Kategorie-Archiv: Boersenverein d. deutschen Buchhandels

Frankfurter Buchmesse: „Die Buchbranche hat den Stresstest Corona bestanden, braucht aber faire Rahmenbedingungen“

© Foto Diether v Goddenthow
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Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2021 / Buch fest in der Gesellschaft verankert / Stabile Umsätze in der Pandemie / Vertragsfreiheit für E-Book-Leihe in Bibliotheken muss erhalten bleiben

Die Buchbranche zeigt sich zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse optimistisch und voller Tatendrang: „Wir haben mit der Pandemie einen der größten Stresstests der Geschichte souverän bestanden. Verlage, Buchhandlungen und die Buchlogistik haben mit großem Einsatz und Nähe zu den Kund*innen sichergestellt, dass Bücher auch in herausfordernden Zeiten zu den Menschen kamen“, sagte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, heute bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse.

In der Krise habe sich gezeigt, wie fest das Buch in der Gesellschaft verankert sei. Schmidt-Friderichs: „Social distancing wurde nicht zu Distanz zum Buch. Die Menschen haben die Zeit in den eigenen vier Wänden genutzt, um öfter zu lesen. Das Buch erfüllt in herausfordernden Zeiten wichtige Bedürfnisse: Es gibt Antworten auf drängende Fragen – fundiert und in überschaubarem, abgeschlossenem Format. Es weitet den Blick, es eröffnet neue Welten und zeigt uns andere Lebensentwürfe. Es bietet Denkanstöße, gibt Mut und Hoffnung.“

So konnte die Branche das Jahr 2020 mit stabilen Umsätzen abschließen. Auch der Blick auf 2021 stimmt zuversichtlich: Über alle Vertriebswege hinweg hat der Umsatz auf dem Buchmarkt mit Ende der KW 40 (10. Oktober) das Vor-Corona-Niveau eingeholt und liegt 0,7 Prozent über dem Umsatz des Vergleichszeitraums 2019. Somit stehen die Chancen auf ein positives Jahresergebnis gut.

Nach eineinhalb herausfordernden Jahren stünden überall die Zeichen auf Neustart. Die Buchbranche könne die Gesellschaft auf diesem Weg unterstützen und bei der Lösung wichtiger Fragen helfen: „Gelingt es uns, wirksam gegen den menschengemachten Klimawandel vorzugehen? Wie können wir unsere Innenstädte wieder zu lebendigen Orten machen? Welche Lösungen finden wir angesichts bedenklicher politischer Entwicklungen und Einschränkungen der Meinungsfreiheit um uns herum? Schaffen wir mehr Gleichberechtigung für Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft? Alle diese Fragen werden auch in Büchern verhandelt“, so Schmidt-Friderichs.

„Bibliotheken dürfen keine steuerfinanzierte Kostenlos-Plattform für E-Books werden“
Eine entscheidende Frage für die Zukunft der Buchbranche sei die nach der Entwicklung des Urheberrechts. Dieses sei in den vergangenen Jahren zunehmend eingeschränkt worden. Aktuell müsse die Buchbranche befürchten, dass sich die Rahmenbedingungen bei der E-Book-Leihe für sie drastisch verschlechtern. Der Bundesrat hat gefordert, dass Verlage den Bibliotheken künftig alle E-Books ab dem Erscheinungstag für die Ausleihe zur Verfügung stellen müssen. Es bestehe die große Sorge, dass die künftige Bundesregierung diesen Vorschlag aufgreift. Bislang haben Verlage und Autor*innen die Freiheit, einige wenige Bücher erst nach einem gewissen Zeitfenster in die kostenlose Ausleihe zu geben, um sich die ausschlaggebenden Erlöse durch Verkäufe innerhalb der ersten zwölf Monate zu sichern. Wenn Leser*innen ab Markteinführung eines Buchs bereits kostenlos auf die Leihvariante als E-Book zugreifen können, bricht Verlagen und Autor*innen diese kommerzielle Erlösmöglichkeit weg. Während bereits fast die Hälfte des E-Book-Konsums auf Bibliotheken entfällt, machen Verlage schon jetzt nur 6 Prozent ihres E-Book-Umsatzes damit.

Schmidt-Friderichs: „Wir setzen uns für den Erhalt der Vertragsfreiheit bei der E-Book-Leihe in Bibliotheken ein. Autor*innen und Verlage, also diejenigen, die davon – und dafür leben – müssen das auch in Zukunft können. Es kann nicht sein, dass der Staat aus Bibliotheken eine mit Steuergeldern finanzierte E-Book-Plattform mit Kostenlosangebot macht. Ich unterstütze daher mit Nachdruck den Appell der Initiative ,Fair Lesen‘, zu der sich aktuell Autor*innen, Verlage und Buchhandlungen zusammengeschlossen haben. Sie wollen aufzeigen, dass gesetzliche Regelungen wie die einer Zwangslizenz für die E-Book-Ausleihe in Bibliotheken den Buchmarkt gefährden und wichtige Erlösquellen für Autor*innen, Verlage und den Buchhandel zerstören.“

Antje Rávik Strubel erhält den Deutschen Buchpreis 2021 für ihren Roman „Blaue Frau“

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2021 ist Antje Rávik Strubel. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman „Blaue Frau“ (S. Fischer). Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, gratuliert und überreicht der Gewinnerin die Preisurkunde.
Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2021 ist Antje Rávik Strubel. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman „Blaue Frau“ (S. Fischer). Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, gratuliert und überreicht der Gewinnerin die Preisurkunde.

 

Die Begründung der Jury:
„Mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision schildert Antje Rávik Strubel die Flucht einer jungen Frau vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung. Schicht um Schicht legt der aufwühlende Roman das Geschehene frei. Die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung weitet sich zu einer Reflexion über rivalisierende Erinnerungskulturen in Ost- und Westeuropa und Machtgefälle zwischen den Geschlechtern.

Antje Rávik Strubel © Foto Diether v Goddenthow
Antje Rávik Strubel © Foto Diether v Goddenthow

In einer tastenden Erzählbewegung gelingt es Antje Rávik Strubel, das eigentlich Unaussprechliche einer traumatischen Erfahrung zur Sprache zu bringen. Im Dialog mit der mythischen Figur der Blauen Frau verdichtet die Erzählerin ihre eingreifende Poetik: Literatur als fragile Gegenmacht, die sich Unrecht und Gewalt aller Verzweiflung zum Trotz entgegenstellt.“

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2021 gehören an: Knut Cordsen (Kulturredakteur, Bayerischer Rundfunk), Bettina Fischer (Leiterin Literaturhaus Köln), Anja Johannsen (Leiterin Literarisches Zentrum Göttingen), Richard Kämmerlings (Literarischer Korrespondent, Die Welt), Sandra Kegel (Ressortleiterin Feuilleton, Frankfurter Allgemeine Zeitung), Beate Scherzer (Buchhändlerin, Proust Wörter + Töne) und Anne-Catherine Simon (Feuilleton-Redakteurin, Die Presse).

„Der Deutsche Buchpreis schafft Aufmerksamkeit für die aktuelle deutschsprachige Literatur – auch in herausfordernden Zeiten. Die gute Nachricht ist: Menschen lesen wieder mehr Bücher, das Bedürfnis nach neuen Perspektiven und Geschichten ist in der Pandemie gewachsen. Über eine Vielzahl an Kanälen hat der Deutsche Buchpreis den Romanen des Jahres eine Bühne geboten und das Gespräch über die Fragen, die sie verhandeln, befördert. Die Verleihung des Preises heute wird das Gespräch weiter anfachen. Ich danke der unabhängigen Jury, den Förderern und Partnern, ohne die der Preis nicht möglich wäre, sowie den teilnehmenden Verlagen und Autor*innen“, sagt Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert:
Norbert Gstrein: Der zweite Jakob (Carl Hanser), Monika Helfer: Vati (Carl Hanser), Christian Kracht: Eurotrash (Kiepenheuer & Witsch), Thomas Kunst: Zandschower Klinken (Suhrkamp) und Mithu Sanyal: Identitti (Carl Hanser).

Antje Rávik Strubel erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisträgerin wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 230 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2020 und dem 21. September 2021 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Juror*innen sechs Titel für die Shortlist gewählt.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2021 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen 20 Literaturblogger*innen die nominierten Titel 2021 vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis-blog.de veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt. Auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Buchpreises vermitteln zudem Videoporträts einen Eindruck von den nominierten Werken und ihren Autor*innen.

Weitere Informationen und Termine der Preisträgerin können abgerufen werden unter: www.deutscher-buchpreis.de

Die Verleihung des Deutschen Buchpreises 2021 audiodigital und per Stream live erleben

Literaturbegeisterte können am Bildschirm dabei sein, wenn der Roman des Jahres gekürt wird: Die Verleihung des Deutschen Buchpreises wird am 18. Oktober 2021 um 18 Uhr auf www.deutscher-buchpreis.de live aus dem Frankfurter Römer übertragen.

Gleichzeitig senden Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur die Veranstaltung live über den Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und als Stream auf www.deutschlandradio.de/debatten.

Der Stream der Preisverleihung ist auch über die Webseite der Frankfurter Buchmesse www.buchmesse.de erreichbar.

Der Deutsche Buchpreis begleitet die Veranstaltung außerdem auf Twitter: www.twitter.com/buchpreis, Hashtag: #dbp21.

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Hauptförderer der Auszeichnung ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Stadt Frankfurt am Main.

