Kategorie-Archiv: Freiheit für das Wort

Deutscher PEN unterstützt die Initiative „Weiter Schreiben“

Das PEN-Zentrum Deutschland unterstützt die Initiative „Weiter Schreiben“, ein literarisches Portal, auf dem Autoren aus Krisengebieten mit deutschsprachigen Kollegen literarische Texte und Übersetzungen erarbeiten, um den künstlerischen Austausch zu fördern und neue, gemeinsame Perspektiven zu schaffen. „Wie wichtig es ist, den Kolleginnen und Kollegen, die Zuflucht in Deutschland suchen, zu einer Stimme und zur Wahrnehmung ihrer Stimme in der Öffentlichkeit zu verhelfen, wissen wir aus den vielfältigen Erfahrungen und Begegnungen mit verfolgten Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt im Writers-in-Exile Programm des PEN. Und was wir auch daraus gelernt haben, ist, dass wir durch diese Begegnungen selbst reich beschenkt werden“, so PEN-Präsidentin Regula Venske.

Für die Literaten ist der Schreibprozess durch die politische Situation in ihren Herkunftsländern unterbrochen. Der Zugang zum Literatur- und Medienbetrieb ist verstellt, das Publizieren fast unmöglich. Oft kommt eine akute Bedrohungssituation hinzu. Exil bedeutet „Entbehrung, Unsicherheit und abgrundtiefe Verzweiflung“, so die türkische Schriftstellerin und Soziologin Pinar Selek, die von 2009 bis 2011 Stipendiatin im Writers-in-Exile Programm des deutschen PEN war.

Auf www.weiterschreiben.jetzt werden literarische Texte der Autoren in der Originalsprache sowie in deutscher Übersetzung veröffentlicht und durch Fotografen und Künstler, die ebenfalls aus Krisengebieten stammen, illustriert. Zum Auftakt von „Weiter Schreiben“ findet am 18. Mai 2017 eine Lesung mit syrischen Autoren in der deutsch-arabischen Bibliothek Baynetna in Berlin statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter http://bit.ly/2pFlofx.

PEN-Zentrum Deutschland e.V.
Kasinostr. 3
64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Fax.: 06151 / 293414
E-Mail: info@pen-deutschland.de

Lagebericht des Auswärtigen Amtes zur Türkei liegt ZDF-Magazin „Frontal 21″ vor

Ilka Brecht Copyright: ZDF/Svea Pietschmann
Ilka Brecht
Copyright: ZDF/Svea Pietschmann

„Systematische Verfolgung“ Oppositioneller und „massive Gewalt seitens der Sicherheitskräfte“

Ein aktueller Lagebericht des Auswärtige Amtes (AA) berichtet detailreich von staatlicher Repression in der Türkei. In dem internen Bericht vom 19. Februar 2017, der dem ZDF-Magazin „Frontal 21″ vorliegt, heißt es: „Die meisten politisch Oppositionellen können sich nicht frei und unbehelligt am politischen Prozess beteiligen. Es gebe deutliche Anhaltspunkte „für eine systematische Verfolgung vermeintlicher Anhänger der Gülen-Bewegung, ohne dass es Kriterien dafür gebe, was einen Anhänger kennzeichnet“, schreiben die Beamten. Mit Hilfe des AA-Berichts entscheidet das Bundesamt für Migration über Asylbegehren türkischer Staatsbürger in Deutschland. Bisher dauern Verfahren aus der Türkei mehr als 16 Monate. Laut Bundesinnenministerium wurden im vergangen Jahr acht Prozent der Anträge positiv entschieden.

Wen der Vorwurf treffe, Anhänger der Gülen-Bewegung oder der verbotenen kurdischen Terrororganisation PKK zu sein, muss nach dem Bericht des Auswärtige Amtes damit rechnen, ohne faires Verfahren im Gefängnis zu landen. „Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass (…) bei Verfahren mit politischen Tatvorwürfen bzw. Terrorismusbezug unabhängige Verfahren kaum (…) gewährleistet sind.“ Die von der Erdogan-Regierung verhängten Notstandsdekrete hätten dazu geführt, „dass die Unabhängigkeit der Justiz eingeschränkt wurde“.

Im Bericht werden „Fälle von massiver Gewalt der Sicherheitskräfte“ thematisiert. Vor allem bei Demonstrationen kommen die „nicht selten“ vor, schreibt das AA. Vor allem regierungskritische Journalisten müssten mit „(Mord-)Drohungen und tätlichen Angriffen“ rechnen. Mehr als 100 Journalisten sitzen laut diesem Bericht in Haft. Die Beamten schreiben, die türkische Verfassung garantiere Meinungs- und Pressefreiheit, „in der Praxis sind diese Rechte aber zunehmend ausgehebelt“. Zusammenfassend heißt es: „Die Regierung hat seit dem Putschversuch eine fast alles beherrschende nationalistische Atmosphäre geschaffen, die gleichermaßen auf Furcht, Euphorie, Propaganda und nationaler Einheit setzt.“

https://www.zdf.de/politik/frontal-21

Preise des 13. Deutschen Fernsehkrimifestivals in Wiesbaden vergeben – Solidaritätsadresse für Meinungs- und Pressefreiheit

Abschluss-Gala des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 in der Caligari Filmbühne Wiesbaden, mit Preisträgern, Juroren, Festival-Team, Moderatorin und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz.  Foto: Diether v. Goddenthow
Abschluss-Gala des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 in der Caligari Filmbühne Wiesbaden, mit Preisträgern, Juroren, Festival-Team, Moderatorin und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz. Foto: Diether v. Goddenthow

Die politische Botschaft des 13. Fernsehkrimifestivals  formulierte Bärbel Schäfer, die Gastgeberin des Abends, gleich zum Einstieg. Unter großem solidarischen Beifall des Publikums  erinnerte die Moderatorin des Gala-Abends an Deniz Yücel und all die anderen Fotografen, Regisseure, Drehbuchautoren, Journalisten, Künstler und Kreativen, „die eben nicht die Chance haben, ihre Gedanken momentan so frei formulieren zu können“, wie wir hierzulande.

Moderatorin des Abends Bärbel Schäfer gleich zu Beginn mit einer großen politischen Botschaft: "Meinungs- und Pressefreiheit!".Foto: Diether v. Goddenthow
Moderatorin des Abends Bärbel Schäfer gleich zu Beginn mit einer großen politischen Botschaft: „Meinungs- und Pressefreiheit!“.Foto: Diether v. Goddenthow

Das 13. Fernsehkrimifestival zeige einmal mehr, so Bärbel Schäfer, welch großes Geschenk wir hierzulande haben, dass wir unsere Ideen und politischen Themen ohne Zensur äußern und zeigen können.

