Kategorie-Archiv: Wiesbadener Fastnacht

Wiesbadener DACHO plant trotz Corona kleine Fastnachtskampagne

© Archivbild: Diether v. Goddenthow
© Archivbild: Diether v. Goddenthow

Trotz der Covid-19 Pandemie haben der Vorsitzende Simon Rottloff und sein Vorstandsteam der Dachorganisation Wiesbadener Karneval 1950 e.V. (DACHO) einen kleinen Veranstaltungsrahmen durch die Kampagne organisiert, denn „Fastnacht fängt am 11.11.2020 an und hört am Aschemittwoch 2021 auf“, so Simon Rottloff

Eröffnet werden sollte die Kampagne 2020/2021 eigentlich mit der Fahnenhissung auf dem Rathausplatz unter der Beteiligung aller angeschlossenen Vereine. Jedoch hat der nun seit dem 02.11.2020 begonnene erneute Lock-Down die Planungen zu diesem symbolischen Ereignis auf Null gesetzt. „Wir hissen am 11.11.2020 pünktlich um 11:11 Uhr symbolisch unsere Fahne am Rathaus in Wiesbaden, um so ein Zeichen für den Beginn unserer Jahreszeit zu setzen.“ sollte die Botschaft sein, die DACHO-Vorsitzender Simon Rottloff vermitteln wollte

Angedacht war, dass je eine Vertreterin oder Vertreter der DachoMitgliedsvereine, des Dacho-Vorstands, die Stadtverordnetenvorsteherin und dem Oberbürgermeister sich auf dem Schlossplatz versammeln und in einer kurzen Zeremonie die vierfarbbunte Fahne hissen.

Nun werden wohl der Oberbürgermeister, die Stadtverordnetenvorsteherin und der DACHO-Vorsitzende ohne Rahmenprogramm und Ansprachen zumindest symbolisch die Fahne am Rathaus hissen.

Bereits im Sommer des Jahres hatten sich alle der DACHO angehörigen Vereine darauf verständigt, aufgrund des gesellschaftlichen Gesundheitsschutzes keine weiteren Veranstaltungen im dann bald endenden Jahr 2020 durchzuführen.

Weiterhin hat sich die DACHO darauf verständigt, dass die Saalfastnacht in der kommenden Kampagne ausgesetzt wird.

Trotz der ausfallenden Sitzungen hat sich der DACHO-Vorstand aber dennoch gemeinsam mit den DACHO-Mitgliedvereinen Gedanken
gemacht, wie die Durchführung der Fastnacht und gesellschaftlicher Gesundheitsschutz in Einklang zu bringen sind.

Die DACHO hat mit allen angeschlossenen Vereinen ein Format entwickelt, um den Freundinnen und Freunden der Wiesbadener Fastnacht dennoch ein attraktives Angebot zu machen.

„Tanzmariechen, Gardegruppen, Showtanzgruppen, Büttenreden und Gesang aus den Reihen der DACHO-Mitgliedsvereine werden da selbstverständlich mit von der Partie sein“ verrät Andreas Taschler, Sitzungspräsident der DACHO.

Eine gewählte Programmkommission hat das Programm für das geplante Format ausgewählt und gestaltet. Produziert werden soll am zweiten oder dritten Wochenende im Januar. Die Veröffentlichung dieses Formates ist für ca. 4 Wochen später geplant.

Auch laufen derzeit immer noch die Planungen für die Verleihung der Stadtorden für verdiente Fastnachterinnen und Fastnachter durch die Landeshauptstadt Wiesbaden. „Dies zeigt uns die tiefe Verbundenheit der Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und des Oberbürgermeisters Gert-Uwe Mende mit unserem Brauchtum, und die Wertschätzung“ resümiert der stellvertretende Vorsitzende Lothar Gebauer.

Mit Wehmut hat die DACHO die beiden, von ihren ehrenamtlich organisierten, Fastnachtszüge, wie den Kinderumzug sowie den großen Fastnachtssonntagszug, bereits abgesagt. „es ist uns sichtlich schwergefallen, den seit Jahren besucherstärksten Fastnachtszug in Hessen abzusagen, aber im Interesse unser aller Gesundheit haben wir einstimmig diese Entscheidung gefällt“ blickt Zugmarschall Harald Müller auf die schwere Entscheidung zurück.

Für das große Fastnachtswochenende soll unter der Leitung von Zuginspektor Thomas Schreiner eine Pop-up Fastnachtsmesse in der Wiesbadener Innenstadt durchgeführt werden. „Es ist wichtig, dass wir in diesen Zeiten alle eng zusammenstehen und wir den Schaustellerbetrieben, die uns ansonsten immer treu unterstützt haben eine Alternative bieten können“ fasst Thomas Schreiner die Intension der DACHO zusammen.

„Wir sind froh mit Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende stellvertretend für die Landeshauptstadt Wiesbaden einen engagierten Mitstreiter bei der Entwicklung alternativer Ideen an unserer Seite zu wissen. In diesen Zeiten ist es wichtig nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern besonnen aber auch mutig neue Wege zu gehen. Immer unter der Vorgabe, das Abstand, Hygiene und Gesundheitsschutz an erster Stelle kommen. Und genau dies machen wir Seit an Seit, die Stadt, unsere angeschlossenen Vereine und der Dachverband“ kommentiert Rottloff abschließend die Pressekonferenz der DACHO zur kommenden Kampagne.

