Kategorie-Archiv: Freiheit für das Wort

Regenschirm-Mahnwache auf der Frankfurter Buchmesse für die Meinungsfreiheit

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Mahnwache auf der Frankfurter Buchmesse: Mit Regenschirmen für die Meinungsfreiheit #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels lädt gemeinsam mit Amnesty International, der European and International Booksellers Federation (EIBF), der International Publishers Association (IPA), dem PEN-Zentrum Deutschland und PEN International am 17. Oktober 2019 um 13.30 Uhr zu einer Mahnwache für Meinungsfreiheit auf der Agora der Frankfurter Buchmesse ein. Mit der Veranstaltung rufen die Partner dazu auf, Solidarität mit dem seit 2015 inhaftierten schwedisch-hongkonger Autor, Verleger und Buchhändler Gui Minhai zu zeigen und ein Zeichen zu setzen für Meinungsfreiheit in Hongkong und weltweit – mit aufgespannten Regenschirmen, dem Symbol der Hongkonger Freiheitsbewegung.

Bei der Veranstaltung sprechen:

  • Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler im Exil)
  • Liao Yiwu (Chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger)
  • Jennifer Clement (Präsidentin PEN International)
  • Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

Lam Wing Kee, ehemaliger Geschäftsführer der Hongkonger Buchhandlung Causeway Bay Books wurde 2015, fast zeitgleich mit seinem Freund und Geschäftspartner Gui Minhai, entführt und aufs chinesische Festland gebracht. 2016 wurde ihm gestattet, zurück nach Hongkong zu reisen – unter der Bedingung sensible Kundendaten zu sammeln und an den chinesischen Staat zu übermitteln. In Hongkong angekommen, entschied sich Lam Wing Kee dafür, an die Öffentlichkeit zu gehen. Danach hielt er sich drei Jahre lang inkognito in Hongkong auf, ehe er im April 2019 ins taiwanesische Exil gegangen ist.

Termin: 17. Oktober 2019, 13.30 Uhr
Ort: Frankfurter Buchmesse, Agora, in der Nähe des Lesezelts
Zugangsvoraussetzung ist ein Fachbesucherticket für die Frankfurter Buchmesse.

Regenschirme sollen nach Möglichkeit selbst mitgebracht werden. Aufgrund möglicher Sicherheitskontrollen an den Messeeingängen werden Knirpse empfohlen. Der Börsenverein stellt vor Ort ebenfalls Regenschirme zur Verfügung.

„Wir leben Freiheit – 30 Jahre Mauerfall“ – 30 Meter Fotowand erinnern an Todesgrenze u. ihre friedliche Überwindung

Wir leben Freiheit - Fotowand. Foto: Diether v Goddenthow
Wir leben Freiheit – Fotowand.
Foto: Diether v Goddenthow

Wiesbaden. Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat heute mit der Eröffnung einer 30-Meter-Fotowand die Veranstaltungsreihe „Wir leben Freiheit“ vorgestellt. Die Hessische Landesregierung erinnert mit verschiedenen Aktionen und Formaten an den Fall der Berliner Mauer, der sich in diesem Jahr zum 30. Mal jährt. Auf einer 30 Meter langen Fotowand wird mit berühmten Motiven bildstark an die Zeit vom Mauerbau bis zur Öffnung der innerdeutschen Grenze gedacht. Vom 5. bis zum 30. August steht sie vor der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden.

„30 Jahre Mauerfall sind ein Grund zum Feiern! Sie stehen synonym für drei Jahrzehnte friedliche Revolution und damit für die Freiheit von der Einschränkung von Rechten und der Stasi-Überwachung. Mit der groß angelegten Fotoaktion wollen wir an die innerdeutsche Teilung mit ihrer menschenverachtenden Grenze genauso erinnern, wie an die friedliche Revolution vor 30 Jahren. Dank dieser wurde die Mauer, die unser Land einst teilte, eingerissen. Besonders in Zeiten, in denen in anderen Ländern wieder Mauern errichtet werden, ist dies besonders erwähnenswert. Es darf keine neuen Mauern geben, weder tatsächliche, noch in den Köpfen der Menschen. Freiheit ist nicht selbstverständlich, einer Vielzahl von Menschen auf der Welt ist dieses hohe Gut verwehrt. Sie leben in Autokratien und Diktaturen und würden viel dafür geben, um in Freiheit leben zu können. In unserer Gesellschaft ist Freiheit zum Normalzustand geworden, den viele oftmals als gleichgültig hinnehmen. Das gefährdet Freiheit und Demokratie ebenso, wie ein zunehmender Nationalismus in der westlichen Welt und die Spaltung der Gesellschaften durch rechte und linke Populisten“, mahnt Staatsminister Wintermeyer.

