Kategorie-Archiv: Museen im Rittergut Bangert

Erste lange Museumsnacht in Bad Kreuznach am 20. Mai 2017 war ein großer Erfolg

Museumsmeile der Museen im Rittergut Bangert. Mit der langen Museumsnacht hat Bad Kreuznach seine Kulturszene bereichert.Foto:. Diether v. Goddenthow
Museumsmeile der Museen im Rittergut Bangert. Mit der langen Museumsnacht hat Bad Kreuznach seine Kulturszene bereichert.Foto:. Diether v. Goddenthow

Premiere geglückt: Ein Fest für alle Sinne: Gucken, Hören, Fühlen, Reden, Freuen, Schlendern und Genießen – kurzum: Die erste Bad Kreuznacher lange Museumsnacht im Kulturviertel der Museen im Rittergut Bangert war für viele Erlebnis pur! Von der römischen Palastvilla (Römerhalle) über das Atelier Leske bis hin zum Puppentheatermuseum (PuK) mit dem Kunstraum Install der Stadt – der Museumsmeile des Abends – flanierte ein illustres Völkchen von zirka 19 Uhr bis Mitternacht entspannt zwischen den Angeboten hin und her. Dass das Schlosspark-Museum wegen verzögerter Renovierungsarbeiten in diesem Jahr noch nicht dabei sein konnte, fiel dabei kaum auf. Und Museumsleiter Marco van Bel fand das nicht wirklich tragisch: „Da konnten wir alle Mitarbeiter auf die Römerhalle konzentrieren. Und im nächsten Jahr haben wir für die lange Museumsnacht mit dem Schlossparkmuseum ein neues Highlight “

Um 19.00 Uhr begrüßte Silona, alias Petra Kiefer, in ihrer Rolle als Hausherrin der römischen Palastvilla, gemeinsam mit Museumsleiter Marco van Bel und der Nahe-Weinprinzessin Julia Peitz die ersten Gäste.

Silona-Führung, stilvoll in römischer Gewandung, erzählt die spannende Geschichte der Palastvilla von Bad Kreuznach sowie zum Thema des Abends über Wein.  Foto:. Diether v. Goddenthow
Silona-Führung, stilvoll in römischer Gewandung, erzählt die spannende Geschichte der Palastvilla von Bad Kreuznach sowie zum Thema des Abends über Wein. Foto:. Diether v. Goddenthow

Auf gut 1000 Quadratmetern zeigt die Bad Kreuznacher Römerhalle im rustikalen Ambiente Funde aus dem römischen Kreuznach und seiner Umgebung, inklusiv Exponate, die den Totenkult und die Jenseitsvorstellungen der romanisierten bzw. römischen Bevölkerungen dokumentieren, wie beispielsweise Sarkophage, Aschekisten, eine Jupitersäule, Viergöttersteine und diverse Weihealtäre. Highlights sind die architektonischen Reste einer hier zur Hälfte freigelegten römisch-mediterranen Luxusvilla des 2. Jahrhunderts nach Chr. mit 160 Räumen und über 5000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Die Bad Kreuznacher Palastvilla, im Modell zu sehen, ist eines der herausragenden Beispiele römischer Villenkunst nördlich der Alpen.

Unterhalb des Gladiatoren-Mosaiks, gibt es einen Blick ins Innere der Fußbodenheizung und einen Ausstellungsrundgang.Foto:. Diether v. Goddenthow
Unterhalb des Gladiatoren-Mosaiks, gibt es einen Blick ins Innere der Fußbodenheizung und einen Ausstellungsrundgang.Foto:. Diether v. Goddenthow

Aus dieser Villa stammen auch die beiden fast vollständig erhaltenen Mosaikböden aus dem 3. Jahrhundert. Das mit einer Fußbodenheizung ausgestattete 58 Quadratmeter Gladiatoren-Mosaik zeigt Tierkämpfe, Bestiarierkämpfe und Gladiatoren-Zweikämpfe. Das Oceanus-Cernunnos-Mosaik, welches aus dem zentralen Repräsentationsräumlichkeiten der ehemaligen Palastvilla stammt, und in dessen Mitte ein marmorverkleidetes Wasserbecken mit Marmorkrater installiert ist, zeigt, so eine Deutungsthese, Stationen aus Leben und Wirkungskreis seines Erbauers, einem höchstwahrscheinlich schwerreichen Händler.

Ansicht der Römerhalle. Foto:. Diether v. Goddenthow
Ansicht der Römerhalle. Foto:. Diether v. Goddenthow

Die Römerhalle ist eine wahre Schatzkammer, und wer nicht nur auf eigene Faust schauen wollte, konnte sich gegen 19.30 Uhr und 22.00 Uhr Silonas wunderbaren einstündigen Führungen durch die Römerhalle und illuminierten Außenanlagen anschließen.

