Kategorie-Archiv: Landesmuseum Mainz

Mainzer Landesmuseum: Wegen großer Nachfrage Sonderöffnung der Slevogt-Ausstellung am 5.2.2019

Max Slevogt, Strandbild mit Muschelfischer, 1908 Privatbesitz Landesmuseum Mainz,
Max Slevogt, Strandbild mit Muschelfischer, 1908 Privatbesitz Landesmuseum Mainz,

„Ein Tag am Meer“ am 5. Februar von 18 bis 22 Uhr zum Sonderpreis zu sehen / Bereits über 30.000 Besucher

Die aktuelle Sonderausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ ist ein echter Publikumsmagnet. Über 30.000 Kunstfreunde haben die Ausstellung im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) bereits besucht. Da die Ausstellung nur noch bis 10. Februar zu sehen ist, bietet das Landesmuseum aufgrund dieser enormen Nachfrage am 5. Februar eine Sonderöffnung bis 22 Uhr an. Ab 18 Uhr zahlen alle Besucher den ermäßigten Eintrittspreis von fünf Euro. „Wir freuen uns sehr über die großartige Resonanz und möchten allen die Chance geben, sich die Sonderausstellung anzuschauen“, erklärte Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums.

Die Sonderschau, mit der das Landesmuseum Mainz den Künstler anlässlich seines 150. Geburtstags im vergangenen Jahr würdigt, widmet sich einem Aspekt in Slevogts Werk, der bislang kaum Beachtung fand: dem Sujet der Strandlandschaft. Besondere Highlights sind drei bisher unbekannte Bilder des bekannten Künstlers, die er bei seinem einzigen Aufenthalt im holländischen Noordwijk gemalt hatte.

Die Ausstellung „Ein Tag am Meer“ ist am Dienstag, 5. Februar, bis 22 Uhr zu sehen. Alle anderen Ausstellungsräume des Landesmuseums sind von der Sonderöffnung ausgenommen.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz

Landesmuseum Mainz: Künstler in der NS-Zeit und die Herkunft jüdischer Werke

Wenzel Ignaz Brosch „Hirschjagd“, Detail der Rückseite mit J-Nummer und Siegel. © GDKE – Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)Landesmusem Mainz,
Wenzel Ignaz Brosch „Hirschjagd“, Detail der Rückseite mit J-Nummer und Siegel. © GDKE – Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)Landesmusem Mainz,

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: Führungen im Landesmuseum Mainz am 27. Januar

Die Nationalsozialisten verbannten sie ins Exil, belegten sie mit Berufsverbot und diffamierten ihre Werke als „entartet“. In der Zeit von 1933 – 1945 wurden zahlreiche Arbeiten namhafter Künstlerinnen und Künstler aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Ein Teil der beschlagnahmten Werke wurde 1937 in der Feme-Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Vertreten war dabei auch eine Fassung der „Großen Knienden“ des deutschen Bildhauers und Graphikers Wilhelm Lehmbruck aus dem Jahre 1911. Die bedeutende Skulptur steht heute in der Sammlung moderner Kunst im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).

Am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, zeigt Dr. Sabine Mertens bei einem Rundgang um 11 Uhr durch die Abteilung der Moderne von den Nazis geschmähte Kunstwerke sowie Arbeiten von Künstlern, die mit Berufsverbot belegt wurden, ins Exil gingen oder in der „inneren Emigration“ heimlich weiter malten.

Bei einer zweiten Führung, die um 15 Uhr beginnt, rücken die zwischen 1941 und 1943 an die damalige Gemäldegalerie der Stadt Mainz (das heutige Landesmuseum) übergebenen Gemälde und Grafiken in den Fokus, die damals von jüdischen Familien aus Mainz und Darmstadt beschlagnahmt worden waren. Dieser Bestand wird seit 2016 im Rahmen eines von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste geförderten Provenienzforschungsprojekts systematisch erforscht, um die Erwerbsumstände und Eigentumsverhältnisse der Objekte zu klären. In einem Rundgang durch die Dauerausstellung gibt die Provenienzforscherin Dr. des. Emily Löffler einen Einblick in diese Recherchen. Bei ihrer Führung, die in Kooperation mit dem „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“ stattfindet, erläutert sie, mit welchen Methoden sie die Herkunft der Gemälde erforscht und welche Biographien und Schicksale mit ihnen verknüpft sind.

Die Führung „Entartet oder Exil – Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus“ beginnt am 27. Januar um 11 Uhr; die Führung „… aus jüdischem Besitz …? Der Herkunft der Dinge auf der Spur“ steht um 15 Uhr auf dem Programm.

