Kategorie-Archiv: Wiesbadener Literaturorte

Neue Sachbuch-Reihe: Gespräche in der Villa Clementine Wiesbaden

Foto © massow-picture
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Mit einem neuen Angebot für Freunde des Sachbuchs warten gleich drei Institutionen aus der Villa Clementine gemeinsam auf. Unter dem Titel „Gespräche in der Villa“ kommen vierteljährlich prominente Autoren in das Literaturhaus an der Wilhelmstraße/ Ecke Frankfurter Straße, um mit einem Moderator und anschließend mit dem Publikum zu diskutieren. Gastgeber sind das Literaturhaus Villa Clementine, dessen Förderverein und der ebenfalls in der Villa residierende Presseclub Wiesbaden (PCW).

Wechselweise finden die Talkrunden im Literaturhaus (Beletage) und im Erdgeschoss (Presseclub) statt. Den Anfang macht am Sonntag, 20. März um 17 Uhr der Frankfurter Autor, Blattmacher und Schriftsteller Helmut Ortner im Presseclub. Der streitbare Publizist hat mit Büchern zu den Themen Todesstrafe, Religion und Politik oder über den Zorn provoziert. Wichtige Biografien über den Hitler-Attentäter Georg Elser oder den Nazi-Richter Roland Freisler, die in viele Sprachen übersetzt wurden, stammen von ihm. In der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche ist der gelernte Schriftsetzer und studierte Sozialpädagoge als Entwickler wegweisender Konzepte und Layouts bekannt. Die Zeitschriften „Das Parlament“, „Cicero“, „Focus“ oder auch Tageszeitungen wie „Wiesbadener Kurier“ und „Darmstädter Echo“ tragen seine Handschrift. Helmut Ortner wird dem Moderator und PCW-Vorsitzenden Stefan Schröder Rede und Antwort stehen.

Noch drei weitere Termine sind in einer ersten Staffel, die auf eine Anregung von Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz zurückgeht, für das Jahr 2016 geplant. Unter anderem hat derKulturwissenschaftler, Autor und Journalist Professor Ulrich Raulff für den 11. September im Literaturhaus zugesagt. Der Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach hat mit seinem jüngsten Werk „Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung“ viel Aufmerksamkeit erregt. Weitere Gesprächsrunden sind für den 5. Juni und für den 6. November vorgesehen. Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro (ein Getränk inklusive).

Brenners Krimi „Schiersteiner Brücke“ zum Auftakt des Wiesbadener Krimiherbstes am 12.Nov. in Villa Clementine

© wiesbaden.de / Foto: Literaturhaus
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Zum Auftakt des Wiesbadener Krimiherbstes stellt der diesjährige Wiesbadener Krimistipendiat, der Autor und Journalist Wolfgang Brenner, am Donnerstag, 12. November, um 19.30 Uhr seinen autobiographisch gefärbten Wiesbaden-Kurzkrimi „Schiersteiner Brücke“ im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, vor. Dieser spielt vor dem Hintergrund der monatelangen Sperrung der Brücke und beinhaltet einige Kolumnen rund um die Figur Schmalenbach. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgt das Frankfurt Jazz Trio.

Brenner war als diesjähriger Krimistipendiat im März vier Wochen zu Gast in der Landeshauptstadt, um dort zu recherchieren und zu schreiben. Er ist 1954 geboren und studierte Germanistik und Philosophie. Ausgangspunkt für seine Kriminalromane ist meist eine historische Begebenheit oder ein politisches Thema. Neben Kriminalromanen, Hörspielen, Theaterstücken und Sachbüchern verfasst er Drehbücher für Fernsehkrimiserien und die Schmalenbach-Kolumne für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Der Eintritt kostet 10 Euro. Ermäßigte Karten sind für 8 Euro erhältlich. Reservierungen sind telefonisch unter 0611 3415837 oder per Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de möglich. Weitere Informationen sind unter www.wiesbaden.de/literaturhaus verfügbar.

Konzertreihe „Carte Blanche“ mit Mara Genschel am 6. November im Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

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Im Rahmen der neuen Konzertreihe „Carte Blanche“ der Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik ist am Freitag, 6. November, um 20 Uhr Mara Genschel im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast. Der Abend wird in Kooperation mit ARTist – Musik zur Zeit – veranstaltet und durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, das Kulturamt Wiesbaden sowie das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ermöglicht. Ausgezeichnet ist die Veranstaltungsreihe als Konzert des deutschen Musikrates.

