Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Filmreihe „Lecture & Film“ am 26., 27. u. 30. April im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) Frankfurt

© DFF
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Lecture & Film Special:
Tanz- und Performancefilm mit Babette Mangolte
Freitag, 26. April, sowie Samstag, 27., und Dienstag, 30. April
Am Wochenende widmet sich die Reihe „Lecture & Film: Das Kino von Chantal Akerman“ der Verfilmung von Kunstformen, insbesondere Tanz und Performance. Am Freitag, 26. April, ist Kamerafrau Babette Mangolte zu Gast. Anhand ihrer eigenen Werke sowie einer gemeinsamen Arbeit mit Chantal Akerman über die Tanztruppe von Pina Bausch wird Mangolte über die Herausforderungen beim Verfilmen von Live-Performances sprechen.

Babette Mangolte ist Filmemacherin und Professorin an der University of California in San Diego. Sie hat mehrere Filme mit Chantal Akerman realisiert, darunter JEANNE DIELMAN, NEWS FROM HOME und « UN JOUR PINA A DEMANDÉ… ».

Freitag, 26. April, 18 Uhr

WHAT MAISIE KNEW
USA 1976. R: Babette Mangolte. 60 Min. OF
Mangoltes erster Film ist inspiriert vom gleichnamigen Henry- James-Roman.

STAGING LATERAL PASS
USA 2013. R: Babette Mangolte. 31 Min. OF
Tänzer/innen und Choreograph/ innen auf der Bühne vor der Premiere von T. Browns Lateral Pass 1985 in Minneapolis.

STEVE PAXTON AT DIA
USA 2014. R: Babette Mangolte. 8 Min. OF
Der berühmte Choreograf Steve Paxton improvisiert zu den im Dia:Beacon Museum gezeigten Kunstwerken.

Zu Gast: Babette Mangolte. Eintritt: 5 Euro

Freitag, 26. April, 20:15 Uhr

«UN JOUR PINA A DEMANDÉ… »
Belgien/Frankreich 1983. R: Chantal Akerman
Dokumentarfilm. 57 Min. Digital. OmeU
Über Monate begleiteten Akerman und Kamerafrau Mangolte filmisch die Proben, Aufführungen und Alltagsmomente der Tanztruppe von Pina Bausch am Tanztheater Wuppertal und in Mailand, Venedig und Avignon.

Zu Gast: Babette Mangolte. Eintritt: 5 Euro

Begleitprogramm: Verfilmung von Tanz und Fotografie

Im Anschluss an den Abend mit Babette Mangolte ist am Samstag ein Film von Choreographin Pina Bausch selbst zu sehen. Am Dienstag läuft ein weiterer Film von Babette Mangolte.

Samstag, 27. April, 18:00 Uhr

DIE KLAGE DER KAISERIN
Frankreich/Deutschland 1990. R: Pina Bausch
103 Min. 35 mm
Die einzige Regiearbeit der Choreographin Pina Bausch ist eine Übertragung ihrer Methode auf ein anderes Medium. Der Film besteht aus einzelnen Szenen, die collagenhaft verbunden sind und unterschiedliche Stimmungen wiedergeben – ähnlich dem Stil Akermans. Das DFF zeigt eine selten Kopie aus dem eigenen Filmarchiv.

Dienstag, 30. April, 18:00 Uhr

THE CAMERA : JE OR LA CAMERA : I
USA 1977. R: Babette Mangolte
88 Min. Digital. OF
Mangolte gewährt einen Blick hinter die Kamera, und zeigt ihre Perspektive als Fotografin. Körper in Bewegung sind ein zentraler Aspekt ihrer Filme. In diesem Essayfilm steht aber zunächst einmal die Stille des fotografierten Subjekts im Mittelpunkt.

***

Eine Veranstaltungsreihe des Kinos des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums und des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem DFG-Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“. In Kooperation mit der hessischen Film- und Medienakademie.

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main
presse@dff.film
www.deutsches-filminstitut.de

Programm im Mai DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

kinoprogramm-mai2019

Filminstallation: 70 JAHRE IN 70 MINUTEN – Eine audiovisuelle Reise durch die deutsche Filmgeschichte seit 1949
Ausstellung von Dienstag, 26. März bis Sonntag, 12. Mai im 3. OG des DFF
Präsentation im Kino während der Nacht der Museen am 11. Mai

Verlängert: Foto-Ausstellung augen|blicke. porträts von birgit kleber
Erneut zu sehen bis Sonntag, 12. Mai
Finissage am Sonntag, 12. Mai

Werkstattgespräche: ZIRKULATION – Wege, Waren und Wissen der Filmkultur
von Mai bis Juli 2019

Eröffnung des DFF Fassbinder Center, Frankfurt
am Montag, 20. Mai

Carte Blanche: Andreas Dresen
Filmreihe von Freitag, 3., bis Donnerstag, 30. Mai
Ein Abend für Andreas Dresen mit Foyergespräch und Filmvorführungen von GUNDERMANN (DE 2018) und HALBE TREPPE (DE 2002)
am Mittwoch, 29. Mai

No Fear, No Die. Werkschau Claire Denis
Filmreihe von Mittwoch, 1., bis Dienstag, 28. Mai

19. Nippon Connection
Japanisches Filmfestival von Dienstag, 28. Mai, bis Sonntag, 2. Juni

Klassiker & Raritäten: Weimarer Verhältnisse
Filmreihe von Dienstag, 7., bis Dienstag, 28. Mai

LATE NIGHT KULTKINO
Drei Raritäten aus Australien sowie ein bemerkenswerter aktueller Genrefilm aus Deutschland von Freitag, 3., bis Samstag, 25. Mai

Filmclub TREPPE 41
STARSHIP TROOPERS (USA 1997, R: Paul Verhoeven) am Freitag, 10, Mai, und Geburtstagssause mit Kurzfilmprogramm am Freitag, 17. Mai

Kinderkino
von Freitag, 3. Mai, bis Sonntag, 2. Juni, immer freitags und sonntags

Lecture & Film: Das Kino von Chantal Akerman
Vortrag von Sonia Campanini „Follow me quietly. Akermans Poetik von Raum und Bewegung“ (in deutscher Sprache) und Filmvorführungen LA CHAMBRE (BE 1972) und HOTEL MONTEREY (BE 1972) am Donnerstag, 9. Mai (Lecture & Film) und Samstag, 1. Mai (Nur Filme)
Vortrag von Alisa Lebow „Briefe von zu Haus“ (in englischer Sprache) und Filmvorführung NEWS FROM HOME (BE/FR/BRD 1976) am Donnerstag, 23. Mai (Lecture&Film) und Samstag, 25. Mai

Was tut sich – im deutschen Film?
Uli Gaulke präsentiert SUNSET OVER HOLLYWOOD (DE 2018) am Sonntag, 26. Mai

Britfilms #12
British School Film Festival von Donnerstag, 9., bis Mittwoch, 15. Mai

SPECIAL: Experimentalfilm
Ein monumentales Werk des Avantgarde-Kinos, THE ART OF VISION (USA 1965, R: Stan Brakhage), am Mittwoch, 1. Mai

SPECIAL: THE GUEST: ALEPPO – ISTANBUL
Mit Gast (Regisseurin Andaç Haznedaroğlu) und anschließender Diskussionsrunde am Donnerstag, 2. Mai

SPECIAL: Die Chauvet-Höhle im Film
3D-Filmvorführung THE FINAL PASSAGE (FR 2015, R: Pascal Magontier, Autor: Jean-Michel Geneste) am Samstag, 4. Mai

SPECIAL: Heinz Emigholz
Langzeitdokumentation YEARS OF CONSTRUCTION. KUNSTHALLE MANNHEIM. BAUJAHRE 2013-2018 (DE 2019)
 am Samstag, 4. Mai

SPECIAL: Frankfurt liest ein Buch
IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS (DE 2014, R: Giulio Ricciarelli) am Dienstag, 14. Mai

SPECIAL: Kino & Couch
JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE (BRD 1974, R: Werner Herzog) in der Filmreihe mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut zum Thema „Identität“ am Donnerstag, 16. Mai

Events und Kino-Programm Mai 2019

Das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films goEast mit glanzvoller Preisverleihung abgeschlossen

Goldenen Lilie – Hauptpreis

ACID (KISLOTA, Russland 2018, Regie: Alexander Gorchilin; Produktion: Sabina Eremeeva) ist der Gewinner des Hauptpreises der 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden – der mit 10.000 Euro dotierten Goldenen Lilie. Die fünfköpfige internationale Jury unter dem Vorsitz von Teona Strugar Mitevska begründete ihre Entscheidung damit, dass der meisterhafte Debütfilm die Energie und die Verzweiflung der Millennial-Generation spürbar mache. „Die Geschichte ist brillant geschrieben und konstruiert. Sie überzeugt von Anfang bis Ende in der Art, wie sie den Charakteren durch das urbane zeitgenössische Setting folgt“, betonte die Jury.

Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis, die "Goldene Lilie für den Besten Film" ging an  ACID (KISLOTA). v.l.n.r.:Teona Strugar Mitevska (Juryvorsitzende), Arina Shevtsova, Hauptdarstellerin Vanya, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ellen-Harrington, Direktorin  des DFF, Deutsches Filminstitut Deutsches Filmmuseum.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis, die „Goldene Lilie für den Besten Film“, ging an ACID (KISLOTA). v.l.n.r.:Teona Strugar Mitevska (Juryvorsitzende), Arina Shevtsova, Hauptdarstellerin Vanya, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ellen-Harrington, Direktorin des DFF, Deutsches Filminstitut Deutsches Filmmuseum.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Preisverleihung in der Caligari FilmBühne bildete den krönenden Abschluss von goEast. Nach einer Woche voller Kino, Virtual Reality, zahlreichen Diskussionen, Vorträgen und Ausstellungen, bei der 109 Filme gezeigt wurden und mehr als 200 Filmschaffende aus der internationalen Filmbranche zu Gast waren, wurden die Sieger des Wettbewerbs gekürt und Preise im Gesamtwert von 36.000 Euro verliehen.