Landesmuseum Mainz,
Große Bleiche 49-51 

Mainzer Landesmuseum: Vortrag zu Max Slevogts künstlerisch gestalteter Speisekarte am 22.1.2019

Veranstaltung  im Rahmen der Slevogt-Sonderausstellung „Ein Tag am Meer“

Max Slevogt, Menü zum 50. Geburtstag von Paul Cassirer, 1921,  Lithografie, GDKE/ Landesmuseum Mainz/ Slevogt Archiv, Grafischer Nachlass © GDKE - Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Max Slevogt, Menü zum 50. Geburtstag von Paul Cassirer, 1921,
Lithografie, GDKE/ Landesmuseum Mainz/ Slevogt Archiv, Grafischer Nachlass
© GDKE – Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.

Sein Leibesumfang verrät es – ein Kostverächter war Max Slevogt sicher nicht. Erhalten haben sich im schriftlichen Nachlass Rechnungen von Weinhäusern, aber auch Geburtstagswünsche seines Berliner Zigarrenhändlers. Dass sich im Werk des Malers auch künstlerisch gestaltete Speisekarten für Freunde und als Auftragsarbeiten finden, mutet daher wie eine logische Konsequenz an. Dr. Armin Schlechter, der als Leiter der Abteilung Handschriften und Alte Drucke am Landesbibliothekszentrum in Speyer den dort verwahrten schriftlichen Nachlass des Künstlers betreut, wird in seinem Vortrag „Max Slevogts illustrierte Speisekarten – ein Beitrag zur Kulinaristik“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am Dienstag, 22. Januar, diese im wahrsten Sinne des Wortes köstliche graphische Kleinform vorstellen, die zugleich auch eine außergewöhnliche kulinarische Quelle für die Festmahlkultur dieser Zeit ist. Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

1912 etwa entstanden zwei Menükarten für den portugiesischen Tenor Francisco d’Andrade, den Slevogt zehn Jahre zuvor in dem berühmten Gemälde „Das Champagnerlied“ verewigt hatte. Ein enger Bezug zur Wahlheimat Pfalz liegt bei den Speisekarten für seinen Freund Heinrich Kohl und für den Historischen Verein der Pfalz vor, deren Schmuck Elemente der mittelalterlichen Deutschen Geschichte aufgreifen. Letztere haben auch eine politische Dimension, setzte Slevogt vor dem Hintergrund der französischen Besetzung der Pfalz nach dem Ersten Weltkrieg ganz auf einheimische Gerichte und Weine.

Das Landesbibliothekszentrum/Pfälzische Landesbibliothek ist gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz/Institut für Kunstgeschichte, Projektpartner des Max Slevogt-Forschungszentrums, das am Landesmuseums Mainz angesiedelt ist.

SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz: „Wir sind auf der Zielgeraden!“

Informations-Abend in der Steinhalle im Landesmuseum Mainz über den aktuellen Stand des UNESCO-Welterbeantrags für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Informations-Abend in der Steinhalle im Landesmuseum Mainz über den aktuellen Stand des UNESCO-Welterbeantrags für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturminister Wolf und Generaldirektion Kulturelles Erbe informierten heute Abend im Landesmuseum Mainz über den aktuellen Stand des UNESCO-Welterbeantrags für die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz.

„Nach vielen Jahren der Vorbereitung und der akribischen Detailarbeit sind wir nun auf der Zielgeraden. Im September dieses Jahres werden wir den UNESCO-Welterbeantrag für die SchUM-Stätten zur Vollständigkeitsprüfung vorlegen“, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf heute bei einem Vortragsabend im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Die Prüfung ist die letzte Hürde vor der offiziellen Antragstellung, die im Januar 2020 erfolgen soll. Wolf unterstrich erneut, welche große kulturhistorische Bedeutung die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz besitzen: „Sie sind nicht nur einzigartige Monumente der Bauarchitektur, sondern auch eindrückliche Zeugnisse, welche die Tradition des aschkenasischen Judentums, der Jüdinnen und Juden aus Mittel-, Nord- und Osteuropa und deren Nachfahren, fortbestehen lassen. Die vorliegenden Ergebnisse der wissenschaftlichen Expertisen bekräftigen unsere Einschätzung, mit den SchUM-Stätten ein außergewöhnliches Welterbe in Rheinland-Pfalz zu haben.“

