Kategorie-Archiv: Boersenverein d. deutschen Buchhandels

Deutscher Buchpreis 2019: Die sechs Finalisten

Copyright: vntr.media
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Die Jury hat die sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 ausgewählt:

  • Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Miku Sophie Kühmel, Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Tonio Schachinger, Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, August 2019)
  • Norbert Scheuer, Winterbienen (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Saša Stanišić, Herkunft (Luchterhand, März 2019)
  • Jackie Thomae, Brüder (Hanser Berlin, August 2019)

Jörg Magenau (freier Literaturkritiker), Sprecher der Jury des Deutschen Buchpreises 2019, zur Auswahl: „Die Shortlist bietet sechs herausragende Fundstücke, sechs Romane, die formal und stilistisch und in ihrer Klangfarbe unterschiedlicher nicht sein könnten, und die doch ein großes Thema eint: In allen geht es um familiäre Zusammenhänge, um den Ort in der globalen Welt, von dem aus das eigene Dasein zu begreifen ist. Dass dabei vor allem die Identität des Mannes problematisch geworden ist, beschreiben sie mal aus weiblicher, mal aus männlicher Perspektive. Vielleicht hat der Generationenwechsel, der sich mit drei Debüts im Finale andeutet, damit zu tun, dass die Jüngeren bei diesen Themen schärfer hinschauen. Die Jury war geeint in Leselust und konstruktivem Streit. Wir hoffen, dass es auch allen anderen Leserinnen und Lesern so gehen wird.“

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 203 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2018 und dem 17. September 2019 erschienen sind.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 gehören neben Jörg Magenau an: Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien), Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) und Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin).

Mit dem Deutschen Buchpreis 2019 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalistinnen und Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 14. Oktober 2019 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland. Interessierte können die Preisverleihung per Livestream unter www.deutscher-buchpreis.de verfolgen.
Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Veranstaltung live über den Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und als Livestream auf www.deutschlandradio.de/debatten.

Ab 1. Oktober 2019 werden Auszüge aus den Shortlist-Titeln in englischer Übersetzung und ein englischsprachiges Dossier zur Shortlist auf dem Internetportal www.new-books-in-german.com präsentiert.
Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen darüber hinaus 20 Literaturbloggerinnen und -blogger die nominierten Titel 2019 vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis-blog.de veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt.

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis lautet: #dbp19

Vorschau auf die Frankfurter Buchmesse 2019 – Weltweit größte Bücherschau und Kulturveranstaltung

Frankfurter Buchmesse 2019: Globaler Handelsplatz für kreatives geistiges Eigentum / Schulterschluss von THE ARTS+ und B3 / Lösungsansätze für eine Welt im Wandel. (v.l.) Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und Prof. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach und künstlerischer Leiter der B3 ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Frankfurter Buchmesse 2019: Globaler Handelsplatz für kreatives geistiges Eigentum / Schulterschluss von THE ARTS+ und B3 / Lösungsansätze für eine Welt im Wandel. (v.l.) Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und Prof. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach und künstlerischer Leiter der B3 © Foto: Diether v Goddenthow

In Beisein von Kunst- und Wissenschaftsministerin Angela Dorn fand heute die Vorschaupressekonferenz auf die Frankfurter Buchmesse 2019 (16.-20. Oktober) statt, dem weltweit größten globalen Handelsplatz für kreatives geistiges Eigentum internationalem Kulturtreff. Zudem stand der Schulterschluss von THE ARTS+ und B3 im Zentrum der Betrachtung sowie die Fragestellungen: Welche Lösungen hält die Kultur für die Herausforderungen unserer Zeit bereit? Was entsteht, wenn zwei zukunftsweisende Kreativfestivals ihre Kräfte bündeln? Und welche Voraussetzungen braucht der Handel mit „creative intellectual property“?

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, und Prof. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach und künstlerischer Leiter der B3, boten erste Einblicke in das neue Areal und das Programm von THE ARTS+ und B3 Biennale des bewegten Bildes.

Katja Böhne, Geschäftsleitung Marketing und Kommunikation bei der Frankfurter Buchmesse, und Wolfgang Bergmann, Geschäftsführer ARTE Deutschland, stellten CREATE YOUR REVOLUTION – INITIATIVE FOR THE FUTURE OF CULTURE vor. Die Kampagne der Frankfurter Buchmesse entsteht in Kooperation mit THE ARTS+/B3, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Spreadshop, ARTE und den Vereinten Nationen (UN).

„Demokratie und Meinungsfreiheit, Chancengleichheit und umweltpolitische Herausforderungen – wie ein Brennglas bündelt die Frankfurter Buchmesse die großen Themen der Gegenwart“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Die Wirkungsmacht von Kultur bei Veränderungsprozessen wird dabei unterschätzt. Deshalb stellt die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr ihre Bühne den Menschen zur Verfügung, die den Herausforderungen unserer Zeit mit kreativen Lösungen begegnen.“

buchmesse-freie-wort.log

Viele Akteure werden ihre Ideen zur Gestaltung der Zukunft in Frankfurt teilen. Dabei geht es um nichts Geringeres als um Sprache und Identität, um Aktivismus und Vertrauen, um das Leben mit Maschinen, um Nachhaltigkeit und Bildung.

„Die großen Herausforderungen, vor denen Europa und die Welt stehen, brauchen Analyse und Einordnung, sie brauchen aber auch neue Ideen und neue Impulse“, sagte Wolfgang Bergmann, Geschäftsführer ARTE Deutschland bei der Pressekonferenz. „ARTE widmet sich an unterschiedlichen Stellen mit seinen Programmen den Veränderungen auf der Welt und deren Auswirkungen auf die Menschen in Europa. Wir sind auch in diesem Jahr wieder gerne Partner bei der Kampagne CREATE YOUR REVOLUTION und befragen prominente Persönlichkeiten nach ihren Ideen, nach neuen Perspektiven und nach der Rolle der Kultur bei den drängenden Fragen unserer Zeit.“ ARTE produziert dafür vier Diskussionsbeiträge, die ab dem 18. September 2019 in der Mediathek von ARTE verfügbar sein werden.

Innovation und internationale Strahlkraft: THE ARTS+ und B3

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Erstmals kooperiert THE ARTS+ mit der B3 Biennale des bewegten Bildes: die renommierte B3-Ausstellung, die Film, Medien, Games, und technologiebasierte Installationskunst umfasst, wird auf der Frankfurter Buchmesse 2019 gezeigt. Beide Festivals präsentieren ein umfangreiches Konferenz- und Bühnenprogramm.

