere für Fortgeschrittene“ erhielt sie noch im selben Jahr den Österreicher Buchpreis. Bei der Eröffnung des Berliner Literaturfestivals im Herbst 2018 sensibilisierte sie in ihrer Ansprache für Gefahren des digitalen Zeitalters.

Der Frankfurter Bankier und Publizist Michael Gotthelf gründete 1993 zusammen mit anderen eine Stiftung, die seitdem den Ludwig-Börne-Preis alljährlich an deutschsprachige Autoren vergibt. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr hatte ihn die Journalistin Souad Mekhennet bekommen.

Rheingau Literatur Preis 2019 an Dörte Hansen, dotiert mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Riesling

Oestrich-Winkel, 22.05.2019 – Gerade hat die Jury getagt: Den Rheingau Literatur Preis 2019, den 26. Rheingau Literatur Preis, erhält die deutsche Schriftstellerin Dörte Hansen für ihren Roman „Mittagsstunde“. Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wird in diesem Jahr zum sechsundzwanzigsten Mal vergeben. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen besten Rheingau Rieslings dotiert. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Rheingau Musik Festival e. V. stiften je 5.000 Euro des Preises, der vom Relais & Châteaux Hotel Burg Schwarzenstein um 1.111 Euro ergänzt wird. Die erlesenen Weine stammen aus den herausragenden Kellern des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter Rheingau.

Die Jury begründet die Wahl folgendermaßen: „„Mittagsstunde“ ist eine bewegende Reise in die verlorene Zeit. Mit archäologischem Gespür lässt Dörte Hansen die untergehende Kultur einer norddeutschen Dorfgemeinschaft wieder lebendig werden. In meisterhafter Intensität beschwört sie Gerüche und Geräusche der ländlichen Lebenswelt und damit gelingt ihr das Kunststück, das Verschwinden dieser Lebensform sinnlich erfahrbar werden zu lassen.“

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt „Altes Land“ wurde 2015 zum „Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels“ gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman „Mittagsstunde“ ist im Herbst 2018 erschienen und wird von Lesern und Kritik gefeiert. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

Die Jury des Rheingau Literatur Preises setzte sich unter der Leitung von Prof. Dr. Heiner Boehncke zusammen aus Dr. Alf Mentzer (Literaturredakteur hr2-kultur), Dr. Viola Bolduan (ehemalige Feuilletonchefin des Wiesbadener Kuriers), Andreas Platthaus (Literaturchef der F.A.Z.), und Prof. Dr. Wilfried Schoeller (Journalist und P.E.N. Deutschland). Bisherige Preisträger waren Stefanie Menzinger, Ulla Berkéwicz, Herbert Maurer, Thomas Meinecke, Hella Eckert, Thomas Lehr, Peter Stamm, Bodo Kirchhoff, Robert Gernhardt, Reinhard Jirgl, Ralf Rothmann, Gert Loschütz, Clemens Meyer, Antje Rávic Strubel, Ursula Krechel, Christoph Peters, Jochen Schimmang, Josef Haslinger, Sten Nadolny, Ralph Dutli, Stephanie Bart, Klaus Modick, Saša Stanišić, Ingo Schulze und Robert Seethaler.

Der Preis wird Dörte Hansen im Rahmen des Rheingau Literatur Festivals im September 2019 verliehen. Die Laudatio auf Dörte Hansen wird Prof. Dr. Heiner Boehncke halten.

https://www.rheingau-literatur-festival.de

Das Sachbuch des Jahres: Börsenverein vergibt 2020 erstmals Deutschen Sachbuchpreis

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Auszeichnung für herausragende deutschsprachige Sachbücher mit gesellschaftlicher Relevanz / Erste Verleihung im Juni 2020 im Humboldt Forum in Berlin / Gesamtdotierung: 42.500 Euro / Hauptförderer: Deutsche Bank Stiftung

Wissen vermitteln, Debatten anstoßen: Das Sachbuch des Jahres wird ab 2020 mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet. Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (vormals: Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung) vergibt die mit insgesamt 42.500 Euro dotierte Auszeichnung erstmals am 16. Juni 2020 im Humboldt Forum in Berlin. Der Preis prämiert herausragende, in deutscher Sprache verfasste, nicht-fiktionale Bücher mit Bezug zum Zeitgeschehen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels möchte mit dem Deutschen Sachbuchpreis die Aufmerksamkeit für Sachbücher als Grundlage von Wissensvermittlung, fundierter Meinungsbildung sowie als Impulsgeber für den öffentlichen Diskurs fördern. Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Unterstützer sind der Technologie- und Informationsanbieter MVB und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Jury und Akademie des Deutschen Sachbuchpreises

Eine unabhängige Jury kürt die Preisträgerin oder den Preisträger in einem mehrstufigen Auswahlprozess. Die Jury setzt sich aus sieben Expertinnen und Experten aus der Sachbuchkritik, dem Journalismus, der Wissenschaft, der Kulturbranche und dem Buchhandel zusammen. Die Jury wird jedes Jahr neu zusammengestellt. Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2020 wird im November 2019 bekannt gegeben.