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie

Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie erhielt Adilkhan Yerzhanov für "DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT" (l.n.r.:) Adilkhan Yerzhanov (Regisseur), Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie erhielt Adilkhan Yerzhanov für „DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT“ (l.n.r.:) Adilkhan Yerzhanov (Regisseur), Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Adilkhan Yerzhanov gewann mit THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA; Kasachstan, Frankreich 2018) den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie, der mit 7.500 Euro dotiert ist. „Der Film, der in einer Welt voller Absurdität und Gleichgültigkeit spielt, ist ein visuell beeindruckendes und bewegendes Drama über Liebe, die Komplexität der menschlichen Bedingungen und Beziehungen, gewürzt mit einem staubtrockenden Humor. Das ist modernes und klassisches Kino in einem, was die Kraft des Regisseurs als Auteur unterstreicht“, so die Jury. Der Regisseur zeige sein künstlerisches Talent für Details: Einstellungen voller poetischer Schönheit, minimalistische, gleichzeitig stilisierte Innenräume, ruhige aber ausdrucksstarke Gesichter, reiche und farbenfrohe Landschaften, lobte die Jury.

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt 

 Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt ausgezeichnet. l.n.r.: ALISA KOVALENKO, Regisseurin, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ayse-Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt ausgezeichnet. l.n.r.: ALISA KOVALENKO, Regisseurin, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ayse-Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko) wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt und einem Preisgeld von 4.000 Euro ausgezeichnet. Der Film über eine junge Ukrainerin, die mit Beharrlichkeit und Überzeugung den Traum einer professionellen Fußball-Karriere inmitten ihrer sozial prekären Familiensituation verfolgt, mache Hoffnung, betonte die Jury. „Dieser Film thematisiert die Idee neuer familiärer Strukturen in vielfacher Hinsicht und in verschiedenen Formen.“

Lobenden Erwähnung

Eine "Lobende Erwähnung" der Jury für den Film "Kalter November". Bild: Hauptdarsteller Fatmir Spahiu (r.) und ISMET SIJARINA, Regisseur, mit Festivalleiterin Heleen-Gerritsen,  © Foto: Diether v. Goddenthow
Eine „Lobende Erwähnung“ der Jury für den Film „Kalter November“. Bild: Hauptdarsteller Fatmir Spahiu (r.) und ISMET SIJARINA, Regisseur, mit Festivalleiterin Heleen-Gerritsen, © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit einer lobenden Erwähnung bedachte die Jury COLD NOVEMBER (NËNTOR, FTOHTË, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet Sijarina) dafür, dass der Film „auf mutige und ehrliche Weise die Geschichte eines nationalen Traumas durch die Augen einer ganz gewöhnlichen Person“ zeige. Der Film thematisiert den Krieg in Jugoslawien 1992 in Prishtina und erzählt vom (Über-)Leben in bösen Zeiten.

Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Festivalleiterin Heleen Gerritsen freute sich über einen erfolgreichen Jahrgang von goEast: „goEast 2019 wurde erneut von einer unglaublichen Genrevielfalt und von echtem Austausch geprägt: Bei den Filmgesprächen, im Kino, aber auch bei den Parties und bei der interdisziplinären Veranstaltungsreihe ,Paneuropäisches Picknick‘ trafen Filmschaffende und Künstler*innen aus Mittel- und Osteuropa und das Publikum aus Wiesbaden und Umgebung aufeinander. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, das Festival verstärkt in die Stadt hineinzutragen.“

Impression aus der Caligari-Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus der Caligari-Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI Spiel- und Dokumentar-Film

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI in der Kategorie Spielfilm ging an THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA; Kasachstan, Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov) „für ein farbenfrohes Märchen, mit kamera-geleitetem Humor“, wie es in der Jurybegründung hieß. Der Film erzählt die bittersüße Geschichte einer kasachischen Familie als Mafia-Tragikomödie à la Camus.

Die Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI für Dokumentar- und Spielfilm gingen an Andrei Kutsila (mitte rechts) für den Dokumentarfilm STRIP AND WAR, und an Adilkhan Yerzhanov für DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI für Dokumentar- und Spielfilm gingen an Andrei Kutsila (mitte rechts) für den Dokumentarfilm STRIP AND WAR, und an Adilkhan Yerzhanov für DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der Kategorie Dokumentarfilm gewann STRIP AND WAR (Belarus, Polen 2019, Regie: Andrei Kutsila) den Preis der FIPRESCI. Die Jury zeichnete den Dokumentarfilm über einen Kriegsveteranen und dessen strippenden Enkelsohn aus, der bei goEast seine Weltpremiere feierte, und zwar „für die gelassene Darstellung einer möglichen Koexistenz verschiedener Werte und Generationen“.

Open Frame Award

Das  Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka mit Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin und Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF Bank Stiftung.© Foto: Diether v. Goddenthow
Das Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka mit Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin und Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF Bank Stiftung.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka wurde für AFTERMATH VR: EUROMAIDAN mit dem von der BHF Bank Stiftung für Virtual-Reality-Werke ausgelobten Open Frame Award ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert ist. In dem VR-Projekt schlüpft der Betrachter in die Rolle eines Demonstranten während der Proteste auf dem Maidanplatz in Kiew. Durch die Kombination aus kraftvollem immersivem Storytelling und dem interaktiven Poztenzial von VR mache das Werk den Betrachter zu einem aktiv Handelnden, der in das Geschehen eingreifen könne, erklärte die Jury. „Die VR-Erfahrung hinterlässt einen bleibenden Eindruck und konserviert Erinnerungen mit diesem einzigartigen journalistischen Format, das große gesellschaftliche Relevanz besitzt.“

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für TRAIL OF ANGELS von Kristina Buožytė für die herausragende Kreativität aus. „Die Herausforderung einer poetische Reise durch die Bilderwelt eines traditionellen Malers wurde respektvoll und intelligent gelöst“, so die Jury.

RheinMain Kurzfilmpreis

RheinMain Kurzfilmpreis. gestiftet vom  Kulturfonds Frankfurt RheinMain ging an Leon Lučev. Bild: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (ganz rechts), Leon Lučev (mitte) mit der Festivalleiterin und der Jury,  © Foto: Diether v. Goddenthow
RheinMain Kurzfilmpreis. gestiftet vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ging an Leon Lučev. Bild: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (ganz rechts), Leon Lučev (mitte) mit Festivalleiterin und der Jury, © Foto: Diether v. Goddenthow

Erstmals wurde in diesem Jahr der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gestiftete RheinMain Kurzfilmpreis (2.500 Euro) vergeben. Die Jury aus Vertreter*innen von Kulturvereinen mit Osteuropa-Bezug aus dem Rhein-Main-Gebiet entschied sich für I CAN BARELY REMEMBER THE DAY (MALO SE SJEĆAM TOG DANA, Kroatien 2018) – das Regiedebüt des kroatischen Schauspielers Leon Lučev, und begründete ihre Entscheidung damit, dass der Film die gegensätzlichen Themen Tod und Leben, Trauer und Heiterkeit geschickt miteinander verwebe. „Was der Protagonist nicht aussprechen kann, entwickelt der Regisseur über Kameraführung, die Wahl seiner Stilmittel sowie die ausgezeichnete schauspielerische Leistung. Der Film berührt“, betonte die Jury.

Renovabis-Recherchestipendium

Das Projekt THE MOTHERS‘ CRUSADE (Belarus, Regie: Alexander Mihalkovich) gewann das in diesem Jahr erstmals ausgelobte Renovabis-Recherchestipendium (3.500 Euro) für dokumentarische Vorhaben zu den Themen Menschen- und Minderheitenrechte. Die Jury zeichnete die Geschichte über Frauen aus, die in Weißrussland gegen Missbrauch in einer mächtigen männlich dominierten Institution, dem Militär, kämpfen. „Durch die Perspektive einer Mutter erhalten wir damit Einblick in eine viel umfassendere Kultur der Gewalt“, so die Jurybegründung.

East-West Talent Lab

LANDING von Ksenia Ciuvaseva aus Moldawien wurde als bestes Projekt im Rahmen des East-West Talent Lab mit dem von Russian Standard Vodka gestifteten goEast Development Award in Höhe von 3.500 Euro bedacht. Es sei eine sehr persönliche Geschichte, die so große Themen wie Verlust, Abwesenheit und Liebe auslotet, betonte die Jury. „Sowohl die Filmemacherin als auch ihr Vater versuchen, Zeit und Raum durch Videobotschaften zu überwinden. Wir sind gespannt, wohin dieses Abenteuer beide führen wird.“

Abschlussfoto mit allen Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Helfern des Festivals goEast zum Abschluss der Preisverleihung am 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Abschlussfoto mit allen Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Helfern des Festivals goEast zum Abschluss der Preisverleihung am 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Wahl des goEast Medienpartners 3sat, der seit Beginn des Festivals in jedem Jahr den Ankauf für einen Film des Programms anbietet, fiel 2019 auf den Wettbewerbsfilm MOMENTS (CHVILKY, Tschechische Republik, Slowakische Republik 2018) von Beata Parkanová. Der Film soll zum goEast Festival 2020 bei 3sat seine TV-Premiere feiern.

Die 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fand vom 10. bis 16. April in Wiesbaden statt. Zu den Höhepunkten gehörten neben einem spannenden Wettbewerb die Besuche international gefeierter Filmemacher*innen wie Krzysztof Zanussi, Sergei Loznitsa und Jury-Präsidentin Teona Strugar Mitevska. Große Resonanz erfuhren auch das Symposium unter dem Titel „Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas“ sowie die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“

Alle Preisträger*innen im Überblick:

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Goldene Lilie für den Besten Film
ACID /KISLOTA, Russland 2018, Regie: Alexander Gorchilin; Produktion: Sabina Eremeeva

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie
THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD / LASKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt
HOME GAMES / DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko

Lobende Erwähnung
COLD NOVEMBER / NËNTOR, FTOHTË, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet
Sijarina

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Spielfilm)
THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD / LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
STRIP AND WAR / Belarus, Polen 2019, Regie: Andrei Kutsila

Open Frame Award
AFTERMATH VR: EUROMAIDAN, Ukraine 2018, Regie: Alexey Furman and Sergiy Polezhaka

RheinMain Kurzfilmpreis
I CAN BARELY REMEMBER THE DAY / MALO SE SJEĆAM TOG DANA, Kroatien 2018, Regie: Leon
Lučev

Renovabis-Recherchestipendium
THE MOTHERS‘ CRUSADE, Belarus, Regie: Alexander Mihalkovich
goEast Development Award
LANDING, Moldawien, Regie: Ksenia Ciuvaseva

Siehe „goEast“

goEast eröffnet! Die Filmwelt schaut auf Wiesbaden – Highlight „Paneuropäisches Frühstück“

GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF
GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF

Mit einer absurden Szene aus „Gorilla bathes at noon“ startete am 10. April 2019 das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films GoEast in Wiesbaden im vollbesetzten Caligari, darunter viel Prominenz aus Kultur, Politik und Gesellschaft.

