Kategorie-Archiv: Wirtschaftskultur

Die chemisch-pharmazeutische Industrie als wirtschaftlichen Kern Hessens stärken – Jubiläum 75 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Arbeitgeberverbands HessenChemie haben gestern im Kurhaus Wiesbaden die 14. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik mit anschließender Jubiläumsfeier stattgefunden mit Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und zahlreichen Vertretern aus Politik, Unternehmen, Verbänden und der IGBCE Hessen-Thüringen. Bild: Der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes HessenChemie Oliver Coenenberg überreicht Boris Rhein den Jubiläumsband "Arbeit gestalten. 75 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie". © Foto: Diether von Goddenthow
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Arbeitgeberverbands HessenChemie haben gestern im Kurhaus Wiesbaden die 14. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik mit anschließender Jubiläumsfeier stattgefunden mit Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und zahlreichen Vertretern aus Politik, Unternehmen, Verbänden und der IGBCE Hessen-Thüringen. Bild: Der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes HessenChemie Oliver Coenenberg überreicht Boris Rhein den Jubiläumsband „Arbeit gestalten. 75 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie“. © Foto: Diether von Goddenthow

Wiesbaden, 29. November 2022.  Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Globalisierung, Finanzkrise, Corona und Energiekostenexplosion: Die Geschichte des Arbeitgeberverbandes HessenChemie ist eng verbunden mit der Industriegeschichte Deutschlands und gibt einen Einblick in die gewaltigen politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen. Am Dienstag feierte HessenChemie sein 75-jähriges Bestehen im Kurhaus Wiesbaden.

Am 28. November 1947 trafen sich 51 Unternehmer zur konstituierenden Sitzung und gründeten den Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e.V. in Wiesbaden. Was zunächst auch in der Chemieindustrie als Gegenmacht zur Gewerkschaft begriffen wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu der heute für die Branche bewährten Sozialpartnerschaft. Teil des Festaktes waren neben dem Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein auch zahlreiche Vertreter aus Politik, Unternehmen, Verbänden und der IGBCE Hessen-Thüringen.

(v.l. Dirk Meyer, HessenChemie; Oliver Coenenberg, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH & Vorstandsvorsitzender HessenChemie; Ministerpräsident Boris Rhein; Dr. Kai Beckmann, Merck KGaA & Präsident BAVC) © HessenChemie
(v.l. Dirk Meyer, HessenChemie; Oliver Coenenberg, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH & Vorstandsvorsitzender HessenChemie; Ministerpräsident Boris Rhein; Dr. Kai Beckmann, Merck KGaA & Präsident BAVC) © HessenChemie

Im Rahmen der Jubiläumsfeier würdigte der Hessische Ministerpräsident die Leistungen und Innovationskraft der chemisch-pharmazeutischen Industrie und machte deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort deutlich: „Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist unser wirtschaftlicher Kern in Hessen – als umsatzstärkste Branche, größter Arbeitgeber und mit einem der größten Chemie- und Pharmastandorte Europas in Frankfurt-Höchst. Wir werden alles dafür tun, ihn zu bewahren und zu stärken. Wenn wir gut und sicher durch die aktuellen Krisen kommen wollen, müssen wir unsere wichtigste Industrie schützen“, sagte Rhein am Dienstag in Wiesbaden. Die Landesregierung setze sich mit großem Engagement für die hiesige Gesundheits- und Pharmaindustrie ein. Im Zentrum stehe die bundesweit einmalige Initiative Gesundheitsindustrie.

"Wir müssen unsere wichtigste Industrie schützen", Ministerpräsident Boris Rhein. © Foto: Diether von Goddenthow
„Wir müssen unsere wichtigste Industrie schützen“, Ministerpräsident Boris Rhein. © Foto: Diether von Goddenthow

Der Ministerpräsident dankte der chemisch-pharmazeutischen Branche vor allem für ihre Leistungen während der Corona-Pandemie. „Die Gesundheitsindustrie hat uns weltweit aus der Patsche geholfen. Ohne Impfstoff und seine massenhafte Bereitstellung hätten wir in Hessen jüngst die Isolationspflicht nicht aufheben und einen weiteren Schritt in Richtung Normalität gehen können“, sagte Rhein und kritisierte in diesem Zusammenhang Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach für seine Finanzreform zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung scharf. „Mit seinem Finanzstabilisierungsgesetz schadet der Gesundheitsminister massiv dem Pharmastandort Hessen. Er erhöht die Herstellerabgabe für Arzneimittel um fünf Prozentpunkte. Zwar zeitlich befristet, aber zusammen mit anderen Maßnahmen wird das der Pharmaindustrie Milliarden von Euro kosten. Der Name des Gesetzes ist eine Mogelpackung. Was da kommt, wird in sämtlichen Bereichen unseres Gesundheitswesens zu Instabilitäten führen. Ich habe mich deshalb heftig dagegen gewehrt, auch im Bundesrat.“

„Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist unser wirtschaftlicher Kern in Hessen – als umsatzstärkste Branche, größter Arbeitgeber und mit einem der größten Chemie- und Pharmastandorte Europas in Frankfurt-Höchst. Wir werden alles dafür tun, ihn zu bewahren und zu stärken“, so der Ministerpräsident. Die Landesregierung setze sich mit großem Engagement für die hiesige Gesundheits- und Pharmaindustrie ein. Im Zentrum stehe die bundesweit einmalige Initiative Gesundheitsindustrie. „Hier entwickeln und stärken wir gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft den Standort Hessen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Menschen in unserem Land jederzeit mit qualitativ hochwertigen Arzneimitteln versorgen zu können. Daher setzen wir uns dafür ein, dass Arzneimittel wieder verstärkt in Europa produziert werden – vor allem in Hessen. Hessen war einmal die Apotheke Europas. Das muss es wieder sein“, versprach der Ministerpräsident.

"Wir brauchen  die Gas- und Strompreisbremse für die Industrie so schnell und unbürokratisch wie möglich" Oliver Coenenberg. © Foto: Diether von Goddenthow
„Wir brauchen die Gas- und Strompreisbremse für die Industrie so schnell und unbürokratisch wie möglich“ Oliver Coenenberg. © Foto: Diether von Goddenthow

Der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes HessenChemie und Geschäftsführer Personal und Organisation der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Oliver Coenenberg, ging auf die derzeit schwierige Lage der Branche ein: „Vor allem im Mittelstand stehen Unternehmer bereits jetzt mit dem Rücken zur Wand, und das vor allem wegen der exorbitant gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. Wir brauchen daher die Gas- und Strompreisbremse für die Industrie so schnell und unbürokratisch wie möglich, um dauerhafte Schäden an unserer an sich gesunden Industriestruktur zu vermeiden.“ Coenenberg kritisierte, „dass der vorliegende Gesetzentwurf in wichtigen Punkten hinter den Empfehlungen der Expertenkommission Gas und Wärme zurückbleibt.“

Mit Blick auf die Transformation sei es zudem wichtig, Genehmigungsverfahren schnell und effizient zu gestalten und zusätzliche Belastungen und Hürden für Arbeitgeber zu vermeiden. Dabei betonte Coenenberg gleichzeitig das Angebot zum Dialog mit der Landesregierung: „Gerne bringen wir uns in den geplanten Transformationsgipfel ein.“

Impression von der Begrüßung der Jubiläums-Gäste im Wintergarten des Wiesbadener Kurhauses. © Foto: Diether von Goddenthow
Impression von der Begrüßung der Jubiläums-Gäste im Wintergarten des Wiesbadener Kurhauses. © Foto: Diether von Goddenthow

Im Vorfeld fanden die 14. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt, in deren Fokus neben der Entwicklung der Chemie-Sozialpartnerschaft vor allem der Wandel der Arbeitswelt in den letzten 75 Jahren und die zukünftigen Anforderungen standen.

Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), betonte in seiner Rede die Veränderungsfähigkeit der Branche. Mit Blick auf die Herausforderungen der Transformation sagte er: „Grund zur Zuversicht können wir haben, wenn wir die nötigen Änderungen offensiv angehen.“ Dabei müssten die Arbeitgeber bei sich selbst anfangen und eine Kultur der Veränderung fördern. Die Politik forderte er auf, kurzfristig die Industrie als Kern der Wertschöpfung zu stabilisieren, mittelfristig aber vor allem Wachstumskräfte in der Wirtschaft freizusetzen.

Festschrift – Geschichte des Verbandes
arbeit-gestalten-75-jahre-hessenchemie-160Anlässlich des 75-jahrigen Bestehens hat HessenChemie die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte beauftragt, die Geschichte des Verbandes aufzuarbeiten und in einem Buch von Johanna Steinfeld „Arbeit gestalten. 75 Jahre Arbeitgeberverband HessenChemie“, wbg Darmstadt 2022, zu verschriftlichen. Dieses erschien anlässlich der 14. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik am 29. November 2022 – fast auf den Tag der Gründung genau – im Verlag Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg) erscheinen.

Über HessenChemie
Im Arbeitgeberverband HessenChemie sind 310 Mitgliedsunternehmen mit 105.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen und kunststoffverarbeitenden Industrie sowie einiger industrienaher Serviceunternehmen zusammengeschlossen. Derzeit werden in den Mitgliedsunternehmen rund 4.500 Menschen ausgebildet. HessenChemie vertritt die tarif- und sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Gewerkschaft, Politik und Öffentlichkeit.

(Hessenchemie /Hessische Staatskanzlei)

Sechs Unternehmen als Pioniergeister 2022 ausgezeichnet – Gewinner aus Bobenheim-Roxheim, Mainz, Hinterweidenthal, Trier, Kaiserslautern und Bitburg

Pioniergeist-2022-Nominierte-und-Preistraeger-mit- Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, SWR-Landessenderdirektorin Ulla Fiebig,ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer, Mark Stehle, Mitglied des Vorstandes der Genobank Mainz eG. und SWR-Moderator Stephan Lenhardt. © Foto: Diether von Goddenthow
Pioniergeist-2022-Nominierte-und-Preistraeger-mit- Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, SWR-Landessenderdirektorin Ulla Fiebig,ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer, Mark Stehle, Mitglied des Vorstandes der Genobank Mainz eG. und SWR-Moderator Stephan Lenhardt. © Foto: Diether von Goddenthow

Gestern Abend  zeichneten die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rheinland-Pfalz sowie der Südwestrundfunk gemeinsam   mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium Gründer aus Rheinland-Pfalz aus, die mit ihrer Geschäftsidee und ihrem vorbildlichen Werdegang wahren Pioniergeist aufweisen. Insgesamt sechs Unternehmen aus Bobenheim-Roxheim, Mainz, Hinterweidenthal, Trier, Kaiserslautern und Bitburg bekamen in diesem Jahr einen Preis und die dazugehörige Prämie.