Shortlistabend der Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2021 im Literaturhaus Frankfurt

Auch in diesem Jahr wird zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Buchpreis der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt.  Fünf von sechs Autorinnen und Autoren der Shortlist (v.l.i.): Antje Rávik Strubel „Blaue Frau“ , Norbert Gstrein „Der zweite Jakob“ , Monika Helfer „Vati“ , Mithu Sanyal  „Identitti“  und Thomas Kunst „Zandschower Klinken“  © Foto Diether v. Goddenthow
Auch in diesem Jahr wird zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Buchpreis der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt. Fünf von sechs Autorinnen und Autoren der Shortlist (v.l.i.): Antje Rávik Strubel „Blaue Frau“ , Norbert Gstrein „Der zweite Jakob“ , Monika Helfer „Vati“ , Mithu Sanyal „Identitti“ und Thomas Kunst „Zandschower Klinken“ © Foto Diether v. Goddenthow

Bereits zum 14. Mal präsentierten am 1. Oktober 2021 das Kulturamt Frankfurt am Main und das Literaturhaus Frankfurt die Nominierten der Shortlist des Deutschen Buchpreises in Kooperation mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die den Preis zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergibt. Fünf der sechs Finalistinnen und Finalisten, die in diesem Jahr in der Endauswahl für den deutschsprachigen Roman des Jahres stehen, wurden in Lesungen und Gesprächen von Eva-Maria Magel (F.A.Z.), Christoph Schröder (freier Kritiker) und Bianca Schwarz (hr2-kultur) vorgestellt.

Gemeinsam mit „Open Books-Organisatorin“ Dr. Sonja Vandenrath, Fachbereichsleiterin Literatur im Kulturamt Frankfurt am Main, und Alexander Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, begrüßte Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt, auch im Namen des Netzwerkes der deutschsprachigen Literaturhäuser die Gäste im erstmals wieder voll besetzen Saal des Literaturhauses sowie vor den Bildschirmen daheim.

Alexander-Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. © Foto Diether v. Goddenthow
Alexander-Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. © Foto Diether v. Goddenthow

Das eigentliche Anliegen der Buchbranche sei, so Alexander Skipis, „mit dem, was wir tun, einen wesentlichen Beitrag für eine freie, demokratische, fröhliche und tolerante Gesellschaft zu leisten.“ Das sei der Kern der Buchbranche, weswegen man sich besonders gefreut habe, dass nach der pandemiebedingten Schließung die Buchhandlungen als erste wieder öffnen durften, weil die Politik, die Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Bundeskanzlerin, erkannt haben, „dass Kultur nämlich nicht ein Sahnehäubchen ist, mit dem wir uns beschäftigen, wenn’s uns gutgeht. Sondern, dass Kultur ein wesentlicher Teil unseres Lebens ist. Darüber freue ich mich sehr, und das ist auch das Ziel, was wir mit diesem Preis letztendlich verfolgen“, betonte Skipis, und dankte dem Partner des Deutschen Buchpreises, der Deutschen Bankstiftung, für ihr nachhaltiges gesellschaftliches Engagement.

Die nominierten Werke zum Deutschen Buchpreis 2021

 „Vati“ von Monika Helfer

Monika Helfer  im Gespräch mit Moderator Christoph Schroeder. © Foto Diether v. Goddenthow
Monika Helfer im Gespräch mit Moderator Christoph Schroeder. © Foto Diether v. Goddenthow

Als erste im Reigen der fünf Nominierten befragte Christoph Schröder Monika Helfer, ob „Vati“, 2021 erschienen bei Carl Hanser München, eine Fortsetzung ihres Bestellers „Die Bagage“ sei. „Nein“, so Helfer, „eher ein weiteres Puzzle in einer großen Familiengeschichte: Als ich die Bagage fertig geschrieben hatte“, fragte sie sich:“was passiert mit diesen vielen Leuten, die ich da nur so leicht beschrieben habe, und dann ist mir Vati eingefallen, und der hat’s einfach verdient, dass ich über ihn schreibe“, so die Autorin, die lange gewartet hatte, überhaupt über ihre Familie zu schreiben,“ bis die Leute gestorben sind, um sie nicht zu kränken“. Ihr Mann, der bekannte österreichische Autor und Hörspielsprecher Michael Köhlmeier, habe ihr „ geraten über meine Familie zu schreiben“. Es sei ja unglaublich, „was da in Deiner Bagage alles passiert ist“. Ich habe dann „immer wieder kleine Sachen geschrieben, und als dann alle im Grab gelegen sind, gesagt:‘ komm jetzt fang ich an!‘“. Ihre Tante,fast 100, habe sich zuerst geweigert zu erzählen, „und dann hat sie im Übermut – ich glaube auch erfunden – erzählt und erzählt.“

Monika Helfer © Foto Diether v. Goddenthow
Monika Helfer © Foto Diether v. Goddenthow

Hieraus und aus vielen weiteren Recherchen entstand „Vati“: Es ist die Geschichte ihres in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsenen. kriegstraumatisierten Vaters mit  Beinprothese. Es ist die Geschichte  eines Außenseiters, eines Abwesenden, eines Witwers, eines Pensionärs und eines Bibliomanen, der seine Bücher mehr als seine Kinder liebt. Und es ist das Psychogramm eines innerlich zerrissenen Mannes, der Glück nicht halten kann, der die Existenz seiner Familie auf‘s Spiel setzt, als er aus der Bibliothek des Kriegsopfer-Erholungsheims,  in dem er arbeitet, Bücher stiehlt. Als die Mutter starb, verließ Vati ohne Vorwarnung und Angabe irgendeiner Adresse seine Kinder. Er  verschwand  für immer.

„Meine  Schwester hat mir  häufig vorgeworfen: ‘Du übertreibst!‘“.  Aber sie habe ihr entgegnet, „da steht Roman drüber“. Jeder habe seine Wahrheit, „und ich habe einfach meine Wahrheit dargelegt, und die Lücken mit Fiktionen ausgefüllt“, so Helfer.

Kommentar der Jury: „Kein Wort zuviel findet sich in Monika Helfers Roman „Vati“, eine Annäherung an das Leben des Vaters der Autorin. Eine Recherche über die Möglichkeit, Leben zu erzählen und Herkunft zu begreifen – die auch die Initiation einer Autorin beschreibt.(…)“

„Zandschower Klinken“ von Thomas Kunst

Thomas Kunst- im Gespräch mit Eva-Maria-Magel (FAZ) © Foto Diether v. Goddenthow
Thomas Kunst- im Gespräch mit Eva-Maria-Magel (FAZ) © Foto Diether v. Goddenthow

Thomas Kunsts Werk „Zandschower Klinken“, 2021 erschienen bei Suhrkamp Berlin, zieht Leser mit seiner rhythmischen, mitunter bis an die Grenze des Lesbaren, genial gedrechselten Sprache magisch in ihren Bann. Seine Paradoxien, Metaphern und Absurditäten am laufenden Band eröffnen immer wieder neue Perspektiven.  Thomas Kunsts „Zandschower Klinken“  erinnere sie an George Taboris Gedanken, wonach Leben einen Anfang, eine Mitte und ein Ende habe, nur nicht in dieser Reihenfolge, so Eva-Maria Magel.

Thomas Kunst © Foto Diether v. Goddenthow
Thomas Kunst © Foto Diether v. Goddenthow

Thomas Kunst schreibt nicht in einer bestimmten Reihenfolge: „Ich habe beim Schreiben kein Konzept, keinen Plan. Mein Ideal an Literatur ist, dass sie nicht nacherzählbar sein darf“. Die „größte Lust für mich  besteht darin, nicht zu wissen, was am nächsten Tag geschrieben wird.“ Leser können  bei Kunst praktisch nicht erahnen, was im nächsten  Moment passiert,  wohin Bengt Claasen, der Hauptprotagonist, sie auf seine Schicksals- Reise mitnimmt. Bengt sitzt im Auto, sein ganzes Hab und Gut im Kofferraum, fest entschlossen, nochmal von vorne anzufangen, und zwar an dem Ort, wo das Halsband seiner verstorbenen Hündin vom Armaturenbrett seines Wagens zum dritten Mal herunterfällt. So fährt Bengt Claasen ganz langsam und vorsichtig, wie es nur geht,  um möglichst weit weg zu kommen, und landet schließlich in Zandschow, einem Nest im äußersten Norden mit einem Feuerlöschteich im Zentrum. Schnell stellt er fest: Die Bewohner des Orts rund um „Getränke-Wolf“ folgen einem strengen Wochenplan, donnerstags werden zum Beispiel zwanzig Plastikschwäne auf dem Teich ausgesetzt, und sie feiern an ihrer „Lagune“ Festspiele unter künstlichen Palmen. Überhaupt: Mit den prekären Verhältnissen mitten in der Pampa finden sich die Menschen hier nicht mehr ab. Ihr Zandschow ist Sansibar, hier kann man arm sein, aber trotzdem paradiesisch leben, in viel Verrücktheit.

Kommentar der Jury: Politisch aufgeladen, bricht es zugleich mit jeder Diskursschwere, weil es sich im Spiel mit Wirklichkeit und Sprache keine Grenzen aufzwingen lässt. Eine bittere, märchenhaft verschlüsselte Familiengeschichte kontrapunktiert den Ausstieg in die Utopie, und dennoch: Dieses Buch lässt einen freier atmen.

„Blaue Frau“ von Antje Rávik Strubel

Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Moderatorin-Bianca-Schwarz-(hr2) © Foto Diether v. Goddenthow
Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Moderatorin-Bianca-Schwarz-(hr2) © Foto Diether v. Goddenthow

Antje Rávik Strubels Roman „Blaue Frau“, 2021 erschienen bei S. Fischer Frankfurt, ist eine Anklage gegen toxische Männlichkeit, eine  „Harvey-Weinstein-Geschichte“?, wie Maike Albath am 12.08.2021 in der Süddeutschen Zeitung  kommentierte. Adina wuchs „als letzter Teenager ihres Dorfs im tschechischen Riesengebirge auf und sehnte sich schon als Kind in die Ferne. Bei einem Sprachkurs in Berlin lernt sie die Fotografin Rickie kennen, die ihr ein Praktikum in einem neu entstehenden Kulturhaus in der Uckermark vermittelt.“  Dort wird sie brutal vergewaltigt, was ihr aber keiner glaubt. Das führe dann in der Folge dazu, so hr2-Moderatorin Bianca Schwarz,  „dass sie quasi in der Bewegung erstarrt, was erst einmal sonderbar klinge. Aber es sei ihr Körper, der fliehe über drei Grenzen,  durch halb Europa bis eben nach Helsinki. „Es  ist ihr Inneres, was nicht fliehen kann, was erstarrt an dieser Gewalterfahrung. Und ich finde, Ihr Buch erzeugt von Anfang an einen ganz schönen Sog. Man muss dauernd weiterlesen. Ich glaube, das liegt auch am Gegensatz, den Sie am Anfang schon aufbauen: Da gibt es einerseits  ganz detaillierte, intensive, alle Sinne ansprechende Beobachtungen der Außenwelt. Und im Gegensatz dazu gibt es eben diese Adina, die sich selbst verloren hat, die sich nicht fühlen kann, die man auch als Leser fürs Erste nicht scharf stellen kann. Dieser Kontrast zwischen  Schärfe und Unschärfe, das ist etwas, was sich durch dieses Buch zieht. Das ist so wichtig“, analysiert Bianca Schwarz treffend.

