Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 20. bis 27. September ist eröffnet

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Heute, am Weltkindertag, geht es endlich los: Die 41. Ausgabe von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans ist eröffnet. Die Festivalbesucher/innen erwartet eine spannende Festivalwoche mit mehr als 60 internationalen Filmproduktionen und interessanten Gesprächen mit Filmschaffenden. Darüber hinaus können sich die Gäste auf ein vielseitiges Programm rund ums Festival freuen.

Bereits am Morgen waren Kinder und Jugendliche zum Festivalauftakt ins Kino des Deutschen Filmmuseums eingeladen. LUCAS präsentierte anlässlich des Weltkindertags bei freiem Eintritt die hessische Produktion DIE FLASCHENPOST-INSEL (DE 2018, R: Toni Kurtin). An dem partizipativen Filmprojekt aus Wiesbaden haben mehr als 300 Kinder und Jugendliche aus der Region mitgewirkt. Der Regisseur sowie die Produzentin, die Drehbuchautorin und vier Darsteller/innen waren sowohl morgens als auch bei der offiziellen Eröffnung am Abend anwesend.

„Ich freue mich, heute mein erstes LUCAS-Festival als Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums zu eröffnen“, sagte Ellen Harrington. „Filmfestivals sind ein tragender Bestandteil der engagierten Arbeit unseres Hauses. Sie bieten reichlich Gelegenheit, neue Welten zu entdecken. Gerade für Heranwachsende sind Filmfestivals wie LUCAS eine besonders wertvolle Erfahrung. Sie haben hier die Möglichkeit, Filmkunst in ihrer ganzen Bandbreite zu erleben und ihren Blick für Filme von besonderer Qualität abseits des Mainstreams zu schärfen“.

Auf das besondere Potenzial des Mediums Film, neben dem ästhetischen auch kulturelles Verständnis vermitteln zu können, wies Stadträtin Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main, hin: „Film kann auf einzigartige Weise interkulturellen Austausch fördern und bei Kindern und Jugendlichen Toleranz und Offenheit für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe schaffen. Die in Frankfurt gelebte Vielfalt findet auch in LUCAS ihren Ausdruck und zwar auf künstlerische Weise.“

„Deutschlands ältestem Filmfestival für junges Publikum gelingt es jedes Jahr, mit seinen Filmreihen und Veranstaltungen am Puls der Zeit zu sein. Mit der neuen Wettbewerbssektion 16+ | Youngsters gibt LUCAS Filmschaffenden, die junge Erwachsene in den Fokus stellen, eine Plattform und stärkt gleichzeitig den europäischen Jury-Nachwuchs. Fachgästen aus der Filmbranche bietet LUCAS gehaltvolle Programmpunkte während der Festivalwoche“, so Patrick Schaaf, Leiter Standortentwicklung der HessenFilm und Medien.

© DIF
© DIF

Festivalleiterin Julia Fleißig brachte den voll besetzten Kinosaal in Festivalstimmung, als sie das Festivalprogramm mit seinen verschiedenen Filmreihen präsentierte: „Die Filme erzählen Geschichten von Freundschaft, Familie, Abenteuer, von Konflikten, die bewältigt werden und lassen uns teilhaben am Leben der Kinder und Jugendlichen quer über den Globus. Es geht ums Erwachsenwerden, um Widersprüche, darum, seine Rolle zu finden, mit der ersten Liebe zurechtzukommen, um Heimat und um Meinungsfreiheit. Mit unserer Filmauswahl wollen wir auch immer wieder Sehgewohnheiten herausfordern.“

Filmwettbewerbe
21 Langfilme und ebenso viele Kurzfilme gehen bei LUCAS ins Rennen um insgesamt neun Preise in den drei Alterssektionen 8+, 13+ und 16+ | Youngsters. Die aktuellen Filmproduktionen stammen aus Asien, Afrika, Europa, Nord- und Südamerika. Sie eröffnen Einsichten in die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in anderen Kulturen und lassen teilhaben an ihrem Alltag. Viele Filmschaffende stehen den Festivalbesucher/innen in Filmgesprächen Rede und Antwort.

Filmreihen
Abseits der Wettbewerbsfilme gibt es weitere Filmreihen für Filmliebhaber/innen jeden Alters. Bei zwei interaktiven Minis-Programmen lädt LUCAS seine jüngsten Besucher/innen von vier Jahren an ein, erste Kinoerfahrungen zu machen. Mit den Klassikern THE GOONIES (US 1985, R: Richard Donner), STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. Der Außerirdische, US 1982, R: Steven Spielberg) reist LUCAS dieses Jahr in die 1980er Jahre. Junge und erwachsene Kinogäste haben hier die Gelegenheit, nostalgische Kinoerlebnisse auf der großen Leinwand (wieder) zu entdecken. Außerdem präsentiert das FILMmobil MOREN TANZT (DE 1903, R: Julius Neubronner), DANSE DU FEU (FR 1899, R: Georges Méliès) und weitere Filme, die Jugendliche vertont haben. Die Young European Cinephiles, vier filmliebende Jugendliche aus Griechenland und Deutschland stellen an drei Abenden, jeweils um 20:30 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, ihre eigens kuratierte Filmreihe vor. In diesem Jahr thematisieren sie mit ihrer Filmauswahl virtuelle Realitäten und laden zur anschließenden Diskussion.

LUCAS für Fachbesucher/innen
Am Freitag, 21. September, veranstaltet das Deutsche Filminstitut gemeinsam mit der Creative Europe MEDIA geförderten Initiative „Film Literacy InCubator Klub“ (FLICK) den internationalen Fachtag „Filmbildung digital? Nationale und europäische Bildungspolitik in der Praxis“. Die Teilnehmer/innen tauschen sich über die Frage aus, ob und wie sich Filmbildung und digitale Bildung ins Verhältnis setzen lassen. Expert/innen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich stellen bildungspolitische Konzepte dazu vor und diskutieren deren praktische Umsetzung in Europas Schulen und Universitäten.

Filmfestivals als Orte kultureller und ästhetischer Bildung, sind das Thema einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 25. September, um 18 Uhr im Deutschen Filmmuseum. Die Podiumsteilnehmer/innen diskutieren Fragen über die Bedingungen und Komponenten, die Filmfestivals zum Bildungsort machen. Darüber hinaus tauschen sie sich darüber aus, wie das junge Publikum in der zunehmend digitalisierten Welt erreicht werden kann. Im Anschluss an die Diskussion laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher zu einem Get-Together ein mit Vertreter/innen der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen. Bereits um 16 Uhr stellt am Dienstag der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) in einer Auftaktveranstaltung sein neues Filmportal „BJF-Clubfilmothek“ im Foyer des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums vor.

Familientag
Am Festivalsonntag, 23. September, sind Eltern mit Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Uhr zum Familientag LUCAS digital ins Deutsche Filmmuseum eingeladen. Die Gäste erwartet eine Vielzahl an Mitmach-Aktionen, die dazu anregen, in digitale Welten einzutauchen. So haben die Besucher/innen die Gelegenheit, in Workshops mit digitalen Technologien zu experimentieren und eigene Animationen zu entwickeln, in Museumsführungen Spannendes über Film zu lernen oder im Kino auf filmische Reisen zu gehen. Außerdem können sich die Gäste in einem 25-minütigen Audiowalk auf das filmische Abenteuer „LUCAS‘ Kopfkino“ rund um das Deutsche Filmmuseum begeben. Am Familientag findet zum Audiowalk außerdem ein Gewinnspiel statt. Von Montag, 24. September, an ist die App noch die ganze Festivalwoche verfügbar.

Die Teilnahme an den Workshops, die Museumsführungen sowie das Minis-Programm „Eine Stadt entsteht im Kino“ um 11 und 12 Uhr sind kostenfrei. Die Kinovorstellungen TARAPATY (Ärger Hoch Zwei, PL 2017, R: Marta Karwowska) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. Der Außerirdische, US 1982) um 14 und 16 Uhr kosten drei Euro Eintritt.

Preise
3,50 € für junge Filmfans bis einschl. 20 Jahre
1,50 € für Frankfurt-Pass-Inhaber/innen
7,00 € für Erwachsene
5,00 € ermäßigter Eintritt für Erwachsene
(Studierende, Azubis, Schwerbehinderte)

Begleitpersonen von Gruppen mit mehr als zehn jungen Filmfans erhalten freien Eintritt (max. 3 Begleitpersonen, Caligari FilmBühne max. 2).

Weitere Informationen und Buchungsberatung unter:
info@lucasfilmfestival.de
Tel. 069 961 220 678

Festivalzentrum
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
U1, U2, U3, U8 / Station: Schweizer Platz
U4, U5 / Station: Willy-Brandt-Platz
Straßenbahn 14, 15, 16 / Station: Gartenstraße
Bus 46 / Station: Untermainbrücke

Spielstätten
Kino des Deutschen Filmmuseums (Frankfurt)
CineStar Metropolis (Frankfurt)
Cinema (Frankfurt)
Caligari FilmBühne (Wiesbaden)
Kino im Hafen 2 (Offenbach)

Förderer
LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, bei denen wir uns für ihre Unterstützung bedanken. Zu diesen zählen die Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HessenFilm und Medien, die Stadt Eschborn, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Fraport AG, der Förderkreis des Deutschen Filminstituts, die Nassauische Sparkasse, die Naspa Stiftung, die Fazit-Stiftung, das U.S. Generalkonsulat Frankfurt, das Schweizerische Generalkonsulat und die Botschaft von Kanada. Das Projekt „LUCAS dokt!“ wird ermöglicht durch „kunstvoll“, dem Programm zur Förderung kultureller Bildung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Der Familientag „LUCAS digital“ wird mit Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner SKODA AUTO Deutschland.