Wir leben Freiheit - Fotowand. Foto: Diether v Goddenthow
Wir leben Freiheit – Fotowand.
Foto: Diether v Goddenthow

Markante Bilder, von der Zeit des Mauerbaus im August 1961 bis zum Fall der Berliner Mauer 1989, sollen die Erinnerung der Menschen an diese Zeit wachrütteln. Darunter sind unter anderem das berühmte Foto des Volkspolizisten Conrad Schuhmann, der in letzter Minute den Sprung in den Westen schaffte, oder das der unzähligen Menschen, die in der Nacht des 9. November 1989 auf die Mauer am Brandenburger Tor kletterten. Die Fotowand soll zum Nachdenken und zum Gespräch über die damaligen Ereignisse anregen. Die Fotoausstellung lädt ebenfalls zum Mitmachen ein: Unter dem Titel „Freiheit ist…“ konnten heute Morgen Passanten zum Auftakt ihre Ideen zum Thema gestalterisch hinterlassen. „Unter dem Motto ‚Wir leben Freiheit‘ interessierte uns besonders, was die Bürgerinnen und Bürger unter Freiheit verstehen und mit dem Mauerfall vor 30 Jahren verbinden“, so der Chef der Staatskanzlei.

„Die Landesregierung setzt mit der aktuellen Veranstaltungsreihe einen gesellschaftlichen Diskurs fort, der 2015 mit den Feierlichkeiten zu ‚25 Jahre Deutsche Einheit‘ begonnen wurde, und mit den Aktionen zu ‚70 Jahre Hessen‘ 2016 bis zur aktuellen Kampagne fortgeführt wird“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer.

Wir leben Freiheit - Fotowand. Foto: Diether v Goddenthow
Wir leben Freiheit – Fotowand.
Foto: Diether v Goddenthow

Hintergrund
Das Programm der Veranstaltungsreihe finden Sie im Internet unter www.wirlebenfreiheit.hessen.de. Interessierte können das Programmheft darüber hinaus mit einer E-Mail an die Adresse programmheft@stk.hessen.de bestellen.

 

siehe auch „Freiheit für das Wort“

3. Mai: Welttag der Pressefreiheit

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Am 3. Mai ist Welttag der Pressefreiheit. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Medien für Demokratie: Journalismus und Wahlen in Zeiten der Desinformation“. In über 50 Veranstaltungen setzen sich Expertinnen und Experten weltweit für das Recht auf Meinungsfreiheit und den Zugang zu Informationen ein. Auf der zentralen Veranstaltung in Addis Abeba, Äthiopien, wird der UNESCO/Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit an die inhaftierten Journalisten Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar verliehen.

Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission betont anlässlich des Welttags: „Journalistische Berichterstattung spielt eine zentrale Rolle bei der politischen Meinungsbildung, insbesondere im Vorfeld von Wahlen.“ Sie solle neutral die Vielfalt der Positionen vermitteln, um Bürgerinnen und Bürgern informierte Entscheidungen zu ermöglichen. „Weltweit, auch in Europa und Deutschland, beobachten wir einen erschreckenden Anstieg von Desinformationskampagnen, besonders über soziale Medien. Das ist eine gefährliche Entwicklung für die Demokratie. Unabhängiger und professioneller Journalismus ist hier mehr denn je gefordert, um Meinungen Fakten gegenüberzustellen und Transparenz zu schaffen“, so Böhmer weiter.

Auszeichnung von Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar

Aufgrund ihres Einsatzes für die Presse- und Meinungsfreiheit und eine transparente Berichterstattung erhalten in diesem Jahr Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar den UNESCO/Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit. Die beiden Journalisten wurden nach ihrer Festnahme in Yangon am 12. Dezember 2017 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt, nachdem sie für die Nachrichtenagentur Reuters über mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen in Myanmars Teilstaat Rakhine berichtet hatten. Thema ihrer Dokumentation waren Verbrechen an den Rohingya. Der Preis wird am 2. Mai in Addis Abeba verliehen.