Antje Rávik Strubel  © Foto Diether v. Goddenthow
Antje Rávik Strubel © Foto Diether v. Goddenthow

In der Tat, so die Autorin: Adina sei nach dem Vorfall, der sie zutiefst traumatisierte  aus der Uckermark geflohen. „Sie weiß nicht wohin und ihre einzige Vorstellung ist: Im Norden ist es dunkel, da wirst du nicht gesehen. Deshalb flieht sie in den Norden. Die Situation, in der sie da in dieser Wohnung strandet, ist eine, wo sie eigentlich versucht, ihr Sprechen wiederzufinden, und versucht, sich selbst wieder näher zu kommen“, so Strubel. Adina hat eigentlich vor, eine Aussage zu machen. „Sie will eigentlich vor Gericht gehen und Gerechtigkeit erwirken, was sich aber als nicht so einfach herausstellt“, so Strubel. Denn im Hotel, in dem Adina schwarzarbeitet, begegnet sie dem estnischen Professor Leonides, Abgeordneter der EU, der sich in sie verliebt. Während er sich für die Menschenrechte stark macht, sucht Adina einen Ausweg aus dem inneren Exil.
Der Roman von Antje Rávik Strubel, „Blaue Frau“, erzählt von den ungleichen Voraussetzungen der Liebe, den Abgründen Europas und davon, wie wir das Ungeheuerliche zur Normalität machen.

Kommentar der Jury: Ein Ost-West Roman, ein Europaroman, eine Geschichte über Machtmissbrauch, meisterhaft in der Verflechtung der Handlungsstränge und in der atmosphärischen Darstellung finnischer Landschaft. Eine Figur mit mythischen Zügen – die blaue Frau – verbindet das Erzählte mit der Ebene der Erzählerin und macht so den Roman auch zum Roman über das Schreiben selbst.

„Der zweite Jakob“ von Norbert Gstrein

Norbert Gstrein im Gespräch mit Christoph Schroeder (freier Kritiker)  © Foto Diether v. Goddenthow
Norbert Gstrein im Gespräch mit Christoph Schroeder (freier Kritiker) © Foto Diether v. Goddenthow

In Norbert Gstreins zehntem Roman „Der zweite Jakob“, 2021 erschienen bei Carl Hanser, geht es um die Frage, die wir uns vielleicht alle schon einmal gestellt haben und die dem Ich-Erzähler Jakob Tochter Luzie stellt: „Was ist das Schlimmste, das du je getan hast?“ Und es geht um Identität. Dies habe der Autor „raffiniert komponiert“ in seinem Werk, „das zum Ende hin sehr rührend wird“, so Christian Schröder.

Norbert Gstrein © Foto Diether v. Goddenthow
Norbert Gstrein © Foto Diether v. Goddenthow

Jakob, ein erfolgreicher Schauspieler kurz vor seinem 60. Geburtstag und spezialisiert auf dunkle Rollen, auch auf Frauenmörderrollen,  sabotiert die Beschreibung seiner Vita durch einen fremden Biografen, weil er nicht, wie Gstrein sagt, auf seine Herkunft „zurückdefiniert“ werden möchte. So beginnt Jakob seine Lebensgeschichte selbst zu erzählen. Tochter Luzie, bei den Treffen ihres Vater mit dem Biographen anwesend, erhält die geschönte Fassung von Vaters Biografie-Manuskript und ist entsetzt über „die  bestürzende Harmlosigkeit des Ganzen“. Sie drängt den Vater dazu, sich darauf einzulassen, ihr die Frage zu beantworten, „was das Schlimmste sei, das er  in seinem Leben getan  habe?“ Zunächst versucht Jakob, sich ausweichend heraus zu reden, etwa, dass er nicht bei Luzies Geburt dabei und in ihren  ersten Jahren viel weg war; dass er und seine von ihm getrennt lebende Frau Luzie in ein Internat nach England fortgegeben haben usw.  Aber das ist nicht, was Luzie meint.  Neugierig von den mitgehörten Gesprächen ihres Vaters mit dem Biographen, will sie wissen, ob Jakob  jemanden umgebracht oder ihn so weit getrieben hast, dass er sich selbst das Leben genommen hat.
Einmal angefangen, gewinnt die  Geschichte an  Dynamik und lässt r Jacob  zu einem unheimlichen Erzähler werden, der sich im Kontext einer Serie ungeklärter Frauenmorde während eines Filmdrehs  an der mexikanisch-amerikanischen Grenze selbst verdächtigt macht.

Gstrein versichert jedoch: In seinem Werk „stehen Künstler nicht über dem Gesetz“; im Gegenteil handele es sich um einen hochmoralischen Roman, der zwar darstelle wie etwas möglich sein könne, aber das Gegenteil aufzeige.

Kommentar der Jury: Auf meisterhafte Weise demonstriert der Roman, wie sich die Komplexität eines Lebens, das geprägt ist von Scheitern, Scham und Schuld, einem simplen Plot verweigert. Mit „Der zweite Jakob“ hat Norbert Gstrein seine virtuose Erzählkunst noch einmal auf eine höhere Stufe gehoben.

„Identitti“ von Mithu Sanyal

Mithu Sanyal im Gespräch mit  Eva Maria Magel-FAZ © Foto Diether v. Goddenthow
Mithu Sanyal im Gespräch mit Eva Maria Magel-FAZ © Foto Diether v. Goddenthow

Mithu Sanyai, als Letzte im Shortlist-Reigen von Eva-Maria Magel vorgestellt, bringt den Inhalt ihres 2021 bei Carl Hanser, München, erschienenen Romans „Identitti“ gleich zu Beginn auf den Punkt: „Es geht um Identität, Politik und Brüste, also um Sexualität“. Die Hauptfigur Nivedita, Studentin an der Düsseldorfer Uni bloggt  unter verschiedenen Namen (Identitti, Mixed-Race, Wonderwoman), und deckt einen riesigen Skandal auf: Starprofessorin Saraswatis indische Herkunft ist fake. Prof. Dr. Saraswati, die sich nach der hinduistischen Göttin Saraswati benannt und fälschlich als Inderin ausgegeben hat, ist „weiss“! Das ist insofern ein Super-Gau, da sich die Main-stream konforme Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf als ‚Person of Colour‘ beschrieb, und  als Übergöttin aller Debatten über Identität gefeiert wurde.  Nun beginnt eine Jagd nach „echter“ Zugehörigkeit. Während das Netz Saraswati hetzt und Demos ihre Entlassung fordern, stellt ihre Studentin Nivedita ihr intimste Fragen.

Mithu Sanyal © Foto Diether v. Goddenthow
Mithu Sanyal © Foto Diether v. Goddenthow

Mithu Sanyals  erfrischendes und  höchst unterhaltsames  Werk „Identitti“ ist bei aller Hintergründigkeit vor allem auch ein lustvolles Buch, welches mit dem  grandiosen Satz beginnt:

„Das letzte Mal, dass ich mit dem Teufel sprach, war er nackt, sichtlich sexuell erregt und eine Frau. So viel zu sozialen Gewissheiten: Wenn man sich nicht einmal darauf verlassen kann, dass der Teufel ein Mann ist, kann man direkt jede Form von Identität ablegen wie ein altes T-Shirt!“ (Mithu Sanyal. Identitti, München 2021, S.9)

Kommentar der Jury: Identitti ist eine Quadratur des Kreises: ein enorm vergnüglicher, hochenergetischer Diskursroman, bei dessen Lektüre viel zu lernen ist und der dabei grandios unterhält.(…) Ohne jeden Hang zum Denunzieren zeigt der Roman die verschiedenen, unversöhnlich scheinenden Positionen – in Dialogen, Blogeinträgen, fiktiven Tweets realer Zeitgenoss*innen – und so gelingt es ihr, gerade in den verfahrensten Debatten wieder unbändige Freude am Austausch und der Beweglichkeit im Kopf zu entfachen.

Weitere Informationen zum Deutschen Buchpreis

Deutscher Buchpreis 2021: Die Autorinnen und Autoren der Shortlist. Veranstaltung und Stream am 1. Oktober um 18 Uhr aus dem Literaturhaus Frankfurt

© Börsenverein des Deutschen Buchhandels
© Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Frankfurt, 23. September 2021 – Auch in diesem Jahr wird zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Buchpreis der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt. Bereits zum 14. Mal präsentieren das Kulturamt Frankfurt am Main und das Literaturhaus Frankfurt die Nominierten der Shortlist zwei Wochen vor der Preisverleihung in Kooperation mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die den Preis vergibt.

Fünf der sechs Finalistinnen und Finalisten, die in diesem Jahr in der Endauswahl für den deutschsprachigen Roman des Jahres stehen, werden in Lesungen und Gesprächen von Eva-Maria Magel (F.A.Z.), Christoph Schröder (freier Kritiker) und Bianca Schwarz (hr2-kultur) vorgestellt. Die Veranstaltung findet als Hybridveranstaltung statt.

Der Abend am 1. Oktober:
18:00 Begrüßung
18:15 Monika Helfer „Vati“, Moderation: Christoph Schröder
18:45 Thomas Kunst „Zandschower Klinken“, Moderation: Eva-Maria Magel
19:15 Antje Rávik Strubel „Blaue Frau“, Moderation: Bianca Schwarz
19:45 Pause
20:15 Norbert Gstrein „Der zweite Jakob“, Moderation: Christoph Schröder
20:45 Mithu Sanyal „Identitti“; Moderation Eva-Maria Magel

Karten und Streamingtickets
Der Ticketverkauf für die Veranstaltung beginnt am 24.09. um 10 Uhr.
Der Saalticket-Verkauf (18 Euro / 12 Euro ermäßigt) startet ebendann.

