Kategorie-Archiv: Wirtschaftskultur

600 Gäste feiern und netzwerken beim Sommerabend der Wirtschaft in Mainz – Abschiede von Malu Dreyer und Günter Jertz

 

Beim Sommerabend der Wirtschaft am 28. Juni 2024  im VRM-Garten, überreicht VRM- Chefredakteur Dennis Rink der scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Abschied den VRM-Sonderdruck „Alles Gute, Malu Dreyer“, eine Sammlung von Artikeln aus ihrer elfjährigen Amtszeit.  © Foto Diether von Goddenthow
Beim Sommerabend der Wirtschaft am 28. Juni 2024 im VRM-Garten, überreicht VRM- Chefredakteur Dennis Rink der scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Abschied den VRM-Sonderdruck „Alles Gute, Malu Dreyer“, eine Sammlung von Artikeln aus ihrer elfjährigen Amtszeit. © Foto Diether von Goddenthow

Mainz. Über 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft begrüßte   Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM GmbH & Co. KG, gemeinsam mit IHK-Präsident Dr. Marcus Walden und HWK-Präsident Hans-Jörg Friese zum Sommerabend der Wirtschaft  2024 am 28. Juni im VRM-Garten bei herrlichstem Partywetter. 

„Gute Gespräche führen“, dabei aber auch die „schwierigen Themen ansprechen“, stand für Liebler an diesem Abend im Vordergrund: „Fachkräftemangel“, „Energiepreissorgen“ und „Bürokratiewachstum“. Als Beispiel spießte der VRM-Geschäftsführer die aktuell am 29.06.2024 in Kraft getretene  EU Deforestation Regulation (EUDR) auf. Die EUDR ergänzt das Lieferkettengesetz und verpflichtet Marktteilnehmer sicherzustellen, dass aus bestimmten relevanten Rohstoffen gewonnene Produkte, so genannten relevanten Erzeugnisse, etwa Papier,  entwaldungsfrei, also geoneutral sind und im Einklang mit den nationalen Vorschriften des jeweiligen Erzeugerlandes erzeugt wurden. In der Praxis aber bedeute Geoneutralisierung, etwa für eine so große Zeitung wie der Allgemeinen Zeitung, so  Liebler, „ dass wir bis in die sechste Nachkommastelle, auf den Quadratmeter genau, nachweisen müssen, wo der Baum in Kanada oder in Finnland gefällt worden ist, der eventuell zum Druck einer Zeitung wie der AZ führt“. Wenn das so käme, gäbe es morgen keine AZ mehr, keinen Sommerabend der Wirtschaft. „Meine Damen und Herren, wir sitzen alle im gleichen Boot, denn auch ein Medienunternehmen wie die VRM kann sich nicht freimachen von solchen Entwicklungen“, so Liebler unter großem Beifall. Denn mit immer neuen  Bürokratie-Monstern dieser Art werde die Wirtschaft allmählich erdrosselt, so der pessimistische Tenor an so manchem Party-Tisch später beim Netzwerken.

Netzwerken im VRM-Garten bei der Sommernacht der Wirtschaft 2024 © Foto Diether von Goddenthow
Netzwerken im VRM-Garten bei der Sommernacht der Wirtschaft 2024 © Foto Diether von Goddenthow

IHK-Präsident Walden sah bei allem Pessimismus durchaus auch einige  positive Entwicklungen im IHK-Bezirk Rheinhessen. Ganz besonders erfreulich sei, dass die Anzahl der Neugründungen wieder zugenommen habe, erstmals nach 10 Jahren auch im Gastronomie-Bereich, so der IHK-Präsident. Mit Blick auf die Politik betonte Walden die Bedeutung von „klaren, verlässlichen Rahmenbedingungen“ für die Wirtschaft, „die wir nämlich bauchen, um wirtschaftliche Entscheidungen treffen zu können“.

Trotz herrlichem Sommerwetter und erfreulichem Anlass ist es Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM GmbH & Co. KG., IHK-Präsident Dr. Marcus Walden und HWK-Präsident Hans-Jörg Friese angesichts der ungelösten Probleme (Fachkräftemangel, Energiepreise, Bürokratiewachstum) und fehlender verbindlicher Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, auf dem Sommerabend der Wirtschaft 2024 nicht gerade zum Lachen zumute. © Foto Diether von Goddenthow
Trotz herrlichem Sommerwetter und erfreulichem Anlass ist es Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM GmbH & Co. KG., IHK-Präsident Dr. Marcus Walden und HWK-Präsident Hans-Jörg Friese angesichts der ungelösten Probleme (Fachkräftemangel, Energiepreise, Bürokratiewachstum) und fehlender verbindlicher Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, auf dem Sommerabend der Wirtschaft 2024 nicht gerade zum Lachen zumute. © Foto Diether von Goddenthow

Für Handwerks-Präsident Friese sei die Bürokratie für viele Handwerksbetriebe existenzbedrohlich. Man müsse, so Friese, beim „Bürokratieabbau proakativ  bleiben“. Eine jüngst in Bayern von Markus Söder gestartete Initiative, einen „Packt zum Bürokratieabbau auf Landesebene“ mit 30 Punkten, könne sich Friese auch gut für Rheinland-Pfalz vorstellen.  Hier ginge es  „um die Erleichterung von Regelungsverfahren, zum Beispiel bei kleineren Terrassenüberdachungen , das man die genehmigungsfrei stellen kann, oder dass beispielsweise auch Verfahren um Stellflächen , was unheimlich viel Geld kostet, aber nichts bringt, entfallen, so der HWK-Präsident.  Es berichtet von seiner Begegnung mit Bundeswirtschaftsminister  Habeck neulich in München, der ihm sagte, von dem ihm seit Januar durch die Kammern vorliegenden Katalog von 134 Vorschlägen zum Bürokratieabbau, könne man 40 machen, aber nur 4 lägen in seinem Ressort. Es gäbe  „sechs Ressorts, die für die 40 Punkte zuständig wären“, so Friese, „aber die arbeiten nicht miteinander. Es geht  um Kommunikation, und wir sind gerne bereit vom Handwerk, ich denke auch die Wirtschaft an sich, konkrete Vorschläge gemeinsam mit der Politik und mit den Verantwortlichen zu diskutieren, damit wir schneller umsetzen. Denn wir müssen beschleunigen, und zwar rucki-zucki“, so Friese unter großem Beifall.

In knapp zwei Wochen soll der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer zum neuen rheinland-pfälzischen  Ministerpräsidenten gewählt werden und Malu Dreyers Nachfolge antreten. (vl.)Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM GmbH & Co. KG, Dr. Marcus Walden, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen mit Noch-Sozialminister Alexander Schweitzer und Jule Lumma, VRM-Chefredakteurin und Geschäftsleitung Content  beim entspannten Netzwerken.© Foto Diether von Goddenthow
In knapp zwei Wochen soll der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer zum neuen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten gewählt werden und Malu Dreyers Nachfolge antreten. (vl.)Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM GmbH & Co. KG, Dr. Marcus Walden, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen mit Noch-Sozialminister Alexander Schweitzer und Jule Lumma, VRM-Chefredakteurin und Geschäftsleitung Content beim entspannten Netzwerken.© Foto Diether von Goddenthow

„Wir haben zu viele Krankenhäuser in Deutschland“

Auch Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz (UM), blickt auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. „Wir bieten Spitzenmedizin, müssen unsere Ressourcen jedoch besser nutzen“, sagte er in Bezug auf das Rekord-Defizit von 113,6 Millionen Euro, bei einem Rekordumsatz  von knapp einer Milliarde Euro im letzten Jahr. In Bezug auf die Krankenhausreform begrüßt er Lauterbachs Reformpläne: „Wir haben zu viele Krankenhäuser in Deutschland. Es ist sinnvoll, spezialisierte Eingriffe in spezialisierten Zentren durchzuführen. Als einzige Universitätsmedizin in Rheinland-Pfalz wollen wir dabei eine zentrale Rolle spielen.“

Ein ganz besonderer Sommerabend mit zwei großen Abschieden

Für Chefredakteur VRM und Moderator des Abends  Dennis Rink sei dieser Sommerabend etwas ganz, da dieser unter dem Eindruck zweier großer Abschiede stünde, nämlich dem Abschied von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und von dem IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz.