Daniela Schmitt Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz. © Foto: Diether von Goddenthow
Daniela Schmitt Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz. © Foto: Diether von Goddenthow

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt gratulierte den prämierten Unternehmen und betonte die Bedeutung von Gründungen für die rheinland-pfälzische Wirtschaft: „Gründerinnen und Gründer beleben mit neuen Produkten, Dienstleistungen und innovativen Geschäftsideen den Wettbewerb und helfen dabei, unseren Wirtschaftsstandort leistungsfähig und attraktiv zu halten“, sagte Schmitt. Ihr Ministerium flankiere den unternehmerischen Mut von Gründern durch eine Vielzahl an Informations- und Beratungsangeboten, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie Wettbewerben. „Wichtig ist, unsere Angebote stets dem aktuellen Bedarf anzupassen und unsere Gründer nicht nur finanziell, sondern auch mit einem breiten Netzwerk zu unterstützen“, sagte Schmitt. Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen sei dieser ganzheitliche Blick von großer Bedeutung.

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, Dr. Helmut Jonuleit, CSO Professorin Dr. med. Andrea Tüttenberg, CEO der ActiTrexx GmbH aus Mainz, und ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer © Foto: Diether von Goddenthow
Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, Dr. Helmut Jonuleit, CSO Professorin Dr. med. Andrea Tüttenberg, CEO der ActiTrexx GmbH aus Mainz, und ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer © Foto: Diether von Goddenthow

Den mit 15.000 Euro dotierten ersten Preis überreichte die Ministerin zusammen mit ISB-Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer an Frau Professorin Dr. med. Andrea Tüttenberg, CEO,
der ActiTrexx GmbH aus Mainz für die Entwicklung der „ATrag“ Zelltherapie. Sie dient der Behandlung überschießender Immunreaktionen bei Stammzellentransplantationen und Autoimmunerkrankungen, etwa der Regulierung von abstoßungsreaktionsbedingten Entzündungsprozessen. Dank der Behandlung soll die Überlebensrate und die Lebensqualität von Transplantationspatienten erhöht werden. Damit hat die Zelltherapie das Potenzial, das Risiko und die Einschränkungen in der Stammzellentransplantation aufzuheben. „Mit ATrag hat das Unternehmen ein hochwertiges und langersehntes medizinisches Produkt geschaffen“, begründete Dexheimer die Entscheidung der Jury. Dies sei die erste Zelltherapie dieser Art, die den Durchbruch in der regenerativen Medizin schaffen könne.

Mark Stehle, Mitglied des Vorstandes der Genobank Mainz eG. Eng. Lukas Roth, Dr.-Ing. Christopher Petry, M. Sc. Rune Monzel der TENTA VISION GmbH aus Trier und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt © Foto: Diether von Goddenthow
Mark Stehle, Mitglied des Vorstandes der Genobank Mainz eG. Eng. Lukas Roth, Dr.-Ing. Christopher Petry, M. Sc. Rune Monzel der TENTA VISION GmbH aus Trier und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt © Foto: Diether von Goddenthow

Den mit 10.000 Euro ausgelobten zweiten Preis verlieh Mark Stehle, Mitglied des Vorstandes der Genobank Mainz eG, an die TENTA VISION GmbH aus Trier. Das Team um das erst in diesem Jahr gegründete Unternehmen hat Hightech-Messgeräte entwickelt und produziert, die eine disruptive Bauteilprüfung in der Leichtbauindustrie erlauben. „Ich bin stolz, dass ich heute ein Musterbeispiel für Pioniergeist mit dem Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken würdigen darf. Wir haben hier ein wunderbares Vorbild für das Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft“, so Stehle. Seit November 2021 arbeiten die Absolventen der Hochschule Trier im Rahmen eines EXIST-Gründerstipendiums in Vollzeit an der Unternehmensgründung.

SWR-Landessenderdirektorin Ulla Fiebig, Gründer und Inhaber Gianluca Siciliano von FRONTBAG E.K. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt © Foto: Diether von Goddenthow
SWR-Landessenderdirektorin Ulla Fiebig, Gründer und Inhaber Gianluca Siciliano von FRONTBAG E.K. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt © Foto: Diether von Goddenthow

Der dritte Preis in Höhe von 5.000 Euro ging an das Unternehmen Frontbag aus Bobenheim-Roxheim für die Produktion eines ergonomischen Schulranzens, der Kinderrücken besonders schont. Durch den zweiteiligen Ranzen wird das Gewicht des Stauraums gleichzeitig auf Rücken und Brust verteilt, sodass Rückenproblemen aufgrund einer zu hohen Belastung entgegengewirkt werden kann. „Eine moderne Gesellschaft lebt von immer wieder neuen Impulsen und Innovationen und natürlich vor allem von den Menschen, die oft einen langen Atem brauchen, um aus ihrer Idee schließlich ein neues Produkt oder Verfahren zu machen – so wie auch der Entwickler des gesundheitsfördernden Doppel-Ranzens. Und das sind dann natürlich auch interessante Geschichten aus Rheinland-Pfalz, über die wir als SWR unser Publikum gern informieren“, so SWR-Landessenderdirektorin Ulla Fiebig, die den Preis an das 2021 gegründete Unternehmen verlieh.

Brigitte Hermann, Mitglied des Vorstandes der rheinland-pfälzischen Business Angels und Dr.Max Birtel Finanzvorstand (CFO) LUBIS EDA aus Kaiserslautern © Foto: Diether von Goddenthow
Brigitte Hermann, Mitglied des Vorstandes der rheinland-pfälzischen Business Angels und Dr.Max Birtel Finanzvorstand (CFO) LUBIS EDA aus Kaiserslautern © Foto: Diether von Goddenthow

Den Sonderpreis der Business Angels in Höhe von 5.000 Euro für die beste Gründungsidee erhielt das Start-up LUBIS EDA aus Kaiserslautern für die Entwicklung einer Software, die die Erzeugung von Bauplänen für Halbleiter revolutioniert, indem es die durchgängige Nutzung aller während des Chip-Entwurfs erstellten Modelle ermöglicht. Das Verfahren kann auch ohne höhere mathematische Kenntnisse angewendet werden. Im Design- und Verifikationsprozess entstehen keine Informations- und Zeitverluste durch einen Modellwechsel, was einen Wettbewerbsvorteil mit sich bringt. „Sowohl das Verfahren als auch die Umsetzung als Produkt stellt eine weltweite Neuheit dar und führt zu einer erheblichen Kosteneinsparung bei der Herstellung von Halbleitern“, sagte Brigitte Hermann, Mitglied des Vorstandes der rheinland-pfälzischen Business Angels.

Mark Stehle und Anna Franken von Wundersee Fashion aus Bitburg mit Urkunde für ihren Sonderpreis © Foto: Diether von Goddenthow
Mark Stehle und Anna Franken von Wundersee Fashion aus Bitburg mit Urkunde für ihren Sonderpreis © Foto: Diether von Goddenthow

Mark Stehle verlieh stellvertretend für die 43 rheinland-pfälzischen Volksbanken und Raiffeisenbanken auch zwei Sonderpreise: Den Sonderpreis „Unternehmensnachfolge im Handwerk“ in Höhe von 1.000 Euro verlieh er an den nachhaltigen Handwerksbetrieb Fasswerk aus Hinterweidenthal. Inhaber Markus Vetter sorgt mit flexiblen Arbeitszeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine gute Work-Life-Balance. Anna Franken von Wundersee Fashion aus Bitburg freute sich über den Sonderpreis „Geschäftsidee“ in Höhe von 1.000 Euro. „Beide Preisträger zeigen den Mut und Gestaltungswillen, den wir mit diesem Wettbewerb honorieren wollen“, begründete Stehle die Entscheidung.

Das Geschwisterpaar Professorin Ervis Gega-Dodi und Gersi Gega im Gespräch mit SWR-Moderator Stephan Lenhardt. © Foto: Diether von Goddenthow
Das Geschwisterpaar Professorin Ervis Gega-Dodi und Gersi Gega im Gespräch mit SWR-Moderator Stephan Lenhardt. © Foto: Diether von Goddenthow

Die Talkrunde mit dem erfolgreichen Geschwisterpaar Professorin Ervis Gega-Dodi und Gersi Gega bereicherte das Programm der Preisverleihung. Die professionelle Geigerin und der Gründer gaben einen persönlichen Einblick in ihren Werdegang und ermutigten Gründungsinteressierte, nicht aufzugeben und sich für ihr Vorhaben einzusetzen „Ich kann jeden nur dazu ermutigen, seine Ideen und Träume umzusetzen. Es gibt kein besseres Gefühl, als für diesen Traum zu arbeiten“, gab Gersi Gega mit auf den Weg.

Globalisierung neu gestalten – Beim hessischen Unternehmertag wurden die Hessen-Champions 2022 ausgezeichnet

hessenchampions-globalisierung-neu-gestalten.-jpgZum 22. Mal wurden beim 30. Hessischen Unternehmertag gestern Abend im Wiesbadener Kurhaus die Sieger des Unter­nehmenswettbewerbs „Hessen-Champions“ mit dem Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen geehrt.

Ministerpräsident Boris Rhein, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), zeichneten die Hessen-Champions 2022 aus: 1) den Weltmarktführer  VACUUMSCHMELZE GmbH, Hanau, ein weltweit führender Hersteller unerlässlicher magnetischer Legierungen; 2) die Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, Niestetal,  im Bereich Jobmotor, ein recht junges, jedoch bereits marktführendes Unternehmen im Bereich Photovoltaik und Energiespeicher, sowie 3) die Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld,  in der Kategorie Innovation, ein Unternehmen, das ein zukunftsweisendes Verfahren zur direkten Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm entwickelt hat.   Corinna T. Egerer moderierte die Veranstaltung.