Nach einer halsbrecherischen Kletterpartie auf das Haupt des 1991 gestürzten Lenin-Denkmals am Internationalen Platz in Ostberlin versucht der mit der neuen Wendezeit-Situation völlig überforderte russische Major Viktor seinem Idol die weiße Farbe des Protestes  von der Stirn zu waschen, als wolle er die Zeit aufhalten – bis hin zum verzweifelten Ausruf „Ich bin ein Berliner!“.. Regisseurs Dusan Makavejevs trifft wie kaum ein anderer Film den Kern der Verunsicherung, die der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren in Ost und West bei vielen Menschen – von der Zivilbevölkerung bis hin zu den „Besatzungssoldaten – aufgelöst hat. Die Folgen der Öffnung des Eisernen Vorhangs ist auch der diesjährige Schwerpunkt von GoEast. Es geht im Kern um die Auseinandersetzung mit der Frage, was die Öffnung von Grenzen und der Fall der Berliner Mauer mit den Menschen ab den 1990er Jahren nach der Wendezeit in Ost und in West gemacht hat.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow

30 Jahre nach dem Mauerfall werde das Rhein-Main-Gebiet vom Ostblock erobert, stellte Festivalleiterin Heleen Gerritsen ein wenig augenzwinkernd bei der Eröffnung fest. Denn mit der etwas „kriegerischen“ Formulierung sei im provokanten Sinne der „Kalte Krieg“ gemeint, der noch gar nicht so lange her sei, sowie das Verhältnis zwischen Ost und West, das immer noch stürmisch sei, wie tägliche Nachrichten zeigten. „Doch wir Osteuropafans wissen, dass die Länder in unserem Osten viel mehr zu bieten haben als Kriegsrhetorik oder Nationalismus. GoEast verwandelt Wiesbaden erneut in die Hochburg für mittel- und osteuropäische Kultur“, so die Festivalleiterin. Neben vielen hochkarätigen Filmveranstaltungen und Premieren gibt es ein besonders vielfältiges Rahmenprogramm unter dem Namen „Paneuropäisches Picknick“, und mit Krzyzstof Zanussi und Sergei Loznitsa kommen zwei der produktivsten Filmemacher nach Wiesbaden. Insgesamt hätten sich über 400 Gäste, darunter 200 Filmschaffende, akkreditiert. Die Debüt- und Nachwuchsfilmschaffenden träfen sich wieder im goEast-Festivalzentrum „Casino-Gesellschaft“ oder in der Caligari Filmbühne.

Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kein anderes Kinoerlebnis bringe eine so große Vielfalt von Filmen und Filmschaffenden aus mehr als 30 mittel- und osteuropäischen Ländern mit ihren westeuropäischen Pendants zusammen wie GoEast, sagte Ellen Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts- und Filmmuseums. „goEast ist ein dynamisches Sammelsurium aus Ideen, Meinungen, Kunst und Debatten, in einer gastfreundlichen Stadt und mit tollen Events für alle Besucher und Besucherinnen.“, so Harrington. 2019 sei ein besonderes Jahr, nicht nur, da sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal jähre. „Auch das Dff – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, 1949 in Wiesbaden gegründet, feiert seinen 70. Jahrestag“, so die DFF-Direktorin. Auch vor 1989 organisierte das Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) osteuropäische Filmwochen, um dem westlichen Publikum einen Blick hinter die Kulissen des Eisernen Vorhangs zu gewähren. „Als goEast 2001 ins Leben gerufen wurde, wurde der Aspekt der Kulturdiplomatie sofort als sehr wichtig erachtet. Dieser ist bis heute ein wichtiger Baustein, besonders im Angesicht einer sich verändernden Europäischen Union“, erläuterte die DFF-Direktorin.

 Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

GoEast wolle Sterotypen aufbrechen und Klischees überwinden. Darauf ziele beispielsweise das Symposium „Konstruktion des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropa“ ab, sagte Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In bewährter Tradition setze goEast auf den Austausch über das Gesehene und fördere damit den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation. Genauso wende das Festival seinen Blick auf unsere nicht weniger spannende gesellschaftliche Gegenwart und die Zukunft des Filmschaffens. So sollen zwei neue Preise, der RheinMain Kurzfilmpreis und das Renovabis-Recherchestipendium für ein Dokumentarfilmprojekt mit Menschenrechtsbezug im Rahmen des Fortbildungsprogramms East-West-Talent Lab dem Filmnachwuchs ermöglichen, innovative Projektideen zu verwirklichen, sagte die Staatssekretärin. So zeige sich das Festival explizit als eine Plattform der Entwicklung und des Lernens von- und miteinander, so Asar.

Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow

Dass goEast zum 19. Mal in Wiesbaden stattfände, sei kein Zufall, denn, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden: „wir haben eine lange Tradition in der Verbindung zu Osteuropa. Man denke nur an die russisch-orthodoxe Kapelle, die auf Wiesbaden herunterschaut. Künstler, die in früheren Zeiten Wiesbaden besucht haben, zum Beispiel Jawlensky. Aber auch heute ist die Geschichte vieler Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger eng mit Osteuropa verbunden.“ Das unterstreiche goEast in diesem Jahr vielleicht einmal mehr mit seinem „Paneuropäischen Picknick“, an dem auch Wiesbadener Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt wie der polnische Kultursalon „Pokusa“ und die „Kroatische Kulturgemeinschaft“ teilnähmen, so Imholz. GoEast böte auch in diesem Jahr wieder ein Filmprogramm von  ganz hoher Qualität und  großer Vielfalt und sei zurecht ein Schwerpunkt im Wiesbadener Kulturkalender, so Imholz und weiter: „Die Filmwelt schaut auf das Festival. Wiesbaden ist in der nächsten Woche wieder einmal Filmstadt!“

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, machte in seinem Grußwort der Festivalleiterin und ihrem Team und allen Beteiligten im Namen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ein großes Kompliment, nämlich dass sie es verstünden “Etwas, was schon sehr gut ist, jedes Jahr noch besser zu machen“. Das Festival in allen Formaten biete nicht nur die Gelegenheit, etwas zu finden, etwas Neues kennenzulernen, sondern auch die Chance, miteinander in Dialog zu kommen.
„Die Idee mit dem Paneuropäischen Picknick finde ich einfach genial. Weil es sozusagen Realität ist, aber mehr als Realität, nämlich Erzählung sei. Und Erzählung schaffe Realität. Der knackige Text im Programm, dass Performance-Künstler diese Sache veranstaltet haben, stünde, so Dr. Müller, zumindest mit einer zweiten Gruppen in Konkurrenz, die Ähnliches behaupte: Zum einen Otto von Habsburg, der damalige Vorsitzende der Pan-Europa-Union, und zwei Außenminister, Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn, „die damals den Draht durchgeschnitten haben, symbolisch gemeint, aber das auslösend, was sie vielleicht nicht geahnt haben, nämlich: dass sehr viele Menschen dieses Symbol für etwas Ernstes genommen haben und einfach den restlichen Draht durchtrennt und einfach den Eisernen Vorhang durch eine Art Massenbewegung beseitigt haben“, so Müller. Und was immer der Kern, die Absicht der Beteiligten gewesen war, „es war eine Performance, die die Welt erlebt hat, und die zeigt, dass in unruhigen Zeiten Kunst notwendig ist, um Drahtzäune und Barrieren wegzuräumen.“ Und dies genau sei das Anliegen von GoEast: „eine neue Plattform für Kultur aus dem Osten Europas im Rhein-Main-Gebiet zu etablieren“, so Dr. Müller.

Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aus dem Programmheft, Seite 17:
PICKNICK (Samstag, 13.April 2019, 11.00 bis 15.00 Uhr, vor dem Rathauseingang /Schlossplatz)
„Was liegt näher im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe, als ein tatsächliches Picknick zu veranstalten – direkt neben dem Wiesbadener Markt am Schlossplatz? Neben Speis und Trank, bestehend aus einer köstlichen Reise durch
Osteuropa, laden im Rhein-MainGebiet ansässige Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt zum gemeinsamen Stelldichein. Untermalt von Live-Musik und DJ Janeck möchten wir die osteuropäische Alltagskultur in die Öffentlichkeit tragen, um Festivalgäste, Publikum und die Wiesbadener Nachbarschaft zu vereinen. Folgen Sie einfach dem roten Teppich zum Picknick der besonderen Art.“

Aus dem Programmheft, Seite 16
MASTERCLASS: SERGEI LOZNITSA
„Beliebt, berüchtigt und umstritten ist das Werk Sergei Loznitsas. Egal ob in seinen Dokumentarfilmen oder in seinen Spielfilmen, der (post-)sowjetische Mensch oder genauer gesagt, die Gruppendynamik des (post-)sowjetischen Kollektivs steht im Mittelpunkt all seiner Filme. Der in der weißrussischen
SSR geborene Regisseur studierte in Kiew und Moskau und ist in seinem filmischen Schaffen erstaunlich
produktiv. Dabei entwickelte er nicht eine, sondern gleich drei ganz eigene Handschriften mit hohem Wiedererkennungswert. Bekannt geworden ist Loznitsa zunächst in Fachkreisen mit seinen mal in langsamen Bildern beobachtenden, mal aus Archivmontagen entstandenen Dokumentarfilmen wie BLOKADA (Russland, 2005). Zu dieser letzten Form kehrt er mit THE TRIAL (Niederlande, 2018), der in diesem Jahr auch bei goEast gezeigt wird, zurück (Seite 8). Mit MAIDAN, AUSTERLITZ und SIEGESTAG beobachtet er dokumentarisch Massendemonstrationen und Gruppendynamiken in langen Einstellungen. Seine Spielfilme (DONBASS, DIE SANFTE, IM NEBEL, MEIN GLÜCK) dagegen sind wie Fieberträume und zeichnen ein pessimistisches (und manchmal groteskes) Bild der post-sowjetischen Gesellschaften. Vor allem in Russland erntet Loznitsa damit viel Kritik: Immer wieder wird dem Regisseur Schwarzmalerei oder sogar anti-russische Propaganda vorgeworfen. In einer öffentlichen Masterclass erzählt Loznitsa über sein Werk, seine Entscheidungen und Erfahrungen.“

Festivalzentrum So, 14.04. / 11:30 Uhr,
in russischer Sprache mit englischer
Simultanübersetzung
Eintritt: 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

Das  Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das www.filmfestival-goeast.de/de/auf einen Blick:
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Die Spielstätten auf einen Blick

goEast 2019: In dieser Woche startet in Wiesbaden das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits in seiner 19. Ausgabe startet vom 10. bis zum 16. April 2019 goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films: In 109 Filmen aus 39 Ländern wird die ästhetische und inhaltliche Vielfalt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens präsentiert, darunter 23 Deutschlandpremieren, drei Internationale Premieren und eine Weltpremiere. Daneben bietet das Festival ein deutlich ausgebautes Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären goEast Partys. Neu in diesem Jahr und nur durch die Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ist das „Paneuropäische Picknick“, einmal als cinematisches Format, und darüber hinaus am 13. April ab 11.00 Uhr als Begegnungs-Event auf dem Wiesbadener Schloss-Platz. Es soll als interdisziplinäre Sektion insbesondere internationale Festivalgäste und das Wiesbadener Publikum näher zusammenbringen.

