Kategorie-Archiv: Boersenverein d. deutschen Buchhandels

„Leseverständnis ist eine demokratische Kernkompetenz“ – Börsenverein unterstützt Hamburger Erklärung zur Leseförderung

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt die von der Autorin Kirsten Boie initiierte Hamburger Erklärung „Jedes Kind muss lesen lernen!“.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: „Leseverständnis ist eine unverzichtbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung und somit eine Kernkompetenz für ein demokratisches Gemeinwesen. Leseförderung ist nicht nur entscheidend für die persönliche Entwicklung der Menschen, sondern auch für das Gelingen einer freien, demokratischen Gesellschaft. Als Buchbranche gestalten wir diese mit unseren Inhalten und unserer Vermittlungstätigkeit grundlegend mit. Bei unseren Aktionen zum Welttag des Buches sehen wir etwa, dass das Buch, das Buchhandlungen an eine Million Viertklässler verschenken, teilweise das erste ist, das diese lesen. Es ist alarmierend, wenn immer mehr junge Menschen nicht mehr in der Lage sind, Texte und Sinnzusammenhänge zu verstehen. Mündige Bürgerinnen und Bürger brauchen Lesekompetenz, um ihre Ansichten in den Meinungsbildungsprozess einbringen oder in Wahlen Entscheidungen treffen zu können. Wir fordern die Regierung auf, hier dringend zu handeln! Für ein Land, dessen wichtigster Rohstoff Wissen ist, muss ein funktionierendes Bildungssystem an erster Stelle stellen.“

Mit zahlreichen Leseförderungsprojekten setzt sich der Börsenverein zusammen mit Buchhandlungen und Verlagen dafür ein, Kindern und Jugendlichen Lesekompetenz und Lesefreude zu vermitteln. Seit 1959 veranstaltet er den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, an dem jährlich 600.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Mit Partnern koordiniert er die Aktion Lesetüte für Erstklässler oder die bundesweiten Aktionen zum Welttag des Buches.

Die Petition kann unterzeichnet werden unter: www.change.org/p/jedes-kind-muss-lesen-lernen

Blind Date in den Zwillingstürmen: Deutsche Bank Stiftung präsentiert nominierten Roman für den Deutschen Buchpreis 2018

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Sich literarisch überraschen lassen: Am 27. August liest eine Kandidatin oder ein Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2018 in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Das Besondere an der Veranstaltung: Wie bei einem Blind Date erfährt das Publikum erst vor Ort, wer aus den Reihen der 20 Autorinnen und Autoren zu Gast ist, deren Romane auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2018 stehen.

Veranstalter der Lesung ist die Deutsche Bank Stiftung, die seit 2014 Förderer des Deutschen Buchpreises ist. Die Moderation des Abends übernimmt Dr. Torsten Casimir, Chefredakteur des Fachmagazins der Buchbranche „Börsenblatt“. Der Eintritt ist kostenlos, um Anmeldung per E-Mail an die Deutsche Bank Stiftung (veranstaltungen@deutsche-bank-stiftung.de) bis zum 23. August wird gebeten. Aufgrund der begrenzten Kapazität werden die Plätze nach Eingang der Anmeldung vergeben.

Termin: Montag, 27. August 2018, 19 Uhr
Ort: Deutsche Bank, Forum 1, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt am Main
Anmeldung: Bis 23. August 2018 bitte per Mail an veranstaltungen@deutsche-bank-stiftung.de
Der Eintritt ist frei.

E-Book-Markt: 100-Millionen-Euro-Grenze im ersten Halbjahr 2018 geknackt

Umsatz von E-Books am Publikumsmarkt steigt in den ersten beiden Quartalen 2018 um 11,3 Prozent / Absatzsteigerung von 16,4 Prozent / Käuferzahl nimmt um 6,1 Prozent zu / Kaufintensität bei E-Books steigt um 9,7 Prozent / Börsenverein meldet vierteljährlich E-Book-Zahlen

Der Trend des ersten Quartals 2018 setzt sich fort und führt zu einem starken ersten Halbjahr 2018 für das E-Book: Mehr Käufer und eine erhöhte Kaufintensivität führen am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) zu deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Absatz gegenüber den schwachen ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Käuferzahl legt um 6,1 Prozent zu und lag im ersten Halbjahr bei 2,7 Millionen Personen. Zudem kauften diese auch noch mehr Titel: Die durchschnittliche Kaufintensivität stieg um 9,7 Prozent auf 6,2 E-Books je Käufer.

