Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Veronica Ferres am 11. Mai 2017 zu Gast im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

SALT AND FIRE In diesem Film hat Veronica Ferres an  der Seite von Gael García Bernal die Hauptrolle übernommen.
SALT AND FIRE In diesem Film hat Veronica Ferres an der Seite von Gael García Bernal die Hauptrolle übernommen.

Das Kino des Deutschen Filmmuseums ehrt am Donnerstag, 11. Mai 2017 Veronica Ferres mit einem Filmabend, der mit ihrem Wunschfilm UNTER BAUERN RETTER IN DER NACHT (DE/FR 2009, R: Ludi Boeke)  um 18.00 Uhr beginnt und 100 Minuten dauert
Anschließend wird mit SALT AND FIRE (DE/US/FR/MX 2016, R: Werner Herzog) das jüngste Werk Werner Herzogs gezeigt, in dem Veronica Ferres an der Seite von Gael García Bernal die Hauptrolle übernommen hat.

Im Anschluss an die Filmvorstellung wird es mit Veronica Ferres ein Publikumsgespräch geben.

Donnerstag, 11. Mai, 18 Uhr
UNTER BAUERN RETTER IN DER NACHT
Deutschland/Frankreich 2009. R: Ludi Boeke
D: Veronica Ferres, Armin Rohde, Louisa Mix. 100 Min. Blu-ray

Westfalen 1943: Die Jüdin Marga Spiegel lebt während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Statt zu fliehen, taucht sie gemeinsam mit ihrer Familie unter. Auf dem Land wird sie mit ihrer kleinen Tochter vor den Nazis versteckt. Es beginnt eine zermürbende Zeit in ständiger Angst vor Entdeckung. UNTER BAUERN ist die Verfilmung der Autobiographie von Marga Spiegel und feierte seine Uraufführung 2009 beim Filmfestival in Locarno.

Vor dem Film spricht Urs Spörri (Deutsches Filminstitut) mit Veronica Ferres über ihre Karriere.

Donnerstag, 11. Mai, 20:30 Uhr
SALT AND FIRE
Deutschland/USA/Frankreich/Mexiko 2016. R: Werner Herzog
D: Veronica Ferres, Gael García Bernal, M. Shannon. 98 Min. DCP. OmU

Eine Umweltkatastrophe droht: Im Südwesten Boliviens breitet sich ein Salzsee unaufhaltsam aus. Die Forscherin Laura Sommerfeld soll das rätselhafte Phänomen im Auftrag der UN untersuchen. Doch dann wird ihre Delegation von einer Guerillagruppe gekidnappt. Für konventionelle Dramaturgie hat Werner Herzog sich noch nie interessiert. Mit SALT AND FIRE inszenierte er einen Tagtraum, der seinen eigenen Regeln folgt.

Nach dem Film: Publikumsgespräch mit Veronica Ferres

Veronica Ferres (geboren 1965 in Solingen) spielte nach ihrem Studium in DIE ZWEITE HEIMAT von Edgar Reitz mit, ehe ihr 1992 mit Helmut Dietls Oscar®-nominierter Komödie SCHTONK! der endgültige Durchbruch gelang. Seither ist sie aus dem deutschen Kino und Fernsehen nicht wegzudenken ausgezeichnet mit dem Grimme-Preis in Gold, dem Deutschen Fernsehpreis, zwei Bambis und zwei Goldenen Kameras.

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

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SONDERAUSSTELLUNG:

ROT. Eine Filminstallation im Raum
8. März bis 13. August 2017

Personalwechsel bei LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans

Julia Fleißig Foto: Deutsches Filminstitut
Julia Fleißig Foto: Deutsches Filminstitut

Julia Fleißig, bisher Leiterin der SchulKinoWochen Hessen, übernimmt die Festivalleitung und freut sich auf ein spannendes Programm zur 40. Ausgabe des Festivals vom 1. bis 7. Oktober 2017

Bei LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans gibt es einen Wechsel an der Spitze: Julia Fleißig, bisher Leiterin der SchulKinoWochen Hessen, übernimmt ab sofort die Leitung des ältesten deutschen Filmfestivals für Kinder und Jugendliche. Die Filmwissenschaftlerin löst die Filmemacherin und Produzentin Cathy de Haan ab, die sich nach ihrem Engagement bei LUCAS jetzt wieder verstärkt auf eigene Projekte konzentrieren will. Gleichwohl bleibt de Haan LUCAS beratend verbunden. Das Festival feiert in diesem Jahr seine 40. Ausgabe (1. bis 7. Oktober 2017) unter anderem mit einem Familientag am Dienstag, 3. Oktober.

„Mit Julia Fleißig haben wir eine erfahrene Filmkulturmanagerin gewonnen, die dank ihrer jahrelangen Mitarbeit in unserem Hause ein Garant für Kontinuität bei LUCAS ist“, freute sich Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts. „Dank ihrer umfangreichen Erfahrung mit den inhaltlich wie organisatorisch komplexen SchulKinoWochen ist Julia Fleißig für die besonderen Herausforderungen eines Festivals bestens gerüstet. Ihre breite Kenntnis des filmischen Angebots für Kinder und Jugendliche prädestiniert sie für die neue Aufgabe. Ich freue mich schon jetzt auf eine interessante 40. Ausgabe von LUCAS, bei der Julia Fleißig gewiss auch inhaltlich Glanzpunkte setzen wird.“

Im vergangenen Jahr hatte LUCAS sich einen neuen Look gegeben und neue Schwerpunkte gesetzt, denen Julia Fleißig treu bleibt: „Wir zeigen die weltweit besten Filme für junges Publikum und laden Kinder und Jugendliche in Frankfurt, Rhein-Main und ganz Hessen zum ,Mitmischen!‘ ein als Jury-Mitglied, Festival-Reporter/in oder Workshop-Teilnehmer/in, als Akteur/in von Filmgesprächen oder Moderationen“, so Fleißig. „Ich freue mich auf viele spannende Begegnungen mit Filmschaffenden aus aller Welt, auf die besondere Dynamik, die entsteht, wenn diese sich mit Kindern und Jugendlichen über ihre Filme austauschen, auf interessante Diskussionen und tolle Workshops.“

Die LUCAS-Filme sind vom 1. bis 7. Oktober im Deutschen Filmmuseum und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zu sehen. Das breite Spektrum an Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilmen, die in Originalfassung und deutscher Einsprache angeboten werden, richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von vier Jahren bis 18plus.