Museumsdirektor Marco van Bel ist an diesem Abend überall fast gleichzeitig im Einsatz. Er freut sich über so viel positive Resonanz. Foto:. Diether v. Goddenthow
Museumsdirektor Marco van Bel ist an diesem Abend überall fast gleichzeitig im Einsatz. Er freut sich über so viel positive Resonanz. Foto:. Diether v. Goddenthow

Gegen 20.30 Uhr gab Marco van Bel eine kurze Einführung in die aktuelle Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt!“ von Viona Ielegems, die wegen des guten Zuspruchs bis zum 25.06.2017 verlängert wurde. „Die Verbindung zu dem Ort des Museums Römerhalle mit ihren großartigen römischen Fußbodenmosaiken und in diesem Fall speziell des Oceanusmosaiks mit den Gottheiten (des römischen Oceanus sowie des keltischen Cernunnos), war durch die (bereits beschriebene)Thematik der Fotoreihe gegeben“, so van Bel. Sie sollte aber „in meinen Augen durch neu zu entwickelnde Fotografien abgerundet und speziell mit den Bad Kreuznacher Mosaik vertieft, vervollständigt und verortet werden.“ so der Museumsdirektor.

Impression der Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt!“ von Viona Ielegems,jetzt bis zum 25.06.2017. Foto:. Diether v. Goddenthow
Impression der Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt!“ von Viona Ielegems,jetzt bis zum 25.06.2017. Foto:. Diether v. Goddenthow

Mit Viona Ielegems besonderer künstlerischen Sichtweise und Interpretation sei das wahrlich gelungen. „Die Ausarbeitung und Umsetzung der Oceanus-Cernunnos-Thematik in zwei neue, die Serie ergänzende Fotografien, schließt den Kreis und verbindet diesen Höhepunkt in der modernen Kunstfotografie mit dem kunsthistorisch weltweit bekannten, historischen Mosaik“, so van Bel.

Museumsdirektor Marco van Bel mit der Künstlerin Viona Ielegem bei der Eröffnung. Foto:. Diether v. Goddenthow
Museumsdirektor Marco van Bel mit der Künstlerin Viona Ielegem bei der Eröffnung. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der erste Teil der Ausstellung böte nur andeutungsweise einen Abriss der Menschheitsgeschichte an Hand einiger „mir wichtigen Punkte auf dem Gebiet der Kunstgeschichte – mit Schwerpunkt auf die Prähistorischen Kunstvorstellungen – sowie auf einige philosophische und kulturhistorische (religiöse) Betrachtungen“, so van Bell. Der zweite Schwerpunkt der Fotoausstellung bezieht sich auf das Oceanus-Cernunnos-Mosaik und die griechisch-römische sowie keltischen Aspekte beziehungsweise Götterwelt, und der dritte Teil bilden die im Museum Römerhalle ausgestellten Kunstfotografien.

Nahe-Weinprinzessin Jula Peitz informiert über Wein, seine (römische) Geschichte und den Anbau von heute. Foto:. Diether v. Goddenthow
Nahe-Weinprinzessin Jula Peitz informiert über Wein, seine (römische) Geschichte und den Anbau von heute. Foto:. Diether v. Goddenthow

Der Sektempfang anlässlich der Ausstellungsverlängerung leitete geschickt über zur kleinen Weinkunde der Weinprinzessin Julia Peitz. Prinzessin Julia informierte fachkundig über römische Geschichte des Weins und beantwortete Fragen zur aktuellen Herstellung des besonders für seine Säurearmut beliebten Nahe-Tröpfchens. Dass dieser an diesem Abend nicht ausging, dafür sorgte das Weingut Karl Schmidt aus Bretzenheim, dessen Weinstand im Zentrum der Römerhalle immer gut belagert war.

Immer was los bei Frank Leske. Foto:. Diether v. Goddenthow
Immer was los bei Frank Leske. Foto:. Diether v. Goddenthow

Gute Stimmung und bisweilen großer Andrang herrschte bis zum späten Abend auch im offenen Atelier von Frank Leske, welches auf dem Weg zwischen Römerhalle und PuK gelegen ist. Dabei fand neben den Holz-Skulpturen und Installationen des Künstlers auch die Ausstellung über Susanne Seitz viel Beachtung.