Zwar sank im ersten Halbjahr 2018 wie auch in den Vorquartalen der durchschnittlich für ein E-Book bezahlte Preis, diesmal um 4,3 Prozent. Das heißt, es landen weiterhin verstärkt günstige E-Books im Warenkorb. Die enorme Steigerung des Absatzes führt aber dazu, dass der Umsatz trotzdem beträchtlich zunahm. 16,7 Millionen E-Books gingen im ersten und zweiten Quartal 2018 über die digitale Ladentheke, 16,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz knackt damit zum ersten Mal in einem Halbjahr die 100-Millionen-Euro-Grenze: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017, in dem der Umsatz sogar sank, stieg er 2018 um 11,3 Prozent auf 100,6 Millionen Euro.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels meldet in Kooperation mit GfK Entertainment vierteljährlich die Entwicklung auf dem E-Book-Markt. Die Hochrechnungen der E-Book-Absätze und -Umsätze stammen aus dem GfK Consumer Panel Media*Scope Buch mit insgesamt 25.000 Personen. Sie sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,7 Mio. Menschen.

Deutscher Buchpreis 2018: Jury wählt 20 Romane für die Longlist aus

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

199 Titel waren in der Auswahl / Shortlist wird am 11. September veröffentlicht / „Buchpreisblogger“ stellen Titel auf www.deutscher-buchpreis-blog.de vor

Die nominierten Titel für den Deutschen Buchpreis 2018 stehen fest: Die Jury hat 20 Romane für die Longlist ausgewählt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 199 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2017 und dem 11. September 2018 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Jurysprecherin Christine Lötscher (freie Kritikerin): „Die Lage der Welt scheint den deutschsprachigen Autorinnen und Autoren auf den Nägeln zu brennen: Wie ist die Welt zu dem geworden, was sie heute ist? Wie hängt alles zusammen, und welche Geschichten lassen sich darüber erzählen? Ihre Romane versuchen diese Fragen in der ganzen poetischen Tiefe auszuloten, indem sie ihre Figuren als Reisende, Suchende oder Vertriebene ihre Vergangenheit und Gegenwart erkunden lassen. Die Vielfalt der literarischen Formen hat die Jury begeistert: Es gibt große historische, aber auch verspielt fantastische Weltentwürfe, ebenso wie Texte, die eine radikale Reduktion der Perspektive suchen, bis auf den Nullpunkt des Erzählens. Angesichts dieses Reichtums und vieler überraschender Entdeckungen ist die Longlist auch eine Einladung der Jury, dieses große Spektrum zu erkunden.“

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Carmen-Francesca Banciu, Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! (PalmArtPress, März 2018)
  • María Cecilia Barbetta, Nachtleuchten (S. Fischer, August 2018)
  • Maxim Biller, Sechs Koffer (Kiepenheuer & Witsch, September 2018)
    Susanne Fritz, Wie kommt der Krieg ins Kind (Wallstein, März 2018)
  • Arno Geiger, Unter der Drachenwand (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Nino Haratischwili, Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt, August 2018)
  • Franziska Hauser, Die Gewitterschwimmerin (Eichborn, Februar 2018)
  • Helene Hegemann, Bungalow (Hanser Berlin, August 2018)
  • Anja Kampmann, Wie hoch die Wasser steigen (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Angelika Klüssendorf, Jahre später (Kiepenheuer & Witsch, Januar 2018)
  • Gert Loschütz, Ein schönes Paar (Schöffling & Co., Februar 2018)
  • Inger-Maria Mahlke, Archipel (Rowohlt, August 2018)
  • Gianna Molinari, Hier ist noch alles möglich (Aufbau, Juli 2018)
  • Adolf Muschg, Heimkehr nach Fukushima (C.H.Beck, Juli 2018)
  • Eckhart Nickel, Hysteria (Piper, September 2018)
  • Josef Oberhollenzer, Sültzrather (Folio, März 2018)
  • Susanne Röckel, Der Vogelgott (Jung und Jung, Februar 2018)
  • Matthias Senkel, Dunkle Zahlen (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2018)
  • Stephan Thome, Gott der Barbaren (Suhrkamp, September 2018)
  • Christina Viragh, Eine dieser Nächte (Dörlemann, Februar 2018)

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 gehören neben Christine Lötscher an: Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog „Kaffeehaussitzer“), Marianne Sax (Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld).