Abschied von Ministerpräsidentin Malu Dreyer 

Es war der letzte Auftritt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Sommerabend der Wirtschaft im idyllilschen Garten der VRM. Sie erhielt an diesem Abend den größten Applaus zum Abschied. © Foto Diether von Goddenthow
Es war der letzte Auftritt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Sommerabend der Wirtschaft im idyllilschen Garten der VRM. Sie erhielt an diesem Abend den größten Applaus zum Abschied. © Foto Diether von Goddenthow

Nach elf Jahren an der Spitze von Rheinland-Pfalz tritt Malu Dreyer (SPD) als Ministerpräsidentin am 11. Juli 2024 ab. In weniger als zwei Wochen wird ihre letzte Landtagssitzung vor der Sommerpause stattfinden, in der Arbeitsminister Alexander Schweitzer nach Dreyers angekündigtem Rücktritt zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden soll. Trotz eines vollen Terminkalenders nahm sich Dreyer die Zeit, ein letztes Mal als Gast beim Sommerabend der Wirtschaft im Garten der VRM aufzutreten.
„Ich bin im Einklang mit meiner Entscheidung, und es ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit“, äußerte sich Dreyer im Gespräch mit VRM-Chefredakteur Dennis Rink. Ab dem 11. Juli, dem Tag nach ihrer letzten Landtagssitzung, plane sie eine Auszeit, um Abstand zu gewinnen. „Danach lasse ich die Dinge auf mich zukommen“, fügte sie hinzu. Für ihre beiden „Herzensthemen“ – die Förderung der Demokratie und die Frauenpolitik – möchte sie sich jedoch auch in Zukunft engagieren.
Zum Abschied wurde ihr unter dem Titel „Alles Gute, Malu Dreyer“ ein Sonderdruck der VRM überreicht, der eine Sammlung von Artikeln aus ihrer elfjährigen Amtszeit enthält. Diese besondere Beilage wird auch den Abonnenten der Allgemeinen Zeitung am Samstag, 6. Juli, im E-Paper zur Verfügung gestellt, so Chefredakteur Dennis Rink, der anschließend der Noch-Ministerpräsidentin auch im Namen von  Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer Rheinhessen, das Abschiedsgeschenk und einen Strauß Blumen unter tosendem Beifall der Gäste überreichte.

Abschied von IHK-Geschäftsführer Günter Jertz

 VRM- Chefredakteur Dennis Rink verabschiedet nach Malu Dreyer auch den beliebten IHK-Chef Günter Jertz an dessen letzten Arbeitstag auf dem Sommerabend der Wirtschaft im VRM-Garten. © Foto Diether von Goddenthow
VRM- Chefredakteur Dennis Rink verabschiedet nach Malu Dreyer auch den beliebten IHK-Chef Günter Jertz an dessen letzten Arbeitstag auf dem Sommerabend der Wirtschaft im VRM-Garten. © Foto Diether von Goddenthow

Doch nicht nur Dreyer wurde am Freitagabend im VRM-Garten verabschiedet. Auch der ebenso rundum geschätzte und beliebte Günter Jertz, langjähriger Hauptgeschäftsführer der IHK, geht in den wohlverdienten Ruhestand. Der 63-Jährige blickt auf zehn Jahre in seiner Position zurück und hat zudem zuvor mehr als zwei Jahrzehnte als Redakteur der Allgemeinen Zeitung gearbeitet. „Alle mussten mit meinen Macken klarkommen, ich aber auch mit denen der anderen“, sagte Jertz augenzwinkernd, der an diesem Abend tatsächlich seinen letzten Arbeitstag hatte.

Die neue Doppelspitze an der IHK-Rheinhessen ab 1.Juli 2024

Viel Beifall und schon mal ein hübscher Blumenstrauß für Karina Szwede und Lisa Haus, der neuen Doppelspitze der IHK Rheinhessen. © Foto Diether von Goddenthow
Viel Beifall und schon mal ein hübscher Blumenstrauß für Karina Szwede und Lisa Haus, der neuen Doppelspitze der IHK Rheinhessen. © Foto Diether von Goddenthow

Ab Montag, 1. Juli 2024, wird die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen  eine weibliche Doppelspitze erhalten:  Karina Szwede (52) wird neue IHK-Hauptgeschäftsführerin und Lisa Haus (33) die neue stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin. Die neuen IHK-Geschäftsführerinnen wurden  auf der Bühne mit Blumensträußen und viel Applaus empfangen.

Neue Kontakte knüpfen bei einem Gläschen Wein 

Annalena Baum, amtierende Rheinhessische Weinkönigin, Master der Önologie, führte in die Weine des Abends ein und referierte über die Besonderheit der Rheinhessischen Böden als Voraussetzung für den ganz typischen Geschmack rheinhessischer Weine. © Foto Diether von Goddenthow
Annalena Baum, amtierende Rheinhessische Weinkönigin, Master der Önologie, führte in die Weine des Abends ein und referierte über die Besonderheit der Rheinhessischen Böden als Voraussetzung für den ganz typischen Geschmack rheinhessischer Weine. © Foto Diether von Goddenthow

Für einen gleitenden Übergang vom Bühnen-Programm  zum Netzwerkteil des Abends sorgte die  amtierende Rheinhessische Weinkönigin Annalena Baum. Die studierte Önologin  präsentierte in einer Art kleinem Weinseminar die Weine des Abends  und sprach die magischen Worte „Das Büffet ist eröffnet“.  Der weitläufige  Garten der VRM bot bei herrlichem Sommerwetter den idealen Rahmen, um das Beisammensein zu genießen, zu plaudern und bei einem Gläschen Wein, Kontakte zu knüpfen. Kaum ein anderer Abend füllt den Begriff „Netzwerken“ so mit Leben wie der Sommerabend der Wirtschaft, so der Fazit der Veranstalter.

(Diether von Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Gigagipfel Hessen 2024 – Seit 2019 hat sich die Anzahl der gigabitfähigen Haushalte in Hessen nahezu vervierfacht

Zum 14. Mal fand heute im RheinMain CongressCenter Wiesbaden der GigabitGipfel statt. Beim Talk diskutierten über die „Weichenstellung im Mobilfunkausbau sowie über die Bedeutung von Frequenzvergaben für den Markt“:  Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, Philippe Gröschel, Director Government Relations die Politikabteilung von o2 Telefónica Deutschland, Rickmann v. Platen, Geschäftsführer der freenet DLS GmbH (ehemals mobilcom-debitel GmbH) und  Ralf Capito, Director External Affairs bei der Vantage Towers AG. Durch das Gespräch und den GigabitGipfel Hessen 2024 führte Ilka Groenewold, Moderatorin von IG Entertainment e.K., © Foto Diether von Goddenthow
Zum 14. Mal fand heute im RheinMain CongressCenter Wiesbaden der GigabitGipfel statt. Beim Talk diskutierten über die „Weichenstellung im Mobilfunkausbau sowie über die Bedeutung von Frequenzvergaben für den Markt“: Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, Philippe Gröschel, Director Government Relations die Politikabteilung von o2 Telefónica Deutschland, Rickmann v. Platen, Geschäftsführer der freenet DLS GmbH (ehemals mobilcom-debitel GmbH) und Ralf Capito, Director External Affairs bei der Vantage Towers AG. Durch das Gespräch und den GigabitGipfel Hessen 2024 führte Ilka Groenewold, Moderatorin von IG Entertainment e.K., © Foto Diether von Goddenthow

Nach dem bemerkenswerten Erfolg im vergangenen Jahr fand heute mit rund 500 Teilnehmern der „Gigagipfel Hessen 2024″ statt. Dieses Treffen der Akteure für den Ausbau und die Weiterentwicklung digitaler Infrastrukturen im Wiesbadener RheinMain CongressCenter jährte sich zum 14. Mal. Auch in diesem Jahr sorgte ein erstklassiges Programm mit fesselnden Vorträgen und spannenden Workshops sowie einer begleitenden Ausstellung von inzwischen über 70 Unternehmen und Institutionen aus dem Bereich des Netzausbaus für eine wissensbereichernde, innovative Fachtagung. 

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation. © Foto Diether von Goddenthow
Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation. © Foto Diether von Goddenthow

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessens Digitalministerin, die die Teilnehmer begrüßte und an einer Talkshow teilnahm, konnte anhand aktueller Daten aus dem Gigabit-Grundbuchs Erfreuliches über die dynamische Entwicklung des Netzausbaus in 2023 berichten; „Unsere Gigabitstrategie und die enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten tragen Früchte. Wir sind auf einem guten Weg zur flächendeckenden Glasfaser- und mobilen Datenversorgung bis 2030. Dennoch liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns“, erklärte Sinemus.