Damit die Orte als UNESCO-Welterbe anerkannt werden, muss laut Dr. Stefanie Hahn, die den Antrag auf Seiten des Kulturministeriums betreut, vor allem der universelle Wert nachgewiesen werden. Die Bedeutung muss internationalen Rang besitzen und sowohl für gegenwärtige als auch für künftige Generationen der Menschheit von Wert sein. „Die einzigartigen Monumente in Speyer, Worms und Mainz sind zugleich materielle Überreste der Wiege des aschkenasischen Judentums – der mittelalterliche Verbund dieser Städte prägt unser Land in vielen Bereichen noch bis heute. Die wissenschaftlichen Arbeiten belegen, dass die einzigartigen Synagogen, Mikwen, Gemeindebauten und Friedhöfe der drei jüdischen Gemeinden die materielle Kultur der jüdischen Minderheit in Zentraleuropa grundlegend und nachhaltig geprägt haben. An keinem Ort in Europa gibt es ein vergleichbares Spektrum jüdischer Monumente und Stätten aus dem 10. bis 13. Jahrhundert. Sie lassen die kulturelle Leistung europäischer Juden in der Formationsphase des aschkenasischen Judentums in besonderer Weise anschaulich werden“, betont Hahn.

Bereits seit 2006 engagiert sich das Land Rheinland-Pfalz mit seiner Denkmalfachbehörde, der GDKE, gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Mainz, dem Verein SchUM-Städte e.V. und den drei Städten Speyer, Worms und Mainz für die Anerkennung der SchUM-Stätten als UNESCO-Welterbe. „Es ist ein langer und steiler Weg, den wir hier schon seit 13 Jahren gehen. Aber dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten bin ich sehr optimistisch, dass der Antrag Erfolg haben wird“, so Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE, der bei der heutigen Veranstaltung von den Tätigkeiten und Aufgaben der Denkmalpflege im Hinblick auf die jüdischen Bauwerke in Speyer, Worms und Mainz berichtete.

Neben Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Dr. Stefanie Hahn und Thomas Metz unterstrichen auch die Bau- und Kulturdezernentin der Stadt Mainz Marianne Grosse, Dr. Christoph Cluse von der Universität Trier, Prof. Dr. Matthias Untermann von der Universität Heidelberg und PD. Dr. Peter Waldmann von der Jüdischen Gemeinde Mainz die herausragende Bedeutung der SchUM-Stätten, indem sie geschichtliche, architektonische und kulturelle Aspekte der Stätten beleuchteten.

Die SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter ein europaweit bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens, in dem wesentliche Grundlagen für das aschkenasische Judentum gelegt wurden. Die drei Gemeinden mit ihren bis heute verehrten Rabbinern gelten als die Wiege des aschkenasischen Judentums. Zu den einzigartigen baulichen Zeugnissen, die aus dieser Zeit erhalten sind, gehören unter anderem: in Speyer die nahezu vollständig erhaltene Mikwe sowie die Reste der 1104 eingeweihten Synagoge, in Worms die 1938 zerstörte, bis 1961 auf Ruinenmauern aufgebaute Synagoge, die Mikwe von 1185/86 sowie der in situ erhaltene und eine einzigartige Kontinuität aufweisende Friedhof „Heiliger Sand“ und in Mainz der 1926 eröffnete Denkmalfriedhof.

Landesmuseum Mainz: Termine im Januar 2019

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Landesmuseum Mainz: Termine im Januar 2019

MI 02.01. | 17.00 – 18.00
Der Frische Blick
„Neues Jahr, neues Bild“
› Ellen Scharping blickt auf ein spontan ausgesuchtes Gemälde

DO 03.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

SO 06.01. | 11.00
Überblicksführung durch die Sonderausstellung
„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“

SO 06.01. | 14.00 – 16.00
Familiensonntag
› Familienführung um 14.30 Uhr
› Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind! – Im Schatten der Heiligen drei Könige

DI 08.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

DI 08.01. | 18.00
Überblicksführung durch die Sonderausstellung
„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“

MI 09.01. | 18.30 – 20.00
Es blaut die Nacht – Winterprogramm
› „Der andere Blick“ mit Prof. Dr. Kirsten I. Grimm und Dr. Karoline Feulner:
Sand, Meer und Dünen aus naturwissenschaftlicher Perspektive

DO 10.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

DO 10.01. | 18.00
Vortrag zur Sonderausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“
› Max Slevogts Orient
› Prof. Dr. Gregor Wedekind

SO 13.01. | 11.00
Führung durch die Dauerausstellung
› Der Blick nach außen

SO 13.01. | 15.00
Kunst gucken – Kinderführung
› Die Natur im Blick

DI 15.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

DI 15.01. | 18.00
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung
„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“
› Dr. Karoline Feulner