Hessen Champions 2022 im Wiesbadener Kurhaus am 1.Nov. 2022 Ministerpräsident Boris Rhein, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Moderatorin Corinna T. Egerer, Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Gruppe und die Geschäftsführer der Preisträger von VACUUMSCHMELZE GmbH (Weltmarktführer), Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, (Jobmotor) u.  Grenzebach BSH GmbH (Innovation) mit Hessenlöwen. © Foto: Diether von Goddenthow
Hessen Champions 2022 im Wiesbadener Kurhaus am 1.Nov. 2022 Ministerpräsident Boris Rhein, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Moderatorin Corinna T. Egerer, Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Gruppe und die Geschäftsführer der Preisträger von VACUUMSCHMELZE GmbH (Weltmarktführer), Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, (Jobmotor) u. Grenzebach BSH GmbH (Innovation) mit Hessenlöwen. © Foto: Diether von Goddenthow

 

Unternehmerpräsident Mang für mehr und nicht weniger Globalisierung

Unternehmerpräsident Mang begrüßte die  gut 1000 Gäste aus Wirtschaft, Politik  und Gesellschaft im „schönsten Kurhaus der Welt“, und unterstrich gleich zu Beginn: „Als weltweit tätige Unternehmer wissen wir genau: Abhängigkeiten von einzelnen Ländern machen uns erpressbar. Durch weitere Freihandelsabkommen oder strategische Partnerschaften können wir den wirtschaftlichen Austausch verbreitern und nachhaltig stärken. Wenn wir Wachstum und Wohlstand für uns, unsere Kinder und Kindeskindern und für möglichst viele Menschen auf dieser Welt wollen, wird uns dies nicht durch eine Rückverlagerung von Produktion nach Deutschland gelingen. Im Gegenteil: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr und bessere Globalisierung.“

Wolf Matthias Mang, Präsident der VhU © Foto: Diether von Goddenthow
Wolf Matthias Mang, Präsident der VhU © Foto: Diether von Goddenthow

Notwendig sei eine weitere internationale Verbreiterung sowohl im Hinblick auf Liefer- als auch auf Absatzmärkte. Es gäbe ja  nicht nur China, Russland und die USA, sondern viele weitere interessante Länder in Asien, Nord- und Südamerika sowie Afrika., weswegen  „Globalisierung neu gestalten“ hieße, „hier wieder kreativer zu werden.“ Populistische Forderungen nach  nach weniger Globalisierung mit Schlagworten wie„De-Growth“, „De-Globalisierung“ und „De-Industrialisierung“ seien, so Mang, die Schlussfolgerungen einer schlecht informierten Minderheit, der entschieden widersprochen werden muss. „Die Weltbevölkerung wird noch lange stark anwachsen. Milliarden Menschen leben immer noch in bitterer Armut. Mit welchem Recht kommen wir Ländern mit Ausstiegs- und Verzichtsappellen, in denen bitterer Mangel die Regel und ein harter Kampf ums ökonomische Überleben alltäglich ist?“, gab Mang als Folgen eines internationalen Rückzugs von modernen Industrieländern wie Deutschland zu bedenken.

Nur mit hochinnovativen Unternehmen kann die Transformation gelingen

„Die ‚Hessen-Champions 2022‘ tragen mit ihren Produkten und Leistungen dazu bei, den Wandel hin zu einer klimaneutralen, nachhaltigen und zukunftssicheren Wirtschaft zu gestalten“, erklärte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: „Diese Transformation macht uns wettbewerbsfähiger und krisenfester, erschließt neue Geschäftsmodelle, generiert neue Wertschöpfung und schafft neue Jobs. Mit dem Innovations- und Wachstumspreis zeichnet das Land vorbildliche Unternehmen aus, die sich den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft stellen und für die Leistungskraft und den Erfolg der hessischen Wirtschaft stehen.“

Tarek Al-Wazir, hessischer Wirtschaftsminister. © Foto: Diether von Goddenthow
Tarek Al-Wazir, hessischer Wirtschaftsminister. © Foto: Diether von Goddenthow

„Deutschland ist das Land der Hidden Champions, Hessen das einzige Bundesland, das diese seit über 20 Jahren konsequent auszeichnet und inzwischen eine beeindruckende Hall of Fame aufweist: rund 60 Hessen-Champions, rund 200 Finalisten aus einem Umfeld von rund 1.400 Bewerbern. Auf diesen Nachweis hessischer Wirtschaftskraft können wir hier in Hessen alle – glaube ich – stolz sein“, sagte VhU-Präsident Wolf Matthias Mang. Gemeinsame Merkmale dieser im Grunde sehr verschiedenen Firmen sind überdurchschnittliche Innovation, überdurchschnittliche Kundennähe und überdurch­schnittliche Fachkräftebindung. „Dies belegen unsere Sieger– und das enge Verfolgerfeld der Finalisten – in diesem Jahr erneut.“ Vor allem im Industriesektor gebe es viele heimliche Weltmarktführer. In der heraufziehenden Energie- und Wirtschaftskrise könnte die Bedeutung dieser wettbewerbsstarken und widerstandsfähigen Mittelständler noch zunehmen. Denn sie könnten aufgrund ihrer starken Marktstellung die aktuelle Krise deutlich besser abfedern und ein Stabilitätsanker der hiesigen Wirtschaft werden.

„Innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zeichnen unsere hessischen Unternehmen aus. Und mit den ‚Hessen-Champions‘ wird dies gewürdigt“, erklärte Jürgen Zabel, Geschäftsführer der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH (MBG H). „Ich freue mich bereits jetzt auf zukünftige Bewerbungen – insbesondere auch der kleinen und mittelständischen Unternehmen, die wir seit über 50 Jahren partnerschaftlich begleiten. Sie gehören zu den treibenden Kräften in Hessen.“

Für ein starkes Europa mit internationalen Handelsbeziehungen 

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hob vor allem die Bedeutung eines starken Europas hervor, um Krisen wie den Ukraine-Krieg sowie Herausforderungen wie die Digitalisierung und die Globalisierung zu meistern. „Wir sind mit unsicheren Zeiten und Phänomenen globalen Ausmaßes konfrontiert, die wir in Hessen nicht alleine bewältigen können. Nur mit einer geeinten Europäischen Union werden wir diese Probleme der Gegenwart und der Zukunft lösen können“, sagte Rhein.

Boris Rhein, Hessischer Ministerpräsident © Foto: Diether von Goddenthow
Boris Rhein, Hessischer Ministerpräsident © Foto: Diether von Goddenthow

Vor allem um die Globalisierung neu zu gestalten, müssten internationale Handelsbeziehungen vertieft werden. Es gelte, politisch und ökonomisch noch stärker zusammenzuwachsen. „Mit seiner Lage im Herzen Europas war Hessen schon immer ein Anziehungspunkt für Menschen, Waren, Daten und Dienstleistungen aus aller Welt. Hessen gehört zu den wirtschaftsstärksten Ländern der EU. Wir werden uns auch künftig für ein starkes Europa mit internationalen Handelsbeziehungen einsetzen, um unseren Wohlstand und unser Wachstum für die Zukunft zu sichern“, sagte der Ministerpräsident und fügte hinzu: „Gerade in Zeiten der Krise wollen wir den Menschen Zuversicht und größtmögliche Planungssicherheit geben.“ Hierzu plane man  „ein passgenaues Hilfsprogramm, das die Bundeshilfen für Bürger, Unternehmen und Einrichtungen ergänzen soll.“

Um auch in Zukunft sicher leben und wirtschaften zu können, müsse es zudem darum gehen, die Chancen der Energiewende im Zuge des Klimawandels, der Demographie und der Digitalisierung frühzeitig zu nutzen. „Wir wollen Zuversicht für ein modernes Hessen von morgen schaffen“, sagte Rhein. „Deshalb beinhaltet unser Doppelhaushalt für 2023/24 auch Investitionen in die Trends der Zukunft. Nicht umsonst haben wir den Klimaschutz in den Mittelpunkt unserer Politik gerückt. Unser Ziel ist es, Ökonomie und Ökologie sozialverträglich zu vereinen, um dazu beizutragen, dass die wirtschaftlichen Prozesse in den kommenden Jahren weitgehend klimaneutral, digitalisiert und ressourcenschonend werden.“ Zudem setze die Landesregierung auf Bildungsgerechtigkeit, um dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken; sie setze aber auch auf den Ausbau einer leistungsfähigen Infrastruktur, um neue digitale Technologien zu entwickeln und zu nutzen.

Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Gruppe. © Foto: Diether von Goddenthow
Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Gruppe. © Foto: Diether von Goddenthow

„Globalisierung ändert sich. Das bedeutet für viele Unter­nehmen Risiken, bietet aber auch enorme Chancen. Wertschöpfungsketten werden aufgebrochen und neu zusammengestellt. Unseren Wohlstand und unsere Werte werden wir nur aus einer Positionder Stärke entwickeln können. Dazu brauchen wir ein starkes Europa und ein reformiertes Deutschland.“, unterstrich Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Heraeus Gruppe. Der in der Öffentlichkeit eher als Edelmetallspezialist wahrgenommene, breit aufgestellte Technologie- und Familienkonzern Heraeus mit 360 Jahren Geschichte, liefert mittlerweile auch Quarzglas für die Halbleiter- und Telekommunikationsindustrie, Sensoren für die Stahlindustrie und die Medizintechnik.
Die Gewinner in den drei Kategorien:

Kategorie Weltmarktführer:
VACUUMSCHMELZE GmbH, Hanau

Die Hessen Champions 2022 in der Kategorie Weltmarktführer  VACUUMSCHMELZE GmbH, Hanau, mit dem hessischen Ministerpräsident Boris Rhein, dem Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sowie mit Moderatorin Corinna T. Egerer © Foto: Diether von Goddenthow
Die Hessen Champions 2022 in der Kategorie Weltmarktführer
VACUUMSCHMELZE GmbH, Hanau, mit dem hessischen Ministerpräsident Boris Rhein, dem Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sowie mit Moderatorin Corinna T. Egerer © Foto: Diether von Goddenthow

