Kategorie-Archiv: Buchmesse Frankfurt 2022

Die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022: Sechs Romane im Finale

Deutscher Buchpreis 2022: Sechs Romane im Finale- Die sechs Titel der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 (c) vntr.media
Deutscher Buchpreis 2022: Sechs Romane im Finale- Die sechs Titel der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 (c) vntr.media

Die Jury hat diese sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 ausgewählt:

  • Fatma Aydemir: Dschinns (Carl Hanser, Februar 2022)
  • Kristine Bilkau: Nebenan (Luchterhand, März 2022)
  • Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter (Kiepenheuer & Witsch, August 2022)
  • Jan Faktor: Trottel (Kiepenheuer & Witsch, September 2022)
  • Kim de l’Horizon: Blutbuch (DuMont, Juli 2022)
  • Eckhart Nickel: Spitzweg (Piper, April 2022)

Jurysprecherin Miriam Zeh, Deutschlandfunk Kultur: „Ein Roman gibt sich eigene Gesetze und steht doch unweigerlich in Kontakt zur Gegenwart, in der er geschrieben und gelesen wird. Alle sechs Titel der Shortlist 2022 konnten uns in ihrer ästhetischen Eigenheit überzeugen. Mit sprachlicher Brillanz und formaler Innovationskraft beschreiben sie soziale Realitäten und Phantasmen, vermessen Mitte und Ränder, umkreisen Trauer und Komik. Damit bilden die nominierten Autor*innen die thematische wie stilistische Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ab. Gemeinsam ist ihnen: eine künstlerische Unbedingtheit. Mit ihren Büchern beziehen sie Position, zeigen sich streitbar und zugleich offen für den Dialog. So laden wir mit der Lektüre dieser Shortlist auch ein, in einen Austausch zu treten und den eigenen Blick auf die Welt neu zu justieren.“

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 233 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2021 und dem 20. September 2022 erschienen sind. Der Jury gehören neben Miriam Zeh an: Erich Klein (freier Kritiker, Wien), Frank Menden (stories! Die Buchhandlung, Hamburg), Uli Ormanns (Agnes Buchhandlung, Köln), Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich), Selma Wels (Kuratorin und Moderatorin, Frankfurt) und Jan Wiele (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Mit dem Deutschen Buchpreis 2022 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2022 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen. Interessierte können die Preisverleihung unter www.deutscher-buchpreis.de verfolgen.

Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Veranstaltung live über den Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und als Livestream auf Dokumente und Debatten | deutschlandradio.de.

Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Ab 4. Oktober 2022 werden Auszüge aus den Shortlist-Titeln in englischer Übersetzung und ein englischsprachiges Dossier zur Shortlist auf dem Internetportal www.new-books-in-german.com präsentiert.

Auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Buchpreises vermitteln Videoporträts einen Eindruck von den nominierten Werken und ihren Autor*innen.

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis lautet: #dbp22

Literarische Events vom Ehrengast Spanien rund um die Frankfurter Buchmesse

Spanien-auf-ffm-buchmesse-2022100 spanische Autor:innen kommen nach Frankfurt Hommages an Almudena Grandes und Carlos Ruiz Zafón Lesungen auch in Frankfurt, Köln und Berlin

Frankfurt. Spaniens Literaturszene begeistert durch ihre „sprühende Kreativität“ – und unter diesem Motto präsentiert sich Spanien vom 19. bis 23. Oktober 2022 als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse mit über 50 Veranstaltungen. Rund 100 spanische Autor:innen gehören der spanischen Delegation an, darunter so namhafte Vertreter:innen wie Elvira Sastre, Irene Vallejo und Fernando Aramburu, Sara Mesa, Javier Cercas und Ray Loriga. In feierlichen Hommages werden im Ehrengast-Pavillon die großen spanischen Schriftsteller:innen Almudena Grandes und Carlos Ruiz Zafón geehrt. Und auch in Frankfurt, Berlin, Bonn und anderen Städten gibt es im Oktober spannende literarische Begegnungen mit spanischen Autor:innen.

Von Identität, Illusionen und Immobilienboom
In Lesungen, Buchvorstellungen und Diskussionsrunden präsentiert der Ehrengast die ganze Bandbreite seines literarischen Schaffens und seiner Sprachenvielfalt mit weltbekannten Autor:innen wie Rosa Montero (22. Oktober, 12 Uhr), Arturo Pérez-Reverte (20. Oktober, 14 Uhr), Enrique Vila-Matas (20. Oktober, 12 Uhr) und Antonio Muñoz Molina – er spricht mit dem Leiter der Frankfurter Buchmesse Juergen Boos Über die Grenzen der Vorstellungskraft hinaus (19. Oktober, 16 Uhr). Das Programm im EhrengastPavillon greift aktuelle gesellschaftspolitische Themen auf: Paloma Chen, Mohamed El Morabe, Nadia Hafid und Margarita Yakovenko gehören der ersten Generation spanischer Schriftsteller:innen aus Migrant:innenfamilien an und beschäftigen sich mit Themen wie Familie, Entwurzelung und der Suche nach Identität (21. Oktober, 10 Uhr). Die beiden erfolgreichen jungen Autor:innen Elisabeth Duval und Cristina Morales reden über Liebe, Begehren und Schmerz in der Literatur und geben dabei denen eine Stimme, die von der Mehrheitsgesellschaft als „alternativ“ oder „andersartig“ angesehen werden (23. Oktober, 14 Uhr). Sara Mesa, Patricio Pron und Isaac Rosa schreiben über Liebesbeziehungen, die von Geld und Arbeit durchkreuzt werden, über Illusionen und Prekarität, Macht und Politik – und diskutieren über das Verhältnis von Gesellschaft und Literatur (19. Oktober 2022, 14 Uhr). Und Sergio del Molino und Jorge Dioni López liefern bedrückende Portraits eines Landes zwischen Landflucht und Immobilienboom (20. Oktober, 10 Uhr).

Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Die Natur, zerbrechlich und unberechenbar zugleich, ist auch in der zeitgenössischen spanischen Literatur ein wichtiges Thema – Anna Ballbona, Jesús Carrasco und María Sánchez diskutieren, wie die Natur zu uns spricht (20. Oktober, 16 Uhr). Wie Literatur ein kollektives Gedächtnis schafft und welche Beziehung zwischen der Vergangenheit und der literarischen Erzählung besteht, darüber reden Javier Cercas, Daniel Gascón und José Carlos Llop (19. Oktober, 13 Uhr). Und wie wollen wir die Zukunft gestalten? Das fragen angesichts einer Welt im permanenten Krisenmodus die spanischen Philosoph:innen Marina Garcés, César Rendueles und Daniel Innerarity (21. Oktober, 16 Uhr).

Fachdiskussionen, Musik und szenische Lesungen
Interessierte Fachgäste erhalten im Ehrengast-Pavillon einen vertiefenden Einblick in die spanische Buchbranche: Spanische Verleger:innen benennen die aktuellen Herausforderungen für unabhängige Verlage (19. Oktober, 14 Uhr), Vertreter:innen des spanischen Buchhandels erörtern die Chancen für Buchhandlungen im digitalen Zeitalter (20. Oktober, 14 Uhr). Spaniens Klänge bringen die Komponistin und Pianistin Sheila Blanco, die Sängerin Silvia Pérez Cruz und der Flamenco-Gitarrist Fraskito mit seiner Hommage an den spanischen Dichter Miguel Hernández in den Ehrengast-Pavillon, dramatisierte Lesungen mit Stücken von Chaves Nogales und María Velasco runden das Programm ab.

