Kategorie-Archiv: Theater Wiesbaden

Feierliche Eröffnung der Internationalen Maifestspiele 2024 sowie »Meet & Greet« mit den Künstlern am 1. Mai

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Die Landeshauptstadt Wiesbaden und das Hessische Staatstheater Wiesbaden präsentieren im Rahmen der Internationalen Maifestspiele vom 1. bis 31. Mai 2024 wieder ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Fans aller Sparten der Darstellenden Kunst sollten fündig werden: von Oper, Tanz, Performance bis hin zu Schauspiel ist alles dabei! Auch dieses Jahr wird der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende das Grußwort bei der Feierlichen Eröffnung sprechen und den Startschuss für die zahlreichen Vorstellungen geben, auf die wir uns jetzt schon mit Ihnen freuen können!

Beginnen werden die Feierlichkeiten am 1. Mai 2024 um 18.30 Uhr mit Grußworten und einer musikalischen Einstimmung im Foyer des Großen Hauses, gefolgt von der Premiere von Giuseppe Verdis »Falstaff«. Im Anschluss können beim »Meet & Greet« im Foyer die Opern-Stars hautnah erlebt werden. Für gute Verpflegung sorgt die Theater-Gastronomie.

Doch nicht nur bei »Falstaff« soll für die Festspiel-Gäste die »vierte Wand« fallen. Auch im Anschluss an »Jedermann Reloaded« am 2. Mai, nach der Premiere der Jungen Maifestspiele »Shoot´n´Shout« am 4. Mai, im Anschluss an »Tosca« am 16. Mai sowie nach der Ballettpremiere »Kafka« am 24. Mai gibt es jeweils die Möglichkeit, die Künstler des Abends bei einem Meet & Greet zu treffen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

„Meet & Greet“ auf einen Blick:

Foyer Hessisches Staatstheater © Foto Diether von Goddenthow
Foyer Hessisches Staatstheater © Foto Diether von Goddenthow

»Falstaff«, nach der Premierenvorstellung am 1. Mai (Foyer, Großes Haus)
»Jedermann Reloaded«, nach der Vorstellung am 2. Mai (Foyer, Großes Haus)
»Shoot´n´Shout«, nach der Premierenvorstellung am 4. Mai (Wartburg)
»Tosca«, nach der Vorstellung am 16. Mai (Foyer, Großes Haus)
»Kafka«, nach der Vorstellung am 24. Mai (Foyer, Großes Haus)

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.maifestspiele.de

Der britische Dirigent Leo McFall wird Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden –

© Benjamin Ealovega
© Benjamin Ealovega

Wiesbaden. Leo McFall wird ab der Spielzeit 2024/25 zeitgleich mit dem Beginn der Doppelintendanz von Dorothea Hartmann und Beate Heine neuer Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Der britische Dirigent ist derzeit Principal Conductor des Thessaloniki State Symphony Orchestra und Chefdirigent des Symphonieorchesters Vorarlberg.

Leo McFall setzte sich in einem aufwändigen Bewerbungsverfahren aus einem Kreis von 122 Bewerbern in zwei Runden von Vordirigaten gegen sechs Mitbewerber durch. Leo McFall konnte das Orchester und die Findungskommission mit seinen dirigentischen Fähigkeiten in den Vordirigaten für sich gewinnen. Die Findungskommission setzte sich aus Vertretern des Landes, der Stadt Wiesbaden, einer der designierten Intendantinnen sowie eines Vertreters des Orchestervorstandes sowie externen ExpertInnen zusammen.

„Mit Leo McFall gewinnen wir einen jungen und sehr engagierten Dirigenten für Hessen, der bereits vielfältige Erfahrungen auf unterschiedlichen Stationen sammeln konnte“, erklärt der hessische Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels. „Wir freuen uns, dass die Position des Generalmusikdirektors nach so langer Vakanz nun wieder besetzt ist und das Musikleben am Hessischen Staatstheater und in Wiesbaden entscheidend gestaltet und vorangebracht werden kann.“

„Wir freuen uns sehr, den Neustart am Staatstheater Wiesbaden gemeinsam mit Leo McFall zu gestalten. Neben seinen herausragenden musikalischen Qualitäten bringt er ein ausgeprägtes Interesse an neuen und ungewöhnlichen Formen von Musiktheater und Konzert mit“, ergänzen die designierten Intendantinnen Beate Heine und Dorothea Hartmann. „Leo McFall liebt das zeitgenössische Repertoire ebenso wie die bewährten Klassiker. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und auf viele spannende und überraschende Konzerte und Opernaufführungen mit ihm.“

„Über meine Ernennung als Generalmusikdirektor des Staatstheater Wiesbaden freue ich mich außerordentlich.“, sagt der designierte Generalmusikdirektor Leo McFall. „Es ist eine wunderbare Aufgabe, Teil des Teams um Dorothea Hartmann und Beate Heine zu werden und mit den großartigen Musikerinnen und Musikern des Hauses zu arbeiten zu können.“

Leo McFall, 1981 in London geboren, studierte an der Oxford University, der Sibelius Academy und der Hochschule für Musik in Zürich. Nach Stationen als Assistent von Bernard Haitink u.a. beim Royal Concertgebouw Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, Vienna Philharmonic Orchestra, beim Glyndebourne Festival und als erster Kapellmeister beim Meininger Staatstheater, wurde er Chefdirigent des Symphonieorchesters Vorarlberg.

Das Programm der „Internationalen Maifestspiele 2024″ in Wiesbaden steht

logo-maifestspiele-2024_250Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden (IMF) stehen in diesem Jahr unter dem der Eröffnungspremiere »Falstaff« entnommenen Motto: »Tutto nel mondo è burla.« Wir übersetzen frei: »Die ganze Welt ist verrückt.« Konzeptioniert wurde das Programm noch im Kern vom langjährigen Künstlerischen Leiter der IMF Uwe Eric Laufenberg, dem Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende in seinem Grußwort im Programmbuch bescheinigt, er werde »große Fußspuren hinterlassen«. Mit dem vorzeitigen Ende der Intendanz Laufenbergs vor drei Wochen obliegt die künstlerische Durchführung der IMF nun einem mehrköpfigen Team, das sich aus der künstlerischen Leitungsebene des Hessischen Staatstheaters zusammensetzen wird.

