Double Feature 2017: Programm für Juli, August, September in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Mit den monatlichen Veranstaltungen der Reihe „Double Feature“ bietet die Schirn Kunsthalle Frankfurt nationalen und internationalen Film- und Videokünstlern ein Forum. Am jeweils letzten Montag eines Monats zeigen sie dem Publikum eine Arbeit aus ihrem eigenen Werk und einen von ihnen ebenfalls persönlich ausgewählten Lieblingsfilm. Die Künstlerinnen und Künstler geben im Gespräch mit den Kuratoren der Schirn tieferen Einblick in ihre Arbeit und insbesondere in ihr filmisches Interesse.

Im für diesen Anlass temporär eingerichteten Kinosaal im Schirn Café, für den die Künstlerin und Städel-Professorin Judith Hopf eigens einen Vorhang entworfen hat, wird die Reihe am 31. Juli 2017 mit Bianca Baldi, am 28. August mit Ben Rivers und am 25. September mit Tris Vonna-Michell fortgesetzt.

DOUBLE FEATURE MIT BIANCA BALDI
MONTAG, 31. JULI 2017, EINLASS 19.00 UHR, BEGINN 19.30 UHR
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, EINTRITT FREI, OHNE ANMELDUNG
DIE KÜNSTLERIN IST ANWESEND.

Mit Installationen und Videoarbeiten greift die südafrikanische Künstlerin Bianca Baldi Bilder von Räumen, Orten, Objekten und Biografien unterschiedlichster Kontexte auf. Sie inszeniert diese zu neuen Bildern und Geschichten, deren Wahrheitsgehalt unbestimmbar bleibt. So werfen Baldis Werke Fragen nach dem Umgang mit vermeintlichen Fakten, historischen Erzählweisen und deren Dokumentation auf. In der Schirn präsentiert Baldi zwei Videoarbeiten. Fun Capital (2012, 5:30 Min.) zeichnet ein ambivalentes Bild von einem der ersten südafrikanischen Touristenresorts. Spätestens mit einem Auftritt Frank Sinatras im Jahr 1981 erlangte „Sun City“ internationale Bekanntheit. Der Glanz der Casinos, Showgirls und künstlich angelegten Wälder, Flüsse und Strände ist lange verblasst, ebenso wie die von Apartheid geprägte Geschichte des Vergnügungsortes in Vergessenheit geraten ist.

Auch Baldis neueste Filmarbeit Eyes in the Back of Your Head (2017, 8:23 Min.) beschreibt einen schwer zu erfassenden Raum. Sie nimmt den Betrachter mit an einen Ort, der sowohl real als auch virtuell sein kann, der zwar zu durchschreiten und zu betrachten ist, aber der sich dennoch nicht ganz erschließen lässt.

Nach einem Gespräch mit Gastkuratorin Natalie Storelli zeigt Bianca Baldi ihren Lieblingsfilm The Hypothesis of the Stolen Painting (1978, 66 Min.) des chilenisch-französischen Filmemachers Raúl Ruiz. In dem experimentellen Film versucht ein Kunstsammler das Motiv eines verschwundenen Gemäldes aus einer 7-teiligen Serie zu rekonstruieren. Eine Gruppe von Schauspielern hilft ihm bei dieser Aufgabe, indem sie die dargestellten Posen in den übrigen Gemälden kopiert und somit eine Abfolge menschlicher Tableaus erstellt.

Bianca Baldi wurde 1985 in Johannesburg (Südafrika) geboren. Sie studierte an der Michaelis School of Fine Arts, University of Cape Town, der Università Iuav di Venezia und an der Städelschule in Frankfurt am Main. Ihre Arbeiten waren zuletzt in Einzelausstellungen im Kunstverein Harburger Bahnhof (2017) und dem Goethe Institut in Johannesburg (2014) zu sehen. Sie partizipierte unter anderem in Gruppenausstellungen im Kunstverein Braunschweig (2015), im Frankfurter Kunstverein (2015) und bei der 8. Berlin Biennale (2014).

DOUBLE FEATURE MIT BEN RIVERS MONTAG, 28. AUGUST 2017, EINLASS 19.00 UHR, BEGINN 19.30 UHR SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, EINTRITT FREI, OHNE ANMELDUNG

Ben Rivers atmosphärisch aufgeladene Filme hinterfragen die Konventionen dokumentarischer Darstellungen und reichen von der Erforschung ungewöhnlicher Lebensräume bis hin zu rätselhaften Porträtaufnahmen. Häufig bedient er sich dabei Methoden der Ethnografie und der Reisedokumentation. In Anlehnung an seine früheren Erkundungen zeigt Rivers in What Means Something (2015, 66 Min.) ein intimes, filmisches Porträt der britischen Malerin Rose Wylie in ihrem Atelier. Assoziativ gleitet der Film zwischen sinnlichen Detailaufnahmen und räumlicher Desorientierung, sodass eine äußerst persönliche, indirekte Erzählperspektive entsteht, die das Kunstschaffen selbst und dessen Prozesshaftigkeit ins Zentrum rückt.

Nach einem Gespräch mit Gastkuratorin Maria Sitte präsentiert Ben Rivers den experimentellen Kurzfilm Fake Fruit Factory (1986, 22. Min.) der amerikanischen Filmemacherin Mildred „Chick“ Strand. Der Film schildert die Interaktion zwischen mexikanischen Arbeiterinnen bei der kollektiven Herstellung von Deko-Früchten aus Pappmaché. Ausgehend von dominierenden Nahaufnahmen und rhythmischen Schnitten bewegt sich der Film zwischen Abstraktion, Voyeurismus und Fiktionalität.

Ben Rivers wurde 1972 in Somerset (England) geboren. Von 1990 bis 1993 studierte er an der Falmouth School of Art und war 1996 Mitbegründer der Brighton Cinematheque. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Institute of Contemporary Arts, London (2017) sowie im Hamburger Kunstverein (2016), im The Whitworth, Manchester (2016) und im Camden Arts Centre, London (2015) ausgestellt. Er lebt und arbeitet in London.

DOUBLE FEATURE MIT TRIS VONNA-MICHELL
MONTAG, 25. SEPTEMBER 2017, EINLASS 19.00 UHR, BEGINN 19.30 UHR SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, EINTRITT FREI, OHNE ANMELDUNG
DER KÜNSTLER IST ANWESEND.

