Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019 mit neuem Konzept – DFF erhält Preis des Ministerpräsidenten

30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019 feiert die Leidenschaft für das Kino. Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF / Newcomerpreis für Maryam Zaree. Während der Frankfurter Buchmesse findet am 18. Oktober 2019  die feierliche Preis-Gala in der Alten Oper statt. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019
feiert die Leidenschaft für das Kino. Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF / Newcomerpreis für Maryam Zaree. Während der Frankfurter Buchmesse findet am 18. Oktober 2019 die feierliche Preis-Gala in der Alten Oper statt. © Foto: Diether v Goddenthow

Frankfurt/Wiesbaden. Seit 1990 setzt das Land Hessen mit der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises jedes Jahr seine Filmschaffenden und das Filmland Hessen insgesamt in Szene. Die Preise vergibt das Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen einer großen festlichen Dala in der Alten Oper, traditionell während der Frankfurter Buchmesse.
Hessen ist neben Bayern das einzige Bundesland, das die Leistungen von Filmemachern mit einem solchen eigenen Preis würdigt und hervorhebt. Der Hessische Filmpreis ist mit insgesamt 97.500 Euro dotiert, der Hessische Kinopreis mit 150 000 Euro.  Darüber hinaus vergibt der Hessische Rundfunk den undotierten Hessischen Fernsehpreis.

Der Filmpreis zeichnet Regisseurinnen und Regisseure in den Kategorien Spielfilm, Kurzfilm und Dokumentarfilm sowie Autorinnen und Autoren in der Kategorie Drehbuch aus. Im Nachwuchsbereich verleiht das Land Hessen den Hochschulpreis für den besten Abschlussfilm sowie seit 2017 den Newcomerpreis. Für eine herausragende Einzelleistung in einem Film (zum Beispiel Kamera, Produktion, Schnitt, Musik) ist ein Sonderpreis vorgesehen. Der undotierte Ehrenpreis würdigt in der Regel herausragende Persönlichkeiten des Films. Mit den Kinokulturpreisen werden außerordentliche Leistungen und Engagement von gewerblichen und nicht gewerblichen Kinoinitiativen gewürdigt. Auch über diese Preise entscheidet eine unabhängige Jury.

Hessischer Fernsehpreis 2019
Darüber hinaus vergibt der Hessische Rundfunk  in derselben Gala den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien: „Beste Schauspielerin“ und „Bester Schauspieler“.

Neues  Konzept zum 30.  
Zum Jubiläum des 30. Film- und Kinopreises soll das Konzept verändert und die traditionelle Gala mit mehr inhaltlichen Input aufgewertet werden. So wird beim 30. Film- und Kinopreis die Leidenschaft für das Kino in all seinen Facetten in den Mittelpunkt gestellt werden. Wie Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn bei der Vorstellung des neuen Konzeptes beim heutigen Pressegespräch mitteilte, sollen bei der Verleihung am 18. Oktober die vielen starken Frauen des Films, der kreative Nachwuchs und der Wandel des Mediums „Film“ selbst ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Zudem verriet die Ministerin, wer in diesem Jahr den Ehrenpreises des Hessischen Ministerpräsidenten und des Newcomerpreis erhält. So geht zum ersten Mal in seiner Geschichte geht der Ehrenpreis an eine Institution, die sich besonders um den Film verdient gemacht hat.

Moderieren werden die Preisverleihung Katty Salié, bekannt unter anderem aus der ZDF-Kultursendung „Aspekte“, und Mitri Sirin vom ZDF-Morgenmagazin. Die Gäste dürfen sich – neben zahlreichen Film- und Fernsehstars – auf den Regisseur, Komponisten und Pianisten Dietrich Brüggemann freuen, der den Abend als Hommage an die großen Klassiker des Stummfilms musikalisch begleiten wird.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Wir wollen mit dem diesjährigen Filmpreis die Kunst des Kinos und die Filmschaffenden feiern. Dabei geht es ein bisschen um Nostalgie, aber vor allem um Gegenwart und Zukunft. Wir freuen uns auf Laudatorinnen und Laudatoren, die diese Themen als Expertinnen und Experten lebendig vermitteln. Auch für die Musik wird ein Filmschaffender sorgen: Dietrich Brüggemann, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, begleitet am Klavier das Geschehen auf der Bühne.“

Den Ehrenpreis für das DFF
Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2019 erhält das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF). Entgegennehmen werden ihn dessen langjährige Direktorin Claudia Dillmann und Ellen Harrington, ihre Nachfolgerin und aktuelle Direktorin, sowie das langjährige Vorstandsmitglied Dr. Nikolaus Hensel, der mit Harrington das Vorstandstandem bildet. Die Auszeichnung ist undotiert.

Deutsches Filminstitut Filmmuseum ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Deutsches Filminstitut Filmmuseum © Foto: Diether v Goddenthow

Seine Entscheidung begründet Ministerpräsident Volker Bouffier wie folgt: „Das DFF setzt die ihm zugeschriebene Aufgabe, Filmkultur lebendig zu halten und deren Stellenwert zu vermitteln, in herausragender Weise um. Das DFF ist eine Institution von internationalem Rang, sie verbindet das Bewahren des filmischen Erbes mit so lebendiger wie moderner Vermittlung von historischer und aktueller Filmkultur. Ob Museum, Kino, Archive und Sammlungen, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Digitalisierung – das DFF verbindet Verantwortung für Bewahren und wissenschaftlichem Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten und Zukunft. Das DFF feiert und würdigt den Film und alles, was ihn ausmacht, gestern wie heute. Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein!“

Newcomer-Preis
Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis geht in diesem Jahr an Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree. Ihr Debütfilm „Born in Evin“ ist gleichzeitig in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Maryam Zaree behandelt in ihrem Regiedebüt ein persönlich schmerzhaftes Thema, denn ,Born in Evin‘ ist sie selbst: Ihre Mutter, im Iran politisch verfolgt, brachte Maryam 1983 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zur Welt. Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe, ihre eigenen und die anderer Opfer des Khomeini-Regimes. Es geling ihr, ihre filmische Spurensuche in einem dunklen Kapitel ihrer Familie und ihres Landes mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen anzureichern und eine Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen. Und sie meistert die besondere Herausforderung, sowohl Regisseurin als auch Protagonistin dieses künstlerisch wie gesellschaftspolitisch hervorragenden Films zu sein.“

Bekanntgegeben wurden am Freitag zudem die Preise in zwei weiteren Kategorien: Joschua Keßler, Absolvent der Hochschule Darmstadt, bekommt für seinen Abschlussfilm „Pech und Schwefel“ den Hochschulfilmpreis. Die Autorin Frauke Lodders bekommt den Preis in der Kategorie Drehbuch für „Am Ende des Sommers“ über ein Geschwisterpaar, das in einer strenggläubigen Familie aufwächst.

In weiteren Kategorien wurden folgende Nominierungen bekanntgegeben:

Bester Spielfilm:
• „Crescendo“ von Droar Zahavi
• „Ostwind‘ – Aris Ankunft“ von Theresa von Eltz
• „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte

Bester Dokumentarfilm
• „Adelheit, Kornelius und die Töde“ von Kirstin Schmitt
• „Born in Evin“ von Maryam Zaree
• „Why are we creative“ von Hermann Vaske

Bester Kurzfilm
• „Der kleine Achill“ von Sebastian Jansen
• „Rea“ von Joanna Bielinski
• „See der Freude“ von Aliaksei Paluyan

Nominiert für den Hessischen Fernsehpreis des Hessischen Rundfunks, der ebenfalls am 18. Oktober im Rahmen der Gala vergeben wird, sind:

Beste Schauspielerin
• Emma Bading in „Play“
• Katharina Marie Schubert in „Tatort – Falscher Hase“
• Anna Schudt in „Zwischen zwei Herzen“

Bester Schauspieler
• Peter Kurth in „Tatort – Der Angriff“
• Jannis Niewöhner in „Jonathan“
• Uwe Ochsenknecht in „Labaule & Erben“

Wer von den Nominierten die Preise in diesen Kategorien, den Sonderpreis des Fernsehpreises sowie die ebenfalls zu vergebenden Kinokulturpreise erhält, wird erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verriet am Freitag zudem, dass es einen Sonderpreis der Jury des Filmpreises für eine herausragende Einzelleistung geben wird.

Am 18.Oktober wird vor der Alten Oper Frankfurt für die Filmschaffenden des Landes wieder der rote Teppich ausgerollt werden. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Am 18.Oktober wird vor der Alten Oper Frankfurt für die Filmschaffenden des Landes wieder der rote Teppich ausgerollt werden. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Hessische Rundfunk strahlt am 20. Oktober um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2019“ aus. Moderatorin Monika Kullmann und Moderator Holger Weinert führen Interviews mit den Nominierten und den Preisträgerinnen und Preisträgern und berichten auch von der Party danach.

Wer bei der Gala dabei sein möchte, sollte den Instagram-Kanal des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst im Auge behalten: Auf @hmwk_hessen verlost das Ministerium dreimal zwei Karten für den Abend mit Stars und Berühmtheiten.

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans vom 19. bis 26. September im DFF Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden

Bereits auf dem Museumsunterfest (24. Und 25. August 2019) warfen LUCAS-Mitmach-Aktionen im Kreativzelt gegenüber dem Haupteingang des DFF ihre „Festival-Schatten“ voraus. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Bereits auf dem Museumsunterfest (24. Und 25. August 2019) warfen LUCAS-Mitmach-Aktionen im Kreativzelt gegenüber dem Haupteingang des DFF ihre „Festival-Schatten“ voraus. © Foto: Diether v Goddenthow

Das traditionelle internationale Festival für junge Filmfans bringt wieder aktuelles Filmschaffen aus aller Welt nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Am Familientag, Sonntag, 22. September, ist der Eintritt für alle frei.

FRANKFURT, 28.8.2019. Festivalfieber, internationale Gäste und Kinovielfalt aus 33 Ländern: Vom 19. bis 26. September feiert LUCAS mit mehr als 60 Filmen seine 42. Ausgabe. Gruppen und Einzelpersonen erhalten bis 9. September Frühbucherrabatt.