Deutsche Filmmuseum Frankfurt übernimmt Fassbinder-Sammlungen

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum übernimmt die Sammlungen der Rainer Werner Fassbinder Foundation: Ankauf des Schriftgutnachlasses und Übernahme aller übrigen Dokumente, Exponate, Fotos und Produktionsunterlagen als Dauerleihgabe.

Eröffnung des Fassbinder Center, Frankfurt im Frühjahr 2019 in der Eschersheimer Landstraße 121.

Er ist der bedeutendste deutsche Filmregisseur der Nachkriegszeit: Rainer Werner Fassbinder. Mit dem umfangreichen Werk, das er in nur 37 Lebensjahren schuf, verschaffte er dem Neuen Deutschen Film wie auch andere junge Regisseure in den 1970er Jahren internationales Ansehen. Doch Rainer Werner Fassbinder war in seiner Radikalität und politischen Haltung ein Solitär. Mehr als 35 Jahre nach seinem Tod ist sein Filmschaffen in der ganzen Welt präsent, wird gefeiert und bewundert. Das zeigen die zahlreichen Retrospektiven in Kinos und Museen, zuletzt im Sommer in Australien. Bereits 1997 zeigte das Museum of Modern Art in New York eine große Werkschau, auch die Cinémathèque française in Paris präsentierte 2018 seine Kunst – Beleg einer „Bedeutung, die sich durch immer neue Erkenntnisse erweisen wird“, wie Gutachter Hans Helmut Prinzler in einer Stellungnahme schrieb. Jetzt findet das Werk eine neue Heimat in Frankfurt am Main. Im Frühjahr eröffnet dort das Fassbinder Center, Frankfurt des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums.

Die von Rainer Werner Fassbinders Mutter Liselotte Eder 1986 gegründete und 1992 auf Juliane Maria Lorenz-Wehling – Fassbinders Film-Editorin und Erbin in Folge – übertragene Rainer Werner Fassbinder Foundation (RWFF) in Berlin bewahrt und pflegt seit Jahrzehnten den umfangreichen Nachlass des Regisseurs. Jetzt gibt sie den größten Teil in die Obhut des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums, Frankfurt am Main. Lorenz-Wehling überlässt dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum den wertvollen Schriftgutnachlass Fassbinders, der mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Stadt Frankfurt angekauft werden konnte. Die Stadt Frankfurt fördert darüber hinaus die Etablierung der Sammlung im neuen Fassbinder Center, Frankfurt. Die gesamte übrige Sammlung der RWFF mit Produktionsunterlagen, Werkarchiv (Film- und Theaterwerk), Fotoarchiv (Film- und Theaterwerk), internationalem
Pressearchiv, 3D-Objekten – darunter Fassbinders Flipperautomat und sein legendäres Ledersofa – seine Videosammlung und ein umfangreiches Audio- und Videoarchiv, das sämtliche Interviews mit Rainer Werner Fassbinder sowie Dokumentationen über sein Werk versammelt, gehen als Dauerleihgabe an das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum.

Der in mehr als 180 Archivboxen verwahrte, angekaufte Schriftgutnachlass umfasst 25 Arbeitsdrehbücher, 97 meist handschriftliche Szenenfolgen, 31 Szenenaufstellungen, 118 handschriftliche Dialoglisten, 61 Kalkulationen und Finanzierungspläne, 53 Stablisten, 16 Drehpläne, 30 Verträge, zahlreiche noch nicht erschlossene Produktionsakten, 27 Briefe, 13 Telegramme und 27 Urkunden. Dieser Schatz des deutschen Filmerbes geht nun nach Frankfurt am Main – die Stadt, in der Rainer Werner Fassbinder von 1974 bis 1976 im Theater am Turm wirkte, Filme drehte (MUTTER KÜSTERS FAHRT ZUM HIMMEL, BRD 1975; IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN, BRD 1978) und Gegenstand brisanter Debatten wurde. Er geht in die Obhut des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums, das dadurch, passgenau zum 70. Geburtstag des Instituts im April 2019, seine internationale Strahlkraft und sein fachliches Renommée weiter entscheidend ausbaut.

„Die Übergabe dieses reichen Fundus an Originaldokumenten und Exponaten an das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum dokumentiert auch die Intensität unseres seit mehr als 25 Jahren andauernden Arbeits-verhältnisses und das große Vertrauen, das in langjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist“, sagte RWFFPräsidentin Juliane Maria Lorenz-Wehling. „Rainer Werner Fassbinder braucht keine Denkmäler. Seine Filme halten die Erinnerung an ihn auf der ganzen Welt wach. Und doch freue ich mich, dass mit diesem schönen Forschungszentrum mitten in Frankfurt sein Erbe lebendig gehalten wird. Ich bin schon gespannt auf die Früchte wissenschaftlicher Arbeit, die dieses Haus hervorbringen wird.“

„Die Übernahme des Nachlasses von Rainer Werner Fassbinder ist eine große Ehre für das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, das damit seinen langjährigen Sammlungsschwerpunkt Neuer Deutscher Film entscheidend ausbaut“, sagte Direktorin Ellen Harrington. „Fassbinder ist der weltweit bekannteste und meistgesehene deutsche Regisseur seiner Generation; die Bewahrung und Erforschung seines Nachlasses durch unser Haus wird die internationale Wahrnehmung des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums weiter erhöhen. Wir sind daher ungeheuer stolz und froh über das uns entgegengebrachte Vertrauen, das wir zu würdigen wissen.“

„Frankfurt am Main verbindet mit Rainer Werner Fassbinder eine lange, lebendige, auch von Debatten geprägte Vergangenheit“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Dass ich als Kulturdezernentin dieser Stadt wenige Monate nach dem Tod Hilmar Hoffmanns, der Fassbinder 1974 ans Theater am Turm holte, der Öffentlichkeit ein Fassbinder Center an der Eschersheimer Landstraße vorstellen darf, erfüllt mich mit Freude und Stolz. Ich bin sicher, Hilmar Hoffmann, der Fassbinder leidenschaftlich und kritisch verbunden war, wäre heute gerne bei uns gewesen. Dieses Forschungszentrum wird die internationale Bekanntheit Frankfurts als Ort der Debatten, als Ort des Wissens und der Kultur noch weiter erhöhen.“

„Die Bedeutung von Rainer Werner Fassbinders Schaffen für das deutsche Filmerbe ist unbestritten. Er ist die zentrale Figur des Neuen Deutschen Films und seine weltweite Präsenz, noch 36 Jahre nach seinem Tod, spricht für sich. Gutachter Laurence Kardish, Filmkurator im MOMA New York, schreibt völlig zurecht in seiner Stellungnahme, dass Fassbinders Nachlass ,ein Schatz des deutschen Filmerbes‘ ist, der in einer deutschen Filmerbe-Institution bewahrt und gepflegt und hier zu Forschungszwecken erschlossen werden sollte. Dem kann ich mich nur anschließen“, sagte Ulrich Adolphs, stv. Abteilungsleiter (kommissarisch) im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, in Vertretung von Herrn Staatsminister Boris Rhein, Stiftungsrat der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder. „Das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum ist genau die richtige Institution für diese lebendige Sicherung eines wertvollen Schriftgutnachlasses.“

„Fassbinders Themen der Einsamkeit, Ausgrenzung, Homosexualität oder Ausländerfeindlichkeit sind als Widerhall der deutschen Geschichte zu begreifen, sie sind von gleichbleibender Aktualität bis in die Gegenwart. Dafür fand Fassbinder einprägsame Bilder, die bis heute jüngeren Künstlergenerationen als Inspiration und Vorlage dienen. Die für seine Produktionen typische Bildsprache hat eine große Wirkmacht entfaltet“, sagte Eva Claudia Scholtz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung. „Dass Frankfurt als weltoffene und debattenfreudige Stadt nun den Nachlass dieses Regisseurs erhält und für die Forschung öffnet, ist ein außer-ordentlicher Gewinn. Wir freuen uns, diesen Ankauf mit ermöglicht zu haben.“

