Kategorie-Archiv: Hessisches Landesmuseum Darmstadt

„Bildwerke des Wissens“ zeigt Bilderschatz durch 450 Jahre Uni- und Landesbibliothek ab 2.Nov. im Landesmuseum Darmstadt

Bildwerke des Wissens. Ein Querschnitt durch 450 Jahre Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt 2. November 2017 bis 4. Februar 2018 Foto: Diether v. Goddenthow
Bildwerke des Wissens.
Ein Querschnitt durch 450 Jahre Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
2. November 2017 bis 4. Februar 2018 Foto: Diether v. Goddenthow

 

 

(Text Landesmuseum Darmstadt)

Bildwerke des Wissens.
Ein Querschnitt durch 450 Jahre Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
2. November 2017 bis 4. Februar 2018

Aus dem seit 450 Jahren gewachsenen Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt stellt die Ausstellung ausgewählte Bildwerke ins Zentrum und lässt anschaulich werden, dass sich bereits seit den Anfängen mit der Büchersammlung des Landgrafen Georg I. (1547-1596) und der ersten Erweiterung der Bibliotheksbestände durch Ankäufe im Jahr 1568 die »Macht des Wissens« mit der »Macht der Bilder« verschränkte.

Aquarell "Päpstin Johanna", die lt. Legende, als Mann verkleidet, bei einer Prozession ein Kind gebar. in:Thesaurus Picturarum - Ende 16.Jhrd.  Foto: Diether v. Goddenthow
Aquarell „Päpstin Johanna“, die lt. Legende, als Mann verkleidet, bei einer Prozession ein Kind gebar. in:Thesaurus Picturarum – Ende 16.Jhrd. Foto: Diether v. Goddenthow

Zu sehen ist u.a. das 33 Bände umfassende bebilderte Werk »Thesaurus Picturarum« des Heidelberger Kirchenrats Markus zum Lamm (Speyer 1544-1606 Heidelberg), welches erwiesenermaßen in direktem Zusammenhang mit der Sammeltätigkeit der Darmstädter Landgrafen steht, indem Georg II. (1626-1661) es seiner Gemahlin Sophie Eleonore schenkte. Diese enzyklopädische Sammlung ist eine der wichtigsten Quellen für die Umbruchzeit in der Kurpfalz Ende des 16. Jahrhunderts. Ebenso werden Stichwerke des Künstlers und Archäologen Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) gezeigt, darunter »Le Vedute di Roma« (4 Bde., 1756). Piranesi war ein bildmächtiger Rekonstrukteur des alten Rom sowie Chronist und Bildgeber seiner Gegenwart. Aber auch die ersten manufakturell hergestellten Reliefkarten des Kartographen Georg Michel Bauerkeller (1805-1886) sind zu bestaunen. Mit seiner Erfindung der »Geomontographie« verlieh Bauerkeller seinen farblithographischen Plänen bereits in den 1830/40er Jahren Dreidimensionalität und lieferte auf Grundlage neuen geographischen Wissens visuelle Werkzeuge für das Denken und die Erkenntnis.

Alle genannten Werke waren herausragende Veröffentlichungen ihrer Zeit und legen Zeugnis ab von der Kunstbegeisterung und dem Qualitätsbewusstsein der Landgrafen und später Großherzöge von Hessen-Darmstadt.

RAUMFOLGE

RAUM 1
Bildwerke des Wissens – Einführung zur Ausstellung

Im Raum 1 werden neben Einführungstexten und Porträts des Begründers von Residenz und Bibliothek um 1567 Georg I. Ahnentafeln derer von Hessen-Darmstadt gezeigt. Foto: Diether v. Goddenthow
Im Raum 1 werden neben Einführungstexten und Porträts des Begründers von Residenz und Bibliothek um 1567 Georg I. Ahnentafeln derer von Hessen-Darmstadt gezeigt. Foto: Diether v. Goddenthow

Die heutige Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) und das Hessische Landesmuseum Darmstadt (HLMD) haben ihren gemeinsamen Ursprung bei den Landgrafen und späteren Großherzögen von Hessen-Darmstadt. Die ältere, große Schwester ist die Bibliothek, entstanden aus der Büchersammlung des Landgrafen Georg I. (1547-1596) und der ersten Erweiterung der Bibliotheksbestände durch Ankäufe im Jahr 1568. Zum 450jährigen ULB-Jubiläum zeigt das HLMD diese Ausstellung, die in Kooperation zwischen beiden Institutionen erarbeitet wurde.

Aus dem seit 450 Jahren gewachsenen Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt stellt „Bildwerke des Wissens“ drei Werkkomplexe ins Zentrum, die mit historischen Stationen der Entwicklung der Bibliothekssammlungen korrespondieren. Sie lassen anschaulich werden, dass sich bereits seit den Anfängen mit der Büchersammlung der Landgrafen und der ersten Erweiterung der Bibliotheksbestände die „Macht des Wissens“ mit der „Macht der Bilder“ verschränkte.

Thesaurus picturarum_ 1564-1606 Bd.4_S.139r Foto: Universitäts und Landesbibliothek Darmstadt.
Thesaurus picturarum_ 1564-1606 Bd.4_S.139r Foto: Universitäts und Landesbibliothek Darmstadt.

Den Auftakt macht der Thesaurus Picturarum von Marcus zum Lamm (1544-1606). Erstmals werden alle 33 Bände dieses „Schatzes der Bilder“ in einer Ausstellung gezeigt. Als Enzyklopädie der Frühen Neuzeit führt uns das Werk zum Primärgedanken der im 16. Jahrhundert entstandenen Bibliothek der Landgrafen von Hessen-Darmstadt und den Anfängen ihrer Sammeltätigkeit, die das Wissen der Welt vereinen und bewahren wollte.

Als papiernes Anschauungsmaterial des antiken Roms erwarb der Landgraf Ludwig 1792 das Stichwerk des zeitgenössischen Künstlers und Archäologen Giovanni Battista Piranesi (1720-1778), darunter 106 Blätter der großformatigen Vedute di Roma (1747-1778). Piranesis Radierungen wurden damals als Bilddokumente betrachtet, weshalb sie nicht zu den Kunstwerken in die Museumssammlungen, sondern zu den Büchern in die Hofbibliothek kamen. Heute hat sich die Sichtweise auf diese topographischen Ansichten gewandelt. Längst sind es museumswürdige Kunstwerke ersten Ranges. Anlässlich dieser Ausstellung wurde der im 19. Jahrhundert geheftete Band der Vedute di Roma aufgebunden und aufgelegt. So können diese Veduten, die der wertvollen Erstausgabe entstammen, erstmals ausgestellt werden.

Als dritten Werkkomplex zeigen wir seltene Reliefkarten des gelernten Buchdruckers und Kartographen Georg Michael Bauerkeller (1805-1886). Fast 200 Jahre vor dem digitalen 3D-Druck verlieh Bauerkeller dank seiner Erfindung der „Geomontographie“ (griech.- lat.: „Erd- und Bergdarstellung“) seinen farblithographischen Plänen bereits in den 1830/40er Jahren Dreidimensionalität und lieferte auf Grundlage neuen geographischen Wissens visuelle Werkzeuge für das Denken und die Erkenntnis.

450 Jahre nach ihren Anfängen ist die ULB Darmstadt dabei, sich in ein universelles Informationszentrum zu verwandeln mit Öffnungszeiten rund um die Uhr. Stück um Stück werden die wertvollen, urheberrechtsfreien Schätze eingescannt und online gestellt. Ob ein Mehr an enzyklopädischem Wissen, wie es digitale Bibliotheken zur Verfügung stellen, tatsächlich auch zu mehr Erkenntnis führt, lag und liegt an uns Menschen.

RAUM 2
Giovanni Battista Piranesi: Vedute di Roma

96 Drucke von Giovanni Battista Piranesi zeigt Raum 2.  Foto: Diether v. Goddenthow
96 Drucke von Giovanni Battista Piranesi zeigt Raum 2. Foto: Diether v. Goddenthow

Der Architekt, Zeichner und Radierer Giovanni Battista Piranesi (1720 – 1778) kam 1740 erstmals nach Rom. Von da an sollte die ewige Stadt sowohl biographisch als auch inhaltlich das Zentrum seines Schaffens bleiben. In Rom waren damals etliche Bauwerke dem Verfall preisgegeben oder ihnen wurden, jegliche Wertschätzung entbehrend, Materialien entnommen, die man als Baustoffe für Neubauten verwendete. Piranesi fasste daher den Plan, Stichwerke zu erarbeiten, die nicht zuletzt die antiken Bauten für die Menschheit auf ewig bewahren sollten. Ihm war in seinen Vedute di Roma daran gelegen, die antiken und barocken römischen Bauten in ihrer architektonischen Qualität zu würdigen und gleichzeitig ihre Monumentalität und Schönheit zu inszenieren.

Bildkonstruktion und Inszenierung

Giovanni Battista Piranesi: Vedute di Roma, Bildkonstruktion und Inszenierung.  Foto: Diether v. Goddenthow
Giovanni Battista Piranesi: Vedute di Roma, Bildkonstruktion und Inszenierung. Foto: Diether v. Goddenthow

Als ausgebildeter Architekt vermaß und erforschte Piranesi die Bauwerke oftmals bis ins Detail. Als Künstler ging es ihm jedoch weniger um die Einhaltung der in der Realität gegebenen Proportionen. Im Gegenteil vernachlässigte er nicht selten eine realistische Perspektive zugunsten einer Bedeutungsperspektive. Piranesi schuf idealisierte Veduten, in denen er Proportionen und Blickachsen verfremdete und an ästhetische Maßstäbe anpasste. Der architektonischen Inszenierung dienen zudem geschickt angelegte Blickachsen, die Wahl einer Perspektive, die eine extreme Unter- oder Aufsicht erzeugt oder eine dramatische Schattengebung. Ein Können, das Piranesi durch seine Mitarbeit bei dem Perspektivlehrer und Bühnenarchitekten Carlo Zucchi sowie im Atelier der Theater- und Dekorationsarchitekten Valeriani erworben hatte. Dem Betrachter der Stiche wird die Monumentalität der Gebäude durch meist kleine Staffagefiguren vor Augen geführt. Sie beleben die Szenen und führen den Betrachter ins Bild hinein. Aus den Werken Piranesis spricht die Ästhetik des Sublimen, das überwältigende Erhabene.

