Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

goEast liebt 35mm-Film! 21 Lang- und 13 Kurzfilme werden im Rahmen der 17. Festivaledition analog projiziert

goe-eastAls Projekt des Deutschen Filminstituts, das 1949 gegründet wurde und damit das älteste filmwissenschaftliche Institut der Bundesrepublik ist, steht goEast seit der Festivalgründung im Jahr 2001 für die Würdigung und angemessene Präsentation der Filmgeschichte(n) der Staaten Mittel- und Osteuropas. Diese ist Teil gleich mehrerer der goEast-Festivalsektionen, insbesondere jedoch des jährlichen goEast Symposiums und der Hommage.

HRA O JABLKO/SPIEL UM DEN APFEL (Tschechoslowakei 1976, Věra Chytilová
HRA O JABLKO/SPIEL UM DEN APFEL (Tschechoslowakei 1976, Věra Chytilová

2017 werden die Mehrzahl der Filme des Symposiums Feministisch wider Willen: Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa und alle Filme der Hommage an die ungarische Regisseurin Márta Mészáros im 35mm-Format gezeigt: insgesamt 21 Lang- und 13 Kurzfilme. In Wiesbaden ist goEast in der glücklichen Lage, gleich zwei Kinos zu seinen Festivalspielstätten zählen zu können, die für eine analoge Projektion – auch von wertvollen Archivkopien – ausgestattet sind: die Caligari FilmBühne und das Murnau-Filmtheater.

goEast ist auch in seiner 17. Festivalausgabe sehr daran gelegen, seinem Publikum Filmgeschichte in ihrer analogen Aufführungspraxis zu präsentieren – als 35mm-Projektion im Kino.

 

„Von der 12. auf die 13. Festivalausgabe, also vom Jahr 2012 auf das Jahr 2013, haben wir die vollständige Umstellung der aktuellen Filmproduktion und deren Vorführpraxis vom Analogen ins Digitale mitgemacht. Bei der Recherche nach Kopien für unsere Programme mit Filmen, die vor dieser Zeit entstanden sind, suchen wir gezielt nach guten und vorführbaren analogen Filmkopien und ziehen diese Kopien in der Regel den digitalisierten Fassungen vor. Nicht immer sind Archive inzwischen bereit, uns dieses Material für unsere Vorführzwecke zu leihen. Wir sind aber „hartnäckig“, so Festivalleiterin Gaby Babić: „Es kommt mitunter sogar vor, dass wir besondere Gebühren für das Entleihen einer analogen Kopie zahlen, die wir für die digitale Kopie nicht zahlen müssten. Uns wird immer stärker bewusst, dass wir als Festival aktiv dazu beitragen und auch einfordern müssen, die kulturelle Praxis des analogen Films zu retten. Wir sind auch ein Ort dieser analogen Seh- und Wahrnehmungsschule.“

ÖRÖKBEFOGADAŚ/AOPTION  (Ungarn 1975, Márta Mészáros)
ÖRÖKBEFOGADAŚ/AOPTION (Ungarn 1975, Márta Mészáros)

Beachtenswert ist, dass die Mehrzahl der diesjährigen Symposiums-Filme und der Großteil des Werks von Mészáros – trotz der internationalen Bedeutung dieser Regisseurinnnen – noch nicht digitalisiert sind. Dies wären neben der Sicherung des analogen Ausgangs-Materials ebenso nötige Schritte.

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Robert Bosch Stiftung, ŠKODA AUTO Deutschland, die BHF-BANK-Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, das Auswärtige Amt, der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, die Stadt Eschborn, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Krušovice. Medienpartner sind u.a. 3sat, die FAZ und hr-iNFO.

ALL GOVERNMENTS LIE – Dokumentarfilm für Menschenrechte im Filmmuseum am 18. April 2017

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

HUMAN RIGHTS WATCH ALL GOVERNMENTS LIE (USA 2016, R: Fred Peabody)

Weltweit setzen sich Filmschaffende für Menschenrechte ein. Zusammen mit HUMAN RIGHTS WATCH gibt das Deutsche Filmmuseum ihnen ein Forum.

Dienstag, 18. April, 20:15 Uhr
ALL GOVERNMENTS LIE
USA 2016. R: Fred Peabody. Dokumentarfilm. 90 Min. DCP. OF

Der Film thematisiert die Arbeit unabhängiger investigativer Journalist/innen, die gegenwärtig die Medienlandschaft verändern. Sie berufen sich auf den US-amerikanischen Ausnahme-Journalisten I.F. Stone, der den Spruch „Jede Regierung lügt geprägt hat. Stone entlarvte eine 70-jährige Periode von Täuschungen, indem er Regierungsdokumente und Mitschriften studierte und an die Öffentlichkeit brachte. Während Medienkonglomerate sich zunehmend am Unterhaltungswert von Nachrichten orientieren, folgt die Kamera Journalist/innen wie Laura Poitras, Amy Goodman, Jeremy Scahill oder Michael Moore auf der Suche nach der Wahrheit.

Kino des Deutschen Filmmuseums PROGRAMM-HIGHLIGHTS IM MAI

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Filmkollektiv Frankfurt präsentiert: Peter Zadek in Film und Fernsehen Retrospektive von Freitag, 5., bis Sonntag, 7. Mai

Nacht der Museen im Deutschen Filmmuseum
„Rote Nacht mit Kurzfilmprogramm im Kino
am Samstag, 6. Mai

Live-Vertonung am Mixtur-Trautonium
SALOMÉ (Stummfilm, US 1922)
am Sonntag, 7. Mai, 17:30 Uhr

Kino und Couch 2017: Die Wiederkehr des Verdrängten
MYSTIC RIVER (US 2003)
am Dienstag, 9. Mai, 20:30 Uhr

Veronica Ferres zu Gast
SALT AND FIRE (DE/FR 2016)
am Donnerstag, 11. Mai

Was tut sich – im deutschen Film? mit Kameramann Frank Griebe
DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT (DE 2017)
am Sonntag, 21. Mai, 20:15 Uhr

We are Family
Internationaler Tag gegen Homophobie und Transfeindlichkeit
Montag, 22. Mai, 18:00 Uhr

Oberhausen on Tour
Kurzfilmprogramme am Dienstag, 30. Mai

17. goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films
Nachspiel im Kino des Deutschen Filmmuseums
Montag, 1., bis Mittwoch, 3. Mai

Rot im Film
Filmreihe von Freitag, 5., bis Mittwoch, 31. Mai

Lecture und Film: Schnell wie der Witz Die Filme von Ernst Lubitsch
Filmreihe von Donnerstag, 4., bis Mittwoch, 31. Mai

MARTIN LUTHER: Filmreihe zum Reformationsjahr
von Dienstag, 9., bis Dienstag, 23. Mai

NIPPON CONNECTION: Retrospektive
Filmreihe von Donnerstag, 25., bis Sonntag, 28. Mai

Ort und weitere Infos:

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Filmfestival:
goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films
26. April bis 2. Mai 2017 in Wiesbaden, www.filmfestival-goeast.de

Sonderausstellung:
ROT. Eine Filminstallation im Raum
8. März bis 13. August 2017

Der Film-Blog des Deutschen Filmmuseums auf fnp.de:
http://www.fnp.de/freizeit/kinoprogramm/film-blog/

Die Farbe Rot in Alfred Hitchcocks Filmen Filmreihe von Mittwoch, 5., bis Samstag, 15. April

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Im Januar widmete das Kino des Deutschen Filmmuseums Alfred Hitchcock eine umfangreiche Werkschau, die vom frühen Stummfilm BLACKMAIL (GB 1929) bis zu seinen späten Klassikern THE BIRDS (US 1963) und FRENZY (GB 1972) reichte. In der Begleitreihe zu ROT. Eine Filminstallation im Raum folgen nun zwei seiner Meisterwerke, bei denen der Einsatz der Signalfarbe von herausragender Bedeutung ist.

