Kategorie-Archiv: Wiesbadener Literaturorte

Terminübersicht Oktober 2019 – Literaturhaus Villa Clementine

©  Foto: Diether  v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Der Oktober wird norwegisch im Literaturhaus Villa Clementine. Passend zum diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse werden drei renommierte Autorinnen und Autoren des hohen Nordens zu Gast in der Villa sein und aus ihren Büchern lesen. Hanne Ørstavik ist eine der bekanntesten norwegischen Autorinnen der Gegenwart und nimmt uns mit in den Mikrokosmos einer Familie, deren Mutter immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Die Vergangenheit legt sich auch wie Nebel auf die einsame Insel vor der Küste Norwegens, auf der Roy Jacobsens Roman „Die Unsichtbaren“ spielt. Ebenso klaustrophobisch geht es im fern von jeder Zivilisation gelegenen Restaurant „The Hills“ zu, das dem Roman von Matias Faldbakken seinen Namen gibt. Terézia Mora wird wieder im Literaturhaus zu Gast sein und ihren neuen Roman „Auf dem Seil“ vorstellen. Darin begibt sich der Protagonist nach dem Tod seiner Frau auf Sinnsuche quer durch Europa. Als er auf Sizilien schließlich unerwartet seiner Nichte begegnet, machen sich die beiden gemeinsam auf die Rückreise nach Berlin und zu sich selbst, mit beiden Beinen auf dem Boden, um ja nicht die Balance zu verlieren. Das Ende des Monats läutet schließlich eine Sonderlesung zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum ein. In „Wenn Martha tanzt“ erzählt Tom Saller die Geschichte einer jungen Frau, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Weg im männerdominierten Bauhaus erkämpft. Trotz aller Widrigkeiten schafft sie sich ihren eigenen Platz in der berühmten Kunstschule und hinterlässt schließlich ein Tagebuch von unschätzbarem Wert.

Di 08.10. | 19.30 Uhr
Hanne Ørstavik
„Die Zeit, die es dauert“
Autorenlesung
Moderation und Übersetzung: Margarete von Schwarzkopf
Lesung: Birgitta Assheuer
Signe ist 30 Jahre alt und mit Ehemann und Kind aufs Land gezogen. Es ist kurz vor Weihnachten, und die drei planen, zum ersten Mal allein zu feiern. Aber dann kommen Signes Eltern und ihr Bruder zu Besuch. „Die Zeit, die es dauert“ ist ein Buch, in dem das Licht im Dunkeln liegt, der Sommer im Winter, die Vergangenheit in der Gegenwart. Ein Roman über das Erzählen von Zeit und darüber, dass die Geschichten unseres Lebens immer in uns präsent sind. So steckt die 13-jährige Signe noch immer in der 30-jährigen, und auch die Finsternis von Finnmark, in der die 13-jährige lebte, ist immer noch da.

Hanne Ørstavik, geboren 1969 in Tana, ist eine der profiliertesten norwegischen Gegenwartsautorinnen. Sie hat eine große Leserschaft und wurde mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. „Die Zeit, die es dauert“ schließt die mit „Liebe“ und „So wahr wie ich wirklich bin“ begonnene Trilogie von thematisch miteinander verbundenen Romanen ab.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Für die Veranstaltungen des Gastland-Auftritts ist ein Kombiticket erhältlich: 2er-Kombiticket: € 13 / erm. € 7; 3er-Kombiticket: € 18 / erm. € 12. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Mo 14.10. | 19.30 Uhr
Roy Jacobsen
„Die Unsichtbaren“
Autorenlesung
Moderation: Thomas Koch (SWR)
Lesung: Oliver Wronka

In seinem Roman „Die Unsichtbaren“ entführt Roy Jacobsen den Leser auf eine Insel vor der Küste Nordnorwegens. Dort wächst Ingrid Barrøy auf, die Tochter einer Fischerfamilie, die gegen Naturgewalten, Armut und Tod kämpft. Doch eines Tages spült das Meer die große Geschichte an den Strand: Der Zweite Weltkrieg nimmt für Ingrid in dem russischen Soldaten Alexander Gestalt an. Zwischen den beiden entspannt sich eine kurze Liebe, bevor die deutsche Besatzung Norwegens sie auseinandertreibt.

