Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Kinoprogramm Oktober 2017 im Filmmuseum

Programm-Okt.17

 

Programm-Highlights im Oktober im Filmmuseum Frankfurt:

Michel Gondry
Filmreihe von Montag, 2., bis, Dienstag, 31. Oktober

Marlene Dietrich und Josef von Sternberg
Filmreihe von Sonntag, 1., bis Sonntag, 29. Oktober

40. LUCAS Filmfestival
Festival von Sonntag, 1., bis Samstag, 7. Oktober

Hommage an Rudolf Thome
Von Mittwoch, 11., bis Samstag, 28. Oktober

Heinrich Böll und der deutsche Film
Filmreihe von Dienstag, 10., bis Dienstag, 31. Oktober

Lecture&Film: Tropical Underground
Start der neuen Reihe am Donnerstag, 19. Oktober, 20:15 Uhr

Ellen M. Harrington wird neue Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

Ellen M. Harrington, derzeit Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles, wird Direktorin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt am Main. Die studierte Film- und Literaturwissenschaftlerin wird die Leitung des Instituts, zu dem auch das Deutsche Filmmuseum gehört, in Nachfolge von Claudia Dillmann zum 1. Januar 2018 übernehmen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Ellen M. Harrington eine herausragend qualifizierte Direktorin gefunden haben und nach Frankfurt holen können“, sagte die Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Filminstituts Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. „Ellen M. Harrington bringt eine mehr als 20-jährige Erfahrung in einer der renommiertesten Filminstitutionen der Welt in ihre neue Position ein. Sie hat in allen für das Deutsche Filminstitut wesentlichen Bereichen – Archiv, Museum, Kino – in leitender Funktion gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass das Deutsche Filminstitut samt Filmmuseum von ihrer Erfahrung profitieren wird, und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Ellen M. Harrington arbeitet seit 1993 für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills. Zuvor war sie für gemeinnützige Filminitiativen sowie in der Filmproduktion tätig. Sie war Direktorin für Ausstellungen und Filmveranstaltungen sowie Gründungsdirektorin des International Outreach Program der Academy, die auch die Oscars® verleiht. Mit der Gründung des akademieeigenen Filmmuseums im Jahr 2013 wechselte sie als Direktorin für Ausstellungen und Sammlungen in den Planungsstab des Großprojektes und ist seit 2015 für Aufbau und Konzeption der Museumssammlung zuständig.

Im Lauf ihrer Karriere hat Ellen Harrington für die Academy und für Partnerinstitutionen rund 50 Filmausstellungen kuratiert sowie weitere 30 Ausstellungsübernahmen verantwortet. Sie hat außerdem für die Academy, für internationale Filminstitutionen und Festivals mehr als 500 Filmvorführungen realisiert, darunter Retrospektiven, Hommagen und Bildungsveranstaltungen. Mit dem Deutschen Filmmuseum arbeitete sie mehrfach zusammen, besonders intensiv im Rahmen der Ausstellung „And the Oscar® goes to… 85 Jahre ‚Bester Film‘“, welche das Deutsche Filmmuseum 2012 in Frankfurt realisierte. Derzeit schließt Ellen M. Harrington in Zusammenarbeit mit dem Getty Museum ein großes Ausstellungsprojekt über lateinamerikanische Filmkultur der 1960er Jahre bis in die Gegenwart ab. Die polyglotte US-Amerikanerin, die fließend Französisch, Spanisch und Italienisch spricht, widmet sich in den kommenden Monaten zudem intensiv dem Erlernen der deutschen Sprache.

Dr. Nikolaus Hensel, seit 2006 ehrenamtlicher Vorstand des Deutschen Filminstituts, hat den mehrmonatigen Auswahlprozess geleitet: „Mit Ellen Harrington haben wir die ideale Kandidatin für die Leitung des Deutschen Filminstituts gefunden. Ihr weltweites Netzwerk, ihre fachliche Expertise und ihre Management-Erfahrung werden das Haus bereichern. Ich bin sicher, dass die international aufgestellte Stadt Frankfurt am Main ein exzellentes kulturelles Umfeld für Frau Harringtons Arbeit bietet.“

„Abgedreht. Die Filmfabrik von Michel Condry“ lädt im Frankfurter Filmmuseum zum Do-it-Yourself-Kurzfilm-Dreh ein

Es wird kreativ, verrückt, laut, schrill, lustig und mal ganz anders: Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry verwandelt das Deutsche Filmmuseum vom 14. September 2017 bis 28. Januar 2018 in einen interaktiven Parcours. Hier ist Teamgeist gefragt: In nur drei Stunden drehen Gruppen von fünf bis zwölf Personen ihren eigenen Kurzfilm – der Eintritt ist frei. Foto: Diether v. Goddenthow
Es wird kreativ, verrückt, laut, schrill, lustig und mal ganz anders: Abgedreht!
Die Filmfabrik von Michel Gondry verwandelt das Deutsche Filmmuseum
vom 14. September 2017 bis 28. Januar 2018 in einen interaktiven Parcours.
Hier ist Teamgeist gefragt: In nur drei Stunden drehen Gruppen von fünf bis
zwölf Personen ihren eigenen Kurzfilm – der Eintritt ist frei. Foto: Diether v. Goddenthow

„Abgedreht. Die Filmfabrik von Michel Gondry“, die weltweit bereits in 12 Städten – von New York über Moskau bis Tokio – unzählige Menschen aller Altersgruppen dazu animierte, in unvorstellbaren 3 Stunden einen eigenen Genre-Kurzfilm bis zur fertigen DVD zum Mitnehmen zu drehen, kommt unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ als Teil des Gastlandauftritts Frankreichs bei der Frankfurter Buchmesse 2017 vom 14.September 2017 bis 28.Januar 2018 ins Filmmuseum Frankfurt.

Paul de Sinety Foto: Diether v. Goddenthow
Paul de Sinety Foto: Diether v. Goddenthow

Paul de Sinety, Generalkommissar Frankreich 2017 – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse – betonte, dass der Ehrengastauftritt die gemeinsame Position Deutschlands und Frankreichs im Sinne einer europäischen Strategie der Kulturen im digitalen Zeitalter für eine Europa der gemeinsamen Kulturstätten stärken und ein Schaufenster für französische Innovationen im Kultursektor sein solle, wofür auch Condrys interaktive Filmfabrik stehe.

Catherine Briet. Foto: Diether v. Goddenthow
Catherine Briet. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Leiterin der Kulturabteilung der Französischen Botschaft, Catherine Briet, versicherte, dass es für die Französische Botschaft und das Institut français Deutschland eine große Ehre sei, Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse zu sein, was sie mit Stolz erfülle. In diesem Rahmen werde die Frankfurter Buchmesse für Frankreich nicht nur ein wichtiger Treffpunkt für die Verlags- und die Buchbranche, sondern auch „höchst bedeutender politischer Moment“. Frankreich habe in Deutschland ein französisches Kulturjahr eingeläutet – unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ finden seit Anfang Januar mehr als 450 Veranstaltungen in ganz Deutschland statt, nicht nur im Bereich des Schreibens, sondern mit dieser heute eröffneten Veranstaltung „Filmfabrik“ jetzt auch im Bereich Filmen, Kino und Medien.