Filme aus Südosteuropa und Georgien die großen Gewinner bei goEast 2017 – Hauptpreis für serbische Tragikomödie REQUIEM FÜR FRAU J

goEast Preisverleihung Preisträger, Juroren, GoEast-Team nach der Preisverleihung auf der Caligari Filmbühne Wiesbaden Foto: Diether v. Goddenthow
goEast Preisverleihung Preisträger, Juroren, GoEast-Team nach der Preisverleihung auf der Caligari Filmbühne Wiesbaden Foto: Diether v. Goddenthow

Hauptpreis für serbische Tragikomödie REQUIEM FÜR FRAU J., deutsch-georgisches Regie-Duo Nana & Simon gewinnt zwei Preise

Mit der feierlichen Preisverleihung in der Wiesbadener Caligari FilmBühne ging am Dienstag, 2. Mai, die 17. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films erfolgreich zu Ende. Mehr als 12.000 BesucherInnen sorgten bei dem vom Deutschen Filminstitut veranstalteten Filmfestival für volle Kinos und intensive Lectures, Diskussionen und Talks. Insgesamt wurden in sieben Tagen 111 Filme aus 29 Ländern gezeigt, zum Abschluss wurden Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro vergeben.

Laila Pakalniņa (Vorsitz), Produzent Max Tuula (Estland/Russland), Produzentin Sam Taylor (Großbritannien), Schauspieler Jakob Diehl (Deutschland) und Regisseur Igor Drljača (Bosnien und Herzegowina/Kanada) - verliehen die Hauptpreise an REQUIEM FÜR FRAU J. (REKVIJEM ZA GOSPOĐU J., Foto: Diether v. Goddenthow
Laila Pakalniņa (Vorsitz), Produzent Max Tuula (Estland/Russland), Produzentin Sam Taylor (Großbritannien), Schauspieler Jakob Diehl (Deutschland) und Regisseur Igor Drljača (Bosnien und Herzegowina/Kanada) – verliehen die Hauptpreise an REQUIEM FÜR FRAU J. (REKVIJEM ZA GOSPOĐU J., Foto: Diether v. Goddenthow

Die Mitglieder der internationalen Jury – die lettische Regisseurin Laila Pakalniņa (Vorsitz), Produzent Max Tuula (Estland/Russland), Produzentin Sam Taylor (Großbritannien), Schauspieler Jakob Diehl (Deutschland) und Regisseur Igor Drljača (Bosnien und Herzegowina/Kanada) – verliehen die Hauptpreise an REQUIEM FÜR FRAU J. (REKVIJEM ZA GOSPOĐU J., Serbien/Bulgarien/EJR Mazedonien/Russland/Frankreich 2017, Regie: Bojan Vuletić), MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE (CHEMI BEDNIERI OJAKHI, Deutschland/Frankreich/Georgien 2017, Regie: Nana & Simon) und SONNENSTADT (MZIS QALAQI, Georgien/USA/Katar/ Niederlande 2017, Regie: Rati Oneli).

Festivalleiterin Gaby Babić  führte souverän durch den Abend.Foto: Diether v. Goddenthow
Festivalleiterin Gaby Babić führte souverän durch den Abend.Foto: Diether v. Goddenthow

Festivalleiterin Gaby Babić betont: „Ich freue mich sehr, dass sich der diesjährige Schwerpunkt zu starken Frauenfiguren im Kino und Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa auch in den ausgezeichneten Filmen widerspiegelt.“

 

 

 

Die goEast-Gewinner im Überblick

Laila Pakalniņa (Vorsitz) verleiht in Beisein von Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums und Gaby Babić, Festivalleiterin, die Goldene Lilie an Regisseur Bojan Vuletić. Foto: Diether v. Goddenthow
Laila Pakalniņa (Vorsitz) verleiht in Beisein von Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums und Gaby Babić, Festivalleiterin, die Goldene Lilie an Regisseur Bojan Vuletić. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Goldene Lilie für den Besten Film ging an REQUIEM FÜR FRAU J. (REKVIJEM ZA GOSPOĐU J., Serbien/Bulgarien/EJR Mazedonien/Russland/Frankreich 2017). Die Tragikomödie erzählt von der depressiven Jelena, die sterben will. Regisseur Bojan Vuletić nahm gemeinsam mit Hauptdarstellerin Mirjana Karanović am Dienstagabend den Preis im Wert von 10.000 Euro in Empfang. „Vielen Dank, Frau J., für die Hoffnung die Sie bringen,“ so die Jury.

v.l. Axel Imholz, Kulturdezernent der Stadt Wiesbaden verlieh den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden an das georgisch-deutsche Regie-Duo Nana & Simon. Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Axel Imholz, Kulturdezernent der Stadt Wiesbaden verlieh den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden an das georgisch-deutsche Regie-Duo Nana & Simon. Foto: Diether v. Goddenthow

Das georgisch-deutsche Regie-Duo Nana & Simon gewann den mit 7.500 dotierten Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie. Ihr Film MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE (CHEMI BEDNIERI OJAKHI, Deutschland/Frankreich/ Georgien 2017), in dem die 52-jährige Manana beschließt, die Familienwohnung zu verlassen und ihr eigenes Leben zu führen, eröffnete das diesjährige Festival. Bereits 2013 erhielten Nana Ekvtimishvili und Simon Gross bei goEast mit BLÜTEZEIT (in den deutschen Kinos unter dem Titel DIE LANGEN HELLEN TAGE) den Preis für den Besten Film. Die Jury erklärte, der Film „zeigt, wie schwierig es ist, ein Fenster aufzumachen und frische Luft hereinzulassen.“ Den Preis nahm die georgische Schauspielerin Tsisia Kumsishvili entgegen, die in dem Filme in der Rolle der Tochter Nino zu sehen ist.