Die Vedute als Bildungsobjekt
Rom übte nicht nur auf Piranesi, sondern ebenso auf zahlreiche Romreisende und Gebildete, die nicht selbst die Reise nach Rom antreten konnten, eine große Faszination aus. Die zum Erwerb angebotenen Einzelblätter, die Innen- und Außenansichten variieren, ließ Piranesi ab 1760 in seiner eigenen Druckerei in Rom produzieren. Sie waren jedoch nicht für jeden Geldbeutel erschwinglich. Um Piranesis Bilddokumente der ewigen Stadt nach Darmstadt zu holen, musste der junge Landgraf Ludwig im Jahr 1790 tief in die Tasche greifen und die erkleckliche Summe von 450 Gulden zahlen (das Jahresgehalt eines Lehrers betrug damals ca. 135 Gulden).

RAUM 3
Die Reliefkarten der Gebrüder Bauerkeller

Die Reliefkarten der Gebrüder Bauerkeller  in Raum 3. Foto: Diether v. Goddenthow
Die Reliefkarten der Gebrüder Bauerkeller in Raum 3.
Foto: Diether v. Goddenthow

Neben neuen Vermessungsmöglichkeiten, territorialen Verschiebungen und kriegerischen Impulsen erfuhr die Kartographie am Ende des 18. Jahrhunderts bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts durch große offizielle Landvermessungen einen Aufwind. Bereits im frühen 16. Jahrhundert finden sich Versuche, topographischen Karten durch zeichnerische Raffinesse eine reliefartige Wirkung zu verleihen und somit ihre Anschaulichkeit zu erhöhen. Noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Landkarten stets von Hand koloriert, bis die Erfindung der Lithographie einen seriellen Farbdruck ermöglichte.
Die plastischen „Geländemodelle“ der Gebrüder Bauerkeller, deren Produktion Anfang der 1840er Jahre begann, eröffneten ihren Zeitgenossen einen summarischen Blick über Gebirge, Flüsse und Täler aus einer den meisten Menschen des 19. Jahrhunderts noch unbekannten Perspektive. Bauerkeller sprach hierbei von „Geomontographie“, was etwa mit „Erd- und Bergdarstellung“ zu übersetzen ist.

Die Halbbrüder Georg Michael Bauerkeller (1805-1886) und Georg Leonhart Bauerkeller (1809 – 1848) aus Wertheim a. M. hatten in Paris die Druckerei „Bauerkeller & Cie.“ gegründet, die als erste Großdruckerei für Prägedrucke bezeichnet werden kann. Während die Firma in Paris florierte, ließ sich Georg Leonhart Bauerkeller 1844 in Darmstadt nieder. Hier entstand die Firma „Bauerkellerˈs Präganstalt Jonghaus und Venator“. Das Darmstädter Unternehmen gab zwischen 1844 und 1848 Pläne, Karten, Atlanten und diverse Kartenwerke im Relief heraus. Entscheidend für die Genese der Firma Bauerkeller war die Entwicklung von großformatigen Karten im Flächen-Prägedruck in Kombination mit Papiermaché (Pappmachee; Gemisch aus Papier mit Kleister). Die erste belegbare Landkarte in dieser neuen Technik ist die hier gezeigte Karte „Die Schweiz und angrenzende Länder“ (Paris, 1842).

Hierfür wurde zunächst eine mehrfarbige Landkarte im lithographischen Verfahren gedruckt. Darauf folgte die Gestaltung einer maßstabsgetreuen und seitenverkehrten Platte mit eingegrabenen Vertiefungen (Prägeform, Matrize) sowie einer passgenauen Gegenform (Patrize). Die gedruckte Landkarte wurde mittels Feuchtigkeit formbar gemacht und unter hohem Druck farblos geprägt. Um die so erzeugten Höhungen dauerhaft zu fixieren, wurde die unbedruckte Rückseite mit einer dünnen Schicht aus Papiermaché unterfüttert. Ein abschließender Firnis (Lack) gab dem farbigen Druck mehr Tiefe.

Auch wenn es bereits zuvor Reliefkarten unter der Verwendung von Papiermaché gab, blieben diese doch seltene Originale, da sie im aufwendigen händischen Verfahren gebaut werden mussten. Die Bauerkellerˈschen Reliefkarten waren hingegen maschinell hergestellt, so dass ihr Blick aus der Vogelperspektive einer breiten Masse zur Verfügung gestellt werden konnte.

RAUM 4
Marcus zum Lamm: Thesaurus Picturarum

Raum 1 der Thesaurus Picturarum von Marcus zum Lamm (1544-1606). 33 Bände dieses „Schatzes der Bilder“. Enzyklopädie der Frühen Neuzeit. Foto: Diether v. Goddenthow
Raum 4 der Thesaurus Picturarum von Marcus zum Lamm (1544-1606). 33 Bände dieses „Schatzes der Bilder“. Enzyklopädie der Frühen Neuzeit. Foto: Diether v. Goddenthow

Thesaurus Picturarum lässt sich als „Schatz der Bilder“ übersetzen, was den Anspruch seines Namensgebers und Erfinders Marcus zum Lamm wiedergibt, seine Zeit in Worten und Bildern zu erfassen und zur Bewahrung zwischen Buchdeckeln zu pressen.

Der Autor
Der in Speyer am 3. März 1544 geborene Juristen-Sohn Marcus zum Lamm studierte Jura in Heidelberg. 1576 wurde der inzwischen zum Calvinismus konvertierte Jurist vom Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz (1515-1576) in Heidelberg zum Kirchenrat berufen. Entlassen aus religiösen Gründen durch den lutherischen Nachfolger des Kurfürsten verblieb er dort ohne Beschäftigung – anstatt wie viele bekannte Calvinisten ins Exil zu Johann Kasimir von Pfalz-Simmern (1543-1592) in das heutige Neustadt an der Weinstraße zu flüchten. 1579 wurde er zum „Rat und Diener“ Johann Kasimirs. Dieser übernahm 1584 das Kurfürstenamt und Marcus zum Lamm bekam mit der Wiedereinführung des Calvinismus in Heidelberg wieder sein vormaliges Amt des Kirchenrates. Marcus zum Lamm starb am 13. Februar 1606.

Der gesamte Thesaurus muss auf der Grundlage des Lebens seines Machers verstanden werden. Denn von seinem Standpunkt aus als reicher Bürger, als Akademiker, als Calvinist und aus seiner örtlichen Gebundenheit an Heidelberg ist das Werk entstanden. Im Thesaurus macht uns Marcus zum Lamm in zahlreichen Kommentaren zu den von ihm gesammelten Darstellungen seine persönliche Meinung zu den Ereignissen zugänglich.

Die Thematik

Darstellung calvinistischer Schmährhetorik gegen die Lutheraner ist Teil einer Bildergeschichte. Hier: Eine junge Frau bringt im Beisein eines lutherischen Geistlichen und zweier Hebammen ein geflügeltes Ungeheuer zur Welt als Symbol der Lutherlüge. Die sexuell aufgeladene Bildpolemik bedient die Gier nach bizarren und monströsen Geschichten, wie sie sich um die am 13. Juni 1525 geschlossene Ehe von Martin Luther mit der entlaufenen Nonne Katharina von Bora rankten. aus Thesaurus Picturarum, Bd. 28, Blatt 89. Foto: Diether v. Goddenthow
Darstellung calvinistischer Schmährhetorik gegen die Lutheraner ist Teil einer Bildergeschichte. Hier: Eine junge Frau bringt im Beisein eines lutherischen Geistlichen und zweier Hebammen ein geflügeltes Ungeheuer zur Welt als Symbol der Lutherlüge. Die sexuell aufgeladene Bildpolemik bedient die Gier nach bizarren und monströsen Geschichten, wie sie sich um die am 13. Juni 1525 geschlossene Ehe von Martin Luther mit der entlaufenen Nonne Katharina von Bora rankten. aus Thesaurus Picturarum, Bd. 28, Blatt 89. Foto: Diether v. Goddenthow

Wir befinden uns mit dem Werk in einer Zeit der konfessionellen Konflikte nach der Reformationsbewegung. Der Thesaurus ist gespickt mit Flugblättern und Zeichnungen, die sowohl die römisch-katholische Kirche wie auch die lutherische Konfession kritisieren und karikieren. Wichtige Persönlichkeiten der Reformation werden dargestellt und kommentiert. Doch nicht nur sie, sondern auch angesehene Literaten, Persönlichkeiten der Antike oder längst verstorbene Akteure der Geschichte füllen neben dem Hochadel Europas sowie bekannten Hochstaplern und Verbrechern mit ihren Porträts die Bände. Unzählige zeitgenössische Schlachtendarstellungen spiegeln die unruhige Epoche wider. Spektakuläre Prozesse, schaurige Mordserien, prophetische Zeichen und Wunder finden ihren Weg in das Werk. Rauschende Feste zur Krönung, Taufe oder Hochzeit des Adels werden nacherzählt. Mit Akribie ließ Marcus zum Lamm die Mode der Zeit verschiedenster Schichten und aus unterschiedlichen Regionen in seinen Trachtenbänden darstellen. Ähnlich verfuhr er im Thesaurus bei seinen Vogelbildern, nicht nur seltene Exemplare, sondern auch häufig vorkommende Arten sind aufgenommen.