Dem schloss sich Prof. Dr. Frank Druffner von der Kulturstiftung der Länder gerne an: „Rainer Werner Fassbinder hat die Filmkultur Deutschlands entscheidend geprägt und unseren visuellen Gedächtnisspeicher um zentrale Bilder bereichert. Noch heute werden seine gesellschaftskritischen und bildmächtigen Filme in aller Welt in Kinos gezeigt. Durch den Erwerb des schriftlichen Nachlasses und die Überlassung weiterer Konvolute als Dauerleihgabe kann das neu gegründete Fassbinder Center in Frankfurt am Main dieses außerordentliche Filmschaffen langfristig dokumentieren und dadurch auch die Forschung vorantreiben. An der Bedeutung des Nachlasses, der zum nationalen Kulturerbe gezählt werden muss, gibt es keinen Zweifel. Die Kulturstiftung der Länder freut sich, dass durch ihre Mithilfe der Ankauf getätigt werden konnte.“

Im neuen Rainer-Werner-Fassbinder-Zentrum, das auf rund 1000 Quadrat-metern im Frühjahr 2019 an der Eschersheimer Landstraße in unmittelbarer Nähe zur Goethe-Universität eröffnen wird, bündelt das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum im Jubiläumsjahr 2019 seine Sammlungen zentral an einem Ort und eröffnet Forscher/innen und Filminteressierten damit einen idealen Zugang zu seinen Beständen. Zu deren Schwerpunkten gehört der Neue Deutsche Film mit dem Archiv des Studiocanal-Verleihs mit dem Filmverlag der Autoren, den Vorlässen der Regisseure Volker Schlöndorff, Peter Fleischmann, Reinhard Hauff, Rudolf Thome, Wolfgang Becker, Romuald Karmakar und Dani Levy sowie die Arbeitsarchive der Filmarchitekten Heidi und Toni Lüdi und der Kostümbildnerin Barbara Baum, dem Nachlass von Regisseur Niklaus Schilling und der Produktionsfirma Visual Film sowie jetzt ganz zentral dem Nachlass von Rainer Werner Fassbinder.

Filmwissenschaftler/innen und Studierenden aus aller Welt bietet sich hier in Zukunft die Möglichkeit, in einem so repräsentativen wie modernen Lesesaal die umfassenden Archivmaterialen und Originalmanuskripte des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums zu studieren und zu erforschen. Dazu gehören Dokumente zu rund 120 Filmschaffenden, von Thea von Harbou über Peter Lorre, Curd Jürgens, Lotte Reiniger, Maria Schell, Liselotte Pulver und Maximilian Schell bis Otto Hunte, Walter Reimann, Hans Poelzig und Oskar Fischinger sowie Archive von Produktionsfirmen wie X Filme, Creative Pool, der CCC von Artur Brauner, der Roxy-Film von Luggi Waldleitner oder der Bioskop Film. Weit mehr als 2,3 Millionen Fotos zu deutschen und internationalen Produktionen ergänzen diesen Bestand.

Die repräsentativen neuen Räume direkt am U-Bahnhof Holzhausenstraße eröffnen interessante neue Perspektiven für das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, das gemeinsam mit dem Bundesarchiv/Filmarchiv und der Stiftung Deutsche Kinemathek die Aufgaben einer zentralen deutschen Kinemathek innehat, mit filmportal.de die zentrale Plattform zum deutschen Film im Internet betreibt und international seit Jahren auch durch seine tourenden Ausstellungen wie Stanley Kubrick (bisher mehr als 1,3 Millionen Besucher weltweit) Furore macht. So findet hier künftig auch der gemeinsam mit der Goethe-Universität ausgerichtete Masterstudiengang eine neue Heimat. Außerdem entfaltet sich für die europaweit renommierte Filmvermittlungsabteilung neuer Gestaltungsspielraum für Screening-programme und andere Bildungsangebote.

Archive und Sammlungen im Deutschen Filmmuseum

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Filmarchiv Filmarchiv
26.000 Filme
6550 im Verleih

BildarchivBildarchiv Bildarchiv Bildarchiv
2,3 Millionen Fotos

Textarchiv Textarchiv
80.000 Publikationen

Gerätearchiv
2800 Objekte aus fünf Jahrhunderten

Plakatarchiv:
42.000 Plakate
zu 20.000 Filmen

Sammlungen und Nachlässe:
Dokumente von mehr als
120 Filmschaffenden
Archive zahlreicher
Filmproduzent/innen und Verleihe

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 20. bis 27. September 2018

Je zwei Mitglieder der Film-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters diskutierten bei der heutigen Pressevorstellung mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig über ihre Kriterien, nach denen sie für Filme Punkte vergeben. Beispielsweise müsse ein Film sie bewegen, nachdenklich machen, sie von der Sache her packen, gut rüberkommen, von den Schauspielern glaubwürdig gespielt sein und, ob man den Film nachher „mitnehme“. Besonders freuen sich die jungen Juroren auf ihre Zusammenarbeit mit ihrem Jury-Team und die Urteile der Fachleute. © Foto: Diether v. Goddenthow
Je zwei Mitglieder der Film-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters diskutierten bei der heutigen Pressevorstellung mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig über ihre Kriterien, nach denen sie für Filme Punkte vergeben. Beispielsweise müsse ein Film sie bewegen, nachdenklich machen, sie von der Sache her packen, gut rüberkommen, von den Schauspielern glaubwürdig gespielt werden und man müsse den Film nachher „mitnehmen“. Besonders freuen sich die jungen Juroren auf ihre Zusammenarbeit mit ihrem Jury-Team und die Urteile der Fachleute. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vom 20. bis 27. September  lädt LUCAS #41 in die Kinos nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ein, wo für ein Publikum von vier Jahren bis bis 18plus +++  mehr als 60 Filme aus 32 Ländern gezeigt und von den Jugend-Jurys 8+, 13+ und der Sektion 16 + | Youngsters bewertet werden. Die  Siegerfilme der  Alterskategorien erhalten  am 27. September Preise für den besten Langfilm, Kurzfilm, für eine außergewöhnliche cineastische Leistung und den Lucas Youngsters Award. Dieser wird von den Juroren 16+ in völliger Eigenregie, das heißt ohne Erwachsenen-Moderation, selbst ausgewählt.
Highlight  wird der Familientag LUCAS Digital sein am Festivalsonntag,  23.09., mit einen großen Sonder- und Mitmachprogramm. Speziell für die Filmbranche finden am 21.09. im Museum Angewandte Kunst die internationale Fachtagung „Filmbildung digital?“ sowie  am 25.09. im Filmmuseum die Podiumsdiskussion „Filmfestivals als Orte kultureller Bildung“ statt.

Das Festival im Überblick

„Bei LUCAS findet interkulturelle Begegnung direkt im Kino statt, wo die Kinder und Jugendlichen auf der Leinwand fremde Welten kennenlernen und mit Filmschaffenden aus aller Welt ins Gespräch kommen. Das Filmprogramm spiegelt auf wunderbare Weise die Internationalität von Frankfurt als Heimatstadt des Festivals wider“, stellte der Schirmherr des ältesten deutschen Filmfestivals für junges Publikum, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, heraus. „Filmbildung erfahren die Kinder und Jugendlichen bei LUCAS ganz unmittelbar: In verschiedenen Rollen gestalten sie das Festival mit. Eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe liegt vor den jungen Mitgliedern der Jury, die über die Vergabe der LUCAS-Preise mitentscheiden.“

Ellen Harrington ist gespannt auf ihre erste LUCAS-Festivalwoche: „Ich freue mich auf die erste Ausgabe des Festivals, die ich als Direktorin des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums begleite: Vom 20. bis 27. September gehört das Haus vor allem Kindern und Jugendlichen sowie den vielen internationalen Filmemacherinnen und Filmemachern, die wir hier begrüßen. Ganz besonders freue ich mich auf den Familientag LUCAS digital, der zum Experimentieren mit Film und Digitalem einlädt. Die Kinder und Jugendlichen haben hier die Möglichkeit zu entdecken, was hinter den digitalen Anwendungen steckt, die sie tagtäglich nutzen.“

Stellvertretend für alle Juroren die Mitglieder der Jury 13+. Besonders freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in der Jury und die Meinung der Experten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Stellvertretend für alle Juroren die Mitglieder der Jury 13+. Besonders freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in der Jury und die Meinung der Experten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Filmprogramm
Das Spektrum der Filme reicht von Spielfilmen über Animationsfilme bis zu Dokumentarfilmen. „LUCAS nimmt die Kinobesucher/innen mit auf eine filmische Weltreise“, verspricht Festivalleiterin Julia Fleißig. „Das Filmprogramm wird dabei den ganz unterschiedlichen Themen, die die verschiedenen Phasen des Erwachsenwerdens bestimmen, gerecht. Ganz besonders freue ich mich über den neuen Wettbewerb 16+ | Youngsters, der Geschichten von jungen Erwachsenen quer über den Globus erzählt.“

Auch Elena Lindenzweig, Referentin für Kommunikation und Marketing der HessenFilm, begrüßt die neue Sektion 16+ | Youngsters, deren Jury sich ausschließlich aus jungen filmaffinen Menschen von 16 bis 18 Jahren zusammensetzt: „Mit der neuen Youngsters-Jury gelingt es LUCAS, Nachwuchsjuror/innen gezielt zu fördern. Dabei dient das Festival dem europäischen Filmnachwuchs als Plattform zur Vernetzung“.