Die Jurymitglieder werden von der Akademie Deutscher Sachbuchpreis gewählt. Das elfköpfige Gremium hat der Vorstand des Börsenvereins einberufen. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der Buch-, Medien- und Kulturbranche, der Wissenschaft, des Förderers sowie der Unterstützer des Preises an. Vorsitzender der Akademie Deutscher Sachbuchpreis ist der Vorsteher des Börsenvereins Heinrich Riethmüller. Die vollständige Liste der Mitglieder ist abrufbar unter www.deutscher-sachbuchpreis.de.

Ausschreibung und Auswahlverfahren

Die Ausschreibungsfrist für den Deutschen Sachbuchpreis 2020 beginnt am 23. September 2019 und endet am 22. November 2019. Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich mit bis zu zwei deutschsprachigen Sachbüchern aus dem jeweils aktuellen oder dem geplanten Programm für die Auszeichnung bewerben. Die Jury fordert bei Bedarf zusätzliche Titel an, die sie für geeignet hält.

Das Sachbuch des Jahres wird in zwei Auswahlstufen ermittelt. Die Jury stellt eine acht Titel umfassende Nominierungsliste zusammen, die sie im zeitlichen Umfeld des Welttags des Buches im April 2020 bekannt gibt. Aus dieser Auswahl ermitteln die Jurorinnen und Juroren das Sachbuch des Jahres. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die acht Autorinnen und Autoren, an wen der Deutsche Sachbuchpreis geht. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 25.000 Euro, die sieben Nominierten erhalten je 2.500 Euro.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Sachbuchpreis: „Wir brauchen Sachbücher mehr denn je: Sie bieten gesicherte Informationen und helfen komplexe Zusammenhänge zu verstehen – Eigenschaften, die für unsere Gesellschaft heute von höchster Relevanz sind. Mit dem Deutschen Sachbuchpreis schaffen wir eine Bühne für Bücher und Autoren, deren Themen die Menschen aktuell bewegen und die zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Wir freuen uns, starke Partner gefunden zu haben, die sich mit uns für diese wichtigen Ziele engagieren.“

Jürgen Fitschen, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Stiftung: „Horizonte erweitern und neue Impulse für Debatten liefern – das sind zwei zentrale Merkmale von Sachbüchern. Der Deutsche Sachbuchpreis leistet daher einen wichtigen Beitrag für einen vielfältigen gesellschaftlichen Diskurs, den wir als Deutsche Bank Stiftung aus voller Überzeugung mit unserer Förderung unterstützen.“

Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrum Deutschland und Mitglied der Akademie Deutscher Sachbuchpreis: „Mit dem Recht auf Meinungsfreiheit als einem der kostbarsten Rechte des Menschen korrespondiert das Recht auf Informationsfreiheit. Aber nicht nur haben wir in unserer modernen Gesellschaft das Recht, uns umfassend zu informieren, wir haben dazu auch die Pflicht. Wie wollten wir in Anbetracht der Komplexität der Welt sonst begründete Entscheidungen treffen? Wir brauchen die schöne Literatur für die Herzensbildung und die Sachbücher für den Verstand.“

Lavinia Frey, Geschäftsführerin Programm und Projekte Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss: „Ein Forum lebt vom offenen Diskurs, von der Vielfalt der Geschichten und Perspektiven. Der Beitrag von Autorinnen und Autoren zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen über Disziplinen und Fachbereiche hinaus ist für das Humboldt Forum ein essentieller Impulsgeber. Wir freuen uns, den Deutschen Sachbuchpreis als wichtige Auszeichnung von Anfang an begleiten zu können!“

Ronald Schild, Geschäftsführer MVB: „Fundierte Meinungsbildung ist kein Selbstläufer. Denn Qualität allein reicht längst nicht mehr aus, damit ein Buch den Weg zum Leser findet. In der alltäglichen Informationsflut wird nur noch wahrgenommen, was sichtbar ist. Leser benötigen zunehmend verlässliche Orientierungshilfen, wie MVB sie mit Online-Plattformen und Magazinen bietet, um die relevanten Bücher zu finden. Dafür müssen Buchinhalte bestmöglich beschrieben und eingeordnet werden. Der Deutsche Sachbuchpreis leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Deshalb unterstützen wir gerne diesen neuen Wettbewerb.“

Mainzer Minipressen-Messe 2019 findet trotz Brand in der Rheingoldhalle termingerecht dort statt

Mainzer Minipressen-Messe. Archivbild: ©  Diether v. Goddenthow
Mainzer Minipressen-Messe. Archivbild: © Diether v. Goddenthow

Trotz Brand in der Rheingoldhalle findet die 25. Internationale Buchmesse der Kleinverlage und Künstlerbücher dort termingerecht vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 statt. Da das gestrige Feuer in dem älteren, hinteren Teil ausbrach und gelöscht werden konnte, blieb der vordere Neubau-Teil und das Foyer, in dem die Minipressen-Messe stattfindet,  verschont.