Ständig belagert war das Cateringzelt des Fördervereins für das Puppentheatermuseum. Foto:. Diether v. Goddenthow
Ständig belagert war das Cateringzelt des Fördervereins für das Puppentheatermuseum. Foto:. Diether v. Goddenthow

Vor dem PuK verkaufte der Förderverein für das Puppentheatermuseum Getränke, Drinks und rheinhessische Taps in einem eigens aufgebauten Cateringzelt. Sitzbänke luden hier zum Verweilen ein.

 

rechts geht es zum PuK und Install.Foto:. Diether v. Goddenthow
rechts geht es zum PuK und Install.Foto:. Diether v. Goddenthow

Zweiter großer Publikumsmagnet war das Puppentheatermuseum (PuK) auf zwei Etagen. Im Foyer, zugleich auch der Zugang zum Install, dem Kunstraum der Stadt Bad Kreuznach, hatte der PuK-Förderverein die Tombola zugunsten des PuK aufgebaut. Die Lose fanden guten Absatz.

Karin Hans im Install kurz bevor sie mit ihrer Klang-Performance beginnt. Foto:. Diether v. Goddenthow
Karin Hans im Install kurz bevor sie mit ihrer Klang-Performance beginnt. Foto:. Diether v. Goddenthow

Begonnen hatte den Veranstaltungsreigen gegen 19.30 Uhr Karin Hans von der Künstlergruppe Nahe im Install mit ihrer Performance „für alle Sinne“. Unter dem Leitgedanken der vorausgegangenen Projekte „Reformation hier und jetzt – mir geht ein Licht auf“ ging es ihr darum, im übertragenen Sinn „Licht hörbar“ werden zu lassen. Dazu erhob und senkte sie ihre Stimme in wechselnde hohe, weiche oder harte Tonlagen, mitunter leicht archaisch anmutend, unterlegt durch ein Monochord, welches mit darüber streichen auf 26 Saiten gleiche Töne erzeugt.

Zum Picknick der Künstler Gruppe Nahe im Install hatte jeder etwas anderes dazu gesteuert. Foto:. Diether v. Goddenthow
Zum Picknick der Künstler Gruppe Nahe im Install hatte jeder etwas anderes dazu gesteuert. Foto:. Diether v. Goddenthow

Im Anschluss veranstaltete die Künstler-Gruppe Nahe, angeregt von ihrer engagierten Vorsitzenden Maria Kauffmann, ein kleines Picknick am langen Tisch, zu dem jeder andere Köstlichkeiten beigesteuert hatte.

 

 

Mehr Puppentheater-Interessierte als eingelassen werden konnten, fanden sich gegen 20.30 zum „Kleinen Konzert mit großen Marionetten“ von Museumsleiter Markus Dorner im PuK-Theatersaal ein. Fasziniert lauschten sie dem Milchmann Tewje und Papageno oder der leicht italienisch abgewandelten Variante von „Kommt ein Vogel geflogen“ und vielen anderen Ohrwürmern.
Den ganzen Abend über stand der große Ausstellungsraum des PuK jedem offen, der mehr über Marionetten- und Puppentheaterkultur erfahren wollte.

Bis auf den letzten Platz war der Theatersaal des Puk belegt, als Museumsleiter Markus Dorner (ganz rechts) das „Kleine Konzert mit großen Marionetten“ mit Leben erfüllt. Foto:. Diether v. Goddenthow
Bis auf den letzten Platz war der Theatersaal des Puk belegt, als Museumsleiter Markus Dorner (ganz rechts) das „Kleine Konzert mit großen Marionetten“ mit Leben erfüllt. Foto:. Diether v. Goddenthow

Ein weiterer Höhepunkt folgte – wegen Verkehrsproblemen etwas verspätet – gegen 22.00 Uhr mit „Vokal – Pop und Ohrwurmmelodien“ der A capella Formation „So! … und nicht anders“ aus Mainz im Ausstellungsraum. Das tat aber der Begeisterung keinen Abbruch: Im Gegenteil: So kamen die Besucher zusätzlich in den Genuss interessanter Erläuterungen zur sehenswerten Sonderausstellung „500 – Luther trifft Karagöz“, mit dem Museumsleiter Markus Dorner gekonnt und spannend die Zeit bis zum Eintreffen der Gesangskünstler überbrückte.

Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst

Premiere für Bad Kreuznacher erste lange Museumsnacht – 20. Mai 2017 im Kulturviertel

museumsnacht-kh,jpgAm kommenden Samstag, 20. Mai 2019 veranstalten die Bad Kreuznacher Museen von 19.00 Uhr bis Mitternacht eine erste lange Museumsnacht. Mit von der Partie sind das Museum Römerhalle, das PuK-Museum, die Künstlergruppe Nahe (Install) und das Atelier Leske.