Bergarbeitersiedlung Chiatura in Westgeorgien, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt (4.000 EUR) gekrönt
Bergarbeitersiedlung Chiatura in Westgeorgien, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt (4.000 EUR) gekrönt

Der Dokumentarfilm SONNENSTADT (MZIS QALAQI, Georgien/USA/Katar/ Niederlande 2017, Regie: Rati Oneli), über die zur Geisterstadt gewordenen Bergarbeitersiedlung Chiatura in Westgeorgien, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt (4.000 EUR) gekrönt und „erfasst die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit und Schönheit eines Orts und seiner Einwohner trotz der Farblosigkeit der Stadt, des Jahres und des Jahrhunderts“.

Filmausschnitt: Bergarbeitersiedlung Chiatura in Westgeorgien,
Filmausschnitt: Bergarbeitersiedlung Chiatura in Westgeorgien,

Die Jury würdigte mit einer lobenden Erwähnung zudem das lettisch-litauische Kriegsdrama IM EXIL (PELNU SANATORIJA, 2016, Regie: Dāvis Sīmanis) mit Ulrich Matthes in der Hauptrolle sowie Hana Jušić’ virtuoses Spielfilmdebüt GLOTZ NICHT AUF MEINEN TELLER (NE GLEDAJ MI U PIJAT, Kroatien 2016).

MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE wurde ebenfalls mit dem von der internationalen FIPRESCI-Jury vergebenen Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Spielfilm ausgezeichnet
MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE wurde ebenfalls mit dem von der internationalen FIPRESCI-Jury vergebenen Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Spielfilm ausgezeichnet

Nana & Simons MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE wurde ebenfalls mit dem von der internationalen FIPRESCI-Jury vergebenen Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Spielfilm ausgezeichnet. Die Jury nannte den Film „ein großes Kinowerk, das ein georgisches Familienleben auf universale und harmonische Art darstellt“. Der

Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten

Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Dokumentarfilm ging an Ivan Ramljaks (r.) KINOINSELN Foto: Diether v. Goddenthow
Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Dokumentarfilm ging an Ivan Ramljaks (r.) KINOINSELN Foto: Diether v. Goddenthow

Dokumentarfilm ging an Ivan Ramljaks KINOINSELN (KINO OTOK, Kroatien 2016), der cineastische Herzen höher schlagen lässt und „mit wenigen Mitteln und einem minimalistischen Stil wunderbar zeigt, wie das Kino Teil der natürlichen Landschaft ist.“

 

Der Frankfurter Künstler Aleksandar Radan gewann in dem von der BHF-BANK-Stiftung geförderten Wettbewerb für Experimentalfilm und Videokunst den Open Frame Award in Höhe von 5.000 Euro für IN BETWEEN IDENTITIES, in dem das Publikum fast voyeuristisch Spielcharaktere in einer virtuellen Welt betrachtet.

IN BETWEEN IDENTITIES, in dem das Publikum fast voyeuristisch Spielcharaktere in einer virtuellen Welt betrachtet
IN BETWEEN IDENTITIES, in dem das Publikum fast voyeuristisch Spielcharaktere in einer virtuellen Welt betrachtet

Das Werk ist „ein treibender, erfreulich unmoralischer Kommentar auf die Selbstfindungsperformances nicht nur unserer scheinbar perfekten digitalen Spiegelbilder.“

Eine lobende Erwähnung erhielt EXILE EXOTIC (Großbritannien/Russland 2015, Regie: Sasha Litvintseva), der vom Rand eines Pools aus die exotischen Anfänge des Exils der Filmemacherin erzählt.

Das Projekt GILGAMESH 4000 (Russland) von Nick Teplov erhielt den vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ausgelobten goEast Development Award (3.500 EUR) für das beste Pitching beim East-West Talent Lab. Foto: Diether v. Goddenthow
Das Projekt GILGAMESH 4000 (Russland) von Nick Teplov erhielt den vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ausgelobten goEast Development Award (3.500 EUR) für das beste Pitching beim East-West Talent Lab. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Projekt GILGAMESH 4000 (Russland) von Nick Teplov erhielt den vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ausgelobten goEast Development Award (3.500 EUR) für das beste Pitching beim East-West Talent Lab. „Nick Teplov schafft mit bestechenden Bildern aus unterschiedlichen Kontinenten ein vielschichtiges und kraftvolles Filmgedicht. GILGAMESH 4000 hat das Potenzial, ein ebenso berührender wie aufrüttelnder Film zu werden,“ begründete die Jury.
Außerdem sprach die Jury eine lobende Erwähnung für PARALLELS IN THE INFINITY von der Ungarin Borbála Nagy aus: „Das Projekt legt den Finger in die Wunde aktueller politischer Entwicklungen: Die Zersetzung von Zivilgesellschaft und Demokratie beginnt im Erziehungssystem.“

Die Preisträger sind Oksana Kazmina (Ukraine) und Maxim Cirlan (Moldawien) mit dem Projekt ANTIGONA, Miona Bogović (Serbien/ Deutschland) und Ana Hoffner (Österreich) mit THE OTHER ZENIT, Zhanna Ozirna (Ukraine) und Aurelia Natalini (Deutschland) mit BOND, Ion Gnatiuc (Rumänien) und Artiom Zavadovschi (Moldawien) mit FACE TO FACE, sowie Andreas Boschmann (Deutschland) und Aleksandra Medianikova (Russland) mit DOMASHNEE VIDEO. Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger sind Oksana Kazmina (Ukraine) und Maxim Cirlan (Moldawien) mit dem Projekt ANTIGONA, Miona Bogović (Serbien/ Deutschland) und Ana Hoffner (Österreich) mit THE OTHER ZENIT, Zhanna Ozirna (Ukraine) und Aurelia Natalini (Deutschland) mit BOND, Ion Gnatiuc (Rumänien) und Artiom Zavadovschi (Moldawien) mit FACE TO FACE, sowie Andreas Boschmann (Deutschland) und Aleksandra Medianikova (Russland) mit DOMASHNEE VIDEO. Foto: Diether v. Goddenthow

Beim Nachwuchsprojekt OPPOSE OTHERING!, das sich den Ausprägungen gruppenbezogener Ausgrenzung von Menschen widmet, wurden von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) fünf Regie-Tandems mit Produktionspreisgeldern in Höhe von je 4.000 Euro ausgestattet. Die Preisträger sind Oksana Kazmina (Ukraine) und Maxim Cirlan (Moldawien) mit dem Projekt ANTIGONA, Miona Bogović (Serbien/ Deutschland) und Ana Hoffner (Österreich) mit THE OTHER ZENIT, Zhanna Ozirna (Ukraine) und Aurelia Natalini (Deutschland) mit BOND, Ion Gnatiuc (Rumänien) und Artiom Zavadovschi (Moldawien) mit FACE TO FACE, sowie Andreas Boschmann (Deutschland) und Aleksandra Medianikova (Russland) mit DOMASHNEE VIDEO. Die Tandems kehren 2018 zu goEast zurück und präsentieren dann die Weltpremieren der fertiggestellten Filme.