„Lapsus – Die Dehnung des Literaturbegriffs kann zur Überdehnung des Musikbegriffs führen. Kann! In diesem Fall betritt ein prinzipiell an Deals mit dem Publikum interessierter Gegenpart das Boot, den ich die schiefe Feindseligkeit meinerseits auszutarieren anheuerte. Andererseits …“ Mit diesen Zeilen kündigt Mara Genschel ihren Auftritt der Reihe „Carte Blanche“ an, die sich mit Persönlichkeiten befasst, die man zunächst nicht im klassischen Soziotop der Neuen Musik verortet. Genschel hat zusammen mit ihrem musikalischen „Gegenpart“ den Auftritt eigens für die Villa Clementine entwickelt und sämtliche Texte des Abends ihren Bewohnern auf die Haut geschrieben.

Der Eintritt kostet zehn Euro; ermäßigte Karten gibt es für sechs Euro. Reservierungen sind telefonisch unter 0611 3415837 oder per Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de möglich. Weitere Informationen stehen unter www.carte-b.de und unter www.wiesbaden.de/literaturhaus zur Verfügung.

Villa Clementine: Mirna Funk liest aus „Winternähe“ am 7. Oktober in Villa Clementine Wiesbaden

winternähe-mira-funkDie Journalistin und Schriftstellerin Mirna Funk ist am Mittwoch, 7. Oktober, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast, um ihren vielbeachteten Debut-Roman „Winternähe“ vorzustellen. Hierfür wurde sie mit dem Uwe Johnson Förderpreis ausgezeichnet und ist darüber hinaus für den Klaus-Michael Kühne Preis nominiert. Moderiert wird der Abend von Eldad Stobezki im Rahmen der Reihe „Tarbut – Zeit für jüdische Kultur“.

Im Zentrum der Geschichte steht die Fotografin Lola, die – wie die Autorin selbst Tochter eines jüdischen Vaters und einer nicht-jüdischen Mutter – zwischen Identitätszuschreibungen von außen und innerer Selbstfindung steht. Sie ist und sieht sich als Jüdin und Deutsche, doch begegnet sie im Berlin der Gegenwart zunehmendem Antisemitismus, bis sie es nicht mehr erträgt. In ihrer Auseinandersetzung mit Identitäten und der lebendigen Geschichte agiert sie mit Wut und begibt sich auf eine Reise ins Tel Aviv des letzten Gaza-Krieges hin zu ihrem Geliebten Shlomo, einem Israeli, der auf palästinensischen Beerdigungen ehrliche Tränen vergießt.

Mirna Funk erzählt in einem konfrontativen und zugleich ironischen Ton. Dieser setzt unmittelbar mit der ersten Szene ein – einer Gerichtsszene, in der sich Lola provokativ einen Hitlerbart ins Gesicht zeichnet, nachdem eines ihrer Plakate auf einer Firmenfeier mit einem eben solchen Bart verunziert und im Anschluss im Internet geteilt wurde. Mit dieser absolut entblößenden Haltung behandelt Funk Themen, wie Antisemitismus oder deutsch-jüdische Identitätsfragen ebenso wie den Vater-Tochter-Konflikt oder die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit. „Mir ging es darum, einen Roman zu schreiben, in dem die Protagonisten stellvertretend für gesellschaftliche Phänomene stehen“, erläuterte Funk in einem Interview. Der Roman bezieht starke Positionen, ohne einseitig zu sein.

Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für das „ZEITmagazin“ und „Der Freitag“. Momentan lebt die 34 Jährige in Berlin und Tel Aviv.

Der Eintritt kostet acht, ermäßigt sieben Euro. Reservierungen werden unter (0611) 3415837 oder literaturhaus kartenreservierung@freenet.de erbeten. Weitere Infos gibt es unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Zeitzeugengespräch zum Thema „Wie wir die Wende erlebten“ am 24.09.15 im Stadtarchiv Wiesbaden

Das Stadtarchiv Wiesbaden, Im Rad 42, lädt am Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, zu einem Zeitzeugengespräch mit dem Titel „Wie wir die Wende erlebten“ ein. Dr. Juliane Roloff, Dr. Hermann Roloff und Dr. Rolf Faber berichten von ihrem Leben in Ostdeutschland und über den Fall der Mauer.