 

 

Römerhalle:

Foto:. Diether v. Goddenthow
Foto:. Diether v. Goddenthow

Auf rund 1.000 qm Ausstellungsfläche biete die Römerhalle Bad Kreuznach einen einzigartigen Überblick über die römische Epoche in Stadt und Kreis. Hauptattraktion sind die beiden Mosaikböden, die in der benachbarten römischen Villa gefunden wurden und um die Mitte des 3. Jahrhunderts datieren. In der Museumsnacht wird bei gutem Wetter der Garten der römischen Villa mit Laternen illuminiert sein und zum Verweilen einladen.

Die römische Hausherrin Silona (Petra Kiefer) bietet Führungen zur Geschichte der römischen Peristyl-Villa an, wobei das Thema Wein in römischer Zeit an diesem Abend im Mittelpunkt ihrer Führungen stehen stehen wird.

Kult-Ausstellung Viona-Ielegems Foto:. Römerhalle
Kult-Ausstellung Viona-Ielegems Foto:. Römerhalle

Anlässlich der Verlängerung der zurzeit in der Römerhalle gezeigten Foto-Sonderausstellung „Kult! Götterwelt – Menschenwelt“ von Viona Ielegems wird Museumsleiter Marco van Bel eine kurze Einführung in die kultischen Götterwelt-Bilder geben und anschließend zu einem Sektempfang einladen.

Die amtierende Weinprinzessin Julia Peitz wird über den aktuellen Weinanbau an der Nahe und seine bis in die Römerzeit zurückreichende Geschichte informieren und Fragen beantworten.

Für den Weinausschank sorgt mit einem Stand das Weingut Karl Schmidt aus Bretzenheim.

Im Museum für PuppentheaterKultur

Sonderausstellung - 500 - Luther trifft Karagöz. Foto Annette Thiergarten
Sonderausstellung – 500 – Luther trifft Karagöz. Foto Annette Thiergarten

Besucher können im Museum für PuppentheaterKultur auf 700 m² eine museale Entdeckungsreise durch die Welt des Figurentheaters gehen, von der Augsburger Puppenkiste bis zu modernen interaktiven Probierstationen.
In der Museumsnacht erwartet die Museumsbesucherr peppige, unterhaltsame Vokalkunst. Der Förderverein des PuK-Museums engagiert sich zudem Kultur-kulinarisch.

Gezeigt wird  aktuelle Sonderausstellung: „500 – Luther trifft Karagöz“ Dabei handelt es sich um eine historische Jubiläumsschau, „bei der sich Museumsbesucher zwischen türkischer Kaffeehaus-Atmosphäre und sächsischer Gasthausstimmung auf die Spur zu Luther am Faden begeben sowie die Geschichte des UNESCO-Weltkulturerbes Schattenspiel beleuchten.“ (PuK).

Künstlergruppe Nahe
Finnissage der Ausstellung „Reformation im Hier und Jetzt“, Teil II, und eine „Vokal-Performance“

Atelier Leske:
Offenes Atelier des Holzbildhauers. Besichtigung von Holzskulpturen im Außen- und Innenbereich.

Schlosspark-Museum
Durch Verzögerung in den Restaurierungsarbeiten bleibt das Museum Schlosspark leider geschlossen.

Kultursommer Rheinland-Pfalz: Großes Eröffungs-Kulturfest in Bad Kreuznach / Bad Münster am Stein-Ebernburg

kultursommer-coverWenn Jimi Hendrix und Martin Luther gemeinsam im VW-Bully unterwegs sind, muss das ja ein tolles Wochenende werden! Dieses Motiv schmückt das Programmheft und die Plakate zur Kultursommer-Eröffnung vom 5. bis 7. Mai, die Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro und Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer bei der heutigen Pressekonferenz auf der Ebernburg vorstellten. „Im und um den Kurpark Bad Münster am Stein und den Kurpark Bad Kreuznach gibt es an diesem Wochenende Musik, Theater, Kunst, Angebote für Kinder – und natürlich auch Essen und Trinken. Dazu sind die meisten Kulturangebote sogar kostenlos!“, so der Staatssekretär. „Epochen und Episoden“ lautet das diesjährige Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz.

Die Blechblasgenies von Genesis Brass aus Berlin.musikalische Werke von und über Martin Luther, Workshops und weitere Konzerte für und mit 500 Blechbläserinnen und –bläsern: Das ist „Luther in Brass 2017“ im Rahmen der Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz vom 5. bis 7. Mai in Bad Kreuznach.
Die Blechblasgenies von Genesis Brass aus Berlin.musikalische Werke von und über Martin Luther, Workshops und weitere Konzerte für und mit 500 Blechbläserinnen und –bläsern: Das ist „Luther in Brass 2017“ im Rahmen der Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz vom 5. bis 7. Mai in Bad Kreuznach.