Ob NSU-Prozesse, islamistischer Terror, Darknet, Cybercrime oder Serienmörder, all diese Themen waren in den letzten Tagen beim Krimifestival dabei, welches zwei wesentlich Veränderungen erfahren habe. Einmal sei es verbunden worden mit dem literarischen KrimiMärz, und zum anderen gäbe es ab diesem Jahr Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs-Wettbewerb.

Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017 für junge Autoren

v.l. Moderatorin Bärbel Schäfer und die Juroren John-H. Karsten, Tom Winter und Günther Klein bitten den Sieger Leonhardt Appel auf die Bühne. Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Moderatorin Bärbel Schäfer und die Juroren John-H. Karsten, Tom Winter und Günther Klein bitten den Sieger Leonhardt Appel auf die Bühne. Foto: Diether v. Goddenthow

Die wichtigste Neuerung auf dem deutschen Fernsehkrimi-Festival ist der Preis für die Drehbuch-Nachwuchsautoren. In dem Drehbuchwettbewerb für junge Autoren, der 2017 gemeinsam mit der HessenFilm und Medien GmbH und dem Drehbuchverband TopTalente e. V. zum ersten Mal ausgeschrieben wurde, ermittelten vier hochkarätige Juroren den originellsten „Drehbuch-Krimistoff“. Die Juroren waren: Drehbuchautorin und Grimme-Preisträgerin Katrin Bühlig, Drehbuchautor John-H. Karsten, Festivalorganisator Tom Winter und der Autor und Regisseur Günther Klein. Auf Nachfrage von Bärbel Schäfer erläuterte John-H. Karsten was der Jury bei der Suche nach dem besten Drehbuch besonders wichtig war, nämlich besondere Fallkonstellationen, spannendee Figuren, die man so noch nicht gesehen haben und ungewöhnliche Ermittler-Täterkombinationen. Tom Winter ergänzte, dass es zudem um die Durchführbarkeit des Stoffes ging, dem man besonders wünsche, den Fuss in die Tür zu bekommen. Es gäbe für den Drehbuchnachwuchs-Wettbewerbs-Gewinner zwar noch keinen Sendeplatz. Inhalt des Preises sei jedoch, dass der Sieger eine dramaturgische Beratung durch Top-Talente e.V. im Verband von den Deutschen Drehbuchautoren erhielte und sein Drehbuchstoff vom Exposé zum Treatment mit Profiunterstützung weiterentwickeln könnte. Beim Fernsehfestival im Herbst in Baden-Baden dürfte er schließlich an einem Pitch vor professionellem Publikum teilnehmen, erläuterte Tom Winter. Juror Günther Klein war ein Entscheidungskriterium ein gewisser Mehrwert im Drehbuchkonzept.

Leonhardt Appel, Sieger des Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017. "Es war mein erster Versuch!". Foto: Diether v. Goddenthow
Leonhardt Appel, Sieger des Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017. „Es war mein erster Versuch!“. Foto: Diether v. Goddenthow

Beim Sieger-Exposé sei besonders attraktiv die Verbindung von realhistorischen Sachverhalten mit der fiktiven Handlung: „Sozusagen trifft Krimi auf historischen Zeitkolorit.“ Der in den 30er, 40er Jahren angesiedelte Stoff hätte mit sehr gut geschriebenen Dialogbeispielen und sehr differenziert dargestellten Charakteren überzeugt. Zudem habe der Jury sehr gefallen, dass hier eine in den 50er Jahren schon mal verfilmte Geschichte geradezu gegenteilig erzählt würde. Der historische Kriminalfall des angeblichen Massenmörders Bruno würde in diesem Filmvorhaben zum ersten Mal in seiner ganzen spannenden und tragischen Dimension aufgearbeitet. Zudem vermittelte er dem Zuschauer auf diese Weise das eindrückliche Bild einer manipulativen Justiz, die der Gefahr massiver politischer Einflussnahme erläge.
Gewonnen hat den ersten Fernsehkrimi-Drehbuchpreis 2017 für junge Autoren Leonhardt Appel . Der Titel seines Werkes ist ganz kurz: „Bruno, die wahre Geschichte hinter Deutschlands größten Massenmörder

Publikumspreis für „München Mord – Wo bist du Feigling“ (ZDF)

"München Mord": Die Kommissare Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, l.), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, M.) und Ludwig Schaller (Alexander Held, r.) im Münchner Luitpoldpark. © ZDF/Hendrik Heiden
„München Mord“: Die Kommissare Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, l.), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, M.) und Ludwig Schaller (Alexander Held, r.) im Münchner Luitpoldpark.
© ZDF/Hendrik Heiden

Der Film „Wo bist du, Feigling“ aus der ZDF-Samstagskrimireihe „München Mord“ wurde beim FernsehKrimi-Festival 2017 in Wiesbaden mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. „Uns überzeugen die schauspielerischen Leistungen, der Humor und die anhaltende Atmosphäre über 90 Minuten“, so die Publikumsjury in ihrer Begründung.

Sarah Müller, die Sprecherin der Publikumsjury gemeinsam mit Stefanie von Heydwolff (ZDF) bei der Preisüberreichung in der Caligari-Filmbühne.  Foto: Diether v. Goddenthow
Sarah Müller, die Sprecherin der Publikumsjury gemeinsam mit Stefanie von Heydwolff (ZDF) bei der Preisüberreichung in der Caligari-Filmbühne. Foto: Diether v. Goddenthow

„München Mord: Wo bist du, Feigling“ war am 3. September 2016 im ZDF zu sehen. Im vierten Film der ZDF-Samstagskrimireihe mit Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier und Alexander Held steht das schräge Ermittlertrio vor einer seiner intensivsten und gleichzeitig frustrierendsten Ermittlungen: In einem Münchner Park wird ein junger Mann von einem Jogger erschlagen. Die Chance, den flüchtigen Täter zu finden, ist gering. Es scheint sich um eine reine Zufallstat ohne echtes Motiv zu handeln.

 Publikumsjury  des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017: „München Mord – Wo bist du Feigling“ (ZDF) v.l.: Sarah Müller, Thomas Ruhl, Regina Hofsäß und Jürgen Bierbrauer (r).mit Bärbel Schäfer während der Gala des Fernsehkrimifestivals.Foto: Diether v. Goddenthow
Publikumsjury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017:
„München Mord – Wo bist du Feigling“ (ZDF) v.l.: Sarah Müller, Thomas Ruhl, Regina Hofsäß und Jürgen Bierbrauer (r).mit Bärbel Schäfer während der Gala des Fernsehkrimifestivals.Foto: Diether v. Goddenthow

Regie führte Anno Saul nach dem Buch von Friedrich Ani und Ina Jung. Produziert wurde der Film von TV60Film (Sven Burgemeister, Andreas Schneppe). Die Redaktion im ZDF hatten Stefanie von Heydwolff und Petra Tilger.Ein weiterer Film aus der Reihe „München Mord“, „Einer der’s geschafft hat“, steht am Samstag, 18. März 2017, 20.15 Uhr, im ZDF auf dem Programm.

Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017

Fachjury des Deutschen FernsehKrimi-Preis 2017. Schauspielerin Gesine Cukrowski, Schauspieler Florian Bartholomäi, Drehbuchautor Michael Helfrich, Regisseurin Isabel Kleefeld, Krimi-Stipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden Esmahan Aykol. Foto: Diether v. Goddenthow
Fachjury des Deutschen FernsehKrimi-Preis 2017. Schauspielerin Gesine Cukrowski, Schauspieler Florian Bartholomäi, Drehbuchautor Michael Helfrich, Regisseurin Isabel Kleefeld, Krimi-Stipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden Esmahan Aykol. Foto: Diether v. Goddenthow

In der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 saßen die Schauspielerin Gesine Cukrowski, der Schauspieler Florian Bartholomäi, der Drehbuchautor Michael Helfrich, die Regisseurin Isabel Kleefeld sowie die diesjährige Krimi-Stipendiatin der Landeshauptstadt Wiesbaden Esmahan Aykol. Die fünf Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger der Publikumsjury wurden über eine Verlosung des Wiesbadener Kuriers ermittelt.

Ulrike C. Tscharre als beste Darstellerin ausgezeichnet

Ulrike C. Tscharre wurde für die Darstellung der Polizistin Hanna Landauer in „Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto) geehrt. Als sie es in iher Berliner Wohnung erfuhr, sei sie noch ungeduscht gewesen, und hätte nicht gedacht, dass der Tag in Wiesbaden so toll endete. Inzwischen habe sie aber gedusccht.   Foto: Diether v. Goddenthow
Ulrike C. Tscharre
wurde für die Darstellung der Polizistin Hanna Landauer in
„Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto) geehrt. Als sie es in ihrer Berliner Wohnung erfuhr, sei sie noch ungeduscht gewesen, und hätte nicht gedacht, dass der Tag in Wiesbaden so toll endete. Inzwischen habe sie aber gedusccht. Foto: Diether v. Goddenthow

Für die ihre Darstellung der Polizistin Hanna Landauer in „Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto) zeichnet die Jury die Schauspielerin Ulrike C. Tscharre als beste Darstellerin aus. Die Jury sagt zu dieser Leistung: „Sie schafft es, scheinbar mühelos und klug dosiert, eine natürliche, unaufgeregte Autorität in einer Männerwelt zu verkörpern. Dabei gelingt es ihr, ohne die vermeintlichen Waffen einer Frau, der Figur eine Weichheit zu bewahren. Durch kluge schauspielerische Entscheidungen meistert sie diese Gratwanderung und vermittelt uns eine melancholische Leichtigkeit, von der wir begeistert waren.“

Florian Lukas als bester Darsteller ausgezeichnet

Der als bester Darsteller geehrte Florian Lukas konnte wegen eines Drehtermins nur mit einer Videobotschaft für den Preis danken.  Foto: Diether v. Goddenthow
Der als bester Darsteller geehrte Florian Lukas konnte wegen eines Drehtermins nur mit einer Videobotschaft für den Preis danken. Foto: Diether v. Goddenthow

Den Preis als bester Darsteller erhält Florian Lukas für die Rolle des Paul Winter in der Produktion „Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch“ (BR/ARD Degeto/MDR). Der Film ist Teil der ARD-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Florian Lukas trägt den Film, bewältigt mühelos die Zeitsprünge, zieht einen mit seiner eindrucksvollen Art des Spiels in jeden Moment emotional in die sehr komplexe Geschichte. Er lässt einen teilnehmen und erfühlen, die Wut, die Ohnmacht, die Fassungslosigkeit und Empathie. Gebannt schaut man Florian Lukas bei seinem klugen, tiefgründigen Spiel zu.“

Sonderpreis für Drehbuchautor Rolf Basedow

Drehbuchautor Rolf Basedow wurde für seine außergewöhnliche Autorenleistung geehrt. Foto: Diether v. Goddenthow
Drehbuchautor Rolf Basedow wurde für seine außergewöhnliche Autorenleistung geehrt. Foto: Diether v. Goddenthow

Für seine außergewöhnliche Autorenleistung erhält der Drehbuchautor Rolf Basedow den Sonderpreis für eine herausragende Einzelleistung. Beim diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festival war der Autor mit drei Produktionen vertreten: „Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“ (WDR/ARD Degeto), „Lotte Jäger und das tote Mädchen“ (ZDF) sowie gemeinsam mit Christoph Busche und Jan Braren für „Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch“ (BR/ARD Degeto/MDR). „Sein Werk ist geprägt von interessanten und relevanten Stoffen, ausnahmslos exzellent recherchiert. Rolf Basedow stellt sich der Komplexität unserer Welt und nimmt uns in seiner klugen Neugier mit auf die Abenteuerreise in die Vielschichtigkeit unserer oft widersprüchlichen Gesellschaft“, lobt die Jury den Autor Rolf Basedow.

Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017

Szene aus “Höhenstraße“ (ORF), aus der bittersüßen, grauenhaft komischen, abgründig witzigen Welt des David Schalko. Siegerfilm beim Fernsehkrimifestival 2017 in Wiesbaden.
Szene aus “Höhenstraße“ (ORF), aus der bittersüßen, grauenhaft komischen, abgründig witzigen Welt des David Schalko. Siegerfilm beim Fernsehkrimifestival 2017 in Wiesbaden.

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2017 ist die ORF-Produktion “Höhenstraße“. Der Film ist eine skurrile Entführungsgeschichte mit immer wieder überraschenden Wendungen. Die beiden Kleinkriminellen Roli und Ferdi zocken in falschen Polizeiuniformen auf der Wiener Höhenstraße Autofahrer ab. Als sie zwei Männer mitnehmen und einsperren, um Lösegeld zu erpressen, läuft alles aus dem Ruder.
In den Hauptrollen sind Nicholas Ofczarek und Raimund Wallisch zu sehen. Buch und Regie stammen von David Schalko. Der Film, der im ORF in der Reihe „Landkrimi“ zu sehen war, ist eine Koproduktion von ORF und Superfilm GmbH. Die Produzenten sind John Lueftner und David Schalko. Die Redaktion liegt bei Klaus Lintschinger.

