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800 Jahre alte Frankfurter Kirche St. Leonhard nach aufwendigen Sanierungsarbeiten wieder eröffnet

Frankfurts älteste erhaltene Kirche St. Leonhard kurz vor der Wiedereröffnung nach langjähriger Sanierung. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Frankfurts älteste erhaltene Kirche St. Leonhard kurz vor der Wiedereröffnung nach langjähriger Sanierung. © Foto: Diether v Goddenthow

(ffm) Mit einer Eucharistiefeier ist die Dotationskirche St. Leonhard nach aufwendigen Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen wieder eröffnet und kann der Gemeinde übergeben sowie von Besuchern besichtigt werden. Bischof Georg Bätzing wird während des Gottesdienst den Altar weihen.

„Die Kirche St. Leonhard ist eines der bedeutendsten und beeindruckendsten Denkmäler der Stadt Frankfurt. Sie hat eine herausragende historische Stellung und ich freue mich, dass wir nach den langen und umfangeichen, aber notwendigen Sanierungsarbeiten die Kirche heute weitestgehend wieder öffentlich zugänglich machen können. Dies pünktlich zur 800-Jahr-Feier zu ermöglichen war mir ein großes Anliegen, auch wenn die ursprüngliche Planung eine deutlich frühere Fertigstellung vorgesehen hatte. Jedoch hatten umfangreiche Funde vergrabener kulturhistorischer Schätze, Veränderungen am Gebäude und weitere Faktoren zur Verlängerung der Bauzeit geführt. Die jetzige Eröffnung ist daher ein noch größerer Grund zur Freude. Die Kirche St. Leonhard liegt mir, wie vielen Frankfurterinnen und Frankfurten, sehr am Herzen“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker.

Die fast lebensgroße Sandsteinskulptur "Atzmann" wurde bereits 2011 ausgegraben. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Die fast lebensgroße Sandsteinskulptur „Atzmann“ wurde bereits 2011 ausgegraben u. ist im Dommuseum zu sehen. © Foto: Diether v Goddenthow

Bei den seit 2011 laufenden Sanierungsarbeiten konnte unter der nördlichen Seitenapside in zwei Metern Tiefe ein Stück des romanischen Vorgängerbaus ausgegraben werden, und es war möglich, Bauteile eines weiteren, noch älteren Gebäudes nachzuweisen. In der zum Main gelegenen Seitenapside wurde eine als Sensationsfund geltende Figurengruppe aus der Spätgotik, die drei klagende Menschen darstellt, gefunden. Beim weiteren Ausgraben des bisherigen Kirchenbodens wurde ein „Atzmann“, eine steinerne, fast mannsgroße Figur, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert, freigelegt. Der „Atzmann“ stand vermutlich in der Nähe des Altars und trug die Bibel oder liturgische Bücher. Auch konnten Reste einer Wandmalerei gefunden werden, die auf die frühere Außenmauer der Sakristei aufgemalt waren. Auch konnten Reste einer Wandmalerei gefunden werden, die auf die frühere Außenmauer der Sakristei aufgemalt waren. St. Leonhard verbarg viele außergewöhnliche Schätze.

„Die herausragende historische Stellung von St. Leonhard ist 800 Jahre später durch die Funde im Rahmen der Arbeiten nur noch weiter unterstrichen worden“, betont Becker. „Jetzt endlich, nach den langjährigen Arbeiten, die durch unvorhersehbare Überraschungen bei den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, als auch durch die gefundenen historischen Schätze immer wieder verzögert wurden, kann die Kirche in neuem Glanz erstrahlen.“

Als spätromanische Basilika ist sie 1219 als Pilgerkirche auf dem historischen Jakobsweg und dem Weg nach Jerusalem errichtet und später gotisch umgebaut worden. Für ihren Bau schenkte der Stauferkönig Friedrich II. der Stadt das Grundstück, was aus einer Urkunde aus dem Jahr 1219 hervorgeht. St. Leonhard ist somit nach dem Dom die zweite Stiftskirche Frankfurts. Den Zweiten Weltkrieg hat die Kirche ohne größere Schäden überstanden. Trotzdem musste die Dotationskirche St. Leonhard in den vergangenen Jahren umfangreich saniert und renoviert werden.

Die Dotationsverpflichtung der Stadt Frankfurt ist in Deutschland einmalig und in den sogenannten Dotationsurkunden hat der Rat der Freien Reichsstadt Frankfurt, damals ein souveräner Staat, den Kirchen zugebilligt, die Gebäude dauerhaft in gutem Zustand zu erhalten. Aus diesem Grund befinden sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts befinden sich acht evangelischen und katholischen Innenstadtkirchen im Eigentum der Stadt Frankfurt am Main. Heute geht unser Engagement weit über die Bauunterhaltung hinaus, denn für die Stadt Frankfurt am Main ist die Dotationsverpflichtung auch ein Bekenntnis zur eigenen Kulturgeschichte.

Von 2005 bis 2008 wurde das Äußere die Kirche St. Leonhard aufwändig saniert, die Kosten lagen bei rund 3 Millionen Euro. Von 2011 bis 2019 wurde das Innere der Kirche saniert. Die Gesamtkosten für die Innensanierung liegen bei rund 11,25 Millionen Euro.

Parallel zur Wiedereröffnung der Kirche St. Leonhard zeigt das Frankfurter Dommuseum die Ausstellung „Schätze aus dem Schutt“  

Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung geht an Cem Özdemir – Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann würdigt „außergewöhnliches Engagement“

Cem Özdemir beim Eintrag in Goldene Buch der Stadt, neben Oberbürgermeister Peter Feldmann und  Ida Bubis: links  Laudatorin Aminata Touré Foto © Stadt Frankfurt am Main
Cem Özdemir beim Eintrag in Goldene Buch der Stadt, neben Oberbürgermeister Peter Feldmann und Ida Bubis: links Laudatorin Aminata Touré Foto © Stadt Frankfurt am Main

(ffm) Der alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main vergebene „Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung“ geht in diesem Jahr an den Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir.

Bei einer Feierstunde in der Paulskirche würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann den Preisträger vor zahlreichen Ehrengästen als einen Menschen, der sich in seiner politischen Tätigkeit stets für ein „weltoffenes und tolerantes Deutschland eingesetzt hat, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Religion nicht nur neben-, sondern auch miteinander leben können.“ Dieses außergewöhnliche Engagement und zukunftsorientierte Handeln für eine friedliche Welt präge auch das persönliche Leben von Özdemir. „Damit verkörpern Sie die Werte, für die sich Ignatz Bubis stets eingesetzt hat,“ betonte Oberbürgermeister Feldmann.

Ignatz Bubis sei mit seinem Leben, Wirken und unerschrockenen Handeln „nicht weniger als ein Vorbild für uns alle,“ sagte Feldmann. Er habe im Nachkriegsdeutschland das friedliche Zusammenleben der Religionen in unserem Land entscheidend mitgestaltet, wenngleich er damit nicht immer auf Zustimmung gestoßen sei. Bubis habe sich stets gegen Hass und die Gefahr radikalisierender Religion eingesetzt und sei damit ein wichtiger Wegbereiter unserer weltanschaulich offenen Gesellschaft. Dazu gehörten auch sein Mut, nicht aufzustehen und zu klatschen, wenn es alle tun – wie bei jener Rede des Schriftsteller Martin Walsers. Oder jener Mut, gegen das Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ im Schauspielhaus zu protestieren. Auch die jüdische Gemeinde Frankfurt habe Bubis nachhaltig geprägt und dazu beigetragen, dass diese in Frankfurt tiefe Wurzeln geschlagen habe

Zum Auftakt der Feierstunde trug sich Cem Özdemir ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Laudatio hielt auf Wunsch des Preisträgers die Schleswig-Holsteinische Landtagsabgeordnete Aminata Touré, deren Eltern 2001 mit ihr aus politischen Gründen aus Mali nach Deutschland geflohen waren. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Quintett des Philharmonischen Vereins der Sinti und Roma.

Der mit 50.000 Euro dotierte Ignatz-Bubis Preis für Verständigung wird seit 2001 entweder an eine Einzelperson, eine Institution oder Organisation vergeben, deren öffentliches Wirken durch die von Ignatz Bubis verkörperten Werte geprägt ist. Mit dem Preis wird das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis geehrt. Der Preis soll zudem die von der Stadt formulierte Selbstverpflichtung dokumentieren, weiterhin für die von ihm vertretenen Werte einzustehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und das Frankfurter Fritz Bauer Institut, das sich mit der Geschichte und Wirkung des Holocaust befasst.

ABC. Avantgarde–Bauhaus–Corporate Design – Sonderausstellung vom 6.09.2019 bis 2020 im Gutenberg-Museum Mainz

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Die vom Mainzer Gutenberg-Museum anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums entwickelte Sonderausstellung ABC. Avantgarde–Bauhaus–Corporate Design dokumentiert die Entwicklung druckgrafischer und typografischer Erzeugnisse des Bauhauses, das als berühmteste Kunstschule der Welt gilt. Ausgehend vom neuen Werkstatt-Gedanken fokussiert sich das Weltmuseum der Druckkunst auf die Druckwerkstätte in Weimar, an der berühmte Künstler wie Lyonel Feininger oder Paul Klee tätig waren. Anhand künstlerisch und designhistorisch bedeutsamer Originale wird die Entstehung hin zur Werkstatt für Druck und Reklame verfolgt, die sich ab 1925 in Dessau etablierte. Gestalter wie Herbert Bayer, Joost Schmidt und andere schufen das, was als „Bauhaus-Typografie“ Geschichte schrieb. Zahlreiche wertvolle Leihgaben und eigene Bestände lassen den Diskurs um Standardisierung, Normung und Lesbarkeit anschaulich werden.

Vorab und begleitend finden im eigens installierten bauhaus.labor im Innenhof des Gutenberg-Museums Projekte statt, die in Kooperation mit der Hochschule Mainz entwickelt wurden. Sie widmen sich dem Potenzial des von Johannes Itten begründeten Vorkurses, untersuchen das Formenvokabular und die Gestaltungsgrundlagen des Bauhauses und transformieren sie in die Gegenwart.

Laufzeit der Sonderausstellung: vom 6. September 2019 bis 2. Februar 2020
Vernissage: 5. September 2019, 19.00 Uhr

Weitere Infos Gutenberg-Museum

Veranstaltungen im Gutenberg-Museum vom 19.08. bis 25.08.2019

Gutenberg Museum Mainz  ©  Foto: Diether v Goddenthow
Gutenberg Museum Mainz © Foto: Diether v Goddenthow

Veranstaltungen, die vom 19.08. bis 25.08.2019 im Gutenberg-Museum stattfinden.

Montag, 19.08.2019, 9.00-17.00 Uhr
Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums 
für Kleingruppen. Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de

Dienstag, 20.08.2019, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Mittwoch, 21.08.2019, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Mittwoch, 21.08.2019, nachmittags
Papierschöpfen 
Das Papierschöpfen findet bei schönem Wetter vor dem Druckladen auf Anfrage statt. Informationen erhalten Sie im Druckladen, Tel. 06131-122686.

Donnerstag, 22.08.2019, 9.00-17.00 Uhr 
Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums 
für Kleingruppen. Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de)

Donnerstag, 22.08.2019, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Donnerstag, 22.08.2019, nachmittags
Papierschöpfen 
Das Papierschöpfen findet bei schönem Wetter vor dem Druckladen auf Anfrage statt. Informationen erhalten Sie im Druckladen, Tel. 06131-122686.

Freitag, 23.08.2019, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr 
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Freitag, 23.08.2019, 11.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Freitag, 23.08.2019, nachmittags
Papierschöpfen 
Das Papierschöpfen findet bei schönem Wetter vor dem Druckladen auf Anfrage statt. Informationen erhalten Sie im Druckladen, Tel. 06131-122686.

Freitag, 23.08.2019, 13.30-17.00 Uhr 
Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums für Kleingruppen
Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de)

Samstag, 24.08.2019, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse 

Samstag, 24.08.2019, 10.00-15.00 Uhr  
Offene Werkstatt im Druckladen des Gutenberg-Museums
für Einzelpersonen und Kleingruppen mit max. 5 Teilnehmern. Drucken von eigenen oder vorhandenen Motiven, Setzen mit Holzlettern. Sondermaterialien auf Anfrage. Kosten: Werkstattbeitrag

Samstag, 24.08.2019, 11.00 Uhr   
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Sonntag, 25.08.2019, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse (15 Uhr im Rahmen der Kinderführung)

Sonntag, 25.08.2019, 13.00 Uhr   
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit  den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)
Samstag, 24.08.2019 13.30-16.30 Uhr
Nachlass von großen und kleinen Sünden: Druckvorführung von Ablassbriefen.

Sonntag, 25.08.2019, 15.00-17.00 Uhr
Familiennachmittag

Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern – Spannende Kinderführung von A bis Z mit Druckerschwärze und zauberhaften Büchern im Reich der schwarzen Kunst.  Für Kinder ab 4 Jahre und ihre Eltern. Treffpunkt 15 Uhr an der Museumskasse | Mobile Druckwerkstatt: Drucken im Foyer des Gutenberg-Museums. Teilnahmebeitrag pro Kind: Führung 2 Euro und Drucken 2 Euro, erm. Eintritt 3,50 Euro für Eltern und begleitende Angehörige

Von Montag bis Freitag zwischen 9.00-17.00 Uhr
Einzelbetreuung und Druckaufträge im Druckladen des Gutenberg-Museums
Erstellen privater Drucksachen unter fachkundiger Hilfe. Entgegennahme von Aufträgen nach persönlicher Absprache (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de)

Das dreitägige Frankfurter Museumsuferfest 2019 vom 23. bis 25.8. ist das größte Kulturfest Europas

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Gemeinsam mit 17 Vertreterinnen und Vertretern der veranstaltenden Häuser präsentierten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus und Congress GmbH (TCF), beim heutigen Pressegespräch im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte das umfangreiche Programm des Museumsuferfestes 2019. Mit seinen unzähligen Ausstellungen, Workshops, Führungen, Konzerten, sportlichen Wettkämpfen sowie gastronomischen und kunsthandwerklichen Angeboten sowie dem musikalischen umrahmten Abschlussfeuerwerk ist das Frankfurter Museumsuferfest nicht nur Frankfurts größte Kulturveranstaltung, sondern zugleich auch das größte Kulturfest Europas, unterstrich Oberbürgermeister Peter Feldmann. Er dankte allen am Gelingen beteiligten Institutionen und Einrichtungen, insbesondere der Tourismus und Congress GmbH (TCF). Es sei die aufwändigste Veranstaltung, die es neben den 25 anderen Frankfurter Großveranstaltungen zu organisieren gelte, bekundete Thomas Feda: Insgesamt würden an den drei Tagen vom 23. bis 25. August 540 Einzelveranstaltungen angeboten. 25 Museen, 16 Bühnen, 12 Projekte und etwa 500 Stände an beiden Ufern des Mains formierten sich zu diesem besonderen kulturellen Festival mit einem hochkarätigen und kreativen Programm“. Eine Strecke von vier Kilometer allein nur mit Ständen, und 6,7 Kilometer seien es, wenn man das gesamte Fest ablaufe. Konservativ geschätzt erwartete die Mainmetropole 1,5 Millionen Besucher, so Feda.

„Erstmalig beteiligen sich in diesem Jahr 25 Museen am Museumsuferfest. Ich freue mich sehr, dass das Stoltze-Museum, der Portikus sowie das Deutsche Museum für Kochkunst und Tafelkultur in diesem Jahr Teil dieses einzigartigen Kulturfestivals sind“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann am Freitag, 16. August, bei der Pressekonferenz zum Museumsuferfest 2019 im Institut für Stadtgeschichte.

Im Rahmen der Pressekonferenz stellten die beteiligten Museen, Projekte und Bühnenproduzenten ihre Programme detailliert vor.

„Die Frankfurter Museen geben an diesem Wochenende mit großem organisatorischem Aufwand und vielen unterschiedlichen kreativen Blickwinkeln und Herangehensweisen einmalige Einblicke in ihre Häuser und Gärten. Ich danke allen Beteiligten ausdrücklich für dieses besondere Engagement. Beeindruckend ist das Programm der 16 Bühnen mit Konzerten aller Genres. Man kann sich einfach treiben lassen und an einer der Bühnen nach seiner Lieblingsmusik suchen und sogar an Schnupperkurse im Tango oder Zumba teilnehmen. Neu dabei in diesem Jahr die Aquiles Denkbar-Bühne am nördlichen Mainufer auf Höhe Nizza. Die „Denkbar“ im Frankfurter Nordend ist, angelehnt an die Salonkultur des frühen 20. Jahrhunderts, ein Ort kultureller Vielfalt abseits des sozio-kulturellen Mainstreams“, führte Feldmann aus. Zum Museumsuferfest präsentiert die Aquiles‘ Denkbar-Bühne das Beste aus Blues, Folk, Jazz und Latin Fusion.

Auf der Kunstwiese am Sachsenhäuser Ufer werden Skulpturen, Gemälde und Installationen unter freiem Himmel gezeigt. Auf dem internationalen Künstlermarkt am Ufer und auf dem Schaumainkai können hochwertige und besondere Objekte, Schmuck und Kleidung erworben werden. Außerdem werden kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt und natürlich aus der Frankfurter Küche angeboten. Der Main selbst bietet in der Mitte des Festes die Rennstrecke für die Drachenbootrennen. Von der Untermainbrücke bis zum Ziel am Holbeinsteg hallen die Trommelschläge bei den rasanten Wettfahrten. Es sind die zweitältesten Wettkämpfe dieser Art in Deutschland.

„Ich empfehle allen Besucherinnen und Besuchern ganz eindringlich die Gelegenheit zu nutzen, mit dem tollen Angebot des Museumsuferfest-Buttons auch mal ein Haus zu besuchen, welches auf den ersten Blick nicht ihren Interessen entspricht oder das sie vermeintlich schon kennen. Erobern Sie drei Tage lang unsere renommierten und vielfältigen Museen und lassen Sie sich überraschen“, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer der veranstaltenden Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main.

Die Eröffnung wird in diesem Jahr am Fahrtor auf den Treppen des Museumsplatzes vor dem Historischen Museum am Freitag, 23. August, um 17 Uhr stattfinden. Den traditionellen Abschluss des Festes bildet das spektakuläre Musikfeuerwerk am Sonntagabend, das dieses Jahr wieder um 22 Uhr stattfindet.

Weitere Infos und eine detaillierte Veranstaltungsübersicht gibt es auf der Website und im ausliegenden Programmheft , hier als PDF

Schätze aus dem Schutt – Das Frankfurter Dommuseum zeigt wiederentdeckte skulpturale Zeugen mittelalterlicher Glaubenskultur aus dem Untergrund von St. Leonhard

„Christus und den drei ersten Zeuginnen  seiner Auferstehung am Grabe“, wurde unter dem Altarbereich in St. Leonhard gefunden. Hier im Quadrum  des Kaiserdoms St. Bartholomäus ( Domplatz 1). ©  Foto: Diether v Goddenthow
„Christus und den drei ersten Zeuginnen seiner Auferstehung am Grabe“, wurde unter dem Altarbereich in St. Leonhard gefunden. Hier im Quadrum des Kaiserdoms St. Bartholomäus ( Domplatz 1). © Foto: Diether v Goddenthow

Gut 200 Jahre schlummerten sie als Füllmaterial unter dem Fußboden der 800 Jahre alten Frankfurter Sankt Leonhardskirche: Nun sind sie wieder zu sehen: Frisch restauriert und zumeist aus tausenden Scherben behutsam und kundig zusammengesetzt: „Schätze aus dem Schutt“. Entdeckt wurden die Überreste der Zeugnisse mittelalterlicher Glaubenskultur während der Innensanierung der Kirche St. Leonhard zwischen 2009 und 2017 bei Grabungen im bis zu 2,20 Meter aufgeschütteten Boden.

Denn nicht nur Erweiterungen und eine neue Einwölbung hatten im Lauf der Jahrhunderte das unmittelbar am Main gelegene Gebäude verändert. Auch mehrfache Aufschüttungen als Hochwasserschutz erhöhten den Fußboden, „so dass das zu Beginn der Innensanierung angetroffene Fußbodenniveau 2,20 Meter höher lag als das der ersten romanischen Kirche.“, so Bettina Schmitt, Leiterin des Dommuseums.

Die fast lebensgroße Sandsteinskulptur "Atzmann" wurde bereits 2011 ausgegraben. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Die fast lebensgroße Sandsteinskulptur „Atzmann“ wurde bereits 2011 ausgegraben. © Foto: Diether v Goddenthow

„Für jeden dieser Umbauten“, so die Leiterin, „wurde auch Füllmaterial aus der Kirche verwendet, so dass die Ausgrabungen der Jahre 2009–2014 nicht nur die architektonischen Strukturen – etwa die verzierten Basen der Pfeiler und Portale, die Grundmauern des romanischen Rechteckchors oder Altarfundamente – ans Licht brachten, sondern auch eine große Zahl von Grabplatten sowie zerbrochener oder zerschlagener Kunstwerke wurde gefunden, darunter der im 19. Jahrhundert im Chor gleichsam beigesetzte Atzmann, die Fragmente des steinernen Heiliggrabaltars und die Tonscherben einer um 1430/1440 entstandenen Beweinungsgruppe.“ Aufschlussreich seien natürlich auch die zahlreichen Pilgermuscheln, Fußbodenfliesen, Glasfensterscherben oder Münzen, die in der Kirche zutage kamen und nicht zuletzt die anthropologischen Funde in den zahlreichen Grabstellen im Kircheninneren.

An der Vitrine "Mittelalterliche Farbwelt" erfahren Besucher Wesentliches über die Farbherstellung, Bindemittel, Auftrag, über Vergoldung usw.  ©  Foto: Diether v Goddenthow
An der Vitrine „Mittelalterliche Farbwelt“ erfahren Besucher Wesentliches über die Farbherstellung, Bindemittel, Auftrag, über Vergoldung usw. © Foto: Diether v Goddenthow

Zusammen mit den jüngst am Gebäude erforschten baugeschichtlichen Befunden erzählen die Grabungsfunde in überaus anschaulicher Weise neue Episoden zur wechselvollen Geschichte von St. Leonhard. Anders als die an der Oberfläche verbliebenen Werke haben die wiedergefundenen Fragmente ihr mittelalterliches Aussehen, namentlich ihre Farbfassung, bewahrt. Das stellt gerade im Fall des in leuchtenden Farben bemalten Heiliggrabaltars eine große Besonderheit dar, der somit ein unschätzbares Zeugnis für die Erforschung mittelalterlicher Steinpolychromie ist.

Wer durch die zahlreich en Guckgläser der Archäologischen Wand schaut, erhält tiefe Einblicke in das Grabungsgeschehen in der St. Leonhardskirche und kann noch besser nachvollziehen, weswegen die Ausstellung "Schätze aus dem Schutt" heißt. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Wer durch die zahlreich en Guckgläser der Archäologischen Wand schaut, erhält tiefe Einblicke in das Grabungsgeschehen in der St. Leonhardskirche und kann noch besser nachvollziehen, weswegen die Ausstellung „Schätze aus dem Schutt“ heißt. © Foto: Diether v Goddenthow

Anlässlich des 800jährigen Jubiläums von Sankt Leonhard und der Wiedereröffnung zeigt nun das Dommuseum Frankfurt gemeinsam mit dem Archäologischen Museum, der Denkmalpflege der Stadt Frankfurt und dem Landesamtes für Denkmalpflege des Landes Hessen ab dem 16. August bis zum 19. Januar 2020 die Funde und Befunde erstmals im Zusammenhang und im kunstlandschaftlichen Kontext in der Sonderausstellung „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“.

Mit dieser Urkunde schenkte der Stauferkaiser genau vor 800 Jahren, am 15. 08..1219, den Frankfurter Bürgern das Grundstück zum Bau der St. Leonhardskirche.©  Foto: Diether v Goddenthow
Mit dieser Urkunde schenkte der Stauferkaiser genau vor 800 Jahren, am 15. 08..1219, den Frankfurter Bürgern das Grundstück zum Bau der St. Leonhardskirche.© Foto: Diether v Goddenthow

Neben der erstmaligen Präsentation dieser wertvollen Grabungsfunde und restaurierten Kunstschätze, vermittelt von Bettina Schmitt (Dommuseum Frankfurt) und Dr. Verena Smitt (Kunst- und Architekturhistorikerin) kuratierte Ausstellung insbesondere auch Methoden und Erkenntnisse der oft im Verborgenen tätigen Denkmalpflege, Archäologie und Restaurierungswissenschaften: In akribischer Spurensuche lassen sie ein neues Bild mittelalterlicher Kirche wieder erstehen. Einblicke in die Grabung, die Restaurierung und komplexen mittelalterlichen Herstellungstechniken bedeutender Kunstwerke gibt es im eigens für die „Schätze aus dem Schutt“ im leergeräumten Sakristeuum. Haus am Dom (Domplatz 3), wo Teil 1 der Ausstellung beginnt: Bedeutendstes Exponats ist die 800 Jahre alte Gründungsurkunde von Frankfurts ältester Bürgerkirche St. Leonhard. Das Besondere des von Stauferkaiser König Friedrich II. (1212 – 1250) am 15. August 1219 ausgestellten und königlich besiegelten Pergaments-ist nicht nur die darin verbriefte Grundstücksschenkung für den Kirchenbau. Vielmehr werden die Frankfurter zum ersten Mal urkundlich als Bürger bezeichnet: „Wir haben auf Ersuchen aller Unserer treuen Bürger von Frankfurt … diesen Bürgern … eine Hofstatt geschenkt …“, zitiert eine Texttafel aus der Urkunde, die komplette auf Seiten 24 und 25 im Begleitkatalog zur Ausstellung transkribiert und übersetzt abgedruckt ist. Da das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt das wertvolle Original-Exponat wegen der Lichtempfindlichkeit sechs Wochen bereitstellen kann, es anschließend gegen ein Faksimile-Druck austauscht, empfiehlt sich Fans von Originalurkunden ihren Ausstellungsbesuch bis spätestens Ende September einzuplanen.

Die Beweingruppe ist das wichtigste in Frankfurt überlieferte Zeugnis aus der Gruppe der in ganz Europa einst geschätzten  mittelrheinischen Tonplastiken des frühen 15. Jahrhunderts.©  Foto: Diether v Goddenthow
Die Beweingruppe ist das wichtigste in Frankfurt überlieferte Zeugnis aus der Gruppe der in ganz Europa einst geschätzten
mittelrheinischen Tonplastiken des frühen 15. Jahrhunderts.© Foto: Diether v Goddenthow

Zu den besonderen Highlights zählen neben den bis zum Barock hin noch für „jungfräulich Verstorbene“ wie Kinder, Ledige und Priester verwendete Totenkronen und figürlichen Votiven, kleinen Eisenmännchen, die sogenannte Beweingruppe: Dieses Relief wurde wie sämtliche Funde unter Leitung von Christine Kenner (Landesamt für Denkmalpflege Hessen) und Thomas Flügen (Archäologisches Museum Frankfurt) gemeinsam mit den Restauratorenkolleginnen Sarah Hacker, Lilian Pauli, Birgit Schwahn, Birgit Schwieder und Manuele Thews aus 63 geborgenen Tonscherben und ergänzenden Rekonstruktionen, etwa des Schleiers, wieder zusammengesetzt. Bei der Beweingruppe, so Museumsleiterin Bettina Schmitt, „handelt es sich um das wichtigste in Frankfurt überlieferte Zeugnis aus der Gruppe der mittelrheinischen Tonplastiken des frühen 15. Jahrhunderts. Werke dieser Gruppe gehören zu den bedeutenden Exponaten in Museen, so z. B. im Bodemuseum, Berlin und im Louvre, Paris.

Ein grandioser Fund neuzeitlicherer Art war das hinter einer vermauerten Tür im Obergeschoss des Nordturms entdeckte Buch über die Geschichte der schon recht früh bekannten Elektrizität: „Histoire d‘ Électricité“, Paris 1771, von Joseph Priestley (1755 – 1804), einem berühmten Naturwissenschaftler seiner Zeit.

Die Geschichte der Elektrizität „Histoire d‘ Électricité“, Paris 1771, von Joseph Priestley (1755 – 1804), ein wenig von Mäusen angeknabbert, zeigt, dass Elektrizität keinesfalls nur ein modernes Thema ist. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Die Geschichte der Elektrizität „Histoire d‘ Électricité“, Paris 1771, von Joseph Priestley (1755 – 1804), ein wenig von Mäusen angeknabbert, zeigt, dass Elektrizität keinesfalls nur ein modernes Thema ist. © Foto: Diether v Goddenthow

Man nimmt an, dass das ein wenig vom Mausfraß angenagte aber ansonsten noch gut erhaltene Buch über die Geschichte der Elektrizität während der französischen Besatzung 1798 dorthin gelangte. Zu dieser Zeit der Säkularisierung wurde St. Leonhard von Militär als Lager genutzt. Es könnte aber auch sein, dass einige Buchhändler aus der Buchgasse ihre Waren in St. Leonhard deponierten, so Bettina Schmitt.

Die weiteren herausragenden Funde wie die Grabplatte mit „Christus und den drei ersten Frauen am Grab“, der imposante Heiliggrabaltar, sowie die fast lebensgroße „Atzmann“-Figur in liturgischer Kleidung aus dem 15. Jahrhunderts sowie weitere aus dem Schutt geborgene farbige Steinskulpturen der Gotik befinden sich im gegenüber gelegenen Kreuzgang, im Quadrum, des Kaiserdoms St. Bartholomäus ( Domplatz 1).

Totenkronen erhielten bis zirka zur Zeit des Barocks „jungfräulich Verstorbene“  wie Kinder, Ledige und Priester.   ©  Foto: Diether v Goddenthow
Totenkronen erhielten bis zirka zur Zeit des Barocks „jungfräulich Verstorbene“ wie Kinder, Ledige und Priester. © Foto: Diether v Goddenthow

Anhand der bedeutendsten Funde würden in der Ausstellung zwei Geschichten erzählt, so die Museumsleiterin, nämlich einmal die 800jährige Geschichte St. Leonhards und zugleich die Geschichte der Wiederentdeckung und Erforschung während der Sanierung der vergangenen zehn Jahre. „Mit den Grabungsfunden steht den überlieferten Quellen, wie etwa den Zeugnissen über Stiftungen oder den bildlichen Darstellungen der Kirche aus dem 18. Jahrhundert, nun neue bauhistorische Erkenntnisse und verloren geglaubte, bisher unbekannte Ausstattungsstücke gegenüber.“

Begleit-Publikation:
Zur Ausstellung „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“ erscheint im Verlag Schnell + Steiner ein Ausstellungskatalog von ca. 200 Seiten, herausgegeben von Bettina Schmitt und Verena Smit. Beiträge verschiedener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen in allgemein verständlicher Weise die neuesten Erkenntnisse zur Geschichte der Kirche, ihrer Ausstattung und ihrer Erforschung dar.

Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
Ausstellung im Dommuseum Frankfurt & im Sakristeum
FR 16. August 2019 – SO 19. Januar 2020
Eröffnung DO 15. August, 17 Uhr
©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

ÖFFNUNGSZEITEN
DI / DO / FR 10 – 17 Uhr
MI 10 – 19 Uhr
SA & SO & Feiertage 11 – 17 Uhr
MO geschlossen
Während des MUSEUMSUFERFEST (FR 23.8. – SO 25.8.)
gelten folgende Sonderöffnungszeiten: FR & SA 10-20 Uhr, SO 10 – 18 Uhr

EINTRITT
5 € / erm. 3 €
Mit MuseumsuferCard und MuseumsuferTicket ist der Eintritt frei, ebenso am letzten
Samstag im Monat.
FÜHRUNGEN durch die Sonderausstellung „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“
MI 17.30 Uhr
SO 14 Uhr
Keine Anmeldung erforderlich / Teilnahme im Eintritt inbegriffen

BEGLEITPROGRAMM

1.logo-schaetze-v.schuttAUGUST 2019
DO 29. August 2019, 17.30 Uhr, St. Leonhard
Das Gebäude lesen
Spuren aus 800 Jahren Baugeschichte an St. Leonhard
Dr. Hans-Hermann Reck (Bauhistoriker)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl auf max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Dommuseum, Kasse

Veranstaltungen des Dommuseum Frankfurt zum
MUSEUMSUFERFEST FR 23.8. – SO 25.8.2019
FR 23.8.
15 Uhr allgemeine Domführung
16 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
17 Uhr Highlights – der Frankfurter Dom in 30 Minuten
17 Uhr 800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
18 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
18 Uhr 800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
19 Uhr Highlights – der Frankfurter Dom in 30 Minuten

SA 24.8.
12 / 15 / 17 / 18 Uhr
800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
14 Uhr
Finderglück – Kinder-Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem Schutt.
800 Jahre St. Leonhard
16 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
SO 25.8.
12 / 15 / 17 / 18 Uhr
800 Jahre St. Leonhard – Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem
Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
14 Uhr
Finderglück – Kinder-Führung durch die Sonderausstellung Schätze aus dem Schutt.
800 Jahre St. Leonhard
16 Uhr Königswahl und Kaiserkrönung im Frankfurter Dom
17 Uhr Highlights – der Frankfurter Dom in 30 Min.

SEPTEMBER 2019
DO 5. September, 17 Uhr, Steindepot
Blick hinter die Kulissen
Führung durch die Restaurierungswerkstatt und das Depot für Steindenkmäler des
Archäologischen Museums Frankfurt
Thomas Flügen (Dipl.-Restaurator, Archäologisches Museum Frankfurt)
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Borsigallee 8 HH, 60388 Frankfurt am Main
Öffentliche Verkehrsmittel U4 & U7 (Haltestelle Gwinnerstraße)

MI 25. September, 19 Uhr, Haus am Dom
St. Leonhard – Eine Frankfurter Bürgerkirche
Dr. Andreas Hansert (Historiker und Soziologe)
Vortrag
Eintritt frei

MI 16. Oktober, 17.30 Uhr, Dommuseum & Sakristeum
Wenn Archäologie, Restaurierung und Kunstgeschichte gemeinsam eine Ausstellung
machen…
Dr. Verena Smit (Kunst- und Architekturhistorikerin)
Kuratorinnenführung durch die Ausstellung Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard
Eintritt 5 €

DO 24. Oktober, 17 Uhr, Steindepot
Blick hinter die Kulissen
Führung durch die Restaurierungswerkstatt und das Depot für Steindenkmäler des
Archäologischen Museums Frankfurt
Thomas Flügen (Diplom-Restaurator, Archäologisches Museum Frankfurt)
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Borsigallee 8 HH, 60388 Frankfurt am Main
Öffentliche Verkehrsmittel U4 & U7 (Haltestelle Gwinnerstraße)

NOVEMBER 2019
MI 6. November, 19 Uhr, Haus am Dom
Der heilige Leonhard und seine Verehrung in Frankfurt am Main
Dr. Gabriel Hefele (Kunsthistoriker)
Vortrag
Eintritt frei

MI 13. November, 19 Uhr, St. Leonhard
Vom Altarretabel zum Sammlerstück und wieder retour – Der Kreuzaltar und seine
wechselvolle Geschichte
Christiane Weber (M.A., Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen) & Gesine
Dietrich (Dipl.-Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung) / Begrenzte Teilnehmerzahl auf max. 30 Personen
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Dommuseum, Kasse

MI 20. November, 17.30 Uhr, Sakristeum
Die Geheimnisse mittelalterlicher Werkstätten
Manuela Thews ( Dipl.-Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung)
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290
Treffpunkt: Dommuseum, Kasse

DEZEMBER 2019
MI 4. Dezember, 19 Uhr, Haus am Dom
Goethe und der Allerheiligenaltar in St. Leonhard
Michaela Schedl (Kunsthistorikerin)
Vortrag
Eintritt frei

MI 18. Dezember, 17.30 Uhr, Dommuseum
Geschichte in Fragmenten: das Heilige Grab aus St. Leonhard
Dr. Bettina Schmitt (Kunsthistorikerin, Dommuseum Frankfurt)
Führung
Eintritt: 5 € (inkl. Ausstellung)
Anmeldung unter: info@dommuseum-frankfurt.de oder T 069.800 8718-290

JANUAR 2020
DI 7. Januar, 19 Uhr, Kreuzgang Dommuseum Frankfurt
Das Heiliggrab und seine Funktion in der Liturgie
In der Reihe DING UND Transzendenz
Prof. Dr. Günter Kruck (Akademie Rabanus Maurus), Dr. Bettina Schmitt (Dommuseum
Frankfurt), Dr. Stefan Scholz (Akademie Rabanus Maurus)
Eintritt frei

DO 16. Januar, 17.30 Uhr, Haus am Dom
Die gotische Beweinungsgruppe aus St. Leonhard und die mittelrheinische Tonplastik
Christine Kenner (Dipl. Restauratorin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen)
Vortrag und Buchpräsentation
Eintritt frei

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019: Wim Wenders hält Laudatio auf Sebastião Salgado

Wim Wenders Foto: Anne Wilk
Wim Wenders Foto: Anne Wilk

Der Autor und Filmregisseur Wim Wenders hält die Laudatio auf Sebastião Salgado, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019, um 11 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live im ZDF übertragen.

Wim Wenders, geboren 1945 in Düsseldorf, studierte zunächst Medizin und anschließend Philosophie sowie Soziologie. Nach einem Aufenthalt in Paris wechselte er 1967 an die neu gegründete Hochschule für Film und Fernsehen in München. Noch während seiner Ausbildung schuf er erste Kurzfilme und war als Filmkritiker für die Zeitschriften „Filmkritik“, die „Süddeutsche Zeitung“, „Der Spiegel“ sowie das Magazin „Twen“ tätig. 1971 gehörte Wenders zu den Gründungsmitgliedern des Filmverlags der Autoren und machte mit der Verfilmung von „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ von Peter Handke zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Mit dem Roadmovie „Alice in den Städten“ (1974) feierte er seinen künstlerischen Durchbruch.

2014 porträtierte er in dem für den Oscar nominierten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ den diesjährigen Friedenspreisträger Sebastião Salgado. Weitere Oscar-Nominierungen erhielt er für „Buena Vista Social Club“ (1999) und „Pina“ (2011). „Der Stand der Dinge“ (1982) wurde in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, mit „Paris, Texas“ (1984) erhielt Wenders die Goldenen Palme in Cannes, mit „Der Himmel über Berlin“ (1987) den Preis der Besten Regie. Seine Fotografien sind mittlerweile weltweit ausgestellt. Seit 1996 ist Wim Wenders Präsident der Europäischen Filmakademie und Mitglied des Ordens Pour le Mérite. Seine 2012 gegründete Stiftung führt seine künstlerische Arbeit zusammen und unterstützt junge Filmschaffende. Für sein Lebenswerk erhielt er 2014 auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären.

Weitere Informationen sind abrufbar unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.

Erster ZukunftsWorkshop des Kultursommers Rheinland-Pfalz in Mainz – Austausch zwischen Vertretern der freien Kulturszene und Kulturminister Wolf

Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Kultursommer-Geschäftsführer Prof. Dr. Jürgen Hardeck diskutieren mit über 50 Machern und Organisatoren der freien Kulturszene aus Mainz und Umgebung über Entwicklungen und Perspektiven des Kultursommers Rheinland-Pfalz. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Kultursommer-Geschäftsführer Prof. Dr. Jürgen Hardeck diskutieren im Landesmuseum Mainz  mit über 50 Machern und Organisatoren der freien Kulturszene aus Mainz und Umgebung über Entwicklungen, nötige Veränderungen und Perspektiven des Kultursommers Rheinland-Pfalz. © Foto: Diether v Goddenthow

Etwa 50 Kulturschaffende aus Mainz und Umgebung sind Kulturminister Wolfs Einladung zum gestrigen ersten „ZukunftsWorkshop“ des Kultursommers Rheinland-Pfalz ins Mainzer Landesmuseum gefolgt, um gemeinsam der Frage nachzugehen: Was braucht die Freie Kulturszene des Landes?

Es war eine offene und konstruktive Diskussion – und der Minister hat aufmerksam zugehört: „Mit den Erkenntnissen aus diesem und den kommenden Workshops werden wir die Weichen stellen für die nächste Legislaturperiode, damit die Kultur in unserem Land auch in den kommenden Jahren eine hohe Qualität und Vielfalt für seine Bürgerinnen und Bürger und für seine Gäste bietet.“

2021 wird der Kultursommer Rheinland-Pfalz 30 Jahre alt – ein hervorragender Anlass, frühzeitig über Perspektiven nachzudenken, neue Ideen zu entwickeln und zu diskutieren. „Das wurde in den Kultursommer-Foren auch früher gemacht und in vielen Gesprächen und an runden Tischen ist in all den Jahren vieles miteinander besprochen und so manches Problem gelöst worden“, so der Minister. Und wirklich ist in über 25 Jahren rund um die „Dachmarke Kultursommer“ viel geschehen: die Förderung der Soziokultur, der regionalen Festivals und der kulturellen Bildung; der Changemanagement-Prozess „Kultur im Wandel“ oder die Vereinfachung der Förderrichtlinien.