VACUUMSCHMELZE (VAC) entwickelt seit fast 100 Jahren metallische Legierungen, magnetische Spezialwerkstoffe und Produkte. Der Marktanteil des Unternehmens liegt in Europa bei 42%, weltweit bei 26%. In den meisten Fällen bekommt man die Produkte der VAC nicht zu sehen, da sie ihre Arbeit tief im Inneren von elektrischen Bauteilen oder in Form von metallischen Kernen, Spulen, Drähten oder Folien verrichten. Unter die sogenannten „weichmagnetischen Werkstoffe“ fällt die Legierung VITROPERM®. Dabei handelt es sich um einen nanokristallinen Werkstoff auf Eisenbasis mit einer Kombination weichmagnetischer Eigenschaften, die ihn zum Spitzenmaterial für ein breites Anwendungsspektrum machen: Stromsensoren für Solar-, Wind- und Wasserkraft, Bauelemente für smarte Stromzähler, Sicherheitssysteme für Ladeinfrastruktur, elektromagnetische Entstörung von E-Fahrzeugen, faltbare OLED-Displays, induktives Laden, hochpräzise Strommessung sowie Entstörung von Antrieben. VAC beschäftigt mehr als 4.300 Mitarbeitende in mehreren Produktionsstätten weltweit und gewährleistet so lokalen Support in mehr als 35 Ländern. Jede der Produktionsstätten ist für die Herstellung bestimmter Produktgruppen optimiert. Das globale Produktionsnetzwerk gewährleistet eine kontinuierliche Lieferkette.

Kategorie Jobmotor:
Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, Niestetal

Die Hessen Champions 2022 in der Kategorie Jobmotor: Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, Niestetal, mit dem hessischen Ministerpräsident Boris Rhein, dem Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sowie mit Moderatorin Corinna T. Egerer © Foto: Diether von Goddenthow
Die Hessen Champions 2022 in der Kategorie Jobmotor: Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, Niestetal, mit dem hessischen Ministerpräsident Boris Rhein, dem Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sowie mit Moderatorin Corinna T. Egerer © Foto: Diether von Goddenthow

Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG (ESG) ist eines der führenden Unternehmen im Bereich Photovoltaik und Energiespeicher. Das Unternehmen plant, baut und wartet an acht Standorten in Nordhessen und Südniedersachsen Photovoltaik-Anlagen von 1kWp bis in den Megawattbereich. ESG bietet schlüsselfertige Anlagen auf Dach und Freifläche mit Speichersystemen zum Eigenverbrauch und für Industrieanwendungen, es realisiert deutschlandweit große Solarkraftwerke. ESG ist seit 2021 ein klimaneutrales Unternehmen und seit 2022 Partner der nordhessischen Initiative #GemeinsamKlimaSchützen. Nach dem Motto „Zusammen sind wir Groß!“ setzt das Unternehmen auf Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden sowie eine starke Identifikation mit den Unternehmenszielen Energiewende und Nachhaltigkeit. Allein in 2020 wurden neun und in 2021 weitere 14 Vollzeitarbeitsplätze in Hessen geschaffen. Derzeit beschäftigt ESG 56 Mitarbeitende aus neun unterschiedlichen Gewerken und Berufsfeldern: Elektriker, Dachdecker, Zimmerer, Lageristen, Umwelt- und Wirtschaftsingenieure, Kaufmännische Angestellte, Betriebswirte, Bauleiter, Techniker sowie Mitarbeitende für Buchhaltung und Marketing. Das durchschnittliche Mitarbeiterwachstum in den letzten Jahren beträgt 34,2%. Bis 2025 sind 100 Kolleginnen und Kollegen (in Voll- und Teilzeit sowie Handelsvertreter) geplant.

Kategorie Innovation:
Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld

Ministerpräsident Boris Rhein und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazi überreichen dem Geschäftsführer der Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld, die Hessen Champions-Urkunde 2022  © Foto: Diether von Goddenthow
Ministerpräsident Boris Rhein und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazi überreichen dem Geschäftsführer der Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld, die Hessen Champions-Urkunde 2022 © Foto: Diether von Goddenthow

Städte und Gemeinden müssen ab 2029 den lebenswichtigen Rohstoff Phosphor aus Klärschlamm rückgewinnen. Phosphor trägt zum Pflanzenwachstum bei und unterstützt den Energiestoffwechsel im menschlichen Körper. Damit ist Phosphor unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung von Düngern und wichtiger Bestandteil von unzähligen Produkten wie Futter- und Arzneimitteln. Grenzebach BSH (G BSH) hat ein Verfahren zur direkten Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm entwickelt. Ohne eine vorgelagerte Verbrennung, ohne weite Transportwege, ohne Deponiestoffe und ohne den Einsatz von Chemikalien im Recycling-Prozess bietet G BSH einen Lösungsansatz, der regional implementiert werden kann. Damit erfüllen Kommunen gesetzliche Vorgaben und übertreffen sogar die gesetzlich vorgeschriebenen Recyclingquoten. Das Anlagenkonzept ist skalierbar auf unterschiedliche Verwertungskapazitäten und damit auch geeignet für Kommunen mit weniger als 3 Tonnen Klärschlamm pro Stunde. Die Anlage braucht dabei nicht mehr Platz als ein Handballfeld. Mit Phosphor-Recycling gelingt eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und erhöht die Versorgungssicherheit der Wirtschaft.

Impression vom Hessischen Unternehmertag im Wiesbadener Kurhaus während der Ehrung der Hessen-Champions 2022 © Foto: Diether von Goddenthow
Impression vom Hessischen Unternehmertag im Wiesbadener Kurhaus während der Ehrung der Hessen-Champions 2022 © Foto: Diether von Goddenthow

„Hessen-Champions“ ist ein Wettbewerb des Hessischen Wirtschaftsministeriums, der VhU und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Hessen, durchgeführt von der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI).

Der Innovations- und Wachstumspreis wird in drei Kategorien verliehen: In der Kategorie Weltmarktführer werden hessische Unternehmen prämiert, die in ihrer Branche mit einem Produkt oder einer Dienstleistung weltweit führend sind. Als Jobmotor werden Unternehmen ausgezeichnet, die überdurchschnittlich viele neue Arbeitsplätze in Hessen geschaffen haben. Die Kategorie Innovation wendet sich an Unternehmen mit innovativen Produkten und Ideen und spricht vor allem kleine und mittlere Betriebe an.

Bewerbung für Hessen Champions 2023

 

 

„Hessen-Champions 2022“ – Zehn Finalisten aus 61 eingereichten hessischen Erfolgsgeschichten

Der morgige 30. Hessische Unternehmertag in Wiesbaden, an dem die Hessen-Champinos 2022 bekannt gegeben werden, steht unter dem Motto „Wir zwischen den Weltmärkten China und USA. Globalisierung gestalten – im Weltmarkt Europa“. Archivbild vom 29. Unternehmertag der Vereinigung Hessischer Unternehmer VHU  © Foto: Diether von Goddenthow
Der morgige 30. Hessische Unternehmertag in Wiesbaden, an dem die Hessen-Champinos 2022 bekannt gegeben werden, steht unter dem Motto „Wir zwischen den Weltmärkten China
und USA. Globalisierung gestalten – im Weltmarkt Europa“. Archivbild vom 29. Unternehmertag der Vereinigung Hessischer Unternehmer VHU © Foto: Diether von Goddenthow

Morgen werden  Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein  die „Hessen-Champions 2022″, Hessens beste Unternehmen, küren.   Zehn Finalisten sind in die Endrunde des Innovations- und Wachstumspreises des Landes Hessen eingezogen und konkurrieren um den Titel „Hessen Champion 2022“. Ausgewählt wurden sie aus 61 Bewerbungen von 53 hessischen Unternehmen aus allen Teilen des Landes. Die Sieger in den drei Kategorien „Weltmarktführer“, „Jobmotor“ und „Innovation“ morgen am 1. November im Rahmen des 30. Hessischen Unternehmertages in Wiesbaden bekanntgegeben.

Der Abend steht unter dem Motto „Wir zwischen den Weltmärkten China und USA. Globalisierung gestalten – im Weltmarkt Europa“.
„Lieferprobleme infolge der Corona-Pandemie, die drastische Steigerung der Energiepreise und die anderen Folgen des Ukraine-Kriegs stellen die hessischen Unternehmen vor enorme Herausforderungen“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Gerade in dieser Situation sind sie besonders gefragt – als Innovatoren, als Arbeitgeber, als Spezialisten für Spitzenprodukte. Dieses unternehmerische Engagement würdigen wir mit den ‚Hessen-Champions‘.“

VhU-Präsident Wolf Matthias Mang: „Die Rolle hessischer Unternehmen auf dem europäischen Markt muss noch sichtbarer werden. Die Produkte sind da, die Qualität stimmt. Die Bescheidenheit darf also abgelegt werden, um so die Wahrnehmung – national wie international – zu stärken. Vor allem potenzielle ‚Hidden Champions‘ benötigen Aufmerksamkeit und Unterstützung, um wettbewerbsfähig auf den globalen und globalisierten Markt zu gehen und dort zu bestehen. Die zehn Finalisten der ‚Hessen- Champions 2022‘ haben diesen Weg bereits angetreten oder sind in Startposition.“

„Es sind gerade unsere mittelständischen Unternehmen, die flexibel auf ständig neue Herausforderungen reagieren müssen und mit ihrer Dynamik und Innovationskraft die hessische Wirtschaft stützen und beleben“, sagt Jürgen Zabel, Geschäftsführer der MBG H Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH. „Die Einreichungen zu den ‚Hessen- Champions‘ bilden diese Vielfalt eindrucksvoll ab.“

Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI), erklärt: „Unsere Aufgabe als Wirtschaftsförderer des Landes ist es, insbesondere die KMU zu beraten und zu fördern. Wir erleben ständig, welches Potenzial und auch wieviel Eigeninitiative, Ausdauer und Energie unsere hessischen Unternehmen haben.“ Dies ließe sich auch an den Einreichungen in höchster Qualität zu den „Hessen Champions“ ablesen, so Waldschmidt.