Streamingtickets für die Veranstaltung kosten 5 Euro. Der Verkauf findet über die Reservix-Plattform statt; der Zugang erfolgt über Link und Zugangscode, ein Streaming-Account ist nicht notwendig. Die Streaming-Tickets sind 70 Stunden gültig und können bis Veranstaltungsbeginn im Kartenshop des Literaturhauses online erworben werden.

Karten im Ticketshop unter: https://literaturhaus-frankfurt.reservix.de/tickets-deutscher-buchpreis-2021-die-autorinnen-und-autoren-der-shortlist-in-frankfurt-am-main-literaturhaus-frankfurt-am-1-10-2021/e1701595

Hygiene-Regeln
Es gelten die 3G-Regeln gemäß der aktuellen Coronavirus-Schutzverordnung des Landes Hessen (Stand: 16.09.2021): Der Einlass erfolgt gegen Vorlage eines personalisierten, tagesaktuellen Negativtestergebnisses (Bürgertest, max. 24 Std. alt) oder eines entsprechenden Nachweises über eine vollständige Impfung oder Genesung in Verbindung mit einem amtlichen Ausweisdokument. Im Haus sowie am Platz herrscht Maskenpflicht.

Ort:
Literaturhaus Frankfurt e.V.
Schöne Aussicht 2,
60311 Frankfurt am Main
Iiteraturhaus-frankfurt.de

Kooperationsveranstaltung
Eine gemeinsame Veranstaltung von Kulturamt Frankfurt am Main und Literaturhaus Frankfurt. Partner ist die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Als Livestream findet die Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk der Literaturhäuser statt. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort zwischen dem 13. und 15. Oktober, jeweils um 09.05 Uhr und 14.30 Uhr.

Internationale Branchengrößen im Fachprogramm der Frankfurter Buchmesse 2021

© Foto Diether v. Goddenthow
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Frankfurt Conference, Masterclasses und The Hof finden digital im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse statt / Launch des WIPO Publishing Industry Report, International Excellence Award for Accessible Publishing und Global CEO-Talk im Frankfurt Studio Livestream / Premiere für den STARTS Day / Präsenzformat: Forum Bildung neu in Halle 3.1

Die Frankfurter Buchmesse wird das internationale Verlagswesen in diesem Jahr wieder zusammenbringen. Verlage, Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche und Literaturagenturen aus über 60 Ländern haben sich für die 73. Frankfurter Buchmesse angemeldet, die vom 20.-24. Oktober 2021 als Präsenzveranstaltung mit digitalen und hybriden Programmangeboten stattfinden soll. Über 110 Unternehmen werden in diesem Jahr zum ersten Mal an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen. Viele Aussteller*innen sind an den 41 Länderständen vertreten, u.a. aus Argentinien, Bulgarien, Estland, Frankreich, Japan, der Schweiz, Taiwan oder Ungarn. Kanadas französisch- und englischsprachige Buchmärkte sind jeweils mit einem Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse präsent. Auch die zukünftigen Gastländer der Frankfurter Buchmesse, Spanien (2022), Slowenien (2023) und Italien (2024), sind mit großen Gemeinschaftsständen vor Ort vertreten.

„Wir hören von vielen Aussteller*innen, dass der persönliche Austausch durch digitale Formate nicht zu ersetzen ist. Deswegen ist unser Motto in diesem Jahr re:connect. Wir setzen auf Wiederbegegnung und wollen als Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen. Welche Strategien sich im Umgang mit Covid-19 als erfolgreich erwiesen haben, wird neben Diversität und Nachhaltigkeit das am häufigsten diskutierte Thema der diesjährigen Fachmesse sein“, sagt Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Im Fokus der Planungen stehe eine für alle Teilnehmer*innen unter den geltenden Hygienebestimmungen sichere Veranstaltung. „Uns liegt eine Sondergenehmigung für die Durchführung der Frankfurter Buchmesse vor: Unter Beachtung des vorliegenden Hygienekonzeptes dürfen nach heutigem Planungsstand 25.000 Teilnehmer*innen pro Tag die Frankfurter Buchmesse besuchen“, führt Juergen Boos aus.

Um die persönliche Begegnung so sicher wie möglich zu gestalten, hat die Frankfurter Buchmesse ein eng mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und der Messe Frankfurt abgestimmtes Hygienekonzept entwickelt. Zu den Maßnahmen gehören 100 Prozent Frischluftzufuhr in den Innenräumen, großzügige Gestaltung von Hallen und Eingängen, intensive Reinigungsmaßnahmen, ein hygieneangepasstes Gastronomiekonzept sowie das bewährte Tragen eines Mund- und Nasenschutzes. Der Einlass auf das Gelände wird nach derzeitigem Stand nach der 3-G-Regelung erfolgen. Durch das Online-Ticketing mit Vollregistrierung wird die Kontaktverfolgung gewährleistet.

Ein Teil des Fachprogramms wird bereits im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse, in der Woche vom 11.-15. Oktober 2021, digital stattfinden. Dazu gehören die Frankfurt Conference und Masterclasses, intensive Formate mit Best Practices und viel Expertenwissen.

Vor der Messe, rein digital: Frankfurt Conference und Masterclasses

Frankfurt Conference: Academic Publishing
Montag, 11. Oktober 2021, 14.30-17 Uhr, Zoom-Event
Der erste Tag der Frankfurt Conference steht im Zeichen des Academic Publishing, während am Dienstag CEOs und Verleger*innen aus allen Branchensegmenten über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen im Verlagswesen sprechen. Beide Konferenztage enden mit einer The Hof Networking-Session.
Mit: Jan Reichelt, Entrepreneur und Investor, Gründer von Mendeley und Kopernio, David Worlock, Digital Strategy Advisor und Co-chair of Outsell Executive Programs u.a.

Frankfurt Conference: Trade Publishing
Dienstag, 12. Oktober 2021, 14.30-17 Uhr, Zoom-Event
Im Fokus stehen Folgen der COVID-19 Pandemie für Buchhandel und Verlage und die Strategien und Innovationen, die daraus entstanden sind. Weitere Themen sind aktuelle Literaturverfilmungen und Rechtehandel sowie aktuelle Entwicklungen auf dem Kinderbuchmarkt.
Mit: Siv Bublitz, Verlegerische Geschäftsführerin, S. Fischer Verlage; Cyrus Kheradi, Senior Vice President International Sales and Marketing, Penguin Random House, Peter Warwick, Präsident und CEO, Scholastic u.a.

Masterclasses
Montag bis Freitag, 11.-15. Oktober 2021, Uhrzeiten werden bekannt gegeben
Vom 11. bis 15. Oktober sind täglich Masterclasses geplant, in denen Produktinnovationen und spannende Business Cases vorgestellt werden. Gastgeber der Masterclasses sind u.a. Copyright Clearance Center, Speechki, Bookwire und Brasil CBL Camara Basiliero do Livro, sowie die BookTok Community.

Der Ticketverkauf für für die Frankfurt Conference (11.-12. Oktober) startet Mitte September 2021 auf https://www.buchmesse.de/conference.
Die Teilnahme an den Masterclasses (11.-15. Oktober) ist kostenlos, der Bewerbungsprozess startet Mitte September auf https://www.buchmesse.de/highlights/fachprogramm/masterclasses.

Networkingreihe The Hof
Die neue The Hof Saison beginnt am 30. September mit 15 neuen Networking-Sessions bis Mitte Dezember 2021, bei denen sich die globale Publishing Community zu Live-Musik an der virtuellen Bar trifft, gemeinsam interessanten Gesprächspartner*innen lauscht und in Breakouts neue Businesspartner*innen findet. Zu den Highlights im Programm zählen Sessions mit prominenten Branchenakteur*innen und vielversprechenden Nachwuchstalenten. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung zu allen Sessions ab Mitte September unter https://www.buchmesse.de/highlights/fachprogramm/hof

The Hof mit Andrew Nurnberg (live aus dem Frankfurter Hof) und Cornelia Funke
Dienstag, 19. Oktober, 18-19 Uhr, Zoom-Event
Moderation: Felix Zeltner

The Hof: Jahresempfang des Fellowship Programms der Frankfurter Buchmesse
Donnerstag, 21. Oktober, 17-18 Uhr, Zoom-Event
Nach einem Interview mit der französischen Verlegerin und Fellowship-Teilnehmerin Marie-Pierre Gracedieu (Le Bruit du monde) haben die Frankfurt Fellows 2020/21 und Gäste Gelegenheit, sich in Breakout-Sessions kennenzulernen und auszutauschen.

Internationales Fachprogramm in der Messewoche

Frankfurt Studio: Inside Publishing
Public Viewing auf der Buchmesse: In der Messewoche, vom 20.-22. Oktober 2021, werden Veranstaltungen im Rahmen des Fachprogramms Frankfurt Studio – Inside Publishing live über einen LED-Screen auf die Agora übertragen, die Freifläche zwischen den Messehallen. Das Frankfurt Studio ist ein 500 m² großes, voll ausgestattetes Studio mit einer 72 m² großen multifunktionalen Bühne. Ein Großteil der Veranstaltungen wird live aus dem Studio auf buchmesse.de gestreamt, eine Registrierung ist nicht notwendig. Highlights des Programms sind:

The impact of COVID-19 on the global publishing industry
Mittwoch, 20. Oktober 2021, 11-12 Uhr, Live-Übertragung auf der Agora und auf buchmesse.de
Covid-19 hat einen enormen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Auf dieser gemeinsam von der World Intellectual Property Organization (WIPO) und der Frankfurter Buchmesse organisierten digitalen Podiumsdiskussion wird der Chefökonom der WIPO, Carsten Fink, den WIPO Publishing Industry Report vorstellen und gemeinsam mit drei Branchenexperten die Auswirkungen von Covid-19 auf die Verlagsbranche näher beleuchten. Mit: Carsten Fink, Chefökonom, WIPO; Bodour Al Qasimi, Präsidentin, Internationaler Verlegerverband (IPA); Andre Breedt, Geschäftsführer, Nielsen Books; John Degan, Vorsitzender, Internationales Autorenforum. Die Moderation übernimmt Benedicte Page, The Bookseller.