Dr. Helmut Müller. Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Helmut Müller. Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der angesichts der weltweiten und europäischen Turbulenz den Zeitpunkt von Frankreichs Ehrengastrolle auf der Frankfurter Buchmesse 2017 für äußerst gut gewählt hält, weiß, dass Partnerschaft nicht davon lebt, „dass man nur rezeptiv unterwegs ist, sondern, dass man zusammen arbeitet, sich unterhält, streitet, sich wertschätzt, aber dass man eben immer zu gemeinsamen Lösungen kommen muss.“ Und wenn man sich, auf das Projekt Filmfabrik bezogen, „den Zeitraum von drei Stunden anguckt, ist der Druck zu Lösungen zu kommen, erheblich“. Die Vorstellung, dass Leute, die sich nicht kennen, zusammenkommen, in drei Stunden vereinbarten, was sie machen wollten, und das nicht nur aufschrieben, was sie machen wollten, sondern es „wirklich dann machen“, dass hat Dr. Helmut Müller fasziniert und neugierig gemacht, und war mit ein wichtiger Punkt, das Projekt zu unterstützen.

Zum Projekt: „Abgedreht. Die Filmfabrik“ – Selbermachen statt Zugucken

Herzstück der Filmfabrik ist eine Auswahl von Kulissen, die in Genrefilmen eine Rolle spielen könnten, vom Café über die U-Bahn bis hin zum Friedhof. Sobald der Inhalt festgelegt ist, die Rollen verteilt und die Kostüme ausgesucht sind, kann es losgehen: Für den eigentlichen Dreh bleibt eine Stunde Zeit. Foto: Diether v. Goddenthow
Herzstück der Filmfabrik ist eine Auswahl von Kulissen, die in Genrefilmen eine
Rolle spielen könnten, vom Café über die U-Bahn bis hin zum Friedhof. Sobald
der Inhalt festgelegt ist, die Rollen verteilt und die Kostüme ausgesucht sind,
kann es losgehen: Für den eigentlichen Dreh bleibt eine Stunde Zeit. Foto: Diether v. Goddenthow
Frauke Haß. Foto: Diether v. Goddenthow
Frauke Haß. Foto: Diether v. Goddenthow

„Abgedreht“ sei kein Projekt für couch-potatoes, da ginge es nicht um passives „ich lass das mal über mich ergehen, und guck mir mal was an!“ Nein, da sei man gefragt als Kamerafrau oder Kameramann, als Schauspieler, als Drehbuchautor, Skriptmacher, Musikmacher und was auch immer, da müsse man ran an den Speck, und innerhalb von drei Stunden in Kleingruppen von 5 bis 12 Personen einen Film drehen, bringt Frauke Hass, Pressechefin des Filmmuseums, den Projektansatz gleich zu Beginn des Pressegesprächs auf den Punkt.

Einem genauen Protokoll folgend durchläuft die Gruppe, deren Mitglieder sich oft erst vor Ort kennenlernen, gemeinsam alle Stationen der Filmfabrik – von der Auswahl eines Genres und Titels für den Film, über den Entwurf der Handlung und die Rollenverteilung bis hin zum Dreh selbst. Es entsteht ein kurzer Genrefilm, den die Teilnehmer/innen sich in der letzten Station, dem kleinen Kino, gemeinsam ansehen. Anschließend wandert der Film ins wachsende Archiv der Filmfabrik.

Dorfplatz aus dem Kulissen-Parcours der Filmfabrik.  Foto: Diether v. Goddenthow
Dorfplatz aus dem Kulissen-Parcours der Filmfabrik. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Herzstück der „Filmfabrik“ besteht aus einer Auswahl von Kulissen, vom „Café“ über 70er Jahre Schlafzimmer bis „Zelten im Wald“, die in Genrefilmen eine Rolle spielen könnten. Sobald der Inhalt festgelegt ist, die Rollen verteilt und die Kostüme ausgesucht sind, kann es losgehen: Für den eigentlichen Dreh bleibt eine Stunde Zeit.

Straßenbahn- Filmkulisse im Parcours der Filmfabrik. Foto: Diether v. Goddenthow
Straßenbahn- Filmkulisse im Parcours der Filmfabrik. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Ziel einer Filmemacher-Tour durch die Filmfabrik besteht nicht darin, ein filmisch perfektes Werk zu schaffen. Im Vordergrund des Projekts steht die Gruppendynamik, nämlich die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, die – ob einander bekannt oder unbekannt – unter erheblichen Zeitdruck innerhalb 3 Stunden ein gemeinsames Ziel, ihren Filmdreh, formulieren und realisieren „müssen“. Die katapultiert zumeist jeden einzelnen aus seiner Alltagssituation katapultiert und bringt völlig neue Selbst- und Gruppenerfahrungen.

Mitmachen können alle: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Laien und Profis, Singles oder Familien, Privat- oder Geschäftsleute. Die Filmfabrik möchte vor allem eines: Menschen zusammenbringen.

Der Treffpunkt ist im Eingangs-Foyer des Filmmuseums. Ein 45-minütiges, abwechslungsreiches, einstimmendes Warteprogramms sorgt für Abwechslung, bis jeweils die entsprechenden Kleingruppen zusammengefunden haben und zur Do-it-your-self-Film-Tour Einlass in die Filmfabrik erhalten.

Stefanie Plappert. Foto: Diether v. Goddenthow
Stefanie Plappert. Foto: Diether v. Goddenthow

Die einzelnen Phasen des Filmemacher-Prozesses bestehen aus „zwei Workshops, je 45 Minuten, in denen man sich über den Filmtitel, das Genre, das kleine Drehbuch, das man zu erstellen hat verständigt, sowie über die Rollenverteilung, die Kostüme und natürlich nicht zuletzt auch über die Schauplätze, an denen der eigene Film spielen soll“, erklärt Stefanie Plappert und unterstreicht: „Diese Verständigung oder der Abstimmungsprozess, der findet vollkommen demokratisch statt: Am Schluss kommt nur das ins Drehbuch, was die Gruppe mehrheitlich für gut befindet“.

Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow
Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Materialien wie Kostüme, Requisiten und Technik werden vom Filmmuseum gestellt, und was fehlt, müssen darüber hinaus die Teilnehmer „selber basteln“. Die Drehzeit in den Kulissen beträgt eine Stunde, was natürlich im Verhältnis zu Spielfilmen, die über mehrere Wochen abgedreht werden, „ein unglaublich enges Zeitfenster“, sei, so die Kuratorin. Aber es funktioniere, und die, die das schon durchgemacht haben, seien am Schluss zwar erschöpft, aber stolz mit einer DVD in der Hand wieder rausgegangen.

Zum Schluss noch ein selbstgemaltes Cover für die DVD-Hülle. Foto: Diether v. Goddenthow
Zum Schluss noch ein selbstgemaltes Cover für die DVD-Hülle. Foto: Diether v. Goddenthow
Gemeinsam wird die fertige DVD im kleinen Kino angeschaut. Foto: Diether v. Goddenthow
Gemeinsam wird die fertige DVD im kleinen Kino angeschaut. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Filmpremiere feiert die Gruppe gemeinsam zum Ende des Prozesses, nachdem noch ein Cover für die DVD-Hülle angefertigt wurde, in einem Kleinkino, „welches wir extra im dritten Stock aufgebaut haben“. „Ein Exemplar des Filmes bleibt hier bei uns im Archiv“, so Stefanie Plappert.