In den drei Sektionen 8+, 13+ und 16+ | Youngsters konkurrieren insgesamt 21 Langfilme und 21 Kurzfilme, die in vier Programmen zusammengefasst sind, um die LUCAS-Preise. Alle Kurzfilme sind erstmals im deutschen Kino zu sehen. Unter den Langfilmen sind sechs als Deutschlandpremiere, zwei in jeder Sektion, zu sehen: Darunter EJNAK عینک (Die Brille, IR 2017) am Mittwoch und Donnerstag, 26. und 27. September, im CineStar Metropolis. Reza Aghaei erzählt von den vielen interessanten Begegnungen der Geschwister Saeed und Sarah, die sich auf den Weg durch die Stadt machen, um die Brille der Oma zu reparieren. Die brasilianische Produktion TITO E OS PÁSSAROS (Tito und die Vögel, BR 2018, R: Gustavo Steinberg, Gabriel Bitar, André Catoto Dias) läuft am Samstag, 22. September, um 11 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums und am Montag, 24. September, um 8:30 Uhr im CineStar Metropolis. Der Animationsfilm behandelt das Thema Angst auf sehr fantasievolle Weise: Als eine Seuche ausbricht, die nur Menschen befällt, die vor etwas Angst haben, sucht Tito mit seinen Freunden nach seinem Vater, einem Vogelforscher. Auf diese Weise erhoffen sich die Kinder, das Gegenmittel zu finden. Einer der Regisseure, André Catoto Dias, steht den Kindern und Jugendlichen im Filmgespräch Rede und Antwort.

In der Sektion 13+ wird ebenfalls eine brasilianische Produktion, FERRUGEM (Rost, BR 2018, R: Aly Muritiba), präsentiert. Zu sehen ist das kritische Porträt einer Jugend im digitalen Zeitalter am Freitag, 21. September, um 16 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums sowie am Dienstag, 25. September, um 11 Uhr im CineStar Metropolis. An beiden Terminen ist der Regisseur zur Präsentation der deutschen Premiere anwesend. Auch zur Deutschlandpremiere von HOM (Zuhause, KR 2017) kommt der Regisseur Jong-woo Kim nach Frankfurt ins Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, um sich mit dem Publikum über sein Werk auszutauschen. HOM ist am Sonntag, 23. September, um 12 Uhr im Cinema am Roßmarkt, und am Dienstag, 25. September, im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen. Der Film richtet den Blick auf die fremde Familiensituation der Halbbrüder Jun-ho und Sung-ho, nachdem ihre Mutter ins Koma fällt.

Impressionen vor dem Kinosaal im UG des Filmmuseums. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen vor dem Kinosaal im UG des Filmmuseums. © Foto: Diether v. Goddenthow

Preise
Bei LUCAS sind in diesem Jahr neun Preise zu gewinnen. Die Jurys der Sektionen 8+ und 13+ setzen sich paritätisch aus jungen Filmfans und Branchenprofis zusammen. Gemeinsam vergeben sie jeweils den Preis für den besten Langfilm (5.000 Euro) und den Preis für den besten Kurzfilm (2.000 Euro). Sechs Jugendliche aus Polen, Finnland und Deutschland entscheiden in ihrer Sektion 16+ | Youngsters über die Vergabe des LUCAS Youngsters Awards. Die Festivalbesucher/innen stimmen unter allen Langfilmen über den undotierten Publikumspreis ab. Zu Gast ist außerdem eine Jury der ECFA (European Children’s Film Association). Zusätzlich verleiht Cinema without Borders in diesem Jahr erstmals den Bridging the Borders Award an einen Langfilm, der sich besonders für interkulturellen Austausch engagiert.

Minis / Young European Cinephiles / Klassiker
Auch abseits der Filmwettbewerbe bietet LUCAS den Festivalbesucher/innen ein Filmprogramm, das für alle von vier Jahren bis 18plus etwas bietet. Seine jüngsten Kinogäste im Vorschulalter möchte LUCAS in den zwei interaktiven Minis-Programmen: EINE STADT ENTSTEHT IM KINO und SILHOUETTENFILM für Kino begeistern. Kindern von vier Jahren an will LUCAS die Phantasie anregende erste Kinoerfahrungen bieten. Dieses Jahr dreht sich bei den Minis alles um das filmische Zusammenspiel von Licht und Schatten.

Die Young European Cinephiles, vier filmliebende Jugendliche aus Griechenland und Deutschland, kuratierten ihre eigene Filmreihe zum Thema virtuelle Realitäten, die sie an drei Abenden, vom 20. bis 22. September jeweils um 20:30 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, präsentieren. Am Donnerstag geht es los mit TRANSCENDENCE (US 2015, R: Wally Pfister), am Freitag läuft READY PLAYER ONE (US 2018, R: Steven Spielberg) und am Samstag schließen die Young European Cinephiles ab mit THE THIRTEENTH FLOOR (The 13th Floor – Bist du, was du denkst?, US 1999, R: Josef Rusnak).

Mit den Klassikern reist LUCAS zurück in die 1980er Jahre und lädt junge und erwachsene Kinogäste ein, die folgenden Klassiker aus der Kinder- und Jugendfilmgeschichte (wieder) zu entdecken: STAND BY ME (US 1986, R: Rob Reiner), THE GOONIES (Die Goonies, US 1985, R: Richard Donner) und E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL (E. T. – Der Außerirdische, US 1982, R: Steven Spielberg). Außerdem präsentiert das FILMmobil MOREN TANZT (DE 1903, R: Julius Neubronner), DANSE DU FEU (FR 1899, R: Georges Méliès) und weitere Filme, die Jugendliche vertont haben.

Partizipation heißt bei LUCAS Mitmischen!

Bereits während des Museumsuferfestes Ende August gab es im LUCAS-Zelt Infos über die vielfältigen Mitmachangebote während der Festivalwoche. © Foto: Diether v. Goddenthow
Bereits während des Museumsuferfestes Ende August gab es im LUCAS-Zelt Infos über die vielfältigen Mitmachangebote während der Festivalwoche. © Foto: Diether v. Goddenthow

LUCAS lädt vor allem zum Filmeschauen ein – und zum Mitmachen. LUCAS vertritt die Ansicht: Filmbildung kann nur dann richtig ansetzen, wenn eine intensive Auseinandersetzung mit dem Werk auf das Screening folgt. So bietet das Festival den Besucher/innen nach jeder Vorführung ein Filmgespräch direkt im Kino, oftmals auch mit Filmschaffenden. Gruppen, die sich noch einmal umfassend mit dem Gesehenen auseinandersetzen wollen, können kostenfreie Leinwandgespräche buchen. Filmpädagog/innen und Filmemacher/innen sprechen mit den Teilnehmer/innen über deren Eindrücke sowie die Filmästhetik des Werks. Darüber hinaus haben Kinder und Jugendliche verschiedene Möglichkeiten, das Festival zu gestalten. Als Festivalreporter/innen, Filmkritiker/innen, Programmkurator/innen, Moderator/innen oder als Mitglied der Jury machen sie sich LUCAS zu eigen. Neu auf der Agenda ist dieses Jahr das Projekt „LUCAS dokt“, in dem Jugendlich eine Festivaldokumentation produzieren.

Auf der Lucas-Site erfahren Sie alle weiteren Infos sowie das Programm und alle Veranstaltungsorte im Detail!

 

Museumsuferfest 2018 im Deutschen Filmmuseum Freitag, 24., bis Sonntag, 26. August

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Das letzte Augustwochenende steht in Frankfurt traditionell im Zeichen des Museumsuferfests. Auch in diesem Jahr wird wieder ein reichhaltiges Angebot in den zahlreichen Ausstellungshäusern und auf Bühnen entlang des Mains geboten.

Das Deutsche Filmmuseum feiert 2018 das 50. Jubiläum der Erstaufführung von Stanley Kubricks 2001: A SPACE ODYSSEY (GB/US 1968). Mit der Sonderausstellung Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY, der Dauerausstellung und einem vielfältigen Programm vor und im Haus sowie im Kino wird den Besucher/innen an den drei Festtagen einiges geboten.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben im Deutschen Filmmuseum beim Museumsuferfest 2018 freien Eintritt.


Erwachsene haben mit dem Museumsuferfest-Button (7 Euro) freien Eintritt in den teilnehmenden Museen für die Dauer des Festes (Freitag, 24.8., ab 15 Uhr bis Sonntag, 26.8.2018).

Öffnungszeiten während des Fests:
Fr 10-20 Uhr
Sa 10-22 Uhr
So 10-20 Uhr

Programm

Samstag, 25. August

10 – 18 Uhr
LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans: Mitmach-Aktionen im Kreativzelt
10 – 18 Uhr
Tombola am Stand der freunde des deutschen filminstituts/deutschen filmmuseums e.V.
10 – 22 Uhr
Ausstellungsquiz
10 – 22 Uhr
Filmflohmarkt: Plakate, Setfotos und mehr
12 – 17 Uhr
Stündlich: Führungen durch die Dauerausstellung und Sonderausstellung
14 / 17 Uhr
201 x 2001: Buchpräsentation zur Ausstellung Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY
14 – 22 Uhr
BlueBox-Aktion mit Fotos zum Mitnehmen

Sonntag, 26. August

10 – 18 Uhr
LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans: Mitmach-Aktionen im Kreativzelt
10 – 18 Uhr
Tombola am Stand der freunde des deutschen filminstituts/deutschen filmmuseums e.V.
10 – 20 Uhr
Ausstellungsquiz
10 – 20 Uhr
Filmflohmarkt: Plakate, Setfotos und mehr
12 – 17 Uhr
stündlich: Führungen durch die Dauerausstellung
14 / 17 Uhr
201 x 2001: Buchpräsentation zur Ausstellung Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY
14 – 20 Uhr
BlueBox-Aktion mit Fotos zum Mitnehmen

Im Kino

* Eintritt mit Museumsuferfest-Button: zusätzlich 4 €. Karten an der Museumskasse.