Roy Jacobsen, geboren 1954, schreibt Romane, Erzählungen und Kinderbücher und gilt als einer der wichtigsten Autoren Norwegens. „Die Unsichtbaren“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und war auf der Shortlist des Man Booker International Prize. Der Autor lebt in Oslo.

€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Für die Veranstaltungen des Gastland-Auftritts ist ein Kombiticket erhältlich: 2er-Kombiticket: € 13 / erm. € 7; 3er-Kombiticket: € 18 / erm. € 12. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Di 15.10. | 10.30 Uhr
Maike Dugaro
„Mauerpost“
Moderation: Sarah Beicht

Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer. Maike Dugaro und Anne-Ev Ustorf begeben sich mit ihrem Jugendroman „Mauerpost“ in jene Zeit zurück: Julia ist fünfzehn und lebt im Osten der Stadt, direkt an der Mauer. Ihre Nachbarin „Oma Ursel“ vermittelt ihr eine Brieffreundschaft

mit der dreizehnjährigen Ines aus Westberlin. Doch die Brieffreundschaft muss streng geheim bleiben: Julias Vater duldet keine Westkontakte und Ines’ Mutter will nichts mehr zu tun haben mit dem Staat, aus dem sie einst floh. Mit ihrer Geschichte einer Brieffreundschaft arbeiten die beiden Autorinnen ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte auf.

Maike Dugaro wurde 1977 geboren. Sie ist Journalistin, Dozentin und Biographin. Sie unterrichtet Journalismus an der Akademie für Publizistik in Hamburg.
€ 2, Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter 0611 – 31 57 48.

Di 15.10. | 19.30 Uhr
Matias Faldbakken
„The Hills“
Autorenlesung
Moderation und Übersetzung: Max Stadler
Lesung: Armin Nufer

Was geschieht, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät? Dieser Frage widmet sich Matias Faldbakken in seinem neuen Roman. Den Rahmen bildet ein altmodisches Restaurant namens The Hills. Ein Pianist sorgt für ruhige Hintergrundmusik, die Einrichtung ist klassisch gediegen. Der Leser wird in ein eigenes Universum eingeführt: Chef, Koch, Kellner – die Hierarchien sind klar verteilt. Es herrscht eine Mischung aus strikten Routinen und hochsensiblen Umgangsformen. All das gerät ins Wanken, als eine unbekannte Frau ins Lokal kommt. Wer ist die Frau? Was will sie? Nicht nur der Kellner, sondern auch die Stammgäste geraten in Aufruhr. „The Hills“ ist ein verstörendes Kammerspiel, einerseits aus der Zeit gefallen, andererseits politisch und gesellschaftlich hochaktuell.

Matias Faldbakken, 1973 geboren, lebt als bildender Künstler in Oslo. 2003 erschien sein Debütroman „The Cocka Hola Company“, der Auftakt der Skandinavische-Misanthropen-Trilogie, die mit „Macht und Rebel“ und „Unfun“ komplettiert wurde. Er studierte an der
Frankfurter Städelschule bei Thomas Bayrle.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8

Für die Veranstaltungen des Gastland-Auftritts ist ein Kombiticket erhältlich: 2er-Kombiticket: € 13 / erm. € 7; 3er-Kombiticket: € 18 / erm. € 12. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter & Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

So 20.10. | 11.00 Uhr
„Die kleine Meerjungfrau“
Musikalische Familienlesung für Kinder ab 7 Jahren nach dem Märchen von Hans Christian Andersen mit Musik von Carl Nielsen
Sprecherin: Marit Beyer
Klavier: Olivia Trummer
Regie, Dramaturgie & Bühne: Malte Prokopowitsch

Seit Generationen fasziniert das Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen Groß und Klein. In einer szenischen Lesung mit klassischer Musik untermalt wird die berührende Geschichte neu zum Leben erweckt – ein stimmungsvolles Erlebnis für die ganze Familie! Weit draußen im Meer lebt die kleine Meerjungfrau. Eines Nachts erlebt sie, wie ein Schiff im Sturm sinkt und kann im letzten Moment den Prinzen retten.

Marit Beyer studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und an der Staatlichen Theaterakademie St. Petersburg. Sie leiht ihre Stimme Hörbüchern sowie Funk und Fernsehen.
Malte Prokopowitsch studierte an der Universität Stuttgart und an der Universität der Künste Berlin. Er assistierte am Staatstheater Stuttgart und inszeniert Musiktheater.