Weitere Informationen über die DACHO und Ihre Vereine unter
www.dacho.de

Defilee der hessischen Tollitäten beim Empfang des Ministerpräsidenten im Biebricher Schloss

© Staatskanzlei/S. Feige
© Staatskanzlei/S. Feige

Frohsinn und närrisches Brauchtum im Wiesbadener Schloss Biebrich – Ministerpräsident Volker Bouffier empfängt hessische Tollitäten

Wiesbaden. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Samstag gemeinsam mit seiner Frau Ursula mehr als 300 Repräsentanten des närrischen Brauchtums aus dem ganzen Land im Wiesbadener Schloss Biebrich empfangen. Tollitäten aus rund 100 örtlichen Vereinen, die der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval oder dem Karnevalverband Kurhessen angehören, waren der Einladung des Regierungschefs gefolgt und hielten standesgemäß Einzug ins Schloss. Mit diesem traditionellen Empfang bedankte sich der Ministerpräsident bei den Prinzenpaaren, darunter auch 37 Kinderprinzenpaare, Fürsten, Gouverneuren, Gutsherren und Stiftskämmerern und ihrem Hofstaat stellvertretend für den großen ehrenamtlichen Einsatz aller hessischen Fastnachter.

„Ich danke allen hessischen Närrinnen und Narren, die in der fünften Jahreszeit Witz und Frohsinn verbreiten, herzlich für ihr unermüdliches Engagement“, sagte der Ministerpräsident. „Sie tragen mit ihrem Ehrenamt dazu bei, dass aus unserer Gesellschaft eine Gemeinschaft wird: dass Bürgerinnen und Bürger auf dem Land genauso wie in der Stadt nicht bloß aneinander vorbeihetzen, sondern zusammenkommen und im Sinne der Fröhlichkeit gemeinsam an einem Projekt arbeiten, das Jung und Alt verbindet. Indem sie unser jahrhundertaltes, aber kein bisschen in die Jahre gekommenes Brauchtum pflegen, sichern und leben sie unsere Traditionen und leisten somit einen wichtigen Beitrag für unsere Identität als Hessinnen und Hessen.“

Ein Schloss voller Narren – Empfang der Tollitäten 2019 in Wiesbaden-Biebrich

Ministerpräsident Volker Bouffier dankt den 32 Kinderprinzenpaaren in ihren wunderschönen, fantasievollen Kostümen für ihren Einsatz und dafür, dass sie Freude unter die Menschen bringen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ministerpräsident Volker Bouffier dankt den 32 Kinderprinzenpaaren in ihren wunderschönen, fantasievollen Kostümen für ihren Einsatz und dafür, dass sie Freude unter die Menschen bringen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ganz in Narrenhand befand sich das Biebricher Schloss am vergangen Samstag beim großen, mehrstündigen Defilee der hessischen Prinzenpaare, Prinzessinnen und Prinzen, zu dem der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mit seiner Frau Ursula stellvertretend für alle Fastnachter und Karnevalisten eingeladen hatte. Zuerst begrüßten der Ministerpräsident und seine Frau die 32 Kinderprinzenpaare. Im Anschluss fand der Empfang der erwachsenen Tollitäten statt.

Aufstellung zum Einmarsch, in erster Reihe mit Prinz Karsten I. und Prinzessin Alexandra I. der Freien Turnerschaft 06 e.V. Dörnigheim, Karnevalsabteilung "Blau Weiß";( Karsten Harder, Alexandra Harder) © Foto: Diether v. Goddenthow
Aufstellung zum Einmarsch, in erster Reihe mit Prinz Karsten I. und Prinzessin Alexandra I. der Freien Turnerschaft 06 e.V. Dörnigheim, Karnevalsabteilung „Blau Weiß“;( Karsten Harder, Alexandra Harder) © Foto: Diether v. Goddenthow

Die „regierenden“ närrischen Oberhäupter aus 120 Karnevalsvereinen waren mit ihrem närrischen Hofstaat aus ganz Hessen angereist. Sie alle sind Mitglieder der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval e.V. oder gehören dem Karnevalverband Kurhessen e.V. an.

Der Regierungschef bedankte sich mit der Veranstaltung insbesondere für das ehrenamtliche Engagement der hessischen Vertreterinnen und Vertreter des Frohsinns und des närrischen Brauchtums.

Die komplette Bildergalerie finden Sie unter www.hessen.de

Höhepunkte der Wiesbadener Straßenfastnacht

Der Wiesbadener Fastnachtszug startet am Fastnachtsonntag, 11. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. © Foto  Diether v. Goddenthow, zeigt den grandiosen Zug von 2017.
Der Wiesbadener Fastnachtszug startet am Fastnachtsonntag, 11. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. © Foto Diether v. Goddenthow, zeigt den grandiosen Zug von 2017.

In der hessischen Landeshauptstadt werden die närrischen Tage auch in diesem Jahr wieder ausgiebig mit der Rathausstürmung, dem Kinderfastnachtsumzug und, als Höhepunkt, dem großen Fastnachtssonntagszug gefeiert. Und wer gerne „Fastnacht uff de Gass“ erlebt, findet in der Innenstadt und rund um das Rathaus zahlreiche Anlaufpunkte, um mit Gleichgesinnten närrisch und fröhlich zusammen zu sein.