Im nächsten Schritt wählen die Juroren aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 11. September 2018 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autorinnen und Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalistinnen und Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung vergeben. Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Die Preisverleihung findet am 8. Oktober 2018 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Die Longlist kennenlernen: Leseproben, Hörproben, Bloggerrezensionen

Ab kommender Woche ist das Taschenbuch „Deutscher Buchpreis 2018. Die Nominierten“ im Buchhandel erhältlich. Es enthält Leseproben und Hintergrundinformationen zu den nominierten Romanen und wird herausgegeben vom Fachmagazin Börsenblatt der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH. In welchen Buchhandlungen das Buch verfügbar ist, zeigt eine interaktive Karte, ein Angebot von JETZT EIN BUCH!, der Kampagne der deutschen Buchbranche.

Das deutschsprachige Onlineradio und Podcast-Label detektor.fm hat die Leseproben vertont. Die Hörproben der 20 Longlist-Titel sind ab sofort abrufbar unter www.detektor.fm/deutscher-buchpreis. Zudem sind sie über die detektor.fm-App und das Soundcloud-Profil von detektor.fm verfügbar. Ab dem 14. August präsentiert der Radiosender täglich von Montag bis Freitag jeweils einen Longlist-Titel um 10.15 Uhr in der Sendung „detektor.fm – am Vormittag“ und um 17.40 Uhr in der Sendung „detektor.fm – der Tag“. Die Hörproben zum Deutschen Buchpreis gibt es auch als Podcast. Auf den Plattformen Apple Podcast, Google Podcasts, Deezer und Spotify sind alle Audios direkt zu hören.

Heute starten auch „Die Buchpreisblogger“: Sechs Literaturblogger stellen in den kommenden Wochen auf www.deutscher-buchpreis-blog.de die nominierten Titel vor. Die Bloggerinnen und Blogger lesen die 20 Bücher der Longlist, setzen sich mit ihnen auseinander, bieten Hintergrundinformationen und kritische Debattenbeiträge.

Buchblog-Award: NetGalley und Börsenverein suchen die besten Buchblogs #bubla18

Nominierungen bis 31. August 2018 / Neu: Auszeichnungen in neun Kategorien / Preise auch für Newcomer sowie Videoblogs, Instagram-Accounts und Podcasts / Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse am 12. Oktober 2018

NetGalley Deutschland und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels suchen die besten deutschsprachigen Buchblogs. Mit dem Buchblog-Award, dem einzigen genre-übergreifenden Preis für Buchblogs im deutschsprachigen Raum, zeichnen sie Buch-Bloggerinnen und -Blogger aus, die das öffentliche Gespräch über Bücher mit ihren Beiträgen bereichern und ihre Zielgruppen charakteristisch ansprechen. Der Buchblog-Award wird zum zweiten Mal vergeben, in diesem Jahr erstmals in neun Kategorien. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse statt. Bis zum 31. August können unter www.buchblog-award.de/nominieren Leserinnen und Leser ihre Lieblingsblogs oder die Bloggenden ihre Blogs selbst nominieren.

Blogs können in einer von sieben Genre-Kategorien oder der Kategorie „Newcomer“ gewinnen. Instagram-Accounts, Videoblogs, Facebook-Seiten und Podcasts können sich ausschließlich für die Kategorie „Andere Formate“ nominieren und nominieren lassen.

Die Kategorien des Buchblog-Awards 2018 sind:
Allesleser
Fantasy & SciFi
Kinder- & Jugendbuch
Krimi & Thriller
Liebe & Herz
Literatur
Sachbuch & Ratgeber
Newcomer
Andere Formate

Einreichung und Auswahl sind in diesem Jahr neu geregelt: Leserinnen und Leser können ihre Favoriten und Bloggende sich selbst in bis zu drei Kategorien nominieren. Die Zahl der Nominierungen entscheidet über das Weiterkommen. Pro Kategorie erhalten die fünf Kanäle mit den meisten Nominierungen am Stichtag 31. August einen Finalplatz. Ein Blog oder Kanal kann nur in einer Kategorie unter die Finalisten kommen – in der Kategorie, in der er die meisten Nominierungen erhalten hat. Eine unabhängige fünfköpfige Jury wählt aus den insgesamt 45 Finalisten jeweils einen Gewinner pro Kategorie.