Laudatorin Gesine Curkrowski: Der Siegerfilm Höhenstrasse sei hochpolitisch, da er sich die größtmögliche Freiheit genommen habe, das höchste Gut, das wir in diesen Zeiten haben. Foto: Diether v. Goddenthow
Laudatorin Gesine Curkrowski: Der Siegerfilm Höhenstrasse sei hochpolitisch, da er sich die größtmögliche Freiheit genommen habe, das höchste Gut, das wir in diesen Zeiten haben. Foto: Diether v. Goddenthow

„Wir glauben dass dieser Film besonders politisch ist, denn dieser Film hat sich die größtmögliche Freiheit genommen, und ich glaube Kunstfreiheit und Meinungsfreiheit ist gerade in diesen Zeiten das höchste Gut, das wir haben“, leitete die Schauspielerin Gesine Cukrowski in ihrer Funktion als Sprecherin der Jury die Begründung der Jury ein: „Hinter dem unspektakulären Titel ‚Höhenstraße‘ verbirgt sich ein unerwartetes Meisterwerk der Filmkunst. Die perfekte Mischung aus Spannung, Tragik, Humor, Abgründigkeit und herausragendem Talent in allen Abteilungen. Ob Szenenbild, Kamera, Musik oder Kostüm, die Grandezza in der Darstellung – alles zusammen erschafft einen Kosmos, dem man sich nicht entziehen kann, der süchtig macht. Willkommen in der grauenhaft komischen, abgründig witzigen Welt des David Schalko!

David Falko und Raimund Wallisch, freuen sich, dass ihr "Antikrimi", der alle nur denkbare Klischees enthalte, den Hauptpreis vom 1000 Litern Wein, selbst wenn es deutscher Wein wäre, gewonnen haben. Denn Alkohol spiele bei all seiner Arbeit stets eine sehr große Rolle.  Foto: Diether v. Goddenthow
David Falko und Raimund Wallisch, freuen sich, dass ihr „Antikrimi“, der alle nur denkbare Klischees enthalte, den Hauptpreis vom 1000 Litern Wein, selbst wenn es deutscher Wein wäre, gewonnen haben. Denn Alkohol spiele bei all seiner Arbeit stets eine sehr große Rolle. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Film ist eine Achterbahnfahrt. Er beginnt mit dem Horror der Willkür, bis Cat Stevens einen mit Dachs und Sonnenaufgang erlöst. Dieser Wechsel zwischen menschlichen Abgründen und Erlösung durch Raffinesse, Humor und sogar Liebe, lässt keine Zeit zum Verschnaufen. Ein Feuerwerk an Kreativität und Können. Er ist hemmungslos und gnadenlos und dadurch entwaffnend menschlich und ehrlich. Vielen Dank für diese Erleuchtung David Schalko und allen Beteiligten.“

Cathrin Ehrlich, Festivalleiterin und Bärbel Schäfer dankten dem Sponsor- Weingut  Udo Ott.   Foto: Diether v. Goddenthow
Cathrin Ehrlich, Festivalleiterin und Bärbel Schäfer dankten dem Sponsor- Weingut Udo Ott. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Hauptpreis des deutschen Fernsehkrimi-Festivals besteht aus 1000 Litern Wein. Er wird seit Jahren gesponsert vom Weingut Udo Ott, Grorother Hof, Wiesbaden-Frauenstein. Ein Wunsch des Sponsors wäre es, verriet Bärbel Schäfer, wenn Otts Weingut auch mal Kulisse für einen Krimi sein könnte.

FernsehKrimi-Nacht
Mit der langen FernsehKrimi-Nacht endet in der Nacht vom 11. auf den 12. März das Deutsche FernsehKrimi-Festival 2017. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und den Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine und dem Wiesbadener Kurier.

Großer Andrang vor der Caligari-Filmbühne Wiesbaden zum Gala-Abend des Fernsehkrimifestival. Foto: Heike v. Goddenthow
Großer Andrang vor der Caligari-Filmbühne Wiesbaden zum Gala-Abend des Fernsehkrimifestival. Foto: Heike v. Goddenthow

Petition #FreeWordsTurkey mit 111.047 Unterzeichnern an Bundesregierung übergeben | Initiatoren fordern konsequentes Eintreten für verfolgte Autoren und Journalisten wie Deniz Yücel

Übergabe der Petition heute im Bundeskanzleramt an Regierungssprecher Steffen Seibert und Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin / Türkischer Journalist Can Dündar begleitet Delegation  / Petition des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, des PEN-Zentrums Deutschland und von Reporter ohne Grenzen mit Unterstützung der Plattform change.org
Übergabe der Petition heute im Bundeskanzleramt an Regierungssprecher Steffen Seibert und Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin / Türkischer Journalist Can Dündar begleitet Delegation / Petition des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, des PEN-Zentrums Deutschland und von Reporter ohne Grenzen mit Unterstützung der Plattform change.org

Berlin, 24.2.2017 – Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen haben gegenüber der Bundesregierung mit Nachdruck ein entschiedenes Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei gefordert. Sie solle sich konsequent für die sofortige Freilassung festgesetzter und inhaftierter Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten wie den deutsch-türkischen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel einsetzen. Vertreter der drei Organisationen übergaben heute im Bundeskanzleramt die Petition #FreeWordsTurkey an Regierungssprecher Steffen Seibert und Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin. Can Dündar, im deutschen Exil lebender türkischer Journalist und Unterstützer der Petition, begleitete die Delegation. 111.047 Menschen haben seit September 2016 den Aufruf unter www.freewordsturkey.de/petition auf der Plattform change.org unterzeichnet. Sie fordern darin die Bundesregierung und die EU-Kommission dazu auf, die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit in der Türkei konsequent zu verteidigen.

„Statt bloßer Worte sind nun endlich Taten gefragt. Seit dem Start der Petition #FreeWordsTurkey hat sich die Situation für Autoren, Verlage und Kulturschaffende in der Türkei noch verschlimmert, ein fürchterlicher Furor gegen Andersdenkende breitet sich aus – und die Politik schaut weitgehend untätig zu. Wir fordern von Angela Merkel und der Bundesregierung, dass sie konsequent zu den Menschenrechten stehen und die Meinungsfreiheit unter keinen Umständen zum Verhandlungsgegenstand im Zusammenhang mit eigenen wirtschaftlichen Interessen, mit Flüchtlingsfragen oder NATO-Stützpunkten machen“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, beim Gespräch im Bundeskanzleramt.

„Die fortgesetzte Unterdrückung der Medien in der Türkei unterminiert nicht nur die Freiheit des türkischen Volkes, sondern auch die Stabilität des Landes und der Region insgesamt“, so Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland und Mitglied des Präsidiums von PEN International. „Wir fordern von der Bundesregierung, darauf zu drängen, dass der türkische Präsident jene Regelungen im Zusammenhang mit dem Ausnahmezustand aufhebt oder abändert, die im Widerspruch zu den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen seines Landes stehen, und darüber hinaus all ihren Einfluss geltend zu machen, damit die türkischen Institutionen die Einschüchterungen von Journalisten und den Medien einstellen und die notwendigen Schritte einleiten, um Übergriffe und Angriffe auf Journalisten zu untersuchen und die Täter vor Gericht zu bringen. Freie Meinungsäußerung und eine freie Presse sind unabdingbar für eine offene Demokratie.“

„Die Bundesregierung darf sich mit ihrer öffentlichen Kritik nicht weiter zurückhalten“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. „Hinter den Kulissen setzt sie sich zwar für einzelne Journalisten wie Deniz Yücel ein. Doch in der Türkei sind weit über 100 Journalistinnen und Journalisten inhaftiert. Bundeskanzlerin Merkel sollte öffentlich Namen nennen und die Freilassung fordern.“

Zur Petition: www.freewordsturkey.de/petition

(Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

UNESCO ruft zum Internationalen Tag gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten auf – Für die Meinungsfreiheit !!

