Hoffnung für immunschwache COVID-Patientinnen und -Patienten – Kombinationstherapie mit Interferon in Zellkultur hoch wirksam

Kann die Bildung neuer Varianten des Corona-Virus bald eingedämmt werden? Ein Team von Goethe-Universität Frankfurt und University of Kent hat Kombinationen verschiedener antiviraler Medikamente mit Interferon gefunden, die das SARS-CoV-2-Virus in Zellkulturen hoch effizient bekämpfen – was zu dieser Hoffnung berechtigt.

FRANKFURT. Das internationale Team unter der Leitung von Prof. Jindrich Cinatl am Institut für Medizinische Virologie (Goethe-Universität), Prof. Martin Michaelis und Prof. Mark Wass (University of Kent) hat Kombinationen von vier antiviralen Medikamenten mit Interferon-beta in ihrer Wirkung auf die Omicron- und Delta-Variante getestet. Interferone wie Interferon-beta werden im Körper als Schutz gegen Virusinfektionen produziert und können als antivirale Medikamente eingesetzt werden.

Motiviert ist die Forschung dadurch, dass Menschen mit Immundefekten nicht durch eine Impfung gegen SARS-CoV-2 geschützt werden können, und die verfügbaren Therapien in Menschen mit geschwächtem Immunsystem nur eingeschränkt wirksam sind. Zudem ist es wichtig, die Bildung resistenter Virusvarianten durch möglichst effektive Therapien zu unterdrücken.

Derzeit gibt es für COVID-19 drei zugelassene Medikamente: Remdesivir, Molnupiravir, und Nirmatrelvir (der Wirkstoff in Paxlovid). Aprotin ist ein weiterer Wirkstoff, dessen Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 von der Forschergruppe in Kent und Frankfurt entdeckt wurde und der sich unlängst auch in klinischen Studien als wirksam gegen COVID-19 erwiesen hat. Die Kombination von Betaferon mit Molnupiravir, Nirmatrelvir und Aprotinin erwies sich als hochwirksam gegen die Omicron- und Delta- Variante von SARS-CoV-2.

Prof. Martin Michaelis erklärt: „Wir hoffen, dass unsere Befunde helfen, die Therapie von immungeschwächten COVID-19-Patient:innen zu verbessern und die Entstehung therapieresistenter Virusvarianten zu vermeiden.“ Denn gerade im Körper von immungeschwächten Personen kommt es häufig zu Langzeitinfektionen und dadurch zur Bildung neuer, potentiell Therapie-resistenter Varianten.

Die Kombination von Betaferon mit Remdesivir war in der Zellkultur als einzige weniger effektiv. Das erklärt, warum sie in klinischen Studien nur geringfügig besser abschnitt als die alleinige Behandlung mit Remdesivir. Die Kombination der anderen drei Medikamente mit Interferon halten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für einen vielversprechenden Therapieansatz, der in der Klinik getestet werden sollte.

„Wenn die Kombinationstherapie sich auch in klinischen Studien als wirksam erweist, haben wir weitaus effektivere Möglichkeiten, die Entstehung neuer gefährlicher Varianten von COVID-19 zu verhindern“, sagt Prof. Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie der Goethe-Universität.

Chinesischer Nationalcircus mit neuem Gastspiel „CHINA GIRL“ am 04.09.2022 im Wiesbadener Kurhaus

China-Girl-plakatNach dem Höhepunkt der Pandemie ist der Chinesische Nationalcircus wieder auf die Bühne zurückgekehrt. Bei seiner Tour wird der Chinesische Nationalcircus auch am 4.09.2022 um 16.00 Uhr im Wiesbadener Kurhaus mit seiner neuen sensationellen Show „China Girl – Liebe ist stärker als Blut“ gastieren. Dabei handelt es sich um ein circensische Theaterstück, in dem die legendäre chinesische Weltklasseakrobatik eine Symbiose mit den westlich geprägten Sparten Tanz, Schauspiel, Gesang und Komik eingeht, um auf dem einmaligen und live performten Soundteppich der Pop Ikone David Bowie ein internationales Publikum zu berühren.

Die Handlung dieses „ACROBATICALS“ ist eine Übertragung von William Shakespeares Romeo und Julia ins heutige New York. Ewige Liebe und verhängnisvolle Feindschaft zwischen heruntergekommenen Hinterhöfen, Garküchen und Edelrestaurants von Manhattans Chinatown. Eine ergreifende Darstellung des „Clash of Cultures“ zwischen West Side Story und Mulan. Jede Epoche hat die Show, die sie verdient. Und die Zeit für China Girl könnte genau jetzt nicht passender sein, macht sie doch auf entertainende Weise deutlich, dass die Menschheit nur überleben kann mit der Einsicht einer gemeinsamen Zukunft.

Der Chinesische Nationalcircus wurde erstmals 1989 als Kulturlabel durch den Wiener Multimediakünstler André Heller ins Leben gerufenen. Diese europäische Initiative hatte es sich zur Aufgabe gemacht. die außergewöhnliche chinesische Kultur mit spektakulärer Akrobatik einem möglichst breiten Publikum näher zu bringen. Denn im Gegensatz zur westlichen Hemisphäre gehört Circus im Reich der Mitte zur Hochkultur genauso wie Oper, Ballett oder Theater in der westlichen Welt. Keine andere künstlerische Ausdrucksform eignet sich besser, um die philosophische Kernessenz der Chinesen, „die Einheit von Körper, Geist und Seele” besser auf den Punkt zu bringen als die Akrobatik. Diese wird dort fast schon mit einer wissenschaftlichen Akribie seit über 2.000 Jahren zelebriert und weiterentwickelt. Daher ist es wenig verwunderlich, dass China über die technisch versiertesten Artisten der Welt verfügt, wovon sich in den letzten 33 Jahren mehr als 10 Millionen europäische Zuschauer überzeugen konnten.

Impression aus „CHINA GIRL“ Bild © Dmitry Shakhin
Impression aus „CHINA GIRL“ Bild © Dmitry Shakhin

Beim Chinesischen Nationalcircus handelt es sich nicht, wie der Name vielleicht vermuten lässt, um ein staatliches Projekt der Volksrepublik China, sondern um ein europäisches Projekt der freien Kulturszene. Durch artifizielle aber auch mainstream-taugliche Präsentationen der chinesischen Kultur will der Nationalcircus zwischen dem Okzident und dem Orient Brücken bauen. Das „National“ im Namen steht für die konkrete Darstellung der 56 unterschiedlichen Minderheiten Chinas, die in den jährlich wechselnden Programmen der letzten Jahre wie BUDDHA, TAO, FENG SHUI, SILKROAD oder SHANGHAI NIGHTS, in einem kulturellen und globalen Gesamtkontext eine eindrucksvolle Präsentationsplattform gefunden haben.

Seit mehr als 2 Dekaden zeichnet sich der deutsche Regisseur, Clown und Autor Raoul Schoregge, als Produzent für diesen Weg des Kulturaustausches verantwortlich. Verstärkung fand Schoregge im Jahr 2020 durch den legendären, deutschen Impresario Hermjo Klein. Mit ihm entwickelte er eine bis dato in dieser Konsequenz noch nie dagewesene Darstellungsform der chinesischen Weltklasseakrobaten – das „Acrobatical“! Eine Symbiose aus Circus Show, Tanzperformance und Musical. In dieser dem aktuellen Zeitgeist gewidmeten neuesten Produktion: CHINA GIRL, liegt der Fokus auf den Überseechinesen des New Yorker Chinatowns und deren Existenz zwischen Integration und Konfrontation. In ihr wird das notwendige Miteinander der Kulturen in den Vordergrund gestellt, denn die aktuelle Situation in der Welt zeigt, dass die Menschheit nur überleben kann, wenn es einen gemeinsamen Weg gibt.

Einen Einblick in die magische Welt von „China Girl“ bietet der Ti-telsong der Show: https://www.youtube.com/watch?v=7JmCbLeQi-w

„China Girl – Liebe ist stärker als Blut“

Sonntag, 04.09.2022, 16.00 Uhr
im Kurhaus Wiesbaden ‒ Friedrich von Thiersch Saal
Kurhauspl. 1, 65189 Wiesbaden

Aktuelle Infos und Termine zur Show „China Girl“ finden Sie unter: https://www.chinagirl-show.com/

Das Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine im September 2022

Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden © Foto Diether von Goddenthow
Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden © Foto Diether von Goddenthow

Die literarische Saison beginnt im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße1, am Montag, 5. September, mit dem Auftakt einer neuen Runde der Schreibwerkstatt für Migrantinnen und Migranten im Anderen Salon unter der Leitung von Armin Nufer.

Am Freitag, 9. September, eröffnet Heinrich Steinfest das Lesefestival „Leseland Hessen“ mit einer Lesung aus seinem Roman „Der betrunkene Berg“ im Kulturforum Wiesbaden, Schillerplatz 1-2. Im Rahmen des Lesefestivals findet am Samstag, 10. September, der Aktionstag „Wiesbadener WörterWelten“ statt, bei dem verschiedene literarische Veranstalterinnen und Veranstalter in ganz Wiesbaden zu spannenden Formaten einladen. Das Literaturhaus Villa Clementine präsentiert zu diesem Anlass unter anderem eine Lesung mit der Wiesbadener Autorin Katharina Korbach aus ihrem Romandebüt „Sperling“.

Am Samstag, 17. September, wird die Workshop-Reihe „Treib-Stoffe“ im Anderen Salon fortgesetzt. Mit verschiedenen Übungen zeigt der Philosoph und Autor Jörg Bernardy Techniken eines stoischen Lebens auf. Besondere Festtage stehen vom 23. bis 25. September bevor, wenn das Literaturhaus Villa Clementine sein 20. Jubiläum feiert. Es gratulieren unter anderem Feridun Zaimoglu, Nora Gomringer oder Katharina Adler in unterschiedlichen Formaten und Lesungen vor Ort im Literaturhaus. Ergänzt wird das literarische Programm mit Autorenlesungen von Julia Schoch am 15. September, Esther Kinsky am 21. September und der französischen Autorin Karine Tuil am 28. September, die ihren Roman „Diese eine Entscheidung“ vorstellen wird. Veranstalter ist das Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden. Beim Aufenthalt im Literaturhaus und den weiteren Veranstaltungsorten wird empfohlen, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Die Lesungen, Workshops, Seminare und Schreibwerkstätten finden zumeist in der Beletage im Hochparterre der prächtig und reich in den Formen des Spätklassizismus beziehungsweise der Neorenaissance ausgestalteten Villa statt. © Foto Diether von Goddenthow
Die Lesungen, Workshops, Seminare und Schreibwerkstätten finden zumeist in der Beletage im Hochparterre der prächtig und reich in den Formen des Spätklassizismus beziehungsweise der Neorenaissance ausgestalteten Villa statt. © Foto Diether von Goddenthow

Die Veranstaltungen im Überblick:
Mo 05.09. | 15 Uhr
AUFTAKT SCHREIBWERKSTATT
Für Migrantinnen und Migranten
Leitung: Armin Nufer
Die Schreibwerkstatt bietet Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, eigene Texte zu verfassen, um sie bei einer Abschlusslesung dem Publikum im Literaturhaus Villa Clementine vorzustellen. Armin Nufer hilft beim Schreiben und gibt Ideen und Anregungen. Er hat bereits fünf Sprachwerkstätten geleitet. Mitmachen können Jugendliche und Erwachsene, die sich in der deutschen Sprache künstlerisch ausdrücken wollen. Wer mindestens das B1-Level hat und Gedichte, Kurzgeschichten, Erzählungen, Dialoge oder kleine Szenen zu Papier bringen will, ist herzlich willkommen. Der Treff ist ab dem 5. September 2022 alle zwei Wochen montags von 15 bis 18 Uhr. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf acht begrenzt. Der Eintritt ist frei. Die Anmeldung nimmt Armin Nufer per E-Mail an armin_nufer@yahoo.de entgegen.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Anderer Salon, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden

Fr 09.09. | 19 Uhr
Auftakt Leseland Hessen
HEINRICH STEINFEST
„Der betrunkene Berg“
Autorenlesung
Moderation: Ulrich Sonnenschein (hr2-kultur)
Es hätte nicht viel gefehlt und er wäre gestorben. Vielleicht war das ja sein Plan gewesen, doch die Buchhändlerin Katharina rettet ihn unvermittelt und bietet ihm eine Bleibe in ihrer Buchhandlung auf 1700 Metern Höhe, hoch oben im Eis der Alpen. Anfangs weiß er nicht einmal seinen Namen, doch nach und nach klettern die Erinnerungen an der steinigen Fels-wand hinauf zurück zu ihm. Zur Eröffnung des Festivals „Leseland Hessen“ liest Heinrich Steinfest aus seinem neuen Roman über eine kluge Buchhändlerin und ihren rätselhaften Gast. Heinrich Steinfest ist ein österreichischer Autor und Künstler, der 1961 in Albury, Australien, geboren wurde. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und erhielt darüber hinaus unter anderem den Heimito von Doderer-Literaturpreis (2010) und den Bayerischen Buchpreis (2016). Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter www.leseland-hessen.de.
Veranstaltungsort: Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstraße 16, 65185 Wiesbaden Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden. Eine Veranstaltung im Rahmen des Literaturfestivals Leseland Hessen; mit freundlicher Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie hr2-kultur.

Sa 10.09.
Leseland Hessen
WIESBADENER WÖRTERWELTEN
Ob bei Lesungen, Poetry Slams oder beim Improvisationstheater – Literatur lässt sich auf vielfältige Weise erleben und eröffnet immer wieder neue Welten, die zum Abtauchen einladen. Erstmalig findet unter Federführung des Kulturamts der Festivaltag „Wiesbadener WörterWelten“ statt, bei dem in der ganzen Stadt das geschriebene und gelesene Wort gefeiert wird. Zahlreiche Veranstalterinnen und Veranstalter laden im ganzen Stadtgebiet zu spannenden Formaten rund um die Literatur ein und öffnen Spielorte wie Buchhandlungen, Kirchen, die Mauritius-Mediathek oder das Literaturhaus Villa Clementine für lesefreudiges Publikum. Das Angebot reicht dabei von Mitmach-Lesungen für Kinder, über Debütlesungen bis hin zu Veranstaltungen mit Wiesbadener Urgesteinen.
Einige Veranstaltungen werden im Rahmen von „Leseland Hessen“ gefördert.
Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es in der Programmbroschüre und unter www.wiesbaden.de/woerterwelten.
14.30 Uhr | ALICE IM WUNDERLAND | Live-Hörspiel | Schwarte Buch & Café
16.00 Uhr | TANJA VOOSEN | „Die Zuckermeister: Der magische Pakt“ | Literaturhaus Villa
Clementine
16.30 Uhr | DAS GEHEIMNIS DES TUTANCHAMUN | Autorenlesung | Museum Wiesbaden
17.00 Uhr | ARNO HERMER | „Unheimliche Wildheit“ | Krypta der Marktkirche
18.00 Uhr | „WER TRÄNEN ERNTEN WILL, MUSS LIEBE SÄEN“ | Lesung mit Gitarre | Apothekergarten
18.00 Uhr | DIE BIBLIOTHEK DES ZUFALLS | Improvisationstheater | Stadt- und
Musikbibliothek in der Mauritius-Mediathek
19.00 Uhr | „ICH WEISS BESTIMMT, ICH WERD’ DICH WIEDERSEHEN“ | Autorenlesung & Liederabend | Lutherkirche Wiesbaden
19.00 Uhr | MORD IM KIRSCHGARTEN | Autorenlesung | Buchhandlung „Buch VorOrt“
19.00 Uhr | DAS MAGNETISCHE LAND | Lesung & Gespräch | Klosterhof der Kirche St. Elisabeth
19.00 Uhr | KATHARINA KORBACH | „Sperling“ | Literaturhaus Villa Clementine
20.00 Uhr | RUHE IN FRIEDEN UND TRÄUME SÜSS | 8 Kurzkrimi-Lesungen & Klavier | Hochschul- und Landesbibliothek
21.00 Uhr | STORM TRIO IN COMIC-CONCERT | Jazz Poetry Graphic Novel Performance | Kulturstätte Monta
21.00 Uhr | NACHTGEDANKEN | Lesung mit Cello | Buchhandlung „spielen&LESEN“
21.00 Uhr | #POETRYMEETSMUSIC | Safiye Can & Felix Römer | Literaturhaus Villa
Clementine
22.00 Uhr | ALEXANDER PFEIFFER | „Mitternachtssymphonie” | Krypta der Marktkirche
Veranstalter: Diverse Veranstalter in Kooperation mit dem Literaturfestival „Leseland Hessen“. Mit freundlicher Förderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, von hr2-kultur sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Kulturamtes Wiesbaden.

Di 13.09. | 19 Uhr
LITERATURFORUM
Leitung: Rita Thies
Das „Literaturforum“ ist eine für alle Interessierten offene Veranstaltung, in der Titel aus dem Bereich der aktuellen Literatur oder des 20. Jahrhunderts diskutiert werden. Bei Redaktionsschluss stand die Lektüre für den jeweiligen Monat noch nicht fest. Aktuelle Informationen gibt es unter www.literatur-in-wiesbaden.de. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, deshalb ist in der momentanen Situation eine verbindliche Anmeldung ab zwei Wochen vor dem Termin per E-Mail an literaturfo-rum.wiesbaden@online.de notwendig. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Anderer Salon, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.

Do 15.09. | 18 Uhr
DIE SCHREIBWÜTIGEN
Auftakt Schreibwerkstatt
Leitung: Alexander Pfeiffer
An diesem Abend erlebt die nächste Runde der „Schreibwütigen“ ihren Auftakt mit einer Lesung aus Texten des letzten Workshops. Vom 22. September bis zum 17. November werden dann bis zu 15 Wiesbadener Schülerinnen und Schüler von 13 bis 18 Jahren immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr die Gelegenheit haben, sich zum literarischen Austausch und zum Schreiben eigener Texte in der Mauritius-Mediathek zu treffen. Seinen Abschluss findet das Projekt mit einer Präsentation der entstandenen Texte am Mittwoch, 23. November, um 18.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine. Die Teilnahme an der Schreibwerkstatt und den Lesungen ist kostenfrei. Anmeldung bitte per E-Mail an literaturhaus@wiesbaden.de.
Veranstaltungsort: Mauritius-Mediathek, Hochstättenstr. 6-10, 65183 Wiesbaden.
Veranstalter: Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e. V. (FBK) in Kooperation mit dem Literaturhaus Villa Clementine und den Stadtbibliotheken Wiesbaden als Teil von „Wörterwelten. Autorenpatenschaften II – Literatur lesen und schreiben mit Autor*innen“. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „Kultur macht stark“.

Do 15.09. | 19.30 Uhr
JULIA SCHOCH
„Das Vorkommnis“
Autorenlesung
Moderation: Thomas Koch
„Wir haben übrigens denselben Vater.“ Mit diesem Satz überfällt die fremde Frau eine Autorin nach der Lesung. Was als kurze Irritation beginnt, bäumt sich auf zu einer Welle, die die Vergangenheit freilegt, von der Kindheit in der DDR bis zum Aufbrechen sicher geglaubter Beziehungen. Dabei nähert sich Schoch zugleich ihrer eigenen Biografie in autofiktionalen Bezügen. „Das Vorkommnis“ ist der vielschichtige Auftakt einer geplanten Trilogie namens „Biografie einer Frau“. Julia Schoch, geboren 1974 in Bad Saarow, lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Potsdam und wurde vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk 2022 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Der Eintritt kostet zwölf, ermäßigt neun Euro; Kartenvorverkauf über die Tourist-Info oder die Homepage des Literaturhauses. Es gibt eine Abendkasse.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden.

Sa 17.09. | 14.30 Uhr
Treib-Stoffe
JÖRG BERNARDY
Augenblicke der Vergänglichkeit – Eine stoische Reise zu uns selbst
Workshop
Inspiriert von der Philosophie der Stoa, werden wir uns in der Kunst der Selbsterkenntnis üben und dabei auf Techniken des therapeutischen Schreibens und Reflektierens zurückgreifen. Der Workshop soll eine philosophisch-literarische Spurensuche nach uns selbst sein, nach den glücklichen und schmerzhaften, freudvollen und besonders intensiven Momenten und Wendungen unseres Lebens, nach den (verborgenen) Hoffnungen, Sehnsüchten und Bedürfnissen in uns – von unserer Kindheit über die Jugend bis zur erlebten Gegenwart. Jörg Bernardy, geboren 1982, ist promovierter Philosoph und lebt als Speaker und freier Autor in Hamburg. Er ist unter anderem für „The School of Life Berlin“ und für „Psychologie heute“ tätig. In zahlreichen Veröffentlichungen widmet er sich der Philosophie der Medien, Kultur, Gesellschaft und Ästhetik.
Der Workshop dauert bis etwa 17 Uhr.
Der Eintritt kostet 17, ermäßigt 13 Euro; Kartenvorverkauf über die Tourist-Info oder die Homepage des Literaturhauses.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Anderer Salon, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden.

Mi 21.09. | 19.30 Uhr
DOSTOJEWSKIS ERBEN
Wiesbadener Autorentreff
„Dostojewskis Erben“ nennen sich – augenzwinkernd – Autorinnen und Autoren aus Wiesbaden und Rhein-Main, die sich regelmäßig im Literaturhaus Villa Clementine zusammenfinden, um über das Schreiben zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu planen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Herzlich dazu eingeladen ist, wer selbst schreibt, Bücher verlegt oder sich auf andere Weise mit Literatur verbunden fühlt. Anfragen bitte an Susanne Kronenberg unter mail@susanne-kronenberg.de. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsraum: Literaturhaus Villa Clementine, Konferenzraum, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Dostojewskis Erben.

Mi 21.09. | 19.30 Uhr
ESTHER KINSKY
„Rombo“
Autorenlesung
Moderation: Christoph Schröder (SZ und Die ZEIT)
Das italienische Wort „Rombo“ bezeichnet das dunkelgrollende Geräusch, das einem starken Erdbeben vorausgeht. Im Jahr 1976 erschüttern zwei besonders schwere den Nordosten Italiens und zerstören zehntausende Existenzen. Zwischen geologischer Zustandsbeschreibung, Geschichtensammlung und Dokumentation widmet sich Esther Kinsky einem betroffenen Dorf und den schrecklichen Auswirkungen der Katastrophe auf die Pflanzen- und Tierwelt. Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen geboren und ist Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem Kranichsteiner Literaturpreis und 2018 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse. Zuletzt wurde ihr 2022 der renommierte Kleist-Preis zugesprochen. Der Eintritt kostet zwölf, ermäßigt neun Euro; Kartenvorverkauf über die Tourist-Info oder die Homepage des Literaturhauses. Es gibt eine Abendkasse.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden.

Fr 23.09. – So 25.09.
20 JAHRE LITERATURHAUS VILLA CLEMENTINE
Das Literaturhaus Villa Clementine feiert in diesem Jahr seinen zwanzigsten Geburtstag! Aus diesem Anlass werden am Wochenende von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. September, Autorinnen und Autoren von A wie Katharina Adler bis Z wie Feridun Zaimoglu im Rahmen von Lesungen und Diskussionen exemplarisch veranschaulichen, wie es um die Vielfalt der Gegenwartsliteratur bestellt ist. Detaillierte Informationen zum Jubiläumsprogramm, das auch die jungen Leserinnen und Leser einbezieht, gibt es in einem separaten Flyer.
Fr 19.30 Uhr | FERDIUN ZAIMOGLU | „Bewältigung“
Sa 11.00 Uhr | NINA DULLECK | „Otis & Otilie“
Sa 19.30 Uhr | NORA GOMRINGER GRATULIERT
So 11.00 Uhr | KATHARINA ADLER | „Iglhaut“
So 18.30 Uhr | MORITZ BASSLER | „Populärer Realismus“
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden.

Mi 28.09. | 19.30 Uhr
KARINE TUIL
„Diese eine Entscheidung“
Autorenlesung
Moderation: Annabelle Hirsch (u.a. FAZ, taz, ZEIT online)
Lesung in deutscher Sprache: Bettina Römer
Die taffe Untersuchungsrichterin Alma Revel wird eines Tages in den Hochsicherheitstrakt des Pariser Justizpalastes gerufen. Ein junger Mann sitzt dort ein, gegen den der Verdacht auf terroristische Aktivitäten besteht. Als sie mit dem Anwalt des Verdächtigen eine Affäre beginnt, vermischt sich für sie Berufliches mit Privatem auf (an-)spannendste Weise und sie muss eine Entscheidung treffen, die das ganze Land beeinflussen kann. Karine Tuil wurde 1972 in Paris geboren und ist Autorin zahlreicher Romane. Zwei Mal war sie für den renommierten Prix Goncourt nominiert, 2019 erhielt sie für „Menschliche Dinge“ den Prix Goncourt des lycéens sowie den Prix Interallié. Der Eintritt kostet zwölf, ermäßigt neun Euro; Kartenvorverkauf über die Tourist-Info oder die Homepage des Literaturhauses. Es gibt eine Abendkasse.
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden.

Do 29.09. | 17 Uhr
JUTTA NYMPHIUS
„Oben ohne“
Autorenlesung ab 12 Jahren
Nur ein paar Klicks und schon hat Amelie ihr Aussehen verändert. Mit Photoshop bearbeitet die 13-Jährige ihre „Problemzonen“ und sucht so Anschluss bei der coolen Clique ihrer Schule und vor allem bei ihrem Schwarm Elias. Nach einem kurzen Flirt fragt er sie nach einem Oben-ohne-Foto und Amelies Welt steht plötzlich Kopf. Bald darauf findet sie ihr Bild im Klassenchat! Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und schafft es durch einen Trick, ein wichtiges Zeichen gegen Bodyshaming zu setzen. Lesung im Vorfeld des Internationalen Mädchentags am 11. Oktober. Jutta Nymphius, geboren 1966 in Bremerhaven, arbeitet seit 1997 freiberuflich als Lektorin, Autorin und Übersetzerin von Kinder- und Jugendbüchern. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerks „Elbautoren“ und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter Telefon 06134 186951 oder per E-Mail an kujakk.reduit@wiesbaden.de.
Veranstaltungsort: Kinder- und Jugendzentrum in der Reduit, Am Rheinufer 14, 55252 Mainz-Kastel. Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine/Kulturamt Wiesbaden und Amt für Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendzentrum in der Reduit.

Fr 30.09. | 20 Uhr
READ & BEAT
„Freiheit“
Die Freiheit der Gedanken, des Wortes, der Improvisation. Jazz ist maximal unabhängig darin, nicht den Erwartungen des Publikums zu entsprechen und oftmals selbst nicht zu wissen, wohin der Weg führt. Der Schriftsteller bestimmt selbst, welche Welten er erschafft und welche er zerstört. Und geschrieben sowie gesungen wird über den Begriff „Freiheit“ sowieso fast so viel wie über Liebe. Das Publikum wird nicht mit Ekstasen des „Free-Jazz“ beglückt, aber ihm verschiedene Beispiele der freien Improvisation auf die Ohren geben (beispielsweise die Köln Concerts von Keith Jarret), passend zu sehr freien Texten des Dadaismus oder den Ausführungen eines Thomas Bernhard. Jonathan Franzens Buch „Freiheit“, der das genaue Gegenteil beschreibt, ist hier ebenso angesiedelt wie Texte des Dalai Lama. Der Eintritt kostet sechs Euro; nur Abendkasse. Informationen unter www.facebook.com/Borderline.Surfers .
Veranstaltungsort: Literaturhaus Villa Clementine, Anderer Salon, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden. Veranstalter: Uwe Schollar und Leif Tewes (Borderline Surfers) mit Unterstützung durch das Kulturamt und das Literaturhaus Villa Clementine.

Ort:
Literaturhaus Villa Clementine
Frankfurter Straße 1
65189 Wiesbaden
Telefon: 0611 31-5745
E-Mail: literaturhaus@wiesbaden.de
www.wiesbaden.de/literaturhaus

„Die Zukunft des Kinos liegt in Afrika“ – Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität zum Thema „Perspektive Afrika“ erschienen

zukunft-des-kinos-liegt-in-afrika-forschung-frankfurtDie Erfolgsgeschichte des nigerianischen Kinos hat einen Namen: Nollywood. Aus einer Notlage geboren, hat der nigerianische Film das US-amerikanische Vorbild an Umsatz und Zuschauerzahlen längst überholt. An der Goethe-Universität beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in enger Kooperation mit Kollegen in Afrika mit dem nigerianischen Filmerbe. Über gemeinsame Forschungs- und Lehrprojekte berichtet die aktuelle Ausgabe von Forschung Frankfurt mit dem Titel „Perspektive Afrika“.

FRANKFURT. Wer den Blickwinkel der europäischen Medien- und Kulturindustrien erweitern will, sollte auf die afrikanischen Medien- und Filmindustrien sehen. Davon sind die Frankfurter Filmwissenschaftler und Filmwissenschaftlerinnen überzeugt, die die afrikanische Medienkultur mit afrikanischen Kooperationspartnern erforschen und auch gemeinsam einen einzigartigen Masterstudiengang zur Filmarchivierung anbieten. „Es ist die unglaubliche Energie, der Erfindungsreichtum von Kleinunternehmern und die kreative Kapazität, mit sehr wenig sehr viel zu bewegen“, die den Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger am afrikanischen Kino faszinieren.

Nach dem Zusammenbruch der nigerianischen Celluloid-Filmkultur in den 1990er Jahren entwickelte sich der Filmmarkt Nigerias zu einem der größten der Welt, indem die Filmschaffenden das Vorhandene – Technik und Vertrieb – kreativ nutzten: Per VHS-Kassette und auch als Raubkopie vertrieben sie mit einfachen Mitteln gedrehte Homevideos. Das New Nollywood genannte Kino wiederum feiert seit den Nullerjahren Erfolge, indem es sich der neuen digitalen Technik und der neuen Vertriebswege im Internet bedient. Wie verändert sich die Kulturbranche, wenn die Produktion von Film und Musik zunehmend digitalisiert wird? Diesen Fragen gehen die Wissenschaftler der Goethe-Universität in dem interdisziplinären, internationalen Forschungsprojekt Cultural Entrepreneurship and Digital Transformation in Africa and Asia (CEDITRAA) nach – gemeinsam mit Partnern in Mainz im Rahmen der strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) und dem Kooperationspartner Pan-Atlantic University in Lagos in Nigeria.

In der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität über ihre Forschungsprojekte mit Perspektive Afrika. Da geht es zum Beispiel um die Frage, warum afrikanische Migranten im Rhein-Main-Gebiet besonders schnell Deutsch lernen, wie die Bevölkerung in Burkina Faso und Gambia das Engagement von innerafrikanischen Friedensorganisationen bewerten und wie die Verknüpfungen zwischen afrikanischen und asiatischen Ländern jenseits von Stereotypen beschaffen sind. Zu lesen ist von archäologischen Forschungen, die die Wanderungsbewegungen und Ernährungsgewohnheiten früherer Kulturen in den Blick nehmen, oder aber von der Erkundung bislang unbekannter Felsbilder in der Namib-Wüste. Auch die postkoloniale Debatte hat ihren Platz im Themenheft: Sie fragt danach, wer eigentlich über wen forschen darf und welche Rolle dabei die Herkunft der Forschenden spielen sollte.

Alle Beiträge sind online erhältlich unter www.forschung-frankfurt.de

Kultursommer Rheinland-Pfalz: ORGELwochen 2022 Kompass Europa: Ostwind

orgelwochen-beim-kultursommer--logo-450Die ORGELwochen sind ein fester Bestandteil des Kultursommers und haben sich weit über Rheinland-Pfalz hinaus einen hervorragenden Ruf erworben. Seit über 30 Jahren wird durch und mit ihnen die Vielfältigkeit der Orgellandschaft in Rheinland-Pfalz sichtbar: Denn ob große oder kleine, alte oder neue, bekannte oder bislang (beinahe) unentdeckte Orgeln, sie alle erklingen auf den 15 Konzerten von Juni bis Oktober.

In diesem Jahr richtet sich der „Kompass: Europa“ gen Osten. Organistinnen und Organisten von Weltrang, vorwiegend aus den osteuropäischen Ländern, stellen dem Publikum eine Fülle von Orgelmusik der Motto-Länder 2022 vor.

Ob Dom oder Dorfkirche, ohne die Mitarbeit der Kirchengemeinden vor Ort ist eine solche Konzertreihe nicht denkbar. Deswegen gilt ein besonderer Dank allen an den Konzerten und deren Vorbereitung beteiligten Personen für ihre Unterstützung.

Das komplette Programm über: https://orgel.kultursommer.de/)

Download des Programms

„Mainz lebt auf seinen Plätzen“ – 36 Mal Musik, Kultur, Wissenschaft oder buntes Kinderprogramm kostenfrei genießen

Programm zum Download
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(skh) Sechs Wochen Programm am Mainzstrand: kostenfrei und draußen!

Gemeinsam Kultur und Geselligkeit genießen, dazu lädt „Mainz lebt auf seinen Plätzen“ ein. Die Reihe ist zur bewährten, jahrzehntelangen Tradition geworden. Das 1976 vom damaligen Sozialdezernenten Karl Delorme ins Leben gerufene Konzept wird auch 2022 fortgeführt. In diesem Jahr werden insgesamt 36 Veranstaltungen gratis angeboten.

Oberbürgermeister Michael Ebling und Kulturdezernentin Marianne Grosse freuen sich über die Fortsetzung der beliebten Reihe: „Kulturschaffende aus der Region treten auf, mit abwechslungsreichen Programmen für alle Generationen. Wir konnten wieder bekannte Klassiker und beliebte Nachwuchstalente gewinnen, darüber freuen wir uns besonders.“ Für die Gäste ist das Programm, dank großzügiger Unterstützung durch mehrere Sponsoren, kostenlos. Hierzu zählen neben den Mainzer Stadtwerken, der Mainzer Volksbank, becker studio technik und Flo Service auch die Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz und die Mainzer Werbegemeinschaft.

Das abwechslungsreiche Programm wird vom 16. August bis 22. September angeboten, sechs Wochen lang jeweils von Dienstag bis Donnerstag unter freiem Himmel direkt am Rhein. Nach den positiven Erfahrungen in den Vorjahren steht die Bühne wieder am Mainzstrand, dessen Ambiente Urlaubsgefühle weckt. Die Gäste können sich dort auf Musik für jeden Geschmack freuen, sowie auf Wissenschaft, die spannend vermittelt wird und auf unterhaltsame Kindernachmittage.

Programmplaner Oliver Valentin vom Team der städtischen Öffentlichkeitsarbeit hat eine bunte Veranstaltungspalette für Groß und Klein zusammengestellt. Nachmittags ab 16 Uhr können vor allem jüngere Gäste mit ihren Eltern und Großeltern vorbeischauen. Für sie gibt es Theaterauftritte, Zauberkunst oder Gesang zum Mitmachen.

Bei den Abendveranstaltungen ab 18 Uhr kommen Erwachsene auf ihre Kosten. Mitsingen und Tanzen sind ausdrücklich erlaubt und erwünscht – es wird Live-Musik gespielt. Bei einer kühlen Erfrischung im Glas lässt es sich herrlich entspannen. Und wie wäre es mit einem Meenzer Science-Schoppe? Vier Mal gibt es dieses unterhaltsame Wissenschaftsformat. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos und 2022 ohne Voranmeldung.

Dienstag, 16. August: Start ins Mainzer Sommerprogramm Die Reihe „Mainz lebt auf seinen Plätzen“ startet am Dienstag, 16. August 2022, um 16.00 Uhr am Mainzstrand mit Wolfgang Hering, der flotte Bewegungslieder mitbringt. Um 18.00 Uhr gehört die Bühne Jay Schreiber, der sein Publikum mit Gitarre und Gesang fasziniert.

Sponsoren der Reihe:
Mainzer Stadtwerke, Mainzer Volksbank, Lotto Stiftung Rheinland Pfalz, Flo Service, bst Becker Studio Technik, Werbegemeinschaft des Mainzer Einzelhandels

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Auf www.mainz.de/mainzlebt gibt es alle Informationen zur Reihe und zu den einzelnen Veranstaltungen. Programmhefte liegen aus.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022: Sasha Marianna Salzmann hält Laudatio auf Serhij Zhadan

Sasha Marianna Salzmann Sasha Salzmann, Laudatorin für den Friedenspreisträger 2022 © Vera Tammen
Sasha Marianna Salzmann Sasha Salzmann, Laudatorin für den Friedenspreisträger 2022 © Vera Tammen

Die nichtbinäre deutsche Dramatikerin, Essayistin, Kuratorin und Romanautorin Sasha Marianna Salzmann, wird die Laudatio auf Serhij Zhadan halten, der in diesem Jahr mit dem Friedens­preis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, den 23. Oktober 2022, um 10:45 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live in der ARD übertragen.

Sasha Marianna Salzmann, geboren 1985 in Wolgograd (Russland), wuchs in Moskau auf und kam 1995 nach Deutschland. Salzmann studierte Literatur, Theater und Medien in Hildesheim sowie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2002 gehörte Salzmann zu den Mitbegründer*innen des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext und gab dieses elf Jahre lang mit heraus. 2013 wurde Salzmann Hausautor*in am Maxim Gorki Theater Berlin und übernahm im selben Jahr bis 2015 die Künstlerische Leitung des STUDIO Я. Mit Max Czollek zusammen initiierte die Kurator*in den Desintegrationskongress 2016 sowie 2017 die Radikalen Jüdischen Kulturtage am Maxim Gorki Theater. Außerdem gehörte Salzmann 2017/2018 zum Leitungsteam der Literaturwerkstatt „Krieg im Frieden“ am Literarischen Colloquium Berlin.

Salzmanns Debütroman „Außer sich“ (Suhrkamp Verlag) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2017. Erzählt wird von Alissa, die sich in der queeren Szene Istanbuls und in der eigenen Familiengeschichte auf eine Suche begibt: nach dem verschwundenen Zwillingsbruder und nach Zugehörigkeit jenseits von Herkunft, Muttersprache oder Geschlecht. Salzmanns zweiter Roman, „Im Menschen muss alles herrlich sein“, 2021 erschienen und ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert, spielt in der späten, zerfallenden Sowjetunion, in der Ukraine während der Perestroikajahre sowie im heutigen Deutschland und handelt von der unauflöslichen Verstrickung zweier Frauen-Generationen über politische Umbrüche und Auswanderung hinweg.

Im eigenen Werk bezieht sich Salzmann immer wieder auf die Texte Serhij Zhadans, der zu den literarischen Vorbildern der Autorin zählt.

Die beiden Romane sowie Salzmanns international gespielte Theaterstücke wurden mehrfach ausgezeichnet: unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis (2017), dem Nestroy-Theaterpreis (2018) und dem Kunstpreis Berlin (2020). Im Jahr 2020 erhielt die Autor*in die Ricarda-Huch-Poetikdozentur für „Gender in der literarischen Welt“, 2022 den Preis der Literaturhäuser.

Weitere Informationen zum Friedenspreis 2022 sind abrufbar unter: www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de

Schon 30 000 Besucher bei der rheinland-pfälzischen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ in Trier

Staatssekretärin Steingaß (r.) und Oberbürgermeister Leibe (l.) mit den 30.000. Gästen der Landesausstellung, einem Ehepaar aus der Nähe von Worms. Foto: © Th. Zühmer
Staatssekretärin Steingaß (r.) und Oberbürgermeister Leibe (l.) mit den 30.000. Gästen der Landesausstellung, einem Ehepaar aus der Nähe von Worms. Foto: © Th. Zühmer

Die rheinland-pfälzische Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ kann sich bereits zu Beginn ihrer Laufzeit über großes Interesse und starke Besucherzahlen freuen. Staatssekretärin Nicole Steingaß begrüßte nun im Stadtmuseum Simeonstift Trier gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Markus Groß-Morgen, dem Direktor des Museums am Dom, den 30.000. Besucher der Ausstellung, die am 25. Juni 2022 startete.

„Schon gut einen Monat nach der Eröffnung ist mit dem 30.000. Gast bereits ein erster Meilenstein erreicht. Und auch an den Rückmeldungen in den Gästebüchern lässt sich ablesen, dass die Ausstellung hervorragend ankommt. Das unterstreicht, dass diese Schau über die Römer im wohl römischsten Bundesland Rheinland-Pfalz genau am richtigen Platz ist. Gemeinsam mit der Stadt Trier und den Museen vor Ort freue ich mich über das positive Echo und vor allem über die vielen Besucherinnen und Besucher“, sagte Staatssekretärin Nicole Steingaß. Das hohe Interesse bestätige auch die gelungenen Konzeptionen der Ausstellungsteile.

„Es ist sicher ein großer Vorteil, dass durch die Kooperation der drei Museen unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema eingenommen werden können und ganz unterschiedliche Aspekte zum Tragen kommen, wie beispielsweise die neuen Erkenntnisse über Bischof Paulinus“, ergänzte der Direktor des Museums am Dom, Markus Groß-Morgen. Diese Vielfalt ziehe Interessierte aus allen Fachrichtungen in die Landesausstellung.

Thomas Gouture: Les Romains de la décadence. "Grausamer als der Krieg hat sich das Laster auf Rom gestürzt und rächt das besiegte Universum", nach einem Vers des antiken Dichters Juvenal. © Foto Diether von Goddenthow
Thomas Gouture: Les Romains de la décadence. „Grausamer als der Krieg hat sich das Laster auf Rom gestürzt und rächt das besiegte Universum“, nach einem Vers des antiken Dichters Juvenal. © Foto Diether von Goddenthow

Neben Schulklassen machen dabei vor allem Besucherinnen und Besucher von außerhalb der Region einen hohen Prozentsatz der bisherigen Gäste aus.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe zeigte sich hocherfreut über die guten Besuchszahlen der Landesausstellung. „Trier gewinnt immer mehr an Profil als Ausstellungstadt mit Bezug zu historischen Themen und natürlich besonders zur Antike. Das liegt auch daran, dass die Landesausstellungen kontinuierlich mit so hoher Qualität ausgerichtet werden. Ich glaube, das spricht sich beim Publikum herum. Wer einmal eine Landesausstellung besucht hat, erzählt das weiter und kommt gerne wieder“, so Leibe.

Noch bis zum 27. November 2022 heißt die Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ ihre Gäste im Rheinischen Landesmuseum Trier, im Museum am Dom und im Stadtmuseum Simeonstift willkommen. Zu den drei Ausstellungsteilen gibt es außerdem ein umfangreiches Begleitprogramm, das es ermöglicht, die Ausstellung aus weiteren Blickwinkeln zu erleben.

Weitere Informationen, auch zu Begleitprogrammen, Führungen, Orten, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen!

Komplementär-Sonderausstellung im Mainzer Landesmuseum

Eine 3D-Rekonstruktion lässt das Forum Romanum in Rom im Mainzer Landesmuseum wieder aufleben. © Foto Diether von Goddenthow
Eine 3D-Rekonstruktion lässt das Forum Romanum in Rom im Mainzer Landesmuseum wieder aufleben. © Foto Diether von Goddenthow

Empfohlen sei auch die zeitgleich im Mainzer Landesmuseum präsentierte komplementäre Sonderausstellung „Niedergang oder Neuanfang? – Mainz und Köln zwischen Antike und Mittelalter“ (11. Juni 2022 bis 29. Januar 2023). Die Schau entstand in enger Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum Köln und ergänzt die Trierer Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288
landesmuseum-mainz@gdke.rlp.de
https://landesmuseum-mainz.de/p>

Das Literaturforum im Mousonturm Frankfurt im September 2022

mousonturmWenn die Leute im September aus der Sommerpause zurück sind, wartet das Literaturforum im Mousonturm e.V.
in der Frankfurter Waldschmidtstraße 4 gleich mit zwei Buchpremieren der Autorinnen Julia Wolf und Britta Boerdner auf. Zudem geht die neue Reihe „Werkseinstellungen“ an den Start, in der nicht ein einzelnes Buch, sondern das Gesamtwerk im Vordergrund steht.

Das Leseprogramm im September 2022 im Überblick

Sonntag, 4. September, 19.30 Uhr:
Robert Stripling: Unter Stunden – Album I
Über zehn Jahre hat Robert Stripling an Unter Stunden und dem Nachfolgeband Über Flüche gearbeitet – und die Sorgfalt dieser jahrelangen Arbeit spürt man in jeder Zeile. Es ist ein Buch über die Zeit (das sagt bereits der Titel), ein Buch über Erinnerungen (zum Beispiel an einen trunksüchtigen Vater), ein Buch über das Schreiben und das Schriftsteller-Sein, ein Buch über ein Ich, das wandert und beobachtet und staunt…

Diese Reihung ließe sich noch beliebig fortsetzen und würde doch nur ein unzulängliches Bild von Striplings Prosa vermitteln. Denn was Unter Stunden vor allem auszeichnet, ist nicht, was es erzählt, sondern wie es erzählt: mit feinem Gespür für die Musikalität und die Architektur eines Texts und mit Mut zur sprachlichen Extravaganz. Entstanden ist so eine Prosa, die sich allem konventionellen Erzählen so radikal verweigert, wie man es sonst vielleicht nur von Friederike Mayröcker kennt.
Moderation: Paul Jandl
Eintritt: 8,-/5,- Soliticket: 12,-

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Donnerstag, 8. September, 19.30 Uhr:
Norbert Gstrein: Vier Tage, drei Nächte
Ines und Elias sind Halbgeschwister. Seit ihrer Kindheit sind die beiden sich auf eine Art nah, die so innig wie radikal manipulativ ist, spätestens dann, wenn Ines einen neuen Liebhaber hat, der sich mit Elias’ Eifersucht konfrontiert sieht. Und Ines? Sie ist keineswegs Opfer, sondern spielt dieses Spiel mit, denn niemandes Liebe ist reiner als jene von Elias. Als dieser zum Weihnachtslockdown 2020 schließlich seinen eigenen Partner Carl einlädt, entwickelt sich zwischen den dreien ein toxisches Kammerspiel, das tief hineinführt in ein Netzwerk aus Misogynie und Rassismus.

Mit seinem neuen Roman Vier Tage, drei Nächte spinnt Norbert Gstrein jene Motivketten und Fragen weiter, die wir bereits aus seinen letzten Büchern kennen: Wer sind wir? Wie sind wir geworden, was wir sind – und welche Schuld haben wir auf diesem Weg auf uns genommen?
Moderation: Christoph Schröder
Eintritt: 8,-/5,- Soliticket: 12,-

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Donnerstag, 15. September, 19.30 Uhr:
Britta Boerdner: Es geht um eine Frau (Buchpremiere)
„An jenem Freitagmorgen des vergangenen Jahres ging ich als Kriegerin aus dem Haus.“ Ein gutes halbes Jahr später befindet sich die, die da spricht, im freien Fall. Jahrelang hat Elena für ihre Karriere auf ein Privatleben verzichtet. Als sie eine Affäre mit dem fünfzehn Jahre jüngeren Consultant M. beginnt, wird sie diese Beziehung wie ein Projekt behandeln: effizient, kühl, analytisch. Die Anforderungen ihres Berufes bestimmen längst außerhalb des Dienstes ihr Leben – mit katastrophalen Folgen.

Britta Boerdner wirft in ihrem dritten Roman Es geht um eine Frau den Blick in die moderne Arbeitswelt. Zwischen den Zumutungen von corporate language und Selbstoptimierung zeichnet sie das Porträt einer Frau, die von dieser Welt durchdrungen ist, obwohl sie genau dies immer zu verhindern versucht hat. Angesichts der Tragödie, in der ihr Verhältnis zu M. mündet und die das Ende ihrer Karriere markieren wird, blickt sie nun schonungslos auf die Vergangenheit – und sich selbst.
Moderation: Björn Jager
Eintritt: 8,-/5,- Soliticket: 12,-

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Montag, 19. September, 19.30 Uhr:
Werkseinstellungen – Ulrike Almut Sandig
Wenn man Ulrike Almut Sandig als eine der wichtigsten lyrischen Stimmen der Gegenwart bezeichnet, ist das zwar absolut korrekt, wird aber der Vielseitigkeit ihres Werks in keiner Weise gerecht. Fünf Bände mit Gedichten, zwei mit Erzählungen und einen Roman hat Sandig seit 2005 veröffentlicht und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn zu den in Buchform erschienenen Texten gesellen sich noch zahlreiche Hörspiele, Musikalben, Poetryfilme, Klangkunstwerke und Live-Performances, die zusammen einen multimedialen Sprachkosmos bilden. Von poetologischem Größenwahn ist dieser Kosmos jedoch weit entfernt, vielmehr herrschen in ihm Leichtigkeit und Spontanität und immer wieder Mut, sich einzumischen, engagiert zu sein, die Gegenwart in die Texte hinein und dabei die Sprache nicht aus dem Blick zu lassen.

Zeit, den Sandig’schen Kosmos einmal auf ganz grundsätzliche Weise zu erkunden – und wo ginge das besser als beim Auftakt unserer Werkseinstellungen-Reihe? Zu hören wird es natürlich auch etwas geben, denn wie Claus-Jürgen Göpfert einmal ganz richtig in der Frankfurter Rundschau bemerkte: „Aber ach, es ist ein armer Tropf, wer nur auf die Beschreibung eines Sandig-Auftritts angewiesen ist und ihn nicht selbst erlebt.“
Moderation: Christian Dinger
Eintritt: 8,-/5,- Soliticket: 12,-

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Donnerstag, 22. September, 19.30 Uhr:
Julia Wolf: Alte Mädchen (Buchpremiere)
Anni, Else und Hannelore sollen für eine Imagekampagne ihrer Seniorenresidenz Modell stehen. Während Germany’s Next Topmodel läuft, verhandeln die drei Mittneunzigerinnen, was sie über ihr Leben erzählen wollen – und was nicht.
Auf einer Fahrt nach Polen schickt Gudrun eine Sprachnachricht. Ihre Nichte soll vom Tod der Großmutter erfahren, doch Gudrun schweift ab, erzählt von der Flucht am Kriegsende und ihrer Kindheit in den 50ern. Dann wird ihr klar: Sie muss etwas gestehen.
Jenny, Thao und Undine verbringen ein Wochenende, bevor Jenny ihr erstes Kind bekommt. Neben Erinnerungen an die Jugend in den 80ern und 90ern spielen nun auch soziale Unterschiede in ihren Gesprächen eine Rolle – als plötzlich die Wehen einsetzen.
Julia Wolf porträtiert in Alte Mädchen drei Frauengenerationen, spürt Wunden, Werten und Erfahrungen nach und erzählt bundesrepublikanische Geschichte neu: radikal subjektiv und weiblich erkundet sie, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir mitnehmen und was wir loslassen sollten.
Moderation: Björn Jager
Eintritt: 8,-/5,- Soliticket: 12,-

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Donnerstag, 29. September, 19.30 Uhr:
Helene Bukowski: Die Kriegerin
Zehn Jahre sind vergangen, seit Lisbeth und die Kriegerin gemeinsam ihre Grundausbildung bei der Bundeswehr absolviert haben. Während die Kriegerin beim Militär bleibt und einen Auslandseinsatz nach dem anderen antritt, geht Lisbeth zurück nach Berlin, um wieder als Floristin zu arbeiten. Doch dort hält sie es nicht lange aus – fluchtartig kehrt sie immer wieder zum Meer zurück, dem einzigen Ort, an dem sie sich sicher fühlt. Hier trifft sie auch die Kriegerin wieder. Gemeinsam verbringen sie jeden Winter zwei Wochen in einem Bungalow in den Dünen, während Lisbeth für den Rest des Jahres auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet und die Kriegerin im Einsatz ist. In dieser Zeit sind sie einander so nah wie sonst niemandem und dennoch immer bemüht, die eigenen Wunden voreinander zu verbergen.