Hessen konnte bei der Versorgung mit Gigabitanschlüssen, die eine Bandbreite von 1.000 Megabit pro Sekunde bieten, einen Platz gutmachen und belegt nun mit fast 73 Prozent aller Haushalte den vierten Platz im Ländervergleich. „Der Ausbau verläuft in Hessen weiterhin äußerst dynamisch. Seit Ende 2018 hat sich die Zahl der gigabitfähigen Haushalte von 600.000 auf über 2,2 Millionen vervierfacht. Diese Bandbreiten sind aktuell für alle Anwendungen wie Homeoffice, Streaming und Gaming ausreichend“, stellte Sinemus fest. Zudem liegt Hessen bei der Gigabitversorgung der Gewerbegebiete unter den Flächenländern auf Platz zwei. Dies ist besonders wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Unternehmen. Auch beim zentralen Ziel des flächendeckenden Glasfaserausbaus bis 2030 ist Hessen auf Kurs. Bis Ende 2023 verfügen inzwischen mehr als 26 Prozent aller Haushalte über einen echten Glasfaseranschluss (FTTB/H). Damit konnte der Anteil der Haushalte mit FTTB/H-Anschlüssen im Vergleich zu Ende 2022 um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Für den weiteren Ausbau plädierte Sinemus dafür, den Bürgerinnen und Bürgern die Vorteile einer Glasfaserverbindung immer wieder vor Augen zu führen. Neben der deutlich höheren Leistungsfähigkeit trägt ein Anschluss meist auch zur Wertsteigerung der Immobilie bei und bietet zudem den Vorteil eines geringeren Stromverbrauchs gegenüber anderen Anschlussarten.

Im Rahmen des Ausstellungsbereichs bestand die Möglichkeit, unterschiedlichste Unternehmen und Institutionen aus dem Bereich des Netzausbaus kennenzulernen. © Foto Diether von Goddenthow
Im Rahmen des Ausstellungsbereichs bestand die Möglichkeit, unterschiedlichste Unternehmen und Institutionen aus dem Bereich des Netzausbaus kennenzulernen. © Foto Diether von Goddenthow

Unterzeichnung weiterer Vereinbarung mit der Deutschen GigaNetz

Am Rande des Gigabitgipfels unterzeichnete die Digitalministerin eine weitere Vereinbarung mit der Deutschen GigaNetz. Diese plant, bis Ende 2030 mindestens 260.000 Haushalte mit Glasfaser zu versorgen. Das Abkommen zwischen Hessen und der Deutschen GigaNetz zielt darauf ab, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an das leistungsstarke Glasfasernetz anzuschließen. Im Gegenzug wird sich die hessische Landesregierung für einen effektiven Vorrang des privatwirtschaftlichen Glasfaserausbaus gegenüber staatlichen Förderungen einsetzen. Zudem soll das Breitband-Portal zur Vereinfachung der Planungs- und Genehmigungsverfahren kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Bilanz Zukunftspakt Mobilfunk: Über 4.100 neue oder modernisierte Mobilfunkstandorte in zwei Jahren

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Auch bei der Mobilfunkversorgung wurden im Rahmen des Zukunftspakts Mobilfunk in Hessen bedeutende Fortschritte gemacht. Sinemus betonte, dass ein Großteil der Ziele bereits ein halbes Jahr vor Ablauf des Pakts erreicht wurde, was zu einer deutlichen Verbesserung der Netzqualität in Hessen führte. „Über 4.100 neue oder modernisierte Mobilfunkstandorte in gut zwei Jahren sind ein eindrucksvolles Zeichen für die Verbesserung der Mobilfunkversorgung. Im Durchschnitt entspricht dies rund fünf neuen oder modernisierten Standorten pro Tag“, so die Ministerin. Auch beim 5G-Ausbau wurde die Netzverdichtung vorangetrieben: Mittlerweile sind mehr als 98 Prozent aller Haushalte mit 5G versorgt, was einem Anstieg von über 7 Prozentpunkten seit Beginn des Zukunftspakts Anfang 2022 entspricht. „Mehr als 91 Prozent der Kreisstraßen und über 90 Prozent der Landesstraßen in Hessen sind inzwischen mit 5G abgedeckt“, fügte Sinemus hinzu. „Um die Suche nach potenziellen Mobilfunkstandorten weiter zu beschleunigen, haben wir eine neue Webseite eingerichtet, auf der Kommunen, Landkreise, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen geeignete Standorte melden können. Das Standorterfassungstool hilft, Bürokratie abzubauen und die Mobilfunkversorgung weiter zu verbessern“, erklärte die Digitalministerin abschließend. Zwei Wochen nach Einführung des neuen Tools wurden bereits über 270 potenzielle Standorte gemeldet.

Netzwerken in den Pausen und beim abschließenden Get together. © Foto Diether von Goddenthow
Netzwerken in den Pausen und beim abschließenden Get together. © Foto Diether von Goddenthow

Zusätzlich wird die neue Mobilfunkakademie Kommunen und Unternehmen umfassend über verschiedene Aspekte des Mobilfunkausbaus in Hessen informieren. Zur Beschleunigung des Mobilfunkausbaus, insbesondere im ländlichen Raum, wird im Rahmen des Mobilfunkförderprogramms auf den kommunalen Eigenanteil verzichtet und eine 100-Prozent-Förderung durch das Land bereitgestellt.

Der Gigabitgipfel ist die zentrale Plattform für den Ausbau und die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur in Hessen. Hier diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Bund, Kommunen und Verbänden über den Ausbau und die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur in Hessen. In diesem Jahr konnte eine der höchsten Teilnehmerzahlen verzeichnet werden.

Weitere Informationen: GigabitGipfel Hessen 2024

Wirtschaft trifft Wissenschaft – IHK-Preis für Rheinhessen geht an drei Nachwuchsforscher

(v.l.) Günter Jertz, IHK-Hauptgeschäftsführer; Automobiltechniker Steven Liebler, 2. Preis für seine Masterarbeit im Fachbereich „Maschinenbau“ über  Alterungsmechanismen und Weiterentwicklungen von Brennstoffzellen bei Nutzfahrzeugen; Personalfachkauffrau Chantal Richter, Sonderpreis „Beste der Besten“ für besondere Leistungen in der beruflichen Weiterbildung; Dr. Lutz Loh, 1. Preis für seine Dissertation an der Hochschule Mainz zur Standsicherheit von Windenergieanlagen; Prof. Dr. Susanne Weissman, Präsidentin der Hochschule Mainz sowie IHK-Präsident Dr. Marcus Walden. © Foto Diether von Goddenthow
(v.l.) Günter Jertz, IHK-Hauptgeschäftsführer; Automobiltechniker Steven Liebler, 2. Preis für seine Masterarbeit im Fachbereich „Maschinenbau“ über Alterungsmechanismen und Weiterentwicklungen von Brennstoffzellen bei Nutzfahrzeugen; Personalfachkauffrau Chantal Richter, Sonderpreis „Beste der Besten“ für besondere Leistungen in der beruflichen Weiterbildung; Dr. Lutz Loh, 1. Preis für seine Dissertation an der Hochschule Mainz zur Standsicherheit von Windenergieanlagen; Prof. Dr. Susanne Weissman, Präsidentin der Hochschule Mainz sowie IHK-Präsident Dr. Marcus Walden. © Foto Diether von Goddenthow

Am 20. Juni 2024 – Eine junge Wissenschaftlerin und zwei junge Wissenschaftler haben durch ihre herausragenden Abschlussarbeiten auf sich aufmerksam gemacht, in denen sie die Stabilität von Windenergieanlagen untersucht, die Alterungsprozesse von Brennstoffzellen analysiert und eine mobile App zum Deutschlernen entwickelt haben. Für ihre Leistungen wurden sie am Mittwoch, den 19. Juni 2024, von der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen mit dem IHK-Preis 2023 ausgezeichnet. Die mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für den akademischen Nachwuchs erhielten der Projektingenieur Dr. Lutz Loh für seine Dissertation an der Hochschule Mainz, der Automobiltechniker Steven Liebler für seine Masterarbeit an der Technischen Hochschule Bingen und die Wirtschaftsinformatikerin Tolgonai Muratbekova für ihre Bachelorarbeit an der Hochschule Worms. Den Sonderpreis „Beste der Besten“, der mit 2.500 Euro dotiert ist, erhielt die Personalfachkauffrau Chantal Richter für den besten Abschluss in der beruflichen Weiterbildung.