Der Künstler Tris Vonna-Michell erzählt mit schnellen Spoken Word Performances, Tonaufnahmen und Fotografien eingehende Geschichten, in denen er reale und fiktive Momente sowie persönliche und kulturelle Referenzen verbindet. Es entstehen narrative Strukturen, die Umwege, Assoziationsströme und auch „Sackgassen“ aufweisen. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Zufall und Wiederholung, sie untersuchen den Bezug zwischen Bildern und Geschichten. In der Schirn präsentiert der Künstler seine neueste Videoarbeit Registers (2017, 15 Min.). Als Diashow konzipiert, zeigt der Film sowohl digitale als auch analoge Fotografien transitorischer und öffentlicher Orte, welche Vonna-Michell während einer Reise nach Japan im Jahr 2008 anfertigte. Die Dias sind teilweise vom Künstler animiert; er platziert sie auf Lichtboxen oder projiziert sie durch Wasser. Von einem hypnotisierenden Soundtrack begleitet, entsteht so eine Erzählung, die teils Traumwelt, teils Dokumentation ist.

Im Anschluss an das Kuratoren-Gespräch mit Matthias Ulrich zeigt Vonna-Michell einen von ihm ausgewählten Lieblingsfilm.

Tris Vonna-Michell, 1982 in Southend-on-Sea (England) geboren, studierte am Falmouth College of Art, an der Glasgow School of Art sowie an der Städelschule in Frankfurt am Main. Er lebt und arbeitet heute in Stockholm, Schweden. Seine Arbeiten wurden unter anderem präsentiert im Vox Centre for Photography, Montreal (2014), im BALTIC Centre for Contemporary Art, Gateshead (2012) sowie in der Kunsthalle Zürich (2009). 2014 wurde er für den Turner Prize nominiert.

ORT:
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT Römerberg 60311 Frankfurt DATUM
31. Juli, 28. August und 25. September 2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn
19.30 Uhr EINTRITT frei, ohne Anmeldung
KURATOREN Katharina Dohm, Matthias Ulrich GASTKURATORINNEN Maria Sitte, Natalie Storelli INFORMATION www.schirn.de
E-MAIL welcome@schirn.de TELEFON (+49-69) 29 98 82-0 FAX (+49-69) 29 98 82-240 ONLINE-MAGAZIN www.schirn-magazin.de

Sonderausstellung KENBO in den Museen Schlosspark und Römerhalle Bad Kreuznach bis 10. Sept. 2017

Trornbacher flowers low Res (Foto: Marco van Bel)
Trornbacher flowers low Res (Foto: Marco van Bel)

Die Museen Schlosspark und Römerhalle präsentieren eine ausgewöhnliche Kunstausstellung des Chinesen Kenbo. Die Sonderausstellung zeigt in beiden Museen Paintings und großformatige z. T. bodenlange Papier-Installationen. Ein Farbrausch, der sich in beiden Ausstellungshäusern den Besuchern bietet, wobei fernöstliche mit westlicher Kunst sich verbindet. Siehe auch: www.museen-bad-kreuznach.de
Mit Unterstützung der Meffert AG Bad Kreuznach

Einführung in die Ausstellung von Marco van Bel, Ausstellungskurator u. Museumsleiter

„健伯 Kenbo / Liang Guojian Traumland Trombacher;

Kenbo wurde als Liang Guojian in Foshan, Sanshui, (China) zur Zeit der Kulturrevolution geboren. Liang erhielt eine für traditionell orientierte chinesische Familien typische Erziehung. Bereits in seiner Kindheit nahm er Unterrichtsstunden in chinesischer Malerei. Kenbos Kunst basiert auf dieser historisch geprägten Pinsel-und-Tusche-Malerei und dem Studium des berühmten Mallehrbuchs aus dem Senfkorngarten1.
Er wird deshalb auch Onkel Ken = Kenbo genannt.

Im Zentrum seiner Arbeiten steht die uralte Tradition der chinesischen Tusche-Malerei (lavierte Tusche auf Papier), die er mit heutigen Tendenzen der chinesischen Tusche-Malerei und der modernen Kunst verbindet. Speziell die Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer und deren Auswirkungen werden von ihm in den gestalterischen Prozess integriert. Der Künstler und die ihn umgebende Natur und Umwelt tragen gleichsam zur Entstehung der künstlerischen Arbeit bei. Vor allem durch den von ihm initiierten kreativen Einsatz der Kraft des Feuers und den Vorgang des Verbrennens hat er der traditionellen chinesischen Tusche-Malerei neue Impulse gegeben, entstehen künstlerische Synergieeffekte und zugleich neuartige Interpretationsmöglichkeiten.

Im Jahre 2006 setzte Kenbo / Liang Guojian sich mit der internationalen Klang-Kunst auseinander und begann seine experimentellen Arbeiten. In seinem Werk verbindet er die Kunstgattungen Malerei (chinesische Tusche-Malerei), Konzeptkunst, Medienkunst/Multimedia (Video, Musik, Klang, Sprache, Tanz) und Installation zu einem Gesamtkunstwerk, um damit seine einzigartige Sprache der Tuschemalerei zu entwickeln und zu etablieren, in der der Geist der Freiheit und der Abstraktion mit den traditionellen chinesischen Wurzeln zusammenkommen.

Vor 10 Jahren, in 2007, lud Sigune von Osten den Künstler Kenbo / Liang Guojian zur ART POINT im Trombacher Hof ein, um dort eine Mal-Performance während ihres Parkmusik-Festivals Neue Ho(e)rizonte zu realisieren. Durch den Trombacher Hof und die dortige Naturlandschaft, die zu Kenbos Traumlandschaft wurde, fand er den Zugang zu der chinesischen Dao-Lehre – „zurück zur Natur“, und zu seiner einzigartigen Kunst und Formensprache.

2008 begann Kenbo / Liang Guojian sein Rice-Project, bei dem der Fokus auf der sozio-kulturellen Erziehung und Bildung liegt. Seine vom Reis inspirierte Stimmen- und Klang-Installation des Reis Projekts gewann 2011 den China Redstar Design Award.
Als Gegenentwurf zum immer kommerzielleren Kunstmarkt, schlägt Kenbo einen neuen konfuzianischen Weg ein, ausgehend von der Natur. So verarbeitete er seit 2010 die Thematik vom Moos 3 im Rahmen eines internationalen Kunstprojekts (Moss-Project) in Form von Gedichten, Malerei, Musik und Tanz.

Alle in den Museen Schlosspark und Römerhalle präsentierten Kunstwerken basieren auf der Chinesischen Philosophie und Kunst und sind größtenteils innerhalb des Moss-Projektes entstanden. Sie haben aber gleichzeitig einen starken regionalen Bezug zu Bad Kreuznach, dem Trombacher Hof und der Musikkünstlerin Sigune von Osten, der Landschaft, den Naturgeräuschen und der Stille.

Kenbo / Liang Guojian im Museum Schlosspark, Bad Kreuznach, 12. Juli 2017 (Foto: Marco van Bel)
Kenbo / Liang Guojian im Museum Schlosspark, Bad Kreuznach, 12. Juli 2017 (Foto: Marco van Bel)

Ein Fluss der Farben.

Sinnbildlich vergleichbar der daoistischen Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde) und mit dem lateinischem fluxus4 oder griechischem panta rhei5, alles fließt / alles ist veränderlich.
Die Kunst von Kenbo / Liang Guojian ist eine Symbiose. Für den westlich orientierten Kunstbetrachter ist sie eher fernöstlich, asiatisch anmutend; für den Asiaten aber mehr eine westlich anmutende Kunst.

Seine Arbeiten vermitteln zum einen eine mysteriös-spirituelle und auch melancholische Stimmung, zum anderen jedoch auch eine urwüchsige Kraft und Energie, die dem Geist der traditionellen chinesischen Tusche-Malerei entspricht. In dem von ihm entwickelten persönlichen Malstil werden bei aller Abstraktion auch häufig gewisse realistische, erdverbundene und kosmische Assoziationen geweckt. Kenbo bewahrt damit nicht nur die alten überlieferten Maltechniken und -formate (z. B. die alte Kunst der Rollbilder), sondern transportiert auch die humanistische Geisteshaltung des Konfuzianismus und Taoismus, die für die alte chinesische Malkunst charakteristisch sind.

Auf den ersten Blick erinnert Kenbos Malerei an westliche Kunstformen des Informel, Action Painting, Dripping. Doch in der Auseinandersetzung mit seinem Werdegang und seiner Vorgehensweise wird deutlich, dass seine Arbeiten andersgearteten künstlerischen, technischen und geistigen Quellen entspringen und folglich auch andersartige Prozesse zur Bildentstehung beitragen. Das Kalligrafische und Grafische in seiner Kunst ist weniger unbewusst und rein zufällig motiviert, sondern vielmehr durch alte chinesische Kunstpraktiken und Lehren sowie konkrete Sinneseindrücke und Naturempfindungen inspiriert.

Kennzeichnend ist der Aspekt des crossing border, der fast wörtlich zu nehmenden grenzüberschreitenden Kunst und Kultur; eine internationale Kunst mit eigenständigem Charakter und Qualität. Dabei ist die sinnliche Wahrnehmung, die Ästhetik, die Schönheit der Kunst offensichtlich, sie steht im Vordergrund, wobei nicht nur der Künstler sondern auch die Natur und der Zufall im Schaffungsprozess gestaltend eingreifen.

Kenbo / Liang Guojian malt oft mit schwarzer Tusche oder Farbe auf langen Papierbahnen eine linienstarke, vibrierende Grundstruktur, die mit gedämpften oder starken Farben in ein harmonisches Gesamtgefüge kumuliert. Seine abstrakten, kalligrafischen Arbeiten (in Groß- und Kleinformat) wirken poetisch, sind zurückhaltend und gleichzeitig – in wahrstem Sinne des Wortes – bildgewaltig, monumental, raumgreifend und ausdrucksvoll. Seine Kunst lässt die weiße Fläche des Papiers, des Bildträgers, die gleiche Bedeutung zukommen wie die der aufgetragenen Farbe. Erst in ihrer Synthese entsteht die Kunst – eine Komposition, eine Partitur aus Form und Farbe. Seine Kunst bietet einen geistigen Freiraum und steht trotz aller Dynamik und Kontraste in einem Gleichgewicht, es bewirkt eine innerliche Ruhe, Ausgewogenheit und Naturverbundenheit.“

Marco van Bel (Ausstellungskurator)

Orte:

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Schloßparkmuseum
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach

Römerhalle/römische Villa
Hüffelsheimer Straße 11
55545 Bad Kreuznach

Öffnungszeiten:
Dienstag 10.00 bis 13.00 Uhr
Mittwoch bis Freitag 10.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr

Weiterer Terminhinweis:
Sonntag 20. August 2017, 11.00 Uhr
Museum Schloßpark
„Vom Haus im Wasser zum fürstlichen Schloss“ – Die Geschichte des Schlösschens im Bangert und seiner Familien
Führung mit Dieter Stöck
Treffpunkt: Museum Schlosspark, Dessauerstraße 49, Bad Kreuznach
Teilnehmerbeitrag: 7 €, erm. 5 €, inkl. Museumseintritt
Führung der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Erlebniswochenende: Römer, Kelten und Germanen im Landesmuseum Mainz, 12. u. 13. 08.2017

Römerwochenende im Landesmuseum MainzErlebniswochenende liefert Einblicke in das Militär- und Zivilleben vor rund 2000 Jahren

Am 12. und 13. August ist es wieder soweit: Die I. Römercohorte Opladen schlägt ihr Zeltlager im Innenhof des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) auf. Diesmal haben die Römer sogar Unterstützung mitgebracht. Erstmals im Mainzer Landesmuseum sind die Keltengruppe Carnyx und die Germanen der Gruppe Ars Replika zu Gast. Die drei Gruppen entführen die Besucherinnen und Besucher in die Zeit der Römer, Kelten und Germanen vor rund 2000 Jahren.
Neben einem Römerlager, militärischen Übungen und Kampfpraktiken der Römer stehen Einblicke in das zivile Leben der Kelten, Römer und Germanen auf dem Programm. So lassen sich beispielsweise die unterschiedlichen Küchen vergleichen und probieren oder auch die verschiedenen Handwerkstechniken wie Textilherstellung und Färben, Fibelherstellung, Knochenschnitzerei und Kettenhemdstricken. Erstmals ist auch ein römischer Astronom dabei.

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Während des gesamten Wochenendes können die Besucher selbst aktiv werden, an spannenden Spielen für Jung und Alt teilnehmen und in die Welt der Römer, Kelten und Germanen eintauchen.
Das Erlebniswochenende „Römer, Kelten und Germanen“ ist Teil des Rahmenprogramms zur diesjährigen Sonderausstellung des Landesmuseums Mainz „VorZeiten – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“, die in Kooperation mit der Landesarchäologie entstand. Die Ausstellung, in der man viele von den Kelten, Römern und Germanen genutzte Objekte wiederfinden kann, ist noch bis zum 29. Oktober 2017 im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Während der gesamten Dauer der Veranstaltung kann im Übrigen auch die Steinhalle besichtigt werden, die vorübergehend vom rheinland-pfälzischen Landtag als Sitzungsstätte genutzt wird. Dort sind Grabsteine römischer Soldaten zu sehen.

Der seit über 30 Jahren bestehende Verein I. Römercohorte Opladen zählt zu den bekanntesten Römergruppen Deutschlands. Die Opladener Cohorte hinterließ bei ihren Auftritten in den letzten Jahren bei vielen begeisterten Zuschauern im Landesmuseum Mainz einen bleibenden Eindruck.
Die Keltentruppe CARNYX (nach der Bezeichnung für eine keltische Kriegstrompete) formierte sich im Frühjahr 1999 aus Tübinger Archäologen und historisch Interessierten. Im „keltischen Lager“ erlebt man Vorgeschichte zum Anfassen: Gezeigt werden unter anderem die Ausrüstung und Bewaffnung keltischer Krieger oder auch Tracht und Schmuck der Frauen dieser Zeit.

Der Verein Ars Replika rekonstruiert unter anderem Kleidung, Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Werkzeuge und Waffen verschiedener Epochen. Bei der Auswahl der verwendeten Materialien wird großer Wert auf Authentizität und Detailtreue gelegt. Ars Replika e.V. wurde 1992 in Mainz von Studenten der Altertumswissenschaften und interessierten Laien gegründet. Der Verein arbeitet seitdem erfolgreich mit Museen und vergleichbaren wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.

Das Erlebniswochenende „Römer, Kelten und Germanen“ im Landesmuseum Mainz findet am 12. und 13. August jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Es gilt der übliche Museumseintritt von 6 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Das nächste Erlebniswochenende findet übrigens am 16. und 17. September statt und ist ein Familienfest rund um die Themen Erdgeschichte und Steinzeit.

Weitere Infos: Landesmuseum Mainz

Schweizer Picknick im Park vom Museum Angewandte Kunst Frankfurt am 1. August 2017

Fondueland Gstaad, Riesen-Caquelon, Installation in der Ausstellung „Picknick-Zeit“, 2017, Foto: Anja Jahn, © Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
Fondueland Gstaad, Riesen-Caquelon, Installation in der Ausstellung „Picknick-Zeit“, 2017, Foto: Anja Jahn, © Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Das Mahl im Freien erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Noch bis zum 17. September 2017 erzählen in der Ausstellung „Picknick-Zeit“ Picknick-Utensilien unterschiedlichster Form, Machart und Herkunft, zahlreiche Objekte, Installationen, Fotografien und Filme vom Variantenreichtum einer beliebten Kulturpraxis.

Am 1. August 2017 feiert die Schweiz den 726. Geburtstag. Aus diesem Anlass laden das Schweizerische Generalkonsulat in Frankfurt am Main in Kooperation mit Gstaad Saanenland Tourismus und dem Museum Angewandte Kunst zu einem gemeinsamen Picknick in den Museumspark ein. Als besonderes Geschenk an Frankfurt ist der Eintritt in das Museum während der Öffnungszeit von 10 Uhr bis 18 Uhr für alle Besucherinnen und Besucher frei.

Ab 12 Uhr werden im Metzlerpark kulinarische Besonderheiten aus der Schweiz zum Selbstkostenpreis angeboten. Die Gäste können zwischen einem vor Ort geschmolzenem Biokäse-Raclette und einem Trockenfleisch-Plättchen wählen. Beide Spezialitäten kommen aus der Region Gstaad, wie auch das hölzerne Fondue-Caquelon, das anlässlich der Ausstellung „Picknick-Zeit“ im Metzlerpark installiert ist. Ergänzt wird das Angebot durch Schweizer Wein, Bier oder helvetische Limo aus Milchserum.
Die passende musikalische Begleitung zum Schweizer Picknick liefert das Alphorn-Duo Alpcologne zu jeder vollen und halben Stunde.

Ohne Anmeldung. Eintritt frei.

Vor dem Museumseingang begrüßt das wohl ikonischste Kunstwerk zum Thema, Edouard Manets „Frühstück im Grünen“, die Besucherinnen und Besucher – in Originalgröße von den Streetart-Künstlern Balázs Vesszösi und Gündem Gözpinar neu interpretiert. Foto: Foto: Diether v. Goddenthow
Vor dem Museumseingang begrüßt das wohl ikonischste Kunstwerk zum Thema, Edouard Manets „Frühstück im Grünen“, die Besucherinnen und Besucher – in Originalgröße von den Streetart-Künstlern Balázs Vesszösi und Gündem Gözpinar neu interpretiert. Foto: Foto: Diether v. Goddenthow

Meinungsfreiheit: Jugendliche aus Frankreich und Deutschland debattieren mit Tanja Kinkel und Hayko Bağdat

fuer-das-freie-wortDeutsch-französisches Jugendcamp zur Meinungsfreiheit vom 15. bis 22. Juli auf dem mediacampus frankfurt / Kamingespräch am 19. Juli um 19 Uhr / Akkreditierung unter presse@boev.de

Wie steht es um die Meinungsfreiheit in Europa? Was können Jugendliche und die gesamte Zivilgesellschaft tun, um freiheitliche Werte und Demokratie zu fördern? Diese Fragen diskutieren noch bis zum 22. Juli 2017 Mädchen und Jungen aus Frankreich und Deutschland beim Jugendcamp zur Meinungsfreiheit „Du hast das Wort – Tu as la parole“. In Workshops und Seminaren auf dem medicamapus frankfurt sowie bei Exkursionen nach Straßburg und Frankfurt am Main beschäftigen sich die 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit demokratischen Werten, Meinungsbildung und Meinungsvielfalt in Europa. Als Online- und Videoreporter setzen sie sich selbständig mit den Themen auseinander.

Beim Kamingespräch am 19. Juli debattieren die Jugendlichen mit Autorin und PEN-Präsidiumsmitglied Tanja Kinkel, dem armenisch-türkischen Exil-Journalisten Hayko Bağdat und Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Der Journalist Hayko Bağdat lebt in Deutschland im Exil. Er hat mit Can Dündar in Berlin das Onlineportal Özgürüz gegründet und ist Mitbegründer der Initiative „Friends of Hrant“, die sich für die Aufklärung des Mordes am armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink einsetzt. Die Autorin Tanja Kinkel ist Mitglied des Präsidiums des PEN-Zentrums Deutschland und hat das Hilfswerk „Brot und Bücher e.V.“ mitbegründet, welches sich für die Belange von Kindern in Afrika, Indien und Deutschland stark macht.

Die Veranstaltung ist nicht öffentlich. Pressevertreterinnen und -vertreter sind herzlich eingeladen, das Kamingespräch und Jugendcamp zu besuchen; Akkreditierung bitte per Mail an presse@boev.de.

Das Jugendcamp „Du hast das Wort – Tu as la parole“ findet im Rahmen von „Francfort en français – Frankfurt auf Französisch: Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017“ statt. Die Jugendlichen präsentieren ihre Medienprojekte auf der Buchmesse im Oktober 2017.

Das Camp ist ein Projekt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung in Kooperation mit dem mediacampus frankfurt. Förderer sind die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung. Das Jugendcamp wird unterstützt von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Weitere Informationen zum Programm unter www.wort-und-freiheit.de/jugendcamp.

Familien-Ritterfest im Landesmuseum Mainz am 15. u. 16. Juli 2017

Foto: Ursula Rudischer GDKE Rheinland-Pfalz – Landesmuseum Mainz
Foto: Ursula Rudischer GDKE Rheinland-Pfalz – Landesmuseum Mainz

Ritter in Rüstungen, spektakuläre Schwertkämpfe, aktionsreiche Mitmachangebote, sehenswerte Showeinlagen und vieles mehr bietet das inzwischen schon traditionelle Familien-Ritterfest am Wochenende des 15. und 16. Juli im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Los geht es am Samstag um 10 Uhr mit Taravas, dem Spielmann. Anschließend, gegen 10:30 Uhr, begrüßt die zeitgenössisch gekleidete Bardin, Wanda Wurzel, mit mittelalterlichen Klängen die großen und kleinen Besucher im Innenhof des Museums.

Zahlreiche Stationen bieten den Kindern den ganzen Tag über die Möglichkeit mit einem abwechslungsreichen Programm in die sagenumwobene Welt der Ritter einzutauchen: Ob Hufeisenwerfen, Schmieden, Papierschöpfen, Filzen oder Malen und Basteln im Ritterzelt. Die kleinen Besucher können sich bei einem Schaukampf mit ungefährlichen „Styropor-Schwertern“ austoben, sich alte Märchen von „Fabulix“ erzählen lassen oder in der Kinderrüstkammer allerlei Ritter-Utensilien erwerben. Beim gemeinsamen Bogenschießen kann sich die ganze Familie vergnügen. Spannender Höhepunkt ist sicher das wilde Gefecht der Kinder gegen die Ritter. An jedem Veranstaltungstag wird dieser Kampf aufs Neue entschieden – ein ungefährliches, aber wildes Spektakel mit sehr hohem Spaßfaktor!

Spannende Einblicke verspricht ein kleines mittelalterliches Lager: Ihre Zelte samt Kochkessel und mittelalterlicher Ausrüstung haben die rüstigen Ritter gleich mitgebracht. Während der gesamten Veranstaltung sind sie überall im Innenhof anzutreffen und können jederzeit angesprochen werden. Kenntnisreich informieren sie die Besucher gerne über ritterliche Werte, über Waffen und Techniken der Kriegsführung. Dreimal pro Veranstaltungstag präsentieren die Ritter bei Schwertkämpfen ihr Können. Stündliche Familienführungen, jeweils von 11 bis 16 Uhr, geben Einblicke in die Ritterwelt im mittelalterlichen Mainz.

Das Familien-Ritterfest läuft im Rahmen der Landesausstellung „vorZEITEN“. Dazu zählen auch die beiden Erlebniswochenenden „Römer, Kelten und Germanen“ am 12. und 13 August sowie das Familienfest rund um die Erdgeschichte und die Steinzeit am 16. und 17. September.

Während der Veranstaltung kann im Übrigen sowohl die Steinhalle besichtigt werden, die vorübergehend vom rheinland-pfälzischen Landtag als Sitzungsstätte genutzt wird – dort sind Grabsteine römischer Soldaten zu sehen – als auch die aktuelle Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“. Sie präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz und nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte. Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar. „vorZEITEN“ ist bis 29. Oktober im Landesmuseum Mainz zu sehen.

Das Familien-Ritterfest findet am 15. und 16. Juli jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Es gelten die regulären Eintrittspreise des Landesmuseums Mainz.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51.

Region Rheinhessen feierte 201. Geburtstag in der Nibelungenfestspielstadt Worms

v.li. Moderator Holger Wienpahl, Musiker Sinu, Sascha Göpel   Dennenesch Zoudé, Alexandra Kamp, Peter E. Eckes, Oberbürgermeister Michael Kissel, Mehmet Kurtulus. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
v.li. Moderator Holger Wienpahl, Musiker Sinu, Sascha Göpel Dennenesch Zoudé, Alexandra Kamp, Peter E. Eckes, Oberbürgermeister Michael Kissel, Mehmet Kurtulus. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Große Geburtstagsfeier zur Stärkung der Region Rheinhessen, eingebettet in Wormser Kulturnacht mit Ausblick auf die Wormser Nibelungen-Festspiele vom 4. bis 20.08.2017

„Wir werden nicht älter, wir feiern nur länger!“, unter diesem Motto beging die Region Rheinhessen am 8. Juli ihren 201. Geburtstag. Bei bestem Sommerwetter erlebten rund 300 geladene Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Worms einen unterhaltsamen und kurzweiligen „Feier-Abend“ mit kulturellem Bühnenprogramm.

Peter Eckes, Vorsitzender des Vorstandes von Rheinhessen Marketing. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Peter Eckes, Vorsitzender des Vorstandes von Rheinhessen Marketing. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

„Ja, haben wir denn schon wieder Geburtstag?“ Mit diesen Worten eröffnete Peter Eckes, Vorsitzender des Vorstandes von Rheinhessen Marketing, den Abend im Wormser Kulturzentrum. Und sprach damit vielen Gästen aus der Seele, ist doch das Rheinhessen-Jubiläumsjahr 2016 mit dem Festakt im Mainzer Staatstheater am 8. Juli 2016 und weiteren über 600 Veranstaltungen im Jahresverlauf noch lebhaft in Erinnerung. Und genau an dieses kollektive Wir-Gefühl will Rheinhessen-Marketing in den folgenden Jahren anknüpfen: Das Erreichte soll fortgeführt und die Identität der Region weiter gestärkt werden. „Wir müssen Rheinhessen profilieren als einen der erfolgreichsten Wirtschaftsstandorte in Deutschland und als ein sympathisches Wohn- und Freizeitland am Rhein.“ Und da man sich zum Geburtstag ja auch etwas wünschen darf, schloss Eckes mit folgendem Wunsch: „Vielleicht wird aus dem 8. Juli mit den Jahren ja so etwas wie ein rheinhessischer ‚Nationalfeiertag‘. Wer weiß, wir Rheinhessen sind erfahrungsgemäß zu allem fähig.“

Auch Michael Kissel, Oberbürgermeister der Gastgeberstadt Worms, sieht das Potenzial Rheinhessens und nimmt Politik und Wirtschaft in die Pflicht. In seinem Grußwort forderte er dazu auf, in die Zukunft der Region und insbesondere in die Jugend von Rheinhessen zu investieren. Eine Forderung, die im Anschluss an den offiziellen Teil mit der „Rheinhessen Youngster Musiknacht“ direkt in die Tat umgesetzt wurde.

Schauspielerin Bettina Franke. Foto: Diether v. Goddenthow
Schauspielerin Bettina Franke. Foto: Diether v. Goddenthow

Es ging literarisch weiter: Schauspielerin Bettina Franke gelang es in ihrer Lesung von Ausschnitten der „Inszenierung Szene 1521“ die Gedankengänge Martin Luthers, seine Sprache und seine Werke eindrucksvoll zu vermitteln.

 

 

 

Höhepunkt des Abends war zweifellos die erste und einzige Live-Probe von Schauspielern der diesjährigen Nibelungen-Festspiele: Sascha Göpel, Alexandra Kamp, Mehmet Kurtulus und Dennenesch Zoudé trugen drei Szenen aus dem diesjährigen Nibelungenstück „Glut. Siegfried von Arabien“ von Albert Ostermeier von, welches von Nuran David Calis inszeniert wird.

v.li. Die Schauspieler Sascha Göpel, Alexandra Kamp, Mehmet Kurtulus und  Dennenesch Zoudé geben eine Kostprobe aus "Glut. Siegfried von Arabien". Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
v.li. Die Schauspieler Sascha Göpel, Alexandra Kamp, Mehmet Kurtulus und Dennenesch Zoudé geben eine Kostprobe aus „Glut. Siegfried von Arabien“. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Mit „Glut. Siegfried von Arabien“ begibt sich das Wormser Festspielensemble tiefer in die Symbolik der Nibelungen-Geschichte.  Es wird von brandaktuellen und zugleich ursprünglichen Themen des Stoffes wie Toleranz sowie dem Umgang mit anderen Kulturen erzählt. Die Szene – in den ersten Weltkrieg 1915 verschoben – spielt in einem Orient-Express auf dem Weg durch die Wüste bis zu den persischen Ölfeldern der Briten. Die modernen Protagonisten, diese Nibelungenhelden, getarnt als Gauklergruppe,  unter Führung eines Hauptmann Klein, haben den Auftrag, die britischen Ölquellen in Persien in die Luft zu sprengen, Perserstämme zum Aufstand zu bewegen und das Empire empfindlich zu schwächen. Der Autor Albert Ostermeier hatte so eine ähnliche fast unbekannte  historische Begebenheit aus dem  1.Weltkrieg ausgegraben und geschickt mit dem Nibelungenstoff verwoben.

Obgleich sie erst drei  Wochen in Worms proben,  überzeugte das Ensemble  das Publikum  schon jetzt mit viel Witz und Charme, und machte neugierig auf das Gesamtwerk, das ab dem 4. August live in Worms aufgeführt wird (weitere Info: Niebelungenfestspiele.de)

Beendet wurde der offizielle Teil mit dem gemeinsamen Anschneiden der Geburtstagstorte durch Peter E. Eckes, Michael Kissel, die beiden Landräte Claus Schick und Ernst-Walter Görisch sowie durch die rheinhessische Weinkönigin Laura Lahm.

Mainzer Singer-Songwriter Sinu. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Mainzer Singer-Songwriter Sinu. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Im Anschluss wurde mit über 2.400 Gästen die Wormser Kulturnacht gefeiert: Rheinhessen Marketing und das Projektbüro luden zur „Rheinhessen Youngster Musiknacht“. Drei junge Bands aus der Region präsentierten auf verschiedenen Bühnen im „DAS WORMSER“ ihr vielfältiges Repertoire. Der Mainzer Singer-Songwriter Sinu stimmte leise Töne unter dem Schatten der großen Buche auf dem Vorplatz des Kulturzentrums an, während die Band Lilli Rubin aus Bingen die Dachterrasse rockte. Ganz entspannt ging es bei „Get it!“, dem jungen Jazz-Ensemble aus Worms zu, das instrumental und ohne Verstärker den Abend ausklingen ließ.

„Die Rheinhessen Youngster Musiknacht ist unser Beitrag für die 11. Wormser Kulturnacht, mit dem wir uns gleichzeitig bedanken möchten für die Gastfreundschaft und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Stadt Worms und der Region Rheinhessen bei der Ausrichtung unseres 201. Geburtstages“, so Peter E. Eckes.

Wo im kommenden Jahr am 8. Juli der 202. Geburtstag gefeiert wird, steht noch nicht fest, aber dass er gefeiert wird, darin sind sich alle Verantwortlichen einig.

Rheinhessen digital: Auf einen Blick, mit einem Klick!
www.rheinhessen-2016.de
www.shop-rheinhessen.de
www.youtube.com (Kanal „Rheinhessen 2016“ über Kanal-/Videosuche)

OPEN-AIR-KINO IM STÄDEL GARTEN: AUF DEN SPUREN DER FOTOGRAFIE UND IM ZEICHEN DER FREUNDSCHAFT

Sommerkino im Städel Garten Foto: Städel Museum
Sommerkino im Städel Garten
Foto: Städel Museum

Das populäre Sommerkino im Städel Garten geht in die nächste Runde: Vom 12. bis 15. Juli 2017 bietet das grüne Dach des Städel Erweiterungsbaus die atmosphärische Freiluft-Kulisse für ein besonderes Filmprogramm. Passend zur parallel laufenden Sonderausstellung „Fotografien werden Bilder.  Eintritt: frei

Die Becher-Klasse“ (noch bis 13. August 2017) werden an den ersten drei Abenden Filme rund um das Thema Fotografie gezeigt. Bei freiem Eintritt werden nach Anbruch der Dunkelheit der Fotografie-Klassiker Blow-Up (1966) von Michelangelo Antonioni, Wim Winders Palermo Shooting (2008) sowie Christopher Nolans Memento (2000) zu sehen sein. Zur Einstimmung auf die große Städel Herbstausstellung „Matisse – Bonnard. ‚Es lebe die Malerei!‘“ stehen die Filme am Samstag, 15. Juli, ganz im Zeichen der Freundschaft. Bereits um 15.00 Uhr findet die Vorführung für junge Besucher im Metzler-Saal statt: Gezeigt wird dort der Film Pünktchen und Anton (1998). Welcher Film am Samstagabend läuft, kann das Publikum selbst entscheiden: Zur Auswahl stehen Adam Elliots Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? (2009), Jean Beckers Das Labyrinth der Wörter (2010) und Ziemlich beste Freunde (2011) von Olivier Nakache und Eric Toledano. Abgestimmt werden kann bis einschließlich 9. Juli per Stimmzettel vor Ort im Museum oder auf der Facebook-Seite des Städel (https://www.facebook.com/staedelmuseum).

Der Eintritt zum Sommerkino im Städel Garten ist an allen Tagen frei. Einlass ist ab 19.00 Uhr, der Film beginnt jeweils bei Anbruch der Dunkelheit. Es wird darum gebeten, eigene Decken und Sitzgelegenheiten (keine Stühle) mitzubringen und auf die Mitnahme von großen Taschen und Rucksäcken zu verzichten. Für kalte Getränke sowie herzhafte und süße Speisen vor und während der Filmvorstellungen ist gesorgt. Schon vor Filmbeginn sorgt DJ Biffy (Discocaine) für sommerlich entspannte Stimmung. Bei schlechtem Wetter finden die Vorführungen im Metzler- Saal des Städel Museums statt.

PROGRAMM

Mittwoch, 12. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit BLOW-UP
UK 1966, Regie: Michelangelo Antonioni, 107 Minuten, deutsche Fassung, FSK 16
Das Leben des Londoner Fotografen Thomas (David Hemmings) spielt sich zwischen Modeshootings, Partys, Drogen und schnellem Sex ab und langweilt ihn zusehends. Auf einem Streifzug durch die Stadt fotografiert er heimlich ein sich streitendes Liebespaar im Park. Auf den Vergrößerungen der Fotos glaubt er später Indizien dafür entdecken zu können, dass vor seinen Augen ein Mord geschah. Doch stimmt das tatsächlich? Michelangelo Antonionis Studie der sich immer weiter steigernden Paranoia von Thomas ist ein stilvolles Porträt der „Mod“-Generation im London der Swinging Sixties.

Donnerstag, 13. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit PALERMO SHOOTING
D/IT 2008, Regie: Wim Wenders, 104 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Wim Wenders begleitet in diesem Psychodrama den erfolgreichen Fotografen Finn (Campino von den „Toten Hosen“), der sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere befindet und ein ausschweifendes Leben führt. Nachdem Finn eines Nachts nur knapp dem Tod entkommen ist, reist er gemeinsam mit seinem Team für ein Fotoshooting nach Palermo. Als die Aufnahmen abgeschlossen sind, schickt Finn seine Mitarbeiter wieder nach Hause und bleibt allein auf Sizilien zurück. Während zielloser Wanderungen durch die Stadt macht er nicht nur die Bekanntschaft der Restauratorin Flavia (Giovanna Mezzogiorno), sondern trifft auch auf den Tod – beide geben ihm eine neue Perspektive auf das Leben.

Freitag, 14. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit MEMENTO USA 2000, Regie: Christopher Nolan, 108 Minuten, deutsche Fassung, FSK 16
Nach einem Überfall durch zwei Einbrecher, bei dem seine Frau vergewaltigt und ermordet und er selbst verletzt wurde, leidet der Versicherungsagent Leonard (Guy Pearce) an anterograder Amnesie, wodurch er keine neuen Erinnerungen mehr speichern kann. Seitdem behilft er sich mit Polaroid- Fotos und Notizen, die er sich auf seinen Körper tätowieren lässt. Trotz des Verlusts seines Kurzzeitgedächtnisses ist Leonard fest entschlossen, den Tod seiner Frau zu rächen – selbst angesichts der Tatsache, dass er auch einen geglückten Rachefeldzug gegen ihren Mörder wieder vergessen wird. Der komplex komponierte Film wird in zwei Handlungssträngen erzählt, von denen der eine in chronologischer und der andere in entgegengesetzt chronologischer Reihenfolge verläuft.

Samstag, 15. Juli, Einlass 14.00 Uhr, Filmbeginn 15.00 Uhr, Metzler-Saal PÜNKTCHEN UND ANTON
D 1998, Regie: Caroline Link, 105 Minuten, deutsche Fassung, FSK 0
Die zehnjährige Pünktchen (Elea Geissler) und der elfjährige Anton (Max Felder) sind beste Freunde. Anton stammt aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitet jeden Abend in einer kleinen Eisdiele, um
seine kranke Mutter (Meret Becker) zu versorgen. Pünktchen möchte ihrem Freund helfen, doch obwohl ihre Eltern (Juliane Köhler und August Zirner) sehr reich sind, haben sie für ihre Tochter weder Zeit noch Geld übrig. Dank ihres Einfallsreichtums findet das Mädchen trotzdem eine Möglichkeit, um heimlich Geld für Anton aufzutreiben: Während ihre Eltern in der Oper sind, singt Pünktchen in der Münchner Innenstadt. Die Lieder hat sie von ihrem französischen Au-Pair Laurence (Sylvie Testud) gelernt, dessen Freund Carlos (Benno Fürmann) jedoch nicht ganz ungefährlich ist. Zum Glück ist Anton zur Stelle, als es brenzlig wird.
Samstag, 15. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der  Dunkelheit

PUBLIKUMSFILM

Zur Abstimmung stehen:
„MARY & MAX – ODER: SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET?“ (2009), „DAS LABYRINTH DER WÖRTER“ (2010) und „ZIEMLICH BESTE FREUNDE“ (2011)
MARY & MAX – ODER: SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET?
AUS 2009, Regie: Adam Elliot, 93 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Mary Daisy Dinkle ist ein einsames und unscheinbares, achtjähriges Mädchen, das Mitte der 1970er Jahre in einem Vorort von Melbourne in Australien lebt. Ihre Mutter ist eine kleptomanische Alkoholikerin, ihr Vater arbeitet in einer Teebeutelfabrik und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit der Präparierung toter Vögel. Um zu erfahren, wie in Amerika Babys geboren werden, wählt Mary einen zufälligen Namen aus dem Telefonbuch von Manhattan – Max Jerry Horowitz – und schickt dieser Person einen Brief. Max ist 44 Jahre alt, übergewichtig und hat das Asperger-Syndrom, wodurch es ihm schwerfällt, mit anderen Menschen zu interagieren. Mit seiner Antwort auf Marys Brief beginnt eine 20 Jahre andauernde Korrespondenz, unterbrochen vom Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik und einigen Missverständnissen. Doch werden sich die beiden ungewöhnlichen Brieffreunde jemals persönlich treffen?

DAS LABYRINTH DER WÖRTER
F 2010, Regie: Jean Becker, 78 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Es ist die Geschichte zweier ungleicher Menschen, die sich über Literatur annähern: In einem Park setzt sich Germain (Gérard Depardieu) zufällig neben Margueritte (Gisèle Cadadesus). Germain ist um die 50 und praktisch Analphabet, Margueritte eine zierliche, ältere Dame und leidenschaftliche Leserin. Dieses Zusammentreffen ist das erste von zahlreichen weiteren, bei denen Magueritte Germain Passagen aus Romanen vorliest und ihn so in die Welt der Bücher einführt, zu der er glaubte, keinen Zugang zu haben. Als Margueritte ihm eröffnet, dass sie allmählich ihr Augenlicht verliert, bewegt ihn dieser Umstand dazu, für sie Lesen bzw. Vorlesen zu üben. Ihre besondere Freundschaft lässt Germain schließlich sogar zum „Entführer“ werden.

ZIEMLICH BESTE FREUNDE
F 2011, Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano, 108 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Philippe (François Cluzet) ist reich, adlig, gebildet und hat eine Heerschar von Hausangestellten.
Doch ohne Hilfe geht in seinem Leben nichts, denn er ist vom Hals an abwärts gelähmt. Ein junger Mann namens Driss (Omar Sy), der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und plötzlich in Philippes geordnetem Leben auftaucht, bringt dieses gehörig durcheinander. Eigentlich will Driss nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird.

SOMMERKINO IM STÄDEL GARTEN
Mittwoch, 12. Juli, bis Samstag, 15. Juli 2017
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Zeit: Mittwoch, 12. Juli, bis Samstag, 15. Juli, Einlass für die Abendvorführungen jeweils 19.00 Uhr,

Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Eintritt: frei

Deutscher PEN kritisiert das verabschiedete Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) – Macht von Facebook, Twitter & Co. in bedenklicher Weise gestärkt

Das PEN-Zentrum Deutschland lehnt das im Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) geregelte Verfahren ab, wodurch die Entscheidung über die Strafrechtsrelevanz und damit über die Löschung von Einträgen an Facebook, Twitter und andere Internetplattformen ausgegliedert wird. Damit weitet das NetzDG nicht nur die Kompetenzen von an privaten Interessen orientierten Unternehmen aus, deren eigene Compliance-Regeln, wie etwa im Fall von Facebook, ohnehin in der Kritik stehen. Das NetzDG sieht darüber hinaus keinerlei Regelung für zu Unrecht gelöschte Beiträge vor. Hierfür steht den Betroffenen nur der wenig Aussicht auf Erfolg versprechende Klageweg gegen die Internetgiganten offen.

Für den deutschen PEN steht außer Frage, dass es für strafrechtlich relevante Hasskommentare oder Gewaltaufrufe keinen Raum im Internet geben darf. Solche Äußerungen sind nicht zuletzt gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, da sie das Ziel verfolgen, Andersdenkende mundtot zu machen. Die Entscheidung über Straftatbestände obliegt indes unserer Justiz, während der Aufbau privater Zensurstrukturen die Meinungsfreiheit – ein zentrales Anliegen des PEN – ebenfalls grundsätzlich gefährdet.

Deutscher PEN schreibt Lyrikpreis aus

buchkultur-2Das PEN-Zentrum Deutschland schreibt den Kurt Sigel-Lyrikpreis 2018 aus. Er wird an eine/n Lyriker/in für Gedichte von hoher ästhetischer Qualität verliehen und ist mit € 4.000 dotiert. Stifter des Preises ist der Frankfurter Schriftsteller Kurt Sigel, der sich als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden sowie von Büchern in hessischer Mundart, die er teilweise mit eigenen Zeichnungen und Cartoons illustrierte, einen Namen gemacht hat. Kurt Sigel ist seit 1974 Mitglied im deutschen PEN.

Einsendeschluss für den Kurt Sigel-Lyrikpreis 2018 ist der 1. Oktober 2017. Die Ausschreibungsbedingungen finden sich auf der Homepage des PEN unter www.pen-deutschland.de. Hierzu gehört als Voraussetzung, einen eigenständigen Gedichtband in einem Verlag veröffentlicht zu haben, der von den Autoren keine Kostenzuschüsse verlangt.

Der Kurt Sigel-Lyrikpreis wurde 2016 im Rahmen der PEN-Jahrestagung in Bamberg erstmals an den Lyriker Daniel Falb verliehen. Er wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Ausschreibungs-Infos

PEN-Zentrum Deutschland e.V.,
Kasinostr. 3,
64293 Darmstadt

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