Der Weg des Thesaurus nach Darmstadt
Nach dem Tod des Marcus zum Lamm ging der Thesaurus Picturarum an seinen Sohn Marcus Christian zum Lamm (1580-1625), der das Werk selbst geringfügig erweiterte und auf den wahrscheinlich auch die heutige Zusammenstellung der Bände zurückgeht. Wohl aus finanziellen Gründen wechselte der Thesaurus in den Besitz des hessisch-darmstädtischen Kanzlers Antonius Wolff von Todenwarth (1592–1641) und nach dessen Tod in den seines Sohnes Eberhard (1614–1663). Georg II. von Hessen-Darmstadt (1605–1661) fragte 1644 bei Eberhard an, da seine Ehefrau Sophie Eleonore (1609–1671) Interesse an dem Bilderschatz bekundete und von dort gelangte der 33 bändige Thesaurus Picturarum schließlich in die Sammlung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Herzlichen Glückwunsch! Joseph Maria Olbrich – zum 150. Geburtstag eines Universalkünstlers

Joseph Maria Olbrich Armlehnstuhl 1901. Foto: W. Fuhrmannek
Joseph Maria Olbrich Armlehnstuhl 1901. Foto: W. Fuhrmannek

Joseph Maria Olbrich, Architekt, Designer avant la lettre, Kunstmensch, wurde am 22. Dezember 1867 in Troppau im österreichischen Herzogtum Schlesien geboren. Seine Karriere startete 1893 mit dem Eintritt in das Büro des renommierten Wiener Architekten Otto Wagner. Das erste, aufsehenerregende, eigenständige Werk war das ab 1898 errichtete Wiener Secessionsgebäude mit seiner spektakulären Kuppel aus vergoldetem Blattwerk. Ein Jahr später berief ihn Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein nach Darmstadt an die neugegründete Künstlerkolonie, in der er von Anfang an eine führende Rolle übernahm. Hier in Darmstadt konnte Olbrich seine Ideen und Fähigkeiten als „Allrounder“ unter Beweis stellen. Die gesamte Umwelt wollte er gestalten, oder, wie er selbst formulierte: „Kein Gebiet menschlichen Denkens und Empfindens sollte unberücksichtigt bleiben, kein Quadratzentimeter Form und Farbe erhalten, die nicht vom künstlerischen Geist durchdrungen sind.“ Und so entwarf der Künstler Häuser und deren gesamte Einrichtung bis hin zum Kaffeelöffel und zum Küchenhandtuch, Textilien und Schmuck und sogar Autokarosserien und Registrierkassen. Kaum ein Bereich des menschlichen Lebens wurde außen vor gelassen. Über viele Jahre prägte Olbrich, zusammen mit seinen Kollegen, das Bild des „Darmstädter Jugendstils“. 1907 zog er mit seinem Büro nach Düsseldorf, blieb aber der Künstlerkolonie bis zu seinem Tod im Jahre 1908 treu.

In Darmstadt, dem Ort seiner produktivsten Schaffenszeit, wird Olbrichs Werk besonders gewürdigt. Auf der Mathildenhöhe, dem Mittelpunkt der Künstlerkolonie, sind noch einige seiner Bauwerke zu sehen, vor allem das Ernst-Ludwig-Haus und das Wahrzeichen der Stadt Darmstadt, der „Hochzeitsturm“.

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt, eines der ersten Häuser, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die Wiederentdeckung des Jugendstils einsetzte, richtete bereits 1965 eine Dauerpräsentation ein. Hier durfte Olbrich nicht fehlen. So finden sich in den Beständen Gläser, Leuchter, Bestecke, Möbel, Geschirr und Haushaltstextilien, die die Vielseitigkeit des Entwerfers belegen. Aktuell in der Dauerausstellung zu sehen sind Einzelanfertigungen wie Beleuchtungskörper, die er anlässlich der Ausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“ 1901 für seine eigene Künstlervilla schuf, oder ein thronartiger Sessel, der aus gleichem Anlass für das Haus des Darmstädter Möbelfabrikanten Glückert gefertigt wurde. Er stand dort in der monumentalen, zweigeschossigen Halle vor dem Kamin. Der Sessel überstand die Kriegszeiten und wurde dem Museum als wichtiges Zeugnis Darmstädter Kunstgeschichte 2014 geschenkt.

Gemäß seiner Überzeugung, dass künstlerisch durchdrungenes Handwerk vielen Menschen und nicht nur einer Elite zugänglich sein sollte, arbeitete Olbrich aber auch folgerichtig mit Industrieunternehmen zusammen. Bestecke, von ihm gestaltet und in Weißmetall ausgeführt, waren preisgünstiger zu produzieren und standen daher einem größeren Kundenkreis offen. Gleiches gilt für Zinngeschirr, darunter auch für den berühmten anthropomorph gestalteten Leuchter, der quasi zu einem Symbol für Olbrichs Wirken wurde. Seine Geschirrtücher – beschriftet mit „Messer“, „Gläser“ oder „Teller“ – sind nicht nur in der Dauerausstellung zu bewundern, sondern als Museumsedition auch in unserem Shop zu erwerben. Ein schönes Geschenk an sich selbst, anlässlich des 150. Geburtstags eines großen Entwerfers.

Weitere Informationen: Landesmuseum Darmstadt

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Der Mainzer Goldschmuck Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit – Ab 8.Dezember 2017 im Landesmuseum Darmstadt

Die Ausstellung läuft vom 8. Dezember 2017 bis 11. März 2018

1880 wurde in Mainz bei Bauarbeiten ein äußerst umfangreicher Goldschatz mit aufwändigen, fürstlichen Schmuckstücken entdeckt. Bis auf eine große Adlerfibel, die heute im Mainzer Landesmuseum aufbewahrt wird, wurde der Schatz jedoch unterschlagen und gelangte nach Wiesbaden in den Kunsthandel. Von dort wurde er dem Darmstädter Baron Maximilian von Heyl verkauft. Der Schmuck wurde bald schon mit deutschen Kaiserinnen in Verbindung gebracht und sollte seinen Aufstellungsort im „Deutschen Museum“ in Berlin finden. Eine Gruppe „patriotischer und vermögender Männer“ erwarb den Schmuck und schenkte ihn zu diesem Zweck Kaiser Wilhelm II. Am Ende des Kriegs gelangte er in die Sowjetunion, wurde nach seiner Rückkehr restauriert und nach der Wende im wieder vereinigten Berliner Kunstgewerbemuseum in einem umfangreichen Projekt untersucht.

 Die abenteuerliche Geschichte des wohl prominentesten mittelalterlichen Schmuckensembles, die Ergebnisse der Untersuchungen und seine heutige Interpretation sind die Themen dieser einmaligen Ausstellung, die zum ersten Mal alle Teile des Schatzes vereinigt.

Veranstaltungsort
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt

Laufzeit
08. Dezember 2017 bis 11. März 2018

Öffnungszeiten
Dienstag, Donnerstag, Freitag 10.00 – 18.00 Uhr
Mittwoch 10.00 – 20.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 11.00 – 17.00 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt
Erwachsene 10, ermäßigt 6 Euro
Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Ständigen Sammlung.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt.
Buchung Onlineticket unter: https://www.musticket.de/new/app/Shoppingref=evt271719535&n=MainzerGoldschmuck&process=0%20Buchungslink

Gruppen- und Einzelführungen
Individuelle Buchung beim Besucherservice Bildung und Vermittlung unter: Telefon: +49 (0) 6151-1657111,
Mail: vermittlung@hlmd.de
Anmeldungen auch für Gruppen ohne gebuchte Führung erforderlich!
Die Führungen sind auf 25 Personen beschränkt.
Erreichbarkeit: Dienstag und Freitag 10.00 – 12.00 Uhr, Mittwoch 14.00 – 16.00 Uhr
pro Führung und Gruppe: 60 Euro zzgl. Eintritt, fremdsprachig:
70 Euro zzgl. Eintritt
Die Führungen können ab sofort gebucht werden.

www.hlmd.de
www.facebook.com/HessischesLandesmuseumDarmstadt
www.instagram.com/landesmuseumdarmstadt
www.youtube.com/user/PresseHLMD

Rosetta – Europa erforscht den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko

Ausstellungs-Impression "Rosetta", 12.05. bis 8.10.2017 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Im Großen Saal zeigt die Ausstellung auf 480 qm Modelle der beiden Sonden, des Kometen sowie der Trägerrakete Ariane 5G+. Eine multimediale Deckenprojektion visualisiert die Reise eindrucksvoll. Zudem werden spektakuläre Meteoritenfunde präsentiert, die Einblick in die Zusammensetzung unseres Sonnensystems geben. Foto:. Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ausstellungs-Impression „Rosetta“, 12.05. bis 8.10.2017 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Im Großen Saal zeigt die Ausstellung auf 480 qm Modelle der beiden Sonden, des Kometen sowie der Trägerrakete Ariane 5G+. Eine multimediale Deckenprojektion visualisiert die Reise eindrucksvoll. Zudem werden spektakuläre Meteoritenfunde präsentiert, die Einblick in die Zusammensetzung unseres Sonnensystems geben. Foto:. Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Im Rahmen seiner Luft- und Raumfahrt-Ausstellung »ROSETTA – Europas Kometenjäger« lädt das Landesmuseum am Mittwoch, den 31. Mai 2017, 18.30 Uhr, zum spannenden Vortrag »Rosetta – Europa erforscht den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko« von Rainer Kresken ein. Der Referent ist Flugdynamik-Experte, ESA/ESOC und Vorsitzender der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim.

Zur Erinnerung: Im Jahre 2014 erreichte die ESA-Mission »Rosetta« nach einem zehnjährigen Raumflug den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko und setzte einen waschmaschinengroßen Lander auf dem Himmelskörper ab.

Rainer_Kresken Flugdynamik_Experte der ESA Foto: Landesmuseum Darmstadt /ESA
Rainer_Kresken Flugdynamik_Experte der ESA Foto: Landesmuseum Darmstadt /ESA

Vor dem Hintergrund der aktuellen Sonderausstellung berichtet der Raumfahrtingenieur Rainer Kresken von der langen Reise Rosettas und erklärt, was die Forscher über den Kometen gelernt haben.