Ausgezeichnet werden ausschließlich deutschsprachige Blogs und Accounts, die sich überwiegend mit Literatur befassen und mindestens seit einem halben Jahr bestehen. Der letzte Beitrag darf zur Zeit des Einreichungsstarts nicht älter als sechs Wochen sein. Blogs in der Kategorie „Newcomer“ dürfen nicht älter als 12 Monate sein. Das Mindestalter zur Teilnahme für Bloggende beträgt 16 Jahre.

Die unabhängige Jury setzt sich wie im Vorjahr zusammen aus Felicitas von Lovenberg (Verlegerin, Piper Verlag), Sarah Reul (Buchhändlerin und Bloggerin, Buchladen am Freiheitsplatz, Hanau / pinkfisch.net), Dirk von Gehlen (Leiter Social Media / Innovation, Süddeutsche Zeitung), Elisabeth Rank (Programming Manager, Audible) und Frank Krings (PR-Manager, Frankfurter Buchmesse).

Die Siegerinnen und Sieger können sich an einem gemeinsamen Buchblogger-Büchertisch beim Kooperationspartner Dussmann das KulturKaufhaus beteiligen und dort eine aktuelle Buchempfehlung vorstellen. Ihnen winkt außerdem jeweils ein Bücherscheck über 100 Euro. Auf www.boersenblatt.net erscheinen zudem Porträts aller Gewinnerblogs und -accounts.

Sponsoren des Buchblog-Awards 2018 sind die Frankfurter Buchmesse und „JETZT EIN BUCH!“, die Kampagne der deutschen Buchbranche.

Die Auszeichnung der besten Buchblogs findet während der Frankfurter Buchmesse am Freitag, 12. Oktober 2018, 12 Uhr, im Frankfurt Pavilion auf der Agora statt.

Die Initiatoren

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er wurde 1825 gegründet und vertritt rund 5.000 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler und andere Medienunternehmen. Er veranstaltet die Frankfurter Buchmesse, vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis, engagiert sich in der Leseförderung und für die Freiheit des Wortes.

NetGalley ist eine Online-Plattform und ein Netzwerk für Buchverlage und professionelle Leserinnen und Leser. NetGalley ermöglicht Rezensenten, Bloggern, Journalisten, Buchhändlern, Bibliothekaren und Lehrenden kostenlosen Zugang zu digitalen Lese- und Rezensionsexemplaren und unterstützt Verlage beim Bekanntmachen neuer und noch unveröffentlichter Titel.

Ansprechpartnerin: Karina Elm, info@buchblog-award.de, +49 (0) 30 23456 340

Hashtag zum Award: #bubla18
Website: www.buchblog-award.de
Facebook: www.facebook.com/BuchblogAward
Twitter: @BuchblogAward

Wer wird das Content-Start-up des Jahres? CONTENTshift fördert fünf Start-ups der Medienbranche

Dreimonatiges Coaching- und Mentoring-Programm für fünf ausgewählte Start-ups / Start-ups aus den Bereichen Blockchain, digitale Leseförderung und Künstliche Intelligenz / Content-Start-up des Jahres erhält 10.000 Euro Förderprämie

Fünf Start-ups aus Deutschland, Lettland und Rumänien ringen um den Titel „Content-Start-up des Jahres“. Sie nehmen am Accelerator CONTENTshift der Börsenvereinsgruppe teil. Die Jury hat die Start-ups aus 32 Bewerbungen ausgewählt. In den nächsten drei Monaten durchlaufen die Gründerinnen und Gründer Coachings und ein gemeinsames Workshop-Wochenende. Durch den Accelerator bekommen sie Zugang zu einem internationalen Netzwerk aus Investoren, Gründungs- und Branchenexperten. Die fünf ausgewählten Start-ups bilden mit Geschäftsmodellen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, digitalem Wissensmanagement oder automatisiertem Content-Handling das breite Spektrum der Medien- und Contentbranche ab. Beworben hatten sich Start-ups aus neun Ländern.