Der Physiker Dr. Hermann Roloff und seine Frau, die Bevölkerungswissenschaftlerin Dr. Juliane Roloff, stammen aus Ostberlin. Dr. Juliane Roloff kam 1993 aus beruflichen Gründen an das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in der hessischen Landeshauptstadt. Ihr Ehemann lebt seit 2005 und seinem Ausscheiden aus dem deutschen Elektronensynchrotron, einer Großforschungseinrichtung in Berlin, in Wiesbaden. Über die Zeit vor und unmittelbar nach dem Mauerfall berichtet das Ehepaar aus eigener Erfahrung. An dem Gespräch beteiligt sich zudem der Jurist und Vorsitzende des Vereins für Nassauische Altertumskunde, Dr. Rolf Faber. Der gebürtige Wiesbadener war nach der Wiedervereinigung jahrelang im Erfurter Justizministerium in leitender Stellung als Aufbauhelfer tätig und gewann so wertvolle Einblicke in die historischen Abläufe.

Feridun Zaimoglu liest aus seinem Roman „Siebentürmeviertel“ am 23. 09.15 im Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

Buchcover der gebundenen Ausgabe: 800 Seiten, 24,95 Euro, Kindle-Book 21,99 Euro. Verlag: Kiepenheuer&Witsch. Köln,   ISBN-10: 3462047647 ISBN-13: 978-3462047646
Buchcover der gebundenen Ausgabe: 800 Seiten, 24,95 Euro, Kindle-Book 21,99 Euro. Verlag: Kiepenheuer&Witsch. Köln,
ISBN-10: 3462047647
ISBN-13: 978-3462047646

In „Siebentürmeviertel“ führt Feridun Zaimoglu seine Leser ins Istanbul der 40er-Jahre und erzählt von einem Jungen, dem die Fremde zur Heimat wird. Am Mittwoch, 23. September, um 19.30 Uhr ist er im Rahmen einer Lesung mit dem Roman im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast. Hubert Winkels vom Deutschlandfunk moderiert den Abend.

Nach „Leyla“, dem Bestseller über den Weg einer jungen Türkin von Anatolien ins Deutschland der 60er-Jahre, wendet sich Zaimoglu wieder der Türkei zu und greift dabei das Thema deutsche Emigration auf. Der Autor ist mit dem Roman bereits für den deutschen Buchpreis und den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominiert.

In „Siebentürmeviertel“ begibt sich Zaimoglu auf die Spuren deutscher Flüchtlinge, die während des Zweiten Weltkriegs in der Türkei Zuflucht gesucht haben. Darunter ist auch der junge Wolf, dessen Vater als Sozialdemokrat Deutschland verlassen musste und von seinem türkischen Freund Abdullah Bey und dessen Frau aufgenommen wird. Wolfs Mutter ist schon vor einiger Zeit verstorben und als sein Vater wegen der Arbeit Istanbul verlassen muss, wird Wolf zum Ziehsohn von Abdullah und seiner Frau. Er lernt, sich zu behaupten im Siebentürmeviertel, einem Armenbezirk, in dem verschiedene Nationalitäten nebeneinanderleben und der dadurch zwar reich an Konflikten, aber auch faszinierend vielfältig ist. Zaimoglus eigener Vater ist in diesem Viertel in den 30er-Jahren aufgewachsen und Zaimoglu hat den Bezirk in einer hochpoetischen Sprache und mit starken Bildern zum Schauplatz einer Geschichte über Verrat, aber auch Freundschaft und Loyalität gemacht.

© Literaturhaus Wiesbaden
© Literaturhaus Wiesbaden

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit etwa 45 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2007 war er Gastgeber der „Wiesbadener Literaturtage“ und in diesem Jahr ist er Stadtschreiber in Mainz.

 

Der Eintritt zur Lesung kostet 8, ermäßigt 7 Euro.
Kartenreservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 3415837 oder per E-Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de entgegengenommen. Weitere Infos gibt es auch unter http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Schauspielerin Carmen Renate Köper liest am 11.09.2015 im Literaturhaus Wiesbaden

Carmen Renate Koeper c Stefan Ordry
Carmen Renate Koeper c Stefan Ordry

Das Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, lädt am Freitag, 11. September, um 19.30 Uhr zu einer Lesung der Schauspielerin Carmen Renate Köper ein, die unter anderem mit „Freie Radikale“, „Das Büro“ und „Die Dimension eines Schattens“ Erzählungen der Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro vorträgt.

„Die Dimension eines Schattens“ handelt von der einsamen und frühzeitig gealterten Lehrerin Miss Abelhart, die ein Liebesgeständnis von einem ihrer Schüler erhält. Dieser berichtet neben der Last dieser Verliebtheit auch davon, dass die Lehrerin im Grunde viel zu alt und auch nicht schön genug für ihn sei. Oder bildet sich Miss Abelhart diese Worte und die gesamte Begegnung mit dem Schüler nur ein?