Zum letzten Mal mit dabei: Claudia Dillmann, die langjährige Direktorin des Deutschen Filmmuseums, Frankfurt, hier mit Gaby Babic. Foto: Diether v. Goddenthow
Zum letzten Mal mit dabei: Claudia Dillmann, die langjährige Direktorin des Deutschen Filmmuseums, Frankfurt, hier mit Gaby Babic. Foto: Diether v. Goddenthow

Die 17. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fand vom 26. April bis zum 2. Mai statt. Zu den Höhepunkten gehörten die Besuche der international gefeierten Filmemacherinnen Agnieszka Holland, Lana Gogoberidze und Márta Mészáros, der die diesjährige Hommage gewidmet war sowie der bewegende Auftritt von Artur „Atze“ Brauner mit seiner Familie anlässlich der Weltpremiere von MARINA, MABUSE UND MORITURI – 70 JAHRE DEUTSCHER NACHKRIEGSFILM IM SPIEGEL DER CCC (Deutschland 2017, Regie: Kathrin Anderson). Auf großes Interesse seitens des (Fach-)Publikums stieß das Symposium mit Titel „Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa“.

Die Preisträger bei goEast 2017

Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 EUR)
REQUIEM FÜR FRAU J. (REKVIJEM ZA GOSPOĐU J, Serbien/Bulgarien/EJR Mazedonien/ Russland/Frankreich 2017, Regie: Bojan Vuletić)

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 EUR)
MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE (CHEMI BEDNIERI OJAKHI, Deutschland/Frankreich/ Georgien 2017, Regie: Nana & Simon)

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt (4.000 EUR)
SONNENSTADT (MZIS QALAQI, Georgien/USA/Katar/Niederlande 2017, Regie: Rati Oneli)

Lobende Erwähnungen der Hauptjury
IM EXIL (PELNU SANATORIJA, Lettland/Litauen 2016, Regie: Dāvis Sīmanis)
GLOTZ NICHT AUF MEINEN TELLER (NE GLEDAJ MI U PIJAT, Kroatien 2016, Regie: Hana Jušić).

Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Dokumentarfilm
KINOINSELN (KINO OTOK, Kroatien 2016, Regie: Ivan Ramljak)

Preis der Internationalen Filmkritik für den Besten Spielfilm
MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE (CHEMI BEDNIERI OJAKHI, Deutschland/Frankreich/Georgien 2017, Regie: Nana & Simon)

Open Frame Award (5.000 EUR, gefördert von der BHF-BANK-Stiftung)
IN BETWEEN IDENTITIES (Deutschland 2015, Regie: Aleksandar Radan)
Lobende Erwähnung: EXILE EXOTIC (Großbritannien/Russland 2015, Regie: Sasha Litvintseva)

goEast Development Award (3.500 EUR, ausgelobt vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain)
GILGAMESH 4000 (Russland, Regie: Nick Teplov)
Lobende Erwähnung: PARALLELS IN THE INFINITY (Ungarn, Regie: Borbála Nagy)

Produktionsgeld OPPOSE OTHERING! (je 4.000 EUR, ausgelobt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“)
ANTIGONA (Oksana Kazmina, Ukraine & Maxim Cirlan, Moldawien)
THE OTHER ZENIT (Miona Bogović, Serbien/Deutschland) & Ana Hoffner, Österreich)
BOND (Zhanna Ozirna, Ukraine & Aurelia Natalini, Deutschland) FACE TO FACE (Ion Gnatiuc, Rumänien & Artiom Zavadovschi, Moldawien)
DOMASHNEE VIDEO (Andreas Boschmann, Deutschland & Aleksandra Medianikova, Russland)

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Robert Bosch Stiftung, ŠKODA AUTO Deutschland, die BHF-BANK-Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, das Auswärtige Amt, der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, die Stadt Eschborn, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Krušovice. Medienpartner sind u.a. 3sat, die FAZ und hr-iNFO.

goEast liebt 35mm-Film! 21 Lang- und 13 Kurzfilme werden im Rahmen der 17. Festivaledition analog projiziert

goe-eastAls Projekt des Deutschen Filminstituts, das 1949 gegründet wurde und damit das älteste filmwissenschaftliche Institut der Bundesrepublik ist, steht goEast seit der Festivalgründung im Jahr 2001 für die Würdigung und angemessene Präsentation der Filmgeschichte(n) der Staaten Mittel- und Osteuropas. Diese ist Teil gleich mehrerer der goEast-Festivalsektionen, insbesondere jedoch des jährlichen goEast Symposiums und der Hommage.

HRA O JABLKO/SPIEL UM DEN APFEL (Tschechoslowakei 1976, Věra Chytilová
HRA O JABLKO/SPIEL UM DEN APFEL (Tschechoslowakei 1976, Věra Chytilová

2017 werden die Mehrzahl der Filme des Symposiums Feministisch wider Willen: Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa und alle Filme der Hommage an die ungarische Regisseurin Márta Mészáros im 35mm-Format gezeigt: insgesamt 21 Lang- und 13 Kurzfilme. In Wiesbaden ist goEast in der glücklichen Lage, gleich zwei Kinos zu seinen Festivalspielstätten zählen zu können, die für eine analoge Projektion – auch von wertvollen Archivkopien – ausgestattet sind: die Caligari FilmBühne und das Murnau-Filmtheater.

goEast ist auch in seiner 17. Festivalausgabe sehr daran gelegen, seinem Publikum Filmgeschichte in ihrer analogen Aufführungspraxis zu präsentieren – als 35mm-Projektion im Kino.