Spanien in Frankfurt…
vor und während der Messetage steht auch die Stadt Frankfurt ganz im Zeichen der „sprühenden Kreativität“ Spaniens. So zeigt das Instituto Cervantes Frankfurt mit verschiedenen Partnern ein vielseitiges Programm: Zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September lesen die Lyrikerinnen Yolanda Castaño auf Galicisch, Sònia Moll auf Katalanisch, Castillo Suárez auf Baskisch und Rosa Berbel auf Spanisch. Paul Ingendaay stellt am 13. Oktober in der Romanfabrik den Romancier und Essayisten Rafael Chirbes und dessen Werk vor (20 Uhr). Am selben Ort gibt es am 21. Oktober eine Begegnung mit der Dichterin und Poetry-Slammerin Elvira Sastre, die ihren Debütroman Tage ohne Dich präsentiert. Rosa Ribas, José Ovejero und Isaac Rosa diskutieren am 19. Oktober um 18 Uhr beim IG Metall Vorstand im Main Forum über Leben im Zeichen des Prekariats.

…und zahlreichen anderen Städten
In zahlreichen deutschen Städten finden im Oktober Veranstaltungen mit spanischen Autor:innen statt. Das Instituto Cervantes Berlin lädt etwa zu Lesungen mit Jesús Carrasco (12. Oktober, 19 Uhr), Berna González Harbour (18. Oktober, 19 Uhr) und Sara Mesa (28. Oktober, 19 Uhr). Najat El Hachmi, Fernando Aramburu und Aroa Moreno Durán nehmen am 6. Oktober um 19 Uhr Platz auf dem berühmten Blauen Sofa Berlin (Bertelsmann Repräsentanz Unter den Linden). Im Kölner Comedia Theater beginnt am
14. Oktober um 19 Uhr die Lange Nacht der spanischen Literatur mit Cristina Morales, Miqui Otero, Kiko Amat, José Ovejero und Aroa Moreno Durán. Das Literaturhaus Bonn lädt traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse zu einer Lesung mit
Autor:innen des Ehrengastlandes ein – in diesem Jahr sind es die spanischen ShootingStars Andrea Abreu und Elena Medel sowie Bestsellerautor Isaac Rosa (Bundeskunsthalle, 17. Oktober, 19 Uhr). Beim Berleburger Literaturpflaster treffen sich José F.A. Oliver und Mario Martín Gijón zu einer deutsch-spanischen Dichterlesung (18. Oktober, 19:30 Uhr). Javier Cercas liest am 20. Oktober aus seinem aktuellen Roman Terra Alta – Die Erpressung, es folgen Events mit Kiko Amat (23. Oktober, 19:30 Uhr) und Miqui Otero (27. Oktober, 19:30 Uhr) sowie die Ausstellungseröffnung Illustrationen von Marià Hesse (24. Oktober, 19:30 Uhr). Und bei den diesjährigen Literaturtagen im schweizerischen Zofingen stehen ebenfalls spanische Autor:innen im Fokus: Den Auftakt macht am 29. Oktober um 11 Uhr Ibizas poetische Stimme Vicente Valero, gefolgt von Miqui Otero (13 Uhr), Maria Sánchez und Elena Medel (16 Uhr) sowie José Ovejero um 17:30 Uhr. Am 30. Oktober stehen dann María Castrejón (10 Uhr), Sergio del Molino (11:30 Uhr), Ray Loriga (13:30 Uhr) und Irene
Solà (15 Uhr) auf der Bühne.

Weitere Informationen zum Gesamtprogramm: https://spainfrankfurt2022.com/de/

Spanisches Königspaar und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnen die 74. Frankfurter Buchmesse

"Übersetzt zu werden ist, als würde eine fremde Sprache dich penetrieren. Es ist ein Vertrauensbeweis für meine Übersetzerinnen und Übersetzer, so wie es auch immer um Vertrauen geht, wenn man sich in die Arme einer oder eines neuen Geliebten wirft. Wenn zwei sich zum ersten Mal streicheln, verfügen sie noch über keinen gemeinsamen Code, nur den Willen, einander zu verstehen.", begann die spanische Ehrengast-Autorin Christina Morales, ihre Rede anlässlich der Vorschau-Pressekonferenz zur 74. Frankfurter Buchmesse- Hier im Bild mit dem Übersetzer /Dolmetscher Ferran Ferrando Melia beim anschließenden Interview in der Evangelischen Akademie Frankfurt. © Foto Diether von Goddenthow
„Übersetzt zu werden ist, als würde eine fremde Sprache dich penetrieren. Es ist ein Vertrauensbeweis für meine Übersetzerinnen und Übersetzer, so wie es auch immer um Vertrauen geht, wenn man sich in die Arme einer oder eines neuen Geliebten wirft. Wenn zwei sich zum ersten Mal streicheln, verfügen sie noch über keinen gemeinsamen Code, nur den Willen, einander zu verstehen.“, begann die spanische Ehrengast-Autorin Christina Morales, ihre Rede anlässlich der Vorschau-Pressekonferenz zur 74. Frankfurter Buchmesse- Hier im Bild mit dem Übersetzer /Dolmetscher Ferran Ferrando Melia beim anschließenden Interview in der Evangelischen Akademie Frankfurt. © Foto Diether von Goddenthow

Die Zahl der Voranmeldungen zur Frankfurter Buchmesse (19. bis 23. Oktober) sei im Vergleich zum Vorjahr bereits doppelt so hoch. Das sei mehr als wir uns gewünscht haben, gab Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, heute auf einer Pressekonferenz in der Evangelischen Akademie in Frankfurt bekannt. Auch hat sich die Zahl der Aussteller, die aus 85 Ländern erwartet werden, gegenüber 2021 erfreulicherweise auf 4000 erhöht. Vor allem seien die  größten Buchmärkte der Welt in diesem Jahr wieder vertreten, nämlich unter anderem Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Italien und Frankreich. In diesem Jahr werden bereits die Hallen 3, 4 und 6 sowie das Forum und das Freigelände mit Agora und Frankfurt Pavilion wieder belegt sein. Die Halle 3, in der traditionell vornehmlich deutschsprachige Verlage ihre Titel präsentieren, sei  nahezu ausgebucht. Eine wesentliche Neuerung sei, dass die Buchmesse schon ab Freitag, 21. Oktober, ihre Tore  für das Privatpublikum öffne.

 Die Messe stehe für eine diverse Gesellschaft, für Pluralität und gegen jede Art von Diskriminierung. so Buchmesse-Direktor Juergen Boos, © Foto Diether von Goddenthow
Die Messe stehe für eine diverse Gesellschaft, für Pluralität und gegen jede Art von Diskriminierung. so Buchmesse-Direktor Juergen Boos, © Foto Diether von Goddenthow

Als eine besondere Wertschätzung der Arbeit der Buchmesse, einer der größten Kulturveranstaltungen der Welt, wertet Boos die Zusagen des Spanischen Königspaars. König Felipe VI und Königin Letizia, sowie des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, die 74. Frankfurter Buchmesse zu eröffnen.
Ebenfalls zu den Eröffnungsrednern werden gehören: die Vertreter des Landes Hessen, die Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs und die literarischen Festredner aus Spanien, Irene Vallejo und Antonio Muñoz Molina. Die Eröffnungsfeier findet am Dienstag, dem 18. Oktober 2022, mit geladenen Gästen statt und wird live gestreamt.