Los geht es am Samstag, 10. Februar, um 11.11 Uhr mit dem Sturm auf die Ortsverwaltung Kastel/Kostheim am St. Veiter Platz 1. Der AKK-Fastnachtszug startet im Anschluss um 13.11 Uhr.

Ebenfalls am Samstag steht die Wiesbadener Innenstadt ganz im Zeichen der Kinderfastnacht. Das Bühnenprogramm beginnt um 10.33 Uhr auf dem Schlossplatz, der Kinderfastnachtsumzug unter der Schirmherrschaft von Sozialdezernent Christoph Manjura startet um 15.33 Uhr am Luisenplatz. Nach dem Umzug durch die Fußgängerzone werden dem Kinderprinzenpaar, Prinzessin Laura I. und Prinz Fabian I., auf der Rathaustreppe von Oberbürgermeister Gerich Stadtorden verliehen. Im Anschluss, etwa gegen 16.30 Uhr, erfolgt der Sturm auf das Wiesbadener Rathaus. Ob es dem Oberbürgermeister mit seinen Helferinnen und Helfern in diesem Jahr gelingt, das Rathaus zu verteidigen? Wenn nicht, können sich alle kleinen Narren freuen, denn die „Beute“, die vor dem Eingang des Rathauses aufgeteilt wird, ist sicherlich ganz nach ihrem Geschmack. Und auf der Bühne am Marktbrunnen findet die Prämierung der besten Kinderumzugnummern mit Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel statt.

Der große Fastnachtssonntagszug startet am Fastnachtsonntag, 11. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. Entlang der Zugstrecke gibt es wieder Sprechzellen, von denen aus einzelne Zugnummern erläutert werden. Die Auflösung und das Ende des Zugs am Elsässer Platz sind für circa 18 Uhr geplant. Die Zugstrecke verläuft auch in diesem Jahr wieder über Elsässer Platz, Klarenthaler Straße, An der Ringkirche (nördliche Fahrbahn), Rheinstraße (nördliche Fahrbahn), Wilhelmstraße, Taunusstraße, Kranzplatz/Georg-August-Zinn-Straße, Langgasse/ Webergasse, An den Quellen, Schloßplatz, Marktstraße, Friedrichstraße, Schwalbacher Straße, Bleichstraße, Bismarckring, Dotzheimer Straße, Klarenthaler Straße und zurück zum Elsässer Platz.

Der Zug wird gegen 15 Uhr vor dem Rathaus erwartet. Die Rathaustreppe steht allen Närrinnen und Narren – nach dem Motto „Wer zuerst kommt …“ zur Verfügung. Im Rathaus findet keine Fastnachtsparty statt, da nach dem Zug „Uff de Gass“ gefeiert wird. Das Rathaus ist jedoch ab 14.11 Uhr geöffnet, um sich aufzuwärmen, die Toilette zu besuchen und Getränke zu kaufen; der Verkaufserlös dient der Finanzierung des Fastnachtssonntagszugs. Nach der letzten Zugnummer feiert die DACHO die Straßenfastnacht mit Band und Verkaufsständen auf dem Schloßplatz. „Die Filsbacher“ und das „Spaßrebellen“ werden den Närrinnen und Narren kräftig einheizen.

400 000 Besucher bejubeln bei herrlichem Wetter Hessens größten Fastnachtszug in Wiesbaden

Die Stimmung kocht am Wiesbadener Schlossplatz. Friedliche, ausgelassene Fastnacht in der Hessischen Landeshauptstadt 2017.Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Die Stimmung kocht am Wiesbadener Schlossplatz. Friedliche, ausgelassene Fastnacht in der Hessischen Landeshauptstadt 2017.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Bei herrlichem Frühlingswetter feierten über 400 000 Narren in Wiesbaden Hessens größten Fastnachtsumzug mit 210 Zugnummern und über 5.500 Aktiven.

Friedhof des Nachtlebens. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Friedhof des Nachtlebens. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Damit hatte sich die Hoffnung des DACHO-Vorsitzenden Simon Rottloff erfüllt,  in der hessischen Landeshauptstadt in diesem Jahr endlich wieder den größten Fastnachtsumzug auf die Beine zu stellen. Zum Vergleich: Der heutige Frankfurter Fastnachtsumzug umfasste 200 Zugnummern und zog rund 350 000 Besucher an.

Bei schönem Wetter jubelten über 400 000 Besuchern den aktiven Fastnachtlern zu.  Friedhof des Nachtlebens. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Bei schönem Wetter jubelten über 400 000 Besuchern den aktiven Fastnachtlern zu. Friedhof des Nachtlebens. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Los gings um 13,11 am Elsässer Platz. Von dort bahnte sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an tausenden – zumeist originell kostümierten – Närrinnen und Narren, die sich mit bester Laune den fantasievollen Wagen und Gruppen zujubelten.

Für Sicherheit gesorgt. Ein großes Knettenbrech-Fahrzeug (rechts) sichert in Höhe Bahnhofstrasse die Rheinstrasse.  Hier links Dachowagen. Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Für Sicherheit gesorgt. Ein großes Knettenbrech-Fahrzeug (rechts) sichert in Höhe Bahnhofstrasse die Rheinstrasse. Hier links Dachowagen. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Alle neuralgischen potentiellen Einfallstore  waren mit großen Lastwagen gesichert.

Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Nachdem der Zug nach 17.00 Uhr seine Fahrt wieder am Elsässer Platz beendet hatte, wurde in Wiesbaden noch lange weitergefeiert.