Die zehn Finalisten in den drei Kategorien:

Kategorie Weltmarktführer:

A+W Software GmbH, Pohlheim
Die A+W Software GmbH ist Marktführer für Software in der Flachglasindustrie sowie der Fenster- und Türenherstellung. A+W entwickelt ERP-, PPS- und Optimierungssoftware, um Glas- und Fensterhersteller effizienter zu machen. Die Produkte sind für kleine, mittelständische und große Unternehmen geeignet. Seit über 40 Jahren ist das Unternehmen am Markt und vertreibt seine Produkte weltweit. A+W arbeitet eng mit erfahrenen und kompetenten Marktpartnern zusammen. Dadurch entstehen die bestmöglichen Lösungen für die Kunden.

Integrated Dynamics Engineering GmbH, Raunheim
Integrated Dynamics Engineering GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen und Marktführer für aktive und passive Schwingungsreduzierung. Die Produkte helfen Produktions- und Prüfmaschinen bei der Herstellung von Mikrochips, wie sie in modernen Smartphones enthalten sind.

Vacuumschmelze GmbH, Hanau
VACUUMSCHMELZE (VAC) ist der weltweit führende Hersteller von magnetischen Spezialwerkstoffen und daraus gefertigten Lösungen. Mit umfassender Anwendungskompetenz und 100 Jahren Erfahrung in der Materialwissenschaft treibt das Unternehmen die Technologien von morgen voran. Durch die einzigartige Kompetenz, den kompletten Prozess vom Rohstoff bis zum Produkt abzubilden, bedient VAC Kunden unterschiedlichster Branchen, darunter Energietechnik, E-Mobilität, Automotive, Industrie, Medizintechnik und Luftfahrt.

Kategorie Jobmotor:

Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG, Niestetal
Energiesysteme Groß (ESG) plant, baut und wartet Photovoltaik-Anlagen von 1 Kilowattpeak (kWp) bis in den Megawattbereich. Das Unternehmen bietet schlüsselfertige Anlagen auf Dach und Freifläche mit Speichersystemen zum Eigenverbrauch und für Industrieanwendungen sowie E-Mobilitäts-Ladelösungen für private Haushalte und Gewerbe. ESG beschäftigt 76 Mitarbeiter aus neun Berufsfeldern. Energiesysteme Groß ist ein „klimaneutrales Unternehmen“ sowie Partner der nordhessischen Unternehmensallianz Klimaschutz und Nachhaltigkeit #GemeinsamKlimaSchützen.

Roth Industries GmbH & Co. KG, Dautphetal
Unter dem Motto „eine Marke, viele Stärken“ ist das Familienunternehmen Roth Industries mit rund 1.400 Mitarbeitenden in 28 Produktions- und Vertriebsunternehmen weltweit vertreten. Die Gesellschaftsanteile liegen zu 100 Prozent bei der Familie Roth. Die Kompetenzfelder sind Energie, Wasser und Kunststoff. Die Unternehmen der Roth Industries sind in der Gebäude- und Industrietechnik tätig, die Sparten sind Energie- und Sanitärsysteme, Umweltsysteme, Composite, Kunststoff und Hydraulik.

WrapUp GmbH, Flörsheim am Main
WrapUp – Der Name ist Programm. Seit vier Jahren wächst die WrapUp GmbH als zentraler Dienstleister für den Onlinehandel. Mit einem eigenen, innovativen ERP-System ist das Unternehmen zu einem gefragten Partner sowohl aller wichtigen Marktplätze, als auch von Herstellern und Händlern geworden. Was 2018 mit zwei Mitarbeitenden begann, ist heute für 68 Kolleginnen und Kollegen und alle Partner ein überzeugendes GeschäftsmodellInzwischen sind es mehr als 500.000 Produkte, die WrapUp über eigene Logistik-Zentren in ganz Europa ausliefert.

Kategorie Innovation:

Droniq GmbH, Frankfurt am Main
Droniq ist ein Joint Venture der Deutschen Flugsicherung und der Deutschen Telekom. Das Unternehmen unterstützt Unternehmen und Behörden bei der Integration der Drohne in ihre Betriebsabläufe, schult Fernpiloten und hilft bei Genehmigungsprozessen. Mit einem deutschlandweit einmaligen Verkehrsmanagementsystem für Drohnen versorgt Droniq Drohnennutzer mit einer Live-Luftlage des sie umgebenden bemannten und unbemannten Flugverkehrs. So können auch Drohnenflüge außerhalb der Sichtweite sicher stattfinden.

Erbslöh Geisenheim GmbH, Geisenheim
Die ERBSLÖH Geisenheim GmbH begann vor 130 Jahren als Familienunternehmen und ist heute weltweit tätiger Spezialist für die Verarbeitung und Veredelung fruchtbasierter Getränke. Erbslöh ist führend in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Beratung und Service sowie in der Produktion von Behandlungsmitteln. Die Kunden profitieren vom Know-how, das Erbslöh durch intensive Zusammenarbeit mit akademischen Forschungseinrichtungen aus der Getränketechnologie stetig ausbaut. Globaler Anspruch des Unternehmens ist es, konsequent und nachhaltig in die Zukunft zu denken.

Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld (?)
Als führendes Unternehmen für Prozess- und Anlagentechnologien unterstützt Grenzebach BSH Kunden aus der Baustoffbranche und Verfahrenstechnik mit maßgeschneiderten Produktionsanlagen und -lösungen. Ferner arbeitet das Unternehmen konsequent an neuen zukunftsweisenden Lösungen, wie dem Phosphor-Recycling. Rund 270 Mitarbeitende setzen täglich alles daran, Verfahren und Anlagen zu entwickeln, die den heutigen und zukünftigen Anforderungen an Digitalisierung und Automatisierung gerecht werden.

WIANCO OTT Robotics GmbH, Seeheim-Jugenheim
Die Lösung EMMA RPA des Deutschen Start-ups WIANCO OTT Robotics GmbH mit Niederlassungen in Seeheim-Jugenheim und Darmstadt ermöglicht jedem Menschen, repetitive Prozesse zu digitalisieren und automatisieren, als wären sie selbst Softwareentwickler. Damit liefert WIANCO mit EMMA einen wertvollen und innovativen Beitrag zur Liberalisierung der Digitalisierung.

 

Was machen Robotik, Automatisierung und KI mit Wirtschaft und Gesellschaft? Konferenz an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Welchen Einfluss haben Robotik und Automatisierung auf Wirtschaft und Gesellschaft? Mit dieser Frage befasst sich erstmals eine Tagung, die gemeinsam von der Goethe-Universität und der International Federation of Robotics (IFR) veranstaltet wird. Die „Conference on Robots and Automation“ (CORA) findet
am Donnerstag, 13. Oktober, und Freitag, 14. Oktober im House of Finance auf dem Campus Westend statt. Ziel der Konferenz ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem rasch wachsenden Forschungsgebiet zusammenzubringen, das die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von Robotik, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz in den Blick nimmt. Entscheidend für diese Forschung ist die Verfügbarkeit von Daten über den weltweiten Einsatz von Robotern. Der wichtigste Anbieter solcher Daten ist die International Federation of Robotics (IFR), der größte internationale Verband von Roboterherstellern, nationalen Robotikverbänden und Forschungseinrichtungen, der seinen Sitz in Frankfurt-Niederrad hat. Im Rahmen der Konferenz, die auch dem Austausch mit den Datennutzern dienen soll, wird der IFR exklusiv die neuesten Daten seines World Robotics Reports vorstellen.

„Der Verband erhebt seit 1993 Daten zur weltweiten Roboterproduktion“, sagt Prof. Rainer Klump, der an der Goethe-Universität Volkswirtschaft lehrt und die Tagung organisiert hat. „Auf Basis dieser Daten kann zum Beispiel der durch die Automatisierung induzierte Strukturwandel in einzelnen Ländern und Branchen analysiert werden, aber auch die Auswirkung auf Löhne und Beschäftigung“, sagt Klump weiter. Diese Auswirkungen können im internationalen Vergleich sehr unterschiedlich ausfallen: Während zum Beispiel in den USA Roboter Arbeitsplätze von gering Qualifizierten ersetzen, erhöht ihr industrieller Einsatz in manchen Ländern Europas eher die Wettbewerbsfähigkeit, sodass mehr Arbeitsplätze entstehen. „Wir beobachten auch, dass sich als Folge der kostensenkenden Automatisierung die globalen Lieferketten verändern und sich Produktionen, die in Schwellenländer ausgelagert worden waren, wieder in die Industrieländer zurückverlagern,“, berichtet Klump.

Zu CORA kommen insgesamt 40 Forscherinnen und Forscher aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus zehn Ländern nach Frankfurt, um über ihre aktuellen Arbeiten zu sprechen und neue Projekte anzustoßen. Den ersten Keynote-Vortrag hält Christopher Müller, ein Alumnus des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität, vom Mitveranstalter IFR, den zweiten Philippe Aghion (Collège de France Paris und INSEAD Fontainebleau). Die Konferenz wird, außer vom IFR, unterstützt von den Freunden und Förderern der Goethe-Universität, dem Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA/SHS) sowie der Oddo BHF AG.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter https://www.wiwi.uni-frankfurt.de/abteilungen/eq/professoren/klump/cora-2022-conference.html

Die R+V Versicherung feiert 100 Jahre ihres Bestehens mit einem R+V-Zukunftsfestival – Prognos-Studie heute vorgestellt

Begrüßung der Jubiläumsgäste durch Dr. Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender R+V Versicherungen, hier im Talk mit den Moderatoren der Jubiläumsfeier und des Zukunftsfestivals, Dunja Hayali und Dirk Steffefn.© Foto Diether von Goddenthow
Begrüßung der Jubiläumsgäste durch Dr. Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender R+V Versicherungen, hier im Talk mit den Moderatoren der Jubiläumsfeier und des Zukunftsfestivals, Dunja Hayali und Dirk Steffefn.© Foto Diether von Goddenthow

Vor exakt 100 Jahren, am 15. September 1922, wurde in Berlin die R+V Versicherung gegründet, in einer Zeit großer allgemeiner Not in Deutschland. Die Gründerväter der R+V-Versicherung setzten damals auf bürgerlichen Pragmatismus, so Dr. Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung bei  der Jubiläumsfeier zum 100jährigen Bestehen der R+V Versicherung im Rhein-Main CongressCenter Wiesbaden. Die R+V Versicherung habe sich von einem kleinen genossenschaftlichen Agrarversicherer zu einer der führenden Versicherungen des Landes entwickelt. Ihre Geschichte ist eng mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland verbunden. Antworten auf die Fragen: „Wohin geht die fürs Unternehmen und die Gesellschaft geht, was die R+V für eine bessere Zukunft tut usw. gaben zudem  Boris Rhein, Hessischer Ministerpräsident, Dr. Cornelius Riese, Co-Vorstandsvorsitzender DZ BANK und Aufsichtsratsvorsitzender R+V Versicherung, Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister Wiesbaden und Dr. Christoph Gastl, Präsident der IHK Wiesbaden. Moderation: Dunja Hayali und Dirk Steffen. Veranstaltungs-Prämisse: Optimismus. Denn, so Dirk Steffen, gleich zu Beginn den Philosophen Sir Karl Raimund Popper zitierend: „Es gibt keine vernünftige Alternative zum Optimismus«.