 

 

 

 

 

Das innere Kind wiederzuentdecken und den Wert von Kunst schätzen zu lernen

Liane Jessen. Foto: Diether v. Goddenthow
Liane Jessen. Foto: Diether v. Goddenthow

Nach ihren Erfahrungen als Testteilnehmerin zu „Abgedreht. Die Filmfabrik“ befragt, zog Liane Jessen, Leiterin Fernseh-Spiel und Spielfilm im Hessischen Rundfunk, eine positive, jedoch kritische Bilanz: „Also ich kann’s empfehlen! Ich bin Filmproduzentin im Spielfilmbereich und bin an diesem Sonntag hergekommen, einfach, weil ich für jeden Spaß zu haben bin. Und weil Kultur etwas mit Spaß zu tun haben sollte“. Sie habe aber nicht wirklich an das Konzept geglaubt, weil eben Filmemachen „kein demokratischer Prozess“ sei, aber diesen Widerspruch zu entdecken sei das Interessante, so Liane Jessen, die vor allem einen Gewinn darin sieht, das Menschen, die schon von Jugend an oftmals in Rollen zu festgefügt seien, ihre Rollenfächer verlassen müssten. Bei manchen Menschen löse das regelrechte Panik aus, könne aber dabei helfen, ein wenig das innere Kind wiederzuentdecken.

Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow
Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow

Vor allem zeige es den Teilnehmern den Wert der Kunst, was professionelle Schauspieler leisteten, und das Kunst wie eine gute Geschichte, ein Drehbuch usw. nicht mal nebenbei einfach so am Küchentisch entstehen könnten, wie das häufig so kolportiert würde, so die vor allem auch aus zig Tatortproduktionen bekannte Filmproduzentin. Für sie sei das Projekt ein Studentenspaß, ein spielerisches Projekt, welches Menschen aller Altersgruppen ermögliche, in einem höchst kreativen Prozess mit viel Spaß wertvolle gruppendynamische Selbsterfahrungen zu erleben.

„Filmfabrik“ passt in keine Schublade 

Christine Kopf. Foto: Diether v. Goddenthow
Christine Kopf. Foto: Diether v. Goddenthow

„Abgedreht. Die Filmfabrik“ passe auch in keinerlei Schublade, erläuterte Christine Kopf, Projektleiterin. Selbst wenn es darum ginge „Raum zu gestalten“ und vieles aufzubauen, und auch mal zu lassen, handele es sich nicht um eine klassische kuratierte Ausstellung zu einem Thema, wie das üblicherweise im Filmmuseum im dritten Obergeschoss geschehe. Die Filmfabrik sei, wie Michel Condry schon auf den ersten Seiten seines Büchleins festgehalten habe, kein edukatives Projekt:. „Es wird keinerlei pädagogische Begleitung gegeben. Das heißt aber natürlich nicht, dass man nichts über das Filmemachen lernen kann. Das ist wieder etwas anderes. Wie gesagt: Keine Schublade“, so die Projektleiterin.

Vorlage aus „Be Kind Rewind“

„Aus meiner Sicht ist Condrys Filmfabrik ein interaktiver Studienparcours“, den er aus der Kinofilm-Vorlage „Be Kind Rewind“ entwickelt habe, ist Christine Kopf überzeugt. In Michel Gondrys tiefgründiger US-Komödie „Be Kind Rewind“ von 2008 versuchen zwei Aushilfen nach Vernichtung aller VHS-Bänder ihrer Videothek den Laden über Wasser zu halten, indem sie beschließen, die von Kunden nachgefragten nicht mehr vorhandene Filme wie „Der König der Löwen“, „RoboCop“ oder „Ghostbusters“ einfach selbst nachzudrehen. Die beiden bedienen sich dabei nicht nur primitivster Filmtechnik und ihres schier unerschöpflichen Improvisationstalentes, sondern animieren die Leute des Viertels mitzumachen, was schließlich zu einer ansteckenden Solidaritätswelle führt, selbst wenn der Videothek am Ende Ruin trotzdem nicht erspart bleibt.

Wichtig ist der Gruppenprozess. Voneinander lernen. Foto: Diether v. Goddenthow
Wichtig ist der Gruppenprozess. Voneinander lernen. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Do-it-Yourself-Botschaft von Condrys Kino-Hit hatte einen wahren YouTube-Trend entfacht, und Condry zur Überlegung inspiriert, ob diese Film-Idee, Laien ihre eigenen kleine Filme entwickeln und realisieren zu lassen, nicht auch in einem anderen Format zu inszenieren sei. Das war die Geburtsstunde „Michel Gondrys Home Movie Factory“, die jetzt unter dem Namen „Abgedreht. Die Filmfabrik von Michel Gondry“ zum ersten Mal in Deutschland im Frankfurter Filmmuseum, und weltweit zum ersten Mal in einer Cinemathek gezeigt wird, so Christine Kopf.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

 

Wichtige Infos 
EINZELBESUCHER/INNEN können die kostenlose Tour durch die Filmfabrik dienstags bis freitags zwischen 11:15 Uhr und 15 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 10:15 Uhr und 14:45 Uhr starten.

Alle 45 Minuten beginnt eine neue dreistündige Tour, deren Gruppe sich aus voneinander unabhängigen Besucher/innen zusammensetzt. Plätze können online sowie vor Ort gebucht werden.

SCHULKLASSEN (von der 6. Klassenstufe an) können die Filmfabrik dienstags bis freitags vormittags besuchen. Eine Tour beginnt wahlweise zwischen 8:15 Uhr und 9:45 Uhr und endet entsprechend zwischen 12 Uhr und 13:30 Uhr.
Aufgrund der begrenzten Gruppengröße werden Schulklassen in zwei Gruppen geteilt.

TEAMBUILDING- UND FIRMENEVENTS – auch in größeren Gruppen – lassen sich ideal mit einer Tour durch die Filmfabrik verbinden. Ob mit anschließendem Dinner oder Sektumtrunk in den Kulissen – am besten ein individuelles Angebot einholen (buchbar ab 16:30 Uhr und nach Absprache).
Das Kino des Deutschen Filmmuseums bietet im Oktober passend zum Projekt eine Filmreihe zum Werk von Michel Gondry an.

Mehr Informationen zur Home Movie Factory von Michel Gondry:
facebook.com/thehomemoviefactorymichelgondry/
usinedefilmsamateurs.com/

Kontakt:
filmfabrik@deutsches-filminstitut.de
abgedreht.deutsches-filmmuseum.de
Telefon 069 / 961 220 585

 

40. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans – 1. bis 7. Oktober 2017 im Filmmuseum Frankfurt


In einem Monat ist es so weit: LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans lädt seine Gäste vom 1. bis 7. Oktober zum 40. Mal an fünf Spielorte nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Das Festivalprogramm richtet sich an ein Publikum von vier Jahren bis 18plus.

In der Woche vor den Herbstferien präsentiert LUCAS mehr als 70 Filme aus 35 Ländern. Zu vielen Filmvorstellungen reisen Filmschaffende aus aller Welt an, um ihre Filme vorzustellen und um sich mit ihrem jungen Publikum auszutauschen. „Ich freue mich auf die vielen internationalen Filme, die unseren jungen Besucher/innen Einblicke in andere Lebenswelten bieten und auf die Begegnungen mit ihren Macher/innen, die von überall her anreisen und sich mit den Kindern und Jugendlichen über ihre Arbeit austauschen“, sagt Festivalleiterin Julia Fleißig.