Olivia Trummer studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie an der Manhattan School of Music in New York. Sie spielt klassische Musik und Jazz und wurde in die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen.
€ 3 / erm. € 2 – Nur Tageskasse
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur. Veranstaltung im Rahmen des Festivals „Leseland Hessen“.
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Mi 23.10. | 19.30 Uhr
Terézia Mora
„Auf dem Seil“
Autorenlesung
Moderation: Marita Hübinger (ZDF)

Darius Kopp drohte an seinem Unglück zu zerbrechen. Drei Jahre sind vergangen, seit seine Frau Flora gestorben ist. Der IT-Experte ist mit Floras Asche durch Europa gereist und schließlich auf Sizilien gelandet. Dort taucht eines Tages unverhofft seine 17-jährige Nichte Lorelei auf. Das Mädchen ist allein unterwegs und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Sie braucht Darius’ Hilfe – und er die ihre. Mit ihr geht er zurück nach Berlin. Und lernt, sein Glück daran zu messen, was man durch eigenen Willen verändern kann – und was nicht.

Ist das Leben ein ewiger Balanceakt? Dieser existentialistischen Frage geht Terézia Mora in ihrem aktuellen Roman „Auf dem Seil“ nach.

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Die Erzählung „Der Fall Ophelia“, enthalten in ihrem Debütband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. 2017 erhielt sie den Preis der Literaturhäuser.
€ 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 9
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Di 29.10. | 19.30 Uhr
Tom Saller
„Wenn Martha tanzt“
Autorenlesung
Moderation: Helmut Boerdner & Bernhard Schön

1919 gründete Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus als Kunstschule. In Tom Sallers Roman „Wenn Martha tanzt“ reist ein junger Mann im Jahr 2001 nach New York, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby’s versteigern zu lassen. Es enthält bislang unbekannte Skizzen und Zeichnungen von Feininger, Klee, Kandinsky und anderen. Martha, die als Tänzerin die Bewunderung und den Respekt der Bauhaus-Mitglieder genoss, wurde 1900 in einem kleinen Dorf in Pommern geboren. Als die Nazis die Kunstschule schlossen, kehrte sie in ihre Heimat zurück – in ihrem Arm ein Kind und im Gepäck ein Notizbuch von immensem Wert.

Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut in der Nähe von Köln.
€ 8 / erm. € 5 zzgl. VVG. Abendkasse: € 11 / erm. € 8
Veranstalter: Literaturhaus in Kooperation mit WAZ (Wiesbadener Architektur Zentrum) und BDA (Bund Deutscher Architekten) in der WAZ-Reihe „Architektur und Sprache, 100 Jahre Bauhaus“
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Neue Sachbuch-Reihe: Gespräche in der Villa Clementine Wiesbaden

Foto © massow-picture
Foto © massow-picture

Mit einem neuen Angebot für Freunde des Sachbuchs warten gleich drei Institutionen aus der Villa Clementine gemeinsam auf. Unter dem Titel „Gespräche in der Villa“ kommen vierteljährlich prominente Autoren in das Literaturhaus an der Wilhelmstraße/ Ecke Frankfurter Straße, um mit einem Moderator und anschließend mit dem Publikum zu diskutieren. Gastgeber sind das Literaturhaus Villa Clementine, dessen Förderverein und der ebenfalls in der Villa residierende Presseclub Wiesbaden (PCW).

Wechselweise finden die Talkrunden im Literaturhaus (Beletage) und im Erdgeschoss (Presseclub) statt. Den Anfang macht am Sonntag, 20. März um 17 Uhr der Frankfurter Autor, Blattmacher und Schriftsteller Helmut Ortner im Presseclub. Der streitbare Publizist hat mit Büchern zu den Themen Todesstrafe, Religion und Politik oder über den Zorn provoziert. Wichtige Biografien über den Hitler-Attentäter Georg Elser oder den Nazi-Richter Roland Freisler, die in viele Sprachen übersetzt wurden, stammen von ihm. In der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche ist der gelernte Schriftsetzer und studierte Sozialpädagoge als Entwickler wegweisender Konzepte und Layouts bekannt. Die Zeitschriften „Das Parlament“, „Cicero“, „Focus“ oder auch Tageszeitungen wie „Wiesbadener Kurier“ und „Darmstädter Echo“ tragen seine Handschrift. Helmut Ortner wird dem Moderator und PCW-Vorsitzenden Stefan Schröder Rede und Antwort stehen.