„Es ist uns wichtig ist, dass herausragende Leistungen in der Wissenschaft anerkannt und sichtbar gemacht werden – ähnlich wie wir auch unsere Besten in der Aus- und Weiterbildung würdigen“, sagte IHK-Präsident Dr. Marcus Walden bei der Preisverleihung im Rheinhessensaal der IHK. Die Veranstaltung fand in Anwesenheit von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie den Familien und Freunden der Preisträger statt. Für den IHK-Präsidenten ist der seit 1988 vergebene IHK-Preis ein Highlight in einer Reihe von Initiativen der IHK, die darauf abzielen, Hochschulen und Unternehmen zu vernetzen: „Angesichts des immer härter werdenden Wettbewerbs um Marktanteile ist Innovation für Unternehmen unverzichtbar. Daher nutzt die IHK jede Gelegenheit, innovationsfreudige Unternehmer mit forschenden Wissenschaftlern zusammenzubringen.“ Eines der Kriterien für die Preisvergabe ist, dass die Arbeiten eine praxisnahe, idealerweise sofort umsetzbare Lösung für die Wirtschaft bieten oder im Interesse der gesamten gewerblichen Wirtschaft liegen. Die Preisträger werden von einer Jury ausgewählt, die sich aus Unternehmerpersönlichkeiten und führenden Repräsentanten von Hochschulen sowie Mitgliedern der IHK zusammensetzt.
Wie wichtig die praktische Anwendung von Forschungsergebnissen ist, wurde auch im Festvortrag von Prof. Dr. Susanne Weissman, der Präsidentin der Hochschule Mainz, deutlich, die über die Bedürfnisse der Generation Z sprach.
Die Arbeiten der Preisträger haben genau das bewiesen: Dr. Lutz Loh hat mit seiner Forschungsarbeit zur Standsicherheit von Windenergieanlagen einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende in Deutschland und zum weltweiten Ausbau der Windenergie geleistet, so die Einschätzung seiner Hochschule. Für seine herausragende Dissertation im Fachbereich „Technik“ an der Hochschule Mainz wurde der Tragwerksplaner mit dem ersten Preis der IHK für Rheinhessen, dotiert mit 2.500 Euro, ausgezeichnet. Heute arbeitet Loh als Projektingenieur bei Verheyen Ingenieure in Bad Kreuznach.
Der zweite Preis der IHK für Rheinhessen, dotiert mit 1.500 Euro, ging an Steven Liebler für seine Masterarbeit im Fachbereich „Maschinenbau“ an der Technischen Hochschule Bingen. Die Arbeit, die in Zusammenarbeit mit der APL Automobil-Prüftechnik Landau GmbH entstand, untersucht nicht nur die Alterungsprozesse von Brennstoffzellen, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse für deren Weiterentwicklung in Nutzfahrzeugen. Seine Arbeit wurde neben dem IHK-Preis auch vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ ausgezeichnet.
Der dritte Preis, dotiert mit 1.000 Euro, ging an Tolgonai Muratbekova. In ihrer Bachelorarbeit im Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ an der Hochschule Worms untersuchte die gebürtige Kirgisin die Potenziale mobiler Anwendungen für das Erlernen der deutschen Sprache als Fremdsprache. Ziel war es, Menschen aus Kirgistan durch interaktive Übungen beim Deutschlernen zu unterstützen. Die Jury war besonders von dem Ansatz überzeugt, Bildungsbarrieren und kulturelle Hürden zu überwinden.
Im Bereich der beruflichen Bildung wurde Chantal Richter mit dem mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis „Beste der Besten“ für besondere Leistungen in der beruflichen Weiterbildung ausgezeichnet. Sie bestand die Prüfung zur „Geprüften Personalfachkauffrau“ bei der IHK für Rheinhessen mit 91,5 Punkten als Beste von über 1.000 Prüfungsteilnehmern. Die Weiterbildung war der nächste Schritt nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau, dem Fachabitur Wirtschaft und dem Studium der Wirtschaftspsychologie. Dies ist bereits die dritte Auszeichnung für ihre Ausbildungsabschlüsse. Derzeit arbeitet die Wiesbadenerin in der HR-Administration.

Bericht und weitere Bilder

(IHK Rheinhessen /Diether von Goddenthow)

Visuelle Wahrheiten: Ausstellung „Pressefoto DJV Hessen 2023“ zeigt ab 18. Juni herausragende Arbeiten in der IHK Wiesbaden

„Pressefoto DJV Hessen 2023“ Ab 18. Juni 2024 möchte die IHK Wiesbaden mit dieser Ausstellung  die Relevanz der Pressefotografie unterstreichen. © IHK
„Pressefoto DJV Hessen 2023“ Ab 18. Juni 2024 möchte die IHK Wiesbaden mit dieser Ausstellung die Relevanz der Pressefotografie unterstreichen. © IHK

Spätestens seitdem visuelle Medien immer leichter zu manipulieren sind, sollte jedem Nutzer bewusst sein, wie wichtig genaue Überprüfungen und eine fundierte journalistische Gesamtrecherche bei der Informationsvermittlung sind. Der Deutsche Journalistenverband Hessen (DJV Hessen) und die IHK Wiesbaden richten ab dem 03. Juni den Fokus auf Bilder, die garantiert echt sind. Die Ausstellung „Pressefoto DJV Hessen 2023“ zeigt im Foyer des Erbprinzenpalais die besten Arbeiten hauptberuflicher Journalistinnen und Journalisten. Die offizielle Eröffnung findet am 18. Juni um 17:00 statt.

Sabine Meder, Hauptgeschäftsführerin der IHK, freut sich, die Ausstellung präsentieren zu können: „Es geht hier nicht nur um die Würdigung der kreativen und technischen Leistungen der Fotografinnen und Fotografen, sondern auch darum, ihre wichtige Rolle in der journalistischen Berichterstattung zu unterstreichen. Durch die visuellen Erzählungen können wir Nachrichten und Ereignisse auf einer sehr persönlichen und emotionalen Ebene erfahren. Diese Momentaufnahmen erzählen Geschichten und brennen sich in unsere Erinnerung ein. Gerade in Zeiten zunehmender Fake News und der Bedrohung demokratischer Strukturen, müssen wir uns die Stärke und Notwendigkeit des Fotojournalismus bewusstmachen und schützen.“

Und Knud Zilian, 1. Vorsitzender des DJV Hessen, ergänzt einen wichtigen Wirkungsaspekt: „Oft werden wir durch Pressefotos in Zeitungen, Zeitschriften oder Industrie- und Handelskammer Wiesbaden  erst dazu animiert, den entsprechenden Artikel zu lesen. Das zeigt, wie wichtig Pressefotografie ist.“ Foto des Jahres Unter den zahlreichen beeindruckenden Werken sticht besonders das „Foto des Jahres 2023“ hervor, aufgenommen von dem freien Fotografen Frank Rumpenhorst. Seine Aufnahme des Kollapses des Kühlturms des Atomkraftwerks Biblis – festgehalten in den entscheidenden letzten Sekunden – verkörpert die Schnelligkeit und Unmittelbarkeit, mit der Pressefotografie komplexe Sachverhalte greifbar macht.

Eröffnung und Anmeldung Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am 18. Juni um 17:00 im Eingangsfoyer der IHK. Zur Eröffnung werden Knud Zilian und Sabine Meder sprechen. Nach dem offiziellen Teil wird es Zeit fürs genaue Betrachten der Fotos und fürs Netzwerken geben. Wer an der Vernissage teilnehmen möchte, meldet sich bitte unter diesem Link an: https://event.ihk-wiesbaden.de/vernissagepressefotodjvhessen

Öffnungszeiten der Ausstellung Die Ausstellung ist dann bis zum 12. Juli in der IHK Wiesbaden zu sehen. Der Eintritt ist frei. Besucher können die Werke während der regulären Öffnungszeiten der IHK besichtigen: montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr

Frankfurt LAB e.V. mit dem Binding-Kulturpreis 2024 geehrt

Binding-Kulturpreisverleihung - von links nach rechts: Otto J. Völker (Vorstand der Binding-Brauerei), Kerstin Hort-Schelm (Kanzlerin der HfMDK), Prof. Ingo Diehl (Präsident Hessische Theaterakademie), Paul Cannon (Ensemble Modern), Anna Wagner (Intendantin Künstler*innenhaus Mousonturm), Dr. Philipp Schulte (Vorstand Frankfurt LAB e.V.), Annika Glose (Geschäftsführerin Dresden Frankfurt Dance Company), Stadträtin Dr. Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft), Marcus Dross (Intendant Künstler*innenhaus Mousonturm), Bergit Gräfin Douglas (Vorsitzende des Vorstands der Binding-Kulturstiftung)
Binding-Kulturpreisverleihung – von links nach rechts: Otto J. Völker (Vorstand der Binding-Brauerei), Kerstin Hort-Schelm (Kanzlerin der HfMDK), Prof. Ingo Diehl (Präsident Hessische Theaterakademie), Paul Cannon (Ensemble Modern), Anna Wagner (Intendantin Künstler*innenhaus Mousonturm), Dr. Philipp Schulte (Vorstand Frankfurt LAB e.V.), Annika Glose (Geschäftsführerin Dresden Frankfurt Dance Company), Stadträtin Dr. Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft), Marcus Dross (Intendant Künstler*innenhaus Mousonturm), Bergit Gräfin Douglas (Vorsitzende des Vorstands der Binding-Kulturstiftung)

Frankfurt, 1. Juni 2024. Im Rahmen einer Feierstunde in der Frankfurter Paulskirche wurde heute dem Frankfurt LAB e.V. der mit 50.000 Euro dotierte Binding-Kulturpreis 2024 verliehen. Den Preis überreichte Bergit Gräfin Douglas, Vorsitzende des Vorstands der Binding Kulturstiftung, im Beisein von Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig. Die Laudatio hielt der freie Kurator und Autor Florian Malzacher.