Filmprogramm für junges Publikum von vier Jahren bis 18plus
Vier Kurzfilmprogramme und 16 Langfilme konkurrieren in den Filmwettbewerben der Alterssektionen 8+ und 13+ um die LUCAS-Preise. Diese werden am Ende der Festivalwoche von den beiden Jurys, die sich aus je drei erwachsenen und drei jungen Filmfans zusammensetzen, verliehen. Vor allem für Schulklassen sind die Wettbewerbsfilme interessant. Für diese wird pädagogisches Material zur Verfügung gestellt. Das Spektrum der Filme reicht von Spielfilmen über Animationsfilme bis zu Experimental- sowie Dokumentarfilmen. LUCAS präsentiert seinen Festivalbesucher/innen in den Langfilmwettbewerben vier Deutschlandpremieren: Die Schweizer Produktion DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid) zeigt LUCAS am Donnerstag, 5. Oktober, in Wiesbaden und am Freitag, 6. Oktober, im CineStar Metropolis in Frankfurt. Im Kino des Deutschen Filmmuseums sind am Mittwoch und Donnerstag, 4. und 5. Oktober, Philippa Lowthorpes SWALLOWS AND AMAZONS (Schwalben und Amazonen, GB 2016) sowie der iranische Spielfilm HELMSMAN (Steuermann, IR 2016, R: Majid Esmaeili) zu sehen. Ebenfalls am Mittwoch und Donnerstag stellt LUCAS die philippinische Produktion WAN-TU-TRI (1-2-3) (1-2-3, PH 2016, R: Carlo Obispo) im CineStar Metropolis in Frankfurt vor. Alice Schmid, Carlo Obispo und Majid Esmaeili sowie Javad Jafargholizad, Produzent von Helmsman, stehen ihrem jungen Publikum in Film- und Leinwandgesprächen Rede und Antwort.

Mit der Reihe „Minis“ möchte LUCAS seine jüngsten Festivalbesucher/innen, die noch nicht zur Schule gehen, neugierig machen auf das Erlebnis Kino. Auf drei Klassiker aus der Filmgeschichte können sich junge, aber auch erwachsene Filmliebhaber/innen, freuen. Am Donnerstag, 5. Oktober, ist im Offenbacher Kino im Hafen 2 OLIVER TWIST (GB 1948, R: David Lean) zu sehen. Das Cinema zeigt am Mittwoch, 4. Oktober, DIE HALBSTARKEN (BRD 1956, R: Georg Tressler) und im CineStar Metropolis läuft am Freitag, 6. Oktober, Charles Chaplins THE KID (Der Vagabund und das Kind, US 1921). An drei Abenden präsentieren die „Young European Cinephiles“, sechs Jugendliche aus Deutschland und Slowenien, ihr eigens kuratiertes Programm aus den Filmen HOUSTON, WE HAVE A PROBLEM! (SI/HR/CZ/QA 2016, R: Ziga Virc), THE CONGRESS (IL/DE/BE/LU/PL/FR 2013, R: Ari Folman) und SYNECDOCHE, NEW YORK! (US 2008, R: Charlie Kaufman) im Kino des Deutschen Filmmuseums. Die Jugendlichen widmen sich der Frage, wie und ob in der heutigen Welt noch zwischen wahr und unwahr unterschieden werden kann und laden nach ihren Filmvorstellungen zur Diskussion.

Das Programm mit allen Filmen aus der Festivalwoche finden Sie auf der Website: http://lucas-filmfestival.de/programm-2017/alle-filme-2017

Begleitprogramm: Podiumsdiskussion und Familientag
Auch abseits des Kinosessels dürfen sich Besucher/innen auf spannende Programmpunkte freuen: Eine Podiumsdiskussion am Donnerstag, 5. Oktober, widmet sich dem Thema Nachwuchsfilm und junges Publikum. Vor der Diskussion haben interessierte Kinder- und Jugendfilmschaffende die Gelegenheit, sich beim Förder-Speeddating mit Vertreterinnen zweier Förderinstitutionen über Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Im Anschluss an die Diskussion laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen ein. Ein Besuch im Deutschen Filmmuseum lohnt sich besonders mit der ganzen Familie am Dienstag, 3. Oktober. Bei freiem Eintritt können die Gäste am Familientag bei einer Vielzahl von Mitmach-Aktionen in die Welt des Films eintauchen. Am Nachmittag macht LUCAS-Jurymitglied Tobias Krell, besser bekannt als „Checker Tobi“ vom KIKA, den Festivalcheck. In einer Festivalplakatausstellung blickt LUCAS zurück auf 39 Ausgaben. Die Ausstellung im Foyer des Deutschen Filmmuseums beginnt bereits am Dienstag, 26. September, und gibt Einsichten in die Festivalgeschichte aus der grafischen Perspektive.

Bereits im September stimmt sich LUCAS in einer Jubiläumsfilmreihe auf die 40. Ausgabe ein. Am Freitag, 8., und Sonntag, 10. September, ist HOPPET – DER GROSSE SPRUNG INS GLÜCK (SE/NO/DE 2007, R: Petter N¿ss), ein Spielfilm der 30. Ausgabe von LUCAS, zu sehen. TOM SAWYER (DE 2011, R: Hermine Huntgeburth) aus der 34. Ausgabe von LUCAS, wird am Freitag, 15., und Sonntag, 17. September, im Kino des Deutschen Filmmuseums gezeigt. Auch über die Festivalwoche hinaus präsentiert LUCAS in der Jubiläumsfilmreihe herausragende Filme aus den vergangenen 39 LUCAS-Festivalausgaben.

Ob mit der Schulklasse oder in Begleitung von Freund/innen oder der Familie: LUCAS hält für seine Besucher/innen ein spannendes und thematisch facettenreiches Programm für jedes Alter bereit.

Jetzt buchen und akkreditieren
Vorteile für Frühbucher/innen: Für Gruppen von zehn Personen an gilt bis zum 15. September der Frühbucherpreis von drei Euro pro Ticket, ausgenommen hiervon sind die Vorstellungen in der Caligari FilmBühne. Auf der Website lucas-filmfestival.de sind alle Informationen rund um das Festival mit seinen Filmprogrammen und Veranstaltungen zu finden.

Preise
3,50 Euro für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 Euro für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 Euro für Erwachsene
5,00 Euro ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Rentner/innen, Schwerbehinderte)

Frühbucherpreis
3,00 Euro Frühbucherpreis für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre bis zum 15. September 2017 (ausgenommen Caligari FilmBühne).

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Akkreditierung
Bis zum 15. September können Akkreditierungsausweise bestellt werden.
10,00 Euro für Studierende
30,00 Euro für Fachbesucher/innen

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel.: 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
CINEMA (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

www.deutsches-filminstitut.de
www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de
www.europeanfilmgateway.eu

DONALD TRUMP, DER SCHAUSPIELER Die Rollen des US-Präsidenten aus filmwissenschaftlicher Sicht am 8.August 2017 im Filmmuseum Frankfurt

DONALD TRUMP, DER SCHAUSPIELER
Die Rollen des US-Präsidenten aus filmwissenschaftlicher Sicht
Dienstag, 8. August, 20:15 Uhr

Der schauspielerischen Vergangenheit Donald Trumps widmet das Kino des Deutschen Filmmuseums am Dienstag, 8. August, einen Abend: Anhand verschiedener Filmausschnitte unternimmt Urs Spörri den Versuch einer Image-Studie aus filmwissenschaftlicher Sicht. Im Anschluss läuft Jeremy Konners DONALD TRUMP’S THE ART OF THE DEAL: THE MOVIE, in dem kein geringerer als Johnny Depp in die Rolle des US-Präsidenten schlüpft.

Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, und nach Ronald Reagan der zweite mit einer filmischen Vergangenheit. Seit 1981 war Trump in Hollywoodproduktionen und im Fernsehen zu sehen, meist in Form kurzer Cameo-Auftritte. Die internationale Filmdatenbank IMDb benennt für Donald Trump sage und schreibe 25 Schauspieleinsätze. 1991 erhielt er sogar die Goldene Himbeere für die schlechteste männliche Nebenrolle in John Dereks GHOSTS CAN’T DO IT (Mein Geist will immer nur das Eine, US 1990). Doch was verraten diese Auftritte über den nun mächtigsten Mann der Welt? Eine filmwissenschaftliche Analyse anhand zahlreicher Filmausschnitte.
Urs Spörri (Deutsches Filminstitut) hat Filmwissenschaft, Publizistik und Politikwissenschaft studiert. Der Vortrag verdeutlicht, wie Donald Trump zu seinem Image kam. Vielleicht lässt sich dadurch besser nachvollziehen, warum so viele US-Amerikaner/innen ihn gewählt haben?

Dienstag, 8. August 2017, 20:15 Uhr (Filmbeginn ca 21:45 Uhr)
DONALD TRUMP’S THE ART Of THE DEAL: THE MOVIE
USA 2016. R: Jeremy Konner
D: Johnny Depp, Ron Howard, Alfred Molina. 51 Min. Digital. OV
Johnny Depp spielt Donald Trump! In dieser fiktiven Verfilmung von Trumps Bestseller The Art of the Deal, mit dem er 1987 für 44 Wochen in den Charts der New York Times gelistet war, wird auf sehenswerte satirische Weise das Erfolgsrezept des Immobilien-Tycoons karikiert.
Vor dem Film: Vortrag von Urs Spörri (Deutsches Filminstitut)

 

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

Nur noch bis Sonntag, 13. August:
Sonderausstellung ROT im Film

Foyer-Ausstellung:
Freddy Langer: Schlafbrillen
7. Juni bis 30. Juli 2017
Verlängert bis 24. September 2017

Der Film-Blog des Deutschen Filmmuseums auf fnp.de:
http://www.fnp.de/freizeit/kinoprogramm/film-blog/

 

11.cover-animalismSiehe auch „Animalism“ vom 3. 08. bis 3. 12. 2017, Ausstellung von Frank Hoppmann im Caricatura Frankfurt.

EUSKAL ZINEMA – Filme aus dem Baskenland Von Sonntag, 9., bis Dienstag, 25. Juli, im Kino des Deutschen Filmmuseums Frankfurt

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Schon während der Franco-Diktatur bildete sich in Kunst, Literatur und Film eine baskische Szene heraus. In den zurückliegenden Dekaden fragten zahlreiche Filmschaffende in ihren Werken, was den baskischen Film definieren könnte. Nach und nach etablierte sich ein vielstimmiges baskisches Filmschaffen, das die sozio-politische und kulturelle Lage einer pluralen Gesellschaft wiedergibt. Heute ist eine abwechslungsreiche Filmlandschaft Zeugnis dieser Vielfalt. Die Filmreihe stellt herausragende baskische Werke vor.

Sonntag, 9. Juli, 18 Uhr
LOREAK Blumen
Spanien 2014. R: Jon Garaño, José Mari Goenaga
D: Nagore Aranburu, Itziar Ituño, Itziar Aizpuru. 99 Min. DCP. OmeU
Nicht nur das Leben von Ane wird von einem wöchentlichen Blumenstrauß auf den Kopf und ihre Beziehung mit Ehemann Ander vor eine Herausforderung gestellt – die Blumen stiften auch im Leben von Lourdes und Tere Verwirrung. Zwischen tiefgrünen Hügeln mit Schafherden und bei andauerndem Regen kreuzen sich die Wege der drei Frauen, deren Leben die Blumen eine entscheidende Wendung geben. LOREAK erhielt zahlreiche Preise, unter anderen den Goya Preis für den besten Film, und war 2015 die spanische Einreichung für den Oscar® als bester ausländischer Film.
Vorfilm: GURE HORMEK (Spanien 2016. R: Las chicas de Pasaik. 15 Min. Digital)

Dienstag, 11. Juli, 18 Uhr
AMA LUR Tierra Madre
Spanien 1968. R: Néstor Basterretxea, Fernando Larruquert
Dokumentarfilm. 103 Min. DCP. OmeU
Auch wenn AMA LUR nicht der allererste baskische Film ist, wird er in der kulturellen Erinnerung des Baskenlandes als erster baskischer Film wahrgenommen. Der Künstler Nestor Basterretxea und der Musiker Fernando Larruquert schufen durch eine kluge Strategie in der Auseinandersetzung mit der Zensurbehörde und trotz schwieriger Finanzierung mit diesem Dokumentarfilmprojekt, ein ästhetisch eigenwilliges und politisch fast unmögliches Werk im Kontext der Franco-Diktatur. Aufgrund seiner politischen Bedeutung wird der Film auch heute noch kontrovers diskutiert.
Vorfilm: OPERACIÓN H (Spanien 1963. R: Néstor Basterretxea. 14 Min. Digital)

Dienstag, 18. Juli, 18 Uhr
27 HORAS 27 Stunden
Spanien 1986. R: Montxo Armendáriz
D: Martxelo Rubio, Maribel Verdú, Antonio Banderas. 81 Min. 35mm. OmeU
Jon, arbeitslos und drogenabhängig wie die meisten seiner Freunde, rebelliert gegen die Erwartungen, die seine Familie an ihn stellt. Täglich wandert er durch die Stadt auf der Suche nach Geld und Drogen. Montxo Armendáriz porträtiert in düsteren und eindrucksvollen Bildern 27 Stunden im Leben einer Gruppe von Jugendlichen, die Anfang der 1980er Jahre in Donostia (San Sebastián) von Arbeitslosigkeit, Ausbeutung und Drogenabhängigkeit bestimmt sind. 27 HORAS war der populärste baskische Film des Jahres 1987 und erhielt die Silberne Muschel beim Internationalen Filmfestival von San Sebastián.
Vorfilm: BETI BEZPERAKO KOPlAK (Spanien 2016. R: Ageda Kopla Taldea. 6 Min. Digital)

Dienstag, 25. Juli, 18 Uhr
LA CASA EMAK BAKIA
Spanien 2012. R: Oskar Alegría   
Dokumentarfilm. 83 Min. Blu-ray. OmeU
Regisseur Oskar Alegría ist in diesem Dokumentarfilm auf der Suche nach dem Haus EMAK BAKIA, aus dem gleichnamigen Film Man Rays. EMAK BAKIA bedeutet „Lass mich in Ruhe“. Genauso widerspenstig wie der Name des Hauses gestaltet sich die Suche nach demselben. Es gibt in Man Rays Film nur drei Hinweise: das Eingangsschild, zwei Säulen einer Terrasse mit Blick aufs Meer und ein Stückchen Küste. Die Suche erzählt nicht nur eine Geschichte des Hauses, sondern auch die der Menschen, die im Verlauf von fast 100 Jahren darin zu Besuch waren.
Vorfilm: EMAK BAKIA (Frankreich 1927. R: Man Ray. 18 Min. 16mm. ohne Dialog)
Zu Gast: Oskar Alegría (angefragt)

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LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans freut sich auf ein spannendes Programm zur 40. Ausgabe des Festivals vom 1. bis 7. Oktober

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

Mitglieder der Jury stehen fest +++ Heute: Die Jurykids 8+ und 13+

LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans präsentiert vom 1. bis 7. Oktober 2017 herausragende Filme für junges Publikum im Deutschen Filmmuseum und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Das breite Spektrum an Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilmen, die in der Regel in Originalfassung angeboten werden, richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von vier Jahren bis 18plus. LUCAS bietet dem Publikum zahlreiche Möglichkeiten, das Festival mitzugestalten: hinter und vor der Kamera, als Jurymitglieder oder Moderator/innen. In spannenden Gesprächen mit den Gästen können junge Filmfans eine Woche lang in die Welt der Filme eintauchen.