Mittwoch, 5. April, 18 Uhr
Samstag, 8. April, 18 Uhr
VERTIGO Aus dem Reich der Toten
USA 1958. R: Alfred Hitchcock
D: James Stewart, Kim Novak, T. Helmore. 128 Min. 35 mm. OmU

Der Ex-Polizist Scottie soll die Gattin eines Schulfreundes überwachen. Dabei verliebt er sich in die labile Schönheit, kann aber nicht verhindern, dass die Lebensmüde sich von einem Turm in den Tod stürzt. Da Scottie an Höhenangst leidet, vermag er sie nicht zu retten und versinkt in tiefe Schwermut – bis er herausfindet, dass er zum Spielball in einer Intrige wurde. Mit diesem artifiziellen Psychothriller taucht Hitchcock tief ins Unbewusste seines traumatisierten Helden ein. Schwindelerregende Bildeffekte, psychedelische Sequenzen und der suggestive Einsatz der Farbe Rot spielen dabei eine Schlüsselrolle

Mittwoch, 12. April, 18 Uhr
Samstag, 15. April, 18 Uhr
Marnie
USA 1964. R: Alfred Hitchcock
D: Tippie Hedren, Sean Connery, Diane Baker. 130 Min. DCP. OF

Als Marnie Edgar sich um eine Vertrauensposition in einem Verlagshaus bewirbt, wird der Chef des Unternehmens, Mark Rutland, hellhörig. Er ahnt bereits, dass es sich bei ihr um die Diebin handelt, die einen Geschäftsfreund um 10.000 Dollar erleichterte. Nachdem er sie bei einer weiteren Verfehlung ertappt, erpresst er sie zur Eheschließung. Es reizt ihn, sie zu beobachten und herauszufinden, was sie zur notorischen Diebin machte. Dabei findet er heraus, dass Marnie unter einem Kindheitstrauma leidet – das sich in panischer Angst vor der Farbe Rot manifestiert. Hitchcocks raffinierter Einsatz der Signalfarbe steigert die Spannung bis zur letzten Minute.

WERKSCHAU RUTH BECKERMANN Filmreihe in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt Donnerstag, 4. April, bis Donnerstag, 27. April

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

WERKSCHAU RUTH BECKERMANN
Filmreihe in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt
Donnerstag, 4. April, bis Donnerstag, 27. April
Ruth Beckermann zu Gast: Donnerstag, 6. April, 20:15 Uhr (mit Ina Hartwig) und Freitag, 7. April, 20:15 Uhr

Ruth Beckermann, geboren 1952 in Wien, arbeitet seit 40 Jahren als Dokumentarfilmerin. Ihr Name steht über die Grenzen Österreichs hinaus für ein politisches, ungemein sensibles Kino. Sie war zunächst als Journalistin tätig und ist Mitbegründerin des Filmverleihs Filmladen in Wien. Ihre Filmarbeit beginnt 1976 als Teil eines unabhängigen Filmkollektives, das politische Filmarbeit machen wollte. Mit WIEN RETOUR (AU 1983) beginnt eine neue Phase der Beschäftigung mit Film.

Gemeinsam ist all ihren Filmen eine Auseinandersetzung mit der Geschichte entlang der genauen Beobachtung gegenwärtiger Konstellationen. Etwa bei ihrer Beschäftigung mit Österreich, dem Judentum und Fragen nach der persönlichen und kollektiven Identität beziehungsweise deren Brüchen.

Als scharfe Beobachterin befasst sich die Filmemacherin in ihren neueren Werken mit dem Zustand der Welt: Sie reist durch Europa und rund um das Mittelmeer, lässt sich scheinbar vom Zufall leiten und weckt so Lust auf unbekannte Orte und noch viel ungewöhnlichere Begegnungen. 2016 widmete sie sich mit DIE GETRÄUMTEN (AU 2016) der besonderen Begegnung zwischen Paul Celan und Ingeborg Bachmann.

Dienstag, 4. April, 20:30 Uhr
WIEN RETOUR. FRANZ WEST. DIE JAHRE 1924 1934
Österreich 1983. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 95 Min. 16mm
WIEN RETOUR ist der erste Teil einer Trilogie (mit DIE PAPIERENE BRÜCKE und NACH JERUSALEM) von Filmen über jüdisches Leben. Franz West, ehemals Weintraub (1909-85), erinnert sich an seine Jugend in Wien von 1924 bis 1934, an die vielfältige jüdische Bevölkerung, an sein Engagement in der Arbeiterbewegung des Roten Wien und an das Aufkommen von Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Verwoben mit fotografischen und filmischen Dokumenten aus der Zeit vermittelt sich ein Schicksal, das auf seine Weise einzigartig und individuell ist und insbesondere auch von der eindrücklichen Erzählung seines Protagonisten lebt.

Donnerstag, 6. April, 20:15 Uhr
DIE GETRÄUMTEN
Österreich 2016. R: Ruth Beckermann
D: Anja Plaschg, Laurence Rupp. 89 Min. DCP

Der langjährige Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan steht im Zentrum dieses „Liebesfilms: Ein junges Schauspielpaar, Anja Plaschg und Laurence Rupp, trifft sich in Wien in einem Tonstudio, um aus den Briefen zu lesen. Die Texte zeugen von dramatisch schwankenden Gefühlen, von Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremd-heit und spiegeln sich in den Gesichtern der lesenden Schauspieler wider.
Zu Gast: Ruth Beckermann und Ina Hartwig

Freitag, 7. April, 20:15 Uhr
DIE PAPIERENE BRÜCKE
Österreich 1987. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 95 Min. DCP. Dt/heb./jidd. OmU
Ruth Beckermanns Reise durch ihre Familiengeschichte erzählt zugleich von den mitteleuropäischen Juden und der Geschichte einer Region. Die Reise führt sie von Wien, wo ihre Großmutter den Krieg überlebte und wohin ihre Mutter aus Israel zurückkehrte, in die Landschaft Osteuropas, die von der Vernichtung der Juden zeugt. Bert Rebhandl schrieb 2007: „Ruth Beckermann sucht für sich und andere Kinder der Überlebenden, für die zweite Generation der österreichischen Juden nach der Shoah, eine Antwort auf die Frage: Wer sind wir?… Die papierene Brücke des Films führt die Filmemacherin zu sich selbst zurück: in einer Fotografie aus Kindertagen.
Zu Gast: Ruth Beckermann

Sonntag, 9. April, 18 Uhr
NACH JERUSALEM
Österreich 1991. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 85 Min. 16mm. OmeU
„Auf der Straße von Tel Aviv nach Jerusalem. Ein dokumentarisches Road-Movie: Lastwagen, Tankstellen, Bauarbeiter, Soldaten, russische Einwanderer, Taxichauffeure, Sicherheitswachen … Auf nur 60 Kilometern Begegnungen mit verschiedenen Landschaften und persönlichen Geschichten, so hat Ruth Beckermann selbst ihren Film beschrieben. Während der Reise auf dieser historisch und mythisch beladenen Strecke stellt sich die Filmemacherin die Frage, was aus dem Traum von der jüdischen Heimat geworden ist.

Dienstag, 11. April, 20:30 Uhr
JENSEITS DES KRIEGES
Österreich 1996. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 117 Min. DCP
Weißgekachelte Räume, Neonlicht, an den Wänden Schwarzweiß-Fotografien der Wehrmachtsausstellung „Vernichtungskrieg während ihrer Station in Wien. Beckermann nutzt die Gelegenheit, ehemalige Soldaten an einem öffentlichen Ort mit den Verbrechen, die die deutsche Armee im Süden und Osten Europas begangen hat, zu konfrontieren. Dabei schließt sie jegliches Vorgespräch aus und zeigt auch konsequent nicht die Bilder der Ausstellung. Es geht ihr um die Gegenwart, um die Erinnerung und den Umgang mit ihr.

Donnerstag, 13. April, 18 Uhr
Freitag, 14. April, 20:30 Uhr
EIN FLÜCHTIGER ZUG NACH DEM ORIENT
Österreich 1999. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 82 Min. 35mm
Ruth Beckermann macht sich auf die Suche nach Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837 bis 1898), die ihren Platz im Korsett der Gesellschaft nicht einnehmen wollte und so einen Mythos entstehen ließ, der sie als schwankend zwischen mädchenhafter Cinderella und depressiver Marionette der Monarchie zeichnet. Auszüge aus Briefen der Kaiserin, ihres Gatten und ihres Vorlesers treffen auf scheinbar beiläufig eingefangene, tatsächlich aber konzentriert komponierte Bilder Kairos, wo die Kaiserin selbst zwei Mal weilte. Beckermann verwirklichte eine filmische Reflexion über die Fremde, über die Macht und die Grenzen der Bilder, über Mythos und Wirklichkeit.

Sonntag,16. April, 18 Uhr
Donnerstag, 20. April, 18 Uhr
HOMEMAD(E)
Österreich 2001. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 85 Min. DCP
Die Marc-Aurel-Straße im 1. Wiener Bezirk. Ruth Beckermann reist vor die eigene Haustür und erkundet ihre Umgebung mit der Kamera. Da sind der letzte jüdische Händler im ehemaligen Textilviertel, ein iranischer Hotelier und das Café Salzgries. Über die Erzählungen der Menschen, die hier leben und arbeiten, bildet sich sowohl der Alltag als auch die Vergangenheit ab, die sich mit Beckermanns Erinnerungen verknüpfen und die Schicksale jüdischer Verfolgter wiedergeben. Zugleich ist der Film ein Dokument der politischen Wende, die mit der Regierungsbeteiligung der extrem rechten FPÖ eintrat.