Noch drei weitere Termine sind in einer ersten Staffel, die auf eine Anregung von Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz zurückgeht, für das Jahr 2016 geplant. Unter anderem hat derKulturwissenschaftler, Autor und Journalist Professor Ulrich Raulff für den 11. September im Literaturhaus zugesagt. Der Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach hat mit seinem jüngsten Werk „Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung“ viel Aufmerksamkeit erregt. Weitere Gesprächsrunden sind für den 5. Juni und für den 6. November vorgesehen. Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro (ein Getränk inklusive).

Brenners Krimi „Schiersteiner Brücke“ zum Auftakt des Wiesbadener Krimiherbstes am 12.Nov. in Villa Clementine

© wiesbaden.de / Foto: Literaturhaus
© wiesbaden.de / Foto: Literaturhaus

Zum Auftakt des Wiesbadener Krimiherbstes stellt der diesjährige Wiesbadener Krimistipendiat, der Autor und Journalist Wolfgang Brenner, am Donnerstag, 12. November, um 19.30 Uhr seinen autobiographisch gefärbten Wiesbaden-Kurzkrimi „Schiersteiner Brücke“ im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, vor. Dieser spielt vor dem Hintergrund der monatelangen Sperrung der Brücke und beinhaltet einige Kolumnen rund um die Figur Schmalenbach. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgt das Frankfurt Jazz Trio.

Brenner war als diesjähriger Krimistipendiat im März vier Wochen zu Gast in der Landeshauptstadt, um dort zu recherchieren und zu schreiben. Er ist 1954 geboren und studierte Germanistik und Philosophie. Ausgangspunkt für seine Kriminalromane ist meist eine historische Begebenheit oder ein politisches Thema. Neben Kriminalromanen, Hörspielen, Theaterstücken und Sachbüchern verfasst er Drehbücher für Fernsehkrimiserien und die Schmalenbach-Kolumne für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Der Eintritt kostet 10 Euro. Ermäßigte Karten sind für 8 Euro erhältlich. Reservierungen sind telefonisch unter 0611 3415837 oder per Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de möglich. Weitere Informationen sind unter www.wiesbaden.de/literaturhaus verfügbar.

Konzertreihe „Carte Blanche“ mit Mara Genschel am 6. November im Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

© massow-picture
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Im Rahmen der neuen Konzertreihe „Carte Blanche“ der Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik ist am Freitag, 6. November, um 20 Uhr Mara Genschel im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast. Der Abend wird in Kooperation mit ARTist – Musik zur Zeit – veranstaltet und durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Kulturamt Wiesbaden sowie das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ermöglicht. Ausgezeichnet ist die Veranstaltungsreihe als Konzert des deutschen Musikrates.

„Lapsus – Die Dehnung des Literaturbegriffs kann zur Überdehnung des Musikbegriffs führen. Kann! In diesem Fall betritt ein prinzipiell an Deals mit dem Publikum interessierter Gegenpart das Boot, den ich die schiefe Feindseligkeit meinerseits auszutarieren anheuerte. Andererseits …“ Mit diesen Zeilen kündigt Mara Genschel ihren Auftritt der Reihe „Carte Blanche“ an, die sich mit Persönlichkeiten befasst, die man zunächst nicht im klassischen Soziotop der Neuen Musik verortet. Genschel hat zusammen mit ihrem musikalischen „Gegenpart“ den Auftritt eigens für die Villa Clementine entwickelt und sämtliche Texte des Abends ihren Bewohnern auf die Haut geschrieben.

Der Eintritt kostet zehn Euro; ermäßigte Karten gibt es für sechs Euro. Reservierungen sind telefonisch unter 0611 3415837 oder per Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de möglich. Weitere Informationen stehen unter www.carte-b.de und unter www.wiesbaden.de/literaturhaus zur Verfügung.

Villa Clementine: Mirna Funk liest aus „Winternähe“ am 7. Oktober in Villa Clementine Wiesbaden

winternähe-mira-funkDie Journalistin und Schriftstellerin Mirna Funk ist am Mittwoch, 7. Oktober, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast, um ihren vielbeachteten Debut-Roman „Winternähe“ vorzustellen. Hierfür wurde sie mit dem Uwe Johnson Förderpreis ausgezeichnet und ist darüber hinaus für den Klaus-Michael Kühne Preis nominiert. Moderiert wird der Abend von Eldad Stobezki im Rahmen der Reihe „Tarbut – Zeit für jüdische Kultur“.