Heranwachsende, die sich in der Jury engagieren, haben eine große Aufgabe vor sich: Eine Woche lang, vom 1. bis 7. Oktober, schauen die jungen Juroren jeden Tag viele Stunden lang Filme zusammen mit ihren Jury-Kollegen. Danach bestreiten sie zuweilen anstrengende Diskussionen über die gesehenen Werke, bis am Ende der Woche schließlich die Entscheidungen über die Auszeichnungen fallen. Sechs Jurykids im Alter von zehn bis 16 Jahren sind auch dieses Jahr wieder dabei und freuen sich auf eine aufregende Woche mit vielen Filmen:
Die zehnjährige Rosalie Pascal weiß ganz genau, worauf sie dabei achten muss: „Gute Musik, guter Schnitt, gutes Schauspiel, vielseitiger Perspektivenwechsel“ das macht für die Schülerin der IGS Nordend einen guten Film aus, schreibt sie in ihrem Steckbrief. Die Entdeckung, dass man wird man nicht erwischt im Kino auch andere Sachen machen kann, als nur Filme zu schauen, hat der elfjährige Aki Teuchmann gemacht, als der Elisabethenschüler mit seinem Cousin einmal ganz alleine im Kino war. Die beiden Jungs nutzten die Gelegenheit: „Wir sind während des Films über die Stühle geklettert.“ Der zehnjährige Jan Alexander Vossen hat hohe Ansprüche ans Kino: Ein Film, verlangt er, „sollte lustig, traurig und spannend sein“. Am liebsten geht der Merianschüler mit seinen Freunden ins Kino, „weil man da noch mehr lacht“.

Happy Ends sind der 16-jährigen Carla Zimmer von der Maria-Ward-Schule in Mainz wichtig, aber auch, dass der Film „realistisch ist und zum Nachdenken anregt“. Dabei geht sie besonders gerne mit ihrer Schwester ins Kino, und am liebsten in eine Komödie. Bei LUCAS hat sie sich beworben, weil sie sich für das Schauspielen interessiert. „Außerdem tausche ich mich über die Filme gerne aus.“ Wann gehen sie besonders gerne ins Kino?, fragt der Steckbrief die künftigen Juroren. „Wo Schauspieler mitspielen, die ich mag“, bekennt die 13-jährige Annalena Ames, die das Frankfurter Goethe-Gymnasium besucht. TRAUMFRAUEN (DE 2015, R: Anika Decker) mit Elyas M’Barek nennt sie als ihren aktuellen Lieblingsfilm.
Visual effects sind für den 16-jährigen Oskar Sachs besonders wichtig, der den Sci-Fi-Film MOON (UK 2009, R: Duncan Jones) als seinen Favoriten bezeichnet. Am Ende nennt der Goethe-Gymnasiast jedoch „das Skript als Schlüsselpunkt“ für einen guten Film. Bei LUCAS macht er mit, weil er hofft, hier Filme abseits des Mainstream-Kinos zu sehen: „Ich hoffe, etwas daraus für eigene Filmprojekte zu lernen.“

40 Jahre LUCAS: Familientag am Dienstag, 3. Oktober
Ein besonders üppiges Festprogramm wird es beim Familientag am Dienstag, 3. Oktober, geben, bei dem alle Interessierten eingeladen sind, mit LUCAS die 40. Festivalausgabe zu feiern.

Rotgekleidete kommen gratis in die Sonder-Ausstellung „ROT IM FILM“ im Filmmuseum Frankfurt

Ganz in Rot gekleidete Besucher/innen kommen diese Woche (27. Juni bis 2. Juli) kostenlos in die Sonderausstellung ROT IM FILM, die noch bis zum 13. August zu sehen ist. Passend dazu feiert das Kino des Deutschen Filmmuseums ein einzigartiges Farbverfahren: Die Reihe „Glorious Technicolor! versammelt seltene Filmkopien von Hollywood-Filmen aus den 30er bis 50er Jahren.

GLORIOUS TECHNICOLOR!
Filmreihe, Lectures und eine Buchpräsentation im Kino des Deutschen Filmmuseums, von Mittwoch, 5., bis Mittwoch, 26. Juli

Ein Streifzug durch Three-Strip Technicolor

THE GULF BETWEEN (US 1917) war vor 100 Jahren der erste mit dem Technicolor-Verfahren hergestellte Film. Doch technische Widrigkeiten und Rückschläge machten die ersten Bemühungen des 1915 von Herbert Kalmus gegründeten Unternehmens zunächst zu einer Enttäuschung. Nachdem die Verfahren Nr. 1 und Nr. 2 bei den großen Studios nicht den nötigen Rückhalt fanden, kam mit Nr. 3 Ende der 1920er der Durchbruch – allerdings noch immer im Zwei-Streifen-Prozess, der nur einen Teil des Farbspektrums abbilden konnte.

Weltberühmt wurde Technicolor erst mit Verfahren Nr. 4, das von 1932 an mit Drei-Streifen-Kameras arbeitete. Zusammen mit der langfristig farbstabilen Dye-transfer-Kopierung nach Art des Reliefdrucks, ermöglichte es jenen oft mit dem Slogan „Glorious Technicolor!“ beworbenen besonderen Look, der zahlreiche Klassiker prägte. Cinephile und Filmhistoriker bewunderten fortan „Die Röte des Rots von Technicolor“ (Hartmut Bitomsky).
Die Komplexität des Verfahrens und die Schwerfälligkeit der Drei-Streifen-Kameras sorgten jedoch dafür, dass die Filmindustrie 1954 auf Eastmancolor-Negativ umstieg. Im Verfahren Nr. 5 wurden allerdings weiterhin viele Filme im Technicolor-Farbdruck kopiert und entsprechend beworben, bis die Kopierstrecken Ende der 1970er Jahre stillgelegt und nach China verkauft wurden. Die Auswahl der Reihe konzentriert sich zunächst auf klassische Three-Strip-Technicolor-Filme des Verfahrens Nr. 4 der 1930er bis 50er Jahre. Das Besondere: Sämtliche Filme sind als im Farbdruck-Verfahren in den USA und London hergestellte originale IB-Tech-Kopien zu sehen. Zwei Vorträge geben vertiefende Einblicke in das Thema. Ergänzend sind außerdem bei TERZA VISIONE – 4. Festival des italienischen Genrefilms (S. 24) zahlreiche, im Verfahren Nr. 5 in Rom hergestellte Technicolor-Kopien der 1960er und 70er Jahre zu sehen.

Wir danken insbesondere der Cinémathèque française und dem Österreichischen Filmmuseum für die Bereitstellung von wertvollen, normalerweise wegen ihrer Unersetzlichkeit nicht ausleihbaren Unikaten.