Ausschnitt aus UNESCO-Plakat zur Kampagne zum Dowload.
Ausschnitt aus UNESCO-Plakat zur Kampagne zum Download.

Seit 2006 weltweit 827 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet
2. November: Internationaler Tag gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten am 2. November veröffentlicht die UNESCO den Bericht „Sicherheit von Journalisten und die Gefahr der Straflosigkeit“. Die Publikation hält fest: Von 2006 bis Ende 2015 wurden 827 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes getötet. Lediglich acht Prozent der Todesfälle wurden aufgeklärt. 2015 war mit 115 Ermordeten das zweittödlichste Jahr für Journalisten in den letzten zehn Jahren.

„Durchschnittlich alle fünf Tage wird ein Journalist aufgrund seiner Arbeit umgebracht. Hinzu kommen Verbrechen wie Entführungen, willkürliche Verhaftungen, Folter, Einschüchterungen, Belästigungen und die Beschlagnahmung von Recherchematerial. Wenngleich wir eine erhöhte Bereitschaft vieler Länder bei der Ahndung dieser Straftaten feststellen, bleibt die Ermordung von Journalisten bei einer Aufklärungsrate von acht Prozent erschreckend oft ohne Konsequenzen für die Täter. Straflosigkeit stärkt die Täter, gefährdet die Prinzipien des Rechtsstaats und führt zu Angst und Selbstzensur der Journalisten. Darunter leidet die gesamte Gesellschaft.“, sagt Professor Wolfgang Schulz, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kommunikations- und Informationsfreiheit in Hamburg.

Der UNESCO-Bericht zeigt: In den Jahren 2014 und 2015 wurden 213 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet, 78 von ihnen befanden sich in der arabischen Region, die damit aufgrund der Konflikte in Syrien, dem Irak, Jemen und Libyen erneut die für Journalisten weltweit gefährlichste Region war. 51 Journalisten wurden in Lateinamerika und der Karibik umgebracht, 34 in Asien und der Pazifikregion, 27 in Afrika und zwölf in Zentral- und Osteuropa. Mit elf Todesfällen ist die Mordrate unter Journalisten in Westeuropa erheblich gestiegen, insbesondere aufgrund der Tötung von acht Mitgliedern der Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris im Januar 2015.

In den letzten zehn Jahren wurden insbesondere Printjournalisten Opfer von Tötungsdelikten. 2014 und 2015 hingegen arbeitete die Mehrzahl der ermordeten Journalisten für das Fernsehen. Ein erheblicher Anstieg wurde 2015 bei der Anzahl der getöteten Online-Journalisten verzeichnet. Von den 21 ermordeten Online-Journalisten waren fast die Hälfte syrische Journalisten und Blogger. 59 Prozent aller Todesfälle 2014/2015 ereigneten sich in bewaffneten Konflikten.

Fast 90 Prozent der Opfer in den Jahren 2014 und 2015 waren Lokaljournalisten – ein Trend, der sich bereits in der letzten Dekade abzeichnete. Freie Journalisten, die oft ohne angemessenen Schutz arbeiten, sind die am stärksten gefährdete Gruppe im Mediensektor. 40 freie und Bürgerjournalisten, die online Berichterstattung leisteten, wurden in den vergangenen zwei Jahren umgebracht.

Hintergrund

Die UNESCO fördert die Presse- und Meinungsfreiheit weltweit und unterstützt den Aufbau unabhängiger und pluralistischer Medien. Sie prangert die Ermordung von Journalisten an und arbeitet für die Aufklärung von Verbrechen an Journalisten. Besonders in Krisen- und Konfliktregionen unterstützt die UNESCO freie und unabhängige Medien dabei, Prozesse der Konfliktlösung, der Demokratisierung und der Friedenssicherung zu gestalten. Mit zahlreichen regionalen Projekten fördert sie die Aus- und Fortbildung von Journalisten.

Weitere Informationen

Kurzfassung des UNESCO-Berichts „Sicherheit von Journalisten und die Gefahr der Straflosigkeit“ (in englischer Sprache)
Poster Download
(Das Poster ist komprimiert. Um das Poster in voller Auflösung zu erhalten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an die unten genannte E-Mail Adresse.)

Forsa-Umfrage zur Meinungsfreiheit in der Türkei: Bürger fordern stärkeren Einsatz der Bundesregierung


Über zwei Drittel der Menschen in Deutschland sprechen sich für stärkere Kritik an Verletzungen der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei aus / Umfrage von Forsa im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels / 80.000 Unterzeichner bei Online-Petition #FreeWordsTurkey unter www.freewordsturkey.de/petition / Schwerpunkt Meinungsfreiheit auf der Frankfurter Buchmesse

Die Mehrheit der Bundesbürger fordert ein entschiedeneres Eintreten der deutschen Politik für Meinungsfreiheit in der Türkei. Über zwei Drittel der Menschen (69 Prozent) sind der Ansicht, dass die Bundesregierung die Verletzungen der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei stärker kritisieren sollte, auch wenn damit Nachteile für Deutschland verbunden wären. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Forsa im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels unter 1.000 Bundesbürgern in Deutschland ab 18 Jahren. Ein Großteil der Menschen verfolgt die Entwicklungen in der Türkei aufmerksam. Insgesamt 63 Prozent der Befragten interessieren sich stark für die Geschehnisse, 22 Prozent sogar sehr stark.

Rund 80.000 Menschen haben bereits die Online-Petition #FreeWordsTurkey unter www.freewordsturkey.de/petition unterzeichnet, die vom Börsenverein gemeinsam mit dem PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen initiiert wurde. Sie fordern darin die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, die Meinungsfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen.

„Keine Woche vergeht ohne neue Meldungen über Schließungen von Medienhäusern und über verfolgte Journalisten und Autoren in der Türkei. Mit der Verlängerung des Ausnahmezustandes hat sich Präsident Erdoğan für weitere drei Monate einen Freibrief ausgestellt, um unbequeme und regierungskritische Medien zum Schweigen zu bringen. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will von der Bundesregierung ein klares Signal sehen. Die Politik muss sich endlich zu Wort melden und bei der türkischen Regierung die Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit unmissverständlich einfordern“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat sich die Lage für Medien- und Kulturschaffende in der Türkei erheblich verschärft. Erst kürzlich berichteten Medien über neue Schließungen prokurdischer TV- und Radiostationen. Mehr als 140 Medienhäuser wurden seit Juli geschlossen, darunter 29 Buchverlage. Über 120 Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren sind derzeit inhaftiert.