Freitag, 24. August
16:15 Uhr
2001: Ein Griff nach den Sternen zwischen Film und Wirklichkeit
Gespräch mit Fabiano Pinto (Physikalischer Verein Frankfurt) und Nils Daniel Peiler. 60 Minuten

20:30 Uhr
KURZFILMPROGRAMM: Kurzfilme, die von Stanley Kubricks 2001: A SPACE ODYSSEY inspiriert wurden – Kuratiert und präsentiert von Nils Daniel Peiler*

Samstag, 25. August
14:00 Uhr
KURZFILMPROGRAMM: Best of LUCAS #40 (ca. 60 Min.)· Eintritt: frei mit Museumsuferfest-Button

16:00 Uhr
KINDERKINO: UNSERE ERDE 2 (GB/CN 2017. 95 Min. DF) · Eintritt: frei mit Museumsuferfest-Button
Empfohlen ab 7 Jahren

20:00 Uhr
A CLOCKWORK ORANGE (GB 1971, R: Stanley Kubrick, 137 Min. OF)*

Sonntag, 26. August
14:00 Uhr
KURZFILMPROGRAMM: Best of LUCAS #40 (ca. 60 Min.)· Eintritt: frei mit Museumsuferfest-Button

15:00 Uhr
KINDERKINO: UNSERE ERDE 2 (GB/CN 2017. 95 Min. DF) · Eintritt: frei mit Museumsuferfest-Button
Empfohlen ab 7 Jahren

17:30 Uhr
EYES WIDE SHUT (GB 1991, R: Stanley Kubrick, 159 Min, OmU)*

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans Programm der Festivalwoche vom 20. bis 27. September online

 © Deutsches Filminstitut Frankfurt
© Deutsches Filminstitut Frankfurt

Internationales Filmschaffen für ein junges Publikum im Alter von vier Jahren bis 18plus präsentiert LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans eine ganze Woche lang, von Donnerstag, 20., bis Donnerstag, 27. September. Neben den Sektionen 8+ und 13+ gibt es im Wettbewerb die neue Sektion 16+ | Youngsters – mit Werken für Kinobesucher/innen von 16 Jahren an.

Mehr als 60 Filme geben den Kinobesucher/innen im Deutschen Filmmuseum und an weiteren Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden Einblicke in die Lebenswelten von Gleichaltrigen in fernen Ländern. Sie spiegeln die Realität von Heranwachsenden in aller Welt und schaffen dabei neue Perspektiven. Insgesamt konkurrieren 21 Langfilme, darunter sechs Deutschlandpremieren, und weitere 21 Kurzfilme um einen der begehrten LUCAS-Preise. Alle Wettbewerbsfilme sind in Originalfassung mit Untertiteln zu sehen. Wettbewerbsfilme mit einer Altersempfehlung bis einschließlich 14 Jahre werden zusätzlich live im Kino auf Deutsch eingesprochen.

Langfilm-Wettbewerb Sektion 8+
In Norwegen gelten Kabeljauzungen als Delikatesse und traditionell sind Kinder dafür zuständig, die Zungen herauszuschneiden. Als Zungenschneiderin behauptet sich auch die neunjährige Ylva in dem Dokumentarfilm TUNGESKJÆRNE (Zungenschneider, NO 2017, R: Solveig Melkeraaen). Die Arbeit fällt ihr leichter, als sie den elfjährigen Tobias kennenlernt. Ein packendes Abenteuer mit Tiefgang ist TITO E OS PÁSSAROS (Tito und die Vögel, BR 2018, R: Gustavo Steinberg). Um das Gegenmittel für eine Seuche zu finden, sucht Tito mit seinen Freunden nach seinem Vater, einem Vogelforscher. In Italien geht die elfjährige Silvia in LA FUGA (Abenteuer Rom, CH/IT 2017, R: Sandra Vannucchi) ganz allein auf Reisen. Auf der Zugfahrt nach Rom begegnet sie der unerschrockenen Emina, die sie schließlich bei sich in einer Romasiedlung übernachten lässt. Ihre Eltern machen sich voller Sorge auf die Suche nach ihrer Tochter. Wegen eines Einbruchs bei ihrer strengen Tante, steckt Julka in TARAPATY (Ärger Hoch Zwei, PL 2017, R: Marta Karwowska) plötzlich mitten in einem Kriminalfall. Wie gut, dass der Nachbarsjunge Oleg ihr bei den Ermittlungen hilft. Die schwungvolle Komödie JEG ER WILLIAM (Ich bin William, DK 2017, R: Jonas Elmer) gibt Einblick in Williams Leben zwischen seinem pessimistischen Onkel und seiner Mutter, die stumm im Heim lebt und ihm rätselhafte Notizen zusteckt. Die deutsch-kenianische Produktion SUPA MODO (2018, R: Likarion Wainaina) erzählt eine mitreißende Geschichte über die Kraft der Fantasie und über das Abschiednehmen. Die neunjährige Jo liegt krank im Bett, möchte aber lieber als Superheldin durch die Lüfte fliegen. Mithilfe ihrer Schwester wird ihr größter Traum wahr. Vom Abschiednehmen handelt auch SEKALA NISKALA (Sichtbar und Unsichtbar, ID/NL/AU/QA 2017, R: Kamila Andini). In den magischen Traumwelten der zehnjährigen Tantri verschwimmen die schmerzliche Realität ihres sterbenden Zwillingsbruders mit ihrer Fantasie und Hoffnung. EJNAK (Die Brille, IR 2017, R: Reza Aghaei) erzählt mit genauem Blick für kleine Gesten von den Geschwistern Saeed und Sarah, die sich auf eigene Faust auf den Weg durch die Stadt machen, um die Brille der Oma reparieren zu lassen.

Langfilm-Wettbewerb Sektion 13+
Katharina Mücksteins L’ANIMALE (AT 2018) führt in die niederösterreichische Provinz. Nach der Schule will Mati Tierärztin werden. Vorerst aber hängt sie mit ihrer Jungsclique ab. Doch genau wie zwischen ihren Eltern zuhause werden auch die Spannungen in ihrer Clique immer größer. In AMATÖRER (Amateure, SE 2018) produzieren die gelangweilten Freundinnen Dana und Aida ein Promo-Video über ihre öde Heimatstadt Lafors. Bald erfahren sie jedoch, dass ihr im Film dargestelltes Bild der Stadt den Erwachsenen nicht passt: Gabriela Pichler schuf hier ein humorvolles Plädoyer für die Meinungsfreiheit. In HOM (Zuhause, KR 2017, R: Jong-woo Kim) fällt die alleinstehende Mutter der Halbbrüder Jun-ho und Sung-ho ins Koma. Als Sung-hos Vater diesen bei sich aufnimmt, scheint sich auch Jun-ho einen Platz in der neuen Familie zu erobern, doch er spürt, dass das ungewohnte Zuhause für ihn als Fremdling fragil bleibt. Ein einfühlsames Coming-of-Age-Debüt mit musikalischem Schwung ist SATURDAY CHURCH (US 2017, R: Damon Cardasis). Der sensible 14-jährige Ulysses aus der New Yorker Bronx zieht sich am liebsten in Fantasien zurück. In der Saturday Church, einer Transgender-Gemeinschaft, findet er Anschluss und schließlich zu sich selbst. In ganz verschiedene Identitäten und Rollen schlüpft Madeline in MADELINE’S MADELINE (Madelines Madeline, US 2018; R: Josephine Decker) – sowohl auf der Bühne als auch im realen Leben. Unterstützung erfährt sie zunächst durch die charismatische Theaterregisseurin Evangeline. Doch die reizt das Talent der 14-Jährigen rücksichtslos aus. Eine Punk-Romanze mit authentischem und liebevollem Blick auf die Protagonist/innen und ihre Suche nach Identität ist LES FAUX TATOUAGES (Fake Tattoos, CA 2017, R: Pascal Plante): Mag und Théo verlieben sich auf einem Konzert Hals über Kopf. Ihnen bleibt jedoch nur ein gemeinsamer Sommer in Montréal. Auch in JORDGUBBSLANDET (Erdbeerland, SE 2016, R: Wiktor Ericsson) gestaltet es sich nicht einfach mit der Liebe. Als billiger Erntehelfer schuftet Wotjek auf den Erdbeerfeldern Südschwedens und verliebt sich ausgerechnet in Annelie, die Tochter des Grundbesitzers. Als er sich heimlich mit ihr trifft, kommt es zum Eklat. Sensibel erzählt der Film vom Loslösen von den Eltern und der ersten Liebe in einer Welt voller Vorurteile. Ein kritisches Porträt einer Jugend im digitalen Zeitalter ist die brasilianische Produktion FERRUGEM (Rost, BR 2018, R: Aly Muritiba). Als ein Sex-Video von Tati und ihrem Exfreund auf einer Pornowebsite landet, unternimmt sie in ihrer Verzweiflung einen drastischen Schritt.