DI 15.01. | 18.00
Vortrag zur Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“
› Schritt für Schritt zum UNESCO-Weltkulturerbe – Die SchUM-Städte Speyer,
Worms, Mainz ein Jahr vor der Antragstellung
› Projektteam UNESCO-Welterbeantrag SchUM

DO 17.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

SA 19.01. | 14.00 – 16.00
Offenes Atelier – Die Mitmachwerkstatt
› Sandmalerei

SO 20.01. | 11.00
Überblicksführung durch die Sonderausstellung
„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“

SO 20.01. | 14.30 – 15.30
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung
„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“
› Dr. Karoline Feulner

SO 20.01. | 15.00
Kunst gucken – Kinderführung
› Hirten, Bauern, arme Leute

DI 22.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

DI 22.01. | 18.00
Vortrag zur Sonderausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“
› Slevogts illustrierte Speisekarten
› Dr. Armin Schlechter

MI 23.01. | 18.30 – 20.00
Es blaut die Nacht – Winterprogramm
› „Ganz in Licht getaucht“ mit Restauratorin Dr. Eva Brachert:
Wasser und andere maltechnische Herausforderungen

DO 24.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

SO 27.01. | 11.00
Führung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
› Entartet oder Exil – Künstler im Nationalsozialismus
› Dr. Sabine Mertens

SO 27.01. | 15.00
Führung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
› „… aus jüdischem Besitz …“? Der Herkunft der Dinge auf der Spur
› Emily Löffler M.A.

DI 29.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

DI 29.01. | 14.00 – 15.00
Zeichentour querbeet mit Nadine Hanssen

DI 29.01. | 18.00
Überblicksführung durch die Sonderausstellung
„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“

DO 31.01. | 12.30 – 13.00
KiM – Kunst in der Mittagspause

Auf Gutenbergs Spuren – Bundesweiter Vorlesetag im Landesmuseum Mainz

Im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags bietet das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in diesem Jahr eine Lesung sowie einen Mund-Art-Auftritt an. Passend zum Motto „Auf Gutenbergs Spuren“ wird am 18. November Jürgen Kipp aus Jurek Beckers Frankfurter Poetik-Vorlesungen aus dem Text „Warnung vor dem Schriftsteller“ lesen.

Jürgen Kipp liest aus Jurek Beckers Poetikvorlesung „Warnung vor dem Schriftsteller“ Foto: © Diether Wolf von GoddenthowLandesmuseum Mainz
Jürgen Kipp liest aus Jurek Beckers Poetikvorlesung „Warnung vor dem Schriftsteller“ Foto: © Diether Wolf von GoddenthowLandesmuseum Mainz

Der langjährige Kurator und Organisator der Mainzer Minipressenmesse, die 2019 zum 25. Mal stattfindet, wird dabei anhand von Jureks feinem Humor nachweisen, dass es nicht ungefährlich ist, so ausdauernd auf Gutenbergs Spuren zu gehen. Ergänzend dazu tritt an diesem Tag das Mundart-Trio „Die Mund-Artisten“ im Landesmuseum auf. Teil der Formation ist Claudia Presser, die sich seit Jahren unermüdlich nicht nur für den Vorlesetag, sondern das gesamte Jahr über für das Interesse am Lesen einsetzt. Ein Engagement, für das sie bereits 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit ihren beiden Kollegen Matthias Keil und Jens Teschner vom Laubenheimer Fastnachtsverein „Schwarze Gesellen“ hat sie „Die Mund-Artisten“ ins Leben gerufen. Seit 2012 bringt das Trio „Rheihesse in Wort und Mussigg“ zu Gehör.

Die Lesung mit Jürgen Kipp beginnt um 11 Uhr im Forum des Landesmuseums Mainz. Von 12-14 Uhr sind die Mundartisten in der Steinhalle zu Gast. Es ist möglich, beide Veranstaltungen zu besuchen. Der Eintritt ist jeweils frei.