Meinungsfreiheit auf der Frankfurter Buchmesse

freewordsturkey_pressebildwDie Freiheit des Wortes ist auch eines der zentralen Themen des Börsenvereins auf der Frankfurter Buchmesse, die am 19. Oktober 2016 startet. Unter dem Motto „Für das Wort und die Freiheit“ finden Veranstaltungen und Aktionen statt. Alle Veranstaltungen an dieser Stelle: http://www.boersenverein.de/de/portal/Veranstaltungen_Meinungsfreiheit/1239255. Hier eine Auswahl:

Lauter werden! Die Verteidigung der Meinungsfreiheit
Freitag, 21. Oktober, 17 Uhr | Forum Börsenverein, Halle 3.1 H 85
Wie ist die Lage von Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten in der Türkei und in anderen Ländern? Welche Verantwortung hat die Buch- und Medienbranche für die Verteidigung der Meinungsfreiheit? Podiumsdiskussion mit Zeynep Oral (Autorin, PEN Türkei), Daniel Kampa (Hoffmann und Campe Verlag), Moritz Rinke (Autor), Alexander Skipis (Börsenverein), Moderation: Sabine Kieselbach (Deutsche Welle).

Meinungsfreiheit und Populismus in Europa
Mittwoch, 19. Oktober, 11 Uhr | Forum Börsenverein, Halle 3.1 H 85
Zwei Autoren des Ehrengastes Niederlande und Flandern diskutieren mit einer deutschen Autorin. Wie ist es um die Meinungsfreiheit in Belgien, den Niederlanden und Deutschland bestellt? Und welcher Zusammenhang besteht zum Erstarken populistischer Strömungen in den drei Ländern? Podiumsdiskussion mit Khola Maryam Hübsch, Tom Lanoye und Frank Westerman.

Raif Badawi Award for courageous journalists 2016
Mittwoch, 19. Oktober, 15 Uhr | Raum EFFEKT, Halle 3.C Ost
Die Journalistinnen des Dange NWE Flüchtlingsradios aus Halabja (Irak) erhalten in diesem Jahr den Raif Badawi Award. Der Preis würdigt den Einsatz mutiger Journalistinnen und Journalisten in der islamischen Welt und ihre Leistungen für die Meinungsfreiheit. Er wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit verliehen, der Börsenverein unterstützt die Auszeichnung.

Friedenspreisträger unterstützen Petition für Meinungsfreiheit in der Türkei #FreeWordsTurkey


Zehn Trägerinnen und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels stellen sich hinter Petition „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ / Buch- und Medienbranche fordert Bundesregierung und EU-Kommission auf, Meinungsfreiheit kompromisslos zu verteidigen / Bereits über 77.000 Unterzeichner auf www.freewordsturkey.de/petition

Die Petition für Meinungsfreiheit in der Türkei „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ bekommt Unterstützung von Preisträgerinnen und Preisträgern des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Bereits zehn Ausgezeichnete haben sich der Petition angeschlossen und fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, sich kompromisslos für die Meinungsfreiheit in der Türkei einzusetzen:

  • Swetlana Alexijewitsch (2013)
  • Carolin Emcke (2016)
  • Alfred Grosser (1975)
  • David Grossmann (2010)
  • Navid Kermani (2015)
  • György Konrád (1991)
  • Wolf Lepenies (2006)
  • Boualem Sansal (2011)
  • Friedrich Schorlemmer (1993)
  • Liao Yiwu (2012)

„Eine jede Demokratie lebt dann und nur dann, wenn sich die Menschen, die in ihr leben, darüber verständigen können, wie sie miteinander leben wollen“, begründet die diesjährige Friedenspreisträgerin Carolin Emcke ihr Engagement, für die Petition einzutreten. „Dafür braucht es das offene Denken und angstfreien Widerspruch, die Freiheit der Kritik wie die der Utopie. Deswegen sind Presse- und Meinungsfreiheit als Grundrechte so existentiell. Journalistinnen und Journalisten, Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu verfolgen, weil sie als unabhängige Instanzen des politischen Wissens und Gewissens ausgeschaltet werden sollen – das alles schützt keine Demokratie. Es zerstört sie.“

Alfred Grosser, Friedenspreisträger von 1975, wirft die Frage auf, ob die augenblickliche Politik der Türkei es überhaupt erlaube, weiter über einen EU-Beitritt des Landes zu sprechen. „Die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören – das ist der Kern des zweiten Artikels der EU-Verfassung. Wenn jeder Journalist, der etwas kritisiert, ein Terrorist sein soll und befürchten muss, keinen Anspruch auf einen fairen Prozess zu haben, dann passt das nicht zu unseren Vorstellungen einer freien, demokratischen Gesellschaft.“

Neben den Preisträgerinnen und Preisträgern unterstützen auch die Laudatorinnen und Laudatoren Wolfgang Frühwald (2007), Hans Maier (1986), Karl Schlögel (2009 und 2013), Gesine Schwan (1977) und Werner Spies (2008) die Petition. Aus dem Stiftungsrat sind Janne Teller und Karl-Josef Kuschel unter den Unterzeichnern.

Über 77.000 Menschen haben bereits die europaweite Online-Petition unter www.freewordsturkey.de/petition unterzeichnet, die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen initiiert wurde. Autoren, Journalisten, Verlage, Buchhandlungen, Bürgerinnen und Bürger fordern darin die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, die Meinungsfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat sich die Lage für Medien- und Kulturschaffende in der Türkei verschärft. Mehr als 130 Medienhäuser wurden geschlossen, darunter 29 Buchverlage. Über 110 Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren sind derzeit inhaftiert.

Zur Petition: www.freewordsturkey.de/petition

Petition: Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey

FreeWordsTurkey_PressebildwBundesregierung und EU-Kommission müssen Meinungsfreiheit in der Türkei einfordern 

Börsenverein des Deutschen Buchhandels, PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen fordern von Bundesregierung und EU-Kommission kompromisslosen Einsatz für Meinungsfreiheit in der Türkei / Petition unter http://www.freewordsturkey.de/petition / Bundeskanzleramt mit Aktionsbotschaft angestrahlt

Frankfurt am Main / Berlin / Darmstadt, 29.8.2016 – Die türkische Regierung geht derzeit vehement gegen die Freiheit des Wortes vor. Seit dem Putschversuch vor sechs Wochen werden regierungskritische Autoren, Journalisten, Verleger und andere Medien- und Kulturschaffende massiv drangsaliert und verfolgt. Mindestens 60 Journalisten und Autoren wurden verhaftet, mehr als 130 Medienhäuser wurden geschlossen, darunter 45 Zeitungen, 29 Buchverlage und 15 Magazine. Damit spitzt sich die bereits angespannte Situation für Journalisten, Autoren und Verlage in der Türkei weiter zu.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels startet deshalb gemeinsam mit dem PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen die Kampagne „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“. Gemeinsam rufen sie dazu auf, eine Online-Petition an die Bundesregierung und die EU-Kommission zu unterzeichnen. Darin appellieren sie an Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Die drei Organisationen fordern die Verantwortlichen dazu auf, ihre Politik gegenüber der Türkei und anderen Ländern, in denen die Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt wird, zu überprüfen. Außerdem fordern sie schnelle Hilfe für verfolgte Journalisten und Autoren, zum Beispiel durch die unbürokratische Ausstellung von Nothilfe-Visa.