Mit dem Frankfurt LAB e.V. wurde eine herausragende Frankfurter Kultureinrichtung ausgezeichnet, die sich zuallererst als Labor für ästhetische Entwicklung sieht. Neben dem künstlerischen Experimentieren und Probieren lädt sie das Publikum zu Aufführungen von zeitgenössischem Tanz, Theater, Performance und Musik ein und ist Austragungsort mehrerer Festivals. Der Produktions- und Aufführungsort ist eine gemeinschaftliche Initiative der Dresden Frankfurt Dance Company, des Ensemble Modern, der Hessischen Theaterakademie, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und des Künstler*innenhaus Mousonturm. Sie ist damit ein gelungenes Beispiel für Kooperationsgeist und effiziente Ressourcennutzung in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet.

Den Binding-Kulturpreis nahm Dr. Philipp Schulte, Vorstandsvorsitzender des Frankfurt LAB e.V., entgegen. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass unser gemeinsamer Einsatz für die Kunst von morgen mit diesem renommierten Kulturpreis ausgezeichnet wird. Die Würdigung bestärkt uns darin, den vor 15 Jahren eingeschlagenen Weg mit offenem Blick und kritischer Leidenschaft weiterzugehen.“

„Ich gratuliere dem Frankfurt LAB e.V. sehr zu dieser verdienten Auszeichnung mit dem Binding- Kulturpreis“, so Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. „Diese besondere Kooperation Frankfurter Institutionen ermöglicht es, Theater, Musik, Performance und künstlerischen Nachwuchs an einem Ort in einen bereichernden Austausch zu bringen. Der Frankfurt LAB e.V. bildet einen Kultur-Hotspot von großer Beliebtheit.“

In den Räumen einer ehemaligen Fabrik in der Schmidtstraße im Gallusviertel hat der Frankfurt LAB e.V. einen Produktions- und Aufführungsort geschaffen, der geeignet ist, den wachsenden Fragen und Anforderungen in der zeitgenössischen darstellenden Kunst und Musik gerecht zu werden, heißt es auch in der Jurybegründung.

Auf hohem technischem Niveau und in geschütztem Rahmen können Kunstschaffende auf einer 650 Quadratmeter großen Szenenfläche und einer Studiobühne flexibel probieren und präsentieren.

„Ich freue mich sehr, dass der Binding-Kulturpreis 2024 an den Frankfurt LAB e.V. vergeben wurde“, so Bergit Gräfin Douglas, Vorsitzende des Vorstands der Binding-Kulturstiftung. „Damit hat sich das Kuratorium auch in diesem Jahr wieder für eine herausragende Institution entschieden, die einen künstlerischen und experimentell nutzbaren Raum für neue Darstellungs- und Vermittlungsformen geschaffen hat.“

Mit dem Frankfurt LAB e.V. als hochkarätiger Träger des Binding-Kulturpreis 2024 signalisiert die Binding-Kulturstiftung zum wiederholten Male die Verbundenheit mit Kulturschaffenden in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, dem Heimatmarkt der Binding-Biere.

Wohnungswirtschaft bietet sichere Jobs – bfb-immo-Preisverleihung im Biebricher Schloss

bfb-Vorstände Holger Münch und Sebastian Rumpel, Preisträgerin Lisa Emmerich und Stephan Gerwing, Justiziar beim VdW südwest (v.l.n.r.), Foto: bfb
bfb-Vorstände Holger Münch und Sebastian Rumpel, Preisträgerin Lisa Emmerich und Stephan Gerwing, Justiziar beim VdW südwest (v.l.n.r.), Foto: bfb

Trotz der Krise am Bau und im Immobiliensektor bietet der Wohnungsmarkt weiterhin relativ sichere Jobs. Denn gewohnt werden müsse immer. Und einmal vermietet, liefen die Verträge zumeist langfristig, so der Tenor des motivierenden Festvortrags von RA Stephan Gerwing, Justiziar, Referent für Genossenschaften vom Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e.V., am 27. Mai 2024 bei der feierlichen bfb-immo-Preisverleihung  an die Jahrgangsbesten Immobilienfachwirte der Südwestdeutschen Fachakademie der Immobilienwirtschaft e.V. im Schloss Biebrich, Wiesbaden.

Begrüßt wurden die Jahrgangsbesten und die Gäste von Holger Münch, Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes der Fach- und Betriebswirte in der Immobilienwirtschaft e.V.. In seiner Ansprache hob Münch die Bedeutung von Netzwerken in diesen turbulenten Zeiten hervor. Die Immobilienbranche ist eine der dynamischsten und komplexesten Sektoren unserer Wirtschaft, und ein gut etabliertes Netzwerk mit anderen Fachleuten kann Synergien schaffen und gemeinsame Projekte vorantreiben, die allein nicht realisierbar wären, so Herr Münch. Ein besonderer Dank ging im Namen des bfb auch an die zahlreichen Sponsoren, die das Event unterstützt haben.

Im Anschluss daran übernahm Sebastian Rumpel, ein weiteres Vorstandsmitglied, die Ehrung der besten Absolventen des aktuellen Jahrgangs. In einer bewegenden Rede würdigte er die herausragenden Leistungen der Preisträger und hob deren Fleiß, Engagement und Zielstrebigkeit hervor. Die Ehrung von Lisa Emmerich als Jahrgangsbeste war zweifellos ein Höhepunkt des Abends und wurde von den Anwesenden mit großem Applaus honoriert. Lena Schellhaas, die zweite Preisträgerin konnte aus privaten Gründen leider nicht teilnehmen.

In seinem Festvortrag, in dem er die Immobilienbrache, insbesondere den Bereich der Wohnungswirtschaft, einerseits als Garantin relativ sicherer Arbeitsplätze auch in Krisenzeiten aufzeigte, sprach RA Stephan Gerwing zugleich aber ungeschminkt auch die zentralen derzeitigen Branchen-Probleme an: Die Wohnungswirtschaft sei durch inflationär gestiegene Preise, gesetzliche Auflagen, Fachkräftemangel und hohe Zinsen schwer belastet. „Damit eine tiefgreifende Wende für die Branche, die fast 20 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung „liefert“, zur realistischen Option wird, ist Luft zum Atmen unverzichtbar, so der Festredner.

Impression - gebannt folgen die Gäste den Ausführungen der Redner. Foto: bfb
Impression – gebannt folgen die Gäste den Ausführungen der Redner. Foto: bfb

RA Gerwings fundierten praxiserfahrenen Einblicke und zukunftsweisenden Gedanken regten zu intensiven Diskussionen an und boten wertvolle Impulse für die Branche und anschließende Diskussionen beim feierlichen Get together, welches von intensiven und konstruktiven Gesprächen geprägt war. Die Gäste nutzten dabei die gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und sich über aktuelle Themen und ihre Probleme in der Immobilienwirtschaft auszutauschen. Die positive Resonanz der Teilnehmer unterstrich den Erfolg der Veranstaltung und die Bedeutung solcher Netzwerkveranstaltungen insbesondere in Zeiten wie diesen.

Quelle /weitere Bilder: https://www.bfb-immo.de/veranstaltungen/jahresauftaktveranstaltung-2020-1-2-3-2

Weitere Informationen: bfb – Bundesverband der Fach- und Betriebswirte in der Immobilienwirtschaft e.V.

