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Ehrengast Norwegen überreicht die GastRolle an Kanada – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020

Gastland Norwegen Stand auf der Buchmesse.  © Foto: Diether v Goddenthow
Gastland Norwegen Stand auf der Buchmesse. © Foto: Diether v Goddenthow

Auf Wiedersehen Norwegen, willkommen Kanada!
Feierliche Zeremonie mit dem norwegischen Autor Erlend Loe und der kanadischen Autorin Margaret Atwood

Nachdem die Besucherinnen und Besucher der diesjährigen Frankfurter Buchmesse über 100 norwegische Autorinnen und Autoren erleben konnten, fand am Nachmittag des Messesonntags das festliche Ende des Ehrengastauftrittes Norwegens im Gastland-Pavillon statt. In einer feierlichen Zeremonie mit dem Buchmessedirektor Juergen Boos übergab Margit Walsø, Direktorin von NORLA – Norwegian Literature Abroad, die GastRolle an Caroline Fortin, Vorsitzende des Ehrengastkomitees CanadaFBM2020. Das eigens dafür geschaffene Kunstobjekt der Frankfurter Buchmesse wird in jedem Jahr um einen literarischen Beitrag des nachfolgenden Gastlandes erweitert.

Norwegen hatte im vergangenen Jahr das Gedicht „Das ist der Traum“ von Olav H. Hauge (1908 – 1994) gewählt. Im Jahr 2016 wählten die Leserinnen und Zuschauer des norwegischen Senders NRK dieses Gedicht zum bedeutendsten norwegischen Gedicht aller Zeiten. Norwegens Motto als Ehrengast – „Der Traum in uns“ – basiert auf dem Gedicht des beliebten Dichters:

Det er den draumen
Deter den draumen me ber på
at noko vedunderleg skal skje,
at det må skje –
at tidi skal opna seg,
at hjartaskal opna seg,
at dører skal opna seg,
at berget skal opna seg,
at kjeldor skal springa –
at draumen skal opna seg,
at me ei morgonstund skal glida inn
på ein våg me ikkje har visst um.

Das ist der Traum
Das ist der Traum, den wir tragen,
daß etwas Wunderbares geschieht,
geschehen muß –
daß die Zeit sich öffnet,
daß das Herz sich öffnet,
daß Türen sich öffnen,
daß der Berg sich öffnet,
daß Quellen springen –
daß der Traum sich öffnet,
daß wir in einer Morgenstunde gleiten
in eine Bucht, um die wir nicht wußten.

Übersetzung von „Das ist der Traum“ („Det er den draumen“, in Dropar i austavind, Noregs boklag 1966) ins Deutsche von Klaus Anders.

Kanada schrieb sich nun mit einem Gedicht von Georgette Leblanc in die Rolle ein:

J’sons
De parenté à parenté à parenté
All my relations

C’est ici le lieu du poème
Et nos yeux sont remplis de paysages vivants
We should know, we are the dreamers.
X, we are responsible
For Beauty.

Je prends la glace par les hanches
Je sais ce que je fais malgré ma jeunesse
His mother talks in pictures
Language, too, is a natural phenomenon.

Ej parle le pissenlit, le corbeau, et une miette de goemon
Creative activity of all kinds becomes possible
Energy is no longer suppressed
Il y a toujours une vie à faire
ou à refaire
De parenté à parenté à parenté

Gedicht von Georgette Leblanc, mit Auszügen verschiedener Autoren

I am, are*
From relation to relation to relation
All my relations

Here is the place of the poem
And our eyes are awash with the living
We should know, we are the dreamers.
X, we are responsible
For Beauty.

I take ice by the thighs
I know what I am doing, regardless of my youth
His mother talks in pictures
Language, too, is a natural phenomenon.

I speak dandelion, crow, some seaweed
Creative activity of all kinds becomes possible
Energy is no longer suppressed
There is always a life to create
or recreate
From relation to relation to relation

English translation by Georgette Leblanc

Ich bin, sind
Von Verwandten zu Verwandten zu Verwandten
All my relations, alle verbunden

Hier ist der Ort des Gedichts
Unsere Augen erfüllt von lebendigen Landschaften
Wir sollten es wissen, wir sind die Träumenden
X, wir sind verantwortlich
Für Schönheit

Ich packe das Eis bei den Hüften
Ich weiß, was ich tue, trotz meiner Jugend
Seine Mutter spricht in Bildern
Auch Sprache ist ein Naturphänomen
Ich kann nur Löwenzahn, Rabe und ein paar Brocken Alge
Kreative Aktivität aller Art wird möglich
Energie wird nicht länger unterdrückt
Man kann immer etwas aus seinem Leben machen
Etwas Altes oder Neues
Von Verwandten zu Verwandten zu Verwandten

Deutsche Übersetzung von Sonja Finck

Auf wiedersehen Norwegen!

Zuvor fand ein literarisches Gespräch mit dem norwegischen Autor Erlend Loe und der kanadischen Autorin Margaret Atwood statt. Durch die Veranstaltung führte der Autor und Moderator Thomas Böhm.

Die Direktorin von NORLA, Margit Walsø, blickte auf einen gelungenen Gastlandauftritt zurück:

„Bereits vor der Messe war uns klar, dass wir 510 Bücher über Norwegen oder aus dem Norwegischen übersetzte Titel hier präsentieren können. Und wir wussten, dass es knapp 1000 Veranstaltungen mit norwegischen Autorinnen und Autoren sowie Künstlerinnen und Künstler im deutschsprachigen Raum gegeben hat. Aber der Publikumsandrang auf der Buchmesse übertraf alle unsere Erwartungen, und war natürlich auch eine große Freude für die 100 mitreisenden Autorinnen und Autoren, die hier aufgetreten sind: So ist es uns gelungen, auf der Buchmesse die Literatur in den Mittelpunkt zu stellen.“

Impressionen auf die ins Unendliche zielenden Wandspiegelungen im norwegischen Pavillon.© Foto: Diether v Goddenthow
Impressionen auf die ins Unendliche zielenden Wandspiegelungen im norwegischen Pavillon.© Foto: Diether v Goddenthow

Halldór Guðmundsson, der Projektleiter des norwegischen Gastlandauftrittes, fügte hinzu, dass Norwegen nicht zuletzt auf Nachhaltigkeit setzt, und zwar durch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Buchhandel: „Wir haben viele deutsche Buchhändlerinnen und Buchhändler nach Norwegen eingeladen. In hunderten von deutschen Buchhandlungen fanden dieses Jahr norwegische Lesungen statt, und auch im November setzen wir das Programm fort. Jetzt nach der GastRollen-Übergabe, wenn der norwegischen Pavillon zusammengepackt wird, ist es auch schön zu wissen, dass die 23 Phantasiebüchertische, die den Haupteil der Ausstellung ausmachten, in Buchhandlungen in Deutschland weiterleben werden – als Symbol dieser schönen Zusammenarbeit.“

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: „Norwegens Ehrengastauftritt hat uns gezeigt, wie Träume in Erfüllung gehen können: Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit Autorinnen und Autoren, deren Werke in Deutschland und weltweit Millionen von Leserinnen und Leser begeistern. Innerhalb eines Jahres sind 510 Neuerscheinungen von norwegischen Autorinnen und Autoren sowie Titel über Norwegen in 217 deutschsprachigen Verlagen erschienen – diese Zahl spricht für einen überaus erfolgreichen Auftritt. Mit seinen Beiträgen zu den Schwerpunkten der diesjährigen Buchmesse, Meinungsfreiheit und Nachhaltigkeit, setzte Norwegen wichtige Akzente. Den Projektverantwortlichen Margit Walsø, Halldór Guðmundsson und dem Team von Norla ist es gelungen, der norwegischen Literatur eine große Bühne zu bereiten. Unter dem Motto „Singular Plurality, Singulier Pluriel“ wird Kanada, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020 (10.-14. Oktober 2020), seine literarische Vielfalt erlebbar machen – darauf freue ich mich schon ganz besonders. Schon in diesem Jahr lud Kanada uns ein, junge literarische Talente zu entdecken; mit Margaret Atwood war eine der wichtigsten Vertreterinnen der kanadischen Literatur bei uns.“

Kanada ante portas

Kleine Fläschchen Ahorn-Sirup waren  ein süßer Gruß des Ehrengastlandes Kanda 2020 bei der Vorfeldpressekonferenz. © Foto: Diether v Goddenthow.
Kleine Fläschchen Ahorn-Sirup waren ein süßer Gruß des Ehrengastlandes Kanda 2020 bei der Vorfeldpressekonferenz. © Foto: Diether v Goddenthow.

Caroline Fortin, Vorsitzende des Ehrengastkomitees CanadaFBM2020, sagte: „Kanada ist eklektisch und vielfältig. Unsere Unterschiede sind in ein buntes Geflecht verwoben, das eine Nation zeigt, die wächst und danach strebt, an allen Fronten voranzukommen, und dabei eine lebendige und kreative Branche schafft. Dies spiegelt die heutige kanadische Literatur wider, die mehr denn je vor neuen Stimmen und Perspektiven strotzt, und ein breites Publikum erreicht. Daher wird die kanadische Literatur der Star unseres Gastlandauftrittes 2020 sein, und aufstrebende Schriftsteller sowie hochgelobte und renommierte Autoren präsentieren. Kanada wird kraftvolle Texte aus allen literarischen Genres von französischen, englischen und einheimischen Stimmen zeigen. Gleichzeitig werden wir die unzähligen Geschichten verkünden, die unser Land repräsentieren – unsere SINGULAR PLURALITY/ SINGULIER PLURIEL.“

„Wo Literatur ist, ist auch immer Hoffnung – Erste Literaturgala der Frankfurter Buchmesse

In einer Zeit der Vorurteile, der Emotionen, des Populismus seien Bücherfür uns alle ein Ort des Denkens und des Nachdenkens, begrüßte Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer die über 1000 Gäste auf der ersten Literaturgala der Frankfurter Buchmesse im Congresscentrum am gestrigen Samstagabend. „Ich glaube wir brauchen wieder etwas mehr Vernunft in dieser Welt“, so die Schäfer, die gemeinsam mit dem Autor, Moderator und Literaturvermittler Thomas Böhm durch den Abend führte.