Am geplanten Spielplan der Internationalen Maifestspiele wird es keine Abstriche geben: Sie warten mit dem gewohnt weitgespannten, spartenübergreifenden und glanzvoll besetzten Programm auf.
Zur feierlichen Eröffnung am 1. Mai wird Giuseppe Verdis komödiantisches Spätwerk »Falstaff« mit Željko Lučić in der Titelrolle und Antonello Allemandi am Pult gegeben; im variablen Einheitsraum von Rolf Glittenberg wird der junge Regisseur Noah L. Perktold die »Letzte Werke«-Trilogie des Staatstheaters (nach »Der Sturm« und »Zauberflöte«) zum Abschluss bringen.

Zwei weitere Komponisten stehen im Fokus der IMF: Richard Wagner und Giacomo Puccini. In einer internationalen Starbesetzung sind »Lohengrin« und Wagners opus magnum »Der Ring des Nibelungen« zu erleben. Zudem feiern die IMF das Puccini-Jahr 2024 (der Komponist starb vor hundert Jahren) mit »Turandot«, einem aufwendigen »Tosca«-Gastspiel des Teatro Communale di Bologna unter der musikalischen Leitung von Oksana Lyniv und einem spannenden Begleitprogramm. Herausragende Sängerinnen und Sänger sind auch in den Galavorstellungen von Verdis »Otello« und Mozarts »Figaro« zu erleben.

Ein weiterer 100-jähriger Todestag wird mit der Premiere des Hessischen Staatsballetts »Kafka« in der Choreografie von Antonio de Rosa und Mattia Russo begangen. Tanztheater-Fans dürfen sich zudem auf ein Gastspiel des berühmten Nederlands Dans Theater NDT 2 freuen.

Im Schauspielbereich wirft ein großer Name seine Schatten voraus: Für drei Vorstellungen wird der amerikanische Superstar John Malkovich auf der Bühne des Großen Hauses stehen, in einer Inszenierung von Bernard-Marie Koltès’ »In the Solitude of Cotton Fields« (»In der Einsamkeit der Baumwollfelder«). Mit Katharine Mehrling (in einem Gastspiel des Berliner Ensembles), Barbara Auer, Philipp Hochmair oder Devid Striesow sind auch viele weitere prominente Schauspielernamen im Programm der IMF vertreten.

Im Konzertbereich reicht die Spanne vom intimen Liederabend bis hin zur monumentalen »Auferstehungssinfonie« von Gustav Mahler, viele aus den vergangenen Jahren vertraute IMF-Gäste kehren noch einmal zurück, etwa Simone Kermes, Florian Boesch, Günther Groissböck, das Ensemble Mattiacis oder Wildes Holz. Besondere Aufmerksamkeit verdient sicher auch die Richard Wagner Charity Gala für den gemeinnützigen Verein »Opera meets nature«, in welcher der Tenor Andreas Schager viele seiner musikalischen Freunde zusammenbringt.

Ein reichhaltiges Programm präsentieren die Jungen Maifestspiele mit Theaterkompanien aus Frankreich, Slowenien, Norwegen, Berlin und Köln – und mit den »New Superstars of Magic« Siegfried & Joy. Das Förderprogramm IMF Freiräume mit vier Projektstipendien sowie eine begleitende Filmreihe im Kino Caligari runden das Programm der Maifestspiele ab.

Die Durchführung der »Internationalen Maifestspiele« 2023 wird durch die Unterstützung der Landeshauptstadt Wiesbaden, des Landes Hessen, der NASPA, und des Förderkreises der Internationalen Maifestspiele e.V. ermöglicht.

Der Kartenvorverkauf für Mai startet am 14. Februar 2024 um 10 Uhr. Es wird nicht möglich sein, vorab eine Warteposition im Webshop einzunehmen. Karten sind an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611.132 325 oder online unter www.maifestspiele.de erhältlich.

Uwe Eric Laufenberg verlässt Staatstheater Wiesbaden

Der Intendant des Hessischen Staatstheaters Uwe-Eric Laufenberg scheidet aus seinem Amt. Archivfoto PK Maifestspiele 2023 © Foto: Diether von Goddenthow
Der Intendant des Hessischen Staatstheaters Uwe-Eric Laufenberg scheidet aus seinem Amt. Archivfoto PK Maifestspiele 2023 © Foto: Diether von Goddenthow

Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, hat sich unmittelbar nach seinem Amtsantritt mit dem Intendanten des Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, zu einem Gespräch getroffen. Beide Seiten haben beschlossen, die gemeinsame Arbeit nach fast zehn Jahren zum 22. Januar 2024 zu beenden. Uwe Eric Laufenberg wird seine Arbeit zu diesem Datum im Staatstheater Wiesbaden einstellen und dort weder weiter spielen noch inszenieren.

Minister Gremmels: „Ich freue mich, dass in dem lang schwelenden Konflikt nun einvernehmlich ein Lösungsansatz gefunden werden konnte. Mir war vor allem wichtig, schnell ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten. Ich danke Intendant Laufenberg für seine gute künstlerische Arbeit in Wiesbaden.“

In die Lösungsfindung war auch die Landeshauptstadt Wiesbaden als weitere Trägerin des Hauses ins Benehmen gesetzt. Dazu Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende: „Der heutige Schritt soll ermöglichen, dass im Staatstheater Ruhe einkehrt und nun endlich wieder die künstlerische Strahlkraft des Staatstheaters im Fokus steht.“

Uwe Eric Laufenberg: „Ich danke Minister Gremmels für seine Initiative. Ich hoffe, durch diesen Schritt dazu beitragen zu können, dass für das Publikum und die Mitarbeitenden des Theaters eine gute Perspektive geschaffen wird. Ich danke auch dem Publikum und allen Mitarbeitern für die gute gemeinsame Zeit und freue mich auf neue Herausforderungen.“

Über die Bedingungen der Vertragsauflösung ist Stillschweigen verabredet worden. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur führt zeitnah Gespräche mit den Spartenleitungen des Hauses zur weiteren Programmgestaltung.

