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Böhm 100: Der Beton-Dom von Neviges – Ab 17. Jan. 2020 im Deutschen Architekturmuseum

Gottfried Böhm: Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“, Neviges, 1963–68, P. Rufinus Reifenrath, Guardian des Klosters und Vertreter des Bauherrn, P. Augustin Honecker und P. Elmar Posch (v. l. n. r.) Foto: J.H. Darchinger/Friedrich Ebert Foundation, ca. 1968, courtesy of the Marienwallfahrt Neviges Archive
Gottfried Böhm: Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“, Neviges, 1963–68, P. Rufinus Reifenrath, Guardian des Klosters und Vertreter des Bauherrn, P. Augustin Honecker und P. Elmar Posch (v. l. n. r.) Foto: J.H. Darchinger/Friedrich Ebert Foundation, ca. 1968, courtesy of the Marienwallfahrt Neviges Archive

Anlässlich des 100. Geburtstags von Gottfried Böhm am 23. Januar 2020  feiert das DAM vom 17. Jan. bis 26. April 2020 den bekannten Architekten mit einer konzentrierten Ausstellung. Diese widmet sich der Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“in Neviges, einem seiner bekanntesten Bauten, der zwischen 1963 und 1968 als ein Beton-Dom entstand und von den Franziskanermönchen in Auftrag gegeben wurde. Die zwischen Wuppertal und Essen im kleinen Ort Neviges im brutalistischen Stil errichtete überdimensionierte Kirche, bietet 800 Sitz- und 2200 Stehplätze und ist somit nach dem Kölner Dom der zweitgrößte Sakralbau im Erzbistum Köln, weswegen sie auch „Marien-Dom“ genannt wird. Das aus Sichtbeton wie ein Gebirge geformte Ensemble zählt zu Böhms „brutalistischer“ Werkphase. Im Jahr 1986 bekam Gottfried Böhm als erster deutscher Architekt den Pritzker-Preis verliehen, den Nobelpreis der Architektur. Seine Zeichnungen, sowie der Nachlass seines Vaters Dominikus Böhm, befinden sich in der Sammlung des DAM. Nachdem das Museum beiden Böhms bereits 2005 und 2006 umfassende Ausstellungen gewidmet hat, wird nun zum 100. Geburtstag der Rückblick mit einem Ausblick verbunden, denn gegenwärtig erhält die Kirche in Neviges eine neue Dachschicht mithilfe einer innovativen Textilbetontechnologie.

Die Wallfahrt nach Neviges

Gottfried Böhm: Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“, Neviges / 1963–68 Foto: Inge und Arved von der Ropp /Irene und Sigurd Greven Stiftung, ca. 1968
Gottfried Böhm: Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“, Neviges / 1963–68 Foto: Inge und Arved von der Ropp /Irene und Sigurd Greven Stiftung, ca. 1968

Seit dem späten 17. Jahrhundert kommen Pilger nach Neviges, um ein kleines Marienbildnis anzubeten, das von dem dort ansässigen Franziskanerorden gehütet wird. Die Region war zu Beginn der Wallfahrt im Jahr 1681 überwiegend evangelisch geprägt. Die Marienverehrung von Neviges ist in der Zeit der Gegenreformation entstanden. Nach dem Ersten Weltkrieg und auch nach 1945 stiegen die Pilgerzahlen stark an, sodass die kleine Klosterkirche nicht mehr ausreichte. Die Franziskaner entwickelten den Plan, eine neue, riesige Wallfahrtskirche mit 8.000 Plätzen zu bauen und führten 1962/1963 einen Architekturwettbewerb mit 15 Teilnehmern durch.

Die Ausstellung
Erstmals in der Geschichte des DAM wird die Stirnwand des Vortragssaals mit raumhohen Fototapeten in eine illusionistische Raumansicht verwandelt. Dort wird eine Collage aus Innenraumfotos des Mariendoms von Neviges zu sehen sein. Mit vielen Fotos aus der Bauzeit der Kirche und zahlreichen expressiven Zeichnungen Gottfried Böhms wird dieses zentrale Werk der Sakralarchitektur des 20. Jahrhunderts so umfangreich wie noch nie präsentiert.

DEUTSCHES ARCHITEKTURMUSEUM (DAM)
Schaumainkai 43 \ 60596 Frankfurt am Main \ Germany
www.dam-online.de
www.facebook.com/architekturmuseum

Finale der Bauhaus-Ausstellung „bauhaus – form und reform“ im Landesmuseum Mainz am 19. Jan. 2020

Die Ausstellung beleuchtet, worauf Bauhaus aufgebaut hat und zeigt so auch ausgesuchte Objekte nach Entwürfen von Henry van de Velde, „Sezessions-Schreibtisch“, 1899. Heinrich Ludwig Rohde (1683–1755), Schreibsekretär; sowie andere Highlights der Handwerkskunst, bevor Besucher die allmähliche Vereinfachung der "Dinge des Alltags" erleben können. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Die Ausstellung beleuchtet, worauf Bauhaus aufgebaut hat und zeigt so auch ausgesuchte Objekte nach Entwürfen von Henry van de Velde, „Sezessions-Schreibtisch“, 1899. Heinrich Ludwig Rohde (1683–1755), Schreibsekretär; sowie andere Highlights der Handwerkskunst, bevor Besucher die allmähliche Vereinfachung der „Dinge des Alltags“ erleben können. © Foto: Diether v Goddenthow

Am 19. Januar endet die Sonderausstellung „bauhaus – form und reform“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Im Rahmen einer Finissage bietet sich den Besucherinnen und Besuchern zum letzten Mal die Gelegenheit, in die Welt dieser einflussreichen Bildungsstätte des 20. Jahrhunderts einzutauchen und der Bauhaus-Idee nachzuspüren. Zwischen 11 und 15 Uhr werden stündlich Kurzführungen durch die Ausstellung angeboten, der Eintritt am 19. Januar ist frei.

Mit der Ausstellung würdigt das Landesmuseum Mainz die Kunstschule, die im vergangenen Jahr ihr 100. Jubiläum feierte. Ziel der Sonderschau ist es, die Bauhaus-Idee anhand von Alltagsgegenständen nach Entwürfen von Bauhaus-Meistern und -Schülern vorzustellen. Die legendäre Kunstgewerbeschule prägte in nur 14 Jahren – nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten löste sie sich 1933 zur Wahrung ihrer Ideale selbst auf – mit ihrer stilbildenden und reduzierten Formensprache unser bis heute bestehendes Verständnis von Moderne in Architektur und Dingen des Alltags.

Die Ausstellung „bauhaus – form und reform“ präsentiert rund 150 Exponate aus verschiedenen Bauhauswerkstätten, darunter Hausrat, Möbel, Lampen sowie theoretische Schriften und Werbung aus der Zeit von 1900 bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch die Vorgeschichte der Bauhaus-Idee ist Thema im Landesmuseum, sodass ein Bogen vom 18. Jh. bis in die Gegenwart geschlagen wird.
Viele Exponate stammen aus rheinland-pfälzischen Privatsammlungen mit dem Schwerpunkt Bauhaus. Zudem haben zahlreiche Museen Leihgaben zur Verfügung gestellt, ohne die eine Realisierung der Ausstellungsidee nicht möglich gewesen wäre. Hauptleihgeber ist die Sammlung Sebastian Jacobi aus Bad Ems, der 36 Objekte beigesteuert hat. Restexemplare des handlichen, aber großzügig illustrierten Begleitbuchs werden im Landesmuseum zu einem Sonderpreis angeboten.

Die Finissage findet am Sonntag, 19. Januar, ab 10 Uhr im Landesmuseum statt.

Landesmuseum Mainz,
Große Bleiche 49-51.

„Der Jugendstil lässt uns nicht los“ ab 19. Jan. 2020 in der Kunstarche Wiesbaden e.V.

jugendstil2-kunstarche2„Der Jugendstil lässt uns nicht los“ heißt eine weitere, feine Jugendstil-Ausstellung des Stadtarchivs und der Kunstarche Wiesbaden e.V. (Im Rad 42 65197 Wiesbaden) vom 19. Januar bis 13. März 2020. Sie geht  einmal mehr nicht nur der Frage nach, wie der Jugendstil nach Wiesbaden kam, sondern, warum Formen, Farben, Linien und Ornamente uns damals wie heute derart faszinieren.

So heißt es in der Einladung: „Einmal im Bann dieser Strömung, zeigt auch das Stadtarchiv Akten, Pläne und Grafiken im Jugendstil. In den Vitrinen der Kunstarche wird der schlingernden Linie wie auch dem geometrischen Ornament nachgespürt. Diese Objekte zeigen, dass die in der Sammlung Neess vor allem mit Spitzenmöbeln und Gmälden vertretenen Künstler noch anderes vollbracht haben: Buchkunst, Keramik, Besteck. So bereichern Wiesbadener Jugendstil-Sammler mit ihren Sammlungsstücken die Ausstellung. Das Lebensgefühl um 1900 wird kontrastreich inszeniert, von Grabmälern auf dem Nordfriedhof bis zum Glamour im Palasthotel und Reklame von Wiesbadener Firmen.“

„Der Jugendstil lässt uns nicht los“

Eröffnung:
Sonntag 19.Janur 2020, 11.30 Uhr

Begrüßung: Stadtrat Axel Imholz
Einführung: Felicitas Reusch

Ort:
Kunstarche und Stadtarchiv
Im Rad 42 · 65197 Wiesbaden
Tel. 0611 525391
www.kunstarche-wiesbaden.org
kontakt@kunstarche-wiesbaden.org

Vorschau:Mittwoch, 29. Januar 2020, 18.00 Uhr.

„Die Großen des Jugendstils und Wiesbaden“
Vortrag von Dr. Dörte Folkers mit Aufnahmen von Prof. Axel Sawert

Wiesbaden ist immer schon für seinen Historismus bekannt, für den Jugendstil erst jetzt, nachdem im Landesmuseum eine großartige Sammlung zu sehen ist. Wiesbaden hat jedoch schon in ihrer Zeit große Künstler des Jugendstils gesehen und Werke von ihnen erhalten.
Die Referentin beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Kunst des Jugendstils. Anhand der Farbfotos von Prof. Axel Sawert zeigt sie Spuren dieser oft nicht so bekannten Kostbarkeiten. Der Vortrag im Saal des Stadtarchivs erfolgt in Kooperation mit dem Ortskuratorium Wiesbaden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Ort:
Kunstarche und Stadtarchiv
Im Rad 42 · 65197 Wiesbaden
Tel. 0611 525391
www.kunstarche-wiesbaden.org
kontakt@kunstarche-wiesbaden.org

BBK startet im Wiesbadener Rathaus-Foyer mit der Ausstellung „40 hoch2“ am 22.1.2020 ins neue Jahr

BBK_40hoch2-einladungDer Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Wiesbaden beginnt seine Ausstellungen im Jahr 2020 mit der Präsentation „40 hoch2“ im Foyer des Wiesbadener Rathauses.
Wie der Titel bereits verrät, ist die Gemeinsamkeit der gezeigten Werke das quadratische Bildformat.

©  BBK
© BBK

Diese eigentlich einschränkende Vorgabe wird allerdings eindrucksvoll von den rund 35 Künstlerinnen und Künstlern durch ihre unterschiedlichsten Gestaltungsansätze- und Medien aufgebrochen. Ein Austausch der besonderen Art entspannt sich zwischen den einzelnen Ausdrucksformen durch die äußere optische Strenge.

Der BBK lädt herzlich ein zur Ausstellungseröffnung ins Foyer des Wiesbadener Rathauses:

Vernissage: 22.01.20, 19 Uhr
Ausstellungszeit: 23.01. – 07.02.20
Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 19, Sa 10 – 15

Veranstalter: BBK Wiesbaden e.V. www.bbk-wiesbaden.de
Mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Wiesbaden

Mit der KulturRegion 2020 spannende Orte und Kulturschätze erkunden

© KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH
© KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH

(ffm) Spannende Orte und Kulturschätze liegen oft wohnortnah und sind auch ohne Auto nachhaltig erreichbar. Wer wissen möchte, wo sie liegen und wann dort Interessantes stattfindet, findet alle relevanten Informationen in den Programmheften der KulturRegion. Mit ihren Programmen und Projekten macht sie vielfältige kulturelle Angebote in der Rhein-Main-Region für eine breite Zielgruppe zugänglich. Dabei setzt sie 2020 den Fokus auf aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit.

Die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Thomas Will, Landrat des Kreises Groß-Gerau, präsentierten am Donnerstag, 16. Januar, gemeinsam mit Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt drei druckfrische Programmhefte. Im 15. Geschäftsjahr der gemeinnützigen Gesellschaft zeigen sie exemplarisch die erfolgreiche Arbeit des starken Rhein-Main-Kulturnetzwerks, das von 53 Städten, Kreisen sowie dem Regionalverband getragen wird und 3,3 Millionen Menschen umfasst.

Vorgestellt wurde das umfangreiche Jahresprogramm „Museen & Sonderausstellungen 2020“, das Programm des internationalen „Starke Stücke“-Theaterfestivals im März sowie das aktuelle Halbjahresheft zu „Kleidung, Freiheit, Identität“ aus dem Projekt „Geist der Freiheit“. Die Veranstaltungsprogramme für zwei weitere Projekte, die sich dem aktuellen Thema „Nachhaltigkeit“ widmen werden, sind in Vorbereitung: Vor Ostern erscheint das Programm von „GartenRheinMain“ mit dem Fokus „(G)Artenvielfalt“ sowie im Mai ein Parkführer für die Region. Ende Juni folgt das Programm der 18. Tage der Industriekultur Rhein-Main mit dem Fokus „Umwelt gestalten“.

Alle Programme sind kostenfrei in den Rathäusern, Bürger- und Touristinfos der Region, in Bibliotheken, beteiligten Museen und Spielorten und über die Geschäftsstelle der KulturRegion erhältlich. „Der KulturRegion ist es gelungen, eine beeindruckende Vielfalt an kulturell bedeutenden Orte der Rhein-Main-Region und unzählige Akteure in ihr Netzwerk einzubinden, interkommunalen Zusammenarbeit voranzutreiben, Projekte zu initiieren und starke Kulturmarken zu etablieren“, erklärte Will.

„Um diese wichtigen Aufgaben erfolgreich fortzusetzen, haben die Gesellschafter einstimmig einer Erhöhung der Jahresbeiträge von 10 Cent auf 12 Cent pro Einwohner und Jahr zugestimmt. Doch um mit ihren großen Potenzialen zukunftsfähig aufgestellt zu sein braucht sie weitere Unterstützung. Seit vielen Jahren ist die KulturRegion geschätzter Partner und Ideengeber für Kunst und Kultur in unserer Region“, sagte Ina Hartwig. „Mit ihrem beachtlichen Zugewinn an Mitgliedern (rund 700.000 Einwohner in den letzten drei Jahren), erreicht sie mit ihren Projekten und Programmen nun 3,3 Millionen Menschen, die Hälfte der in Hessen lebenden Menschen. Das ist auch Anlass für einen Antrag beim Land Hessen, die KulturRegion nun auch institutionell zu fördern. Wir hoffen, dieses Ziel bis zum 15. Jubiläum im Dezember 2020 zu erreichen.“

Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion, ergänzte: „Wir freuen uns, zum Jahresauftakt drei Publikationen präsentieren zu können, die umfangreicher denn je sind. Mit übersichtlich präsentierten Kulturangeboten bieten sie wertvolle Orientierung, um unsere reichhaltige Museumslandschaft kennen zu lernen, beschäftigen sich mit aktuellen Fragen zum Thema Kleidung, Freiheit, Identität und eröffnen hochkarätige Theatererlebnisse für die ganze Familie. Und dass alles wohnortnah und ohne Auto erreichbar.“

Jahresprogramm „Museen & Sonderausstellungen 2020“
Druckfrisch liegt das Jahresprogramm „Museen & Sonderausstellungen 2020 in der KulturRegion FrankfurtRheinMain“ vor. Das Museumsheft bietet mit mehr als 200 Kulturangeboten in 104 Ausstellungshäusern in der Region einen praktischen Überblick und wertvolle Orientierung bei der Planung von Ausstellungsbesuchen über das Jahr. Mit dabei sind international bekannte Kunstmuseen, naturkundliche und technische Sammlungen, Geschichts- und Heimatmuseen, Archive und Besucherzentren.

Erstmals stellen sich unter anderem das Museum Stangenberg Merck in Seeheim-Jugenheim, das Museum im Kolbschen Haus in Bickenbach, die Kunstsammlung des Landratsamtes Main-Taunus-Kreis in Hofheim am Taunus, die Liebieghaus Skulpturensammlung, das Struwwelpeter-Museum, das Institut für Stadtgeschichte und das Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main im Heft vor. Als weiterer Neuzugang trägt Bad Kreuznach mit gleich vier Museen zum Programm bei.

26. Internationales Theaterfestival für junges Publikum „Starke Stücke“
Auch das Programm des 26. Internationalen Theaterfestivals für junges Publikum Rhein-Main „Starke Stücke“ ist gerade erschienen. Mit rund 100 Vorstellungen bietet es vom 12. bis 13. März starke Theatererlebnisse aus 13 Ländern an 31 Spielorten der Rhein-Main-Region. Das vielfältige internationale Programm reicht von Tanz, über Figuren- und Objekttheater, Musik- und Erzähltheater bis hin zu interaktiven Performances. Am partizipativen Theaterspiel „Das Space Maze Game“ nimmt das Publikum aktiv teil, begegnet skurrilen Charakteren, löst verschiedene Aufgaben und gestaltet die Handlung des Stücks mit. Die Performance aus Österreich bespielt eine Woche lang das Zoogesellschaftshaus in Frankfurt am Main, wo zukünftig ein Kinder- und Jugendtheater für Frankfurt und die Region entstehen soll. Das Festival öffnet vielfältige Zugänge ins Theater. Beginnend mit einem jungen Publikum ab zwei Jahren, richtet es sich generationenübergreifend und unabhängig von sprachlichen und kulturellen Hintergründen an alle Menschen. Beim „Starke Stücke“-Workshop-Programm können Kinder und Jugendliche mit ihren Schulklassen und Kita-Gruppen das Theaterspielen auch praktisch erleben und erweitern so spielerisch ihre Kreativität und Ausdrucksstärke.

„Starke Stücke“ wird getragen von einem Netzwerk von zurzeit 26 Kulturveranstaltern in 18 Städten der Rhein-Main-Region, bei denen die Eintrittskarten direkt erworben werden können. Die Preise liegen bei familienfreundlichen 2 bis 15 Euro. Festival- und Rahmenprogramm mit Spielterminen, Orten und Informationen zum Kartenvorverkauf ist auf http://www.starke-stuecke.net veröffentlicht.

Geist der Freiheit mit neuem Schwerpunktthema „Kleidung, Freiheit, Identität – gestern und heute“
Die Frage, „wer die Hosen anhat“, bestimmte über Jahrhunderte das gesellschaftliche Zusammenleben. Das Projekt „Geist der Freiheit“ in der KulturRegion widmet sich ab 2020 den Zusammenhängen zwischen Kleidung, Freiheit und Identität. Dabei geht es um den Blick auf das Alltägliche, um Umbrüche in der Geschichte, Mode und Gesellschaft in der Gegenwart, um handwerklich-kreative Aspekte und regionale sowie globale Zusammenhänge: Wie frei ist die Mode, welchen Einflüssen unterliegt sie? Kann man Gleichberechtigung und Demokratisierung an Mode ablesen? Welche Unfreiheiten bestehen im globalen Handel mit Kleidung und welche Alternativen gibt es? Museen, Kommunen und Kreise, soziale und kirchliche Einrichtungen, Kultur- und Heimatvereine, Volkshochschulen, Hochschulen und Modeateliers in der KulturRegion beleuchten diese Fragen auf vielfältige Weise.

Das vorliegende Programm für das erste Halbjahr 2020 umfasst rund 60 Veranstaltungen, darunter Ausstellungen, Workshops für Kinder und Erwachsene, verschiedene Gesprächsformate, Performances und andere Events.

GartenRheinMain mit Fokus auf „(G)Artenvielfalt“
GartenRheinMain rückt 2020 mit dem Jahresthema „(G)Artenvielfalt“ die (heimischen) Tiere und Pflanzen in den Fokus. Natürliche Lebensräume werden im Zuge von Siedlungserweiterungen, Monokulturen und Rohstoffabbau immer weiter zerstört und verändert – nicht ohne Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Das Jahresprogramm bündelt von April bis Dezember rund 600 Veranstaltungen für Erwachsene, Familien und Kinder zu „grünen Themen“– darunter Parkfeste, Gartenmärkte, Workshops, Seminare, Führungen, Vorträge, Wanderungen und Radtouren. Zahlreiche Veranstaltungen greifen das Jahresthema auf, vermitteln anschaulich wie wichtig das „Grün“ für Mensch und Umwelt ist und wie sich beispielsweise der eigene Garten umweltfreundlich und naturnah gestalten lässt. Fokusveranstaltungen wie Vorträge oder ein Poetry Slam vertiefen das Thema. Das 200 Seiten starke Programmheft „(G)Artenvielfalt“ erscheint Ende März 2020.

Gemeinsam mit dem Regionalpark RheinMain, der Regionalpark RheinMain Taunus GmbH und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain realisiert die KulturRegion eine Veranstaltungsreihe zum regionalen Kulturgut „Streuobstwiesen“. Von der Kirschblüte bis zur Apfelernte von Mai bis Oktober soll auf sieben in der Region verteilten Streuobstwiesen mit Aktionsständen, kulturellen Events, regionaler Küche, Workshops und Führungen die Bedeutung von Streuobstwiesen für Artenvielfalt und regionale Identität vermittelt werden.

Zudem erscheint im Mai die Neuauflage der „Parkporträts“ im Magazinformat, das rund 110 öffentliche Gärten und Parks der Region in Text und Bild vorstellt.

Route der Industriekultur Rhein-Main: Fokusthema „Umwelt gestalten“
„Umwelt gestalten“ ist das Motto der „Tage der Industriekultur Rhein-Main 2020“, die vom 8. bis 16. August stattfinden. Im Fokus steht dabei das Thema „Mensch-Umwelt“, ein Verhältnis, das unser aller Alltag prägt. Welchen Einfluss übt der Mensch seit der Industrialisierung auf die Umwelt aus? Was bedeutet „Umwelt gestalten“ in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft? Den Blick stets nach vorne gerichtet, war der rauchende Schornstein einst Zeichen von Fortschrittlichkeit und die auto-gerechte Stadt Ausdruck veränderter Mobilität. FCKW-Gase waren selbstverständlicher Bestandteil vieler Produkte des täglichen Lebens. Heute steht alles im Zeichen von Nachhaltigkeit, umweltschonender Produktion und Klimaschutz. Auf anschauliche und authentische Weise werden die „Tage der Industriekultur Rhein-Main 2020“ dazu beitragen, ein vielschichtiges Bild von „Umwelt gestalten“ in der Rhein-Main-Region zu zeichnen, über Entwicklungen zu informieren und Dialoge anzustoßen.

Die „Route der Industriekultur Junior“, an der im vergangenen Jahr rund 3000 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben, bietet von April bis Ende Oktober attraktive Angebote.

Bezugsadressen für die Programmhefte und Publikationen
Die Programmhefte „Museen & Sonderausstellungen“, „Starke Stücke“, „Kleidung, Freiheit, Identität“ sind ab sofort in den beteiligten Museen und Spielstätten, Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region erhältlich. Auch werden sie flächendeckend an Schulen und an viele Kulturinstitutionen in der Region verteilt. Die aktuellen Ausgaben und alle Publikationen stehen außerdem zum Download auf der Webseite der KulturRegion bereit und sind in der Geschäftsstelle der KulturRegion, Poststraße 16, neben dem Frankfurter Hauptbahnhof, erhältlich. Weitere Informationen unter http://www.krfrm.de oder unter Telefon 069/2577-1700.

Neujahrsempfang im Römer: EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht Frankfurt als Vorbild für ein weltoffenes Europa

Christine Lagarde, EZB-Präsidentin, Oberbürgermeister Peter Feldmann und für das Konsularische Korps Doyenne Alla Polyova, Konsulin der Urkaine beim Neujahrsempfang am 16.Januar 2020 im Frankfurter Römer. © Foto: Diether v Goddenthow
Christine Lagarde, EZB-Präsidentin, Oberbürgermeister Peter Feldmann und für das Konsularische Korps Doyenne Alla Polyova, Konsulin der Urkaine beim Neujahrsempfang am 16.Januar 2020 im Frankfurter Römer. © Foto: Diether v Goddenthow

(ffm) Wenn sich über 1000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft bis in die Abendstunden in Wandelhalle, Kaisersaal und den verwinkelten Fluren des Römers tummeln, dann feiert die Stadt Frankfurt ihren traditionellen Neujahrsempfang.
Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßte in seiner Rede am Donnerstag, 16. Januar, die Gäste sowie Festrednerin Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank im Kaisersaal. „Madame Lagarde, Sie repräsentieren weit mehr als nur die Finanzwelt, Sie repräsentieren mit der EZB Europa. Ich freue mich Sie hier zu haben, im Herzen der Stadt.“ Der Euro symbolisiere das Zusammenwachsen des Kontinents und er bilde im Selbstverständnis einen Teil der Erfolgsgeschichte der Stadt. „Internationalität gehört zur DNA dieser Stadt und der Handel sowie der Austausch der Nationen ist ein wesentlicher Teil ihres Charakters. Jetzt ist der Zeitpunkt das immer wieder zu betonen – jetzt, wo Demagogen die Welt zu spalten versuchen, Europa und Frankfurt zu spalten versuchen“, sagte das Stadtoberhaupt während seiner Neujahrsansprache.

Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v Goddenthow
Oberbürgermeister Peter Feldmann. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Blick 100 Jahre zurück werfe die Frage auf, ob auch die jetzigen 20er Jahre golden werden. Demokratie, Frauenwahlrecht und das moderne Arbeitsrecht seien vor 100 Jahren Errungenschaften gewesen, die heute selbstverständlich sind. „Damals haben die Menschen dafür gekämpft, ihr Leben für die Meinungsfreiheit, für die Demokratie und für die Menschenrechte gegeben. Die Europäische Union sichert unseren Frieden und die wirtschaftliche Stabilität. Doch das System ist fragil“, betonte Feldmann und fügte hinzu: „Heute sehen wir wie damals die neue Gefahr von rechts.“

Das Stadtoberhaupt stellte in seiner Rede fünf zentrale Themen für Frankfurts Zukunft in den Vordergrund: Soziale Herausforderungen, Kostenlose Bildung für alle, Frankfurt als Demokratie-Hauptstadt, Spitzenplatz als Wirtschaftshauptstadt und Frankfurt als Respekthauptstadt. Frankfurt müsse Hauptstadt des Wohnungsbaus mit Mietenstopp, bezahlbare Neubauten und dem Schutz von Mietern sein. „Wir müssen den IT-Experten genauso in unserer Stadt halten wie den Altenpfleger. Und vor allem müssen wir unseren eigenen Kindern eine Stadt geben, die für alle da ist.“ Dafür müsse auch Bildung von klein auf für jeden kostenlos und zugänglich sein. „Bildung schafft mündige Bürger, sie schafft Teilhabe und damit die Grundlage für Demokratie. Das heimatliche Monument der Demokratie steht hier in unserer Stadt: unsere Paulskirche!“ Die Paulskirche müsse mit Leben gefüllt werden, sie biete die besten Chancen für Synergien, sagte das Stadtoberhaupt.

Feldmann betonte, dass Frankfurt seinen Spitzenplatz als Wirtschaftshauptstadt behalten müsse. „Dass in unserer Stadt Ausgrenzung, Hass, Fremdenfeindlichkeit nicht Fuß fassen hat damit zu tun, dass der Handel und der Austausch der Kulturen hier Tradition hat. Handel braucht Internationalität. Wer Handel betreibt braucht Freunde und keine Feinde. Händler brauchen Frieden keinen Krieg!“

Festrednerin  Christine Lagarde, EZB-Präsidentin.© Foto: Diether v Goddenthow
Festrednerin Christine Lagarde, EZB-Präsidentin.© Foto: Diether v Goddenthow

Festrednerin Christine Lagarde kündigte in ihrer Ansprache zunächst an, dass sie an diesem Abend ausnahmsweise nicht über Geld sprechen werde. Vielmehr bezog sich die EZB-Präsidentin in ihrer Ansprache auf den Eindruck, den Frankfurt auf Neuankömmlinge wie sie mache: „Wer Frankfurt zum ersten Mal besucht, wird sofort vom internationalen Charakter, den diese Stadt entwickelt hat, ergriffen: Sie ist offen, vibrierend und ehrgeizig“, sagte Lagarde.

Auch wenn Frankfurt von der kreativen Energie der hier ansässigen Finanzunternehmen, Netzknoten, Startups und Universitäten geprägt sei, so liege das Erfolgsrezept dieser Stadt in ihrem stolzen Bürgertum. „So wichtig, wie Frankfurt stets für Deutschland war, so sehr hat sich diese Stadt auch stets als europäische Stadt verstanden“, führte die EZB-Präsidentin aus und betonte den weltoffenen Charakter der Mainmetropole und die Jahrhunderte währende Tradition als internationales Handelskreuz.

Der Frankfurter Lebensweg sei ein Modell dafür, „wie die europäische Zusammenarbeit uns stärker machen kann“, sagte Lagarde. Vielerorts seien Stimmen zu vernehmen, die den Wert europäischer Integration infrage stellen. Dabei brächten europäische Integration, eine gemeinsame Währung und eine starke gemeinsame Stimme in Verhandlungen mit anderen Ländern ökonomische und soziale Vorteile. „Die europäische Integration muss auf die Zustimmung ihrer Bürger fußen. Es wird sicherlich nicht einfach sein. Aber wie der berühmte Frankfurter Sohn Johann Wolfgang von Goethe einmal sagte: ,Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.'“, beschloss die EZB-Präsidenten ihre Ansprache.

Sechs Visionen für den Aufbrauch in die neuen 20er des IHK-Bezirks Wiesbaden beim Neujahrsempfang – Hoffen auf die Citybahn

v.l. Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Chistian Gastl, Präsident der Industrie und Handelskammer Wiesbaden, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Frank Killian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises und Sabine Meder, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden © Foto: Diether v Goddenthow
v.l. Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Chistian Gastl, Präsident der Industrie und Handelskammer Wiesbaden, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Frank Killian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises und Sabine Meder, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden © Foto: Diether v Goddenthow

„Wir brauchen einen Aufbruch, der die Wirtschaftsregion Wiesbaden zu einem der besten Standorte für Unternehmensgründungen macht. Einen Aufbruch, der die digitale Bildungsrevolution vorantreibt. Einen Aufbruch, der unsere Innenstädte weiterentwickelt. Einen Aufbruch, der uns intelligent und nachhaltig mobil macht. Einen Aufbruch, bei dem wir alle Haltung zeigen. Einen Aufbruch, der für Fachkräfte und Unternehmen, für Stadt und Region Perspektiven schafft. Nur Mut! Auf zu neuen Goldenen 20er Jahren!“ resümierte Wiesbadens IHK-Präsident Christian Gastl zum Schluss seiner sechs Zukunftsvisionen umfassenden  Rede beim  Neujahrsempfang am 15. Januar 2020 in der IHK Wiesbaden.

(Vollständige Rede von IHK-Präsident Christian Gastl).

IHK-Präsident begrüßt 500 Gäste beim Neujahrsempfang der IHK Wiesbaden.  © Foto: Diether v Goddenthow
IHK-Präsident begrüßt 500 Gäste beim Neujahrsempfang der IHK Wiesbaden. © Foto: Diether v Goddenthow

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, versicherte, so rasch wie es die Antragsverfahren eben zuließen, den Breitbandausbau in Hessen voranzubringen und bis 2025 flächendeckend Gigabitanschlüsse bereitzustellen. Dabei sei die Anbindung von Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten an das Glasfasernetz vorrangiges Ziel der Gigabitstrategie der hessischen Landesregierung.