Der Frankfurter Oberbürgermeister und LUCAS-Schirmherr Peter Feldmann warb anlässlich der Pressekonferenz am Mittwoch, 28. August, im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum persönlich für die Veranstaltung: „LUCAS macht jungen Menschen jedes Jahr ein ganz besonderes Angebot. Es fordert Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dazu auf, im Kino die Welt zu entdecken und sie mit eigenen Augen anzuschauen. Über 60 Filme sind dieses Jahr dabei, doch das ist nicht alles: Jede und jeder kann am Festivalgeschehen kreativ teilhaben.“ Er hob die langjährige Verankerung des Festivals in der Stadt Frankfurt hervor und rief zum Festivalbesuch auf: „Mit dieser Grundidee passt LUCAS seit mehr als 40 Jahren hervorragend nach Frankfurt. Der Familientag, am Sonntag, 22. September, bietet Filmfans jeden Alters dafür eine hervorragende Gelegenheit.“

Patrick Schaaf von der HessenFilm und Medien stellte die Bedeutung von LUCAS für den Filmnachwuchs heraus: „Die gelungene Mischung aus preiswürdigem Filmschaffen und innovativen Angeboten zum „Mitmischen“ sucht über die Region hinaus ihresgleichen. Junge Kinobesucher/innen wie Branchennachwuchs sind bei LUCAS an der richtigen Adresse, denn auch in seiner 42. Ausgabe bleibt das Festival hochaktuell. Gespannt bin ich dieses Jahr auf die zahlreichen Branchenveranstaltungen am Festivaldienstag, wie die Podiumsdiskussion zum Thema »Diversität im Kinder- und Jugendfilm«.

OB Peter Feldmann, Patrick Schaaf (HessenFilm und Medien), Festivalleiterin Julia Fleißig (DFF) und Christine Kopf (DFF) mit den jungen Jurymitgliedern. ©  Foto: Sabine Imhof
OB Peter Feldmann, Patrick Schaaf (HessenFilm und Medien), Festivalleiterin Julia Fleißig (DFF) und Christine Kopf (DFF) mit den jungen Jurymitgliedern. © Foto: Sabine Imhof

„Mit Filmfestivals wie LUCAS feiert das DFF die Kunstform Film“, sagte Christine Kopf (DFF), Leiterin Filmbildung und –vermittlung, zur Begrüßung der Gäste und Medienvertreter/innen. „Wer LUCAS besucht, weiß: Kino ist mitreißend und die Begeisterung junger Filmfans steckt an! Deshalb übernimmt der Nachwuchs bei LUCAS die Regie im Kinosaal.“ Das Angebot sei exemplarisch für die Bildungsarbeit des DFF: „Gastspiele mehrerer Projekte des Hauses – wie das Experimentalfilmprogramm der »Minis« oder der interkulturelle Filmclub »Blickwechsel Jetzt« zeigen, wie innovative Filmbildung im DFF aussieht. Für die Unterstützung unseres Anliegens danke ich den Projektförderern sehr herzlich.“

Programm und Wettbewerb 2019

Im Zentrum von LUCAS stehen die internationalen Wettbewerbe. Einen Einblick in die Auswahl gab Festivalleiterin Julia Fleißig (DFF): „Ich freue mich auf ein starkes Wettbewerbsprogramm #42 mit 40 Lang- und Kurzfilmen, darunter 28 Deutschlandpremieren.“ Fleißig kündigte an: „Das sind 40 originelle Geschichten, Genrefilme wie dokumentarische und animierte Werke, die noch nicht in hiesigen Kinos angelaufen sind. Sie bieten eine einmalige Gelegenheit, filmische Welten mit den Augen ihrer jungen Protagonist/innen zu sehen: staunend, kritisch, skurril – und immer ungewöhnlich. Zahlreiche internationale Filmgäste machen das Festival zum Erlebnis.“

Die Sektionen 8+ und 13+ präsentieren jeweils acht herausragende Langfilmproduktionen und insgesamt weitere 19 Kurzfilme im Wettbewerb jeder Sektion. Vom temporeichen Genrefilm über die liebevolle Kurzanimation bis zum vielschichtigen Zeitporträt reicht die Bandbreite der Produktionen. Alle Kurzfilme sind als Deutschlandpremiere zu sehen, ebenso sieben der Langfilme – einschließlich einer Weltpremiere.

Mit der Sektion 16+ | Youngsters öffnet LUCAS im zweiten Jahr seinen Wettbewerb für Filmschaffen, das junge Erwachsene anspricht. Jugendliche Subkultur, große Gefühle und soziale Fragen sind einige der Themen in den fünf aktuellen Produktionen, die zur Auswahl stehen, darunter zwei Deutschlandpremieren.

Den Gewinnerfilmen winken Preise im Gesamtwert von 21.000 Euro, allen voran die Preise für den besten Lang- und den besten Kurzfilm der Sektionen 8+ und 13+ sowie der LUCAS Youngsters Award für den besten Film der Sektion 16+ | Youngsters. Spannend wird es daher nicht nur für die jungen Jurymitglieder. Acht der Kinder und Jugendlichen waren zur Pressekonferenz erschienen und tauschten sich in einer Fragerunde mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Festivalleiterin Julia Fleißig aus.

Auch alle Festivalbesucher/innen erwarten vielseitige Kinoerlebnisse. Das Programm vom 19. bis 26. September umfasst Filmvorführungen für Kinder ab vier Jahren in der Sektion »Minis« ebenso wie Kultfilme mit Special Effects bei der »Klassiker.Klasse« oder aber Kinomeilensteine wie LES QUARTE CENTS COUPS (FR 1959, R: François Truffaut) und VICTORIA (DE 2015, R: Sebastian Schipper) in der Reihe des Filmclubs »Blickwechsel Jetzt«.

Am Familientag, dem Festivalsonntag, 22. September, von 10-17 Uhr lädt LUCAS alle Frankfurter/innen zu einer Entdeckungsreise durch die Geschichte der Filmtechnik von analog zu digital ins DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. Der Eintritt zu Workshops und offenen Angeboten ist frei.

Programm im Detail

Spielorte

Weitere Informationen https://lucas-filmfestival.de/

Jetzt buchen und bis 9. September den Frühbucherpreis von 3,50 Euro sichern

Ab sofort können Gruppen und Einzelpersonen Tickets zum Frühbucherpreis von 3,50 Euro für junge Filmfans bis einschließlich 20 Jahren erwerben.

Buchungen online unter lucas-filmfestival.de, per Mail an lucas-info@dff.film oder telefonisch unter 069 961 220 -678.

Während der Festivalwoche sind Tickets für alle Veranstaltungen an der Kasse des DFF erhältlich. In den anderen Spielstätten können Eintrittskarten jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn gekauft werden.

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird gefördert von:

Stadt Frankfurt am Main, Hessisches Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, HessenFilm und Medien, Stadt Eschborn, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, LPR Hessen – Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, Patrons Circle des DFF, Fraport AG, Nassauische Sparkasse, FAZIT-Stiftung, ABG Frankfurt Holding.
Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Journal Frankfurt.

KW 25 im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Reihe „Zirkulation“: Encounters. Film Festivals, Audiences, and Markets Werkstattgespräch mit Leena Pasanen, Festivaldirektorin DOK Leipzig am Montag, 17. Juni, um 18 Uhr im DFF Fassbinder Center, Frankfurt

Film lebt vom ständigen Wandel: International nomadisierend, arbeitsteilig produziert, auf dem Markt fluktuierend, sich medial vervielfältigend, in seiner Materialität angreifbar und in seinen Präsentationsformen Wandlungen unterworfen, ist er kaum an einem spezifischen Ort, zu einer spezifischen Zeit dingfest zu machen. Zirkulation gehört zu seinem Wesenskern, bleibt er stehen, ist der Film vorbei.

Unter dem Titel „Zirkulation“ fragt die öffentliche Veranstaltungsreihe des Masterstudiengangs „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“, einem Kooperationsstudiengang der Goethe-Universität Frankfurt mit dem DFF, nach den Verkehrswegen und Metamorphosen des Films zwischen den Institutionen. Ziel ist es, das breite Feld der Filmkultur-Institutionen und Netzwerke durch Werkstattberichte einschlägiger Protagonist/innen transparent zu machen.

Alle Termine und Informationen unter master-filmkultur.de
Studierende und Nicht-Studierende gleichermaßen willkommen.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Goethe-Universität Frankfurt, mit Unterstützung von der hessischen Film- und Medienakademie.

Pionierinnen des Film Noir
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Filmkollektiv Frankfurt

Donnerstag, 20., bis Sonntag, 23. Juni, im DFF

Erstmals überhaupt widmet sich eine Filmreihe einem spannenden Aspekt in der Geschichte des Film Noir: Zahlreiche Filmemacherinnen begannen in den 1940er und 1950er Jahren ihre Karrieren in diesem Genre. Sie schufen anhaltend faszinierende Filme mit individueller Handschrift, die die Regeln des Genres subtil unterwandern und oft ein feministisches Anliegen verfolgen. Das Filmprogramm des Filmkollektiv Frankfurt e.V. versammelt mehr als ein Dutzend wunderbarer, wiederzuentdeckender Spielfilmarbeiten von fünf Kinopionierinnen: Muriel Box (Großbritannien), Edith Carlmar (Norwegen), Bodil Ipsen (Dänemark), Ida Lupino (USA) und Wendy Toye (Großbritannien). Ergänzend sind ausgewählte Arbeiten der Regisseurinnen aus anderen Genres zu sehen, allesamt in analogen Filmkopien, zum Teil in Unikatkopien, aus Archiven weltweit.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Filmkollektiv Frankfurt.

Zur Filmreihe:
https://www.dff.film/kino/kinoprogramm/filmreihen/pionierinnen-des-film-noir/

Donnerstag, 20. Juni
16:00 Uhr
THE LOST PEOPLE
Großbritannien 1949. R: Bernard Knowles, Muriel Box

18:00 Uhr
AFSPORET
Dänemark 1942. R: Bodil Ipsen, Lau Lauritzen jr.