„Übersetzen“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Buchmesse
Mit der Kampagne „Translate. Transfer. Transform.“ richtet die Frankfurter Buchmesse das Scheinwerferlicht auf das Übersetzen, eine Tätigkeit, die im Verborgenen stattfindet, ohne die Verständigung jedoch unmöglich wäre. „Das Verstehen ist der erste Schritt zur Verständigung“, so Boos. „Ohne Übersetzung kein Verstehen, und ohne Verstehen keine Verständigung“. Auch die Adaption von literarischen Stoffen sei eine Form des medialen Transfers. So zieht sich das Thema Übersetzen wie ein roter Faden durch alle Bereiche der Frankfurter Buchmesse: Im Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) wird mit Übersetzungsrechten gehandelt, im Zentrum eines jeden Gastlandauftrittes steht ein großes Übersetzungsförderungsprogramm. Gemeinsam mit dem Verband der Übersetzer*innen VdÜ wird im Internationalen Zentrum für Übersetzung (Halle 4.0) ein abwechslungsreiches Programm angeboten: Hier wird für mehr Sichtbarkeit von Lektor*innen und Übersetzer*innen gestritten oder über die Rezeption von arabischer Literatur in Europa diskutiert. Es geht um Übersetzung für blinde Menschen und um die Herausforderung, umgangssprachliche Wendungen in ein eine andere Sprache zu übertragen, etwa bei Comics. Des Weiteren geht es u.a. um Themen wie Sensitivity Reading und postkoloniales Übersetzen.

Ehrengastland Spanien
„Ein boomender Buchmarkt, lebendige Sprachenvielfalt und vielschichtige Literaturen: 31 Jahre nach dem ersten Gastlandauftritt lädt Spanien erneut dazu ein, den kulturellen Reichtum des drittgrößten europäischen Landes kennenzulernen. Und es gibt viel zu entdecken: Die Delegation aus Spanien umfasst rund 200 Autoren und Autorinnen, Übersetzer und Übersetzerinnen und Kreative – ausgewiesene Experten und Expertinnen für die Gegenwartsliteraturen des Landes. Unter dem Motto „Creatividad desbordante – Überbordende Kreativität“ wird der Ehrengast-Pavillon Raum für Begegnungen bieten: Er ist als lebendiges Wörterbuch konzipiert, das Worte, Sprachen und Geschichten verbindet. Ich bin sehr gespannt auf die Präsentation und freue mich, dass das spanische Königspaar und unser Bundespräsident die Frankfurter Buchmesse aus diesem Anlass besuchen“, sagte Juergen Boos. Mit Javier Cercas, Daniel Gascón, Elvira Lindo, José Carlos Llop, Rosa Montero, Arturo Pérez Reverte, Elvira Sastre, Manuel Vilas und der auch bei der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt anwesenden Schriftstellerin Cristina Morales sind renommierte literarische Stimmen aus Spanien auf der Buchmesse vertreten.

Auch ein Statement gegen Ukraine-Krieg und für die Freiheit
Von einer Zeitenwende ist in diesem Jahr häufig die Rede – angesichts des verheerenden und völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, der Millionen Menschen in die Flucht zwingt und zahllose Opfer fordert. Unter dem Motto „Was können sie uns anhaben, solange wir einander hören“ bestimmen ukrainische Stimmen und Themen am Messefreitag und -samstag (21.-22. Oktober 2022) das Programm im Frankfurt Pavilion auf der Agora.
Serhij Zhadan, Katja Petrowskaja, Kateryna Mishchenko, Nataliya Gumeniuk, Peter Pomerantsev, Aliona Karavai, Andrej Kurkow, Karl Schlögel und viele mehr: Schriftsteller*innen, Kulturschaffende und Wissenschaftler aus der Ukraine und aller Welt diskutieren über Kultur, Politik, Medien, die Situation der Frauen und Fluchterfahrungen in Zeiten des Krieges. So spricht die ukrainisch-deutsche Schriftstellerin Katja Petrowskaja über die Wahrnehmung der Ukraine in Europa. Die Verlegerin Kateryna Mishchenko teilt ihre Erfahrungen als Frau im Krieg und auf der Flucht. Die ukrainische Galeristin Aliona Karavai setzt sich mit der gegenwärtigen Kulturpolitik auseinander. Andrei Kurkow und Ljubov Jakymchuk thematisieren den Angriff auf plurale Identitäten in der Ukraine. Und der ukrainische Schriftsteller, Lyriker, Übersetzer und Friedenspreisträger Serhij Zhadan trägt Gedichte vor. Das Programm wird von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Goethe-Institut Ukraine und der Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Ukrainian Book Institute kuratiert und richtet sich an alle Messebesucher*innen.

Alle Veranstaltungen sind in Kürze unter www.buchmesse.de/kalender abrufbar.

Deutscher Buchpreis 2022: Die 20 nominierten Romane stehen fest

© Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
© Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

20 Romane hat die Jury für den Deutschen Buchpreis 2022 nominiert. Seit Ausschreibungsbeginn hat sie 233 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2021 und dem 20. September 2022 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Jurysprecherin Miriam Zeh, Deutschlandfunk Kultur:
„In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur rumoren die großen Fragen unserer Zeit: nach Herkunft und Identität, nach Formen und Zukunft unseres Zusammenlebens. Sie können sich in der deutschen oder österreichischen Provinz ebenso entfalten wie in Kabul oder Pjöngjang, in einer herannahenden Dystopie oder der real-historischen Ostberliner Vorwendezeit. Aus über 200 Titeln und so vielen Einreichungen wie noch nie haben wir epische Erzählungen ausgesucht, poetische Sprachschöpfungskaskaden sowie formale Experimente, die klassische und realistische Formen des Romans aufbrechen. Die Auswahl auf unserer Longlist folgt dabei verschiedenen Kriterien, so wie auch in der Jury Perspektiven aus Literaturvermittlung und -kritik zusammenfinden. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2022 sind etablierte Autor*innen ebenso wie eine Vielzahl noch weniger bekannter und jüngerer Stimmen. Und wenn wir die so verschiedenen Romane damit einem neugierigen Lesepublikum näherbringen können, freuen wir uns umso mehr.“

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Fatma Aydemir: Dschinns (Carl Hanser, Februar 2022)
  • Kristine Bilkau: Nebenan (Luchterhand, März 2022)
  • Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter (Kiepenheuer & Witsch, August 2022)
  • Carl-Christian Elze: Freudenberg (edition AZUR, Februar 2022)
  • Theresia Enzensberger: Auf See (Carl Hanser, August 2022)
  • Jan Faktor: Trottel (Kiepenheuer & Witsch, September 2022)
  • Marie Gamillscheg: Aufruhr der Meerestiere (Luchterhand, März 2022)
  • Kim de l’Horizon: Blutbuch (DuMont, Juli 2022)
  • Yael Inokai: Ein simpler Eingriff (Hanser Berlin, Februar 2022)
  • Reinhard Kaiser-Mühlecker: Wilderer (S. Fischer, März 2022)
  • Anna Kim: Geschichte eines Kindes (Suhrkamp, August 2022)
  • Esther Kinsky: Rombo (Suhrkamp, Februar 2022)
  • Dagmar Leupold: Dagegen die Elefanten! (Jung und Jung, Februar 2022)
  • Eckhart Nickel: Spitzweg (Piper, April 2022)
  • Gabriele Riedle: In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. (Die Andere Bibliothek, März 2022)
  • Slata Roschal: 153 Formen des Nichtseins (homunculus, Februar 2022)
  • Anna Yeliz Schentke: Kangal (S. Fischer, März 2022)
  • Jochen Schmidt: Phlox (C.H.Beck, September 2022)
  • Andreas Stichmann: Eine Liebe in Pjöngjang (Rowohlt, März 2022)
  • Heinz Strunk: Ein Sommer in Niendorf (Rowohlt, Juni 2022)

Der Jury gehören neben Miriam Zeh an: Erich Klein (freier Kritiker, Wien), Frank Menden (stories! Die Buchhandlung, Hamburg), Uli Ormanns (Agnes Buchhandlung, Köln), Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich), Selma Wels (Kuratorin und Moderatorin, Frankfurt) und Jan Wiele (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Im nächsten Schritt wählen die Jurymitglieder aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 20. September 2022 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autor*innen, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2022 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weiterer Partner ist die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Die nominierten Romane kennenlernen: Leseproben, Hörproben, Videoclips, Blogger*innen-Rezensionen

Ab dieser Woche ist das Taschenbuch „Deutscher Buchpreis 2022: Die Nominierten“ deutschlandweit in vielen Buchhandlungen kostenlos erhältlich. Es enthält Leseproben aller Bücher und weiterführende Informationen, kuratiert vom Fachmagazin Börsenblatt des Technologie- und Informationsanbieters MVB, und lädt zum Entdecken der Geschichten und ihrer Autor*innen ein.