Mit dem Eröffnungskonzert von „Luther in BRASS“ am Freitagabend in der Pauluskirche beginnt das Programm der Kultursommer-Eröffnung. Brass-AuswahlEnsembles aller drei Landeskirchen Pfalz, Hessen und Nassau sowie Rheinland spielen Werke quer durch verschiedene musikalische Epochen – bis hin zur Uraufführung einer Auftragskomposition für Blechbläserensembles und Orgel von Prof. Stefan Mey aus Hannover. Das anschließende Konzert des USAREUR Standard Jazz Quartett im Kurhaus rundet mit Jazzstandards von Duke Ellington über Thelonius Monk bis Stevie Wonder den Abend in Bad Kreuznach ab.

Vor 50 Jahren war der „Summer of LOVE“ in Kalifornien der Höhepunkt der Hippiebewegung – auch dieses Ereignis wird gebührend gefeiert, mit Ausschnitten aus Hair, zwei Coverbands mit Songs aus dem Jahr ´67 und dem Top-Act Mrs. Greenbird (Shooting Stars & Fairy Tales). Staatssekretär Barbaro erwartet einen fröhlichbunten Anblick: „Wir laden alle Besucherinnen und Besucher ein, dazu in passendem Hippie-Outfit zu erscheinen!“

Musen im Bangert mit PuK usw. Foto: Diether v. Goddenthow
Musen im Bangert mit PuK, Install usw. Foto: Diether v. Goddenthow

Viele örtliche Kreative und Institutionen beteiligen sich aktiv bei der Programmgestaltung: die LOGE, das PuK, Kunstvereine, die Kunstwerkstatt, dazu Chöre, Musikschulen und mehr. „Dazu lädt der Kulturpark im Kurpark die großen und kleinen Gäste zum Kreativsein ein, bietet Live-Musik und andere Überraschungen“, freute sich die Oberbürgermeisterin.

Auch alle drei evangelischen Landeskirchen, die in Rheinland-Pfalz vertreten sind, sind dabei, wie Kirchenrat Dr. Volker König erläuterte. Die Ausstellung „Reformatorinnen. Seit 1517. Reformation auf Augenhöhe.“ auf Bänken in den Kurparks, das Theaterstück „Ich fürchte nichts… – Luther 2017“ und der festliche BläserGottesdienst stellen einen lebendigen Bezug zum Reformationsjubiläum her.

Genesis Brass und der große Blechbläserchor aus allen Teilen des Landes, die hier im Rahmen von „Luther in BRASS“ gemeinsam einen Workshop machen (Anmeldungen sind übrigens für Blechbläserinnnen und Blechbläser jeden Alters noch möglich!), werden zu einem Reformationsständchen auf der Ebernburg (einer der bedeutendsten Stätten der Reformation im Land) und anschließend im Kurpark Bad Münster zu erleben sein. Die stilistische Vielfalt dieses großen Brass-FestivalKonzerts reicht von barocker Virtuosität über romantische Klangfülle und epochale Filmmusiken bis zu jazzigen und poppigen Songs.

Der Schweizer Soulsänger SEVEN – spätestens seit „Sing meinen Song“ und seiner Festivaltour mit den Fantastischen Vier auch bei uns ein Begriff – wird zum Abschluss des Tages das Publikum zum Tanzen bringen.

Die Freunde von Spoken Word und der aktuellen Liedermacherszene können mit Sebastian Krämer, Annett Kuhr, Timo Brunke, Andreas Zimmer und Merle Weißbach einige der besten ihrer Zunft am Samstagabend in der LOGE erleben. Die bildende Kunst ist u.a. durch Projekte des Steinskulpturenmuseums, die Vernissage von „Reform-a(r)t-ion“ im Künstlerbahnhof und eine Installation im Kunstraum Install vertreten.