Im Zentrum der Geschichte steht die Fotografin Lola, die – wie die Autorin selbst Tochter eines jüdischen Vaters und einer nicht-jüdischen Mutter – zwischen Identitätszuschreibungen von außen und innerer Selbstfindung steht. Sie ist und sieht sich als Jüdin und Deutsche, doch begegnet sie im Berlin der Gegenwart zunehmendem Antisemitismus, bis sie es nicht mehr erträgt. In ihrer Auseinandersetzung mit Identitäten und der lebendigen Geschichte agiert sie mit Wut und begibt sich auf eine Reise ins Tel Aviv des letzten Gaza-Krieges hin zu ihrem Geliebten Shlomo, einem Israeli, der auf palästinensischen Beerdigungen ehrliche Tränen vergießt.

Mirna Funk erzählt in einem konfrontativen und zugleich ironischen Ton. Dieser setzt unmittelbar mit der ersten Szene ein – einer Gerichtsszene, in der sich Lola provokativ einen Hitlerbart ins Gesicht zeichnet, nachdem eines ihrer Plakate auf einer Firmenfeier mit einem eben solchen Bart verunziert und im Anschluss im Internet geteilt wurde. Mit dieser absolut entblößenden Haltung behandelt Funk Themen, wie Antisemitismus oder deutsch-jüdische Identitätsfragen ebenso wie den Vater-Tochter-Konflikt oder die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit. „Mir ging es darum, einen Roman zu schreiben, in dem die Protagonisten stellvertretend für gesellschaftliche Phänomene stehen“, erläuterte Funk in einem Interview. Der Roman bezieht starke Positionen, ohne einseitig zu sein.

Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für das „ZEITmagazin“ und „Der Freitag“. Momentan lebt die 34 Jährige in Berlin und Tel Aviv.

Der Eintritt kostet acht, ermäßigt sieben Euro. Reservierungen werden unter (0611) 3415837 oder literaturhaus kartenreservierung@freenet.de erbeten. Weitere Infos gibt es unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Zeitzeugengespräch zum Thema „Wie wir die Wende erlebten“ am 24.09.15 im Stadtarchiv Wiesbaden

Das Stadtarchiv Wiesbaden, Im Rad 42, lädt am Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, zu einem Zeitzeugengespräch mit dem Titel „Wie wir die Wende erlebten“ ein. Dr. Juliane Roloff, Dr. Hermann Roloff und Dr. Rolf Faber berichten von ihrem Leben in Ostdeutschland und über den Fall der Mauer.

Der Physiker Dr. Hermann Roloff und seine Frau, die Bevölkerungswissenschaftlerin Dr. Juliane Roloff, stammen aus Ostberlin. Dr. Juliane Roloff kam 1993 aus beruflichen Gründen an das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in der hessischen Landeshauptstadt. Ihr Ehemann lebt seit 2005 und seinem Ausscheiden aus dem deutschen Elektronensynchrotron, einer Großforschungseinrichtung in Berlin, in Wiesbaden. Über die Zeit vor und unmittelbar nach dem Mauerfall berichtet das Ehepaar aus eigener Erfahrung. An dem Gespräch beteiligt sich zudem der Jurist und Vorsitzende des Vereins für Nassauische Altertumskunde, Dr. Rolf Faber. Der gebürtige Wiesbadener war nach der Wiedervereinigung jahrelang im Erfurter Justizministerium in leitender Stellung als Aufbauhelfer tätig und gewann so wertvolle Einblicke in die historischen Abläufe.

Feridun Zaimoglu liest aus seinem Roman „Siebentürmeviertel“ am 23. 09.15 im Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

Buchcover der gebundenen Ausgabe: 800 Seiten, 24,95 Euro, Kindle-Book 21,99 Euro. Verlag: Kiepenheuer&Witsch. Köln,   ISBN-10: 3462047647 ISBN-13: 978-3462047646
Buchcover der gebundenen Ausgabe: 800 Seiten, 24,95 Euro, Kindle-Book 21,99 Euro. Verlag: Kiepenheuer&Witsch. Köln,
ISBN-10: 3462047647
ISBN-13: 978-3462047646

In „Siebentürmeviertel“ führt Feridun Zaimoglu seine Leser ins Istanbul der 40er-Jahre und erzählt von einem Jungen, dem die Fremde zur Heimat wird. Am Mittwoch, 23. September, um 19.30 Uhr ist er im Rahmen einer Lesung mit dem Roman im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast. Hubert Winkels vom Deutschlandfunk moderiert den Abend.