IHK-Präsident Dr. Christian Gastl überreicht Dr. Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung die IHK-Jubiläumsurkunde. © Foto Diether von Goddenthow
IHK-Präsident Dr. Christian Gastl überreicht Dr. Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung die IHK-Jubiläumsurkunde. © Foto Diether von Goddenthow

Der IHK-Präsident hatte als Geschenk die Jubiläumsurkunde  im Gepäck und überreichte sie an den Vorstandsvorsitzenden, der sie stellvertretend für alle Mitarbeiter in Empfang nahm. Insgesamt beschäftigt die R+V Versicherung zirka 16 000 Mitarbeiter, davon allein 6000 in Wiesbaden, am Stammsitz.

 

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die symbolische Übergabe eines 10-Millionen-Schecks an Dr. Ralph Glodek, Geschäftsführer R+V Stiftung, wodurch die R+V Stiftung nunmehr in die obere Liga unter den Stiftungen katapultiert wird.

Dr. Rollinger, Vorstandsvorsitzender R+V Versicherungen-überreicht- Dr. Ralph Glodek symbolisch einen Scheck in Höhe von 10-Mio-zur Mittelaufstockung der R+V-Stiftung. © Foto Diether von Goddenthow
Dr. Rollinger, Vorstandsvorsitzender R+V Versicherungen-überreicht- Dr. Ralph Glodek symbolisch einen Scheck in Höhe von 10-Mio-zur Mittelaufstockung der R+V-Stiftung. © Foto Diether von Goddenthow

 

 

Die R+V Stiftung fördert seit 2018 vor allem Bildung und Jugend sowie bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement, und möchte mit dem heutigen Mittelzufluss diese Arbeit künftig verstärken, um der Gesellschaft einmal mehr etwas zurückzugeben. Über 100 der 339 zuletzt geförderten Jugend-, Bildungs-, Sozial-, Klima-, Job- und Zukunfts-Projekte, können noch bis morgen als Plakatausstellung auf dem parallelen riesigen eintrittsfreien Zukunftsfestival im RheinMain CongressCenter besichtigt werden.

Zukunftsfestival

Zukunftsfestival Wie wollen wir in der Zukunft leben und was müssen wir dafür schon heute tun? Diesen Fragen gehen die Teilnehmer des Zukunftsfestivals der R+V nach, das am 15. und 16. September im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden stattfindet  © Foto Diether von Goddenthow
Wie wollen wir in der Zukunft leben und was müssen wir dafür schon heute tun? Diesen Fragen gehen die Teilnehmer des Zukunftsfestivals der R+V nach, das am 15. und 16. September im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden stattfindet © Foto Diether von Goddenthow

Das anlässlich des 100jährigen Bestehens der R + V Versicherung im RheinMain CongressCenter veranstaltete Zukunftsfestival geht unter dem Motto „Miteinander Morgen machen“ den Fragen nach: Wie wollen wir in der Zukunft leben und was müssen wir dafür schon heute tun? Das Zukunftsfestival ist ein wichtiger Teil der R+V-Jubiläumsfeierlichkeiten. Es soll helfen, die Welt ein Stückchen besser machen. Das Ziel des Zukunftsfestivals ist es, aufzuzeigen, wie wir gemeinsam eine bessere Zukunft gestalten können.

Mit dabei sind namhafte Experten, Politiker und ausgewählte Zukunftsmacher, die ihre Projekte bereits auf der MissionMiteinander vorgestellt haben. Auf dem Zukunftsfestival ist in Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen reichlich Raum, die Ideen zu vertiefen und neue Ideen zu entwickeln.

Zukunftsfestival-Programm 15. Und 16. September 2022
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Zukunftsstudie von Prognos

Von wegen Generationenkonflikt: Jüngere und Ältere (fast) einig bei Zukunftsthemen – Prognos-Studie auf „R+V-Zukunftsfestival“ vorgestellt

Heute wurde auf dem Zukunftsfestival im RheinMain CongressCenter auch  die Zukunftsstudie vorgestellt, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag der R+V erstellt hat.

Wiesbaden, 15.09.2022. Eine generationsübergreifende Prognos Studie zeigt angesichts von Krieg und Krisen einen dramatischen Stimmungsabfall der Deutschen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Angesichts der gewaltigen Aufgaben eint die Menschen in Deutschland mehr als gemeinhin angenommen. Jüngere und Ältere sind in elementaren Bereichen sogar bereit, ihr Leben umzustellen.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und der Klimawandel haben in Deutschland einen dramatischen Stimmungsabfall und ein hohes Bedürfnis nach sozialer Sicherheit zur Folge – und zwar über die Altersgrenzen hinweg. Dies zeigt die breit angelegte Generationenstudie „Zukunft gemeinsam gestalten“, die die R+V Versicherung am Donnerstag auf dem Zukunftsfestival in Wiesbaden vorstellt. Für die Studie hat die beauftragte Prognos AG die Generation Z (13 bis 26 Jahre) sowie die Babyboomer (52 bis 66 Jahre) befragt.

Kein Generationenkonflikt
Erstes hervorstechendes Ergebnis: Der von vielen Seiten beklagte Generationenkonflikt existiert in dieser Form nicht. Bei den wichtigsten gesellschaftlichen Zukunftsthemen setzen beide Generationen die gleichen Prioritäten: Die Absicherung der Altersvorsorge und die Sicherung des Gesundheitssystems. Erst an dritter Stelle folgt die Bekämpfung des Klimawandels.

Hier sind die Deutschen über die Altersgrenzen zum Verzicht bereit – wobei die Älteren den Jüngeren sogar den Rang ablaufen. BeideGenerationen zeigen eine hohe Bereitschaft, im Alltag nachhaltiger zu leben: 81 Prozent aller Babyboomer und 62 Prozent der Generation Z wollen weniger Lebensmittel verschwenden; eine vergleichbar hohe Bereitschaft gibt es für sparsamen Wasser- und Energieverbrauch oder bei der Müllvermeidung.

Autofahren ist Generationenfrage
Nur in der Mobilität werden größere Differenzen sichtbar: Während annähernd die Hälfte der Älteren bereit ist, auf Flugreisen zu verzichten, sind dies bei den Jüngeren gerade Mal ein gutes Drittel. Dagegen sind nur 31 Prozent der Babyboomer bereit, fürs Klima auch einmal das Auto stehen zu lassen – gegenüber 44 Prozent in der Generation Z.

Die Generationenstudie der R+V markiert den Start des Zukunftsfestivals, mit dem die R+V zwei Tage lang ihren 100. Geburtstag feiert. Bei der Veranstaltung in Wiesbaden soll es zu einem breit angelegten Zukunftsdialog von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kommen, um den Blick im Jubiläumsjahr nicht zurück, sondern nach vorne zu richten.

Zukunftszuversicht schwindet
Dazu liefert die Prognos-Studie tiefe Einblicke in die Befindlichkeit der Deutschen in der Ära der Zeitenwende. Eindeutig ist der Verlust der Zukunftszuversicht. So sehen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der jungen Leute die Zukunft der Gesellschaft eher düster, bei den Babyboomern sind es 63 Prozent. Für das Prognos-Forschungsteam ist dies auch angesichts der Zahlenreihen der renommierten Shell Jugendstudien ein Negativrekord. Noch im Jahr 2019 lag die Hoffnung auf eine bessere Zukunft unter den Jugendlichen bei mehr als 50 Prozent.

Über die Altersgrenzen hinweg zeigt die Prognos-Studie eine konservative Grundhaltung bei Werten: ein Partner, dem man vertrauen kann, ist Priorität eins; Freunde/Familie – Priorität zwei. Bemerkenswert einig sind sich die beiden Altersgruppen auch darin, welches der abgefragten Themen sie am unwichtigsten erachten: Wirtschaftswachstum. Ein erstaunlicher Befund im Land des Wirtschaftswunders.

Wer befragt wurde – und warum Für die Zukunftsstudie hat Kantar Public in Absprache mit Prognos mehr als 2.000 Menschen zu Werten und Einstellungen in wichtigen Lebensbereichen befragt. Die Befragung der Generationen fand im März und April dieses Jahres statt, also nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.

Doch warum wurden gerade diese beiden Generationen befragt? Die Generation Z wird in absehbarer Zukunft auf dem Höhepunkt ihres Erwerbslebens stehen. Demgegenüber prägt die Generation der Babyboomer die heutige Bundesrepublik – zu ihnen gehört fast ein Viertel aller Deutschen.

R+V-Chef: Zukunft der jungen Leute nach vorne stellen

Für den R+V-Vorstandsvorsitzenden Norbert Rollinger ergibt sich aus der Studie eine klare Handlungsmaxime: „Generationengerechtigkeit hat oberste Priorität. Dabei muss die Frage, welche Folgen heutiges Handeln für die Zukunft der jungen Leute hat, ganz vorne stehen.“ Entscheidungen sollten erst getroffen werden, wenn absehbar sei, dass keine Generation benachteiligt werde.