Alice Munro ist eine Autorin, die mehrere Deutungen ihrer Werke zulässt. Es gelingt ihr, eine komplexe Handlung zu entwickeln, in der man die Empathie zu ihren Figuren spürt. Munros Erzählungen besitzen Wendungen und zahlreiche Widersprüche. Durch die Verbindung von Tragik und Komik sowie dem Schicksalhaften und Alltäglichen gelingt es der Autorin, hintergründige Spannung zu erzeugen. Munro wurde 1931 in Ontario geboren und für ihr Werk mit mehr als 150 Kurzgeschichten und einem Roman mehrfach ausgezeichnet. Spätestens seit dem Literaturnobelpreis im Jahr 2013 gehört sie zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart.

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Die Eintrittskarten kosten acht, ermäßigt sieben Euro und können unter 0611 3415837 oder der E-Mail-Adresse literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de reserviert werden. Weitere Infos zur Lesung gibt es unter http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Friedenspreisträger Navid Kermani liest am Freitag auf den Wiesbadener Literaturtagen

Literaturtage: Friedenspreis der Deutschen Buchhandels für Navid Kermani – Lesung am 19. Juni, um 19,30 Uhr im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in der Rheinstrasse.

navid-kermani-liebeDer deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani, der im Rahmen der Wiesbadener Literaturtage am Freitag, 19. Juni, um 19.30 Uhr im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu Gast ist, wird in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Er spricht an diesem Freitag mit Hubert Spiegel, FAZ, über seinen Roman „Große Liebe“ sowie seine Essays.

Navid Kermani wurde 1967 in Siegen geboren und lebt heute als freier Schriftsteller in Köln. Für sein akademisches und literarisches Werk wurde der promovierte Orientalist mehrfach ausgezeichnet, im Jahr 2012 erhielt er den Kleist-Preis und 2014 den Gerty-Spies-Literaturpreis sowie den Joseph-Breitbach-Preis. Im selben Jahr erschien auch sein Roman „Große Liebe“, aus dem er bei den Wiesbadener Literaturtagen lesen wird. Darin erzählt er die Geschichte einer ersten großen Liebe, die zwar nur eine Woche währt, den Erzähler aber ein Leben lang prägt. Die Liebe gerät ihm zum Studienobjekt, wobei ihm islamische Denker und Dichter aufmunternd zur Seite stehen. Mit dem Verhältnis zwischen Orient und Okzident sowie mit den Schönheiten und Nöten des Islam setzt sich Kermani in seinen Artikeln, Essays und Reden immer wieder kenntnisreich auseinander. So auch in seinen west-östlichen Erkundungen „Zwischen Koran und Kafka“, von denen an diesem Abend ebenso die Rede sein wird.

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf zehn, ermäßigt sieben Euro plus Vorverkaufsgebühr, an der Abendkasse 14, ermäßigt elf Euro. Vorverkaufsstellen sind die Tourist-Information, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930, und Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808 oder 376444; der Online-Vorverkauf ist unter www.wiesbaden.de/literaturtage möglich.

 

„Im Frühling sterben“ – Ralf Rothmann liest am 24. Juni im Literaturhaus Wiesbaden

ralf-rothmann-cover.pgAm Mittwoch, 24. Juni, um 19.30 Uhr liest Ralf Rothmann im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, aus seinem neuen Roman „Im Frühling sterben“.

In seinem neuen Roman erzählt er die Geschichte von zwei 17-jährigen Melkern aus Norddeutschland die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden.
Ralf Rothmanns Romane sind stets nah an persönlichen Erlebnissen, wie in seinen sogenannten Ruhrgebietsromanen und auch in seinen in Berlin angesiedelten späteren Werken. Nun beschäftigt sich Rothmann nicht nur mit dem selbst Erlebten, sondern behandelt die Kriegserfahrungen der Generation seines Vaters. Neben den Kriegsereignissen interessieren ihn auch die Nachwirkungen der schrecklichen Erlebnisse. Dabei thematisiert er sowohl die zeitlebens andauernde Traumatisierung der Kriegsheimkehrer als auch die Auswirkungen ihres Schweigens auf die Nachfolgegeneration.

In seinem Roman „Im Frühling sterben“ versucht Rothmann anhand des Schicksals von Walter Urban und Fiete Caroli dieses belastende Schweigen zu ergründen und begibt sich deshalb auf die Spur der Ereignisse des letzten Kriegsfrühjahrs 1945, in dem die zwei noch minderjährigen Melker die Schrecken des aussichtslosen Krieges in Ungarn miterleben müssen. Im Roman wird dabei immer wieder deutlich, wie wichtig der Prozess der Aufarbeitung nicht nur für die Erlebnisgeneration, sondern auch für die Nachgeborenen ist, in deren Verantwortung es liegt, dass sich solche Geschehnisse nicht wiederholen.