Langfilm-Wettbewerb Sektion 16+ | Youngsters
RAFIKI (ZA/DE/NL/FR/KE/NO 2018, R: Wanuri Kahiu) ist eine bunte, queer-feministische Ansage von einem Film. Die jungen Frauen Kena und Ziki widersetzen sich der in Kenias Hauptstadt Nairobi vorherrschenden Homophobie und beginnen selbstbestimmt zu leben. In seinem Regie-Debüt VIRÁGVÖLGY (Blossom Valley, HU 2018) erzählt László Csuja von einem ungewöhnlichem Duo, das auf der Suche nach Geborgenheit mit einem entführten Baby im geklautem Wohnwagen durchbrennen will. In der irischen Produktion KISSING CANDICE (IE 2017, R: Aoife McArdle) wird die 17-jährige Candice fast gekidnappt. Als sie einen Epilepsie-Anfall erleidet, bleibt einer der Angreifer an ihrer Seite. In ihm erkennt Candice den jungen Mann, der seit einiger Zeit auf unerklärliche Weise ihre Träume beherrscht. Angesiedelt in den verarmten Schichten der afroamerikanischen Community Philadelphias blickt NIGHT COMES ON (US 2018, R: Jordana Spiro) auf das Leben von Kids, die sich selbst überlassen sind: Mit einer Pistole in der Handtasche machen sich die gerade aus dem Jugendknast entlassene Angel und ihre Schwester auf den Weg zum Vater, der am Atlantik ein Haus haben soll. MATAR A JESÚS (Killing Jesus, CO/AR 2017, R: Laura Mora) widmet sich den komplexen Fragen, die sich angesichts existenzieller Gewalterfahrungen stellen. In Medellín in Kolumbien wird der Vater von Paula alias Lita bei einem Attentat getötet. Plötzlich steht er vor ihr: Jesús, der Mörder ihres Vaters.

Wettbewerb Kurzfilme Sektion 8+ und 13+
21 Kurzfilme, allesamt Deutschlandpremieren, sind in den Alterssektionen 8+ und 13+ zu sehen. In vier Programmen erwartet die Festivalbesucher/innen ein breites Spektrum internationaler Animations-, Dokumentar- und Spielfilme, unter anderem aus Dänemark, Kanada, den Niederlanden und Mexiko. Ausgenommen des Kurzfilmprogramms, das ab 15 Jahren empfohlen ist, werden alle mit deutscher Live-Einsprache präsentiert.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Kurzfilmen auf:
lucas-filmfestival.de/programm-2018/wettbewerb-2018/

LUCAS-Preise
Am Ende der Festivalwoche winkt in der kommenden Festivalausgabe ein Preis mehr als im vergangenen Jahr: Über insgesamt sechs LUCAS-Preise entscheiden Kinder, Jugendliche und Branchenprofis in drei Jurys. Je drei erwachsene und junge Filmfans vergeben in den Sektionen 8+ und 13+ den „Preis für den besten Langfilm“ (je 5.000 Euro) und den „Preis für den besten Kurzfilm“ (je 2.000 Euro). Unter den Langfilmen der Sektion 13+ wird außerdem der „Preis für eine außergewöhnliche cineastische Leistung“ (2.000 Euro) vergeben. Den LUCAS Youngsters Award (3.000 Euro) verleiht die sechsköpfige Youngsters-Jury. Die 16- bis 18-jährigen Cineast/innen kommen aus Polen, Deutschland und Finnland. Zusätzlich verleihen Festivalbesucher/innen unter allen Langfilmbeiträgen der Wettbewerbe den undotierten Publikumspreis. Eine eigene ECFA-Jury (European Children’s Film Association) sichtet die LUCAS-Filme darüber hinaus für den ECFA-Award.

Filme und Programm für alle Altersgruppen
Neben den Filmwettbewerben bietet LUCAS ein umfangreiches Programm, das sich an ein Publikum im Alter von vier Jahren bis 18plus richtet. In der Sektion Minis vermittelt LUCAS seinen jüngsten Besucher/innen von vier Jahren an Film als Kunstform, wenn in interaktiven Programmen Licht und Schatten zum Leben erwachen. Erwachsenentauglich sind dagegen nicht nur die Filme der Sektion 16+ | Youngsters. Auch die Young European Cinephiles, vier festivalerprobte Filmfans aus Europa, präsentieren ihre eigens kuratierte Filmreihe zum Thema virtuelle Realität in der Abendschiene. Zurück in die 1980er Jahre geht es in der Reihe Klassiker, die Kultfilme aus diesem Filmjahrzehnt präsentiert.

Weitere Informationen zum Programm unter: lucas-filmfestival.de

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, bei denen wir uns für ihre Unterstützung bedanken. Zu diesen zählen die Stadt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HessenFilm und Medien, die Stadt Eschborn, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Fraport AG, der Förderkreis des Deutschen Filminstituts, die Nassauische Sparkasse, die Naspa Stiftung, die Fazit-Stiftung und das U.S. Generalkonsulat Frankfurt. Das Projekt „LUCAS dokt!“ wird ermöglicht durch „kunstvoll“, dem Programm zur Förderung kultureller Bildung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Der Familientag „LUCAS digital“ wird mit Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner SKODA AUTO Deutschland.

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

WERKSCHAU STANLEY KUBRICK – vom 1. bis 29. August 2018 im Filmmuseum Frankfurt

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

WERKSCHAU STANLEY KUBRICK
Filmreihe zum Kultregisseur von Mittwoch, 1., bis Mittwoch, 29. August, im Kino des Deutschen Filmmuseums

Er war einer der ganz Großen des internationalen Kinos: Stanley Kubrick (1928-1999) begeisterte Zuschauer/innen weltweit mit seinen Meisterwerken unterschiedlicher Genres. Das Deutsche Filmmuseum bekam 2003 Zugang zu Kubricks umfangreichem Archiv und kuratierte die bislang erste und einzige Ausstellung über das Werk des Ausnahme-Regisseurs, die seither durch die Welt tourt.

Anlässlich der aktuellen Sonderausstellung zu 2001: A SPACE ODYSSEY präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums nun eine Werkschau, bei der, mit Ausnahme der bereits im Begleitprogramm gezeigten ersten beiden Langfilme sowie des derzeit für Kinovorführungen gesperrten DR. STRANGELOVE, noch einmal alle Spielfilme von Stanley Kubrick zu sehen sind. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei die Vorführung der beim Filmfestival in Cannes vorgestellten neuen 70mm- Kopie von 2001: A SPACE ODYSSEY, die nun erstmals in Frankfurt zu sehen ist.

Alle Filme der Werkschau sind in ihren analogen Originalfassungen in gut bis sehr gut erhaltenen Kopien zu sehen – eine inzwischen seltene Gelegenheit, Kubricks Filme in dieser Form noch einmal oder zum ersten Mal auf der Kinoleinwand zu entdecken.

Ausführliche Filmbeschreibungen unter: http://bit.ly/dfm-kubrick-werkschau

Termine:

Mittwoch, 1. August, 20:30 Uhr und Freitag, 3.August, 18 Uhr
THE KILLING Die Rechnung ging nicht auf (US 1956. R: Stanley Kubrick)

Samstag, 4. August, 20:30 Uhr
PATHS OF GLORY Wege zum Ruhm (US 1957. R: Stanley Kubrick)

Sonntag, 5. August, 19:30 Uhr und Sonntag, 12. August, 17 Uhr
SPARTACUS (US 1960. R: Stanley Kubrick)

Mittwoch, 8. August, 20:30 Uhr und Freitag, 10. August, 17:30 Uhr
LOLITA (GB/US 1962. R: Stanley Kubrick)

Donnerstag, 9.August, 20:15 Uhr mit Vortrag (Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr) und Samstag, 11.August, 20:15 Uhr
FULL METAL JACKET (GB/US 1987. R: Stanley Kubrick)

Mittwoch, 15. August, 20 Uhr und Sonntag, 19. August, 17 Uhr
BARRY LYNDON (GB 1975. R: Stanley Kubrick)

Donnerstag, 16. August, 20:30 Uhr, Freitag, 17. August, 20:30 Uhr, und Samstag, 18. August, 17:30 Uhr
2001: A SPACE ODYSSEY 2001: Odyssee im Weltraum (GB/US 1968. R: Stanley Kubrick)

Freitag, 24.August, 18 Uhr und Samstag, 25. August (Museumsuferfest), 20 Uhr
A CLOCKWORK ORANGE Uhrwerk Orange (GB 1971. R: Stanley Kubrick)

Sonntag, 26.August (Museumsuferfest), 17:30 Uhr und Freitag, 31. August, 17:30 Uhr
EYES WIDE SHUT (GB 1999. R: Stanley Kubrick)

Mittwoch, 29. August, 20:30 Uhr
THE SHINING Shining (GB/US 1980. R: Stanley Kubrick)

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Sonderausstellung:
Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY
21. März bis 23. September 2018
2001.deutsches-filmmuseum.de

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 41. Ausgabe vom 20. bis 27. September in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach

Junge Juror/innen der Sektion 8+ und 13+ für LUCAS - Internationales Festival für junge Filmfans.  © DFI
Junge Juror/innen der Sektion 8+ und 13+ für LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans. © DFI

Junge Juror/innen der Sektion 8+ und 13+ stehen fest

Eine Woche lang jeden Morgen ins Kino statt in die Schule? Für die sechs neuen Jurymitglieder von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird das vom 20. bis 27. September Wirklichkeit. Dann geht das vom Deutschen Filminstitut veranstaltete Festival, das aktuelles internationales Filmschaffen für ein junges Publikum von vier Jahren an bis 18plus präsentiert, in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden über die Bühne. Die Filmliebhaber/innen im Alter von zehn bis 17 Jahren werden eine Woche lang den ganzen Tag Filme schauen und befinden am Ende zusammen mit den erwachsenen Jury-Kolleg/innen aus der Filmbranche in den Alterssektionen 8+ und 13+ über die besten Filme. Eine durchaus anspruchsvolle, mit vielen Diskussionen verbundene Aufgabe.

Die zwölfjährige Constanze Groß und der ein Jahr jüngere Jakob Weiß sind der Meinung, dass Filme Menschen dabei helfen können, mit bestimmten Situationen im Leben umzugehen. Der älteste der Truppe, Joshua Kiefer (17), fügt hinzu: „Von Filmen kann man lernen, auch mal die Probleme des Alltags zu vergessen und zu erkennen, dass sie nicht so wichtig sind, wie sie manchmal scheinen.“ Filme ermunterten dazu, ergänzt der 14-jährige Paul Riedel, „dass man seiner Kreativität freien Lauf lässt“ und „dass man auch mal kitschig und übertrieben sein und träumen darf“, so die 15-jährige Elisabeth Felgenhauer. Schließlich sei „das Leben doch sonst schon ernst genug.“

Elena Koschwitz (10) aus Frankfurt freut sich vor allem auf die Zusammenarbeit mit den anderen Jury-Kindern. Ihren Jury-Kollegen Jakob interessiert insbesondere, wie die erwachsenen Profis die Filme kommentieren. Am liebsten geht Jakob mit seinen Freunden ins Kino, „weil mich interessiert, was sie von dem Film halten. Kinder in meinem Alter haben andere Ansichten als Erwachsene.“ Elisabeths Lieblingsfilm ist SINGIN‘ IN THE RAIN (US, 1952, R: Gene Kelly, Stanley Donen). Was einen guten Film auszeichnet? „Für mich muss alles zusammenpassen. Im Endeffekt ist ein Film ein Gesamtkunstwerk.“ Für Paul, der bei Aschaffenburg lebt, sind es die guten Filme, die nachhaltig im Kopf bleiben. Auf die Frage, warum er Teil der Jury werden wollte, antwortet er: „Weil ich auch Filme abseits des Mainstreams kennenlernen möchte.“

LUCAS zeichnet sich jedoch nicht allein durch das qualitativ hochwertige Filmprogramm aus. Das Ziel von LUCAS ist es, jungen Menschen internationale filmische Werke näher zu bringen und die Begegnung mit der Filmkunst und den Kreativen, die dahinter stehen zu fördern. Das funktioniert am besten, wenn die Kinder und Jugendlichen Film nicht nur als Kinobesucher/innen wahrnehmen, sondern ins Festivalgeschehen einbezogen werden. Unter dem Label Mitmischen! sind Nachwuchscineast/innen dazu eingeladen, aktiv am Festival teilzuhaben. Mit am meisten freuen sich die jungen Juror/innen darauf, im Austausch mit den internationalen Filmschaffenden hinter die Kulissen eines Filmdrehs zu blicken, von ihren Erfahrungen zu hören und ihre eigenen Wahrnehmungen mitzuteilen. Elena und Paul würden gerne selbst einmal einen Film produzieren. Elena gefallen die Filme der HARRY POTTER Reihe besonders gut (US/GB, 2001-2011, R: Chris Columbus, Alfonso Cuarón, Mike Newell, David Yates). Wenn sie selbst mal als Regisseurin aktiv wird, würde sie wohl einen Action-Film drehen, sagt sie.

Die Erfahrung, dass Kino außerhalb von Deutschland ganz anders sein kann, hat Joshua in Malta gemacht. Als er sich WONDER WOMAN (US, 2017, R: Patty Jenkins) ansah, wurde der Film plötzlich in der Mitte gestoppt, nur damit sich die Kinobesucher/innen frisches Popcorn holen konnten. „Als der Typ am Schalter unsere verständnislosen Blicke sah, erklärte er uns: ‚It’s like a tradition here.'“ Die Vorfreude der Jurymitglieder darauf, eine Woche im Kino in Filmwelten abzutauchen, ist groß. „Wenn ich im Kino bin, kann ich mich ganz auf den Film einlassen und ich werde nicht durch mein Handy oder Hausaufgaben abgelenkt“, sagt Elisabeth. Als Bonus nennt sie die Tatsache, eine Woche schulfrei zu haben.

Interessierte, die gerne bei LUCAS mitmachen möchten, können beim aktuellen Festival noch als Moderator/in, Filmkritiker/in oder Festivalreporter/in mitmischen und mitgestalten.

Weitere Informationen: lucas-filmfestival.de

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Sonderausstellung:
Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY
März bis 23. September 2018
2001.deutsches-filmmuseum.de

Mit Kulturticket freier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für Studis der Goethe-Uni

SOS-Brutalismus - Architektur-Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow
SOS-Brutalismus – Architektur-Museum Frankfurt Foto: Diether v. Goddenthow

ABER HALL0,-: Kulturticket für Studierende der Goethe-Universität und der Frankfurt University of Applied Sciences
Die Goethe Card, der Studierendenausweis der Goethe-Universität Frankfurt und der STUDY-CHIP, der Studierendenausweis der Frankfurt University of Applied Sciences, werden in 18 Museen der Stadt zum Kulturticket.
Einfach die Goethe Card oder den STUDY-CHIP an der Museumskasse vorzeigen und Geschichte, Architektur, alte, moderne und angewandte Kunst studieren und genießen.

Der freie Eintritt wird in Kooperation mit dem AStA der Goethe-Universität bzw. dem AStA der Frankfurt University of Applied Sciences angeboten und gilt für rund 60 000 Studierende in folgenden Häusern:
Archäologisches Museum
Caricatura Museum
Deutsches Architekturmuseum
Deutsches Filmmuseum
Hindemith Kabinett
Historisches Museum
Ikonen-Museum
Institut für Stadtgeschichte
Jüdisches Museum
Junges Museum
MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst
MMK 2 des MMK Museum für Moderne Kunst
MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst
Museum Angewandte Kunst
Museum Giersch der Goethe-Universität
Museum Judengasse
Porzellan Museum
Weltkulturen Museum

Die Museumsparks und -cafés mit Blick auf die Skyline laden zu entspannten Pausen zwischen dem Museums-Hopping ein.

Kongress Zukunft Deutscher Film am 5.-6.04.2018 parallel zum 11. Lichterfilmfest Frankfurt

filmkongresszukunft

Das Programm zu den Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur 5.+ 6. April 2018 im Frankfurter Zoo-Gesellschaftshaus

Das System der deutschen Filmförderung sorgt seit vielen Jahren für immer mehr Unmut in der Filmbranche. Zugleich leidet das Image des deutschen Films insgesamt. Was also muss getan werden, damit der deutsche Film wieder eine Zukunft hat? Ziel des Kongresses, der das 11. LICHTER Filmfest Frankfurt flankiert, sind konkrete Handlungsaufforderungen an die filmpolitischen Entscheiderinnen und Entscheider, damit sich das Filmfördersystem erneuern kann. Diese werden Publikum und Presse am Freitag, den 06. April um 18.00 Uhr im Rahmen des Abschlusspanels vorgestellt. 139,2 Millionen Menschen gingen 2015 in Deutschland ins Kino, 27,5 Prozent davon sahen deutsche Filme. Das ist zwar ein Rekord, dabei wird aber übersehen, dass kaum deutsche Filme mehr als 8.000 Zuschauer hatten, die große Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer sich also auf einige sehr wenige Titel konzentrierte. Bei rund 250 Kinostarts in Deutschland pro Jahr besteht die große Herausforderung darin, einzelne Werke für das Publikum überhaupt sichtbar zu machen. Ein ähnliches Schicksal ereilt anspruchsvolles europäisches Kino in den deutschen Kinos und Fernsehsendern. Kino muss neue Wege denken, damit es in Zeiten dauernder Verfügbarkeit audiovisueller Inhalte überleben kann. Die Ausrichter des Kongresses glauben an das Kino und widmen daher zwei Tage der Diskussion und dem Erarbeiten neuer Möglichkeiten.

Runde Tische, öffentliche Panels und neue Lösungswege

Parallel zu öffentlichen Podiumsdiskussionen und Vorträgen zu den drei Themenkomplexen Förderung & Finanzen, Ausbildung & Nachwuchs und Distribution & Kinokultur, der Filmreihe „Zukunft Deutscher Film“ und Veranstaltungen wie z.B. einem Videoschnipselvortrag von Jürgen Kuttner werden an drei runden Tischen zu den Kernthemen konkrete Handlungsvorschläge erarbeitet, die Anstöße für Veränderungen in die Politik und die Branche tragen sollen.

Zwischen den öffentlichen Panels, dem Publikum und den runden Tischen soll dabei ein Austausch entstehen, die Kongressteilnehmer sind ebenfalls aufgefordert, eigene Thesen und Handlungsaufforderungen einzureichen und zu twittern und unter #ZuDeuFi der Diskussion zu noch mehr Sichtbarkeit zu verhelfen.

Denn: Vieles muss sich ändern, darüber sind sich das Publikum und die Filmschaffenden in Deutschland branchen- und institutionsübergreifend einig. Doch wie kann es gelingen, dass internationale Erfolge wie Victoria oder Toni Erdmann keine Solitäre bleiben? Dass der deutsche Film wieder zum Publikum findet, sich die gesellschaftliche Vielfalt auf beiden Seiten der Kamera widerspiegelt, Filmschaffende von ihrer Arbeit leben können und das Kino als gesellschaftlich relevanter Ort erhalten bleibt? Welche neuen Auswertungs- und Distributionsmöglichkeiten gibt es? Kino hat das Potenzial, Erfahrungen zu vermitteln, Gemeinschaft zu stiften und auch politische Impulse zu setzen. Politische Impulse möchte auch unser Kongress setzen – mit europäischem Weitblick. Die Veranstalter erwarten Gäste aus Nachbarländern, die von ihren Arbeits- und Förderbedingungen berichten werden.

Das Programm

Edgar Reitz ist Pate des Kongresses und wird neben Lars Henrik Gass und Laura Walde am Donnerstag-Abendpanel teilnehmen, das sich der Frage widmet, wie eine deutsche Kinokultur gestärkt werden kann. Sophia Gräfe wird das Panel moderieren. Auf die Vorstellung des Projekts 6 Minuten 66 durch Julius Feldmeier folgt eine Diskussion darüber, wie die (junge) Filmbranche über sich selbst denkt. Daran beteiligen sich unter anderem die Regisseurinnen und Regisseure Julius Feldmeier, Jakob Lass, Tini Tüllmann und Dietrich Brüggemann.

Beim „Forum Europa“ werden Thomas Gammeltoft, Fabian Eder, Daniel Ebner, Prof. Andrew Higson und andere über die Arbeits- und Förderbedingungen im europäischen Ausland sprechen, Rüdiger Suchsland wird dieses moderieren. Lars Henrik Gass und Jascha Alleyne werden mit Florian Krautkrämer darüber sprechen, ob Filmförderung widerspruchsfrei sein kann. Darüber hinaus haben unter anderem bereits Dr. Bettina Reitz, Anna Schoeppe, Svenja Böttger, Martin Hagemann, Dr. Julia von Heinz, Linda Söfker, Anna de Paoli, Alfred Holighaus und Daniel Sponsel für den Kongress zugesagt.

Gefördert wird der Kongress von HessenFilm & Medien GmbH und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt, wissenschaftlich begleitet von den Kooperationspartnern Deutsches Filminstitut – DIF e.V. und der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Eine Übersicht über das gesamte Programm und alle bisher bestätigten Teilnehmer finden Sie im Anhang der Pressemitteilung und stets aktuell unter: https://lichterfilmfest.de/programm/zukunft-deutscher-film/

Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY – Ausstellung mit Begleitfilmreihe im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

© Foto: atelier-Goddenthow
© Foto: atelier-Goddenthow

Kubricks 2001. 50 Jahre A SPACE ODYSSEY
Ausstellung im Deutschen Filmmuseum (21. März bis 23. September 2018)
Begleitfilmreihe mit Vorträgen im März im Kino des Deutschen Filmmuseums

Freitag, 23. März, 20:15 Uhr
Vortrag LICHT-INSZENIERUNG IN 2001: A SPACE ODYSSEY und weiteren Filmen Stanley Kubricks von Thomas Koebner (Berlin)
Kubricks Bildgestaltung offenbart ein Interesse an ornamentalen Strukturen, häufig in Szenen, die an imaginierten Schauplätzen außerhalb der Erde spielen. Künstliche Effekte zieht der Regisseur auch bei historischen und zeitgenössischen Sujets dem „Realismus“ scheinbar natürlichen Lichteinfalls vor, so zuletzt noch bei der Lichtgestaltung in EYES WIDE SHUT (GB/US 1999). Fast möchte man von „Konstruktivismus“ sprechen, so Koebner, wenn es um Kubricks Komposition von Hell und Dunkel, von atmosphärischer Szenengestaltung und punktuellen Farbakzenten geht. Ob diese These zutrifft, wird anhand ausgewählter Beispiele im Vortrag diskutiert.

Thomas Koebner (geb. 1941), Prof. em. für Filmwissenschaft, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in München und gründete 1993 das filmwissenschaftliche Seminar in Mainz. Er engagierte sich in der Entwicklungspolitik und war von 1989 bis 1992 Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen und forschte mit Schwerpunkt auf europäischen und US-Autorenfilmern. Seine neueste Publikation Von Träumen im Film ist im Schüren-Verlag erschienen.

Filmbeginn ca. 21:15 Uhr
BARRY LYNDON
Großbritannien 1975. R: Stanley Kubrick
D: Ryan O’Neal, Marisa Berenson, Patrick Magee. 177 Min. 35mm. OF
Auf die Frage, warum er den Roman „The Luck of Barry Lyndon“ von William Thackeray als Grundlage für seinen Film ausgewählt habe, antwortete Kubrick seinerzeit, er habe es wegen der interessanten visuellen Möglichkeiten des Stoffes getan: Der Regisseur hat diese Möglichkeiten in vollem Umfang genutzt. Er fängt genau und bildgewaltig die Welt des 18. Jahrhunderts ein, indem er die Geschichte eines irischen Abenteurers erzählt, der in der feinen Gesellschaft aufsteigt, um am Ende alles wieder zu verlieren. Ein Film, den man nicht oft genug sehen kann.

Samstag, 31. März, 18 Uhr
Vortrag A CLOCKWORK ARCHIVE von Richard Daniels (London/Berlin) in englischer Sprache
Richard Daniels‘ Vortrag führt in das umfangreiche Stanley-Kubrick-Archiv der Universität der Künste London. Wie ist die Sammlung entstanden, unter welchen Umständen ging sie an die Universität über – und was ist seither mit dem Archivmaterial geschehen? Eine Einführung in die Archivbestände beleuchtet interessante Facetten aus dem Leben und Werk des Filmemachers. Die „Magie“ der Archivrecherche in diesen Beständen lockt jährlich zahlreiche Forscher/innen ins Archiv und bringt immer wieder neue Erkenntnisse zutage, von denen im Vortrag die Rede sein wird.

Richard Daniels arbeitet seit mehr als zehn Jahren im Stanley-Kubrick-Archiv und als Archivleiter am Archivzentrum der Universität der Künste London (UAL). Darüber hinaus forscht, lehrt und publiziert er zu Leben und Werk Stanley Kubricks sowie zu dessen Archiv, spricht dazu in Vorträgen und Interviews inner- und außerhalb Großbritanniens. Er ist Mitherausgeber des viel beachteten Buchs Stanley Kubrick: New Perspectives.

Filmbeginn ca. 18:45 Uhr
PATHS OF GLORY Wege zum Ruhm
USA 1957. R: Stanley Kubrick
D: Kirk Douglas, Ralph Meeker, Adolphe Menjou. 87 Min. 35mm. OF
Der französische General Broulard beauftragt den ihm unterstellten General Mireau, eine von den Deutschen schwer befestigte Stellung anzugreifen. Der besonnene Colonel Dax hat schwere Bedenken, beugt sich jedoch dem Druck seines Vorgesetzten. Die Operation endet in einem Fiasko. Stanley Kubrick lernte während der Dreharbeiten zu PATHS OF GLORY in München Christiane Susanne Harlan kennen. Die junge Schauspielerin, die sich Susanne Christian nannte und am Ende des Films das ergreifende Lied vom treuen Husaren anstimmt, wurde bald darauf Kubricks Ehefrau.

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Sonderausstellung:
Kubricks 2001. 50 Jahre A Space Odyssey
März bis 23. September 2018
2001.deutsches-filmmuseum.de

Das Kino wird zum Klassenzimmer:
12. SchulKinoWochen Hessen
26. Februar bis 9. März 2018
schulkinowochen-hessen.de

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films
18. April – 24. April 2018
filmfestival-goeast.de