Angela Dorn, deren Ministerium die B3 Biennale des bewegten Bildes trägt, sagte: „Mit THE ARTS+ Future of Culture Festival und B3 Biennale des bewegten Bildes bündeln zwei Festivals ihre Kräfte in Frankfurt, die ähnliche Schwerpunkte haben, aber ihre Ansätze so kombinieren können, dass neue Strahlkraft entsteht. Die B3 Biennale des bewegten Bildes bringt unterschiedlichen Zielgruppen ein breit gefächertes Programm am Schnittpunkt von Technologie, Kunst und Medien nahe, während THE ARTS+ als Treffpunkt innovativer Kreativer und Kulturschaffender aus der ganzen Welt als eine Art ,Think Tank‘ Digitalisierung und neue Technologien thematisiert. Die Zusammenarbeit unterstreicht die Potenziale am Kreativstandort Hessen, der mit seiner besonderen Infrastruktur in Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft und Wissenschaft dazu einlädt, hier zu forschen, zu entwickeln, zu produzieren, auszustellen, zu investieren und zu gründen. Gebündelt hat B3/THE ARTS+ das Zeug dazu, noch mehr Menschen zu erreichen, noch mehr Kreative nach Frankfurt zu locken und auch international stärker zu wirken.“

„Die Digitalisierung hat alle Kreativbranchen erfasst. Technische Entwicklungen wie Robotics, Künstliche Intelligenz oder erweiterte Realitäten machen kontinuierlich neue Kunst- und Kulturformen und Kommunikationsangebote möglich, verändern Produktions- und Rezeptionsbedingungen ebenso wie den Kunst- und Kulturbegriff. Beide Events vereinen sich nun zur gleichen Zeit an einem Ort, um jeweils aus ihrem Blickwinkel den Status Quo und die künftige Entwicklung der wichtigsten Kreativbranchen genreübergreifend zu beleuchten: künstlerisch, wissenschaftlich, ökonomisch und gesellschaftspolitisch“, sagte Prof. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach und künstlerischer Leiter der B3.

Weitere Schwerpunkte der Frankfurter Buchmesse 2019

Ehrengast Norwegen: „Der Traum in uns“

logo-gastland-norwegenKultureller Reichtum, Meinungsfreiheit und Nachhaltigkeit sind die Kernthemen des norwegischen Ehrengastauftrittes in Frankfurt. Auf der Buchmesse werden mehr als 100 norwegische Autorinnen und Autoren ihre Bücher vorstellen und dabei Einblicke in die norwegische Literatur und Gesellschaft geben. Insgesamt rund 450 Buchtitel – darunter norwegische Literatur in Übersetzung und Bücher über Norwegen – werden noch bis Ende 2019 in 190 deutschsprachigen Verlagen erscheinen (Zählung ab Herbst 2018). Sie werden in Literaturhäusern, Bibliotheken, Buchhandlungen sowie auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Die von der Frankfurter Buchmesse organisierte Ausstellung „Books on Norway“ zeigt rund 600 Titel norwegischer Autorinnen und Autoren in Übersetzung weltweit sowie Bücher über Norwegen unterschiedlichster Genres.

Neue Themenwelten: Frankfurt Audio und Frankfurt Authors

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Das Konzept der Themenwelten, das 2018 mit den internationalen Bereichen Frankfurt EDU (Hallen 3.1 und 4.2) und Frankfurt Kids, dem Areal für Kinder- und Jugendmedien (Halle 3.1 und Foyer 5.1/6.1) erfolgreich eingeführt wurde, wird weiterentwickelt: 2019 kommen mit Frankfurt Audio (Halle 3.1) und Frankfurt Authors (Halle 3.0) zwei neue Bereiche hinzu.

Audio gehört international zu den wachstumsstärksten Segmenten in der Medienbranche. Die Welt der Hörbücher, Podcasts und Audio-Trends steht deshalb bei Frankfurt Audio im Rampenlicht: Im neuen Areal in Halle 3.1 werden die Trends rund um Hörbuch, Podcast und Sprachassistenten in einem zentralen Bereich auf der Messe erlebbar. Frankfurt Audio umfasst eine eigene Bühne, die Frankfurt Audio Stage, und eine Fachkonferenz am Messedonnerstag, den Frankfurt Audio Summit.

Einen Ort rund ums Schreiben zu schaffen – das ist die Idee hinter dem neuen Areal Frankfurt Authors (Halle 3.0). Frankfurt Authors ist die Weiterentwicklung der bisherigen Self-PublishingArea – mit einer neuen Bühne, Signing Area, Lounge sowie Fachprogramm und Networking-Veranstaltungen mit u.a. Melanie Raabe und Sascha Lobo. Neu sind neben den Präsentationsmöglichkeiten für Autorinnen und Autoren auch die nach Genres ausgerichteten Thementage: Das Programm am Messefreitag steht ganz im Zeichen von Krimi und Thriller, am Messesamstag dreht sich alles um Romance und am Messesonntag steht Fantasy auf dem Programm.

BOOKFEST

Premiere für die Literaturgala der Frankfurter Buchmesse: Im Rahmen des BOOKFEST kommen am Samstag, 19. Oktober 2019 um 19.00 Uhr, preisgekrönte Schriftstellerinnen und Schriftsteller bei einer internationalen Literaturgala zusammen (Saal Harmonie, CMF). Margaret Atwood, Maja Lunde, Elif Shafak und Colson Whitehead stellen, im Gespräch mit hr-Moderatorin Bärbel Schäfer und radioeins-Moderator Thomas Böhm, ihre neuen Bücher vor – ergänzt durch deutsche Textauszüge, präsentiert von Bela B Felsenheimer und Nina Petri. Zudem ist Ken Follett mit seiner Aktion „The Friendship Tour“ zu Gast.

Nele Neuhaus ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Nele Neuhaus © Foto: Diether v Goddenthow

Mit über 50 Veranstaltungen in der Frankfurter Innenstadt sowie knapp 30 Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse (16.-20. Oktober 2019) präsentiert das BOOKFEST 2019 ein abwechslungsreiches Programm, u.a. mit Samantha Cristoforetti, Thomas Gottschalk, Die Lochis, Nele Neuhaus, Jo Nesbø, Sophie Passmann, Peter Schilling, Rita Süssmuth, Thees Uhlmann, Max von Thun, Ulrich Wickert und Peter Wohlleben. Das internationale Festival der Frankfurter Buchmesse für Literatur, Geschichten und Ideen bietet außergewöhnliche Erlebnisse in besonderer Atmosphäre. An allen fünf Tagen können die Besucherinnen und Besucher Poetry Slams, Tastings, Partys, Konzerte, Talk-Runden, Vorträge und Koch-Events in mehr als 20 Locations in der Frankfurter Innenstadt erleben.

Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) mit neuem Standort

An neuem Standort in der Festhalle präsentiert sich in diesem Jahr das literarische Agentenzentrum: 347 Agenturen aus mehr als 30 Ländern sind im Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) vertreten; die Zahl der angemeldeten Literaturagenturen ist damit gewachsen (2018: 337 Agenturen). Der größte Teil der in Frankfurt vertretenen Agenturen kommt aus den USA und Großbritannien (90 Agenturen aus den USA, 72 aus Großbritannien) – auch hier ist ein Anstieg zu verzeichnen. Erstmalig sind Agenturen aus Island im LitAg präsent.

Weltempfang 2019 unter dem Motto: „Anthropozän – das letzte Zeitalter?

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Bei mehr als 40 Veranstaltungen auf der Bühne und im Salon des Weltempfangs (Halle 4.1 B 81) werden unterschiedlichste Aspekte rund um das Thema Anthropozän beleuchtet. Prominente Sprecherinnen und Sprecher aus Politik und Kultur werden hier diskutieren: U.a. Umweltaktivistin Luisa Neubauer, Politiker Robert Habeck, Soziologe und Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer sowie internationale Autorinnen und Autoren, darunter Maja Lunde, Elif Shafak, Jean-Baptiste del Amo, Mercedes Rosende und Patrick McGuinness.

 

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019: Wim Wenders hält Laudatio auf Sebastião Salgado

Wim Wenders Foto: Anne Wilk
Wim Wenders Foto: Anne Wilk

Der Autor und Filmregisseur Wim Wenders hält die Laudatio auf Sebastião Salgado, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019, um 11 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live im ZDF übertragen.

Wim Wenders, geboren 1945 in Düsseldorf, studierte zunächst Medizin und anschließend Philosophie sowie Soziologie. Nach einem Aufenthalt in Paris wechselte er 1967 an die neu gegründete Hochschule für Film und Fernsehen in München. Noch während seiner Ausbildung schuf er erste Kurzfilme und war als Filmkritiker für die Zeitschriften „Filmkritik“, die „Süddeutsche Zeitung“, „Der Spiegel“ sowie das Magazin „Twen“ tätig. 1971 gehörte Wenders zu den Gründungsmitgliedern des Filmverlags der Autoren und machte mit der Verfilmung von „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ von Peter Handke zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Mit dem Roadmovie „Alice in den Städten“ (1974) feierte er seinen künstlerischen Durchbruch.

2014 porträtierte er in dem für den Oscar nominierten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ den diesjährigen Friedenspreisträger Sebastião Salgado. Weitere Oscar-Nominierungen erhielt er für „Buena Vista Social Club“ (1999) und „Pina“ (2011). „Der Stand der Dinge“ (1982) wurde in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, mit „Paris, Texas“ (1984) erhielt Wenders die Goldenen Palme in Cannes, mit „Der Himmel über Berlin“ (1987) den Preis der Besten Regie. Seine Fotografien sind mittlerweile weltweit ausgestellt. Seit 1996 ist Wim Wenders Präsident der Europäischen Filmakademie und Mitglied des Ordens Pour le Mérite. Seine 2012 gegründete Stiftung führt seine künstlerische Arbeit zusammen und unterstützt junge Filmschaffende. Für sein Lebenswerk erhielt er 2014 auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären.

Weitere Informationen sind abrufbar unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.

Buchblog-Award 2019: NetGalley und Börsenverein suchen die besten Buchblogs #bubla19

Nominierung und Abstimmung bis 30. August 2019 möglich / Auszeichnung für Blogs, Social-Media-Kanäle und Podcasts / Erstmals Preise für den besten Verlags- und Buchhandlungsblog / Neue Jurybesetzung / Preisverleihung am 18. Oktober 2019 auf der Frankfurter Buchmesse.

NetGalley und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels suchen die besten deutschsprachigen Buchblogs. Mit dem Buchblog-Award, dem einzigen genre-übergreifenden Preis für Buchblogs im deutschsprachigen Raum, zeichnen sie Blogs aus, die das öffentliche Gespräch über Bücher bereichern. Ab sofort können Leser*innen und Blogger*innen ihre Lieblings-Buchblogs unter www.buchblog-award.de/nominieren/ vorschlagen und bereits Nominierten eine Stimme geben. Als Buchblogs zählen auch Social-Media-Kanäle sowie Podcasts mit Buchbezug. Die Nominierung des eigenen Blogs ist ebenfalls möglich. Gewinnen können Buchblogs in den Kategorien „Bester Buchblog“ und „Bester Newcomer“. Erstmals können Leser*innen zudem in den Kategorien „Bester Buchhandlungsblog“ und „Bester Verlagsblog“ abstimmen. Die Frist für die Nominierungen und Abstimmung in allen Kategorien ist der 30. August 2019.

„Die Buchblog-Szene verändert sich schnell, da muss auch der Buchblog-Award agil sein. Buchblogs sind nicht mehr nur klassische Blogs, sondern auch Social-Media-Kanäle, auf denen die Blogger*innen direkte und persönliche Gespräche über Bücher mit Leser*innen führen. Verlage und Buchhandlungen beteiligen sich auf den eigenen Blogs und Kanälen daran. Mit dem Buchblog-Award 2019 möchten wir den gesamten online geführten, kreativen und für Bücher und das Lesen so wichtigen Austausch abbilden und honorieren“, sagt Karina Elm, Leiterin NetGalley Deutschland.
„Buchblogger*innen sind für Verlage und Buchhandlungen im Austausch mit ihren Leser*innen nicht mehr wegzudenken. Sie tragen Bücher und ihre Themen in den Alltag der Menschen, vermitteln die Besonderheiten des Lesens und begeistern für Literatur. Der Buchblog-Award macht im dritten Jahr die stetig wachsende Vielfalt der Szene sichtbar“, sagt Anne-Mette Noack, Leiterin Kulturprojekte, Marketing und Kommunikation des Börsenvereins.

Die jeweils zehn Blogs, die in den Kategorien „Bester Buchblog“ und „Bester Newcomer“ die meisten Stimmen erhalten, kommen ins Finale. Eine unabhängige Jury wählt aus den 20 Finalisten die Siegerblogs aus. Über die Auszeichnungen „Bester Buchhandlungsblog“ und „Bester Verlagsblog“ entscheidet ausschließlich die Zahl der Online-Stimmen, die bis 30. August eingehen.