Montag, 17. April, 18 Uhr
AMERICAN PASSAGES
Österreich 2011. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 120 Min. 35mm. OmU
Die Frage nach dem Zustand Amerikas treibt Ruth Beckermann von New York aus quer über den Kontinent, durch elf Bundesstaaten in Wohnblöcke, wo die Menschen viele Kinder und wenig Geld haben, auf Partys, in Gefängnisse und zu Memorials, in Privathäuser, die von der Pfändung bedroht sind, in Gerichtssäle, Universitäten, in ein Casino. Und an die vielen Nicht- Orte dazwischen: Diner, Tankstellen, Highways. Sie führt Gespräche über den Irakkrieg, über Alltag, Träume, Utopien. Herausgekommen ist ein Passagenwerk, eine Projektionsfläche, die von den Kinobesucher/innen mit eigenen Amerikabildern bespielt und ergänzt wird.

Mittwoch, 19. April, 20:30 Uhr
Sonntag, 23. April, 18 Uhr
ZORROS BAR MIZWA
Österreich 2006. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 90 Min. DCP. Dt./engl./heb. OmU

Der Film begleitet vier zwölfjährige Jugendliche in Wien, Tom, Sharon, Moishy und Sophie, die sich auf ihre Bar Mizwa vorbereiten. Ein religiöses Zeremoniell, das einen Schnitt und einen Übergang im Leben markiert und Gelegenheit für ein großes Fest mit Familie und Freunden bietet. Zugleich ist ZORROS BAR MIZWA ein Film über das Wiener Judentum in seiner gesamten ethnischen und religiösen Vielfalt: Moishy kommt aus einer orthodoxen Familie, Sharon hat georgische Eltern mit sephardischen Wurzeln, Sophies Familie ist völlig assimiliert, und Tom hat einen jüdischen und einen nicht-jüdischen Elternteil.
Mit Einführung von Kathrin Schön (Jüdisches Museum) am Sonntag, 23 April

Freitag, 21. April, 20:30 Uhr
Donnerstag, 27. April, 18 Uhr
THOSE WHO GO THOSE WHO STAY
Österreich 2013. R: Ruth Beckermann
Dokumentarfilm. 75 Min. DCP
Der Film erzählt vom Unterwegssein in der Welt und im eigenen Lebenslauf. Beckermann greift eine Reihe von Motiven ihrer bisherigen Arbeiten auf, fügt neue hinzu, verwebt ihr privates und politisches Interesse mit einer allgemeineren Bewegung: der der Migration, der Veränderung, der Fremde. Das führt sie kreuz und quer durch Europa und rund ums Mittelmeer: nigerianische Asylwerber/innen in Sizilien, gealterte Emigrant/innen in Paris, die jungen verschleierten Frauen von Alexandria, der arabische Musiker im Gelobten Land. Fäden, Tücher und Textilien tauchen immer wieder auf wie Lesezeichen in einem Gewebe aus Reise- und Fluchtbewegungen.

Vernetzen, schulen und zum filmischen Engagement anstiften: Junge Talente im Fokus von goEast

Mit drei Projekten fördert goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (26. April bis 2. Mai 2017) den Film-Nachwuchs und schärft gleichzeitig das Bewusstsein für menschenrechtlich relevante Themen: OPPOSE OTHERING!, East-West Talent Lab und Young Filmmakers for Peace.

Neue projektbegleitende Festivalsektion: OPPOSE OTHERING!

Seit Jahren setzt goEast Zeichen: gegen Rassismus, Homophobie und Fremdenhass, für Menschlichkeit und Annäherung. Nun mündet dieses Engagement in eine Festivalsektion, die dem Festivalpublikum erste Ergebnisse des im letzten Jahr gestarteten Projekts OPPOSE OTHERING! präsentiert. OPPOSE OTHERING! widmet sich den Ausprägungen von Othering – also gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung von Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser, kultureller und ethnischer Herkunft oder sexueller Identität.

LOOKING AT OTHERS (Rumänien, Deutschland 2017, Anda Puşcaş, Dennis Stormer)
LOOKING AT OTHERS
(Rumänien, Deutschland 2017, Anda Puşcaş, Dennis Stormer)

Fünf junge Regietandems aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa arbeiteten, gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, ein Jahr lang an Filmideen und -projekten zum Thema Othering, für die sie im Vorjahr bei goEast Produktionsgeld bekamen. Jetzt sind ihre Filme fertig und feiern am 28. April und am 1. Mai in Anwesenheit der FilmemacherInnen bei goEast ihre Weltpremiere.

BELONGING (Bosnien und Herzegowina, Deutschland 2017, Judith Beuth, Jasmin Brustus)
BELONGING
(Bosnien und Herzegowina, Deutschland 2017, Judith Beuth, Jasmin Brustus)

Gleichzeitig nehmen bei goEast 2017 zehn neu nominierte Regietandems an einem Workshopprogramm teil, fünf Teams werden mit Produktionsgeld in Höhe von je 4.000 Euro ausgezeichnet und realisieren in den Folgemonaten ihre Filmideen. Teil der Jury, die über die Vergabe des Produktionspreisgelds entscheidet, ist Askold Kurov, Regisseur von DER PROZESS: DER STAAT RUSSLAND GEGEN OLEG SENTSOV (PROTSESS: VENEMAA RIIK OLEG SENTSOVIVASTU). In seinen Filmen thematisiert Kurov Menschenrechtsprobleme und soziale Missstände im heutigen Russland.

East-West Talent Lab

goEast unterstützt und vernetzt junge Filmschaffende und KünstlerInnen aus Mittel- und Osteuropa, der Rhein-Main-Region und ganz Deutschland. Für die dreißig LabteilnehmerInnen aus Deutschland, Georgien, Kroatien, Mazedonien, Polen, Russland, Serbien, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland wurde ein Fortbildungsangebot konzipiert mit Podiumsdiskussionen zur Ausstrahlung und Filmförderung im TV, Case Studies zur Finanzierung von Koproduktionen, Pitching-Workshops und Masterclasses, unter anderem von Regisseurin Agnieszka Holland und Produzent Johannes Rexin (FÄHRTE / POKOT).

THE BALCONY (Deutschland 2016, Luzie Meyer)
THE BALCONY
(Deutschland 2016, Luzie Meyer)

Am 1. Mai präsentieren die LabteilnehmerInnen vor Publikum und einer Fachjury ihre 14 Projektideen in den Sparten Kurzspiel-, Dokumentar-, Experimentalfilm und Videokunst. Der beste Pitch gewinnt den vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ausgelobten und mit 3.500 Euro dotierten goEast Development Award.
Darüber hinaus wird es im Lab erstmalig einen begleitenden Kritikerblog geben, der vom LICHTER Filmfest Frankfurt International im Rahmen eines Workshops der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) ins Leben gerufen wurde.

EXILE EXOTIC (UK, Russland 2015, Sasha Litvintseva)
EXILE EXOTIC
(UK, Russland 2015, Sasha Litvintseva)

Wichtiger Bestandteil des Labs ist der von der BHF-BANK-Stiftung geförderte und mit 5.000 Euro dotierte Open Frame Award – Wettbewerb für Experimentalfilm und Videokunst. In der Jury: Tasja Langenbach (Künstlerische Leiterin der Videonale Bonn), Alex Gerbaulet (Künstlerin und Filmemacherin, Berlin) und Michel Klöfkorn (Künstler und Filmemacher, Frankfurt am Main). Die zehn Wettbewerbsbeiträge, präsentiert von jungen KünstlerInnen und FilmemacherInnen aus Mittel- und Osteuropa und Studierenden hessischer Film- und Kunsthochschulen, werden teils als Experimentalfilmprogramm in der Caligari Filmbühne (Donnerstag, 27. April, um 18 Uhr) und teils als Videoinstallation im Museum Wiesbaden (Vernissage: Donnerstag, 27. April, um 20 Uhr, Ausstellungslaufzeit bis Sonntag, 7. Mai) gezeigt.

Young Filmmakers for Peace

Zum dritten Mal findet bei goEast Young Filmmakers for Peace statt, realisiert mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Ziel des Projekts ist es, NachwuchsfilmemacherInnen aus kriegerischen Konflikt- und Post-Konfliktregionen Osteuropas sowie aus anderen Konfliktregionen weltweit und aus Deutschland zusammenzubringen.
Die zwölf TeilnehmerInnen aus der Türkei, Serbien, Ägypten, Palästina, Russland, Georgien, Tschechien, Ukraine, Bosnien und Herzegowina und Deutschland erhalten dadurch die Möglichkeit, aus einem konfliktbelasteten Umfeld herauszutreten und Vorlesungen, Workshops und Podien zu besuchen, die das Filmemachen in Konfliktzeiten und als Mittel der Friedensbildung und Demokratisierung ins Zentrum stellen. Young Filmmakers for Peace hat das Filmemachen unter Bedingungen von gewalttätigen Auseinandersetzungen ebenso zum Thema wie das Filmemachen über solche Konflikte.