Das fröhliche Moderatorenpaar der ersten Literaturgala der Frankfurter Buchmesse Thomas Böhm und Bärbel Schäfer.  © Foto: Diether v Goddenthow
Das fröhliche Moderatorenpaar der ersten Literaturgala der Frankfurter Buchmesse Thomas Böhm und Bärbel Schäfer. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Frankfurter Buchmesse sei ein Ort der Vielfalt, des Respektes und der Anerkennung des anderen, „und ich habe das Gefühl: Wo Literatur ist, wo Kreativität ist, da ist auch immer Hoffnung! Eingeladen hatten die Veranstalter, die Frankfurter Buchmesse und der HR 2 sowie die Buchhandlung, ein Riege internationaler Bestseller-Autoren wie: Elif Shafak, Colson Whitehead, Maja Lunde, Ken Follett und Margaret Atwood sowie zum Vorlesen von Textpassagen aus Neuerscheinungen die bekannte deutsche Schauspielerin Nina Petri und Bela B Felsenheimer. Er ist Gitarrist, Komponist, Sänger und Schlagzeuger und Mitglied der Punkrock-Band Die Ärzte sowie Schriftsteller und Synchronsprecher. „Genießen sie! Don’t be german, be emotional! Gründen Sie Familien!“, brachte Bärbel Schäfer zu Beginn der Gala die Gäste in Stimmung!

Elif Safak „Unerhörte Stimmen “

Elif Safak © Foto: Diether v Goddenthow
Elif Safak © Foto: Diether v Goddenthow

Thomas Böhm und Elif Safak machten den Anfang. Elif Şafak, geboren als Elif Bilgin, ist eine türkische Schriftstellerin, die in türkischer und englischer Sprache schreibt. Sie gehört zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen in der Türkei sowie zu den türkischen Schriftstellern mit hohem Bekanntheitsgrad im Ausland. Ihrem neuen Roman „Unerhörte Stimmen “, erschienen bei „Kein & Aber“, liegt die wissenschaftlich erforschte Tatsache zugrunde, dass, wenn der Körper tot ist, das Gehirn noch etwa 10 Minuten weiterleben kann. Und was dann passieren kann, erzählt Shafak anhand ihrer Hauptprotagonistin Leila, einer zu Sexarbeit genötigten jungen Frau, die ermordet wurde, und flugs – durch Gerüche und Geschmäcke – im Zustand einer Art Zwischenwelt ihr eigenes Leben Revue passieren lässt.

Schauspielerin Nina Petri liest Passagen aus den Neuerscheinungen. © Foto: Diether v Goddenthow
Schauspielerin Nina Petri liest Passagen aus den Neuerscheinungen. © Foto: Diether v Goddenthow

Elif Shafak erzählt nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte, sondern will an die Stimme der Vergessenen erinnern, eine Geschichte die erinnern soll an Menschen, die tatsächlich in Istanbul ermordet und in eine Mülltonne geworfen wurden. Das Werk ist geprägt von der Empathie mit den Anderen genauso wie von der Hinwendung zur muslimischen Mystik als Quelle einer großen Tradition des oralen Erzählens, fasst Thomas Böhm zusammen.

Colson Whitehead „Die Nickel Boys“

Colson Whitehead © Foto: Diether v Goddenthow
Colson Whitehead © Foto: Diether v Goddenthow

Colson Whitehead ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er wurde für seinen Roman The Underground Railroad 2016 mit dem National Book Award und 2017 mit dem Pulitzer Prize for Fiction sowie der Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction und dem Arthur C. Clarke Award ausgezeichnet.

In seinem neuesten Buch „Die Nickel Boys“ erzählt Whitehead wie in der Nickel Academy, einer Besserungsanstalt der frühen 60er Jahre in den Sümpfen Floridas, verwahrloste und auffällig gewordene Jugendliche misshandelt wurden und zu Tode gekommen sind. Seine fiktionale Geschichte bleibt dabei aber eng an der Realität der Jahrzehnte lang begangenen Verbrechen, die erst 2014 öffentlich bekannt wurden durch Skelette-Funde eines ehemaligen Friedhofs vis-à-vis der Nickel Academy.
Colson Whitehead, Bela B Felsenheimer, der auch noch ein paar Fragen an den Autor hatte,  und Bärbel Schäfer. © Foto: Diether v Goddenthow

Colson Whitehead, Bela B Felsenheimer, der auch noch ein paar Fragen an den Autor hatte, und Bärbel Schäfer. © Foto: Diether v Goddenthow

Sein sechzehnjähriger Protagonist Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als dieser einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort wurde auch er missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Mit seinem spannenden Roman bringt der Autor zugleich den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage.

Maja Lunde „Die Geschichte des Wassers“

Maja Lunde. © Foto: Diether v Goddenthow
Maja Lunde. © Foto: Diether v Goddenthow

Die in Oslo geborgene Norwegerin Maja Lunde studierte Literatur, Psychologie und Kommunikationswissenschaften an der Universität ihrer Heimatstadt. Nach dem Studium arbeitete sie in einem Filmmuseum und bei Filmproduktionen. Sie wurde schließlich Autorin. Ihr Buch „Die Geschichte der Bienen“,ein aufrüttelndes literarisches Plädoyer für die Natur, wurde das meistverkaufte Buch 2018. Mit ihrem neuen Werk „Die Geschichte des Wassers“ begibt sich  Signes, eine 70jährige Umweltaktivistin, auf eine riskante Reise mit einem Segelboot von Norwegen nach Frankreich, an Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann. In einem anderen Strang, Frankreich 2014, werden Menschen durch eine große Dürre gezwungen von Südeuropa in den Norden zu flüchten, wo jedoch auch das Trinkwasser knapp ist. Als der junge Vater David und Tochter Lou in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot, Signes Segelboot, finden, keimt Hoffnung auf. Mit ihrem Roman stellt Lunde die Bedeutung von Wasser, die Basis allen irdischen Lebens, ins Zentrum als Warnung vor wachsender Wasserknappheit, vor allem, wenn wir Menschen nicht lernen, anders mit dem kostbaren Nass umzugehen.

Ken Follett „Notre-Dame: A Short History of the Meaning of Cathedrals“

Ken Follett © Foto: Diether v Goddenthow
Ken Follett © Foto: Diether v Goddenthow

Ein weiterer Höhepunkt war der Starautor Ken Follett, der in der Literaturszene neben Stephen King, Dan Brown, John Grisham oder Michael Crichton als einer der international erfolgreichsten und auflagenstärksten „Schreib- und Epenunternehmer“ gilt. Denn seit geraumer Zeit arbeitet er mit einem zwanzigköpfigen Mitarbeiterstab, das Follett Office, zusammen. Während Follett die kreative Arbeit des Schreibens leistet, übernehmen seine Crue, darunter auch Historiker, Journalisten usw., übernehmen Recherchen, organisatorische und administrative Aufgaben. Schnellschreiber Follett rechnet für ein Buch, natürlich abhängig vom Umfang, ungefähr 24 Monate, nämlich 8 Monate für die Recherche, 8 Monate für den Entwurf und nochmals 8 Monate für die Endfassung. Mittlerweile hat er allein in Deutschland an die 30 Millionen Bücher verkauft. Für seine Trilogie „Sturz der Titanen“, „Winter der Welt“ und „Kinder der Freiheit“ soll er ein Garantiehonorar von 14 Millionen Euro erhalten haben. 2017 erschien wiederrum im Bastei-Lübbe-Verlag „Das Fundament der Ewigkeit“. Insgesamt hat Follett über 20 ins Deutsche übersetzte Romane geschrieben. Aber er war nicht immer so erfolgreich, erzählt er. Als er merkte, dass er als „Enthüllungsjournalist“ ungeeignet war, begann nebenbei abends und wochenends Kurzgeschichten und Romane zu schreiben. Das führte zwar zur Publizierung einiger Bücher, wovon sich aber keines wirklich gut verkaufte. Dank seine Agenten, der an ihn glaubte, blieb er am Ball. Als dann 1978 sein Roman Die Nadel erschien, wurde er über Nacht Bestseller-Autor, so erfolgreich, dass er seinen bisherigen Beruf in einem kleinen Verlag aufgeben konnte. Er mietete sich in Frankreich eine Villa und widmete sich nun ausschließlich seinem nächsten Roman Dreifach.

Ken Follett liest aus seinem Buch: Notre-Dame: Eine kurze Geschichte der Bedeutung der Kathedralen: "„Die wunderbare Kathedrale Notre-Dame de Paris, eine der größten Errungenschaften der europäischen Zivilisation, stand in Flammen. Der Anblick verwirrte und störte uns zutiefst. Ich war den Tränen nahe. Vor unseren Augen starb etwas Unbezahlbares. Das Gefühl war verwirrend, als würde die Erde beben." © Foto: Diether v Goddenthow
Ken Follett liest aus seinem Buch: Notre-Dame: Eine kurze Geschichte der Bedeutung der Kathedralen: „„Die wunderbare Kathedrale Notre-Dame de Paris, eine der größten Errungenschaften der europäischen Zivilisation, stand in Flammen. Der Anblick verwirrte und störte uns zutiefst. Ich war den Tränen nahe. Vor unseren Augen starb etwas Unbezahlbares. Das Gefühl war verwirrend, als würde die Erde beben.“ © Foto: Diether v Goddenthow

Bislang nur in Englisch erschien soeben: „Notre-Dame: A Short History of the Meaning of Cathedrals“ (Notre-Dame: Eine kurze Geschichte der Bedeutung der Kathedralen). In diesem kurzen, bezaubernden Buch beschreibt der internationale Bestsellerautor seine die Gefühle, die ihn beschäftigten, als er von dem Feuer erfuhr, das eine der größten Kathedralen der Welt, die Notre-Dame de Paris, zu zerstören drohte Welt. Follett erzählt die Geschichte der Kathedrale, von ihrem Bau bis zu ihrer Rolle im Laufe der Zeit und der Geschichte. Er zeigt den Einfluss, den die Notre-Dame auf Kathedralen auf der ganzen Welt und auf das Schreiben einer seiner berühmtesten und bekanntesten Romane „Die Säulen der Erde“ hatte.

Margaret Atwood „Die Zeuginnen“

Moderator Thomas Böhm, Schrifstellerin Margaret Atwood und Moderatorin Bärbel Schäfer.© Foto: Diether v Goddenthow
Moderator Thomas Böhm, Schrifstellerin Margaret Atwood und Moderatorin Bärbel Schäfer.© Foto: Diether v Goddenthow

Kämpferisch wie ihre Fans sie kennen, gab sich die weltweit für ihre zahlreichen Romane, Erzählbände, Gedicht- und Kinderbücher bekannte, in Ottawa geborene Schriftstellerin Margaret Atwood. Sie ist unbestritten eine der wichtigsten Autorinnen Nordamerikas. Ihre Werke liegen in über 20 Sprachen übersetzt vor und wurden national wie international vielfach ausgezeichnet. Mit „Die Zeuginnen“ hat Atwood nun 34 Jahre später die Fortsetzung des Kultbuches „Der Report der Magd“ vorgelegt, erschienen im Berlin-Verlag. Darin erzählt sie vom Ende des Gottesstaates „Gilead“, womit sie sich in den Olymp der großen Dystopien wie George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Schöne Neuer Welt“ geschrieben hat.

