Übergabe des neuen Mainzer Leibniz-Zentrums für Archäologie – Römisch Germanisches Zentralmuseum ändert zum 1.1.2023 seinen Namen

Seit 170 Jahren im Kurfürstlichen Schloss in Mainz beheimatet, schlägt das Römisch-Germanische Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) nun ein völlig neues Kapitel in seiner Geschichte auf.  Ab 1.1.2023 wird das alte RGZM seinen Namen in Leibniz-Zentrum für Archäologie  umbenennen. Heute war die Schlüsselübergabe des neuen Gebäudes an der Neutorstrasse 2. Im März 2023 wird der Umzug abgeschlossen sein. Das Museum wird 2024 seine Türen für alle öffnen. © Foto Diether von Goddenthow
Seit 170 Jahren im Kurfürstlichen Schloss in Mainz beheimatet, schlägt das Römisch-Germanische Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) nun ein völlig neues Kapitel in seiner Geschichte auf. Ab 1.1.2023 wird das alte RGZM seinen Namen in Leibniz-Zentrum für Archäologie umbenennen. Heute war die Schlüsselübergabe des neuen Gebäudes an der Neutorstrasse 2. Im März 2023 wird der Umzug abgeschlossen sein. Das Museum wird 2024 seine Türen für alle öffnen. © Foto Diether von Goddenthow

In Beisein von über 300 Gästen und viel Prominenz fand am 28. September 2022 nach siebenjähriger Bauzeit die feierliche Gebäudeübergabe des Römisch-Germanisches ZentralmuseumLeibniz-Forschungsinstitut für Archäologie in der Mainzer Neutorstraße 2 statt. Ab Dienstag nächster Woche kann dann der Umzug ins neue Gebäude beginnen.

Vor zahlreichen Gästen überreichte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB), Holger Basten, der zukünftigen Hausherrin und Generaldirektorin des RGZM, Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch, den symbolischen Schlüssel. Ebenfalls bei der Übergabe anwesend waren der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch sowie der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Michael Ebling. Rund 60 Mio. Euro investierten das Land Rheinland-Pfalz, die Landeshauptstadt Mainz und der Bund in den neuen Standort. Dieser Schritt in die Zukunft wird zudem durch einen Namenswechsel unterstrichen, der die breite Ausrichtung des weltweit tätigen archäologischen Forschungsmuseums der Leibniz-Gemeinschaft treffender und vollumfänglicher abbilden soll. Zum 1.1.2023 wird sich das RGZM in Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) umbenennen.

Übergabe des symbolischen Schlüssels für das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) v.l.n.r.: Finanz- undBauministerin Doris Ahnen, Oberbürgermeister Michael Ebling, Administrati ver Direktor des RGZMHeinrich Baßler, Generaldirektorin Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch , Wissenschaft sminister ClemensHoch, LBB Geschäft sführer Holger Basten © Foto Diether von Goddenthow
Übergabe des symbolischen Schlüssels für das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA)
v.l.n.r.: Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen, Oberbürgermeister Michael Ebling, Administrati ver Direktor des RGZMHeinrich Baßler, Generaldirektorin Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch
Wissenschaftsminister Clemens Hoch, LBB Geschäftsführer Holger Basten © Foto Diether von Goddenthow

„Mit dem Neubau des RGZM schreiben wir die Geschichte fort. Die Geschichte der Forschung des Museums, aber auch der Stadt Mainz. Gemeinsam mit dem Bund und der Stadt haben wir rund 60 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des zukünftigen Leibniz-Zentrums bereitgestellt. Damit stellen wir unsere Forschung im Land auf eine breitere Basis. Der Neubau hat das Ziel, als Magnet für Besucherinnen und Besucher zu wirken. Er bietet Platz zum Forschen, Verweilen und Entdecken. Ich bin überzeugt, dass die neuen Räumlichkeiten zum Renommee des künftigen LEIZA beitragen werden und ein neuer Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglicht wird“, so Bau- und Finanzministerin Doris Ahnen.

Blick auf das großzügige Foyer - von links ist der Eingang mit einem geplanten Cafe, links geht es zu den Vortragsräumen. © Foto Diether von Goddenthow
Blick auf das großzügige Foyer – von links ist der Eingang mit einem geplanten Cafe, rechts geht es zu den Vortragsräumen. © Foto Diether von Goddenthow

Oberbürgermeister Michael Ebling unterstrich in seinem Grußwort, dass die Mainzer, die ohnehin auf Schritt und Tritt auf den Spuren ihrer über 2000jährigen Geschichte wandeln könnten, nunmehr in diesem einzigartigen historischen Ensemble am Stadteingang unterhalb vom römischen Bühnentheater und Drususstein bald nicht mehr „nur“ die Antike Schifffahrt, sondern im neuen Archäologie-Zentrum demnächst mehrere Millionen Jahre Menschheitsgeschichte erkunden könnten.

„Es ist ein ganz besonderer Moment nun diesen symbolischen Schlüssel in Händen zu halten und damit im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Tür in unserer langjährigen Institutsgeschichte zu öffnen. © Foto Diether von Goddenthow
„Es ist ein ganz besonderer Moment nun diesen symbolischen Schlüssel in Händen zu halten und damit im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Tür in unserer langjährigen Institutsgeschichte zu öffnen. © Foto Diether von Goddenthow

Für die Hausherrin, Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch, Generaldirektorin des RGZM, bedeute die Übergabe des Schlüssels zu diesem Gebäude viel mehr, als es jetzt beziehen und mit Leben erfüllen zu können. Es sei „der Schlüssel zu einem neuen bedeutenden Kapitel in der Geschichte unseres Hauses“, denn der Bezug und die Inbetriebnahme des neuen Hauptsitzes in Mainz markiere den Beginn einer neuen Ära, einen regelrechten Quantensprung für die Weiterentwicklung des Hauses entsprechend „unserer Agenda“. Diese sei durch den Dreiklang des Zusammenspiels von archäologischer Forschung, Forschungsinfrastrukturen und Transfer in die Gesellschaft gekennzeichnet, die, so Prof. Busch, sich der Untersuchung des Menschen auf Basis seiner materiellen Hinterlassenschaften widmet. Ziel dieser ganzheitlich ausgelegten Forschung sei es, menschliches Verhalten und Handeln, sowie Entwicklung und Veränderung von Gesellschaft viel besser zu verstehen. „Wir wollen verstehen, was uns als Individuen auszeichnet, und als Menschen eint. In Zeit und Raum übergreifenden Forschungsbildern bearbeiten wir hierfür grundlegende Fragen aus mehr als 2,6 Millionen Jahren Menschheitsgeschichte, die von der Evolution unseres Verhaltens bis hin zu komplexen gesellschaftlichen Systemen Mensch-Umweltbeziehungen reichen“, unterstrich die Generaldirektorin. Das RGZM- Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie bündele hierfür archäologische, naturwissenschaftliche, restauratorische und informationstechnologische Expertise. Man verfüge über Speziallaboratorien, unter anderem einen der modernsten 3-D-Computertomographen, Sammlungen mit 220 000 – künftig in klimatisierten Magazinen – gelagerten Objekten und eine der umfangreichsten Fachbibliotheken für die Archäologie in Europa mit 200 000 Bänden auf 9 Regal-Kilometern, die als Fachbibliothek frei zugänglich ist und sich zum Studienzentrum weiterentwickeln lasse. Zudem  fänden dort künftig  70 Forschende Raum.