Der Vortrag ist kostenfrei, beziehungsweise im Eintritt zur Sonderausstellungseintritt enthalten. Teilnahmekarten sind am Veranstaltungstag an der Museumskasse erhältlich. Vorreservierung sind nicht nötig.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Die Abenteuer der ESA-Raumsonde „Rosetta“ im Landesmuseum Darmstadt – als Ausstellung und mit Multimedia-Supershow ab 12. Mai 2017

1 : 1 Modell der Sonde Rosetta mit ausgeklappten Sonnenflügeln im Großen Saal des Landesmuseum Darmstadt. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
1 : 1 Modell der Sonde Rosetta mit ausgeklappten Sonnenflügeln während einer Pressebesichtigung im Großen Saal des Landesmuseum Darmstadt. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Europa konnte  in den vergangenen 40 Jahren bei der Erforschung von Weltraum und Sonnensystemen Pionierleistungen verzeichnen. Ob es die erste Begegnung mit dem Kometen Halley im Jahr 1986, die erste Entsendung einer Raumsonde auf den Saturnmond Titan im Jahr 2005 oder die erste Landung der Landesonde Philäe der Sonde Rosetta auf den Kometen namens 67P/ Tschurjumow-Gerassimenko –  die ESA und ihre internationale Partner mit Sitz in Darmstadt blicken auf eine einzigartige europäische Erfolgsserie bei der wissenschaftlichen und robotischen Exploration des Weltraums zurück, jetzt zu sehen im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.

Ausstellungsansicht "Rosetta Europas Kometenjäger", hier im Vordergrund in Original das Modell der Landesonde "Philäe", dahinter  Modell 1 : 4 der Ariane 5 Trägerrakete und die weiteren Meteroiten-Ausstellungsbereiche.Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ausstellungsansicht „Rosetta Europas Kometenjäger“, hier im Vordergrund in Original das Modell der Landesonde „Philäe“, dahinter Modell 1 : 4 der Ariane 5 Trägerrakete und die weiteren Meteroiten-Ausstellungsbereiche.Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Zum ersten Mal gehen das Hessische Landesmuseum Darmstadt und die ESA das Wagnis ein, „Luft- und Raumfahrt-Hightech“ in einer Publikums-Sonderausstellung zu zeigen. In der einzigartigen Sonderausstellung „ROSETTA –Europas Kometenjäger“ vom 12. Mai bis 8. Oktober 2012 geben die Kuratoren, Dr. Gabriele Gruber, Dr. Oliver Sandrock und Dr. Patrick Zell erstmals einen spannenden Abriss der ESA-Erfolgsgeschichte am Beispiel des weltweit von Milliarden von Menschen mitverfolgten  Abenteuers der Raumfahrtmission Rosetta. Auf 480 qm zeigt das Landesmuseum Darmstadt im großen Saal  Modelle von Rosetta, der Landesonde Philäe, ihrer Trägerrakete,  des Kometen und Original-Meteoriten-Splitter, historische Geräte und vieles mehr..

Das ist nicht Rosetta, sondern sein Arbeiter, die  Landesonde Philäe, ein Modell in Originalgröße. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Das ist nicht Rosetta, sondern sein Arbeiter, die Landesonde Philäe, ein Modell in Originalgröße. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Geschichte der Mission Rosetta ist einzigartig! Im März 2004 beförderte die Trägerrakete Ariane 5 die Sonde Rosetta ins All, um die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems zu erforschen. Die Sonde Rosetta passierte nach mehreren Schwungmanövern an Erde und Marz die Asteroiden Steins und Lutetia. Nach sieben Jahren Flug wurde sie im Jahr 2011 in einen 957 Tage dauernden Schlaft versetzt um Energie zu sparen. Nach erfolgreichem Aufwachen erreichte Rosetta im August 2014 ihr Ziel, den Kometen 67P/ Tschurjumow-Gerassimenko.

Modell des Kometen  67P/ Tschurjumow-Gerassimenko auf Findlings-Größe verkleinert. Besucher finden hier im entsprechenden Größenverhältnis die Landessonde Philäe drauf. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Modell des Kometen 67P/ Tschurjumow-Gerassimenko auf Findlings-Größe verkleinert. Besucher finden hier im entsprechenden Größenverhältnis die Landessonde Philäe drauf. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Komet ist ein Objekt aus dem Kupfergürtel, einer ringförmigen Region in unserem Sonnensystem außerhalb des Neptunsorbits. Er wurde im September 1969 entdeckt und bewegt sich auf einer elliptischen Bahn zwischen Jupiter und Erde in 65, Jahren m die Sonne. Der Komet entstand vor zirka 4,5 Milliarden Jahren aus der Kollision zweier Himmelskörper. Er besteht aus Eis, Staub sowie lockerem Gestein und ist etwa 4 x 3,5 x 3,5 km groß und könnte locker Darmstadts Innenstadt unter sich begraben.

Die Harpunen bohrten sich in den Kometen 67/P, um Philäe zu fixieren. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die Harpunen bohrten sich in den Kometen 67/P, um Philäe zu fixieren. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Aber nicht Rosetta selbst, sondern sein Kometenlanders, die Sonde Philae, landete im November 2014 nach siebenstündigen Abstieg und zweimaligem Abprallen kontrolliert auf dem Kometen, und zwar, das muss man sich einmal vorstellen: nur 38 cm von der berechneten Landestelle entfernt, und das angesichts einer Entfernung von rund 800 Millionen Kilometern Entfernung.

Rolis ist eine miniaturisierte Kamera, die beim Abstieg von Philae Aufnahmen der Landestelle mit ansteigender Auflösung und nach der Landung Aufnahmen der Kometenoberfläche direkt unter dem Landemodul machte. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Rolis ist eine miniaturisierte Kamera, die beim Abstieg von Philae Aufnahmen der Landestelle mit ansteigender Auflösung und nach der Landung Aufnahmen der Kometenoberfläche direkt unter dem Landemodul machte. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die Sonde Philae führte auf „67/P“ über 60 Stunden Messungen auf dessen zerklüfteter Oberfläche durch und ging schließlich in einen Schlafmodus über. Sieben Monate wachte Philae wieder auf, da wieder genügend Sonnenlicht zur Landung der Batterien zur Verfügung stand, aber schon im Juli 2015 sendete er sein allerletztes Signal. Kurz vor Ende der Mission entdeckte eine Kamera den kleinen Philae an einem dunklen Felsvorsprung. Rosetta folgte dem Kometen noch fast zwei Jahre auf seiner Bahn, um die Sonne, bis der Orbiter im September 2016 nach einer Gesamtflugstrecke von 7 Milliarden Kilometern kontrolliert auf den Kometen zum Absturz gebracht wurde.

Ausstellungsansicht "Rosetta Europas Kometenjäger" vom 12.05. bis 08.10.2017 im Landesmuseum Darmstadt. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Ausstellungsansicht „Rosetta Europas Kometenjäger“ vom 12.05. bis 08.10.2017 im Landesmuseum Darmstadt. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ziel der Ausstellung „ROSETTA-Europas Kometenjäger“ ist, die ersten Raumsonden zu präsentieren, die auf einen Kometen landeten und damit in ansprechender und verständlicher Form eine Vorstellung von der Komplexität der Weltraummission Rosetta und der wissenschaftlichen und robotischen Erforschung von Weltraum und Sonnensystem zu vermitteln. Die Ausstellung zeigt Modelle der Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae in Originalgröße sowie der Trägerrakete und die Nachbildung des  auf  Findlingsgröße „geschrumpften“ Kometen „67P/ Tschurjumow-Gerassimenko“.

Supermultimedia-Show. Deckenprojektionen von Rosettas Weltraumabenteuern mit all Stationen. Besucher können sich auf bequemen Sitz-Liege-Säcken niederlassen und bequem zum Weltall gewordenen Deckengewölbe schauen und den Ereignissen folgen. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Supermultimedia-Show. Deckenprojektionen von Rosettas Weltraumabenteuern
mit all Stationen. Besucher können sich auf bequemen Sitz-Liege-Säcken niederlassen und bequem zum Weltall gewordenen Deckengewölbe schauen und den Ereignissen folgen. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Eine besondere Attraktion der Darmstädter Ausstellung „ROSETTA-Europas Kometenjäger“ ist die weltweit einzigartige imposante multimediale Deckenprojektion von Rosettas Weltraumabenteuern mit all den Stationen des Orbiters. Besucher können sich hierzu auf bequemen Liege-Säcken niederlassen und entspannt an das bespielte Deckengewölbe schauen und sich in die unendlichen Weiten des Alls entführen lassen.

Symbolisch hängen die auf die Erde niederprasselnden Meteoriten  an der Decke, darunter die Show-Vitrinen und an die Wänden die Infotexte. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Symbolisch hängen die auf die Erde niederprasselnden Meteoriten an der Decke, darunter die Show-Vitrinen und an die Wänden die Infotexte. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ein anderer Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich den Meteoriten. Hierzu werden spektakuläre Meteoritenfunde präsentiert, die Einblick in die Zusammensetzung und Entstehung unseres Sonnensystems geben. Als Besonderheiten gelten ein Mars- und ein Mondmeteorit. Diese werden ergänzt durch den Steinmeteoriten »Darmstadt«, der vor 1804 über der Stadt niederging. Der Eisenmeteorit »Unter-Mässing« ist mit einem Gewicht von 80 kg der größte erhaltene Meteorit Deutschlands. Die Ausstellung präsentiert verschiedenste Meteoriten aus großer zeitlicher und räumlicher Verbreitung, ihre wissenschaftlichen Hintergründe sowie ihre Fundgeschichten.

„Astronomisches Versinnlichungswerkzeug“, 1823 von Gottlob Leberrecht Schulze (1779 – 1856)  geschaffen. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
„Astronomisches Versinnlichungswerkzeug“, 1823 von Gottlob Leberrecht Schulze (1779 – 1856) geschaffen. Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Die dritte Facette der Ausstellung bildet der Blick auf die Historie der Weltraumforschung: Seltene Objekte aus dem Physikalischen Kabinett des Museums veranschaulichen, dass die Weiten des Weltraumes bereits im 18. und 19. Jahrhundert mit Präzision erkundet wurden. Darunter befindet sich ein „Mini-Planetarium“, ein sogenanntes „Astronomisches Versinnlichungswerkzeug“, dass Gottlob Leberrecht Schulze (1779 – 1856) 1823 schuf mit der Widmung: „Dem durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Ludwig, Großherzog von Hessen aus tiefster Ehrfurcht dargebracht von dem Verfasser.“

Die Ausstellung ist generationsübergreifend gleichermaßen interessant für alle „Orbit-“ und „Star-Trek-Fans“, für Laien wie für Fachleute, insbesondere auch für Neulinge, die sich hier auf höchst anschauliche und praxisnahe Weise auf ein „neues Thema“ einlassen können. Sehr empfehlenswert!
Ort:
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst

 

Veranstaltungsprogramm
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Juni 2017
© atelier-goddenthow
© atelier-goddenthow

Familien

Samstag
24.6.
Großelterntag
Ermäßigter Eintritt für Großeltern mit Enkelkindern (4–12 Jahre)
4 Euro pro Person
Kostenfreier Eintritt für Kinder bis 18 Jahre

Samstag
24.6.
15.00 Uhr
Rundgang mit »Museumsdirektor Dinkeltaler«
Die Handpuppe lädt die jüngsten Besucher (4 – 6 Jahre) ein, mit ihm das Museum zu entde-cken. In kleinen Gesprächen und Aktionen widmen sie sich den kostbaren und spannenden Dingen des Hauses.