Margaret Atwood. © Foto: Diether v Goddenthow
Margaret Atwood. © Foto: Diether v Goddenthow

Margaret Atwood liebt nicht nur Geschichten vom Ende der Welt, wie etwa die ihrer Trilogie „MaddAddam“, in der sie eine Sintflut herauf beschworen hat, oder ihre dreibändige Saga von Oryx und Crake, in der nach einer Seuche, er größte Teil der Menschheit hinweg gerafft wurde. Nein, die Trägerin des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 liebt Geschichten. Denn „Geschichten haben es in sich. Sie können das Denken und Fühlen der Menschen verändern – zum Besseren oder zum Schlechteren“, so die Autorin. Atwood, deren Vater Biologe war, setzt sich nicht nur auch sehr für die Emanzipation der Frau ein, sondern auch für den Klimaschutz und lobt Greta und die junge Generation, die es geschafft habe, dass nunmehr auch die Politiker Klimaschutz als wichtiges Thema sehen.

Erste Literaturgala auf der Frankfurter Buchmesse 2019. © Foto: Diether v Goddenthow
Erste Literaturgala auf der Frankfurter Buchmesse 2019. © Foto: Diether v Goddenthow

„Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft“ von Paul Collier mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis prämiert

Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2019: Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft von Paul Collier ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. © Foto: Diether v Goddenthow
Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2019: Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft von Paul Collier ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. © Foto: Diether v Goddenthow

Für sein Buch Sozialer Kapitalismus! Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft, erschienen im Siedler-Verlag, hat Paul Collier den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2019 gewonnen. Die Jury wählte das Buch aus einer Shortlist von zehn Titeln. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Der Preis wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bei einer feierlichen Gala überreicht.

Die Jury aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft entschied sich für das Buch, weil es das Thema Zukunftsbewältigung wegweisend behandelt und einen ebenso fundierten wie persönlichen Debattenbeitrag zu einer der großen Fragen der Zeit liefert: Wie können wir technologischen Fortschritt auch gesellschaftlich stabilisieren? „Wie weit können Markt und Privatwirtschaft gehen und wo setzt ein fundiertes Bewusstsein der Verantwortung für das Gemeinwohl ein? Das ist von hoher Relevanz“, urteilt die Jury über Colliers Plädoyer für einen erneuerten Kapitalismus. Jede Gesellschaft brauche eine Konvention der Mitglieder auf Werte, die gelebt werden müssen. „Colliers Manifest ist extrem gut erklärt und seine Forderungen sind leicht nachvollziehbar“, erklärt der Jury-Vorsitzende Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor und Autor des Handelsblatts, „und er spricht das Thema Identität ideologiefrei an“.

Der britische Ökonom diagnostiziert in seinem Buch, dass nicht nur die Verteilung zwischen Arm und Reich Probleme aufwirft. Viel gefährlicher sei der neue Riss zwischen den städtischen Metropolen und dem Rest des Landes, zwischen den urbanen Eliten und der Mehrheit der Bevölkerung. Eine Ideologie des Einzelnen greife um sich, die auf Selbstbestimmung beharre, auf Konsum abziele und sich von der Idee gegenseitiger Verpflichtungen verabschiede, schreibt Collier. Und in dieses Vakuum stoßen Populisten und Ideologen.

Collier fordert eine neue Ethik der Gemeinschaft. Auch Unternehmen müssten den Rückbezug wieder herstellen zwischen den Rechten und den Verpflichtungen, zwischen Ansprüchen und Verantwortung. Collier ist einer der bedeutendsten Ökonomen und Autor zahlreicher Bücher. Er lehrt als Professor für Ökonomie an der Universität Oxford und leitete die Forschungsabteilung der Weltbank. Bekannt wurde er 20018 mit seinem internationalen Bestseller Die unterste Milliarde.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wird verliehen vom Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs, die das Preisgeld stiftet. Die Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“.

Der Deutscher Wirtschaftsbuchpreis im Handelsblatt

Wim Wenders hält die Laudatio auf Sebastião Salgado anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels – ZDF Liveübertragung

Der Fotograf und Journalist Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. © Foto: Diether v Goddenthow
Der Fotograf und Journalist Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. © Foto: Diether v Goddenthow

Morgen, am 20. Oktober 2019, zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse wird traditionell in der Paulskirche in Frankfurt am Main der mit 25 000 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vergeben, in diesem Jahr an den Fotografen Sebastião Salgado. „Ich kann mir dieses Jahr keinen besseren Friedenspreisträger vorstellen als Sebastiao Salgado“, so Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und zugleich Stiftungsratsvorsitzender, beim Pressegespräch. Sebastião Salgado behandelte seit über 40 Jahren in seinen großangelegten Projekten  eigentlich alle Themen, die die Menschheit betrifft. Ob das der Klimawandel sei, die Naturkatastrophen, das große Thema Migration und Arbeitsbedingungen usw., so Riethmüller. Man könne sagen: „Er beschreibt die Menschheit, die in der Globalisierung angekommen ist, und die Folgen der Globalisierung!“. Dies sei aber nur das eine, was ihn für die Auszeichnung so prädestiniere.

genesis2Das andere sei, dass Sebastião Salgado mit seinem letzten Projekt Genesis auch Hoffnung in die Welt sende. Er zeige die Schönheiten unseres Planeten und der Welt und der Erde. Und sein Aufruf an uns alle laute, diese Erde, diese Schönheit der Schöpfung, zu bewahren und unseren Lebensstil radikal zu ändern, damit alles erhalten bleibe, was es noch an Schönheit und Intaktheit gäbe.
Das Dritte sei, so Riethmüller, dass Sebastião Salgado nicht nur die Schönheit und die Schrecken dieser Welt beschriebe, sondern auch etwas tue. Es habe vor 25 Jahren mit seiner Frau Lélia Deluiz ein großes Wiederaufforstungsprogramm „Instituto Terra“ in Brasilien gestartet, wodurch über 3 Millionen Bäume wieder gepflanzt werden konnten. In einer verkarsteten Landschaft entstand ein grüner Wald mit zurückgekehrter Natur.

Sebastiao Salgado berichtet, dass es der „glückliche“ Umstand war, dass er von seinem Vater eine ehemalige Rinderfarm im Vale do Rio Doce im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais übernehmen musste, was er eigentlich nur widerstrebend wollte. Er sei dort mit sieben Schwestern dort aufgewachsen, „inmitten einer tropischen Vegetation voller Vögel und wilder Tiere mit fischreichen Flüssen und umgeben von sanften Hügeln, von denen wir unsere Familie hinaus die Welt schweifen ließen.“, so Salgado. „Aber dieses Paradies war nun verschwunden. Bis zur Mitte der 1990er Jahre hatten Rodungen und Bodenerosion das Land, wie bei so vielen Farmen in der Region, in eine leblose Ödnis verwandelt,“ erläuterte der Fotograf seine Intention, an dieser Situation etwas zu verändern, nämlich mit der „kühnen Idee, einen Walt mit all den Arten wiedererstehen zu lassen, die einmal heimisch waren. Wir träumten von nicht weniger als von der Wiedergeburt jenes kleinen Ökosystems, das ich als Kind gekannt hatte. Wir pflanzten über 300 verschiedene Baumarten, und als die Setzlinge begannen, das Land wieder grün zu färben, sahen wir mit Erstaunen, wie Vögel, Schmetterlinge, Käfer und tropische Blumen zurückkehrten,“, so Salgado. Er sei aber nicht als Journalist oder Wissenschaftler oder Anthropologe an das Projekt „Genesis“ herangegangen, sondern mit dem romantischen Traum, „eine unberührte Welt zu finden, und zu zeigen, die unseren Blicken nur allzu oft entzogen und für uns unerreichbar ist.

Sebastião Salgados großen Bildbände erscheinen in Deutschland im Taschen-Verlag,. © Foto: Diether v Goddenthow
Sebastião Salgados großen Bildbände erscheinen in Deutschland im Taschen-Verlag,. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Autor und Filmregisseur Wim Wenders hält die Laudatio auf Sebastião Salgado, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019, um 11 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live im ZDF übertragen.

30. Hessischer Film- und Kinopreis in der Alten Oper Frankfurt verliehen – DFF erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

30. Hessischer Film- und Kinopreis: Prächtige Gala für das Kino in der Alten Oper Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte /  Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“ © Foto: Diether v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kinopreis: Prächtige Gala für das Kino in der Alten Oper
Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte / Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“ © Foto: Diether v Goddenthow

Mit viel Prominenz und rund 1500 Gästen  sind auf einer Gala in der Alten Oper Frankfurt gestern Abend die 30. Hessischen Film- und Kinopreise verliehen worden. Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte / Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ging zum ersten Mal an eine Institution, das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF).

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Gespräch mit Spielfilm-Preisträger Tom Sommerlatte. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Gespräch mit Spielfilm-Preisträger Tom Sommerlatte. © Foto: Diether v Goddenthow

Unter den Gästen waren so bekannte Gesichter wie Schauspieler Jürgen Prochnow, („Das Boot“), David Bennent („Die Blechtrommel“), die Schauspielerin Ursula Karven, bekannt aus Krimis und Herz-Schmerz-Filmen, sowie Luise Befort, Jannis Niewöhner, Katharina Marie Schubert, Hanns Zischler sowie Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni. Durch den Abend führten Katty Salié, bekannt unter anderem aus der ZDF-Kultursendung „Aspekte“, und Mitri Sirin vom ZDF-Morgenmagazin. Dietrich Brüggemann, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, begleitete am Klavier das Geschehen auf der Bühne.

Mit ihrem Professor Rüdiger Pichler schauten die Studenten der hessischen Film- und Medienakademie der Hochschule RheinMain Wiesbaden  (v.li.) Thorsten Rosche, Sali Fayssal, Elena Rosche, (Prof. Pichler), Carl Jamka und Mareike Barthelmeh den Filmprofis und Fotografen ein wenig über die Schultern und filmten selbstgeführte Interviews mit Gästen und Promis. © Foto: Diether v Goddenthow
Mit ihrem Professor Rüdiger Pichler schauten die Studenten der hessischen Film- und Medienakademie der Hochschule RheinMain Wiesbaden (v.li.) Thorsten Rosche, Sali Fayssal, Elena Rosche, (Prof. Pichler), Carl Jamka und Mareike Barthelmeh den Filmprofis und Fotografen ein wenig über die Schultern und filmten selbstgeführte Interviews mit Gästen und Promis. © Foto: Diether v Goddenthow

„Es war ein großartiger Abend mit vielen spannenden Eindrücken und interessanten Gesprächen. Wir haben heute die harte Arbeit und die Leidenschaft gewürdigt, mit der sich viele Menschen jeden Tag für den Film und das Kino engagieren,“ freute sich die neue hessische Kunstministerin Angela Dorn als Gastgeberin. „Dabei war es uns wichtig, nicht nur glamourös zu feiern, sondern auch Themen anzureißen, die die Branche bewegen wie den Wandel des Mediums oder die Rolle des Nachwuchses. Und ich freue mich sehr, dass wir die vielen starken Frauen des Films ins Scheinwerferlicht gerückt haben“, sagte die Ministerin.