MGB Live Foto: Wolfgang  Vogt
MGB Live Foto: Wolfgang
Vogt

Ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Come together – let‘s make Music“ erwartet das Publikum am Sonntagnachmittag im Kurpark Bad Münster: Gemeinsam gestalten das Streichorchester Alba – eine Kooperation der beiden Musikschulen Mittlere Nahe und Kirchheimbolanden, das Pop-Duo Kleingartenanlage und Chöre des Kreis-Chorverbandes Bad Kreuznach ein unterhaltsames Programm, bei dem auch das Publikum mitsingen darf. Alle Veranstaltungen im Kurpark Bad Münster werden übrigens – bei absehbar sehr schlechten Witterungsverhältnissen – in die Konrad-Frey-Halle in Bad Kreuznach verlegt. Das Abschlusskonzert dieses prallvollen Kulturwochenendens gestaltet der Kleine Chor Ebernburg im Kurpavillon. Die „Zeitreise in Wort und Klang“ verbindet wesentliche Epochen und Episoden der deutschen Geschichte vom 12. bis zum 20. Jahrhundert mit herausragenden Chorwerken der jeweiligen Zeit.

Vom Großparkplatz Pfingstwiese in Bad Kreuznach gibt es einen kostenlosen P+RBusshuttle-Verkehr im 15-Minuten-Takt zum Kurpark Bad Kreuznach und zurück, der auch eine Haltestelle am Hauptbahnhof hat. Zwischen den Kurparks Bad Kreuznach und Bad Münster wird es am Wochenende einen kostenlosen Busshuttle im 15-Minuten-Takt geben. Da mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, empfehlen die Veranstalter allen Besucherinnen und Besuchern mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Ein so umfangreiches Programm braucht gründliche Planung und jede Menge Unterstützung: Staatssekretär Barbaro und Oberbürgermeisterin Kaster-Meurer dankten dem Projektteam aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Stadt und Kultursommer sowie den Sponsoren und Partnern, allen voran Lotto Rheinland-Pfalz , der Sparkasse Rhein-Nahe und den Kreuznacher Stadtwerken.

ebernburg-bad-muensterDas ausführliche Programmheft ist ab sofort in der Stadt erhältlich und steht zum Ansehen und Download im Internet zur Verfügung: https://issuu.com/kultursommerrheinland-pfalz/docs/2017-kuso-er__ffnung-prog

  • Der Vorverkauf für das Eröffnungskonzert in der Pauluskirche Bad Kreuznach und „Seven“ im Kurpark Bad Münster läuft. Tickets sind u.a. über reservix erhältlich.
  • Alle weiteren Programme im Rahmen der Kultursommer-Eröffnung können bei freiem Eintritt besucht werden.
  • Anmeldungen für „Luther in Brass“ unter www.luther-in-brass.de .

Römerhalle Bad Kreuznach: Sonderausstellung „Kult- und Götterwelt der Menschen“ ab 9.April – verlängert bis 25.06.2017

Römerhalle Bad Kreuznach.  Foto: Diether v. Goddenthow
Römerhalle Bad Kreuznach.
Foto: Diether v. Goddenthow

 

Verlängert bis 25.06.2017 – Am 20.Mai 2017 Sektempfang und Einführung anlässlich der ersten langen Nacht der Museen!

Die Fotoausstellung Kult Götterwelt und Menschenwelt wird bis 25. Juni 2017 verlängert. Am 20. Mai lädt Museumsdirektor Marco van Bel im Rahmen der ersten langen Nacht der Bad Kreuznacher Museen anlässlich der Ausstellungsverlängerung gegen 20.30 Uhr zu einem Gläschen Sekt. Zuvor führt der Museumsleiter kurz in die Ausstellung der belgischen Fotografin Viona Ielegems ein.

Vernissage Sonntag, 09. April bis 21. Mai 2017
Museum Römerhalle
Sonderausstellung
„Kult! Götterwelt – Menschenwelt“

Seit Urzeiten sucht der Mensch in seinem Dasein eine Erklärung für das Undenkbare. Er versucht die Natur und ihre Erscheinungen sowie das Leben zu erklären. Der prähistorische Mensch, aber auch die Naturvölker sowie später die Griechen und Römer schufen hierfür ihre Götterwelt, ihre Kulte und Rituale.
Als Personifizierung natürlicher oder göttlicher Kräfte gebrauchte der Mensch z.B. Masken, Verkleidungen und Symbole. Unter anderen der Schamane mit seiner Hirschgeweihmaske oder die als Bisonmensch bekannt Figur in prähistorischen Höhlenzeichnungen.
In unserem einzigartigen Oceanus-Cernnunos-Mosaik aus der Mitte des 3.Jh. n.Chr. werden die Gewalten des Meeres als griechisch-römischer Meeresgott dargestellt. Die echten und fantastischen Wasserlebewesen sowie Handelsszenen zeigen ebenfalls die Fruchtbarkeit und Vielfalt des Meeres.
Cernunnos, dem keltischen Gott der Fruchtbarkeit als auch Begleiter auf der Jenseitsreise, ist durch sein Attribut eines Hirschgeweihes, das in diesem Fall dem Haupt des Oceanus – anstelle dieser Gottheit eindeutig zugeordneten Korallenästen oder Hummerscheren – entspringt, und mit dem Torque, einem Halsreif in Form einer Schlange, präsent.