 

„Von der 12. auf die 13. Festivalausgabe, also vom Jahr 2012 auf das Jahr 2013, haben wir die vollständige Umstellung der aktuellen Filmproduktion und deren Vorführpraxis vom Analogen ins Digitale mitgemacht. Bei der Recherche nach Kopien für unsere Programme mit Filmen, die vor dieser Zeit entstanden sind, suchen wir gezielt nach guten und vorführbaren analogen Filmkopien und ziehen diese Kopien in der Regel den digitalisierten Fassungen vor. Nicht immer sind Archive inzwischen bereit, uns dieses Material für unsere Vorführzwecke zu leihen. Wir sind aber „hartnäckig“, so Festivalleiterin Gaby Babić: „Es kommt mitunter sogar vor, dass wir besondere Gebühren für das Entleihen einer analogen Kopie zahlen, die wir für die digitale Kopie nicht zahlen müssten. Uns wird immer stärker bewusst, dass wir als Festival aktiv dazu beitragen und auch einfordern müssen, die kulturelle Praxis des analogen Films zu retten. Wir sind auch ein Ort dieser analogen Seh- und Wahrnehmungsschule.“

ÖRÖKBEFOGADAŚ/AOPTION  (Ungarn 1975, Márta Mészáros)
ÖRÖKBEFOGADAŚ/AOPTION (Ungarn 1975, Márta Mészáros)

Beachtenswert ist, dass die Mehrzahl der diesjährigen Symposiums-Filme und der Großteil des Werks von Mészáros – trotz der internationalen Bedeutung dieser Regisseurinnnen – noch nicht digitalisiert sind. Dies wären neben der Sicherung des analogen Ausgangs-Materials ebenso nötige Schritte.

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Robert Bosch Stiftung, ŠKODA AUTO Deutschland, die BHF-BANK-Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, das Auswärtige Amt, der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, die Stadt Eschborn, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Krušovice. Medienpartner sind u.a. 3sat, die FAZ und hr-iNFO.

ALL GOVERNMENTS LIE – Dokumentarfilm für Menschenrechte im Filmmuseum am 18. April 2017

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

HUMAN RIGHTS WATCH ALL GOVERNMENTS LIE (USA 2016, R: Fred Peabody)

Weltweit setzen sich Filmschaffende für Menschenrechte ein. Zusammen mit HUMAN RIGHTS WATCH gibt das Deutsche Filmmuseum ihnen ein Forum.

Dienstag, 18. April, 20:15 Uhr
ALL GOVERNMENTS LIE
USA 2016. R: Fred Peabody. Dokumentarfilm. 90 Min. DCP. OF

Der Film thematisiert die Arbeit unabhängiger investigativer Journalist/innen, die gegenwärtig die Medienlandschaft verändern. Sie berufen sich auf den US-amerikanischen Ausnahme-Journalisten I.F. Stone, der den Spruch „Jede Regierung lügt geprägt hat. Stone entlarvte eine 70-jährige Periode von Täuschungen, indem er Regierungsdokumente und Mitschriften studierte und an die Öffentlichkeit brachte. Während Medienkonglomerate sich zunehmend am Unterhaltungswert von Nachrichten orientieren, folgt die Kamera Journalist/innen wie Laura Poitras, Amy Goodman, Jeremy Scahill oder Michael Moore auf der Suche nach der Wahrheit.

Kino des Deutschen Filmmuseums PROGRAMM-HIGHLIGHTS IM MAI

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Filmkollektiv Frankfurt präsentiert: Peter Zadek in Film und Fernsehen Retrospektive von Freitag, 5., bis Sonntag, 7. Mai

Nacht der Museen im Deutschen Filmmuseum
„Rote Nacht mit Kurzfilmprogramm im Kino
am Samstag, 6. Mai

Live-Vertonung am Mixtur-Trautonium
SALOMÉ (Stummfilm, US 1922)
am Sonntag, 7. Mai, 17:30 Uhr

Kino und Couch 2017: Die Wiederkehr des Verdrängten
MYSTIC RIVER (US 2003)
am Dienstag, 9. Mai, 20:30 Uhr

Veronica Ferres zu Gast
SALT AND FIRE (DE/FR 2016)
am Donnerstag, 11. Mai

Was tut sich – im deutschen Film? mit Kameramann Frank Griebe
DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT (DE 2017)
am Sonntag, 21. Mai, 20:15 Uhr

We are Family
Internationaler Tag gegen Homophobie und Transfeindlichkeit
Montag, 22. Mai, 18:00 Uhr

Oberhausen on Tour
Kurzfilmprogramme am Dienstag, 30. Mai

17. goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films
Nachspiel im Kino des Deutschen Filmmuseums
Montag, 1., bis Mittwoch, 3. Mai

Rot im Film
Filmreihe von Freitag, 5., bis Mittwoch, 31. Mai

Lecture und Film: Schnell wie der Witz Die Filme von Ernst Lubitsch
Filmreihe von Donnerstag, 4., bis Mittwoch, 31. Mai

MARTIN LUTHER: Filmreihe zum Reformationsjahr
von Dienstag, 9., bis Dienstag, 23. Mai

NIPPON CONNECTION: Retrospektive
Filmreihe von Donnerstag, 25., bis Sonntag, 28. Mai

Ort und weitere Infos:

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Filmfestival:
goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films
26. April bis 2. Mai 2017 in Wiesbaden, www.filmfestival-goeast.de

Sonderausstellung:
ROT. Eine Filminstallation im Raum
8. März bis 13. August 2017

Der Film-Blog des Deutschen Filmmuseums auf fnp.de:
http://www.fnp.de/freizeit/kinoprogramm/film-blog/

Die Farbe Rot in Alfred Hitchcocks Filmen Filmreihe von Mittwoch, 5., bis Samstag, 15. April

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Im Januar widmete das Kino des Deutschen Filmmuseums Alfred Hitchcock eine umfangreiche Werkschau, die vom frühen Stummfilm BLACKMAIL (GB 1929) bis zu seinen späten Klassikern THE BIRDS (US 1963) und FRENZY (GB 1972) reichte. In der Begleitreihe zu ROT. Eine Filminstallation im Raum folgen nun zwei seiner Meisterwerke, bei denen der Einsatz der Signalfarbe von herausragender Bedeutung ist.