 

 

Die EU-Burka? Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
HuHuHu!!. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

In den Bars und Kneipen der Altstadt herrscht dann bis in die frühen Morgenstunden eine ausgelassene Fastnachtsstimmung. Auch im Rathaus konnten sich Narren  im hübsch geschmückten Foyer mit Flüssigem versorgen. Es fand aber keine Fastnachtsparty statt. Dafür wurde ausgiebig „Uff de Gass“ gefeiert.

Rheinischer Karneval im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Tausende Kulturtalente in ganz Deutschland erhalten kulturelle Traditionen und gestalten das Immaterielle Kulturerbe. Die Deutsche UNESCO-Kommission stellt ausgewählte Kulturtalente vor, im Monat Februar: den 32-jährigen Jecken Thomas Mende aus Köln. Gemeinsam mit Millionen weiterer Närrinnen und Narren feiert er jährlich den Rheinischen Karneval. Im Interview erklärt Mende, was den Rheinischen Karneval ausmacht, wo die Unterschiede zwischen dem traditionellen und dem alternativen Karneval liegen und wie Karnevalsvereine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Seit 2015 ist der Rheinische Karneval mit all seinen lokalen Varianten im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen.

„Karneval bedeutet, gemeinsam mit Freunden und der Familie, mit Jung und Alt, mit Mann und Frau über alle Schichten hinweg im Kostüm gemeinsam zu schunkeln und den Ernst des Lebens zu vergessen. Beim Karneval gibt es keine Berührungsängste – man kommt sofort in Kontakt mit anderen Leuten. Die Karnevalstradition hat eine integrative Kraft“, erklärt Thomas Mende. „Ich bin stolz, dass durch diese Auszeichnung des Rheinischen Karnevals eine wunderbare Verbindung zwischen dem materiellen und dem immateriellen Kulturerbe sichtbar wird. Der Kölner Dom als UNESCO-Welterbe und der Rheinische Karneval als wichtige immaterielle Kulturform in unserer Stadt gehören untrennbar zusammen. Der Kölner Dom wird in vielen Karnevalsliedern begeistert besungen und ist als Wahrzeichen der Stadt in vielen Karnevalsumzügen präsent. Im Dom bekommen die Karnevalisten schließlich auch  den Segen für eine gesunde und friedliche Session“, so Mende weiter.

Der bis Anfang des 13. Jahrhunderts zurückreichende Festkomplex des Rheinischen Karnevals ist ein Schwellenfest unmittelbar vor der vorösterlichen Fastenzeit im christlichen Jahreslauf. Das gemeinschaftliche Verzehren von vor allem verderblichen Lebensmitteln vor der Fastenzeit ist die ideelle und inhaltliche Grundlage für den Karneval. In vielen Teilen Deutschlands wird er auch unter Begriffen wie „Fasnet“, „Fastnacht“ oder „Fasching“ gefeiert. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde die Fastnacht als sündhaftes, endliches Leben interpretiert. Vor diesem Hintergrund trat die Figur des gottesfernen Narren mit der Fastnacht in Verbindung – mit Narrenmasken und Kostümen wurde fortan symbolisch die gesellschaftliche und religiöse Ordnung in Frage gestellt.

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ausgehend von Köln eine bürgerliche Form des Karnevals. Um die vielfältigen Festformen zu reorganisieren und zu koordinieren, wurde 1823 ein Festordnendes Komitee eingerichtet. Am Fastnachtsmontag wurde ein Maskenzug als Höhepunkt des Festes durchgeführt, der jahrtausendealte Herrschereinzüge nachahmte und persiflierte. Dazu traten der Held, später Prinz, „Karneval“ als Personifikation des karnevalistischen Frohsinns sowie Karnevalsgesellschaften, Karnevalssitzungen und Maskenbälle als weitere Elemente hinzu. Die Lieder und Büttenreden auf diesen Veranstaltungen sind geprägt vom Dialekt und von einem hohen Maß identitätsstiftender Inhalte. Andere Städte und Regionen übernahmen im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts diese Festgestaltung und gaben ihr ein spezifisches lokales oder regionales Gepräge.

Mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts wurde die Karnevalszeit deutlich ausgedehnt. Beginn des Rheinischen Karnevals ist nun der 11. November mit der Vorstellung des Prinzen, Prinzenpaares oder Dreigestirns. Der Tag der Heiligen Drei Könige – 6. Januar – entwickelte sich zum Auftakt des Sitzungskarnevals, die Weiberfastnacht zum Auftakt des Straßenkarnevals und der Rosenmontag löste den Karnevalsdienstag als zentraler Festtag ab. Im Kontext der Märzrevolution 1848/49 und der einhergehenden Politisierung der Gesellschaft wurde der organisierte Karneval für alle sozialen Schichten geöffnet. Die Thematisierung von politischen Entwicklungen in den Büttenreden, in Liedern und in Motivwagen wurde fester Bestandteil des Festes. Seit dieser Zeit haben sich weitere Rituale und Spielweisen im Rheinischen Karneval entwickelt. Er ist heute gleichermaßen Ort der Begegnung, Wirtschaftsfaktor und Aushängeschild für die Region in der ganzen Welt.