Der Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit wird seit 1997 jährlich von der UNESCO vergeben. Er zeichnet Personen oder Organisationen aus, die oft unter hohem Risiko einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit geleistet haben. Der Preis ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano Isaza benannt, der 1986 vor dem Redaktionsgebäude seiner Zeitung in Bogotá hingerichtet wurde.

Hintergrund

Die UNESCO hat als einzige Sonderorganisation der Vereinten Nationen das Mandat, die Meinungs- und Pressefreiheit zu schützen. Sie unterstützt den Aufbau unabhängiger und pluralistischer Medien. Besonders in Krisen- und Konfliktregionen hilft die UNESCO freien und unabhängigen Medien dabei, Prozesse der Konfliktlösung, der Demokratisierung und der Friedenssicherung voranzutreiben und zu gestalten. Mit zahlreichen regionalen Projekten fördert sie die Aus- und Fortbildung von Journalisten. Auch die Sicherheit von Journalisten ist ein Aspekt der Meinungs- und Pressefreiheit: Die UNESCO prangert die Ermordung von Journalisten an und fordert verstärkte Maßnahmen zur Aufklärung von Verbrechen an Journalisten.

Weitere Informationen

UNESCO-Webseite zum Welttag der Pressefreiheit
Veranstaltungen zum Welttag der Pressefreiheit
Veranstaltung in Leipzig zum Welttag der Pressefreiheit
DUK-Webseite zur Meinungs- und Pressefreiheit

Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Solidaritäts-Aktion „Lesen für die Freiheit“ als Protest gegen Erdoğan-Empfang am 28.09.2018

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Mit einem Appell und der Solidaritäts-Lesung „Lesen für die Freiheit“ setzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dem Empfang des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Berlin ein Zeichen für Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenrechte entgegen. Im Livestream mit dabei: Aslı Erdoğan, Michel Friedman, Insa Wilke, Hauke Hückstädt, Jörg Bong u.a. am Freitag, 28. September, 18 Uhr

„Im selben Moment, in dem Präsident Erdoğan vom Bundespräsidenten und Regierungspolitikern in Berlin zum Staatsbankett empfangen wird, sitzen Hunderte Menschen als politisch Gefangene in türkischen Gefängnissen – nur, weil sie ihre Meinung gesagt haben. Das ist ein Skandal! Deutschland rollt den roten Teppich für einen Despoten aus, der in seinem Land die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte außer Kraft gesetzt hat. Es ist wichtig, den Gesprächsfaden zwischen Deutschland und der Türkei nicht abreißen zu lassen. Aber dass Deutschland das türkische Staatsoberhaupt feierlich und mit allen Ehren empfängt, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die in der Türkei seit Monaten und Jahren unter fadenscheinigen Gründen und ohne fairen Prozess angeklagt und inhaftiert sind. Wir fordern die umgehende Freilassung dieser Menschen und ein Ende der Repressalien gegenüber Kultur- und Medienschaffenden und anderen Verfolgten! Die Bundesregierung und der Bundespräsident müssen gegenüber ihrem Staatsgast klare Worte finden und sich konsequent für Meinungsfreiheit und Menschenrechte einsetzen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Solidaritäts-Aktion: Lesen für die Freiheit

Mit einer Solidaritäts-Lesung während des Höhepunktes des Staatsbesuchs, einem Staatsbankett in Schloss Bellevue, wollen der Börsenverein und zahlreiche Kultur- und Medienschaffende sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzen. Die Initiatoren wollen inhaftierten und verfolgten Autorinnen und Autoren zeigen, dass sie in Deutschland nicht vergessen sind. Die Lesung wird per Livestream aus Frankfurt am Main übertragen.

Livestream:

für-das-Wort-und-die-Freihe„Lesen für die Freiheit – Solidarität mit inhaftierten und verfolgten Autorinnen und Autoren in der Türkei“
am Freitag, 28. September 2018, ab 18 Uhr
auf www.wort-und-freiheit.de und www.facebook.com/Boersenverein
mit Texten von Ahmet Altan, Deniz Yücel, Can Dündar, Aslı Erdoğan und Selahattin Demirtaş

Es lesen: Aslı Erdoğan, Michel Friedman, Insa Wilke, Hauke Hückstädt, Jörg Bong, Alexander Skipis, Monika Kolb u.a.

Wer die Aktion unterstützen will, kann den Livestream über Facebook teilen.

Die Aktion ist Teil der Kampagne „On The Same Page“, mit der der Börsenverein, die Frankfurter Buchmesse und weitere Partner den 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begehen.