Mittwoch, 5. April, 18 Uhr
Samstag, 8. April, 18 Uhr
VERTIGO Aus dem Reich der Toten
USA 1958. R: Alfred Hitchcock
D: James Stewart, Kim Novak, T. Helmore. 128 Min. 35 mm. OmU

Der Ex-Polizist Scottie soll die Gattin eines Schulfreundes überwachen. Dabei verliebt er sich in die labile Schönheit, kann aber nicht verhindern, dass die Lebensmüde sich von einem Turm in den Tod stürzt. Da Scottie an Höhenangst leidet, vermag er sie nicht zu retten und versinkt in tiefe Schwermut – bis er herausfindet, dass er zum Spielball in einer Intrige wurde. Mit diesem artifiziellen Psychothriller taucht Hitchcock tief ins Unbewusste seines traumatisierten Helden ein. Schwindelerregende Bildeffekte, psychedelische Sequenzen und der suggestive Einsatz der Farbe Rot spielen dabei eine Schlüsselrolle

Mittwoch, 12. April, 18 Uhr
Samstag, 15. April, 18 Uhr
Marnie
USA 1964. R: Alfred Hitchcock
D: Tippie Hedren, Sean Connery, Diane Baker. 130 Min. DCP. OF

Als Marnie Edgar sich um eine Vertrauensposition in einem Verlagshaus bewirbt, wird der Chef des Unternehmens, Mark Rutland, hellhörig. Er ahnt bereits, dass es sich bei ihr um die Diebin handelt, die einen Geschäftsfreund um 10.000 Dollar erleichterte. Nachdem er sie bei einer weiteren Verfehlung ertappt, erpresst er sie zur Eheschließung. Es reizt ihn, sie zu beobachten und herauszufinden, was sie zur notorischen Diebin machte. Dabei findet er heraus, dass Marnie unter einem Kindheitstrauma leidet – das sich in panischer Angst vor der Farbe Rot manifestiert. Hitchcocks raffinierter Einsatz der Signalfarbe steigert die Spannung bis zur letzten Minute.

WERKSCHAU RUTH BECKERMANN Filmreihe in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt Donnerstag, 4. April, bis Donnerstag, 27. April

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

WERKSCHAU RUTH BECKERMANN
Filmreihe in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt
Donnerstag, 4. April, bis Donnerstag, 27. April
Ruth Beckermann zu Gast: Donnerstag, 6. April, 20:15 Uhr (mit Ina Hartwig) und Freitag, 7. April, 20:15 Uhr

Ruth Beckermann, geboren 1952 in Wien, arbeitet seit 40 Jahren als Dokumentarfilmerin. Ihr Name steht über die Grenzen Österreichs hinaus für ein politisches, ungemein sensibles Kino. Sie war zunächst als Journalistin tätig und ist Mitbegründerin des Filmverleihs Filmladen in Wien. Ihre Filmarbeit beginnt 1976 als Teil eines unabhängigen Filmkollektives, das politische Filmarbeit machen wollte. Mit WIEN RETOUR (AU 1983) beginnt eine neue Phase der Beschäftigung mit Film.

Gemeinsam ist all ihren Filmen eine Auseinandersetzung mit der Geschichte entlang der genauen Beobachtung gegenwärtiger Konstellationen. Etwa bei ihrer Beschäftigung mit Österreich, dem Judentum und Fragen nach der persönlichen und kollektiven Identität beziehungsweise deren Brüchen.

Als scharfe Beobachterin befasst sich die Filmemacherin in ihren neueren Werken mit dem Zustand der Welt: Sie reist durch Europa und rund um das Mittelmeer, lässt sich scheinbar vom Zufall leiten und weckt so Lust auf unbekannte Orte und noch viel ungewöhnlichere Begegnungen. 2016 widmete sie sich mit DIE GETRÄUMTEN (AU 2016) der besonderen Begegnung zwischen Paul Celan und Ingeborg Bachmann.

Dienstag, 4. April, 20:30 Uhr
WIEN RETOUR. FRANZ WEST. DIE JAHRE 1924 1934
Österreich 1983. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 95 Min. 16mm
WIEN RETOUR ist der erste Teil einer Trilogie (mit DIE PAPIERENE BRÜCKE und NACH JERUSALEM) von Filmen über jüdisches Leben. Franz West, ehemals Weintraub (1909-85), erinnert sich an seine Jugend in Wien von 1924 bis 1934, an die vielfältige jüdische Bevölkerung, an sein Engagement in der Arbeiterbewegung des Roten Wien und an das Aufkommen von Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Verwoben mit fotografischen und filmischen Dokumenten aus der Zeit vermittelt sich ein Schicksal, das auf seine Weise einzigartig und individuell ist und insbesondere auch von der eindrücklichen Erzählung seines Protagonisten lebt.

Donnerstag, 6. April, 20:15 Uhr
DIE GETRÄUMTEN
Österreich 2016. R: Ruth Beckermann
D: Anja Plaschg, Laurence Rupp. 89 Min. DCP

Der langjährige Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan steht im Zentrum dieses „Liebesfilms: Ein junges Schauspielpaar, Anja Plaschg und Laurence Rupp, trifft sich in Wien in einem Tonstudio, um aus den Briefen zu lesen. Die Texte zeugen von dramatisch schwankenden Gefühlen, von Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremd-heit und spiegeln sich in den Gesichtern der lesenden Schauspieler wider.
Zu Gast: Ruth Beckermann und Ina Hartwig

Freitag, 7. April, 20:15 Uhr
DIE PAPIERENE BRÜCKE
Österreich 1987. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 95 Min. DCP. Dt/heb./jidd. OmU
Ruth Beckermanns Reise durch ihre Familiengeschichte erzählt zugleich von den mitteleuropäischen Juden und der Geschichte einer Region. Die Reise führt sie von Wien, wo ihre Großmutter den Krieg überlebte und wohin ihre Mutter aus Israel zurückkehrte, in die Landschaft Osteuropas, die von der Vernichtung der Juden zeugt. Bert Rebhandl schrieb 2007: „Ruth Beckermann sucht für sich und andere Kinder der Überlebenden, für die zweite Generation der österreichischen Juden nach der Shoah, eine Antwort auf die Frage: Wer sind wir?… Die papierene Brücke des Films führt die Filmemacherin zu sich selbst zurück: in einer Fotografie aus Kindertagen.
Zu Gast: Ruth Beckermann

Sonntag, 9. April, 18 Uhr
NACH JERUSALEM
Österreich 1991. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 85 Min. 16mm. OmeU
„Auf der Straße von Tel Aviv nach Jerusalem. Ein dokumentarisches Road-Movie: Lastwagen, Tankstellen, Bauarbeiter, Soldaten, russische Einwanderer, Taxichauffeure, Sicherheitswachen … Auf nur 60 Kilometern Begegnungen mit verschiedenen Landschaften und persönlichen Geschichten, so hat Ruth Beckermann selbst ihren Film beschrieben. Während der Reise auf dieser historisch und mythisch beladenen Strecke stellt sich die Filmemacherin die Frage, was aus dem Traum von der jüdischen Heimat geworden ist.