Hintergrundinformationen zum Immateriellen Kulturerbe

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Formen Immateriellen Kulturerbes sind entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen. Sie sind Ausdruck von Kreativität und Erfindergeist, vermitteln Identität und Kontinuität. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder neu gestaltet.

Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. 429 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt werden derzeit auf diesen Listen geführt, darunter die Genossenschaftsidee und –praxis aus Deutschland, die Rumba aus Kuba, die traditionelle chinesische Medizin und die italienische Geigenbaukunst. Bis heute sind 172 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Wiesbaden feiert Fastnacht – Nach Fastnachtssonntagszug am 26.2.17 wird auf dem Schlossplatz „Uff de Gass“ gefeiert

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

In der hessischen Landeshauptstadt werden die närrischen Tage auch in diesem Jahr wieder ausgiebig mit der Rathausstürmung, dem Kinderfastnachtsumzug und, als Höhepunkt, dem großen Fastnachtssonntagszug gefeiert. Und wer gerne „Fastnacht uff de Gass“ erlebt, findet in der Innenstadt und rund um das Rathaus zahlreiche Anlaufpunkte, um mit Gleichgesinnten närrisch und fröhlich zusammen zu sein.

Los geht es am Samstag, 25. Februar, um 11.11 Uhr mit dem Sturm auf die Ortsverwaltung Kastel/Kostheim am St. Veiter Platz 1. Der AKK-Fastnachtszug startet um 13.11 Uhr in der Steinern Straße/Ludwig-Wolker-Straße und führt über die Admiral-Scheer-Straße, In der Witz, Roonstraße, Zehnthofstraße, Frankfurter Straße, Elisabethenstraße, Admiral-Scheer-Straße, Hochheimer Straße, Innsbrucker Straße, Wiener Platz, Bischofsheimer Straße, Flörsheimer Straße, August-Lutz-Brücke, Viktoriastraße, Friedrichstraße, Wilhelmstraße, Taunusstraße, Viktoriastraße, Winterstraße zur Hauptstraße, wo sich der Zug auflöst.

Nachmittags steht die Wiesbadener Innenstadt ganz im Zeichen der Kinderfastnacht. Der Kinderfastnachtsumzug unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister und Sozialdezernent Arno Goßmann startet am Fastnachtssamstag um 15.33 Uhr am Luisenplatz. Nach dem Umzug durch die Fußgängerzone werden dem Kinderprinzenpaar, Prinzessin Sarah I. und Prinz Moritz II., auf der Rathaustreppe von Oberbürgermeister Gerich Stadtorden verliehen. Im Anschluss, etwa gegen 16.30 Uhr, erfolgt der Sturm auf das Wiesbadener Rathaus. Ob es dem Oberbürgermeister mit seinen Helferinnen und Helfern in diesem Jahr gelingt, das Rathaus zu verteidigen? Wenn nicht, können sich alle kleinen Narren freuen, denn die „Beute“, die im Foyer des Rathauses aufgeteilt wird, ist sicherlich ganz nach ihrem Geschmack. Und auf der Bühne am Marktbrunnen findet die Prämierung der besten Kinderumzugnummern mit Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel statt.

Der große Fastnachtssonntagszug startet am Fastnachtsonntag, 26. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. Entlang der Zugstrecke gibt es wieder Sprechzellen, von denen aus einzelne Zugnummern erläutert werden. Die Auflösung und das Ende des Zugs am Elsässer Platz sind für circa 18 Uhr geplant. Die Zugstrecke verläuft auch in diesem Jahr wieder über Elsässer Platz, Klarenthaler Straße, An der Ringkirche (nördliche Fahrbahn), Rheinstraße (nördliche Fahrbahn), Wilhelmstraße, Taunusstraße, Kranzplatz/Georg-August-Zinn-Straße, Langgasse/ Webergasse, An den Quellen, Schloßplatz, Marktstraße, Friedrichstraße, Schwalbacher Straße, Bleichstraße, Bismarckring, Dotzheimer Straße, Klarenthaler Straße und zurück zum Elsässer Platz.

Der Zug wird gegen 15 Uhr vor dem Rathaus erwartet. Die Rathaustreppe steht allen Närrinnen und Narren – nach dem Motto „Wer zuerst kommt …“ zur Verfügung. Im Rathaus findet keine Fastnachtsparty statt, da nach dem Zug „Uff de Gass“ gefeiert wird. Das Rathaus ist jedoch ab 14.11 Uhr geöffnet, um sich aufzuwärmen, die Toilette zu besuchen und Getränke zu kaufen; der Verkaufserlös dient der Finanzierung des Fastnachtssonntagszugs. Nach der letzten Zugnummer feiert die DACHO die Straßenfastnacht mit Band und Verkaufsständen auf dem Schloßplatz. „Die Filsbacher“ und das „Duo Spaßrebellen“ werden den Närrinnen und Narren kräftig einheizen.