85 Jahre Bücherverbrennung: „Mahnung an unsere freie, demokratische Gesellschaft“

Am 10. Mai 2018 jähren sich die in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Bücherverbrennungen zum 85. Mal. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ruft zum Gedenken und zur Auseinandersetzung mit dem Ereignis auf, das in erschreckender Weise gezeigt hat, wie die Freiheit des Wortes außer Kraft gesetzt werden kann.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins: „Vor 85 Jahren wurde die Meinungs- und Publikationsfreiheit in unserem Land auf schreckliche Art und Weise angegriffen. Die Bücherverbrennungen rund um den 10. Mai 1933 sind eine Mahnung an unsere freie, demokratische Gesellschaft. Sie zeigen, wie zerbrechlich die Freiheit des Wortes sein kann. Als Buchhändlerinnen und Buchhändler, Verlegerinnen und Verleger wollen wir die Erinnerung an diese Ereignisse wach halten und ihnen ein entschiedenes ,Nie wieder!‘ entgegensetzen.“

Der Börsenverein sieht sich aufgrund seiner eigenen Geschichte in einer besonderen Verantwortung: „Aus opportunistischen Gründen hat der Verband damals mit den Machthabern kooperiert und die Bücherverbrennungen aktiv unterstützt. Das ist beschämend. Unser innerer Wertekompass ging uns verloren. Umso konsequenter treten wir heute für die Freiheit des Wortes als Menschenrecht und unverzichtbare Grundlage unserer Demokratie ein“, sagt Riethmüller.

Heute Abend lädt der Börsenverein gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main zu einer Gedenkveranstaltung im Historischen Museum Frankfurt ein. Bodo Kirchhoff, Frank Witzel, Olga Martynova und Gerd Koenen lesen aus Werken, die vor 85 Jahren geächtet und verbrannt wurden. Gespräche und Wortbeiträge erinnern an das Geschehen und rücken die Bedeutung des Gedenktages in der heutigen Zeit in den Blick. „Lesen gegen das Vergessen: Frankfurt gedenkt der Bücherverbrennung vor 85 Jahren“ beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter: www.wort-und-freiheit.de/termine/lesen-gegen-das-vergessen

Freiheit für das Wort : Can Dündar ist am 26. April 2018 zu Gast im Kulturforum Wiesbaden

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Ein Highlight innerhalb der Veranstaltungsreihe „Freiheit für das Wort“ von Literaturhaus Villa Clementine und Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. ist der Besuch des türkischen Journalisten Can Dündar am Donnerstag, 26. April, 19.30 Uhr, im Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstraße 16. Er spricht mit Stefan Schröder vom Wiesbadener Kurier unter anderem über das Thema Meinungsfreiheit. Für die Übersetzung ist Recai Hallaç verantwortlich.

Die Veranstaltung findet im Kulturforum Wiesbaden statt und nicht wie angekündigt im Literaturhaus. Aus Sicherheitsgründen können nur personalisierte, nicht übertragbare Karten erworben werden.

„Wer nicht gesessen hat, wird nicht Schriftsteller genannt“, an diesen Satz erinnert sich der Journalist Can Dündar in seinen Aufzeichnungen aus dem Istanbuler Gefängnis Silivri. Dündar ist der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“. Er glaubt noch an die „andere“ Türkei, die demokratisch und weltoffen ist. Doch wer noch Widerspruch wagt, wird in der Türkei als Terrorist oder Landesverräter diffamiert. Seit Juni 2016 lebt Dündar im Exil in Berlin. Aber auch hierzulande kann er sich nicht frei bewegen – den fanatischen Anhängern von Erdogan gilt er als Landesverräter und daher wird er massiv bedroht. Im Gespräch wird es über Can Dündars aktuelles Buch „Verräter. Aufzeichnungen im deutschen Exil“ gehen sowie allgemein über die Situation in der Türkei und das Thema Meinungsfreiheit.