Hintergrund: Ralf Rothmann, geboren 1953 in Schleswig, aufgewachsen im Ruhrgebiet, lebt seit 1976 in Berlin. Zuletzt von ihm erschienen sind die Erzählbände „Rehe am Meer“ und „Shakespeares Hühner“ sowie der Roman „Feuer brennt nicht“. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Max-Frisch-Preis, dem Heinrich-Böll-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis.

Der Eintritt zur Lesung kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 3415837 oder per E-Mail an literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de entgegengenommen. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Wiesbadener Literaturtage starten am 14. Juni im Kunsthaus mit Ausstellungseröffnung: Collagen von Ror Wolf

Am Sonntag, dem 14. Juni findet um 11.00 Uhr im Kunsthaus aus dem Schulberg die kostenfreie Auftaktveranstaltung mit Collagen von Ror Wolf und ab 19.30 Uhr (kostenpflichtig) liest Christian Brückner Texte Ror Wolfs (siehe unten)

ror-wolf-collagencoverDie Wiesbadener Literaturtage werden am Sonntag, 14. Juni, um 11 Uhr mit der Ausstellung „Spaziergänge in der zerschnetzelten Welt“ in der Aula des Kunsthauses, Schulberg 10, eröffnet. Ausgestellt werden Collagen des Mainzer Schriftstellers Ror Wolf. Der Schriftsteller Michael Lentz gibt eine Einführung in die Ausstellung und das Jazzduo Michael Wollny, Pianist, und Heinz Sauer, Saxophon, begleiten die Einführung musikalisch.

Ror Wolf ist nicht nur Autor,sondern auch Collagist. Für Ror Wolf ist das in erster Linie eine schöne Entspannungsübung, die ihm Erholung vom Schreiben gewährt. Im Laufe seines Lebens sind rund 5000 Collagen entstanden, von denen eine kleine Auswahl in der Ausstellung zu sehen ist. Als Grundlage dient ihm hauptsächlich Material aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, illustrierte Zeitschriften der damals üblichen Holzschnitt- oder Stahlstich-Technik, illustrierte populärwissenschaftliche Bücher und ebensolche Trivialromane, wobei er stets Wert darauf legt, dass man die Schnittkanten nicht sieht.

Der Autor und Schriftsteller wurde 1932 in Saalfeld/Thüringen geboren und lebt seit vielen Jahren in Mainz. Er studierte in Frankfurt am Main Literatur, Soziologie und Philosophie und begann dort Ende der 50er Jahre zu veröffentlichen: Lyrik, Prosa, Kritiken und Bildcollagen. Für sein reichhaltiges Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der schönen Künste und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Anfang Juli 2015 erhält er zudem den Günter-Eich-Preis.

Die Ausstellung ist vom 14. bis 5. Juli bei freiem Eintritt im Kunsthaus zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr und Donnerstag von 11 bis 19 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter

http://www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Abendveranstaltung in Kunsthaus zum Auftakt der Wiesbadener Literaturtage
Christian Brückner liest Ror Wolf

pr-literaturtage160Zum Auftakt der Literaturtage liest der diesjährige Gastgeber Christian Brückner am Sonntag, 14. Juni, um 19.30 Uhr im Kunsthaus, Schulberg 10, aus Texten von Ror Wolf. Begleitet wird die Lesung „Die wundersamen Welten des Ror Wolf“ von den Jazzmusikern Michael Wollny und Heinz Sauer. Darüber hinaus sind Wolfs Collagen im Kunsthaus zu sehen.

Der Schriftsteller Ror Wolf hieß ursprünglich Richard Wolf und hat auch unter dem Pseudonym Raoul Tranchirer veröffentlicht.
Getroffen haben sich Tenorsaxophonist Heinz Sauer und Pianist Michael Wollny bereits im Jahr 2000: Wollny stellte sich damals dem Jazzensemble des Hessischen Rundfunks vor und Sauer wurde auf den jungen Jazzer aufmerksam.

Die Karten kosten im Vorverkauf 14,10 Euro, ermäßigt 11,10 Euro, und an der Abendkasse 16 Euro, ermäßigt 13 Euro. Karten sind im Vorverkauf in der Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon 0611 1729930, bei Galeria Kaufhof, Telefon 0611 304808, oder 0611 376444 sowie online unter http://www.wiesbaden.de/literaturtage erhältlich. Unter dieser Internetadresse gibt es auch weitere Informationen zu den Literaturtagen.