DFF erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main © Foto: Diether v Goddenthow
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main © Foto: Diether v Goddenthow

Zum ersten Mal in seiner Geschichte ging der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten nicht an eine Person, sondern an eine Institution, die sich um den Film verdient gemacht hat: das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF). Ministerpräsident Volker Bouffier begründete die Auswahl wie folgt: „Ob Museum, Kino, Archive und Sammlungen, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Digitalisierung – das DFF verbindet die Verantwortung für das Bewahren und wissenschaftliche Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten. Das DFF würdigt den Film und alles, was ihn ausmacht. Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein.“ Das DFF fungiere als Bindeglied zwischen der materiellen und historischen Bedeutung von Film und der digitalen Zukunft. Für all das stehe das DFF bereits seit seiner Gründung vor genau 70 Jahren als Deutsches Institut für Filmkunde (ehemals DIF) „wie kaum eine andere Institution in Deutschland, und das macht es auszeichnungswürdig“, so Bouffier: Darauf könne Hessen stolz sein!

(v.li.) Die langjährige DFF-Direktorin Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel, DFF-Vorstand, Ellen Harrington, DFF-Direktorin und Ministerpräsident Volker Bouffier.© Foto: Diether v Goddenthow
(v.li.) Die langjährige DFF-Direktorin Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel, DFF-Vorstand, Ellen Harrington, DFF-Direktorin und Ministerpräsident Volker Bouffier.© Foto: Diether v Goddenthow

Vertreten war das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) durch die langjährige Direktorin Claudia Dillmann und ihre Nachfolgerin Ellen Harrington sowie Dr. Nikolaus Hensel, der mit Harrington das Vorstandstandem bildet. Sie nahmen den Ehrenpreis stellvertretend für das ganze DFF-Team. „Wir sind stolz darauf, dass mit dem DFF zum ersten Mal eine Institution ausgezeichnet wurde, und das in unserem Jubiläumsjahr 2019″, so Hensel, Harrington und Dillmann, „eine Institution, die ihr engagiertes Wirken für die Filmkunst und das Kino vor allem ihren überaus motivierten Mitarbeiter/innen verdankt, die ihrem Gegenstand leidenschaftlich verbunden sind: Ihr engagierter Einsatz für unsere herausragenden Sammlungen, ihre Begeisterung, unser Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen und so künftige Generationen von Filmfans zu inspirieren, legt die Basis für eine lange und erfolgreiche Zukunft dieses Hauses“, betonten die drei. „Das in Wiesbaden gegründete DFF, das inzwischen an sieben Standorten im Rhein-Main-Gebiet tätig ist, hat sich dabei schon immer als in Hessen tief verwurzelte Institution begriffen, die von hier aus bundesweit wie international agiert und Standards setzt.“.

Newcomerpreis für „Born in Evin“

Maryam Zaree. © Foto: Diether v Goddenthow
Maryam Zaree. © Foto: Diether v Goddenthow

Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis ging an Maryam Zaree für ihr Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin von „Born in Evin“. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn begründete ihre Entscheidung so: „Maryam Zaree hat einen sehr berührenden Film über ein persönlich schmerzhaftes Thema gedreht, denn ,Born in Evin‘ ist sie selbst: Ihre Mutter, im Iran politisch verfolgt, brachte Maryam 1983 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zur Welt. Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe. Es gelingt ihr, ihre filmische Spurensuche in einem dunklen Kapitel ihrer Familie und ihres Landes mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen anzureichern und eine Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen.“

Alte Oper in Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow
Alte Oper in Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow

Sonderpreis für „Der Junge muss an die frische Luft“
Die Jury vergab einen Sonderpreis an die in Bad Nauheim geborene Regisseurin Caroline Link. Ihre Verfilmung der Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling schaffe eine berührende Nostalgie, die aber nie kitschig sei und stets den richtigen Ton treffe. Caroline Link, die 2003 für „Nirgendwo in Afrika“ einen Oscar erhielt, zeige mit dem Film einmal mehr, warum sie zu den bedeutendsten deutschen Regisseurinnen zählt. Der Sonderpreis ist undotiert.

Weitere Gewinner:

Tom Sommerlatte.© Foto: Diether v Goddenthow
Tom Sommerlatte.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Filmpreis – Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte. Nominiert waren außerdem „Crescendo“ von Dror Zahavi und „Ostwind‘ – Aris Ankunft“ von Theresa von Eltz. Der Gewinner erhält 24.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4.000 Euro Nominierungsgeld.

 

 

Hermann Vaske.© Foto: Diether v Goddenthow
Hermann Vaske.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Filmpreis – Dokumentarfilm: „Why are we creative?“ von Hermann Vaske. Nominiert waren außerdem „Adelheid, Kornelius und die Töde“ von Kirstin Schmitt und „Born in Evin“ von Maryam Zaree. Der Gewinner erhält 20.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4.000 Euro Nominierungsgeld.

Hessischer Filmpreis – Kurzfilm: „See der Freude“ von Aliaksei Paluyan. Nominiert waren außerdem „Der kleine Achill“ von Sebastian Jansen und „Rea“ von Joanna Bielinski. Der Gewinner erhält 4.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 1.000 Euro Nominierungsgeld.

Frauke Lodders.© Foto: Diether v Goddenthow
Frauke Lodders.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Drehbuchpreis: Frauke Lodders für „Am Ende des Sommers“ über ein Geschwisterpaar, das in einer sehr strenggläubigen Familie aufwächst. 7.500 Euro Preisgeld.

Hessischer Hochschulfilmpreis: Joschua Keßler, Absolvent der Hochschule Darmstadt, für seinen Abschlussfilm „Pech und Schwefel“. 7.500 Euro Preisgeld.

 

Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“. Nominiert waren außerdem Katharina Marie Schubert für den Tatort „Falscher Hase“ und Anna Schudt für „Zwischen zwei Herzen“. Der Preis ist undotiert.

Hessischer Fernsehpreis: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“ © Foto: Diether v Goddenthow
Hessischer Fernsehpreis: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“ © Foto: Diether v Goddenthow

 

Emma Bading als spielsüchtiger Teenager Jennie fesselt und erschüttert von der ersten Minute an. Fast durchsichtig in der Unsicherheit und Verletztheit im realen Leben gewinnt ihre Figur in der virtuellen Realität plötzlich Stärke und körperliches Selbstbewusstsein. Emma Badings physische Präsenz in den choreografierten Spielezenen ist überwältigend. Schmerzhaft und schonungslos lässt sie uns Verzweiflung, Abhängigkeit und innere Zerrissenheit einer Süchtigen nachfühlen, beschützt ihre Figur aber gleichermaßen vor Abscheu und Mitleid. Ein Ereignis, so die Jury.

Hessischer Fernsehpreis – Bester Schauspieler: Uwe Ochsenknecht für seine Rolle in „Labaule & Erben“. Nominiert waren außerdem Peter Kurth für den Tatort „Der Angriff“ und Jannis Niewöhner für „Jonathan“. Der Preis ist undotiert.

Sonderpreis der Jury des Hessischen Fernsehpreises: Laura Tonke und Ronald Zehrfeld in „Bist du glücklich?“. Der Preis ist undotiert.

 

Hessische Kinopreise

Vertreter der ausgezeichneten gewerblichen und nichtgewerblichen Hessischen Kinos.© Foto: Diether v Goddenthow
Vertreter der ausgezeichneten gewerblichen und nichtgewerblichen Hessischen Kinos.© Foto: Diether v Goddenthow

Bei den Hessischen Kinopreisen für gewerbliche Kinos wurden Preisgelder von insgesamt 120.000 Euro vergeben an: Kino Traumstern in Lich, Programmkino Rex
Darmstadt, Filmladen Kassel, BaLi-Kinos Kassel, Mal-Seh’n-Kino Frankfurt, Orfeo’s Erben Frankfurt, Harmonie Kinos Frankfurt, Kammer-Palette-Atelier Marburg, Kult Kinobar Bad Soden, Lichtspielhaus Lauterbach und Capitol Kino Witzenhausen. Nichtgewerbliche Kinos, Kommunale Kinos und Abspielstätten erhalten insgesamt 30.000 Euro: Kommunales Kino Eschborn, Filmforum Höchst, Filmkreis – Das Unikino Darmstadt, Kino des DFF Frankfurt, Kino Pupille in Frankfurt, Naxos-Kino Frankfurt, Murnau Filmtheater Wiesbaden, Caligari-Filmbühne Wiesbaden, Kommunales Kino Weiterstadt und das Trauma Kino im G-Werk Marburg.

Die ausgezeichneten Filme sind auch in hessischen Kinos zu sehen:
– In Witzenhausen läuft am Samstag, 19.10., im Capitol um 18 Uhr „Why are we creative?“, um 19.30 Uhr „See der Freude“, um 20.45 Uhr „Bruder Schwester Herz“.
– In Frankfurt zeigt Orfeo’s Erben am Sonntag, 20.10., um 10 Uhr „Why are we creative?“, um 11.30 Uhr „See der Freude“, um 12 Uhr „Bruder Schwester Herz“, um 14.30 Uhr „Born in Evin“. Im Mal seh’n läuft „Born in Evin“ bis 30.10. im regulären Programm, im Filmforum Höchst am 4.12. um 20.30 Uhr.
– In Marburg zeigt das Capitol Filmkunsttheater in der Woche ab Samstag, 19. 10., die ausgezeichneten Filme; die Termine entnehmen Sie bitte der Website
– Das Kino Traumstern in Lich zeigt „See der Freude“ und „Born in Evin“ am 24.10., um 15 Uhr, „Why are we creative?“ am 31.10. um 14 Uhr und am 6. 11. um 16.30 Uhr „See der Freude“ und „Bruder Schwester Herz“.
– Das Lichtspielhaus Lauterbach zeigt die Preisträgerfilme ab dem 1.11.
– Das Kommunale Kino in Weiterstadt und das Murnau-Filmtheater Wiesbaden zeigen in der Woche vom 7.11. die Preisträgerfilme.
– Beim DOKFest Kassel laufen „See der Freude“ (14. 11., 16 Uhr im BALi) und „Born in Evin“ (15.11., 17.15 Uhr im Gloria).
– Die Caligari Filmbühne Wiesbaden und das Programmkino Rex in Darmstadt haben ab 1.12. mehrere der Filme im Programm.