Das Podcast-Radio detektor.fm hat Hörproben der 20 nominierten Titel produziert. Die Podcast-Episoden sind abrufbar unter www.deutscher-buchpreis.de/longlist oder detektor.fm/deutscher-buchpreis und über die detektor.fm-App. Auf den Plattformen Amazon Music, Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify sind alle Audios als Podcast direkt zu hören. Als Kooperationspartner des Deutschen Buchpreises bespricht Papierstau Podcast ab dem 31. August alle nominierten Titel, die Shortlist und den Roman des Jahres. Der Podcast ist kostenlos auf allen gängigen Streaming-Plattformen sowie über die Website www.papierstaupodcast.de abrufbar.

Ab September stellen kurze Videoclips die nominierten Autor*innen und ihre Romane vor. Sie stehen dann auf der Website des Deutschen Buchpreises, auf YouTube und Instagram zur Verfügung.

Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen in den kommenden Wochen 20 Literaturblogger*innen je einen nominierten Titel vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis.de/news veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt.

Frankfurter Buchmesse wieder zurück mit Besuchern aus über 80 Ländern und prominenten Autoren vom 19.-23.10.2022

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Mit Ausstellern aus über 80 Ländern und prominenten Autorinnen und Autoren aus aller Welt wird die 74. Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2022) in diesem Jahr meldet sich die Frankfurter Buchmesse in fast alter Vorcorona-Größe zurück. Die größte Bücherschau der Welt wird wieder zum Gradmesser der internationalen Buch- und Verlagsbranche.

„Als Leitmesse hat die Frankfurter Buchmesse eine Monopolstellung innerhalb der Buchbranche inne. Sie ist jedoch weit mehr als ein Handelsplatz: Die Messe steht für eine diverse Gesellschaft, für Pluralität und gegen jede Art von Diskriminierung. Dieses Wertefundament wird in unserem diesjährigen Veranstaltungsprogramm sichtbar: Wir haben viele Akteur*innen zu Gast, die in ihren Büchern Antworten auf aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen suchen“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. Der Schriftsteller Mohsin Hamid wird eine der Keynote-Reden auf der Eröffnungspressekonferenz halten (Dienstag, 18. Oktober 2022, 11.00 Uhr im Frankfurt Pavilion). In seinem gerade erschienenen Buch „Der letzte weiße Mann“ (DuMont) entwirft er ein Szenario, in dem die Gemeinschaft einer unbenannten Stadt auf surreale Weise mit ihren Ängsten und Vorurteilen konfrontiert wird. Im Frankfurt Pavilion, der von der Buchmesse kuratierten kulturpolitischen Bühne der Frankfurter Buchmesse auf der Agora, werden u.a. Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah sowie Friedenspreisträger Serhij Zhadan und viele weitere Autor*innen ihre neuen Bücher vorstellen. Das vollständige Programm im Frankfurt Pavilion wird in Kürze bekannt gegeben. „Bei der Planung der Frankfurter Buchmesse berücksichtigen wir, dass sich die pandemische Lage im Herbst ändern kann. Wir stehen im Austausch mit der zuständigen Behörde und werden alle im Oktober geltende Anforderungen an das Hygiene- und Sicherheitskonzept erfüllen“, sagt Juergen Boos weiter.

Big Player aus dem In- und Ausland zeigen in Frankfurt Präsenz

Alle großen Verlagsgruppen haben sich zur Frankfurter Buchmesse angemeldet: die Verlagsgruppe Penguin Random House, die deutschsprachigen Holtzbrinck und Bonnier-Verlage und die Ganske Gruppe, aber auch Aufbau, C.H. Beck, Diogenes, Dumont, Klett-Cotta, Hanser und Suhrkamp sowie die Verlage der Kurt-Wolff-Stiftung. Ebenfalls vor Ort sind alle großen multinationalen Verlagsgruppen mit Sitz in den USA und in Großbritannien, darunter Penguin Random House, Simon & Schuster, Hachette, Scholastic, HarperCollins, Macmillan, Ingram, Taylor & Francis und Springer Nature. Der Streamingdienst Spotify und – erstmals – das Videoportal TikTok sind mit Programmangeboten auf der Buchmesse vertreten. Rund 70 Länderstände werden in Frankfurt ausstellen. Wieder Präsenz zeigen auch die asiatischen Buchmärkte, darunter China, Japan, Korea, Malaysia, die Philippinen, Taiwan, Thailand. Auch die bedeutenden europäischen Buchmärkte Frankreich, Italien, Norwegen, Polen sind mit großen Gemeinschaftsständen in den Hallen vertreten. Mit 456 Tischen ist das Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) ausgebucht. In diesem Jahr befindet es sich in Halle 4.2.
Einen Überblick über das Hallenlayout der Frankfurter Buchmesse 2022 gibt der Hallenplan: https://www.buchmesse.de/besuchen/hallenplan. Alle Aussteller  der Frankfurter Buchmesse sind im Ausstellerverzeichnis zu finden: https://www.buchmesse.de/besuchen/ausstellerverzeichnis

Themenschwerpunkt Ukraine

Ukrainische Buchverlage und Institutionen stellen an einem 100 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand mit eigener Bühne aus (Halle 4.0). Das umfangreiche Programm am Stand beleuchtet die aktuelle Situation der ukrainischen Verlagsbranche. Der Gemeinschaftsstand der Ukraine wird durch die Zusammenarbeit der Frankfurter Buchmesse mit dem Goethe-Institut Ukraine und dem Ukrainian Book Institute ermöglicht. Ergänzend richtet die Frankfurter Buchmesse mit Mitteln des Auswärtigen Amts einen Workshop für Verleg*innen aus Mittel- und Osteuropa mit Schwerpunkt Ukraine aus. Die Teilnehmer*innen aus der Ukraine, Armenien, Georgien, Kasachstan, Polen, Rumänien, der Slowakei und der Tschechischen Republik erwartet ein vielfältiges Fachprogramm und ein professioneller Dialog über Ländergrenzen hinweg. Am Messe-Samstag präsentieren sich zahlreiche ukrainische Autor*innen im Frankfurt Pavilion. Konzipiert wird das Programm von der Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse – dazu in Kürze mehr. Zur Frankfurter Buchmesse widmet die Zeitschrift OSTEUROPA (Berlin) der Ukraine das Kompendium „Kultur in Zeiten des Krieges“. Auf 500 Seiten stellen Autor*innen die facettenreiche ukrainische Kultur vor.

Konjunkturprogramm „NEUSTART KULTUR“ stärkt die Buch- und Verlagsbranche

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, unterstützt die Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2022) erneut mit einer Förderung aus dem Programm NEUSTART KULTUR der Bundesregierung. Die Förderung dient der weiteren Stärkung der Buch- und Verlagsbranche, indem sie die Durchführung des wichtigsten Branchenevents unter den weitreichenden Auswirkungen der Pandemie ermöglicht. Gefördert werden Aussteller*innen, die einen Einzelstand gebucht haben oder sich an einem Gemeinschaftsstand beteiligen. Prozentual beträgt der Nachlass je nach Standgröße bis zu 30 Prozent. Um die Diversität und Vielfalt der Aussteller*innen auf der Buchmesse sicherzustellen, profitieren insbesondere Aussteller*innen mit kleineren Standflächen von der Förderung. Die Kund*innen der Frankfurter Buchmesse werden dazu im Detail informiert.