Im dritten Jahr erhält der Buchblog-Award eine neue Jury. Die Jurymitglieder des Buchblog-Awards 2019 sind: Antonia Baum (freie Autorin, ZEIT), Jo Lendle (Verleger, Carl Hanser Verlag), Tina Lurz (Mitbegründerin, Agentur ehrlich&anders), Carolin Wolf (Inhaberin Buchhandlung Carolin Wolf) und Torsten Woywod (Online-PR und Social-Media-Manager, DuMont Verlag).

Teilnahmeberechtigt sind deutschsprachige Blogs, Social-Media-Kanäle und Podcasts, die sich überwiegend mit Büchern befassen und auf denen regelmäßig Beiträge erscheinen. Blogs in der Kategorie „Bester Newcomer“ dürfen nicht älter als zwölf Monate sein. Verlage können sich ausschließlich mit einem Blog oder Podcast und nicht mit ihren Social-Media-Kanälen bewerben. Für Buchhandlungs- und Verlagsblogs gilt, dass der letzte Beitrag nicht älter als einen Monat alt sein darf und sie mindestens seit Juli 2019 bestehen müssen.

Die Preisverleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am 18. Oktober um 12 Uhr im Frankfurt Pavilion statt. Wer gewonnen hat, geben NetGalley und der Börsenverein erst vor Ort bekannt.

Die Gewinner*innen in den Kategorien „Bester Buchblog“ und „Bester Newcomer“ dürfen sich jeweils über zwei Übernachtungen für zwei Personen im Gutshotel Groß Breesen, dem ersten Bücherhotel Deutschlands, freuen. Sie bekommen außerdem einen BücherScheck im Wert von je 100 Euro. Die Teams des Verlagsblogs und des besten Buchhandlungsblogs erhalten einen Präsentkorb für die gemeinsame Siegesfeier. Das Börsenblatt veröffentlicht auf www.boersenblatt.net ausführliche Porträts aller Gewinner*innen.

Sponsoren des Buchblog-Awards 2019 sind JETZT EIN BUCH!, die Initiative der deutschen Buchbranche, und die Frankfurter Buchmesse.

Die Initiatoren
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er wurde 1825 gegründet und vertritt rund 4.500 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler und andere Medienunternehmen. Er veranstaltet die Frankfurter Buchmesse, vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis, engagiert sich in der Leseförderung und für die Freiheit des Wortes.

NetGalley ist eine Online-Plattform und ein Netzwerk für Buchverlage und professionelle Leserinnen und Leser. NetGalley ermöglicht Rezensenten, Bloggern, Journalisten, Buchhändlern, Bibliothekaren und Lehrenden kostenlosen Zugang zu digitalen Lese- und Rezensionsexemplaren und unterstützt Verlage beim Bekanntmachen neuer und noch unveröffentlichter Titel.

Ansprechpartnerin für Fragen zum Wettbewerb: Karina Elm, info@buchblog-award.de, +49 (0) 30 23456 340

Hashtag zum Award: #bubla19
Website: www.buchblog-award.de
Facebook: www.facebook.com/BuchblogAward
Twitter: @BuchblogAward

Hessischer Verlagspreis an Schöffling & Co. verliehen. Der Sonderpreis ging an den Mabuse-Verlag

Hessischer Verlagspreis 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Hessischer Verlagspreis 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Gemeinsam mit dem Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. , Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, überreichte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn am 27. Juni 2019 während einer kleinen abendlichen Feierstunde in der Schalterhalle im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, den Hessischen Verlagspreis 2019

Mit dem Hessischen Verlagspreis wollen das Land Hessen und der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen und unterstützen. In diesem Jahr gewann der Verlag Schöffling & Co. in Frankfurt den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis. Ein Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an den Frankfurter Mabuse-Verlag.

(v.l.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Klaus Schöffling, Juror Florian Balke (FAZ), Juryvorsitzende, Barbara Jost (Börsenverein d. Deutschen Buchhandels, Landesverband Hessen, RPL u. Saarland),© Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Klaus Schöffling, Juror Florian Balke (FAZ), Juryvorsitzende, Barbara Jost (Börsenverein d. Deutschen Buchhandels, Landesverband Hessen, RPL u. Saarland),© Foto: Diether v. Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn betonte, dass die Jury insbesondere das ambitionierte Gesamtkonzept des familiengeführten Verlag Schöffling & Co. überzeugt habe, zu dem Romane und Gedichtbände ebenso gehörten wie der ‚Literarische Katzenkalender‘. Der Mabuse-Verlag erhielte den diesjährigen Sonderpreis für sein Programm ‚Bücher für starke Kinder‘. „Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg und wünsche ihnen weiterhin viel Tatendrang. Gleichzeitig bedanke ich mich bei den Jury-Mitgliedern und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels für die hervorragende Zusammenarbeit.“

Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, gratuliert den beiden „sehr renommierten Frankfurter Verlagen“ und freute sich, „dass sowohl ein Literatur- als auch ein Fachverlag damit in den Fokus des Preises rücken. Beide Verlage leisten seit Jahrzehnten eine höchst professionelle Arbeit und sind überregional bekannt. Die Entscheidung, in diesem Jahr einen Sonderpreis auszuloben, begrüßen wir sehr.“

Aus Sicht der Jury zeigt Schöffling & Co. vorbildlich, wie man sich als literarischer Verlag erfolgreich auf dem immer schwieriger werdenden Buchmarkt behauptet. Klaus und Ida Schöffling und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen nicht nur auf einzelne Bücher, sondern pflegen Autorinnen und Autoren sowie deren Werk langfristig. Der Verlag veröffentlicht neben Romanen auch Erzählungen und Gedichtbände und immer wieder Wiederentdeckungen aus der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Verlag hat zudem das Literaturfestival „Frankfurt liest ein Buch“ angestoßen. Die humoristisch gepickte Laudatio für den Hauptpreisträger Schöffling & Co. hielt Wolfgang Schopf, Leiter des Literaturarchivs der Goethe-Universität im Universitätsarchiv und Kurator „Fenster zur Stadt.

(v.r.) Juryvositzende Barbara Jost, Jurorin Jutta Leimbert, Buchhandlung Vatternahm, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn,  Preisträger Mabuse-Verlagsteam: Hermann Löffler, Nicola Weyer, Jana Puppala und Alice Gotzhein. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.r.) Juryvositzende Barbara Jost, Jurorin Jutta Leimbert, Buchhandlung Vatternahm, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Mabuse-Verlagsteam: Hermann Löffler, Nicola Weyer, Jana Puppala und Alice Gotzhein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit dem Frankfurter Mabuse-Verlag zeichnet die Jury einen Fachverlag aus, der seit 1976 Schritt für Schritt aus einer Zeitschrift kritischer Frankfurter Medizinstudierender hervorgegangen ist. Zahlreiche Buchveröffentlichungen zu Gesundheitsthemen wie Pflege und Demenz kamen hinzu. Der Sonderpreis würdigt das über zehnjährige erfolgreiche Kinderfachbuchprogramm, das sich unter anderem an Kinder von psychisch Erkrankten sowie an deren Eltern, Erzieher und Begleiter richtet. Die Laudatio für den Sonderpreisträger Marbuse-Verlag hielt Gabriele Meyer-Enders, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Für sie war der Verlag „die Rettung“, da der Verlag praktisch der einzige sei, der kindgerechte Literatur für Kinder psychisch kranker Eltern anböte.