Nach „Leyla“, dem Bestseller über den Weg einer jungen Türkin von Anatolien ins Deutschland der 60er-Jahre, wendet sich Zaimoglu wieder der Türkei zu und greift dabei das Thema deutsche Emigration auf. Der Autor ist mit dem Roman bereits für den deutschen Buchpreis und den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominiert.

In „Siebentürmeviertel“ begibt sich Zaimoglu auf die Spuren deutscher Flüchtlinge, die während des Zweiten Weltkriegs in der Türkei Zuflucht gesucht haben. Darunter ist auch der junge Wolf, dessen Vater als Sozialdemokrat Deutschland verlassen musste und von seinem türkischen Freund Abdullah Bey und dessen Frau aufgenommen wird. Wolfs Mutter ist schon vor einiger Zeit verstorben und als sein Vater wegen der Arbeit Istanbul verlassen muss, wird Wolf zum Ziehsohn von Abdullah und seiner Frau. Er lernt, sich zu behaupten im Siebentürmeviertel, einem Armenbezirk, in dem verschiedene Nationalitäten nebeneinanderleben und der dadurch zwar reich an Konflikten, aber auch faszinierend vielfältig ist. Zaimoglus eigener Vater ist in diesem Viertel in den 30er-Jahren aufgewachsen und Zaimoglu hat den Bezirk in einer hochpoetischen Sprache und mit starken Bildern zum Schauplatz einer Geschichte über Verrat, aber auch Freundschaft und Loyalität gemacht.

© Literaturhaus Wiesbaden
© Literaturhaus Wiesbaden

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit etwa 45 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2007 war er Gastgeber der „Wiesbadener Literaturtage“ und in diesem Jahr ist er Stadtschreiber in Mainz.

 

Der Eintritt zur Lesung kostet 8, ermäßigt 7 Euro.
Kartenreservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 3415837 oder per E-Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de entgegengenommen. Weitere Infos gibt es auch unter http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Schauspielerin Carmen Renate Köper liest am 11.09.2015 im Literaturhaus Wiesbaden

Das Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, lädt am Freitag, 11. September, um 19.30 Uhr zu einer Lesung der Schauspielerin Carmen Renate Köper ein, die unter anderem mit „Freie Radikale“, „Das Büro“ und „Die Dimension eines Schattens“ Erzählungen der Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro vorträgt.

„Die Dimension eines Schattens“ handelt von der einsamen und frühzeitig gealterten Lehrerin Miss Abelhart, die ein Liebesgeständnis von einem ihrer Schüler erhält. Dieser berichtet neben der Last dieser Verliebtheit auch davon, dass die Lehrerin im Grunde viel zu alt und auch nicht schön genug für ihn sei. Oder bildet sich Miss Abelhart diese Worte und die gesamte Begegnung mit dem Schüler nur ein?

Alice Munro ist eine Autorin, die mehrere Deutungen ihrer Werke zulässt. Es gelingt ihr, eine komplexe Handlung zu entwickeln, in der man die Empathie zu ihren Figuren spürt. Munros Erzählungen besitzen Wendungen und zahlreiche Widersprüche. Durch die Verbindung von Tragik und Komik sowie dem Schicksalhaften und Alltäglichen gelingt es der Autorin, hintergründige Spannung zu erzeugen. Munro wurde 1931 in Ontario geboren und für ihr Werk mit mehr als 150 Kurzgeschichten und einem Roman mehrfach ausgezeichnet. Spätestens seit dem Literaturnobelpreis im Jahr 2013 gehört sie zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart.