Mittwoch, 5. Juli, 20:15 Uhr
Buchpräsentation: „Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921-1968″
Walt Disney war einer der großen US-amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts und der erste, der eine eigene Industrie schuf, um seine Visionen umzusetzen. Ihm und seinen Filmen ist eines der schönsten Filmbücher der vergangenen zwei Jahrzehnte gewidmet, welches mittels profunder Texte und einer Fülle von Abbildungen die Entstehung der Filme von den Anfängen bis kurz nach Disneys Tod lebendig werden lässt und vom Herausgeber Daniel Kothenschulte an diesem Abend vorgestellt wird. Disney galt seit FLOWERS AND TREES (1932) als Pionier in der Anwendung des „Three-strip-Technicolor“-Verfahrens.
Vorgestellt von: Daniel Kothenschulte
Mit Filmbeispielen in Technicolor

Donnerstag, 6. Juli, 18 Uhr, Samstag, 8. Juli, 20:30 Uhr
THE WIZARD OF OZ Der Zauberer von Oz
USA 1939. R: Victor Fleming. D: Judy Garland, Frank Morgan, Ray Bolger 102 Min. 35mm. OF
Dorothy lebt auf einer Farm in Kansas. Als sie samt Haus und Hund Toto von einem Wirbelsturm in eine andere Welt entführt wird, tötet sie bei der Landung eine böse Hexe. Um sich vor der Rache der Hexenschwester zu schützen, macht sich Dorothy auf den Weg zur Smaragdstadt, wo der Zauberer von Oz lebt. Unterwegs begegnet sie einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem ängstlichen Löwen, die sie begleiten. Während die Kansas-Szenen schwarzweiß gefilmt und im Entwicklungsprozess zu sepia umgewandelt wurden, erstrahlt die Traumwelt Oz im kompletten Technicolor-Farbspektrum – ein vielzitierter Hollywood-Klassiker.

Freitag, 7. Juli, 20:30 Uhr, Donnerstag, 13. Juli, 20:30 Uhr
THE CRIMSON PIRATE Der Rote Korsar
USA 1952. R: Robert Siodmak
D: Burt Lancaster, Nick Cravat, Eva Bartok. 105 Min. 35mm. DF
Seeräuber-Kapitän Vallo gibt sich als edler Pirat, als Beschützer der Unterdrückten, Befreier schöner Frauen und Feind der ausbeuterischen Gouverneure. Als er eine große Menge Waffen und Munition erbeutet, will er diese an den Rebellenführer El Libre verkaufen. Doch als Vallo sich in dessen Tochter verliebt, kommen Geschäft und Gefühl durcheinander. Ein unverwüstlicher Klassiker des Piratenfilms mit beeindruckenden Kulissen, turbulenten Stunts, humorvollen Zwischentönen und hervorragender Fotografie, die knallig rote Kostüme vor grandiosem Meeres- und Himmelsblau in Technicolor strahlen lässt.

Freitag, 14. Juli., 18 Uhr
THE BEAUTIFUL BLONDE FROM BASHFUL BEND
USA 1949. R: Preston Sturges. D: Betty Grable, Cesar Romero,
Rudy Vallee. 77 Min. 35mm. OmfrU
Die temperamentvolle Saloon-Sängerin Freddie Jones ist schneller mit den Colts als alle Männer der Stadt. Doch als sie in einem Handgemenge versehentlich den örtlichen Richter anschießt, muss sie aus der Stadt fliehen. Ein durchgeknalltes Western-Musical vom Komödien-Spezialisten Preston Sturges – Parodie und Dekonstruktion zugleich, dabei rasant, frivol, voller Merkwürdigkeiten und farbenprächtigen Dekors. Vorab ist mit LA CUCARACHA der erste Realfilm in Three-Strip-Technicolor zu sehen, der feurigen Tanz und Gesang in einem mexikanischen Nachtlokal zeigt.

Vorfilm: LA CUCARACHA. USA 1934. R: Lloyd Corrigan. 20 Min. 16mm.OF
Mit Einführung: Céline Ruivo (La Cinémathèque française)

Samstag, 15.Juli., 18 Uhr
LECTURE ON THREE-STRIP TECHNICOLOR
Englischsprachiger Vortrag von Céline Ruivo (La Cinémathèque française) mit vielen Illustrationen, Fotos und Filmbeispielen
Céline Ruivo ist seit 2011 die Leiterin des Filmarchivs der Cinémathèque française und war in der Restaurierungsabteilung des Eclair-Kopierwerks tätig. Sie promovierte mit einer Arbeit zum Three-Strip-Technicolor-Verfahren. In ihrer Lecture gibt sie einen Überblick über die Geschichte und die technischen wie ästhetischen Besonderheiten von Technicolor und spricht dabei auch über Herausforderungen und Probleme bei der Restaurierung des historischen Ausgangsmaterials.

Samstag, 15.Juli, 20:30 Uhr
GENTLEMEN PREFER BLONDES Blondinen bevorzugt
USA 1953. R: Howard Hawks. D: Jane Russell, Marilyn Monroe,
Charles Coburn. 91 Min. 35mm. OmseU
Das mittellose Showgirl Lorelei ist mit dem Millionärssohn Gus liiert. Dessen Vater lehnt die Beziehung strikt ab, da er der attraktiven Tänzerin reine Habgier untestellt. Lorelei macht sich mit ihrer Freundin Dorothy auf den Weg nach Paris, um ihren Angebeteten heimlich zu heiraten. Doch der Vater hat einen Privatdetektiv auf Lorelei angesetzt, dem die Reize des Mädchens nicht verborgen bleiben. Howard Hawks‘ satirisches Musical würzt köstliche Unterhaltung mit böser Materialismuskritik. Eingegangen in die Filmgeschichte ist die Szene, in der Marilyn Monroe im pinken Abendkleid „Diamonds are a girl’s best friend“ vor rotem Hintergrund singt.
Mit Einführung: Céline Ruivo (La Cinémathèque française)

Sonntag, 16. Juli, 18 Uhr
THE ADVENTURES OF TOM SAWYER Toms Abenteuer
USA 1938. R: Norman Taurog. D: Tommy Kelly, Ann Gillis, May Robson. 77 Min. 35mm. OF
Tom Sawyer und sein bester Freund Huckleberry Finn spielen den Einwohnern einer Kleinstadt am Mississippi zahlreiche Streiche. Bei einem Ausflug werden sie zufällig Zeugen eines mörderischen Streits. Als ein Unschuldiger vor Gericht kommt, offenbart Tom den wahren Täter, Indianer Joe. Dem gelingt jedoch die Flucht, und er versteckt sich ausgerechnet in den Tropfsteinhöhlen, die Tom auf einem Schulausflug ebenfalls besucht. Der vielleicht erfolgreichste Versuch, die Klassiker von Mark Twain zu adaptieren, beschwört humor- und liebevoll eine Jugendfreundschaft und die Atmosphäre eines geheimnisvollen Sommers.
Mit Einführung: Céline Ruivo (La Cinémathèque française)

Sonntag, 16. Juli, 20:30 Uhr
DRUMS ALONG THE MOHAWK Trommeln am Mohawk
USA 1939. R: John Ford. D: Claudette Colbert, Henry Fonda,
Edna May Oliver. 104 Min. 35mm. OF
Unmittelbar nach der Hochzeit im Jahr 1776 schließt sich ein Paar den Siedlern im gefährlichen Tal des Mohawk River an. Während die Frau sich vor den Indianern fürchtet, zählt ihr Mann einen davon zu seinen besten Freunden. Die Ausrufung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges führt zu Landung und Angriff britischer Truppen. John Fords erster Farbfilm widmet sich in farbenprächtig ausgemalten Landschaften dem frühen Pioniergeist und dem amerikanischen Unabhängigkeits-bestreben, nicht zuletzt aber auch den Grenzverläufen zwischen Wildheit und Zivilisation.