„Die türkische Regierung greift die Meinungsfreiheit massiv an. Die Bundesregierung und die EU-Kommission dürfen dazu nicht länger schweigen. Die Freiheit des Wortes ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar. Die Politik muss dieses Recht kompromisslos vertreten, sie darf es nicht aufgrund von Nützlichkeitserwägungen auf Spiel setzen. Lassen Sie uns gemeinsam das Schweigen brechen und ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

„Die Verhaftungen, Einschüchterungen und Behinderungen von Autoren in der Türkei müssen umgehend aufhören. Wir haben das Recht und die Pflicht, für die Kollegen zu kämpfen, weil mit den gezielten Maßnahmen gegen die Presse- und Meinungsfreiheit nicht nur die türkische Demokratie massiv gefährdet wird, sondern durch die Tatenlosigkeit der europäischen Politik gegenüber diesen Vorgängen auch unsere Werte massiv beschädigt werden. Das dürfen wir nicht hinnehmen“, sagt Sascha Feuchert, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland.

„Schweigen ist angesichts der Situation in der Türkei keine Option. Gegen die massenhafte Verfolgung von Journalisten und Autoren gilt es jetzt, klar Stellung zu beziehen. Die verfolgten türkischen Medienschaffenden brauchen unsere Solidarität und unsere praktische Unterstützung“, sagt Michael Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen.


Gemeinsame Bewegung der Buch- und Medienbranche

Verlage, Buchhandlungen und andere Medienunternehmen unterstützen die Kampagne aktiv. Unternehmen schalten ihren Webseiten ein Bild mit der Aktionsbotschaft „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ vor. Buchhandlungen rufen ihre Kundinnen und Kunden in den kommenden Tagen mit Plakaten in ihren Läden zur Teilnahme an der Petition auf. Die drei Organisationen fordern Partnerorganisationen im In- und Ausland dazu auf, sich der Kampagne anzuschließen und die Petition zu verbreiten.

Zur Petition: www.freewordsturkey.de/petition


Kanzleramt mit Aktionsbotschaft angestrahlt

FreeWordsTurkeyKanzeleramtwDie Kampagne wird begleitet von mehreren öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Zum Auftakt wurde am Samstagabend das Bundeskanzleramt in Berlin mit der Aktionsbotschaft „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ angestrahlt. Die Initiatoren planen in den nächsten Tagen weitere Aktionen.

 

Erklärung des Writers-for-Peace-Commitees des Internationalen PEN zur Lage in der Türkei

freiheit-des-wortesDas Writers-for-Peace-Committee des Internationalen PEN beobachtet mit großer Sorge die Ereignisse in der Türkei. Wir, die Schriftsteller des Internationalen PEN, unterstützen die demokratischen Institutionen in der Türkei. Wir halten den versuchten militärischen Putsch für einen inakzeptablen Akt, unwürdig einer modernen  demokratischen Gesellschaft, und lehnen ihn als solchen kategorisch ab.

Gleichwohl müssen wir mit ebenso großem Bedauern feststellen, daß gewisse aktuelle Dekrete der türkischen Regierung ebenfalls zur Besorgnis Anlass geben, weil sie mit Angriffen auf die demokratischen Strukturen des türkischen Staats  verbunden sind. Die Entlassung von Tausenden von Richtern, Lehrern, Universitätsprofessoren und Leitern kultureller Institutionen sowie die Inhaftierung von Schriftstellern und Journalisten stellen eine große Gefahr dar für die demokratische Gesellschaft, welche das türkische Volk und seine Regierung noch eben in den dramatischen Augenblicken des versuchten Militärputschs unter großer Opferbereitschaft vor Schaden bewahren konnten. Inhalt und Tragweite dieser Dekrete lassen keine Zweifel aufkommen, dass sie weit über den Rahmen der Konsolidierung hinaus gehen und somit als Akte der Verfolgung der politischen Opposition zu verstehen sind, als Angriffe auf die demokratischen Institutionen eines modernen Staats, als Versuch, Meinungen und Positionen zum Schweigen zu bringen, die durch die Verfassung und das Recht dieses Staates geschützt sind.

Wer die Meinungsfreiheit einschränkt und mögliche politische Oppositionelle der Verfolgung aussetzt, schafft damit neue Quellen der Gewalt, und nimmt der türkischen Gesellschaft die Chance auf einen nachhaltigen Frieden.

Deshalb appellieren wir an die türkische Regierung, an das türkische Parlament sowie an Präsident Erdogan, die Verfolgung von Zivilisten, deren Arbeit weder die militärische Sicherheit noch die Sicherheit der türkischen Gesellschaft bedroht, sofort einzustellen, und den Lehrern, Journalisten und Schriftstellern die freie und verantwortungsvolle Ausübung ihres Berufes zu ermöglichen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Hans Thill
Writers-for-Peace-Beauftragter

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.
PEN-Zentrum Deutschland Kasinostraße 3 64293 Darmstadt Tel.06151-23120 Fax 06151-293414

eMail: info@pen-deutschland.de www.pen-deutschland.de

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Der deutsche PEN bekräftigt seine Forderungen an die Türkei – Zurückweisung der irrtumsbedingten Kritik von Elfriede Jelinek

literaturhaus-darmstadtWie das deutsche PEN-Zentrum gemeinsam mit dem Internationalen PEN am 19. Juli berichtet hat, wurde in der Türkei nach der Säuberung in der Justiz mit einer Kampagne zur Ausschaltung von regierungskritischen Journalisten, Schriftstellern und Professoren begonnen. Von Anfang an wurde der Ausnahmezustand dazu genutzt, neben der Bestrafung der vermeintlich Schuldigen auch mit frei denkenden Bürgern abzurechnen. Mittlerweile hat diese Hetzkampagne ein Ausmaß angenommen, das alle demokratisch gesinnten Kräfte entsetzt.

Nach den offiziellen Zahlen des türkischen Innenministeriums sind seit dem 15. Juli 25.917 Personen festgenommen worden. Die Reisepässe von 74.562 Personen wurden für ungültig erklärt. Mehr als 1.500 Hochschuldekane wurden zum Rücktritt gezwungen. Wissenschaftler werden an internationalen Kontakten gehindert. 60.000 Staatsbedienstete wurden suspendiert, mehr als 20.000 Privatlehrer haben ihre Lehrberechtigung verloren.