Beim Klimaschutz seien etwa durch die Verschärfung der staatlichen Schutzziele erste Impulse gesetzt worden, sagt Rollinger. Nun sei die ganze Gesellschaft, das ganze Land gefordert. Und
die Wirtschaft habe eine besondere Verantwortung, der Maxime der Generationengerechtigkeit zu folgen: „Die jungen Leute brauchen dringend eine positive Sicht auf die Zukunft“, sagt
Rollinger.

Politisches Sommerfest der Architektenkammer Rheinland-Pfalz stellt Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt

In seinem Grußwort anlässlich des Politischen Sommerfestes der Architektenkammer Rheinland-Pfalz am 7.9.2022 im ZBK Mainz, sagte Landtagspräsident Hendrik Gerich,  den Bürgerinnen und Bürgern Unterstützung bei den Energiekosten   zu. © Foto Diether von Goddenthow
In seinem Grußwort anlässlich des Politischen Sommerfestes der Architektenkammer Rheinland-Pfalz am 7.9.2022 im ZBK Mainz, sagte Landtagspräsident Hendrik Gerich den Bürgerinnen und Bürgern Unterstützung bei den Energiekosten zu. © Foto Diether von Goddenthow

Gut 400 Gäste hatten sich nach zweijähriger Pause für den Abend im Zentrum Baukultur im Mainzer Brückenturm angemeldet: Zahlreiche Landtagsabgeordnete, Kabinettsmitglieder, Gäste aus Verwaltung, aus der Architekten- und Bauwirtschaft, aus Kammern und Verbänden, von den Hochschulen und den Medien waren dabei.

Kammerpräsident Joachim Rind fordert mehr Bestandssanierung. © Foto Diether von Goddenthow
Kammerpräsident Joachim Rind fordert mehr Bestandssanierung. © Foto Diether von Goddenthow

„Bauen hat einen unglaublich großen Hebel beim Klimaschutz“, hob Präsident Joachim Rind in seiner Begrüßungsrede hervor. „Aufs Baukonto geht mehr als die Hälfte unseres Abfalls und rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen. Wir müssen also anders bauen – am besten weniger Neues, suffizienter und in echten Stoffkreisläufen. Dazu brauchen wir den öffentlichen Bauherren als Vorreiter und vor allem eine neue Baugesetzgebung, die Umbau und Bestandserhalt privilegiert.“ Aus Perspektive des Berufsstandes sei wichtig: „Überzogene Standards müssen endlich fallen. Unser Perfektionismus verhindert oft Verbesserungen im Bestand oder führt gleich zu Abriss und Neubau, weil Sanierung als unwirtschaftlich gilt. Das ist nicht mehr zeitgemäß.“

Finanzministerin Doris Ahnen fördert klimagerechten Wohnungsbau, Foto Kristina Schäfer
Finanzministerin Doris Ahnen fördert klimagerechten Wohnungsbau, Foto Kristina Schäfer

Auch die rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen nahm in ihrer Rede zu aktuellen Bauthemen Stellung und hob die gute Zusammenarbeit mit der Architektenkammer hervor. „Der staatliche Hochbau nimmt eine Vorbildfunktion beim klimaeffizienten Bauen ein. Nachhaltigkeit und Klimaneutralität sind daher wesentliche Ziele bei der Sanierung im Bestand oder beim Neubau. Neben dem staatlichen Hochbau nimmt Wohnraum einen wichtigen Platz im Bausektor ein. Aus diesem Grund stärken wir unsere soziale Wohnraumförderung in Rheinland-Pfalz durch ein neues Sonderprogramm zum klimagerechten sozialen Wohnungsbau. Der Umbau unserer Gebäudeinfrastruktur hin zu mehr Klimaneutralität fordert alle Beteiligten des Baubereichs, besonders auch die Mitglieder der Architektenkammer. Interdisziplinäre gute Zusammenarbeit ist hier essenziell, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.“

Zuvor hatte Landtagspräsident Hendrik Hering in seiner Rede darauf verwiesen, dass die Bauwirtschaft einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne. Dabei gehe es nicht allein um technische Fragen, sondern darum, wie die Gesellschaft in Zukunft miteinander leben möchte. So bedeute klimagerechtes Planen und Bauen in Ballungszentren etwas Anderes als im ländlichen Raum. Das politische Sommerfest der Architektenkammer sei ein wichtiger Termin, um die dringenden politischen Fragen der kommenden Monate in den Blick zu nehmen. Dazu gehöre auch, die gestiegenen Energiepreise und weitere Folgen des Kriegs in der Ukraine zu thematisieren. „In der augenblicklichen Situation ist der Staat, sind Bund und Länder verpflichtet, den Bürgerinnen und Bürgern beizustehen“, betonte Landtagspräsident Hering.

Impression vom Politischen Sommerfest der Architektenkammer Rheinland-Pfalz im Zentrum für Baukultur am Brückenturm in Mainz. © Foto Diether von Goddenthow
Impression vom Politischen Sommerfest der Architektenkammer Rheinland-Pfalz im Zentrum für Baukultur am Brückenturm in Mainz. © Foto Diether von Goddenthow

Das politische Sommerfest der Architektenkammer Rheinland-Pfalz stellt traditionell baupolitische Fragen in den Mittelpunkt des Gedankenaustausches mit den Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags, dem Kabinett, kommunalen Verantwortungsträgern und der Baufamilie, insbesondere den Architektinnen bzw. Architekten, Stadtplanerinnen und -planern, Innenarchitektinnen und -architekten und Landschaftsarchitektinnen und -architekten des Landes. Joachim Rind eröffnete als im Februar 2022 neu gewählter Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz erstmals das politische Sommerfest.

Prof. Dr. Kristian Kersting über „die Mensch Maschine – Künstliche Intelligenz: Hoffnungen, Bedenken, Moral“ beim Jahresempfang der IHK Offenbach

Prof. Dr. Kristian Kersting, Professor für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der TU Darmstadt und Co-Direktor des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (KI) © Foto Diether von Goddenthow
Prof. Dr. Kristian Kersting, Professor für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der TU Darmstadt und Co-Direktor des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (KI) © Foto Diether von Goddenthow

Beim jahresempfang der IHK Offenbach präsentierte der
Gastredner Prof. Dr. Kristian Kersting, Professor für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der TU Darmstadt und Co-Direktor des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (KI), Zukunftsideen und eröffnete konkrete Perspektiven, wie Unternehmen und Gesellschaft die künstliche Intelligenz nutzen können. Sein Vortrag mit dem Titel „Die Mensch-Maschine – Künstliche Intelligenz: Hoffnungen – Bedenken – Moral“ zeigte auf, dass künstliche Intelligenz bei der Bewältigung der großen Herausforderungen der Zukunft den Menschen helfen werde.

Kersting skizzierte: „Sie ist in jedem Sektor eine der Schlüsseltechnologien: vom Medikament gegen Krebs, über die Erschließung der Kernfusion als Quelle für saubere Energie bis hin zu Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung. Infrastruktur für künstliche Intelligenz ist Voraussetzung für Innovation, die Etablierung eines Ökosystems und von Modellen, die unsere Wertvorstellungen berücksichtigen. Daher ist es großartig, dass die Hessische Landesregierung 10 Millionen Euro in den Aufbau eines KI-Innovationslabors beim Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz hessian.AI investiert hat. Das ist ein guter Start.“

Kersting appellierte an die Unternehmen: „Die KI-Forschung in Deutschland ist gut aufgestellt. Wir müssen mit der Wirtschaft schneller in die Umsetzung kommen, um das Potenzial für Innovationen und Prozessoptimierungen im Zusammenspiel von natürlicher und künstlicher Intelligenz auszuschöpfen.“

Potenziale und Herausforderungen für die Wirtschaft: Digitalisierung, Demografie & Dekarbonisierung
Schoder-Steinmüller sagte in ihrer Begrüßung: „Das unternehmerische Handeln wird aktuell auf eine harte Probe gestellt. Explodierende Energiepreise, drohender Gasmangel, fehlende Arbeitskräfte, Lieferengpässe, der andauernde Ukraine-Krieg und die Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmen das Tagesgeschäft. Bei der Transformation der Wirtschaft sind wir mittendrin mit den drei großen strategischen Feldern: Digitalisierung – Demografie – Dekarbonisierung.“ Die IHK-Präsidentin sieht die Digitalisierung als wichtigen Schlüssel. Sie erschließe alle aktuellen Themen in der Wirtschaft, von der Veränderung der Arbeitsprozesse über den Arbeitskräftemangel bis zur Nutzung neuer Energieträger. Dennoch sei der Stand der Digitalisierung aus Sicht der Unternehmen nur befriedigend. Schoder-Steinmüller betonte: „Die künstliche Intelligenz nimmt eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung ein. Sie wird Treiber des wirtschaftlichen Wachstums sein. Die Weichen für die erfolgreiche Entwicklung und Anwendung von KI in der Wirtschaft müssen jetzt gestellt werden.“

In den Unternehmen bestehende Hemmnisse müssten angegangen werden. Die IHK-Präsidentin benannte eine unzureichende Datenbasis, mangelnde Ressourcen und Kompetenzen ebenso wie Rechtsunsicherheit und Sicherheitsbedenken. „Hier ist die Politik gefordert, dass die Sicherheit und das Vertrauen für den Einsatz von KI-Technologien gestärkt werden. Wir setzen uns als IHK auf allen politischen Ebenen für eine Verbesserung der KI-Rahmenbedingungen ein. Gesetzliche Regelungen müssen einen verlässlichen Rahmen und Vertrauen schaffen. Sie dürfen keine unnötigen Hemmnisse für die Weiterentwicklung bei KI aufbauen: Sie sollten Innovationen fördern“, so Schoder-Steinmüller.