Der Bundesweite Vorlesetag ist eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. In der „Vorlesehauptstadt“ Mainz werden rund um den Bundesweiten Vorlesetag alljährlich viele Orte zu Leseecken. 2018 findet der Vorlesetag am 16. November statt.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51

Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) stellt für 2020 geplante Landesausstellung vor / Rahmenprogramm startet im November

„Wir wollen künftig alle zwei Jahre innerhalb der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz eine große Ausstellung präsentieren“, kündigt Kulturminister Prof. Konrad Wolf am Donnerstag im Landesmuseum Mainz an. Damit soll Rheinland-Pfalz mit seinem reichen kulturellen Erbe als eine der zentralen Kulturlandschaften Deutschlands noch stärker herausgestellt werden. „Wir haben die Geschichte und die Geschichten, die Plätze und die Objekte und wir haben damit die Chance, Rheinland-Pfalz als einen identitätsstiftenden Ausstellungsort zu profilieren“, so Wolf. Die regelmäßigen Ausstellungsprojekte der GDKE sollen auch finanziell unterstützt werden, so werde das Ausstellungsbudget der GDKE mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 um 500.000 Euro pro Jahr erhöht.

Große Adlerfibel, Fundort Mainz, Gold, Email und Edelsteine, um 980 – 1000.  © Foto: GDKE/Rudischer
Große Adlerfibel, Fundort Mainz, Gold, Email und Edelsteine, um 980 – 1000. © Foto: GDKE/Rudischer

„Die Kaiser und die Säulen der Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“, heißt die große Landesausstellung, die im September 2020 im Landesmuseum Mainz eröffnet werden soll. Sie umspannt einen Zeitraum von fünf Jahrhunderten, in denen die Herrschaftshäuser der Karolinger und Ottonen, der Salier und der Staufer die Geschicke halb Europas prägten. Im Zusammenwirken mit den Säulen ihrer Macht – zwischen mächtigen Erzbischöfen, erstarkenden Städten, Reichsfürsten und den Idealen des Rittertums – legten sie die Grundlagen für eine neue europäische Ordnung. Das herrschaftliche Zentrum konzentrierte sich vor allem auf den geographischen Raum zwischen Köln/Aachen, Frankfurt und Metz, auf Rheinland-Pfalz bezogen zwischen Mainz, Ingelheim, Trier, Speyer und Worms. Im Hintergrund spielten auch die jüdischen Gemeinden eine herausragende Rolle. Die Städte Speyer, Worms und Mainz (SchUM-Städte) galten über Jahrhunderte mit ihren jüdischen Zentren als „Wiege der Gelehrsamkeit“.

„Es wird neben der zentralen Ausstellung im Landesmuseum Mainz auch ein umfangreiches landesweites Rahmenprogramm und eine Einbindung von authentischen Orten geben, von denen Rheinland-Pfalz reichlich zu bieten hat“, ergänzt Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE, „wir werfen im Kaiserjahr 2020 einen einzigartigen Blick auf eine ganze Epoche. Damit wollen wir einerseits den Rheinland-Pfälzern bewusst machen, welche Bedeutung unsere Region im Mittelalter hatte und wir wollen zugleich allen Besucherinnen und Besuchern signalisieren, dass sich eine Reise in unser geschichtsträchtiges Bundesland einmal mehr lohnt.“

Überschattet wurden die Vorbereitungen zur Ausstellung vom plötzlichen Tod des wissenschaftlichen Leiters, Prof. Stefan Weinfurter, einem der renommiertesten Mittelalterexperten in Deutschland. „Viele verbinden Aachen mit Karl dem Großen, aber tatsächlich konzentrierte er seine herrschaftliche Macht lange Zeit in der Region zwischen Ingelheim, Mainz und Worms“, stellte er noch während der Vorbereitungszeit zur Ausstellung fest. Dankenswerterweise hat Prof. Bernd Schneidmüller seine Aufgabe übernommen, der auch schon Leiter des wissenschaftlichen Beirats zur Ausstellung war und der seit 1990 an vielen großen Mittelalterausstellungen federführend mitgewirkt hat. Seit 2003 lehrt er an der Universität Heidelberg als Professor für mittelalterliche Geschichte. „Wir treten mit der Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen der Macht Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ eine Reise ins Mittelalter an – im Kampf um Macht und Privilegien, um kirchliche Rituale und ehrbaren Ritterkult bis zum Aufkommen der Städte und Fürsten“, so Schneidmüller. „Die Glanzzeit der Kaiser und die Säulen ihrer Macht belegen wir mit herausragenden europäischen Leihgaben und beeindruckenden Beispielen aus den Beständen der GDKE-Direktionen. Dabei wollen wir auch einmalige Ausstellungsstücke in das Landesmuseum holen, die aus konservatorischen Gründen dann für sehr lange Zeit nicht mehr zu sehen sein werden.“

PK im Landesmuseum: v.l. Prof. Bernd Schneidmüller, Prof. Alfried Wieczorek, Thomas Metz, Prof. Konrad Wolf und Birgit Heide.  © Foto: GDKE/Agentur Bonewitz
PK im Landesmuseum: v.l. Prof. Bernd Schneidmüller, Prof. Alfried Wieczorek, Thomas Metz, Prof. Konrad Wolf und Birgit Heide. © Foto: GDKE/Agentur Bonewitz