Der Hessische Rundfunk strahlt am 20. Oktober um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2019“ aus mit Eindrücken von der Preisverleihung und der Party danach.

aspekte-Literaturpreis 2019 für „Kintsugi“ – Miku Sophie Kühmels Debütroman hat die Jury überzeugt

Für ihr Romandebüt "Kintsugi" erhielt  Miku Sophie Kühmel am 17.10.2019 den aspekte Literatur-Preis auf dem blauen Sofa während der Buchmesse. Hier im Interview mit Daniel Fiedler.  © Foto: Diether v Goddenthow
Für ihr Romandebüt „Kintsugi“ erhielt Miku Sophie Kühmel am 17.10.2019 den aspekte Literatur-Preis auf dem blauen Sofa während der Buchmesse. Hier im Interview mit Daniel Fiedler. © Foto: Diether v Goddenthow

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurde auf dem „Blauen Sofa“ am ZDF-Stand in Halle 3.1 K25 und L25 heute der ZDF-„aspekte“-Literaturpreis an Miku Sophie Kühmel für ihren Debüt-Roman „Kintsugi“ verliehen. Er wurde seit 1979 zum 40. Mal vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und die bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Erstlingsprosa.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
„Was neu ist, ist zunächst heil. Erst nach und nach zeigen sich Gebrauchsspuren und Risse. Risse, die manchmal zu kitten sind, die aber trotzdem sichtbar bleiben. Bis die Dinge ganz zerbrechen. Was für Tassen oder Teller gilt, das gilt in Miku Sophie Kühmels erstaunlichem Debütroman ‚Kintsugi‘ auch für die menschlichen Beziehungen. Der Archäologieprofessor Max und der Künstler Reik sind seit 20 Jahren ein Paar, glücklich und beneidet. Zusammen mit ihrem Freund Tonio und dessen Tochter Pega verbringen sie ein Wochenende in ihrem Ferienhaus auf dem Land. Was idyllisch beginnt, zeigt schon bald Kratzer in der perfekt erscheinenden Oberfläche. Und endet in Scherben. ‚Kintsugi‘ blättert nach und nach die wahlverwandtschaftlichen Verhältnisse dieses Quartetts auf. Miku Sophie Kühmel gestaltet dies mit Bravour und Raffinesse und durchleuchtet prägnant den Beziehungsknäuel ihrer vier Charaktere.“

Zur aktuellen Jury des ZDF-„aspekte“-Literaturpreises gehören Julia Encke (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Daniel Fiedler (Leitung Kultur Berlin), Jana Hensel (Autorin), Ursula März (Die Zeit) und Volker Weidermann (Das Literarische Quartett, Der Spiegel).

Hintergrund-Info zum „aspekte“-Literaturpreis

Der „aspekte“-Literaturpreis versteht sich als Förderpreis für literarische Debütantinnen/Debütanten und wird jeweils im Oktober eines Jahres in Form eines finanziellen Zuschusses von maximal 10.000 Euro zu einem Arbeitsstipendium vergeben. Die Form dieses Arbeitsstipendiums (zum Beispiel Studienaufenthalt, Studienreise) kann die Preisträgerin/der Preisträger selbst bestimmen.

Der Preis wird für ein belletristisches Prosawerk vergeben, mit dem sich eine deutschsprachiger Autor erstmals in Buchform der Öffentlichkeit präsentiert. Das Buch muss jeweils im laufenden Kalenderjahr erschienen sein.

Der Preisträger wird von einer fünfköpfigen Jury bestimmt. Derzeit setzt sich die Jury des ZDF-„aspekte“-Literaturpreises aus Ursula März (Die Zeit), Jana Hensel (freie Autorin), Volker Weidermann (Das Literarische Quartett, Der Spiegel), Simon Strauß (FAZ) und Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin) zusammen.

Mit dem Preis, den das ZDF 1979 zum ersten Mal verliehen hat, begannen für die Schriftsteller fast immer große literarische Karrieren. Mit ihm wurden Autoren wie Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Zoë Jenny, Stefan Thome, Eugen Ruge, Hanns-Josef Ortheil, die spätere Büchnerpreisträgerin Felicitas Hoppe und die spätere Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ausgezeichnet.

Die Debüt-Romane können in der Regel bis 31. August bei der ZDF-Redaktion Kultur Berlin eingereicht werden. Der Preisträger wird im Herbst in der Sendung “ aspekte“ vorgestellt, der Preis auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Bisherige Preisträger:

2018: Bettina Wilpert für „Nichts, was uns passiert“.
Jury: Julia Encke (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Daniel Fiedler (Leitung ZDF Kultur Berlin), Jana Hensel (Autorin), Ursula März (Die Zeit) und Volker Weidermann („Das Literarische Quartett“, Der Spiegel).

2017: Juliana Kálnay für „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“
Jury: Jana Hensel (freie Autorin), Ursula März (Die Zeit), Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin), Simon Strauß (FAZ) und Volker Weidermann (Das Literarische Quartett, Der Spiegel)

2016: Philipp Winkler für „Hool“
Jury: Jana Hensel (freie Autorin), Ursula März (Die Zeit), Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin) und Volker Weidermann (Das Literarische Quartett, Der Spiegel)

2015: Kat Kaufmann für ihr Debüt „Superposition“
Jury: Jana Hensel (freie Autorin), Ursula März (Die Zeit), Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin), Clemens Schick (Schauspieler) und Volker Weidermann (Das Literarische Quartett, Der Spiegel)

2014: Katja Petrowskaja für „Vielleicht Esther“
Jury: Jana Hensel (Der Freitag), Ursula März (Die Zeit), Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin) und Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

2013: Eberhard Rathgeb für „Kein Paar wie wir“
Jury: Jana Hensel (Der Freitag), Ursula März (Die Zeit), Daniel Fiedler (Redaktionsleiter ZDF Kultur Berlin), Clemens Schick (Schauspieler) und Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

2012: Teresa Präauer für „Für den Herrscher aus Übersee“
Jury: Pia Reinacher (freie Kritikerin), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten), Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Hajo Steinert (Deutschlandfunk Köln) und Christhard Läpple (Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)

2011: Eugen Ruge für „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
Jury: Pia Reinacher (freie Kritikerin), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten), Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Hajo Steinert (Deutschlandfunk Köln) und Christhard Läpple (Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)

2010: Dorothee Elmiger für „Einladung an die Waghalsigen“
Jury: Pia Reinacher (freie Kritikerin), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten), Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Hajo Steinert (Deutschlandfunk Köln)und Wolfgang Herles (Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)

2009: Stephan Thome für „Grenzgang“
Jury: Pia Reinacher (freie Kritikerin), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten), Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Hajo Steinert (Deutschlandfunk Köln) und Wolfgang Herles (Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)

2008: Maria Cecilia Barbetta für „Änderungsschneiderei Los Milagros“
Jury: Pia Reinacher (freie Kritikerin), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten), Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Hajo Steinert (Deutschlandfunk Köln) und Wolfgang Herles (Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)

2007: Thomas von Steinaecker für „Wallner beginnt zu fliegen“
Jury: Pia Reinacher (freie Kritikerin), Anton Thuswaldner (Salzburger Nachrichten), Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Hajo Steinert (Deutschlandfunk Köln) und Wolfgang Herles (Leiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)

2006: Paul Ingendaay für „Warum Du mich verlassen hast“
2005: Jens Petersen für „Die Haushälterin“
2004: Thomas Stangl für „Der einzige Ort“
2003: Roswitha Haring für „Ein Bett aus Schnee“
2002: Zsuzsa Bánk „für Der Schwimmer“
2001: Sherko Fatah für „Im Grenzland“
2000: Andreas Maier für „Wäldchestag“
1999: Christoph Peters für „Stadt Land Fluß“
1998: John von Düffel für „Vom Wasser“
1997: Zoë Jenny für „Das Blütenstaubzimmer“
1996: Felicitas Hoppe für „Picknick der Friseure“
1995: Ingo Schulze für „33 Augenblicke des Glücks“
1994: Radek Knapp für „Franio“
1993: Manfred Rumpl für „Koordinaten der Liebe“
1992: Dagmar Leupold für „Edmond“
1991: Burkhard Spinnen für „Dicker Mann im Meer“
1990: Ulrich Woelk für „Freigang“
1989: Irina Liebmann für „Mitten im Krieg“
1988: Christa Moog für „Aus tausend grünen Spiegeln“
1987: Erich Hackl für „Auroras Anlaß“
1986: Barbara Honigmann für „Roman von einem Kinde“
1985: Jochen Beyse für „Der Aufklärungsmacher“
1984: Herta Müller für „Niederungen“
1983: Beat Sterchi für „Blösch“ und Zsuzsanna Gahse „Zero“
1982: Inge Merkel für „Das andere Gesicht“
1981: Thomas Hürlimann für „Die Tessinerin“
1980: Michael Schneider für „Das Spiegelkabinett“
1979: Hanns-Josef Ortheil für „Fermer“

Mahnwache auf der Frankfurter Buchmesse für die Meinungsfreiheit #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: "Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind Menschenrechte und nicht verhandelbar. © Foto: Diether v Goddenthow
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: „Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind Menschenrechte und nicht verhandelbar. © Foto: Diether v Goddenthow

„Der größte Feind der Meinungsfreiheit ist die Untätigkeit.“ #FreeGuiMinhai #FreeHongKong #FreeTheWords

Heute haben Besucherinnen und Besucher der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Amnesty International, der European and International Booksellers Federation (EIBF), der International Publishers Association (IPA), dem PEN-Zentrum Deutschland und PEN International ein Zeichen für Meinungsfreiheit gesetzt. Mit aufgespannten Regenschirmen zeigten sie Solidarität mit der Hongkonger Freiheitsbewegung und forderten die Freilassung des schwedisch-hongkonger Autors, Verlegers und Buchhändlers Gui Minhai, der 2015 verschleppt wurde. Gui Minhai hatte in Hongkong regimekritische Schriften verlegt und verkauft und dadurch den Unmut der chinesischen Regierung auf sich gezogen.