20:30 Uhr
DØDEN ER ET KJÆRTEGN
Norwegen 1949. R: Edith Carlmar

Freitag, 21. Juni
16:30 Uhr
THE PIPER’S TUNE
Großbritannien 1962. R: Muriel Box

18:00 Uhr
LÅN MEG DIN KONE
Norwegen 1958. R: Edith Carlmar

20:30 Uhr
MORDETS MELODI
Dänemark 1944. R: Bodil Ipsen

22:45 Uhr
OUTRAGE
USA 1950. R: Ida Lupino

Samstag, 22. Juni
15:00 Uhr
EN HERRE I KJOLE OG HVIDT
Dänemark 1942. R: Bodil Ipsen

17:30 Uhr
UNG FRUE FORSVUNNET
Norwegen 1953. R: Edith Carlmar

20:30 Uhr
SUBWAY IN THE SKY
Großbritannien 1959. R: Muriel Box

22:45 Uhr
THE HITCH-HIKER
USA 1953. R: Ida Lupino

Sonntag 23. Juni
13:00 Uhr
THE PASSIONATE STRANGER
Großbritannien 1957. R: Muriel Box

18:00 Uhr
DE RØDE ENGE
Dänemark 1945. R: Bodil Ipsen, Lau Lauritzen jr.

20:30 Uhr
STREET CORNER
Großbritannien 1953. R: Muriel Box

Fronleichnam: Das lange Wochenende im DFF
Öffnungszeiten und Termine

Am Donnerstag, 20. Juni (Fronleichnam), haben die Ausstellungen des DFF von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Freitag, 21. Juni, 14:30 Uhr und Sonntag, 23. Juni, 15 Uhr
Kinderkino: DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT
USA 2010. R: Dean DeBlois, Chris Sanders
Samstag, 22. Juni, 15 Uhr
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung Digital Revolution
Sonntag, 23. Juni, 15 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
Deutschland

Festakt 70 Jahre DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und Eröffnung des DFF Fassbinder Center

Eingebunden in die Jubiläumsfeier 70 Jahre DFF  war die Eröffnung des Fassbinder Centers, Frankfurt, Eschersheimer Landstrasse 121, in dem der 2018 erworbene, wertvolle Schriftgutnachlass des wohl bedeutendsten deutschen Regisseurs der Nachkriegszeit aufbewahrt wird. ©  DFF, Foto Diether v. Goddenthow
Eingebunden in die Jubiläumsfeier 70 Jahre DFF war die Eröffnung des Fassbinder Centers, Frankfurt, Eschersheimer Landstrasse 121, in dem der 2018 erworbene, wertvolle Schriftgutnachlass des wohl bedeutendsten deutschen Regisseurs der Nachkriegszeit aufbewahrt wird. © DFF, Foto Diether v. Goddenthow

Mit einem Festakt hat das Deutsche Filminstitut  Deutsches Filmmuseum DFF am Montag, 20. Mai, sein 70-jähriges Bestehen und die Eröffnung des neuen DFF Fassbinder Centers Frankfurt gefeiert.

In den nur 124 Jahren seiner Existenz hat das Kino unglaubliche Wandlungen vollzogen. 70 Jahre dieser Entwicklung hat das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das auf das am 13. April 1949 in Wiesbaden gegründete Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) zurückgeht, forschend und sammelnd begleitet. Damit ist das DFF die älteste filmwissenschaftliche Einrichtung der Bundesrepublik. 70 Jahre DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das bedeutet sieben Jahrzehnte Arbeit für die Bewahrung und Beförderung der Filmkultur in Deutschland, Europa und darüber hinaus.  Das DFF hat in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder gezeigt, dass es neben seinem breit aufgestellten Ausstellungsprogramm sowie dem täglich wechselnden Filmprogramm im hauseigenen Kino ständig neue Herausforderungen sucht und auch international Maßstäbe setzt. Sei es mit seinen Internetplattformen, mit den Digitalisierungsprojekten oder den modellhaften Filmvermittlungsangeboten.

Symbolisch wird das Eröffnungsband des Fassbinder-Centers durchtrennt. (v.l.i.): Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien; Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF; Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst; Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt; Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation;  Dr- Nikolaus Hensel, Vorstand DFF; Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Symbolisch wird das Eröffnungsband des Fassbinder-Centers durchtrennt. (v.l.i.): Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien; Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF; Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst; Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt; Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation; Dr- Nikolaus Hensel, Vorstand DFF; Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Als bewahrende Institution und Ort kontinuierlicher Innovation übernimmt das DFF seit jeher Aufgaben von gesamtstaatlicher Bedeutung. Als eines der drei Hauptmitglieder im Kinematheksverbund ist das DFF Garant für den Fortbestand und den Zugang zum filmischen Erbe. Es übernimmt zusammen mit dem Bundesarchiv und der Stiftung Deutsche Kinemathek die Aufgaben einer nationalen Kinemathek. Das gilt für die Sicherung einmaliger Originalmaterialien aus allen Epochen der Filmgeschichte, aber insbesondere auch für die Digitalisierung des nationalen Filmerbes, bei der das DFF eine zentrale Rolle einnimmt.

Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien © Foto: Diether v. Goddenthow
Professorin Monika Grütters, Staatsministerin des Bundes für Kultur und Medien wünschte alles Gute für die nächsten 70 Jahre. © Foto: Diether v. Goddenthow

„70 Jahre DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum zu feiern, das heißt: den Garanten für die Pflege unseres filmischen Erbes, ja den international anerkannten Vorreiter in der digitalen Dokumentation und Zugänglichmachung des Kulturguts Film hochleben zu lassen. Und noch viel mehr, denn das DFF macht den Film als Kunstwerk in seiner ästhetischen Vielfalt auf eindrückliche Weise erlebbar“, sagte Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters beim Festakt, zu dem zahlreiche Gäste, Förderer und Filmschaffende erschienen waren.

Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Foto: Diether v. Goddenthow
Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zu den institutionellen Förderern des DFF gehört auch das Land Hessen, für das als Gratulantin die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, beim Festakt sprach: „Seit 70 Jahren hält das DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung von Film hoch und fördert einen kritischen und zugleich kreativen Umgang mit dem Medium – als eine der bundesweit wichtigsten Institutionen des Films. Darauf ist Hessen stolz“, sagte Dorn. „Film ermöglicht Integration und funktioniert dabei ganz ohne soziale und kulturelle Grenzen.“

Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ellen M. Harrington, Direktorin des DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die große Bandbreite der Arbeit des DFF betonte DFF-Direktorin Ellen Harrington: „Als ich im Januar 2018 zum DFF kam, war ich beeindruckt vom enormen Umfang unserer Arbeit und den Schätzen, die wir haben: Ausstellungen, Kino, Archive, digitale Projekte, europäische Kooperationen, digitale Plattformen, exemplarische Modellprojekte in der Filmbildung und -vermittlung – und vieles mehr.“ Das Team des DFF habe in den vergangenen eineinhalb Jahren darüber hinaus in kürzester Zeit unglaublich viel erreicht – einen neuen Markenauftritt mit neuem Logo und neuem Namen sowie eine komplett neue Website; von Juni an gibt es auch Onlinetickets fürs Kino. „Wir sind fit für die Zukunft. Auch die nächsten 70 Jahre – und darüber hinaus – stehen wir bereit für alle Herausforderungen, die sich uns stellen, und die uns gestellt werden“, sagte Harrington.

Eröffnung des DFF Fassbinder Center Frankfurt

Blick in das Fassbinder Textarchiv, Raum 10. © Foto: Diether v. Goddenthow
Blick in das Fassbinder Textarchiv, Raum 10. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aktuelles Highlight sei natürlich die Eröffnung des DFF Fassbinder Center Frankfurt, aus Anlass der Übernahme des Nachlasses von Rainer Werner Fassbinder im September 2018. Das uninah gelegene neue Archiv- und Studienzentrum, bündelt nun auf rund 1000 Quadratmetern in der Eschersheimer Landstraße 121 die Sammlungen des DFF an einem zentralen Ort und macht sie für die Forschung zugänglich. Filmwissenschaftler, Studierende und andere Interessierte sind eingeladen, in den vielfältigen Materialien (DFF-Textarchiv und Plakatarchiv sowie Fassbinders Textarchiv, sein Schrifgutnachlass und Fotoarchiv) zu recherchieren und sich im großzügigen und modern ausgestatteten Lesesaal in ihren Forschungsgegenstand zu vertiefen.

Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit Blick auf die Eröffnung des DFF Fassbinder Center Frankfurt sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Ich freue mich, wenn viele junge Menschen kommen, um in diesem neuen Studienzentrum zu forschen und zu studieren und es mit Leben zu füllen. Fassbinders Name ist eng mit unserer jüngeren Geschichte in Frankfurt verknüpft – es ist deswegen eine gute Entscheidung, dass das Center und der Nachlass des Künstlers jetzt dauerhaft hier angesiedelt wird.“

Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation. © Foto: Diether v. Goddenthow
Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation, Juliane Maria Lorenz-Wehling, erinnerte an das umfassende Werk Fassbinders und konstatierte in ihrer Rede: „Rainer Werner Fassbinder braucht keine Denkmäler. Seine Filme halten die Erinnerung an ihn auf der ganzen Welt wach. Und doch freue ich mich, dass mit diesem schönen Forschungszentrum mitten in Frankfurt sein Erbe lebendig gehalten wird. Ich bin schon gespannt auf die Früchte wissenschaftlicher Arbeit, die dieses Haus hervorbringen wird.“

Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF überreicht Ellen Harrington den wiederentdeckten Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“- © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Verwaltungsratsvorsitzende des DFF überreicht Ellen Harrington den wiederentdeckten Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“- © Foto: Diether v. Goddenthow

DFF-Verwaltungsratsvorsitzende Ina Hartwig überreichte dem DFF Fassbinder Center zur Eröffnung ein Überraschungsgeschenk: einen lange verschollenen Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“, dessen Uraufführung im Schauspiel Frankfurt 1985 durch eine Bühnenbesetzung verhindert wurde. „Frankfurt und Rainer Werner Fassbinder verbindet eine lebendige, auch reibungsvolle und von Debatten geprägte Geschichte“, sagte die Dezernentin. „Lange hieß es, dass es keine Aufzeichnung des Stücks gebe, aber nach einer intensiven Recherche machten wir diesen Mitschnitt im Archiv der Städtischen Bühnen ausfindig. Ich hoffe, dass er das Archiv sinnvoll ergänzt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weitergehende Einsichten in Fassbinders Schaffen in Frankfurt geben kann.“

Impression aus dem  Filmarchiv des DFF -  Helen Kahsai, zeigt den Gästen das Archiv der Filme der 1930er - 1960er Jahre. im Erdgeschoss. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus dem Filmarchiv des DFF – Helen Kahsai, zeigt den Gästen das Archiv der Filme der 1930er – 1960er Jahre. im Erdgeschoss. © Foto: Diether v. Goddenthow

Filmreihe „Lecture & Film“ am 26., 27. u. 30. April im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) Frankfurt

© DFF
© DFF

Lecture & Film Special:
Tanz- und Performancefilm mit Babette Mangolte
Freitag, 26. April, sowie Samstag, 27., und Dienstag, 30. April
Am Wochenende widmet sich die Reihe „Lecture & Film: Das Kino von Chantal Akerman“ der Verfilmung von Kunstformen, insbesondere Tanz und Performance. Am Freitag, 26. April, ist Kamerafrau Babette Mangolte zu Gast. Anhand ihrer eigenen Werke sowie einer gemeinsamen Arbeit mit Chantal Akerman über die Tanztruppe von Pina Bausch wird Mangolte über die Herausforderungen beim Verfilmen von Live-Performances sprechen.