Ausufernde Bürokratie größtes Wirtschaftsrisiko – Miese Stimmung bei IHK-Unternehmen

Die Stimmung in den  der IHK-zugehörigen Unternehmen in Wiesbaden, dem Rheingau-Taunus-Kreis und Hochheim am Main ist weiterhin stark getrübt.  Auch der Ausblick auf das kommende Jahr bleibt schwach, so  IHK-Präsident Jörg Brömer: „Der aktuelle Konjunkturbericht zeigt, wie sehr unsere Wirtschaft gegen den Strom schwimmen muss. Manche der Probleme sind schlicht hausgemacht. Dass die Unternehmen die Wirtschaftspolitik und dort besonders die ausufernde Bürokratie als größtes Geschäftsrisiko bezeichnen, ist ein absolutes Alarmzeichen. Ohne Umdenken in der Politik wird es schwer, wieder auf einen Wachstumskurs zu kommen.“

Der IHK-Konjunkturbericht enthält umfassende Analysen und grafische Darstellungen zur konjunkturellen Lage im Wirtschaftsraum Wiesbaden. Kostenfrei abrufbar ist er unter
www.ihk.de/wiesbaden/konjunkturbericht.
Geht’s der Wirtschaft schlecht, leidet auch die Kultur, da betroffene Unternehmen oftmals auch gezwungen sind, ihre Budgets für Sponsoring, Werbebanner usw. zurückzufahren.

25 Jahre „Hessen-Champions“ – Bewerbung für „Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen“ läuft

© Hessen Trade & Invest GmbH
© Hessen Trade & Invest GmbH

Der Wettbewerb „Hessen-Champions“ feiert 2024 Jubiläum, und mit ihnen auch etliche  Preisträger aus 25 Jahren Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen. Innovative Unternehmen können sich bis 30. Juni 2024 in einer von drei Kategorien um den Titel „Hessen-Champion“ bewerben (siehe unten).

Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori: „Bereits seit nunmehr 25 Jahren würdigt das Land Hessen mit dem Innovations- und Wachstumspreis hessische Unternehmen. Ich gratuliere insbesondere den ‚Hessen-Champions‘, die ebenfalls in diesem Jahr Jubiläum feiern. Mit Spannung blicken wir auf die Bewerbungen, die uns bereits erreicht haben und die noch bis Ende Juni eingehen.“

Die „Hessen-Champions“-Jubilare 2024:

  • HEWI Heinrich Wilke GmbH, Bad Arolsen (Weltmarktführer 2018): 95 Jahre
  • JUMO GmbH & Co. KG, Fulda (Weltmarktführer 2015): 75 Jahre
    Nord-Micro GmbH & Co. OHG, Bergen-Enkheim (Weltmarktführer 2017): 60 Jahre
  • EDAG Engineering GmbH, Fulda bzw. Wiesbaden (Innovation 2014, Jobmotor 2015): 55 Jahre
  • Technolit GmbH, Großenlüder (Jobmotor 2009): 45 Jahre
    Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Darmstadt (Jobmotor 2020): 40 Jahre
  • AuPairWorld GmbH, Kassel (Weltmarktführer 2014): 25 Jahre
  • Lampenwelt GmbH, Schlitz (Jobmotor 2017): 20 Jahre
  • SMINNO GmbH, Fuldatal (Innovation 2016): 10 Jahre

Jetzt bewerben für eine der drei Kategorien

Hessische Unternehmen können sich auch 2024 wieder um den Titel „Hessen-Champion“ bewerben. Der Wettbewerb vergibt die Auszeichnung „Hessen-Champion 2024“ in den drei Kategorien „Innovation“, „Weltmarktführer“ und „Jobmotor“. Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 30. Juni 2024.

Die Preisverleihung findet am Dienstag, den 29. Oktober 2024, im Rahmen des 32. Hessischen Unternehmertages im Wiesbadener Kurhaus statt. Das Wirtschaftsministerium, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH (MBG H) und die Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) laden gemeinsam ein, um unter allen Finalistinnen und Finalisten drei Unternehmen zu küren.

Weitere Informationen zu den „Hessen-Champions“ unter: www.hessen-champions.de

22. Ball des Weines – Das Highlight lebendiger Weinkultur ganz im Zeichen von Vielfalt im Wiesbadener Kurhaus

Unter dem Motto „Alles bunt“ feierte der VDP mit 1600 Gästen den 22. Ball des Weines   voller Farben, Magie und Spitzenweine im Wiesbadener Kurhaus. © Foto Diether von Goddenthow
Unter dem Motto „Alles bunt“ feierte der VDP mit 1600 Gästen den 22. Ball des Weines voller Farben, Magie und Spitzenweine im Wiesbadener Kurhaus. © Foto Diether von Goddenthow

Ganz im Zeichen von „Vielfalt und Weltoffenheit“ feierten am 25. Mai 2024 unter dem Motto „Alles bunt“ über 1600 Besucher im Wiesbadener Kurhaus den 22. Ball des Weines.  Zu den zahlreichen Ehrengästen zählten die steirische Landesrätin Simone Schmidbauer, der Hessische Ministerpräsident und Gastgeber des Vorempfangs Boris Rhein, Hessens Minister für Landwirtschaft- und Weinbau Ingmar Jung, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden Gerd Uwe Mende,  Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz Nino Haase,  Intendant des Rheingau Musik Festivals Michael Herrmann, Ministerpräsident a.D. Roland Koch und viele andere.

Stargast des Abends Sänger und Songwriter Max Mutzke. © Foto Diether von Goddenthow
Stargast des Abends Sänger und Songwriter Max Mutzke. © Foto Diether von Goddenthow

Absoluter Stargast  im bunt erstrahlenden Kurhaus war der international beliebte Sänger und Songwriter Max Mutzke, der das Publikum mit einer Mischung aus Pop, Rock, Soul, Funk und Jazz im Friedrich von Thiersch-Saal begeisterte. Begleitet wurde er von der Big Band der Bundeswehr unter Leitung von Timor Oliver. In den Sälen des Kurhauses sorgten ab 21 Uhr  Soul- und RnB-Sänger Dominick Thomas, der Entertainer José Rodriguez und das Musikerpaar Natascha & Alfred für beste musikalische Stimmung. Dabei konnten die Gäste   VDP- Spitzen-Weine   aller Rebsorten und Lagen von über 200 VDP.Prädikatsweingütern verkosten  und sich  an zahlreichen Kochstationen mit exquisiter Kulinarik von Austern bis Wachteleiern verwöhnen lassen.   Wer wollte konnte in der FFH-Disco mit DJ Daniel Fischer bis in die frühen Morgenstunden tanzen.

Impression vom 22. Ball des Weines aus dem Friedrich von Thiersch-Saal © Foto Diether von Goddenthow
Impression vom 22. Ball des Weines aus dem Friedrich von Thiersch-Saal © Foto Diether von Goddenthow

Der Ball des Weines war einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Jahreskalender der hessischen Landeshauptstadt. Und er war ein starkes Statement höchster deutscher Weinkultur und für die Arbeit der Winzer, die mit ihrer Leidenschaft für das Handwerk Weinabbau tagtäglich für die hohe Qualität deutscher VDP- Spitzenweine mit ihrer Geschmacksvielfalt sorgen.  Das Motto des Abends „Alles bunt“ stand dabei nicht nur  für Vielfalt und Faszination  „bunter“ deutscher Weinkultur und Weltoffenheit, sondern war auch ein  Bekenntnis, den Ball des Weins dort zu lassen, wo die Weinkultur seit der Römerzeit  gepflegt wird, nämlich in  Wiesbaden, der Pforte zum Rheingau.

Ministerpräsident Boris Rhein zum Auftakt

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein begrüßt die Gäste zum Vorempfang des Ball des Weins gemeinsam mit VDP-Präsident Steffen Christmann und VDP-Ehrenpräsident Michael zu Salm-Salm.  © Foto Diether von Goddenthow
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein begrüßt die Gäste zum Vorempfang des Ball des Weines gemeinsam mit VDP-Präsident Steffen Christmann und VDP-Ehrenpräsident Michael zu Salm-Salm. © Foto Diether von Goddenthow

Der deutsche Wein habe nicht zuletzt dank VDP „ in der Welt eine besondere Bedeutung, so Ministerpräsident Boris Rhein in seinem Grußwort beim Vorempfang „Der VDP ist ein Segen für unser Land, ein Segen für unseren Wein“. Und obgleich Hessen mit seinen beiden Anbaugebieten Rheingau und hessische Bergstraße von den Flächen her beileibe nicht das größte Anbaugebiet sei, „prägt der Wein uns Hessen sehr stark.“ Als Hessen „definieren wir uns sehr stark über den Wein, und egal wo wir, Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft und Weinbau, oder ich in Berlin oder in Europa sind“, so Rhein. Es sei oft schon so, „dass die Menschen uns auch darauf ansprechen, dass wir in Hessen eine besondere Weinkultur haben.“, sagte der Ministerpräsident. Aber man könnte heute diese besondere Weinkultur nicht so pflegen, „wenn eben der VDP nicht ab einer bestimmten Zeit sehr strenge, sehr klare Qualitätsregeln aufgestellt hätte, und dafür gesorgt hätte, dass eben wirklich der Deutsche Wein in der Welt eine besondere Bedeutung hat“, unterstrich Rhein. Er bedankte sich für diesen Verdienst des VDP und dafür, „dass Sie mit diesem Engagement und diesem starken Einsatz für den Deutschen Wein in der Welt unterwegs sind.“