Die IHK-Präsidentin rief die Unternehmen auf: „Es liegt an uns Menschen, wie wir das Werkzeug ‚Künstliche Intelligenz‘ nutzen. Sie eröffnet uns Chancen, die wir in der Hand haben. Wir alle sind gefordert, an die Umsetzung zu gehen. Die IHK unterstützt den Transfer und bringt Unternehmen und Forschung zu praxisorientierten Projekten zusammen. Nur so können wir die Synergien zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz nutzen.“

Weiterführende Links:
Innovationprojekte mit der IHK umsetzen
hessian.AI – Hessisches Zentrum für künstliche Intelligenz
TU Darmstadt – Aritifical Intelligence & Machine Learning Lab

Mit gegenseitiger Wertschätzung gemeinsam die Zukunft schaffen – Sommerabend der Wirtschaft 2022 im VRM-Garten

Mainzer Sommerabend der Wirtschaft im VRM-Garten nach zwei Jahren Coronapause. Treffen von  Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. © Foto Diether von Goddenthow
Mainzer Sommerabend der Wirtschaft im VRM-Garten nach zwei Jahren Coronapause. Treffen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. © Foto Diether von Goddenthow

Nach coronabedingter zweijähriger Pause hatten Industrie-und Handelskammer und Handwerkskammer Rheinhessen ihr traditionell großes Netzwerk-Event „Sommerabend der Wirtschaft“ im Garten der VRM in Mainz-Marienborn wieder aufleben lassen.

Der Chefredakteuer der Verlagsgruppe Rhein-Main, Friedrich Roeinght, begrüßte über 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik,  Kultur und Gesellschaft.  Beim anschließenden Talk mit den Präsidenten der Kammern, Hans-Jörg Friese von der Handwerkskammer Rheinhessen, Peter Hähner von der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, sowie dem Geschäftsführer der VRM, Joachim Liebler. ging es um brennende Fragen der Zeit und was sie für die Region Rheinhessen und Rheinland-Pfalz bedeuten. Tenor des Abends: Trotz aller Krisen sehen die Wirtschaftsführer doch eher optimistisch in die Zukunft.

Hans-Jörg Friese, HWK-Präsident Rheinhessen. © Foto Diether von Goddenthow
Hans-Jörg Friese, HWK-Präsident Rheinhessen. © Foto Diether von Goddenthow

Handwerkskammerpräsident Hans-Jörg Friese ist relativ sicher, dass es keinen Blackout geben wird und dass das Handwerk es auch schaffen könnte, bis 2030 sechs Millionen Wärmepumpen in Deutschland einzubauen. Durchschnittlich wären das 25 Anlagen, die jeder Heizungsbauer-Betrieb jährlich einbauen müsste. Das wäre mit ein wenig Geduld, um auch die benötigten Fachkräfte nach und nach heranzubilden, durchaus zu schaffen.

Peter Hähner, IHK-Präsident Rheinhessen.© Foto Diether von Goddenthow
Peter Hähner, IHK-Präsident Rheinhessen.© Foto Diether von Goddenthow

IHK-Präsident Peter-Hähners  Optimismus basiert unter anderem auf der Tatsache, dass trotz aller Krisen die Anzahl der Existenzgründungen in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren wieder zugenommen habe. Erst vor wenigen Tagen hatte er das Jubiläum zum 20jährigen Bestehen der Starterzentren in Rheinland-Pfalz feiern können und hatte dabei die erfreulichen Zahlen der wachsenden prosperierenden Starter-Szene präsentiert.

Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM.© Foto Diether von Goddenthow
Joachim Liebler, Geschäftsführer der VRM.© Foto Diether von Goddenthow

Joachim Liebler, der Geschäftsführer der VRM, machte einmal mehr deutlich, wie wichtig es in diesen Zeiten wachsender Fake-News sei, auf seriös recherchierte, verlässliche Informationen wie sie der Qualitätsjournalismus in Deutschland böte, zurückgreifen zu können. Ganz bewusst positioniere sich die VRM als publizistisches Gegengewicht zu alternativen Fakten. Sie bräche  komplexe Sachverhalte und Krisen  auf die Region herunter. Etwa, „was bedeutet der Ukraine-Krieg für uns, für die Kinder in den Schulen für den Arbeitsmarkt?“ und vieles mehr.

Der Chefredakteur der VRM, Friedrich Roeingh (li) im Gespräch mit Bundesverkehrsminister  Volker Wissing  © Foto Diether von Goddenthow
Der Chefredakteur der VRM, Friedrich Roeingh (li) im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing © Foto Diether von Goddenthow

Bundesverkehrsminister Volker Wissing, Ehrengast des Abends, verrät im Interview mit Friedrich Roeingh, dass es 2023 ein ÖPNV-Ticket als Fortsetzung des 9-Euro-Tickets geben werde: „Wir sollten das Jahr 2023 mit einem solchen Ticket beginnen“, da hierüber infrastrukturelle Einigkeit herrsche. Auch habe er die Straßen im Blick, unter anderem die 4000 maroden Autobahnbrücken. „Davon hängt der Wohlstand und die Sicherheit unserer Gesellschaft ab“. Natürlich hinge über allem das Damoklesschwert der Energiekrise. Als Geschenk überreichte Roeingh ein „Tempo-130-Schild“ für Autobahnen. Der Bundesverkehrsminister nahm’s mit Humor.

Rheinhessische Weinkönigin Juliane Schäfer.© Foto Diether von Goddenthow
Rheinhessische Weinkönigin Juliane Schäfer.© Foto Diether von Goddenthow

Juliane Schäfer, die amtierende rheinhessische Weinkönigin, lud  anschließend  zum geselligeren Teil Abends und Netzwerken ein. „Ihre Majestät“ warb dabei nicht nur für die ausgezeichneten heimischen Weine und leckeren Speisen der Region.  Sie  hatte auch eine besondere Botschaft im Gepäck, nämlich,  sich einmal mehr der  „Wichtigkeit gegenseitiger Wertschätzung“  bewusst zu werden. Nur mit entsprechender gegenseitiger Wertschätzung in  der   Gesellschaft seien all die herausfordernden  Aufgaben der Zukunft zu meistern.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

20 Jahre Starterzentren Rheinland-Pfalz

Gründer-Talk  bei der Jubiläumsfeier 20 Jahre Starterzenten Rheinland-Pfalz.© Foto Diether von Goddenthow
Gründer-Talk bei der Jubiläumsfeier 20 Jahre Starterzenten Rheinland-Pfalz.© Foto Diether von Goddenthow

Allen gegenwärtigen Krisen zum Trotz befände sich das Gründungsland Rheinland-Pfalz im Steigflug, freuten sich gestern Abend Peter Hähner, Präsident der IHK für Rheinhessen, und Kurt Krautscheid, Präsident Handwerkskammer Koblenz, bei ihrer Begrüßung zur Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre Starterzentren Rheinland-Pfalz im „Alten Auktionshaus“ visavis zur Halle 45 in Mainz. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt gratulierte mit einem Grußwort. Es gab Videobotschaften aus ganz Rheinland-Pfalz, einen hochinteressanten Impulsvortrag von Dr. von Stockhausen zum eigentlich unmöglichen, aber bestens gelungenen Gründungsvorhaben „Halle 45“ sowie eine spannende Talkrunde mit erfolgreichen Jung-Gründerinnen und Gründern aus Rheinland-Pfalz.

Hähner betonte, dass die Zahl der Gewerbeanmeldungen von rund 31 300 im Jahr 2020 auf knapp 33 600 im Jahr 2021 gestiegen sei, während parallel dazu die Zahl der abgemeldeten Unternehmen seit 2013 kontinuierlich sank. Seit 2018 habe sich dieser Rückgang sogar noch verstärkt. Damit lag der Saldo bei Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen im vergangenen Jahr bei knapp 6000 neuen Unternehmen. Den stärksten Zuwachs gab es unterm Strich im Bereich wirtschaftliche Dienstleistungen, danach folgt der Sektor Information und Kommunikation. Die einzige Branche mit einem Rückgang ist laut IHK das Gastgewerbe. Grund dafür seien – trotz einer hohen Zahl von Neugründungen – die zahlreichen Abmeldungen während der Corona-Pandemie. Etwa jede dritte Neugründung in dem Bundesland ging im vergangenen auf eine Frau zurück. Jeder fünfte Betrieb wurde von Nicht-Bundesbürgern gegründet. „Wer in Zeiten von Pandemie, Flutkatastrophe, Inflation und gestörten Lieferketten gründet – und das trotz guter Chancen auf dem Arbeitsmarkt – tut dies aus Überzeugung. Solche Gründer und Gründerinnen braucht das Land“, unterstrich Hähner.

Beim Gründertalk dabei: Die Zwillinge Maria und Johanna Daubner hatten die grandiose Gründungsidee, Haferdrink in Mehrwegflaschen abzufüllen und zu vertreiben. "Wir möchten mit unserem Start-up zu einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung beitragen". Das machen die Studentinnen sehr erfolgreich. Mehr unter: https://www.vonhanni.de/uebervonhanni.html © Foto Diether von Goddenthow
Beim Gründertalk dabei: Die Zwillinge Maria und Johanna Daubner hatten die grandiose Gründungsidee, Haferdrink in Mehrwegflaschen abzufüllen und zu vertreiben. „Wir möchten mit unserem Start-up zu einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung beitragen“. Das machen die Studentinnen sehr erfolgreich. Mehr unter: https://www.vonhanni.de/uebervonhanni.html © Foto Diether von Goddenthow

Teil und Treiber dieser Entwicklung sind die Starterzentren Rheinland-Pfalz. Sie wurden als erste Adresse für den Start in die Selbständigkeit von den vier Industrie- und Handelskammern und den vier Handwerkskammern im Jahre 2002 an den Start gebracht, so Hähner. Damals, noch in Zeiten der vom Arbeitsamt geförderten Ich-AG’n als Beratungsangebot geschaffen, hatte wohl niemand gedacht, dass dieses Modell bis heute deutschlandweit seinesgleichen sucht. Begonnen mit gemeinsamen kostenfreien Beratungsangeboten, einem Qualitätsstandard unterworfen und flächendeckend angeboten, haben die Starterzentren bis heute tausenden von Gründerinnen und Gründern in die unternehmerische Selbständigkeit verholfen und deren weiteres Wachstum bis hin zu Unternehmensübergaben mit begleitet. Von Beginn an haben die Kammern auf ein landesweites Netzwerk an Kooperationspartnern gesetzt und können eine Vielzahl an Service-und Beratungsangeboten vorweisen, die Gründungsinteressierten den Aufbau des eigenen Unternehmens erleichtern.

Weitere Informationen über das umfangreiche Gründungsberatungs-Programm unter: https://www.starterzentrum-rlp.de/