Aber das war nur der erste Schritt. Mittlerweile sind 132 Medienunternehmen geschlossen, darunter 3 Nachrichtenagenturen, 23 Radiosender, 16 Fernsehsender, 45 Zeitungen, 15 Magazine und 29 Verlage, deren Vermögen, inklusive Copyrights und Urheberrechten, dem Staat zugefallen sind.

Mindestens 62 Journalisten und Schriftsteller sind in türkischen Gefängnissen eingesperrt, weil sie öffentlich ihre Meinung geäußert haben. Andere Journalisten, deren Medien nun geschlossen wurden, befinden sich auf der Flucht.

Die deutsche Bundesregierung und alle demokratischen Rechtsstaaten dieser Welt sind aufgerufen, nicht länger zuzusehen, wie in der Türkei fundamentale Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Wir fordern die Regierung der Türkei auf:

  • Alle wegen ihrer Gesinnung Gefangenen, die am Militärputsch nicht beteiligt waren, sind freizulassen.
  • Alle Formen von Folter sind einzustellen.
  • Das Recht zur freien Meinungsäußerung muss unbeschränkt gelten.

Wir verurteilen mit aller Schärfe die Verfolgung unserer Kolleginnen und Kollegen in der Türkei. Wir erwarten von der Bundesregierung und den europäischen Regierungen, dass sie den zu Unrecht Verfolgten und Inhaftierten jede Hilfe zukommen lassen, die sie zur Wahrung ihrer Menschenrechte brauchen.
P.S.: Die Namen der inhaftierten Autoren und der verbotenen Medien finden Sie in den Updates auf der Website des Internationalen PEN, http://www.pen-international.org/

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Josef Haslinger
Präsident

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

PEN-Zentrum Deutschland
Kasinostraße 3
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eMail: info@pen-deutschland.de
www.pen-deutschland.de

Schauen Sie am besten immer mal auf die PEN-Homepage sowie auf deren  öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten, die laufend aktualisiert werden.
www.pen-deutschland.de
https://www.facebook.com/pen.zentrum.deutschland/
https://www.facebook.com/PenDeutschlandWritersInPrison
https://www.facebook.com/peninternational

 

Der deutsche PEN weist die Kritik von Elfriede Jelinek an der Untätigkeit der Autorenverbände zurück

Ergänzend wird folgend die Stellungnahme des internationalen PENs vom 30. Juli 2016, nämlich das Türkische Tagebuch XI des Bloggers Yavuz Baydar betreffend, veröffentlicht. Die Süddeutsche Zeitung war wohl am 29. Juli 2016 irrtümlich davon ausgegangen, dass der PEN bislang untätig geblieben sei, was aber nicht stimmt. Auch Elfriede Jelinek hatte die Süddeutsche wohl zur Quelle Ihres entsprechenden Statements genommen. Um nun alle Wogen zu glätten, es geht ja immerhin darum, alle gemeinsam an einen Strang zu ziehen, wird folgend die Presseerklärung des PEN vom 30.Juli 2016 abgedruckt. Hierin  geht Autor Yavuz Baydar auf den Irrtum in der Süddeutschen Zeitung ein und belegt, dass sich der internationale. und türkische PEN schon am 16. Juli 2016, entsprechend früh positioniert hatten:

Betr.: Türkisches Tagebuch (XI), Schweigen ist jetzt der Feind der Demokratie

von Yavuz Baydar
Die Behauptung des Autors, dass weder der türkische noch der internationale PEN gegen Verhaftungen von Hilmi Yavuz und Sahin Alpay protestiert hätten, ist falsch.

Der türkische PEN hat sich in mutigen Statements klar positioniert und sehr wohl gegen die Verhaftung des großen Poeten Hilmi Yavuz und anderer protestiert. Yavuz wurde am selben Tag wieder entlassen. Während der gesamten Zeit seiner Inhaftierung standen die türkischen PEN-Kollegen in Kontakt mit seinem Sohn, der dem türkischen PEN für die Unterstützung gedankt hat. Auch die Situation von Sahin und anderen hat man im Blick.

Bereits am 16. Juli hat der türkische PEN in einer öffentlichen Erklärung die Bedeutung des säkularen Rechtsstaats und der Gewaltenteilung als Grundprinzipien für Demokratie und Frieden betont. In einer Erklärung vom 26. Juli wandte sich der türkische PEN erneut gegen die Verhaftung aller inzwischen verhafteten Journalisten. Diese Erklärung wurde in den meisten Zeitungen abgedruckt sowie auf der Webseite und im Blog des türkischen PEN veröffentlicht. Sie ist in englischer Fassung auf der Facebook-Seite von PEN Turkey zu finden: https://www.facebook.com/PEN-Yazarlar-Derne sowie auch auf den – öffentlich zugänglichen – Fb-Seiten des deutschen PEN, auf denen wir laufend auch über andere Fälle berichten, etwa Bülent Mumay.
Auch PEN International setzt sich unermüdlich für die Meinungsfreiheit in der Türkei ein, wovon sich Blogger, Zeitungsredakteure sowie interessierte Leserinnen und Leser auf der Homepage unter www.pen-international.org selbst ein Bild machen können. Auch das PEN-Zentrum Deutschland wirkt in der Türkei-Arbeitsgruppe des internationalen PEN mit und steht in engem Kontakt mit türkischen Oppositionellen, für die wir uns teils öffentlich, teils auch – um sie nicht weiter zu gefährden – nicht-öffentlich einsetzen. Mit der Verleihung des Hermann Kesten-Preises 2016 an Can Dündar und Erdem Gül setzt der deutsche PEN darüberhinaus ein weiteres Signal der Solidarität.
Das mutige Engagement der Kolleginnen und Kollegen im türkischen PEN verdient unseren Respekt und braucht unsere Unterstützung, nicht aber haltlose Kritik und Fehlinformation in der Süddeutschen Zeitung.
Regula Venske Hamburg, 30. Juli 2016
Generalsekretärin
PEN-Zentrum Deutschland
www.pen-deutschland.de

Wer über https://www.facebook.com/PEN-Yazarlar-Derne nicht die Blog-Beiträge öffnen kann, geht am besten über den Beitrag der Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/kultur/tuerkisches-tagebuch-xi-schweigen-ist-jetzt-der-feind-der-demokratie-1.3099986?source=rss:

Der besagte und oben richtig gestellte SZ-Beitrag vom 29. Juli 2016  ist – bis auf die zum Schluss geäußerte Falschkritik an PEN,  gut geschrieben. Darunter sind die einzelnen Blockbeiträge aufgeführt.

Auch sei auf  das SZ-Interview von Charlotte Haunhorst mit dem 23-jährigen Journalisten Yusuf* aus einer Stadt an der türkischen Ägäis : „Ich habe Angst, dass ich gejagt werde“ aufmerksam gemacht (http://www.jetzt.de/interview/interview-mit-einem-tuerkischen-journalisten)

Schauen Sie am besten immer mal auf die PEN-Homepage sowie auf deren  öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten, die laufend aktualisiert werden.
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