Großer Kostümverkauf im Hessischen Staatstheater Wiesbaden am 27. Januar 2024

kostuemverkauf 27 1 2024Am Samstag, den 27. Januar 2024 findet zwischen 10.00 und 14.00 Uhr im Foyer des Großen Hauses vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden der »Große Kostümverkauf« statt. Kurz vor Fastnacht räumt die Kostümabteilung ihren Fundus. Erworben werden können circa 3.500 Teile aus allen Stilepochen.

Wichtig: es ist nur Barzahlung möglich, solange der Vorrat reicht!

HESSISCHES STAATSTHEATER WIESBADEN
Eingang zum Großen Haus über die Kolonnaden
Christian-Zais-Straße 3
65189 Wiesbaden
Tel. +49 (0)611.132 1

Die bekannteste Oper der Welt: Uwe Eric Laufenberg inszeniert Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Zauberflöte« am Hessischen Staatstheater neu

© Foto: Diether von Goddenthow
© Foto: Diether von Goddenthow

In seiner letzten Spielzeit als Intendant des Hessischen Staatstheater Wiesbadens befasst sich Uwe Eric Laufenberg vornehmlich mit letzten Werken. Die Zauberflöte, im Todesjahr ihres Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart uraufgeführt, bildet da keine Ausnahme. Das allseits bekannte Stück über Freundschaft, Liebe, das Bestehen von Aufgaben und das darüber Hinauswachsen feiert am 3. Dezember 2023 im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Premiere.
Weitere Vorstellungen finden statt am 6./ 16./ 21./ 30. Dezember 2023 & 6./ 12./ 14. Januar 2024 sowie im Februar, März, April und Juni 2024.

Die Reise des Prinzen Tamino und seinem Freund, dem Vogelfänger Papageno, spielt sich in Rolf Glittenbergs einzigartigem Bühnenbild ab, das er als Gesamtbühnenraum nicht nur für »Die Zauberflöte«, sondern auch für William Shakespeares »Der Sturm« und Giuseppe Verdis »Falstaff« erschaffen hat. Damit bietet er das Bühnenbild für alle von Laufenberg neu inszenierten Stücke in dieser Spielzeit. Im Licht und Video von Andreas Frank und Gérard Naziri zeigt diese Inszenierung ihre vielen Facetten.

Die Besetzung der Sängerinnen und Sänger besteht aus festen Ensemblemitgliedern, alten Wegbegleitern in Wiesbaden und aufstrebenden Talenten. Den Prinzen Tamino singt und verkörpert der junge Tenor Kai Kluge, ihn begleitet der erfahrene Johannes Martin Kränzle in der Rolle des Papageno. Und auch die weiblichen Rollen sind stark besetzt: hier singen Anastasiya Taratorkina und Alyona Rostovskaya in unterschiedlichen Vorstellungen die Pamina. Beate Ritter und Christina Esterházy teilen sich die Rolle der Königin der Nacht. Unterstützt wird der Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden durch die Limburger Domsingknaben.

Musikalische Leitung: Konrad Junghänel Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Rolf Glittenberg Kostüme Marianne Glittenberg Licht Andreas Frank Video Gérard Naziri Chor Albert Horne Dramaturgie Marie Johannsen

Mit Young Doo Park, Timo Riihonen, Kai Kluge, Gustavo Quaresma, Beate Ritter, Christina Esterházy, Anastasiya Taratorkina, Alyona Rostovskaya, Johannes Martin Kränzle, Christopher Bolduc, Benjamin Russell, Lena Haselmann, Stella An, Charles M. Anderson, Vera Ivonaovic, Fleuranne Brockway, Romina Boscolo, KS Thomas de Vries, Darcy Carroll, Ralf Rachbauer, Limburger Domsingknaben, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

»Die Zauberflöte«
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Große Oper in zwei Aufzügen
In deutscher Sprache.
Libretto: Emanuel Schikaneder
Uraufführung: 1791 in Wien
Premiere ist am Sonntag, den 3. Dezember 2023, um 18 Uhr im Großen Haus.
Weitere Vorstellungen finden statt am 6./ 16./ 21./ 30. Dezember 2023 & 6./ 12./ 14. Januar 2024 sowie im Februar, März, April und Juni 2024.

Mehr Informationen finden Sie unter:
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/programm/spielplan/die-zauberfloete

Weihnachtszeit ist am Wiesbadener Staatstheater Märchenzeit und Familienzeit! »Kleiner König Kalle Wirsch« wiederaufgenommen, ab 5.11.2023

Vera Hannah Schmidtke, Calvin Auer © Foto: Christine Tritschler
Vera Hannah Schmidtke, Calvin Auer © Foto: Christine Tritschler

Rechtzeitig zur Vorweihnachts-Zeit wurde das Stück »Kleiner König Kalle Wirsch« von Tilde Michels in der Fassung von Dirk Schirdewahn, für alle ab 6 Jahren, wieder ins Programm des Wiesbadener Staatstheaters aufgenommen.