Global CEO Talk 2021
Mittwoch, 20. Oktober 2021, 14-15 Uhr, Live-Übertragung auf der Agora und auf buchmesse.de
Fabrice Bakhouche, Deputy CEO bei Hachette Livre, ist Gast beim diesjährigen Global CEO Talk, präsentiert von Bookdao (China), buchreport (Deutschland), Livres Hebdo (Frankreich) und Publishers Weekly (USA). Die Veranstaltung wird von Rüdiger Wischenbart moderiert und in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und der Reihe „ReBoot Books“ organisiert. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die aktuelle Ausgabe des von Rüdiger Wischenbart seit 2007 jährlich herausgegebenen Global 50 Rankings der internationalen Verlagsbranche. In dem 60-minütigen Interview wird Fabrice Bakhouche von den vier Chefredakteur*innen zu zentralen Themen des internationalen Verlagswesens befragt. Er berichtet über Strategien, die das neue Führungsteam bei Hachette bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie angewandt hat.

Accessibility Now: Will you be ready for the European Accessibility Act in 2025?
Mittwoch, 20. Oktober 2021, 15-16 Uhr, Live-Übertragung auf der Agora und auf buchmesse.de
In weniger als vier Jahren wird das Europäische Gesetz zur Barrierefreiheit jeden in Europa ansässigen Verlag dazu verpflichten, seine E-Books in barrierefreien Formaten bereitzustellen. Diese Veranstaltung, die gemeinsam von der Federation of European Publishers (FEP), der Frankfurter Buchmesse, der International Publishers Association (IPA) und der World Intellectual Property Organization (WIPO) organisiert wird, konzentriert sich auf zwei Fragen: Was müssen Verlage tun und wie können sie die Vorgaben umsetzen? Im Rahmen der Veranstaltung findet auch die Preisverleihung des ABC International Excellence Award for Accessible Publishing der WIPO statt, der Verlage und Initiativen auszeichnet, die dazu beitragen, Bücher für alle zugänglich zu machen. Mit: James Taylor, Direktor für Kommunikation und Publikationsfreiheit, IPA (Moderation); Laura Brady, House of Anansi; Rachel Comerford, Macmillan Learning; Cristina Mussinelli, LIA Foundation.

Spanien – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022: Have a Look at Spain
Mittwoch, 20. Oktober 2021, 17-18 Uhr, Live-Übertragung auf der Agora und auf buchmesse.de

The Future of Independent Publishing
Donnerstag, 21. Oktober 2021, 14-15.45 Uhr, Live-Übertragung auf der Agora und auf buchmesse.de
Rund ein Dutzend Referent*innen aus verschiedenen Ländern diskutieren aktuelle Trends und Themen im unabhängigen Verlagswesen. In einer Reihe von kurzen Gesprächen beschäftigen sich die Teilnehmenden mit den Herausforderungen in ihren Unternehmen. Die von Porter Anderson, Editor-in-Chief von Publishing Perspectives, gemeinsam mit unabhängigen Verleger*innen kuratierten Programmpunkte behandeln Themen wie „A World Beyond Zoom: The Future of International Rights Meetings and Rights Trading”, „Who Are We and Who Do We Want To Be?: The Future of Diversity in Publishing” und „Between Gold Rush and Apocalypse: The Future of Book Markets After (or with) COVID”

Spanien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022: E-Books und Audiobooks in Spain
Donnerstag, 21. Oktober, 16-17 Uhr, Live-Übertragung auf der Agora und auf buchmesse.de

Preisverleihungen auf dem Messegelände und in der Stadt
Auch in diesem Jahr werden renommierte Literatur- und Branchenpreise im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen. Den Rahmen bilden die Vergabe des Deutschen Buchpreises am Montag, 18. Oktober, im Frankfurter Römer und die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am Sonntag, 24. Oktober, in der Frankfurter Paulskirche, dieses Jahr an die Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe. Die Laudatio hält die kenianische Germanistin und Soziologin Auma Obama. Beide Veranstaltungen sind als Vor-Ort-Events und gemäß den dann geltenden Corona-Regeln mit Gästen geplant und werden live ausgestrahlt. Am Mittwoch, 20. Oktober, wird erstmals der ABC International Excellence Award for Accessible Publishing der World Intellectual Property Organization (WIPO) im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die Verleihung findet online statt. Das beste Wirtschaftsbuch des Jahres wird am Freitag, 22. Oktober, bei der Verleihung des Wirtschaftsbuchpreises (Handelsblatt) im Hotel Steigenberger Frankfurter Hof gekürt. Die feierliche Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises wird am Freitag, 22. Oktober, im Congress Center Messe Frankfurt (CMF) stattfinden.

STARTS Day auf der Frankfurter Buchmesse
Am Freitag, dem 22. Oktober 2021, veranstaltet die Frankfurter Buchmesse erstmals den STARTS Day. Seit diesem Jahr ist die Frankfurter Buchmesse Partner von STARTS – einer Initiative der Europäischen Kommission, die sich zum Ziel gesetzt hat, Technologie und künstlerische Praxis bestmöglich miteinander zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen Menschen und Projekte, die dazu beitragen, Europas soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen meistern zu können.
In verschiedenen hybriden Formaten und Präsentationen werden an diesem Tag Themen wie Nachhaltigkeit, der Mensch in der digitalen Welt, und die Klima- und Biodiversitätskrise aus unterschiedlichen Blickwinkeln wie Kunst, Technologie und Wissenschaft beleuchtet. Dies geschieht unter anderem anhand von Einblicken in die Arbeit der mit dem STARTS Prize 2021 ausgezeichneten Projekte Remix el Barrio und Oceans in Transformation sowie On View und The Growing Pavilion. Die prämierten Projekte präsentieren ihre innovativen Ansätze und Produkte auf den Gebieten von Upcycling, künstliche Intelligenz und Mixed Reality, sowie der Erforschung und der künstlerischen Darstellung des Klimawandels.

THE ARTS+ Ausstellung im Areal
20.- 24. Oktober 2021, THE ARTS+ Areal, Forum Ebene 0
Mit THE ARTS+ öffnet die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit Projektpartner B3 erneut den Raum für Medienkunst und das bewegte Bild, für innovative Medienentwicklungen und den wissenschaftlichen Diskurs rund um die Zukunft der globalen Kreativbranchen. Als Teil der seit 2018 bestehenden Kooperation werden im THE ARTS+-Areal auf der Frankfurter Buchmesse zehn Arbeiten von Künstler*innen aus dem „B3 Forum bewegtes Bild“ gezeigt – von Animation bis Kryptokunst.

Frankfurt EDU: Neues Forum Bildung auf der Frankfurter Buchmesse
20.-22. Oktober 2021, Halle 3.1 C28 – Präsenzveranstaltungen
Erstmals kooperieren die Frankfurter Buchmesse und der Verband Bildungsmedien e. V. in Form eines gemeinsamen Forums. Im Frankfurt EDU Areal in der Halle 3.1 bietet das Forum Bildung eine Bühne für Austausch und Diskussion zu aktuellen Themen, welche die Bildungsdebatte in Deutschland prägen. Dieser zentrale Treffpunkt wird gemeinsam gestaltet von Frankfurter Buchmesse, Verband Bildungsmedien e. V. und LitCam. Dabei wird der Beitrag der Verlage als Anbieter digitaler, analoger wie auch hybrider Produkte thematisiert. Im Mittelpunkt der Gespräche steht der Beitrag, den Verlage und Initiativen leisten können, um die vielen Herausforderungen von früher bis zu lebenslanger Bildung zu bewältigen. Die Veranstaltungen finden als hybride Formate vor Ort und digital statt. Eine ausführliche Pressemeldung zum Programm des Forum Bildung folgt in Kürze.

Die Frankfurter Buchmesse 2021 wird unterstützt durch Mittel aus dem Programm NEUSTART KULTUR der Bundesregierung.

Deutscher Buchpreis 2021: Die 20 nominierten Romane stehen fest

Die nominierten Titel © vntr.media
Die nominierten Titel © vntr.media

Longlist veröffentlicht / 230 Titel waren in der Auswahl / Shortlist wird am 21. September bekanntgegeben / Blogger*innen-Rezensionen unter www.deutscher-buchpreis-blog.de

20 Romane gehen ins Rennen für den Deutschen Buchpreis 2021. Seit Ausschreibungsbeginn hat die Jury 230 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2020 und dem 21. September 2021 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Jurysprecher Knut Cordsen, Kulturredakteur beim Bayerischen Rundfunk:
„Als Jury hatten wir in diesem Jahr so viele Titel zur Auswahl wie bisher nie beim Deutschen Buchpreis. Ein Viertel davon waren belletristische Debüts, ein breites Bouquet neuer literarischer Stimmen. Die Jury freut sich, mit der Longlist eine Auswahl getroffen zu haben, die das erzählerische Experiment ebenso würdigt wie den realistischen Roman, das Komische wie das Surreale. Diese 20 Bücher nehmen Herkunft und Geschichte ebenso in den Blick wie zentrale Fragen der Gegenwart.“

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

• Henning Ahrens: Mitgift (Klett-Cotta, August 2021)

• Shida Bazyar: Drei Kameradinnen (Kiepenheuer & Witsch, April 2021)

• Dietmar Dath: Gentzen oder: Betrunken aufräumen (Matthes & Seitz Berlin, August 2021)

• Franzobel: Die Eroberung Amerikas (Paul Zsolnay, Januar 2021)

• Georges-Arthur Goldschmidt: Der versperrte Weg (Wallstein, Juni 2021)

• Dana Grigorcea: Die nicht sterben (Penguin, März 2021)

• Norbert Gstrein: Der zweite Jakob (Carl Hanser, Februar 2021)

• Dilek Güngör: Vater und ich (Verbrecher, Juli 2021)

• Monika Helfer: Vati (Carl Hanser, Januar 2021)