Landwirtschafts- und Weinbau-Minister Jung , Simone Schmidbauer, Steirische Landesrätin Simone Schmidbauer und Ministerpräsident Boris Rhein.© Foto Diether von Goddenthow
Landwirtschafts- und Weinbau-Minister Jung , Simone Schmidbauer, Steirische Landesrätin Simone Schmidbauer und Ministerpräsident Boris Rhein.© Foto Diether von Goddenthow

VDP-Präsident Steffen Christian dankte Boris Rhein für seine Unterstützung, und betonte, dass der VDP „natürlich nur ein kleiner Teil des deutschen Weinbaus“ sei. „Aber wir versuchen immer auch in Verantwortung für den ganzen deutschen Weinbau unterwegs zu sein-“ Man sei „heute doch auf einen ganz anderen Level wieder unterwegs, fast soweit wie in der Zeit als Wiesbaden seine allergrößte Zeit hatte“, nämlich während der ausgehenden Kaiserzeit, „als der deutsche Wein vom Niveau her der angesehenste Weißwein der Welt war. Wir sind näher an dem Punkt, als wir je in dieser Zeit nach dem ersten Weltkrieg waren. Und das macht uns große Freude, und da sind wir auch ein bisschen stolz drauf“, unterstrich Christmann.

Impression vom 22. Ball des Weins im Wiesbadener Kurhaus. © Foto Diether von Goddenthow
Impression vom 22. Ball des Weins im Wiesbadener Kurhaus. © Foto Diether von Goddenthow

Vom Spitzen-Niveau deutscher VDP-Spitzen Weine  konnten sich die Gäste im Anschluss des Vorempfangs im  wunderbar kunterbunt geschmückten Kurhaus  ab 19.00 Uhr überzeugen.  Nach der Begrüßung durch VDP-Ehrenpräsident Michael Prinz zu Salm-Salm, VDP-Präsident Steffen Christmann und VDP-Geschäftsführerin Theresa Olkus im Friedrich von Thiersch-Saal wurden  bei einem Gala-Dinner 7 verschiedene Weine kredenzt, während ein Bühnenprogramm mit Akrobatik,  musikalischen Ohrwürmern des Sänger und Songwriter Max Mutzke und der Bundeswehr Big Band das Publikum begeisterten.
Ab  21.00 Uhr öffneten  im Foyer und in allen Sälen des   Kurhauses die  Flaniermeilen mit  kulinarischen Stützpunkten und Verkostungsstationen deutscher VDP-Spitzenweine aller VDP-200 VDP-Winzer sämtlicher Weinanbauregionen.

Der Ball des Weines  bleibt in Wiesbaden

Gemeinsame Begrüßung der Ballgäste im Friedrich von Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses (vli.) durch VDP-Ehrenpräsident Michael Prinz zu Salm-Salm, VDP-Geschäftsführerein Theresa Olkus und VDP-Präsident Steffen Christmann. © Foto Diether von Goddenthow
Gemeinsame Begrüßung der Ballgäste im Friedrich von Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses (vli.) durch VDP-Ehrenpräsident Michael Prinz zu Salm-Salm, VDP-Geschäftsführerein Theresa Olkus und VDP-Präsident Steffen Christmann. © Foto Diether von Goddenthow

Bei der Begrüßung der Ballgäste im Friedrich von Thiersch-Saal berichtete der VDP-Ehrenpräsident Michael Prinz zu Salm-Salm von Begehrlichkeiten Berlins, den Ball des Weines an die Spree zu holen. Diesen Avancen habe er eine deutliche Absage erteilt: „Was hätte Berlin auch zu bieten? So ein schönes Kurhaus gibt’s in ganz Deutschland nur in Wiesbaden.“ Zudem habe er dem früheren Landesvater Roland Koch vor 20 Jahren per Handschlag versprochen, dass der Ball des Weins in Wiesbaden bleibe, „Das hat bis heute gehalten. Wir sind nicht fremdgegangen, wir sind in Wiesbaden.“ Das begrüßte auch Oberbürgermeister Gerd Uwe Mende außerordentlich. Man sei stolz darauf Gastgeber zu sein. Und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein setzte noch eins drauf: Ein wenig augenzwinkernd und pointiert meinte er, dass Zivilisation und Kultur immer dort entstünden, wo Wein angebaut werde, und das sei in Berlin ja nicht der Fall. Tosender Applaus.

Verkostung von VDP-Prädikatsweinen aller 200 VDP-Winzer an den Verkostungsstationen. © Foto Diether von Goddenthow.
Verkostung von VDP-Prädikatsweinen aller 200 VDP-Winzer an den Verkostungsstationen. © Foto Diether von Goddenthow.

„Alles bunt“ für Vielfalt und Weltoffenheit
Das Motto „Alles bunt“ habe man bei Seneca gefunden , der einmal gesagt habe „mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt‘“, begrüßte VDP-Präsident Steffen Christmann:. „Alles ist bunt“ stehe für die Vielfalt der Farben, mit denen Winzer im Jahresverlauf umgingen, von Hellgrün im Frühjahr bis zur vielfachbunten Farbenpracht des Herbstes, wobei der Winter dann eher Grau-grün sei. Bunt stünde aber auch für einen weitere Aspekt von Vielfalt, etwa für die Vernetzung von Winzern, die weltweit viel bunter als je zuvor unterwegs seien. „Und wir sind auch das Weinland, das Gastgeberland, das hier Menschen anzieht aus der ganzen Welt, und deswegen ist es uns extrem wichtig, dass wir bunt und tolerant und weltoffen sind.“, so der VDP-Präsident vor dem Hintergrund „75 Jahre Grundgesetz“, das die Vielfalt garantiere.

Begeisterte Gäste beim Weinpocker und Weinroulette. © Foto Diether von Goddenthow.
Begeisterte Gäste beim Weinpocker und Weinroulette. © Foto Diether von Goddenthow.

Winzer ist der schönste Beruf der Welt
Anhand von 200 Porträts und Interviews von Winzerinnen und Winzer aller VDP-Prädikatsweingüter, die im Rahmen einer Kampagne „50 Jahre VDP-Weinbörse“ entstanden, präsentierte VDP-Geschäftsführerin Theresa Olkus  die Essenz der VDP-Umfrage zur Vielfalt des Berufes Winzer. Kernfragen waren: „Was ist euer Grund, Winzerin oder Winzer zu sein?“ „Was waren die Beweggründe, dass ihr diesen Beruf gewählt habt?“ Bei 200 Winzerinnen und Winzer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, waren die Antworten natürlich entsprechend „sehr, sehr bunt, und da gab es schon bei dem einen oder anderen ein Gänsehautmoment“, so die VDP-Geschäftsführerin, etwa: „Dass gute Landwirtschaft die Welt retten kann“, oder auch,“ dass man über die erzeugten Weine jeden Betrieb noch ein bisschen weiterleben lassen kann“.  So unterschiedlich die Antworten aber auch gewesen seien, „waren am Ende aber alle der Überzeugung, dass sie als Winzer den schönsten Beruf der Erde haben“. Wie sehr sich diese Berufsbegeisterung für den Winzerberuf auch in der Spitzenqualität ihrer Weine widerspiegelt,  konnten die Gäste in dieser kunterbunten Ballnacht an all den Verkostungsstationen mit Spitzenweinen sämtlicher 200 VDP-Mitgliedswinzer bis in die frühen Morgenstunden testen.

Gruppenbild vom Dank an die Sponsoren und Unterstützer des Ball des Weines mit Hessens Ministerpräsident Boris Rhein © Foto Diether von Goddenthow
Gruppenbild vom Dank an die Sponsoren und Unterstützer des Ball des Weines mit Hessens Ministerpräsident Boris Rhein © Foto Diether von Goddenthow

Abschließend dankte VDP-Geschäftsführerin Theresa Olkus den Gästen für ihre Treue zum Ball des Weines, dem Catering, den Helfern, Ehrenamtlichen, und insbesondere den Sponsoren, und nicht zuletzt den VDP-Winzerinnen und Winzern, die den Ball des Weins erst möglich machen.