In den kommenden zwei Jahren wird die GDKE mit Vorträgen, Veranstaltungen und Modellen die Ausstellung vorbereiten und begleiten. Den Auftakt bildet der Vortrag von Prof. Bernd Schneidmüller, der am 20. November 2018 um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz die Schwerpunkte der Ausstellung skizzieren wird. Der zweite Vortrag wird am 15. Januar 2019 um 18 Uhr die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz in den Mittelpunkt stellen und ein Jahr vor der Antragstellung zum UNESCO-Weltkulturerbe den Weg dorthin beschreiben. „Wir freuen uns sehr auf die große Landesausstellung und stellen dafür im Landesmuseum über 1000 m² Ausstellungsfläche auf verschiedenen Ebenen und in mehreren Räumen zur Verfügung. Daher werden einige Ausstellungsräume ausgeräumt, um sie anschließend wieder völlig neu einzurichten“, erklärt die Direktorin Dr. Birgit Heide.

„Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa. Die Kaiser und die Säulen der Macht“ wird von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in Verbindung mit der Forschungsstelle Geschichte und kulturelles Erbe an der Universität Heidelberg und in Kooperation mit der Bassermann-Stiftung an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim erarbeitet und getragen. „Als wissenschaftlicher Kooperationspartner stellen wir sowohl unser Know-how bei der Erforschung kultureller Prozesse zur Verfügung als auch unsere Expertise in der Kulturwissenschaft und Kulturvermittlung“, so Prof. Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. „Es ist uns wichtig, die GDKE bei ihrem Ausstellungsprojekt, das eine lange Tradition der Zusammenarbeit fortsetzt, zu unterstützen. Das Projekt macht einmal mehr deutlich, wie bedeutend die Region am Rhein – länderübergreifend – war und ist. Es ist diese Geschichte, die Baden-Württemberg, Hessen und andere angrenzenden Länder mit Rheinland-Pfalz verbindet und die im gemeinsamen kulturellen Erbe weiterlebt.“

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm, das authentische, mitunter auch längst verschwundene Orte im Land vorstellt und in Szene setzt. Dazu gehören die Denkmäler des jüdischen Erbes, die Überreste der Pfalzen, frühen Burgen, Städte und Kirchen. In der ganzen Region werden an ausgewählten Plätzen korrespondierende Präsentationen, Aktionen und Initiativen stattfinden, um der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, die besondere Aura dieser Orte zu erfahren. Darüber hinaus soll anhand bekannter Wegstrecken von Königen und Kaisern mittelalterliches Reisen erlebbar gemacht und in einem Reisebuch erfasst werden, so dass sie in Verbindung mit der Landesausstellung, aber auch darüber hinaus, in den kommenden Jahren eine bleibende Erschließung erfahren.

Für die Sonderausstellung wird ein eigenes, zielgruppenspezifisches Vermittlungsprogramm erarbeitet, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. So gibt es Angebote für ein wissenschaftliches Fachpublikum, für Erwachsene, für Kinder und Familien sowie für Schulklassen und Kita-Gruppen. Zudem verfolgt das Landesmuseum Mainz das Ziel, Menschen mit Behinderungen eine selbstbestimmte Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen. Auch hierfür werden spezielle Angebote entwickelt, die individuell abgestimmt werden können.

Das nächste große Ausstellungsprojekt der GDKE wird 2022 im Rheinischen Landesmuseum Trier stattfinden und den Untergang des römischen Reichs thematisieren.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51.

Rahmenprogramm zur Max Slevogt-Ausstellung im Landesmuseum Mainz

Max Slevogt, Skizze mit Flagge, 1908, © GDKE/Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)
Max Slevogt, Skizze mit Flagge, 1908, © GDKE/Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)

Jeden zweiten Sonntag und jeden Dienstag werden Überblicksführungen angeboten
Nur wenige Tage nach der viel beachteten Eröffnung der Sonderausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ beginnt im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) nun das Rahmenprogramm zu der eindrucksvollen Gemäldeschau. Ab 14. Oktober bietet das Landesmuseum jeden zweiten Sonntag um 11 Uhr sowie jeden Dienstag um 18 Uhr eine Überblicksführung durch die Sonderausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ an. Eine Anmeldung dazu ist nicht notwendig. Die Kosten betragen zwei Euro plus Museumseintritt.