Buchmessebesucher mit aufgespannten Regenschirmen auf der Agora des Frankfurter Messegeländes. © Foto: Diether v Goddenthow
Buchmessebesucher mit aufgespannten Regenschirmen auf der Agora des Frankfurter Messegeländes. © Foto: Diether v Goddenthow

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: „Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind Menschenrechte und nicht verhandelbar. Während in Hongkong Bürgerinnen und Bürger für ihre Freiheitsrechte kämpfen, baut das chinesische Regime an seinem Traum von der perfekten Diktatur. Das können und wollen wir nicht tatenlos hinnehmen. Wir zeigen Solidarität mit Gui Minhai und den Freiheitskämpfern in Hongkong. Wir fordern die unverzügliche Freilassung des Autors, Buchhändlers und Verlegers sowie Freiheit für alle inhaftierten Kunst- und Kulturschaffenden weltweit. Die Bundesregierung rufen wir dazu auf, freiheitlich-demokratische Werte wie Meinungsfreiheit nicht wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen: Sie muss kompromisslos Position für die Freiheit zu beziehen – in China, in der Türkei, in Saudi-Arabien und weltweit. Als Kulturschaffende tragen wir eine besondere Verantwortung für die Gesellschaft und ganz besonders die Meinungsfreiheit.

Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler im Exil) sowie Liao Yiwu (Chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger) © Foto: Diether v Goddenthow
Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler im Exil) sowie Liao Yiwu (Chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger) © Foto: Diether v Goddenthow

Die gesamte Zivilgesellschaft ist gefragt, sich für die Freiheitsrechte einzusetzen, damit sie auch in Zukunft Bestand haben. Das gilt gerade auch für die wirtschaftlichen Eliten: Sie sollten bedenken, dass sie ihre gesamten Entfaltungsmöglichkeiten den Freiheiten verdanken, die in unserem Land gelten. Der größte Feind der Meinungsfreiheit ist die Untätigkeit.“

Jennifer Clement (Präsidentin PEN International).© Foto: Diether v Goddenthow
Jennifer Clement (Präsidentin PEN International).© Foto: Diether v Goddenthow

Bei der Veranstaltung sprachen neben Alexander Skipis auch Lam Wing Kee (Hongkonger Buchhändler im Exil), Liao Yiwu (Chinesischer Autor im Exil und Friedenspreisträger) und Jennifer Clement (Präsidentin PEN International).
Pressefotos zur freien Verwendung unter Angabe des Bildnachweises: vntr.media

Frankfurter Buchmesse – Eröffnung des Weltempfangs

Eröffnung: Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81) © Foto: Diether v Goddenthow
Eröffnung: Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81) © Foto: Diether v Goddenthow

Gletscherschmelzen, Waldbrände, Müllberge, Mikroplastik: Unser Einfluss auf die Natur ist unübersehbar, und das weltweit. Einst der Natur ausgeliefert, ist der Mensch inzwischen die verändernde Kraft auf dem Planeten. „Anthropozän“ bezeichnet das Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Prozesse auf der Erde geworden ist. Unter diesem Motto wird im Weltempfang, dem Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung der Frankfurter Buchmesse in Halle 4.1, bei zahlreichen Veranstaltungen das Verhältnis zwischen Kultur und Natur diskutiert.

Tobias Voss, Geschäftsleitung Internationale Beziehungen bei der Frankfurter Buchmesse, sagt: „Dieses Thema betrifft uns alle: Täglich werden wir in den Medien mit Meldungen zu Klimawandel und Naturkatastrophen konfrontiert. Wir finden uns in einer Situation wieder, in der wir Menschen Verursacher zahlreicherer Veränderungen auf dieser Erde sind. Andererseits steigt das gesellschaftliche Bewusstsein über komplexe Abhängigkeiten von und innerhalb der Natur, über die Empfindlichkeit ganzer Ökosysteme, über Verlorengegangenes und über nicht zu fassende, nicht zu kontrollierende Phänomene. Wie müssen wir handeln? Und haben wir noch die Möglichkeit, eine ökologisch stabile und lebenswerte Zukunft auf den Weg zu bringen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir  im Weltempfang 2019 nachgehen.“

 

Eröffnung des Weltempfangs: Das Anthropozän – steht die Kultur über der Natur?

Irmgard Maria Fellner (Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik und stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur und Kommunikation, Auswärtiges Amt, eröffnete gemeinsam mit Buchmessendirektor Juergen Boos den Weltemmpfang.© Foto: Diether v Goddenthow
Irmgard Maria Fellner (Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik und stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur und Kommunikation, Auswärtiges Amt, eröffnete gemeinsam mit Buchmessendirektor Juergen Boos den Weltemmpfang.© Foto: Diether v Goddenthow

Gestern, am ersten Buchmessentag eröffneten Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse und Irmgard Maria Fellner, Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik und stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur und Kommunikation, Auswärtiges Amt mit den Diskutantinnen Maja Lunde Autorin des Weltbestseller Die Bienen,  Dr. Friederike Otto, Environmental Change Institute, Oxford University, und  Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor, FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg den Weltempfang.  Jenny Friedrich-Freksa, Chefredakteurin, Kulturaustausch moderierte die sehr gut besuchte Veranstaltung gegen 16.30 Uhr Bühne (Halle 4.1 B 81)

(v.li.) Die Diskutanten: Prof. Dr. Harald Welzer (Direktor, FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und Professor für Transformationsdesign, Universität Flensburg),Maja Lunde (Autorin), Dr. Friederike Otto (Environmental Change Institute, Oxford University) und Moderatorin Jenny Friedrich-Freksa (Chefredakteurin, Kulturaustausch) © Foto: Diether v Goddenthow
(v.li.) Die Diskutanten: Prof. Dr. Harald Welzer (Direktor, FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und Professor für Transformationsdesign, Universität Flensburg),Maja Lunde (Autorin), Dr. Friederike Otto (Environmental Change Institute, Oxford University) und Moderatorin Jenny Friedrich-Freksa (Chefredakteurin, Kulturaustausch) © Foto: Diether v Goddenthow

Kranke Haltung: Das Mensch-Tier-Verhältnis in der industriell betriebenen Zucht
Bereit vor der offiziellen Eröffnung gab es einige Diskussionsveranstaltung, unter anderem  Jean-Baptiste Del Amo Autor,  Robert Habeck und Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen. Moderiert hatte Cord Riechelmann, Publizist und Autor.

 

Weitere Highlights auf der Bühne Weltemmpfang werden  in den nächsten Tagen werden sein:

Britische Schriftsteller über den Brexit
Mit: Jan Carson (Schriftstellerin und kommunale Projektentwicklerin); Bonnie Greer (Schriftstellerin, Dramatikerin und Journalistin); Patrick McGuiness (Schriftsteller und Wissenschaftler); Moderation: Alexandra Büchler (Direktorin, Literature Across Frontiers)
Freitag, 18. Oktober 2019, 13.30-14.30 Uhr, Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81)

Die Literatur von Sinti und Roma – in Deutschland und in der Welt
Mit: Veijo Baltzar (Autor, Dramaturg, Präsident der International Roma Writers Association); Dr. Beate Eder-Jordan (Literaturwissenschaftlerin, Universität Innsbruck); Erika Hornbogner (Leiterin, Drava-Verlag); Ruždija Sejdović (Schriftsteller, Dramaturg und Übersetzer); Moderation: Barbara Wahlster (Leiterin Literaturredaktion, Deutschlandradio Kultur)
Samstag, 19. Oktober 2019, 10.30-11.30 Uhr, Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81)

Populismus versus Demokratie – was ist los in Lateinamerika?
Mit: Gioconda Belli (Schriftstellerin und Dichterin); Carlos Franz (Journalist und Schriftsteller); Luiz Ruffato (Schriftsteller); Moderation: Lutz Kliche (Übersetzer und Literaturvermittler)
Samstag, 19. Oktober 2019, 14.30-15.30 Uhr, Weltempfang Salon (Halle 4.1 B 81)

Künstlerin, Kämpferin, Kosmopolitin: Frauen schreiben das 21. Jahrhundert
Mit: Jennifer Clement (Autorin und Präsidentin, PEN International); Mercedes Rosende (Autorin und Rechtsanwältin, LiBeraturpreis-Gewinnerin 2019); Elif Shafak (Autorin); Moderation: Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse)
Samstag, 19. Oktober 2019, 16.30-17.30 Uhr, Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81)

Zwischen Hilflosigkeit und Hoffnung – Leben mit dem Klimawandel
Mit: Thore D. Hansen (Autor); Michael Müller (Bundesvorsitzender, NaturFreunde Deutschlands und parlamentarischer Staatssekretär a.D., Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit); Luisa Neubauer (Klimaschutz-Aktivistin und Mitorganisatorin der „Fridays for Future“-Proteste); Prof. Uwe Schneidewind (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie); Moderation: Ulrich Noller (Journalist und Autor)
Sonntag, 20. Oktober 2019, 15.00-16.00 Uhr, Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81)

Das gesamte Programm des Weltempfangs finden Sie unter www.buchmesse.de/weltempfang2019
sowie in unserem Online-Veranstaltungskalender und in der kostenlosen Frankfurter Buchmesse App.

Eröffnung von Open Book – dem großen Frankfurter Lesefest zur Buchmesse

Eröffnung von OPEN BOOKS. Im Gespräch mit Luzia Braun, Sonja Vandenrath, Dorothea Westphal sowie Gert Scobel stellten die Gäste ihre aktuellen Publikationen vor. Auf dem Blauen Sofa nahmen gestern Abend Platz: Joachim Gauck „Toleranz: einfach schwer“. Felicitas Hoppe „Grimms Märchen für Heldinnen von heute und morgen“. David Wagner „Der vergessliche Riese“ und Saša Stanišić, der   Träger des Deutschen Buchpreises 2019 mit "Herkunft". © Foto: Diether v Goddenthow
Eröffnung von OPEN BOOKS. Im Gespräch mit Luzia Braun, Sonja Vandenrath, Dorothea
Westphal sowie Gert Scobel stellten die Gäste ihre aktuellen Publikationen vor. Auf dem
Blauen Sofa nahmen gestern Abend Platz:
Joachim Gauck „Toleranz: einfach schwer“. Felicitas Hoppe „Grimms Märchen für Heldinnen von heute und morgen“. David Wagner „Der vergessliche Riese“ und Saša Stanišić, der Träger des Deutschen Buchpreises 2019 mit „Herkunft“. © Foto: Diether v Goddenthow

Das elfte OPEN BOOKS, das große Lesefest zur Buchmesse der Stadt Frankfurt, wurde gestern Abend in der völlig ausverkauften Deutschen Nationalbibliothek gleich mit vier bekannten Autoren, darunter der neu gekürte Träger des Deutschen Buchpreises 2019, Saša Stanišić, eröffnet.
In diesem Jahr werden vom 15. bis 19. Oktober über 240 Autorinnen und Autoren bei rund 160 Veranstaltungen ihre neuen Bücher an Veranstaltungsorten rund um den Frankfurter Römerberg präsentieren. Am BuchmessenWochenende lädt das Kinderprogramm zu 13 Veranstaltungen im Jungen Museum am Römerberg ein. 94 Verlagshäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Möglichkeit, die Novitäten ihres Herbstprogramms bei OPEN BOOKS vorzustellen. Neben den Veranstaltungen zu deutschsprachigen Belletristik, neuen Sachbüchern, Lyrik und Graphic Novels werden Lesungen internationaler Autorinnen und Autoren mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem diesjährigen Gastland Norwegen stattfinden.