Mittwoch, 19. Juli, 20 Uhr, Sonntag, 23. Juli, 19 Uhr
GONE WITH THE WIND Vom Winde verweht
USA 1939. R: Victor Fleming
D: Clark Gable, Vivien Leigh, Olivia de Havilland. 222 Min. 35mm. OF
Die aufwendige und sorgfältig inszenierte Monumentalverfilmung des Bestsellers von Margaret Mitchell wurde zu einem der größten Kassenerfolge und zugleich zu einem Mythos der Kinogeschichte. Im Zentrum des Epos steht das Schicksal einer ebenso schönen wie selbstsüchtigen Frau, die zur Zeit des amerikanischen Sezessionskrieges (1861-65) rücksichtslos ihre Interessen verfolgt und über der Sorge um die Erhaltung des Gutes ihrer Eltern jedes Maß verliert. Großes Star-Kino, das Atlanta in rot brennendes Technicolor taucht und mit seiner fesselnden Schilderung persönlicher Schicksale inmitten der Bürgerkriegswirren noch immer fasziniert.

Freitag, 21. Juli, 18 Uhr, Sonntag, 23. Juli, 17 Uhr
THREE LITTLE WORDS Drei kleine Worte
USA 1950. R: Richard Thorpe
D: Fred Astaire, Red Skelton, Vera-Ellen. 102 Min. 35mm. OF
Ein invalider Steptänzer rauft sich mit einem Klavierspieler zusammen und gleich das erste gemeinsame Stück wird zum Erfolg, so dass sie fortan als Songschreiber-Gespann Ruby & Kalmar sowohl berufliche als auch private Höhenflüge erleben. Das Technicolor-Musical widmet sich mit viel Humor, Oscar®-nominierter Filmmusik und zahlreichen Tanzeinlagen von Fred Astaire dem Thema des kreativen Schaffensprozesses, der mit allen Mysterien und Frustrationen ungemein mitreißend dargestellt wird. Zudem eine der schönsten Kopien der Reihe.

Samstag, 22. Juli, 20:30 Uhr
THE AFRICAN QUEEN African Queen
USA 1951. R: John Huston. D: Humphrey Bogart, Katharine Hepburn,
Robert Morley. 104 Min. 35mm. OF
Verfolgt von Kanonenbooten in Deutsch-Ostafrika, fliehen eine Methodistenschwester und ein raubeiniger Bootsführer bei Kriegsausbruch 1914 in einer abenteuerlichen Reise auf dem Fluss. Gedreht „on location“ in Belgisch-Kongo und Uganda, entfaltet sich mit dem gegensätzlichen Duo Bogart und Hepburn eine turbulente Screwball Comedy mit spröder Romanze.

Dienstag, 25. Juli, 20:30 Uhr, Donnerstag, 27. Juli, 18 Uhr
ROMANCE ON THE HIGH SEAS Zaubernächte in Rio
USA 1948. R: Michael Curtiz
D: Jack Carson, Janis Paige, Doris Day. 99 Min. 35mm. OF
Eine Frau täuscht eine Schiffsreise nach Rio de Janeiro vor, um ihren Mann in New York überwachen zu können. Der wiederum setzt einen Detektiv auf sie an, der sich an Bord des Schiffes begibt. Eine farben¬prächtige, schwungvoll inszenierte Verwechslungskomödie mit heiteren Musikeinlagen, zugleich das Spielfilm-Debüt von Doris Day.

Mittwoch, 26. Juli, 22:30 Uhr
JET PILOT
USA 1950/57. R: Josef von Sternberg
D: John Wayne, Janet Leigh, Jay C. Flippen. 111 Min. 35mm. OF
Der von Howard Hughes produzierte Film wurde 1950 in Three-Strip Technicolor gedreht. Hughes ließ immer wie-der neue Flugszenen nachdrehen, so dass der Film erst Jahre später ins Kino kam. Das Balzduett zwischen einer sowjetischen Offizierin und einem amerikanischen Piloten ist ein Höhepunkt in Josef von Sternbergs Filmografie

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Veronica Ferres am 11. Mai 2017 zu Gast im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

Das Kino des Deutschen Filmmuseums ehrt am Donnerstag, 11. Mai 2017 Veronica Ferres mit einem Filmabend, der mit ihrem Wunschfilm UNTER BAUERN RETTER IN DER NACHT (DE/FR 2009, R: Ludi Boeke)  um 18.00 Uhr beginnt und 100 Minuten dauert
Anschließend wird mit SALT AND FIRE (DE/US/FR/MX 2016, R: Werner Herzog) das jüngste Werk Werner Herzogs gezeigt, in dem Veronica Ferres an der Seite von Gael García Bernal die Hauptrolle übernommen hat.

Im Anschluss an die Filmvorstellung wird es mit Veronica Ferres ein Publikumsgespräch geben.

Donnerstag, 11. Mai, 18 Uhr
UNTER BAUERN RETTER IN DER NACHT
Deutschland/Frankreich 2009. R: Ludi Boeke
D: Veronica Ferres, Armin Rohde, Louisa Mix. 100 Min. Blu-ray

Westfalen 1943: Die Jüdin Marga Spiegel lebt während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Statt zu fliehen, taucht sie gemeinsam mit ihrer Familie unter. Auf dem Land wird sie mit ihrer kleinen Tochter vor den Nazis versteckt. Es beginnt eine zermürbende Zeit in ständiger Angst vor Entdeckung. UNTER BAUERN ist die Verfilmung der Autobiographie von Marga Spiegel und feierte seine Uraufführung 2009 beim Filmfestival in Locarno.

Vor dem Film spricht Urs Spörri (Deutsches Filminstitut) mit Veronica Ferres über ihre Karriere.

Donnerstag, 11. Mai, 20:30 Uhr
SALT AND FIRE
Deutschland/USA/Frankreich/Mexiko 2016. R: Werner Herzog
D: Veronica Ferres, Gael García Bernal, M. Shannon. 98 Min. DCP. OmU

Eine Umweltkatastrophe droht: Im Südwesten Boliviens breitet sich ein Salzsee unaufhaltsam aus. Die Forscherin Laura Sommerfeld soll das rätselhafte Phänomen im Auftrag der UN untersuchen. Doch dann wird ihre Delegation von einer Guerillagruppe gekidnappt. Für konventionelle Dramaturgie hat Werner Herzog sich noch nie interessiert. Mit SALT AND FIRE inszenierte er einen Tagtraum, der seinen eigenen Regeln folgt.

Nach dem Film: Publikumsgespräch mit Veronica Ferres

Veronica Ferres (geboren 1965 in Solingen) spielte nach ihrem Studium in DIE ZWEITE HEIMAT von Edgar Reitz mit, ehe ihr 1992 mit Helmut Dietls Oscar®-nominierter Komödie SCHTONK! der endgültige Durchbruch gelang. Seither ist sie aus dem deutschen Kino und Fernsehen nicht wegzudenken ausgezeichnet mit dem Grimme-Preis in Gold, dem Deutschen Fernsehpreis, zwei Bambis und zwei Goldenen Kameras.

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SONDERAUSSTELLUNG:

ROT. Eine Filminstallation im Raum
8. März bis 13. August 2017