Das komplette Programm zur 17. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird Anfang April bekannt gegeben: www.filmfestival-goeast.de

Kino des Deutschen Filmmuseums Programm-Highlights im April 2017

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Begleitprogramm: ROT. Eine Filminstallation im Raum
DIE FARBE ROT im Kino von PEDRO ALMODÓVAR und ALFRED HITCHCOCK
Filmreihe von Sonntag, 2., bis Donnerstag, 27. April

Werkschau Ruth Beckermann
Filmreihe von Dienstag, 4., bis Freitag, 21. April

Füsslis Nachtmahr Traum und Wahnsinn
Filmreihe von Freitag, 7., bis Samstag, 29. April

Frankfurt liest ein Buch 2017
Mittwoch, 26. April, 20:15 Uhr

goEast 2017
von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. April

10. LICHTER Filmfest Frankfurt International
noch bis Sonntag, 2. April

Widerstand im europäischen Film
Filmreihe von Dienstag, 4., bis Dienstag, 25. April

Begleitprogramm: ROT. Eine Filminstallation im Raum
DIE FARBE ROT im Kino von PEDRO ALMODÓVAR und ALFRED HITCHCOCK
Filmreihe von Sonntag, 2., bis Donnerstag, 27. April

Spätestens nach den beiden Oscars® für TODO SOBRE MI MADRE und HABLE CON ELLA zählt Pedro Almodóvar zu den bedeutendsten Autorenfilmern Europas. Seine Filme sind künstlerisch und kommerziell erfolgreich. Und sie haben einen unverwechselbaren Stil. Eine Schlüsselrolle spielt die Bildgestaltung. Möbel, Tapeten, Skulpturen, Gemälde, Vorhänge und ausgefallene Kostüme entworfen von Modeschöpfern wie Jean-Paul Gaultier laden den Blick der Kinobesucher/innen zum Flanieren ein. Die Bilder sind, in visueller Entsprechung zu seinen schrillen Charakteren, häufig grell und bunt. Der typische Almodóvar-Look kontrastiert Eigelb mit Himmelblau und Giftgrün mit Blutrot.
Seine Lieblingsfarbe ist, ganz klar, Rot. Kein anderer Regisseur setzt die Signalfarbe so ausgiebig ein. Häufig kontrastiert er sie mit Schwarz, etwa in LA FLOR DE MI SECRETO, wo eine Flamenco-Tänzerin mit ihrem Sohn auf der Bühne einen leidenschaftlichen Verführungstanz aufführt. Oft kombiniert Almodóvar blau und rot miteinander, was etwa in TODO SOBRE MI MADRE eine ganz eigene Wirkung entfaltet. In einer ikonischen Szene ist vom Mantel der Hauptfigur Manuela bis hin zur stilisierten Werbetafel für ENDSTATION SEHNSUCHT alles in Rottönen gestaltet. In MUJERES AL BORDE DE UN ATAQUE DE NERVIOS unterstreicht jedes rote Detail das angespannte Seelenleben der Protagonistin Pepa.
Zu einem radikalen Mittel greift Almodóvar in seinem Frühwerk MATADOR: Passend zum Stierkampf der Liebe, von dem der Film erzählt, verwendet Almodóvar hier einmal eine Rotblende: das komplette Bild scheint mit Blut getränkt.

Sonntag, 2. April, 20:30 Uhr
Freitag, 7. April, 18 Uhr
MATADOR
Spanien 1986. R: Pedro Almodóvar
D: Assumpta Serna, Antonio Banderas. 110 Min. 35mm. OmU

Mittwoch, 5. April, 20:30 Uhr
Samstag, 8. April, 20:30 Uhr
MUJERES AL BORDE DE UN ATAQUE DE NERVIOS Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs
Spanien 1988. R: Pedro Almodóvar
D: Carmen Maura, Antonio Banderas, Julieta Serrano. 89 Min. 35mm. OmeU

Sonntag, 9. April, 20:30 Uhr
Mittwoch, 12. April, 20:30 Uhr
¡ÁTAME! Fessle mich!
Spanien 1989. R: Pedro Almodóvar
D: Victoria Abril, Antonio Banderas, Loles León. 101 Min. 35mm. OmU

Donnerstag, 13. April, 20:30 Uhr
Sonntag, 16. April, 20:30 Uhr
TACONES LEJANOS High Heels – Die Waffen einer Frau
Spanien/Frankreich 1991. R: Pedro Almodóvar
D: Victoria Abril, Marisa Paredes, Miguel Bosé. 112 Min. 35mm. OmU

Freitag, 14. April, 18 Uhr
Samstag, 15. April, 20:30 Uhr
LA FLOR DE MI SECRETO Mein blühendes Geheimnis
Spanien/Frankreich 1995. R: Pedro Almodóvar
D: Marisa Peredes, Juan Echanove, Rossy de Palma. 103 Min. 35mm. OmU

Samstag, 22. April, 20:30 Uhr
LA MALA EDUCACIÓN Schlechte Erziehung
Spanien 2004. R: Pedro Almodóvar
D: Gael García Bernal, Fele Martínez. 106 Min. 35mm. OmU

Montag, 17. April, 20:30 Uhr
Freitag, 21. April, 18 Uhr
TODO SOBRE MI MADRE Alles über meine Mutter
Spanien/Frankreich 1999. R: Pedro Alodóvar
D: Cecilia Roth, Marisa Paredes, Penélope Cruz. 101 Min. 35mm. OmU

Sonntag, 23. April, 20:30 Uhr
Donnerstag, 27. April, 20:30 Uhr
VOLVER Volver Zurückkehren
Spanien 2006. R: Pedro Almodóvar
D: Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas. 121 Min. 35mm. OmU

Im Januar widmete das Kino des Deutschen Filmmuseums Alfred Hitchcock eine umfangreiche Werkschau, die vom frühen Stummfilm BLACKMAIL bis zu seinen späten Klassikern THE BIRDS (US 1963) und FRENZY (UK 1972) reichte. In der Begleitreihe zu ROT. Eine Installation im Raum folgen nun zwei seiner Meisterwerke, bei denen der Einsatz der Signalfarbe von herausragender Bedeutung ist. Zu sehen als originale Technicolor-Kopien eine rare Gelegenheit, beide Filme in unvergleichlicher Farbenpracht zu erleben!

Mittwoch, 5. April, 18 Uhr
Samstag, 8. April, 18 Uhr
VERTIGO Aus dem Reich der Toten
USA 1958. R: Alfred Hitchcock
D: James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Tom Helmore. 128 Min. 35mm. OF

Mittwoch, 12. April, 18 Uhr
Samstag, 15. April, 18 Uhr
MARNIE
USA 1964
R: Alfred Hitchcock
D: Tippi Hedren, Sean Connery, Diane Baker, Martin Gabel. 130 Min. 35mm. OF

Werkschau Ruth Beckermann
Filmreihe von Dienstag, 4., bis Freitag, 21. April

Das Kino des Deutschen Filmmuseums präsentiert in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und dem Filmhaus in Nürnberg eine Werkschau mit Filmen von Ruth Beckermann. Gezeigt werden unter anderem DIE GETRÄUMTEN (AU 2016), WIEN RETOUR (AU 1983), NACH JERUSALEM (AU 1987), ZORROS BAR MIZWA (AU 2006) und DIE PAPIERENE BRÜCKE (AU 1987), mit dem die Dokumentarfilmerin und Autorin ihren ersten Kinoerfolg feierte. Gemeinsam ist all ihren Filmen eine Auseinandersetzung mit der Geschichte etwa bei ihrer Beschäftigung mit Österreich, dem Judentum und Fragen nach der persönlichen und kollektiven Identität beziehungsweise deren Brüchen. Als scharfe Beobachterin befasst sich die 1952 in Wien geborene Filmemacherin in ihren neueren Werken mit dem Zustand der Welt. Sie reist durch Europa und rund um das Mittelmeer, lässt sich scheinbar vom Zufall leiten und weckt so Lust auf unbekannte Orte und ungewöhnliche Begegnungen. 2016 widmete sie sich mit DIE GETRÄUMTEN der besonderen Begegnung zwischen Paul Celan und Ingeborg Bachmann.