Wiesbadener Fastnachts-Saison 2016/17 startet am 11.11.2016 im Lusisenforum und am Mauritiusplatz

Wiesbadener Fastnachts-Saison 2016/17  startet am 11.11.2016 um 18.33 Uhr am Mauritiusplatz. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Wiesbadener Fastnachts-Saison 2016/17 startet am 11.11.2016 um 18.33 Uhr am Mauritiusplatz. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Am 11.11.2016 beginnt auch in Wiesbadener wieder die fünfte Jahreszeit. Dann werden zunächst ab 15.11 Uhr im Louisenforum und ab 18.33 Uhr  auf dem Mauritiusplatz Oberbürgermeister Sven Gerich und Dacho-Vorsitzender Simon Rottloff die Fastnachtskampagne 2016/17 mit einem närrisch bunten Programm einläuten. Wegen des im Hessischen Landtag tagenden NSU-Ausschusses wurde eine Bannmeile um ihn herum eingerichtet, weswegen die Dacho mit ihrer traditionellen Fastnachtsauftaktveranstaltung kurzfristig zum Umzug auf den Mauritiusplatz gezwungen wurde. Selbst die traditionelle Fahnenhissung um 11.11 Uhr am Rathaus musste auf abends verlegt werden, ärgert sich Simon Rottloff noch ein wenig. Aber Humor heilt alle Wunden. Und so sind er und der Oberbürgermeister sehr froh und dankbar,  dass kurzfristig durch die  Unterstützung des Taunuswunderlandbetreibers Otto Barth und mit Hilfe des Ordnungsamtes der Mauritiusplatz als neuer „närrischer Ort“ für den Kampagnenstart rekrutiert werden konnte. Möglich wurde der Umzug nur, so Dacho-Zuginspektor Thomas Schreiner, da  Otto Barth den Aufbau seines Winterdorfs samt Riesenrad für den Sternschnuppenmarkt um zwei Tage verschieben wird. Während dieser Zeit werde das  Riesenrad  auf dem Festplatz von Schreiners Freudenberger Kerbe- und Carneval-Gesellschaft zwischengelagert.

Am 11.11.2016 wird nach dem Empfang um  15.11 Uhr im Luisenforum gegen 16.11 Uhr das Kinderprinzenpaar, Sarah I. und Moritz II., inthronisiert und ein buntes närrisches Programm – vor dem – Luisenforum stattfinden.

Vierstündiges Programm zum Start der Kampagne 2016/17 findet ab diesem Jahr auf dem Mauritiusplatz statt.Foto: Heik v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ein vierstündiges Programm erwartet die Besucher zum Start der Kampagne 2016/17  auf dem Mauritiusplatz.Foto: Heik v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Um 18.33 Uhr startet anschließend  auf dem  Mauritius-Platz ein vierstündiges buntes Abendprogramm. Es sei ein Mix aus Tanz- und Musikgruppen, mit den Spaßrebellen und vielem mehr mit anschließender Party, so Simon Rottluff. Man habe sich bewusst für diesen neuen Ansatz entschieden, um möglichst für jeden etwas anzubieten und so die Leute länger auf der Veranstaltung zu halten. Auch für das leibliche Wohl sei bestens gesorgt.

Erneuert worden sei auch das Konzept  der Dacho-Eröffnungssitzung in der Christian-Bücher-Halle am 18.November 2016. Man werde  mit weniger „gekauften“ Künstlern arbeiten, sondern mehr auf eigene Leute aus den einzelnen Carneval-Mitgliedsvereinen setzen. Inzwischen gäbe es nur noch etwa 30 Restkarten, freut sich Sitzungs-Präsident Andreas Taschler, was bestätige, dass das neue Konzept gut angenommen worden wäre. Die Dacho habe nicht einmal plakatieren müssen, um für den Verkauf zu werben. Auch für die Dacho-Prunksitzung mit anschließender Konfetti-Party im Kurhaus Wiesbaden liefe der Vorverkauf sehr gut an. Bei dieser Veranstaltung wird erstmals ein Männerballett auf der Kurhausbühne „ihre Beinchen“ werfen. Als Highlight konnte die Ehrengarde der Stadt Köln gewonnen werden, die mit ihrem kompletten Musikzug anrücken und ordentlich einheizen wird.

 

Die weiteren närrischen Veranstaltungen:
Am 15.01.2017 heißt es ab 14.33 Uhr „Kids in die Bütt“. Ort: Christian Bücher-Halle.

Der Suppenverkauf vor Karstadt zugunsten des Fastnachts-Sonntagszug findet am 4.02.2017 statt, der Zopfverkauf am 11.02.2017 vor dem Luisenforum. Am 9.02.2016 werden traditionell die Stadtorden verliehen. Das große Kinderfest in der Fußgängerzone startet am Samstag, den 25.02.2016 um 10.33 Uhr, der Kinderumzug dann um 15.33 Uhr ab dem Luisenplatz durch die Fußgängerzone. Im Anschluss wird das Rathaus gestürmt.

Mit 350 000 Besuchern trotz Sturmtief war 2016 der Wiesbadener Faschinssonntagszug der größte hessenweit. Foto: Heik v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Mit 350 000 Besuchern (trotz Sturmtief) war 2016 der Wiesbadener Faschinssonntagszug der größte hessenweit. Foto: Heik v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Höhepunkt wird auch 2017 wieder am 26.02.2017 ab 13.11 Uhr der große Fastnachtssonntagszug sein, der vom Elsässer Platz aus startet (Wiesbadener Kurier und Tagblatt werden wieder rechtzeitig mit Infografiken über den Zugverlauf  informieren). Mit 202 Zugnummern und 350 000 erwarteten Besuchern (Besucherzahl 2016, trotz Sturmtief) wird der Fastnachtssonntagszug wieder der größte hessenweit sein.

Im Anschluss wird es auf dem Schlossplatz und im offenen Rathaus wieder eine „After-Zug-Party“ geben, wozu alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen seien, so Oberbürgermeister Sven Gerich.

Auf dem Schloss- und Mauritiusplatz läuft die Fastnachtsmesse mit „Bratwurst- und Rollmopsstand“ bis einschließlich Aschermittwoch, dem 28.Februar 2017.

 

Die „Zuuchplakettcher“

(Sammler-Edition)
plakettchen1wMit der Kampagne 2014/2015 startete die Dacho erstmalig mit einer Sammelserie lustiger Wiesbadener Zugplaketten. Motive: Wiesbadener Personen, Gebäuden
und Sehenswürdigkeiten Geplant sind für die ersten Jahre 12 Motive, die auch beliebig durch weitere Personen, Gebäude oder Sehenswürdigkeiten erweitert werden können.
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Die Zugplaketten sind auch in der anstehenden Kampagne in verschiedenen Geschäften und Gaststätten zu erwerben. Nach den letztjährigen Motiven „Marktkirche“ und „Bäckerbrunnen“ sind 2015/16 der „Kochbrunnen“ und die „Nerobergbahn“ erhältlich.

 

Die Dachorganisation Wiesbadener Karneval 1950 e.V. und angeschlossene Vereine

Foto: © atelier-goddenthow
Foto: © atelier-goddenthow

Struktur
Die Dachorganisation Wiesbadener Karneval 1950 e.V. ist der Dachverband der Karneval-, Garde- und Brauchtumsvereine in Wiesbaden und Umgebung. Dieser Interessenvertretung gehören über 30 Vereine, Clubs und Gesellschaften mit etwa 15.000 Mitgliedern an.
Die Dacho wird repräsentiert durch einen ca. 20-köpfigen Vorstand und ein Präsidium. Seit dem Jahr 2000 besteht das Corps der Ehrenritter, das sich aus Vertretern von Wirtschaft und Politik zusammensetzt. Im Jahr 2007 kam das Prinzen-Corps, ein Zusammenschluss ehemaliger Prinzenpaare, dazu.

Aufgaben
Die Dachorganisation Wiesbadener Karneval organisiert in erster Linie den Umzug am Fastnachtsonntag. Da die Mitgliedsbeiträge und öffentlichen Fördermittel bei weitem nicht ausreichen, einen Umzug im gewohnten Maß auf die Beine zu stellen, muss die Dacho versuchen, durch eigene Veranstaltungen den Zug zu finanzieren: Dazu zählen u. a. der Zopfverkauf, der Suppenverkauf, sowie die Stände auf dem Theatrium. Die traditionelle Dacho-Sitzung im Kurhaus stützt nachhaltig das Renommee der Wiesbadener Fastnacht in der Öffentlichkeit.
Der karnevalistische Nachwuchs wird in intensiver Zusammenarbeit mit den Vereinen im Rahmen der Veranstaltung „Kids in die Bütt“ gefördert. Überhaupt wird Kinder- und Jugendarbeit bei der Dacho großgeschrieben. Das ist besonders am Fastnachtsamstag in der Innenstadt zu erleben bei dem Kinderfest und dem Kinderumzug.
Ferner hat die Dacho die Tradition der Rathaus-Erstürmung wiederbelebt. Der Verkauf von Zugplaketten ist ebenso selbstverständlich wie eine intensive Verbandsarbeit auf regionaler und Bundesebene. Neben allen Veranstaltungen wirbt die Dacho für ihre Vereine und das uralte Brauchtum Fastnacht in der Öffentlichkeit – u. a. durch die Herausgabe von Broschüren, Veranstaltungskalendern, Zugprogramm-Heften und Chroniken der Wiesbadener Fastnachts-geschichte.

Dacho-Freundeskreis
Neben den oben genannten Aufgaben, gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit der Fördermitgliedschaft. Der Dacho-Freundeskreis ist ein Zusammenschluss von Menschen, die die Wiesbadener Fastnacht unterstützen möchten. Sie suchen darüber hinaus mit ihrer Fördermitgliedschaft die Nähe zur Fastnacht – ohne sich fest engagieren zu müssen. Als Fördermitglieder haben sie die Möglichkeit, bevorzugt Karten zu Veranstaltungen der Dacho zu erwerben – bspw. zur Eröffnungs- oder der Prunksitzung im Kurhaus. Darüber hinaus lädt die Dacho ihre Fördermitglieder zum jährlichen Grillfest ein sowie an den Stand beim Theatrium auf der Wilhelmstraße.
Weitere Informationen: freundeskreis@dachowiesbaden.de (Antrag auf Fördermitgliedschaft in der Dacho auf der Homepage des Vereins im Download-Bereich)