Die wissenschaftliche Bibliothek mit 70 Leseplätzen und rund 9.000 Regalmetern Bücherstellfläche erstreckt sich über das 1. und 2. Obergeschoss.© Foto Diether von Goddenthow
Die wissenschaftliche Bibliothek mit 70 Leseplätzen und rund 9.000 Regalmetern Bücherstellfläche erstreckt sich über das 1. und 2. Obergeschoss.© Foto Diether von Goddenthow

Die Tagungs- und Konferenzräume sowie Veranstaltungsflächen im Erdgeschoss würden aber „nicht nur für den wissenschaftlichen Austausch da sein und diesen fördern, sondern auch für die Begegnung und zum Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“, so Prof. Dr. Buch.

Dabei sei es insbesondere bei Ausstellungen das Ziel, „Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Bildungsstandes Erfahrungsräume anzubieten, die es ihnen ermöglichen, kulturelles Erbe und die dazugehörige Forschung als Ressource für ihr Leben in der Gegenwart zu begreifen“, so die Generaldirektorin

Die Ausstellungsflächen betragen 3000 qm auf mehreren Ebenen. © Foto Diether von Goddenthow
Die Ausstellungsflächen betragen 3000 qm auf mehreren Ebenen. © Foto Diether von Goddenthow

Bei der künftigen Dauerausstellung, die auf zwei Etagen auf rund 3000 qm gezeigt werden wird, geht es im Kern um das Zusammenleben der Menschen. Anhand von Forschungserkenntnissen über eine Spanne von 2,6 Millionen Jahren wird erkundet und gezeigt werden können, „wie wir als Menschen Gemeinschaften bilden und was der Kit ist, der uns als Gemeinschaften zusammenhält“. Dabei sollen Faktoren dargelegt werden, „die unser Handeln beeinflussen und die gesellschaftlichen Veränderungen bedingen. Kurz und gut: Es geht um das Menschsein, und das Miteinander in Gesellschaft„, erläuterte Prof. Dr. Buch.

Mit neuem Namen LEIZA die ganze Funktions-Bandbreite abbilden
Um die gesamte Bandbreite der Einrichtung „und die einzigartige Kombination von fachlicher Expertise, Infrastrukturen und musealen Transfer wie auch unsere Zugehörigkeit zur Leibniz-Gemeinschaft“ abzubilden, „werden wir uns zum 1.1.2023 deshalb nach 170 Jahren in ‚Leibniz-Zentrum für Archäologie‘, kurz ‚LEIZA‘ umbenennen“, so Prof. Dr. Busch. Denn das Forschungsprofil der vergangenen 170 Jahren habe sich substantiell weiterentwickelt. Das Römisch Germanische Zentralmuseum benenne nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Spektrums. Dieser alte Name bilde weder die Bandbreite der forschenden Institutionen noch den Umstand ab, dass es sich um eine Leibniz-Einrichtung handelte mit mehreren Forschungsstandorten, Speziallaboratorien und Museen auf drei Kontinenten unter einem Forschungszeitfenster von 2,6 Mio Jahren. „Uns ist wichtig, dass all das sichtbar wird, auch in unserem Namen“, so die Generaldirektorin.

Selbst in die unteren Bereiche gelangt Tageslicht durch teilweise Glasbedachungen. © Foto Diether von Goddenthow
Selbst in die unteren Bereiche gelangt Tageslicht durch teilweise Glasbedachungen. © Foto Diether von Goddenthow

Der Rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch, der sich schon vor ein paar Tagen einen Eindruck vom neuen Gebäude verschaffen konnte, schwärmte, es gäbe „wunderbare räumliche Verbesserungen, und tolle Bedingungen für Forschung und auch Lehre, für Schulklassen und auch Ausstellungsfläche und vor allem das, was wir in Mainz auch an ganz vielen Stellen gerade diskutieren: es gibt Labore für die Forschenden hier im Gebäude und zwar auf dem neuesten Stand, um auch Archäologie erfahrbar zu machen und auszuwerten“.

Holger Basten, Geschäftsführer LBB erläuterte: „Auf Grundlage eines Architekturwettbewerbs wurde ein Projekt realisiert, das funktional, gestalterisch und städtebaulich von hoher Qualität ist. Im Gebäude sind die unterschiedlichsten Nutzungen von Werkstätten über Labore bis hin zu Ausstellungs- und Veranstaltungsbereichen optimal organisiert. Die Ziegelfassade mit den verglasten Ein- und Ausblicken ist architektonisch gelungen. Und nicht zuletzt ist das neue Leibniz-Zentrum für Archäologie städtebaulich prägend sowohl im südlichen Auftakt der Rheinstraße als auch mit der Anbindung an die Altstadt. Auch die gegen Ende des Projektverlaufs hin zunehmenden baulichen Herausforderungen haben alle Projektbeteiligten gemeinsam erfolgreich gemeistert“, zieht Basten Bilanz.

Kurzführungen durchs neue Haus

Im Anschluss an die Schlüsselübergabe konnten sich die Gäste in Kurzführungen mit Gruppen von maximal 20 Personen persönlich einen Eindruck über die Räumlichkeiten machen, die einmal als Bibliothek, Werkstätten, Depot, Ausstellungsflächen /Veranstaltungsflächen, Museums-Pädagogik und Radiologie sowie Büros  genutzt werden.