Dienstag, 4. April, 20:30 Uhr
WIEN RETOUR. Frank West. Die Jahre 1924 1934
Österreich 1983. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 95 Min. 16mm

Donnerstag, 6. April, 20:15 Uhr
DIE GETRÄUMTEN
Österreich 2016. R: Ruth Beckermann. D: Anja Plaschg, Laurence Rupp
89 Min. DCP
Zu Gast: Ruth Beckermann und Ina Hartwig

Freitag, 7. April, 20:15 Uhr
DIE PAPIERENE BRÜCKE
Österreich 1987. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 95 Min. DCP
Zu Gast: Ruth Beckermann

Sonntag, 9. April, 18 Uhr
NACH JERUSALEM
Österreich 1991. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm 85 Min. 16mm. OmeU

Dienstag, 11. April, 20:30 Uhr
JENSEITS DES KRIEGES
Österreich 1996. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 117 Min. DCP

Donnerstag, 13. April, 18 Uhr
Freitag, 14. April, 20:30 Uhr
EIN FLÜCHTIGER ZUG NACH DEM ORIENT
Österreich 1999. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 82 Min. 35mm

Sonntag 16. April, 18 Uhr
Donnerstag 20. April, 18 Uhr
HOMEMAD(E)
Österreich 2001. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 85 Min. 35mm

Montag 17. April, 18 Uhr
AMERICAN PASSAGES
Österreich 2011. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 120 Min. 35mm. OmU

Mittwoch, 19. April, 20.30 Uhr
Sonntag, 23. April, 18 Uhr
ZORROS BAR MIZWA
Österreich 2006. R: Ruth Beckermann. Dokumentarfilm. 90 Min. DCP

Freitag 21. April, 20:30 Uhr
Donnerstag 27. April, 18 Uhr
THOSE WHO GO THOSE WHO STAY
Österreich 2013
R: Ruth Beckermann

Füsslis Nachtmahr Traum und Wahnsinn
Filmreihe von Freitag, 7., bis Samstag, 29. April

Zu den bekanntesten Ausstellungsstücken des Frankfurter Goethe-Museums gehört das Ölgemälde „Der Nachtmahr von Johann Heinrich Füssli aus den Jahren 1790/91 eine Ikone der „schwarzen Romantik in der bildenden Kunst und eine zeitlose Projektionsfläche für Alptraum, Vision, Erotik, Schauer und Wahn. Vom 20. März bis zum 18. Juni zeigt das Goethe-Museum eine Ausstellung, die in mehr als 150 Exponaten erstmals die Entstehungsgeschichte dieses Bildes beleuchtet, dessen Einfluss und bis heute anhaltende Rezeption in unterschiedlichen Medien verfolgt. Zu diesen Medien gehört nicht zuletzt das Kino, was sich in der Ausstellung auch mit einigen Filmausschnitten niederschlägt. Drei dieser Filme zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums in diesem Monat.

Freitag, 7. April,. 22:30 Uhr
Samstag, 15. April, 22:30 Uhr
FRANKENSTEIN
USA 1931. R: James Whale
D: Colin Clive, Mae Clarke, John Boles, Boris Karloff. 70 Min. DCP. OF

Samstag, 8. April, 22:30 Uhr
Freitag, 21. April, 22:30 Uhr
GOTHIC
Großbritannien 1986. R: Ken Russell
D: Gabriel Byrne, Julian Sands, Natasha Richardson. 90 Min. 35mm. OmU

Samstag, 22. April, 22:30 Uhr
Samstag, 29. April, 22:30 Uhr
DER NACHTMAHR
Deutschland 2015. R: AKIZ
D: Carolyn Genzkow, Sina Tkotsch, Wilson Gonzalez Ochsenknecht. 92 Min. DCP

Frankfurt liest ein Buch 2017 Herbert Heckmann: Benjamin und seine Väter
Mittwoch, 26. April, 20:15 Uhr

Die Programmreihe „Frankfurt liest ein Buch geht vom 24. April bis 7. Mai 2017 in die achte Runde. Im Mittelpunkt steht diesmal der 1962 erschienene Roman „Benjamin und seine Väter von Herbert Heckmann. Das Buch schildert das Leben im Frankfurt der 1920er und 1930er Jahre aus der Sicht eines nach Orientierung suchenden Kindes und beschäftigt sich insbesondere mit den tiefgreifenden Veränderungen des alltäglichen Miteinanders durch den aufziehenden Nationalsozialismus. „Der reizvoll pittoresk stilisierte Roman bricht ab, als Benjamins vaterlose Welt einen Führer bekommt, schrieb seinerzeit Der Spiegel. Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt begleitend einen den Roman inhaltlich sehr gut ergänzenden Dokumentarfilm, in dem der 1930 in Frankfurt geborene Herbert Heckmann sich mit seiner eigenen Kindheit in der NS-Zeit auseinander setzt.

Mittwoch, 26. April, 20:15 Uhr
Der Lärm der Zeit Eine Kindheit am Gleis
BRD 1981. R: Herbert Heckmann. Dokumentarfilm. 43 Min. DigiBeta
Zu Gast: Wilfried F. Schoeller (Literaturkritiker)

goEast 2017
Von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. April

Genregrenzen werden eingerissen und unbequeme Fragen gestellt. Mancher Film lässt uns sprachlos zurück, kleine Utopien und vorsichtige Glücksentwürfe scheinen durch: All das ist Programm bei goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films, vom 26. April bis 2. Mai in Wiesbaden. Das Festival, veranstaltet vom Deutschen Filminstitut, zeigt zum 17. Mal außergewöhnliche und berührende Filme aus Mittel- und Osteuropa. Herzstück ist der Spiel- und Dokumentarfilmwettbewerb. Die zehn Spielfilmbeiträge und ein Werk aus der neuen Festivalsektion goEast Gurus werden vom Freitag, 28. April, bis Mittwoch, 3. Mai, auch im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt zu sehen sein.

Im Aprilprogramm findet sich unter anderem ein Film vor dem Hintergrund der großartigen Berglandschaft Kirgisistans, ein existenzialistisches Drama an der polnischen Ostsee und ein Film über Frauen im Kampf um Anerkennung. Die Filme offenbaren eine unmittelbare Aktualität, über die sich nach der Vorstellung noch trefflich diskutieren oder auch ganz still reflektieren lässt. Im Folgenden die sechs Beiträge des Spielfilmwettbewerbs, die im April im Deutschen Filmmuseum laufen.

Freitag, 28. April, 18 Uhr
CHEMI BEDNIERI OJAKHI Meine glückliche Familie
Deutschland, Frankreich, Georgien, 2017. R: Nana & Simon
D: Ia Shugliashvili, Merab Ninidze, Berta Khapava, Tsisia Kumsishvili, Giorgi Khurtsilava. 120 Min. DCP. OmeU

Freitag, 28. April, 20:30 Uhr
FIXEUR Der Fixer
Rumänien, Frankreich 2016. R: Adrian Sitaru
D: Tudor Aaron Istodor, Mehdi Nebbou, Nicolas Wanczycki, Diana Spatarescu, Andreea Vasile. 98 Min. DCP. OmeU

Samstag, 29. April, 18 Uhr
SLONCE, TO SLONCE MNIE OSLEPILO Die Sonne, die Sonne blendete mich
Polen, Schweiz 2016. R: Anka Sasnal, Wilhelm Sasnal. D: Rafal Mackowiak, Edet Bassey, Malgorzata Zawadzka. 74 Min. DCP. OmeU

Samstag, 29. April, 20:30 Uhr
AZ ÁLLAMPOLGÁR Der Bürger
Ungarn 2016. R: Roland Vranik
D: Dr. Cake-Baly Marcelo, Ágnes Máhr, Shekari Arghavan. 109 Min. DCP. OmeU

Sonntag, 30. April, 18 Uhr
REKVIJEM ZA GOSPOÐU J. Requiem für Frau J.
Serbien, Bulgarien, EJR Mazedonien 2017. R: Bojan Vuletic
D: Mirjana Karanovic, Jovana Gavrilovic, Danica Nedeljkovic, Mirjana Banjac, Vucic Perovic, Valcho Karamashev, Srdan Todorovic, Boris Isakovic. 94 Min. DCP. OmeU

Sonntag, 30. April, 20:30 Uhr
ATANYN KEREEZI Vaters Vermächtnis
Kirgisistan 2016. R: Bakyt Mukul, Dastan Zhapar Uulu
D: Iman Mukul, ??r?t ?lyshbaiev, ???l?i ??sy??liyev, Bakyt Mukul, ?mantur Abdysalam Uulu. 112 Min. DCP. OmeU
Deutschlandpremiere
Gäste: Dastan Zhapar Uulu (Regie), Iman Mukul (Darsteller)