Völlig losgelöst – mit Dinkeltaler ins Weltall
mit Kerstin Hebell

kostenfrei, lediglich Museumseintritt für Erwachsene, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Donnerstag
8.6., 29.6.
jeweils 16.00 – 17.30 Uhr
Die Zaunkönige 1

Donnerstag
1.6., 22.6.
jeweils 16.00 – 17.30 Uhr
Die Zaunkönige 2
Kreativangebot für Kinder 4–6 Jahre
Vogel Zaunkönig hat seine Krone verloren. Gemeinsam mit ihm gehen die Teilnehmer im Museum auf die Suche nach ihr. Zum ersten Mal nehmen sie dabei verschiedene Sammlungen mit allen Sinnen wahr. Ob sie die Krone dort wiederfinden? Im anschließenden kreativen Teil können sie sich ausprobieren und mit viel Freude malen, kleben, werkeln und gemeinsam lachen.

Leitung: Monika Arndt und Gesine Dittmer,
Kostenbeitrag: 5 Termine im Quartal 50 Euro pro Teilnehmer, max. 8 Teilnehmer
(Eltern überlassen ihr Kind während der Veranstaltung den beiden Leiterinnen)

Anmeldung und Beratung: T 06151 16 57-111; vermittlung@hlmd.de

Familienausflüge

Sonntag
18.6.
15.00 Uhr
»Was war vor 2000 Jahren Mode«
Familienausflug zur Kunst und Kultur, mit Eva Nebhuth, M. A.

Kleine und große Familienmitglieder ab 6 Jahren sind herzlich willkommen, sich den Samm-lungen des HLMD unter fachkundiger Anleitung zu nähern. Am jeweils am 1. und
3. Sonntag im Monat wird ein neues Thema anschaulich behandelt. (Dauer: 60 Min.)

kostenfrei, lediglich Museumseintritt für Erwachsene, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Kinder 6–12 Jahre

Samstag
10.6., 24.6.
11.00 – 13.00 Uhr
Samstagsmaler
Endlich sind sie wieder im Hessischen Landesmuseum Darmstadt aktiv.
Im Vordergrund des seit vielen Jahren bestehenden Angebots für Kinder stehen Entdeckerfreude und Kreativität beim Umgang mit Kunst, Kultur- und Naturgeschichte im Museum sowie dem Einsatz verschiedener künstlerisch-praktischer Techniken. Nicht das »Werk« der Teilnehmer allein zählt, sondern ihre Eindrücke und Erfahrungen, die dazu geführt haben. Bedeutsam ist das Erleben an einem ganz besonderen Ort. Das Angebot trägt bewusst keinen Kurscharakter. Mit vorheriger Anmeldung ist der Einstieg jederzeit möglich.

Die Samstagsmaler werden vom Lions-Club „Louise Büchner“ unterstützt.

Leitung: Christa Vohl (Leitung), Monika Arndt, Gesine Dittmer, Elke-Emmy Laubner,
Johanna Weber, max. 15 Teilnehmer, kostenfrei, Anmeldung max. eine Woche im Voraus für den jeweiligen Termin möglich

Jugendliche 13–18 Jahre

Mittwoch
7.6., 21.6.
jeweils 16.00 –17.30 Uhr
Club »Junge NaturforscherInnen«
Wer glaubt, dass ein echter Naturforscher in ihm schlummert, ist in diesem Club gut aufgeho-ben. Wer sich fragt, wie berühmte Wissenschaftler ihre Entdeckungen machten, wie viel Zeit und Mühe sie darauf verwendeten, der will mehr erfahren als nur die Grundlagen aus der Schule. Der Club »Junge NaturforscherInnen« wendet sich in wechselnden Themen an Jugendliche, die sich ausdauernd mit naturwissenschaftlichen Phänomenen beschäftigen und ihr analytisches Denken für die Zukunft trainieren wollen.
Im kommenden Quartal widmen sich die »Jungen NaturforscherInnen« dem Thema »Fossilien aus der Grube Messel«.
Leitung: Dipl. Biol. Corinne Wacker
Kostenbeitrag: 3 Einheiten im Quartal 50 Euro pro Teilnehmer

Samstag
3.6., 10.6., 17.6., 24.6.
jeweils 14.00 – 16.00 Uhr
Malstudio I
Jedem Teilnehmer zwischen 13 und 18 Jahren steht das neue Kursangebot offen, der Interesse an Kunst, besonders an der Malerei, hat. Inspiriert von den Originalen im Museum werden Themen aufgegriffen, Proportions- und Kompositionsübungen durchgeführt, sowie der Einsatz von Formen, Farben und Kontrasten behandelt. Genügend Zeit bleibt zum Erproben verschiedener Maltechniken und zur Umsetzung.

Leitung : Freie Künstlerin und Kunstpädagogin Elke-Emmy Laubner
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 80 Euro pro Teilnehmer inkl. Material, max. 12
Teilnehmer

Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

3.6., 17.6., 24.6.
jeweils 11.15 – 12.45 Uhr
Werkstatt Zeichnen I
Zwischen 12 und 14 Jahren ist jeder willkommen, der Freude am Umgang mit dem Zeichenstift
verspürt. Bei der Auswahl geeigneter Objekte aus dem Museum steht zunächst die genaue
Wahrnehmung im Vordergrund. Unter fachkundiger Anleitung werden die Teilnehmer auch an die Zeichengrundlagen herangeführt.

Leitung: Dipl. Designerin und freie Künstlerin Gudrun Cornford
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 60 Euro pro Teilnehmer, max. 12 Teilnehmer
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Samstag
3.6., 17.6., 24.6., (1.7.)
jeweils 13.00 – 14.30
Werkstatt Zeichen II
Dieser Kurs wendet sich vor allem an Interessierte zwischen 15 und 18 Jahren, die eine Weiter-entwicklung ihrer zeichnerischen Fähigkeiten anstreben. Die individuelle Förderung schult u. a. das Zusammenspiel von Wahrnehmung und konstruktivem Denken an ausgewähl-ten Museumsobjekten.

Leitung: Dipl. Designerin und freie Künstlerin Gudrun Cornford
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 60 Euro pro Teilnehmer, max. 12 Teilnehmer
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Sonntag
25.6., 15.00 Uhr
Jugendliche als Kulturvermittler / Museumsguides
Junge Menschen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus verschiedenen Darmstädter Schulen entdecken das Museum auf ihre Weise. Am jeweils letzten Sonntag im Monat fuhren sie in
kleinen Teams interessierte Besucher durch das Haus und zeigen Werke und Objekte aus allen Sammlungen aus ihrer Perspektive. Ein Team von Lehrkräften, die vom Hessischen Kultusmi-nisterium als Museumspädagogen abgeordnet sind, bereitet sie kompetenzorientiert darauf vor.

Die Namen der Kulturvermittler / Museumsguides werden rechtzeitig auf der Homepage be-kanntgegeben.

Leitung: Lars Harres (Naturwissenschaften), Margit Sachse(Geschichte),
Dr. Simone Twiehaus (Kunst).

Kostenfrei, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Samstag

Erwachsene

Wissenschaftlerführungen
kostenfrei, max. 25 Teilnehmer pro Führung, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Mittwoch
21.6.
11.00 Uhr
Die Zoologische Sammlung des HLMD
mit Dr. Lydia Betz

Themenführungen
kostenfrei, max. 25 Teilnehmer pro Führung, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Freitag
9.6.
16.00 Uhr
Führung für hör- und seheingeschränkte Besucher
Tastmodelle im HLMD mit Johanna Weber, M. A.

Mittwoch
28.6.
11.00 Uhr
440. Geburtstag von Peter Paul Rubens Peter Paul Rubens` »Dianas Heimkehr von der Jagd« – Kombination mit der Themenführung der Restaurierung Peter Paul Rubens` und Frans Snyders – Erkenntnisse zur Werkgenese und Formatänderung mit Dr. Stephanie Hauschild und Dipl. Rest. Olivia Levental

Donnerstag
29.6.
16.30 Uhr
Themenführung der Restaurierung Herausforderungen in der Silberreinigung – erklärt an einem vergoldeten Silberpokal aus der Jugendstilsammlung mit Dipl. Rest. Liselotte Wettke

Führungen Sonderausstellungen

Öffentliche Führungen zur Sonderausstellung kostenfrei, lediglich Sonderausstellungseintritt, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Sonntag
jeweils 11.15 Uhr
4.6. (Schwerpunkt: Objekte aus dem physikalischen Kabinett in der Ausstellung mit Kai Boy-sen, EfD)
11.6. mit Dipl. Biol. Bettina Wurche
18.6. mit Dipl. Biol. Daniela Szymanski
25.6. mit Ines Worms

Sonntag
jeweils 15.15 Uhr
4.6. mit Dipl. Biol. Daniela Szymanski
11.6. mit Julius Körner
18.6. mit Dipl. Biol. Daniela Szymanski
25.6. mit Ines Worms

Mittwoch
jeweils 18.30 Uhr
14.6. mit Dr. Ulrike Kiehne
21.6. mit Dr. Gerlinde Gehring
28.6. (Schwerpunkt: Objekte aus dem physikalischen Kabinett in der Ausstellung mit Günter Sauer, EfD)

Öffentliche Kuratorenführungen zur Sonderausstellung
»Human Network«
Christine & Irene Hohenbüchler