Um den Hessischen Verlagspreis 2019 konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Sitz in Hessen bewerben, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt. Bei der Bewertung der Jury spielten nicht einzelne Bucherfolge oder Autoren eine Rolle, sondern ausschließlich die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm. Der Verlagspreis wird seit 2018 vergeben. Er soll die Verbreitung und den Vertrieb von Büchern fördern und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt stellen.

Der Jury gehörten an: Florian Balke (FAZ), Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst), Björn Jager (Hessisches Literaturforum), Jutta Leimbert (Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden), Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk), Ute Schwens (Deutsche Nationalbibliothek) und Aljoscha Walser (Berater für die Medienindustrie und ihre Dienstleister).

Deutscher Buchpreis 2019: Die Shortlist-Autoren lesen am 29. September im Schauspiel Frankfurt

dtsch-bp-logo2Bereits im fünfzehnten Jahr bringt der Deutsche Buchpreis deutschsprachige Literatur ins Gespräch wie kaum eine andere Auszeichnung und gewinnt damit die Aufmerksamkeit der Leser wie Literaturkritiker gleichermaßen. Die Shortlist-Veranstaltung knüpft an diesen Erfolg an: Zum zwölften Mal präsentieren das Kulturamt Frankfurt am Main und das Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die den Preis vergibt, die Autoren der Shortlist des Deutschen Buchpreises vor der Preisverleihung Mitte Oktober. Die Finalisten, die in diesem Jahr in der Endauswahl für den deutschsprachigen Roman des Jahres stehen, stellen sich am 29. September – nach dem großen Erfolg im letzten Jahr – auch in diesem Herbst im Großen Haus des Schauspiel Frankfurt in Lesungen und Gesprächen vor. Der „Shortlist-Abend“ ist für das Frankfurter Publikum die Chance, die Nominierten des Deutschen Buchpreises im Vorfeld der Preisverleihung zu erleben. Die Moderationen übernehmen Maike Albath (freie Kritikerin), Anna Engel (hr2-kultur) und Christoph Schröder (freier Kritiker).

Karten zum Preis von 18 € / erm. 12 € gibt es im Vorverkauf des Schauspiel Frankfurt am Willy-Brandt-Platz ab 19. August 2019 (oder online unter www.schauspielfrankfurt.de, Tel.: 069 – 212 49494), evtl. Restkarten sind eine Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Theaterkasse erhältlich.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Kulturamt Frankfurt am Main und Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Partner ist die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 07.10. bis 12.10.2019 jeweils um 09:30 Uhr.

Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019

Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019.  Foto: Yann Arthus-Bertrand
Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. Foto: Yann Arthus-Bertrand

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Eröffnung der Buchtage Berlin 2019 bekannt. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein 2019 an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado und zeichnet mit ihm einen Bildkünstler aus, der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht. Zugleich hat Sebastião Salgado mit seinem ,Instituto Terra‘ eine Einrichtung geschaffen, die einen direkten Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität und Ökosystemen leistet. Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt er die durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelten Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Dadurch gelingt es Sebastião Salgado, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren. Indem der Fotograf seine aufrüttelnden, konsequent in schwarz-weiß gehaltenen Bilder als ,Hommage an die Größe der Natur‘ beschreibt und die geschändete Erde ebenso sichtbar macht wie ihre fragile Schönheit, gibt Sebastião Salgado uns die Chance, die Erde als das zu begreifen, was sie ist: als einen Lebensraum, der uns nicht allein gehört und den es unbedingt zu bewahren gilt.“

Sebastião Ribeiro Salgado, geboren am 8. Februar 1944 in Aimorés im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, wuchs auf einer großen Rinderfarm im Regenwaldgebiet auf und studierte später Wirtschaftswissenschaften. Während der brasilianischen Militärdiktatur engagierte er sich in der linken Oppositionsbewegung, weswegen er 1969 nach Paris emigrieren musste. Ab 1971 betreute Sebastião Salgado als Ökonom Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. Hier entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie und entschied sich 1973, seinen Beruf aufzugeben und ganz als Fotograf zu arbeiten.

Von Beginn an waren bei seinen Langzeitprojekten Armut, Flucht, Heimatlosigkeit und Krieg die Hauptmotive seiner ausnahmslos in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien. Zahlreiche dieser Projekte und der sie begleitenden Fotobände sind in Zusammenarbeit mit Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, UNICEF, UNESCO oder Reporter ohne Grenzen zustande gekommen. Mit den Büchern „Migration“ und „The Children: Refugees and Migrants“ (dt. „Kinder der Migration“), die beide 2000 veröffentlicht wurden, machte er auf das Schicksal von damals 30 Millionen Flüchtlingen weltweit aufmerksam und sammelte Geld für die Kinderhilfsorganisation UNICEF.

Aus gesundheitlichen Gründen und weil ihn durch die direkte Konfrontation mit dem Völkermord in Ruanda Zweifel an seiner Arbeit überkamen, hörte er Mitte der 1990er Jahre für eine Zeit mit seiner fotografischen Arbeit auf. Gemeinsam mit seiner Frau, der Architektin Lélia Wanick Salgado, mit der er seit 1967 verheiratet ist, kehrte er nach Brasilien zurück und begann, die Fazenda seiner Eltern wieder aufzuforsten. 1998 wurden die 680 Hektar in ein Naturschutzgebiet umgewandelt und das gemeinnützige „Instituto Terra“ gegründet. Seither ist es ihnen gelungen, 2,7 Millionen Bäume zu pflanzen und den Wald wieder in einen weitgehend ursprünglichen Zustand mit einer großen Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu versetzen.

Auch in seinem Werk wandte sich Sebastião Salgado ab den 1990er Jahren verstärkt der Landschaftsfotografie zu. Es entstanden die Werke „Africa“ (2007) und „Genesis“ (2013). Mit letzterem Projekt gab er seine Eindrücke der unberührten Natur, den dort angesiedelten Tieren und isoliert lebenden Menschen aus ursprünglichen Kulturen wieder, um zu zeigen, wie fragil die Welt mittlerweile geworden ist.