Stephan Patscher M.A., Archäologe und Archäologischer Restaurator, präsentiert den neuen Super-3-D- Computertomograph Phoenix v tome x L, im neuen Leibniz-Zentrum für Archäologie. © Foto Diether von Goddenthow
Stephan Patscher M.A., Archäologe und Archäologischer Restaurator, präsentiert den neuen Super-3-D- Computertomograph Phoenix v tome x L, im neuen Leibniz-Zentrum für Archäologie. © Foto Diether von Goddenthow

Ein besonderes Highlight im  künftigen Leibniz-Zentrums für Archäologie ist der 1,3 Mio Euro teure Computertomograph im UG gleich gegenüber der Tresorräume. Wegen seines großen Gewichtes musste ein extra verstärktes Fundament gegossen werden. Stephan Patscher M.A., Archäologe und Archäologischer Restaurator, Kunsthistoriker und Goldschmied, sowie Lehrbeauftragter für präventive Konservierung des Studiengangs Archäologische Restaurierung an der Johann-Gutenberg-Universität Mainz, gab einen kleinen Einblick über die Arbeitsweise des Computertomographen. Der Detektor gehört zur allerneuesten Generation und sei einer der hochauflösensten, den es zur Zeit gibt, auch hinsichtlich Vergrößerung der Objekte, die bis zu einem Kubikmeter groß oder auch bis zum 1,80 Meter hoch sein dürfen. „Da kann der Detektor, wenn das Objekt da ist, nach einem bestimmten Programm entsprechend hochfahren“, so Patscher. Für kleinere Objekte diene der bisherige Computertomograph, der bereits aus dem RGZM umgezogen ist. „Wir können hier alle Materialien röntgen, also: Keramik, Organika auch Metalle usw.. Aufgrund der großen Vergrößerungsmöglichkeiten könne man Mikrostrukturen in Materialien anschauen, wodurch sich auch hier künftig allein in der Materialforschung ganz neue Forschungsfelder ergäben. Ein anderer Schwerpunkt wäre auch, den Röntgen-Tomographen  zur Erforschungen von Herstellungstechniken und Herstellungsprozessen einzusetzen.

Zu den klassischen Objekten, die untersucht würden, gehörten alle möglichen Funde und Objekte  archäologischer Forschung. Vieles, was beispielsweise ausgegraben würde, würde nicht immer gleich vor Ort freigelegt. In diesem Fall würden Fundsituationen vor Ort „abgestochen, eingewickelt mit einer Schutzplane und dann mit einer Schutzkapsel aus Gips oder einem anderen Material eingepackt“. Durch ein 3-D-Röntgenbild könne „man dann sozusagen auch  in den Block schon hineinschauen, ohne ihn öffnen zu müssen. Man kann Untersuchungen  von Objekten machen, die noch gar nicht geborgen (freigelegt) sind“, so Patscher. Man könne sogar mithilfe des ermittelten Datenmaterials von Objekten, über einen 3-D-Drucker eine Kopie der Fundsituation erstellen. Das habe den Vorteil, dass man  ursprüngliche Fundsituation, wie etwa einzelne Dinge zueinander lagen etc. , selbst dann noch einsehen könne, wenn der Fund geöffnet und bereits einzelne Stücke freigelegt und herausgenommen worden seien.

Mit 60 Mio. Euro heute ein Schnäppchen

Der neue Platz zwischen dem Neubau und der ehemaligen Neutorschule bildet das großzügige Entree zum Neubau. Er wird „Ludwig Lindenschmit-Forum“ heißen und jeden  zum Verweilen einladen.  © Foto Diether von Goddenthow
Der neue Platz zwischen dem Neubau und der ehemaligen Neutorschule bildet das großzügige Entree zum Neubau. Er wird „Ludwig Lindenschmit-Forum“ heißen und jeden zum Verweilen einladen. © Foto Diether von Goddenthow

Bis März 2023 soll der Umzug mit Einrichtung des Forschungsbereiches und der Büros abgeschlossen sein. Die Eröffnung des archäologischen Museums mit der Präsentation der geplanten  neuen Dauerausstellung ist für 2024 vorgesehen.

Die Gesamtfläche des Hauses beträgt 14.500 m², davon sind 9.700m² Nutz- und 3.000 m² Ausstellungsfläche. Kostenpunkt: 60 Mio. Euro. Bezogen auf steigenden Baukosten ist das neue Mainzer Leibniz-Zentrum für Archäologie wohl fast ein Schnäppchen.

Römisch-Germanisches Zentralmuseum  – Leibniz-Zentrum für Archäologie

Royaler Besuch in Mainz – Interessierte Bürgerinnen und Bürger können live dabei sein

Seine Majestät König Philippe und Ihre Majestät Königin Mathilde werden am 5. und 6. Oktober 2022 zu einem Besuch in Rheinland-Pfalz erwartet. Das zweitägige Besuchsprogramm führt das belgische Königspaar nach Mainz und an verschiedene Orte in der Pfalz und im Mittelrheintal. In der Landeshauptstadt werden sich die Majestäten am ersten Tag bei BioNTech über die Forschungsarbeiten zu Krebsimmuntherapien informieren und anschließend das Gutenberg-Museum besuchen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird die Majestäten am Mittwoch, 5. Oktober 2022, um 12.00 Uhr in der Staatskanzlei begrüßen und ihnen anschließend das Kabinett vorstellen. Außerdem ist ein Mittagessen mit geladenen Gästen geplant. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Gelegenheit, die Ankunft des Königspaares im Hof der Staatskanzlei live mitzuerleben. Wer das belgische Königspaar willkommen heißen möchte, kann sich dafür unter https://s.rlp.de/Belgien anmelden. Die Plätze werden nach der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

exground filmfest 35 mit Länderfokus Portugal findet vom 11. bis 20. November in Wiesbaden statt

exground35-logoVom 11. bis 20. November 2022 präsentiert exground filmfest in seiner 35. Ausgabe wieder ein umfassendes Film- und Rahmenprogramm in Wiesbaden. Gezeigt werden sowohl lange als auch kurze Werke in den Gattungen Spielfilm, Dokumentarfilm, Animation und Experimentalfilm. Begleitende Diskussionen, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte sowie die exground youth days ergänzen das nationale und internationale Filmangebot.

In diesem Jahr blickt exground filmfest nach Portugal: In zehn Langspielfilmen und dokumentarischen Formen sowie 14 Kurzfilmen stellt die Sektion viele junge Filmschaffende in den Mittelpunkt, zieht aber auch Verbindungslinien aus der Vergangenheit hinein ins Jetzt. Im Rahmen des Länderfokus Portugal wird danach gefragt, wie sich der Wille zu emanzipatorischer Kunst und gelebter Demokratie inmitten herausfordernder sozialer Bruchstellen und eines schweren Erbes von mehr als 35 Jahren Diktatur vor allem im Filmschaffen einer neuen Generation widerspiegelt. Die junge Filmszene zeichnet sich besonders durch ihren Mut zum Überwinden von etablierten Grenzen aus, etwa zwischen Dokumentarismus und Fiktion. Neben der Präsentation von aktuellen Kurz- und Langfilmen widmet exground filmfest der international gefeierten und in Deutschland dennoch wenig beachteten Filmemacherin Teresa Villaverde eine Retrospektive.