Foto: Viona Lelegems
Foto: Viona Lelegems

In einer besonderen Fotoreihe der belgischen Fotografin Viona Ielegems erfolgt eine künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Gerade der visuelle und inhaltliche Kontrast zwischen dem feinen, fast zerbrechlich wirkendem Frauenkörper und den markanten Masken mit Hörner und anderen Attributen, die eher dem Schamanen oder den fast immer männlichen Kultusausübenden zugerechnet werden können, evozieren die Schöpfung und diese mystische Welt – eine Reise in die inneren Tiefen und Spiritualität des Menschen.
Die Fotografin hat in zwei außergewöhnlichen Auftragsarbeiten das Thema unseres Oceanus-Cernnunos-Mosaiks in eine moderne Formsprache umgesetzt.
Marco van Bel, Kurator und Museumsleiter

 

Samstag, 20. Mai 2017, 19.00 – 23.00 Uhr
Museum Römerhalle
Nacht der Museen im KulturViertel Bad Kreuznach
Präsentation der Sonderausstellung
„Kult! Götterwelt – Menschenwelt“
– zeigt in faszinierenden, schwarzgründigen, großformatigen Fotos eine mystische Bilderwelt. Seien Sie gespannt auf die Verbindung zu dem Oceanus-Mosaik des Museums Römerhalle.
Führungen mit „Silona“ der Hausherrin der römischen Palastvilla geben einen Eindruck in das luxuriöse Leben in römischer Zeit.

Sonntag, 21. Mai 2017 – Internationaler Museumstag 2017
Museen im KulturViertel der Stadt Bad Kreuznach geschlossen

Sonntag, 28. Mai 2017, 11.00 Uhr
Museum Römerhalle
Führung durch die Römerhalle mit Dieter Stöck
Dort, wo vor 1800 Jahren die imposante Villa eines wohlhabenden Römers stand, wird die Römerzeit an der Nahe lebendig.
Treffpunkt: Römerhalle, Hüffelsheimer Straße 11, Bad Kreuznach
Teilnehmerbeitrag: 7 €, erm. 5 €, inkl. Museumseintritt
Führung der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Bad Kreuznacher Museen wegen Renovierungen im Monat Februar geschlossen

Schloßpark-Museum Bad Kreuznach. Foto: Diether v. Goddenthow
Schloßpark-Museum Bad Kreuznach. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Museen Römerhalle, Schloßparkmuseum und Museum für PuppentheaterKultur bleiben auch im Jahr 2017 im Februar geschlossen. Diesen Schließmonat nutzt u. a. das Schloßparkmuseum zur Renovierung ihres Denkmals.

Im Schloßparkmuseum  wird im OG der Parkettboden restauriert. Diese Arbeiten beginnen bereits jetzt – daher bleibt das OG ab sofort für den Besucherverkehr geschlossen. Aus diesem Grund haben alle Besucher/innen des Schloßparkmuseums bis zum Schließmonat Februar ab sofort freien Eintritt in das Museum. An den Öffnungszeiten ändert sich nichts.

Schloßparkmuseum

Sonderausstellung
Das Künstlerehepaar Eichenauer – eine Retrospektive –

Zum 90. Geburtstag des Künstlerehepaares Franz Eichenauer (*02.11.1926 –
†22.11.1995) und Ute Eichenauer-Best (*23.02.1927 – †17.02.2008) präsentiert das Schloßparkmuseum in einer persönlichen Retrospektive zu Ehren des bereits verstorbenen Künstlerehepaares das besondere Werk der beiden Künstler. Der Fokus liegt  einerseits auf den Künstlern selbst, andererseits auf ihrer autonomen Entwicklung. Das Schloßparkmuseum zeigt hierbei Entwürfe, Gemälde und Zeichnungen, die größtenteils noch nicht der Öffentlichkeit bekannt sind.
Sonntag, 22. Januar  2017, 15.00 Uhr
Schloßparkmuseum
Führung durch die Sonderausstellung
Das Künstlerehepaar Eichenauer – eine Retrospektive –
Mit Claudia Frey M. A. – der Tochter des Künstlerehepaares

Weitere Infos „KulturViertel Bad Kreuznach“

Die Museen im Rittergut Bangert

museen-im-rittergut-bangert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Museen der Stadt Bad Kreuznach liegen in dem denkmalgeschützten ehemaligen Rittergut Bangert inmitten eines historischen Parks. Das Anwesen ließ Amalie von Dessau-Anhalt (1720 – 1793) in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts für sich errichten. Im 19. Jahrhundert gehörte das Herrenhaus mit seinen Wirtschaftsgebäuden und Parkanlagen zunächst der Familie der Freiherrn von Recum. 1881 ging das Rittergut Bangert an die Großindustriellenfamilie Puricelli über. Seit 1985/86 sind die Museen der Stadt Bad Kreuznach in dem Anwesen untergebracht.