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Die Spielstätten auf einen Blick

Die Jugend vom Damals und Heute

Auf der Pressekonferenz in der Caligari-Filmbühne wies Ellen Harrington, Direktorin des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseums darauf hin, dass mit der 19. Ausgabe von goEast das DFF gleichzeitig auch seinen 70. Geburtstag seiner Gründung hier in Wiesbaden als erste Filmerbe-Organisation der Bundesrepublik Deutschland feire, und dankte der Landeshauptstadt und dem Land Hessen „für die Unterstützung unserer Mission und für die Unterstützung von goEast, das sich seit 2001 für eine lebendige Debattenkultur einsetzt.“ Mittel der Wahl sei dabei der Film, der auf vielfältige Weise deutlich mache, dass Demokratie ein zentrales Gut eines vereinten Europas sei. „goEast ist ein Schaufenster für das Kino Ost- und Mitteleuropas und fordert – 30 Jahre nach dem Fall der Mauer – zugleich Respekt für alle, insbesondere auch für die marginalisierten Teile der Gesellschaft“, betonte Harrington. Entsprechend greift das diesjährige Programm von GoEast schwerpunktmäßig den gesellschaftlichen Wandel Ost- und Mitteleuropas nach der Wendezeit, also die Phase ab den 1990er Jahren auf, und zeigt insbesondere die auch damit verbundenen Generationenkonflikte auf, ein Leitgedanke, der sich auch im Festivalmotto „Die Jugend von Damals und Heute“ wiederfindet.

Wettbewerb

Der goEast Wettbewerb besteht traditionell wieder aus sechzehn Filmen, die um die drei Hauptpreise des Festivals konkurrieren. Der diesjährige Wettbewerb zeichne sich aus durch Werke von jungen Filmschaffenden, darunter einige Debütfilme, und Werke, in denen Generationskonflikte inhaltlich eine Rolle spielen. Damit knüpften die Filme an aktuelle gesellschaftliche Tendenzen in Ost- und Mitteleuropa an, aber nicht nur, denn auch im Westen gingen Jugendliche und Millennials auf die Straße und lehnten sich „gegen die Entscheidungen und die Politik der älteren Generationen auf“, erklärte Festivalleiterin Heleen Gerritsen und unterstrich im Hinblick auf die gezeigten Festivalfilme: „Im Osten wird der Konflikt noch dadurch verschärft, dass die Generationen in unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Systemen aufgewachsen sind. Ästhetisch und inhaltlich wählt die neue Generation von Filmschaffenden eine andere, neue Filmsprache“. In vielen der in diese Jahr präsentierten Festival-Filme stünden oft „Junge Menschen und ihre Motivation im Leben, ihr Entdeckungs- und Emanzipationsdrang oder auch ihr Verhältnis zu älteren Familienmitgliedern und Autoritäten“ im Mittelpunkt des Geschehens. Aber es würde auch danach gefragt, „warum junge Menschen bereit sind, Opfer zu bringen für ihre politischen Überzeugungen“, verriet Gerritsen.
Wettbewerbsfilme auf einen Blick

Treffpunkt der mittel- und osteuropäischen Filmszene
Rund 200 Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa werden bei goEast als Gäste erwartet. Dazu gehörten so bekannte Namen wie Želimir Žilnik und Sami Mustafa, die auch zu den Gästen des diesjährigen Symposiums „Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas“ am Freitag, 12.April ab 9.30 Uhr im Museum Wiesbaden gehören werden.
Dem Altmeister der polnischen Neuen Welle, Krzysztof Zanussi, ist in der Hommage mit der Darbietung von 8 seiner wichtigsten Werke eine umfangreiche Werkschau gewidmet.

Eröfnungsfilm: GOSPOD POSTOI, IMETO I’ E PETRUNIJA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA Teona Strugar Mitevska. Macedonia, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich 2019  © DFF
Eröfnungsfilm: GOSPOD POSTOI, IMETO I’ E PETRUNIJA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA Teona Strugar Mitevska. Macedonia, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich 2019 © DFF

Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin und diesjährige goEast Jury-Präsidentin Teona Strugar Mitevska präsentiert ihren Eröffnungsfilm „GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA“.

Zum ersten Mal kooperiert goEast anlässlich 30 Jahre Mauerfalls mit dem FilmFestival Cottbus mit vielversprechenden hintergründigem Motto „Bleibt alles anders? sowie „Die Wilden Neunziger“. Bei dieser gemeinsamen Film- und Gesprächsreihe wird zurückgeschaut „auf das Kino der 1990er Jahre, um diejenigen filmischen Tendenzen aufzuspüren, die zwischen der politischen Eurphorie und der Etablierung einer neuen – kapitalistischen – Ordnung des Filmschaffens geboren wurden“ (Seite 14, Programm goEast)

„Paneuropäisches Picknick“ 

Mit der – parallel zum gleichnamigen Schlossplatztreff am 13.4. – neu geschaffenen Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“ werden sowohl die Grenzen zwischen Ost und West als auch interdisziplinäre Grenzen zwischen Film, Literatur und Kunst überschritten. Bei den Filmtalks im „goEast Salon“ hat das Publikum die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Filmschaffenden des Wettbewerbs direkt ins Gespräch zu kommen. Das Motto „Paneuropäisches Picknick“ geht zurück auf eine gleichnamige legendäre Friedensdemonstration von Performance-Künstlern in Österreich und Ungarn von vor 30 Jahren zurück (Seite 16, Programm goEast).
Paneuropäisches Picknick auf einen Blick

Wiesbaden – historisch eine Brücke nach Osteuropa

Für Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, sei Wiesbaden traditionell schon immer eine Brücke in die osteuropäischen Länder gewesen, zuletzt auch durch die vielen Ost-Vertriebenen des 2. Weltkrieges, die in der Landeshauptstadt eine neue Heimat gefunden hätten. Einer der bekanntesten Vertreter wäre der Maler Jawlensky, der in Wiesbaden lebte und auch beigesetzt sei. Und welche Stadt verfüge schon wie Wiesbaden über eine Russisch-Orthodoxe Kirche der heiligen Elisabeth Romanow auf dem Neroberg. Dostojewski, einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller habe in Wiesbaden sein Werk „Der Spieler“ geschrieben. Man sähe die Verbundenheit Wiesbadens zum mittel- und osteuropäischen Kulturkreis auch in den Straßennamen. In dieser guten Tradition bringe „goEast internationale Filmschaffende und Filminteressierte nach Wiesbaden und schafft mit seinen Filmen und Gesprächsangeboten wichtige Einblicke und Verständnis für die Kulturen unserer östlichen Nachbarn – das ist heute ebenso aktuell und wichtig wie zu Beginn des Festivals“, so Imholz. Wiesbaden schätze sich glücklich, ein so einzigartiges Festival-Highlight wie goEast in der Landeshauptstadt zu haben, betonte der Kulturdezernent.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der das Pilotprojekt „Paneuropäisches Picknick“ durch eine entsprechende Förderung erst ermöglichte, unterstrich, dass wir uns heute, 30 Jahre nach dem Paneuropäischen Picknick von Sopron an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich fragen müssen, „wie einig und grenzfrei unser Europa ist und wie es um den Zusammenhalt und die Verständigung bestellt ist.“ Umso wichtiger sei es, die Errungenschaften der Verständigung auf allen Ebenen und in allen Ausprägungen zu wahren und auszubauen, so Müller. „Das ist der Ansatz des Paneuropäischen Picknicks in Wiesbaden: Es geht darum, eine Brücke zu schlagen zwischen dem etablierten Filmfestival und kleinen Kulturvereinen; eine Brücke zu Orten außerhalb der Filmbühnen, an denen Menschen mit mittel- und osteuropäischem Migrationshintergrund aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zusammenkommen.“

Dr. Markus Ingenlath, Geschäftsführer von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche, und ein weiterer neuer wichtiger Sponsor begründet das Engagement von Renovabis unter anderem damit, dass goEast mit der Auslobung eines Recherche-Stipendiums für Dokumentarfilme im Bereich Menschen- und Minderheitenrechte in Osteuropa aktuell brisante Themen in den Blick nehme. „Das ist ganz im Sinne der Arbeit von Renovabis: Wir wollen einen glaubhaften und ungeschönten Blick auf die Situation in unserer Nachbarschaft werfen, denn nur so kann echter Dialog gelingen“, so Ingenlath.

Am 10. April wird das 19.  goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films um 19.00 Uhr in der Caligari-Filmbühne eröffnet  mit  GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA (GOSPOD POSTOI, IMETO I‘ E PETRUNIJA, Nordmazedonien, Belgien, Slowenien, Kroatien,
Frankreich 2019) der nordmazedonischen Regisseurin Teona Strugar Mitevska.

goEast Programm online // goEast Wettbewerb // Jury & Preise
© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Herzstück des Festivals ist der Wettbewerb, in dem 16 Filme – zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme – gegeneinander antreten. „Neben Filmen, die sich mit aktuellen politischen Themen auseinandersetzen, gibt es 2019 auffällig viele Filme, die von Generationskonflikten erzählen“, verrät Festivalleiterin Heleen Gerritsen. „30 Jahre nach dem Mauerfall haben die Menschen, je nachdem in welchem System sie aufgewachsen sind, unterschiedliche Erwartungen vom Leben.