Nominiert sind:

eKidz.eu (Deutschland): Digitales Sprachlabor für Kinder zur Förderung der Lesekompetenz
MindZip (Deutschland): App zum nachhaltigen Verinnerlichen von Wissen
Scienceroot (Rumänien): Blockchain-Ökosystem für wissenschaftliches Arbeiten
Sigmund Talks (Deutschland): Individualisiertes Contentmarketing via Chatbot
SummarizeBot (Lettland): Semantische Analyse und Aggregation von Content

„Die Start-ups und Geschäftsmodelle der Finalisten zeigen, dass sich Gründerinnen und Gründer in Europa mit großem Selbstvertrauen die zukunftsträchtigsten Technologien zu eigen machen. Ob Machine Learning, die Entwicklung von neuen Ökosystemen oder digitale Strategien zur Leseförderung – diese Konzepte werden unsere Branche beeinflussen. Wir freuen uns, die Start-ups mit CONTENTshift zu unterstützen und in der Buch- und Medienbranche neue Impulse für Innovationen und Kooperationen zu setzen.“, sagt Jurysprecher Dominik Strähle, Senior Manager Digital Products, Thalia.

Der Jury gehören neben Dominik Strähle an: Detlef Büttner (Vorstandsmitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lehmanns Media), Per Dalheimer und Nina Hugendubel (Hugendubel), Michael Döschner-Apostolidis (Sprecher der IG Digital des Börsenvereins, Holtzbrinck ePublishing), Dr. Leif Göritz (Thalia), Dr. Bettina Hansen (Georg Thieme Verlag), Nina Hugendubel (Hugendubel), Dr. Wolfgang Pichler (MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung), Ronald Schild (MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels), Ellen Voráč (Deezer).

Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 treten die Gründerinnen und Gründer zum entscheidenden Pitch vor der Jury und dem Publikum an. Anschließend wird das Content-Start-up des Jahres gekürt und mit 10.000 Euro gefördert.

Website mit detailliertem Infos zu den Start-ups: www.contentshift.de
Twitter: @ShiftingContent
Hashtag: #cosh18

Erster Hessischer Verlagspreis in Wiesbaden verliehen

Verlage aus Kassel und Marburg überzeugen mit Werkstatt-Konzept und beherztem Bekenntnis zur Zukunft der Buchbranche

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die heutige Preisverleihung ist der erste Höhepunkt eines ehrgeizigen Projekts: Mit dem Hessischen Verlagspreis wollen wir die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die heutige Preisverleihung ist der erste Höhepunkt eines ehrgeizigen Projekts: Mit dem Hessischen Verlagspreis wollen wir die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute den Hessischen Verlagspreis im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine verliehen. Zwei Unternehmen haben mit ihren Konzepten überzeugt: Der Verlag Rotopol in Kassel gewann den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis, der Büchner-Verlag in Marburg freute sich über den Gründer-Preis und 5.000 Euro Preisgeld. Das Land Hessen hat gemeinsam mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. den Hessischen Verlagspreis in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die heutige Preisverleihung ist der erste Höhepunkt eines ehrgeizigen Projekts: Mit dem Hessischen Verlagspreis wollen wir die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen, sie unterstützen und erhalten. Die gute Resonanz auf unsere Ausschreibung zeigte, dass vor allem kleine Unternehmen mit spannenden Ideen das Buchgeschäft bereichern. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg und wünsche ihnen weiterhin viel Tatendrang. Gleichzeitig bedanke ich mich bei den Jury-Mitgliedern und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels für die hervorragende Zusammenarbeit.“

 Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preise ging an den Verlag Rotopol in Kassel (v.l.)Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Stefanie Brich (Börsenverein Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Rita Fürstenau (Rotopol), Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbands Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preise ging an den Verlag Rotopol in Kassel (v.l.)Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, Stefanie Brich (Börsenverein Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Rita Fürstenau (Rotopol), Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbands Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Hauptpreisträger, der Verlag Rotopol aus Kassel, wurde 2007 gegründet und wird heute von den Verlegerinnen und Illustratorinnen Rita Fürstenau und Carmen José geleitet. Er ist ein Verlag für grafisches Erzählen, „der die Grenzen dessen abtastet, was Illustratoren und Comic leisten können“, so die Definition der Verlegerinnen. Der Verlag beherbergt ein eigenes Atelier, eine Siebdruck-Werkstatt, eine Galerie für wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Illustration und ein Geschäft, in dem neben dem Verlagsprogramm weitere Artikel aus der eigenen Werkstatt verkauft werden. Die Jury lobte diese ungewöhnliche Kombination aus Verlag und Handwerk.