Museen im Rittergut Bangert

Schloßparkmuseum
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach
Römerhalle/römische Villa
Hüffelsheimer Straße 11
55545 Bad Kreuznach

Museumsleiter:
Marco van Bel
Verwaltung:
Erika Breckheimer
Telefon: 0671 92077 82
Telefax: 0671 92077 92
E-Mail: museumsinfo@
bad-kreuznach.de

Museum für PuppentheaterKultur
Hüffelsheimer Str. 5
55545 Bad Kreuznach

Museumsleiter:
Markus Dorner
Verwaltung:
Bettina Eckes
Telefon: 0671 29846972
Telefax: 0671 2983966
E-Mail: puk@museen-bad-
kreuznach.de

Öffnungszeiten für alle Museen

© massow-picture
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Montag
geschlossen
Dienstag
10.00 bis 13.00 Uhr
Mittwoch bis Freitag
10.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag
11.00 bis 17.00 Uhr

zusätzlich geschlossen:
jährlich im gesamten Monat Februar
sowie am 24., 25., 31.12. und 01.01. jeden Jahres

Römerhalle Bad Kreuznach

© massow-picture
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Die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Scheune des ehemaligen Gutes bietet auf rund 1.000 m2 Ausstellungsfläche einen Überblick über die römische Epoche in Stadt und Kreis.
Hauptattraktion sind die beiden aus der Mitte des 3. Jahrhunderts stammenden Mosaikböden, die in der benachbarten römischen Villa gefunden wurden.

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Im rustikalen Ambiente der Römerhalle werden die Funde aus dem römischen Kreuznach und seiner Umgebung präsentiert. Der Totenkult und die Jenseitsvorstellungen der romanisierten bzw. römischen Bevölkerung sind anhand verschiedener Exponate dokumentiert. Neben Sarkophagen und Aschenkisten gehören dazu u. a. die Jupitersäule, Viergöttersteine und verschiedene Weihealtäre.

Ein Teil dieser Steindenkmäler stammt aus dem spätantiken Kastell von Bad Kreuznach, wo sie in Zweitverwendung zur Fundamentierung der Kastellmauern benutzt wurden.

Aufsteller: Paare Römer, Kelten und Franken mit Fotomöglichkeiten für  Kinder, um sich als Römer, Kelte oder Franke fotografieren zu lassen.  © Gestaltung Heike v. Goddenthow , wissenschaftlich archäologische Zeichnerin.
Aufsteller: Paare Römer, Kelten und Franken mit Fotomöglichkeiten für Kinder, um sich als Römer, Kelte oder Franke fotografieren zu lassen. © Gestaltung Heike v. Goddenthow , wissenschaftlich archäologische Zeichnerin.

Unmittelbar neben der Römerhalle liegen die begehbaren und damit heute noch in ihrer Dimension erfahrbaren Architekturreste einer römischen Luxusvilla des 2. Jahrhunderts nach Chr., die ein herausragendes Beispiel römischer Villenbaukunst nördlich der Alpen ist. Unter den Exponaten aus dieser Villa kommt den beiden fast vollständig erhaltenen Mosaikböden, die in das 3. Jahrhundert nach Chr. datieren, ein besonderer Stellenwert zu. Das ca. 58 m² große Gladiatorenmosaik war beheizbar – die unter dem Mosaik liegende antike Fußbodenheizung zeigt eindrucksvoll die Konstruktion dieser Anlage.

 

Schloßparkmuseum Bad Kreuznach

© massow-picture
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Das Schloßparkmuseum, ehemals Herrenhaus des Gutes, in dem die prägende Innenausstattung des 19. Jahrhunderts in Teilbereichen erhalten ist, beherbergt neben den stadt- und kunstgeschichtlichen Sammlungen auch eine vor- und frühgeschichtliche Abteilung. Vom Schloßparkmuseum führt der Weg durch den Park zu den ehemaligen Wirtschaftsbauten, wo ein Trakt das Museum für PuppentheaterKultur mit der Sammlung Rother (Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz) beherbergt.

Aktuelle Ausstellungen