Sonntag
18.6.
15.00 Uhr
mit Dr. Klaus-D. Pohl in der Galerie der Schader-Stiftung, kostenfrei

Vorträge und Sonderveranstaltungen

Mittwoch
21.6.
18.30 Uhr
»Kometen – was lehren sie uns über die Entwicklung unseres Planetensystems?
Die Ergebnisse der Rosetta Mission«
von Dr. Gerhard Schwehm, ehemaliger Rosetta Projektwissenschaftler und Mission Manager, ESA

Freitag
23.6.
18.00 Uhr
»Human Network«
Christine & Irene Hohenbüchler
Film »Blickwechsel – Welche Hilfe heißt Willkommen?«
von Julia Oelkers
mit anschließendem Gespräch zwischen Dr. Klaus-D. Pohl, Prof. Dr. Gisela Jakob (Hochschule Darmstadt)
in der Galerie der Schader-Stiftung, kostenfrei

Kurse
Mittwoch
7.6., 14.6., 21.6., 28.6.
18.00 – 19.45 Uhr
Malstudio II
Jedem Teilnehmer, mit und ohne Vorkenntnisse, steht das neue Kursangebot offen. Indivi-duelle bildkünstlerische Förderung bildet das Fundament des Herangehens. An originalen Kunstwerken im Museum werden Proportions- und Kompositionslehre sowie die Wahl der Formen, Farben und Kontraste vermittelt. Danach entstehen eigene Bilder. Malstudio II ist auch zur Vorbereitung auf ein Kunst- und Designstudium sehr geeignet.

Leitung: Dipl. Ing. und freie Künstlerin Regina Basaran,
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 120 Euro pro Teilnehmer inkl. Material,
max. 12 Teilnehmer je Kurs

Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Mittwoch
7.6., 14.6., 21.6., 28.6.
jeweils 17.00 – 18.30 Uhr
Werkstatt Zeichnen III

Donnerstag
1.6., 8.6., 22.6., 29.6.
jeweils 10.15 – 11.45 Uhr
Werkstatt Zeichnen IV
Anfänger wie Fortgeschrittene finden einen individuellen Zugang, ihre zeichnerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Unter fachkundiger Anleitung nähern sie sich den Originalen des Museums und lernen dabei verschiedene zeichnerische Techniken kennen. Neben dem geeigneten Bildaufbau setzen sie Schraffuren richtig ein.

Leitung: Dipl. Designerin und freie Künstlerin Gudrun Cornford
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 80 Euro pro Teilnehmer, max. 12 Teilnehmer je Kurs

Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Außenstelle Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren
Aktives Museum
Ehrenamtliche Mitarbeiter führen u. a. ihre Maschinen vor
Dienstag und Freitag, 10.00 – 12.00 Uhr
Donnerstag, 15.00 – 17 Uhr

kostenfrei
in der Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren, Kirschenallee 88, Darmstadt

Ort:

Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto:. D. v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
Anmeldung und Beratung für alle hier genannten Veranstaltungen
und Kursprogramme:
Servicetelefon: T 06151 16 57-111 oder vermittlung@hlmd.de
Ermäßigung für Auszubildende, Studierende (bis 30 Jahre) und Arbeitslose mit Nachweis möglich.

Neue Dauerleihgabe im Hessischen Landesmuseum Darmstadt – „Badende am Strand“ von Erich Heckel

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt hat eine Dauerleihgabe aus Privatbesitz vom besonderen kunsthistorischen Wert erhalten. „Eine derartige Zuwendung ist ein besonderes Ereignis für unser Haus, wir freuen uns sehr.“ sagt Direktor Dr. Theo Jülich.

Das Gemälde gehört zu den bedeutenden Werken des Malers vor dem Ersten Weltkrieg. Es vermittelt die Ideen der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“, der Erich Heckel zusammen mit Ernst Ludwig Kirchner von Beginn an angehörte, auf intensive Weise. Es entstand im Sommer 1913, kurz nachdem sich diese bahnbrechende Künstlervereinigung offiziell aufgelöst hatte.

Mit spontanen Pinselstrichen hält Heckel eine Szene mit drei nackten Frauen fest. Sie sitzen oder stehen im Vordergrund am Strand einer Steilküste mit zum Meer gebeugten Bäumen. Das blaue Meer kontrastiert stark mit den Braun- und Gelbtönen des Sandes, vor dem die Frauen fast unscheinbar wirken, so eng gleichen sie sich den Farben der Natur an. Unmittelbarer Einklang mit der Natur, freies und ungezwungenes sommerliches Treiben sind Kennzeichen des expressionistischen Lebensgefühls, das die Künstlers besonders an den Seen in der Umgebung von Dresden oder an der Ostsee auslebten.

Die Insel Fehmarn war ein beliebter Treffpunkt. Dort trafen sich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner im Sommer 1912. Im Sommer 1913 hielt sich Heckel an der Flensburger Förde in Osterholz auf, wo viele Gemälde mit Strandszenen entstanden, darunter auch unseres. Das Gemälde ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel einer Malweise, deren Skizzenhaftigkeit und Farbgegensätze die sommerliche flimmernde Atmosphäre widerspiegeln. Gerade auch das Freilassen der Grundierung, welches das gesamte Bild bestimmt, unterstreicht diese Lichtwirkung.

Das Werk passt ideal in die kleine, aber feine Expressionistensammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Es ist neben dem Gemälde „Fehmarnküste“ in der Gemäldegalerie zu sehen, das 1913/14 von Ernst Ludwig Kirchner gemalt wurde und zu seinen Hauptwerken dieser Jahre gehört – „eine kongeniale Nachbarschaft!“ sagt Dr. Klaus-D. Pohl, Oberkustos für das 19. – 21. Jahrhundert am HLMD.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Veranstaltungsprogramm Hessisches Landesmuseum Darmstadt Februar 2017

Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Familien-Programm

25.2.
Großelterntag
Ermäßigter Eintritt für Großeltern mit Enkelkindern (4–12 Jahre)
4 Euro pro Person
Kostenfreier Eintritt für Kinder bis 18 Jahre

25.2.
Rundgang mit »Museumsdirektor Dinkeltaler«
»Großes Insektenkrabbeln – wie viele Beine und Füße«
Die Handpuppe lädt die jüngsten Besucher (4 – 6 Jahre) ein, mit ihm das Museum zu entde-cken. In kleinen Gesprächen und Aktionen widmen sie sich den kostbaren und spannenden Dingen des Hauses.
Kostenfrei, lediglich Museumseintritt für Erwachsene, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Donnerstag, 9.2., 23.2.,
9.3.
jeweils 16.00 – 17.30 Uhr
Die Zaunkönige 1

Donnerstag, 2.2., 16.2.,
2.3., 16.3.
jeweils 16.00 – 17.30 Uhr
Die Zaunkönige 2
Kreativangebot für Kinder 4–6 Jahre
Vogel Zaunkönig hat seine Krone verloren. Gemeinsam mit ihm gehen die Teilnehmer im Museum auf die Suche nach ihr. Zum ersten Mal nehmen sie dabei verschiedene Sammlungen mit allen Sinnen wahr. Ob sie die Krone dort wiederfinden? Im anschließenden kreativen Teil können sie sich ausprobieren und mit viel Freude malen, kleben, werkeln und gemeinsam lachen.

Leitung: Monika Arndt und Gesine Dittmer,
Kostenbeitrag: 5 Termine im Quartal 50 Euro pro Teilnehmer, max. 8 Teilnehmer
(Eltern überlassen ihr Kind während der Veranstaltung den beiden Leiterinnen)
Anmeldung und Beratung: T 06151 16 57-111; vermittlung@hlmd.de

Samstag, 18.2., 15.00 Uhr
Kostümführung zu Karneval
»Fantastische Tierwesen«
für Kinder ab 6 Jahren (gern kostümiert)
mit Dr. Stephanie Hauschild

Kostenfrei, lediglich Museumseintritt für Erwachsene, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Samstag 25.2. und Sonntag 26.2.
jeweils 13.00–17.00 Uhr
Vater – Kind – Aktion
»Vater – Kind – Skulptur« – ein gestaltungsreiches Wochenende im Museum
für Kinder ab 8 Jahren mit ihren Vätern

Leitung: Katharina Eckert M. A. (Kunstpädagogin)
max. 10 Teilnehmer
Kostenbeitrag: 180 Euro für Vater und Kind inkl. Material (Ermäßigungen gegen Nachweis möglich)

Weitere Informationen unter www.hlmd.de
Anmeldung und Beratung: T 06151 16 57-111; vermittlung@hlmd.de

Familienausflüge

Sonntag, 5.2., 15.00 Uhr
»Kinder in der Kunst«
mit Vera Seyfarth

Sonntag, 19.2., 15.00 Uhr
»Seltsame Riesen!«
mit Eva Nebhuth M. A.

Kleine und große Familienmitglieder ab 6 Jahren sind herzlich willkommen, sich den Samm-lungen des HLMD unter fachkundiger Anleitung zu nähern. Am jeweils am 1. und
3. Sonntag im Monat wird ein neues Thema anschaulich behandelt. (Dauer: 60 Min.)

Kostenfrei, lediglich Museumseintritt für Erwachsene, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Programm für Kinder 6–12 Jahre

Samstag,
4.2., 11.2., 18.2.,
4.3., 11.3., 18.3., 25.3.
jeweils 11.00 – 13.00 Uhr

Samstagsmaler
Endlich sind sie wieder im Hessischen Landesmuseum Darmstadt aktiv.
Im Vordergrund des seit vielen Jahren bestehenden Angebots für Kinder stehen Entdeckerfreude und Kreativität beim Umgang mit Kunst, Kultur- und Naturgeschichte im Museum sowie dem Einsatz verschiedener künstlerisch-praktischer Techniken. Nicht das »Werk« der Teilnehmer allein zählt, sondern ihre Eindrücke und Erfahrungen, die dazu geführt haben. Bedeutsam ist das Erleben an einem ganz besonderen Ort. Das Angebot trägt bewusst keinen Kurscharakter. Mit vorheriger Anmeldung ist der Einstieg jederzeit möglich.