„Für die durch Internet und neue Medien geschundenen Buchmenschen ist die Mainzer Minipressen-Messe auch wie eine Heil- und Pflegeanstalt: Sie heilt das pessimistische Denken vom Untergang der Buchkultur und sie pflegt, nicht zuletzt durch die Vergabe des V.O.Stomps-Preises (durch die Landeshauptstadt Mainz), die Liebe zu den besonders schönen Büchern.“ Riewert Quedens Tode (Buchantiquar und Verleger, Berlin) in seiner Lobrede auf Hendrik Liersch (Corvinus Presse, Berlin) zur Vergabe des V.O. Stomps-Preises.

Die Mainzer Minipressen-Messe hat sich aus bescheidenen Anfängen zur Internationalen Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Handpressen entwickelt.

Eine Verkaufsmesse mit ausgedehntem Begleitprogramm aus mehr als 30 Kultur- und Fachveranstaltungen. Sie ist damit Umschlagplatz neuester Ideen und Trends für den Druck und das Verlegen von Literatur und Kunst geworden.

Historie

©  Diether v. Goddenthow
© Diether v. Goddenthow

Die Mainzer Minipressen-Messe wird alle zwei Jahre ausgerichtet – immer im ungeraden Jahr – und ist 2019 im 50. Jahr – die beständigste und älteste Veranstaltung ihrer Art in Europa. Weitere Informationen zur Entwicklung der Messe finden Sie hier. Sie hat sich aus bescheidenen Anfängen zur Internationalen Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Handpressen entwickelt. Eine Verkaufsmesse mit ausgedehntem Begleitprogramm, in der sich zum Teil gänzlich unvereinbare Gegensätze nebeneinander präsentieren.

Träger
Träger der Minipressen-Messe ist die Landeshauptstadt Mainz. Die Vorbereitung und Durchführung liegen in den Händen des Mainzer Minipressen-Archives des Gutenberg-Museums, Sponsoren unterstützen sie.

Alle weiteren Details auf: http://www.minipresse.de/index.php

Welttag des Buches: 104 Verlage öffnen vom 3. – 12. Mai 2019 ihre Türen #verlagebesuchen

104 Verlage öffnen zum Welttag des Buches ihre Türen / Mehr Teilnehmer und Veranstaltungen als je zuvor / Kooperationen mit Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband, 1. Kölner Literaturnacht, Münchner Woche der Verlage und Kasselbuch / Übersicht aller Veranstaltungen unter www.verlagebesuchen.de

Hinter die Kulissen der Verlage schauen, Verlagsluft schnuppern und mehr über das Büchermachen erfahren: Bei der Aktion #verlagebesuchen öffnen Verlage in Deutschland und der Schweiz anlässlich des Welttags des Buches ihre Türen. Insgesamt 104 Verlagshäuser und verlagsnahe Unternehmen geben vom 3. bis 12 Mai 2019 Einblick in ihre Arbeit – mehr Verlage als je zuvor. Zum ersten Mal bieten auch Schweizer Verlage Veranstaltungen an. Interessierte erfahren unter www.verlagebesuchen.de, welche Verlage in ihrer Nähe Aktivitäten planen. Die Landesverbände des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und die Regionalgeschäftsstelle NRW koordinieren die Aktion in ihren Regionen, Initiator ist der Landesverband Berlin-Brandenburg.

Die Veranstaltungen der teilnehmenden Verlage reichen von Lesungen und Buchpräsentationen über Verlagsführungen bis hin zu Werkstattgesprächen und Vorträgen. Einige Beispiele: Der Verlag Voland&Quist in Berlin lädt eine Woche zum gemeinsamen Mittagssnack ein, in Leipzig können sich Bücherfans mit dem verlagseigenen Oldtimer des Liesmich Verlags durch die Stadt fahren lassen und dem Verlagsteam Fragen zum Büchermachen stellen und der Loewe Verlag in Bindlach zeigt, wie ein Kinder- und Jugendbuchverlag arbeitet.

Zum ersten Mal kooperiert #verlagebesuchen mit der Kasselbuch, die Messe für unabhängige Verlage in Nordhessen, der 1. Kölner Literaturnacht, der Woche der Münchner Verlage sowie dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband und trägt die Veranstaltungen gemeinsam mit den Partnern in die Regionen.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen, die nicht im Rahmen von Kooperationen stattfinden, ist kostenlos. In einzelnen Fällen ist eine Anmeldung nötig.

Weitere Informationen: www.verlagebesuchen.de