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Die Eintrittskarten kosten acht, ermäßigt sieben Euro und können unter 0611 3415837 oder der E-Mail-Adresse literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de reserviert werden. Weitere Infos zur Lesung gibt es unter http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Friedenspreisträger Navid Kermani liest am Freitag auf den Wiesbadener Literaturtagen

Literaturtage: Friedenspreis der Deutschen Buchhandels für Navid Kermani – Lesung am 19. Juni, um 19,30 Uhr im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in der Rheinstrasse.

navid-kermani-liebeDer deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani, der im Rahmen der Wiesbadener Literaturtage am Freitag, 19. Juni, um 19.30 Uhr im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu Gast ist, wird in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Er spricht an diesem Freitag mit Hubert Spiegel, FAZ, über seinen Roman „Große Liebe“ sowie seine Essays.

Navid Kermani wurde 1967 in Siegen geboren und lebt heute als freier Schriftsteller in Köln. Für sein akademisches und literarisches Werk wurde der promovierte Orientalist mehrfach ausgezeichnet, im Jahr 2012 erhielt er den Kleist-Preis und 2014 den Gerty-Spies-Literaturpreis sowie den Joseph-Breitbach-Preis. Im selben Jahr erschien auch sein Roman „Große Liebe“, aus dem er bei den Wiesbadener Literaturtagen lesen wird. Darin erzählt er die Geschichte einer ersten großen Liebe, die zwar nur eine Woche währt, den Erzähler aber ein Leben lang prägt. Die Liebe gerät ihm zum Studienobjekt, wobei ihm islamische Denker und Dichter aufmunternd zur Seite stehen. Mit dem Verhältnis zwischen Orient und Okzident sowie mit den Schönheiten und Nöten des Islam setzt sich Kermani in seinen Artikeln, Essays und Reden immer wieder kenntnisreich auseinander. So auch in seinen west-östlichen Erkundungen „Zwischen Koran und Kafka“, von denen an diesem Abend ebenso die Rede sein wird.

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf zehn, ermäßigt sieben Euro plus Vorverkaufsgebühr, an der Abendkasse 14, ermäßigt elf Euro. Vorverkaufsstellen sind die Tourist-Information, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, und Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 oder 376444; der Online-Vorverkauf ist unter www.wiesbaden.de/literaturtage möglich.

 

„Im Frühling sterben“ – Ralf Rothmann liest am 24. Juni im Literaturhaus Wiesbaden

ralf-rothmann-cover.pgAm Mittwoch, 24. Juni, um 19.30 Uhr liest Ralf Rothmann im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, aus seinem neuen Roman „Im Frühling sterben“.

In seinem neuen Roman erzählt er die Geschichte von zwei 17-jährigen Melkern aus Norddeutschland die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden.
Ralf Rothmanns Romane sind stets nah an persönlichen Erlebnissen, wie in seinen sogenannten Ruhrgebietsromanen und auch in seinen in Berlin angesiedelten späteren Werken. Nun beschäftigt sich Rothmann nicht nur mit dem selbst Erlebten, sondern behandelt die Kriegserfahrungen der Generation seines Vaters. Neben den Kriegsereignissen interessieren ihn auch die Nachwirkungen der schrecklichen Erlebnisse. Dabei thematisiert er sowohl die zeitlebens andauernde Traumatisierung der Kriegsheimkehrer als auch die Auswirkungen ihres Schweigens auf die Nachfolgegeneration.

In seinem Roman „Im Frühling sterben“ versucht Rothmann anhand des Schicksals von Walter Urban und Fiete Caroli dieses belastende Schweigen zu ergründen und begibt sich deshalb auf die Spur der Ereignisse des letzten Kriegsfrühjahrs 1945, in dem die zwei noch minderjährigen Melker die Schrecken des aussichtslosen Krieges in Ungarn miterleben müssen. Im Roman wird dabei immer wieder deutlich, wie wichtig der Prozess der Aufarbeitung nicht nur für die Erlebnisgeneration, sondern auch für die Nachgeborenen ist, in deren Verantwortung es liegt, dass sich solche Geschehnisse nicht wiederholen.

Hintergrund: Ralf Rothmann, geboren 1953 in Schleswig, aufgewachsen im Ruhrgebiet, lebt seit 1976 in Berlin. Zuletzt von ihm erschienen sind die Erzählbände „Rehe am Meer“ und „Shakespeares Hühner“ sowie der Roman „Feuer brennt nicht“. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Max-Frisch-Preis, dem Heinrich-Böll-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis.

Der Eintritt zur Lesung kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 3415837 oder per E-Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de entgegengenommen. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.