Ehrengast Spanien

Unter dem Motto „Creatividad Desbordante – Sprühende Kreativität“ präsentiert Spanien sich als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. 31 Jahre nach dem ersten Ehrengast-Auftritt 1991 stehen Themen wie Mehrsprachigkeit und die Bedeutung der spanischen Sprache als Brücke zu Lateinamerika im Fokus. Der interaktive Ehrengast-Pavillon (Forum, Ebene 1) gibt auf zwei Bühnen und an fünf Tagen einen Eindruck von der reichen und pulsierenden Literatur- und Kulturlandschaft Spaniens und Raum für spannende Begegnungen mit 200 Protagonist*innen aus Spanien. Wer Lust hat, aktuelle Literatur aus Spanien zu entdecken, muss nicht bis zum Herbst warten: Auf der aktuellen Neuerscheinungsliste, die die Frankfurter Buchmesse für jedes ihrer Gastländer zusammenstellt, sind aktuell 186 Titel von Autor*innen aus Spanien oder Literatur über Spanien verzeichnet. Die Neuerscheinungen sind in über 90 deutschsprachigen Verlagen erschienen. Für die internationale Ausstellung „Books on… Spain“, die die Frankfurter Buchmesse traditionell im Ehrengast Pavillon zeigt, können aktuell noch Titel eingereicht werden. Weitere Informationen zum Programm:
https://www.buchmesse.de/themen-programm/ehrengast.

Translate. Transfer. Transform.

Unter dem Motto „Translate. Transform. Transfer.“ widmet die Frankfurter Buchmesse dem Übersetzen als Kulturtechnik und der bedeutenden Rolle von Übersetzer*innen als Mittler zwischen Kulturkreisen und Sprachräumen einen Schwerpunkt. Dabei steht nicht nur die Übertragung von Texten in eine andere Sprache im Fokus, auchdie Übersetzung als kommunikativer Akt: Etwa wenn Expert*innen und Laien, Personen mit unterschiedlichen politischen Haltungen oder Angehörige verschiedener Generationen versuchen, sich einander mitzuteilen. Die Buch- und Verlagsbranche kann hier wichtige Aufgaben erfüllen. Auch die Adaption von literarischen Stoffen in andere Medien ist eine Form der Übersetzung. Das Thema Übersetzen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche der Frankfurter Buchmesse: Im Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) wird mit Übersetzungsrechten gehandelt, im Zentrum eines jeden Gastlandauftrittes steht ein großes Übersetzungsförderungsprogramm. Gemeinsam mit dem Verband der Übersetzer*innen VDÜ wird im Internationalen Übersetzungszentrum (Halle 4.0) ein vielfältiges Programm angeboten: Hier wird für mehr Sichtbarkeit von Lektor*innen und Übersetzer*innen gestritten oderüber die Rezeption von arabischer Literatur in Europa diskutiert. Des Weiteren geht es u.a. um Themen wie Sensitivity Reading und postkoloniales Übersetzen. Nina George, Präsidentin des European Writers‘ Council, wird die Initiative Free All Words präsentieren, die Fördergelder für die Übersetzung von Autor*innen aus der Ukraine und Belarus bereitstellt. Und das Netzwerk junger Literaturübersetzer*innen rund um TraLaLit – Zeitschrift für übersetzte Literatur ist ebenfalls mit Veranstaltungen präsent.
Das Programm im Internationalen Übersetzungszentrum wird vom VDÜ und der Frankfurter Buchmesse kuratiert, Partner sind europäische Literaturvermittler wie Czech Lit, ENLIT, FILI, das Goethe Institut, Litprom e.V., die Slowenische Buchagentur, Die Weltlesebühne e.V. u.v.m.

Kooperation mit Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit e.V.

Die Frankfurter Buchmesse möchte allen Teilnehmenden ein gutes Messe-Erlebnis bieten – unabhängig von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung, Behinderungen, ethnischer Herkunft, Nationalität, Alter, Sprache, Religion oder Weltanschauung. Im Bereich der Sensibilisierung und Maßnahmenerarbeitung wird das Team der Buchmesse dabei vom Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit e.V. (BDB) beraten. Zudem wird in der Messewoche ein dreiköpfiges Awareness-Team, bestehend aus BDB-Mitarbeiterinnen, auf dem Messegelände im Einsatz sein. Das Awareness-Team wird aktiv gegen jedes Verhalten, das gegen den Code of Conduct der Frankfurter Buchmesse verstößt, vorgehen. Buchmesse-Besucher*innen, die belästigt werden oder bemerken, dass eine andere Person belästigt wird, können dies unverzüglich dem Awareness-Team melden. Das Awareness-Team wird zentral in Halle 4.0 verortet sein, darüber hinaus stehen geschützte Räumlichkeiten für individuelle Gespräche zur Verfügung.

Spot on: Medienpartner auf der Frankfurter Buchmesse

In diesem Jahr ist die ARD-Bühne wieder im Forum zu finden, wo Besucher kluge Köpfe erleben, die in Gesprächen über ihre Bücher und Ideen diskutieren. Fortgesetzt wird die von Jagoda Marinić moderierte Reihe SHEROES u. a. mit Luisa Neubauer, Maja Göpel oder Ulrike Herrmann. Außerdem werden Wigald Boning, Amelie Fried, Francis Fulton-Smith, Elke Heidenreich, Judith Holofernes, Richard David Precht, Leïla Slimani, Harald Welzer, Liao Yiwu, der oder die Buchpreisgewinner/in 2022 und viele mehr mit ihren Neuerscheinungen zu Gast sein. Bärbel Schäfer ist mit mehreren Ausgaben von „Bärbels-Bücher-Talk” dabei.

Das Blaue Sofa, das gemeinsame Autorenforum von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat, ist wieder an seinem Standort in Halle 3.1 zu finden. Geplant sind Gespräche mit rund 80 Autoren und Autorinnen, darunter Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah, Friedenspreisträger Serhij Zhadan, Donna Leon, Robert Menasse, Péter Nádas, Fernando Aramburu, die Mainzer Stadtschreiberin Dörte Hansen, Charlotte Link, Andrej Kurkow, Ian Kershaw, David Van Reybrouck, Stefanie Stahl, Vanessa Mai, Melanie Raabe, Andrea Wulf und Takis Würger. Erstmalig kommt der Deutsche Jugendliteraturpreis auf das Blaue Sofa: die nominierte Autorin Kirsten Boie diskutiert mit zwei Experten der Jugend-Jury über den Preis, Vivian Perkovic (3sat) moderiert das Gespräch. Am Messe-Mittwoch, 19. Oktober 2022, wird live auf der Messe die 3sat-Sendung „Buchzeit“ mit Moderator Gert Scobel aufgezeichnet. Unter der Überschrift „Crime time“ diskutieren Sandra Kegel, Katrin Schumacher und Barbara Vinken mit ihm über spannende Romane für die dunkle Jahreszeit. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Wochenzeitschrift Die Zeit und Deutschlandfunk Kultur planen jeweils ein eigenes Bühnenprogramm. Darüber hinaus werden auch die Neue Zürcher Zeitung und Brand Eins mit eigenen Ständen in Frankfurt Präsenz zeigen. ARTE widmet u.a. dem Projekt Und jetzt? Internationales Festival der Ideen von Morgen einen Nachmittag im Frankfurt Pavillon. Weitere Informationen unter: Und jetzt?. Der Spiegel und Brigitte sind mit hochkarätigen Veranstaltungsformaten in die Programmplanung involviert.