Babette Mangolte ist Filmemacherin und Professorin an der University of California in San Diego. Sie hat mehrere Filme mit Chantal Akerman realisiert, darunter JEANNE DIELMAN, NEWS FROM HOME und « UN JOUR PINA A DEMANDÉ… ».

Freitag, 26. April, 18 Uhr

WHAT MAISIE KNEW
USA 1976. R: Babette Mangolte. 60 Min. OF
Mangoltes erster Film ist inspiriert vom gleichnamigen Henry- James-Roman.

STAGING LATERAL PASS
USA 2013. R: Babette Mangolte. 31 Min. OF
Tänzer/innen und Choreograph/ innen auf der Bühne vor der Premiere von T. Browns Lateral Pass 1985 in Minneapolis.

STEVE PAXTON AT DIA
USA 2014. R: Babette Mangolte. 8 Min. OF
Der berühmte Choreograf Steve Paxton improvisiert zu den im Dia:Beacon Museum gezeigten Kunstwerken.

Zu Gast: Babette Mangolte. Eintritt: 5 Euro

Freitag, 26. April, 20:15 Uhr

«UN JOUR PINA A DEMANDÉ… »
Belgien/Frankreich 1983. R: Chantal Akerman
Dokumentarfilm. 57 Min. Digital. OmeU
Über Monate begleiteten Akerman und Kamerafrau Mangolte filmisch die Proben, Aufführungen und Alltagsmomente der Tanztruppe von Pina Bausch am Tanztheater Wuppertal und in Mailand, Venedig und Avignon.

Zu Gast: Babette Mangolte. Eintritt: 5 Euro

Begleitprogramm: Verfilmung von Tanz und Fotografie

Im Anschluss an den Abend mit Babette Mangolte ist am Samstag ein Film von Choreographin Pina Bausch selbst zu sehen. Am Dienstag läuft ein weiterer Film von Babette Mangolte.

Samstag, 27. April, 18:00 Uhr

DIE KLAGE DER KAISERIN
Frankreich/Deutschland 1990. R: Pina Bausch
103 Min. 35 mm
Die einzige Regiearbeit der Choreographin Pina Bausch ist eine Übertragung ihrer Methode auf ein anderes Medium. Der Film besteht aus einzelnen Szenen, die collagenhaft verbunden sind und unterschiedliche Stimmungen wiedergeben – ähnlich dem Stil Akermans. Das DFF zeigt eine selten Kopie aus dem eigenen Filmarchiv.

Dienstag, 30. April, 18:00 Uhr

THE CAMERA : JE OR LA CAMERA : I
USA 1977. R: Babette Mangolte
88 Min. Digital. OF
Mangolte gewährt einen Blick hinter die Kamera, und zeigt ihre Perspektive als Fotografin. Körper in Bewegung sind ein zentraler Aspekt ihrer Filme. In diesem Essayfilm steht aber zunächst einmal die Stille des fotografierten Subjekts im Mittelpunkt.

***

Eine Veranstaltungsreihe des Kinos des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums und des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem DFG-Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“. In Kooperation mit der hessischen Film- und Medienakademie.

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main
presse@dff.film
www.deutsches-filminstitut.de

Programm im Mai DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

kinoprogramm-mai2019

Filminstallation: 70 JAHRE IN 70 MINUTEN – Eine audiovisuelle Reise durch die deutsche Filmgeschichte seit 1949
Ausstellung von Dienstag, 26. März bis Sonntag, 12. Mai im 3. OG des DFF
Präsentation im Kino während der Nacht der Museen am 11. Mai

Verlängert: Foto-Ausstellung augen|blicke. porträts von birgit kleber
Erneut zu sehen bis Sonntag, 12. Mai
Finissage am Sonntag, 12. Mai

Werkstattgespräche: ZIRKULATION – Wege, Waren und Wissen der Filmkultur
von Mai bis Juli 2019

Eröffnung des DFF Fassbinder Center, Frankfurt
am Montag, 20. Mai

Carte Blanche: Andreas Dresen
Filmreihe von Freitag, 3., bis Donnerstag, 30. Mai
Ein Abend für Andreas Dresen mit Foyergespräch und Filmvorführungen von GUNDERMANN (DE 2018) und HALBE TREPPE (DE 2002)
am Mittwoch, 29. Mai

No Fear, No Die. Werkschau Claire Denis
Filmreihe von Mittwoch, 1., bis Dienstag, 28. Mai

19. Nippon Connection
Japanisches Filmfestival von Dienstag, 28. Mai, bis Sonntag, 2. Juni

Klassiker & Raritäten: Weimarer Verhältnisse
Filmreihe von Dienstag, 7., bis Dienstag, 28. Mai

LATE NIGHT KULTKINO
Drei Raritäten aus Australien sowie ein bemerkenswerter aktueller Genrefilm aus Deutschland von Freitag, 3., bis Samstag, 25. Mai

Filmclub TREPPE 41
STARSHIP TROOPERS (USA 1997, R: Paul Verhoeven) am Freitag, 10, Mai, und Geburtstagssause mit Kurzfilmprogramm am Freitag, 17. Mai

Kinderkino
von Freitag, 3. Mai, bis Sonntag, 2. Juni, immer freitags und sonntags

Lecture & Film: Das Kino von Chantal Akerman
Vortrag von Sonia Campanini „Follow me quietly. Akermans Poetik von Raum und Bewegung“ (in deutscher Sprache) und Filmvorführungen LA CHAMBRE (BE 1972) und HOTEL MONTEREY (BE 1972) am Donnerstag, 9. Mai (Lecture & Film) und Samstag, 1. Mai (Nur Filme)
Vortrag von Alisa Lebow „Briefe von zu Haus“ (in englischer Sprache) und Filmvorführung NEWS FROM HOME (BE/FR/BRD 1976) am Donnerstag, 23. Mai (Lecture&Film) und Samstag, 25. Mai

Was tut sich – im deutschen Film?
Uli Gaulke präsentiert SUNSET OVER HOLLYWOOD (DE 2018) am Sonntag, 26. Mai

Britfilms #12
British School Film Festival von Donnerstag, 9., bis Mittwoch, 15. Mai

SPECIAL: Experimentalfilm
Ein monumentales Werk des Avantgarde-Kinos, THE ART OF VISION (USA 1965, R: Stan Brakhage), am Mittwoch, 1. Mai

SPECIAL: THE GUEST: ALEPPO – ISTANBUL
Mit Gast (Regisseurin Andaç Haznedaroğlu) und anschließender Diskussionsrunde am Donnerstag, 2. Mai

SPECIAL: Die Chauvet-Höhle im Film
3D-Filmvorführung THE FINAL PASSAGE (FR 2015, R: Pascal Magontier, Autor: Jean-Michel Geneste) am Samstag, 4. Mai

SPECIAL: Heinz Emigholz
Langzeitdokumentation YEARS OF CONSTRUCTION. KUNSTHALLE MANNHEIM. BAUJAHRE 2013-2018 (DE 2019)
 am Samstag, 4. Mai

SPECIAL: Frankfurt liest ein Buch
IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS (DE 2014, R: Giulio Ricciarelli) am Dienstag, 14. Mai

SPECIAL: Kino & Couch
JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE (BRD 1974, R: Werner Herzog) in der Filmreihe mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut zum Thema „Identität“ am Donnerstag, 16. Mai

Events und Kino-Programm Mai 2019

Das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films goEast mit glanzvoller Preisverleihung abgeschlossen

Goldenen Lilie – Hauptpreis

ACID (KISLOTA, Russland 2018, Regie: Alexander Gorchilin; Produktion: Sabina Eremeeva) ist der Gewinner des Hauptpreises der 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden – der mit 10.000 Euro dotierten Goldenen Lilie. Die fünfköpfige internationale Jury unter dem Vorsitz von Teona Strugar Mitevska begründete ihre Entscheidung damit, dass der meisterhafte Debütfilm die Energie und die Verzweiflung der Millennial-Generation spürbar mache. „Die Geschichte ist brillant geschrieben und konstruiert. Sie überzeugt von Anfang bis Ende in der Art, wie sie den Charakteren durch das urbane zeitgenössische Setting folgt“, betonte die Jury.

Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis, die "Goldene Lilie für den Besten Film" ging an  ACID (KISLOTA). v.l.n.r.:Teona Strugar Mitevska (Juryvorsitzende), Arina Shevtsova, Hauptdarstellerin Vanya, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ellen-Harrington, Direktorin  des DFF, Deutsches Filminstitut Deutsches Filmmuseum.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis, die „Goldene Lilie für den Besten Film“, ging an ACID (KISLOTA). v.l.n.r.:Teona Strugar Mitevska (Juryvorsitzende), Arina Shevtsova, Hauptdarstellerin Vanya, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ellen-Harrington, Direktorin des DFF, Deutsches Filminstitut Deutsches Filmmuseum.© Foto: Diether v. Goddenthow

Die Preisverleihung in der Caligari FilmBühne bildete den krönenden Abschluss von goEast. Nach einer Woche voller Kino, Virtual Reality, zahlreichen Diskussionen, Vorträgen und Ausstellungen, bei der 109 Filme gezeigt wurden und mehr als 200 Filmschaffende aus der internationalen Filmbranche zu Gast waren, wurden die Sieger des Wettbewerbs gekürt und Preise im Gesamtwert von 36.000 Euro verliehen.

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie

Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie erhielt Adilkhan Yerzhanov für "DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT" (l.n.r.:) Adilkhan Yerzhanov (Regisseur), Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie erhielt Adilkhan Yerzhanov für „DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT“ (l.n.r.:) Adilkhan Yerzhanov (Regisseur), Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Adilkhan Yerzhanov gewann mit THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA; Kasachstan, Frankreich 2018) den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie, der mit 7.500 Euro dotiert ist. „Der Film, der in einer Welt voller Absurdität und Gleichgültigkeit spielt, ist ein visuell beeindruckendes und bewegendes Drama über Liebe, die Komplexität der menschlichen Bedingungen und Beziehungen, gewürzt mit einem staubtrockenden Humor. Das ist modernes und klassisches Kino in einem, was die Kraft des Regisseurs als Auteur unterstreicht“, so die Jury. Der Regisseur zeige sein künstlerisches Talent für Details: Einstellungen voller poetischer Schönheit, minimalistische, gleichzeitig stilisierte Innenräume, ruhige aber ausdrucksstarke Gesichter, reiche und farbenfrohe Landschaften, lobte die Jury.

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt 

 Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt ausgezeichnet. l.n.r.: ALISA KOVALENKO, Regisseurin, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ayse-Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt ausgezeichnet. l.n.r.: ALISA KOVALENKO, Regisseurin, Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin, Ayse-Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Film HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko) wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt und einem Preisgeld von 4.000 Euro ausgezeichnet. Der Film über eine junge Ukrainerin, die mit Beharrlichkeit und Überzeugung den Traum einer professionellen Fußball-Karriere inmitten ihrer sozial prekären Familiensituation verfolgt, mache Hoffnung, betonte die Jury. „Dieser Film thematisiert die Idee neuer familiärer Strukturen in vielfacher Hinsicht und in verschiedenen Formen.“

Lobenden Erwähnung

Eine "Lobende Erwähnung" der Jury für den Film "Kalter November". Bild: Hauptdarsteller Fatmir Spahiu (r.) und ISMET SIJARINA, Regisseur, mit Festivalleiterin Heleen-Gerritsen,  © Foto: Diether v. Goddenthow
Eine „Lobende Erwähnung“ der Jury für den Film „Kalter November“. Bild: Hauptdarsteller Fatmir Spahiu (r.) und ISMET SIJARINA, Regisseur, mit Festivalleiterin Heleen-Gerritsen, © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit einer lobenden Erwähnung bedachte die Jury COLD NOVEMBER (NËNTOR, FTOHTË, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet Sijarina) dafür, dass der Film „auf mutige und ehrliche Weise die Geschichte eines nationalen Traumas durch die Augen einer ganz gewöhnlichen Person“ zeige. Der Film thematisiert den Krieg in Jugoslawien 1992 in Prishtina und erzählt vom (Über-)Leben in bösen Zeiten.

Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow
Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin. © Foto: Diether v. Goddenthow

Festivalleiterin Heleen Gerritsen freute sich über einen erfolgreichen Jahrgang von goEast: „goEast 2019 wurde erneut von einer unglaublichen Genrevielfalt und von echtem Austausch geprägt: Bei den Filmgesprächen, im Kino, aber auch bei den Parties und bei der interdisziplinären Veranstaltungsreihe ,Paneuropäisches Picknick‘ trafen Filmschaffende und Künstler*innen aus Mittel- und Osteuropa und das Publikum aus Wiesbaden und Umgebung aufeinander. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, das Festival verstärkt in die Stadt hineinzutragen.“

Impression aus der Caligari-Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression aus der Caligari-Filmbühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI Spiel- und Dokumentar-Film

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI in der Kategorie Spielfilm ging an THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA; Kasachstan, Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov) „für ein farbenfrohes Märchen, mit kamera-geleitetem Humor“, wie es in der Jurybegründung hieß. Der Film erzählt die bittersüße Geschichte einer kasachischen Familie als Mafia-Tragikomödie à la Camus.

Die Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI für Dokumentar- und Spielfilm gingen an Andrei Kutsila (mitte rechts) für den Dokumentarfilm STRIP AND WAR, und an Adilkhan Yerzhanov für DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI für Dokumentar- und Spielfilm gingen an Andrei Kutsila (mitte rechts) für den Dokumentarfilm STRIP AND WAR, und an Adilkhan Yerzhanov für DIE ZÄRTLICHE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT. © Foto: Diether v. Goddenthow

In der Kategorie Dokumentarfilm gewann STRIP AND WAR (Belarus, Polen 2019, Regie: Andrei Kutsila) den Preis der FIPRESCI. Die Jury zeichnete den Dokumentarfilm über einen Kriegsveteranen und dessen strippenden Enkelsohn aus, der bei goEast seine Weltpremiere feierte, und zwar „für die gelassene Darstellung einer möglichen Koexistenz verschiedener Werte und Generationen“.

Open Frame Award

Das  Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka mit Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin und Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF Bank Stiftung.© Foto: Diether v. Goddenthow
Das Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka mit Heleen-Gerritsen, Festivalleiterin und Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF Bank Stiftung.© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Künstler-Duo Alexey Furman and Sergiy Polezhaka wurde für AFTERMATH VR: EUROMAIDAN mit dem von der BHF Bank Stiftung für Virtual-Reality-Werke ausgelobten Open Frame Award ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert ist. In dem VR-Projekt schlüpft der Betrachter in die Rolle eines Demonstranten während der Proteste auf dem Maidanplatz in Kiew. Durch die Kombination aus kraftvollem immersivem Storytelling und dem interaktiven Poztenzial von VR mache das Werk den Betrachter zu einem aktiv Handelnden, der in das Geschehen eingreifen könne, erklärte die Jury. „Die VR-Erfahrung hinterlässt einen bleibenden Eindruck und konserviert Erinnerungen mit diesem einzigartigen journalistischen Format, das große gesellschaftliche Relevanz besitzt.“

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für TRAIL OF ANGELS von Kristina Buožytė für die herausragende Kreativität aus. „Die Herausforderung einer poetische Reise durch die Bilderwelt eines traditionellen Malers wurde respektvoll und intelligent gelöst“, so die Jury.

RheinMain Kurzfilmpreis

RheinMain Kurzfilmpreis. gestiftet vom  Kulturfonds Frankfurt RheinMain ging an Leon Lučev. Bild: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (ganz rechts), Leon Lučev (mitte) mit der Festivalleiterin und der Jury,  © Foto: Diether v. Goddenthow
RheinMain Kurzfilmpreis. gestiftet vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ging an Leon Lučev. Bild: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (ganz rechts), Leon Lučev (mitte) mit Festivalleiterin und der Jury, © Foto: Diether v. Goddenthow

Erstmals wurde in diesem Jahr der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gestiftete RheinMain Kurzfilmpreis (2.500 Euro) vergeben. Die Jury aus Vertreter*innen von Kulturvereinen mit Osteuropa-Bezug aus dem Rhein-Main-Gebiet entschied sich für I CAN BARELY REMEMBER THE DAY (MALO SE SJEĆAM TOG DANA, Kroatien 2018) – das Regiedebüt des kroatischen Schauspielers Leon Lučev, und begründete ihre Entscheidung damit, dass der Film die gegensätzlichen Themen Tod und Leben, Trauer und Heiterkeit geschickt miteinander verwebe. „Was der Protagonist nicht aussprechen kann, entwickelt der Regisseur über Kameraführung, die Wahl seiner Stilmittel sowie die ausgezeichnete schauspielerische Leistung. Der Film berührt“, betonte die Jury.

Renovabis-Recherchestipendium

Das Projekt THE MOTHERS‘ CRUSADE (Belarus, Regie: Alexander Mihalkovich) gewann das in diesem Jahr erstmals ausgelobte Renovabis-Recherchestipendium (3.500 Euro) für dokumentarische Vorhaben zu den Themen Menschen- und Minderheitenrechte. Die Jury zeichnete die Geschichte über Frauen aus, die in Weißrussland gegen Missbrauch in einer mächtigen männlich dominierten Institution, dem Militär, kämpfen. „Durch die Perspektive einer Mutter erhalten wir damit Einblick in eine viel umfassendere Kultur der Gewalt“, so die Jurybegründung.

East-West Talent Lab

LANDING von Ksenia Ciuvaseva aus Moldawien wurde als bestes Projekt im Rahmen des East-West Talent Lab mit dem von Russian Standard Vodka gestifteten goEast Development Award in Höhe von 3.500 Euro bedacht. Es sei eine sehr persönliche Geschichte, die so große Themen wie Verlust, Abwesenheit und Liebe auslotet, betonte die Jury. „Sowohl die Filmemacherin als auch ihr Vater versuchen, Zeit und Raum durch Videobotschaften zu überwinden. Wir sind gespannt, wohin dieses Abenteuer beide führen wird.“

Abschlussfoto mit allen Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Helfern des Festivals goEast zum Abschluss der Preisverleihung am 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Abschlussfoto mit allen Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Helfern des Festivals goEast zum Abschluss der Preisverleihung am 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Wahl des goEast Medienpartners 3sat, der seit Beginn des Festivals in jedem Jahr den Ankauf für einen Film des Programms anbietet, fiel 2019 auf den Wettbewerbsfilm MOMENTS (CHVILKY, Tschechische Republik, Slowakische Republik 2018) von Beata Parkanová. Der Film soll zum goEast Festival 2020 bei 3sat seine TV-Premiere feiern.

