Ministerpräsidentin Malu Dreyer ehrt BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin mit höchster Landesauszeichnung

(v.li.) Die Gründer des Mainzer Impfstoffherstellers BioNTech  Professor Dr. Ugur Sahin und Professor Dr. Özlem Türeci, Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Hintergrund die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz und der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. © Foto Diether v. Goddenthow
(v.li.) Die Gründer des Mainzer Impfstoffherstellers BioNTech Professor Dr. Ugur Sahin und Professor Dr. Özlem Türeci, Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Hintergrund die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz und der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. © Foto Diether v. Goddenthow

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat Prof. Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Uğur Şahin, die Gründer des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens BioNTech, für ihre bahnbrechende Forschungsarbeit bei der Entwicklung des Impfstoffs mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet.  Das ist die höchste Auszeichnung, die Rheinland-Pfalz zu vergeben hat.

Bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei würdigte die Ministerpräsidentin das Forscherehepaar als echte Vollblutwissenschaftler, deren Ziel es immer gewesen sei, den Menschen ganz konkret zu helfen. „Der Kampf gegen die Menschheitsgeißel Krebs ist ihr gemeinsames Lebensthema. Ihre Vision ist eine Immuntherapie, mit der man die Sterblichkeit von Krebs reduzieren und Heilung erzielen kann. Um die eigene Forschung für die Anwendung nutzbar zu machen, sind sie beide unter die Unternehmensgründer gegangen. Wir zeichnen sie heute aber nicht nur als exzellente Wissenschaftler und sehr erfolgreiche Unternehmer aus, sondern vor allem auch für ihren Mut, ihre Beharrlichkeit und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und zu helfen, wenn ihre Forschung gebraucht wird“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte den Landesverdienstorden an Türeci und Sahin. Dabei würdigte sie das Forscher-Ehepaar in ihrer Laudatio "als von großen Visionen angetriebene Vollblutwissenschaftler", deren Ziel es immer gewesen sei, den Menschen zu helfen. Mit dem Impfstoff hätten die international hoch anerkannten Wissenschaftler "unzählig vielen Menschen das Leben gerettet" und "eine relativ unbeschwerte Gemeinsamkeit" in der Pandemie ermöglicht, sagte die Ministerpräsidentin.© Foto Diether v. Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte den Landesverdienstorden an Türeci und Sahin. Dabei würdigte sie das Forscher-Ehepaar in ihrer Laudatio „als von großen Visionen angetriebene Vollblutwissenschaftler“, deren Ziel es immer gewesen sei, den Menschen zu helfen. Mit dem Impfstoff hätten die international hoch anerkannten Wissenschaftler „unzählig vielen Menschen das Leben gerettet“ und „eine relativ unbeschwerte Gemeinsamkeit“ in der Pandemie ermöglicht, sagte die Ministerpräsidentin.© Foto Diether v. Goddenthow

Fast auf den Tag genau zwei Jahre sei es her, dass Prof. Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Uğur Şahin das Projekt „Lightspeed“ auf den Weg brachten zu einem Zeitpunkt, als nur wenige Menschen überhaupt verstanden, was dieses neue Virus bedeuten würde. „Mit der rekordschnellen Entwicklung eines hochwirksamen und sicheren Corona-Impfschutzes haben sie uns den wichtigsten Baustein auf dem Weg aus der Pandemie geliefert. Sie haben damit Millionen Menschen auf der ganzen Welt das Leben gerettet oder sie vor schweren Krankheitsverläufen geschützt“, sagte die Ministerpräsidentin. Ihr Erfolg bringe die hohe wissenschaftliche Exzellenz und das erfolgreiche Unternehmertum, das Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren im Bereich der Biotechnologie habe, ins weltweite Rampenlicht. „Diese Stärke wollen wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Bund, Stadt, Unternehmen und Hochschulen ziehen dabei an einem Strang“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto Diether v. Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto Diether v. Goddenthow

Prof. Türeci sei eine Forscherin von Weltrang, die beispielsweise als Präsidentin des Executive Boards der Cancer Immunotherapy Plattfom jährlich das größte europäische Spezialistentreffen zur Forschung, Translation und Entwicklung von Krebsimmuntherapien organisiere. Sie könne die beeindruckende Anzahl von mehr als 530 Einzelpatenten in über 70 Patentfamilien vorweisen. „Als Chief Medical Officer bei BioNTech kam ihr Verantwortung zu, die klinischen Studien für den Impfstoff in einer Weise zu konzipieren, dass sie in nie dagewesener Geschwindigkeit durchgeführt werden konnten, ohne dabei Abstriche bei der Gründlichkeit zu machen. Eine wahre Herkulesaufgabe“, so die Ministerpräsidentin.

Im Bereich der Immunologie und der translationalen Forschung sei Prof. Şahin ein international höchst renommierter Wissenschaftler, der insbesondere durch wegweisende wissenschaftliche Forschungsarbeiten zu individualisierten Krebsimmuntherapien essentielle Beiträge für die heutige Spitzenposition der deutschen Wissenschaftslandschaft im Bereich der Identifizierung und Charakterisierung von Zielmolekülen für die personalisierte Behandlung von Krebstumoren leiste. Auch er habe mehr als 60 unabhängige Patente in den Bereichen neue Krebsbiomarker und spezifische therapeutische Plattformen. Unter diesen Patenten befinden sich zukunftsweisende Innovationen, die unter anderem auch den Grundstein für das Unternehmen BioNTech SE legten.