Was sind jetzt die Anforderungen der Kulturszene? Natürlich, mehr Geld darf es immer sein, aber auch Planungssicherheit und gleichzeitig die Offenheit für Neues. Die Fragen nach mehr Beratung und mehr Netzwerken konnte durch die Gründung von zwei Kultur-Beratungsstellen (mit Sitz in Lahnstein und Kaiserslautern) vor wenigen Monaten schon im Ansatz beantwortet werden. Alle angesprochenen Themen – vom Kultursommer-Zeitraum, Transparenz bei der Projektvergabe, Nachwuchs, Gagen, Infrastruktur bis hin zum Wert der Kultur für die Gesellschaft – wurden aufgenommen und gut dokumentiert.

Die Erkenntnisse der verschiedenen Zukunfts-Workshops sollen erst einmal gesammelt werden, bevor es an die Analyse und Umsetzung geht. Mindestens zehn solcher Treffen wird es in den nächsten Monaten insgesamt geben – in den anderen Oberzentren und in den ländlichen Räumen des Landes – damit möglichst viele und möglicherweise auch regional unterschiedliche Ideen gesammelt werden können. „Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die weiteren Gespräche. Gemeinsam mit den Kulturschaffenden möchte ich die Türen unserer Kultureinrichtungen weiter öffnen, damit jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit hat Kultur zu erfahren und Kultur selbst zu gestalten “, so Wolf.

Logo-ZukunftKuso-highDie nächsten Termine sind am Dienstag, 27. August, im Vogtshof in Hachenburg und am Freitag, 6. September, in Edenkoben. Weitere Termine wird es bis ins nächste Jahr hinein in Trier, Koblenz, Ludwigshafen und anderen Orten geben – die Termine werden rechtzeitig veröffentlicht.

Weitere Infos: Kultursommer Rheinland-Pfalz

Landesmuseum Mainz: Das Reisekönigtum des Mittelalters und seine Paläste – ausgewählte Herrschaftsorte des 8. bis 12. Jahrhunderts am Beispiel Ingelheims

© GDKE Rheinland-Pfalz – Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)
© GDKE Rheinland-Pfalz – Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)

Mobilität gehört zu den wichtigsten Themen unserer Zeit, aber auch schon im Früh- und Hochmittelalter waren Kaiser und Könige erstaunlich mobil. Sie reisten viel, richteten Hoftage aus, veranstalteten Reichsversammlungen sowie Synoden und wählten sich dafür Orte der Macht aus, die dem politischen Geschäft eine oft beeindruckende Bühne gaben. So entstanden in ihrem Herrschaftsraum – der gerade im heutigen Rheinland-Pfalz sein Zentrum hatte – Pfalzen und Königshöfe, auf denen sich die Herrscher samt Hof und Entourage bevorzugt aufhielten.

Der Mittelalter-Archäologe Holger Grewe beleuchtet in einem Vortrag „Der charismatische Ort. Das Reisekönigtum des Mittelalters und seine Paläste“ am 27. August um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) ausgewählte Herrschaftsorte des 8. bis 12. Jahrhunderts und zeichnet am Beispiel Ingelheims nach, wie diese Paläste genutzt wurden: von den Reichsversammlungen Ludwigs des Frommen über die Festtags-Pfalz der Ottonen bis zum Gefängnis für den entmachteten Kaiser Heinrich IV.

Seit der Karolingerzeit wurden speziell für das Reisekönigtum überall im Land prachtvoll ausgestattete Paläste gebaut, die sich durch kostbaren Bauschmuck oder durch technische Innovationen zu gewaltigen Herrschaftszeichen entwickelten. Gerade die Kaiserpfalz in Ingelheim, die – dank Überlieferungsglück – eine lange Forschungsgeschichte hat, gewährt aufgrund neuer archäologischer Entdeckungen in den letzten 15 Jahren besonders anschaulich einen Blick ins Mittelalter.

Mit diesem hochinteressanten Thema setzt die GDKE – rund ein Jahr vor Beginn der großen Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ – ihre breit angelegte Vortragsreihe fort.

Der Vortrag beginnt am Dienstag, 27. August, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51

Die nächsten Vorträge dieser Reihe:
Dienstag, 10.9.19, 18 Uhr: „Auf den Schultern von Riesen“
Dienstag, 22.10.19, 18 Uhr: Aufstieg aus Ruinen?
Mo/Di, 4./5.11.19: Tagung „Frauen in den mittelalterlichen Städten am Rhein“
Montag, 4.11.19, 18 Uhr: Rollen und Handlungsspielräume
Dienstag, 19.11.19, 18 Uhr: Niedergang des Kaisertums?

Literaturfest „Textland. Made in Germany“ am 14. September ab 15 Uhr in der Evangelischen Akademie Frankfurt

Made in Germany, das ist heute eine durch diverse Identitäten und Erinnerungen geprägte Gesellschaft. Entsprechend vielschichtig und facettenreich sind die Formen des Erzählens, denen die Veranstaltung unter dem Motto Erinnern, Erzählen, Identität nachspüren möchte.

Bei der Eröffnungsdiskussion um 15 Uhr gehen Doron Rabinovici (Autor und Historiker), Verena Boos (Autorin und Erinnerungsforscherin), Senthuran Varatharajah (Autor und Philosoph) und Irini Siouti (Soziologin/Institut für Sozialforschung FFM) den Fragen nach: Was erinnern wir überhaupt? Was haben wir selbst erlebt und was „erinnern“ wir nur deshalb, weil es sich als kulturelle Überlieferung in uns eingegraben hat? Und wie beeinflusst dies unser Selbstbild, unser Zugehörigkeitsgefühl oder unsere Abgrenzung gegenüber anderen? Moderatorin: Nassima Sahraoui.

Danach folgen bis gegen 22.30 Uhr die Short Cuts: Kurzlesungen und Gespräche mit Doğan Akhanlı, Shida Bazyar, Alexandru Bulucz, Verena Boos, Ann Cotten, Dilek Güngör, Zoe Hagen, Doron Rabinovici, Karosh Taha, Senthuran Varatharajah sowie eine Lyrik-Performance mit Yevgeniy Breyger, Grit Krüger und Robert Stripling. Es moderieren Insa Wilke, Hadija Haruna Oelker, Harry Oberländer und Leon Joskowitz.

Zum Programm-Ablauf

Infos: www.faustkultur.de
www.faustkulturstiftung.de