Die Samstagsmaler werden vom Lions-Club „Louise Büchner“ unterstützt.

Leitung: Christa Vohl (Leitung), Monika Arndt, Gesine Dittmer, Elke-Emmy Laubner,
Johanna Weber
max. 15 Teilnehmer, kostenfrei
Anmeldung max. eine Woche im Voraus für den jeweiligen Termin möglich

Programm für Jugendliche 13–18 Jahre

Mittwoch, 15.2.,
1.3., 15.3.
jeweils 16.00 – 17.30 Uhr
Club »Junge NaturforscherInnen«
Thema: »Einzeller und Mehrzeller – Prokaryoten vs. Eukaryoten«
Wer glaubt, dass ein echter Naturforscher in ihm schlummert, ist in diesem Club gut aufgeho-ben. Wer sich fragt, wie berühmte Wissenschaftler ihre Entdeckungen machten, wie viel Zeit und Muhe sie darauf verwendeten, der will mehr erfahren als nur die Grundlagen aus der Schule. Der Club ›Junge NaturforscherInnen‹ wendet sich in wechselnden Themen an Jugendliche, die sich ausdauernd naturwissenschaftlichen Phänomenen zuwenden und ihr analytisches Denken für die Zukunft trainieren wollen.

Leitung: Dipl. Biol. Corinne Wacker
Kostenbeitrag: 4 Termine im Quartal 50 Euro pro Teilnehmer, max. 10 Teilnehmer.
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Samstag, 4.2., 11.2., 18.2., 25.2.,
4.3., 11.3., 18.3.
jeweils 14.00 – 16.00 Uhr
Malstudio I
Jedem Teilnehmer zwischen 13 und 18 Jahren steht das neue Kursangebot offen, der Interesse an Kunst, besonders an der Malerei, hat. Inspiriert von den Originalen im Museum werden Themen aufgegriffen, Proportions- und Kompositionsübungen durchgeführt, sowie der Einsatz von Formen, Farben und Kontrasten behandelt. Genügend Zeit bleibt zum Erproben verschiedener Maltechniken und zur Umsetzung.

Leitung : Freie Künstlerin und Kunstpädagogin Elke-Emmy Laubner
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 80 Euro pro Teilnehmer inkl. Material, max. 12
Teilnehmer
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Samstag, 4.2., 11.2., 18.2., 25.2.,
4.3., 18.3., 25.3., (1.4.)
jeweils 11.15 – 12.45 Uhr
Werkstatt Zeichnen I
Zwischen 12 und 14 Jahren ist jeder willkommen, der Freude am Umgang mit dem Zeichenstift
verspürt. Bei der Auswahl geeigneter Objekte aus dem Museum steht zunächst die genaue
Wahrnehmung im Vordergrund. Unter fachkundiger Anleitung werden die Teilnehmer auch an die Zeichengrundlagen herangeführt.

Leitung: Dipl. Designerin und freie Künstlerin Gudrun Cornford
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 60 Euro pro Teilnehmer, max. 12 Teilnehmer
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Samstag, 4.2., 11.2., 18.2., 25.2.,
4.3., 18.3., 25.3., (1.4.)
jeweils 13.00 – 14.30
Werkstatt Zeichen II
Dieser Kurs wendet sich vor allem an Interessierte zwischen 15 und 18 Jahren, die eine Weiter-entwicklung ihrer zeichnerischen Fähigkeiten anstreben. Die individuelle Förderung
schult u. a. das Zusammenspiel von Wahrnehmung und konstruktivem Denken an ausgewähl-ten Museumsobjekten.

Leitung: Dipl. Designerin und freie Künstlerin Gudrun Cornford
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 60 Euro pro Teilnehmer, max. 12 Teilnehmer
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Programm für Erwachsene

Themenführungen
Kostenfrei, max. 25 Teilnehmer pro Führung, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Mittwoch 8.2.
17.30 Uhr
Kork: ein erstaunliches Material – Die Korkmodelle von Antonio Chichi und ihre Restaurie-rung
mit Dipl. Rest. Petra Achternkamp

Mittwoch 22.2.
16.00 Uhr
Welche Farbe hat der Winter? Zur Restaurierung des Bildes »Eisvergnügen«
von Adriaen van der Poel
mit Dipl. Rest. Katja Schenk

Führungen Sonderausstellungen

»Tony Cragg. Unnatural Selection«
Öffentliche Themenführungen zur Sonderausstellung
kostenfrei, lediglich Sonderausstellungseintritt, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am
Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

Sonntag, jeweils 15.00 Uhr
12.2.
Besondere Begegnung… Craggs Skulpturen und Sammlung Simon Spierer
mit Barbara Rubert, M. A.

Mittwoch, jeweils 18.30 Uhr
1.2.
Natürlich(e) Kunst
mit Eva Nebhuth, M. A. und Dr. Ulrike Kiehne

22.2.
Besondere Begegnung… Craggs Skulpturen und die Sammlung Simon Spierer
mit Barbara Rubert, M. A.

Öffentliche Kuratorenführungen zur Sonderausstellung
kostenfrei, lediglich Sonderausstellungseintritt, max. 25 Teilnehmer, Teilnahmekarten am
Veranstaltungstag an der Museumskasse, keine Vorreservierung möglich

»Tony Cragg. Unnatural Selection«
Sonntag 15.2., 15.00 Uhr
mit Dr. Klaus-D. Pohl

»Human Upgrade«
Susanna Hertrich & Hannes Wiedemann
Sonntag 19.2.
15.00 Uhr
mit Dr. Klaus-D. Pohl
Galerie der Schader-Stiftung, kostenfrei

Kurse

Mittwoch 8.2., 15.2., 22.2.,
1.3., 8.3., 15.3., 22.3., 29.3.
jeweils 18.00 – 19.45 Uhr
Malstudio II
Jedem Teilnehmer, mit und ohne Vorkenntnisse, steht das neue Kursangebot offen. Indivi-duelle bildkünstlerische Förderung bildet das Fundament des Herangehens. An originalen Kunstwerken im Museum werden Proportions- und Kompositionslehre sowie die Wahl der Formen, Farben und Kontraste vermittelt. Danach entstehen eigene Bilder. Malstudio II ist auch zur Vorbereitung auf ein Kunst- und Designstudium sehr geeignet.

Leitung: Dipl. Ing. und freie Künstlerin Regina Basaran
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 120 Euro pro Teilnehmer inkl. Material, max. 12 Teil-nehmer je Kurs.
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Mittwoch 1.2., 8.2., 15.2., 22.2.,
1.3., 8.3., 15.3.
jeweils 17.00 – 18.30 Uhr
Werkstatt Zeichnen III

Donnerstag 2.2., 9.2., 16.2., 23.2.,
2.3., 9.3., 16.3.
jeweils 10.15 – 11.45 Uhr

Werkstatt Zeichnen IV
Anfänger wie Fortgeschrittene finden einen individuellen Zugang, ihre zeichnerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Unter fachkundiger Anleitung nähern sie sich den Originalen des Museums und lernen dabei verschiedene zeichnerische Techniken kennen. Neben dem geeigneten Bildaufbau setzen sie Schraffuren richtig ein.

Leitung: Dipl. Designerin und freie Künstlerin Gudrun Cornford
Kostenbeitrag: 10 Einheiten im Quartal 80 Euro pro Teilnehmer, max. 12 Teilnehmer je Kurs.
Anmeldung und Beratung: T 06151 1657-111, vermittlung@hlmd.de

Außenstelle Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren
Aktives Museum
Ehrenamtliche Mitarbeiter führen u. a. ihre Maschinen vor
Dienstag und Freitag, 10.00 – 12.00 Uhr
Donnerstag, 15.00 – 17 Uhr

Anmeldung und Beratung für alle hier genannten Veranstaltungen
und Kursprogramme:
Servicetelefon: T 06151 16 57-111 oder vermittlung@hlmd.de
Ermäßigung für Auszubildende, Studierende (bis 30 Jahre)
und Arbeitslose mit Nachweis möglich.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Die aktuellen Ausstellungen im Hessischen Landesmuseum Darmstadt:

Bis 05. März 2017: Human Upgrade Susanna Hertrich & Hannes Wiedemann in der Galerie der Schader-Stiftung
Bis 22. Januar 2017: Gestaltete Sehnsucht. Reiseplakate um 1900
Bis 26. März 2017: Tony Cragg. Unnatural Selection

Besuchen Sie das HLMD im Internet!
www.hlmd.de
www.facebook.com/HessischesLandesmuseumDarmstadt
www.instagram.com/landesmuseumdarmstadt
www.youtube.com/user/PresseHLMD

Sensationelle Urpferd-Funde aus der Grube Messel dauerhaft im Landesmuseum Darmstadt zu sehen

Großes Messeler Urpferd (cf. Propalaeotherium sp.), Fund aus dem Jahr 2015; Übersicht, Maßstab 10 cm, Foto: Wolfgang Fuhrmannek, HLMD
Großes Messeler Urpferd (cf. Propalaeotherium sp.), Fund aus dem Jahr 2015; Übersicht, Maßstab 10 cm, Foto: Wolfgang Fuhrmannek, HLMD

Das Landesmuseum Darmstadt gehört zu den wenigen, noch erhaltenen  Universalmuseen mit umfangreichen ständigen Sammlungen aus den Bereichen Kunst-, Kultur- und Naturgeschichte sowie wechselnden Sonderausstellungen.

So hat auch das Sammeln und Erforschen von Messel Fossilien sowie deren Aufarbeitung für die Präsentation in der Öffentlichkeit am Hessischen Landesmuseum Darmstadt eine lange Tradition. Die Bestände reichen von Krokodilresten (Diplocynodon darwini), die 1875 als allererste Fossilien in der Grube gefunden worden waren, über die weltberühmten Urpferdchen (Eurohippus messelensis, Propalaeotherium hassiacum), bis hin zu aufsehenerregenden Unikaten wie dem Ameisenbären (Eurotamandua jorersi), dem Urtapir (Hyrachyus minimus) oder dem Scheinraubtier (Lesmesodon behnkeae). 1966 und 1967 führte das HLMD die ersten planmäßigen wissenschaftlichen Messel-Grabungen durch, die bis heute hin fortgesetzt werden.