10. LICHTER Filmfest Frankfurt International
Bis Sonntag, 2. April

Samstag, 01.04. 15 Uhr
MORRIS FROM AMERICA Morris aus Amerika
Deutschland/USA 2016. R: Chad Hartigan
D: Markees Christmas, Craig Robinson, Carla Juri. 91 Min. DCP. OmU

Samstag, 1. April, 18 Uhr
TEESKLEJAD
Estland/Lettland/Litauen 2016, R: Vallo Toomla
102 Min. OmU

Samstag, 1. April, 20 Uhr
DANGSINJASINGWA DANGSINUI GEOT Yourself and Yours
Korea 2016. R: Sang-soo Hong
D: Ju-hyuk Kim, You-young Lee. 93 min. OmU

Samstag, 1. April, 22.30 Uhr
ACT AND PUNISHMENT
Russland 2016. R: Evgeny Mitta. Dokumentarfilm. 90 Min. OmeU

Sonntag, 2. April, 18 Uhr
Internationale Kurzfilmrolle

Widerstand im europäischen Film
Filmreihe von Dienstag, 4., bis Dienstag, 25. April

Der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen mit einer Vielzahl an Veranstaltungen zum Sehen und Hören, zum Erinnern und zum Weiterdenken. In einer Filmreihe wendet er sich Werken zu, die den Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft zum Thema haben. Die jetzt gezeigten Beispiele belegen die vielfältige filmische Auseinandersetzung mit Tätern und Opfern des Regimes.

Dienstag, 4 April, 18 Uhr
LA BATAILLE DU RAIL
Frankreich 1946. R: René Clement
D: Charles Boyer, Jean Clarieux, Jean Daurant. 82 Min. BluRay. OmeU
Einführung in den Film und in die französischen Résistance-Filme
durch Prof. Dr. Christoph Vatter (Universität Saarbrücken)

Donnerstag, 6. April, 18 Uhr
DAS BEIL VON WANDSBEK
DDR 1951. R: Falk Harnack
D: Erwin Geschonneck, Käthe Braun. 113 Min. 35mm

Dienstag, 11. April, 18 Uhr
ROMA CITTÀ APERTA Rom, offene Stadt
Italien 1945. R: Roberto Rossellini
D: Aldo Fabrizi, Anna Magnani, Marcello Pagliero. 100 Min. DCP. OmU

Dienstag, 18. April, 18 Uhr
POKOLENIE Eine Generation
Polen 1955. R: Andrzej Wajda
D: Tadeusz Lomnicki, Urszula Modrzynska. 91 Min. 35mm. OmeU

Dienstag, 25. April, 18 Uhr
IDI I SMOTRI Komm und Sieh
Sowjetunion 1985. R: Elem Klimov
D: Alexei Krawtschenko, Olga Mironowa. 146 Min. 35mm. OmU

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www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu

PM Deutsches Filmmuseum / Filmreihe MERYL STREEP

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

MERYL STREEP
Filmreihe für „one of the most over-rated actresses in Hollywood
Donnerstag, 2. März, bis Dienstag, 28. März

„One of the most over-rated actresses in Hollywood. Das ist Meryl Streep zumindest, wenn man Donald Trump Glauben schenkt. Dabei wurde sie für ihre Darbietung als schlechteste Sängerin der Welt in FLORENCE FOSTER JENKINS kürzlich zum 20. Mal für den Oscar® nominiert, und bei den Golden Globes für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Mit einer Filmreihe blickt das Kino des Deutschen Filmmuseums im März auf die beachtliche Karriere einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen der Filmgeschichte zurück.

Drei Mal gewann Streep den Academy Award®: Für KRAMER VS. KRAMER (US 1979), SOPHIE’S CHOICE (US 1982) und THE IRON LADY (GB 2011). Ihre Karriere begann am Broadway, wo sie bald für den Film entdeckt wurde.

Im Kino spielte sie zunächst in JULIA (US 1977) an der Seite von Jane Fonda, ehe sie neben Robert De Niro im Vietnam-Drama THE DEER HUNTER (US 1978) brillierte. Der internationale Durchbruch gelang ihr schließlich mit der überragenden Darstellung der Mrs. Kramer, die in Robert Bentons Ehedrama ihren von Dustin Hoffman gespielten Gatten bekriegt. Schon zu Beginn ihrer Laufbahn sticht die Vielseitigkeit ins Auge, die Meryl Streep so außergewöhnlich macht: Vom bewegenden Weltkriegsdrama SOPHIE’S CHOICE (US 1982) über klassische Liebesgeschichten wie FALLING IN LOVE (US 1984) bis hin zu Komödien wie der Hollywood-Satire POSTCARDS FROM THE EDGE (US 1990) stellt Streep ihre künstlerischen Fähigkeiten stets aufs Neue unter Beweis. Bedeutende US-amerikanische Regisseure setzten auf ihre Qualitäten, darunter Michael Cimino, Alan J. Pakula, Mike Nichols, Robert Zemeckis, Clint Eastwood und Robert Altman. Und auch politisch spielt Streep eine herausragende Rolle im Kino als machtbesessene Senatorin in THE MANCHURIAN CANDIDATE (US 2004), in der Realität zuletzt bei der Verleihung der Golden Globes im Januar. Anlässlich der Auszeichnung für ihr Lebenswerk kritisierte Streep Donald Trump öffentlich (ohne ihn beim Namen zu nennen). Der Präsident fühlte sich beleidigt und revanchierte sich mit einem Tweet, in dem er Meryl Streep als „one of the most over-rated actresses in Hollywood bezeichnete.

Donnerstag, 2. März, 18 Uhr
Freitag, 3. März, 20:30 Uhr
KRAMER VS. KRAMER
USA 1979. R: Robert Benton
D: Meryl Streep, Dustin Hoffman, Jane Alexander. 105 Min. 35mm. OmU
Ted Kramer arbeitet in einer renommierten New Yorker Agentur und steht kurz vor einer Beförderung. Unerwartet verlässt ihn seine Frau Joanna, die in einer Sinnkrise steckt und mit ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter des kleinen Billy überfordert ist. Fortan muss Ted Workaholic-Dasein und väterliche Pflichten unter einen Hut bringen, ein Balanceakt, der der herzlichen Vater-Sohn-Beziehung immer mehr Raum gibt. Als ausgerechnet jetzt Joanna wieder auftaucht und das Sorgerecht für Billy einfordert, beginnt ein erbitterter Rechtsstreit. Als glaubhaftes und dicht inszeniertes Familiendrama mit meisterlichen Schauspielleistungen hat das Werk bis heute nichts an Aktualität eingebüßt.

Samstag, 4. März, 17:30 Uhr
Sonntag, 5. März, 17:30 Uhr
SOPHIE’S CHOICE Sophies Entscheidung
USA 1982. R: Alan J. Pakula. D: Meryl Streep, Kevin Kline, Peter MacNicol. 151 Min. 35mm. OmU
Der junge Autor Stingo zieht nach New York und freundet sich dort mit seinen Nachbarn an: Sophie, eine polnische Immigrantin und Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, und ihr emotional labiler Geliebter Nathan. Zunächst verschlossen und distanziert, öffnet sich Sophie zunehmend und vertraut Stingo ihr tragisches Geheimnis an. Das leise, poetische Melodram von Alan Pakula wird getragen vom herausragenden Spiel Meryl Streeps. Sie verleiht ihrer Figur, die wegen quälender Schuldgefühle keine Ruhe findet, vielschichtige Tiefe.

Mittwoch, 8. März, 20:30 Uhr
STILL OF THE NIGHT In der Stille der Nacht
USA 1982. R: Robert Benton
D: Roy Scheider, Meryl Streep, Jessica Tandy. 91 Min. 35mm. OF
Das geordnete Leben eines bislang unauffälligen Psychiaters gerät durcheinander, als er sich nach der Ermordung eines Patienten in die Geliebte des Opfers verliebt. Alle Verdachtsmomente sprechen gegen sie, doch er hält unbeirrt zu ihr. Robert Bentons Thriller enthält deutliche Anleihen bei Alfred Hitchcock, zieht aber aus seinen Locations, Milieus und der psychologischen Konstellation ganz eigene Reize, um immer wieder geschickt eine Atmosphäre der Beklemmung und Angst zu erzeugen. Dabei glänzt Meryl Streep als unterkühlte, blonde Femme Fatale in einer ungewohnten Film-Noir-Rolle.

