Kategorie-Archiv: Biennale Wiesbaden

Bad News: Intendanten- und Kuratoren-Statement zur Kunstaktion „Erdogan-Statue“

logo-bad.news(Anmerkung) Bad News:   Genügte wieder einmal  Androhung  roher Gewalt, um  die Freiheit der Kunst auf dem Altar von „Sicherheit“ zu opfern?
Klar: Die Freiheit durch Wahrung von Sicherheit hat stets Vorrang, weswegen der Abbau der missverständlichen Statue am Platz der deutschen Einheit  „richtig“ war. Dennoch sei die Frage erlaubt, wie lange  eine freiheitliche Demokratie, die die Freiheit der Kunst in Art. 5 Absatz 3  GG , Satz 1 verankert hat, ertragen kann, sich  von Angst vor Gewalt erpressen  zu lassen?  

Stellungnahme des Intendanten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und dem Kuratoren-Team der Wiesbaden Biennale zum Abbau der Erdogan-Statue

»An einer goldenen Statue von Recep Tayyip Erdogan haben am 28. August 2018 sehr viele Menschen miteinander diskutiert und geredet. Deutsche, Türken, Kurden, alte und junge Menschen, Verehrer des türkischen Staatschefs sowie Kritiker und vehemente Gegner. In der Türkei ist das zurzeit nicht möglich, da Kritiker von Erdogan mit Gefängnis bedroht werden, und eine freie Presse und Kunstausübung in der Türkei derzeit kaum mehr möglich sind. In Deutschland ist das möglich und nötig.
Auch wenn die hohen Emotionen, die dabei ins Spiel kommen, die Gefahr einer Eskalation darstellen, verlief dieser Tag friedlich. Die Stadt beschloss dennoch, aus Besorgnis und der Stadt vorliegenden Informationen, dass größere Protestgruppen sich auf den Weg nach Wiesbaden gemacht hätten, die Statue gestern nach 22 Uhr abbauen zu lassen und entschied am 29. August 2018, diese in der Zeit der Biennale Wiesbaden (bis zum 2. September 2018) nicht mehr am Platz der Deutschen Einheit aufstellen zu lassen.«

Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

»Als Kuratoren-Team der Wiesbaden Biennale sind wir nach einem Tag der intensiven Kontroversen und sehr lebendigen Diskussionen auf dem Platz der deutschen Einheit über den Abbau der Statue überrascht. Die gestern Morgen herausgegebene Stellungnahme der Landeshauptstadt Wiesbaden mit dem deutlichen Bekenntnis zur Freiheit der Kunst haben wir sehr begrüßt.

Zweifellos respektieren wir die Kompetenz und Einschätzung der staatlichen und städtischen Ordnungskräfte in Bezug auf die öffentliche Sicherheit. Die Aneignung des öffentlichen Raumes durch politische Kunst und ihr Schutz ist jedoch ein ebenso hohes Gut.

Die Landeshauptstadt führt die hohen Kosten für die dauerhaft notwendige Anwesenheit der Polizei an. Gleichwohl möchten wir hier in aller Entschiedenheit die Frage nach dem Preis und der Freiheit der Kunst stellen. Und danach, was sind wir bereit sind auszugeben für Veranstaltungen und Anlässe wie etwa den geplanten Staatsbesuch des türkischen Präsidenten, der mit militärischen Ehren empfangen werden wird, oder auch jedes erdenkliche Fußballspiel am Samstagnachmittag?«

Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer, Kuratoren der Wiesbaden Biennale“

Pressestimmen:

FR: Streit um Erdogan-Statue. Mit Erdogan verschwindet die Kunstfreiheit

HUNDERTE POLIZISTEN IM EINSATZ :Kurden-Aufmarsch befürchtet: Stadt baut Erdogan-Statue ab

Zoff um goldene Erdogan-Statue in Wiesbaden

Pressestimme’Wiesbadener Kurier’ zur Erdogan-Statue

Hoher Polizei-Aufwand für KunstGoldene Erdogan-Statue provoziert zu stark

Erdogan-Statue abgebaut: Stadt befürchtete Kurden-Aufmärsche

Goldene Erdogan-Statue mitten in Deutschland: Darum muss sie nun doch weg

Abbruch von Kunstaktion.Erdogan-Statue in Wiesbaden wieder abgebaut

Hessisches Staatstheater Wiesbaden startet in die Spielzeit 2018.2019: Theater- und Biennalefest am 1. September

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Am Samstag, den 1. September 2018 ab 14 Uhr öffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden nach der Sommerpause wieder seine Türen für das Publikum.

Mit der beliebten Kostümversteigerung, Tanzworkshops, Chor- und Kammerkonzerten und Ausschnitten aus dem Programm der Spielzeit 2018.2019 aller Sparten an verschiedenen Orten des Hauses, wie in den Kolonnaden und der Außenbühne am Warmen Damm, bietet das Theater- und Biennalefest ein reichhaltiges Programm für Groß und Klein. An diesem Tag finden an verschiedenen Orten des Theaters auch einige kostenpflichtige Veranstaltungen im Rahmen der Wiesbaden Biennale statt. Die Werkstätten gewähren Einblicke in ihre Arbeit. Bei Führungen durch die Kostüm- und Maskenabteilungen werfen die Besucher einen Blick hinter die Kulissen. »Meet & Greets« mit der Theaterleitung geben Gelegenheit ins Gespräch zu kommen. Für das leibliche Wohl sorgt die Theaterkantine, das Opern Catering, Bäcker Dries, ein REWE Bratwurststand und der Kuchenstand des Personalrates des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Atelier Goddenthow

Für viele attraktive und ausgewählte Vorstellungen gewährt die Theaterkasse an diesem Tag spezielle Angebote zum Spielzeitstart für Veranstaltungen im September und Oktober 2018. Wer sich beim Theater- und Biennalefest für den Abschluss eines Abonnements entscheidet, profitiert von zusätzlichen Vorteilen. Der Vorverkauf für die Familienvorstellungen des diesjährigen Weihnachtsmärchens »Alice im Wunderland« beginnt am 8. September 2018, um 10 Uhr an der Theaterkasse. Während des Theater- und Biennalefestes hat die Theaterkasse im Großen Haus von 10 bis 21 Uhr und das Abonnementbüro in den Kolonnaden von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Wegen des Taunusstraßenfestes und des City Biathlons, der an diesem Tag rund um das Theater ausgetragen wird, werden die Besucher des Theater- und Biennalefestes gebeten ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen. Es kann zu Verkehrsbehinderungen und erschwerter Zufahrt zu Parkplätzen kommen.

Das Programm des Theater- und Biennalefests 2018
Bühne Großes Haus
14.30 – 15.30 Uhr                 Probenausschnitte aus der Oper »Die Meistersinger von Nürnberg«, moderiert von GMD Patrick Lange
16.30 – 17.30 Uhr
Ausschnitte aus dem Ballett »Fake«, aus dem Schauspiel-Programm und »Kabarett der rote Stuhl« mit Thomas Kreimeyer
21 Uhr
Wiesbaden Biennale: Autokino »Fear and Loathing in Las Vegas« (kostenpflichtig)

Bühne Kleines Haus
14.00 – 14.30 Uhr
Probenausschnitte des Jungen Staatsmusicals »Die drei Musketiere«
15.30 – 16.30 Uhr                 Probenausschnitte des Jungen Staatsmusicals »Die drei Musketiere« und »Saturday Night Fever«
17.30 – 18.00 Uhr                 Probenausschnitte des Jungen Staatsmusicals »Die drei Musketiere«

Bühne Studio
11.00 – 18.00 Uhr
Wiesbaden Biennale: Video Loop

19.00 Uhr
Wiesbaden Biennale: »You´re not alone« von Kim Noble  (kostenpflichtig)

Foyer
9.00 – 21.00 Uhr
Wiesbaden Biennale: REWE Staatstheater

Malsaal
19.00 Uhr
Wiesbaden Biennale: »Five Easy Pieces« von Milo Rau (kostenpflichtig)

Orchesterproberaum
14.15 & 15.00 Uhr
Kinderprogramm (0 bis 5 Jahren) »Die Katze tanz allein« mit Gisela Reinhold
16 Uhr
Melodien raten für Kinder und Erwachsen mit Gisela Reinhold und  dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden
16.45 Uhr
Spielzeitvorstellung mit GMD Patrick Lange und Konzertdramaturgin Katja Leclerc
17.30 & 18.00 Uhr
Kammerkonzert der Kammermusikvereinigung

Ballettsäle
14.30 – 15.30 Uhr
Tanzworkshop für Kinder von 3 bis 6 Jahren (Kleiner Ballettsaal): Anmeldung erfolgt über den Infopoint in den Kolonnaden, Treffpunkt am Bühneneingang, mitzubringen ist bequeme Kleidung

17.00 – 18.30 Uhr
Tanzworkshop für Jugendliche 10 bis 16 Jahren (Großer Ballettsaal)

Anmeldung erfolgt über den Infopoint in den Kolonnaden, Treffpunkt am Bühneneingang, mitzubringen ist bequeme Kleidung

Probebühne 1
15.30 – 16.15 Uhr                 Puppentheater Theater Kokon
16.30 Uhr                              »Meet and Greet« mit Geschäftsführendem Direktor Bernd Fülle
17.00 Uhr                              »Meet and Greet« mit Intendant Uwe Eric Laufenberg

1. Rangfoyer rechts
14.30 Uhr / 15.00 Uhr
15.30 Uhr / 16.30 Uhr
17.00 Uhr / 17.30 Uhr          Speed Drama Talk – Triff Deinen Dramaturgen

Außenbühne Warmer Damm
14.00 – 14.30 Uhr                 Ausschnitte aus dem Programm des JUST-Schauspiels und der Konzertsparte
15.00 – 15.30 Uhr                 Ausschnitte aus dem Schauspiel-Programm »Kunstgefixe«
15.45 – 16.15 Uhr                 Konzert der Orchesterakademie
16.45 – 17.45 Uhr                 Kostümversteigerung
18.00 – 18.30 Uhr                 Ausschnitte aus dem Schauspiel-Programm »Kunstgefixe«
14.00 – 18.00 Uhr                 Mitmach-Aktionen: »Theaterdorf – Spielerisches Entdecken verschiedener Theaterberufe« der Theaterpädagogik und »Kunst-Koffer«

durchgehend
Kulinarisches Angebot der Theaterkantine

Kolonnaden
14.15 Uhr / 15.15 Uhr
16.15 Uhr                              Führungen durch die Kostümwerkstatt: Anmeldung erfolgt über den Infopoint in den Kolonnaden, Treffpunkt in den Kolonnaden
14.30 Uhr / 15.15 Uhr
16.00 Uhr / 16.45 Uhr          Führungen durch die Maskenwerkstatt: Anmeldung erfolgt über den Infopoint in den Kolonnaden, Treffpunkt in den Kolonnaden

durchgehend
Informationsstände der Orchesterakademie, der Sponsoren und der Theaterfreunde Wiesbaden, des Förderkreises der Internationalen Maifestviele e.V., der Freunde des Hessischen Staatsballetts

Kulinarisches Angebot: Opern Catering, Bäcker Dries, REWE Bratwurststand, Kuchenverkauf des Personalrats

Theater- und Biennalefest am 1.09.2018 zur Eröffnung der Spielzeit im Wiesbadener Staatstheater

Tägliche Festtagsstimmung im Rewe-Theatersupermarkt anlässlich der Wiesbadener Biennale 2018 auch beim Theaterfest am 1.9.. Foto: Heike v. Goddenthow
Tägliche Festtagsstimmung im Rewe-Theatersupermarkt anlässlich der Wiesbadener Biennale 2018 auch beim Theaterfest am 1.9.. Foto: Atelier Goddenthow

Mit der Wiesbaden Biennale, die vom 23. August bis 2. September 2018 stattfindet, eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die neue Spielzeit.

Für Fans und Neugierige bietet das Theater- und Biennalefest am Samstag, den 1. September 2018 ab 14 Uhr besondere Einblicke hinter die Kulissen mit offenen Bühnen und Werkstätten sowie vielfältigem Programm für die ganze Familie: Mit der beliebten Kostümversteigerung, Chor- und Kammerkonzerten und Ausschnitten aus dem Programm der Spielzeit 2018.2019 aller Sparten bietet das Theater- und Biennalefest ein Programm für Groß und Klein. Die Werkstätten gewähren Einblicke in ihre Arbeit und es gibt Führungen durch die Kostüm- und Maskenabteilungen. Ein Meet & Greet mit der Theaterleitung und der Leitung der Wiesbaden Biennale gibt Gelegenheit ins Gespräch zu kommen. Ein Rahmenprogramm in den Kolonnaden und Warmen Damm runden das Fest ab. Für viele attraktive und ausgewählte Vorstellungen in der kommenden Spielzeit gewährt die Theaterkasse spezielle Ticketangebote zum Spielzeitstart.

Auf dem Programm der Wiesbaden Biennale stehen an diesem besonderen Tag einerseits die international erfolgreiche Produktion »Five Easy Pieces« von Milo Rau, um 19 Uhr im Malsaal, sowie die schräg-komisch und gleichzeitig melancholisch-traurige Performance »You are not alone« des englischen Performers Kim Noble im Studio an. Im Anschluss klingt der Abend mit einer Autokino-Vorstellung des Road-Movie-Klassikes »Fear and Loathing in Las Vegas« auf der Bühne im Großen Haus aus.

Wenn das Theater zum Parkhaus wird. täglich von 11 bis 18.00 Uhr und am Theaterfest zu besichtigen.  Foto: Heike v. Goddenthow
Wenn das Theater zum Parkhaus wird. täglich von 11 bis 18.00 Uhr und am Theaterfest zu besichtigen. Foto: Atelier Goddenthow

Für die Wiesbaden Biennale verwandeln über 30 internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Kollektive Wiesbaden elf Tage lang in ein pulsierendes Herz zeitgenössischer Kunst. Die City Passage an der Schwalbacher Straße wird als interdisziplinärer Ausstellungsparcours wiedereröffnet, das Staatstheater erlebt eine Nachnutzung als Parkhaus und Shoppingarcade. Zahlreiche Arbeiten überraschen die Besucherinnen und Besucher im Stadtraum.

Mehr Infos zum Theater- und Biennalefest und zum Programm der Wiesbaden Biennale gibt es – auch in den Theaterferien – am Publikumshandy der Wiesbaden Biennale: +49. 151 700 444 22.

 Autokino statt Bühenprogramm-  beginnt, wenn das Theaterparkhaus schließt. Foto: Heike v. Goddenthow
Autokino statt Bühenprogramm- beginnt, wenn das Theaterparkhaus schließt. Foto: Atelier  Goddenthow

Wegen des Taunusstraßenfestes und des City Biathlons, der am 1. September rund um das Theater ausgetragen wird, werden die Besucher des Theater- & Biennalefestes gebeten ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen. Es kann zu Verkehrsbehinderungen und erschwerten Zufahrt zu Parkplätzen kommen.

Theater- und Biennalefest
Samstag, 1. September 2018

Beginn: 14 Uhr, darüber hinaus weitere Veranstaltungen der Wiesbaden Biennale

Kolonnaden & verschiedene Orte in & um das Hessische Staatstheater Wiesbaden

Demarkationslinie mitten durch Wiesbaden. Mit Aktion Santiago Sierra startet die Biennale 2018 in der Landeshauptstadt

Und plötzlich ist da ein Grenzzaun quer über die Reisinger Anlage. Einige Besucher und die Fotografen sind abgetrennt von den Besuchern auf der anderen Seite, unter ihnen Oberbürgermeister Sven Gerich, Theater-Intendant Uwe Eric Laufenberg usw. Eröffnungsaktion von Santiago Sierra der Wiesbadener Biennale 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow
Und plötzlich ist da ein Grenzzaun quer über die Reisinger Anlage.  © Foto: Diether v. Goddenthow

Einer der  ersten Höhepunkte der Wiesbadener Biennale 2018 ereignete sich   gleich mit der Eröffnungs-Aktion des spanischen Konzeptkünstlers Santiago Sierra  am 23.August gegen 17.15 Uhr in der Reisinger-Anlage als dieser eine „Demarkationslinie“ quer über die Freizeitwiese errichten ließ.

Startschuss. Der Großtraktor setzt sich in Bewegung. Aus dem Container fallen wie an einer Perlenschnur gereiht vorgefertigte Zaunelemente heraus, die sich automatisch zur Grenze aufbauen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Startschuss. Der Großtraktor setzt sich in Bewegung. Aus dem Container fallen wie an einer Perlenschnur gereiht vorgefertigte Zaunelemente heraus, die sich automatisch zur Grenze aufbauen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Hierzu zog ein Großtraktor einen mit Baubegrenzungs-Zäunen befüllten olivgrünen Übersee-Container vom „Bahnhof“ ausgehend leicht diagonal rund 350 Meter in Richtung RheinMain-CongressCenter über den gepflegten Rasen, während die aneinander geknüpften Zaunelemente wie an einer Perlenschnur herauskamen und sich automatisch zu einem gigantischen Grenzzaun aufstellten.

Und plötzlich ist da ein Grenzzaun quer über die Reisinger Anlage. Einige Besucher und die Fotografen sind abgetrennt von den Besuchern auf der anderen Seite, unter ihnen Oberbürgermeister Sven Gerich, Theater-Intendant Uwe Eric Laufenberg usw. Eröffnungsaktion von Santiago Sierra der Wiesbadener Biennale 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow
Einige Besucher und die Fotografen sind abgetrennt von den Besuchern auf der anderen Seite, unter ihnen Oberbürgermeister Sven Gerich, Theater-Intendant Uwe Eric Laufenberg usw. Eröffnungsaktion von Santiago Sierra der Wiesbadener Biennale 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vernahm man anfangs noch Stimmen wie etwa „Was für’n Scheiß mit einem Traktor einen Container über den Rasen zu ziehen!“ veränderte das unmittelbare Erleben dieser überraschenden, simulierten „Mauerbau-Aktion“ die Stimmung abrupt. Viele Besucher waren echt emotional berührt, ja leicht erschüttert, mitzuerleben, wie sie von einer Minute auf die andere von ihren Bekannten plötzlich durch einen undurchsichtigen Grenzzaun getrennt worden waren, und das mitten auf einer der beliebtesten Freizeitwiesen in einer der reichsten und schönsten Landeshauptstädte der Bundesrepublik Deutschland. Assoziationen von der jahrelang durch Deutschland gezogenen Demarkationslinie mit Todestreifen, Wachtürmen und Schießbefehl des sozialistischen DDR-Unrechts-Regimes oder der aktuellen ungarischen Grenzzäune   gegen Flüchtlingsströme lagen in der Luft und erhitzen ein wenig die Gemüter.

Diskutieren und Nachdenken auf der anderen Seite des Grenzzauns. © Foto: Diether v. Goddenthow
Diskutieren und Nachdenken auf der anderen Seite des Grenzzauns. © Foto: Diether v. Goddenthow

Angeregt haben zu dieser Aktion dürften den 52jährigen Konzeptkünstler der Grenzzaun bei Ceuta zwischen Marokko und Stadt Ceuta, die auf nordafrikanischem Festland an der Straße von Gibraltar liegt.

Nach Grußworten von Intendant Uwe Eric Laufenberg, Staatssekretär Patrick Burghardt und Oberbürgermeister Sven Gerich eröffnen die Kuratoren Maria Magdalena Ludewig, und Martin Hammer gegen 20.30 Uhr die Wiesbadener Biennale 2018 auf dem Parkdeck der zum "Hinterland" erklärten Citypassage, in der zahlreiche Aktionskünstler ihre Werke /Installationen und Aktionen zeigen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Nach Grußworten von Intendant Uwe Eric Laufenberg, Staatssekretär Patrick Burghardt und Oberbürgermeister Sven Gerich eröffnen die Kuratoren Maria Magdalena Ludewig, und Martin Hammer gegen 20.30 Uhr die Wiesbadener Biennale 2018 auf dem Parkdeck der zum „Hinterland“ erklärten Citypassage, in der zahlreiche Aktionskünstler ihre Werke /Installationen und Aktionen zeigen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Wiesbadener Biennale 2018 enthält eine Fülle solcher Ideen und bietet ein umfangreiches, auch darstellerisches Programm, welches Sie am besten direkt beim Veranstalter einsehen über:  http://www.wiesbaden-biennale.eu/

Programm Welcome to Hinterland

Terminübersicht-Biennale

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Good News für BAD NEWS – Am 23. startet die Biennale Wiesbaden 2018 ins schöne öde Hinterland

Mit der Wiesbaden Biennale 2018 vom 23. August bis 2. September 2018 eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die Spielzeit 2018/2019. Nach der erfolgreichen Neuausrichtung des traditionsreichen Festivals im Jahr 2016 in der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg lädt die zweite Ausgabe unter der Leitung des Kuratoren-Duos Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer knapp 25 internationale Künstler*innen, Kollektive und Ensembles in die Hessische Landeshauptstadt ein. An insgesamt elf Tagen präsentieren sie unter der Überschrift »BAD NEWS« zeitgenössische Positionen und vor Ort entwickelte Neuproduktionen aus den Bereichen Performance, Theater und Bildende Kunst. Dabei wird Wiesbaden und die RheinMain-Region in ein flirrendes, wildes HINTERLAND mitten in Europa verwandelt werden. Eröffnet wird die Biennale mit dem Künstler Santiago Sierra am 23. August um 17.00 Uhr in den Reisinger-Anlagen gegenüber dem Wiesbadener Hauptbahnhof.

Um 18.00 Uhr ist die Vernissage der  Kabinettausstellung „Chemie des Alltags“ anlässlich des 200. Geburtstags von Carl Remigius Fresenius im Hessischen Landesmuseum
für Kunst und Natur in der Friedrich-Ebert-Allee 2. Rund 200, zum Teil historische Objekte veranschaulichen Aspekte der Wasseranalytik, Kriminaltechnik und Materialforschung und stellen Messprinzipien sowie moderne Entsprechungen der von Fresenius genutzten oder entwickelten Analyseverfahren vor.

Das Land Hessen fördert das Festival in diesem Jahr mit 770.000 Euro. Staatssekretär Patrick Burghardt wird am Donnerstag, 23. August 2018, gegen 20:00 Uhr auf dem Parkdeck des City-Passagen-Parkhauses, Schwalbacher Straße 38-42, Wiesbaden ein Grußwort sprechen.

Noch letzte Hand anlegen an der Auffahrt ins neobarocke Parkhaus zum Autokino im Wiesbadener Theater. © Foto: Diether v. Goddenthow
Noch letzte Hand anlegen an der Auffahrt ins neobarocke Parkhaus zum Autokino im Wiesbadener Theater. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Kann ein Staatstheater Parkhaus sein? Oder doch nur Parkhaus spielen?
Nach monatelangen Planungen und Vorbereitungen stellt sich heraus: Wir alle können aufatmen! Das Hessische Staatstheater kann so einfach kein Parkhaus werden, Brandschutz und Garagenverordnung stellen sich in den Weg. Nur jahrelange Umbauten könnten das Theater in ein voll funktionsfähiges Parkhaus verwandeln. DOCH ES KANN PARKHAUS SPIELEN! Und dafür brauchen wir SIE!“, laden die Veranstalter zum Mittun ein ….
Wer möchte, kann sich bewerben mit seinem Wagen bewerben, unter
ichwillinsparkhaus@wiesbaden-biennale.eu

Rewe-Markt im Theater-Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Rewe-Markt im Theater-Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wer schon immer mal seine Lebensmittel im feudalen Rahmen erwerben wollte, kann das während der Wiesbadener Biennale im Neorokoko-Foyer des Hessischen Staatstheater. Ein netter Zweckentfremdungs-Gag mit Symbolgehalt.

Die Wiesbadener Biennale 2018 enthält eine Fülle solcher Ideen und bietet ein umfangreiches, auch darstellerisches Programm, welches Sie am besten direkt beim Veranstalter einsehen über:  http://www.wiesbaden-biennale.eu/

Programm Welcome to Hinterland

Terminübersicht-Biennale

 

Biennale Wiesbaden – „Bad News“: Autos für’s NEO-BAROCKE PARKHAUS und AUTOKINO im Hessischen Staatstheater gesucht!

logo-bad.newsKann ein Staatstheater Parkhaus sein? Oder doch nur Parkhaus spielen?

Nach monatelangen Planungen und Vorbereitungen stellt sich heraus: Wir alle können aufatmen! Das Hessische Staatstheater kann so einfach kein Parkhaus werden, Brandschutz und Garagenverordnung stellen sich in den Weg. Nur jahrelange Umbauten könnten das Theater in ein voll funktionsfähiges Parkhaus verwandeln.

DOCH ES KANN PARKHAUS SPIELEN! Und dafür brauchen wir SIE!

Spielen Sie mit uns Zukunft! Einmalig und nur im Rahmen der WIESBADEN BIENNALE 2018! Wie könnte es sich in einer spekulativen Zukunftsvision anfühlen, wenn das Staatstheater umgebaut würde zum Parkhaus? Dafür brauchen wir jetzt IHR AUTO!

„Bei so einer Aktion dabei zu sein, ist natürlich etwas absolut Besonderes. Da darf mein 1957er Rolls-Royce mit der handgearbeiteten Hooper-Karosserie natürlich nicht fehlen! Normalerweise würde ich kaum jemand anderen ans Steuer meines Lieblings lassen, aber hier dürfen dann einige glückliche Autokinobesucher*innen auch einmal für zwei Stunden auf den Sitzen Platz nehmen!“, kommentiert Dirk Dohse, Vorstandsmitglied des Wiesbadener HMSC Clubs und Oldtimer-Fan.

Damit IHR AUTO mitspielen darf, sollte es mindestens volljährig sein, also Baujahr 2000 oder älter. Am liebsten wären uns geliebte und gepflegte Senioren, also OLDTIMER & YOUNGTIMER. Sie haben noch den Schönwetter-Zweit- oder Drittwagen in der Garage stehen? Vielleicht sogar ein Cabrio? Oder den in die Jahre gekommenen Jugend-Golf? Die Familienkutsche mit sentimentalem Erinnerungswert?

Dann bewerben Sie sich mit IHREM AUTO für das neobarocke Zukunfts-Parkhaus inklusive Autokino. Ihr Auto wird zum Hauptdarsteller auf Großer Bühne und sogar zum Spielort für das Wiesbaden Biennale-Autokino.

Einzige Bedingung: Wir brauchen Ihr Auto nicht nur für einen Abend, sondern mindestens drei (30.8.-1.9.), bzw. vier Tage (23.8.-26.8.), auch gern für beide Zeiträume, denn es muss für die Teilnahme besonders präpariert werden. Aber keine Angst, wir lassen nur Profis ans Werk. Ihren Wagen bekommen Sie natürlich unbeschadet wieder.

Alle teilnehmenden Autobesitzer*innen erhalten zum Dank zwei Freikarten für die heiß begehrten und eigentlich seit Monaten ausverkauften Vorstellungen des Autokinos sowie ein Wochenticket des RMV. Also, proben Sie schon mal den Umstieg auf die autofreie Zeit und werden Sie Kompliz*innen der spekulativen Zukunft!

Alle Besucher*innen, die eines der Tickets für die Vorstellungen im Autokino ergattert haben: Diese behalten ihre Gültigkeit, Sie können nun lediglich nicht mehr mit Ihrem eigenen Auto vorfahren, sondern nehmen in den Autos Platz, die uns von freundlichen Wiesbadener*innen zur Verfügung gestellt wurden.

Möchten Sie unbedingt im Autokino im eigenen Auto sitzen? Dann bewerben Sie sich mit Ihrem Wagen! Vielleicht kann er ja mitspielen!

Weitere Infos zu den Bewerbungs- und Teilnahmebedingungen gibt es unter: www.wiesbaden-biennale.eu/ich-will-ins-parkhaus sowie in den angehängten FAQ.

Oder schicken Sie uns eine Email an: ichwillinsparkhaus@wiesbaden-biennale.eu

 

 

Wiesbadener Biennale 2018 wirft ihre Schatten voraus – „Bad-News-Programm“ vom 23.8. bis 2.9. steht jetzt!

wb_logo.w.2018Mit der WIESBADEN BIENNALE 2018 vom 23.8. bis 2.9.2018 eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die Spielzeit 2018/2019. Nach der erfolgreichen Neuausrichtung des traditionsreichenFestivals im Jahr 2016 in der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg lädt die zweite Ausgabe unter der Leitung des Kuratoren-Duos Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammerknapp 25 internationale Künstler*innen, Kollektive und Ensembles in die Hessische Landeshauptstadt ein. An insgesamt elf Tagen präsentieren sie unter der Überschrift BAD NEWS zeitgenössische Positionen und vor Ort entwickelte Neuproduktionen aus den Bereichen Performance, Theater und Bildende Kunst.

BAD NEWS!

Bei der Pressekonferenz wurden die Medienvertreter selbst zu Akteuren einer Art "BAD-NEWS"-Programm-Synchron-Lesung, einer Art "Read-In", was Kuratorin Magdalena Ludewig ihrerseits smartphonefotografisch festhielt. Dieses Bild zeigt die "Ad-hoc-Biennale-Lesegemeinde" mit Blick aufs Podium im Foyer des Staatstheaters beim Pressegespräch.  Die Biennale-Programmzeitung "Bad News" wird es demnächst an vielen "kulturellen Brennpunkten" der Stadt geben. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bei der Pressekonferenz wurden die Medienvertreter selbst zu Akteuren einer Art „BAD-NEWS“-Programm-Synchron-Lesung, eines „Read-In“, was Kuratorin Magdalena Ludewig ihrerseits smartphone-fotografisch festhielt. Dieses Bild zeigt die „Ad-hoc-Biennale-Lesegemeinde“ mit Blick aufs Podium im Foyer des Staatstheaters beim Pressegespräch.
Die Biennale-Programmzeitung „Bad News“ wird es demnächst an vielen „kulturellen Brennpunkten“ der Stadt geben. © Foto: Diether v. Goddenthow

Als spekulative Zukunftsvision wird das Hessische Staatstheater einer Nachnutzung als Parkhaus, Shopping-Arcade und Autokino unterworfen. Die leerstehende City Passage hingegen, umstritten verwaistes Wasteland der Wiesbadener Innenstadt, eröffnet als neuer Ort der Künste. Während auf der großen Bühne des Staatstheaters täglich die Autos parken, entwerfen internationale Künstler*innen wie Roger Ballen, Florentina Holzinger oder Tetsuya Umeda neue Arbeiten für einen installativ-performativen Parcours in der City Passage. Mit dem Umzug von der historischen Kurpromenade in das Hinterland der Landeshauptstadt erprobt die WIESBADEN BIENNALE exemplarisch Praktiken konsumorientierter Profanierung und künstlerischer Wertschöpfung im Stadtraum und sucht die Konfrontation mit Ästhetiken vulgärer Drastik und populistischer Agitation. Im Keller des Nachgenutzten Theaters zeigt das Performative Pornokino die Arbeiten einer jungen Generation von Künstler*innen, die die Exponiertheit ihrer Körper, ihrer intimsten Sehnsüchte, Bedürfnisse und ihre Ängste zur ästhetischen Arbeitspraxis formen. Im Wechsel sind vier Soloarbeiten zwischen Performance und Videokunst von Katy Baird, Rosana Cade, Kim Noble und Samira Elagoz zu sehen. Auf der Schwalbacher Straße hingegen, im letzten Pornokino Wiesbadens, ist mit Erik van Lieshouts Videoarbeit »Sex is Sentimental«, das Selbstporträt eines schamlos Liebenden inmitten von ungehemmter Pornografie zu sehen. Die Wartburg, bisher Außenspielstätte des Staatstheaters – jetzt Migrantenstadl – erfindet sich für elf Tage neu als postmigrantische »Unterhaltungs-Mehrzweckhalle« mit täglich wechselndem Programm von und für radikal unterhaltsame Parallelgesellschaften aus Kanak-Stars, Textterroristen, Rap-Ladies, Boxkampf und Teesalon. An den topografischen Bruchlinien städtischen Wandels werden künstlerische Interventionen von Künstler*innen wie Santiago Sierra, Dries Verhoeven oder Vincent Glowinski die spekulative Verunsicherung im Stadtraum vorantreiben und eine erlebbare Kritik des Status quo schaffen.

Auf dem Podium von links nach rechts: Oberbürgermeister Sven Gerich, KuratorInnen des Festivals Martin Hammer und Magdalena Ludewig, Intendant Uwe Eric Laufenberg, und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH präsentieren das umfangreiche Biennale-Programm, welches Wiesbaden wieder mal ein wenig wachrütteln und noch ein Stück lebendiger machen wird. © Foto: Diether v. Goddenthow
Auf dem Podium von links nach rechts: Oberbürgermeister Sven Gerich, KuratorInnen des Festivals Martin Hammer und Magdalena Ludewig, Intendant Uwe Eric Laufenberg, und Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH präsentieren das umfangreiche Biennale-Programm, welches Wiesbaden wieder mal ein wenig wachrütteln und noch ein Stück lebendiger machen wird. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zur Eröffnung am 23.8.2018 weiht die kapverdische Choreografin Marlene Monteiro Freitas mit »Bacantes für die City Passage«, das neue pulsierende Herz der Biennale – die City Passage – mit einem kultischen Ausnahmezustand zwischen Zombietanz, dadaistischer Performance und wilder Lebenssehnsucht ein.

Das Festivalzentrum  und der Club befinden sich an der Schwalbacher Straße /Ecke Faulbrunnenstrasse. Das  Sonnendeck wird auf dem Parkhaus der City eingerichet. Festivalzentrum und Club an der Schwalbacher Straße und Sonnendeck auf dem Parkhaus der City
Das Festivalzentrum und der Club befinden sich an der Schwalbacher Straße /Ecke Faulbrunnenstrasse. Das Sonnendeck wird auf dem Parkhaus der City eingerichet. Festivalzentrum und Club an der Schwalbacher Straße und Sonnendeck auf dem Parkhaus der City

Mit Festivalzentrum und Club an der Schwalbacher Straße und Sonnendeck auf dem Parkhaus der City Passagelädt die Wiesbaden Biennale ihre Besucher wieder zum lustvollen Verweilen, zu durchtanzten Nächten, Konzerten unter freiem Himmel und hitzigen Debatten ein.

»Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer ist es wieder gelungen, die ideale Ergänzung, auch einen Widerspruch und eine Neuausrichtung unserer Arbeit am Hessischen Staatstheater und der Internationalen Maifestspiele zu formulieren. Ihre konsequenten Setzungen fordern erneut dazu heraus, den Status quo spielerisch zu hinterfragen. Die Arbeiten, die die Künstler*innen hier vor Ort entwickeln, sind eine mitreißende Einladung zur Konfrontation mit den Ängsten und der aufkommenden Wut, die an der Stabilität der westlichen Demokratien rütteln und Europa auffordern, neu Stellung zu beziehen! Ausgang: Offen!«, so Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters.

Weitere Infos

Nach dem „müden Europäer“ nun „Bad News“ aus dem „Hinterland“- Wiesbadener Biennale 2018 in den Startlöchern!

Unter der Intendanz von Uwe Erc Laufenberg (r.) verantworten die beiden Kuratoren Maria Magdalena Ludwig und Martin Hammer die zweite Ausgabe der Wiesbadener Biennale vom 22.3.8. bis 2.9.2018. Gestern eröffneten sie das Biennale-Projektbüro Schwalbacher Strasse /Ecke Faulbrunnenstrasse und setzten den Startschuss für die künstlerische Intervention unter dem Schwerpunktthema "Hinterland". © Foto: Diether v. Goddenthow
Unter der Intendanz von Uwe Erc Laufenberg (r.) verantworten die beiden Kuratoren Maria Magdalena Ludwig und Martin Hammer die zweite Ausgabe der Wiesbadener Biennale vom 22.3.8. bis 2.9.2018. Gestern eröffneten sie das Biennale-Projektbüro Schwalbacher Strasse /Ecke Faulbrunnenstrasse und setzten den Startschuss für die künstlerische Intervention unter dem Schwerpunktthema „Hinterland“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Noch wird nichts verraten, nur so viel: „Eines der Elemente der Wiesbadener Biennale 2018 wird die ‚Überraschung‘ sein“, beschrieb Museumsdirektor Dr. Alexander Klar, einer der  drei Biennale-Kooperationspartner des Hessischen Staatstheaters, treffend den Planungs-Stand des alle zwei Jahre  veranstalteten Wiesbadener Avantgarde-Festivals „Biennale“  auf der heutigen Eröffnung des Projektbüros an  der Schwalbacher Straße.

Mit diesem ersten Schritt in die Öffentlichkeit setzte das Kuratoren-Team Maria Magdalena Ludwig und Martin Hammer unter der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg den Startschuss für die künstlerische Intervention der Wiesbadener Biennale, die  vom  23. August bis 2. September 2018 neben den Spielstätten „Großes Haus“, „Kleines Haus“, „Studio“, „Wartburg“, „Malsaal“, „Foyer Großes Haus“, „Warmer Damm“ und „Projektbüro“ als besonderes Highlight die im Stadtzentrum  leerstehende , heruntergekommene, beinahe dörflich-morbid anmutende City Passage unter dem Schwerpunktthema „Hinterland“ bespielen wird. International renommierte Künstler, wie Santiago Sierra oder Roger Ballen, werden speziell für die Wiesbadener Biennale neue Projekte entwickeln, die zugleich als Pilotprojekt erstmals  durch die Partner  Museum Wiesbaden,  Schlachthof Wiesbaden  und dem Nassauischen Kunstverein  mit dem  Kunstsommer verflochten sein werden.

Von der Wilhelmstrasse ins „Hinterland“?

Würdig „eingeweiht“ mit anregender Diskussion zwischen dem Kuratoren-Team, den Biennale-Partnern: Alexander Klar (Museum Wiesbaden), Carsten Schack u. Hendrik Seipel-Rotter (Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden) und Evelyn König (Nassauischer Kunstverein), sowie Vertretern der Presse. © Foto: Diether v. Goddenthow
Würdig „eingeweiht“ mit anregender Diskussion zwischen dem Kuratoren-Team, den Biennale-Partnern: Alexander Klar (Museum Wiesbaden), Carsten Schack u. Hendrik Seipel-Rotter (Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden) und Evelyn König (Nassauischer Kunstverein), sowie Vertretern der Presse. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dabei verschiebt die Wiesbadener Biennale 2008 ihr Zentrum von der Wilhelmstrasse an die Schwalbacher Straße und setzt, entsprechend damit den Fokus auf ein Quartier Wiesbadens, welches in starkem Kontrast zum neo-barocken Hessischen Staatstheater und den historischen Kuranlagen steht. Es sei in etwa vergleichbar mit dem Verhältnis kulturell und wirtschaftlich prosperierender Metropolen zu ihrem „Hinterland“. Solch Provinzgefühl hatte sich  Maria Magdalena Ludwig einst bei einem unfreiwilligen, längerem  S-Bahn-Stopp im Örtchen Flörsheim aufgedrängt, einem Ort der Pendler zwischen Wiesbaden und Frankfurt, vom Lärm dreier Einflugschneisen des nahen Flughafens gequält, ein zersiedeltes Gebiet, an dem man sich im Rhein-Main-Gebiet jedoch noch den „Traum“ vom  Häuschen im Grünen leisten könne, ein Ort, der auf den ersten Blick wie Hinterland wirke, eher zweckmäßig, gesichtslos und austauschbar.

Themenschwerpunkt HINTERLAND
Historisch verstanden, bezeichnete Hinterland den Einzugsbereich des Hafens oder die Versorgungsgebiete um die Metropolen, erläuterte Biennale-Kurator Martin Hammer. Im Kolonialzeitalter galt das bereits eroberte oder noch nicht kontrollierte Gebiet hinter der Grenzlinie als Hinterland. Hier gab es weniger Regeln, weniger Schutz und mehr Freiraum. In den USA nenne man es Fly-Over-Country, da es für die Bewohner von Metropolen keinen Grund gäbe, dort zu landen, so Hammer. Wer hier lebe, sei statistisch schlechter ausgebildet, verdiene weniger und stürbe früher, so der Kurator.

Impression des Bürojektbüros, gut sichtbar am Nadelöhr zwischen Westend und Fußgängerzone als erster Anker des Dialogs zwischen künstlerischer Intervention und einem Stadtquartier im Umbruch. Mit der nahegelegenen City-Passage wird die Wiesbadener Biennale ein "Wasteland" bespielen, ein Hinterland mitten im Zentrum Wiesbadens.. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression des Bürojektbüros, gut sichtbar am Nadelöhr zwischen Westend und Fußgängerzone als erster Anker des Dialogs zwischen künstlerischer Intervention und einem Stadtquartier im Umbruch. Mit der nahegelegenen City-Passage wird die Wiesbadener Biennale ein „Wasteland“ bespielen, ein Hinterland mitten im Zentrum Wiesbadens.. © Foto: Diether v. Goddenthow

HINTERLAND als Themenschwerpunkt der Wiesbadener Biennale 2018 solle, so das Kuratoren-Team, jedoch „nicht nur geografisch eine Region abseits der Metropole bezeichnen, sondern auch eine Geisteshaltung: eine aufgestaute Wut und das Aufbegehren gegen das bleierne Gefühl, den Auswirkungen der globalisierten Wirtschaft nichts entgegensetzen zu können.“ So werden sich die von international renommierten Künstlerinnen und Künstlern im Rahmen von HINTERLAND entwickelten neuen Arbeiten auch explizit „ästhetisch mit der aufkeimenden Protestkultur, mit populistischer Rhetorik, vulgärer Bildsprache und aktionistischer Machtdemonstration auseinandersetzen“, so die Kuratoren. Deshalb lautet das Leitmotiv der Biennale: „Bad News“, vielleicht auch gedacht als  Versuch einer kollektiven paradoxen Intervention? Denn eines soll und wird auch 2018 das experimentelle Wiesbadener  Theater- und Kunstfestival Biennale  gewiss nicht werden: depressiv!

Am 17. April 2018  wissen wir Genaueres. Dann wird das Festival-Gesamtprogramm mit Theater-Angeboten, Performances, künstlerischen Positionen zwischen Bildender Kunst und Intervention und weiteren Überraschungen vorliegen. Schon jetzt lädt das Projektbüro an der Schwalbacher Strasse/ Ecke Faulbrunnenstrasse  zum Dialog mit dem Biennale-Team ein. Der Vorverkauf beginnt voraussichtlich ab dem 18.April 2018.

(Diether v. Goddenthow/ Rhein-Main.Eurokunst)

Weitere und aktuelle Informationen: Wiesbadener Biennale 2018

Kleiner Rückblick auf Avantgarde-Festival Biennale 2016

Thomas Bellincks »Das Museum: Haus der Europäischen Geschichte im Exil« im Alten Gericht noch bis 18. September

Das Alte Gericht in der Gerichtsstrasse in Wiesbaden dient mit seinem morbiden Charme noch bis 18. September 2016 als "Haus der Europäischen Geschichte im Exil" und zeigt rückblickend aus dem Jahr 2060 den Untergang der Europäischen Union. Untergang im Haus des Untergangs? © massow-picture
Das Alte Gericht in der Gerichtsstrasse in Wiesbaden dient mit seinem morbiden Charme noch bis 18. September 2016 als „Haus der Europäischen Geschichte im Exil“ und zeigt rückblickend aus dem Jahr 2060 den Untergang der Europäischen Union. Untergang im Haus des Untergangs? © massow-picture

Thomas Bellincks »Das Museum: Domo de Eŭropa Historio en Ekzilo« im Alten Gericht noch bis 18. September

Auch nach dem Ende der Wiesbaden Biennale weht noch ein wenig Festivalstimmung durch die Stadt: »Das Museum: Domo de Eŭropa Historio en Ekzilo« des belgischen Künstlers Thomas Bellinck im Alten Gericht ist noch bis 18. September zur Besichtigung geöffnet.

Die Öffnungszeiten sind
Dienstag bis Freitag 16:00 bis 20:00 Uhr (letzter Einlass um 19:30 Uhr)
Samstag & Sonntag 11:00 bis 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr)

Montags ist das Museum geschlossen.

Rundgänge sind zu jeder halben Stunde möglich.
Durch die begrenzte Platzkapazität wird die Reservierung über die Theaterkasse empfohlen.
Eine Tageskasse am Spielort gibt es lediglich bei Verfügbarkeit von Karten. 

Karten sind außer an der Theaterkasse im Großen Haus telefonisch unter 0611.132 325 oder auf www.staatstheater-wiesbaden.de zu erwerben.

Biennale: Wiesbadener Avantegard-Festival begeisterte mehr als 10 000 Besucher – Haus der Europäischen Gesichte im Alten Gericht noch bis 18.09.2016

Mozart-Impressionen beim Theater-Biennale-Fest. Besucher sitzen  auf den Holzbetten im zum "Biennale-Grand-Hotel" umgewidmeten Foyer des Großen Hauses. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Mozart-Impressionen beim Theater-Biennale-Fest. Besucher sitzen auf den Holzbetten im zum „Biennale-Grand-Hotel“ umgewidmeten Foyer des Großen Hauses. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Wiesbaden Biennale – Internationales Avantgarde-Festival begeisterte Stadt und Publikum.
Mehr als 200 internationale Künstler, 400 lokale Beteiligte und mehr als 10.000 Besucher machten die Hessische Landeshauptstadt Wiesbaden zum pulsierenden Asyl für müde Europäer.

Abends im Festival-Zentrum leuchten die Lettern der Schriftgirlande Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Abends im Festival-Zentrum leuchten die Lettern der Schriftgirlande Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Elf Tage lang bespielte die Wiesbaden Biennale, die am heutigen Sonntag endet, das Hessische Staatstheater, die Stadt und Region mit Theater, Performance und Kunst. Rund 130 Veranstaltungen, das offene Festivalzentrum am Warmen Damm und Installationen im Stadtraum lockten mehr als 10 000 Besucher zur ersten Ausgabe des neu konzeptionierten Festivals mit dem Titel “This is not Europe”.

Gleich wird der Sarg mit der "multikulturellen Gesellschaft" in die Grube oberhalb des Schillerdenkmals am Wiesbadener Theater herabgelassen. Die lange Trauerkolonne bewegt sich hier von der Anglikanischen Kirche an der Wilhelmstrasse entlang in Richtung Schillerdenkmal, wo die Erdbestattung stattfinden wird. Am offenen Sarg vorbei ging es für die Trauernden in den Trauergottesdienst. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Gleich wird der Sarg mit der „multikulturellen Gesellschaft“ in die Grube oberhalb des Schillerdenkmals am Wiesbadener Theater herabgelassen. Die lange Trauerkolonne bewegte sich  von der St. Augustine Kirche entlang  der Wilhelmstrasse zum Schillerdenkmal, Hier wurden die Werte, hier die „Mulitikulturelle Gesellschaft“ erdbestattet. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Die beiden Kuratoren Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig zeigten sich überwältigt von der Resonanz des Publikums und der Neugierde der Wiesbadener, sich auf Künstler und Projekte als Mitwirkende und Besucher einzulassen: „Wir wurden beschenkt mit wilden und berührenden Theaterabenden und Performances, mit politischen Debatten in glühender Hitze, unerwarteten Begegnungen einer wachsenden Gemeinschaft unter freiem Himmel und mit lauen Festivalnächten unter Rainer Caspers Leuchtschild „This is not Europe“. Wir schauten in strahlende Augen von Übernachtungsgästen unseres Grandhotels, für die sich ein Kindheitstraum erfüllte. Wir erlebten, wie viele Helfer und Unterstützer in Behörden und Institutionen alle Hebel in Bewegung setzten, um die Arbeit der Künstler zu ermöglichen.“

Vom 25.8. bis 4.9.2016 waren in der Hessischen Landeshauptstadt und im Opelwerk Rüsselsheim neun Gastspiele auf allen Bühnen des Staatstheaters zu sehen, darunter eine Uraufführung, eine Europa-Premiere und zahlreiche Deutschland-Premieren, sowie im Programmschwerpunkt „Asyl des Müden Europäers“ zehn eigens für Wiesbaden neu produzierte Projekte an unterschiedlichsten Orten in der Stadt.

Open-Air Parlament "Agora", hier am 1.9. mit Wiesbaden-Thementag „Imagine Wiesbaden: Zukunft der Stadt“, die von der Initiative Haus der Stadtkultur mit prominenten Wiesbadener Bürgern zu Themen wie "Kehrsatzung", "Städtepartnerschaft", "Fahrradstadt", "Sozialer Wohnungsbau", "Müllproblem", "Altes Gericht vor Umwandlung in 61 Wohnungen retten", "Kulturarbeit" usw. ausgerichtet wurde.Dr. Thilo Thilemann Foto: Dieter v. Goddenthow © massow-picture
Open-Air Parlament „Agora“, hier am 1.9. mit Wiesbaden-Thementag „Imagine Wiesbaden: Zukunft der Stadt“, die von der Initiative Haus der Stadtkultur mit prominenten Wiesbadener Bürgern zu Themen wie „Kehrsatzung“, „Städtepartnerschaft“, „Fahrradstadt“, „Sozialer Wohnungsbau“, „Müllproblem“, „Altes Gericht vor Umwandlung in 61 Wohnungen retten“, „Kulturarbeit“ usw. ausgerichtet wurde. Dr. Thilo Thilemann spricht zum Thema Städtepartnerschaft Wiesbaden – Istanbul-Faith. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Auch der Intendant des Hessischen Staatstheaters Uwe Eric Laufenberg freute sich über den erfolgreichen Abschluss des Festivals: „Die Biennale hat viele neugierige Menschen ins Theater gelockt, sie hat das Theater in die Stadt getragen, neue Partnerschaften angestoßen und Wiesbaden ermutigt sich selbst neu kennenzulernen.

Ausstellungsraum im 4. Bereich: Die Wiederkehr der Vergangenheit. © massow-picture
Haus der Europäischen Geschichte im Exil c/o altes Gericht: Ausstellungsraum im 4. Bereich: Die Wiederkehr der Vergangenheit. © massow-picture

So stark jede Aufführung an sich auch war, das besondere ist, dass sich durch kluge dramaturgische Verknüpfung der europäischen Themen und Länder wirklich ein Bild des heutigen Europas ergab, seinen Problemen und seinen Hoffnungen. Wir haben immer an das Festival wie auch an die europäische Idee geglaubt, dass es zu einem wirklich europäischen künstlerischen Ereignis wurde, ist ein Gelingen, über das ich mich sehr freue.“

Auch der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich beglückwünschte die Kuratoren: „Chapeau den beiden Kuratoren für die erfolgreiche Arbeit.“ Beide haben bereits ihren Vertrag verlängert und werden auch die nächste Biennale im Sommer 2018 kuratieren.

Foto: Diether v. Goddenthwo © massow-picture
Foto: Diether v. Goddenthwo © massow-picture

Noch bis zum 18.9. ist weiterhin das Museum „Domo de Eŭropa Historio en Ekzilo“ (Haus der Europäischen Geschichte im Exil  des belgischen Künstlers Thomas Bellinck im Alten Gericht geöffnet.