So wird bereits seit 1990 am so genannten Schildkrötenhügel im Bereich des Leithorizontes Gamma gegraben, seit 2012 zudem noch in der darunter gelegenen Grabungsstelle im Bereich des Leithorizontes Alpha. Zwar ging und geht es hierbei vorrangig darum, die feinstratigraphischen Fundverteilungen genauer zu analysieren, vor allem im Hinblick darauf, ob es Veränderungen in der Zusammensetzung der Fauna und Flora in der Geschichte des Messel-Sees gegeben hat. Dennoch ist man natürlich immer hocherfreut, wenn ab und an auch einmal ein herausragendes Fossil zum Vorschein kommt. Das war im letzten und vorletzten Jahr gleich doppelt der Fall. Zu Tage kamen dabei gleich zwei Urpferdchen, sozusagen die Paradefossilien der Grube Messel, und dazu noch die ersten, die jetzt seit 30 Jahren Messel-Grabungen des Hessischen Landesmuseums wieder entdeckt worden sind.

Der erste der jetzt vorzustellenden Funde, ein stattliches Exemplar von fast 70 cm Gesamtlänge, wurde vom Grabungsteam des HLMD am 12. August 2015 im Planquadrat I 7 303 cm über dem Leithorizont Gamma gefunden. Es ist nicht nur aufgrund seiner Größe etwas Besonderes, sondern gehört womöglich einer Propalaeotherium-Art an, die bislang aus Messel noch nicht mit kompletten Exemplaren belegt war. Eventuell handelt es sich sogar um ein für Messel noch gänzlich unbekanntes Taxon. Als weitere Besonderheit kommt hinzu, dass auch noch ein Schlammfisch direkt über dem Schwanzbereich mit eingebettet wurde.

Bei dem Fund aus der diesjährigen Grabungskampagne dürfte es sich dagegen um ein Exemplar von Eurohippus messelensis, der bekannteren der beiden Messeler Urpferd-Arten, handeln. Das Tier hat eine Kopf-Schwanzlänge von ca. 50 cm und wurde am 01. September 2016 im Planquadrat HI 8 aus Schichten 139 cm unter dem Leithorizont Alpha geborgen. Die aufwändigen Präparationsarbeiten wurden von Mascha Siemund unter teilweiser Hilfe von Eric Milsom in bewährter Qualität durchgeführt.

Öffnungszeiten
Dienstag, Donnerstag, Freitag 10.00-18.00 Uhr
Mittwoch 10.00-20.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag
11.00-17.00 Uhr
Montag, Karfreitag, Heiligabend und Silvester geschlossen

Ort
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
Tel: 06151/1657-000
info@hlmd.de

Freier Eintritt und Sonderführungen im Hessischen Landesmuseum Darmstadt anlässlich des 110jährigen Jubiläums am 27.Nov. 2016

Aussensicht um 1906
Aussensicht um 1906

Ende des 19. Jahrhunderts beauftragte Großherzog Ernst-Ludwig den Architekten Alfred Messel (1853-1909) mit der Realisierung eines Museumsneubaus. Mit dem 1906 vollendeten Bau war es ihm gelungen, jeder Sammlung eine spezifische architektonische Fassung mit stilistisch zu den Objekten passenden Details und optimalen Ausstellungsmöglichkeiten zu geben. Vor genau 110 Jahren wurde dieses Großherzoglich Hessische Landesmuseum Darmstadt in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und des Großherzogs Ernst-Ludwig feierlich eröffnet. Es gab eine eigens komponierte (heute leider verschollene) Festsymphonie von Hofkapellmeister Wilhelm de Haan, viele Orden, ein Festbankett im Schloss im Kaisersaal und unter anderen eine große Rede des damaligen Innenministers Ernst Albrecht Braun (1857 – 1916, Innenminister 1906 – 1910): „Namens der Großherzoglichen Staatsregierung übernehme ich den Bau mit dem Gelöbnis jederzeitiger gewissenhafter Fürsorge für das Haus selbst und seine Zwecke als kostbaren Kleinodienschrein der Vergangenheit, als Heimstätte der Bildung in der Gegenwart, als Wiege neuen Lebens und fortschreitender Kultur in der Zukunft.“

Die Freude muss umso größer gewesen sein, als dass die ungebührlich lange Dauer des Projektes schon für zahlreichen Spott in der Öffentlichkeit gesorgt hatte. 1892 war das Exerzierhaus abgerissen worden und lag nun als Ruinenhügel vor dem Herrengarten; erst 1897 wurde der Grundstein gelegt, der Rohbau dauerte bis 1902 und die Inneneinrichtung zog sich hin, bis der Landesfürst den Eröffnungstermin schlicht dekretierte: 27. November 1906, 11.00 Uhr. Wenn auch der Umzug aus dem Residenzschloss sich noch bis August 1907 hinzog, konnte der Prachtbau doch für die Öffentlichkeit geöffnet und gefeiert werden.

Die Begeisterung war groß und die Superlative waren zahlreich. So schrieb Victor Zobel in der „Deutschen Kunst und Dekoration“: „Es ist kein Zweifel, daß das neue Darmstädter Museum (…) museumstechnisch an die Spitze aller Sammlungen überhaupt getreten ist, daß es aber auch künstlerisch als Lösung einer wichtigen Aufgabe unserer Zeit ein Werk ganz großer Art ist.“
Man wusste also durchaus, welchen Schatz man da hatte und dies blieb auch so bis zur Zerstörung des Museums im Bombenhagel am 11. September 1944. Wieder dauerte es lange, über ein Jahrzehnt, bis der Wiederaufbau des Museums abgeschlossen war und der Hessische Minister für Erziehung und Volksbildung Arno Hennig (1897 – 1963) die offizielle Wiedereröffnung am 29. Oktober 1955, um 16.00 Uhr, feiern konnte, diesmal mit Beethoven.
Während man in den ersten Nachkriegsjahrzehnten mit der einst so gelobten historistischen Architektur gar nicht glücklich war, beginnt mit dem 80. Jubiläum des Baus die Wiederentdeckung der bauhistorischen Qualität durch Ausstellungen und Publikationen.

hlmd1wIm Rahmen der grundlegenden Modernisierung und Sanierung von 2007 bis 2014 konnten die architektonischen Besonderheiten wiedergewonnen werden und das Museum wiederum in der Spitzenklasse der Museen verankert werden. Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, konnte am 11. September 2014 bei der Wiedereröffnung des Hauses an den Erfolg des Hauses von 1906 anknüpfen. Musikalisch gab es dazu Monteverdi.

Den 110. Geburtstag feiert das Hessische Landesmuseum Darmstadt mit allen Besucherinnen und Besuchern am Sonntag, dem 27. November 2016, mit freiem Eintritt und zahlreichen kostenfreien Führungen zu dieser außergewöhnlichen Architektur.

Führungstermine:
12.30 Uhr mit Hannes Pflügner M. A.
13.15 Uhr mit Dagmar Boltze M. A.
14.00 Uhr mit Joyce Wittur
14.45 Uhr mit Carien Walter
15.30 Uhr mit Kerstin Hebell
16.00 Uhr mit Hannes Pflügner M. A.

Öffnungszeit:
11 bis 17 Uhr

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Gestaltete Sehnsucht. Reiseplakate um 1900

Ausschnitt aus: Albert Besnard und Robert Besnard, Lac D Annecy Talloires.
Ausschnitt aus: Albert Besnard und Robert Besnard, Lac D Annecy Talloires.

Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichte es der Fortschritt in der Drucktechnik der Lithographie, farbige Plakate in hohen Auflagen und im großen Format zu drucken. Seit etwa 1870 eroberten farbige Bildplakate die Straßen Europas und Amerikas. Das HLMD besitzt mit etwa 1000 Werken eine umfangreiche, hervorragende Sammlung von Plakatkunst um 1900, die im HLMD zuletzt in den 1960er Jahren präsentiert wurde.

Um 1900 stand der Massentourismus noch am Anfang, der Wettstreit um Gäste hatte aber schon begonnen. So versuchten die Werbetreibenden das Besondere der jeweiligen Region ins rechte Bild zu rücken. Großflächig, in kräftigen Farben und schwungvollen Konturen werben Reiseplakate für den Urlaub in den Bergen mit Wandern oder Skifahren. Sie zeigen Männer und Frauen in Aktion mit wehenden Schals und geröteten Wangen. Kurbäder  locken mit ihren mondänen Hotelanlagen, jodhaltigem Wasser und gesunder Luft. Städte inszenieren ihre Wahrzeichen.

Moderne Fortbewegungsmittel und die Motorisierung werden Thema, etwa bei geselligen Radtouren, bequemen Zugfahrten oder dem schnellen Automobil. Bergbahnen und Rundflüge versprechen neue Perspektiven. Reiseveranstalter bieten Weltreisen in Luftschiffen oder auf Luxusdampfern. Reizvoll sind außerdem die historischen Details auf den Reklametafeln für Mode, Reiseutensilien, Wander- oder Ski-Ausrüstungen.

In der Ausstellung, die 88 Plakate umfasst, sind Pioniere der Plakatkunst vertreten, etwa  Alphonse Mucha, Lucian Bernhard, Edmund Edel, Ludwig Hohlwein, Carl Kunst, Julius Klinger. Einen Eindruck der Vielfalt erleben Sie im Spot zur Ausstellung, folgen Sie bitte dem link: https://www.youtube.com/watch?v=QIosi4RBOec

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Ernst Wasmuth-Verlag Tübingen/Berlin. Der  Museumspreis beträgt während der Ausstellung 15 Euro, der Buchhandelspreis 24 Euro (ISBN 978 3 8030 3385 7).

Veranstaltungsort:
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1,
64283 Darmstadt

Laufzeit:
27. Oktober 2016 – 22. Januar 2017

Öffnungszeiten
Dienstag, Donnerstag, Freitag 10.00 – 18.00 Uhr
Mittwoch 10.00 – 20.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 11.00 – 17.00 Uhr
Montag, Heilig Abend und Silvester geschlossen

Ticket
Erwachsene 6, ermäßigt 4 Euro
Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Ständigen Sammlung. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt.