„FördervereinsStiftung Deutsche Sporthilfe Wiesbaden e.V.“ benennt sich um in „Sporthilfe Wiesbaden“

Bereits am Donnerstagmorgen (19.12.) wurde der Stiftung Deutsche Sporthilfe vor dem RheinMain CongressCenter (RMCC) ein symbolischer Scheck über 100.000 Euro überreicht. Oliver Rau (Bildmitte), Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe, nahm mit Freude den Scheck aus den Händen von Andreas Steinbauer (rechts im Bild) und Gordon Bonnet, stellvertretend für den Vorstand des Fördervereins, entgegen.
Bereits am 19.12.2019 wurde der Stiftung Deutsche Sporthilfe vor dem RheinMain CongressCenter (RMCC) ein symbolischer Scheck über 100.000 Euro überreicht. Oliver Rau (Bildmitte), Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe, nahm mit Freude den Scheck aus den Händen von Andreas Steinbauer (rechts im Bild) und Gordon Bonnet, stellvertretend für den Vorstand des Fördervereins, entgegen.

Wiesbaden. Die Mitgliederversammlung des „FördervereinsStiftung Deutsche Sporthilfe Wiesbaden e.V.“ hat sich am Freitag (20.12.) bei seiner Sitzung im Hotel Oranien mit nur einer Gegenstimme für die Umbenennung in „Sporthilfe Wiesbaden e.V.“ ausgesprochen. Der Zweck des Vereins besteht von nun an in der Förderung des Breitensports in Wiesbaden. Dies wird laut der neuen Satzung „insbesondere durch die Ausrichtung von Sportveranstaltungen verwirklicht, die benachteiligte Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zur aktiven Ausübung von Sport bewegen sollen.“

Der gemeinnützige und rein ehrenamtlich organisierte Verein wurde am 6.6.2017 gegründet, um die Aktivitäten der Stiftung Deutsche Sporthilfe zu unterstützen sowie den Spitzen- und Breitensport in Wiesbaden zu fördern. Eines der erklärten Ziele war es, zusätzliche Gelder aus der Privatwirtschaft für die Stiftung Deutsche Sporthilfe einzuwerben, um damit ein äußeres Zeichen der Verbundenheit mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe zu setzen, die jährlich in der Landeshauptstadt Wiesbaden den „Ball des Sports“ austrägt. Andreas Steinbauer, Vorsitzender der Sporthilfe Wiesbaden, erklärt: „Es ist unserem Verein durch vielfältige Aktivitäten gelungen, die Sichtbarkeit der Stiftung Deutsche Sporthilfe bei der Bevölkerung in Wiesbaden deutlich zu erhöhen. Unsere bei der Gründung gesetzte Zielmarke, ab dem Jahr 2019 jährlich 100.000 Euro für die Stiftung Deutsche Sporthilfe einzuwerben, haben wir in diesem Jahr mit großen Mühenerreicht und somit Wort gehalten. Dies wurde nur möglich durch die zusätzlich eingeworbenen Sponsorengelder bei den vom Förderverein ins Leben gerufenen Laufveranstaltungen EnergyRun und MidsummerRun. Trotz dieser Aktivitäten ist das Aufkommen durch Spenden und Sponsorengelder jedoch stark rückläufig. Unser Vorstand sieht die Ursache vor allem in den veränderten Compliance-Regelungen in den Unternehmen nach den beispiellosen Fällen von Vetternwirtschaft in Wiesbaden. Es wird mit Sicherheit nicht möglich sein, für die Stiftung Deutsche Sporthilfe in den kommenden Jahren einen größeren Geldbetrag zu akquirieren oder zu erwirtschaften.“

Bereits am Donnerstagmorgen (19.12.) wurde der Stiftung Deutsche Sporthilfe vor dem RheinMain CongressCenter (RMCC) ein symbolischer Scheck über 100.000 Euro überreicht. Oliver Rau (Bildmitte), Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe, nahm mit Freude den Scheck aus den Händen von Andreas Steinbauer (rechts im Bild) und Gordon Bonnet, stellvertretend für den Vorstand des Fördervereins, entgegen.

Im Rahmen der Scheckübergabe und der Mitgliederversammlung kündigte Steinbauer den Termin für den 3. MidsummerRun des Vereins an: Freitag , 19. Juni 2020, von 17 bis 22 Uhr. Die neue Laufstrecke entlang der Sehenswürdigkeiten Wiesbadens führt vom Schlossplatz mit Hessischem Landtag, Rathaus und Marktkirche über die Wilhelmstraße entlang des Staatstheaters, Kurhaus und Bowling Green über die Staatskanzlei bis zur Neroberg-Bahn im Nerotal und zurück (Kinder: 2,5 km, Erwachsene: 5 km). Auf vielfachen Wunsch von Läufern und Firmen soll erstmalig ein 10 km-Lauf und zusätzlich ein Halbmarathon mit Erweiterung der Laufstrecke durch den Kurpark angeboten werden. Für Kinder wird die Teilnahme wie in den Vorjahren kostenlos sein. Handicapped und benachteiligte Jugendliche starten ebenfalls kostenfrei. Beginner/Walking 5 km: 16 Euro , 10 km: 24 Euro, Halbmarathon 21,1 km: 35 Euro. Andreas Steinbauer sagte: „Die in diesem Jahr eingeführte neue Streckenführung hat sich absolut bewährt und wir haben durchweg positive Rückmeldungen von den rund 1.200 Läuferinnen und Läufern erhalten. Für mich ist der MidsummerRun schon jetzt einer der schönsten Innenstadtläufe Deutschlands. Auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der dieses Jahr den Startschuss gab, zeigte sich begeistert. Mit der zusätzlichen Erweiterung auf 10 km und Halbmarathon wird der MidsummerRun noch attraktiver – sowohl für Firmen als auch für ambitionierte Freizeitsportler. Ich bin mir sicher, dass die Medienpartnerschaft mit Hit Radio FFH und der VRM im kommenden Jahr für eine große Bekanntheit der Läufe sorgen wird. Ich rechne mit deutlich höheren Teilnehmerzahlen die wir Jahr für Jahr ausbauen wollen.“

Weitere Informationen unter:
http://sporthilfe-wiesbaden.de/
www.midsummerrun.de

70 Jahre Israel in 70 Plakaten – noch bis 16. Januar 2020

„Israel ist viel mehr“, betonte Hendrik Hering, der schon mehrfach vor Ort war. So sei Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten, sei wirtschaftlich ein sehr erfolgreiches Land und ein kulturell-touristischer „Hotspot“, so Landtagspräsident Hendrik Hering  bei der Ausstellungseröffnung "70 Jahre Israel in 70 Plakaten" im Foyer Abgeordnetenhaus des rheinlandpfälzischen Landtags. © Foto: Diether v Goddenthow
„Israel ist viel mehr“, betonte Hendrik Hering, der schon mehrfach vor Ort war. So sei Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten, sei wirtschaftlich ein sehr erfolgreiches Land und ein kulturell-touristischer „Hotspot“, so Landtagspräsident Hendrik Hering bei der Ausstellungseröffnung „70 Jahre Israel in 70 Plakaten“ im Foyer Abgeordnetenhaus des rheinlandpfälzischen Landtags. © Foto: Diether v Goddenthow

Noch bis zum 16. Januar 2020 präsentieren 70 Künstler-Plakate vom Feinsten  die wechselvolle und facettenreiche 70-jährige Geschichte des Staates Israel im Foyer des Abgeordneten Hauses des Landtags Rheinland-Pfalz, in der Kaiser-Friedrich-Straße 3 in Mainz.  Zu dieser außergewöhnlichen Ausstellung, in der die Designerin Henrietta Singer und die Drehbuchautorin Sara Neuman in ausgewählten Arbeiten eine Geschichte Israels im Medium des Grafikdesigns und der illustrativen Kunst erzählen, lädt Landtagspräsident Hendrik Hering  alle Interessierten herzlich ein (Öffnungszeiten siehe unten).

Bei der Ausstellungseröffnung am 12. Dezember 2019 lobte Hering die außergewöhnliche und erfrischende Art, die Geschichte Israels auf politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene darzustellen.“

Kuratorinnen, Henrietta Singer (rechts und Sara Neumann erläuterten auf einem Rundgang zur Eröffnung die Hintergründe der verschiedenen Plakate. © Foto: Diether v Goddenthow
Kuratorinnen, Henrietta Singer (rechts und Sara Neumann erläuterten auf einem Rundgang zur Eröffnung die Hintergründe der verschiedenen Plakate. © Foto: Diether v Goddenthow

„Als wir anfingen im November 2015, uns zu fragen, begann unsere visuelle Zeitreise in die mittlerweile 70jährige Geschichte des Staates Israel“ und es sei ihnen noch nicht klar gewesen, ob es ihnen um eine Geschichte durch Design oder um Design im Spiegelbild der Geschichte ginge oder, ob sich die Geschichte doch im Design widerspiegele, erinnerte sich Henrietta Singer über die Entstehung der Ausstellung bei der Eröffnung am 12. Dezember 2019. Kurzum: Es entstand eine Ausstellung, in der Geschichte mal ganz anders erzählt, nicht durch Worte erklärt, sondern durch mitunter selbsterklärende Plakate als Zeitfenster, die ihrerseits wiederum wunderbar auch die Design-Epochen spiegeln. Wer tiefer einsteigen will und wem die kleinen Wand-Texte nicht ausreichen, dem sei das im Hermann Schmidt Verlag in Mainz, erschienene Begleitbuch „70 Jahre Israel in 70 Plakaten“, empfohlen. Das Buch kann im Buchhandel und  vor Ort erworben werden.

Kuratorin Henrietta Singer startete ihre Führung am Soldatenposter für das Gründungsjahr 1948. © Foto: Diether v Goddenthow
Kuratorin Henrietta Singer startete ihre Führung am Soldatenposter für das Gründungsjahr 1948. © Foto: Diether v Goddenthow

Jedes Plakat, beziehungsweise die darin von zahlreichen hervorragenden Gestaltern unterschiedlicher Epochen gezeigten Entwürfe, repräsentiert ein Jahr in der Geschichte des 1948 gegründeten Staates. Der Bogen spannt sich dabei von Krieg und Frieden über Politik, Religion, Landwirtschaft und Bildung bis hin zu Gesundheit und Sport.
Zum Gründungsjahr Israels und seiner Armee 1948 zeigt die Ausstellung ein Poster mit zwei entschlossenen Soldaten der israelischen Verteidigungsarmee „Zhal“ von Moshe Raviv-Vorobeichic mit dem Titel „Tag der Vereidigung auf die Israelische Armee“.

Vorurteile und Stereotypen abbauen
Für Landtagspräsident Hendrik Hering ist die Ausstellung schon deshalb so wichtig, da viele Menschen viel zu wenig über Israel wüssten und das Land meistens mit Kriegen, Konflikten und der Shoah verbinden würden. „Israel ist viel mehr“, betonte Hendrik Hering, der schon mehrfach vor Ort war. So sei Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten, sei wirtschaftlich ein sehr erfolgreiches Land und ein kulturell-touristischer „Hotspot“. Erschreckend und beschämend sei für ihn der immer wieder deutlich zu Tage tretende Antisemitismus, der dazu führe, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland wieder Angst hätten, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Nicht zuletzt deshalb sei die Ausstellung so wichtig, um Vorurteile und Stereotypen über das Land und seine Menschen abzubauen und das faszinierende Land auf diese Weise näher kennenzulernen.

Landtagspräsident Hendrik Hering freute sich, bei der Ausstellungseröffnung neben den beiden Kuratorinnen auch die Unterstützer der Ausstellung zu begrüßen. Landtag Rheinland-Pfalz/Kristina Schäfer
Landtagspräsident Hendrik Hering freute sich, bei der Ausstellungseröffnung neben den beiden Kuratorinnen auch die Unterstützer der Ausstellung zu begrüßen. Landtag Rheinland-Pfalz/Kristina Schäfer

Auch die Generalkonsulin des Staates Israel, Sandra Simovich, ließ es sich nicht nehmen, zur Ausstellungseröffnung eine Grußbotschaft zu übermitteln und für die Ausstellung zu werben. In ihr spiegele sich die ganze Vielfalt des Landes wider. Die beiden Kuratorinnen, Sara Neumann und Henrietta Singer, wiesen auf die Möglichkeit hin, dass die Ausstellung auch mittels einer eigens entwickelten App erkundet werden könne (https://smartify.org).

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Januar 2020 täglich – außer an Wochenenden und Feiertagen – von 8 Uhr bis 17 Uhr im Foyer des Abgeordnetenhauses in der Kaiser-Friedrich-Straße 3 in Mainz zu sehen.

Mehr Informationen zur Ausstellung: www.70posters.com

 

Dr. Andreas Henning, Experte für alte Meister aus Dresden, wird neuer Direktor des Landesmuseums Wiesbaden

„Ich bin sehr froh, dass wir Dr. Andreas Henning für Wiesbaden gewinnen konnten“, erklärt die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.© Foto: Diether v Goddenthow
„Ich bin sehr froh, dass wir Dr. Andreas Henning für Wiesbaden gewinnen konnten“, erklärt die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.© Foto: Diether v Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute Dr. Andreas Henning als künftigen Direktor des Hessischen Landesmuseums Wiesbaden der Öffentlichkeit vorgestellt. Der gebürtige Berliner ist derzeit Kurator für italienische Malerei und stellvertretender Direktor an der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und wird zum 1. März 2020 die Nachfolge von Dr. Alexander Klar antreten.

„Ich bin sehr froh, dass wir Dr. Andreas Henning für Wiesbaden gewinnen konnten“, erklärt die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Seine fachliche Versiertheit und große Erfahrung spricht aus zahlreichen Sonderausstellungen, Forschungs- und Vermittlungsprojekten. Seine Leitungskompetenz hat er unter anderem als Stellvertretender Direktor in Dresden unter Beweis gestellt. Ganz besonders gefallen haben uns in der Auswahlkommission seine engagierten Ideen dazu, wie sich ein neues Publikum für das Museum begeistern lässt. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass er ein gutes Gespür dafür hat, wo er die Leute abholen kann, die vielleicht noch nicht oder nur selten ins Museum gehen. Dieser Aspekt ist mir sehr wichtig, denn aus meiner Sicht haben Kunst und Kultur eine zentrale Rolle für unsere Demokratie, und deshalb sollen unsere Schätze zugänglich für alle sein. Dafür wollen wir Schwellen senken und mehr erklären. Unter anderem in diesem so wichtigen Bereich der Vermittlung erwarte ich von Herrn Dr. Henning viele gute Ideen. Er hat spannende Ansätze dafür, wie sich neue Medien für die Vermittlung nutzen lassen und wie die beiden großen Schwerpunkte des Landesmuseums, Kunst und Naturgeschichte, enger verzahnt werden können.“ Herr Dr. Klar hinterlasse ein gut bestelltes Haus, aber sie sei sicher, dass Dr. Henning mit seiner großen Erfahrung  den begonnenen Weg mit viel Schwung fortführen werde, so die Ministerin.

"In einer Zeit, wo wir uns von der virtuellen Welt vereinnahmen lassen, ist der Wechsel in eine analoge Welt wichtig, weil ich mich  in der Auseinandersetzung mit dem realen Objekt neu  selbst erfahren kann", so  Dr. Andreas Henning © Foto: Diether v Goddenthow
„In einer Zeit, wo wir uns von der virtuellen Welt vereinnahmen lassen, ist der Wechsel in eine analoge Welt wichtig, weil ich mich in der Auseinandersetzung mit dem realen Objekt neu selbst erfahren kann“, so Dr. Andreas Henning © Foto: Diether v Goddenthow

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem gesamten Team des Museums Wiesbaden, denn dieses Haus steht für Inspiration“, sagt Dr. Andreas Henning. Er habe durchaus  Respekt vor den  großen Spuren, die Dr. Alexander Klar und sein Vorgänger hinterlassen haben. „Die Qualität und die Breite der Sammlungen faszinieren mich, und zwar Kunstwerke wie Naturobjekte gleichermaßen. Diese beiden Sammlungsschwerpunkte formen den ganz besonderen Charakter des Museums. Sie sollten deshalb auch Ausgangspunkt und Ziel der Museumsarbeit sein, wobei ich mit allen Beteiligten die Strahlkraft der Dauerausstellungen weiter steigern und zugleich nach vielfältigen Wegen der Zugänglichkeit suchen möchte. Zudem ist es mir ein Anliegen, Kunst und Natur noch mehr miteinander ins Gespräch zu bringen. Darin sehe ich die Chance, dass das Museum Wiesbaden sich immer wieder in aktuelle Fragen der Gegenwart einbringen kann und als Ort der Reflexion fungiert“, so Dr. Henning, der  Museen in heutiger Zeit durchaus auch als eine Art „Analoge Schutzräume“ definiert, in der  Menschen, die sich dort auf reale Objekte und Kunst einließen,  vor dem Hintergrund ihres virtuellen Gefordertseins durchaus  neue Wahrnehmungs-Prozesse entwickeln und zu einer Art neuen Willensaktivität und  (Selbst-/Ich-)Erkenntnissen gelangen könnten.

Selbstverständlich werde er auch die Digitalisierung voranbringen. Die digitale Plattform sei die Visitenkarte des Museums. Allerdings begreife er das Digitale immer „nur“ als Weg ins Museum, so Dr. Henning. Bereits 2007 hatte der Kustos für Alte Meister in Dresden den damaligen Second-Life-Hype erfolgreich genutzt, um die Gemäldegalerie Alter Meister 1 : 1 als Online Collection ins Netz zu stellen, wodurch viele, auch eher museumsferne User erfolgreich in die Gemäldegalerie gelockt werden konnten,  sich  auf die Gemälde  einfach mal in echt einzulassen.
Mit solchen und vielen weiteren Ansätzen, etwa beispielsweise stärker naturwissenschaftlich Interessierte mit speziellen Museumsangeboten auch für die Kunst zu gewinnen und umgekehrt,  oder mit gezielten Berufssparten-Angeboten über eine verstärkte  Zusammenarbeit mit Wiesbadener Behörden usw.,  möchte der künftige Direktor gemeinsam mit dem eingespielten Wiesbadener Museumsteam neue Formate für noch mehr Publikums-Frequenz entwickeln.

(Diether v. Goddenthow)

Biographisches

Dr. Andreas Henning, geb. 1969, studierte Kunstgeschichte und Germanistik; seine Promotion schloss er 2002 an der FU Berlin ab. Nach Stationen an der Casa di Goethe in Rom und der Staatsgalerie Stuttgart ist er seit 2004 Kurator für italienische Malerei der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Seine Museumskompetenz stellte er u. a. in zahlreichen Sonderausstellungen, Forschungs- und Vermittlungsprojekten und als Vertreter des Direktors der Gemäldegalerie Alte Meister unter Beweis. Sein Portefeuille an Ausstellungen umspannt Renaissance bis Gegenwart, darunter „Captured Emotions“ am J. Paul Getty Museum in Los Angeles sowie „Georg Baselitz – Dresdner Frauen“ und die Jubiläumsausstellung zum 500. Geburtstag von Raffaels „Sixtinischer Madonna“ in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Seine wissenschaftliche Expertise führte ihn u. a. als Museum Fellow an die Bibliotheca Hertziana / Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom und als Senior Fellow an das Center for Advanced Study in the Visual Arts in Washington DC.
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Fon 0611 ⁄ 335 2170, Fax 0611 ⁄ 335 2192

Laufende Ausstellungen

Das DFF zeigt die weltweit erste Überblicks-Ausstellung über den Universalkünstler Maximilian Schell

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Das Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF präsentiert vom 10. Dezember 2019 bis zum 19. April 2020 aus dem künstlerischen Nachlass von Maximilian Schell ein einzigartiges Porträt des 2014 verstorbenen Universalkünstlers.  Was wenig bekannt ist, hat sich Maximilian Schell neben der Theater- und Film-Schauspielerei auch auf vielen anderen Feldern der Kunst erprobt, unter anderem auch als Pianist, Kunstsammler, Produzent, Maler und Zeichner, als Opernregisseur und Autor.
Die Ausstellung „Maximilian Schell“ ist die weltweit erste große Überblicksschau über das vielfältige Wirken dieses Multitalents.

Aufbau der Ausstellung

Eine Installation im Foyer lädt zu einer ersten visuellen Erkundungsreise ein.© Foto: Diether v Goddenthow
Eine Installation im Foyer lädt zu einer ersten visuellen Erkundungsreise ein.© Foto: Diether v Goddenthow

Bereits im Ausstellungs-Foyer empfangen eine beeindruckende Installation und Informationen zur Vita des Schauspieler die Besucher  und laden zu einer ersten visuellen Erkundungsreise ein.

Oscar® als bester Hauptdarsteller für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) © Foto: Diether v Goddenthow
Oscar® als bester Hauptdarsteller für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) © Foto: Diether v Goddenthow

Die Ausstellung selbst beginnt mit der Präsentation von Maximilian Schell als Oscar®-Preisträger. Er gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die in Hollywood reüssierten. Bereits früh in seiner Karriere gewann Maximilian Schell für JUDGMENT AT NUREMBERG (US 1961, R: Stanley Kramer) den Oscar® als bester Hauptdarsteller. In dem starbesetzten Werk spielte er neben berühmten Kollegen wie Spencer Tracy, Burt Lancaster, Judy Garland und Marlene Dietrich. Als er mehr als 20 Jahre später, 1984, mit MARLENE einen legendären Dokumentarfilm über Marlene Dietrich machte, schloss sich gleichsam der Kreis. Gehörte Marlene Dietrich doch zu den ersten deutschsprachigen Schauspielerinnen, die in die USA emigrierten und auch dort zu Stars wurden.

Nach diesem – auch gestalterisch – sehr gelungenen „Oscar®-Entree“ zeichnet die Ausstellung die einzelnen Stationen Maximilian Schells zunächst als Filmschauspieler nach, untergliedert in die Bereiche Film und Literaturverfilmungen, anschließend seine anderen Wirkfelder und Biographisches unter Stichworten wie „Theater“, „Bildende Kunst“, „Familie Schell“, „Marlene“ usw.

Impression der Ausstellung Maximilian Schell im DFF. © Foto: Diether v Goddenthow
Impression der Ausstellung Maximilian Schell im DFF. © Foto: Diether v Goddenthow

Aus hunderten Fotos, Objekten und Dokumenten des im Besitz des DFF befindlichen Nachlasses gelang es den Kuratoren Hans-Peter Reichmann und Isabelle Bastian wunderbar, eine vielfältige Auswahl gekonnt zusammenzustellen, die Schells künstlerisches Leben illustrieren. Wir sehen Schell als jungen Schauspieler, als Liebender und Grübler, als Hamlet und Jedermann, als Wehrmachtssoldat und als Holocaustopfer, als Talkshowgast und Fernsehstar, als Regisseur und Gentleman. Interviews mit sowie Dokumentaraufnahmen von Schell sind auf weiteren Monitoren im Ausstellungsraum zu sehen und zu hören. Zudem geben über 20 digitale Leinwände in der Ausstellung Einblick in die vielen Facetten von Maximilian Schells Werk.

Filmisches Werk – 20-minütige Kompilation

Im Hintergrund werden Filmausschnitte gezeigt, hier im Bild aus KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (BRD 1955, R: László Benedek).© Foto: Diether v Goddenthow
Im Hintergrund werden Filmausschnitte gezeigt, hier im Bild aus KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (BRD 1955, R: László Benedek).© Foto: Diether v Goddenthow

In dutzenden Filmen hat Maximilian Schell mitgewirkt, dutzende große Theaterrollen gespielt, dutzende Auszeichnungen erhalten – vom Oscar® über den Golden Globe bis zum Deutschen Filmpreis. Mit zahlreichen Dokumenten, Fotos, Drehbüchern, Briefen und Objekten gibt die Ausstellung eine Übersicht über das breit gefächerte Werk des in Wien geborenen Sohns eines Schweizer Schriftstellers und einer Wiener Schauspielerin, der sich, 1938 mit der Familie vor den Nazis nach Zürich geflohen, später immer als Schweizer verstand und auch deren Fußballnationalmannschaft die Daumen drückte. Eine 20-minütige Kompilation auf großer Leinwand präsentiert das filmische Schaffen Maximilian Schells, das sich über 60 Jahre, von KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL (BRD 1955, R: László Benedek) bis LES BRIGANDS (Die Räuber LU/DE/BE 2012-14, R: Frank Hoffmann, Pol Cruchten) erstreckt. Seine enge Freundschaft zu Friedrich Dürrenmatt mündete in zwei Filme: JUSTIZ (DE/CH 1993, R: Hans W. Geißendörfer), in dem Schell den infamen Regierungsrat Kohler mit beängstigender Lakonie spielt, und DER RICHTER UND SEIN HENKER (BRD/IT 1975), bei dem Schell Regie führte und Dürrenmatt als „Schriftsteller Friedrich“ einen urkomischen Gastauftritt verschaffte.

Impression aus dem Bereich "Literaturverfilmung" der Ausstellung Maximilian Schell, hier eine Szene mit dem Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt.© Foto: Diether v Goddenthow
Impression aus dem Bereich „Literaturverfilmung“ der Ausstellung Maximilian Schell, hier eine Szene mit dem Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt.© Foto: Diether v Goddenthow

Nicht nur als Hamlet-Darsteller (etwa bei Gründgens 1963), auch als Hamlet-Übersetzer tat sich Maximilian Schell hervor, der stets deutlich machte, dass die Mehr- und Vieldeutigkeit von Shakespeares Versen nur ungenügend ins Deutsche übertragen wurden. „Meiner Ansicht nach muss man Klassiker unbedingt der Zeit anpassen“, sagt der noch junge Schell in einem Interview, das Gero von Boehm in seinen Dokumentarfilm HAMLET IN HOLLYWOOD aufgenommen hat. So übersetzte Schell für seinen 1968er Hamlet am Deutschen Theater in München die berühmte Schlüsselstelle in: „Zu leben oder nicht zu leben, darum geht’s!“, was von Hellmuth Karasek damals in der ZEIT mit einiger Häme bedacht wurde. Trevor Nunn, ehemaliger Leiter der Royal Shakespeare Company, zählt Schells Hamlet-Interpretation von 1968 dagegen zur bedeutsamsten: „Seine Hamlet-Interpretation (…) hat englische Aufführungen über Jahre hinaus beeinflusst“, betonte er 1983.

Die Alm – Fluchtpunkt der Familie Schell

"Die Alm ist mein Anfang und mein Ende", hatte Maximilien Schell einmal gesagt. © Foto: Diether v Goddenthow
„Die Alm ist mein Anfang und mein Ende“, hatte Maximilien Schell einmal gesagt. © Foto: Diether v Goddenthow

Wie auch in Schells Leben ist der Dreh- und Angelpunkt in der zentralen Blickachse der Frankfurter Ausstellung die Alm im kärntnerischen Preitenegg – der Fluchtpunkt der Familie Schell seit dem frühen 20. Jahrhundert. Hier war Schell verankert, hier erdete sich der Schauspieler mit Villa in Beverly Hills jedes Jahr mehrere Monate, wenn er in der alten Jagdhütte seine künstlerischen Projekte plante und vorantrieb. Hier lebte im Nachbarhaus auch seine Schwester Maria bis zu ihrem Tod 2005. Deren fortschreitende Demenzerkrankung dokumentierte er im vielbeachteten Film MEINE SCHWESTER MARIA (2002) auf einfühlsame und respektvolle Weise.

Weitere Infos zur Ausstellung „Maximilian Schell im DFF“

 

Ort:

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
Deutschland

 

Öffnungszeiten:
Di – Do 10:00 – 18:00
Fr 10:00 – 20:00
Sa – So 10:00 – 18:00

Begleitband zur Ausstellung
Der mehr als 300 Seiten starke und umfangreich bebilderte Begleitband zur Ausstellung untersucht die Karriere Maximilian Schells von allen Seiten: 17 Autor/innen beleuchten Schells große Schauspielkunst, sein Wirken in Hollywood, geben Einblicke hinter die Kulissen, in seine Art zu arbeiten, befassen sich mit dem kundigen Kunstsammler Schell, dem Regisseur Schell, mit seiner großen Liebe für Shakespeare, seinen Auftritten als Gaststar in Hollywood-Blockbustern der 90er Jahre, mit seinem Dokumentarfilm MEINE SCHWESTER MARIA und natürlich mit dem überaus erfolgreichen Krisenprojekt MARLENE.

Infos und Bestellmöglichkeit

Deutscher Handwerkstag endet mit Europas größtem Berufswettbewerb, dem Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2019, im Wiesbadener RheinMain CongressCenter

"So sehen Sieger aus!". "Die Besten der Besten" im Handwerk präsentieren sich beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2019 „Zukunft kommt von Können“ © Foto: Diether v Goddenthow
„So sehen Sieger aus!“. „Die Besten der Besten“ im Handwerk präsentieren sich beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2019 „Zukunft kommt von Können“ © Foto: Diether v Goddenthow

Unter dem Motto „Zukunft kommt von Können“ endete am 13.Dezember 2019 der Deutsche Handwerkstag mit Europas größtem Berufswettbewerb, dem Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2019,  im Wiesbadener RheinMain CongressCenter.

Als Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbsjahres 2019 haben der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Hans Peter Wollseifer in Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter Stefan Füll Präsident und Bernhard Mundschenk Geschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, die Siegerinnen und Sieger im bundesweiten Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks und im Kreativ-Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk“ ausgezeichnet. Mehr als 3.000 Wettkämpfer/innen waren 2019 angetreten und konnten im Rahmen des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks (PLW) ihre berufliche Exzellenz, ihre Passion für ihr Handwerk und im Wettbewerb ihr Können unter Beweis stellen. Fernseh-Moderatorin Anna Planken führte pointiert durch den Abend.

standing ovation für die Sieger in Europas größtem größtem Berufswettbewerb.© Foto: Diether v Goddenthow
standing ovation für die Sieger in Europas größtem größtem Berufswettbewerb.© Foto: Diether v Goddenthow

„Die Bundessiegerinnen und Bundessieger, die wir heute ehren, zeigen auf bemerkenswerte Weise die berufliche Exzellenz und die Hingabe, die im Handwerk möglich sind und die ihnen in Zukunft buchstäblich alle Türen öffnen“, zeigte sich Handwerkspräsident Wollseifer in seiner Eröffnungsrede tief beeindruckt vom Handwerksnachwuchs.

„Es ist ein großer Tag für Sie, aber auch für unser Land“, „Sie sind Vorbilder, und Sie machen Mut!“, beglückwünschte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier die Bundessiegerinnen und Bundessieger. Mit ihrer Teilnahme an dem Leistungswettbewerb hätten alle Teilnehmer gezeigt, etwas Besonderes zu können, die Kraft, das Talent und die Ausdauer zu haben, sich ganz persönlich den großen Herausforderungen  zu stellen. Das sei eine der Grundlagen für eine gelingende Zukunft, lobte der Ministerpräsident. Bei der Überreichung der Urkunden und anschließendem Foto sprach er mit jedem einzelnen Bundessieger.

"Nicht die, die immer in Talkshows auftreten und erzählen, was andere machen, sondern diese jungen Männer und Frauen können sagen: 'Ich habe mir überlegt: Ich glaube, ich kann was, ich traue mir was zu, und ich habe eine ganz besondere Leistung erbracht'". Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v Goddenthow
„Nicht die, die immer in Talkshows auftreten und erzählen, was andere machen, sondern diese jungen Männer und Frauen können sagen: ‚Ich habe mir überlegt: Ich glaube, ich kann was, ich traue mir was zu, und ich habe eine ganz besondere Leistung erbracht'“. Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v Goddenthow

In seiner vielbeachteten Rede ging Bouffier auch auf die großen Veränderungen wie Globalisierung, Digitalisierung, Migration und Klimawandel ein. Er machte sehr  deutlich, dass in einem Land wie Deutschland mit  2 Prozent Anteil am weltweiten Co2-Ausstoß, statt ineffektive Verbote eher technologische Weiterentwicklungen weltweit zu mehr Klima-Neutralität bei gleichzeitigem Erhalt von Arbeitsplätzen und  Wohlstand hierzulande führen dürften. Er hielte weder etwas von den „einen, die den Untergang der Welt für morgen vorhersagen, noch von den anderen, die behaupten, es sei eigentlich gar kein Problem“, so Bouffier. Hingegen seien mehr Maß und Mitte und gelegentlich mehr Vernunft in schwierigen Fragen hilfreicher.
Der Ministerpräsident unterstrich dabei die Bedeutung und Chancen des Handwerks: „Das Handwerk war, ist und bleibt ein unverzichtbarer Teil unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist das Herz des Mittelstandes. Und der Mittelstand wiederum ist das Rückgrat unserer Wirtschaft.“ Das Handwerk legt laut Bouffier einen wesentlichen Grundstein für den Wohlstand und die Entwicklung unserer Städte und Gemeinden. „Regionales Handwerk schafft unverzichtbare Infrastruktur und Perspektiven wie Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort und trägt damit zur Wirtschaftskraft und Lebensqualität im ländlichen Raum bei“, hob der Ministerpräsident hervor.

Talk: "Zukunft kommt von Können" mit : Anna Planken (Moderatorin), Judith Krauter, Bundessiegerin 2019, Schornsteinfegerin, Hans Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Christoph Rapp, Europameister 2018, Bundessieger 2016, Maurer sowie Voker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident. © Foto: Diether v Goddenthow
Talk: „Zukunft kommt von Können“ mit : Anna Planken (Moderatorin), Judith Krauter, Bundessiegerin 2019, Schornsteinfegerin, Hans Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Christoph Rapp, Europameister 2018, Bundessieger 2016, Maurer sowie Voker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident. © Foto: Diether v Goddenthow

In über 100 Wettbewerbsberufen (inklusive Fachrichtungen) konnten sich im Leistungswettbewerb des Handwerks (PLW) mehr als 820 Landessieger/innen für den Bundeswettbewerb qualifizieren. 268 von ihnen freuen sich über die besondere Auszeichnung der ersten drei Plätze. Geehrt wurden 110 I. Bundessieger; 91 II. Bundessieger sowie 67 III. Bundessieger.

Moderatorin Anna Planken führte mit fast allen Siegerin Kurzinterviews, hier mit Bundessiegerin Hann Börm auf Hamburg über ihre ausgezeichnete Fotoserie über das Schuhmacherhandwerk. © Foto: Diether v Goddenthow
Moderatorin Anna Planken führte mit fast allen Siegerin Kurzinterviews, hier mit Bundessiegerin Hann Börm auf Hamburg über ihre ausgezeichnete Fotoserie über das Schuhmacherhandwerk. © Foto: Diether v Goddenthow

Bei der Festveranstaltung wurden auch die Preisträger im Kreativ-Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“ ausgezeichnet. Die Wettbewerber/innen kombinierten traditionelle und neue Werkstoffe, nutzten ihre schöpferische Phantasie, designten und kreierten zeitgenössische Produktlösungen. Der Wettbewerb der guten Form im Handwerk wurde in diesem Jahr in 27 Gewerken durchgeführt. In den ersten drei Siegerkategorien wurden 27 Teilnehmer als 1. Preisträger, 19 als 2. Preisträger und 15 als 3. Preisträger ermittelt.

Heribert-Späth-Preis

Wilhelm Knoll, Geschäfts-führer der malerknoll GmbH & Co. KG aus Kaufering bei München, ist mit dem „Heribert-Späth-Preis für besondere Ausbildungsleistun-gen im Handwerk“ 2019 ausgezeichnet worden. Es zeigt den Sieger mit seinem Laudator Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), © Foto: Diether v Goddenthow
Wilhelm Knoll, Geschäfts-führer der malerknoll GmbH & Co. KG aus Kaufering bei München, ist mit dem „Heribert-Späth-Preis für besondere Ausbildungsleistun-gen im Handwerk“ 2019 ausgezeichnet worden. Es zeigt den Sieger mit seinem Laudator Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), © Foto: Diether v Goddenthow

Während der Festveranstaltung wurde Wilhelm Knoll, Geschäftsführer der malerknoll GmbH & Co. KG aus Kaufering mit dem 3000 Euro dotierten „Heribert-Späth-Preis für besondere Ausbildungsleistungen im Handwerk“ als der beste Ausbilder im Handwerk 2019 geehrt. „Es sind engagierte Betriebsinhaber wie Wilhelm Knoll, die ihre Betriebe in der Region fest verwurzeln, die sich für ihre Mitarbeiter einsetzen und die auch förderbedürftigen Jugendlichen Perspektiven bieten. Sie sorgen für den hohen Stellenwert des Handwerks in der Gesellschaft“, betonte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), in seiner Lauda-tio im Rahmen der PLW-Abschlussveranstaltung am Freitagabend.

Frankfurts Altstadt-Juwel „Haus zur Goldenden Waage“ wurde mit Öffnung der Museumsetagen vollendet und zum „Gebäude des Jahres 2018“ ausgezeichnet

Ab 14. Dezember können Besucher im Rahmen einer Führung vom Historischen Museum aus sich jetzt die gehobene Frankfurter Wohnkultur zu Beginn des 17. Jahrhunderts anschauen. Hier Blick vom Musik- ins Pelikan-Zimmer der zweiten Museumsetage über dem Kaffeehaus Goldene Waage. © Foto: Diether v Goddenthow
Ab 14. Dezember können Besucher im Rahmen einer Führung vom Historischen Museum aus sich jetzt die gehobene Frankfurter Wohnkultur zu Beginn des 17. Jahrhunderts anschauen. Hier: Blick vom Musik- ins Pelikan-Zimmer der zweiten Museumsetage über dem Kaffeehaus Goldene Waage. © Foto: Diether v Goddenthow

„Es ist ein besonderer Moment für uns“. Mit der Rekonstruktion des Hauses zur Goldenen Waage im Rahmen der „neuen“ Altstadt habe Frankfurt eines der schönsten Fachwerkgebäude aus der Renaissance wiedergewonnen, sozusagen als Schlussstein der neuen Altstadt, so Museumsdirektor Jan Gerchow beim Presserundgang im Vorfeld der offiziellen Einweihung am 12. Dezember 2019. Dabei wurde die „Goldene Waage“  in Beisein von Oberbürgermeister Peter Feldmann  von „StadtBild Deutschland e.V.“ zum Gebäude des Jahres 2018“ ausgezeichnet.

Das Haus zur Goldenen Waage wurde von den Vorstandsmitgliedern des Denkmalschutzverbandes "Stadtbild Deutschland e.V." zum "Gebäude des Jahres 2018" ausgezeichnet. v. li.: Bastian Weikum, Dorothee Mang, Vorstandsmitlieder Stadtbild Deutschland e.V. überreichen Oberbürgermeister Peter Feldmann die Ehrentafel.Im Hintergrund das Kaffeehaus Goldene Waage. © Foto: Diether v Goddenthow
Das Haus zur Goldenen Waage wurde von den Vorstandsmitgliedern des Denkmalschutzverbandes „Stadtbild Deutschland e.V.“ zum „Gebäude des Jahres 2018″ ausgezeichnet. v. li.: Bastian Weikum, Dorothee Mang, Vorstandsmitlieder Stadtbild Deutschland e.V. überreichen Oberbürgermeister Peter Feldmann die Ehrentafel.Im Hintergrund das Kaffeehaus Goldene Waage. © Foto: Diether v Goddenthow

Im Frankfurt der Nachkriegszeit war die Goldene Waage wie auch die im März 1944 niedergebombte Altstadt gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden, später weitestgehend mit der städtebaulich verschandelnden Anlage des im Baustil des „Brutalismus“ errichteten technischen Rathauses überbaut,  bis es auf Druck der Bürgerinitiative Pro Altstadt e. V., dem Engagement des Historischen Museums und aufgrund der Initiative des Architekten Jochem Jourdan zur detailgetreuen Rekonstruktion im Zuge des Dom-Römer-Projektes von 2007 bis 2018 kam.

Der Blick auf  das Renaissance-Gebäude die Goldene Waage vom Marktstrasse her, wenn man aus der U-Bahnstation Dom-Römer kommt. © Foto: Diether v Goddenthow
Der Blick auf das Renaissance-Gebäude die Goldene Waage vom Marktstrasse her, wenn man aus der U-Bahnstation Dom-Römer kommt. © Foto: Diether v Goddenthow

Während im Erdgeschoss seit Frühjahr 2019 das „Kaffeehaus Goldene Waage“ einzog, hat das Historische Museum die beiden Obergeschosse des Vorderhauses mit Möbeln, Gemälden und Alltagsgegenständen des 17. und 18. Jahrhunderts so eingerichtet, wie sie die wohlhabende Händlerfamilie van Hamel bewohnt haben könnte, die 1618 das Haus erbauen ließ. Ab dem 14. Dezember 2019 können nun nach Fertigstellung diese Stilräume im Rahmen von Führungen durch das Historische Museum besichtigt werden, wobei der Treffpunkt stets im Foyer des Historischen Museum ist.

Die Museums-Etagen plus Belvederchen
In der ersten Etage über dem „Kaffeehaus Goldene Waage“ mit Wendeltreppenzugang im Flurbereich des Cafès befinden sich die beiden größten Räume: „Große Stube“ und  „Hintere Stube“.

Große Stube

Die „Große Stube“ , der repräsentativste Raum mit einer - hier nicht zu sehenden - wunderbaren rekonstruierten Originalstuckdecke gehört zu den Highlights.  Museumsdirektor Jan Gerchow erläuftert die Bedeutung dieses Raumes, indem gewohnt und auch Geschäfte abgeschlossen wurden. © Foto: Diether v Goddenthow
Die „Große Stube“ , der repräsentativste Raum mit einer – hier nicht zu sehenden – wunderbaren rekonstruierten Originalstuckdecke gehört zu den Highlights. Museumsdirektor Jan Gerchow erläuftert die Bedeutung dieses Raumes, indem gewohnt und auch Geschäfte abgeschlossen wurden. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Große Stube, so Maren Christine Härtel, Kuratorin und Leiterin der Restaurierungswerkstätten des Historischen Museums, diente neben Wohnzwecken vor allem der Repräsentation der Hausherren, was sich an der teuren Ausstattung, etwa den Seidentapeten oder der aufwendig gestalteten Stuckdecke mit der Darstellung von exotischen Früchten, Vögeln, Musikinstrumenten und Putten zeige. Zwei Stuck-Szenen aus dem Alten Testament, die Opferung Isaaks durch Abraham und der Besuch der Engel im Hein Mamre, verwiesen auf den Vornamen des Erbauers. Besucher können hier auch wertvolle Möbel, etwa einen doppelgeschossigen Fassadenschrank um 1620 und andere Schmuck- wie Alltagsgegenstände betrachten.

Hintere Stube

Die „Hintere Stube“ war um 1620 die  Schlafstätte der Töchter des Hauses. © Foto: Diether v Goddenthow
Die „Hintere Stube“ war um 1620 die Schlafstätte der Töchter des Hauses. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Hintere Stube war um 1620 die Schlafstätte der Töchter des Hauses. In späterer Zeit, als man größeren Wert auf eine Privatsphäre legte, teilte man den Raum in zwei Zimmer, so der Museumsdirektor. Das Zimmer wurde als ein reines Schlafzimmer mit wertvollen Möbeln für gehobenes Wohnen des 17. Jahrhunderts nachempfunden, darunter ein Ehebett mit geschnitzten Bibelszenen am Fußteil und einem zweitürigen Schrank mit ebenfalls reicher Schnitzarbeit im Knorpelstil, einem Vorläufer des späteren Frankfurter Schranks, so der Museumsdirektor.

Zweite Etage mit Pelikan-, Musik-, Spiele- und Wirtschafts-Zimmern

In der zweiten Museums-Etage befinden vier Räume. Hier die Presse-Führung mit Jan Gerchow im Pelikanzimmer. © Foto: Diether v Goddenthow
In der zweiten Museums-Etage befinden vier Räume. Hier die Presse-Führung mit Jan Gerchow im Pelikanzimmer. © Foto: Diether v Goddenthow

Pelikanzimmer

Der hier an der Decke in Stuck dargestellte Pelikan, der sich die Brust aufreißt, um seine Jungen zu füttern, symbolisiert den Opfertod Jesu Christi.  © Foto: Diether v Goddenthow
Der hier an der Decke in Stuck dargestellte Pelikan, der sich die Brust aufreißt, um seine Jungen zu füttern, symbolisiert den Opfertod Jesu Christi. © Foto: Diether v Goddenthow

Das Pelikanzimmer ist mit seiner Ecklage und beiden Fensterreihen zum Markt und Höllgasse der hellste Raum. Es diente  als Schreibstube, quasi als Büro. Es ist unter anderem  ausgestattet  mit einem Kabinettschrank aus dem Besitz Friedrich Ludwig von Gans (Flandern, 1. Drittel 17. Jh.), einer Münzwaage, einer Eisernen Truhe (Geldtruhe). Truhentisch usw. Der Name des Zimmers leitet sich ab von einem im Deckenstuckwerk verewigten christlich-symbolträchtigen Pelikan, dem Wappentier der der Familie van Hamel nachfolgenden Familie Barckhaus.

Musikzimmer

Im Musikzimmer wird neben wertvollen Möbeln auf Virginal, ein platzsparendes Cembalo, gezeigt, die im 17 Jahrhundert in großbürgerlichen Haushalten beliebt waren. © Foto: Diether v Goddenthow
Im Musikzimmer wird neben wertvollen Möbeln auf Virginal, ein platzsparendes Cembalo, gezeigt, die im 17 Jahrhundert in großbürgerlichen Haushalten beliebt waren. © Foto: Diether v Goddenthow

Ein offener Durchgang führt nebenan ins Musikzimmer, welches ursprünglich wohl als Schlafzimmer und  geschäftlichen Zwecken diente, und erst im 18. Jahrhundert Musikzimmer wurde, als das häusliche Musizieren einen festen Platz im weiblichen Bildungskanon des Bürgertums einnahm, so Jerchow.

Spielekammer

Das Spielezimmer mit Ausbilck direkt auf den Dom.© Foto: Diether v Goddenthow
Das Spielezimmer mit Ausbilck direkt auf den Dom.© Foto: Diether v Goddenthow

Gegenüber befindet sich die Spielekammer, ausgestattet unter anderem mit dem Brettspiel Tricktrack auf einem „wandelbaren“ barocken Spieltisch, der auch zum Schreiben benutzt werden konnte. Außerdem: Zwei barocke Armlehnstühle sowie niederländische Früchte-Stillleben, die besonders beliebt waren, da sie zugleich auch Waren zeigten, mit dem gehandelt wurde. Spiele sorgten neben Musizieren für Zeitvertreib innerhalb der Familie und mit Gästen.

Wirtschaftsraum

Original Delfter Kacheln um 1618. © Foto: Diether v Goddenthow
Original Delfter Kacheln um 1618. © Foto: Diether v Goddenthow

Der seitlich benachbarte Raum ist der sogenannte Wirtschaftsraum, der im frühen 17. Jahrhundert wohl als Schlafraum für die Söhne der Familie diente. Denn die eigentlichen Wirtschaftsräume sowie die Küche befanden sich im Hinterhaus der Goldenen Waage, so Jerchow. Aber um den Eindruck von der Ausstattung eines bürgerlichen gehobenen Haushaltes im frühen 17. Jahrhundert zu geben, habe man die ehemalige Schlafkammer für die Präsentation des typischen Geschirrs genutzt, welches überwiegend aus Zinn oder Steinzeug bestand.

Belvederchen – Erholung im Dachgarten

Das Belvederchen, die Dachterrasse des Barocks, diente der Erholung.  © Foto: Diether v Goddenthow
Das Belvederchen, die Dachterrasse des Barocks, diente der Erholung. © Foto: Diether v Goddenthow

Auf dem Dach erwartet die Besucher ein weiteres Highlight, das sogenannte Belvederchen mit kleinem Dachgarten. Es diente mit seinem Zierbrunnen im Dachgärtchen, einer hölzernen, reichlich ausgemalten Laube und dem Ausblick auf den benachbarten Domturm der Erholung. Das Belvederchen der Goldenen Waage galt als die schönste Dach-Erholungs-Oase in ganz Frankfurt.

Zur Geschichte der Goldenen Waage – Religionsflüchtling van Hamel

In seiner Eckposition markierte das Haus zur Goldenen Waage den Beginn des sogenannten Krönungsweges vom Dom zum Römer. Diese günstige Lage wird wohl der ausschlaggebende Grund für Abraham van Hamel gewesen sein, als er die Immobilie im Jahre 1605 von der verwitweten Maria Margarethe Gaßmann erwarb. Während seiner Lebenszeit kam van Hamel gleich zweimal in den Genuss eines Logenplatzes im eigenen Haus: 1612 bei der Wahl und Krönung von Kaiser Matthias und am 9. September 1619 bei der Krönung Kaiser Ferdinands II.

Der Erbauer Abraham van Hamel Abraham van Hamel stammte ursprünglich aus Tournai, einer seit dem Mittelalter im Textilgewerbe bedeutenden Stadt in den Spanischen Niederlanden, die heute im französischsprachigen Teil Belgiens liegt. 1581 verließ er seine Heimat, nachdem das calvinistisch geprägte Tournai sich nach dem verlorenen Unabhängigkeitskrieg den spanischen Truppen ergeben musste: Der reformierten Bevölkerung, die nicht bereit war, zum katholischen Bekenntnis zurückzukehren, wurde eine dreimonatige Frist gesetzt, binnen deren sie ihren Besitz veräußern und auswandern mussten. Zahlreiche seiner Landsleute und Glaubensbrüder fanden den Weg in die Reichsstadt am Main. Über vierzig Kaufleute aus Tournai – meist Tuch- und Seidenhändler, die auch als Verleger fungierten – waren bis 1600 nach Frankfurt gekommen, wenngleich mancher weiterzog. Für Abraham van Hamel überwogen die wirtschaftlichen Vorteile der Handels- und Messestadt Frankfurt ganz offensichtlich gegenüber den religiösen Beschränkungen. Er blieb und bekam am 19. November 1599 das Frankfurter Bürgerrecht verliehen.

Van Hamels Entscheidung, in Frankfurt zu bleiben, erwies sich als gute Wahl: Seine Geschäfte als Zuckerbäcker, später vor allem als Gewürz- und Materialwarenhändler florierten. Diese Kombination war nicht ungewöhnlich, zumal sich mit Gewürzen und allerlei natürlichen Substanzen, die zu medizinisch-kosmetischen Zwecken oder in der Seidenfärberei gebraucht wurden (den „Materialwaren“), gutes Geld verdienen ließ.  Van Hamel zählte später zu den wohlhabendsten Frankfurter Bürgern, wie wir seinem umfangreichen Immobilienbesitz entnehmen können, der neben einer Windmühle am Main auch die Goldene Waage, die Nachbarhäuser Hölle und Miltenberg sowie das anschließende Haus Zur Wolkenburg auf dem Krautmarkt umfasste. Im Auftrag van Hamels, nach vielen Verzögerungen und Streitereien, war der Neubau der Goldenen Waage 1619 weitgehend abgeschlossen. Mit seiner großen Familie, seinem Geschäft und den zu einem solchen Haushalt selbstverständlich dazugehörenden Angestellten – von Köchin und Mägden bis zu Lehrlingen, Gesellen und Kaufmannsdienern – zog er in sein neues Heim. Entstanden war ein wahrer Prachtbau, der mit den eleganten, nachts von hölzernen Läden verschlossenen Sandsteinarkaden des Erdgeschosses, dem aufwendigen Schmuckfachwerk und weiteren reichen Verzierungen seine Umgebung überstrahlte. Die Hausherren ließen ihre Porträts sehr selbstbewusst in den Kragsteinen über dem Eingang zum Markt verewigen; direkt über der Tür prangte das Ehewappen von Abraham van Hamel und Anna de Litt. Auch das goldene Hauszeichen auf der Ecke von Markt und Höllgasse kündete gleichsam von Glanz und Reichtum des Erbauers.

Traditionelle Verbundenheit zum Historischen Museum

Seit über 100 Jahren sind das Haus zur Goldenen Waage und das Historische Museum Frankfurt eng verbunden, so Jerchow. 1913 hatte das Museum dieses prachtvolle Altstadthaus übernommen, zunächst um es als Bürofläche und Bibliothek zu nutzen. Als Ausstellungshaus nutzte das Museum die Goldene Waage von 1928 bis zur Räumung 1942. Das fünfzigjährige Jubiläum des Museums 1928 wurde Anlass zur Einrichtung der großen, alle Häuser des Museums überspannenden Ausstellung „Aus Alt-Frankfurter Bürgerhäusern“. In der Goldenen Waage waren vor allem Möbel, Gemälde und andere Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände des 17. und frühen 18. Jahrhunderts konzentriert, überwiegend aus den Museumssammlungen. Nach der weitgehenden Zerstörung des Hauses in der Bombennacht des 22. März 1944 blieb der ehemalige Standort über Jahrzehnte unbebaut, auch weil die Goldene Waage auf historischem Grund stand: Das prominente Grundstück lag direkt neben der karolingischen Pfalz – das Haus selbst ruhte mit seinem südlichen Giebel sogar direkt auf der Außenmauer der Aula Regia, der Königshalle der Pfalz. Dies ist ein Grund, warum der Nachbau 2014– 2019 nicht ganz exakt an der ursprünglichen Stelle erfolgen konnte und auch auf die Wiederherstellung der Kellergewölbe verzichtet werden musste.

Führungen zur Goldenen Waage

Der Besuch im Haus zur Goldenen Waage ist ausschließlich im Rahmen von Führungen möglich. Öffentliche Führungen finden täglich (außer am Montag) um 16 Uhr statt und starten im Foyer des Historischen Museums. Die Führungen dauern 90 Minuten. Treffpunkt ist im Foyer des Historischen Museums im Saalhof. Dort geht es zunächst zum „Altstadt-Drama“, wo Sie die bewegte Geschichte der Goldenen Waage im Kontext der Geschichte der Frankfurter Altstadt erfahren. Von dort führt der Weg in die Goldene Waage. Dort gibt es eine Garderobe für Jacken, Mäntel und kleinere Taschen. Größere Gepäckstücke müssen in den Schließfächern im Historischen Museum deponiert werden. In den kleinen Räumen werden viele wertvolle Sammlungsobjekte ungeschützt präsentiert, weshalb die Führungen von Aufsichtspersonal begleitet werden. Ständige Öffnungszeiten gibt es nicht. Es ist kein Personal vor Ort. Die Räume werden nicht vermietet. Für die Teilnahme an einer Führung ist eine Anmeldung beim Besucherservice erforderlich.

Außenbereich zum Dom hin des Kaffeehauses Goldene Waage. © Foto: Diether v Goddenthow
Außenbereich zum Dom hin des Kaffeehauses Goldene Waage. © Foto: Diether v Goddenthow

Eintritt
Der Eintritt kostet 8 €/erm. 4 € + 6 € Führungsgebühr (das Ticket schließt die Dauerausstellungen des Museums ein). Individuelle Gruppenführungen (max. 20 Personen) können ebenfalls über den Besucherservice gebucht werden und kosten 220 € pro Gruppe, am Wochenende/Feiertag 240 €, fremdsprachig + 10 €. Die Zugänge im Haus zur Goldenen Waage sind leider nicht barrierefrei

Anmeldung beim Besucherservice des Historischen Museums
historisches-museum150Den Besucherservice des Historischen Museums erreichen Sie montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr telefonisch unter +49 69 212-35154 oder per E-Mail unter besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de.

Exklusive Event-Führungen „Spuk in der Goldenen Waage“
Erfahren Sie, was passiert, wenn ein moderner Nachfahre von Abraham van Hamel im Haus übernachtet und Nachforschungen zu seiner Familiengeschichte betreiben will. Vielleicht erfährt er mehr, als ihm lieb ist. Denn wer die Geister in der ‚alten Hölle‘ (wie das Grundstück im Mittelalter hieß) wieder erweckt, der wird sie so schnell nicht wieder los! Öffentliche Termine für „Spuk in der Goldenen Waage“: Mittwoch, 22. Januar, 16 und 18 Uhr Sonntag, 2. Februar, 14 und 16.30 Uhr Sonntag, 8. März, 14 und 16.30 Uhr Sonntag, 26. April, 14 und 16.30 Uhr Der Eintritt kostet 25 € pro Person. Für die Teilnahme an einer Event-Führung zur Goldenen Waage ist eine Anmeldung beim Besucherservice erforderlich. Sie können Ihre eigene Event-Führung buchen. Kontaktieren Sie unseren Besucherservice. Weitere Informationen: historisches-museum-frankfurt.de/goldene-waage

Deutscher PEN bittet um Spenden zur Unterstützung bedrohter Autoren

fuer-das-freie-wortDas PEN-Zentrum Deutschland ruft zu Spenden an den internationalen PEN Emergency Fund auf, damit dieser weltweit seine Arbeit fortführen kann, Autorinnen und Autoren, die von Tod und Inhaftierung bedroht sind, zu helfen.
„Wem die Freiheit des Wortes am Herzen liegt, der muss sich der Sprache der Despoten verweigern – ob gegenüber den Verbrechen gegen die Menschlichkeit im nationalsozialistischen Deutschland, den schweren Verletzungen des Humanitären Völkerrechts in den Jugoslawien-Kriegen oder den Menschenrechtsverletzungen heute in Eritrea und in der Türkei. Das Writers-in-Prison-Komitee des internationalen PEN setzt sich für bedrohte Journalisten, Schriftsteller und Autorinnen ein, die in ihren Ländern Missstände beschreiben und aufdecken, da sie sich als Literaten einzig der Wahrheit und der Wahrhaftigkeit ihres Werks verpflichtet fühlen. Schreibend die Welt nicht nur abzubilden, sondern auch zu verändern, sollte von Ehre und Ruhm begleitet sein, wird jedoch allzu oft mit Tod oder Gefängnis bestraft.“

Jedes Jahr werden weltweit viele bedrohte Schriftstellerinnen und Schriftsteller durch den PEN Emergency Fund unterstützt. Auch Ihre Spende kann helfen! Nähere Informationen finden Sie unter https://penemergencyfund.com/en. Sie können auch an das deutsche PEN-Zentrum mit dem Verwendungszweck „Writers-in-Prison“ spenden.

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Günster: Wissenstransfer eröffnet rheinhessischen Unternehmen neue Chancen

IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz, Wirtschaftswissenschaftlerin Lara Zschau, Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Wirtschaftswissenschaftler Fabian Baumann, Personalfachkauffrau Karin Stricker, Architekt Daniel Becker und IHK-Präsident Dr. Engelbert J. Günster (v.l.). Foto: IHK Rheinhessen/Stefan Sämmer
IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz, Wirtschaftswissenschaftlerin Lara Zschau, Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Wirtschaftswissenschaftler Fabian Baumann, Personalfachkauffrau Karin Stricker, Architekt Daniel Becker und IHK-Präsident Dr. Engelbert J. Günster (v.l.). Foto: IHK Rheinhessen/Stefan Sämmer

Preis der IHK für Rheinhessen 2019: Akademischer Nachwuchs und Leistungsträger der Weiterbildung in Mainz ausgezeichnet

Die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen zeichnet eine junge Wissenschaftlerin und drei junge Wissenschaftler mit dem IHK-Preis 2019 aus. Die mit insgesamt 5.000 EUR dotierte Förderung des akademischen Nachwuchses vergab die Jury an die Wirtschaftswissenschaftlerin Lara Zschau, den Architekten Daniel Becker, den Wirtschaftswissenschaftler Fabian Baumann und den Wirtschaftsingenieur Moritz Reckert. Für herausragende Leistungen in der beruflichen Weiterbildung erhielt die Personalfachkauffrau Karin Stricker den mit 2.500 EUR dotierten Sonderpreis „Beste der Besten“.

IHK-Präsident Dr. Engelbert Günster sagte anlässlich der Preisverleihung: „Die Innovationsfähigkeit der rheinhessischen Unternehmen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können kein umfangreiches Detailwissen in eigenen Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen vorhalten. Deshalb ist die Kooperation mit der angewandten Forschung für sie ein praktikabler Weg, um eigenes Know-how zu generieren und zu optimieren.“ Zudem schafft der Wissenstransfer nach den Worten Günsters eine weitere Chance für die Betriebe: „In Zeiten wachsenden Fachkräftemangels bietet sich die Gelegenheit, potenzielle Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden.“

Den Festvortrag anlässlich der Verleihung des IHK-Preises 2019 hielt Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz(JGU), über die Rolle der Universität in Wirtschaft und Gesellschaft. So stellt die JGU für die Landeshauptstadt Mainz einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Denn mit über 12.000 Beschäftigten (inklusive der Universitätsmedizin Mainz) ist die JGU größter Arbeitgeber der Stadt und wichtiger Auftraggeber für die Unternehmen in Mainz und der Region. Über diesen Standortfaktor hinaus erläuterte der Präsident, welche entscheidende Rolle die „Ressource Wissen“ heute als Impulsgeber für Wirtschaftswachstum und gesellschaftliche Entwicklung spielt. „Grundlagenforschung ist die Basis für die Innovationen von morgen und daher unverzichtbar für die langfristige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes“, so der Präsident.

Der IHK-Preis wird zum 32. Mal verliehen. Er prämiert hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die an einer Hochschule des IHK-Dienstleistungsbereiches Rheinhessen erstellt wurden. Sie sollen eine praktikable, möglichst direkte Umsetzung oder Anwendung in der Unternehmenspraxis erwarten lassen und im Gesamtinteresse der gewerblichen Wirtschaft liegen. Zugleich soll der akademische Nachwuchs einen Ansporn zur Leistung erhalten. Ergänzt wird der Förderpreis seit dem Jubiläum zum 200-jährigen Bestehen der Kammer im Jahr 1998 durch den Sonderpreis „Beste/-r der Besten“ für herausragende Absolventen der beruflichen Fortbildung.

IHK prämiert Spitzenleistungen an Hochschulen und in der Weiterbildung

Die Träger des „IHK-Preis 2019“
IHK-Preis 2019, dotiert mit 1.750 EUR

Preisträger: Lara Zschau
Thema: „The ,New Groupthink´ and Idea Generation: An investigation of hybrid brainstorming as key to introverts´ enhanced contribution to ideation“, Master-Arbeit am Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Mainz. Betreuer: Prof. Dr. Oliver Mauroner, Note: 1,0.
Für Unternehmen wird es immer wichtiger, sich durch Innovationen im Wettbewerb zu behaupten. Basis derartiger Innovationen sind zunächst Ideen, die häufig von den eigenen Mitarbeitern stammen. Im betrieblichen Alltag haben sich zur Ideenfindung bestimmte gruppendynamische Methoden etabliert, wie z.B. das klassische Brainstorming. Die wissenschaftliche Forschung zeigt allerdings, dass introvertierte Menschen sich in Gruppen häufig schwer tun, auf Ideen zu kommen und ihre Ideen zu äußern. Lara Zschau hat anhand eines Experiments gezeigt, dass die Methode des sogenannten „hybriden Brainstormings“ dazu führen kann, dass Introvertierte mehr Ideen erzeugen als auf die klassische Weise.
Lara Zschau (*1991) hat zunächst an der ESB Business School, Hochschule Reutlingen, ihren Bachelor abgelegt, danach an der Hochschule Mainz den Master International Business erworben. Dabei absolvierte sie Auslandssemester in Schweden und Argentinien. Dafür wurde sie auch als Baden-Württemberg-Stipendiatin gefördert. Neben ihren Studien hat die gebürtige Darmstädterin berufspraktische Erfahrung gesammelt bei der Lufthansa, der Deutschen Bahn oder der CPC Unternehmensmanagement AG. Heute ist sie Consultant für das Gebiet Human Ressources Transformation bei einer Unternehmensberatung in Frankfurt/Main.

IHK-Preis 2019, dotiert mit 1.750 EUR
Preisträger: Daniel Becker
Thema: „Die andere Expansion – Städtebauliche Reparaturmaßnahmen als Mittel der Quartiersstärkung (Band I und Band II)“, Master-Arbeit am Fachbereich Technik, Studiengang Architektur, der Hochschule Mainz. Betreuer: Prof. Dipl. Ing. Michael Spies, Note: 1,0.
In Bezug auf den Wohnungsmarkt am Mittelrhein ist der Begriff „Expansion“ ein Fremdwort. Die bauliche Enge, sowie die schlechte Infrastruktur im Tal sind ein Grund für die seit Jahren abnehmende Bevölkerungszahl und den damit einhergehenden zunehmenden Leerständen. Ein Trend, den die Hochschule Mainz schon in einer 2012 veröffentlichten Pilotstudie für Oberwesel darlegte. Entgegen den damaligen Auswertungen gibt es sechs Jahre später erste Anzeichen, dass sich die Situation in der Kernstadt von Oberwesel verändert hat. Eine Rolle spielen neue Wohnformen wie Mehrgenerationenwohnen oder gemeinschaftliche Wohnformen, die sowohl der älter werdenden Generation als auch jungen Familien attraktive Möglichkeiten zum Verbleib in den Ortskernen bieten. Die Notwendigkeit zur Anpassung, Stabilisierung und zum geordneten Rück- und Weiterbau wird Aufgabe der Kommunalentwicklung in den nächsten Jahren werden.
Daniel Becker (*1989) hat nach der Ausbildung zum Steinmetz auch die Meisterprüfung in diesem Beruf in Koblenz und Freiburg abgelegt, wobei er als bester Jungmeister der Handwerkskammer Freiburg abschloss. Es folgte das Studium der Architektur, erst mit Bachelor-Abschluss, dann zum Master. Berufserfahrung erwarb er sich im Steinmetz- und Bildhauerhandwerk im heimatlichen Oberwesel, wechselte dann als Angestellter in den elterlichen Straßenbau- und Sanitärtechnikbetrieb. Während des Studiums absolvierte er Praktika in Architekturbüros. Heute ist er angestellt beim Landesbetrieb Liegenschafts- Baubetreuung in Mainz.

IHK-Preis 2019, dotiert mit 1.000 EUR
Preisträger: Fabian Baumann
Thema: „Critical Analysis of Consumer Acceptance of Clean Meat – A Critical Comparison of Nutritionally Enhanced and Non-Enhanced Products“, Bachelor-Arbeit im Bereich Internationales Rechnungswesen und Controlling an der Hochschule Worms. Betreuer: Dipl.-Kfm. Gernot Keller, Note: 1,0.
Untersucht wurde die Akzeptanz der Verbraucher von „Clean Meat“. Darunter versteht man Fleisch, das in einem Nährmedium unter Verwendung tierischer Zellen gezüchtet wird. Die Methode erspart das Schlachten von Tieren. Im Zuge der Herstellung von „Clean Meat“ entstehen verbesserte Nährwerte, die gesundheitliche Vorteile beim Verzehr versprechen. Wie sich das im Urteil der Verbraucher niederschlägt, erhob Fabian Baumann in einer Umfrage unter zwei experimentelle Gruppen von Teilnehmern aus den USA. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verbraucher Vorteile für die Gesundheit und für die Gesellschaft wahrnehmen. Aber sie empfinden eine Beeinträchtigung der sensorischen Eigenschaften, ganz besonders hinsichtlich des Geschmacks. Insgesamt erfährt Clean Meat eine hohe Akzeptanz unter den US-Verbrauchern.
Fabian Baumann (*1996) hat nach dem Abitur das Studium im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften – Studiengang International Management – an der Hochschule Worms aufgenommen. Dabei legte er auch ein Auslandssemester in Riga ein. Nebenher absolvierte er Praktika bei der Mannheimer Crowdsourcing-Plattform Stirvox, bei der Daimler AG in Germersheim und Stuttgart oder als Werkstudent bei Ampega Asset Management in Köln.

IHK-Preis 2019, dotiert mit 500 EUR
Preisträger: Moritz Reckert
Thema: „Energetische Betrachtung und Umbau einer raumlufttechnischen Anlage im pharmazeutischen Umfeld“, Master-Arbeit am Fachbereich Technik, Informatik und Wirtschaft der Technischen Hochschule Bingen. Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Klaus Keine; Note 1,0.
Moritz Reckert führte beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim die energetische Betrachtung einer raumlufttechnischen Anlage (Lüftungsanlage) im pharmazeutischen Umfeld durch. Er ermittelte energetische Einsparpotentiale, indem er eine bestehende Anlage mit dem aktuellen Stand der Technik abglich. Dabei betrachtete und bewertete er detailliert vor allem die Gesichtspunkte der Wirtschaftlichkeit, den Einfluss auf den qualifizierten Zustand der Anlage und zeitliche Rahmenbedingungen. Der Umbau der Anlage nach diesen Gesichtspunkten wurde auf eine Frist von drei Tagen geplant und auch erfolgreich umgesetzt. Die angestrebten energetischen CO²-Einsparungen wurden nach Abschluss der Umbauarbeiten ausgewiesen. Weitere Umbaumaßnahmen gemäß der ermittelten Einsparpozentiale werden für längere Stillstandzeiten außerhalb des Rahmens der Masterarbeit geplant und umgesetzt.
Moritz Reckert (*1993), absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Boehringer Ingelheim. Daran an schloss der gebürtige Mainzer ein Duales Studium im Fach Maschinenbau Produktionstechnik an der TH Bingen, das er mit dem Bachelor of Engineering abschloss. Es folgte das Studium im Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Maschinenbau. Seither arbeitet er als Project Ingeneer bei Boehringer Ingelheim.

Sonderpreis „Beste der Besten“, dotiert mit 2.500 EUR
In die Weiterbildungsprüfungen bei der IHK für Rheinhessen sind im vorigen Jahr 463 Absolventen gegangen. Das beste Gesamtergebnis mit 91,4 Punkten hat Karin Stricker in der
IHK-Weiterbildungsprüfung „Geprüfte Personalfachkauffrau“ erzielt.
Karin Stricker (*1988) hat nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten in diesem Beruf in ihrer Heimatstadt Worms, Hofheim und Alzey gearbeitet. 2015 wechselte Sie zur HDP Gesellschaft für ganzheitliche Datenverarbeitung mbH in Alzey. Hier legte sie zunächst die Ausbildereignungsprüfung ab und absolvierte die Weiterbildung zur IHK-Personalfachkauffrau als Jahrgangsbeste. Bei ihrem heutigen Arbeitgeber ist sie zwischenzeitlich von der Sachbearbeiterin zur Personalreferentin aufgestiegen und mit einem umfangreichen Aufgabengebiet betraut.

„Qanga“ – Die Geschichte Grönlands als Graphic Novel im Archäologischen Museum Frankfurt

Bildgewaltige Erzählungen des grönländischen Zeichners und Künstlers Konrad Nuka Godtfredsen und der Autorin Lisbeth Valgreen veranschaulichen die Ankunft der ersten Menschen in Grönland, die vor 4500 Jahren aus dem heutigen Kanada einwanderten, über die spätere Fängerkultur bis zu den Jahren des Zusammenlebens mit den ersten Missionaren und Kolonisten. Historische Alltags- und Kultgegenstände aus dem Weltkulturen Museum Frankfurt ergänzen die Ausstellung.
Themenvertiefend verdeutlicht die Poster-Ausstellung „Our Arctic Future“ die Zukunft dieses Lebensraumes – in Zeiten des Klimawandels.

Wer erzählt die Geschichte eines Volkes ohne eigene Geschichtsschreibung, zumal die einer früheren Kolonie? Der grönländische Zeichner und Künstler Nuka Godtfredsen wagt sich an genau dieses Experiment in einer einmaligen Zusammenarbeit mit ArchäologInnen des Dänischen Nationalmuseums.

Entstanden ist eine vielschichtige Graphic Novel, die auf Grundlage aktueller archäologischer Funde historisches Wissen vermittelt. Es geht aber auch darum, Fakten neu aufzubereiten und damit letztendlich Identitätsfragen anzugehen. Kann sich aus dieser Geschichte auch Selbstbewusstsein für das heutige Grönland wachsen?

Auch Nicht-Grönländern, deren Vorstellungen durch eher statische und vage Bilder von Menschen in Iglus geprägt sind, wird konkretes Wissen geboten. Das Graphic Novel-Projekt entstand zwischen 2006 und 2018 und liefert lebendige Einblicke in die grönländische Geschichte: von der Zeit der ersten Menschen, die vor 4500 Jahren aus dem heutigen Kanada einwanderten, über die spätere fanger Kultur bis zu den Jahren des Zusammenlebens mit den ersten Missionaren und Kolonisten.

Lebensnah, dramatisch, bunt: Es sind mitreißende Erzählungen, die die LeserInnen auf die Reise der Shamanin Ukaliatsiaq, auf Jagd mit dem Fänger Nanu oder ins Leben des Inuitjungen Qajuuttaq mitnehmen.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an Originaldrucken des vierbändigen Werkes und umfangreiches Bildmaterial, das Grundlage für die Arbeit des Zeichners bildete. Auf großformatigen Karten können die BetrachterInnen die Wege der fiktionalen Hauptpersonen verfolgen und sich anhand von historischen sowie thematischen Tafeln in Themen wie Animismus und religiöse Rituale, Handelsbeziehungen oder Jagdtraditionen vertiefen.

Historische Alltags- und Kultgegenstände aus Grönland verdeutlichen das stark von der Umwelt geprägte Leben der Menschen noch bis vor einigen Jahrzehnten. Die Jagd mit Harpunen, funktionale Kleidung aus Fell und das enge Zusammenleben mit Hunden sind zentrale Punkte der Menschen im arktischen Lebensraum und werden mit originalen Objekten aus dem Weltkulturen Museum Frankfurt veranschaulicht.

Grönland ist heute Teil der sogenannten Reichsgemeinschaft aus Dänemark, Grönland und den Färöer Inseln. Sowohl Grönland als auch die Färöer besitzen mittlerweile weitreichende Autonomie. Über die Jahre konnte ein Prozess der Identitätsfindung beobachtet werden, der sich auch in einem großen Interesse an der eigenen Geschichte niederschlägt.

Ergänzende Poster-Ausstellung OUR ARCTIC FUTURE

Das vielfach gelobte und preisgekrönte Graphic-Novel-Projekt Qanga-Oqaluttuat kann als Teil dieser Entwicklung gesehen werden und trägt zudem zu einem besseren Verständnis vom heutigen
Grönland bei.
Schmelzendes Inlandeis, schwindende Gletscher, unendliche Eiswüsten und einsame Eisbären – das sind die Bilder der Arktis, die wir kennen. Wer aber lebt dort? Welche Hoffnungen hegen die Menschen angesichts der tiefgreifenden Veränderungen der Umwelt?

Die ergänzende Poster-Ausstellung OUR ARCTIC FUTURE widmet sich verschiedenen Aspekten, die zu einem differenzierten Verständnis eines komplexen Themas führen: Gesellschaft, Klimawandel, Rohstoffe, Energie – aber auch Bemühungen der internationalen Zusammenarbeit, gemeinsame und nachhaltige Lösungen zu finden. In Porträts und Interviews kommen StudentInnen, DesignerInnen, AutorInnen, MusikerInnen und ForscherInnen aus Grönland und von den Färöern zu Wort. Sie alle eint das große Engagement für diesen Teil der Erde, der über unser aller Zukunft mitentscheidet.

Archäologisches Museum Frankfurt
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