Internationales Fachprogramm

Was macht ein gutes Kinderbuch heute aus? Wie werden Geschichten für junge Leser*innen zeitgemäß erzählt? Und welche Rolle spielt Diversität in diesem Kontext? Diese und weitere Themen stehen im Fokus der von der Buchmesse kuratierten Frankfurt Kids Conference, die in diesem Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stattfindet. Am Messe-Mittwoch, 19. Oktober 2022, diskutieren Experten und Expertinnen  der Publishing Branche mit Vertreterinnen und Vertretern von Kinder- und Jugendorganisationen über das Kinderbuch im gesellschaftspolitischen Kontext und aus internationaler Perspektive. Die Frankfurt Kids Konferenz findet am Messe-Mittwoch von 9.30 bis 12.00 Uhr im Congress Center, Ebene 3, Konferenzraum Illusion statt.
Tickets und weitere Informationen: https://www.buchmesse.de/themen-programm/fachprogramm/frankfurt-kids

Internationale Branchengrößen und Meinungsmacher kommen am 19. und 20. Oktober beim Publishing Perspectives Forum zusammen. Das zweitägige Programm, das vom internationalen Fachmagazin Publishing Perspectives in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse kuratiert wird, bringt führende Stimmen der globalen Verlagsbranche zusammen, um über neue Herausforderungen zu diskutieren und Trends zu analysieren. Die Referenten und Referentinnen reichen von Top-Führungskräften multinationaler Unternehmen bis hin zu einflussreichen Unternehmern  und Kleinunternehmern, die sich aktiv an der Gestaltung der Zukunft des Verlagsgeschäfts beteiligen. Das Programm findet am Mittwoch, 19. Oktober von 10-16 Uhr und am Donnerstag, 20. Oktober von 10-14 Uhr im Congress Zentrum der Messe Frankfurt, Raum Spektrum statt. https://publishingperspectives.com/pp-forum/

Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse wird es ein digitales Fachprogramm geben: Vom 10.-14. Oktober 2022 finden die MasterClasses statt. Unternehmen, die ihre Business Cases in 60-minütige Onlinesessions präsentieren möchten, können sich jetzt noch dafür bewerben. Nach erfolgreicher Bewerbung können Interessierte kostenlos daran teilnehmen. Informationen dazu hier: https://www.buchmesse.de/themen-programm/fachprogramm/masterclasses. Die Networkingreihe „The Hof“ wird ebenfalls fortgesetzt: Die Sessions finden am Donnerstag, 8. und 29. September sowie am Mittwoch, 19. Oktober jeweils um 17.00 Uhr statt. Zur Anmeldung geht es hier: https://www.buchmesse.de/themen-programm/fachprogramm/hof

Frankfurt Studio

Mit dem Frankfurt Studio (Saal Europa, Halle 4.0) bietet die Frankfurter Buchmesse erneut einen Raum für hybride Veranstaltungen an. Jede Veranstaltung im Frankfurt Studio wird aufgezeichnet und im Anschluss für die Mediathek der Frankfurter Buchmesse aufbereitet. Im Frankfurt Studio können bis zu 150 Personen die Events live vor Ort verfolgen. Hier finden sowohl Fachveranstaltungen als auch Events für das Publikum statt. Am Messe-Mittwoch um 14 Uhr wird traditionell der Global 50 CEO Talk stattfinden; die Sprecher und Sprecherinnen werden in Kürze bekannt gegeben. Weiterhin geplant ist ein Veranstaltungsschwerpunkt zum Thema „Data in Publishing“, an dem sich u.a. die World International Property Organization (WIPO), die Federation of European Publishers (FEP) und buchreport beteiligen (Messe-Mittwoch). Der Messe-Donnerstag steht im Zeichen der Wissenschaft, u.a. mit Panels von Wiley-VCH, ProQuest, Taylor & Francis und CCC. Neben Veranstaltungen vom europäischen Buchmessen-Netzwerk Aldus up wird erneut der STARTS-Day im Frankfurt Studio am Messe-Freitag stattfinden. Ein weiteres Highlight steht am Messe-Sonntag an, wenn Alok Vaid-Menon das neue Buch „Mehr als binär“ (Zuckersüß Verlag) vorstellt. Kraftvoll und offen spricht Alok Vaid-Menon über das binäre Geschlechtersystem, den Weg zur eigenen Identität und die Vorurteile und Vorwürfe, mit denen sich gendernonkonforme Menschen jeden Tag konfrontiert sehen.
Alle Veranstaltungen im Frankfurt Studio sind zeitnah im Online-Veranstaltungskalender auf buchmesse.de abrufbar.

BOOKFEST

Mit über 40 Veranstaltungen an 20 Orten in Frankfurt wartet das diesjährige BOOKFEST auf. Hörbuchwelten, Kriminächte oder Verlagsabende – etwa von Kein & Aber und der Frankfurter Verlagsanstalt – das Programm ist so vielfältig wie die auftretenden Autor*innen: Die Bildungsexpertin Florence Brokowski-Shekete spricht über ihr neues Buch „Raus aus den Schubladen! Meine Gespräche mit Schwarzen Deutschen“ (Orlanda), Volker Weidermann, Mithu Sanyal und Florian Illies denken über die Bücher ihres Lebens nach, und mit Elvira Sastre, Najat El Hachmi, Isaac Rosa, José Ovejero, Rosa Ribas ist auch der Ehrengast Spanien prominent vertreten. Bei einem BOOKFEST extra stellt sich Donna Leon den Fragen von Shelly Kupferberg (Bookfest extra: DONNA LEON | Ticket-Shop (www.eventim-light.com). Das Programm steht in Kürze online: www.buchmesse.de/bookfest.

 

Deutscher Buchpreis 2022: Lesungen und Gespräche mit den Nominierten bundesweit – am 9.10.2022 Autoren der Shortlist im Schauspiel Frankfurt

Autoren der Shortlist im Frankfurter Schauspiel am 9. Oktober 2022 ab 11.00 Uhr  © Foto Diether von Goddenthow
Autoren der Shortlist im Frankfurter Schauspiel am 9. Oktober 2022 ab 11.00 Uhr © Foto Diether von Goddenthow

Deutscher Buchpreis 2022: Lesungen und Gespräche mit den Nominierten bundesweit. Blind-Date-Lesungen mit nominierten Autor*innen als Überraschungsgast / Longlist-Abend in Hamburg am 1. September und Shortlist-Veranstaltung am 9. Oktober in Frankfurt am Main

Literaturbegeisterte in ganz Deutschland können im September und Oktober die Autoren und Autorinnen  der für den Deutschen Buchpreis 2022 nominierten Titel kennenlernen. Auf zehn Blind-Date-Lesungen und zwei großen Leseabenden stellen sie ihre Romane vor. Das Besondere an den Blind Dates: Erst am Abend selbst erfährt das Publikum, welche*r der nominierten Autoren und Autorinnen zu Gast ist. Eine Übersicht über die nominierten Titel ist ab 23. August, 10 Uhr, unter www.deutscher-buchpreis.de abrufbar.

Bundesweite Blind-Date-Lesungen
Unter teilnehmenden Mitgliedsbuchhandlungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels wurden neun Gewinner*innen ausgelost, die in den kommenden Wochen eine Blind-Date-Lesung mit einem oder einer Nominierten veranstalten. Zudem richtet die Deutsche Bank Stiftung, Hauptförderer des Deutschen Buchpreises, eine moderierte Lesung in den Zwillingstürmen in Frankfurt am Main aus. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen und Kontaktdaten erhalten Interessierte über die Online-Kanäle der Buchhandlungen bzw. Veranstalter.