• Felicitas Hoppe: Die Nibelungen (S. Fischer, September 2021)

• Peter Karoshi: Zu den Elefanten (Leykam, Mai 2021)

• Christian Kracht: Eurotrash (Kiepenheuer & Witsch, März 2021)

• Thomas Kunst: Zandschower Klinken (Suhrkamp, Februar 2021)

• Gert Loschütz: Besichtigung eines Unglücks (Schöffling & Co., Juli 2021)

• Yulia Marfutova: Der Himmel vor hundert Jahren (Rowohlt, März 2021)

• Sasha Marianna Salzmann: Im Menschen muss alles herrlich sein (Suhrkamp, September 2021)

• Mithu Sanyal: Identitti (Carl Hanser, Februar 2021)

• Ferdinand Schmalz: Mein Lieblingstier heißt Winter (S. Fischer, Juli 2021)

• Antje Rávik Strubel: Blaue Frau (S. Fischer, August 2021)

• Heinz Strunk: Es ist immer so schön mit dir (Rowohlt, Juli 2021)

v.l.n.r.: Sandra Kegel, Anja Johannsen, Beate Scherzer, Anne-Catherine Simon, Richard Kämmerlings, Bettina Fischer, Knut Cordsen © vntr.media
v.l.n.r.: Sandra Kegel, Anja Johannsen, Beate Scherzer, Anne-Catherine Simon, Richard Kämmerlings, Bettina Fischer, Knut Cordsen © vntr.media

Der Jury gehören neben Knut Cordsen an: Bettina Fischer (Leiterin Literaturhaus Köln), Anja Johannsen (Leiterin Literarisches Zentrum Göttingen), Richard Kämmerlings (Literarischer Korrespondent, Die Welt), Sandra Kegel (Ressortleiterin Feuilleton, Frankfurter Allgemeine Zeitung), Beate Scherzer (Buchhändlerin, Proust Wörter + Töne) und Anne-Catherine Simon (Feuilleton-Redakteurin, Die Presse).

Im nächsten Schritt wählen die Jurymitglieder aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 21. September 2021 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autor*innen, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 18. Oktober 2021 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Die Longlist kennenlernen: Leseproben, Hörproben, Videoclips, Blogger*innen-Rezensionen

Ab dieser Woche ist das Taschenbuch „Deutscher Buchpreis 2021: Die Nominierten“ deutschlandweit in vielen Buchhandlungen kostenlos erhältlich. Es enthält Leseproben aller Bücher und weiterführende Informationen, kuratiert vom Fachmagazin Börsenblatt des Technologie- und Informationsanbieters MVB, und lädt zum Entdecken der Geschichten und ihrer Autor*innen ein.

Das Podcast-Radio detektor.fm hat Hörproben der 20 nominierten Titel produziert. Sie sind abrufbar unter www.deutscher-buchpreis.de/longlist oder www.detektor.fm/deutscher-buchpreis und über die detektor.fm-App. Auf den Plattformen Amazon Music, Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify sind alle Audios als Podcast direkt zu hören. Als Kooperationspartner des Deutschen Buchpreises bespricht der Podcast www.papierstaupodcast.de von September bis Oktober alle nominierten Titel, die Shortlist und den Roman des Jahres.

Ab September stellen kurze Videoclips die nominierten Autor*innen und ihre Romane vor. Sie stehen dann auf der Website des Deutschen Buchpreises, auf Youtube und Instagram zur Verfügung.

Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen in den kommenden Wochen 20 Literaturblogger*innen je einen nominierten Titel vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis-blog.de veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt.

Tickets zur 73. Frankfurter Buchmesse vom 20. bis 24. Oktober 2021 ab sofort verfügbar

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Zur 73. Frankfurter Buchmesse vom 20. bis 24. Oktober 2021 werden Aussteller*innen aus über 60 Ländern erwartet. Heute öffnet der Ticketshop für Privat- und Fachbesucher*innen. Neu ist, dass Privatbesucher*innen erstmals bereits ab Freitag, 14.00 Uhr, auf dem Messegelände zugelassen sind und der Buchverkauf von Freitag bis Sonntag stattfindet. Auf buchmesse.de/besuchen/tickets sind alle Ticketarten, das Hygienekonzept und die Besonderheiten für 2021 aufgeführt. So sind in diesem Jahr ausschließlich Online-Tagestickets (mit Vorabregistrierung) erhältlich. Außerdem gilt das 3G-Prinzip. Die Teilnehmer*innen erwartet eine Vielzahl von Veranstaltungen zu politischen und gesellschaftlichen Debatten und aktuellen Branchenthemen sowie gute Unterhaltung u.a. auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle, beim BOOKFEST city in der Innenstadt und beim Frankfurt Studio Festival auf dem Messegelände.

Ticketshop unter buchmesse.de/besuchen/tickets

ARD-Buchmessenbühne – in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse
Unter dem Motto „Wie wollen wir leben? Unsere Bühne für die Zukunft“ finden an allen Messetagen auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle hochkarätig besetzte Talks zu den viel diskutierten Themen wie Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Diversität, Wohnen und Arbeiten sowie Bildung und Digitalisierung statt. Auftreten werden u.a. Alina Bronsky, Jenny Erpenbeck, Julia Franck, Prof. Dietrich Grönemeyer, Carolin Kebekus, Joey Kelly und Edgar Selge.

In der „Streiterinnen!“-Reihe geht es um kluge und kämpferische Positionen. Unter anderem werden Svenja Flaßpöhler (Sensibel), Maja Göpel (Unsere Welt neu denken), Ciani-Sophia Hoeder (Wut und Böse), Janina Kugel (It’s now) und Ann-Kristin Tlusty (Süss) wirkungsvoll aufzeigen, wie unsere Gesellschaft nachhaltig und gerecht gestaltet werden kann. Die Talkreihe wird von der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit der ARD und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veranstaltet.

© Frankfurter Buchmesse
© Frankfurter Buchmesse

Weitere Programm-Highlights auf der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle sind die hr2-Hörbuchnacht am Donnerstag, 21. Oktober 2021 um 20.00 Uhr, sowie die ARD-Buchmessennacht am Freitag, 22. Oktober 2021, ebenfalls um 20.00 Uhr. In der hr2-Hörbuchnacht präsentiert Elke Heidenreich ihr neues Hörbuch Hier geht’s lang, das Bücher von Frauen thematisiert, die das Leben der bekannten Literaturkritikerin begleitet haben. Außerdem zu Gast: Tatort-Kommissarin Dagmar Manzel zusammen mit Daniela Krien (Der Brand). Michael Krüger, Prof. Ulrich Herbert, Hans Sarkowicz und Christiane Collorio stellen ihre Hörbuchbox Jahrhundertstimmen – Deutsche Geschichte in über 200 Originalaufnahmen 1900 bis 1945 vor. Abgerundet wird der Abend mit der Auszeichnung des Hörbuchs des Jahres der hr2-Hörbuchbestenliste.

Die ARD-Buchmessennacht – präsentiert von hr-Moderatorin Catherine Mundt und hr-Moderator Alf Mentzer – bietet beste Unterhaltung mit den großen Namen der Literaturszene. Es kommen Marina Weisband und Eliyah Havemann mit Fragt uns doch!, Eva Menasse mit Dunkelblum, Stefan Aust mit Xi Jinping – Der mächtigste Mann der Welt, Sven Regener mit Glitterschnitter, Volker Kutscher und Kat Menschik mit Mitte, Johanna Adorján mit Ciao, Armin Nassehi mit Unbehagen – Theorie der überforderten Gesellschaft, John von Düffel mit Die Wütenden und die Schuldigen, Helen Macdonald mit Abendflüge und Bülent Ceylan mit Ankommen. Außerdem wird der oder die frisch gekürte Gewinner*in des Deutschen Buchpreises zu Gast sein.

Am Samstagabend, 23. Oktober 2021, um 20.00 Uhr, lädt Feuilleton-Chef Volker Weidermann zum ZEIT Literatur-Talk auf der ARD-Buchmessenbühne ein.

Weitere Medienpartner, die Programmpunkte auf der ARD-Buchmessenbühne planen, sind: 3sat, ARTE, BRIGITTE, DER SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung.

BOOKFEST city
Seit 2017 treffen sich Kulturbegeisterte zur Messe auch, um in Frankfurter Bars, Hotels und Kulturinstitutionen gemeinsam das BOOKFEST city zu feiern. In diesem Jahr finden mehr als 50 Events über alle fünf Messetage hinweg in zahlreichen Locations in ganz Frankfurt statt. Die Besucher*innen erwartet ein Programm voller Literatur, Inspiration und spannender Begegnungen: Andreas und Benjamin Lebert führen in der Matthäuskirche ein heiteres Gespräch über ihre Vater-Sohn-Beziehung; Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Aminata Touré, spricht in der Deutschen Nationalbibliothek über die Macht der Vielfalt; Bestseller-Autorin Gaby Hauptmann präsentiert im Leonardo Hotel ihren neuen Roman Unsere allerbeste Zeit; ZDF-Moderator Harald Lesch vermittelt anschaulich Wissen zu den Energien unserer Zukunft; Bernhard Hoëcker und Eva von Mühlenfels eröffnen mit ihrem Bilderbuch Was macht Püüüp? den Kindern eine Welt voller Geräusche, Töne und Laute. Außerdem u.a. mit dabei: Ayse Bosse mit Pembo, Safiye Can mit Poesie und Pandemie, Stefan Gemmel mit Die Yetis sind los!, Silke Schellhammer mit School of Talents, Dirk Rossmann mit Der Zorn des Oktopus und Willi Weber mit Benzin im Blut. Die Veranstaltungen sind – mit wenigen Ausnahmen – kostenfrei. Das Programm und die Vorab-Registrierungslinks stehen ab Mitte September auf bookfest.de.

Frankfurt Studio Festival
An den Publikumstagen, Freitag bis einschließlich Sonntag, finden die Literatur-Veranstaltungen des „Frankfurt Studio Festival“ statt. Die Frankfurter Buchmesse und das Magazin Buchjournal streamen für Leser*innen an drei Tagen Beiträge zu wichtigen Neuerscheinungen live aus dem Studio des Messegeländes. Autor*innen stellen ihre neuen Bücher vor und in Diskussionen und Talk-Formaten werden aktuelle Trends und Themen aufgegriffen, die den Literaturherbst 2021 bewegen. Die Veranstaltungen können per Livestream im Internet oder für Messebesucher*innen über eine Leinwand auf der Agora des Messegeländes verfolgt werden.

Weitere Programm-Highlights
Unter dem Motto „Singular Plurality – Singulier Pluriel“ wird Kanada, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021, den Ehrengast-Pavillon im Forum, Ebene 1, bespielen. Parallel entsteht ein hybrides Programm, in das zahlreiche kanadische Autor*innen, Illustrator*innen und Künstler*innen eingebunden sind. Mitte September werden Programmhighlights bekannt gegeben.

Außerdem können sich die Besucher*innen auf Live-Formate der Buchmessen-Partner freuen. Der offizielle Podcast-Partner der Frankfurter Buchmesse, das Podcast-Radio detektor.fm, sendet an allen Messetagen von seiner Studiobühne im Forum und produziert auch in diesem Jahr wieder hörenswerte Gesprächsformate unter dem Namen „N99“. Die Gäste können vor Ort, im Livestream oder im Podcast mit dabei sein.

STERN und Penguin Random House werden am Stand von Penguin Random House gemeinsam eine Bühne bespielen. Das Programm umfasst ca. 30 Veranstaltungen mit Autor*innen wie Bernhard Aichner, Pinar Atalay, Marc Elsberg, Philipp Fleiter, Boris Herrmann, Roland Kaiser, Terézia Mora, Ricardo Simonetti, Alvaro Soler und Peter Wohlleben.

Die Kurt Wolff Stiftung organisiert in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse die Leseinsel der unabhängigen Verlage. In über 70 Veranstaltungen präsentieren Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Neuerscheinungen. Neben Romandebüts von u.a. Marlen Pelny, Dalibor Marković und Antonia Bontscheva, sind Neuheiten bekannter Autor*innen (Alida Bremer, Gert Loschütz, Selim Özdoğan, David Wagner), Lyrik (Thomas Gsella, Kathrin Schadt, Stefan Schmitzer) und Sachbücher u.a. zur aktuellen Lage in Belarus, zum migrantischem Feminismus (Encarnación Gutiérrez Rodríguez / Pinar Tuzcu), zur Generation der Internetkinder (Julia Peglow) oder zum dreißigjährigen Jubiläum der „Wahrheit“ der taz (Christian Bartel und Michael Ringels) geplant. An internationalen Gästen werden die Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga erwartet, aber auch Rasa Aškinytė aus Litauen, Flavius Ardelean aus Rumänien oder der Niederländer Bas von Benda-Beckmann.

Am bekannten Standort in Halle 3.1 werden die wichtigsten Autor*innen des Bücherherbstes auf dem Blauen Sofa Platz nehmen. Das Programm in der Buchmessenwoche wird erneut von den Partnern Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat kuratiert und live gestreamt unter dasblauesofa.zdf.de.

Alle Programme stehen ab Mitte September auf buchmesse.de online. Tickets für die Abendveranstaltungen auf der ARD-Buchmessenbühne sind ab dem 7. September 2021 erhältlich.

Oberste Priorität ist es, den Messebesuch für alle Teilnehmer*innen sicher zu gestalten. Der Zugang zum Messegelände ist nur mit personalisierten Tickets möglich. Einlass wird erst nach Überprüfung der entsprechenden Zugangsvoraussetzungen gewährt; nach der derzeitigen Verordnungslage sind dies Dokumente, mit denen Personen nachweisen können, dass sie vollständig geimpft, genesen oder negativ auf Covid19 getestet sind. Informationen zum Hygienekonzept finden sich immer aktualisiert unter buchmesse.de/mit-sicherheit-2021.

Über die Frankfurter Buchmesse
Die Frankfurter Buchmesse ist die größte Fachmesse für das internationale Publishing und ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus den Bereichen Bildung, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de

NEUSTART KULTUR: Ein Konjunkturprogramm der Bundesregierung
Die Frankfurter Buchmesse wird durch die Beauftragte für Kultur und Medien im Rahmen des Konjunkturprogramms NEUSTART KULTUR unterstützt. Ziel der Förderung ist es, in Zeiten der Corona-Pandemie möglichst vielen Aussteller*innen aus dem In- und Ausland die Teilnahme an den vielfältigen Angeboten zu ermöglichen.
Ticketshop unter buchmesse.de/besuchen/tickets
Aktuelle Informationen unter buchmesse.de

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2021- Die Shortlist

© Handelsblatt /Börsenverein des Deutschen Buchhandels
© Handelsblatt /Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises stehen fest. Zehn Bücher haben es in die Endauswahl geschafft. Aus ihnen wählt eine hochkarätige Jury nun das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. Den Vorsitz der Jury hat Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor und Autor des Handelsblatts.

Verliehen wird der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis am Freitag, 22. Oktober, im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und steht unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“. Das Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs vergeben den Preis, um die Wirtschaftsliteratur zu fördern. Die drei Partnerinstitutionen wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen. Zu den Auswahlkriterien gehören daher neben innovativer Themensetzung oder einem neuen Blickwinkel auch Verständlichkeit und Lesbarkeit.

Die zehn Bücher der Shortlist stellt das Handelsblatt in den kommenden Wochen ausführlich auf der Literaturseite in der Wochenendausgabe sowie unter www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de vor.

Die 10 Finalisten:

Eula Biss:
Was wir haben. Über Besitz, Kapitalismus und den Wert der Dinge.
Hanser, München 2021,
320 Seiten, 24 Euro

Markus K. Brunnermeier:
Die resiliente Gesellschaft
Aufbau Verlag, Berlin 2021,
336 Seiten, 24 Euro

Sir Ronald Cohen:
Impact – Ein neue Kapitalismus für echte Veränderungen
Plassen Buchverlage, Kulmbach 2021,
271 Seiten, 22,90 Euro

Sheera Frenkel/Cecilia Kang:
Inside Facebook. Die hässliche Wahrheit
S. Fischer Verlag, Frankfurt 2021,
384 Seiten, 24 Euro

Julia Friedrichs:
Working Class. Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können
Berlin, Berlin 2021,
317 Seiten, 22 Euro

Bill Gates:
Wie wir die Klimakatastrophe verhindern
Piper Verlag, München 2021,
316 Seiten, 22 Euro

Felix Holtermann:
Geniale Betrüger – Wie Wirecard Politik und Finanzsystem bloßstellt
Westend Verlag, Frankfurt am Main 2021,
320 Seiten, 22 Euro

Daniel Kahnemann/Olivier Sibony/Cass R. Sunstein:
Noise. Was unsere Entscheidungen verzerrt – und wie wir sie verbessern können
Siedler Verlag, München 2021,
480 Seiten, 30 Euro

Fränzi Kühne:
Was Männer nie gefragt werden. Ich frage trotzdem mal.
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2021,
235 Seiten, 14 Euro

Moritz Schularick:
Der entzauberte Staat
C.H.Beck, München 2021,
140 Seiten, 14 Euro

Frankfurter Buchmesse 2021 mit Präsenzveranstaltung auf dem Messegelände / Hybrides Rahmenprogramm

Frankfurter Buchmesse © Archiv-Foto Diether v. Goddenthow
Frankfurter Buchmesse © Archiv-Foto Diether v. Goddenthow

Die Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) als Leitmesse der internationalen Verlags- und Inhaltebranche richtet sich konsequent auf die aktuellen Herausforderungen aus und entwickelt ihr Präsenzformat und ihr digitales Angebot weiter. Die 73. Ausgabe des größten Branchenevents soll, vorbehaltlich der pandemischen Entwicklung und unter den im Oktober geltenden Sicherheits- und Hygienebestimmungen, auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden. Ergänzt wird die Veranstaltung um digitale und hybride Angebote sowie um ein Veranstaltungsprogramm in der Stadt. Die Frankfurter Buchmesse 2021 wird unterstützt durch Mittel aus dem Programm NEUSTART KULTUR der Bundesregierung. Die Anmeldung zur Frankfurter Buchmesse ist weiterhin möglich.

Präsenzmesse mit Aussteller*innen aus 60 Ländern

Verlage, Agenturen, Dienstleister und branchennahe Institutionen aus aktuell 60 Ländern haben bisher ihre Standpräsenz auf der Frankfurter Buchmesse angemeldet: Die Regionen Nordamerika, Lateinamerika und Asien sowie die großen europäischen Buchmärkte, darunter Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Skandinavien und Mittel- und Osteuropa, sind mit Länderständen in den Hallen präsent. Englischsprachige und frankophone Verlage aus Kanada werden ebenfalls mit Gemeinschaftsständen in den Messehallen erwartet. Nahezu alle deutschen Konzernverlage sowie die gesamte Palette der deutschsprachigen Literatur- und Sachbuchverlage haben sich für die Frankfurter Buchmesse registriert. Die Mitgliedsverlage der Kurt Wolff Stiftung sind mit eigenen Ständen vor Ort. Darüber hinaus sind Verlage aus den Bereichen Kunst- und Kinderbuch, Religion sowie Bildung und Wissenschaft in den Messehallen zahlreich vertreten.

Hygienekonzept der Frankfurter Buchmesse

Um die Sicherheit aller Teilnehmer*innen zu gewährleisten, hat das Team der Frankfurter Buchmesse nach den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und der Messe Frankfurt ein umfassendes Hygienekonzept entwickelt. Der Zugang zum Messegelände ist nur mit personalisierten Tickets möglich. Einlass wird erst nach Überprüfung der entsprechenden Zugangsvoraussetzungen gewährt; nach der derzeitigen Verordnungslage sind dies Dokumente, mit denen Personen nachweisen können, dass sie vollständig geimpft, genesen oder negativ auf Covid19 getestet sind. Durch eine großzügige Planung aller Hallenebenen und die Begrenzung der Gesamtteilnehmerzahl wird einer Entstehung von Menschenansammlungen entgegengewirkt. Die Verteilung der Menschen auf dem Gelände wird per Video-Monitoring überwacht. Zusätzliches Personal in den Hallen wird auf das Einhalten der Mindestabstände und der weiteren Hygieneregeln achten. Die Informationen zum Hygienekonzept werden fortlaufend auf der Webseite der Frankfurter Buchmesse aktualisiert: www.buchmesse.de/mit-sicherheit-2021. Darüber hinaus unterstützt das Buchmesse-Team die Aussteller*innen bei der Planung mit Handlungsempfehlungen und individueller Beratung.