„Ich freue mich sehr, dass ich heute Ihre außergewöhnlichen Verdienste mit der höchsten Landesauszeichnung ehren darf. Ich möchte Ihnen danken für Ihre mutige Initiative, Ihr tiefes Vertrauen in die Wissenschaft und Ihre eigene Forschung. Sie werden sich jetzt wieder verstärkt dem Kampf gegen den Krebs widmen. Wir wünschen Ihnen auch in diesem Feld viel Erfolg, denn viele Menschen warten auch dort auf Zeichen der Hoffnung“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Professorin Dr. Ölzem Türeci, die auch im Namen ihres Mannes Professor Ugur Sahin sprach, versicherte, dass sie sich sehr  geehrt fühlten "diese hohe Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen" © Foto Diether v. Goddenthow
Professorin Dr. Ölzem Türeci, die auch im Namen ihres Mannes Professor Ugur Sahin sprach, versicherte, dass sie sich sehr geehrt fühlten „diese hohe Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen“ © Foto Diether v. Goddenthow

In ihrer Dankesrede erinnerte Professorin Dr. Özlem Türeci daran, dass sie genau vor 22 Jahren in „diese quirlige Stadt nach Mainz und in dies weltoffene Bundesland“ gekommen seien, und hier beide eine echte Heimat gefunden hätten. Nicht nur privat, sondern auch „für unsere Visionen,  dass wir uns unsere Wissenschaft und unsere Lebenszeit einsetzen möchten“. Sie seien in den letzten Jahre „damit gesegnet gewesen, dass wir uns ein Stückchen näher an unsere Visionen bringen konnten“, so Özlem bescheiden. Dies wäre auch nur möglich gewesen durch ihren Mentor Professor Christoph Huber, ehemaliger Leiter der III. Medizinischen Klinik, Hämatologie und Onkologie der Universität in Mainz, sowie einer Gruppe von Gleichgesinnten und dem guten Forschungsklima hier in Mainz. Sie hätten viel gelernt, unter anderem, dass der richtige Modus Operandi immer der gleiche sei: Nur Gemeinsam und gemeinsames arbeiten. „Und in diesem Sinne wünsche ich mir von uns allen, dass wir das Glas nicht als halbvoll oder als halbleer sehen, sondern als nachfüllbar“, schloss Professorin Türeci ihren in die Zukunft gerichteten Dank.

Verleihung des deutschen Preises für politische Fotografie und Karikatur

"Bestes Foto" (Preis der Bevollmächtigten) 2021: DOCKS Collective © DOCKS Collective  Dernau, 15.07.2021 Rettungskräfte suchen mit Booten nach Überlebenden. Am ersten Tag nach der Ka-tastrophe stand das Wasser noch hoch. Ohne Strom und Mobilempfang konnten Eingeschlossene keine Hilfe rufen. Einige sendeten von ihren Dächern mit Handys und Taschenlampen SOS-Signale in die Nacht.
„Bestes Foto“ (Preis der Bevollmächtigten) 2021: DOCKS Collective © DOCKS Collective
Dernau, 15.07.2021
Rettungskräfte suchen mit Booten nach Überlebenden. Am ersten Tag nach der Ka-tastrophe stand das Wasser noch hoch. Ohne Strom und Mobilempfang konnten Eingeschlossene keine Hilfe rufen. Einige sendeten von ihren Dächern mit Handys und Taschenlampen SOS-Signale in die Nacht.

Das DOCKS Collective und der Karikaturist Heiko Sakurai gewinnen die Rückblende 2021

Die Preisträger der Rückblende 2021 stehen fest: Es sind das DOCKS Collective mit seinen Mitgliedern Fabian Ritter, Arne Piepke, Ingmar Björn Nolting, Maximilian Mann und Aliona Kardash sowie der Karikaturist Heiko Sakurai. Sie konnten die Jury des deutschen Preises für politische Fotografie gemeinsam mit dem Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen überzeugen, der von der Landesvertretung Rheinland-Pfalz und dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger e.V. (BDZV) vergeben wird.

Das DOCKS Collective erhält den mit 7.000 Euro dotierten Preis für das „Beste Foto 2021“ für eine Aufnahme von einem Rettungsboot, das in der Nacht des 15. Juli 2021 nach Überlebenden der Flutkatstrophe in Dernau an der Ahr sucht. Der Preis wird gestiftet von der Jury-Vorsitzenden, Staatssekretärin Heike Raab. Den Karikaturenpreis der deutschen Digitalpublisher und Zeitungen gewinnt Heiko Sakurai für eine Zeichnung, die den Wechsel im Amt des Bundeskanzlers von Angela Merkel zu Olaf Scholz thematisiert. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro.