Sonja Vandenrath im Gespräch mit Buchpreisträger Saša Stanišić über sein Werk "Herkunft" und seine Kritik an Literaturnobelpreisträger 2019  Peter Handke.© Foto: Diether v Goddenthow
Sonja Vandenrath im Gespräch mit Buchpreisträger Saša Stanišić über sein Werk „Herkunft“ und seine Kritik an Literaturnobelpreisträger 2019 Peter Handke.© Foto: Diether v Goddenthow

Den Abschluss des Lesefests bildet die OPEN PARTY in guter Tradition im Literaturhaus Frankfurt.

Weitere Informationen zum Programm von OPEN BOOKS und Literatur im Römer ist hier
zur finden: www.openbooks-frankfurt.de

Die 71. Frankfurter Buchmesse eröffnet in Zeiten des globalen Umbruchs – Ehrengäste Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit von Gastland Norwegen

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit und Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erklären die 71. Buchmesse für eröffnet.© Foto: Diether v Goddenthow
Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit und Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erklären die 71. Buchmesse für eröffnet.© Foto: Diether v Goddenthow

Die größte Bücherschau der Welt, die Frankfurter Buchmesse, wurde heute in einem feierlichen Akt von der norwegischen Kronprinzessin Mette Marit und Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, offiziell eröffnet.

Olga Tokarczuk, Literaturnobelpreis 2018 © Foto: Diether v Goddenthow
Olga Tokarczuk, Literaturnobelpreis 2018 © Foto: Diether v Goddenthow

Als besonderer Überraschungsgast trat Olga Tokarczuk, die Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2018, bei der Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse auf. Sie sprach über die politische Verantwortung von Autorinnen und Autoren. Die polnische Schriftstellerin setzt sich in ihren Romanen mit den Nachwirkungen europäischer und jüdischer Geschichte auseinander und löste dadurch in ihrem Heimatland eine Kontroverse aus. Vor allem aber engagiert sich die ausgebildete Psychologin auch politisch und gehörte der Redaktion der linksliberalen Zeitschrift Krytyka Polityczna an.

Zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse ist auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit angereist. Die 46-Jährige kam am Dienstagnachmittag mit ihrem Mann, Thronfolger Haakon, am Frankfurter Hauptbahnhof an. Mit an Bord ihres Literaturzuges waren mehrere norwegische Schriftsteller.

(v.li.) Buchmessedirektor Juergen Boos, Kronprinz Haakon  und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, Kulturministerin Angela Dorn, Bahnvorstand, und Blumenkinder nach Ankunft des in Berlin gestarteten und über Köln nach Frankfurt zur Buchmesse gekommenen Literaturzuges.© Foto: Diether v Goddenthow
(v.li.) Buchmessedirektor Juergen Boos, Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, Kulturministerin Angela Dorn, Bahnvorstand, und Blumenkinder nach Ankunft des in Berlin gestarteten und über Köln nach Frankfurt zur Buchmesse gekommenen Literaturzuges.© Foto: Diether v Goddenthow

Am Bahnhof wurde das Kronprinzenpaar mit Musik der DB-Bigband und Blumen von der hessischen Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn empfangen, und später von Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Eröffnungsveranstaltung herzlich willkommen geheißen.

Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, hatte in seiner Begrüßung dargelegt, dass die 71. Frankfurter Buchmesse (16.-20. Oktober 2019) vor dem Hintergrund globaler politischer und gesellschaftlicher Umbrüche stattfinge. Die Sorge um den Zustand der Welt angesichts einer drohenden Klimakatastrophe, aber auch angesichts des wachsenden Einflusses antidemokratischer Kräfte, habe jedoch erfreulicherweise eine neue Generation von Aktivistinnen und Aktivisten hervorgebracht.  Dazu zählen auch engagierte Autorinnen und Autoren, deren Romane, Sachbücher, Biografien und Lyrik Menschen weltweit inspirieren und aufrütteln. Zugleich erreicht das datengetriebene digitale Zeitalter neue Dimensionen: Die rapide Evolution der Künstlichen Intelligenz und bahnbrechende Fortschritte in allen Bereichen der Wissenschaft sind Vorboten disruptiver Entwicklungen, die ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit ankündigen.

Buchmessedirektor Juergen Boos.© Foto: Diether v Goddenthow
Buchmessedirektor Juergen Boos.© Foto: Diether v Goddenthow

Als größter internationaler Treffpunkt einer Branche, in deren Zentrum Inhalte, Ideen und Geschichten stehen, greift die Frankfurter Buchmesse diese Entwicklungen auf. Bei der Eröffnungspressekonferenz am heutigen Dienstag appellierte Buchmessedirektor Juergen Boos an das Selbstverständnis des Publishings in Zeiten großer Veränderungsprozesse: Es liege in der Verantwortung der Buch- und Medienbranche, die das 21. Jahrhundert definierenden Paradigmenwechsel zu analysieren, zu bewerten und kritisch zu hinterfragen. Das internationale Verlagswesen stehe für eine Vielfalt von Perspektiven und Meinungen – und der Erhalt dieser Vielfalt müsse geschützt werden. „Wir brauchen Autorinnen und Autoren, die Missstände anprangern, die Widerstand ausüben. Und wir brauchen Verlage, die diese Inhalte aufbereiten und geeignete Formate für sie finden. Die für Qualität, Sorgfalt und Glaubwürdigkeit stehen“, sagte Juergen Boos.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagte: „Die Branche ist sich ihres wichtigen gesellschaftlichen Auftrags bewusst. Sie möchte Debatten zu den drängenden Fragen unserer Zeit anstoßen und mitgestalten: zu Globalisierung und Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz, Migration und zur Entwicklung unserer Demokratien. Dabei gelingt es Verlagen und Buchhandlungen, sich in der wachsenden Medienkonkurrenz zu behaupten. Erfolgreich gehen sie neue Wege, um das Buch zu den Leserinnen und Lesern zu bringen.“

Hessischer Ministerpräsident Volker Bouffier. Begrüßt herzlich das Kronprinzenpaar. © Foto: Diether v Goddenthow
Hessischer Ministerpräsident Volker Bouffier. Begrüßt herzlich das Kronprinzenpaar. © Foto: Diether v Goddenthow

Über aktuelle Herausforderungen an den Schutz des geistigen Eigentums sprach Gastredner Francis Gurry, Generaldirektor der World Intellectual Property Organization (WIPO). Dieses Thema sei für eine auf der Grundlage des Urheberrechts finanzierte Verlagsbranche essentiell. Dabei skizzierte Gurry neue Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund einer digitalen und datenbasierten Wirtschaft.

Mit dem Motto „CREATE YOUR REVOLUTION“ rückt die Frankfurter Buchmesse Kultur ins Zentrum und stellt ihre Bühnen Menschen zur Verfügung, die den Herausforderungen unserer Zeit mit kreativen Lösungsansätzen und revolutionären Ideen begegnen. Als Rückgrat der Gesellschaft vermittelt Kultur Orientierung und Zugehörigkeit, sie stellt den Rahmen für interkulturellen Austausch und damit zur Gestaltung einer lebenswerten und hoffnungsvollen Zukunft. Die Initiative entstand in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, den Vereinten Nationen (UN), THE ARTS+/B3, ARTE und Spreadshop. Aktivistinnen und Künstler wie Luisa Neubauer, Igor Levit, Ai Weiwei und viele andere sind Teil der Initiative. Weitere Informationen: www.cyr.world

„Der Traum in uns“ – Motto des Ehrengastlandes Norwegen

Ehrengastauftritt auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse.© Foto: Diether v Goddenthow
Ehrengastauftritt auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse.© Foto: Diether v Goddenthow

„Der Traum in uns“ – unter diesem Motto steht vom 16. bis 20. Oktober 2019 Norwegens Auftritt als Gastland der Frankfurter Buchmesse. Die Worte basieren auf dem Gedicht „Das ist der Traum“ des beliebten norwegischen Dichters Olav H. Hauge (1908 – 1994). Für den Ehrengast Norwegen besteht der Traum darin, mit Literatur und Kunst aus Norwegen zu überraschen, zu bewegen und das Publikum an unbekannte Orte zu versetzen – wie es in Hauges Gedicht heißt: „In eine Bucht, um die wir nicht wussten.“* Diesen Traum zu teilen bedeutet, Geschichten aus Norwegen zu erzählen, die Freude am Lesen zu befördern und für die Freiheit des Wortes einzutreten. Die Meinungsfreiheit ist in der politischen Kultur Norwegens von höchster Bedeutung und wird auch im Literatur- und Kulturprogramm zur Frankfurter Buchmesse eine zentrale Rolle einnehmen.

Norwegische Ministerpräsidentin Erika-Solberg.© Foto: Diether v Goddenthow
Norwegische Ministerpräsidentin Erika-Solberg.© Foto: Diether v Goddenthow

Die Vielfalt der norwegischen Literatur im deutschen Buchhandel und auf der Frankfurter Buchmesse

Insgesamt rund 510 Buchtitel norwegischer Autorinnen und Autoren sowie Titel über Norwegen werden seit dem Herbst 2018 noch bis Ende 2019 in 217 Verlagen in Deutschland (Stand Oktober 2019) erscheinen. Von diesen 510 Titeln sind 229 Neuübersetzungen aus dem Norwegischen ins Deutsche. Sie werden in Literaturhäusern, Bibliotheken, Buchhandlungen und auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Das Literaturprogramm wurde im Auftrag der norwegischen Regierung von der Literatur-Förderorganisation NORLA – Norwegian Literature Abroad, Organisatorin und Initiatorin des Gastlandauftritts, in Zusammenarbeit mit Literaturinstitutionen und den Verlagen aus dem deutschsprachigen Raum entwickelt.