Die Blind-Date-Lesungen 2022 im Überblick:

8. September 2022, 19.30 Uhr
Buchhandlung Schulz-Ebrecht
Idar-Oberstein
https://schulz-ebrecht.buchkatalog.de/

14. September 2022, 19.30 Uhr
Buchhandlung Neue Collibri
Bamberg
https://neuecollibri.buchkatalog.de/

14. September 2022, 20 Uhr
Buchhandlung Lehmanns Media
Marburg
https://www.lehmanns.de/buchhandlung/380-marburg

15. September 2022, 19 Uhr
Der andere Buchladen
Krefeld
Veranstaltungsort: Mediathek Krefeld
https://der-andere-buchladen-krefeld.webflow.io/

15. September 2022, 19.30 Uhr
Bücher im Kiez
Berlin
https://www.kiezbuch-wilhelmsruh.de/

16. September 2022, 19.30 Uhr
Buchhandlung Kolibri
Bretten
https://kolibrionline.buchhandlung.de/shop/

16. September 2022, 20 Uhr
Bücher Herzog
Wasserburg
https://buecherherzog.buchhandlung.de/

17. September 2022, 15 Uhr
Findus Buchhandlung
Tharandt
https://findusbuch.de/

17. September 2022, 20 Uhr
Der Buchladen
Worpswede
https://buchladen-worpswede.de/

19. September 2022, 19 Uhr
Deutsche Bank Stiftung
Veranstaltungsort: Deutsche Bank Frankfurt
https://www.deutsche-bank-stiftung.de/blinddate

Alle Details für Anmeldungen auch gesammelt unter:
www.deutscher-buchpreis.de/lesungen
Longlist-Abend am 1. September

Zum sechsten Mal lädt das Literaturhaus Hamburg zum „Großen Longlist-Abend“ ein: vor Ort im Literaturhaus und im Livestream. Ab 17.30 Uhr lesen mehrere der nominierten Autor*innen aus ihren Romanen und stellen sich den Fragen von Rainer Moritz und Julia Westlake. Die Karten sind auf der Seite des Literaturhauses Hamburg erhältlich: Saalticket 18 Euro, erm. 14 Euro, Streamingticket 7 Euro.

Deutscher Buchpreis 2022: „Die Autor*innen der Shortlist“ am 9. Oktober im Schauspiel Frankfurt
Ebenfalls bereits verfügbar sind Tickets für die Veranstaltung mit den nominierten Autoren und Autorinnen der Shortlist am Sonntag, 9. Oktober. Ab 11 Uhr präsentieren sich die Finalisten und Finalistinnen des Deutschen Buchpreises 2022 im Schauspiel Frankfurt, die Moderation übernehmen Sandra Kegel (F.A.Z.), Alf Mentzer (HR) und Christoph Schröder (freier Kritiker). Eine gemeinsame Veranstaltung von Kulturamt Frankfurt am Main und Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Partner ist die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Aktuelle Informationen unter https://www.deutscher-buchpreis.de/news/eintrag/die-autorinnen-der-shortlist-in-frankfurt

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weiterer Partner ist die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022: Sasha Marianna Salzmann hält Laudatio auf Serhij Zhadan

Sasha Marianna Salzmann Sasha Salzmann, Laudatorin für den Friedenspreisträger 2022 © Vera Tammen
Sasha Marianna Salzmann Sasha Salzmann, Laudatorin für den Friedenspreisträger 2022 © Vera Tammen

Die nichtbinäre deutsche Dramatikerin, Essayistin, Kuratorin und Romanautorin Sasha Marianna Salzmann, wird die Laudatio auf Serhij Zhadan halten, der in diesem Jahr mit dem Friedens­preis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, den 23. Oktober 2022, um 10:45 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live in der ARD übertragen.

Sasha Marianna Salzmann, geboren 1985 in Wolgograd (Russland), wuchs in Moskau auf und kam 1995 nach Deutschland. Salzmann studierte Literatur, Theater und Medien in Hildesheim sowie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2002 gehörte Salzmann zu den Mitbegründer*innen des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext und gab dieses elf Jahre lang mit heraus. 2013 wurde Salzmann Hausautor*in am Maxim Gorki Theater Berlin und übernahm im selben Jahr bis 2015 die Künstlerische Leitung des STUDIO Я. Mit Max Czollek zusammen initiierte die Kurator*in den Desintegrationskongress 2016 sowie 2017 die Radikalen Jüdischen Kulturtage am Maxim Gorki Theater. Außerdem gehörte Salzmann 2017/2018 zum Leitungsteam der Literaturwerkstatt „Krieg im Frieden“ am Literarischen Colloquium Berlin.

Salzmanns Debütroman „Außer sich“ (Suhrkamp Verlag) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2017. Erzählt wird von Alissa, die sich in der queeren Szene Istanbuls und in der eigenen Familiengeschichte auf eine Suche begibt: nach dem verschwundenen Zwillingsbruder und nach Zugehörigkeit jenseits von Herkunft, Muttersprache oder Geschlecht. Salzmanns zweiter Roman, „Im Menschen muss alles herrlich sein“, 2021 erschienen und ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert, spielt in der späten, zerfallenden Sowjetunion, in der Ukraine während der Perestroikajahre sowie im heutigen Deutschland und handelt von der unauflöslichen Verstrickung zweier Frauen-Generationen über politische Umbrüche und Auswanderung hinweg.

Im eigenen Werk bezieht sich Salzmann immer wieder auf die Texte Serhij Zhadans, der zu den literarischen Vorbildern der Autorin zählt.

Die beiden Romane sowie Salzmanns international gespielte Theaterstücke wurden mehrfach ausgezeichnet: unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis (2017), dem Nestroy-Theaterpreis (2018) und dem Kunstpreis Berlin (2020). Im Jahr 2020 erhielt die Autor*in die Ricarda-Huch-Poetikdozentur für „Gender in der literarischen Welt“, 2022 den Preis der Literaturhäuser.

Weitere Informationen zum Friedenspreis 2022 sind abrufbar unter: www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de

FEIER ABEND BIER EMPFANG IM #LITERATURHAUSFRANKFURT am 20.10.2022 zur Frankfurter Buchmesse

Nach 2018 und 2019 wird das Literaturhaus Frankfurt am Messedonnerstag endlich wieder zur Empfangs-, Sender- und Prosit-Zone. Das Literaturhaus öffnet am 20.10.2022 ab 21 h seine Türen für alle Büchermacher, Autoren, Verlage, Kritikerinnen, Buchhändler, Übersetzerinnen, Illustratoren, Agenten und Leserinnen.
#WIRMACHENBUECHER – FEIER ABEND BIER EMPFANG ist ein Gemeinsamkeitsfest und lädt ein an die Schöne Aussicht 2. #WIRMACHENBUECHER – FEIER ABEND BIER EMPFANG fordert auf, selbst Gastgeber unter Gastgebern zu werden.

Schneeballsystem trifft Garagenparty trifft Neoklassizismus. Eine Branche ist im Wandel. Und Wandel ist lebendig. Und die Branche sind viele. Deswegen sind alle Branchenplayer eingeladen, ihre Kollegen, Freunde, Kunden und Geschäftspartner am Abend des Messedonnerstags im Literaturhaus zu empfangen. Alles, was es dafür braucht, sind Empfangsstände. Und die gibt es im Literaturhaus, mobil und gebaut aus Bierkiste, Besenstiel und Banner. Ein Bierempfangsstand kostet 70 €. #WIRMACHENBUECHER ist der Pop-up-Messe-Empfang von allen für alle, Eintritt frei. #WIRMACHENBUECHER verspricht gute Bekannte, gute Unbekannte und viele Gespräche. Es gilt Wippen und Nippen.