„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ stellt das in Max Slevogts Werkschau absolut rare Sujet der Strandlandschaft in den Mittelpunkt und rückt den künstlerischen Austausch von Slevogt mit seinen Malerkollegen Liebermann und Corinth sowie das Verhältnis zu seinen Berliner Verlegern und Kunsthändlern, Paul und Bruno Cassirer, in den Fokus.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Präsentation von bislang unveröffentlichten Werken, die als verschollen galten und erst kurz vor der Ausstellungseröffnung wieder ausfindig gemacht werden konnten. „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ läuft bis 10. Februar 2019.

Landesmuseum Mainz
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Landesmuseum Mainz feiert mit Sonderausstellung „Ein Tag am Meer“ Max Slevogts 150. Geburtstag

Max Slevogt, Skizze mit Flagge, 1908, © GDKE/Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)
Max Slevogt, Skizze mit Flagge, 1908, © GDKE/Landesmuseum Mainz (Foto: Ursula Rudischer)

Sonderausstellung „Ein Tag am Meer“ zeigt bislang unveröffentlichte Werke und liefert neue Einblicke / Verschollenes Gemälde kann kurz vor Eröffnung ausfindig gemacht werden

Die Sonderausstellung „Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) startet am 9. Oktober mit einer kleinen Sensation, wie Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro auf der heutigen Pressekonferenz bekannt gab. „Nur wenige Tage vor der Ausstellungseröffnung tauchte plötzlich ein Gemälde auf, das lange als verschollen galt. Somit werden nun sogar vier der seltenen Strandlandschaften Slevogts erstmalig in einer Ausstellung präsentiert“, so Barbaro. Das Werk mit dem Titel „Strandbild mit Muschelfischer“ – in der Literatur auch bezeichnet als „Strand von Noordwijk“ – sorgt nun unverhofft für ein ganz besonderes Highlight der umfangreichen Sonderschau, mit der das Landesmuseum Mainz den Künstler anlässlich seines 150. Geburtstags würdigt. Es zeigt den Karren eines Muschelfischers vor einer grandiosen Naturkulisse am holländischen Strand, war bisher stets in Privatbesitz und wurde seit mindestens 80 Jahren nicht mehr öffentlich ausgestellt – und es ist nicht das einzige Werk Slevogts, das in der jüngeren Vergangenheit ausfindig gemacht werden konnte. Auch die Gemälde „Landschaft mit weißer Dame“ und „Skizze mit Flagge“, ein bislang der Forschung unbekanntes Werk, das ebenfalls den Strand von Noordwijk darstellt und im Mittelpunkt der Schau steht, galten bislang als verschollen und werden nun in der Ausstellung gezeigt. „Zusammen mit einem Gemälde aus dem Von der Heydt-Museum Wuppertal präsentiert ´Ein Tag am Meer´ damit zum ersten Mal überhaupt vier der sechs Werke aus der Noordwijk-Reihe von Slevogt. Dass wir diese Gemälde mit dem für Slevogt so seltenen Sujet zeigen können, ist ein absoluter Glücksfall“, freute sich die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Karoline Feulner.

Die Kuratorin Dr. Karoline Feulner neben dem erst kürzlich aufgetauchten Gemälde "Strandbild mit Muschelfischer" von Max Slevogt. © GDKE, Landesmuseum Mainz (Foto: Agentur Bonewitz)
Die Kuratorin Dr. Karoline Feulner neben dem erst kürzlich aufgetauchten Gemälde „Strandbild mit Muschelfischer“ von Max Slevogt.
© GDKE, Landesmuseum Mainz (Foto: Agentur Bonewitz)

Slevogt hatte die Werke während seines Aufenthaltes in Noordwijk geschaffen, wo er auf Einladung von Paul Cassirer und seiner Frau Tilla Durieux den Sommer 1908 verbrachte. Gleichzeitig vor Ort waren damals auch Max Liebermann und Lovis Corinth, die zu dieser Zeit wie Slevogt der Künstlervereinigung „Berliner Secession“ angehörten und ebenfalls von Paul Cassirer vertreten wurden. Liebermann setzte das dortige mondäne Strandleben mehrfach künstlerisch in Szene. In Gegenüberstellungen – so malte etwa Max Liebermann den gleichen Blick von Cassirers Anwesen wie Slevogt – werden die unterschiedlichen Herangehensweisen und Blickwinkel der Künstler verdeutlicht. „Die Ausstellung zu Slevogts 150. Geburtstag ist keine Retrospektive, sondern widmet sich einem Aspekt in Slevogts Werk, der bislang kaum Beachtung fand und noch nie in einer Ausstellung thematisiert wurde“, betonte Feulner. Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz, ergänzte: „Die Werke, die wir im Rahmen der Ausstellung zeigen, stammen unter anderem aus dem Nachlass des Künstlers, darunter sind neben Skizzen auch beispielsweise unveröffentlichte Briefe. In der Schau werden darüber hinaus seltene Blätter und hochwertige Leihgaben aus bedeutenden Museen präsentiert“.

„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ stellt das in Slevogts Werkschau absolut rare Sujet der Strandlandschaft in den Mittelpunkt und rückt den künstlerischen Austausch von Slevogt mit seinen Malerkollegen Liebermann und Corinth sowie das Verhältnis zu seinen Berliner Verlegern und Kunsthändlern, Paul und Bruno Cassirer, in den Fokus.

Das Landesmuseum kann den größten Bestand an Werken des Wahlpfälzers Slevogt vorweisen und erforscht sein Œuvre wissenschaftlich. „Das Land Rheinland-Pfalz besitzt einen sehr umfassenden Bestand an Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken von Max Slevogt. 2014 konnte dieser Bestand durch den Ankauf des grafischen Nachlasses erheblich erweitert werden. Diese umfangreiche und zum Teil unveröffentlichte Sammlung wird seitdem vom Landesmuseum Mainz der GDKE in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz/Pfälzische Landesbibliothek in Speyer wissenschaftlich im ´Max Slevogt-Forschungszentrum´ bearbeitet“, erläuterte Barbaro.

Seltene Blätter aus dem grafischen Nachlass des Künstlers, beispielsweise von seinem Kurzaufenthalt in Norderney 1923, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzen und unveröffentlichte Briefwechsel zwischen Paul Cassirer und Max Slevogt, die spannende Einblicke in das Berliner Netzwerk geben, ergänzen die Ausstellung.

„Ein Tag am Meer. Slevogt, Liebermann & Cassirer“ läuft vom 9. Oktober bis 10. Februar 2019 im Landesmuseum Mainz.

Ort:
GENERALDIREKTION KULTURELLES ERBE RHEINLAND-PFALZ
Direktion
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
55116 Mainz

Architekten-Ausstellung „Neue Standards“ mit 10 neuen Thesen zum Wohnen ab 11.09.2018 im Landesmuseum Mainz

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Architekten stellen im Landesmuseum Mainz zehn Thesen zum Wohnen vor. Führungen werden im Rahmen der Ausstellung „Neue Standards“ angeboten / Auftakt am 11. September

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Neue Standards“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) stellen Architekten im September und Oktober zehn Thesen zum Wohnen vor. Den Auftakt bildet am 11. September die Führung von Prof. Heinrich Lessing, der in Mainz sein eigenes Architektenbüro betreibt.

Eine der Thesen, die bei der Führungsreihe anhand von Plänen, Modellen, Filmen und auch einem Spiel vorgestellt werden, lautet: Dichte als Möglichkeit. Auch in den kommenden Jahren werden Wohnungen in einer großen Anzahl gebaut. Laut den Architekten, die in der Ausstellung aus ihrem persönlichen Erfahrungshintergrund ihre „neuen Standards“ für den Wohnungsbau formulieren, sei dies kaum möglich, ohne dass Wohngebiete und Innenstädte nachverdichtet, Baulücken geschlossen und Gebäude aufgestockt werden: Die Stadt werde dichter, denn auf gleichem Raum werden mehr Einwohner leben.

In der Ausstellung „Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen“ plädieren die Architekten Verena von Beckerath und Tim Heide (HEIDE & VON BECKERATH, Berlin) mit „Dichte als Möglichkeit“ dafür, durch städtische Dichte vielfältige, lebendige und somit geschätzte Stadtquartiere zu schaffen.

Die Architekten-Ausstellung wurde von Olaf Bahner und Matthias Böttger für den Bund Deutscher Architekten BDA kuratiert. Ausstellung, Publikation und Rahmenprogramm werden durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (ehemals BMUB) und das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen gefördert.

Die Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm finden in Kooperation mit dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz, der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz statt.

Die Führung von Heinrich Lessing beginnt am 11. September um 18 Uhr. Die zehn Thesen auf dem Weg zu „Neuen Standards“ stellen am 9. Oktober um 17 Uhr Prof. Marcus Rommel und am 21. Oktober um 11 Uhr Prof. Dirk Bayer vor. Der Eintritt ist jeweils frei.

Ort:
Landesmuseum Mainz,
Große Bleiche 49-51,
55116 Mainz
Eintritt 5 Euro