Karten kosten 10 Euro im Vorverkauf, ermäßigt 6 Euro, zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Einen Kartenvorverkauf gibt es nur bis zum 19. April und nur in der Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930 sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus. Es gibt keine Abendkasse. Einlass zwischen 18.15 und 19:15 Uhr. Aus Sicherheitsgründen können Karten nur erworben werden, wenn beim Kauf Namen, Geburtsdatum sowie Adresse angeben werden. Die Eintrittskarten sind nicht übertragbar. Bei Einlass muss ein gültiger Personalausweis oder ein Reisepass mit Meldebescheinigung zum Abgleich mit der Besucherliste vorgezeigt werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Börsenverein: „Deniz Yücels Mut und sein konsequentes Festhalten an seinen Werten verdienen größten Respekt“

Heute kam der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel nach einem Jahr ohne Anklage in türkischer Untersuchungshaft frei. Gegen Abend wurde er nach Deutschland ausgeflogen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte sich – unter anderem mit seiner Aktion „Freiheit für das Wort“ – auch für die Freilassung  von Deniz Yücel eingesetzt.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: Diether v. Goddenthow
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: Diether v. Goddenthow

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:
„Endlich – Deniz Yücel kommt frei! Mit großer Erleichterung und Freude haben wir von seiner bevorstehenden Entlassung erfahren. Es ist eine Farce, dass er über ein Jahr lang als politisch Gefangener aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe im Gefängnis saß, nur weil er seine Meinung geäußert hatte. Sein Mut und sein konsequentes Festhalten an seinen Werten verdienen größten Respekt. So hatte er sich erst kürzlich dagegen verwahrt, nach einem Jahr im Gefängnis im Gegenzug zu einem ‚schmutzigen Deal‘ Deutschlands mit der Türkei freigelassen zu werden. Seine Haftentlassung ist ein Hoffnungsschimmer. Von Entwarnung kann aber keine Rede sein. Noch immer sitzen über 150 Kultur- und Medienschaffende in der Türkei im Gefängnis, wie etwa der Verleger und Kulturmäzen Osman Kavala. Noch immer ist die Meinungs- und Pressefreiheit dort so gut wie abgeschafft, rechtsstaatliche Prinzipien wie die Gewaltenteilung sind ausgehebelt. Wir fordern mit Nachdruck, dass die türkische Regierung und Justiz die Repressalien gegen Kulturschaffende aufheben und die vielen immer noch inhaftierten Autoren, Verleger und Journalisten umgehend freilassen.“

Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert Freiheit für Buchhändler und Verleger Gui Minhai

Chinesische Sicherheitskräfte haben den Buchhändler und Verleger Gui Minhai am vergangenen Samstag in der Nähe Pekings festgenommen. Der schwedische Staatsbürger Gui wurde bereits 2015 in Thailand verschleppt und fand sich in chinesischer Gefangenschaft wieder. Im letzten Jahr ließ die chinesische Justiz ihn angeblich frei, sein Aufenthaltsort blieb aber unklar. Gui steht unter konsularischem Schutz Schwedens.

„Wir verurteilen die Entführung Gui Minhais aufs Schärfste und fordern seine unverzügliche Freilassung. Die Situation der Meinungsfreiheit in China ist katastrophal und verschärft sich zunehmend. Das zeigen schon die Zensurforderungen gegenüber wissenschaftlichen Verlagen wie Cambridge University Press oder Springer Nature. Diesen Repressalien dürfen wir uns nicht beugen. Wir fordern die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, Schweden in seinen Bemühungen um die Freilassung Gui Minhais zu unterstützen. Die Meinungsfreiheit darf nicht zum Verhandlungsgegenstand werden, auch nicht zugunsten wirtschaftlicher Interessen. Sie ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar – das muss auch China verstehen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Gui Minhai hat in Hongkong regimekritische Schriften verlegt und verkauft. Der internationale Verlegerverband International Publishers Association hatte Gui Minhai in diesem Monat für die Shortlist des Prix Voltaire, einen Preis für das Eintreten für Meinungsfreiheit, ausgewählt.

Statement der schwedischen Regierung

Börsenverein des Deutschen Buchhandels erleichtert über Ausreiseerlaubnis für Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis-Trägerin Aslı Erdoğan

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Die türkische Autorin Aslı Erdoğan hat ihren Reisepass zurückerhalten und kann höchstwahrscheinlich zur Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises am 22. September 2017 ausreisen. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Laudator für Aslı Erdoğan: „Wir freuen uns sehr und sind erleichtert über die Nachricht, dass Aslı Erdoğan ihre Reisedokumente erhalten hat. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass sie ausreisen und bei der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises persönlich anwesend sein kann. Das ist ein Lichtblick für die türkische Autorin, die seit über einem Jahr bar jeder Rechtsstaatlichkeit drangsaliert und mundtot gemacht wird. Dies vereint sie mit vielen anderen Autoren, Journalisten und Verlegern, die weiterhin in der Türkei inhaftiert sind, unter Druck gesetzt und verfolgt werden. Auch sie dürfen wir nicht vergessen. Wir fordern die türkische Regierung auf, die Repressalien gegenüber allen Medien- und Kulturschaffenden umgehend zu beenden, damit diese wieder frei leben, reisen und ihre Meinung äußern können.“