#WIRMACHENBUECHER ist ein Pop-up-Empfang des Literaturhaus Frankfurt für die Branche.
Der Eintritt ist frei.

#WIRMACHENBUECHER und buchen zwischen dem 30.08. und 17.10.2022 unseren Stand unter: wirmachenbuecher@literaturhaus-frankfurt.de
Für die Veranstaltung gelten die am 20.10.2022 aktuellen Hygienemaßnahmen des Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.

#WIRMACHENBUECHER
FEIER ABEND BIER EMPFANG
IM #LITERATURHAUSFRANKFURT
DO, 20.10.2022, 21.00 – 01.00 h

Die Autorinnen und Autoren der Shortlist. Deutscher Buchpreis 2022 Die sechs Nominierten lesen am 9. Oktober um 11 Uhr im Schauspiel Frankfurt

Autoren der Shortlist  im Frankfurter Schauspiel © Foto Diether von Goddenthow
Autoren der Shortlist im Frankfurter Schauspiel © Foto Diether von Goddenthow

Bereits seit 2005 bringt der Deutsche Buchpreis deutschsprachige Literatur ins Gespräch wie kaum eine andere Auszeichnung und gewinnt damit die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser wie auch der Literaturkritik gleichermaßen. Die ShortlistVeranstaltung knüpft an diesen Erfolg an: Zum 15. Mal präsentieren das Literaturhaus Frankfurt und das Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die den Preis vergibt, die Autorinnen und Autoren der Shortlist des Deutschen Buchpreises vor der Preisverleihung Mitte Oktober. Die Finalistinnen und Finalisten, die in diesem Jahr in der Endauswahl für den deutschsprachigen Roman des Jahres stehen, stellen sich am 9. Oktober im Großen Haus des Schauspiel Frankfurt in Lesungen und Gesprächen vor.

Die „Shortlist-Veranstaltung“ ist für das Frankfurter Publikum die exklusive Chance, die Nominierten im Vorfeld der Preisverleihung zu erleben. Die Moderation übernehmen Sandra Kegel (F.A.Z.), Alf Mentzer (hr) und Christoph Schröder (freier Kritiker).

Karten zum Preis von 18 € / ermäßigt 12 € gibt es im Vorverkauf des Schauspiel Frankfurt ab 15. Juli 2022 oder online unter www.schauspielfrankfurt.de. Mitglieder des
Literaturhausvereins haben ab 12. Juli ein Vorkaufsrecht.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Kulturamt Frankfurt am Main und Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Partner ist die Stiftung

Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 10.10. bis 14.10. um 9 Uhr und 14.30 Uhr sowie in der ARD Audiothek.

Serhij Zhadan erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022

© Mykola Swarnyk (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en)
© Mykola Swarnyk (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en)

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den ukrainischen Schriftsteller, Dichter, Übersetzer und Musiker Serhij Zhadan zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt.

In der Begründung des Stiftungsrats, dessen Vorsitzende Börsenvereins-Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs ist, heißt es:
„Wir ehren den ukrainischen Schriftsteller und Musiker für sein herausragendes künstlerisches Werk sowie für seine humanitäre Haltung, mit der er sich den Menschen im Krieg zuwendet und ihnen unter Einsatz seines Lebens hilft. In seinen Romanen, Essays, Gedichten und Songtexten führt uns Serhij Zhadan in eine Welt, die große Umbrüche erfahren hat und zugleich von der Tradition lebt. Seine Texte erzählen, wie Krieg und Zerstörung in diese Welt einziehen und die Menschen erschüttern. Dabei findet der Schriftsteller eine eigene Sprache, die uns eindringlich und differenziert vor Augen führt, was viele lange nicht sehen wollten. Nachdenklich und zuhörend, in poetischem und radikalem Ton erkundet Serhij Zhadan, wie die Menschen in der Ukraine trotz aller Gewalt versuchen, ein unabhängiges, von Frieden und Freiheit bestimmtes Leben zu führen.“

Serhij Zhadan, der zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur gehört, wurde am 23. August 1974 in Starobilsk im Gebiet Luhansk der (damaligen Sowjetrepublik) Ukraine geboren. In Charkiw studierte Zhadan Literaturwissenschaft, Ukrainistik sowie Germanistik und promovierte 1996 mit einer Arbeit zum ukrainischen Futurismus. Seit Anfang der 1990er Jahre prägt er die Kulturszene Charkiws, organisiert Literatur- und Musikfestivals und veröffentlicht Romane, Gedichte, Erzählungen und Essays. Seit der Besetzung der Krim 2014 engagiert er sich mit sozialen und kulturellen Projekten in der zum Teil von den prorussischen Separatisten besetzen Ostukraine. Mit Beginn des Einmarschs Russlands in die Ukraine Ende Februar 2022 leistet er verstärkt humanitäre Hilfe.

In seinen frühen literarischen Werken setzt sich der Autor intensiv mit der postsowjetischen Umbruchszeit auseinander. Sein dritter Roman „Die Erfindung des Jazz im Donbass“ (2012, Org. 2010), eine Art Road-Novel, spielt im Industrierevier Donbass, das mit surrealen Elementen und einer anarchischen Erzählweise poetisch aufgeladen wird und den Hintergrund bildet für eine Suche nach Heimat inmitten einer zunehmend entgrenzten Welt. Die ukrainische BBC wählte den Text zum „Buch des Jahrzehnts“. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erhielt weitere Auszeichnungen wie den Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis und den Vasyl-Stus-Preis des ukrainischen PEN-Zentrums. Sein jüngster Roman „Internat“ (2018, Original: 2017) erzählt eindrücklich vom Krieg im Donbass. Ein durch das Kriegsgebiet reisender Lehrer gerät im dichten Nebel immer wieder zwischen die Frontlinien und wird mit der Frage konfrontiert, ob man im Krieg neutral bleiben kann. Die Roman-Übersetzung erhielt 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse.

Zhadan verfasst seine Texte auf Ukrainisch, er übersetzt aber auch Lyrik aus dem Deutschen, Englischen, Belarussischen und Russischen ins Ukrainische. Zudem schreibt er Songtexte für verschiedene Rockbands und ist seit 2007 Sänger der ukrainischen Band „Sobaki v kosmosi“ (deutsch: Hunde im Weltraum).

Die von ihm gegründete Serhiy Zhadan Charitable Foundation, die seit 2017 Bildungs- und Kulturinitiativen in den Kriegsgebieten der Ostukraine fördert, ist nur ein Beispiel für sein intensives soziales und kulturelles Engagement, das sich nach dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine noch verstärkt hat: Weiterhin in Charkiw lebend, organisiert er Konzerte, rettet Menschen aus umkämpften Vierteln, liest Gedichte und verteilt Hilfsgüter in der Stadt. Seine jüngsten Artikel über die Situation in der Ukraine sind aktuelle Zeitdokumente darüber, wie die dort lebenden Menschen im Angesicht von Gewalt und Bedrohung versuchen, ihren Alltag zu organisieren.

Dem Stiftungsrat gehören an: Klaus Brinkbäumer, Prof. Dr. Peter Dabrock, Prof. Dr. Raphael Gross, Prof. Dr. Moritz Helmstaedter, Dr. Nadja Kneissler, Felicitas von Lovenberg, Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza, Prof. Bascha Mika sowie Karin Schmidt-Friderichs.

Die Verleihung des Friedenspreises findet am Sonntag, 23. Oktober 2022, in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live um 10.45 Uhr in der ARD übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen sind abrufbar unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.