Donnerstag, 9. März, 18 Uhr
SILKWOOD
USA 1983. R: Mike Nichols
D: Meryl Streep, Kurt Russell, Cher. 131 Min. 35mm. OmU
Karen Silkwood arbeitet in der Plutonium-Fabrik „Kerr-McGee. Tagtäglich wird sie nach der Arbeit auf Strahlenbelastung kontrolliert. Als eines Tages der Zeiger ausschlägt, bittet die Gewerkschafterin um Aufklärung, stößt dabei aber auf erbitterten Widerstand der Fabrikleitung. Da sie wittert, dass sie ein Bauernopfer für den Profit geworden ist, geht sie an die Öffentlichkeit, was die Konzernleitung jedoch um jeden Preis zu vereiteln sucht. Aus dem wahren Fall von 1974 strickt Mike Nichols mit Starbesetzung und schonungsloser Kapitalismuskritik das packende Portrait einer einsamen Aktivistin.

Sonntag, 12. März, 20:30 Uhr
Mittwoch, 15. März, 18 Uhr
FALLING IN LOVE Der Liebe verfallen
USA 1984. R: Ulu Grosbard
D: Meryl Streep, Robert De Niro, Harvey Keitel. 106 Min. 35mm. OmfrU
Liebe auf den zweiten Blick so ähnlich könnte man die Situation zwischen Frank und Molly beschreiben, die sich nach einer eher zufälligen Begegnung im stressigen Weihnachtstrubel Monate später ein zweites Mal begegnen und ineinander verlieben. Doch beide sind verheiratet, und so stehen sie bald vor einer schwierigen Entscheidung. Während das Schauspiel von Meryl Streep und Robert De Niro den Film zum Ereignis macht, gelingt es Regisseur Grosbard, ein feinfühliges, auf das absolut Wesentliche reduziertes Liebesdrama zu entwerfen, frei von jeglichem Kitsch.

Donnerstag, 16. März, 18 Uhr
Freitag, 17. März, 20:30 Uhr
POSTCARDS FROM THE EDGE Grüße aus Hollywood
USA 1990. R: Mike Nichols. D: Meryl Streep, Shirley MacLaine, Dennis Quaid, Gene Hackman. 101 Min. 35mm. OmU
Nach einer Überdosis landet die tablettensüchtige Schauspielerin Suzanne Vale im Rehabilitationszentrum. Wieder entlassen und zurück am Set, nötigt die Filmproduktion sie zu demütigenden Zugeständnissen: Um zu verhindern, dass sie während der Dreharbeiten zu Tabletten greift, wird sie der Verantwortung ihrer Mutter, Ex-Musicalstar Doris Mann, unterstellt, die selbst ein handfestes Alkoholproblem hat. Eine humorvolle Hollywood-Nabelschau mit zahlreichen Weltstars, basierend auf der autobiographisch gefärbten Romanvorlage von Carrie Fisher.

Samstag, 18. März, 22:30 Uhr
Donnerstag, 23. März, 18 Uhr
DEATH BECOMES HER Der Tod steht ihr gut
USA 1992. R: Robert Zemeckis. D: Meryl Streep, Bruce Willis, Goldie Hawn, Isabella Rossellini. 104 Min. 35mm. OmfrU
Für seine Lieblingsschauspielerin Madeline Ashton verlässt Schönheitschirurg Ernest Menville seine Verlobte Helen. Nach Jahren der Depression kehrt diese zurück, schöner als je zuvor. Madeline, derweil am Tiefpunkt ihrer Ehe angekommen, fühlt sich herausgefordert und sucht nach einer Verjüngungsmethode. Wie zuvor Helen wendet sie sich an eine Magierin, die ihr Unsterblichkeit und jugendliches Aussehen verschafft. Fortan brechen die beiden unverwüstlichen Frauen einen Krieg vom Zaun, den man so noch nicht gesehen hat. Zemeckis‘ Screwball-Komödie führt den Wunsch nach Schönheit und Jugend auf makabere Weise ad absurdum.

Sonntag, 19. März, 18 Uhr
Mittwoch, 22. März, 22:30 Uhr
THE BRIDGES OF MADISON COUNTY Die Brücken am Fluss
USA 1995. R: Clint Eastwood
D: Clint Eastwood, Meryl Streep, Annie Corley. 135 Min. 35mm. OF
Gelangweilt von Ehe und Landleben, wird die zufällige Begegnung mit einem reisenden Fotografen für eine verheiratete Farmersfrau zu einer leidenschaftlichen Episode. Eastwoods nüchterne Regie sucht in kleinen Gesten und Beobachtungen die großen Emotionen des Melodrams. Aus vornehmlich weiblicher Sicht erzählt er von den inneren Konflikten einer Frau zwischen ihren persönlichen Sehnsüchten und den repressiven Strukturen ihres gesellschaftlichen Umfelds. Für die emotional aufgewühlte Protagonistin läuft alles unerbittlich auf den Moment der Entscheidung hinaus zwischen Liebe und Treue, Gefühl und Pflicht, Abenteuer und Alltag.

Freitag, 24. März, 20:15 Uhr
THE MANCHURIAN CANDIDATE
USA 2004. R: Jonathan Demme
D: Denzel Washington, Liev Schreiber, Meryl Streep. 129 Min. 35mm. OF
Während des Golfkrieges wird US-Captain Marco gefangen genommen und einer Gehirnwäsche unterzogen. Zehn Jahre später schafft er es dank seiner ehrgeizigen Mutter zum Vizepräsidentschaftskandidaten der USA. Doch ihn plagen noch immer quälende Alpträume. Jonathan Demmes Politthriller kreist um Themen wie Identitätsverlust, die Abgründe des menschlichen Machtstrebens und die Möglichkeiten der Manipulation. Seinerzeit als regimekritische Allegorie auf die Bush-Regierung rezipiert, ist die Zeichnung einer von skrupellosen Wirtschaftsmächten gesteuerten Politgröße erneut sehr aktuell.

Sonntag, 26. März, 18 Uhr
Dienstag, 28. März, 20:30 Uhr
AUGUST: OSAGE COUNTY Im August in Osage County
USA 2013. R: John Wells
D: Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor. 121 Min. DCP. OmU
Nach dem spurlosen Verschwinden ihres Vaters versammeln sich dessen drei Töchter eher widerwillig im Haus ihrer medikamentensüchtigen Mutter Violet, die keine Gelegenheit auslässt, um zu sticheln und zu provozieren. Während eines gemeinsamen Essens fallen sämtliche Masken, und blanker Hass tritt hervor: Abgründe tun sich auf, die Familienmitglieder verletzen und kränken sich gegenseitig mit Lust. Das tragikomische Kammerspiel nach Tracy Letts Theaterstück überzeugt dank hervorragend geschriebener Dialoge und bemerkenswerter Schauspielkunst. Dem Publikum bleibt allerdings das Lachen im Halse stecken.

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu

Oscar®-nominierte Filme 2017 u. die lange Oscar®-Nacht im Deutschen Filmmuseum 23. bis 26. Februar 2017

Arrival © Deutsches Filminstitut Frankfurt
Arrival © Deutsches Filminstitut Frankfurt

Für alle, die Karneval und Fasching entfliehen möchte, bietet das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt übers Wochenende eine Kultur-Oase ganz besonderer Art an: Gezeigt werden alle Oscar®-nominierten Filme 2017.  Höhepunkt ist am Sonntag, ab 22.30 Uhr  die lange Oscar®-Nacht im Deutschen Filmmuseum.

Oscar®-nominierte Filme 2017
Filmreihe von Donnerstag, 23. Februar, bis Sonntag, 26. Februar

Das Filmprogramm im Überblick:

Donnerstag, 23. Februar, 18:00 Uhr
ARRIVAL
USA 2016. R: Denis Villeneuve. D: Amy Adams, Jeremy Renner,
Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg. 117 Min. DCP. OmU

Die Landung außerirdischer Raumschiffe versetzt alle Welt in große Angst: Sind die Aliens böse? Wollen sie die Menschheit vernichten? Das versucht Louise Banks herauszufinden, eine Linguistin, die im Auftrag des Militärs Kontakt zu den fremden Wesen knüpfen soll. Statt auf lärmendes Special-Effect-Gewitter zu setzen, inszenierte Denis Villeneuve ein subtiles Science-Fiction-Drama, dessen Spannung sich ganz allmählich aufbaut. Erst wenn alle Puzzleteile zusammengefügt sind, ergeben sich überraschende Antworten.

Freitag, 24. Februar, 14:30 Uhr
KUBO DER TAPFERE SAMURAI
USA 2016. R: Travis Knight
Animationsfilm. 101 Min. DCP. DF. Empfohlen ab 8 Jahren

Kubo lebt in einem ruhigen Dorf am Meer und verbringt die Tage damit, seiner Mutter und den Dorfleuten Geschichten zu erzählen und ihnen Lieder auf seiner Schamise vorzuspielen, einem magischen Musikinstrument. Doch dann erweckt er versehentlich einen uralten bösen Geist zum Leben, und alles wird anders: Kubo muss sein Dorf verlassen, um mit seinen Freunden Monkey und Bettle den bösen Mond-König und seine Schwester aufzuhalten und das Dorf zu retten. Das meditativ inszenierte Fernost-Märchen ist ein visuell herausragendes Animationsfilm-Abenteuer.