 Dr-Sabine Manke, mit  Büchner-Verlagsteam, dankte für die "wahnsinnig tolle Idee". © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr-Sabine Manke, mit Büchner-Verlagsteam, dankte für die „wahnsinnig tolle Idee“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Den Büchner-Verlag übernahmen vier ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tectum-Verlags und verlegten ihn von Darmstadt nach Marburg. Sie haben sich auf akademische Literatur mit dem Schwerpunkt in Kultur- und Medienwissenschaften sowie auf populäre Sachbücher spezialisiert und führen den Verlag als Genossenschaft. Mit dem Gründerpreis ehrt die Jury neben dem beherzten Bekenntnis der vier zur Zukunft der Buchbranche auch die Besinnung auf das genossenschaftliche Betriebsmodell.

Laudatorin Britta Jürgs, Verlegerin (Aviva Verlag) und Vorstandsvorsitzende der Kurt-Wolff-Stiftung, zeichnete wunderbare Porträts der Preisträger und  lobte deren kreatives Programm. © Foto: Diether v. Goddenthow
Laudatorin Britta Jürgs, Verlegerin (Aviva Verlag) und Vorstandsvorsitzende der Kurt-Wolff-Stiftung, zeichnete wunderbare Porträts der Preisträger und lobte deren kreatives Programm. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dass der Hessische Verlagspreis zur richtigen Zeit kommt, zeigt auch das kürzlich veröffentlichten Ergebnis der Studie des Börsenvereins „Buchkäufer – quo vadis?“. Demnach musste die Buchbranche in den vergangenen Jahren nur leichte Defizite im Umsatz hinnehmen. Gravierender hingegen ist, dass die Zahl der Käufer um 17,8 Prozent gegenüber 2017 zurückgegangen ist, das sind 6,4 Millionen weniger Käufer. Der einzelne Käufer kauft dafür mehr und auch hochwertigere, teurere Bücher.

„Ein Fazit der Studie ist, dass das Buch zum Kunden kommen muss – und dafür muss die Branche neue Strategien finden. Innovative Ideen und neue Marketingstrategien sind gefragt. Auch dafür steht der Hessische Verlagspreis“, so Kunst und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Siehe auch Beitrag im Börsenblatt.net 

Buchmesse 2018: Der Shortlist-Abend des Deutschen Buchpreises zieht am 23.09. ins Große Haus des Schauspiel Frankfurt

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits im vierzehnten Jahr bringt der Deutsche Buchpreis deutschsprachige Literatur ins Gespräch wie kaum eine andere Auszeichnung und gewinnt damit die Aufmerksamkeit der Leser wie Literaturkritiker gleichermaßen. Die Shortlist-Veranstaltung knüpft an diesen Erfolg an: Zum elften Mal präsentieren das Literaturhaus Frankfurt und das Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung, die den Preis vergibt, die Autoren der Shortlist des Deutschen Buchpreises vor der Preisverleihung Mitte Oktober. Die Finalisten, die in diesem Jahr in der Endauswahl für den deutschsprachigen Roman des Jahres stehen, stellen sich am 23. September aufgrund des riesigen Erfolges dieser Veranstaltung und des großen Publikums- und Medieninteresses erstmals im Großen Haus des Schauspiel Frankfurt in Lesungen und Gesprächen vor. Der „Shortlist-Abend“ ist für das Frankfurter Publikum die Chance, die Nominierten des Deutschen Buchpreises im Vorfeld der Preisverleihung zu erleben. Die Moderationen übernehmen Sandra Kegel (F.A.Z), Alf Mentzer (hr2-kultur) und Insa Wilke (freie Kritikerin).