GoEastprogramm auf einen Blick

Jury & Preise
Unter den 16 Wettbewerbsbeiträgen feiern zehn Filme bei goEast ihre Deutschlandpremiere, daneben wird es zwei Internationale Premieren und eine Weltpremiere geben. Über die Vergabe der Preise entscheidet die internationale Jury. Es geht um die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis für kulturelle Vielfalt (4.000), der vom Auswärtigen Amt ausgelobt wird. Den JuryVorsitz übernimmt 2019 die vielfach preisgekrönte mazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska, die auch für den Eröffnungsfilm verantwortlich zeichnet. Mit Magdalena Żelasko, Gründerin und Leiterin des Wiener LET’S CEE Filmfestivals, und Stjepan Hundić, Gründer und Leiter des Fantastic Zagreb Film Festivals, erhält sie Unterstützung aus dem europäischen Festivalkosmos. Daneben gehört die Arthouse-Produzentin Anna Katchko zur Wettbewerbsjury. Außerdem ist die FIPRESCI mit einer eigenen Jury vertreten und zeichnet jeweils den besten Spielund den besten Dokumentarfilm mit dem Preis der Internationalen Filmkritik aus.

goEast Wettbewerb
Der goEast Wettbewerb zeigt einen vielfältigen und anspruchsvollen Querschnitt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens. Der Dokumentarfilm STRIP AND WAR (Belarus, Polen 2019) von East-West Talent Lab-Alumnus Andrei Kutsila, der bei goEast seine Weltpremiere feiert, offenbart den Clash der Generationen zwischen einem Kriegsveteranen und dessen als Stripper arbeitenden Enkelsohn und spiegelt dabei die belarussische Gesellschaft wider. Der tschechische Debütfilm MOMENTS (CHVILKY, Tschechien, Slowakei 2018) von Beata Parkanová stellt eine junge Frau ins Zentrum, die sich durch das Dickicht von Erwartungen und Ansprüchen innerhalb der drei Generationen ihrer Familie einen eigenen Weg bahnen muss. In seinem Coming-of-Age Drama ACID (KISLOTA, Russland 2018) wirft der Regisseur und Schauspieler des Gogol Centers um Kirill Serebrennikov, Alexander Gorchilin, sein Publikum mit voller Wucht in das wilde Leben einer desillusionierten jungen Moskauer Clique und mitten hinein in die Grabenkämpfe zwischen den
Generationen.

Die bittersüße Geschichte einer kasachischen Familie erzählt Adilkhan Yerzhanov, der 2013 mit seinem Debütfilm zum ersten Mal bei goEast zu Gast war, in THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LASKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018) als Mafia-Tragikomödie à la Camus. Ein aufrüttelndesEmanzipationsdrama aus der Plattenbausiedlung der Millionenstadt Baku ist END OF SEASON (Deutschland, Aserbaidschan, Georgien 2019) von Elmar Imanov. Auch der Dokumentarfilm WHITE MAMA (BELAYA MAMA, Russland 2018, Regie: Zosya Rodkevich, Evgeniya Ostanina) stellt das ungewöhnliche Schicksal einer Großfamilie in den Mittelpunkt und zeigt mit kompromissloser Ehrlichkeit, was passiert, wenn die psychischen Kräfte einer Mutter nachlassen.

Ena Sendijarevićs Debütfilm TAKE ME SOMEWHERE NICE (Niederlande, Bosnien und Herzegowina 2019) nimmt das Publikum mit auf eine in frischbunten Bildern inszenierte Reise durch Bosnien und zeigt Landschaft und Leute durch die Augen eines Mädchens, das zum ersten Mal seine Wurzeln entdeckt. In HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko) versucht die junge Ukrainerin Alina, den Kraftakt zwischen einer professionellen FußballKarriere und ihrer sozial prekären familiären Situation zu schaffen.

Einen Blick hinter die Kulissen der ungarischen Parlamentswahl im vergangenen Jahr gewährt der Polit-Dokumentarfilm HUNGARY 2018 (Ungarn, Portugal 2018) von Eszter Hajdú. Auch historische Stoffe aus Mittel- und Osteuropa sind im diesjährigen Wettbewerb vertreten. Mit JAN PALACH (Tschechien, Slowakei 2018) widmet sich Regisseur Robert Sedláček einer der wichtigsten Figuren des tschechoslowakischen kulturellen Gedächtnisses und der Frage, was einen jungen Menschen dazu bringt, sich aus politischem Protest in Brand zu setzen. COLD NOVEMBER (NËNTOR, FTOHTË,
Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet Sijarina) thematisiert den Krieg in Jugoslawien 1992 in Prishtina und erzählt vom (Über-)Leben in bösen Zeiten. Igor Drljačas Dokumentarfilm THE STONE SPEAKERS (KAMENI GOVORNICI,
Kanada, Bosnien und Herzegowina 2018) lenkt den Blick darauf, was nach Staatsverfall, Systemwechsel und Krieg vom multiethnischen Bosnien-Herzegowina geblieben ist, offenbart groteske Auswüchse des Tourismus und hört den Menschen vor Ort beim Fabulieren zu.

Der experimentelle Naturfilm ACID FOREST (RŪGŠTUS MIŠKAS, Litauen 2018) von Rugilė Barzdžiukaitė, die Litauen bei der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten wird, nimmt das Publikum mit auf die Kurische Nehrung und fordert mit Endzeitstimmung unsere anthropozentrische Art des Denkens heraus.
Mit dem abgedrehten Science-Fiction-Drama HIS MASTER’S VOICE (AZ ÚR HANGJA, Ungarn, Kanada 2018) legt der ungarische Kultregisseur Györgi Pálfi eine unorthodoxe und skurrile Stanisław Lem-Adaption vor, die Genregrenzen sprengt.

Die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion hingegen verschwimmen für den Protagonisten in Anca Damians doppelbödigem Noir-Thriller MOON HOTEL KABUL (Rumänien, Frankreich 2018) um einen Journalisten auf Reportagereise zwischen Kabul und Bukarest. Nachdem die Goldene Lilie 2018 an die estnische Produktion NOVEMBER ging, ist die Produktionsfirma Homeless Bob mit Kaur Kokks geheimnisvollem Langfilmdebüt THE RIDDLE OF JAAN NIEMAND (PÕRGU JAAN, Estland  2018) erneut im goEast Wettbewerb vertreten. Kokks Film ist im Estland des 18. Jahrhunderts angesiedelt, die Kamera führte wie in NOVEMBER Mart Taniel.
Genauso vielfältig wie die Themen sind auch die Blickwinkel und die Filmsprache der diesjährigen Wettbewerbsfilme.

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Die Spielstätten auf einen Blick

goEast Open Frame Award – Wettbewerb für Virtual Reality 4., bis Sonntag, 7. April im DFF

© DFF
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goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films präsentiert vom 10. bis 16. April in Wiesbaden herausragende Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den Ländern des östlichen Europas, darunter Neuheiten und zahlreiche Deutschlandpremieren ebenso wie Klassiker und Wiederentdeckungen. Neben den zehn Spielfilm-Beiträgen des goEast Wettbewerbs, sind die acht Werke des Open Frame Awards ebenso wie ein Science-Fiction-Special in Kooperation mit dem Fantastic Zagreb Film Festival auch im Kino des DFF in Frankfurt zu sehen.

Das vollständige goEast-Programm in Frankfurt finden Sie hier: bit.ly/goeast19

Open Frame Award – Virtual Reality im DFF

Im zweiten Jahr in Folge konkurrieren experimentelle 360-Grad- und Virtual-Reality-Projekte bei goEast um den Open Frame Award. Die BHF Bank Stiftung lobt den mit 5.000 Euro dotierten Preis aus, der von einer internationalen Jury vergeben wird. In Frankfurt sind die Projekte bereits im Vorfeld des Festivals, von Donnerstag, 4., bis Sonntag, 7. April, mittels Headsets zu sehen.

Ort: Ausstellungsraum im 3. OG des DFF
Öffnungszeiten: Do, Sa, So 10-18 Uhr; Freitag 10-20 Uhr
Museumstickets für das DFF gelten auch für die Open-Frame-Award-Ausstellung. Der Zugang für Fachbesucher/innen mit Festivalakkreditierung ist kostenfrei. Gruppen von zehn und mehr Personen werden um Voranmeldung an goeast@dff.film gebeten.
**

AFTERMATH VR: EUROMAIDAN
Interactive Experience
Ukraine 2018. R: Alexey Furman, Sergiy Polezhaka. 17 Min. eng, ukr OmeU

Am 20. Februar 2014 eröffneten in Kiew ukrainische Polizeikräfte das Feuer auf Protestierende, die sich mit Schlägern und Holzschil- den bewaffnet hatten. Fünfzig Menschen starben. AFTERMATH VR: EUROMAIDAN folgt dem durch CGI und Bildmessung nachgebildeten Weg der Protestierenden, die die Straßen von den Polizeikräften zurückgewannen, und ergründet die Geschichte anhand von Archivmaterial, 360°-Video-Interviews mit Augenzeug*innen und Artefakten des Euromaidan.

LAISVES KODAS 13 Code of Freedom 1991
Interactive Experience
Litauen 2018. R: Andrius Lekavicius.10 Min. eng, lit, rus OmeU

Diese Virtual Reality-Arbeit versetzt ihr Publikum als filmende Journalist/innen zum Blutbad am Fernsehturm in Vilnius am 13. Januar 1991 und stellt es vor die Entscheidung – entweder journalistisch Beweise der Aggressionen der Sowjetarmee zu sammeln oder verwundeten, friedlichen Protestierenden zu helfen. Mit Archiv-Audioaufnahmen und einer an den realen Ereignissen orientierten animierten Umgebung entsteht ein individuell erschaffener Dokumentarfilm, basierend auf eigenen Entscheidungen.