Eröffnungsfilm IRRLICHT von João Pedro Rodrigues
Eröffnet wird exground filmfest 35 mit IRRLICHT von João Pedro Rodrigues. Hier treffen zwei Feuerwehrmänner in einem leidenschaftlichen Musical aufeinander. Alfredo, weiß und adeligen Blutes, und Alfonso, schwarz und aus der Arbeiterklasse, verlieben sich auf einer Feuerwache ineinander, in der heftig getanzt und geküsst wird und die nackten Kollegen die Gemälde berühmter Maler in aufreizenden Posen nachstellen. Doch bei all der augenzwinkernden Satire vergisst der Film die sozialen Voraussetzungen eines erfolgreichen Kampfes gegen die Klimakatastrophe nicht: eine neue Saat setzen auf den verbrannten Terrains von Gender, Race und Klasse.

Neben zahlreichen Werken portugiesischer Filmkunst zeigt exground filmfest Filme aus Europa und über dessen Grenzen hinaus. Mit dem Ensemble-Drama MARS ONE (BRA 2022) bleibt das Wiesbadener Filmfestival zunächst im portugiesischen Sprachraum und zeigt mit dem brasilianischen Werk eine Familie im Wandel – so poetisch wie schmerzhaft begleitet der Film die inneren und äußeren Kämpfe der einzelnen Familienmitglieder. Queeres Verliebtsein, Erwartungen der Eltern an ihre Kinder sowie politische Instabilität prägen MARS ONE, der als brasilianischer Beitrag für die Oscars 2023 eingereicht wurde. Die Dokumentation A TASTE OF WHALE (FRA 2022) bietet einen seltenen Einblick in die Praxis des Walfangs auf den Faröer Inseln. In eindringlichen Bildern wird ein wichtiges, globales Thema rund um die Jagd nach Grindwalen reflektiert. Mittels der Perspektiven sowohl von Walfang-Betreibenden als auch Aktivisten und Aktivistinnen lädt der Film ein, sich mit der blutigen Tradition des „Grind” auseinanderzusetzen und diese zu hinterfragen. BONNIE (USA 2022) würdigt die wenig beachtete und oft missverstandene Rolle der Casting-Direktion in der Filmbranche und rückt Bonnie Timmerman und ihren einzigartigen Beitrag zum Filmprozess ins Rampenlicht. Der Dokumentarfilm verdeutlicht, wie die Arbeit und Hingabe für authentisches Vorsprechen der renommierten Casting-Direktorin die heutige Film- und Fernsehlandschaft prägten.

Foto-Ausstellung im Murnau-Filmtheater
Als Teil des Rahmenprogramms ist vom 12. bis 19. November die Ausstellung TALE OF TWO CITIES des portugiesischen Dokumentarfotografen Gonçalo Fonseca im Foyer des Murnau-Filmtheaters zu sehen. Als Kombination der Serien New Lisbon & How Portugal Won the War on Drugs beleuchtet die Ausstellung zwei zentrale gesellschaftspolitische Themen: Der Künstler begleitet zum einen Betroffene der Wohnraumkrise in Lissabon mit der Kamera. Denn je beliebter die portugiesische Hauptstadt bei Gästen aus dem Ausland wird, desto mehr leiden Lissabonner Familien unter der Airbnb-Industrie, den explodierenden Preisen auf dem Wohnungsmarkt und niedrigen Löhnen. Des Weiteren befasst sich Fonseca in seinen Werken mit den Folgen der Entkriminalisierung von Drogen in Portugal und dokumentiert in dem Projekt, das zwischen 2017 und 2021 entstand, die Arbeit von aufsuchenden Teams und überwachten Konsumräumen für Suchtkranke, die hier in erster Linie nicht mehr als Kriminelle, sondern als hilfsbedürftige Menschen behandelt werden.

Streaming-Angebot im Anschluss an das Live-Festival
Wie im Vorjahr plant das Organisationsteam coronabedingt zweigleisig und konzipiert das bevorstehende Festival als hybride Veranstaltung. Zum einen soll das Film- und Rahmenprogramm vor Publikum in der Caligari FilmBühne, im Murnau-Filmtheater und der Krypta der Marktkirche vor Publikum stattfinden, natürlich unter Einhaltung der im November gültigen Verordnungen. Dank eines weiterentwickelten On-Demand-Modells werden die Filme und Kurzfilmprogramme dann im Anschluss an das Festival mittels Geoblocking online über eine Streaming-Plattform nur in Deutschland und nur für begrenzte Zeit verfügbar sein (21.-24. November).

„Die Römer kommen!“ – Römertag am Stadtmuseum Wiesbaden 2.10.2022

flyerausschnitt---roemertag-2-okt-2022Ein abwechslungsreiches und spannendes Kinder- und Familienprogramm bietet der „Römertag“ auf dem Dernschen Gelände am Sonntag, 2. Oktober, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ins sam – Stadtmuseum am Markt ist an diesem Tag frei.

Im Rahmen des „Wiesbadener Jahr des Wassers“ beleuchtet das sam – Stadtmuseum am Markt die Tradition des Wiesbadener Badewesens. Die aktuelle Sonderausstellung „Wasser Macht Identität“ ist bis zum 29. Januar 2023 im historischen Marktkeller zu sehen. Schwerpunkte bilden die Anfänge zur Zeit der Römer sowie ihre Rezeption und Interpretation um 1900, als die sogenannte »Weltkurstadt« ihre zweite Blütezeit erlebte. Hier knüpft das umfangreiche Begleitprogramm an, das viele Highlights ergänzend zur Sonderausstellung für die Besuchenden bereithält. Das Stadtmuseum bietet mit dem „Römertag“ einen besonderen Familientag vor den Türen des Museums an, inklusive freiem Eintritt in das Museum und die Sonderausstellung.

Am „Römertag“ dreht sich alles um Handwerker und Verkaufsstände mit Utensilien und Kostbarkeiten aus der römischen Antike, die das römische Leben lebendig machen und Spaß für die ganze Familie versprechen. Durch verschiedene Angebote der Schausteller aus ganz Deutschland wird für große und kleine Besucher der Einblick in das facettenreiche Leben und vor allem in den Alltag der Römer ein spannendes Erlebnis.