Wiederaufnahme-Premiere ist Sonntag der 5. November 2023, um 15.00 Uhr im Großen Haus. Weitere Veranstaltungen finden statt am 11./12./15./24./25./26./30. November 2023 sowie im Dezember 2023 am 1./ 2./ 4./ 7./ 8./ 9./ 10./ 11./ 13./ 14./ 15./ 16./ 17./ 18./ 19./ 20./ 21./ 23./ 25./ 26./ 27./ 28./ 29./ 30. Dezember 2023

Schon 2021 eroberte der kleine König Kalle Wirsch die Herzen aller Kinder auf seinem Weg zur Wiwogitrumu-Burg, wo er seinen Thron gegen den heimtückischen Zoppo Trump verteidigen musste. Dieses Jahr geht die Reise erneut unter die Erde zu den Erdenvölkern. Zusammen mit den Kindern Max und Jenny und der Fledermaus Tutulla erlebt Kalle Wirsch große Abenteuer, überwältigt den blinden Fährmann am See der Finsternis, entkommt den listigen Echokugeln und trotzt sogar dem furchteinflößenden Drachen Murrumesch. Und das alles mit vielen tollen Songs und mitreißender Musik. Wer das Stück in der Coronazeit verpasst hat, bekommt jetzt eine neue Chance!

Inszenierung Dirk Schirdewahn Ausstattung Nina Wronka Musik Timo Willecke Musikalische Einstudierung Silvia Willecke Choreografie Iris Limbarth Kampfchoreografie Atef Vogel Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Anika Bárdos Theaterpädagogik Anne Tysiak

Mit Fabian Stromberger, Vera Hannah Schmidtke, Merlin Brown, Sophie Pompe, Martin Bringmann, Ipek Bayraktar, Yasemin Klier, Leon Gross, Vitus Hebing, Timo Willecke, Lucas Dillmann, Elija Kaufmann

Detailinfos finden Sie unter:
https://www.staatstheater-wiesbaden.de/programm/spielplan/kleiner-koenig-kalle-wirsch

Theaterkasse: Telefon 0611.132 325 | E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de | www.staatstheater-wiesbaden.de Abo-Büro: Telefon: 0611.132 340 | abonnement@staatstheater-wiesbaden.de Gruppenbüro: Telefon 0611.132 300 | gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de

Wiesbadener Theaterfest – Am 9. September 2023 ab 14.00 Uhr lädt das Hessische Staatstheater Wiesbaden erneut zum Blick hinter die Kulissen ein.

Theaterfest in Wiesbaden. Archivbild © Foto Diether von Goddenthow
Theaterfest in Wiesbaden.
Archivbild © Foto Diether von Goddenthow

Am 9. September, zwischen 14 und 18 Uhr, können Interessierte beim alljährlichen Theaterfest nicht nur einen Blick hinter die Kulissen erhaschen, sondern bekommen ein unterhaltsames, vielfältiges Programm geboten. Vom Kostümverkauf (nur solange der Vorrat reicht!) und der Bühnentechnikshow im Großen Haus über Tanzworkshops bis hin zu Ausschnitten aus aktuellen Produktionen des JUST und des JUSM ist alles dabei.

Es gibt den alljährlichen Flohmarkt, »Ramsch und Rosen« im Innenhof, bei dem man nicht nur Dinge erstehen, sondern auch seinem Lieblingsensemblemitglied eine Rose schenken kann, sowie Führungen durch die Masken- und Kostümwerkstätten. Zu denen können sich Interessierte ab 13.30 Uhr in den Kolonnaden anmelden, solange es Plätze gibt. Zusätzlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diverse Ensembles des Staatstheaters in Aktion zu sehen: sei es bei dem Kindertheaterstück »Schnecke durch die Hecke« im Kleinen Haus oder bei der »bierernsten Spielplanpräsentation des Schauspielensembles« in der Montagehalle.

Ihren Spielplan stellen auch die Sparten Musiktheater und Tanz im Foyer vor. Offene Werkstätten laden zum Erkunden und die Stände in den Kolonnaden zum Flanieren ein. Und an der Theaterkasse gibt es exklusive Angebote – beispielsweise werden ausgewählte Vorstellungen zu 50 % Rabatt im kontingentiertem Rahmen angeboten.

Alle Tanztheaterbegeisterten und Neugierigen kommen ab 19.00 Uhr im Kleinen Haus (Einführung) auf ihre Kosten mit der neuen Choreographie des Staatsballetts »gerade NOW!«. Karten an der Theaterkasse ab elf Euro.

Weitere Informationen zum vollständigen Programm des Theaterfests finden Sie unter https://www.staatstheater-wiesbaden.de/programm/spielplan/theaterfest-2023-2024/

Die Internationalen Maifestspiele 2023 in Wiesbaden für weltweite Meinungsfreiheit – über 680 Künstler – Kartenverkauf ab 17. Februar

TANZ. Koreanisches Nationalballett. KR Le Corsaire. Choreografie von Jungbin Song (basierend auf Marius Petipa) © Foto: Korean National Ballet
TANZ. Koreanisches Nationalballett. KR Le Corsaire. Choreografie von Jungbin Song (basierend auf Marius Petipa) © Foto: Korean National Ballet

„Flieg, Gedanke, auf den goldenen Schwingen“ aus Verdis berühmtem Gefangenen-Chor der Oper Nabucco ist Leitgedanke der Internationalen Maifestspiele 2023 Wiesbaden vom 30.April bis 31.Mai 2023, die allen politischen Gefangenen weltweit gewidmet sind. Kaum zuvor beteiligten sich mit 680 Künstlern aus aller Welt so viele Darsteller wie in diesem Jahr. Die Künstler kommen aus Australien, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Südkorea, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Slowakei, Spanien, der Schweiz, Tschechien, der Ukraine, den USA und Deutschland. Vorgesehen sind 26 Gastspiele, sieben Produktionen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, von denen drei Produktionen während der Internationalen Maifestspiele ihre Premiere feiern werden. Bei den Jungen Maifestspielen wird es insgesamt acht Produktionen und Lesungen zu erleben geben. Außerdem mischt die Freie Szene aus Wiesbaden mit und ist mit sechs Projekten vertreten.

Hoch her ging es bei der diesjährigen Theaterpressekonferenz zur Vorstellung des Programms der Internationalen Maifestspiele 2023 vom 30.4. bis 31.05. im neobarocken Foyer des Hessischen Staatstheaters. v.li.: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Uwe Eric Laufenberg, Intendant Hessisches Staatstheater Wiesbaden und Anastasia Pastuchov, Produktionsleiterin Internationale Maifestspiele & Wiesbaden Biennale © Foto Diether von Goddenthow
Hoch her ging es bei der diesjährigen Theaterpressekonferenz zur Vorstellung des Programms der Internationalen Maifestspiele 2023 vom 30.4. bis 31.05. im neobarocken Foyer des Hessischen Staatstheaters. v.li.: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Uwe Eric Laufenberg, Intendant Hessisches Staatstheater Wiesbaden und Anastasia Pastuchov, Produktionsleiterin Internationale Maifestspiele & Wiesbaden Biennale © Foto Diether von Goddenthow

Nie zuvor gab es aber auch im Vorfeld der Internationalen Maifestspiele Wiesbaden eine so heftige Debatte um die künstlerische Freiheit bei der Frage, ob die bereits im Herbst 2021 „gebuchte“ russische Sopranistin Anna Netrebko bei den Maifestspielen 2023 in Wiesbaden angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24.2.2022 auftreten dürfe. Die Stadt Wiesbaden und das Land Hessen hatten sich gegen den Auftritt von Opernsängerin Anna Jurjewna Netrebko bei den Maifestspielen ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung von Stadt und Land vom 23. Januar 2023 heißt es dazu: „Der Künstlerische Leiter der Internationalen Maifestspiele widmet die Internationalen Maifestspiele 2023 denjenigen, die aufgrund ihrer Meinung im Gefängnis sitzen. Er erwähnt hierbei unter anderem den russischen Aktivisten Alexei Anatoljewitsch Nawalny. Das Land, in dem er im Gefängnis sitzt, führt derzeit einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Täglich sterben Menschen. Angesichts dieser Tatsachen, ist es unseren ukrainischen Freundinnen und Freunden nicht zu vermitteln, weshalb die Opernsängerin Anna Jurjewna Netrebko bei den Internationalen Maifestspielen auftreten soll. Dieses Verhalten ist höchst unsensibel. Netrebko steht auf einer Sanktionsliste der Ukraine und hat sich bis heute nicht von Putin und seinem Regime distanziert. Wir haben den Intendanten gebeten auf Frau Netrebko zu verzichten. Leider erfolglos.“

Intendant Laufenberg war und ist empört und antwortete: “Ich sehe mich nicht in der Lage, gegenüber Frau Netrebko, der persönlich keine Beteiligung an einem Angriffskrieg unterstellt werden kann, ein Auftrittsverbot zu verhängen“. In seinem öffentlichen Statement vom 31.Jaunur 2023 präzisiert Laufenberg sein Votum für die Freiheit der Kunst, die über politischer Sensibilität zu stehen habe: „Für uns würde das bedeuten, dass wir keinerlei russische Künstler mehr auftreten lassen könnten, keinerlei russische Musik mehr spielen (was wir mit Tschaikowskis Violinkonzert bei den IMF tun) und auch keine russischen Dichter mehr zu Wort kommen lassen dürften (was in unserer Eröffnungspremiere mit der Vertonung von Dostojewskis »Aus einem Totenhaus« passieren wird). Diese Forderung des ukrainischen Kulturministers, die russische Kultur aus unseren Spielplänen ganz zu entfernen, kann für uns in einem freien Land nicht hinnehmbar sein.“

Gerd-Uwe Mende, Wiesbadener Oberbürgermeister © Foto Diether von Goddenthow
Gerd-Uwe Mende, Wiesbadener Oberbürgermeister © Foto Diether von Goddenthow

Dieser Konflikt beherrschte auch die  Theater-Pressekonferenz  am 13. Februar. Da Intendant Laufenberg wie erwartet an seiner Position festhielt, bat Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, dass die Diskussionen um den Auftritt der russischen Sopranistin Anna Netrebko nicht den Blick auf das hervorragende Programm der Maifestspiele verstellen möge und versuchte eine Brücke zwischen den festgefahrenen Positionen zu bauen; „Den Widerspruch zwischen zwei unterschiedlichen Sphären, nämlich der künstlerischen Verantwortung des Intendanten auf der einen Seite, und der politischen Verantwortung des Magistrats auf der anderen Seite, den gilt es jetzt in gegenseitiger Wertschätzung und in gegenseitigem Respekt auszuhalten.
Mir ist wichtig, dass der Blick auf diese sehr relevante wirklich auch zu recht diskutierte Frage nicht den Blick versperren auf das großartige Programm, das wir in diesem Jahr geboten bekommen. Dass die Debatte nicht alles überlagert, auch das ist eine Frage der Wertschätzung, eine Frage der Wertschätzung gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern, gegenüber den Ensembles, gegenüber allen Beteiligten, die zu diesen Maifestspielen etwas beitragen.“, sagte der Oberbürgermeister.

Uwe Eric Laufenberg, Intendant Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Foto Diether von Goddenthow
Uwe Eric Laufenberg, Intendant Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Foto Diether von Goddenthow

Intendant Uwe Eric Laufenberg stimmte in dem Punkt, den Dissens zwischen Politik und Kultur aushalten zu müssen, mit  Oberbürgermeister Mende überein.  Er blieb weiterhin empört über die Einmischung der Politik in die Freiheit der Kunst.  Er sprach von einer allgemeinen Hysterie, einer Moralhysterie, die um sich greife. „Frau Netrebko hat sich nichts zu schulden kommen lassen. Es gibt nichts, für was sie verurteilt worden ist“, so der Intendant. Die Kunst sei frei, und die ukrainischen Künstler selbst hätten  keinerlei Berührungsängste mit ihren russischen Kollegen, so der Intendant.

„Wir greifen nicht in die Kunstfreiheit ein, aber wir positionieren uns“, sagte Mende.

Das Theater sei, so Laufenberg, „ eines der letzten wirklich offenen Foren, auf dem Menschen sich wirklich ehrlich als Menschen jetzt und in diesem Moment begegnen. Auf dem Skandale passieren. Auf dem wütend direkt gegeneinander agiert wird. Ein Ort, wo gemeinsam gelacht und geweint werden kann. Ein Ort, wo wir uns noch treffen können. Im wahrsten Sinne. Wo immer Krieg ist, aber nur gespielt wird. Und wo immer Frieden und Einklang möglich ist. Theater ist ein Ort der wahren Menschlichkeit. Lasst uns da treffen!“, so der Intendant.

Impression von der Theaterpressekonferenz zur Vorstellung des Programms der Internationalen Maifestspiele 2023 vom 30.4. bis 31.05. im neobarocken Foyer des Hessischen Staatstheaters © Foto Diether von Goddenthow
Impression von der Theaterpressekonferenz zur Vorstellung des Programms der Internationalen Maifestspiele 2023 vom 30.4. bis 31.05. im neobarocken Foyer des Hessischen Staatstheaters © Foto Diether von Goddenthow

Die Internationalen Maifestspiele 2023 eröffnen mit dem Janáček-Doppel »Die Sache Makropulos« und »Aus einem Totenhaus« unter der Musikalischen Leitung von Johannes Klumpp und in der Inszenierung von Nicolas Brieger. Die beiden Opern behandeln das Leben und Sterben des modernen Menschen. »Die Sache Makropulos« ist eine kafkaeske Metapher über die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. »Aus einem Totenhaus« erzählt aus einem russischen Gefangenenlager.

Ein weiteres Highlight am 5. und 7.Mai sind die beiden konzertanten Aufführungen von Giuseppe Verdis »Nabucco«, in denen die Opernsopranistin Anna Netrebko und der Opernbariton Željko Lučić ihr Rollendebüt geben werden. Diese Oper, in der der Gefangenenchor vom imperialistischen Babylon singen, ist allen politischen Gefangenen weltweit gewidmet. Aus diesem Grund wird Amnesty International die Veranstaltungen im Theater und an anderen Orten begleiten.
Die Musikalische Leitung hat Michael Güttler inne. Es spielt das Hessische Staatsorchester Wiesbaden und es singt der Opernchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden sowie der Opernchor des Staatstheaters Darmstadt.

Trotz der Unterschiede der beiden Opern gehören sie zusammen, ergänzen sich. Gemeinsam schaffen sie ein existenzielles Bild des Lebens in der Moderne. Geprägt ist dieses Leben zum einen von der Suche nach Sinn in einer Welt, in der alles flüchtig geworden ist, und in der ldentitäten ständig wechseln. Zugleich ist das Gefangensein nicht nur ein Motiv der existenzialistischen Literatur, das Gefangenenlager ist auch wesentlicher ort der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und angesichts aktueller Entwicklungen – man denke an polilische Ce[angene in Russland, China, Iran und weiteren Staaten – droht es auch zur conditio humana des 21.‘ Jahrhunderts zu werden.

„,Findet der Mensch einen Sinn,lebt er. Wird er ihm genommen, stirbt er. Das ist alles‘, berichtet ein Gulag-Überlebender in Viktor Funks dokumentarischem Roman »Wir verstehen nicht, was geschieht“. Und liest man die Berichte aus den Lagern – sei es zaristisches Katorga oder sowjetisches Gulag – so stellt sich aufgrund des Entsetzens, das einen angesichts der menschenunwürdigen Bedingungen ergreift, die Frage, was diese Menschen am Leben gehalten hat. Janäöek stellt seiner Oper „Aus einem Totenhaus“ ein Zitat voran, das Dostojewkis Vorlage entnommen ist: „ln jeder Kreatur ein Funke Gottes.“ Und nicht nur in diesem Motto ist ein utopisches Moment enthalten. Verbunden sind die Stücke auch durch das Theater im Theater: Emilia Marty ist Opernsängerin. Ihre Existenz besteht aus ständigen Rollenwechseln, im Leben wie auf der Bühne. Die Gefangenen in „Aus einem Totenhaus“ führen im Lager ein Theaterstück auf und finden eine Gegenwelt darin (…)“ (Programm-Vorschau, S. 18).

Programm auf einen Blick

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Auftakt-Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit
Zum Auftakt der Maifestpiele ist am 30. April um 11 Uhr im Foyer des Hessischen Staatstheaters eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion geplant zum aktuellen Thema der „Meinungsfreiheit weltweit. Und wie sich Künstler und Künstlerinnen sich dafür einsetzen“. Anwesend dabei werden sind Vertreter von Amnesty, Reporter ohne Grenzen und dem PEN-Zentrum .

Oper / Konzert
Wie beschrieben, eröffnen die Internationalen Maifestspiele 2023 mit dem Janáček-Doppel »Die Sache Makropulos« und »Aus einem Totenhaus«. Ein weiteres Highlight sind am 5. und 7.Mai die beiden konzertanten Aufführungen von Giuseppe Verdis »Nabucco«.

Auch in diesem Jahr werden wieder Opernproduktionen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden von den größten Komponisten verschiedener Epochen präsentiert: In den Hauptrollen von Richard Wagners »Tristan und Isolde« singen der Heldentenor Andreas Schager und Opernsopranistin Anja Harteros. Die Musikalische Leitung übernimmt Alexander Joel.
Eine weitere Produktion, die von Intendant Uwe Eric Laufenberg inszeniert wurde, ist Giacomo Puccinis »Il trittico« mit u.a. Olesya Golovneva, die zurzeit als Rusalka in Wiesbaden zu sehen ist, in drei Rollen. Die Musikalische Leitung der drei Szenen übernimmt Albert Horne. Ein Melodramma in drei Akten ist Giuseppe Verdis Meisterwerk »Rigoletto«. Die Sopranistin, Cristina Pasaroiu, die zuletzt in Wiesbaden in Verdis »Don Carlo« überzeugte, wird in dieser Inszenierung die Rolle der Gilda übernehmen. Außerdem singen Željko Lučić als Rigoletto und Piero Pretti als Herzog von Mantua. Will Humburg, der in der Spielzeit 2022.2023 bereits mit »Fidelio« einen großen Erfolg feierte, hat nun auch bei den Internationalen Maifestspielen 2023 einmal mehr die musikalische Leitung inne. Munter geht es in der Komödie von Richard Strauss’ »Der Rosenkavalier« zu. Hierbei handelt es sich um eine frühere Inszenierung von Nicolas Brieger und auch hier verantwortet Johannes Klumpp die musikalische Leitung. In den Hauptrollen singen Maria Bengtsson, Silvia Hauer, Timo Riihonen und Katharina Konradi.
Ein Gastspiel hat die Barockoper »Polifemo« von Nicola Antonio Porpora, die bereits bei den Salzburger Festspielen zu sehen war. Bei den Internationalen Maifestspielen 2023 sind nun die führenden Barocksänger:innen wie Julia Lezhneva und Max Emanuel Cenčić zu erleben.

Neben dem Musiktheater bieten die Internationalen Maifestspiele 2023 auch wieder Konzerte verschiedenster Musikrichtungen. Highlights sind z.B. »Die Vier Jahreszeiten im Klimawandel« mit Stargast Harald Lesch und dem Merlin Ensemble Wien, »Sommernachtstraum« mit dem Freiburger Barockorchester und dem RIAS Kammerchor Berlin unter der Leitung von Pablo Heras-Casado und das »7. Sinfoniekonzert« mit Kompositionen von Mussorgski, Tschaikowski und Janáček mit Michael Barenboim an der Violine. Fans von tanzbaren Klängen kommen bei »Wildes Holz« und »Super Natural« auf ihre Kosten. Neu im Programm sind die »Pussy Riots«, die am 24. Mai mit ihrem Programm »Riot Days« auftreten. Dieses basiert auf dem gleichnamigen Buch der Frontsängerin Maria Alyokhina, in welchem sie über ihre Erfahrungen in russischen Gefängnissen reflektiert.

Schauspiel
Auch dieses Jahr ist das Berliner Ensemble mit gleich drei Schauspielproduktionen vertreten. Den Anfang machen am 1. Mai Tilo Nest, Constanze Becker und Fine Arts Big Band mit »Big Brecht«. Am 16. Mai zeigt das »BE« die Inszenierung »Der Theatermacher« in der Regie von Oliver Reese und der vielgelobten Stefanie Reinsperger in der Titelrolle. Am 18. Mai folgt das musikalische Schauspiel »It’s Britney, Bitch!« von Lena Brasch und mit Sina Martens. Auch Thorsten Lensing ist ein gern gesehener Gast bei den Internationalen Maifestspielen. In diesem Jahr ist seine Inszenierung »Verrückt nach Trost« mit Ursina Lardi und Devid Striesow zu sehen, die viele Zuschauer:innen bereits aus dem vorigen Jahr kennen.
Das Thalia Theater Hamburg kommt mit einem Klassiker des französischen Autoren Molière nach Wiesbaden. Leander Haußmann inszenierte die Komödie »Der Geizige«. Das Burgtheater Wien zeigt mit »Eurotrash« eine Romanadaption des gleichnamigen Bestsellers von Christian Kracht. Burgtheater-Ensemblemitglied Itay Tiran inszenierte.

Tanz / Performance
Hoher Besuch kommt in diesem Jahr im Bereich Tanz aus Südkorea, das Koreanische Nationalballett ist zu Gast in Wiesbaden und zeigt »Le Corsaire« als Neuinszenierung von Marius Petipas in der Choreografie von Jungbin Song. Damit ist eines der großen klassischen Ballette zu Gast in Wiesbaden.
Auch eine Eigenproduktion des Hessischen Staatsballett wird im Rahmen der Internationalen Maifestspiele ihre Uraufführung feiern. Unter dem gemeinsamen Titel »gerade NOW« kommt das Doppel »Midnight Raga« von Marco Goecke und »Of Prophets and Puppets« von Martin Harriague auf die Bühne.
Einen mitreißenden Tanzdoppelabend präsentiert das Ballet du Grand Théâtre de Genève mit »Faun« ihres weltbekannten Direktors und Chefchoreografen Sidi Larbi Cherkaoui und der Neukreation »VÏA« von Fouad Boussouf. Ein weiteres Highlight ist die Performance »Liebestod« der spanischen Künstlerin Angelica Liddell, in der es um den legendären Torero Juan Belmonte, aber auch ein Stück von Liddells eigener Biografie geht. Ein Abend der Extreme, der gemeinsam mit dem Mousonturm Frankfurt präsentiert wird.

Projektstipendien der Stadt Wiesbaden
Das Projektstipendium Internationale Maifestspiele wurde erneut ausgeschrieben, da sich die Zusammenarbeit des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden mit dem Kulturamt Wiesbaden zur Stärkung und Sichtbarmachung der Freien Szene bewährt hat. Um weitere inhaltliche Spielräume zu ermöglichen, wurde auf ein konkretes Motto verzichtet. Alternativ wurde ein neuer, dauerhafter Titel ergänzt: »Freiräume – Projektstipendium Internationale Maifestspiele«. Auf die Zuschauerinnen und Zuschauer warten spannende Projekte aus den Bereichen Theater, Tanz, Bildende Kunst, Performance und Musik.

Junge Maifestspiele
Auch die Jungen Maifestspiele haben wieder ein umfangreiches Programm mit Gästen aus den verschiedensten Ländern zu bieten. Der Auftakt für die Jungen Maifestspiele fällt dabei am 1. Mai zwischen 13.00 und 18.00 Uhr beim großen »Eröffnungsfest« für die ganze Familie. Im Rahmen der Internationalen Maifestspiele feiert das Partizipationsprojekt von Hannah Biedermann »Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium« am 13. Mai Premiere. Auch dabei sein werden das Theater Marabu mit ihrer Performance »SPLASH!« und Ayşe Bosse mit einer Lesung ihres Buches »Pembo«. Bei einer weiteren Lesung, auf die sich Theaterfans wie Bücherwürmer freuen können, stellt Deutschlands meistgespielter Gegenwartsdramatiker Roland Schimmelpfennig sein Buch »Die Biene im Kopf« vor. Außerdem richtet das Junge Staatstheater (JUST) die ASSITEJ-Werkstatt mit dem Titel »Zwischen Zurschaustellung & Empowerment« aus, bei der es um die Frage geht, wie man die Ansichten und Meinungen junger Menschen auf die Bühne bekommt, ohne dabei den Authentizitätsanspruch aus den Augen zu verlieren oder in Voyeurismus zu verfallen.

Bonus Tracks
Die IMF Extras sind in diesem Jahr den Ensemblemitgliedern des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Lina Habicht und Felix Strüven, vorbehalten. Sie zeigen ein Programm aus szenischen Collagen und ein Live-Hörspiel.
In der FilmBühne Caligari werden in diesem Jahr, teilweise begleitend zu anderen Vorstellungen im Musiktheater und Schauspiel, eine Handvoll internationaler Filme gezeigt: so beispielsweise der Filmklassiker »Ein Sommernachtstraum« von Michael Hoffmann.

Die Durchführung der »Internationalen Maifestspiele« 2023 wird durch die Unterstützung der Landeshauptstadt Wiesbaden, des Landes Hessen, der NASPA, und des Förderkreises der Internationalen Maifestspiele e.V. sowie durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain ermöglicht.

Weitere Info:
Programm Internationale Maifestspiele 2013
issuu-Programm zum Durchblättern

Karten
Der Kartenvorverkauf für Mai startet am 17. Februar 2023 um 10 Uhr. Es wird nicht möglich sein, vorab eine Warteposition im Webshop einzunehmen.
Karten sind an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611.132 325 oder online unter www.maifestspiele.de erhältlich.

Statement des Wiesbadener Staatstheaters zu den Internationalen Maifestspielen 2023

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Nun sind Teile des Programms der Internationalen Maifestspiele 2023 zwischen die russischen und ukrainischen Kultur-Fronten geraten, was bedauerlicherweise zu Absagen der ukrainischen Nationalphilharmonie und des Taras-Schewtschenko-Theaters Charkiw geführt hat. Hierzu lässt das Hessische Staatstheater folgendes verlauten:
„Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden (IMF) erreichte gestern durch die Agentur Andreas Richter ein Brief des Generalintendanten des Nationalen Operntheaters der Ukraine Petro Chupryna sowie ein an die Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth gerichtetes Schreiben des ukrainischen Kulturministers Oleksandr Tkachenko.

Die Agentur Andreas Richter, die sowohl die Ukrainische Nationalphilharmonie als auch Teodor Currentzis’ musicAeterna in Europa vertritt, hatte dem Chefdirigenten Mykola Diadiura und der Nationalphilharmonie frühzeitig mitgeteilt, dass in einem anderen Konzert auch Anna Netrebko im Rahmen der IMF auftreten werde. Die Künstler hat das nicht davon abgehalten, unsere Einladung anzunehmen.

Die vorläufigen Absagen, die uns nun sowohl seitens der Ukrainischen Nationalphilharmonie als auch seitens des Taras-Schewtschenko-Theater Charkiw erreichten, sind ganz offensichtlich politisch motiviert bzw. von der Politik auferlegt. Dies wird nicht zuletzt aus dem Schreiben des Kulturministers Oleksandr Tkachenko an Claudia Roth offenbar. Tkachenko stellt in diesem Schreiben klar, dass die ukrainische Seite weder die Zusammenarbeit mit Personen tolerieren werde, die die russische Kultur repräsentierten, noch überhaupt Veranstaltungen, in denen russische Kultur zur Darstellung käme (»the Ukrainian side does not tolerate any kind of collaboration with the aggressor state nor participation in any cultural event together with anyone representing Russian culture, nor being part of any event promoting russian culture.«).

Für uns würde das bedeuten, dass wir keinerlei russische Künstler mehr auftreten lassen könnten, keinerlei russische Musik mehr spielen (was wir mit Tschaikowskis Violinkonzert bei den IMF tun) und auch keine russischen Dichter mehr zu Wort kommen lassen dürften (was in unserer Eröffnungspremiere mit der Vertonung von Dostojewskis »Aus einem Totenhaus« passieren wird). Diese Forderung des ukrainischen Kulturministers, die russische Kultur aus unseren Spielplänen ganz zu entfernen, kann für uns in einem freien Land nicht hinnehmbar sein.

Auch halten wir es für falsch, dass ukrainische Künstler, die uns mehrfach beteuert haben, dass sie bei den Internationalen Maifestspielen 2023 auftreten möchten, von staatlicher Seite daran gehindert werden.

Wenn wir von ukrainischen Staatsbeamten aufgefordert werden, dass wir uns zwischen zwei Kulturen entscheiden sollten (»der Kultur des Aggressors und der Kultur eines demokratischen Staates«), so wird hier eine falsche Alternative aufgemacht. Wir haben uns klar gegen den Angriffskrieg von Putin und auch gegen das gesamte Handeln des Putin-Regimes gestellt. Das kann aber keine Verurteilung aller russischen Menschen und aller russischen Kultur bedeuten. Kultur lebt immer von menschlichen Werten, die über den Nationen stehen. So ist die ukrainische Theatertruppe mit dem französischen Stück »Caligula« von Albert Camus eingeladen und das ukrainische Orchester mit einem Werk des Italieners Giuseppe Verdi. Dass es dazu auf staatliches Geheiß in Wiesbaden vermutlich nicht kommen wird, ist kein gutes Zeichen für eine Kultur, die Kriege und Unrecht überwinden will. Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden sind international. Sie entscheiden sich nicht für oder gegen eine nationale Kultur. Sie entscheiden sich für die eine Kultur, die alle verbinden sollte.“

Hessisches Staatstheater Wiesbaden