Sebastião Salgado erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Schaffen, u.a. die Ehrenmitgliedschaft der American Academy of Arts and Letters (2019), den Save the Children International Prize (2010), den Rio-Branco-Orden (2004), die Jahrhundertmedaille der Royal Photographic Society of Great Britain (1994), den Grand Prix National de la Photographie (1994), den Prinz-von-Asturien-Preis (1998) sowie den World Press Photo Award (1985). 2016 wurde er als Mitglied in die Académie des Beaux-Arts des Institut de France aufgenommen, eine der wichtigsten kulturellen Ehrbekundungen Frankreichs.

Das Ehepaar Salgado lebt in Paris und hat zwei Söhne, Juliano (geboren 1976) und Rodrigo (geboren 1981).

Wendepunkt am Buchmarkt 2018: Verlage und Buchhandlungen entwickeln erfolgreich Wege zum Leser

© Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
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Zahl der Buchkäufer steigt um 300.000 / Wachstum in Altersgruppen mit den bisher stärksten Rückgängen / Stabiler Umsatz 2018, steigende Umsätze in den ersten Monaten 2019 / Aktuelle Marktzahlen unter www.boersenverein.de/buchmarkt2018

Neue Zugänge zu den Lesern, bessere Orientierung im Buchangebot: Die Buchbranche arbeitet erfolgreich an neuen Wegen, Menschen für Bücher zu begeistern. Die Marktzahlen zeigen erste positive Entwicklungen: Verlage und Buchhandlungen konnten 2018 rund 300.000 Buchkäuferinnen und -käufer zurückgewinnen. Die Branche hat 2018 ihren Umsatz gehalten und ist mit Zuwächsen ins Jahr 2019 gestartet. Diese und weitere Wirtschaftszahlen der Buchbranche stellte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels heute vor.

Die Zahl der Buchkäufer in Deutschland ist 2018 erstmals seit 2012 wieder gestiegen: 29,9 Millionen Menschen ab 10 Jahren erwarben 2018 mindestens ein Buch (2017: 29,6 Millionen). Die größten Zuwächse zeigen sich in den Altersgruppen, in denen in den vergangenen Jahren am meisten Käufer verloren gegangen sind: In der Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren stieg die Zahl der Käuferinnen und Käufer um 15,2 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen um 15,8 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen um 2,2 Prozent. Auch der Branchenumsatz stabilisierte sich: 2018 lag der Umsatz der Buchbranche mit 9,13 Milliarden Euro auf demselben Niveau wie im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten 2019 stieg der Umsatz in den zentralen Vertriebswegen um 4,1 Prozent, der Absatz um 1,7 Prozent.

„Das Jahr 2018 markiert einen Wendepunkt in der Buchbranche. Die Beschäftigung mit den Ergebnissen unserer Studie ,Buchkäufer – quo vadis?‘ hat Bewegung bei Verlagen und Buchhandlungen ausgelöst. Die von uns befragten Buch-Abwanderer gaben unisono an, Bücher und das Lesen sehr zu schätzen; im Stress des Alltags und unter dem ständigen Druck reagieren zu müssen, insbesondere bei Social Media, gerät das Lesen jedoch aus dem Fokus. Neben der Zeit mangelt es den Befragten an Kontaktpunkten zum Buch und an Orientierung im Bücherangebot. Diese Erkenntnisse haben in der Branche das Bewusstsein geschärft, dass eine neue Art der Kundenansprache nötig ist. Verlage und Buchhandlungen bauen ihre Nähe zum Kunden aus und entwickeln neue Maßnahmen, um Menschen für Bücher zu begeistern. Dazu zählen neue Ladenkonzepte, kreative Veranstaltungsformate, Social-Media-Aktionen, neue Erzählformate und innovative Verlagsprogramme. Daneben arbeiten wir branchenweit an Lösungen für ein modernes, kundenfreundliches Orientierungssystem im Buchhandel sowie daran, das Image des Bücherlesens zu verbessern“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

„Der Buchmarkt ist trotz steigender Medienkonkurrenz stabil. Verlage und Buchhandlungen gestalten die Medienentwicklung mit: Das Online-Geschäft des Buchhandels gewinnt weiter an Bedeutung. Den stationären Buchhandel beschäftigen weiterhin steigende Mieten, die allgemeine Innenstadtentwicklung und Probleme bei der Nachfolgesuche. Buchhändler erproben neue Laden- und Veranstaltungskonzepte, um potenzielle Käuferinnen und Käufer anzusprechen und als Kundinnen und Kunden zu gewinnen“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins.

Die positive Marktentwicklung zeigt sich auch beim E-Book. „Digitale Bücher verzeichneten im vergangenen Jahr deutliche Zuwächse. Die Branche konnte auch beim E-Book Käuferinnen und Käufer zurückgewinnen, es stiegen Absatz und Umsatz. Das zeigt, dass sich das E-Book im Publikumsmarkt als weitere Darreichungsform etabliert und noch Steigerungspotenzial hat“, sagt Matthias Heinrich, Schatzmeister des Börsenvereins.

Im laufenden Jahr steht die Buchbranche vor wichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben. Alexander Skipis: „Gespannt erwartet die Branche, wie es nach der Insolvenz des Großhändlers KNV weitergeht. Wir sind optimistisch, dass durch eine erfolgreiche Restrukturierung des Unternehmens die leistungsstarke und vorbildliche Logistik der Buchbranche erhalten werden kann. Auf politischer Ebene ist es für uns maßgeblich, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft wiederherzustellen. Nach der positiven Entscheidung des EU-Parlaments für die EU-Urheberrechtsreform benötigen wir schnellstmöglich eine nationale Umsetzung, damit Verlage endlich wieder sicher kalkulieren können. Einen wichtigen Auftrag sieht die Buchbranche auch 2019 in der Förderung der Meinungsfreiheit und Debattenkultur. Verlage und Buchhandlungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Freiheit des Wortes und zum gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozess. Wir unterstützen diese Aufgabe etwa mit dem Deutschen Sachbuchpreis, mit dem wir die gesellschaftliche Debatte über wichtige Themen anregen und fördern wollen. Hier kann der Buchhandel vor Ort eine bedeutende Rolle spielen.“

Umsatz 2018: Vertriebskanäle und Warengruppen

Der stationäre Buchhandel bleibt mit 4,27 Mrd. Euro Umsatz und einem Anteil von 46,8 Prozent am Gesamtmarkt der größte Vertriebsweg für Bücher. Der Umsatz in den Läden vor Ort ging im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent zurück. Weiter steigend ist der Umsatz des Internet-Buchhandels, unter den auch das Online-Geschäft der stationären Händler fällt: Über die Online-Shops machte der Buchhandel mit 1,78 Mrd. Euro 4 Prozent mehr Umsatz als 2017. Der Umsatzanteil des E-Commerce am Gesamtmarkt stieg auf 19,5 Prozent. Das Direktgeschäft der Verlage, unter anderem mit Unternehmen und staatlichen Institutionen, lag 2018 mit 1,92 Milliarden Euro leicht unter Vorjahresniveau (-1,2 Prozent, Umsatzanteil: 21,0 Prozent).

Bei den Warengruppen verzeichnete das Sachbuch mit 5,5 Prozent den stärksten Umsatzzuwachs. Es machte 2018 10,6 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Ebenfalls aufwärts ging es für Kinder- und Jugendbücher (+3,2 Prozent, Umsatzanteil: 16,6 Prozent). Die mit 31,5 Prozent Umsatzanteil stärkste Warengruppe, die Belletristik, lag mit einem Minus von 0,9 Prozent leicht unter Vorjahresniveau. Ebenfalls Einbußen verzeichneten die Warengruppen Ratgeber (-1,2 Prozent, Umsatzanteil: 14,0 Prozent) und Reise (-3,2 Prozent, Umsatzanteil: 5,7 Prozent).

Titelproduktion, Übersetzungen, Lizenzen

Weiterhin rückläufig ist die Titelproduktion der Verlage. Die Zahl der Erstauflagen ging von 72.499 Titeln (2017) auf 71.548 zurück. Nach einem Anstieg in 2017 ging die Zahl der neuen Titel in der Belletristik wieder zurück und lag bei 13.879 (2017: 14.273). Mehr Neuerscheinungen gab es bei Sachthemen wie den Sozialwissenschaften (12.734 neue Titel, 2017: 12.218) oder Geschichte und Geografie (6.956 neue Titel, 2017: 6.757). Der Anteil der Übersetzungen an den Erstauflagen blieb nahezu unverändert bei 13,7 Prozent. Analog zur Titelproduktion insgesamt lag auch die Zahl der übersetzten Titel mit 9.803 etwas unter Vorjahr (9.890). Die wichtigsten Ausgangssprachen bleiben Englisch, Französisch und Japanisch.

Der Lizenzverkauf ins Ausland blieb auf hohem Niveau stabil bei 7.844 Titeln (2017: 7.856 Titel). Den größten Anteil hatten wieder die Kinder- und Jugendbücher mit 36,8 Prozent, allerdings ging die Zahl der Lizenzen in diesem Bereich zurück (-5,0 Prozent auf 2.886). In der Belletristik, auf die 18,2 Prozent der Abschlüsse entfielen, wurden mit 1.431 Titeln 10,6 Prozent mehr verkauft als im Vorjahr. Das Sachbuch, das 2017 einen großen Sprung machte (+36,5 Prozent), war 2018 weniger gefragt als im Vorjahr (-24,9 Prozent auf 638). Der Top-Abnehmer deutscher Rechte bleibt der chinesische Sprachraum mit 1.678 Lizenzen.

Der E-Book-Markt

Der Umsatz der E-Books am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) stieg 2018 um 9,3 Prozent. Damit wurden 2018 5,0 Prozent des Umsatzes mit E-Books gemacht (2017: 4,6 Prozent). Ebenfalls steigend waren der Absatz (+12,7 Prozent auf 32,8 Millionen E-Books) sowie die Zahl der Käufer (3,6 Millionen, 2017: 3,5 Millionen). Auch die Kaufintensität nahm weiter zu: Im Schnitt legte sich jeder Käufer 9,2 E-Books in den Warenkorb, fast eines mehr als im Vorjahr (8,3 Stück). Der Trend zum Kauf günstigerer Titel setzt sich derweil fort: 2018 gaben Käufer durchschnittlich nur noch 6,19 Euro pro Buch und damit 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr aus.

Quellen und weitere Informationen

Die Zahlen zu den Anteilen und Umsatzveränderungen der Warengruppen sowie zur Umsatz- und Absatzentwicklung 2019 stammen aus dem Handelspanel von Media Control. Das Panel umfasst die Abverkäufe von 3.766 Händlern in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inklusive Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- / Warenhäuser und Nebenmärkte (Elektro- und Drogeriemärkte). Die Käuferzahlen sowie Hochrechnungen der E-Book-Absätze und -Umsätze stammen aus dem GfK Consumer Panel Media*Scope Buch mit insgesamt 20.000 Personen. Sie sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,4 Millionen Menschen.

Alle Zahlen und Daten des Buchmarkts werden zusammengefasst in der Publikation „Buch und Buchhandel in Zahlen 2019“, die vom Börsenverein herausgegeben und im August veröffentlicht wird.

Das Sachbuch des Jahres: Börsenverein vergibt 2020 erstmals Deutschen Sachbuchpreis

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Auszeichnung für herausragende deutschsprachige Sachbücher mit gesellschaftlicher Relevanz / Erste Verleihung im Juni 2020 im Humboldt Forum in Berlin / Gesamtdotierung: 42.500 Euro / Hauptförderer: Deutsche Bank Stiftung

Wissen vermitteln, Debatten anstoßen: Das Sachbuch des Jahres wird ab 2020 mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet. Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (vormals: Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung) vergibt die mit insgesamt 42.500 Euro dotierte Auszeichnung erstmals am 16. Juni 2020 im Humboldt Forum in Berlin. Der Preis prämiert herausragende, in deutscher Sprache verfasste, nicht-fiktionale Bücher mit Bezug zum Zeitgeschehen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels möchte mit dem Deutschen Sachbuchpreis die Aufmerksamkeit für Sachbücher als Grundlage von Wissensvermittlung, fundierter Meinungsbildung sowie als Impulsgeber für den öffentlichen Diskurs fördern. Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Unterstützer sind der Technologie- und Informationsanbieter MVB und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Jury und Akademie des Deutschen Sachbuchpreises

Eine unabhängige Jury kürt die Preisträgerin oder den Preisträger in einem mehrstufigen Auswahlprozess. Die Jury setzt sich aus sieben Expertinnen und Experten aus der Sachbuchkritik, dem Journalismus, der Wissenschaft, der Kulturbranche und dem Buchhandel zusammen. Die Jury wird jedes Jahr neu zusammengestellt. Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises 2020 wird im November 2019 bekannt gegeben.