Die 19. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fand vom 10. bis 16. April in Wiesbaden statt. Zu den Höhepunkten gehörten neben einem spannenden Wettbewerb die Besuche international gefeierter Filmemacher*innen wie Krzysztof Zanussi, Sergei Loznitsa und Jury-Präsidentin Teona Strugar Mitevska. Große Resonanz erfuhren auch das Symposium unter dem Titel „Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas“ sowie die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“

Alle Preisträger*innen im Überblick:

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Goldene Lilie für den Besten Film
ACID /KISLOTA, Russland 2018, Regie: Alexander Gorchilin; Produktion: Sabina Eremeeva

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie
THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD / LASKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt
HOME GAMES / DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko

Lobende Erwähnung
COLD NOVEMBER / NËNTOR, FTOHTË, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet
Sijarina

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Spielfilm)
THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD / LAZKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018, Regie: Adilkhan Yerzhanov

Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
STRIP AND WAR / Belarus, Polen 2019, Regie: Andrei Kutsila

Open Frame Award
AFTERMATH VR: EUROMAIDAN, Ukraine 2018, Regie: Alexey Furman and Sergiy Polezhaka

RheinMain Kurzfilmpreis
I CAN BARELY REMEMBER THE DAY / MALO SE SJEĆAM TOG DANA, Kroatien 2018, Regie: Leon
Lučev

Renovabis-Recherchestipendium
THE MOTHERS‘ CRUSADE, Belarus, Regie: Alexander Mihalkovich
goEast Development Award
LANDING, Moldawien, Regie: Ksenia Ciuvaseva

Siehe „goEast“

goEast eröffnet! Die Filmwelt schaut auf Wiesbaden – Highlight „Paneuropäisches Frühstück“

GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF
GORILA SE KUPA U PODNE. Deutschland, Jugoslawien 1993 82 min, 35mm, Farbe / eng, rus, deu OmdU Regie: Dušan Makavejev. © DFF

Mit einer absurden Szene aus „Gorilla bathes at noon“ startete am 10. April 2019 das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films GoEast in Wiesbaden im vollbesetzten Caligari, darunter viel Prominenz aus Kultur, Politik und Gesellschaft.

Nach einer halsbrecherischen Kletterpartie auf das Haupt des 1991 gestürzten Lenin-Denkmals am Internationalen Platz in Ostberlin versucht der mit der neuen Wendezeit-Situation völlig überforderte russische Major Viktor seinem Idol die weiße Farbe des Protestes  von der Stirn zu waschen, als wolle er die Zeit aufhalten – bis hin zum verzweifelten Ausruf „Ich bin ein Berliner!“.. Regisseurs Dusan Makavejevs trifft wie kaum ein anderer Film den Kern der Verunsicherung, die der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren in Ost und West bei vielen Menschen – von der Zivilbevölkerung bis hin zu den „Besatzungssoldaten – aufgelöst hat. Die Folgen der Öffnung des Eisernen Vorhangs ist auch der diesjährige Schwerpunkt von GoEast. Es geht im Kern um die Auseinandersetzung mit der Frage, was die Öffnung von Grenzen und der Fall der Berliner Mauer mit den Menschen ab den 1990er Jahren nach der Wendezeit in Ost und in West gemacht hat.

Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Festivalleiterin Heleen Gerritsen. © Foto: Diether v. Goddenthow

30 Jahre nach dem Mauerfall werde das Rhein-Main-Gebiet vom Ostblock erobert, stellte Festivalleiterin Heleen Gerritsen ein wenig augenzwinkernd bei der Eröffnung fest. Denn mit der etwas „kriegerischen“ Formulierung sei im provokanten Sinne der „Kalte Krieg“ gemeint, der noch gar nicht so lange her sei, sowie das Verhältnis zwischen Ost und West, das immer noch stürmisch sei, wie tägliche Nachrichten zeigten. „Doch wir Osteuropafans wissen, dass die Länder in unserem Osten viel mehr zu bieten haben als Kriegsrhetorik oder Nationalismus. GoEast verwandelt Wiesbaden erneut in die Hochburg für mittel- und osteuropäische Kultur“, so die Festivalleiterin. Neben vielen hochkarätigen Filmveranstaltungen und Premieren gibt es ein besonders vielfältiges Rahmenprogramm unter dem Namen „Paneuropäisches Picknick“, und mit Krzyzstof Zanussi und Sergei Loznitsa kommen zwei der produktivsten Filmemacher nach Wiesbaden. Insgesamt hätten sich über 400 Gäste, darunter 200 Filmschaffende, akkreditiert. Die Debüt- und Nachwuchsfilmschaffenden träfen sich wieder im goEast-Festivalzentrum „Casino-Gesellschaft“ oder in der Caligari Filmbühne.

Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ellen Harrington. © Foto: Diether v. Goddenthow

Kein anderes Kinoerlebnis bringe eine so große Vielfalt von Filmen und Filmschaffenden aus mehr als 30 mittel- und osteuropäischen Ländern mit ihren westeuropäischen Pendants zusammen wie GoEast, sagte Ellen Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts- und Filmmuseums. „goEast ist ein dynamisches Sammelsurium aus Ideen, Meinungen, Kunst und Debatten, in einer gastfreundlichen Stadt und mit tollen Events für alle Besucher und Besucherinnen.“, so Harrington. 2019 sei ein besonderes Jahr, nicht nur, da sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal jähre. „Auch das Dff – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, 1949 in Wiesbaden gegründet, feiert seinen 70. Jahrestag“, so die DFF-Direktorin. Auch vor 1989 organisierte das Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) osteuropäische Filmwochen, um dem westlichen Publikum einen Blick hinter die Kulissen des Eisernen Vorhangs zu gewähren. „Als goEast 2001 ins Leben gerufen wurde, wurde der Aspekt der Kulturdiplomatie sofort als sehr wichtig erachtet. Dieser ist bis heute ein wichtiger Baustein, besonders im Angesicht einer sich verändernden Europäischen Union“, erläuterte die DFF-Direktorin.

 Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

GoEast wolle Sterotypen aufbrechen und Klischees überwinden. Darauf ziele beispielsweise das Symposium „Konstruktion des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropa“ ab, sagte Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In bewährter Tradition setze goEast auf den Austausch über das Gesehene und fördere damit den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation. Genauso wende das Festival seinen Blick auf unsere nicht weniger spannende gesellschaftliche Gegenwart und die Zukunft des Filmschaffens. So sollen zwei neue Preise, der RheinMain Kurzfilmpreis und das Renovabis-Recherchestipendium für ein Dokumentarfilmprojekt mit Menschenrechtsbezug im Rahmen des Fortbildungsprogramms East-West-Talent Lab dem Filmnachwuchs ermöglichen, innovative Projektideen zu verwirklichen, sagte die Staatssekretärin. So zeige sich das Festival explizit als eine Plattform der Entwicklung und des Lernens von- und miteinander, so Asar.

Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto: Diether v. Goddenthow

Dass goEast zum 19. Mal in Wiesbaden stattfände, sei kein Zufall, denn, so Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden: „wir haben eine lange Tradition in der Verbindung zu Osteuropa. Man denke nur an die russisch-orthodoxe Kapelle, die auf Wiesbaden herunterschaut. Künstler, die in früheren Zeiten Wiesbaden besucht haben, zum Beispiel Jawlensky. Aber auch heute ist die Geschichte vieler Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger eng mit Osteuropa verbunden.“ Das unterstreiche goEast in diesem Jahr vielleicht einmal mehr mit seinem „Paneuropäischen Picknick“, an dem auch Wiesbadener Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt wie der polnische Kultursalon „Pokusa“ und die „Kroatische Kulturgemeinschaft“ teilnähmen, so Imholz. GoEast böte auch in diesem Jahr wieder ein Filmprogramm von  ganz hoher Qualität und  großer Vielfalt und sei zurecht ein Schwerpunkt im Wiesbadener Kulturkalender, so Imholz und weiter: „Die Filmwelt schaut auf das Festival. Wiesbaden ist in der nächsten Woche wieder einmal Filmstadt!“

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. © Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, machte in seinem Grußwort der Festivalleiterin und ihrem Team und allen Beteiligten im Namen des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ein großes Kompliment, nämlich dass sie es verstünden “Etwas, was schon sehr gut ist, jedes Jahr noch besser zu machen“. Das Festival in allen Formaten biete nicht nur die Gelegenheit, etwas zu finden, etwas Neues kennenzulernen, sondern auch die Chance, miteinander in Dialog zu kommen.
„Die Idee mit dem Paneuropäischen Picknick finde ich einfach genial. Weil es sozusagen Realität ist, aber mehr als Realität, nämlich Erzählung sei. Und Erzählung schaffe Realität. Der knackige Text im Programm, dass Performance-Künstler diese Sache veranstaltet haben, stünde, so Dr. Müller, zumindest mit einer zweiten Gruppen in Konkurrenz, die Ähnliches behaupte: Zum einen Otto von Habsburg, der damalige Vorsitzende der Pan-Europa-Union, und zwei Außenminister, Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn, „die damals den Draht durchgeschnitten haben, symbolisch gemeint, aber das auslösend, was sie vielleicht nicht geahnt haben, nämlich: dass sehr viele Menschen dieses Symbol für etwas Ernstes genommen haben und einfach den restlichen Draht durchtrennt und einfach den Eisernen Vorhang durch eine Art Massenbewegung beseitigt haben“, so Müller. Und was immer der Kern, die Absicht der Beteiligten gewesen war, „es war eine Performance, die die Welt erlebt hat, und die zeigt, dass in unruhigen Zeiten Kunst notwendig ist, um Drahtzäune und Barrieren wegzuräumen.“ Und dies genau sei das Anliegen von GoEast: „eine neue Plattform für Kultur aus dem Osten Europas im Rhein-Main-Gebiet zu etablieren“, so Dr. Müller.

Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Empfang im Caligari Foyer. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aus dem Programmheft, Seite 17:
PICKNICK (Samstag, 13.April 2019, 11.00 bis 15.00 Uhr, vor dem Rathauseingang /Schlossplatz)
„Was liegt näher im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe, als ein tatsächliches Picknick zu veranstalten – direkt neben dem Wiesbadener Markt am Schlossplatz? Neben Speis und Trank, bestehend aus einer köstlichen Reise durch
Osteuropa, laden im Rhein-MainGebiet ansässige Kulturvereine mit Osteuropaschwerpunkt zum gemeinsamen Stelldichein. Untermalt von Live-Musik und DJ Janeck möchten wir die osteuropäische Alltagskultur in die Öffentlichkeit tragen, um Festivalgäste, Publikum und die Wiesbadener Nachbarschaft zu vereinen. Folgen Sie einfach dem roten Teppich zum Picknick der besonderen Art.“

Aus dem Programmheft, Seite 16
MASTERCLASS: SERGEI LOZNITSA
„Beliebt, berüchtigt und umstritten ist das Werk Sergei Loznitsas. Egal ob in seinen Dokumentarfilmen oder in seinen Spielfilmen, der (post-)sowjetische Mensch oder genauer gesagt, die Gruppendynamik des (post-)sowjetischen Kollektivs steht im Mittelpunkt all seiner Filme. Der in der weißrussischen
SSR geborene Regisseur studierte in Kiew und Moskau und ist in seinem filmischen Schaffen erstaunlich
produktiv. Dabei entwickelte er nicht eine, sondern gleich drei ganz eigene Handschriften mit hohem Wiedererkennungswert. Bekannt geworden ist Loznitsa zunächst in Fachkreisen mit seinen mal in langsamen Bildern beobachtenden, mal aus Archivmontagen entstandenen Dokumentarfilmen wie BLOKADA (Russland, 2005). Zu dieser letzten Form kehrt er mit THE TRIAL (Niederlande, 2018), der in diesem Jahr auch bei goEast gezeigt wird, zurück (Seite 8). Mit MAIDAN, AUSTERLITZ und SIEGESTAG beobachtet er dokumentarisch Massendemonstrationen und Gruppendynamiken in langen Einstellungen. Seine Spielfilme (DONBASS, DIE SANFTE, IM NEBEL, MEIN GLÜCK) dagegen sind wie Fieberträume und zeichnen ein pessimistisches (und manchmal groteskes) Bild der post-sowjetischen Gesellschaften. Vor allem in Russland erntet Loznitsa damit viel Kritik: Immer wieder wird dem Regisseur Schwarzmalerei oder sogar anti-russische Propaganda vorgeworfen. In einer öffentlichen Masterclass erzählt Loznitsa über sein Werk, seine Entscheidungen und Erfahrungen.“

Festivalzentrum So, 14.04. / 11:30 Uhr,
in russischer Sprache mit englischer
Simultanübersetzung
Eintritt: 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

Das  Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das Festival „Go East“ läuft vom 10. bis 16. April 2019. © Foto: Diether v. Goddenthow

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Die Spielstätten auf einen Blick

goEast 2019: In dieser Woche startet in Wiesbaden das 19. Festival des mittel- und osteuropäischen Films

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits in seiner 19. Ausgabe startet vom 10. bis zum 16. April 2019 goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films: In 109 Filmen aus 39 Ländern wird die ästhetische und inhaltliche Vielfalt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens präsentiert, darunter 23 Deutschlandpremieren, drei Internationale Premieren und eine Weltpremiere. Daneben bietet das Festival ein deutlich ausgebautes Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären goEast Partys. Neu in diesem Jahr und nur durch die Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain ist das „Paneuropäische Picknick“, einmal als cinematisches Format, und darüber hinaus am 13. April ab 11.00 Uhr als Begegnungs-Event auf dem Wiesbadener Schloss-Platz. Es soll als interdisziplinäre Sektion insbesondere internationale Festivalgäste und das Wiesbadener Publikum näher zusammenbringen.

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Die Spielstätten auf einen Blick

Die Jugend vom Damals und Heute

Auf der Pressekonferenz in der Caligari-Filmbühne wies Ellen Harrington, Direktorin des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseums darauf hin, dass mit der 19. Ausgabe von goEast das DFF gleichzeitig auch seinen 70. Geburtstag seiner Gründung hier in Wiesbaden als erste Filmerbe-Organisation der Bundesrepublik Deutschland feire, und dankte der Landeshauptstadt und dem Land Hessen „für die Unterstützung unserer Mission und für die Unterstützung von goEast, das sich seit 2001 für eine lebendige Debattenkultur einsetzt.“ Mittel der Wahl sei dabei der Film, der auf vielfältige Weise deutlich mache, dass Demokratie ein zentrales Gut eines vereinten Europas sei. „goEast ist ein Schaufenster für das Kino Ost- und Mitteleuropas und fordert – 30 Jahre nach dem Fall der Mauer – zugleich Respekt für alle, insbesondere auch für die marginalisierten Teile der Gesellschaft“, betonte Harrington. Entsprechend greift das diesjährige Programm von GoEast schwerpunktmäßig den gesellschaftlichen Wandel Ost- und Mitteleuropas nach der Wendezeit, also die Phase ab den 1990er Jahren auf, und zeigt insbesondere die auch damit verbundenen Generationenkonflikte auf, ein Leitgedanke, der sich auch im Festivalmotto „Die Jugend von Damals und Heute“ wiederfindet.

Wettbewerb

Der goEast Wettbewerb besteht traditionell wieder aus sechzehn Filmen, die um die drei Hauptpreise des Festivals konkurrieren. Der diesjährige Wettbewerb zeichne sich aus durch Werke von jungen Filmschaffenden, darunter einige Debütfilme, und Werke, in denen Generationskonflikte inhaltlich eine Rolle spielen. Damit knüpften die Filme an aktuelle gesellschaftliche Tendenzen in Ost- und Mitteleuropa an, aber nicht nur, denn auch im Westen gingen Jugendliche und Millennials auf die Straße und lehnten sich „gegen die Entscheidungen und die Politik der älteren Generationen auf“, erklärte Festivalleiterin Heleen Gerritsen und unterstrich im Hinblick auf die gezeigten Festivalfilme: „Im Osten wird der Konflikt noch dadurch verschärft, dass die Generationen in unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Systemen aufgewachsen sind. Ästhetisch und inhaltlich wählt die neue Generation von Filmschaffenden eine andere, neue Filmsprache“. In vielen der in diese Jahr präsentierten Festival-Filme stünden oft „Junge Menschen und ihre Motivation im Leben, ihr Entdeckungs- und Emanzipationsdrang oder auch ihr Verhältnis zu älteren Familienmitgliedern und Autoritäten“ im Mittelpunkt des Geschehens. Aber es würde auch danach gefragt, „warum junge Menschen bereit sind, Opfer zu bringen für ihre politischen Überzeugungen“, verriet Gerritsen.
Wettbewerbsfilme auf einen Blick

Treffpunkt der mittel- und osteuropäischen Filmszene
Rund 200 Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa werden bei goEast als Gäste erwartet. Dazu gehörten so bekannte Namen wie Želimir Žilnik und Sami Mustafa, die auch zu den Gästen des diesjährigen Symposiums „Konstruktionen des Anderen. Roma und das Kino Mittel- und Osteuropas“ am Freitag, 12.April ab 9.30 Uhr im Museum Wiesbaden gehören werden.
Dem Altmeister der polnischen Neuen Welle, Krzysztof Zanussi, ist in der Hommage mit der Darbietung von 8 seiner wichtigsten Werke eine umfangreiche Werkschau gewidmet.

Eröfnungsfilm: GOSPOD POSTOI, IMETO I’ E PETRUNIJA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA Teona Strugar Mitevska. Macedonia, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich 2019  © DFF
Eröfnungsfilm: GOSPOD POSTOI, IMETO I’ E PETRUNIJA GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA Teona Strugar Mitevska. Macedonia, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich 2019 © DFF

Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin und diesjährige goEast Jury-Präsidentin Teona Strugar Mitevska präsentiert ihren Eröffnungsfilm „GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA“.

Zum ersten Mal kooperiert goEast anlässlich 30 Jahre Mauerfalls mit dem FilmFestival Cottbus mit vielversprechenden hintergründigem Motto „Bleibt alles anders? sowie „Die Wilden Neunziger“. Bei dieser gemeinsamen Film- und Gesprächsreihe wird zurückgeschaut „auf das Kino der 1990er Jahre, um diejenigen filmischen Tendenzen aufzuspüren, die zwischen der politischen Eurphorie und der Etablierung einer neuen – kapitalistischen – Ordnung des Filmschaffens geboren wurden“ (Seite 14, Programm goEast)

„Paneuropäisches Picknick“ 

Mit der – parallel zum gleichnamigen Schlossplatztreff am 13.4. – neu geschaffenen Veranstaltungsreihe „Paneuropäisches Picknick“ werden sowohl die Grenzen zwischen Ost und West als auch interdisziplinäre Grenzen zwischen Film, Literatur und Kunst überschritten. Bei den Filmtalks im „goEast Salon“ hat das Publikum die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Filmschaffenden des Wettbewerbs direkt ins Gespräch zu kommen. Das Motto „Paneuropäisches Picknick“ geht zurück auf eine gleichnamige legendäre Friedensdemonstration von Performance-Künstlern in Österreich und Ungarn von vor 30 Jahren zurück (Seite 16, Programm goEast).
Paneuropäisches Picknick auf einen Blick