Frank Killian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, zog eine positive Bilanz: so habe der Rheingau-Taunuskreis, einer der sichersten Regionen der Bundesrepublik mit einer niedrigen Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent, erstmals nach 39 defizitären Jahren schwarze Zahlen geschrieben. Er hoffe auf einen positiven Ausgang des Wiesbadner Bürgerentscheids für eine Citybahn, da dies die Rheingau-Taunus-Region enger an Wiesbaden und die Metropolregion Rhein-Main anbinde.

Auch Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende hofft auf den Bürgerentscheid zur Citybahn im ersten Halbjahr, und versicherte, bei einem Pro-Entscheid sich um eine möglichst rasche und reibungslose Realisierung einzusetzen und Wiesbadens Bürger von der Zuverlässigkeit, dem Komfort, der Attraktivität und Alternativlosigkeit der Citybahn überzeugen zu wollen.

2020 werde vielleicht das Schicksalsjahr der Citybahn. Die IHK Wiesbaden werde sich mit dem Großprojekt abermals befallen, sobald die Antworten auf alle Fragen  und Vorschläge der Wirtschaft vorlägen.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020: Börsenverein sucht Kandidaten

Sebastião Salgado des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2019 © Foto: Diether v Goddenthow
Sebastião Salgado des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2019 © Foto: Diether v Goddenthow

Bis zum 1. März 2020 können noch Autoren und ihre Werke für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vorgeschlagen werden. Die Bekanntgabe der Preisträger/innen findet im Juni 2020, die Preisverleihung am 18. Oktober 2020 in der Frankfurter Paulskirche statt.

Die öffentliche Ausschreibung für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020 beginnt: Bürger/innen können ab sofort Kandidaten für die Auszeichnung vorschlagen. Der Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 1. März.

Mit dem mit 25.000 Euro dotierten Preis würdigt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1950 alljährlich das Schaffen einer „Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat“. 2019 wurde der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado mit dem Friedenspreis ausgezeichnet. Studenten des Instituts für Buchwissenschaft der Universität Mainz hatten ihn als Kandidaten vorgeschlagen. 2018 erhielten die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der Ägyptologe Jan Assmann den Preis, 2017 die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood.

Die Vorschläge mit Angaben zu Leistungen und Veröffentlichungen der Persönlichkeit können online, per E-Mail oder per Post eingereicht werden. Selbstvorschläge sind nicht möglich. Die Empfehlungen nimmt entgegen: Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Geschäftsstelle Friedenspreis, z. Hd. Martin Schult, Schiffbauerdamm 5, 10117 Berlin, E-Mail: m.schult@boev.de.

Im Frühjahr 2020 wählt der Stiftungsrat des Friedenspreises aus den Vorschlägen den oder die diesjährige Preisträger/in. Bekannt gegeben wird die Entscheidung im Juni 2020. Die Preisverleihung findet am 18. Oktober 2020 zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche in Frankfurt statt.

Weitere Informationen gibt es unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.

Deutscher Sachbuchpreis 2020: Verlage reichen 240 Titel ein

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

152 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reichen Sachbuchtitel ein / Kia Vahland ist Sprecherin der Jury / Preisverleihung am 16. Juni 2020 im Humboldt Forum im Berliner Schloss

152 deutschsprachige Verlage schicken Titel ins Rennen um den ersten Deutschen Sachbuchpreis. Insgesamt 240 Sachbücher reichten die Verlage auf die Ausschreibung für das Sachbuch des Jahres 2020 ein. 124 Verlage haben ihren Sitz in Deutschland, 13 in Österreich und 15 in der Schweiz.

Jeder Verlag konnte maximal zwei Monografien einreichen, die zwischen Mai 2019 und April 2020 (Bekanntgabe der Nominierten) erschienen sind bzw. erscheinen. Darüber hinaus konnte jeder Verlag bis zu fünf weitere Titel aus dem eigenen Programm empfehlen. Diese Empfehlungsliste umfasst 152 Titel. Aus der Empfehlungsliste kann die Jury des Deutschen Sachbuchpreises weitere Titel anfordern.

Bei ihrer ersten gemeinsamen Sitzung haben die Jury-Mitglieder Dr. Kia Vahland (Süddeutsche Zeitung) als ihre Sprecherin benannt. Der Jury gehören außerdem an: Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher (Mathematikum Gießen), Susanne Beyer (Der Spiegel), Dr. Klaus Kowalke (Buchhandlung Lessing und Kompanie, Chemnitz), Tania Martini (die tageszeitung), Helmut Mayer (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Dr. Emilia Roig (Center for Intersectional Justice).

Die Jury ermittelt den Siegertitel in zwei Auswahlstufen: Die Jurorinnen und Juroren stellen eine acht Titel umfassende Nominierungsliste zusammen, die sie am 21. April 2020 bekanntgeben. Aus dieser Auswahl küren sie das Sachbuch des Jahres. Die Bekanntgabe erfolgt im Rahmen der Preisverleihung am 16. Juni 2020 im Humboldt Forum im Berliner Schloss. Die Moderation übernehmen Katja Gasser (ORF) und René Aguigah (Deutschlandfunk Kultur).

Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergibt die mit insgesamt 42.500 Euro dotierte Auszeichnung an ein herausragendes, in deutscher Sprache verfasstes Sachbuch, das Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung gibt. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält 25.000 Euro, die sieben Nominierten erhalten je 2.500 Euro.

Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Unterstützer sind der Technologie- und Informationsanbieter MVB und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

www.deutscher-sachbuchpreis.de

Literatur, Kunst, Geschlecht Veranstaltungsreihe zum Jugendstiljahr im Wiesbadener Literaturhaus

jugendstil-kunst-geschlechtDrei ganz besondere Veranstaltungshighlights präsentiert das Literaturhaus Villa Clementine am 2. Februar, 6. Februar und 22. April im Rahmen der Reihe „Literatur, Kunst, Geschlecht“ anlässlich des Jugendstiljahrs in Wiesbaden. Namhafte Gäste wie Marlene Streeruwitz, Thomas Meinecke oder Jan Wilm lassen sich vom Fin de Siècle inspirieren und spiegeln die Umbrüche jener Zeit in die Gegenwart. Spannende Lesungen, Gespräche und ein literarisch-musikalischer Abend legen dabei den Fokus auf zunehmend fluider werdende Geschlechterbilder und die Umwälzungen sicher geglaubter Normen- und Rollenzuweisungen.

„Welche Ängste die Menschen in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche umtreiben, lässt sich fast nirgendwo so gut beobachten wie an den Geschlechter- und Rollenbildern, welche die Literatur und Künste zeichnen“, erläutert Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses. Während die Femme fatale der Jahrhundertwende männliche Ängste um Machtverlust widerspiegele, ließe sich an der aktuellen Genderdiskussion die Sehnsucht des Individuums nach Befreiung ebenso ablesen wie der Wunsch nach einer festumrissenen Identität. „Angesichts spannender Gäste aus Literatur, Theater, Musik und Wissenschaft können wir uns auf originelle Texte und Ideen und anregende Abende freuen.“

Zum Auftakt am Sonntag, 2. Februar, sind um 16.00 Uhr Katharina Adler, Theresia Enzensberger und Thomas Meinecke im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast. Ausgehend von dem Motto „Im Kleide der Lulu? Vom weiblichen Dämon zur selbstbestimmten Frau der Gegenwart“ lesen die bekannten Autorinnen und der Autor eigens verfasste Texte, moderiert wird der Abend von der Journalistin und Literaturkritikerin Beate Tröger. Katharina Adler entführt ihre Zuhörer ins Jahr 1918 nach München. Ihre Erzählung handelt von der jungen Künstlerin Hermine Moos, die im Auftrag Oskar Kokoschkas eine lebensgroße Frauenpuppe nach dem exakten Abbild der Künstler-Muse Alma Mahler anfertigen soll. Bei Theresia Enzensberger steht die Dada-Künstlerin Elsa von Freytag-Loringhoven im Zentrum, der sie einen Text zwischen Essay und Experiment widmet. Schließlich legt Thomas Meinecke eine beeindruckende Textcollage vor und behandelt darin Themen von Androgynität bis Zärtlichkeit.

Beim Podiumsgespräch „Nonchalant im Literatursalon: Gender in den schönen Künsten“ am Donnerstag, 6. Februar, sprechen um 19.30 Uhr Anna Bergmann und Anna Haas vom Badischen Staatstheater Karlsruhe, die bekannte österreichische Autorin und Regisseurin Marlene Streeruwitz sowie der Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Autor Jan Wilm miteinander. Gemeinsam mit Beate Tröger diskutieren sie über zusehends verschwimmende Gendergrenzen in der (Pop)Kultur und das Aufweichen von fest umrissenen Rollenbildern, immer im Hinblick auf die schönen Künste. Jeder der Gäste hat dazu zwei Referenzbeispiele im Gepäck: eines aus dem Bereich Literatur/Theater und ein Kunstwerk aus der Zeit des Fin de Siècle.

Zum Abschluss der Jugendstil-Reihe lädt das Literaturhaus in Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden am Mittwoch, 22. April, zum Jugendstil-Salon um 19.00 Uhr ins Literaturhaus. Die Schauspielerin Klara Wördemann durchstreift in literarischen Texten und Gedichten die zwischen morbider Melancholie und überbordendem Rausch changierende Epoche. Der australische Bariton Daniel Carison lässt die Klangwelt der Jahrhunderwende in Musikstücken wieder aufleben, Levi Hammer begleitet ihn am Klavier.

Zeit und Ort:

IM KLEIDE DER LULU?
„Vom weiblichen Dämon zur selbstbestimmten Frau der Gegenwart“
Katharina Adler, Theresia Enzensberger, Thomas Meinecke
Drei erzählerische Betrachtungen
So 02.02.2020, 16.00 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Eintritt: € 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 8

NONCHALANT IM LITERATURSALON
Gender in den schönen Künsten
Anna Bergmann, Anna Haas, Marlene Streeruwitz, Jan Wilm
Podiumsgespräch
Do 06.02.2020, 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Eintritt: € 10 / erm. € 6 zzgl. VVG. Abendkasse: € 13 / erm. € 8

WELTSCHMERZ, WOLLUST, WILDE PEIN
Jugendstil-Salon
Mi 22.04.2020, 19.00 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden, Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden
Eintritt: € 12 / erm. € 8 zzgl. VVG. Abendkasse: € 16 / erm. € 12

Kartenvorverkauf:
Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon: 0611 / 1729-930;
TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon 0611 / 304808;
Online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus