Kategorie-Archiv: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Wälder. Von der Romantik in die Zukunft – ab 16.03.2024 im Deutschen Romantik-Museum, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt sowie im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg

Drei Museen im Rhein-Main-Gebiet nehmen sich vom 16. März bis 11. August 2024 in der Sonderausstellung „Wälder. Von der Romantik in die Zukunft“ gemeinsam der Wälder an: Das Deutsche Romantik-Museum, das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt und das Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg kooperieren in einem großen mehrteiligen Ausstellungsprojekt. Die transdisziplinäre Ausstellung verknüpft wissenschaftliche, ökologische und ästhetische Zugänge von damals und heute. Mit Exponaten aus den Künsten, der Kultur- und Forstgeschichte sowie den Naturwissenschaften spannt die Schau den Bogen von der Epoche der Romantik über die Gegenwart bis in die Zukunft. Vor dem Hintergrund von Klima- und Biodiversitätskrisen bringt die Ausstellung am Beispiel des hochromantischen Themas „Wald“ frühe Ansätze zur Entwicklung anderer Naturverhältnisse in einen Dialog mit aktuellen Fragestellungen.

Die Ausstellung ist in 13 Themeninseln organisiert, die sich über alle drei Museen verteilen. Das neue Verständnis der Natur in der Romantik mit seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart steht im Fokus der Ausstellung im Deutschen Romantik-Museum. Im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt erwarten Sie aktuelle Perspektiven der Naturwissenschaften im Spiegel ihrer gesellschaftlichen Relevanz im Austausch mit künstlerischen Forschungen. Das Museum Sinclair-Haus stellt die Künste beider Epochen in den Mittelpunkt und erkundet, wie Mensch-WaldVerbindungen im Möglichkeitsraum der Kunst imaginiert werden. Weitere Informationen unter waelder-ausstellung.de sowie auf den Webseiten der drei Museen.

Deutsches Romantik-Museum Ökologisches Denken und Naturethik

Im Deutschen Romantik-Museum können sich die Gäste auf eine facettenreiche Reise durch die Kultur- und Wissensgeschichte der Wälder von der Romantik bis in die Gegenwart begeben. Welches Naturverständnis die romantischen Künstler und Schriftstellerinnen, Wissenschaftler und Komponistinnen um 1800 in ihren Wald-Arbeiten entwarfen und wie aktuell dieses ist, steht im Zentrum des ersten Kapitels „Der ganze Wald“. In einem dichten Gefüge aus Bildern und Noten, Texten und Dingen, bewegter Schrift und Musik kann der romantische Wald hier mit Augen und Ohren erfahren werden. Diesen Imaginationen stellt die Ausstellung den realen Zustand der Wälder um 1800 zur Seite. Das zweite Kapitel „Waldumbau“ erzählt von ihrem schlechten Zustand in dieser Zeit, und macht nachvollziehbar, dass die Wälder, durch die wir heute streifen, ein Produkt forstwirtschaftlicher Praktiken sind, die damals entwickelt wurden. Den nicht menschlichen, den „(tierlichen) Waldumbau“ behandelt das dritte Kapitel. Es betrachtet und belauscht den Borkenkäfer und seine Verwandten, die sich, wenn wir die Perspektive verändern, als Lehrmeister für den dringend gebotenen Umbau zu einem klimaresilienten Mischwald verstehen lassen. Das vierte Kapitel erkundet den „Wald von Nahem“. Es führt in den faszinierenden Mikrokosmos der Moose, Pilze und Flechten und in den unsichtbaren Unterwald. Die Nahsicht lässt die Komplexität von Ökosystemen erahnen. Das fünfte Kapitel der Ausstellung fragt, ob nicht nur Menschen, sondern auch Wälder Rechte haben. Rechte der Natur sind seit einigen Jahren in verschiedenen Verfassungen verankert worden. Ob ihre Anerkennung, die mit einer Pflicht zur Fürsorge für die Natur verbunden ist, einen Weg aus der Not der Wälder weist?

Mit künstlerischen Arbeiten u. a. von Rodrigo Arteaga, Nicholas Bussmann, Flechten, Anne Duk Hee Jordan, Markus Maeder, Antje Majewski, David Monacchi, Chris Shafe, Marieken Verheyen.

Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt Wissen über den Wald

Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt lädt zu einem außergewöhnlichen Waldspaziergang ein: Eine Wanderkarte leitet durch die Kapitel „Wälderwissen“, „Das ,Wir‘ und die Wälder“, „Leben und Sterben der Wälder“ sowie „Wälder modellieren“, die in der ersten und zweiten Etage des Museums – eingebettet in die Dauerausstellung – zu entdecken sind. Der Weg führt unter anderem zu einer indigenen Universität des Waldwissens im Amazonasgebiet, einem Protestcamp zum Waldsterben bis hin zu einem Kameraflug von den Wurzeln in die Wipfel eines virtuellen Urwalds. Erstaunliche wissenschaftliche Ergebnisse aus der Senckenberg-Forschung und zahlreiche Präparate von Waldbewohnern werden spannungsreich ergänzt durch Positionen des dänischen Künstlers Jakob Kudsk Steensen und der Schweizer Künstlerin Ursula Biemann, die in eine eindrucksvolle Bilderwelt ihrer eigenen Erforschung der Wälder einladen. Die Dresden Frankfurt Dance Company unter Leitung des Choreographen Ioannis Mandafounis setzt das Thema tänzerisch-performativ um. Die Performance lädt an zehn Mittwochabenden Besuchende dazu ein, sich gemeinsam auf eine Reise durch den Wald zu machen und sich darin zu verlaufen. Eindrückliches dokumentarisches Material zum Joseph Beuys Projekt „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ – das als erstes ökologisches Kunstwerk der Welt gilt und schon damals einen aktivistischen Ansatz hatte – sowie Plakate, historische Unterlagen und gesellschaftliche Zeitzeugnisse zum Lebenskreislauf von Wäldern eröffnen weitere Perspektiven. Wie ein zukünftiger Wald in 50 bis 100 Jahren aussehen könnte, veranschaulichen wissenschaftliche Modellierungen von Senckenberg-Forschenden.

Mit künstlerischen Arbeiten von Ursula Biemann, Dresden Frankfurt Dance Company unter Leitung des Choreographen Ioannis Mandafounis, Joseph Beuys Estate, Elisabeth Schultz, Jakob Kudsk Steensen.

Museum Sinclair-Haus Wälder der Künste

Im Museum Sinclair-Haus gehen die Besucherinnen und Besucher auf eine sinnliche Wald-Erkundungsreise: Die drei Ausstellungskapitel öffnen den Blick für neue Sichtweisen auf Natur in den Künsten der Romantik und der Gegenwart. Im Kapitel „In die Wälder!“ spricht das Zusammenspiel von Texten aus der Romantik und zeitgenössischen Kunstwerken wie bei einem Waldbesuch unterschiedliche Sinne an. Die Arbeit „One Tree ID“ von Agnes Meyer-Brandis etwa basiert auf der Tatsache, dass Pflanzen „Volatile Organic Compounds“ (VOCs) emittieren und damit kommunizieren. „One Tree ID“ verdichtet die DuftIdentität eines bestimmten Baumes zu einem komplexen Parfüm, das Besuchende benutzen können, um als Mensch möglicherweise an der Pflanzenkommunikation teilhaben zu können. Das zweite Kapitel „Erdlebenbilder“ (dieser romantische Begriff sollte klarstellen, dass es der Landschaftsmalerei der Zeit um mehr ging als Natur darzustellen) zeigt Waldbilder in den Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie, Musik und Datenvisualisierung. Sie erzählen davon, wie faszinierend Wälder auf Menschen wirken, wie (bild-)gewaltig und zugleich zerbrechlich diese vielschichtigen Ökosysteme sind. Das dritte und letzte Ausstellungskapitel „Waldangst – Waldlust“ lockt in den Wald als Ort des Schauderns. Das Kapitel hat zwei Teile: Im ersten führen Märchen, Bilder und Objekte aus der Kunst und Populärkultur auf die Spuren menschlicher Urängste. Der zweite Teil dieses Kapitels dreht den Blick um: Hier steht die Sorge um die Zukunft der Wälder im Mittelpunkt – und die Frage, was trösten und Hoffnung schenken kann. Was können wir von der Romantik für unsere heutigen Beziehungen zu Wäldern lernen?

Mit künstlerischen Arbeiten u. a. von Yann Arthus-Bertrand, Julius von Bismarck, Carl Blechen, August Cappelen, Ellie Davies, Heinrich Dreber, Jasper Goodall, Wilhelm Klein, Carl Friedrich Lessing, Agnes MeyerBrandis, Beth Moon, Loredana Nemes, Mariele Neudecker, Katina Vasileva Peeva, Friedrich Preller, Sophie Reuter, Abel Rodríguez, Johann Wilhelm Schirmer, Rasa Smite & Raitis Smits, Thomas Struth, Thomas Wrede, Zheng Bo.

Wissenschaftsnetzwerk Frankfurt Alliance gegründet

Frankfurt Alliance – nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Kaisersaal. Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe Universität (mit Urkunde): „Die heutige Unterzeichnung des Memorandum of Understanding ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer noch engeren Vernetzung unserer Wissenschaftsinstitutionen in Frankfurt. Gemeinsam verfügen wir über ein einzigartiges Potenzial, die wichtigen Zukunftsfragen zu bearbeiten und in einen produktiven Austausch mit der Öffentlichkeit zu treten.Foto: Peter Kiefer/Goethe-Universität Frankfurt.
Frankfurt Alliance – nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Kaisersaal. Prof. Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe Universität (mit Urkunde): „Die heutige Unterzeichnung des Memorandum of Understanding ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer noch engeren Vernetzung unserer Wissenschaftsinstitutionen in Frankfurt. Gemeinsam verfügen wir über ein einzigartiges Potenzial, die wichtigen Zukunftsfragen zu bearbeiten und in einen produktiven Austausch mit der Öffentlichkeit zu treten.Foto: Peter Kiefer/Goethe-Universität Frankfurt.

16 Institutionen aus dem Großraum Frankfurt/Rhein-Main haben sich heute im Römer zu einem neuen Wissenschaftsnetzwerk zusammengeschlossen. Die künftige Zusammenarbeit in der Frankfurt Alliance wurde mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding besiegelt.

FRANKFURT. Die Wissenschaftsregion Frankfurt/Rhein-Main zeichnet sich durch eine hohe Dichte von Forschungseinrichtungen aus, die aufgrund gemeinsamer Forschungsinteressen und zahlreicher Kooperationsvereinbarungen bereits auf vielfache Weise miteinander verbunden sind. Um den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden und gemeinsam an neuen Lösungen zu arbeiten, soll die Zusammenarbeit intensiviert werden: Zu diesem Zweck haben sich nun in einem ersten Schritt 16 Institutionen zur Frankfurt Alliance zusammengetan. Dieses Bündnis umfasst Institute der vier großen Wissenschaftsorganisationen in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, sowie eine Bundeseinrichtung und die Goethe-Universität und soll durch Vernetzung und gemeinsame Rahmenbedingungen, Synergien schaffen und einer zunehmenden Segregation von Arbeitsprozessen und Forschungsthemen entgegenwirken.

Die Frankfurt Alliance bietet somit den Rahmen für gemeinsame Forschung und die Transformation der Wissenschaftsstrukturen, indem sie die Bedingungen für gemeinsame Forschung vereinfacht, bestehende Hemmnisse in den jeweiligen Administrationen durch übergreifende Regelungen abbaut, gemeinsame Strukturen und Infrastrukturen etabliert und gegenüber der Politik mit Nachdruck für die Interessen der exzellenten Frankfurter Wissenschaftler auftritt. Darüber hinaus sollen gemeinsame Aktivitäten eine engere Verflechtung der Institutionen fördern. Die Vision ist es, die Region Frankfurt/Rhein-Main als einen führenden Forschungsstandort in Europa weiter auszubauen und ihre internationale Anerkennung und ihre Attraktivität für Spitzenforschung noch zu erhöhen.
An der Frankfurt Alliance sind beteiligt:

  • DIPF – Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
  • Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE
  • Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF)
  • Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN)
  • GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
  • Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP)
  • Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT)
  • Max-Planck-Institute für Biophysik (MPIBP), für empirische Ästhetik (MPIEA), für Herz- und Lungenforschung (MPIHL), für Hirnforschung (MPIBR) und für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie (MPILHLT)
  • Ernst Strüngmann Institut (ESI)
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung – Standort Frankfurt (DKTK)
  • Goethe-Universität Frankfurt

Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: „Wissenschaft und Forschung sind essentiell, um die Transformationsprozesse unserer Zeit zu meistern und gleichzeitig unsere Demokratie zu sichern. Dies gelingt umso besser, wenn die Kräfte vereint werden. Die Frankfurt Alliance wird die hervorragende Forschungs- und Transferarbeit in Frankfurt und der Rhein-Main-Region noch wirkungsvoller und sichtbarer machen – von der Internationalisierung über die Forschungsinfrastrukturen bis zur Personalgewinnung. Letzteres ist gerade angesichts des zunehmenden Wettbewerbs um die besten Köpfe in der Wissenschaft ein wichtiger Schritt. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur unterstützt die Frankfurt Alliance deshalb in diesem und im kommenden Jahr insgesamt mit mehr als einer halben Million Euro.“

Die erste gemeinsame öffentliche Veranstaltung der Frankfurt Alliance wird am 28. September ein Wissenschaftsfestival in der Frankfurter Innenstadt sein: Dann werden sich die beteiligten Institutionen auf dem Roßmarkt der Öffentlichkeit präsentieren.

Ein Wildtier kehrt zurück: Die Kontroverse Wolf – Vortrag mit Dr. Carsten Nowak und Axel Gomille am 25.1.2024 im Senckenberg Naturmuseum

Luigi der Mainzer Wolf (Naturhistorisches Museum  Mainz). © Foto: Diether von Goddenthow
Luigi der Mainzer Wolf (Naturhistorisches Museum Mainz). © Foto: Diether von Goddenthow

Ein Wildtier kehrt zurück: Die Kontroverse Wolf
Abendvortrag des Fördervereins Senckenberg am 25. Januar mit Dr. Carsten Nowak und Axel Gomille

Frankfurt, 18.01.2024. Im Frühjahr 2000 wurden im Nordosten von Sachsen zum ersten Mal – seit der Ausrottung des Wolfes durch den Menschen um 1850 – in Deutschland wieder wildlebende Wolfswelpen geboren. Inzwischen leben in fast allen Bundesländern Wölfe. Auch in Hessen wurde das Wildtier etwa im Taunus, im Spessart und dem Vogelsberg nachgewiesen. Der Förderverein Senckenberg lädt am Donnerstag, den 25. Januar zum Abendvortrag „Ein Wildtier kehrt zurück: Die Kontroverse Wolf“ mit Dr. Carsten Nowak, Leiter der Wildtiergenetik am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, sowie Zoologe, Filmemacher, Buchautor und Tierfotograf Axel Gomille ein.

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland gilt den einen als großer Erfolg für den Naturschutz und als wichtiger Bestandteil der heimischen Biodiversität. Bei anderen führt die Ausbreitung der Wildtiere zu Skepsis und Unmut. Ängste und alte Ressentiments, wie auch Rufe nach einer Aufweichung des Artenschutzes nehmen zu. Erst kürzlich einigten sich die Umweltminister*innen der Länder auf einen schnelleren und einfacheren Abschuss von Wölfen nach Nutztierübergriffen.

Referent Dr. Carsten Nowak, Leiter der Wildtiergenetik am Senckenberg-Standort in Gelnhausen, ist verantwortlich für die genetische Untersuchung von Wolfsproben aus ganz Deutschland. Zoologe Axel Gomille hat sich als Filmemacher, Buchautor und Tierfotograf einen Namen gemacht. Sein jüngstes Buch erschien 2022 unter dem Titel „Deutschlands wilder Osten – Im Land von Kranich, Wolf und Adler“.

Ist ein konfliktarmes Zusammenleben mit den Raubtieren möglich? Welche Rolle nimmt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in der „Wolf-Frage“ ein? Und wie könnten Lösungen für die Zukunft aussehen? Die beiden Vortragenden ordnen während der Abendveranstaltung die aktuellen Debatten rund um das Thema „Wolf“ in Deutschland ein und beleuchten die – teilweise hitzig geführte – öffentliche Diskussion aus wissenschaftlicher und journalistischer Sicht.

Veranstaltung: Ein Wildtier kehrt zurück: Die Kontroverse Wolf
Datum: Donnerstag, 25. Januar 2024, 19:00 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Arthur von Weinberg-Haus (Grüner Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt)

Der Förderverein Senckenberg bittet um Anmeldung unter info@foerderverein.senckenberg.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Mehr Informationen unter: https://www.senckenberg-foerderverein.de/veranstaltungen-1/

Die Kraft der Bilder Der Anthropologe Philippe Descola stellt sein Buch „Die Formen des Sichtbaren“ bei Senckenberg vor

die-formen-des-sichtbaren_9783518587997_cover-250Frankfurt am Main, 13.10.2023. Eine Yupik-Maske aus Alaska, eine Malerei der Aborigines, eine Miniaturlandschaft aus der Song-Dynastie, ein holländisches Interieurgemälde aus dem 17. Jahrhundert: Was ein Bild zeigt oder gerade nicht zeigt, enthüllt ein bestimmtes figuratives Schema, das durch die formalen Mittel und durch die Anordnung, mit der es seine Wirkungskraft entfaltet, gekennzeichnet ist. Der bedeutende französische Anthropologe Philippe Descola stellt am 21. Oktober sein Buch „Die Formen des Sichtbaren – eine Anthropologie der Bilder“ in einer Diskussion mit Peter Geimer, Leiter des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris, im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt vor.

Bilder ermöglichen uns einen Zugang zu dem, was unterschiedliche menschliche Lebensformen ausmacht. Gestützt auf einen globalen und historisch weit ausgreifenden Vergleich von Werken einer atemberaubenden Vielfalt, entwickelt Philippe Descola in seinem Buch Buch „Die Formen des Sichtbaren – eine Anthropologie der Bilder“ die Grundlagen für eine Anthropologie der menschlichen Bildkunst.

Die bildliche Darstellung ist laut Descola nicht allein der Fantasie derer überlassen, die die Bilder erschaffen. Wir stellen nur dar, was wir wahrnehmen, oder uns vorstellen, und wir stellen uns nur vor und nehmen nur wahr, was uns die Gewohnheit zu unterscheiden gelehrt hat. Der visuelle Pfad, den wir bei der Abbildung der Welt einschlagen, hängt für Descola daher davon ab, welcher der vier Regionen des von ihm entdeckten ontologischen Archipels wir angehören: Animismus, Naturalismus, Totemismus oder Analogismus. Jeder von ihnen entspricht eine bestimmte Art, die Welt zu begreifen, ihre Kontinuitäten und Diskontinuitäten wahrzunehmen.

Philippe Descola, geboren 1949, ist emeritierter Professor für Anthropologie am Collège de France, Directeur d’Études an der École des Hautes Études en Sciences Sociales EHESS und gilt als einer der bedeutendsten französischen Anthropologen der Gegenwart. In seinen Forschungen entwickelt er eine vergleichende Anthropologie, die sowohl die Humanwissenschaften als auch die Reflexion über die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit revolutioniert hat. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit der Goldmedaille des Centre national de la recherche scientifique (CNRS), der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung Frankreichs. Sein Buch „Die Formen des Sichtbaren. Eine Anthropologie der Bilder“ gewann 2021 den Prix Fondation Martine Aublet.

Lesung: Philippe Descola „Die Formen des Sichtbaren“
Datum: Samstag, 21. Oktober 2023, 19.30 Uhr
Ort: Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt

Durch den Abend führt Peter Geimer, Leiter des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris.
Begrüßung: Brigitte Franzen, Direktorin des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt. Übersetzung ins Deutsche: Marianne Crux

Ticktes unter https://sgn.one/descola (15 Euro / Ermäßigt 10 Euro)

Am Abend ist ein Büchertisch vorhanden.

Eine Veranstaltung des Institut français Deutschland in Kooperation mit dem Senckenberg Naturmuseum und mit dem IFRA-SHS / Institut français Frankfurt.

„Stadtinsekten – Frankfurts kleine Helfer“ Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum vom 29. 09. 2023 bis 01. 12. 2024

Das Modell einer Hainschwebfliege ist der Blickfang in der Sonderausstellung Stadt-Insekten - Frankfurts kleine Helfer"  vom 29. September 2023 bis 1. Dezember 2024 im Senckenberg Naturmuseum. © Foto Diether von Goddenthow
Das Modell einer Hainschwebfliege ist der Blickfang in der Sonderausstellung Stadt-Insekten – Frankfurts kleine Helfer“ vom 29. September 2023 bis 1. Dezember 2024 im Senckenberg Naturmuseum. © Foto Diether von Goddenthow

„Man könnte ja auch sagen, die Insekten nerven. Was wir beim ‚Manchmal-Nerven‘ gerne vergessen, ist, dass sie eigentlich ständig für uns da sind, und wir ständig auf sie angewiesen sind“, eröffnet Prof. Dr. Andreas Mulch, Leiter des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt, gemeinsam mit Senckenberg-Direktorin Dr. Brigitte Franzen sowie ISOE-Leiterin Dr. Marion Mehring und Ausstellungskurator Maximilian Bugert den Presse-Rundgang durch die neue Sonderausstellung „Stadtinsekten – Frankfurts kleine Helfer“ vom 29.09.2023 bis 01.12.2024.

Die in die drei Bereiche „Gefahren und Chancen für Stadtinsekten“, „Kleine Helfer“ und „Erforschung der Stadtinsekten“ gegliederte Ausstellung lädt dazu ein, die faszinierenden kleinen Lebewesen und ihre oftmals dem städtischen Umfeld angepassten Lebensweisen  in Frankfurt kennenzulernen und (wert-)schätzen zu lernen.  Zudem sind die Bürger von jung bis alt dazu eingeladen, diese kleinen  Wesen gemeinsam  mit  Wissenschaftlern  im Rahmen des Projektes „SLInBio“ zu erforschen . Denn die Ausstellung ist zugleich  Teil des großen interdisziplinären Forschungsprojektes „SLInBio – Städtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversität: Libellen, Heuschrecken, Hummeln und Co“ unter Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE). Beteiligt an diesem deutschlandweit einmaligen Projektverbund sind neben  ISOE und dem Senckenberg  Forschungsinstitut und Naturmuseum  auch die Goethe-Universität, NABU Frankfurt am Main e.V., BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität e.V., Palmengarten der Stadt Frankfurt sowie  Grünflächenamt und Umweltamt der Stadt Frankfurt.

Dr. Brigitte Franzen, Direktorin des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt, Dr. Marion Mehring, Leiterin des Forschungsfelds Biodiversität und Gesellschaft am ISOE, Prof. Dr. Andreas Mulch, Leiter des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt und Mitglied des Senckenberg-Direktoriums und Kurator Maximilian Bugert stellen im Raum der Vielfalt im Senckenberg-Naturmuseum die neue Ausstellung „Stadt-Insekten“ vor. © Foto Diether von Goddenthow
Dr. Brigitte Franzen, Direktorin des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt, Dr. Marion Mehring, Leiterin des Forschungsfelds Biodiversität und Gesellschaft am ISOE, Prof. Dr. Andreas Mulch, Leiter des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt und Mitglied des Senckenberg-Direktoriums und Kurator Maximilian Bugert stellen im Raum der Vielfalt im Senckenberg-Naturmuseum die neue Ausstellung „Stadt-Insekten“ vor. © Foto Diether von Goddenthow

„In Frankfurt und Umgebung kommen erstaunlich viele Insekten vor und sie erfüllen Aufgaben, die auch für uns Menschen nützlich sind. Die Insekten übernehmen wichtige Funktionen, denn sie sind Bestäuber, Aasbeseitiger und natürliche Schädlingsbekämpfer und vieles mehr. Für eine intakte Natur und damit auch für den Menschen sind sie unersetzlich“. erläutert Dr. Brigitte Franzen, Direktorin des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt.: „Wir möchten mit der Ausstellung ein Gefühl der Wertschätzung für diese kleinen Helfer und ihre Leistungen wecken, die zu oft unbeachtet bleiben.“

Die Ausstellung zeigt, dass in Städten wie in Frankfurt ganz unterschiedliche Insektengruppen auf engem Raum ein Mosaik aus ganz verschiedenen Lebensräumen bilden können. Diese Habitatstrukturen mitsamt ihrer Bewohner werden beispielhaft vorgestellt: Brachflächen, ursprüngliche Waldstücke, wie der Frankfurter Biegwald, städtische Parks und botanische Gärten, Streuobstwiesen, private Gärten aber auch die Innenstadt bieten unterschiedlichsten Insekten einen Lebensraum. „Um einen Überblick über die hier lebenden Insekten zu bekommen, waren die Ergebnisse des Projekts „Biotopkartierung“, das im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Frankfurt am Main durch das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt erfolgt ungeheuer hilfreich,“ sagt Kurator der Ausstellung Maximilian Bugert und erläutert weiter: „Seit 1985 wurden hier Wildnisflächen in der Mainmetropole untersucht. Viele der dabei gefundenen Arten, zeigt das Senckenberg Naturmuseum  in seiner Schau.

Neues Insekten-Leben auf Brachflächen

Hat sich rasch in unwirtlichen Brachflächen Frankfurts angesiedelt: Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens): wunderschön, wenn sie ihre hellblauen Flügel öffnet. © Foto Diether von Goddenthow
Hat sich rasch in unwirtlichen Brachflächen Frankfurts angesiedelt: Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens): wunderschön, wenn sie ihre hellblauen Flügel öffnet. © Foto Diether von Goddenthow

Dazu gehört auch die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens): wunderschön, wenn sie ihre hellblauen Flügel öffnet, aber ansonsten fast unsichtbar, da hervorragend getarnt. Die in ganz Europa unter Schutz stehende Art ist auf Frankfurts Brachflächen regelmäßig anzutreffen. Das „Chamäleon“ unter den Insekten kann die Körperfarbe in ein bis zwei Tagen der Umgebung anpassen. „Nicht genutzte Brachflächen werden in der Stadt in kurzer Zeit von der Natur erobert. Sie verändern sich aber auch schnell, so dass verschiedene Pflanzen und Insekten dort einen Lebensraum finden. Erst gibt es dort offene Böden, die zum Beispiel einen Lebensraum für erdnistende Bienen oder die Ödlandschrecke bieten, dann wachsen niedrige Stauden und Gräser bis Gehölze und Bäume hinzukommen, die dann meistens wieder gerodet werden“, erklärt Bugert.

„Alte Wildnis“, wo der Heldbock krabbelt 

"Alte Wildnis" wo der Heldbock und viele andere Insekten krabbeln. © Foto Diether von Goddenthow
„Alte Wildnis“ wo der Heldbock und viele andere Insekten krabbeln. © Foto Diether von Goddenthow

Langlebigere Lebensräume in Frankfurt sind Waldgebiete, wie der Biegwald – ein Stück „alter Wildnis“ zwischen Bockenheim und Rödelheim. Dort krabbelt beispielsweise der Heldbock (Cerambyx cerdo) auf ursprünglichen, dickstämmigen Eichen. Er gilt deshalb als „Urwaldrelikt“ und gehört – mit einer Größe von einem kleinen Finger – zu den größten Käfern Europas. Er ist vom Aussterben bedroht und gilt als streng geschützt. In der Ausstellung können Besuchende dem Heldbock helfen zu überleben, indem sie ihm „Trittsteine“ anbieten, um von einem Lebensraum zum anderen zu gelangen.

Als optisches Highlight zieht das  überproportional, im Maßstab von 40:1  erstellte Modell einer  Hainschwebfliege die Besucher beim Betreten der Ausstellung sofort unweigerlich in ihren Bann und  ins Thema „Stadt-Insekten“ hinein. Fast wie Blick durch ein Horoskop präsentiert sich die genial gestaltete Fliegenskulptur den Besuchern. Zunächst glaubt man, dass es sich bei dem „Wesen“ um eine Wespe handeln könnte. Denn  die Hainschwebfliege ähnelt mit ihrem gelb-schwarz geringelten Hinterleib ein wenig einer großen Wespe, oder gar einer kleineren Hornisse. Die sich von Nektar ernährende Hainschwebfliege verfügt jedoch, anders als die Wespen, über keinen Giftstachel. Sie ist für Menschen absolut harmlos, und ungeheuer nützlich als Bestäuber sehr vieler Pflanzen, sogar von Petersilie. Das dürfte besonders die Frankfurter freuen, da Petersilie bekanntermaßen eines der sieben benötigten Grüne-Soße-Kräuter ist. Zudem vertilgt die  Hainschwebfliege Blattläuse. Früher hätte man gesagt: Die Hainschwebfliege ist ein absoluter Nützling, was jedoch, ganzheitlich drauf geschaut, Blödsinn ist, da es keine wirklichen Schädlinge gibt. Alle Insekten sind in ihrer Gesamtheit für unser aller Ökosystem  wichtig und wert geschützt und unterstützt zu werden.

Für Wespen die Maus auf dem Teller so lecker wie ein Schnitzel

Ein wenig augenzwinkernd haben die Ausstellungsmacher hier Wespen in zwei Aktionen "serviert", einmal die Wespe als Aasfresser, die sich über einen Mäusekadaver hermacht, und zum anderen als  für Ausflugsgäste lästiger Schnitzel-Gourmet. © Foto Diether von Goddenthow
Ein wenig augenzwinkernd haben die Ausstellungsmacher hier Wespen in zwei Aktionen „serviert“, einmal die Wespe als Aasfresser, die sich über einen Mäusekadaver hermacht, und zum anderen als für Ausflugsgäste lästiger Schnitzel-Gourmet. © Foto Diether von Goddenthow

Als weiterer Eyecatcher dürfte  auch die Installation einer auf den ersten Blick  „typischen“ Gartentisch-Garnitur“  Besucher in ihren Bann ziehen. Erst auf den zweiten Blick offenbar sich, was wirklich auf den Tellern liegt:  eine tote Maus, an der sich die  Wespen genauso laben, wie an dem  Schnitzel mit grüner Soße auf dem zweiten Teller. Was viele nicht wissen: Wespen sind nicht nur Bestäuber, sondern auch Aasfresser, und  helfen, Kleintier-Kadaver (in Städten) zu beseitigen. Zudem fangen Wespen Mücken, um ihre Brut damit zu füttern. Wespen am Hause halten Mücken fern.

„Kleine Helfer“

Kleine Helfer - Steuobstwiesen. © Foto Diether von Goddenthow
Kleine Helfer – Steuobstwiesen. © Foto Diether von Goddenthow

Was Insekten noch alles für uns  leisten, wird im Ausstellungsbereich „Kleine Helfer“ besonders auch am Beispiel der Streuobstwiesen klar. Ohne Bestäuber sähe die Qualität der Apfelernte anders aus. Frankfurter Kulturgüter wie der Apfelwein oder, wie erwähnt, die Grüne Soße wären seltene, kostspielige Güter. Insgesamt neun Symbole erinnern in der Ausstellung immer wieder daran, welche Systemleistungen Insekten kostenlos für uns bereitstellen: vom Bestäuben, über das Recyceln von Materialien, als Futter für andere Tiere bis zur Erholung. Auf der Parkbank in der Ausstellung können Besuchende zum Beispiel die Schönheit und Vielfalt der sechsbeinigen Helfer ganz bewusst genießen und dabei entspannen: Über einen Beamer werden Bilder von Frankfurter Stadtinsekten projiziert. Auch eigene Fotos können dafür per E-Mail an stadtinsekten@senckenberg.de eingeschick werden; sie werden regelmäßig in der Ausstellung ergänzt.

Bei aller Vielfalt sind die Stadtinsekten aber auch einigen Gefahren ausgesetzt, sei es durch Lichtverschmutzung bei der Straßen- und Gebäudebeleuchtung oder durch mit Pestiziden belastete Baumaterialien, die ins Grundwasser gelangen. „Für die Erhaltung der Insektenvielfalt ist auch die Stadtgesellschaft gefragt“, sagt Prof. Dr. Andreas Mulch, Leiter des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt und Senckenberg-Direktoriumsmitglied und erläutert: „Das Verhalten der Menschen hat direkten Einfluss auf die Vielfalt von Libellen, Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten. Die Forschung des Projekts SLInBio soll helfen, Maßnahmen zu identifizieren, durch die die Insektenvielfalt in der Stadt gefördert werden kann. In der Ausstellung thematisieren wir die Forschung und geben erste Anregungen.“ „Um Insekten zu schützen, braucht es ein breites Bündnis und Wissen, wie wichtig Insekten für uns als Gesellschaft sind. Das loten wir im Forschungsprojekt SLInBio aus“, sagt Projektleiterin Dr. Marion Mehring vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. „Die Ausstellung ist ein zentrales Element unserer Forschungsarbeit, die nach den Auswirkungen städtischer Lebensstile auf die Insektenvielfalt fragt.“

In dem Kooperationsprojekt SLInBio wird unter anderem auch von Senckenberg-Entomologen untersucht, wie es konkret um die Insektenvielfalt in den privaten Gärten Frankfurts steht. Dazu haben sie 16 Hausgärten und Kleingartenparzellen in Frankfurt untersucht. Dort nahmen sie DNA-Proben von Insektenspuren auf Blütenköpfen, Blättern sowie aus dem Wasser um nachzuweisen, welche Insekten dort vorkommen. Die Auswertungen sind noch nicht abgeschlossen, doch die ersten Ergebnisse zeigen bereits, dass die Gärten selbst in Großstädten wie Frankfurt insektenreich sein können.

Wer mithelfen möchte, mehr über die Insektenvielfalt in Hessen herauszufinden, kann über das Projekt „Insekten Hessen“ (https://portal.insekten-hessen.de) eigene Beobachtungen mit dem Mobiltelefon dokumentieren und hochladen. Ein Zähler in der Ausstellung zeigt die aktuellen Zahlen der gemeldeten Insektenarten, der Individuen und der Personen, die mitmachen.

„Stadtinsekten – Frankfurts kleine Helfer“
29. September 2023 bis 01. Dezember 2024
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt.

Weitere Informationen  unter: museumfrankfurt.senckenberg.de

Senckenberg Naturmuseum
Senckenberganlage 25,
60325 Frankfurt am Main

Eintritt
Erwachsene (ab 18 Jahre) 12,00 €
Kinder, Schüler*innen, Jugendliche
ab 6 Jahre
4,50 €
Familie: 2 Erwachsene und
bis zu 3 Kinder von 6-17 Jahren
30,00 €

Öffnungszeiten
Mo., Di., Do., Fr. 9:00 – 17:00 Uhr
Mi. 9:00 – 20:00 Uhr
Sa., So., Feiertage 9:00 – 18:00 Uhr

Senckenberg zeigt: „Floralia: Merian – Schultz – Crespo“- Drei Frauen zwischen Kunst und Erforschung der Pflanzen

© Senckenberg Naturmuseum
© Senckenberg Naturmuseum

Vom 8. September bis 3. Dezember 2023 zeigt das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt die einzigartige Ausstellung „Floralia: Merian – Schultz – Crespo“ -Drei Frauen zwischen Kunst und Erforschung“ mit brillanten historischen Zeichnungen und Malerei von Motiven aus der Pflanzen- und Insekten-Welt.

Frankfurt am Main, 7.9.2023. Drei außergewöhnliche Frankfurterinnen, drei Epochen, eine Leidenschaft: Maria Sibylla Merian (1647–1717), Elisabeth Schultz (1817–1898) und Ulrike Crespo (1950–2019) stehen für die Beobachtung der Pflanzenwelt (Flora) und ihre Dokumentation. Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zeigt eine Auswahl ihrer eindrucksvollen Zeichnungen und Malereien sowie druckgrafischen und experimentell-fotografischen Arbeiten. Die Analyse der Flora ist ein wichtiges Gebiet der Biodiversitätsforschung. Gleichzeitig sind Pflanzendarstellungen in der Kunst ein reizvolles Motiv. In Frankfurt haben es diese drei Persönlichkeiten zur Meisterschaft der künstlerisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Bildgebung gebracht. Die Ausstellung stellt ihre Werke epochenübergreifend gegenüber und beleuchtet das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst. Die Schau wird gefördert von der Crespo Foundation.

Rot leuchten die zarten Blütenköpfe des filigran und naturgetreu gezeichneten Klatschmohns. Auf den blau-lila, an Hortensien erinnernden Blütenblättern lassen Regentropfen ganz eigene Muster und Farbmischungen entstehen. Eine Raupe erklimmt die Goldgelbe Lilie, auf deren Blättern verschiedene Insekteneier und Puppen liegen, während darüber schon der geschlüpfte Falter thront. Elisabeth Schultz, Ulrike Crespo und Maria Sibylla Merian sind die Schöpferinnen dieser außergewöhnlichen, exemplarisch herausgegriffenen Pflanzenportraits – Ulrike Crespo bezieht natürlichen Regen mit ein, in Merians Fall wird dabei sogar das Zusammenspiel der Tiere und ihrer Futterpflanze im Ökosystem dargestellt.

„Die Verbindung einer künstlerischen mit einer forschenden Tätigkeit ist das Besondere an den Werken der drei – von uns in der neuen Sonderausstellung portraitierten – Frauen. In ihren Werken kommt eine Neugier, ein Drang zum Entdecken und ein geduldiges Befassen mit Details in Naturräumen und Beobachten von Zusammenhängen zum Ausdruck“, erläutert Kuratorin und Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen und fährt fort: „Anhand ihrer Arbeiten zeigt die Ausstellung die Blickweisen und Untersuchungsinteressen der drei Frauen über die jeweiligen Zeitalter des Barock, der Industrialisierung und der Postmoderne hinweg und beleuchtet dabei das Verhältnis von Natur, Wissenschaft und Kunst.“

Von Maria Sibylla Merian werden mehrere Originalexemplare ihres berühmten Raupenbuches „Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung“, (unkoloriert, koloriert und Umdruckexemplar) präsentiert. In detailreich komponierten Darstellungen veranschaulichte sie den Zyklus eines Insekts: vom Ei über die Raupe und das Stadium der Puppe bis hin zum Falter – arrangiert um die und auf der jeweiligen Nahrungspflanze. Diese Darstellungsform war ihre künstlerische Erfindung. Allen ihren Arbeiten gingen empirische Beobachtungen voraus. Sie studierte die Insekten, ihre Entwicklung und ihren natürlichen Lebensraum, begann die Tiere zu züchten und systematisch zu erforschen. Ihre Tätigkeit als zeichnende Naturkundlerin beziehungsweise naturkundlich forschende Künstlerin war eine Ausnahme in ihrer Zeit. An einer Medienstation können Besuchende digital durch das Raupenbuch sowie Merians Buch mit Surinamischen Pflanzen und Insekten „Dissertatio De Generatione Et Metamorphosibus Insectorum Surinamensium“ blättern. Darüber hinaus sind bisher nahezu unbekannte, Merian zugeschriebene Originalzeichnungen von Pflanzen mit Tieren sowie Handmalereien von Insekten, Schnecken und Blumen nach Georg Hoefnagel zu sehen.

Elisabeth Schultz widmete ihre künstlerische Arbeit der vollständigen Dokumentation der Frankfurter Flora. Über 40 Jahre hinweg entstand ein bis heute einzigartiges Kompendium von über 1200 Gouachen, mit dem die Künstlerin einen „Atlas der wildwachsenden Pflanzen aus der Umgebung von Frankfurt am Main“ schuf. Rund 40 Blätter aus diesem Gesamtwerk, dass sie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung nach ihrem Tod vermachte, sind erstmals in der Ausstellung zu sehen. Versehen sind die Werke mit den botanischen Bestimmungen im Lateinischen wie auch den deutschen Trivialnamen. Obwohl Schultz weder den genauen Fundort noch das Funddatum vermerkte, gibt ihre Arbeit einen Einblick in die Frankfurter Pflanzenwelt zu ihrer Lebzeit. „Ihre Darstellung erinnert an Vorgehensweisen in Herbaren, Sammlungen konservierter, meist getrockneter und gepresster Pflanzen, bei der alle Teile einer Pflanze zergliedert und auf einem Papierbogen zusammengebracht werden“, erklärt Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. So stellt Schultz auch Blätter umgedreht dar, um die Unterseite erkennen zu lassen, oder knickt ganze Pflanzenteile ab, wenn sie für die Darstellung auf einer Seite zu groß sind. „Ihre Werke erfüllen dabei wissenschaftliche Standards botanischer Zeichnungen, wie Vollständigkeit, Realitätsgebundenheit und faktische Authentizität“, führt Tockner aus. Gleichzeitig folgen sie einer eigenen Bild- und Lichtregie, bei der mit künstlerischen Stilmitteln Plastizität und Räumlichkeit erzeugt werden, denn ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Zeichenlehrerin. 1897 wurde Schultz als erste Frau zum Ehrenmitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, heute Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, ernannt.

Von Ulrike Crespo wird eine Auswahl ihrer „Rainflowers“ gezeigt. Die Arbeiten sind untrennbar mit „Glenkeen Garden“ verbunden, einem Landschaftspark mit verschiedenen gärtnerisch gestalteten und natürlich belassenen Zonen, den die Künstlerin gemeinsam mit ihrem Partner Michael Satke an der Küste in West Cork, Irland in langjähriger Arbeit angelegt hat. Sie nähert sich den Pflanzen fotografisch und experimentell. Die individuellen Blütenstände oder Blätter sind ihr Material, das sie im Fall der „Rainflower“-Serie, die über 200 Blätter umfasst, direkt auf die Scanfläche eines Farbkopierers arrangiert, um den Ausdruck anschließend dem Wetter auszusetzen. Die durch Regenwasser unterschiedlich stark aufgelösten Farben verleihen ihren Werken die besonderen, abstrakten Effekte. Im darauffolgenden Transformationsprozess scannt Crespo die Motive erneut ein, um den bildnerischen Prozess digital abzuschließen. Ihre „Rainflowers“ rücken das Spiel von exakter digitaler Aufzeichnung und zufälligen, durch die Naturelemente entstehenden Mustern ins Zentrum. Das endgültige Format der Motive dieser Serie behandelt die Künstlerin sehr offen, je nach Ort und Funktion, als wandfüllende Arbeit oder als Fotoobjekt. Die Ausstellung zeigt die kleinformatigen „Originalvorlagen“, die für die finalen Bilder wiederum eingescannt wurden, mehrere großformatige ungerahmte Drucke sowie ein Motiv als Fototapete, das über eine ganze Wand des Ausstellungsraumes gezogen ist.

Alle drei Frauen verbindet neben ihrer kenntnisreichen Blickweise auf das Feld der Botanik ihr besonderes Interesse an der Publikation ihrer Darstellungen in Form von Büchern oder Kompendien. Die Veröffentlichung der eigenen Arbeit kommt bis heute einer Art „Ritterschlag“ im Wissenschafts- und Kunstsystem sowie in der öffentlichen Wahrnehmung gleich. Merian und Schultz ermöglichte die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur einen Zugang zur Beschäftigung mit diesem – in ihrer Zeit von Männern dominierten und Frauen lange verwehrten – naturwissenschaftlichen Feld. Immer noch spielen das Zeichnen, das bildliche Dokumentieren und das Erstellen von Infografiken in den Naturwissenschaften eine zentrale Rolle zur Erfassung der beobachteten Welt. Die Publikationen der drei Künstlerinnen ermöglichen bis heute eine Verbreitung ihrer Werke. In der Ausstellung werden auch historische Hintergründe sowie die unterschiedlichen Produktionsprozesse vergleichend reflektiert.

„Floralia: Merian – Schultz – Crespo“
8. September bis 3. Dezember 2023
Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

Öffnungszeiten
Mo., Di., Do., Fr. 9:00 – 17:00 Uhr
Mi. 9:00 – 20:00 Uhr
Sa., So., Feiertage 9:00 – 18:00 Uhr

Eintritt
Erwachsene (ab 18 Jahre) – 12,00 €
Kinder, Schüler*innen, Jugendliche ab 6 Jahre – 4,50 €
Familie: 2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder von 6-17 Jahren – 30,00 €
Minifamilie: 1 Erwachsene*r und 2 Kinder von 6-17 Jahren – 18,00 €

Weitere Informationen finden Sie unter: museumfrankfurt.senckenberg.de

„Looking for Medusa“ Raum-Klang-Installation der Künstlerinnen Linda Weiß und Nina M.W. Queissner vom 2. Juni 2023 bis 15. Januar 2024 im Senckenberg Naturmuseum

Salzkristalle wachsen auf einer korallenartigen Keramik – einem „tentakulären Wesen“ der Installation „Looking for Medusa“. Foto: Linda Weiß
Salzkristalle wachsen auf einer korallenartigen Keramik – einem „tentakulären Wesen“ der Installation „Looking for Medusa“. Foto: Linda Weiß

Frankfurt am Main, 01.06.2023. Korallen und Riffe sehen, hören und fühlen, also multisensorisch erfahren – dazu lädt die Installation „Looking for Medusa“ ab dem 2. Juni 2023 ein. Inspirationsquelle der Künstlerinnen Linda Weiß und Nina M.W. Queissner sind Ovids „Metamorphosen“, in denen der Dichter die mythische Geburt der Koralle aus dem Blut der Medusa erzählt. In einem hypothetischen und experimentell angelegten Lebensraum verschmelzen Skulptur und Klang miteinander. Die Fragilität und die Faszination der Riffe, ihre Gefährdung und ihre Geheimnisse sind der Resonanzboden für das Projekt. Die Installation ist Teil der Ausstellungsreihe „Triff das Riff!“, die das komplexe System Korallenriffe nacheinander aus den drei Perspektiven „Gesellschaft“, „Kunst“ und „Forschung“ beleuchtet. Mit diesem Format erprobt Senckenberg innovative und flexible Ausstellungsformen, um das Museum als Ort des Dialogs und Diskurses zu öffnen sowie aktuelle Entwicklungen und unterschiedliche Sichtweisen in Dauerausstellungen einzubringen.

Auf einer mit Seegras gepolsterten Liegefläche können Besucher*innen dokumentarischen und imaginären Unterwasserklängen lauschen, die Gerüche der getrockneten Wasserpflanzen wahrnehmen und fühlen, wie sich der Klang per Körperschallwandler auf dem Untergrund und dem eigenen Körper ausbreitet. Über ihren Köpfen schweben auf zwei transparenten Platten Keramiken, deren Formen Wasserlebewesen nachempfunden sind. Die Objekte bilden teils farbige Salzkristalle auf der Oberfläche aus, sodass bizarre Muster und Strukturen auf dem Glas entstehen. Umgeben ist dieser Ort in der Korallenriff-Inszenierung des Museums von großen Wandbehängen – besetzt mit phantastischen, organisch anmutenden Strukturen aus Gips, Textil und Leder. Hier und da wirkt es, als ob der Kopf einer Medusa aus dem fleischfarbenen Untergrund hervorbricht. Aus verborgenen Lautsprechern sind Wasserklänge zu hören.

„Für sich genommen ist das Korallenriff eine visuell sehr ausdrucksstarke Skulptur, eine hyperrealistische Konstruktion des Ökosystems Riff in verschiedenen Zuständen. Queissner und Weiß stellen sich der ungewöhnlichen Situation, nicht in einem unbesetzten Ausstellungsraum ein Projekt zu inszenieren. Stattdessen bauen sie neue Lesarten und ‚Kulturen der Natur‘ in den Raum ein. Sie bieten mit „Looking for Medusa“ verschiedene Zugänge zum Verständnis von Korallenriffen an“, sagt Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen und fährt fort: „Plötzlich ist man umgeben von besonderen Klängen. Wandbehänge bilden einen Raum im Raum, in dem sich phantastische, mit Salz bewachsene Korallenwesen aufhalten. Die Installation hat eine außergewöhnliche Wirkung und ich freue mich darauf zu erleben, wie Besucher*innen den Raum für sich nutzen und den Anstoß aufnehmen, sich mit der Natur der Riffe und deren Interpretationen auseinanderzusetzen.“

In seinen „Metamorphosen“ beschreibt Ovid, wie Perseus der Medusa, dem Wesen mit dem versteinernden Blick und dem Schlangenhaar, den Kopf abschlägt. Als er das Haupt neben sich ablegt, berührt das Medusenblut die dort wachsenden Meerespflanzen und eine Metamorphose beginnt: Die Pflanzen verhärten sich zu Korallenstöcken, die Nymphen im Meer verstreuen. Die zentrale Klangkomposition ist inspiriert von der Geschichte der monströsen Transformation der Medusa zur Koralle. „Auf der Liegefläche kann man in diese Erzählung eintauchen“, sagt Queissner und erläutert weiter: „Die verwendeten Sounds sind eine Mischung aus Originalaufnahmen aus der Natur und im Studio produzierten Klängen. Wir haben uns stark mit den Reaktionen des Korallenriffs in Abhängigkeit von der stofflichen Zusammensetzung des Wassers beschäftigt. Deshalb beziehen sich die Klänge auch auf das Wasser in verschiedenen Bewegungs- und Aggregatzuständen. Die Zuhörer*innen werden eingeladen, in die verschiedenen Klangwelten unter Wasser einzutauchen.“

Um Transformation geht es auch bei den schwebenden Salzkristallexperimenten. Die kleinen Keramiken erinnern an Korallententakel; Weiß hat sie in Petrischalen verschiedenen Salzlösungen ausgesetzt. Die getrockneten Salzkristalle bilden eigene Strukturen auf den „tentakulären Wesen“, wie die Künstlerin sie nennt, und unterscheiden sich in Form und Farbe, je nachdem wie sich das Salz zusammensetzt. „Es ist faszinierend zu sehen, wie das Salzwasser die Körper durchdringt. Sie durchlaufen sozusagen einen Stresstest, und wir können beobachten, wie sie sich dabei transformieren.“ Eine weitere Skulptur ist so platziert, dass einige der salzbewachsenen Körper aus der Nähe erfahrbar werden.

Die Wandobjekte greifen visuelle und inhaltliche Aspekte des Riffs und der Figur der Medusa in ihren Formen und Farben auf. „Wie ausschnitthafte Fundstücke vom Meeresboden dokumentieren sie die Verwandlung der Medusa in steinerne Strukturen, sie oszillieren zwischen dem Marinen und dem Mythologischen,“ erörtert Weiß und sagt weiter: „Die Klänge, die Nina mit Hilfe der integrierten Lautsprecher hinzufügt, erwecken die Szenerie zum Leben.“ Queissner ergänzt: „Die marinen Klanglandschaften verleihen der Fauna und Flora eine Stimme. Ich habe sie mit Hydrophonen in Korallenriffen des südlichen Roten Meeres aufgenommen. Sie spielen mit den qualitativen Eigenschaften des Hörens über und unter Wasser. Die Differenzen dieser Sinneswahrnehmungen sind je nach Medium – Luft oder Wasser – frappierend und produzieren völlig unterschiedliche Klangfarben und -spektren.“

Auf der flexiblen Displayarchitektur des Künstlers Markus Zimmermann, dem „Transformer“, wird der Rechercheprozess zur Entstehung der künstlerischen Arbeit erläutert. Hier finden auch Zitate Raum, die zum Nachdenken über Transformation und Metamorphose anregen. Das multifunktionale Display-Modul ist ein zentrales Element der Ausstellungsreihe „Triff das Riff!“, das schnell und einfach mit neuen Inhalten bespielt werden kann und nahezu vollständig aus recycelten Materialien besteht. So ist es möglich, auf aktuelle Fragestellungen oder Anregungen von Besuchenden zu reagieren und Inhalte anzupassen.

Über die Ausstellungsreihe

„Triff das Riff!“ findet im Rahmen des BMBF-Forschungsprojektes „Temporäre Permanenz (TemPe) – Innovative und flexible Vermittlung aktueller gesellschaftlich relevanter Themen in Dauerausstellungen“ statt. Das Projekt wird stetig weiterentwickelt und vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn in Wirkung und Funktionalität erforscht. Das DIE untersucht, wie sich das komplexe Verhältnis von Inhalten und Form einer Ausstellung auf das Erleben im Museum und auf mögliche Lernprozesse auswirkt. Hierfür ist besonders interessant, den Einfluss der unterschiedlichen visuellen und multisensorischen Elemente der drei verschiedenen Perspektiven von „Triff das Riff!“ zu untersuchen.

Vom 2. Dezember 2022 bis 21. Mai 2023 war die Perspektive Gesellschaft zu sehen. Auf die künstlerische Perspektive von Nina M.W. Queissner und Linda Weiß, die ab 2. Juni 2023 gezeigt wird, folgt die Perspektive der aktuellen Forschung Anfang 2024.

Über die Künstlerinnen

Nina M. W. Queissner (geb. 1990, Darmstadt) hat in Frankreich und Belgien Bildende Kunst, elektroakustische Musik und Klangkunst studiert. Zu ihren künstlerischen Arbeiten gehören Installationen, Videos und Performances sowie Komposition für Kinoton und Radiosendungen. Mithilfe von Aufnahmetechnologien und Komposition von Klanglandschaften entwickelt Queissner eine praxisorientierte Forschung, die die ästhetische Erfahrungsdimension des Klangs in seiner Beziehung zu Landschaft und Umwelt untersucht.

Linda Weiß (geb. 1987, Hanau) studierte Freie Kunst an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main und schloss 2022 als Meisterschülerin ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ab. In ihren Mixed Media-Installationen verschränkt sich Alltägliches mit sozio-ökologischen Metabolismen. Inspiriert ist ihr Materialumgang von taktilen Praktiken (Fermentieren, Kompostieren, Teig kneten, Recycling) und Methoden der Geistes- sowie Naturwissenschaften.

Das Kuratorinnen- und Projektteam

Die Entstehung der multisensorische Installation „Looking for Medusa“ wurde von der freien Autorin und Kuratorin Dr. Ellen Wagner betreut. Lisa Voigt ist Kuratorin der Ausstellungsreihe „Triff das Riff!“ vom Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Sie betreute und gestaltetet gemeinsam mit Senckenberg-Kollegin Christina Höfling auch die Perspektive Gesellschaft. Die Koordination des Gesamtprojekts liegt bei Katarina Haage, ebenfalls vom Senckenberg Naturmuseum Frankfurt.

Rahmenprogramm:

Interessant sind zudem die weiteren Veranstaltungstermine rund um die Ausstellung „Triff das Riff!“. Eine aktuelle Übersicht und alle weiteren Informationen zu Themen, Terminen und zur Anmeldung finden Sie dann unter: https://museumfrankfurt.senckenberg.de/de/kalender/

Ort:
Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt
Telefon: +49 69 7542 0
Fax: +49 69 7542 1437
E-Mail: info@senckenberg.de

„Das wächst in deiner Stadt – #Krautschau“ Neues Stadtnatur-Buch von Julia Krohmer und Alexandra-Maria Klein erschienen

das-waechst-in-deiner-stadt-kosmosFrankfurt, 17.03.2023. Mauerblümchen, Ritzenrebellen und Co: Das neue Buch „Das wächst in deiner Stadt“ bietet urbane Vielfalt buchstäblich zum Niederknien. Der Naturführer von Senckenbergerin Dr. Julia Krohmer und Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein von der Universität Freiburg richtet den Blick auf die unzähligen kleinen Kräuter und Gräser in den Ritzen, Fugen und Ecken der Städte. Das Bestimmungsbuch lädt alle Menschen dazu ein, genauer hinzusehen – denn viele nehmen Pflanzen, wenn überhaupt, nur als grünen Hintergrund oder Straßenbegleitgrün wahr. Dies soll sich nun dank des gerade erschienenen Buches ändern.

An das letzte Tier, das sie gesehen haben, erinnern sich die meisten Menschen. Aber wie ist das bei der letzten Pflanze? Viele nehmen Pflanzen eher als Hintergrund oder grüne Dekoration war. Nur die wenigsten achten auf die Form der Blätter oder eine besondere Wuchsform. Diese sogenannte „Plant Blindness“ führt zur mangelnden Wertschätzung von Pflanzen und zu einem begrenzten Interesse an ihrem Schutz und ihrer Bewahrung – fatal gerade in den Städten, wo Pflanzen dringend gebraucht werden, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Ein neuer Stadtnaturführer lädt dazu ein, gegen diese „Pflanzenblindheit“ vorzugehen, den Blick vom Smartphone eine Etage tiefer zu richten – und zu staunen, was am Boden alles wächst!

„Wer hinschaut, findet sogar in unseren von Beton und Asphalt geprägten Innenstädten überall Leben: Winziges, zähes Grün wächst, zwischen Pflastersteinen, in Rinnsteinfugen und Mauerritzen. Und eben nicht nur Grün, sondern eine Vielzahl von Kräutern, Gräsern und Moosen“, erläutert Krohmer und fährt fort: „In Deutschland haben sich etwa 500 Arten an diese extremen Bedingungen angepasst und stellen, in dem sie Tritt- und Fahrbelastung, Hitze, Bodenverdichtung und Verschmutzung trotzen, wertvolle Mikro-Ökosysteme für zahlreiche Insekten und andere Organismen dar. Die meisten der städtischen ‚Unkräuter‘ liefern reichlich Nektar und Pollen. Viele blühen schon sehr früh im Jahr und sind deshalb als Nahrungsquelle gerade dann wichtig, wenn es noch wenige Blüten für Insekten gibt. Kaum zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Pflasterfugenvegetation als Trittsteinbiotop für die Verbindung von Lebensräumen in der stark zerschnittenen Stadtumgebung.“

Auch für den Menschen sind die „Ritzenrebellen“ laut der Autorinnen vielfältig nützlich: Ein dichter Bewuchs in den Fugen des Kopfsteinpflasters erhöht dessen Festigkeit. Grüne Fugen nehmen Oberflächenwasser auf, erhöhen die Versickerung und binden Staub. An heißen Sommertagen tragen sie beträchtlich zur Kühlung der gepflasterten Flächen bei – sogar im zweistelligen Grad-Bereich. „Und außerdem sind sie, spätestens auf den zweiten Blick, auch einfach schön, nicht nur durch ihre Blüten, sondern auch durch die Formenvielfalt ihrer Blätter“, ergänzt die Senckenbergerin.

Am Beispiel von Frankfurt am Main lässt sich zeigen, dass die Flächen, um die es hier geht, gar nicht unbeträchtlich sind. Im öffentlichen Raum nehmen die gepflasterten Areale circa zwei Prozent der Stadtfläche ein, das sind rund sechseinhalb Quadratkilometer. Bei den 63 verschiedenen Pflastertypen beträgt der Anteil der Fugenfläche je nach Typ 15 bis 35 Prozent, was dann stadtweit ein bis zwei Quadratkilometern entspricht – zum Vergleich: die sieben Frankfurter Naturschutzgebiete haben eine Gesamtfläche von etwas über einem Quadratkilometer. Im Rahmen einer 2013 bei Senckenberg durchgeführten Masterarbeit wurden in diesem Habitat 317 Pflanzenarten gefunden, was fast einem Viertel der gesamten Flora Frankfurts entspricht – auf weniger als einem Prozent der Stadtfläche!

„Dieses Beispiel verdeutlicht, wie vielfältig und wertvoll dieser von den meisten Menschen komplett übersehene Habitattyp ist. Durch die Klimaerwärmung verändert sich die städtische Flora beträchtlich. Gleichzeitig bietet die Fugenvegetation ein großes Potential, den Anteil von Grün im besiedelten Bereich zu erhöhen, etwa durch breitere Fugen oder die Verwendung von Rasengittersteinen. Vor diesem Hintergrund ist es wünschenswert, dass sich künftig viel mehr Menschen mit diesem buchstäblich mit Füßen getretenen Lebensraum und seinen Pflanzen beschäftigen“, so Klein.

Die Autorinnen Klein und Krohmer führen in ihrem Buch einladend und niederschwellig an die omnipräsenten pflanzlichen Überlebenskünstler heran. Das handliche Bestimmungsbuch stellt die häufigsten Stadtpflanzen anschaulich und originell vor. Zwei Abbildungen zu jeder Art zeigen die Pflanzen in ihrem städtischen Lebensraum und als „Idealform“ mittels einer Illustration. Kurze Texte liefern die wichtigsten Erkennungsmerkmale und Eigenschaften sowie Wissenswertes zu jeder Art.

„Das wächst in Deiner Stadt“ ist zudem ein Mitmachbuch zur Stadtbotanik-Aktion #Krautschau, die seit 2020 auch in Deutschland immer beliebter wird und mehr Bewusstsein für die Präsenz von Wildpflanzen im urbanen Raum und für die Bedeutung von Natur in den Städten schafft. Senckenberg lädt auch dieses Jahr, rund um den Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai, zu einer bundesweiten Aktionswoche vom 18. bis 29. Mai zum Mitmachen ein und möchte alle Botanik-Begeisterten und Mauerblümchen-Fans dazu animieren, den pflanzlichen „Ritzenrebellen“ mit bunter Kreide vor Ort Aufmerksamkeit zu verschaffen, die Beschriftung zu fotografieren und in den sozialen Medien zu teilen. Der neu erschienene Naturführer ist hierbei eine perfekte Hilfe! Mehr dazu unter: www.senckenberg.de/krautschau

Triff das Riff! Am 2. Dezember 2022 beginnt ein neues Ausstellungsprojekt im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

Der Senckenberg Jugendbeirat hat an dem Ausstellungsprojekt mitgearbeitet. Die Jugendlichen haben aktuelle Fragen zum Riffschutz gestellt und stellen ihre Ergebnisse im Display–Modul vor. © Foto: Senckenberg/Tränkner
Der Senckenberg Jugendbeirat hat an dem Ausstellungsprojekt mitgearbeitet. Die Jugendlichen haben aktuelle Fragen zum Riffschutz gestellt und stellen ihre Ergebnisse im Display–Modul vor. © Foto: Senckenberg/Tränkner

Frankfurt, 01.12.2022. Das Senckenberg Naturmuseum erarbeitet neue Ausstellungs- und Vermittlungsformen, die den Transfer von naturwissenschaftlichen Fragestellungen in die Gesellschaft und umgekehrt untersuchen. Mit „Triff das Riff!“ eröffnet das erste experimentelle Ausstellungsprojekt in diesem Kontext. Wie lassen sich Forschungsergebnisse und gesellschaftliche Diskurse verbinden, was macht Forschungsmuseen zu zentralen Orten dieses Dialogs und wie gelingt es, nachhaltig und innovativ über den musealen Raum hinaus Wirkung zu erzielen zu Themen wie Biodiversitätsverlust, Klimawandel und deren Auswirkungen? Im Ausstellungsprojekt „Triff das Riff!“ werden durch Kollaboration, Kooperation und Co-Kreation drei verschiedene Perspektiven zu den Themenfeldern Nutzen, Schutz und Gefährdung von Korallenriffen erarbeitet. Die drei Blickwinkel Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft werden bis August 2024 nacheinander im Museum gezeigt.

„In der ersten gesellschaftlichen Perspektive unseres Projekts greifen wir Impulse von Besuchenden auf, die wir durch Interventionen in unserer Dauerausstellung erhalten haben,“ so Museumsdirektorin Dr. Brigitte Franzen. „Als Forschungsmuseum möchten wir die Ergebnisse unserer Wissenschaft wirkungsvoll vermitteln; dies gelingt, wenn wir andere Ansichten mit einbeziehen und mit unseren Besuchenden in den Austausch gehen“, so Franzen.

Zentrales Element für alle drei Ausstellungsperspektiven ist ein multifunktionales Display-Modul, mit dem das Museumsteam schnell und kreativ auf aktuelle Fragestellungen reagieren kann. Der Künstler Markus Zimmermann hat hierfür einen Prototypen aus nahezu vollständig recycelten Materialien gestaltet. „Die Architektur dient hier als Werkzeug“, erklärt Zimmermann. „Das Modul kann medial flexibel bespielt werden und eignet sich für den Transfer vielseitiger Inhalte“, fährt er fort.

Der in diesem Vorhaben verfolgte Ansatz der Co-Kuration bedeutet für die erste Perspektive „Gesellschaft“ die Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Jugendbeirat und mit verschiedenen Riffschutz-Organisationen. „Von den Mitgliedern des Jugendbeirats kam der Impuls, auf die Frage einzugehen, was wir in Frankfurt konkret für die Erhaltung von Riffen tun können“, so die Kuratorin Christina Höfling. „Wir sind daher in den Kontakt mit Riffschutz-Organisationen getreten und haben Handlungsoptionen erarbeitet“, fährt sie fort. Lisa Voigt, ebenfalls Kuratorin des Projekts, betont, dass in der Zusammenarbeit auch sehr persönliche Beiträge entstanden sind, wie etwa der Audiobeitrag von Cynthia Julca, Praktikantin des Leibniz-Programms „Next Generation“, die einen inneren Konflikt zwischen moderner Lebensweise und den negativen Auswirkungen auf die Natur beschreibt. „Wir spiegeln in diesem Ausstellungsprojekt auf vielfältige Weise die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur und wir betrachten den Einfluss menschlichen Handelns auf unsere Umwelt“, ergänzt Voigt.

„Dieses innovative Projekt soll dazu beitragen, dass wir in der Gesellschaft vom Wissen zum Handeln kommen“, betont Prof. Dr. Angelika Brandt, Leiterin der Marinen Zoologie bei Senckenberg und Mitglied des Direktoriums. Sie verweist auf die Bedeutung der Ozeane für die Menschheit, die zurzeit auch im Fokus der UN Dekade für Ozeanforschung stehen. „Ich freue mich, dass dieses Ausstellungsprojekt als erstes das Ökosystem Korallenriff betrachtet! Es gilt, die Ozeane, die unser Klima regulieren, Sauerstoff produzieren und CO2 senken, unbedingt zu schützen – und hierzu können alle einen Beitrag leisten!“, fährt sie fort.

Bei „Triff das Riff!“ gibt es außerdem einen Faktencheck rund um das Thema Korallenriff. An einer Station des Ausstellungs-Displays können Besuchende Fragen rund um das Ökosystem Riff stellen, welche Forschende des wissenschaftlichen Projektpartners Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen im Laufe des Projekts beantworten. Die Rückmeldungen werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Das Ausstellungsprojekt „Triff das Riff!“ findet im Rahmen des BMBF-Forschungsprojektes „Temporäre Permanenz (TemPe) – Innovative und flexible Vermittlung aktueller gesellschaftlich relevanter Themen in Dauerausstellungen“ statt, wird stetig weiterentwickelt und vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn beforscht. Museen bieten Menschen jeden Alters die Möglichkeit, neue Dinge zu lernen und ihren Horizont zu weiten. Deshalb sind Museen als Lernorte auch für die Bildungswissenschaft ein wichtiges Forschungsfeld. Das DIE untersucht, wie sich die Gestaltung einer Ausstellung auf das Erleben im Museum und auf mögliche Lernprozesse auswirkt. Hierfür ist besonders interessant, den Einfluss der unterschiedlichen Gestaltungselemente der drei verschiedenen Perspektiven von „Triff das Riff!“ zu untersuchen.

Am 2. Dezember 2022 startet die gesellschaftliche Perspektive auf das Korallenriff. Ab 1. Juni 2023 folgt die künstlerische Perspektive, gestaltet von den Künstlerinnen Nina Queissner und Linda Weiß. Die wissenschaftliche Perspektive ist ab Winter 2023/24 zu sehen.

Ort:

Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main.

Kombitickets: 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre) sowie 30 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder).

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 – 17 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 9 – 18 Uhr.

Spinnen-Nachmittag bei Senckenberg Öffentliche Veranstaltung am 24.09.

Zu einem Nachmittag mit Spinnen lädt Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger am 24.09. ein. Foto: Senckenberg/Jäger
Zu einem Nachmittag mit Spinnen lädt Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger am 24.09. ein. Foto: Senckenberg/Jäger

Frankfurt am Main, den 21.09.2022. Senckenberg-Arachnologe Dr. Peter Jäger lädt am Samstag, dem 24.09.2022 die interessierte Öffentlichkeit zu einem „Spinnen-Nachmittag“ ein. Vier Expert*innen berichten im Arthur von Weinberg-Haus des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt über Neuigkeiten aus der Spinnenforschung. An einem Stand informiert die Deutsche Arachnologische Gesellschaft über ihre Arbeit.

Aktuell sind Spinnen in aller Munde: Insbesondere die − sich neuerdings in Deutschland heimisch fühlende – „Nosferatu“- oder Kräuseljagdspinne hat zu viel Unsicherheit in der Bevölkerung geführt. Am Samstag, dem 24.09. findet bei Senckenberg ein Treffen von Personen statt, die eine große Leidenschaft für die Achtbeiner teilen und den Ruf der „gruseligen Spinne“ zurechtrücken möchten.

Im Rahmen eines „Nachmittags mit Spinnen“ erläutert Dr. Tim Lüddecke von der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem LOEWE Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE-TBG) wie „Achtbeinige Pharmazeuten Spinnengift zu Medizin machen“. Anja Melcher, Doktorandin an der Universität Trier, informiert die Zuhörer*innen in ihrem Vortrag „Du bist, was du isst“ über Nahrungsanalysen von Spinnen und ihre Bedeutung für die Biodiversitätsforschung. Die Vogelspinnengattung Sericopelma steht im Fokus des Beitrags von Volker von Wirth vom Theraphosid Research Team in Eitting. Gastgeber Dr. Peter Jäger beleuchtet das Liebesleben der Achtbeiner und erklärt, dass „Love-Bites“ bei Spinnen häufiger sind, als bislang angenommen. In den Veranstaltungpausen zwischen den 30-minütigen Vorträgen gibt es die Möglichkeit, mit den Spinnenbegeisterten ins Gespräch zu kommen.

Veranstaltung: „Ein Nachmittag mit Spinnen“ – Eine Veranstaltung von und mit Peter Jäger
Datum: Samstag, 24. September 2022, 14:45 Uhr (Einlass) – 18:30 Uhr
Ort: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Grüner Hörsaal im Arthur von Weinberg-Haus, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.