Mitgliedsvereine der DACHO

Wiesbadener Carneval-Gesellschaft „Sprudel“ von 1862 e. V.
Carneval Verein Bierstadt 1901 e. V.
Carneval Verein Schierstein 1928 e. V.
Karnevalverein „Die Spinner Wiesbaden 1926 e. V.
Narrenzunft 1950 e.V. „Erbenheimer Brummer“
Wiesbadener Carneval-Club „Die Wubbe 1951“ e. V.
Wiesbadener Närrische Garde 1953 e. V.
Narrengilde der Sängervereinigung „Sängerlust Arion“ Dotzheim e. V.
Carneval Club „Rote Husaren“ Mainz-Kostheim 1952 e. V.
Wiesbadener Funken 1955 e. V.
Wiesbadener Prinzengarde 1900 e. V.
Die Roten Herolde Wiesbaden 1956 e. V.
Carneval Club Wiesbaden 1954 e. V.
Carnevalsgemeinschaft Fidele-Elf Wiesbaden/Mainz e. V.
„Die lustigen Löffler“ der TTG-ESWE 1949 e. V.
Schwalbacher Carneval Club e. V.
Carneval Club „Die Wiesbadener Marktplatz-Buben“ 1972 e. V.
1. Bleidenstadter Carnevals-Gesellschaft 1953 e. V.
Carneval Club „Die Fidelen Narren“ 1973 von ESWE e. V.
Carneval- und Brauchtumsverein Nordenstadt 1975 e. V.
Gusbacher Carneval Club 1981 e. V.
Sonnenberger Karneval Verein „Die Narrhalla“ 1992 e. V.
Taunussteiner Carneval Verein „Die Gockel“ 1979 e. V.
Jocus-Garde 1889 e. V. Mainz-Kastel
Die Sonnenberger Käuzcher 1863 e. V.
Carnevalverein Narrenlust Waldstraße e. V.
Karneval Club Rheingauviertel 1984 e. V.
Moderner Musikzug „Die Kostheimer Gecken“ 1976 e. V.
Kerbe- und Carnevalsgesellschaft Freudenberg 1953 e. V.
Kolpingfamilie Wiesbaden-Zentral e.V. „Der Elferrat“
Sportvereinigung Amöneburg 1945 e. V.
Tanzsport + Carneval Club „Die Nachteulen“ Hochheim 1982 e. V.
Karneval-Verein „Die Nauerder Gins“ e. V.
Molsberjer Narr´n e. V. 2005
Kostheimer Carneval Verein 1923 e. V.
Kloppenheimer Fastnachtsgemeinschaft „Die Clope“

Wiesbaden feiert Fastnacht – Termine auf einen Blick

© massow-picture
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In der hessischen Landeshauptstadt werden die närrischen Tage auch in diesem Jahr wieder ausgiebig mit der Rathausstürmung, dem Kinderfastnachtsumzug und, als Höhepunkt, dem großen Fastnachtssonntagszug gefeiert. Und wer gerne „Fastnacht uff de Gass“ erlebt, findet in der Innenstadt und rund um das Rathaus zahlreiche Anlaufpunkte, um mit Gleichgesinnten närrisch und fröhlich zusammen zu sein.

Los geht es am Samstag, 6. Februar, um 11.11 Uhr mit dem Sturm auf die Ortsverwaltung Kastel/Kostheim am St. Veiter Platz 1. Im Anschluss werden Oberbürgermeister Sven Gerich und Oberbürgermeister Michael Ebling Wiesbadener und Mainzer Stadtorden an die Fastnachterinnen und Fastnachter verleihen. Der AKK-Fastnachtszug startet um 13.33 Uhr in der Steinern Straße/Ludwig-Wolker-Straße und führt über die Admiral-Scheer-Straße, In der Witz, Roonstraße, Zehnthofstraße, Frankfurter Straße, Elisabethenstraße, Admiral-Scheer-Straße, Hochheimer Straße, Innsbrucker Straße, Wiener Platz, Bischofsheimer Straße, Flörsheimer Straße, August-Lutz-Brücke, Viktoriastraße, Friedrichstraße, Wilhelmstraße, Taunusstraße, Viktoriastraße, Winterstraße zur Hauptstraße, wo sich der Zug auflöst.

Nachmittags steht die Innenstadt ganz im Zeichen der Kinderfastnacht. Der Kinderfastnachtsumzug unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister und Sozialdezernent Arno Goßmann startet am Fastnachtssamstag um 15.33 Uhr am Luisenplatz. Nach dem Umzug durch die Fußgängerzone werden dem Kinderprinzenpaar auf der Rathaustreppe von Oberbürgermeister Gerich Stadtorden verliehen. Im Anschluss, etwa gegen 16.35 Uhr, erfolgt der Sturm auf das Wiesbadener Rathaus. Ob es dem Oberbürgermeister mit seinen Helfern in diesem Jahr gelingt, das Rathaus zu verteidigen? Wenn nicht, können sich alle kleinen Narren freuen, denn die „Beute“, die im Foyer des Rathauses aufgeteilt wird, ist sicherlich ganz nach ihrem Geschmack. Und während des närrischen Programms auf der Bühne werden die besten fünf teilnehmenden Gruppen des Kinderumzugs prämiert.

Der große Fastnachtssonntagszug startet am Fastnachtsonntag, 7. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. Entlang der Zugstrecke gibt es wieder Sprechzellen, von denen aus einzelne Zugnummern erläutert werden. Die Auflösung und das Ende des Zugs am Elsässer Platz sind für circa 18.00 Uhr geplant. Die Zugstrecke verläuft auch in diesem Jahr wieder über Elsässer Platz, Klarenthaler Straße, An der Ringkirche (nördliche Fahrbahn), Rheinstraße (nördliche Fahrbahn), Wilhelmstraße, Taunusstraße, Kranzplatz/Georg-August-Zinn-Straße, Langgasse/ Webergasse, An den Quellen, Schloßplatz, Marktstraße, Friedrichstraße, Schwalbacher Straße, Bleichstraße, Bismarckring, Dotzheimer Straße, Klarenthaler Straße und zurück zum Elsässer Platz.