Karten zum Preis von 18 € / erm. 12 € gibt es im Vorverkauf des Schauspiel Frankfurt am Willy-Brandt-Platz ab 10. August 2018 (oder online unter www.schauspielfrankfurt.de, Tel.: 069 – 212 49494), Restkarten sind eine Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Theaterkasse erhältlich.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Kulturamt Frankfurt am Main und Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Partner ist die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 01.10. bis 06.10 (ausgenommen 03.10.) um 19.30 und 15.00 Uhr (Wdh.).

Lesungen während der Buchmesse im Schauspiel Frankfurt
Mittwoch, 10.10. Robert Seethaler: Das Feld
Donnerstag, 11.10. Eva Mattes liest Elena Ferrantes „Lästige Liebe“ und „Die Neapolitanische Saga“
Freitag, 12.10. Juli Zeh: Neujahr

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018 geht an Aleida und Jan Assmann

Aleida und   Jan Assmann. ©   Foto: Corinna Assmann
Aleida und Jan Assmann. © Foto: Corinna Assmann

Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilt, hat der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und den deutschen Ägyptologen und Kulturwissenschaftler Jan Assmann zu den diesjährigen Trägern des Friedenspreises gewählt. Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, hatte dies bei der Eröffnung der Buchtage Berlin 2018 bekannt gegebem. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 14. Oktober 2018, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2018 an Aleida und Jan Assmann und ehrt damit ein Forscherpaar, das sich in seiner Arbeit seit Jahrzehnten wechselseitig inspiriert und ergänzt. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann greift mit ihren wissenschaftlich fundierten Studien engagiert die immer wieder neu virulenten Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf. Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation. Ihr Werk weist darauf hin, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander ist. Der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann hat durch sein umfangreiches wissenschaftliches Werk internationale Debatten um Grundfragen zu den kulturellen und religiösen Konflikten unserer Zeit angestoßen. Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie zur Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch leistet er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute. Aus dieser spannungsvollen, komplementären Einheit, die Aleida und Jan Assmann bilden, ist ein zweistimmiges Werk entstanden, das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist.“

Aleida Assmann, geboren am 22. März 1947 in Bethel bei Bielefeld, beschäftigte sich in ihrem wissenschaftlichen Arbeiten neben der Anglistik und Archäologie seit den 1990er Jahren vornehmlich mit der Thematik des kulturellen Gedächtnisses, der Erinnerung und des Vergessens. 1993 folgte sie dem Ruf an den Lehrstuhl für Anglistik und allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz und nahm in den folgenden Jahrzenten zahlreiche Gastprofessuren weltweit wahr.

In ihrem 2006 erschienenen Buch „Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik“ untersucht sie die Spannungen zwischen persönlicher Erfahrung und offiziellem Gedenken, gibt Ratschläge für eine angemessene Erinnerungskultur und plädiert dafür, dem Gedächtnis einen „gemeinsamen Erinnerungsraum“ zu geben, der sich auch in einem Gedenktag wiederfinden sollte. In ihrem jüngsten, 2017 erschienenen Buch „Menschenrechte und Menschenpflichten“ plädiert sie angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte für einen neuen Gesellschaftsvertrag, für den die Menschenrechte, Werte wie Empathie und Solidarität sowie ein Kanon von Regeln für ein faires und respektvolles Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten maßgeblich sind.

Ihr Ehemann Jan Assmann, geboren am 7. Juli 1938 in Langelsheim (Harz), leistete wissenschaftliche Grundlagenarbeit bei der Erschließung, Edition und Interpretation von Quellen zur ägyptischen Religion. Dabei verlegt er sich früh auf interdisziplinäre Ansätze, indem er philologische Deutungen von Texten in den Zusammenhang mit archäologischen Befunden stellt sowie den kulturellen und sozioökonomischen Hintergrund berücksichtigt. Über die Analyse des Totenkults setzt Jan Assmann sich zudem mit der Frage auseinander, welches Selbstverständnis eine Kultur späteren Generationen von sich vermitteln will.