Lliterarische Rednerin Erika Fatland. © Foto: Diether v Goddenthow
Lliterarische Rednerin Erika Fatland. © Foto: Diether v Goddenthow

Im Programm wird besonders die Vielfalt der norwegischen Literatur zum Ausdruck kommen: Diese reicht von der Gegenwartsliteratur der „Neuen Stimmen“ bis hin zu Klassikern wie sie die Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun und Sigrid Undset geschrieben haben. Auf der Buchmesse werden mehr als 100 norwegische Autorinnen und Autoren ihre Titel vorstellen und dabei Einblicke in die norwegische Literatur und Gesellschaft geben. Auf der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse sprachen Erika Fatland und Karl Ove Knausgård als literarische Redner, begleitet von einem samischen Liedbeitrag von Elle Márjá Eira.

Mette Marit von Norwegen rezitierte ein Gedicht. © Foto: Diether v Goddenthow
Mette Marit von Norwegen rezitierte ein Gedicht. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Besucher der Frankfurter Buchmesse können sich zudem auf bekannte Autorinnen und Autoren wie Maja Lunde, Jostein Gaarder, Dag Solstad, Linn Ullmann, Tomas Espedal, Åsne Seierstad und Roy Jacobsen freuen. Spannend und unterhaltsam wird es mit herausragenden norwegischen Krimiautorinnen und -autoren wie Jo Nesbø, Karin Fossum, Unni Lindell und Thomas Enger. Auch die norwegische Kinder- und Jugendliteratur genießt einen hohen Stellenwert: International renommierte Autorinnen und Autoren wie Maria Parr, Gro Dahle, Svein Nyhus und Lisa Aisato werden in Frankfurt sein. Viele schreiben sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, so werden Maja Lunde und Jørn Lier Horst Bücher für Kinder und Erwachsene auf der Messe präsentieren.
Darüber hinaus gibt es viele in Deutschland weniger bekannte Autorinnen und Autoren zu entdecken, darunter Simon Stranger, Nancy Herz, Anne Fiske, Marta Breen und Helga Flatland.

Literarischer Redner Karl Ove Knausgård. © Foto: Diether v Goddenthow
Literarischer Redner Karl Ove Knausgård. © Foto: Diether v Goddenthow

Inhaltlich liegt der Fokus auf den Themen Natur und Umwelt, der Norden und die Pole, samische Literatur und Kultur, Meinungsfreiheit, Feminismus und Gleichberechtigung, modernes Familienleben sowie Vielfalt und Identität in einem sich wandelnden Europa.

Als erstes Ehrengastland hat Norwegen die Zusammenarbeit mit dem Buchhandel in den Mittelpunkt der Kampagne gestellt. Das Ergebnis: Lesungen mit norwegischen Autorinnen und Autoren in über 200 Buchhandlungen im ganzen deutschsprachigen Raum.

Insgesamt finden im Ehrengastjahr 2019 über 1.000 Auftritte norwegischer Autorinnen, Illustratoren, Musikerinnen und Künstler in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Rund 185 Autorinnen und Autoren präsentieren ihre Bücher in mehr als 100 Städten, und bis Endes des Jahres sollen 155 kulturelle Veranstaltungen als Teil des Ehrengastprojekts stattfinden.

Samischer Liedbeitrag von Elle Márjá Eira © Foto: Diether v Goddenthow
Samischer Liedbeitrag von Elle Márjá Eira © Foto: Diether v Goddenthow

Auf der Frankfurter Buchmesse 2019 werden 7.450 Aussteller aus 104 Ländern erwartet.

Weitere Schwerpunkte der Frankfurter Buchmesse 2019

Ehrengast Norwegen: „Der Traum in uns“

Ehrengast-Pavillion Norwegen im Forum 1. OG der Frankfurter Buchmesse.© Foto: Diether v Goddenthow
Ehrengast-Pavillion Norwegen im Forum 1. OG der Frankfurter Buchmesse.© Foto: Diether v Goddenthow

Kultureller Reichtum, Meinungsfreiheit und Nachhaltigkeit sind die Kernthemen des norwegischen Ehrengastauftrittes in Frankfurt, der unter der Schirmherrschaft von I.K.H. Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen steht. Auf der Buchmesse werden mehr als 100 norwegische Autorinnen und Autoren ihre Bücher vorstellen und dabei Einblicke in die norwegische Literatur und Gesellschaft geben. Insgesamt rund 500 Buchtitel – darunter norwegische Literatur in Übersetzung und Bücher über Norwegen – werden noch bis Ende 2019 in 217 deutschsprachigen Verlagen erscheinen (Zählung ab Herbst 2018). Die von der Frankfurter Buchmesse organisierte Ausstellung „Books on Norway“ zeigt über 650 Titel aus über 30 Ländern. Die Ausstellung umfasst Bücher norwegischer Autorinnen und Autoren in Übersetzung sowie Bücher über Norwegen unterschiedlichster Genres. Pressemappe zum Ehrengast Norwegen: https://www.buchmesse.de/presse/pressematerial

Weltempfang 2019 unter dem Motto: „Anthropozän – das letzte Zeitalter?“

Gletscherschmelzen, Waldbrände, Müllberge, Mikroplastik: Unser Einfluss auf die Natur ist unübersehbar, und das weltweit. Einst der Natur ausgeliefert, ist der Mensch inzwischen die verändernde Kraft auf dem Planeten. Bei mehr als 40 Veranstaltungen auf der Bühne und im Salon des Weltempfangs (Halle 4.1 B 81) werden unterschiedlichste Aspekte rund um das Thema Anthropozän beleuchtet. Prominente Sprecherinnen und Sprecher aus Politik und Kultur werden hier diskutieren: Umweltaktivistin Luisa Neubauer, der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Robert Habeck, Soziologe und Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer, Prof. Dr. Rita Süssmuth sowie internationale Autorinnen und Autoren, darunter Maja Lunde, Elif Shafak, Jean-Baptiste Del Amo, Luiz Ruffato, Gioconda Belli, Mercedes Rosende, Bonnie Greer und Patrick McGuinness.

Neue Themenwelten: Frankfurt Audio und Frankfurt Authors

Das Konzept der Themenwelten, das 2018 mit den internationalen Bereichen Frankfurt EDU (Hallen 3.1 und 4.2) und Frankfurt Kids, dem Areal für Kinder- und Jugendmedien (Halle 3.1 und Foyer 5.1/6.1) erfolgreich eingeführt wurde, wird weiterentwickelt: 2019 kommen mit Frankfurt Audio (Halle 3.1) und Frankfurt Authors (Halle 3.0) zwei neue Bereiche hinzu.

Audio gehört international zu den wachstumsstärksten Segmenten in der Medienbranche. Im neuen Frankfurt Audio Areal werden die Trends rund um Hörbuch und Podcast nun in einem zentralen Bereich auf der Messe erlebbar. Auf mehr als 600 Quadratmetern sind deutschsprachige Hörbuchverlage neben internationalen Streamingplattformen in Halle 3.1 anzutreffen. Ein hochkarätiges Fachprogramm für Akteure aus der Publishing- und Audio-Branche wird durch Veranstaltungen mit bekannten Autorinnen, Hörbuchsprechern und Podcasterinnen ergänzt: Beim Frankfurt Audio Summit wird Michael Krause von Spotify als Keynote-Sprecher auftreten. Auf der Frankfurt Audio Stage (Halle 3.1 L 59) werden u.a. Rafik Schami, Rita Falk, Lars Amend, das Autorenpaar hinter Iny Lorentz, Mieze Katz, Giuseppe di Grazia und Julian Reichelt erwartet.

Einen Ort rund ums Schreiben zu schaffen – das ist die Idee hinter dem neuen Areal Frankfurt Authors. Frankfurt Authors ist die Weiterentwicklung der bisherigen Self-PublishingArea – mit einer neuen Bühne, Signing Area, Lounge sowie Fachprogramm und Networking-Veranstaltungen mit u.a. Melanie Raabe und Sascha Lobo. Neu sind neben den Präsentationsmöglichkeiten für Autorinnen und Autoren auch die nach Genres ausgerichteten Thementage: Das Programm am Messefreitag steht ganz im Zeichen von Krimi und Thriller, am Messesamstag dreht sich alles um Romance und am Messesonntag bestimmt das Fantasy-Genre das Programm.

BOOKFEST

Premiere für die Literaturgala der Frankfurter Buchmesse: Im Rahmen des BOOKFEST kommen am Samstag, 19. Oktober 2019 um 19.00 Uhr, preisgekrönte Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu einer internationalen Literaturgala zusammen (Saal Harmonie, CMF). Margaret Atwood, Maja Lunde, Elif Shafak und Colson Whitehead stellen, im Gespräch mit hr-Moderatorin Bärbel Schäfer und radioeins-Moderator Thomas Böhm, ihre neuen Bücher vor – ergänzt durch deutsche Textauszüge, präsentiert von Bela B Felsenheimer und Nina Petri. Zudem ist Ken Follett mit seiner Aktion „The Friendship Tour“ zu Gast.

Mit mehr als 50 Veranstaltungen in der Frankfurter Innenstadt sowie knapp 30 Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert das BOOKFEST 2019 ein abwechslungsreiches Programm u.a. mit Samantha Cristoforetti, Thomas Gottschalk, Die Lochis, Nele Neuhaus, Jo Nesbø, Sophie Passmann, Peter Schilling, Rita Süssmuth, Thees Uhlmann, Max von Thun, Ulrich Wickert und Peter Wohlleben. Das internationale Festival der Frankfurter Buchmesse für Literatur, Geschichten und Ideen bietet außergewöhnliche Erlebnisse in besonderer Atmosphäre. An allen fünf Messetagen (16.-20. Oktober) können ihm Rahmen des BOOKFEST Poetry Slams, Tastings, Partys, Konzerte, Talk-Runden, Vorträge und Koch-Events in über 20 Locations in der Frankfurter Innenstadt erlebt werden.

Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) mit neuem Standort

Am neuem Standort in der Festhalle präsentiert sich in diesem Jahr das literarische Agentenzentrum: 355 Agenturen und Verlage aus mehr als 30 Ländern sind im Literary Agents & Scouts Centre (LitAg) und in der Publishers Rights Corner vertreten. Der größte Teil der in Frankfurt vertretenen Agenturen kommt aus den USA (80 Agenturen) und aus Großbritannien (67 Agenturen).

Innovation und internationale Strahlkraft: THE ARTS+ und B3

Erstmals kooperiert THE ARTS+ mit der B3 Biennale des bewegten Bildes: die renommierte B3-Ausstellung, die Film, Medien, Games, und technologiebasierte Installationskunst umfasst, wird auf der Frankfurter Buchmesse im THE ARTS+ Areal (Halle 4.1) gezeigt. Beide Festivals präsentieren ein umfangreiches Konferenz- und Bühnenprogramm.