Dienstag, 11. April, 20:30 Uhr
JENSEITS DES KRIEGES
Österreich 1996. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 117 Min. DCP
Weißgekachelte Räume, Neonlicht, an den Wänden Schwarzweiß-Fotografien der Wehrmachtsausstellung „Vernichtungskrieg während ihrer Station in Wien. Beckermann nutzt die Gelegenheit, ehemalige Soldaten an einem öffentlichen Ort mit den Verbrechen, die die deutsche Armee im Süden und Osten Europas begangen hat, zu konfrontieren. Dabei schließt sie jegliches Vorgespräch aus und zeigt auch konsequent nicht die Bilder der Ausstellung. Es geht ihr um die Gegenwart, um die Erinnerung und den Umgang mit ihr.

Donnerstag, 13. April, 18 Uhr
Freitag, 14. April, 20:30 Uhr
EIN FLÜCHTIGER ZUG NACH DEM ORIENT
Österreich 1999. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 82 Min. 35mm
Ruth Beckermann macht sich auf die Suche nach Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837 bis 1898), die ihren Platz im Korsett der Gesellschaft nicht einnehmen wollte und so einen Mythos entstehen ließ, der sie als schwankend zwischen mädchenhafter Cinderella und depressiver Marionette der Monarchie zeichnet. Auszüge aus Briefen der Kaiserin, ihres Gatten und ihres Vorlesers treffen auf scheinbar beiläufig eingefangene, tatsächlich aber konzentriert komponierte Bilder Kairos, wo die Kaiserin selbst zwei Mal weilte. Beckermann verwirklichte eine filmische Reflexion über die Fremde, über die Macht und die Grenzen der Bilder, über Mythos und Wirklichkeit.

Sonntag,16. April, 18 Uhr
Donnerstag, 20. April, 18 Uhr
HOMEMAD(E)
Österreich 2001. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 85 Min. DCP
Die Marc-Aurel-Straße im 1. Wiener Bezirk. Ruth Beckermann reist vor die eigene Haustür und erkundet ihre Umgebung mit der Kamera. Da sind der letzte jüdische Händler im ehemaligen Textilviertel, ein iranischer Hotelier und das Café Salzgries. Über die Erzählungen der Menschen, die hier leben und arbeiten, bildet sich sowohl der Alltag als auch die Vergangenheit ab, die sich mit Beckermanns Erinnerungen verknüpfen und die Schicksale jüdischer Verfolgter wiedergeben. Zugleich ist der Film ein Dokument der politischen Wende, die mit der Regierungsbeteiligung der extrem rechten FPÖ eintrat.

Montag, 17. April, 18 Uhr
AMERICAN PASSAGES
Österreich 2011. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 120 Min. 35mm. OmU
Die Frage nach dem Zustand Amerikas treibt Ruth Beckermann von New York aus quer über den Kontinent, durch elf Bundesstaaten in Wohnblöcke, wo die Menschen viele Kinder und wenig Geld haben, auf Partys, in Gefängnisse und zu Memorials, in Privathäuser, die von der Pfändung bedroht sind, in Gerichtssäle, Universitäten, in ein Casino. Und an die vielen Nicht- Orte dazwischen: Diner, Tankstellen, Highways. Sie führt Gespräche über den Irakkrieg, über Alltag, Träume, Utopien. Herausgekommen ist ein Passagenwerk, eine Projektionsfläche, die von den Kinobesucher/innen mit eigenen Amerikabildern bespielt und ergänzt wird.

Mittwoch, 19. April, 20:30 Uhr
Sonntag, 23. April, 18 Uhr
ZORROS BAR MIZWA
Österreich 2006. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 90 Min. DCP. Dt./engl./heb. OmU

Der Film begleitet vier zwölfjährige Jugendliche in Wien, Tom, Sharon, Moishy und Sophie, die sich auf ihre Bar Mizwa vorbereiten. Ein religiöses Zeremoniell, das einen Schnitt und einen Übergang im Leben markiert und Gelegenheit für ein großes Fest mit Familie und Freunden bietet. Zugleich ist ZORROS BAR MIZWA ein Film über das Wiener Judentum in seiner gesamten ethnischen und religiösen Vielfalt: Moishy kommt aus einer orthodoxen Familie, Sharon hat georgische Eltern mit sephardischen Wurzeln, Sophies Familie ist völlig assimiliert, und Tom hat einen jüdischen und einen nicht-jüdischen Elternteil.
Mit Einführung von Kathrin Schön (Jüdisches Museum) am Sonntag, 23 April

Freitag, 21. April, 20:30 Uhr
Donnerstag, 27. April, 18 Uhr
THOSE WHO GO THOSE WHO STAY
Österreich 2013. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 75 Min. DCP
Der Film erzählt vom Unterwegssein in der Welt und im eigenen Lebenslauf. Beckermann greift eine Reihe von Motiven ihrer bisherigen Arbeiten auf, fügt neue hinzu, verwebt ihr privates und politisches Interesse mit einer allgemeineren Bewegung: der der Migration, der Veränderung, der Fremde. Das führt sie kreuz und quer durch Europa und rund ums Mittelmeer: nigerianische Asylwerber/innen in Sizilien, gealterte Emigrant/innen in Paris, die jungen verschleierten Frauen von Alexandria, der arabische Musiker im Gelobten Land. Fäden, Tücher und Textilien tauchen immer wieder auf wie Lesezeichen in einem Gewebe aus Reise- und Fluchtbewegungen.