Freitag, 24. Februar, 18 Uhr
FLORENCE FOSTER JENKINS
USA 2016. R: Stephen Fears
D: Meryl Streep, Hugh Grant. 110 Min. DCP OmU

Die Mäzenin Florence Foster Jenkins zieht es auf die große Opernbühne. Obgleich sie sich auf ihrem Reichtum eigentlich ausruhen könnte, träumt die Erbin von einer Gesangskarriere und dem Applaus der Massen. Dumm nur, dass Florence völlig talentfrei ist. Sie trifft weder die Töne, noch hat sie das nötige Rhythmusgefühl. Ihr Mann St. Clair Bayfield möchte ihr die Illusionen nicht nehmen und unterstützt ihren Traum durch professionellen Unterricht. Als Florence jedoch einen großen Auftritt plant, scheint die Blamage unabwendbar

Freitag, 24. Februar, 20:15 Uhr
HIDDEN FIGURES
USA 2016. R: Theodore Melfi
D: Taraji P. Henson, Octavia Spencer. 127 Min. DCP. OmU

Während John Glenn 1962 als der erste Astronaut, der in einer Rakete die Erde umrundete, berühmt geworden ist, blieb die hervorragende Arbeit dreier afroamerikanischer Frauen als Mathematikerinnen bei der NASA im Verborgenen: Zu Zeiten der Rassentrennung sind Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson die unerkannten Heldinnen, denen eszu verdanken ist, dass der Wettlauf gegen die Sowjetunion, den Glenn für die USA austrug, erfolgreich verlief.

Freitag, 24. Februar, 22:30 Uhr
HELL OR HIGH WATER
USA 2016. R: David Mackenzie
D: Ben Foster, Jeff Bridges, Chris Pine. 102 Min. DCP. OmU

Die beiden ungleichen Brüder Toby und Tanner sehen sich nach vielen Jahren wieder. Weil der heimischen Farm der Bankrott droht, beschließen die Brüder, eine Reihe von Bankfilialen zu überfallen. Nicht irgendein Geldinstitut haben sie hierbei im Sinn, sondern ebendas, bei dem die Familie hochverschuldet ist, und das ihre Existenz bedroht. Nach mehreren erfolgreichen Überfällen kommt den Brüdern jedoch der Texas Ranger Hamilton auf die Spur.

Samstag, 25. Februar, 16:30 Uhr
THE SALESMAN
Frankreich/Iran 2016. R: Asghar Fahrhadi
D: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti. 125 Min. DCP. OmU

Emad und seine Frau Rana müssen ihr baufälliges Haus verlassen und ziehen in eine Wohnung. Als Rana eines Abends alleine in der neuen Wohnung ist, wird sie dort überfallen. Es stellt sich heraus, dass die Vormieterin der Wohnung eine Prostituierte war dies ist im Iran illegal. Weil Rana sich aber weigert, die Polizei einzuschalten, macht sich Emad gegen den Willen seiner Frau selbst auf die Suche nach dem Täter. Die Beziehung des Paares wird hierdurch auf eine harte Probe gestellt.

Samstag, 25. Februar, 18:00 Uhr
MANCHESTER BY THE SEA
USA 2016. R: Kenneth Lonergan
D: Casey Affleck, Michelle Williams. 138 Min. DCP. OmU

Als Lee vom plötzlichen Tod seines Bruders Kyle erfährt, ist er gezwungen, in sein Heimatdorf an der US-amerikanischen Ostküste zurückzukehren. Hier wartet auf ihn eine neue Rolle als Ersatzvater für seinen Neffen, den 16-jährigen Patrick. Das ist jedoch nicht die einzige Herausforderung, mit der Lee in seiner alten Heimat konfrontiert ist: Er muss ich auch mit seiner traumatischen Vergangenheit auseinander setzen.

Samstag, 25. Februar, 21:30 Uhr
HACKSAW RIDGE
USA/Großbritannien 2016. R: Mel Gibson
D: Andrew Garfield, Sam Worthington. 140 Min. DCP. OmU

Als Kind greift Desmond Doss während eines Streits zwischen seinen Eltern zu einer Waffe und bedroht seinen Vater. Danach schwört er sich, nie wieder eine Waffe anzurühren. Dennoch tritt er später aus Überzeugung der US-Armee bei nicht um zu töten, sondern um als Mediziner Leben zu retten. Er bleibt sich treu, verweigert den Dienst an der Waffe, und zieht schließlich vollkommen unbewaffnet in den Krieg. Mel Gibsons Kriegsdrama basiert auf einer wahren Geschichte.

Sonntag, 26. Februar, 18:00 Uhr
LA LA LAND
USA 2016. R: Damien Chazelle
D: Ryan Gosling, Emma Stone. 128 Min. DCP. OmU

Der Jazzpianist Sebastian und die angehende Schauspielerin Mia sind auf der Suche nach beruflicher Anerkennung. Beide wollen in Los Angeles ihren großen Traum verwirklichen im Alltag müssen sie sich jedoch mit kleinen Aufträgen und Nebenjobs über Wasser halten. Dabei kreuzen sich ihre Wege und sie verlieben sich. Um ihre Ziele zu erreichen, müssen beide einige Opfer bringen, wodurch ihre Beziehung schon bald auf die Probe gestellt wird.

Die lange Oscar®-Nacht im Deutschen Filmmuseum
Sonntag, 26. Februar, Einlass: 22:30 Uhr

Bereits zum 89. Mal werden am Sonntag, 26. Februar, in Los Angeles die Academy Awards® vergeben. Anlässlich der Verleihung des renommierten Filmpreises präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums von Donnerstag, 23. Februar, an ausgewählte Meisterwerke, die für den Oscar® nominiert wurden. Darunter Denis Villeneuves subtiles Sci-Fi-Drama ARRIVAL (US 2016) und Theodore Melfis Überraschungserfolg HIDDEN FIGURES (US 2016) über den entscheidenden Beitrag, den afroamerikanische Mathematikerinnen in den 1960er Jahren bei der NASA im Verborgenen leisteten.

Als Höhepunkt des Filmprogramms rollt das Deutsche Filmmuseum am Sonntag, 26. Februar, selbst den roten Teppich aus und lädt zur Langen Oscars®-Nacht mit Live-Übertragung ein: Bis zum Start der Fernsehübertragung um circa 1:30 Uhr deutscher Zeit können sich die Gäste mit einem auf fünf Stockwerke verteilten Begleitprogramm auf die mit Spannung erwartete alljährliche Klimax der Filmwelt einstimmen. Führungen durch die Dauerausstellung erinnern an die bewegte Geschichte der Oscars® und liefern zahlreiche Hintergrundinformationen. Auch die Oscar®-Quizshow im Kinosaal bietet einen unterhaltsamen Einblick in den jährlichen Trubel um die goldene Trophäe. Beim Oscar®-Tippspiel können Besucher/innen ihre persönlichen Favoriten bestimmen wer die meisten richtigen Tipps abgegeben hat, darf sich auf einen tollen Gewinn freuen. Beim Zurechtfinden in allen 24 Kategorien hilft das bewährte Oscar®-Orakel. Für das passende Make-Up zum Red-Carpet-Outfit sorgt ein professionelles Team in der Catwalk-Lounge, glamouröse Auftritte sind garantiert. Die unvergesslichen Looks können gleich auf einem Erinnerungsfoto im Filmstudio festgehalten werden, Snacks und Getränke runden das Angebot ab und halten wach, bis auch die letzte Trophäe überreicht ist.

Das Abendprogramm im Überblick:
23:30, 0:30, 1:30 Uhr: Abwechslungsreiche Oscar®-Führungen
Die Dauerausstellung ist von 23 bis 2 Uhr geöffnet.
23 bis 2 Uhr: Großes Oscar®-Tippspiel
23 bis 2 Uhr: CATWALK Styling Lounge
Ab 23 Uhr: Bluebox Fotostudio
23:15 bis 0:30 Uhr: Oscar®-Filmquiz mit Michael Kinzer im Kino
0:30 bis 1:30 Uhr: Oscar®-Orakel mit Michael Kinzer im Kino
Ab 3 Uhr: Gratis-Durchhaltefrühstück
Ab ca. 1:30 Uhr: Live-Übertragung Red Carpet
Ab ca. 2:30 Uhr: Live-Übertragung Oscar®-Verleihung

Im Vorfeld der Verleihung der begehrten Trophäen und als Einstimmung auf die Veranstaltung im Deutschen Filmmuseum zeigt das Kino des Hauses eine Auswahl der nominierten Filme.