ROCKETMAN 360
360°-Spielfilm
Rumänien 2018. R: Millo Simulov. 20 Min. eng OmeU

Als einer der ersten zum Mars entsandten Kolonisatoren bekommt ein Astronaut im Cockpit seines Raumschiffs ein paar Minuten vor Abflug von seiner Freundin ein 360°-Heimvideo zugeschickt. Er wird sie niemals wieder sehen und die Erde wohl bald schon unbewohnbar sein. ROCKETMAN 360 ist ein sentimentaler Liebesbrief der letzten Generation der Menschheit an einen Raumfahrer auf dem Weg zu einer gefährlichen Mission.

THE WETLAND
360°-Dokumentarfilm
Rumänien 2019. R: Ioana Mischie. 16 Min. OmeU
Ioana Mischies THE WETLAND dokumentiert die Bräuche und bittersüßen archaischen Geschichten der abgelegensten Dörfer des rumänischen Donau-Deltas. Allen Widerständen zum Trotz versuchen sie, die Wildnis und Unberührtheit ihres Sumpfgebietes mit menschenmöglichem Einsatz zu bewahren.

UNPARALLEL REALITY
Tilt-Brush-Animation
Belarus 2018. R: Mitya Sorkin. 6 Min. eng, rus OmeU
In Belarus haben drei von vier Menschen häusliche Gewalt erlebt. Die schrecklichen Erfahrungen von sechs Familien, die physischen, sexuellen, ökonomischen oder psychologischen Missbrauch erfahren haben, sind Gegenstand des Werkes. Die Tilt-Brush-Zeichentechnik nutzend, werden wahre Fälle des nationalen Notruf-Telefons zum Leben erweckt.

THEATERVR KALEVALA.EPISODES
Russland, Finnland 2018. Regie: Oleg Nikolaenko. 26 Min. eng, fin, rus OmeU
Interactive Experience, 360°-3D Animation
Diese VR-Performance basiert auf den finnisch-karelischen Geschichten der „Kalevala”. Das Projekt lädt ein auf eine Reise in diese mysteriösen Welten mit mythologischen Helden-Abenteuern. Moderne Bild- und Klang-Technologien, 360°-3D-Videotechnik, volumetrische Erfassung und interaktive Szenen tragen zur Vision des Werkes bei.

THE METAMORPHOSIS VR Vrwandlung
Interactive Experience
Tschechische Republik 2018. R: Mika Johnson. 15 Min. cze, eng, deu OmeU
Basierend auf dem berühmten Kafka-Roman erwacht man in diesem Werk im Körper des Gregor Samsa – zu spät für die Arbeit und in ein riesiges Insekt verwandelt. Die Entfremdung wird im hyperrealistischen Körper des Insekts mit sechs Beinen, Mandibeln und Fühlern spürbar. Gregors Hab und Gut aus Büchern, Dokumenten und Schubladen voller Dinge gilt es zu entdecken, während draußen die Familie an die Tür klopft und eine Erklärung fordert.

ANGELŲ TAKAIS Trail Of Angels
Meditative VR-Erfahrung
Litauen, Belarus 2018. R: Kristina Buožytė. 30 Min. OmeU
Ein Tribut an einen Vorreiter der Multimedia-Kunst, den berüchtigten litauischen Kunstschaffenden M. K. Čiurlionis. Basierend auf seinen Gemälden und seiner Musik gilt es, das Jenseits zu entdecken und mit der atemberaubenden Umgebung zu interagieren. Die Reise beginnt als menschliches Wesen, schon bald wird jedoch klar, dass man einen Engel verkörpert, der über die Stadien des Lebens, Sterbens und der Verschmelzung mit dem Universum nachdenkt.

Ausstellungen im April 2019 im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt

Deutsches Filmmuseum © Foto: Diether v. Goddenthow
Deutsches Filmmuseum © Foto: Diether v. Goddenthow

Filminstallation 70 Jahre in 70 Minuten
Eine audiovisuelle Reise durch die deutsche Filmgeschichte seit 1949

Dienstag, 26. März, bis Sonntag, 12. Mai

70 Jahre, 70 Minuten, 70 Filmemacher/innen, 70 Filme, 70 mal deutsches Filmschaffen seit 1949: Mit einer dynamischen Filminstallation zur deutschen Filmgeschichte feiert das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum die eigene Institution und zugleich die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland am 25. Mai 1949.

Präsentiert wird die Vielgestaltigkeit des deutschen Films sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart sowie deren Spiegelung in den vielfältigen Archivmaterialien und Projekten des DFF, das aus dem Deutschen Institut für Filmkunde (gegründet am 13. April 1949) hervorging.

Sieben Wochen lang gibt es eine 70-minütige Montage aus 70 deutschen Spielfilmen von 70 Filmemacher/innen aus den vergangenen 70 Jahren als große Projektion zu sehen. Dabei wechseln sich preisgekrönte, filmhistorische Meilensteine mit populärem Unterhaltungskino und Genrefilmen im exakten Minutentakt ab.

Vom eskapistischen Nachkriegskino der 1950er Jahre über den experimentierfreudigen Neuen Deutschen Film der 1960/70er Jahre und die großen Kinohits der 1980/90er Jahre bis hin zum aktuellen deutschen Film des 21. Jahrhunderts, schreitet die Kompilation chronologisch voran und bietet einen abwechslungsreichen audiovisuellen Gang durch die Jahrzehnte.

Parallel zu der Projektion kann man auf einem großen Bildschirm digital mitverfolgen, wie diese Vielseitigkeit des deutschen Films in den zahlreichen Projekten des DFF Ausdruck findet. Ausgewählte Dokumente, Fotos, Plakate, Publikationen zu einzelnen Filmen und Filmemacher/innen werden synchron mit den jeweiligen Filmen gezeigt und geben Auskunft über die Sammlungen in den Archiven, Ausstellungen, Online-Projekte, und viele weitere Aktivitäten des Hauses.

Geöffnet während der Öffnungszeiten des Hauses:
Di-Do, Sa, So 10-18 Uhr, Fr 10-20 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Medieninstallation Harmonic Dissonance: INsnyc
Medieninstallation zeigt „Verbundenheit“ als audiovisuelles Erlebnis

Freitag, 15. März, bis Donnerstag, 4. April, im Foyer des DFF

Die spielerische Installation Harmonic Dissonance: INsync des Kollektivs DIKKER + OOSTRIK erforscht im Auftrag des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik eine fundamentale Frage der menschlichen Natur, die gleichfalls im Zentrum künstlerischer, wissenschaftlicher und technologischer Fragestellungen liegt: Was bedeutet es, mit einer anderen Person „verbunden“ zu sein?

Die Installation ist von Freitag, 15. März, bis Donnerstag, 4. April im Foyer des DFF zu sehen und begleitet die gemeinsame Film- und Vortragsreihe „The Brain on Screen“ des DFF und des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik im März.

Besucher/innen sind bei Harmonic Dissonance: INsync eingeladen, Aspekte menschlicher Verbundenheit zu untersuchen, die durch Körper, Gehirn und künstliche Algorithmen vermittelt werden. Dazu können bis zu vier Personen gleichzeitig an einem eigens entworfenen Tisch mit vier Sitzen Platz nehmen. Die Installation zeigt in Echtzeit die gemeinsame Gehirnaktivität der Teilnehmer/innen: Lebendige audiovisuelle Muster entstehen als direktes Ergebnis der Synchronisation der Gehirnströme in einer zusammenhängenden Projektion.

Geöffnet mittwochs bis freitags sowie Dienstag, 2. April, 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen auf der Webseite des DFF.

Foyer-Ausstellung augen|blicke. portraits von birgit kleber
Die Fotoausstellung ist vom 6. April bis 12. Mai erneut zu sehen

Wegen des großen Interesses wird die Ausstellung, die am 09. Januar eröffnete, verlängert und ist noch bis zum 12. Mai zu sehen – erweitert um Portraitaufnahmen, die Birgit Kleber bei der diesjährigen Berlinale machte und die im DFF zum ersten Mal präsentiert werden. Die neuen Portraits, darunter ein bei einem exklusiven Shooting entstandenes Foto von Charlotte Rampling, die 2019 den Berlinale Ehrenbären erhielt, sind auf der großen Leinwand im Foyer zu sehen und ergänzen die gerahmten Fotografien.

25 Jahre lang hat die Berliner Fotografin deutsche und internationale Filmstars auf der Berlinale fotografiert: Monica Bellucci und Chloë Sevigny, Willem Dafoe und Shootingstar Franz Rogowski, Regisseur Wim Wenders, Produzent Artur Brauner sind nur einige von ihnen. In immer derselben Haltung, immer in einem ähnlichen Setting. Immer auf der Suche nach dem besonderen Moment. „Ich will die berühmten fünf Minuten“, sagt sie. Zeit genug für Augenblicke, die überraschend Persönliches offenbaren: Menschen mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Gefühlen, in ihrer ganzen Verletzlichkeit.

Dicht an dicht sind die Portraits in Petersburger Hängung im Erdgeschoss und Kinofoyer des DFF angeordnet. Schwarzweiß hängt neben Farbe, Männer neben Frauen, alt neben jung. „Ich mag starke Kontraste“, sagt Birgit Kleber. Kein Glas, keine Spiegelung, keine Ablenkung. Das verstärkt den Eindruck, seinem Gegenüber direkt in die Augen zu schauen und umgekehrt „angeguckt zu werden“, so die Fotografin. „Entscheidend ist die körperliche Anspannung. Sitzend, nach vorne gebeugt. Dann konzentrieren die sich nämlich.“ Die so entstandenen Fotografien erzeugen eine eigentümliche Spannung im Raum, zwischen der Bildfläche und dem/der Betrachter/in, zwischen mir und dir, zwischen öffentlich und hochpersönlich, zeigen entwaffnende Details im vermeintlich Bekannten.

Im Zeitraum vom 11. März bis zum 5. April ist die Ausstellung aufgrund der Medieninstallation Harmonic Dissonance: INsync nur sehr eingeschränkt zu sehen.

Der Eintritt ist frei.

Fotoworkshop TATORT FRANKFURT – Stadtfotografie für Filmbegeisterte
Mit Fotograf Ragnar Knittel Film-Drehorte fotografieren

von Freitag, 26. April, bis Sonntag, 28. April

Als Location Scouts fahnden wir im Stadtraum von Frankfurt nach düsterer Noir-Stimmung und Knotenpunkten zwielichtiger Machenschaften, lassen uns hierbei durch typische TATORT-Filmausschnitte inspirieren und lernen Tipps & Tricks im Umgang mit der Kamera kennen.