Rahmenprogramm auf dem Messegelände

Frankfurt Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse © Archiv-Foto Diether v. Goddenthow
Frankfurt Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse © Archiv-Foto Diether v. Goddenthow

Die Vorbereitungen für das hybride Rahmenprogramm laufen auf Hochtouren: Gemeinsam mit den Medienpartnern ARD, ZDF, DER SPIEGEL, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und mit vielen weiteren Institutionen plant die Frankfurter Buchmesse eine Mischung aus Vor-Ort-Events mit Live-Übertragungen, Veranstaltungen in der Stadt Frankfurt sowie einem digitalen Programmangebot. Darüber hinaus entwickelt die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit der ARD und zahlreichen Distributionspartnern eine digitale Strategie zur Erhöhung der Reichweite und Sichtbarkeit.

Zahlreiche Autor*innen haben sich bereits angekündigt: Johanna Adorján, Bülent Ceylan, Elke Heidenreich, Prof. Dietrich Grönemeyer, Daniela Krien, Janina Kugl, Helen MacDonald, Eva Menasse, Emine Sevgi Özdamar, Sven Regener, Edgar Selge, Colm Tobín, Aminata Touré und viele andere werden ihre Neuerscheinungen auf der Messe präsentieren.

Die ARD-Buchmessenbühne wird erneut in der Festhalle Quartier beziehen: Unter dem Motto „Wie wollen wir leben? Unsere Bühne für die Zukunft“ sind hier Panels und Buchpräsentationen geplant. Im Mittelpunkt stehen viel diskutierte Themenfelder wie Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Diversität, Wohnen und Arbeitswelt sowie Bildung und Digitalisierung. Alle Veranstaltungen auf der ARD-Buchmessenbühne werden live auf der Webseite der Frankfurter Buchmesse und auf der Buchmessen-Website der ARD gestreamt.

Am bekannten Standort in Halle 3.1 werden die wichtigsten Autor*innen des Bücherherbstes auf dem Blauen Sofa Platz nehmen. Das Programm in der Buchmessenwoche wird erneut von den Partnern Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3Sat kuratiert und live gestreamt unter www.dasblauesofa.zdf.de.

Ehrengast Kanada

Unter dem Motto „Singular Plurality – Singulier Pluriel“ plant Kanada, Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, den physischen Ehrengast-Pavillon im Forum, Ebene 1. Parallel entsteht ein hybrides Programm, in das zahlreiche kanadische Autor*innen, Illustrator*innen und Künstler*innen eingebunden sind. Veranstaltungen zum Ehrengast Kanada sind darüber hinaus auf der ARD-Buchmessenbühne geplant; auch in der Stadt Frankfurt am Main werden Ausstellungen und Lesungen stattfinden. Über 380 Titel kanadischer Autor*innen oder Titel zu Kanada sind aktuell auf der Neuerscheinungsliste der Frankfurter Buchmesse erfasst. Weitere Informationen: https://canadafbm2021.com.

Preisverleihungen auf dem Messegelände und in der Stadt

Auch in diesem Jahr werden renommierte Literatur- und Branchenpreise im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen. Den Rahmen bilden die Vergabe des Deutschen Buchpreises am Montag, 18. Oktober, im Frankfurter Römer und die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am Sonntag, 24. Oktober, in der Frankfurter Paulskirche, dieses Jahr an die Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe. Beide Veranstaltungen sind als Vor-Ort-Events und gemäß den dann geltenden Corona-Regeln mit Gästen geplant und werden live ausgestrahlt. Am Mittwoch, 20. Oktober, wird erstmals der ABC International Excellence Award for Accessible Publishing der World Intellectual Property Organization (WIPO) im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen. Das beste Wirtschaftsbuch des Jahres wird am Donnerstag, 21. Oktober, bei der Verleihung des Wirtschaftsbuchpreises (Handelsblatt) im Hotel Steigenberger Frankfurter Hof gekürt. Die feierliche Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises wird am Freitag, 22. Oktober, im Congress Center Messe Frankfurt (CMF) stattfinden.

Veranstaltungen in der Stadt: BOOKFEST city und OPEN BOOKS

Auch in diesem außergewöhnlichen Jahr wird Frankfurt mit dem BOOKFEST city zur inspirierenden Kulturbühne. In Zusammenarbeit mit Verlagen und ausgewählten Locations sollen an allen fünf Messetagen Veranstaltungen angeboten werden. Das BOOKFEST city bietet eine perfekte Bühne für Autor*innen und Ideen und schafft Erlebnisse in außergewöhnlicher Atmosphäre in ganz Frankfurt. Die Veranstaltungsformate sind vielseitig: Bestseller-Events, Poetry Slams, Tastings, Konzerte, Partys, Talk-Runden, Workshops und weitere Inszenierungen sind möglich. Programmdetails werden in Kürze bekannt gegeben. Kontakt: bookfest-city@buchmesse.de

OPEN BOOKS, das städtische Lesefest zur Buchmesse, findet auch 2021 vor Publikum statt. Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentieren ihre Neuerscheinungen des Herbstes im Sachbuch sowie in der deutschsprachigen und internationalen Belletristik. Zu erleben sind des Weiteren eine Diskussion zur SWR-Bestenliste, eine Veranstaltung mit den Nominierten des Schweizer Buchpreises und das Blaue Sofa mit der Auftaktveranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek sowie ein Krimiabend. Der Römer öffnet seine Pforten für den traditionsreichen Lesemarathon „Literatur im Römer“ am Buchmesse-Mittwoch und -Donnerstag. Am Wochenende stellt OPEN BOOKS KIDS auch in diesem Jahr neue Kinderbücher vor. Die Veranstaltungsorte der rund 100 Lesungen von OPEN BOOKS liegen wie immer rund um Römer und in der neuen Altstadt. Das städtische Lesefest wird in diesem Jahr im Rahmen von NEUSTART KULTUR gefördert.

Digitale Angebote für Fachbesucher*innen und Publikum

Die Frankfurter Buchmesse entwickelt zusammen mit dem Technologie- und Informationsanbieter MVB und der SYZYGY GROUP eine langfristig ausgerichtete Digitalstrategie. Diese beinhaltet die Prüfung und Entwicklung von tragfähigen digitalen Geschäftsmodellen für den B2B- und B2C-Bereich, die das physische Messeformat dauerhaft und unabhängig von der pandemischen Entwicklung ergänzen werden. Dazu gehört unter anderem der gemeinsame Auf- und Ausbau digitaler Plattformlösungen.

Im Fokus steht dabei stets der konkrete Nutzen für die ausstellenden Unternehmen, Fachbesucher*innen und das Publikum. Auf der Basis der Erfahrungen von 2020 entwickelt die SYZYGY GROUP unter Federführung ihrer Strategie- und Businessdesign-Beratung diffferent aus Berlin und mit SYZYGY Techsolutions das digitale Angebot der Frankfurter Buchmesse weiter und optimiert die Customer Journey. Die Zusammenarbeit ist zunächst bis zum Jahr 2024 angelegt.

Fachbesucher*innen können sich auch 2021 auf die Frankfurt Conference und auf das Networking-Format The Hof freuen. Neu in diesem Jahr sind die Masterclasses, intensive einstündige Formate mit Best Practices und viel Expertenwissen. Sowohl Aussteller*innen als auch Kund*innen, die sich gegen eine Standpräsenz in Frankfurt entschieden haben, können sich an allen Formaten aktiv beteiligen. Zusätzlich haben Unternehmen die Möglichkeit, sich im Ausstellerverzeichnis zu registrieren und (digitale) Veranstaltungen im Veranstaltungskalender einzutragen. 

Beim traditionellen Frankfurt CEO Talk am Mittwoch, 20. Oktober 2021, wird eine Führungspersönlichkeit eines internationalen Verlagskonzerns Auskunft darüber geben, welche Strategien sich beim Steuern durch die Pandemie bewährt haben. Den Rahmen bildet die Präsentation des aktuellen „Global 50 World Ranking“ der Verlage, das die leitenden Redakteur*innen von Bookdao (China), Buchreport (Deutschland), Livres Hebdo (Frankreich) und Publishers Weekly (USA) in der Moderation von Rüdiger Wischenbart präsentieren. Die Veranstaltung wird live gestreamt.

An einem B2C-Format wird derzeit gearbeitet. Detaillierte Informationen und Preise werden in Kürze bekannt gegeben. Weitere Informationen: https://www.buchmesse.de/ausstellen/digitale-praesentationsoptionen

Frankfurt Rights und Matchmaking

Die Nutzung von Frankfurt Rights, der digitalen Rechteplattform der Frankfurter Buchmesse, steht Rechtehändler*innen für Transaktionen zur Verfügung. Auf der Plattform sind aktuell über 1.500 Firmen sowie über 10.000 individuelle Ver- und Einkäuferprofile zu finden, 400.000 Titel sind in der Datenbank erfasst. Alle Messeteilnehmer*innen, die ein Profil auf MyBookFair angelegt haben, können die Matchmaking-Funktion erneut nutzen.

https://www.buchmesse.de/matchmaking.

Ticketshop und Buchverkauf

Der Ticketverkauf für Fachbesucher*innen und Publikum zur 73. Frankfurter Buchmesse startet im August. Die Frankfurter Buchmesse 2021 ist erstmalig bereits ab Freitag, 22. Oktober, 14.00 Uhr, für das Publikum geöffnet. Der Buchverkauf ist in diesem Jahr an allen Publikumstagen möglich.
Über die Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse ist die wichtigste Fachmesse für das internationale Publishing und ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus den Bereichen Bildung, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. https://www.buchmesse.de/