Vernetzen, schulen und zum filmischen Engagement anstiften: Junge Talente im Fokus von goEast

Mit drei Projekten fördert goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (26. April bis 2. Mai 2017) den Film-Nachwuchs und schärft gleichzeitig das Bewusstsein für menschenrechtlich relevante Themen: OPPOSE OTHERING!, East-West Talent Lab und Young Filmmakers for Peace.

Neue projektbegleitende Festivalsektion: OPPOSE OTHERING!

Seit Jahren setzt goEast Zeichen: gegen Rassismus, Homophobie und Fremdenhass, für Menschlichkeit und Annäherung. Nun mündet dieses Engagement in eine Festivalsektion, die dem Festivalpublikum erste Ergebnisse des im letzten Jahr gestarteten Projekts OPPOSE OTHERING! präsentiert. OPPOSE OTHERING! widmet sich den Ausprägungen von Othering – also gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung von Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser, kultureller und ethnischer Herkunft oder sexueller Identität.

LOOKING AT OTHERS (Rumänien, Deutschland 2017, Anda Puşcaş, Dennis Stormer)
LOOKING AT OTHERS
(Rumänien, Deutschland 2017, Anda Puşcaş, Dennis Stormer)

Fünf junge Regietandems aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa arbeiteten, gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, ein Jahr lang an Filmideen und -projekten zum Thema Othering, für die sie im Vorjahr bei goEast Produktionsgeld bekamen. Jetzt sind ihre Filme fertig und feiern am 28. April und am 1. Mai in Anwesenheit der FilmemacherInnen bei goEast ihre Weltpremiere.

BELONGING (Bosnien und Herzegowina, Deutschland 2017, Judith Beuth, Jasmin Brustus)
BELONGING
(Bosnien und Herzegowina, Deutschland 2017, Judith Beuth, Jasmin Brustus)

Gleichzeitig nehmen bei goEast 2017 zehn neu nominierte Regietandems an einem Workshopprogramm teil, fünf Teams werden mit Produktionsgeld in Höhe von je 4.000 Euro ausgezeichnet und realisieren in den Folgemonaten ihre Filmideen. Teil der Jury, die über die Vergabe des Produktionspreisgelds entscheidet, ist Askold Kurov, Regisseur von DER PROZESS: DER STAAT RUSSLAND GEGEN OLEG SENTSOV (PROTSESS: VENEMAA RIIK OLEG SENTSOVIVASTU). In seinen Filmen thematisiert Kurov Menschenrechtsprobleme und soziale Missstände im heutigen Russland.

East-West Talent Lab

goEast unterstützt und vernetzt junge Filmschaffende und KünstlerInnen aus Mittel- und Osteuropa, der Rhein-Main-Region und ganz Deutschland. Für die dreißig LabteilnehmerInnen aus Deutschland, Georgien, Kroatien, Mazedonien, Polen, Russland, Serbien, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland wurde ein Fortbildungsangebot konzipiert mit Podiumsdiskussionen zur Ausstrahlung und Filmförderung im TV, Case Studies zur Finanzierung von Koproduktionen, Pitching-Workshops und Masterclasses, unter anderem von Regisseurin Agnieszka Holland und Produzent Johannes Rexin (FÄHRTE / POKOT).

THE BALCONY (Deutschland 2016, Luzie Meyer)
THE BALCONY
(Deutschland 2016, Luzie Meyer)

Am 1. Mai präsentieren die LabteilnehmerInnen vor Publikum und einer Fachjury ihre 14 Projektideen in den Sparten Kurzspiel-, Dokumentar-, Experimentalfilm und Videokunst. Der beste Pitch gewinnt den vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ausgelobten und mit 3.500 Euro dotierten goEast Development Award.
Darüber hinaus wird es im Lab erstmalig einen begleitenden Kritikerblog geben, der vom LICHTER Filmfest Frankfurt International im Rahmen eines Workshops der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) ins Leben gerufen wurde.

EXILE EXOTIC (UK, Russland 2015, Sasha Litvintseva)
EXILE EXOTIC
(UK, Russland 2015, Sasha Litvintseva)

Wichtiger Bestandteil des Labs ist der von der BHF-BANK-Stiftung geförderte und mit 5.000 Euro dotierte Open Frame Award – Wettbewerb für Experimentalfilm und Videokunst. In der Jury: Tasja Langenbach (Künstlerische Leiterin der Videonale Bonn), Alex Gerbaulet (Künstlerin und Filmemacherin, Berlin) und Michel Klöfkorn (Künstler und Filmemacher, Frankfurt am Main). Die zehn Wettbewerbsbeiträge, präsentiert von jungen KünstlerInnen und FilmemacherInnen aus Mittel- und Osteuropa und Studierenden hessischer Film- und Kunsthochschulen, werden teils als Experimentalfilmprogramm in der Caligari Filmbühne (Donnerstag, 27. April, um 18 Uhr) und teils als Videoinstallation im Museum Wiesbaden (Vernissage: Donnerstag, 27. April, um 20 Uhr, Ausstellungslaufzeit bis Sonntag, 7. Mai) gezeigt.

Young Filmmakers for Peace

Zum dritten Mal findet bei goEast Young Filmmakers for Peace statt, realisiert mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Ziel des Projekts ist es, NachwuchsfilmemacherInnen aus kriegerischen Konflikt- und Post-Konfliktregionen Osteuropas sowie aus anderen Konfliktregionen weltweit und aus Deutschland zusammenzubringen.
Die zwölf TeilnehmerInnen aus der Türkei, Serbien, Ägypten, Palästina, Russland, Georgien, Tschechien, Ukraine, Bosnien und Herzegowina und Deutschland erhalten dadurch die Möglichkeit, aus einem konfliktbelasteten Umfeld herauszutreten und Vorlesungen, Workshops und Podien zu besuchen, die das Filmemachen in Konfliktzeiten und als Mittel der Friedensbildung und Demokratisierung ins Zentrum stellen. Young Filmmakers for Peace hat das Filmemachen unter Bedingungen von gewalttätigen Auseinandersetzungen ebenso zum Thema wie das Filmemachen über solche Konflikte.

Das komplette Programm zur 17. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird Anfang April bekannt gegeben: www.filmfestival-goeast.de