Nach ihrem gefeierten Debüt Milchzähne beweist Helene Bukowski erneut ihre Fähigkeit, mit kurzen, poetischen Sätzen eine unverwechselbare Stimmung heraufzubeschwören. In Die Kriegerin erzählt sie von einer besonderen Frauenfreundschaft, erlebten und vererbten Traumata und dem unerfüllbaren Wunsch, unverwundbar zu sein.
Moderation: Christian Dinger
Eintritt: 8,-/5,- Soliticket: 12,-

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main
www.hlfm.de

„Zeit der Ingenieure, nicht der Ideologien“ – Auf Frankfurter IHK-Jahresempfang werben Wirtschaft und Politik für Technologie-Offenheit

Beim diesjährigen IHK-Empfang, erstmals wegen Umbauarbeiten im Gebäude am Börsenplatz  im Deutsche Bank Park Stadion, fehlte Frankfurts (Noch-)Oberbürgermeister Peter Feldmann. Auf dem Bild von links: Boris Rhein, Hessischer Ministerpräsident, Ehrengast Norman Thatcher Scharpf, Amerikanischer Generalkonsul in Frankfurt a. M. und Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt © Foto Diether von Goddenthow
Beim diesjährigen IHK-Empfang, erstmals wegen Umbauarbeiten im Gebäude am Börsenplatz im Deutsche Bank Park Stadion, fehlte Frankfurts (Noch-)Oberbürgermeister Peter Feldmann. Auf dem Bild von links: Boris Rhein, Hessischer Ministerpräsident, Ehrengast Norman Thatcher Scharpf, Amerikanischer Generalkonsul in Frankfurt a. M. und Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt © Foto Diether von Goddenthow

Seit Ausbruch der Pandemie war es nach zwei Jahren der erste Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer  Frankfurt am Main, zudem im Sommer statt wie traditionelle im Januar, und auch nicht in ihrem traditionsreichen Gebäude am Frankfurter Börsenplatz, sondern im Frankfurter Waldstadion, welches jetzt  Deutsche Bank Park heißt. Die Börse wird zurzeit umgebaut.

Vor rund 1500 Gästen reflektierte IHK-Präsident Ulrich Caspar die aktuelle wirtschafts-politische Situation: „Eine Häufung von Krisen fordert uns, die Pandemie, der Krieg in Europa, das Reißen der Lieferketten, Veränderungen Chinas, die Energiekrise und der Klimawandel. Jede dieser Krisen bedarf neuer innovativer Antworten und Lösungen. Das ist aber gerade eine der Kernkompetenzen von Unternehmerinnen und Unternehmen.“ Denn sie würden ständig darüber nachdenken, wie man Dinge besser, ressourcenschonender und effizienter macht. Die Wirtschaft sei schließlich kein Selbstzweck, sondern diene stets den Menschen, um die Produkte und Dienstleistungen zu erbringen, die die Menschen nicht nur brauchten, sondern für die sie auch bereit seien, ihr persönliches Geld zugeben. Diese Krisenlösungskompetenz der Wirtschaft müsse aber seitens der Politik mehr genutzt werden. Hierfür sei es erforderlich, technologieoffene Vorgaben zu machen, statt bürokratischer Detailvorgaben.

IHK-Präsident Ulrich Caspar © Foto Diether von Goddenthow
IHK-Präsident Ulrich Caspar © Foto Diether von Goddenthow

Aktuelles Beispiel solcher Fehlentwicklungen sei der Rechenzentrumsplan der Stadt Frankfurt, der die Innovation und einen schnellen Weg zur Klimaneutralität verhindere, so Caspar. Statt technologieoffene Branchen auszuschließen, wie das in Frankfurt mit den Digitalisierungszentren, geschehe, sollte deren Ansiedlung gefördert werden. „Wir könnten uns mit dem weltweit größten Internetknoten und unserer Datenzentrenkapazität zur europäischen Digitalisierungshauptstadt entwickeln, wenn man es zuließe, statt es zu behindern.“

Caspar rief ebenfalls dazu auf, durch mehr Innovationsoffenheit und Ausweisung von Bauland für Wohnen, Gewerbe und Industrie den Unternehmen auch eine gute Perspektive für die Zukunft zu Jahresempfang der IHK Frankfurt am Main: „Wirtschaft sieht Krisen auch als Chance für Innovationen und Verbesserungen“ geben. Hierbei verwies er auf Formen der Energiegewinnung oder auch der Lebensmittelproduktion, die zukünftig eine beeindrucken-de Perspektive bieten würde.

Der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein hob in seiner Rede die Bedeutung des Rhein-Main-Gebiets als eine der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands her-vor.„Mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes Hessens wird im Bezirk der IHK Frankfurt erwirtschaftet“, sagte der Ministerpräsident. Außerdem ging er auf den Fachkräftemangel ein, der ein ernsthaftes Risiko für den notwendigen Umbau der Wirtschaft und des Energienetzes sei. Der Regierungschef sicherte zu, dass die Landesregierung alles Mögliche dafür tun werde, um die duale Ausbildung wieder attraktiver zu machen.

Ministerpräsident Boris Rhein. © Foto Diether von Goddenthow
Ministerpräsident Boris Rhein. © Foto Diether von Goddenthow

Im Hinblick auf die Energiekrise warnte Rhein davor, irgendwelche Optionen auszuschließen, auch nicht die  der Atomkraft.  „Alles, was geht, muss geprüft werden“, wir brauchten einen 360-Grad-Blick mit Technologieoffenheit. „Jetzt ist die Zeit der Ingenieure, nicht die Zeit der Ideologen“, so der Ministerpräsident . Er unterstrich, dass dies auch für den Klimaschutz gelte. Denn Hessen könne ein klimaneutrales Industrieland werden, wobei es gelte, pragmatisch und unternehmensfreundlich vorzugehen. Klimaschutz könne nur dann funktionieren, wenn er Ökonomie und Ökologie sozialverträglich vereine.

Um unabhängiger von unsicheren fossilen Importen zu sein, forciere Hessen außerdem den Ausbau der erneuerbaren Energien. „Der Hessische Landtag wird noch in diesem Jahr ein überarbeitetes Energiegesetz verabschieden.“

Mit der Einladung in den Deutsche Bank Park demonstrierte die IHK ihre Verwurzelung in der Region. „Kaum etwas eint die Region so, wie die Eintracht“, kommentierte Caspar. Andersherum erwies auch Eintracht Frankfurt der IHK viel Ehre, in dem sie nicht nur Maskottchen Attila auftreten ließ, sondern sogar den Europapokal aus-stellte.