Wiesbaden bot seinen römischen Bürgern und Reisenden neben Erholung durch die Badeanlagen auch Freizeitspaß und kulturelle Vielfalt. Wie in der Antike erleben die Besucherinnen und Besucher zu den Themen Körperpflege und Wellness, Kult und Medizin sowie dem Alltag und der Freizeitgestaltung besondere Attraktionen. Verkaufsstände mit Duftölen, Kosmetika, Salben und Schmuck laden zum Verweilen ein. Rund um das Thema der antiken Heilkunde und des Badewesens werden Behandlungsmaßnahmen der römischen Medizin erklärt und gezeigt, wie man Badeschuhe für die Thermen produzierte. Mit der Herstellung römischer Öllampen und der Vorführung von Münzprägung und Töpferkunst wird das traditionelle Handwerk dargestellt. Daran knüpft die Schola Romana mit einem speziellen Schreibkurs an. Zum Alltag und zur Freizeit gehört ein Stand zum Schminken, Kleiden und Frisieren, der zum Thema Schönheitspflege ebenso bereitsteht wie römische Spiele, eine Hands-on-Station und die Spurensuche am „Tatort Antike“ zur Erkundung von Glücksspiel, Falschspiel und Flüchen. Begleitend zum Trubel auf dem Marktplatz präsentiert ein Musikensemble römische Musik auf der Hydraulis – einer römischen Wasserorgel, die als originelles Musikinstrument in Kombination mit anderen antiken Instrumenten besonders hervorsticht.

Beteiligte:

  • Römische Hands on – Archäologischer Park Xanten
  • Schminken, Kleiden und Frisieren – Ars Replika
  • Antike Heilkunde und Badewesen – Familie Teske
  • Römische Spiele – Diltheyschule Wiesbaden
  • Tatort Antike: Glücksspiel – Falschspiel – Flüche – Katja Kurth, Xanten
  • Schreiben wie die Römer – Schola Romana
  • Römische Töpferkunst Töpferei XAN-TST – Repliken und Vorführungen
  • Herstellung römischer Öllampen – Bastilippo
  • Badeschuhe für Thermen – Meister Knieriem
  • Vorführung von Münzprägung – Markus Gruner
  • Römische Musik auf der Hydraulis – Römische Wasserorgel und andere antike Musikinstrumente – Justus Willberg & Team.

Städel Frankfurt: VOR DÜRER. KUPFERSTICH WIRD KUNST 28. SEPTEMBER 2022 BIS 22. JANUAR 2023

Das Städel Museum widmet dem frühen Kupferstich als künstlerischem Bildmedium eine eigene Ausstellung. Vom 28. September 2022 bis 22. Januar 2023 werden etwa 130 bedeutende deutsche und niederländische Kupferstiche des 15. Jahrhunderts präsentiert. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung des Kupferstichs von einfachen Anfängen zu immer anspruchsvolleren Schöpfungen nach. Zu sehen sind herausragende Blätter u. a. von Martin Schongauer, Wenzel von Olmütz oder Israhel van Meckenem sowie von frühen, anonymen Stechern wie dem Meister ES, dem Meister mit den Bandrollen oder dem Meister b(x)g. Den Abschluss bilden einige der ersten Kupferstiche des großen deutschen Renaissancekünstlers Albrecht Dürer.

Im oben gezeigten Film stellen der Kurator der Schau, Prof. Dr. Jochen Sander, sowie Städel-Direktor Max Hollein zentrale Werke der Ausstellung vor und erklären, was Dürer anders als andere machte und was darüber hinaus zu seinem Ruhm beitrug und ihn weltweit bekannt machte.

STÄDEL MUSEUM
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

E. R. Nele. Zeitzeugenschaft 24. September 2022 – 1. Januar 2023 im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Grafik: Bureau Sandra Doeller
Grafik: Bureau Sandra Doeller

„Wer nur in Bewegung ist, verliert die Orientierung, wer immer nur das Ganze sieht, geht des Teils verlustig, wer immer nur sucht, verliert sich am Horizont, und wer immer nur findet, überlässt sich dem Zufall“, sagte Jean-Christopher Ammann (1939–2015) bei der Rede zur Einweihung der Skulptur Walking Man von E. R. Nele im Jahr 2001. Der große Kunstkenner, Ausstellungsmacher und Museumsdirektor sagte dies in Anbetracht der eingefrorenen Bewegung des eine Stange tragenden Hochseilartisten auf einem stählernen Seil.

E. R. Nele, so scheint es, wenn man mit ihr spricht, sie erlebt, war immer in Bewegung, hellwach, und hat immer wieder geistesgegenwärtig innegehalten bei besonderen Momenten im Zeitgeschehen, und dabei nie die Orientierung verloren: Denn nie hat sie sich einem künstlerischen Dogma unterworfen, hat sich stilistisch festgelegt oder dieses intuitive Zusammenspiel von Wahrnehmung der Welt als reflexiver Zeitzeugenschaft, Auge und Hand jemals aufgegeben. Sie gehört einer Künstler:innengeneration an, die noch mit dem Erleben des Krieges und seiner Folgen in ihren Kindheits- und Jugendjahren die Verfasstheit des Menschen, die Conditio humana, im Sinne von Hannah Arendt nicht als etwas Festgelegtes versteht, sondern im Gegenteil, dieses Bedingtsein als die Ermöglichung von Freiheit begreift. Und so verwundert es nicht, wenn sich im Werk der 1932 in Breslau Geborenen sehr vielseitige Begabungen artikulieren und seither von ihr als einer der vielseitigsten Künstler:innen und Gestalter:innen gesprochen wird.

e.r.nele Hiroshima Pferd © Foto: Diether von Goddenthow
e.r.nele Hiroshima Pferd © Foto: Diether von Goddenthow

Einen Einblick in dieses vielfältige Schaffen können die Besucher:innen in der Studioausstellung E. R. Nele. Zeitzeugenschaft gewinnen, die das Museum Angewandte Kunst E. R. Nele anlässlich ihres 90. Geburtstages ausrichtet. Im Ausstellungsraum wird eine Art Wohnsituation hergestellt, die ihre gestalteten Möbel in Form von einem Sofa sowie einer Sitzgruppe mit Tisch und Stühlen und Leuchten zeigt. Aus diesem Raum im Raum haben die Besuchenden die Möglichkeit, einen Blick auf die umstehenden Skulpturen der Künstlerin zu werfen – wie ein Blick in ihr Atelier. So erinnert nicht zuletzt die gewählte blaue Wandfarbe an ihr Haus und Atelier in Frankfurt. Durch die Raumkonstellation soll nachempfunden werden können, wie eng Leben und Werk bei E. R. Nele miteinander verbunden sind. Sie selbst sagt: „Kunst ist eine Form des Lebens.“

Als Designerin schuf sie in den 1960er Jahren für die Kasseler Firma bodeform moderne Wohnlandschaften, Sofas und Sessel, die in Form und Funktion variabel, weil flexibel um- und aufbaubar sind. Sie entwarf für die Niederlassung der Detmolder Firma Temde in Sevelen, Schweiz, mehr als 80 Lampen – Stehleuchten, Tischleuchten, Deckenleuchten, Wandleuchten –, die sich bewusst von den zuvor starren Formen der zumeist aus Holz gefertigten Leuchten in Material, Eleganz und klarer Linienführung vehement unterschieden. Sie entwarf und fertigte Tische, Schmuck und selbst Besteckkollektionen und immer scheint es, als ob all diese Objekte, und ein jedes als Teil für sich betrachtet, nur eine weitere skulpturale Möglichkeits-Ausformung darstellt. Was hier erkennbar wird, und sich als Quintessenz des gestalterischen und künstlerischen Schaffens E. R. Neles ausfiltern lässt, ist, dass alles, was sie schafft, aus einem beziehungsreichen Wechselspiel von Boden- und Wandarbeiten und autonomen Objekten im Raum besteht.