Mit seinen ägyptologischen und kulturwissenschaftlichen Arbeiten revidiert Jan Assmann das biblische Bild des Alten Ägyptens von einer versklavten Gesellschaft unter pharaonischer Willkür und porträtiert stattdessen eine Zivilisation, die von Ordnungs- und Gerechtigkeitsvorstellungen geleitet ist. Einem erweiterten Kreis wird Jan Assmann über seine Arbeiten zur Entstehung des Monotheismus bekannt, dessen Anfänge er in dem Auszug der Israeliten aus Ägypten sieht. In dem 2016 erschienenen Buch „Totale Religion. Ursprünge und Formen puritanischer Verschärfung“ schlägt Jan Assmann schließlich einen Bogen zur aktuellen Diskussion über das Gewaltpotential monotheistisch geprägter Gesellschaften.

Zusammen mit seiner Frau Aleida gründet Jan Assmann 1978 den Arbeitskreis „Archäologie der literarischen Kommunikation“, in dem beide Vertreter verschiedener Disziplinen und Kultur-Fächer in einen Dialog bringen. Im Rahmen ihrer Arbeit formulieren Aleida und Jan Assmann das Konzept des kulturellen Gedächtnisses, das sie als offiziell institutionalisierte, konstruierte Form kollektiven Erinnerns vorstellen und von den rein subjektiven individuellen Erinnerungen abgrenzen. Sie greifen auch Themen der aktuellen Gegenwart auf wie zum Beispiel die Frage der individuellen und kollektiven Erinnerung an die Shoah, und machen es sich zur Aufgabe, auch die Erforschung von Literatur in diesen weiten kulturwissenschaftlichen Rahmen zu stellen.

Aleida und Jan Assmann erhielten zahlreiche Auszeichnungen, für ihr gemeinsames Schaffen unter anderem den Balzan-Preis (2017) und den Karl-Jaspers-Preis (2017). Aleida Assmann wurde mit dem A.H.-Heineken-Preis für Geschichte (2014), dem Max-Planck-Forschungspreis: Geschichte und Gedächtnis (2009) und weiteren Ehrungen ausgezeichnet. Jan Assmann wurde für sein Schaffen unter anderem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa (2016) und dem Thomas-Mann-Preis (2011) geehrt. Er erhielt 2006 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Aleida und Jan Assmann leben in Konstanz. Das Ehepaar hat fünf Kinder.

Weitere Informationen sind abrufbar unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.

85 Jahre Bücherverbrennung: „Mahnung an unsere freie, demokratische Gesellschaft“

Am 10. Mai 2018 jähren sich die in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Bücherverbrennungen zum 85. Mal. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ruft zum Gedenken und zur Auseinandersetzung mit dem Ereignis auf, das in erschreckender Weise gezeigt hat, wie die Freiheit des Wortes außer Kraft gesetzt werden kann.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins: „Vor 85 Jahren wurde die Meinungs- und Publikationsfreiheit in unserem Land auf schreckliche Art und Weise angegriffen. Die Bücherverbrennungen rund um den 10. Mai 1933 sind eine Mahnung an unsere freie, demokratische Gesellschaft. Sie zeigen, wie zerbrechlich die Freiheit des Wortes sein kann. Als Buchhändlerinnen und Buchhändler, Verlegerinnen und Verleger wollen wir die Erinnerung an diese Ereignisse wach halten und ihnen ein entschiedenes ,Nie wieder!‘ entgegensetzen.“

Der Börsenverein sieht sich aufgrund seiner eigenen Geschichte in einer besonderen Verantwortung: „Aus opportunistischen Gründen hat der Verband damals mit den Machthabern kooperiert und die Bücherverbrennungen aktiv unterstützt. Das ist beschämend. Unser innerer Wertekompass ging uns verloren. Umso konsequenter treten wir heute für die Freiheit des Wortes als Menschenrecht und unverzichtbare Grundlage unserer Demokratie ein“, sagt Riethmüller.

Heute Abend lädt der Börsenverein gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main zu einer Gedenkveranstaltung im Historischen Museum Frankfurt ein. Bodo Kirchhoff, Frank Witzel, Olga Martynova und Gerd Koenen lesen aus Werken, die vor 85 Jahren geächtet und verbrannt wurden. Gespräche und Wortbeiträge erinnern an das Geschehen und rücken die Bedeutung des Gedenktages in der heutigen Zeit in den Blick. „Lesen gegen das Vergessen: Frankfurt gedenkt der Bücherverbrennung vor 85 Jahren“ beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter: www.wort-und-freiheit.de/termine/lesen-gegen-das-vergessen