Die Jurymitglieder werden von der Akademie Deutscher Sachbuchpreis gewählt. Das elfköpfige Gremium hat der Vorstand des Börsenvereins einberufen. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der Buch-, Medien- und Kulturbranche, der Wissenschaft, des Förderers sowie der Unterstützer des Preises an. Vorsitzender der Akademie Deutscher Sachbuchpreis ist der Vorsteher des Börsenvereins Heinrich Riethmüller. Die vollständige Liste der Mitglieder ist abrufbar unter www.deutscher-sachbuchpreis.de.

Ausschreibung und Auswahlverfahren

Die Ausschreibungsfrist für den Deutschen Sachbuchpreis 2020 beginnt am 23. September 2019 und endet am 22. November 2019. Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich mit bis zu zwei deutschsprachigen Sachbüchern aus dem jeweils aktuellen oder dem geplanten Programm für die Auszeichnung bewerben. Die Jury fordert bei Bedarf zusätzliche Titel an, die sie für geeignet hält.

Das Sachbuch des Jahres wird in zwei Auswahlstufen ermittelt. Die Jury stellt eine acht Titel umfassende Nominierungsliste zusammen, die sie im zeitlichen Umfeld des Welttags des Buches im April 2020 bekannt gibt. Aus dieser Auswahl ermitteln die Jurorinnen und Juroren das Sachbuch des Jahres. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die acht Autorinnen und Autoren, an wen der Deutsche Sachbuchpreis geht. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 25.000 Euro, die sieben Nominierten erhalten je 2.500 Euro.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Sachbuchpreis: „Wir brauchen Sachbücher mehr denn je: Sie bieten gesicherte Informationen und helfen komplexe Zusammenhänge zu verstehen – Eigenschaften, die für unsere Gesellschaft heute von höchster Relevanz sind. Mit dem Deutschen Sachbuchpreis schaffen wir eine Bühne für Bücher und Autoren, deren Themen die Menschen aktuell bewegen und die zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Wir freuen uns, starke Partner gefunden zu haben, die sich mit uns für diese wichtigen Ziele engagieren.“

Jürgen Fitschen, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Stiftung: „Horizonte erweitern und neue Impulse für Debatten liefern – das sind zwei zentrale Merkmale von Sachbüchern. Der Deutsche Sachbuchpreis leistet daher einen wichtigen Beitrag für einen vielfältigen gesellschaftlichen Diskurs, den wir als Deutsche Bank Stiftung aus voller Überzeugung mit unserer Förderung unterstützen.“

Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrum Deutschland und Mitglied der Akademie Deutscher Sachbuchpreis: „Mit dem Recht auf Meinungsfreiheit als einem der kostbarsten Rechte des Menschen korrespondiert das Recht auf Informationsfreiheit. Aber nicht nur haben wir in unserer modernen Gesellschaft das Recht, uns umfassend zu informieren, wir haben dazu auch die Pflicht. Wie wollten wir in Anbetracht der Komplexität der Welt sonst begründete Entscheidungen treffen? Wir brauchen die schöne Literatur für die Herzensbildung und die Sachbücher für den Verstand.“

Lavinia Frey, Geschäftsführerin Programm und Projekte Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss: „Ein Forum lebt vom offenen Diskurs, von der Vielfalt der Geschichten und Perspektiven. Der Beitrag von Autorinnen und Autoren zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen über Disziplinen und Fachbereiche hinaus ist für das Humboldt Forum ein essentieller Impulsgeber. Wir freuen uns, den Deutschen Sachbuchpreis als wichtige Auszeichnung von Anfang an begleiten zu können!“

Ronald Schild, Geschäftsführer MVB: „Fundierte Meinungsbildung ist kein Selbstläufer. Denn Qualität allein reicht längst nicht mehr aus, damit ein Buch den Weg zum Leser findet. In der alltäglichen Informationsflut wird nur noch wahrgenommen, was sichtbar ist. Leser benötigen zunehmend verlässliche Orientierungshilfen, wie MVB sie mit Online-Plattformen und Magazinen bietet, um die relevanten Bücher zu finden. Dafür müssen Buchinhalte bestmöglich beschrieben und eingeordnet werden. Der Deutsche Sachbuchpreis leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Deshalb unterstützen wir gerne diesen neuen Wettbewerb.“

Welttag des Buches: 104 Verlage öffnen vom 3. – 12. Mai 2019 ihre Türen #verlagebesuchen

104 Verlage öffnen zum Welttag des Buches ihre Türen / Mehr Teilnehmer und Veranstaltungen als je zuvor / Kooperationen mit Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband, 1. Kölner Literaturnacht, Münchner Woche der Verlage und Kasselbuch / Übersicht aller Veranstaltungen unter www.verlagebesuchen.de

Hinter die Kulissen der Verlage schauen, Verlagsluft schnuppern und mehr über das Büchermachen erfahren: Bei der Aktion #verlagebesuchen öffnen Verlage in Deutschland und der Schweiz anlässlich des Welttags des Buches ihre Türen. Insgesamt 104 Verlagshäuser und verlagsnahe Unternehmen geben vom 3. bis 12 Mai 2019 Einblick in ihre Arbeit – mehr Verlage als je zuvor. Zum ersten Mal bieten auch Schweizer Verlage Veranstaltungen an. Interessierte erfahren unter www.verlagebesuchen.de, welche Verlage in ihrer Nähe Aktivitäten planen. Die Landesverbände des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und die Regionalgeschäftsstelle NRW koordinieren die Aktion in ihren Regionen, Initiator ist der Landesverband Berlin-Brandenburg.

Die Veranstaltungen der teilnehmenden Verlage reichen von Lesungen und Buchpräsentationen über Verlagsführungen bis hin zu Werkstattgesprächen und Vorträgen. Einige Beispiele: Der Verlag Voland&Quist in Berlin lädt eine Woche zum gemeinsamen Mittagssnack ein, in Leipzig können sich Bücherfans mit dem verlagseigenen Oldtimer des Liesmich Verlags durch die Stadt fahren lassen und dem Verlagsteam Fragen zum Büchermachen stellen und der Loewe Verlag in Bindlach zeigt, wie ein Kinder- und Jugendbuchverlag arbeitet.

Zum ersten Mal kooperiert #verlagebesuchen mit der Kasselbuch, die Messe für unabhängige Verlage in Nordhessen, der 1. Kölner Literaturnacht, der Woche der Münchner Verlage sowie dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband und trägt die Veranstaltungen gemeinsam mit den Partnern in die Regionen.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen, die nicht im Rahmen von Kooperationen stattfinden, ist kostenlos. In einzelnen Fällen ist eine Anmeldung nötig.

Weitere Informationen: www.verlagebesuchen.de