E. R. Nele Zeitzeugenschaft - Ausstellungsimpression mit der Gruppe "walking men" © Foto: Diether von Goddenthow
E. R. Nele
Zeitzeugenschaft – Ausstellungsimpression mit der Gruppe „walking men“ © Foto: Diether von Goddenthow

Lampen und Wohninterieur zu entwerfen, hat etwas, jedenfalls bei E. R. Nele, mit dem Schaffen von Emotionen zu tun, nicht minder emotionsgeladen ist, wie sie immer wieder aufs Neue die menschliche Figur als zentrales Thema ihres Schaffens zur Ansicht bringt. Denn bei weitem nimmt das figürliche Motiv in ihrem Lebenswerk den größten Part ein, zumeist in metallener Ausführung, immer aber mit Blick auf die psychische und physische Verletzbarkeit des Menschen. Neles Figuren entstehen auf dem Skizzenblock und entwickeln sich erst nach und nach zu haptischen Wesen, die mal zeichenhaft und erstaunlich zweidimensional bleiben oder zu Gestalten werden, die aus gewickeltem, gefaltetem oder gehämmerten Stahl bestehen. Viele bleiben unbehandelt, einige werden bunt.

Viele der Themen, denen sie sich zugewandt hat und noch immer zuwendet, haben an Aktualität nichts verloren. Denn noch immer werden Künstler:innen, Dichter:innen und Journalist:innen bedroht, inhaftiert und getötet, existieren Antisemitismus und Rassismus und noch immer geht neben dem menschengemachten Klimawandel von den Atomwaffenarsenalen verschiedenster Staaten die größte Bedrohung für die Menschheit aus.

Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt
www.museumangewandtekunst.de

KfW-Bernhard-Grzimek-Preis 2022 in Höhe von 50 000 Euro an Rohit Sigh und Txai Suruí in Frankfurt verliehen

Seit ihrer  Kindheit kämpft Txai Suruí, eine der beiden Preisträger des Kfw-Bernhard-Grzimek-Preises 2022,  gegen die illegale Abholzung und Brandrodung der Regenwälder ihrer Heimat Rondonia im Amazonasgebiet. Ausschnitt aus dem Videoporträt der Preisträgerin.
Seit ihrer Kindheit kämpft Txai Suruí, eine der beiden Preisträger des Kfw-Bernhard-Grzimek-Preises 2022, gegen die illegale Abholzung und Brandrodung der Regenwälder ihrer Heimat Rondonia im Amazonasgebiet. Ausschnitt aus dem Videoporträt der Preisträgerin.

Während einer Feierstunde hat gestern Abend in Frankfurt die KfW Stiftung den KfW-Bernhard-Grzimek-Preis je zur Hälfte an Rohit Singh aus Indien und Walelasoetxeige Paiter Bandeira Suruí (Txai Suruí) aus Brasilien verliehen. Die mit insgesamt 50.000 EUR dotierte Auszeichnung würdigt inklusive Ansätze im Naturschutz und stellt die nächste, junge Generation der Naturschützer in den Fokus. Beide Preisträger des Jahres 2022 engagieren sich auf herausragende Weise für den Schutz und Erhalt der Biodiversität.

Rohit Singh, Gründer der Universal Ranger Support Alliance (URSA),engagiert sich weltweit für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Ranger.
Rohit Singh, Gründer der Universal Ranger Support Alliance (URSA),engagiert sich weltweit für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Ranger.

Rohit Singh (39 Jahre / *Indien) erhält den Preis für sein Engagement für Ranger in Naturschutzgebieten weltweit. Er war maßgeblich an der Gründung der Universal Ranger Support Alliance (URSA) beteiligt und ist derzeit Vorsitzender des Steering Committee der Organisation. Rohit Singh setzt sich für die Anerkennung der Leistungen von Rangern, ihre weltweite Vernetzung und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen ein. Dabei verfolgt er einen integrativen Ansatz, indem er das breite Spektrum der Ranger einbezieht (staatliche und nichtstaatliche Akteure, d. h. auch indigene Ranger und Ranger aus lokalen Gemeinschaften; Gleichberechtigung von Frauen im Rangerberuf).

Txai Suruí konnte an der Preisverleihung persönlich nicht teilnehmen, da sie zur gleichen Zeit vor der UNO in New York sprach. Ausschnitt aus dem Videoporträt der Preisträgeri
Txai Suruí konnte an der Preisverleihung persönlich nicht teilnehmen, da sie zur gleichen Zeit vor der UNO in New York sprach. Ausschnitt aus dem Videoporträt der Preisträgeri

Walelasoetxeige Paiter Bandeira Suruí (Txai Suruí), (25 Jahre / *Brasilien) wird für ihren Einsatz für Klimaschutz und die Rechte der Indigenen mit dem KfW-Bernhard-Grzimek-Preis ausgezeichnet. Die von ihr in ihrer Heimatregion Rondonia im Amazonasgebiet gegründete Jugendbewegung bringt engagierte junge Menschen zusammen, um über Politik, die Klimakrise und die Notwendigkeit zu diskutieren, Naturschutzgebiete zu verteidigen. Ihr zentrales Anliegen ist es dabei, die indigenen Völker in den Mittelpunkt der Lösungsansätze für Naturschutzanstrengungen zu stellen.

Dr. Lutz-Christian Funke vom Vorstand der KfW Stiftung sagte anlässlich der Preisverleihung: „Die Bewahrung von Naturräumen und Ökosystemen für die nächsten Generationen ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit. Mit dem KfW-Bernhard-Grzimek-Preis 2022 zeichnen wir mit Rohit Singh und Txai Suruí zwei junge Naturschützer, die sich unter Nutzung unterschiedlichster Methoden und Ansätze dieser Aufgabe widmen. Ihre Bereitschaft, sich für den Schutz von bedrohten Lebensräumen einzusetzen und damit biologische Vielfalt für uns alle zu erhalten, hat Vorbildcharakter“.

Die bekannte Moderatorin Bärbel Schäfer führte durch den Abend, hier beim Talk mit Rohit Singh und  Roberto Maldonado, Forstwiwrt und Südamerikaexperte des WWF, der stellvertretend für Txai Suruí den Preis  entgegen nahm.  © Foto Diether von Goddenthow
Die bekannte Moderatorin Bärbel Schäfer führte durch den Abend, hier beim Talk mit Rohit Singh und Roberto Maldonado, Forstwiwrt und Südamerikaexperte des WWF, der stellvertretend für Txai Suruí den Preis entgegen nahm. © Foto Diether von Goddenthow

Im Namen der Jury des Kfw-Bernhard-Grzimek-Preise unterstrich Jens Schröder, Chefredakteur von GEO, in seiner Laudatio: „Rohit und Txai setzen sich mit ihrer Arbeit dafür ein, die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt der Schutzanstrengungen zu stellen. Ohne beruflich engagierte Ranger und indigene Gemeinschaften, können die großen Herausforderungen im Klima- und Biodiversitätschutz nicht bewältigt werden.“

Die KfW Stiftung in Frankfurt verleiht den KfW-Bernhard-Grzimek-Preis alle zwei Jahre an Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich in besonderer Weise mit ihrer Kreativität und Innovationskraft für die Erhaltung der Artenvielfalt einsetzen. Namenspatron des Preises ist der Pionier des Umwelt- und Tierschutzes in Deutschland, frühere Direktor des Frankfurter Zoos und langjähige Präsident der Zoologioschen Gesellschaft Frankfurt, Professor Bernhard Grzimek. Über die Preisträger entscheidet eine Jury bestehend aus Christian Grzimek, Prof. Dr. Axel Janke/Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiKF) der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität Frankfurt, Karen Möhring/KfW, Dr. Christof Schenck/Zoologische Gesellschaft Frankfurt und Jens Schröder/Chefredakteur GEO. Der Preis wurde erstmals 2013 vergeben.

Im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung wurden die Preisträger geehrt. Im Bild (v.li.): Moderatorin Bärbel Schäfer, Dr. Lutz-Christian Funke vom Vorstand der KfW Stiftung , Prof. Dr. Axel Janke/Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiKF) der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität Frankfurt, Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt, die Preisträger, Laudator Jens Schröder, Chefredakteur von GEO, Dr. Christof Schenk, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, und Mitglieder der Familie Grzimek.© Foto Diether von Goddenthow
Im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung wurden die Preisträger geehrt. Im Bild (v.li.): Moderatorin Bärbel Schäfer, Dr. Lutz-Christian Funke vom Vorstand der KfW Stiftung , Prof. Dr. Axel Janke/Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiKF) der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität Frankfurt, Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt, die Preisträger, Laudator Jens Schröder, Chefredakteur von GEO, Dr. Christof Schenk, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, und Mitglieder der Familie Grzimek.© Foto Diether von Goddenthow

Weitere Informationen gibt es unter: KfW Stiftung: KfW-Bernhard-Grzimek-Preis (kfw-stiftung.de)

Spinnen-Nachmittag bei Senckenberg Öffentliche Veranstaltung am 24.09.

Zu einem Nachmittag mit Spinnen lädt Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger am 24.09. ein. Foto: Senckenberg/Jäger
Zu einem Nachmittag mit Spinnen lädt Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger am 24.09. ein. Foto: Senckenberg/Jäger

Frankfurt am Main, den 21.09.2022. Senckenberg-Arachnologe Dr. Peter Jäger lädt am Samstag, dem 24.09.2022 die interessierte Öffentlichkeit zu einem „Spinnen-Nachmittag“ ein. Vier Expert*innen berichten im Arthur von Weinberg-Haus des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt über Neuigkeiten aus der Spinnenforschung. An einem Stand informiert die Deutsche Arachnologische Gesellschaft über ihre Arbeit.

Aktuell sind Spinnen in aller Munde: Insbesondere die − sich neuerdings in Deutschland heimisch fühlende – „Nosferatu“- oder Kräuseljagdspinne hat zu viel Unsicherheit in der Bevölkerung geführt. Am Samstag, dem 24.09. findet bei Senckenberg ein Treffen von Personen statt, die eine große Leidenschaft für die Achtbeiner teilen und den Ruf der „gruseligen Spinne“ zurechtrücken möchten.

Im Rahmen eines „Nachmittags mit Spinnen“ erläutert Dr. Tim Lüddecke von der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem LOEWE Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE-TBG) wie „Achtbeinige Pharmazeuten Spinnengift zu Medizin machen“. Anja Melcher, Doktorandin an der Universität Trier, informiert die Zuhörer*innen in ihrem Vortrag „Du bist, was du isst“ über Nahrungsanalysen von Spinnen und ihre Bedeutung für die Biodiversitätsforschung. Die Vogelspinnengattung Sericopelma steht im Fokus des Beitrags von Volker von Wirth vom Theraphosid Research Team in Eitting. Gastgeber Dr. Peter Jäger beleuchtet das Liebesleben der Achtbeiner und erklärt, dass „Love-Bites“ bei Spinnen häufiger sind, als bislang angenommen. In den Veranstaltungpausen zwischen den 30-minütigen Vorträgen gibt es die Möglichkeit, mit den Spinnenbegeisterten ins Gespräch zu kommen.

Veranstaltung: „Ein Nachmittag mit Spinnen“ – Eine Veranstaltung von und mit Peter Jäger
Datum: Samstag, 24. September 2022, 14:45 Uhr (Einlass) – 18:30 Uhr
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Grüner Hörsaal im Arthur von Weinberg-Haus, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022: Sechs Romane im Finale

Deutscher Buchpreis 2022: Sechs Romane im Finale- Die sechs Titel der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 (c) vntr.media
Deutscher Buchpreis 2022: Sechs Romane im Finale- Die sechs Titel der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 (c) vntr.media

Die Jury hat diese sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 ausgewählt:

  • Fatma Aydemir: Dschinns (Carl Hanser, Februar 2022)
  • Kristine Bilkau: Nebenan (Luchterhand, März 2022)
  • Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter (Kiepenheuer & Witsch, August 2022)
  • Jan Faktor: Trottel (Kiepenheuer & Witsch, September 2022)
  • Kim de l’Horizon: Blutbuch (DuMont, Juli 2022)
  • Eckhart Nickel: Spitzweg (Piper, April 2022)

Jurysprecherin Miriam Zeh, Deutschlandfunk Kultur: „Ein Roman gibt sich eigene Gesetze und steht doch unweigerlich in Kontakt zur Gegenwart, in der er geschrieben und gelesen wird. Alle sechs Titel der Shortlist 2022 konnten uns in ihrer ästhetischen Eigenheit überzeugen. Mit sprachlicher Brillanz und formaler Innovationskraft beschreiben sie soziale Realitäten und Phantasmen, vermessen Mitte und Ränder, umkreisen Trauer und Komik. Damit bilden die nominierten Autor*innen die thematische wie stilistische Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ab. Gemeinsam ist ihnen: eine künstlerische Unbedingtheit. Mit ihren Büchern beziehen sie Position, zeigen sich streitbar und zugleich offen für den Dialog. So laden wir mit der Lektüre dieser Shortlist auch ein, in einen Austausch zu treten und den eigenen Blick auf die Welt neu zu justieren.“

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 233 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2021 und dem 20. September 2022 erschienen sind. Der Jury gehören neben Miriam Zeh an: Erich Klein (freier Kritiker, Wien), Frank Menden (stories! Die Buchhandlung, Hamburg), Uli Ormanns (Agnes Buchhandlung, Köln), Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich), Selma Wels (Kuratorin und Moderatorin, Frankfurt) und Jan Wiele (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Mit dem Deutschen Buchpreis 2022 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2022 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen. Interessierte können die Preisverleihung unter www.deutscher-buchpreis.de verfolgen.

Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Veranstaltung live über den Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und als Livestream auf Dokumente und Debatten | deutschlandradio.de.

Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Ab 4. Oktober 2022 werden Auszüge aus den Shortlist-Titeln in englischer Übersetzung und ein englischsprachiges Dossier zur Shortlist auf dem Internetportal www.new-books-in-german.com präsentiert.

Auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Buchpreises vermitteln Videoporträts einen Eindruck von den nominierten Werken und ihren Autor*innen.

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis lautet: #dbp22

Charlotte Fresenius Hochschule Wiesbaden feiert Gründung mit Festakt

Beim heutigen Festakt zur Gründung der Charlotte Fresenius Hochschule in Wiesbaden unterhielten sich anschließend Ludwig Fresenius, Hauptgesellschafter der COGNOS AG und Ehrenpräsident der Hochschule Fresenius, und Kai Metzner, Geschäftsführer der Hochschulen Fresenius gem. Trägergesellschaft mbH“ über die Gründungsgeschichte der Hochschule Fresenius und der Charlotte Fresenius Hochschule sowie die Zukunft der Bildung. (©) Foto Charlotte Fresenius Hochschule
Beim heutigen Festakt zur Gründung der Charlotte Fresenius Hochschule in Wiesbaden unterhielten sich anschließend Ludwig Fresenius, Hauptgesellschafter der COGNOS AG und Ehrenpräsident der Hochschule Fresenius, und Kai Metzner, Geschäftsführer der Hochschulen Fresenius gem. Trägergesellschaft mbH“ über die Gründungsgeschichte der Hochschule Fresenius und der Charlotte Fresenius Hochschule sowie die Zukunft der Bildung. (©) Foto Charlotte Fresenius Hochschule

Bereits zum Sommersemester hat die Charlotte Fresenius Hochschule in Wiesbaden ihre ersten Studierenden begrüßt. Offiziell gegründet wurde die staatlich anerkannte und universitätsgleichgestellte Hochschule mit dem Schwerpunkt auf psychologische und psychotherapeutische Studiengänge im Dezember 2021. Die feierliche Eröffnung hat jetzt mit rund 100 geladenen Gästen stattgefunden. Neben Grußworten vom Hessischem Staats- und Innenminister Peter Beuth, dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Gert-Uwe Mende, sowie Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Lilia Waehlert standen Impulsvorträge zu psychologischen Themen und ein Gründertalk mit Ludwig Fresenius und Geschäftsführer Kai Metzner auf dem Programm.

100 Studierende pro Jahr können sich an der Charlottes Fresenius Hochschule künftig immatrikulieren. Für die Hochschul- und Bildungslandschaft der Landeshauptstadt Wiesbaden und die gesamte Rhein-Main-Region stelle die Gründung der Charlotte Fresenius Hochschule ein wichtiges Signal dar, sagte Oberbürgermeister Mende und betonte: „Wir freuen uns, dass Sie das Gesicht der Wissenschaft in Wiesbaden bereichern.“ Peter Beuth, Hessischer Minister des Inneren und für Sport unterstrich: „Die Hochschulen sind die Herzkammern unseres Wissenschaftssystems.“ Sie seien auch die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, daher sei eine vielfältige Hochschullandschaft wichtig.

Inhaltlich beschäftigten sich die Teilnehmer:innen mit dem Thema Psychotherapie: Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Klima- und Energiekrise: Wir leben in einem Zeitalter, das von Krisen geprägt ist. Bereits vor der Corona-Pandemie stieg die Anzahl psychischer Erkrankungen und damit die Nachfrage nach Therapieplätzen an. Die aktuelle Lage verstärkt diese Tendenz. „Wer jedoch psychische Probleme hat, muss in Deutschland laut Bundespsychotherapeutenkammer im Schnitt knapp fünf Monate auf einen Therapieplatz warten“, sagte Waehlert in ihrer Ansprache. „Konform zum Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung bietet die Charlotte Fresenius Hochschule Studiengänge in Psychologie und bald auch Klinischer Psychologie und Psychotherapie an, um diese Lücke zu schließen“, erklärte die Präsidentin weiter.

Wie wir trotz der vielen Herausforderungen in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben können, erläuterte Prof. Dr. Johannes Schaller, Professor für Gesundheitspsychologie, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter Geschäftsfeldentwicklung der Cognos AG, in seinem Impulsvortrag „Was ist eigentlich Positive Psychologie?“. Die Cognos AG ist die internationale Bildungsgruppe, zu der die Hochschulen Fresenius gehören. Die kognitiven Hintergründe psychischer Erkrankungen und wie sie behandelt werden können, war Thema des zweiten Impulsvortrags „Neues aus der Neurowissenschaftlichen Forschung“. Dr. Janine Bayer, Wissenschaftlerin am Institut für Systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Psychologische Psychotherapeutin, zeigte dazu aktuelle Ergebnisse aus der Autismusforschung.

Über die Gründergeschichte der Hochschule Fresenius und der Charlotte Fresenius Hochschule sowie die Zukunft der Bildung unterhielten sich anschließend Ludwig Fresenius, Hauptgesellschafter der COGNOS AG und Ehrenpräsident der Hochschule Fresenius, und Kai Metzner, Geschäftsführer der Hochschulen Fresenius gem. Trägergesellschaft mbH, in einem anschließenden Talk. Da Carl Remigius Fresenius, der Ur-Ur-Großvater von Ludwig Fresenius, als Gründer erster Stunde vor 175 Jahren den Grundstein für die heutige Bildungsgruppe legte, fördert die Hochschule Fresenius auch heute gründungswillige Studierende mit den Fresenius Pioneer Ventures.

Moderiert hat die Veranstaltung Lukas Wandke, Alumni der Hochschule Fresenius, Moderator und Comedian.

CHARLOTTE FRESENIUS HOCHSCHULE
Moritzstraße 17a
65185 Wiesbaden
https://www.charlotte-fresenius-uni.de/