Staatssekretärin Heike Raab erklärte: „Wellenbrecher – das Wort des Jahres 2021 bringt die Ereignisse der vergangenen zwölf Monate auf den Punkt. Es steht für das zweite Jahr der COVID-19-Pandemie. Es versinnbildlicht zudem die schreckliche Unwetter­katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Juli 2021. Es gilt aber auch für die Politik und die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag: Nach 16 Jahren endete die Ära Merkel und erstmals übernahm eine Dreier-Koalition die Regierungsgeschäfte.“ Diese Themen dominieren auch die 1.437 Einsendungen zum Wettbewerb. „Mit scharfem Blick und scharfer Feder haben die teilnehmenden Fotografen und Fotografinnen sowie Karikaturisten und Karikaturistinnen die Ereignisse des vergangenen Jahres eingefangen und für das bildhistorische Gedächtnis unserer Republik archiviert.“

Zu den weiteren Gewinnern zählen Christoph Stache, der für die „Beste Serie 2021“ mit einer Leica CL Kamera ausgezeichnet wurde. Die Bilder der Serie “Hochwasser-Katastrophe“ zeigen die Zerstörung in den vom Hochwasser betroffenen Orten Bad Neuenahr-Ahrweiler, Dernau und Mayschoß sowie Anwohner und Helfer im Einsatz. Den von der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz gestifteten Preis „Das scharfe Sehen“ mit einem Preisgeld von 3.000 Euro gewinnt Pawel Sosnowski für seine Aufnahme der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem Gemälde von Johannes Vermeer.

1. Preis Karikatur (Der Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen) 2021: Heiko Sakurai © Heiko Sakurai WAZ 25.11.2021 Muttis Rückkehr
1. Preis Karikatur (Der Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen) 2021: Heiko Sakurai © Heiko Sakurai
WAZ 25.11.2021 Muttis Rückkehr

In der Kategorie Karikatur überzeugte Kostas Koufogiorgos mit einem „Querdenker“, der Wasser in der Wüste verweigert. Er erhält den mit 2.000 Euro dotierten „2. Preis Karikatur“. Ioan Cozaku, der unter dem Künstlernamen NEL veröffentlicht, thematisiert in seiner Karikatur „Überflussgesellschaft“ den Klimawandel. Während der Flut auf dem Hausdach sitzend, beklagt ein Paar, dass sich die Natur der Überflussgesellschaft angepasst habe. Ob Wasser, Hitze oder Dürre von allem zu viel. NEL erhält den „3. Preis Karikatur“ und 1.000 Euro. Beide Karikaturenpreise wurden ebenfalls vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger e.V. gestiftet.

Die Jury-Vorsitzende Raab dankte den 222 teilnehmenden Fotografinnen und Fotografen, den 65 Karikaturistinnen und Karikaturisten sowie allen Partnern der Rückblende. „Mit Ihren Einsendungen und Ihrem Engagement verleihen Sie dem deutschen Preis für politische Fotografie und Karikatur seinen Stellenwert. Gemeinsam geben wir denjenigen eine Bühne, die tagtäglich Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen in unserem Land auch unter Einsatz von Leib und Leben, beispielsweise bei den Corona-Protesten, dokumentieren und Wahrheiten auf den Punkt bringen.“

Auch in diesem Jahr wird die Rückblende-Ausstellung mit den 100 besten Fotos, fünf besten Foto-Serien und 50 besten Karikaturen in einem „Showroom“ auf der Webseite https://rueckblende.rlp.de/  gezeigt. Hier können die Besucherinnen und Besucher bis zum 15. Februar 2022 für ihre Favoriten abstimmen und den beliebten Publikumspreis wählen. Ebenso finden sich auf der Webseite die Tourneedaten für die neun Ausstellungsorte in ganz Deutschland.

Katalog und Internet
Erneut erscheint zur Rückblende ein Katalog. Er zeigt eine Auswahl der zum Wettbewerb eingereichten Fotos und Karikaturen und ist für acht Euro während der Ausstellungen an den Ausstellungsorten erhältlich oder kann über die Webseite der Rückblende (www.rueckblende.rlp.de) bestellt werden.
Wieder werden alle zur Rückblende eingereichten Fotos und Karikaturen im Internet präsentiert. Die rheinland-pfälzische Landesvertretung zeigt den kompletten Wettbewerb der 38. Rückblende im Web. Unter der Adresse www.rueckblende.rlp.de finden Sie die diesjährigen Sieger*innen und alle weiteren Fotos und Zeichnungen des höchstdotierten deutschen Wettbewerbs für Bildjournalismus. Außerdem können Sie zurückblicken auf die Wettbewerbe der letzten 20 Jahre.

Mainzer Museumsnacht wird auf 2023 verschoben

Museumsnach im Naturhistorischen Museum © Archivbild Diether v. Goddenthow
Museumsnach im Naturhistorischen Museum © Archivbild Diether v. Goddenthow

(rap.-) Die weiterhin stark ansteigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante und die anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie haben auch 2022 spürbare Auswirkungen auf das öffentliche Leben und große kulturelle Veranstaltungen.

Nachdem in zahlreichen Kommunen bereits große Kulturveranstaltungen im ersten Halbjahr abgesagt oder verschoben wurden, hat das Kulturdezernat der Landeshauptstadt beschlossen, die für Samstag, 11. Juni 2022 geplante 12. Mainzer Museumsnacht nicht stattfinden zu lassen und noch einmal zu verschieben: auf Samstag, 03. Juni 2023.

„Das Konzept unserer Museumnacht besteht darin, dass eine möglichst große Zahl von Besucherinnen und Besuchern an einem Abend stadtweit möglichst viele Ausstellungen in unterschiedlichen Innenräumen besuchen soll. Im Vergleich zu räumlich begrenzten Einzelveranstaltungen und vor allem im Hinblick auf die Risiken der Omikron-Variante ist ein solches Format leider nach wie vor hochproblematisch“, sagt Kulturdezernentin Marianne Grosse. „Auch können wir das Konzept nicht sinnvoll reduzieren oder anpassen, ohne dass sich der Sinn einer Museumsnacht verliert. Und eine Museumsnacht muss schon eine echte Museumsnacht sein.“

Nachts vor und im Druckerladen des Gutenberg Museums  © Archivbild Diether v. Goddenthow
Nachts vor und im Druckerladen des Gutenberg Museums © Archivbild Diether v. Goddenthow

Das Kulturdezernat steht in engem Kontakt mit den an der Museumsnacht teilnehmenden Institutionen und hat diese bereits über die Verlegung informiert.

Lewentz startet Themenjahr zur Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reichs“

20Dez_Plakat_Untergang-450Innenminister Roger Lewentz hat das Themenjahr rund um die kommende Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reichs“ eingeläutet. Der Minister eröffnete am Dienstagabend, 25. Januar 2021, eine Vortragsreihe zur Spätantike im Landesmuseum Mainz, die den Auftakt zum Themenjahr bildet.

„Mit großer Vorfreude nähern wir uns der zentralen historischen Ausstellung dieses Jahres, die unter dem Titel ‚Der Untergang des römischen Reichs‘ im Juni im Rheinischen Landesmuseum Trier startet und in ganz Rheinland-Pfalz durch zahlreiche Begleitveranstaltungen angereichert wird. Die Ausstellung wird eines der großen Rätsel der Weltgeschichte behandeln, indem sie der Frage nachgeht, wie das so mächtige römische Imperium untergehen konnte. Als womöglich ‚römischstes‘ Bundesland von allen, mit seinen unschätzbaren Relikten aus der Antike, ist Rheinland-Pfalz für diese Ausstellung mit ihrer spannenden Fragestellung genau der richtige Ort“, sagte der für das Kulturelle Erbe zuständige Innenminister Roger Lewentz.

Den ersten Vortrag der zehnteiligen Vortragsreihe im Mainzer Landesmuseum hielt im Anschluss an Lewentz‘ Eröffnung Dr. Marcus Reuter, der in sehr anschaulicher Weise von der kommenden großen Landesausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in Trier berichtete.

Dr. Marcus Reuter ist ein profunder Kenner der römischen Antike und zugleich Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier. Ihn faszinierte schon immer die Frage, wie und warum ein so mächtiges Imperium wie das römische Reich untergehen konnte. „Der Untergang Roms ist selbst unter Experten bis heute ein Rätsel“, erklärte Reuter, „und so entstanden im Laufe der Jahrhunderte über 200 verschiedene Theorien darüber, warum das römische Reich endete.“ In seinem abwechslungsreichen Vortrag erläuterte Reuter, wie man eine so hochkomplexe Fragestellung wie jene nach dem Untergang des römischen Reichs in ein ansprechendes Ausstellungskonzept übertragen kann und was die Besucherinnen und Besucher ab dem 25. Juni 2022 in Trier erwartet.

Denn gleich drei Museen – neben dem Rheinischen Landesmuseum auch das Stadtmuseum und das Dommuseum in Trier – widmen sich in diesem Jahr aus unterschiedlichen Perspektiven dieser höchst spannenden historischen Epoche, die von Umbrüchen und Gewalt, aber auch von Kontinuitäten geprägt war.

Zur großen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ wird es in ganz Rheinland-Pfalz und in den Direktionen der GDKE ein umfangreiches Begleitprogramm geben. Auch das Landesmuseum Mainz plant vom 10. Juni 2022 bis 29. Januar 2023 eine kleine Sonderausstellung unter dem Titel „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ und dazu rund zehn Vorträge, die sich teils dezidiert mit der Stadt Mainz, mit Funden, Bauwerken oder mit den Begräbnisstätten der damaligen Zeit befassen. Zudem wird im Juli ein zweitägiges Römerfest im Landesmuseum Mainz ausgerichtet.

18. Deutsches FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden wird in den Mai 2022 verlegt

fernsehkrimifestival-2022-logoDas 18. Deutsche FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden wird vom März in den Frühsommer verlegt und findet nun vom 8. bis 15. Mai 2022 statt.

„Wir möchten sehr gerne das Festival als Präsenz- und Publikumsveranstaltung ermöglichen. Aufgrund der aktuellen Verordnungen verschieben wir es deswegen in den Mai, in der Zuversicht, dass wir dann mit Publikum, Filmschaffenden und Krimifans gemeinsam den Fernsehkrimi feiern können. Ich freue mich jetzt schon drauf, wieder alle interessierten Krimiliebhaberinnen und Krimiliebhaber in einem der schönsten Kinos Deutschlands – der Caligari FilmBühne, begrüßen zu dürfen“, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Bereits Anfang Dezember 2021 wurde der Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2022 von der Vorjury festgelegt. Die Wettbewerbsauswahl wird im März verkündet.

Bis Anfang November 2021 konnten sich Sender und Produktionsfirmen mit aktuellen Krimiproduktionen bewerben. Insgesamt haben elf Sender 56 Fernsehkrimis eingereicht. Zehn davon sind im Finale und konkurrieren um den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2022. Sie werden während des Festivals präsentiert.

Weitere Einreichungen von Sendern und Produktionsfirmen gingen bis Dezember 2021 für den Serienwettbewerb „Folgenschwer“ ein. Fünf Serien treten im Wettbewerb um den Titel „Krimiserie des Jahres“ 2022 an.

Bis 24. Januar 2022 konnten sich außerdem Autorinnen und Autoren mit ihren Stoffideen zum Thema „Die Zukunft ist ein Krimi“ für den Drehbuchnachwuchswettbewerb bewerben, der vom Festival gemeinsam mit HessenFilm und Top:Talente ausgerufen wird und in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet.

Aktuelle Informationen zum Festival erhalten Sie unter
www.fernsehkrimifestival.de

Galerie Rother „Afrika“ mit Eva Ohlow und Karlheinz Oswald ab 29.01.2022

Die Wiesbadener Galerie Rother, Taunusstr. 52, lädt vom 29.01. bis 26.02.2022 herzlich ein zur Ausstellung Afrika mit Gemälden von Eva Ohlow und Skulpturen von Karlheinz Oswald. Zudem wird ein  virtueller Rundgang angeboten werden, dessen Link dazu zeitnah auf der Galerie-Webseite veröffentlicht wird.

Eva Ohlow, Karawane, 1999, vulkanisierter Kautschuk, 46 x 60 cm Foto: Galerie Rother
Eva Ohlow, Karawane, 1999, vulkanisierter Kautschuk, 46 x 60 cm Foto: Galerie Rother

Eva Ohlow setzt mit ihren Arbeiten aus Kautschuk und PVC den Kämpferinnen und Rebellinnen in Afrika ein Denkmal. Die einzelnen Länder Afrikas, beginnend mit Tunesien, Republik Kongo, Togo, Senegal, Mali, Angola und Burkina- Faso, die sie seit 1963 bereist hat, um dort zu arbeiten, haben alle einen anderen Charakter, obwohl durch die Thematik ein roter Faden zu spüren ist. Unterschiedliche Landschaften, Religionen und vergangene noch immer gelebte Naturzeremonien bieten einen Zusammenhang, den sie den Betrachter vermitteln möchte. Eine spannende Werkschau aus vergangenen Jahrzehnten bis in die Gegenwart.

Trommler 10, 2021, Bronze, 48 cm Foto: Galerie Rother
Trommler 10, 2021, Bronze, 48 cm Foto: Galerie Rother

Passend zur Thematik der Ausstellung beschäftigt sich der bekannte Bildhauer Karlheinz Oswald zur Zeit mit einer Reihe von afrikanischen Trommlern in Bronze und Eisen, die ebenso wie seine Tänzerinnnen Kraft und Anmut in sich vereinen. Detailreiche Kleidung und individuelle Gesichtszüge charakterisieren die Skulpturen, die meist als Unikate hergestellt werden.

Die Galerie freut sich sehr darauf, mit den Künstlern und ihren Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Die Vernissage der Ausstellung findet am 29.01.2022 von 12.00 bis 16.00 Uhr statt.

Für einen sicheren Besuch gelten die üblichen Hygiene-Regeln 2G +, nämlich Zutritt nur für Geimpfte und Genesene mit Test oder Geboosterte (dreifach Geimpfte).

Gesamtlaufzeit der Ausstellung: 29. Januar bis 26. Februar 2022

ÖFFNUNGSZEITEN
Mi – Fr 13 – 18 Uhr
Samstag 12 -16 Uhr
Termine nach Vereinbarung unter 0611 379967

GALERIE ROTHER GBR
Taunusstrasse 52
65183 Wiesbaden
Germany
Tel.: +49 611 37 99 67
Mail: info@galerie-rother.com
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Zootierärztin Dr. Christina Geiger wird neue Frankfurter Zoodirektorin

Frankfurts neue Zoodirektorin Dr. Christina Geiger kennt als langjährige Zootierärztin praktisch jedes Tier auch namentlich.  Die neugierigen Alpakas  gratulieren ihrer frischgebackenen Chefin als erste und wurden mit Leckerlis belohnt. © Foto Diether v. Goddenthow
Frankfurts neue Zoodirektorin Dr. Christina Geiger kennt als langjährige Zootierärztin praktisch jedes Tier auch namentlich. Die neugierigen Alpakas gratulieren ihrer frischgebackenen Chefin als erste und wurden mit Leckerlis belohnt. © Foto Diether v. Goddenthow

ffm. Die Suche nach einer neuen Direktion für den Zoo Frankfurt ist abgeschlossen. Christina Geiger übernimmt ab dem 15. Februar die Leitung der beliebten Bildungs- und Kultureinrichtung. Das hat der Magistrat in seiner Sitzung am Freitag, 21. Januar, beschlossen. Er ist damit dem Vorschlag von Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, gefolgt, Dr. Christina Geiger als neue Direktorin zu berufen. Bisher war sie als Tierärztin im Frankfurter Zoo tätig und übernahm als Mitglied der Wissenschaftlichen Abteilung kuratorielle Aufgaben. Der Findung unter Leitung der Kulturdezernentin war eine öffentliche Ausschreibung vorausgegangen.

„Ich freue mich sehr, dass der Magistrat meinem Wunsch gefolgt ist, Dr. Christina Geiger zur neuen Direktorin des Zoos Frankfurt zu ernennen“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Hartwig und fügt hinzu: „Sie ist bestens mit der Einrichtung vertraut und kennt nicht nur jedes Tier beim Namen, sondern weiß auch um die Herausforderung, der wir uns in den kommenden Jahren stellen müssen, um den Zoo als moderne Bildungs- und Kultureinrichtung weiterzuentwickeln. Tierärztin im Zoo ist eine Querschnittsaufgabe, man arbeitet mit fast allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen und koordiniert übergreifend Projekte. Zudem war sie bereits an der Entwicklung der Konzeptstudie Zookunft2030+ maßgeblich beteiligt und gemeinsam werden wir diese Pläne weiter vorantreiben.

(v.l.i.): Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig hatte die bisherige Tierärztin des Frankfurter Zoos, Dr. Christine Geiger, vorgeschlagen. Mit ihrer umfassenden Kompetenz und Erfahrung gewann sie die Stellenausschreibung. Eine bessere Wahl hätte der Frankfurter Magistrat kaum treffen können. © Foto Diether v. Goddenthow
(v.l.i.): Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig hatte die bisherige Tierärztin des Frankfurter Zoos, Dr. Christine Geiger, vorgeschlagen. Mit ihrer umfassenden Kompetenz und Erfahrung gewann sie die Stellenausschreibung. Eine bessere Wahl hätte der Frankfurter Magistrat kaum treffen können. © Foto Diether v. Goddenthow

Dr. Christina Geiger denkt in Kooperationen, hat selbst Naturschutzarbeit in zahlreichen Projekten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Ausland geleistet. Diese Erfahrungen und Innensichten sowie ihr internationales Netzwerk werden uns bei den kommenden Aufgaben in Frankfurt, aber auch im Verbund der Zoologischen Gärten in Deutschland und darüber hinaus eine große Hilfe sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Für Geiger hat ihre Benennung einen ganz entscheidenden Aspekt: „Meine neue Aufgabe, auf die ich mich außerordentliche freue, erlaubt es mir, sehr zügig an der Zooentwicklung weiterzuarbeiten: Als eingespieltes Team können wir nahtlos anknüpfen und die Pläne für den Zoo vorwärtsbringen. Den essenziellen ersten Schritt dazu hat Miguel Casares in Form der gemeinsam mit uns erarbeiteten Konzeptstudie Zookunft2030+ vorgelegt. Mit der zügigen Umsetzung dieser Pläne in einen Masterplan kann die Entwicklung nun Gestalt annehmen. Ich freue mich darauf, mit unseren motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun in anderer Funktion die Zusammenarbeit fortzuführen. Von der Basis kommend, kenne ich mich bestens mit den unterschiedlichen Ansprüchen an Zooanlagen aus und bringe damit nochmal eine andere Sichtweise ins Spiel als die bisher überwiegend theoretisch-planerische. Dabei kommt mir meine langjährige Berufserfahrung in Zoos und meine große Verbundenheit speziell mit dem Frankfurter Zoo zugute.“

Dr. Christina Geiger ist seit 2007 Tierärztin u. ab 15. Februar 2022 Direktorin des  Zoos Frankfurt. © Foto Diether v. Goddenthow
Dr. Christina Geiger ist seit 2007 Tierärztin u. ab 15. Februar 2022 Direktorin des Zoos Frankfurt. © Foto Diether v. Goddenthow

Geiger studierte Veterinärmedizin und hat ihre Promotion an der Universität München abgeschlossen. Danach war die 42-jährige unter anderem als Tierärztin im Tierpark Hellabrunn in München und dem Zoologischen Garten Karlsruhe beschäftigt. Seit 2007 ist sie Tierärztin im Zoo Frankfurt und verantwortet damit die Sicherheit und Gesundheit aller dort lebenden Tiere.

Mit ihrer Expertise wurde die Veterinärabteilung um eine hochmoderne Quarantänestation ergänzt. Darüber hinaus war Geiger an der strategischen Weiterentwicklung des Zoos in den vergangenen Jahren und der zuletzt in Auftrag gegebenen Konzeptstudie Zookunft2030+ maßgeblich beteiligt. Bei internationalen Projekten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit brachte sie in den vergangenen Jahren ihr Expertenwissen ein und arbeitete vor Ort mit den unterschiedlichsten Akteuren auf internationaler Ebene zusammen.

Zu den bedeutendsten Projekten im Freiland gehören die Auswilderung von Zoo-Nashörnern, die Wiederansiedlung von Przewalskipferden und die Umsiedlung von Kulanen in Zentralkasachstan sowie die Etablierung einer Fangmethode für Saiga-Antilopen zur Besenderung. Durch diese Maßnahme können die Wanderrouten der Tiere nachverfolgt und Anpassungen an der Ausdehnung von Schutzgebieten vorgenommen werden. Neben zahlreichen Veröffentlichungen und Publikationen ist Geiger an der Ausbildung von Studierenden der Universitäten von Frankfurt und Gießen beteiligt. Sie ist national und international hervorragend vernetzt und in vielen zoofachlichen Verbänden ehrenamtlich tätig.

Infos zum  Frankfurter Zoo

Stadt Mainz und MCV: Keine Außenveranstaltungen am Fastnachtswochenende

Impression aus dem  Rosenmontagszug  2020  © Archivbild Diether v. Goddenthow
Impression aus dem Rosenmontagszug 2020 © Archivbild Diether v. Goddenthow

(skh) Die Stadt Mainz und der Mainzer Carneval-Verein (MCV) haben sich heute in einer gemeinsamen Runde mit Oberbürgermeister Michael Ebling, Ordnungsdezernentin Manuela Matz und MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban einvernehmlich gegen Veranstaltungen mit Straßenfastnachtscharakter entschieden. Nach ausführlichen Gesprächen und Erörterungen zu den vom MCV geplanten Außenveranstaltungen rund um das Fastnachtswochenende (24. -27. Februar) verständigten sich die Stadt und der MCV darauf, von den Veranstaltungen abzusehen.

„Mit Blick auf die aktuell rasant steigenden Inzidenzen können wir es nicht verantworten, viele hunderte oder gar tausende Menschen in unserer Stadt zusammen kommen zu lassen und ein Fest zu feiern, das – selbst in kleinerer Ausprägung – überregional große Bedeutung und Anziehungskraft hätte. Hier geht die Sicherheit und Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger vor“, so Manuela Matz.
Die aktuell bis zum 11. Februar 2022 gültige Fassung der 29. Coronabekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz erlaubt aktuell die Zusammenkunft von maximal 1.000 Personen, wenn die Veranstaltung keinen überregionalen Charakter aufweist. Eine Gewährleistung und insbesondere Kontrolle des lediglich regionalen Charakters hätte den MCV als Veranstalter vor große logistische und finanzielle Herausforderungen gestellt.
Prof. Dr. Dr. Urban äußert sich bedauernd zur gemeinsamen Entscheidung: „Es ist sehr schade, dass die Pandemie uns auch dieses Jahr die Straßenfastnacht unmöglich macht. Aber mit nur 1.000 Personen – da kommt kein fastnachtliches Lebensgefühl auf und wird der Brauchtumsveranstaltung Fastnacht nicht gerecht. Außerdem wäre das wirtschaftlich nicht sinnvoll.“
„Wir danken dem MCV für die vielen tollen Vorschläge und Ideen, unser Brauchtum auch im dritten Pandemiejahr aufleben zu lassen. Ich freue mich über diese vierfarbbunten Initiativen und bedauere es sehr, dass auch 2022 die Fastnacht nicht wie gewohnt gefeiert werden kann. Die aktuellen Inzidenzzahlen und prognostizierten Entwicklungen der Omikron-Welle zwingen uns zu der Entscheidung gegen die Außenveranstaltungen. Ich kann alle Narren und Närrinnen nur einladen, die vielfältigen Online- und Streamingangebote der Vereine und Garden zu nutzen und so unser Brauchtum wenigstens ein bisschen zu leben“, sagt Oberbürgermeister Ebling.

Dr. Annette Ludwig präsentiert im Gutenberg-Museum zu ihrem Abschied die faszinierende Sonderausstellung des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid

Nocturne", (Tobias Gellscheid, 2015)  © Gutenberg-Museum/Tobias Gellscheid
Nocturne“, (Tobias Gellscheid, 2015)
© Gutenberg-Museum/Tobias Gellscheid

Mainz. Nach mehrmaliger pandemiebedingter Verschiebung kann das Gutenberg-Museum die Sonderausstellung „Road to Nowhere – Druckgrafiken von Tobias Gellscheid“ am 19. Januar 2022 eröffnen. Diese Schau zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk des von 2018 bis 2019 amtierenden Mainzer Stadtdruckers und ist von 20. Januar bis 22. Mai 2022 zu sehen. Pandemiebedingt findet die Vernissage in kleinem Rahmen statt; Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur der Landeshauptstadt Mainz begrüßt den Künstler und die Gäste, Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums, führt in die Ausstellung ein. Die Laudatio hält der Journalist, Autor, Dozent und Coach Prof. Wilfried Köpke.
Der renommierte Mainzer Stadtdruckerpreis ist mit einer Einzelausstellung im Gutenberg-Museum verbunden und würdigt herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Druckgrafik. Die Arbeiten Gellscheids fokussieren sich auf die Popkultur als Phänomen der westlichen Nachkriegsgesellschaften und konzentrieren sich dabei auf deren ursprünglichste Präsenz in den 1950er und 1960er Jahren. Dabei sind Holz- und Linolschnitt sowie der Holzstich die bevorzugten technischen Medien des 1983 geborenen Künstlers.

"Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers" war Dr. Annette Ludwigs Abschieds-Ausstellung im Weltdruckmuseum der Druckkunst Mainz, bevor die langjährige Direktorin des Gutenberg-Museums und Kunsthistorikerin im März 2022 als neue Direktorin der 21 Museen der Klassik Stiftung Weimar ins Goethe-Nationalmuseum, am Frauenplan 1, nach Weimar wechselt. Im Bild: Holzbildhauer, Restaurator und Dozent Tobias Gellscheid, Preisträger des Mainzer Stadtdruckerpreises, mit Dr. Annette Ludwig vor der Grafik "Beat II (bunt)", Linolschnitt 2015. © Foto Heike von Goddenthow.
„Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers“ war Dr. Annette Ludwigs Abschieds-Ausstellung im Weltdruckmuseum der Druckkunst Mainz, bevor die langjährige Direktorin des Gutenberg-Museums und Kunsthistorikerin im März 2022 als neue Direktorin der 21 Museen der Klassik Stiftung Weimar ins Goethe-Nationalmuseum, am Frauenplan 1, nach Weimar wechselt. Im Bild: Holzbildhauer, Restaurator und Dozent Tobias Gellscheid, Preisträger des Mainzer Stadtdruckerpreises, mit Dr. Annette Ludwig vor der Grafik „Beat II (bunt)“, Linolschnitt 2015. © Foto Heike von Goddenthow.

Der in Pößneck geborene Gellscheid erlernte in Flensburg das Handwerk der Holzbildhauerei und arbeitete bis zu seinem Studium an der Kunsthochschule Burg Giebrichstein in Halle (Saale) als freischaffender Holzbildhauer und später als Restaurator. Im Jahr 2015 absolvierte er auf der Burg sein Diplom bei Prof. Thomas Rug in der Studienrichtung Grafik.
Nachdem das Gutenberg-Museum eine Auswahl der Werke von Tobias Gellscheid auf der art KARLSRUHE in einer spannenden Kabinett-Ausstellung präsentiert hat, freut sich Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig nun eine Auswahl des Gesamtwerks des Künstlers im Gutenberg-Museum zeigen zu können: „Dass wir nun auch aktuellste Arbeiten des Künstlers präsentieren können, die während der Pandemie entstanden sind, empfinde ich als besondere Bereicherung.“

Ausstellungs-Impression. Das Gutenberg-Museums zeigt Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid. © Foto Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression. Das Gutenberg-Museums zeigt Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid. © Foto Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung kann unter Einhaltung der Hygiene-Regeln (2G+ od. 2 G plus Boosterimpfung) zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden:
Di – Sa 9 – 17 Uhr
So 11 – 17 Uhr

Ort:
Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz
Weitere Informationen „Sonderausstellungen“

Max Beckmann, Ernst Wilhelm Nay und Karoline Weis – Landesmuseum Mainz: Führung zu „entarteter“ Kunst und zu jüdischem Leben in Mainz

Ernst Wilhelm Nay, Sitzende, 1947, Öl auf Lwd., GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. 1596 Foto R. R. Steffens
Ernst Wilhelm Nay, Sitzende, 1947, Öl auf Lwd., GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. 1596 Foto R. R. Steffens

Zum bundesweiten „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ bietet das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am Sonntag, 30. Januar um 11 und um 14 Uhr, jeweils eine Führung über Max Beckmann und Ernst Wilhelm Nay an, die beide 1937 als „entartet“ diffamiert wurden. Exemplarisch werden in dieser Führung von Dr. Karoline Feulner die Schicksale der beiden Künstler vorgestellt, über die damals ein Berufs- und Ausstellungsverbot verhängt wurde. Im zweiten Teil der Führung stehen mit dem Leben der Mainzer Jüdin, Karoline Weis, aktuelle Forschungsergebnisse zur Herkunftsgeschichte (Provenienz) am Landesmuseum Mainz im Mittelpunkt. Aus ihrer kleinen Grafiksammlung erwarb das Museum in den 1930er Jahren wenige Blätter der Künstler Alfred Mumbächer und Johann Manegold. Karoline Weis, die unweit des Museums unter anderem in der Emmeransstraße lebte, steht auch im Mittelpunkt des Audiostadtspaziergangs „Jüdisches Leben in Mainz zur Zeit des Nationalsozialismus. Am Beispiel der Kunstsammlerin Karoline Weis, sowie Gerti Salomon und Felix Ganz“, der kostenfrei über die Homepage des Landesmuseums Mainz abgerufen werden kann. Der Audiospaziergang erzählt zudem anhand von verschiedenen Stationen das damalige jüdische Leben in Mainz.

Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich unter landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de. Für die Teilnahme werden zum Museumseintritt zwei Euro erhoben.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/

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