Die Workshops finden jeweils an einem Wochenende statt.
Kurszeiten: Freitag 18-21 Uhr, Samstag 10-18 Uhr und Sonntag 11-16 Uhr
Kosten: 100 Euro
Gutscheine für die Workshops sind an der Museumskasse erhältlich.

Anmeldung und Information:
Daniela Dietrich
Tel: 069/961220–223, Montag bis Freitag 10 – 15 Uhr
E-Mail: museumspaedagogik@dff.film

Fragen an den Kursleiter Ragnar Knittel unter konzept@gmx.tm

Kuratorinnenführung zum Thema „Natur“ durch die Dauerausstellung

am Freitag, 29. März, 18 Uhr

Passend zum Jahresthema des LICHTER Filmfest Frankfurt International folgt die Kuratorinnenführung zum Thema „Natur“ Entdecker/innen und Erfinder/innen in fremde Gefilde und befasst sich mit Landschaftsabbildungen, naturwissenschaftlichen Forschungsansätzen und der Frage nach der Natur in der Filmgeschichte.

Ausstellungskuratorin Stefanie Plappert bietet 2019, ergänzend zu den regelmäßigen öffentlichen Führungen durch das museumspädagogische Personal, vier Themenführungen an, die die ausgestellten Objekte und Prozesse jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nehmen und so ungewöhnliche Zugänge zu 300 Jahren Bewegtbildgeschichte schaffen.

Die Führungen finden immer freitags um 18 Uhr statt und dauern etwa eine Stunde; der Preis für die Führung ist in der Eintrittskarte enthalten.

Weitere Themen und Termine in 2019:
Thema „Tiere“ am 17. Mai
Thema „Frauen“ am 20. September
Thema „Maschinen“ am 22. November

Mehr Informationen auf der Webseite des DFF.

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung

immer sonntags um 15 Uhr

Der erste Teil der Dauerausstellung, „Filmisches Sehen“, widmet sich der Vorgeschichte des Films und gibt Einblicke in die Vielfalt und die Entwicklung visueller Geräte des 18. und 19. Jahrhunderts. Der zweite Teil, „Filmisches Erzählen“, thematisiert die zentralen Gestaltungsmittel der Filmschaffenden im Hinblick auf die Frage, wie ein Film seine Wirkung erzielt. Der/die Museumsmitarbeiter/in gibt den Besucher/innen einen Überblick über die Dauerausstellung und erzählt spannende Hintergrundgeschichten zu den Exponaten.

Der Preis für die öffentliche Führung ist in der Eintrittskarte enthalten.

Nächste Termine: 31. März, 07. April, 14. April, 21. April, 28. April

Mehr Informationen zu den öffentlichen Führungen, Kuratorinnenführungen und buchbaren Schwerpunktführungen auf der Webseite des DFF.

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de

70 Jahre in 70 Minuten Eine audiovisuelle Reise durch die deutscheFilmgeschichte seit 1949

© DFF
© DFF

26. März bis 12. Mai 2019 im Ausstellungsfoyer im dritten Obergeschoss des DFF – Eintritt frei

70 Filme aus 70 Jahren von 70 Filmemacher/innen: Mit einer 70minütigen Filminstallation zur deutschen Filmgeschichte feiert das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Geburtstag: den eigenen und den der Bundesrepublik Deutschland, der sich im Frühjahr 2019 ebenso wie der der Institution zum70. Mal jährt. Die Eröffnung ist am Montag, 25. März, um 18:30 Uhr im dritten Stock des DFF.

Präsentiert werden die Vielgestaltigkeit des deutschen Films der vergangenen 70 Jahre sowie deren Spiegelung in den unterschiedlichen Aktivitäten des DFF, das die Entwicklungen des deutschen Films seit der Institutsgründung unter dem Namen Deutsches Institut für Filmkunde (DIF) am 13. April 1949 stets begleitet und dokumentiert hat.

Vom eskapistischen Nachkriegskino der 1950er Jahre über den experimentierfreudigen Neuen Deutschen Film der 1960/70er Jahre und die großen Kinohits der 1980/90er Jahre bis hin zum aktuellen deutschen Film des 21. Jahrhunderts, schreitet die Kompilation chronologisch voran und bietet eine abwechslungsreiche Rückschau auf sieben Jahrzehnte Filmgeschichte. Dabei werden preisgekrönte Meilensteine der deutschen Filmgeschichte ebenso präsentiert wie Klassiker des Genrefilms und populäres Unterhaltungskino.

Auf großem Bildschirm sind parallel Digitalisate ausgewählter Sammlungsgegenstände und Publikationen zu sehen, die die vielgestaltige Auseinandersetzung des DFF mit den gewürdigten Filmemacher/innen und deren Werken dokumentieren: Beispielhaft geben sie Auskunft über die Sammlungen in den Archiven, die zahlreichen Ausstellungen des Museums, die digitalen Projekte, die Festivals, Bildungsangebote und viele weitere Aktivitäten des Hauses.

Filmreihe 70 Jahre in 7 Filmen

Begleitend zur Filminstallation zeigt das Kino des DFF im April die Filmreihe 70 Jahre in 7 Fimen mit folgenden Werken:

Mittwoch, 3. April, 18 Uhr
DIE SÜNDERIN, (BRD 1951, R: Willi Forst)

Samstag, 6. April, 18 Uhr
ZUR SACHE SCHÄTZCHEN (BRD 1968, R: May Spils)

Mittwoch, 10. April, 18 Uhr
DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA (DDR 1973, R: Heiner Carow)

Dienstag, 16. April, 17 Uhr
DAS BOOT (BRD 1981/1997 – Director’s Cut, R: Wolfgang Petersen)

Samstag, 20. April, 18 Uhr
DER TOTMACHER (Deutschland 1995, R: Romuald Karmakar)

Dienstag, 23. April, 18 Uhr
GOOD-BYE LENIN (Deutschland 2003, R: Wolfgang Becker)

Mittwoch, 24. April, 18 Uhr
AUS DEM NICHTS (Deutschland/Frankreich 2017, R: Fatih Akin)

Ort:

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main

„Ost-West-Begegnung“ im Fokus von goEast 2019 – vom 10. bis 16. April in Wiesbaden

goEast_Visual_2019_450goEast 2019 wirft bereits seine „Schatten“ voraus: In diesem Jahr liegt ein Themenschwerpunkt des in seiner 19. Auflage vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstalteten Festival des mittel- und osteuropäischen Films auf „Grenzüberschreitung und Begegnung“. Das Filmfestival richtet sich mit seinem vielfältigen Programm aus Filmscreenings, Workshops, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen gleichermaßen an heimische Filmfans, Fachpublikum und Gäste aus aller Welt und versteht sich als wichtige Plattform für Kultur und Austausch aus dem postsozialistischen Osteuropa.

Paneuropäisches Picknick
Was vor dreißig Jahren am 9. November in Berlin begann, markierte das Ende einer Epoche, die Europa und die Welt in zwei Teile teilte. Doch bereits im August 1989 war durch eine zunächst unscheinbare Kunstaktion von Friedensaktivist*innen der Eiserne Vorhang einen Spaltbreit aufgestoßen worden: Beim „Paneuropäischen Picknick“ öffnete sich die ungarisch-österreichische Grenze für einige Stunden und viele DDR-Bürger, die gerade im Urlaub am Plattensee waren, machten sich auf den Weg in den Westen. Diesem Ereignis widmet goEast in diesem Jahr eine vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain geförderte Veranstaltungsreihe, bei der sowohl die Grenzen zwischen Ost und West als auch interdisziplinäre Grenzen zwischen Film, Literatur und Kunst überschritten werden. Zu den Veranstaltungen gehört auch ein echtes Picknick auf dem Wiesbadener Schlossplatz, bei dem Festivalgäste, Kulturschaffende und Wiesbadener zusammentreffen.

Symposium: Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino
Mittel- und Osteuropas
Das diesjährige Symposium, zu dem internationale Filmwissenschaftler*innen, Kulturtätige und Filmemacher*innen eingeladen sind, beschäftigt sich mit einem kontroversen Themenkomplex: Einerseits werden „Zigeuner“-Stereotype im Film, von der NS-Zeit bis Emir Kusturica, einer kritischen Revision unterzogen. Andererseits stehen Filme von Roma-Filmschaffenden und die Lebenswelten der Roma in Mittel- und Osteuropa im Fokus. Gerahmt wird die Filmretrospektive von Vorträgen, welche die (film-)historischen, soziopolitischen und kulturellen Aspekte des Themenkomplexes kritisch unter die Lupe nehmen.

Hommage: Krzysztof Zanussi
Mit der Hommage ehrt goEast den Altmeister der polnischen Neuen Welle, Krzysztof Zanussi, mit einer umfangreichen Retrospektive. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Drehbuchautor, von der Kritik als der „polnische Godard“ bezeichnet, feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag und gehört zu den wichtigsten Filmemachern seiner Generation. 2001 war Zanussi der erste Jurypräsident von goEast und auch 2019 wird er erneut nach Wiesbaden reisen und neben Klassikern wie STRUKTURA KRYSZTAŁU (STRUKTUR DES KRISTALLS, 1969), ILUMINACJA (ILLUMINATION, 1972) auch sein neuestes Werk ETER (ETHER, 2018) präsentieren.

Nachwuchsförderung: RheinMain Kurzfilmpreis // East-WestTalent Lab // Renovabis-Stipendium
Zwei neue Preise und das Fortbildungsprogramm East-West Talent Lab sollen es Nachwuchsfilmemacher*innen ermöglichen, innovative Projektideen zu verwirklichen.
Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain lobt erstmals den mit 2.500 Euro dotierten RheinMain Kurzfilmpreis aus, der im neu geschaffenen Kurzfilmwettbewerb von einer Jury vergeben wird, die sich aus Kultur- und Migrationsvereinsmitgliedern des Rhein-Main-Gebiets zusammensetzt. Renovabis setzt sich seit Beginn der 1990er Jahre für die soziale Erneuerung der postsozialistischen Länder ein und stiftet ein mit 3.500 Euro dotiertes Recherche-Stipendium für dokumentarische Vorhaben zu den Themen Menschen- und Minderheitenrechte. Der ebenfalls mit 3.500 Euro dotierte goEast Development Award wird seit diesem Jahr von Russian Standard Vodka ausgelobt und geht an den besten Projektpitch.