Der Börsenverein setzt sich seit Monaten für ein Ende der Verfolgung von Aslı Erdoğan ein. Erst gestern hat Alexander Skipis zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück und dem Jury-Präsidenten des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises einen Brief an Recep Tayyip Erdoğan öffentlich gemacht, in dem die Unterzeichner den türkischen Präsidenten auffordern, der Autorin die Ausreise zur Preisverleihung am 22. September zu ermöglichen.

Zum Brief an Präsident Erdoğan: Lassen Sie Aslı Erdoğan ausreisen!

Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis: Alexander Skipis hält Laudatio auf Aslı Erdoğan

Börsenverein fordert von türkischen Behörden, die Repressalien gegen die Autorin zu beenden und ihr die Ausreise zu ermöglichen

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Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, hält die Laudatio auf die diesjährige Trägerin des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises, Aslı Erdoğan. Die türkische Autorin und Journalistin erhält die Auszeichnung am 22. September 2017 bei einem Festakt im Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück. Alexander Skipis wurde auf besonderen Wunsch der Preisträgerin als Laudator benannt. Nach momentanem Stand wird die Autorin nicht für die Preisverleihung aus der Türkei ausreisen dürfen. Zwar wurde das Ausreiseverbot gegen sie aufgehoben, sie erhält aber ihren Reisepass nicht zurück.

„Ich fühle mich geehrt, die Laudatio auf eine mutige Kämpferin für die Freiheit des Wortes wie Aslı Erdoğan halten zu dürfen. Mit ihrem unnachgiebigen Einsatz für ihr Recht, ihre Meinung zu äußern, zeigt sie uns, wie wichtig es ist, täglich von unseren demokratischen Grundrechten Gebrauch zu machen. Sie ist uns ein Vorbild darin, auch in den schwierigsten Verhältnissen Haltung zu zeigen und für die Werte einer freien Gesellschaft einzutreten. Schicksale wie das ihre dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Mit nicht nachlassender Härte geht die türkische Regierung gegen kritische Autoren, Journalisten und Kulturschaffende vor, gegen türkische und inzwischen auch die anderer Nationalitäten. Wir fordern die türkische Regierung auf, die Repressalien gegen Aslı Erdoğan und alle inhaftierten oder verfolgten Medien- und Kulturschaffende umgehend zu beenden. Außerdem appellieren wir an die türkischen Behörden, Aslı Erdoğan die notwendigen Papiere für die Ausreise auszustellen, um ihr eine Teilnahme an der Preisverleihung zu ermöglichen“, sagt Alexander Skipis.

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins setzt sich seit langem für den Fall Aslı Erdoğan und für die Meinungsfreiheit in der Türkei ein. Im November 2016 organisierte er zusammen mit Autoren und Verlegern eine Mahnwache vor dem Gefängnis in Istanbul, in dem die Autorin bis Ende 2016 inhaftiert war. Rund 140.000 Menschen haben die Petition #FreeWordsTurkey unterzeichnet, mit der der Börsenverein, das PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen die Bundesregierung und die EU-Kommission auffordern, die Politik des Zuschauens zu beenden und die Meinungsfreiheit in der Türkei entschieden zu verteidigen. Darüber hinaus gründete Alexander Skipis mit anderen Organisationen die „Free Word Alliance“, um gemeinsam für verfolgte und bedrohte Medien- und Kulturschaffende einzutreten und der Meinungsfreiheit eine starke Stimme zu verleihen.

Alexander Skipis (63) ist seit 2005 Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Von 2002 bis 2005 war er Ministerialdirigent und Abteilungsleiter in der Hessischen Staatskanzlei. Zuvor verantwortete er u.a. die Unternehmenskommunikation und das Marketing bei der Messe Frankfurt und war geschäftsführender Gesellschafter bei der Leipziger & Partner Kommunikations GmbH.

Weitere Informationen zum Preis und zur Verleihung unter: www.osnabrueck.de/friedenspreis/start.html