(Diether von Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Save the Date für den  kommenden Ball des Weins  am 24. Mai 2025  Weitere Infos zum Verband Deutscher Prädikatsweingüter und seinen Mitgliedern  

Wirtschaftliche Entwicklung im IHK-Bezirk Rheinhessen kommt nicht in Schwung – Bürokratie

8. Mai 2024. Die Unternehmen in Rheinhessen kämpfen weiterhin mit der Konsumflaute, gedämpften Exporterwartungen und den zahlreichen geopolitischen Krisen: Die Wirtschaft in der Region tritt auf der Stelle, die Betriebe halten sich mit Investitionen in den Standort zurück. Vor allem die Erwartungen der Industrie – einer der starken Motoren für die rheinhessische Wirtschaft – sind auf einen Tiefstand gesunken. Das zeigen die Rückmeldungen der Unternehmen bei der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen zum Frühjahr 2024. Der Konjunkturklimaindex, Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung, fällt von 101 Punkten zum Jahresbeginn jetzt auf 99 Punkte und rutscht damit knapp unter die Wachstumsschwelle von 100 Punkten. „Es fehlt der konjunkturelle Rückenwind“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz  fest.

So schätzen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage besser ein als ihre Geschäftserwartungen. „Der Pessimismus zeigt sich auch darin, dass Investitionen zurückgehalten werden – dabei sind diese entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft.“ Als Hauptursache nennen die Unternehmen ungünstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und mangelnde Planbarkeit. „Die Wirtschaftspolitik muss daher dringend die vielfältigen Strukturprobleme angehen und einen investitionsfreundlichen Kurs einschlagen“, mahnt IHK-Präsident Dr. Marcus Walden.

„Besonders in unserer exportstarken Region dürfen wir den Anschluss im globalen Wettbewerb nicht verlieren.“ Schließlich werde in Rheinhessen mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland erzielt. Als Stellschrauben nennt Walden: weniger Regulierung, eine größere Verlässlichkeit der Wirtschaftspolitik, Steuererleichterungen und geringere Abgabenbelastungen sowie mehr Effizienz bei Planungs- und Genehmigungsverfahren. „Das würde den Unternehmen mehr Spielraum für Investitionen am Standort verschaffen.“

 Aktuelle Geschäftslage hat sich verschlechtert, Betriebe hoffen auf Steigerung der Nachfrage

Die aktuelle Geschäftslage wird im Frühjahr 2024 von den befragten Unternehmen in Rheinhessen schlechter beurteilt als noch zum Jahresanfang: 27 Prozent der Betriebe verzeichnen eine gute Lage, 50 Prozent sind zufrieden und 23 Prozent melden schlechte Ergebnisse zurück.

Auch wenn die Betriebe insgesamt noch pessimistischer in die Zukunft schauen als auf ihre aktuelle Lage – immerhin sind sie bei der Einschätzung der Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate wieder etwas hoffungsvoller als zu Jahresbeginn: 16 Prozent rechnen mit einer günstigeren Entwicklung, 63 Prozent erwarten gleichbleibende Geschäfte und 21 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

 Sonderauswertung: Neue Impulse für Investitionen notwendig

Passend zu den zurückhaltenden Geschäftserwartungen ist die Investitionsbereitschaft der befragten Unternehmen für die kommenden zwölf Monate zum Stillstand gekommen: Nur 26 Prozent der Betriebe planen mit steigenden Investitionen, 48 Prozent kalkulieren mit einem gleichbleibenden Umfang und 26 Prozent wollen ihre Investitionen zurückfahren. Da Investitionen entscheidend für die Entwicklung der Region sind, hat die IHK das Thema in einer Sonderauswertung unter die Lupe genommen. Demnach nennen die Unternehmen als Hauptmotive für Investitionen in erster Linie die Beschaffung von Ersatzteilen (61 Prozent), gefolgt von Produktinnovationen (33 Prozent), Rationalisierungen (32 Prozent), Umweltschutz (26 Prozent) und Kapazitätserweiterungen (23 Prozent).

 Am Standort bereits geplante Investitionen hat knapp ein Drittel der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten zurückgestellt – davon würden 77 Prozent die zurückgestellten Investitionen unter bestimmten Bedingungen noch tätigen. Dafür erforderlich wäre eine lange Liste von Punkten: steigende Nachfrage und Auftragsentwicklung sowie eine bessere Ertragslage (74 Prozent), weniger Regulierung und größere Verlässlichkeit der Wirtschaftspolitik – auch bei Aktivitäten in der Forschung und Entwicklung (54 Prozent), Steuererleichterungen und geringere Abgabenbelastungen (47 Prozent), dauerhaft niedrige Energiepreise (46 Prozent), ausreichend Personal und Fachkräfte (42 Prozent), niedrigere Investitionskosten für Rohstoffe, Vorleistungsgüter und Bankkredite (31 Prozent), niedrigere Arbeitskosten (30 Prozent), kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren (26 Prozent) sowie Innovationsförderung und Investitionsprämien (19 Prozent).

„Die Probleme sind damit klar benannt“, macht IHK-Präsident Walden deutlich. „Die Wirtschaftspolitik muss dringend neue Impulse für Investitionen in den Standort setzen. Ansonsten droht eine weitere Verschärfung der wirtschaftlichen Lage.“

 Industrie: Exporterwartungen sinken auf Tiefstand

Die Industrie ist der Motor der rheinhessischen Wirtschaft. Allerdings streuen die geopolitischen Unsicherheiten, gestörte Handelswege und hohen Energiepreise weiterhin Sand ins Getriebe. Die Industrieunternehmen müssen deutliche Exportrückgänge verkraften. Nur 25 Prozent der Industriebetriebe berichten aktuell von einer guten Geschäftslage, 49 Prozent melden eine befriedigende Situation und 26 Prozent eine schlechte Lage. Die Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate schätzen 12 Prozent besser ein, 68 Prozent rechnen mit keiner Veränderung und 20 Prozent befürchten schlechtere Geschäfte.

 Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind in den vergangenen drei Monaten insgesamt stark zurückgegangen und nur noch 12 Prozent der Industrieunternehmen verbuchen mehr Aufträge. 51 Prozent berichten von gleichbleibenden Eingängen und 37 Prozent mussten einen Rückgang der Aufträge verkraften. Die Exporterwartungen der Industriebetriebe sind auf einen Tiefstand gesunken: Keines der befragten Unternehmen rechnet mit höheren Exporten in den kommenden zwölf Monaten, 79 Prozent kalkulieren mit dem gleichen Volumen und 21 Prozent befürchten eine Abnahme.

 Einzel- und Großhandelsunternehmen
berichten von anhaltender Kaufzurückhaltung

Die befragten Unternehmen im Einzel- und Großhandel berichten von einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kunden und warten auf eine Belebung der Nachfrage.

Die Ergebnisse zur aktuellen Geschäftslage sind deutlich schlechter als noch zum Jahresbeginn: Nur 18 Prozent verbuchen aktuell eine gute Geschäftslage, bei 50 Prozent stagnieren die Geschäfte und sogar 32 Prozent verzeichnen Einbußen. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monaten haben sich nur geringfügig verbessert: So hoffen 19 Prozent auf eine steigende Nachfrage, 53 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung und 28 Prozent erwarten einen Nachfrageschwund.

Dienstleister erzielen vergleichsweise gute Ergebnisse 

Die Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor erzielen in der Befragung erneut das beste Ergebnis aller Branchen – hier bleibt die Entwicklung insgesamt robust. 32 Prozent der Betriebe melden aktuell eine gute Geschäftslage, 52 Prozent sind mit der Situation zufrieden und 16 Prozent berichten von einer schlechten Lage. Für die kommenden zwölf Monate erwarten 17 Prozent der Betriebe bessere Geschäfte, 63 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Ergebnissen und 20 Prozent mit einer Reduzierung.

 Gastgewerbe kämpft mit hohen Kosten,
Personalmangel und Anhebung der Umsatzsteuer

Das Gastgewerbe ist mit der aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden, auch bedingt durch die hohen Kosten, den Personalmangel und die Sparsamkeit der Gäste nach der Wiederanhebung der Umsatzsteuer auf Speisen. 17 Prozent der befragten Betriebe bewerten die aktuelle Lage als gut, 50 Prozent sind mit der Situation zufrieden und 33 Prozent melden eine schlechte Geschäftslage.

Nach der üblichen Durststrecke in den ersten Monaten des Jahres wird wieder mit stabilen Umsätzen im Sommer gerechnet: So erwarten 29 Prozent bessere Geschäfte, 65 Prozent gehen vom gleichen Niveau aus und nur 6 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

 Im Rahmen der IHK-Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2024 wurden zwischen dem 3. und 29. April insgesamt 770 Unternehmen aller Größen und Branchen in Rheinhessen befragt.

(Melanie Dietz /IHK Rheinhessen)