Dziga Vertovs ANNIVERSARY OF THE REVOLUTION und weitere
Archiv-Schätze
Neben aktuellen Produktionen aus Mittel- und Osteuropa haben historische Filme und Archivwerke bei goEast traditionell einen festen Platz. Ein ganz besonderes Highlight ist 2018 die Deutschlandpremiere VON ANNIVERSARY OF THE REVOLUTION (GODOVSHINA REVOLYUCII, UdSSR, 1918) des Dokumentarfilm-Pioniers Dziga Vertov. Der vielleicht erste abendfüllende Dokumentarfilm der Filmgeschichte, der lange als verschollen galt, wurde vom russischen Filmhistoriker Nikolai Izvolov rekonstruiert. In einem Werkstattgespräch wird Izvolov Einblicke in seine Arbeit an der rekonstruierten Fassung geben.

Im Rahmen des Symposiums wird u.a. das dynamische Werk GROßSTADT-ZIGEUNER (Deutschland, 1932) des Bauhaus-Künstlers László Moholy-Nagy zu sehen sein. Daneben finden zwei wichtige Archiv-Montagen ihren Weg auf die Leinwand. THE TRIAL (PROTSESS, Niederlande, 2018), in dem der weißrussische Regisseur Sergei Loznitsa Archivmaterial sowjetischer Schauprozesse aus dem Jahr 1930 bearbeitet. Loznitsa wird beim Festival anwesend sein und eine Masterclass geben. In ihrer bezaubernden Archiv-Montage BRIDGES OF TIME (LAIKA TILTI, Lettland, Litauen, Estland, 2018) setzen Audrius Stonys und Kristīne Briede der baltischen poetischen Dokumentarfilmschule ein Denkmal.

Das komplette Programm der 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und
osteuropäischen Films wird Anfang April veröffentlicht.

Sag einfach „im DFF“! Filminstitut und Filmmuseum Frankfurt mit neuem Markenauftritt

05y8q2Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt heißt jetzt: DFF – Deutsches Filminstitut & Deutsches Filmmuseum, um als das wahrgenommen zu werden, was es seit 2006 ist, nämlich: Eine Institution aus einem Guss. Aus diesem Grund spendiert sich das DFF zum 70. Geburtstag einen neuen Markenauftritt mit Logo und Corporate Design sowie einen neuen Webauftritt und stärkt seine Social-Media-Aktivitäten.

Das war überfällig, „weil die Geschichte dieses Hauses einfach sehr verwirrend ist mit den vielen Institutionen, die da so im Laufe der Jahrzehnte zusammenkamen“, so Frauke Haß, Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit. Von der Historie aus betrachtet, machte das Deutsche Institut für Filmkunde am 13. April 1949 den Anfang. Dann wurde, noch nicht zum Institut zugehörig, das Kommunale Kino gegründet. 1984 öffnete das Filmmuseum , in das das DIF, das Institut für Filmkunde, einzog ein, später in den 90er Jahren auch das Kommunale Kino im Zuge der Beinaheschließung. Schließlich wurde dann, so die Presseleiterin, das Deutsche Filmmuseum umbenannt in Deutsches Filminstitut. 2006 fusionierten schließlich die beiden Institutionen, „aber das blieb immer so ein bisschen nebeneinander stehen: ‚Deutsches Filminstitut /Deutsches Filmmuseum‘ wie auch immer geschrieben.“, so Haß. Das Logo war mal ein Doppellogo, wenn es um das Ganze ging; bei bestimmten Aktivitäten aber auch nur Institut und bei anderen Ausstellungen und Kinovorführungen nur Filmmuseum. „Und wir haben immer wieder festgestellt im Gespräch mit unseren Besuchern: Das ist verwirrend, da steigt kein Mensch mehr durch. Wir werden nicht als geschlossenes Ganzes wahrgenommen, als Einheit, und wir müssen da etwas tun“, erläutert Haß beim Pressegespräch, wie die Idee zum neuen Markenauftritt als DFF entstand. Der neue Name sei zwar sehr lang, aber das Ziel sei, eigentlich, dass es sich das im Sprachgebrauch so etabliert, „dass man sich dran gewöhnt, einfach zu sagen: im DFF!“, so Haß.

Der neue neues Corporate Design
Das alte Kürzel DIF für Deutsches Filmmuseum passte bereits nach der Umbenennung des Deutschen Instituts für Filmkunde in „Deutsches Filminstitut“ 1998 als Akronym nicht mehr zum Namen und sorgte, wie gesagt, insbesondere nach Fusion von Deutschem Filminstitut und Deutschem Filmmuseum 2006 immer wieder für Irritation. Damit soll ab 2019 nun Schluss sein, und so kann sich das DFF im Jahr des 70. Geburtstags erstmals neben dem neuen Namen und Akronym mit einem neuen Corporate Design einheitlich präsentieren.

Durch das neue Logo und Grafikkonzept wird das Haus, das DFF, mit all seine Abteilungen und Aktivitäten als ein großes Ganzes, als Marke repräsentiert. Wie es in der Pressemeldung heißt, galt es dabei, „die Marke klarer erkennbar und sie auf einen Blick verständlich zu machen. Mit einem klaren, beinahe klassischen Logo und einem frischen, sehr offensiven Farbkonzept hat das Offenbacher Grafikbüro Urban Media Project diese Vorgabe passgenau umgesetzt. Ihr kluges Marken-Design, das die Projektion als Verbindungsglied zwischen analoger Vergangenheit sowie digitaler Gegenwart und Zukunft in den Fokus rückt, wird in den kommenden Wochen für Aufmerksamkeit sorgen und die Neuaufstellung des Hauses mit voranbringen. Der sich aus dem Mission Statement ableitende Claim „Alles ist Film“ rundet die Marke selbstbewusst ab. Er macht deutlich, dass Film aus Sicht der DFF-Expert/innen die existentiellen Grundfragen des Lebens thematisiert und entfaltet. Er schafft eine Kino-Welt, die die Menschen berührt und zum Träumen bringt, die visuell Betörendes ebenso zeigt wie Hässliches. Film inspiriert die Phantasie mit Themen und Bildern, die unterhalten, schockieren und die Kinobesucher/innen herausfordern. Alles, was in der Welt zu sehen, hören und fühlen ist, kann an bestimmte Filme erinnern und als Inspiration für einen neuen Film dienen. Für das DFF heißt es darum ganz klar: Alles ist Film!“

Stärkere Social-Media-Aktivitäten

Auch sollen, so Marie Brüggemann, zuständig für Marketing und Social-Media, die Social-Media-Aktivitäten vorangebracht werden, um von einer Plattform aus, verschiedene Interessengruppen zusammenzubringen und mehrsprachig zu informieren und besser herauszufinden, wer die Leute sind, „ die uns folgen: Was funktioniert gut, was wollen sie eben erfahren, wie reagieren sie auf unseren Output.“ „Im Grunde verstehen wir unseren Social-Media-Auftritt als ein nochmal besonderer, digital erweiterter Zugang zum Museum und zur Gesamt-Institution, eben zu den Menschen, die hier arbeiten, und zum Experten wissen, dass sie hier vereinen. „
Technische Social-Media-Basis wird die zurzeit noch in Umsetzung befindliche neue responsive Website sein. Diese wird im Frühjahr online gehen, „auf der die Besucher/innen intuitiv die ganze Spannbreite der Angebote des DFF entdecken können. Dazu gehöre dann selbstverständlich auch das Online-Ticketing für Kinobesucher/innen. Die Webadresse wird lauten: „www.dff.film“

Erfolgreiches Jahr 2018

201.000 Besucher/innen allein im Haus am Schaumainkai, 365.000 Besucher/innen weltweit: 2018, das erste Jahr der neuen Direktorin Ellen Harrington, war ein erfolgreiches Jahr. Harrington stieß gleich zu Beginn eine Reihe von Analyseprozessen an. Neben umfangreichen Besucher/innen-Umfragen nahm im Februar eine AG die Arbeit an einem neuen Leitbild / Mission Statement auf,  das außerdem einen neuen Namen entwickelte, der die internationale Filmerbe-Institution als geschlossenes Ganzes präsentiert.

70 Jahre DFF – Aktivitäten
Wie es in der Pressemeldung heißt, wird die am 25. März eröffnende Filminstallation 70 Jahre in 70 Minuten den deutschen Film seit 1949 in einer kuratierten Schau vorstellen. Dieser cinematische Abriss über 70 Jahre deutscher Film gibt den Startschuss für die Feiern zum 70. Geburtstag des Hauses, die in einen Festakt mit Staatsministerin Monika Grütters am Montag, 20. Mai, münden. Am selben Tag wird auch das neue DFF – Fassbinder Center, Frankfurt eröffnet – ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr. In dem neuen Studienzentrum an der Eschersheimer Landstraße bündelt das DFF künftig seine Sammlungen, darunter ganz zentral der 2018 übernommene Nachlass Rainer Werner Fassbinders, und macht sie dort für die filmwissenschaftliche Öffentlichkeit zu Forschungszwecken zugänglich.
Kurz darauf eröffnet am 3. Juni dann mit Digital Revolution eine interaktive Ausstellung, die sich damit auseinandersetzt, welche kreativen Möglichkeiten die Digitalisierung für die Künste, vor allem natürlich das Medium Film, bedeutet. Der Universalkünstler Maximilian Schell, dessen Nachlass das DFF bereits vor zwei Jahren übernommen hat, ist Gegenstand einer großen Herbstausstellung, die Multimedia-Elemente mit szenischer Installation kombiniert und dazu einlädt, in Schells künstlerischen Kosmos einzutauchen.
Bereits zum 1. Februar gibt es eine besucherorientierte Neuerung bei den Öffnungszeiten: Das Museum ist künftig freitags statt wie bisher mittwochs bis 20 Uhr geöffnet.

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de

Zahlen, Daten und Fakten zum DFF

Die Archive und Sammlungen:

Filmarchiv
26.000 Filme
6550 im Verleih
Bildarchiv
2,3 Millionen Fotos

Textarchiv
80.000 Publikationen
Gerätearchiv
2800 Objekte aus fünf Jahrhunderten

Plakatarchiv
42.000 Plakate
zu 20.000 Filmen

Sammlungen und Nachlässe
Dokumente von mehr als 120 Filmschaffenden
Archive zahlreicher Filmproduzent/innen und Verleihe