Wiesbaden – historisch eine Brücke nach Osteuropa

Für Axel Imholz, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, sei Wiesbaden traditionell schon immer eine Brücke in die osteuropäischen Länder gewesen, zuletzt auch durch die vielen Ost-Vertriebenen des 2. Weltkrieges, die in der Landeshauptstadt eine neue Heimat gefunden hätten. Einer der bekanntesten Vertreter wäre der Maler Jawlensky, der in Wiesbaden lebte und auch beigesetzt sei. Und welche Stadt verfüge schon wie Wiesbaden über eine Russisch-Orthodoxe Kirche der heiligen Elisabeth Romanow auf dem Neroberg. Dostojewski, einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller habe in Wiesbaden sein Werk „Der Spieler“ geschrieben. Man sähe die Verbundenheit Wiesbadens zum mittel- und osteuropäischen Kulturkreis auch in den Straßennamen. In dieser guten Tradition bringe „goEast internationale Filmschaffende und Filminteressierte nach Wiesbaden und schafft mit seinen Filmen und Gesprächsangeboten wichtige Einblicke und Verständnis für die Kulturen unserer östlichen Nachbarn – das ist heute ebenso aktuell und wichtig wie zu Beginn des Festivals“, so Imholz. Wiesbaden schätze sich glücklich, ein so einzigartiges Festival-Highlight wie goEast in der Landeshauptstadt zu haben, betonte der Kulturdezernent.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der das Pilotprojekt „Paneuropäisches Picknick“ durch eine entsprechende Förderung erst ermöglichte, unterstrich, dass wir uns heute, 30 Jahre nach dem Paneuropäischen Picknick von Sopron an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich fragen müssen, „wie einig und grenzfrei unser Europa ist und wie es um den Zusammenhalt und die Verständigung bestellt ist.“ Umso wichtiger sei es, die Errungenschaften der Verständigung auf allen Ebenen und in allen Ausprägungen zu wahren und auszubauen, so Müller. „Das ist der Ansatz des Paneuropäischen Picknicks in Wiesbaden: Es geht darum, eine Brücke zu schlagen zwischen dem etablierten Filmfestival und kleinen Kulturvereinen; eine Brücke zu Orten außerhalb der Filmbühnen, an denen Menschen mit mittel- und osteuropäischem Migrationshintergrund aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zusammenkommen.“

Dr. Markus Ingenlath, Geschäftsführer von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche, und ein weiterer neuer wichtiger Sponsor begründet das Engagement von Renovabis unter anderem damit, dass goEast mit der Auslobung eines Recherche-Stipendiums für Dokumentarfilme im Bereich Menschen- und Minderheitenrechte in Osteuropa aktuell brisante Themen in den Blick nehme. „Das ist ganz im Sinne der Arbeit von Renovabis: Wir wollen einen glaubhaften und ungeschönten Blick auf die Situation in unserer Nachbarschaft werfen, denn nur so kann echter Dialog gelingen“, so Ingenlath.

Am 10. April wird das 19.  goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films um 19.00 Uhr in der Caligari-Filmbühne eröffnet  mit  GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA (GOSPOD POSTOI, IMETO I‘ E PETRUNIJA, Nordmazedonien, Belgien, Slowenien, Kroatien,
Frankreich 2019) der nordmazedonischen Regisseurin Teona Strugar Mitevska.

goEast Programm online // goEast Wettbewerb // Jury & Preise
© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Herzstück des Festivals ist der Wettbewerb, in dem 16 Filme – zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme – gegeneinander antreten. „Neben Filmen, die sich mit aktuellen politischen Themen auseinandersetzen, gibt es 2019 auffällig viele Filme, die von Generationskonflikten erzählen“, verrät Festivalleiterin Heleen Gerritsen. „30 Jahre nach dem Mauerfall haben die Menschen, je nachdem in welchem System sie aufgewachsen sind, unterschiedliche Erwartungen vom Leben.

GoEastprogramm auf einen Blick

Jury & Preise
Unter den 16 Wettbewerbsbeiträgen feiern zehn Filme bei goEast ihre Deutschlandpremiere, daneben wird es zwei Internationale Premieren und eine Weltpremiere geben. Über die Vergabe der Preise entscheidet die internationale Jury. Es geht um die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis für kulturelle Vielfalt (4.000), der vom Auswärtigen Amt ausgelobt wird. Den JuryVorsitz übernimmt 2019 die vielfach preisgekrönte mazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska, die auch für den Eröffnungsfilm verantwortlich zeichnet. Mit Magdalena Żelasko, Gründerin und Leiterin des Wiener LET’S CEE Filmfestivals, und Stjepan Hundić, Gründer und Leiter des Fantastic Zagreb Film Festivals, erhält sie Unterstützung aus dem europäischen Festivalkosmos. Daneben gehört die Arthouse-Produzentin Anna Katchko zur Wettbewerbsjury. Außerdem ist die FIPRESCI mit einer eigenen Jury vertreten und zeichnet jeweils den besten Spielund den besten Dokumentarfilm mit dem Preis der Internationalen Filmkritik aus.

goEast Wettbewerb
Der goEast Wettbewerb zeigt einen vielfältigen und anspruchsvollen Querschnitt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens. Der Dokumentarfilm STRIP AND WAR (Belarus, Polen 2019) von East-West Talent Lab-Alumnus Andrei Kutsila, der bei goEast seine Weltpremiere feiert, offenbart den Clash der Generationen zwischen einem Kriegsveteranen und dessen als Stripper arbeitenden Enkelsohn und spiegelt dabei die belarussische Gesellschaft wider. Der tschechische Debütfilm MOMENTS (CHVILKY, Tschechien, Slowakei 2018) von Beata Parkanová stellt eine junge Frau ins Zentrum, die sich durch das Dickicht von Erwartungen und Ansprüchen innerhalb der drei Generationen ihrer Familie einen eigenen Weg bahnen muss. In seinem Coming-of-Age Drama ACID (KISLOTA, Russland 2018) wirft der Regisseur und Schauspieler des Gogol Centers um Kirill Serebrennikov, Alexander Gorchilin, sein Publikum mit voller Wucht in das wilde Leben einer desillusionierten jungen Moskauer Clique und mitten hinein in die Grabenkämpfe zwischen den
Generationen.

Die bittersüße Geschichte einer kasachischen Familie erzählt Adilkhan Yerzhanov, der 2013 mit seinem Debütfilm zum ersten Mal bei goEast zu Gast war, in THE GENTLE INDIFFERENCE OF THE WORLD (LASKOVOE BEZRAZLICHIE MIRA, Kasachstan,
Frankreich 2018) als Mafia-Tragikomödie à la Camus. Ein aufrüttelndesEmanzipationsdrama aus der Plattenbausiedlung der Millionenstadt Baku ist END OF SEASON (Deutschland, Aserbaidschan, Georgien 2019) von Elmar Imanov. Auch der Dokumentarfilm WHITE MAMA (BELAYA MAMA, Russland 2018, Regie: Zosya Rodkevich, Evgeniya Ostanina) stellt das ungewöhnliche Schicksal einer Großfamilie in den Mittelpunkt und zeigt mit kompromissloser Ehrlichkeit, was passiert, wenn die psychischen Kräfte einer Mutter nachlassen.

Ena Sendijarevićs Debütfilm TAKE ME SOMEWHERE NICE (Niederlande, Bosnien und Herzegowina 2019) nimmt das Publikum mit auf eine in frischbunten Bildern inszenierte Reise durch Bosnien und zeigt Landschaft und Leute durch die Augen eines Mädchens, das zum ersten Mal seine Wurzeln entdeckt. In HOME GAMES (DOMASHNI IGRI, Ukraine, Frankreich, Polen 2018, Regie: Alisa Kovalenko) versucht die junge Ukrainerin Alina, den Kraftakt zwischen einer professionellen FußballKarriere und ihrer sozial prekären familiären Situation zu schaffen.

Einen Blick hinter die Kulissen der ungarischen Parlamentswahl im vergangenen Jahr gewährt der Polit-Dokumentarfilm HUNGARY 2018 (Ungarn, Portugal 2018) von Eszter Hajdú. Auch historische Stoffe aus Mittel- und Osteuropa sind im diesjährigen Wettbewerb vertreten. Mit JAN PALACH (Tschechien, Slowakei 2018) widmet sich Regisseur Robert Sedláček einer der wichtigsten Figuren des tschechoslowakischen kulturellen Gedächtnisses und der Frage, was einen jungen Menschen dazu bringt, sich aus politischem Protest in Brand zu setzen. COLD NOVEMBER (NËNTOR, FTOHTË,
Kosovo, Albanien, Nordmazedonien 2018, Regie: Ismet Sijarina) thematisiert den Krieg in Jugoslawien 1992 in Prishtina und erzählt vom (Über-)Leben in bösen Zeiten. Igor Drljačas Dokumentarfilm THE STONE SPEAKERS (KAMENI GOVORNICI,
Kanada, Bosnien und Herzegowina 2018) lenkt den Blick darauf, was nach Staatsverfall, Systemwechsel und Krieg vom multiethnischen Bosnien-Herzegowina geblieben ist, offenbart groteske Auswüchse des Tourismus und hört den Menschen vor Ort beim Fabulieren zu.

Der experimentelle Naturfilm ACID FOREST (RŪGŠTUS MIŠKAS, Litauen 2018) von Rugilė Barzdžiukaitė, die Litauen bei der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten wird, nimmt das Publikum mit auf die Kurische Nehrung und fordert mit Endzeitstimmung unsere anthropozentrische Art des Denkens heraus.
Mit dem abgedrehten Science-Fiction-Drama HIS MASTER’S VOICE (AZ ÚR HANGJA, Ungarn, Kanada 2018) legt der ungarische Kultregisseur Györgi Pálfi eine unorthodoxe und skurrile Stanisław Lem-Adaption vor, die Genregrenzen sprengt.

Die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion hingegen verschwimmen für den Protagonisten in Anca Damians doppelbödigem Noir-Thriller MOON HOTEL KABUL (Rumänien, Frankreich 2018) um einen Journalisten auf Reportagereise zwischen Kabul und Bukarest. Nachdem die Goldene Lilie 2018 an die estnische Produktion NOVEMBER ging, ist die Produktionsfirma Homeless Bob mit Kaur Kokks geheimnisvollem Langfilmdebüt THE RIDDLE OF JAAN NIEMAND (PÕRGU JAAN, Estland  2018) erneut im goEast Wettbewerb vertreten. Kokks Film ist im Estland des 18. Jahrhunderts angesiedelt, die Kamera führte wie in NOVEMBER Mart Taniel.
Genauso vielfältig wie die Themen sind auch die Blickwinkel und die Filmsprache der diesjährigen Wettbewerbsfilme.

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Die Spielstätten auf einen Blick

goEast Open Frame Award – Wettbewerb für Virtual Reality 4., bis Sonntag, 7. April im DFF

© DFF
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goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films präsentiert vom 10. bis 16. April in Wiesbaden herausragende Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den Ländern des östlichen Europas, darunter Neuheiten und zahlreiche Deutschlandpremieren ebenso wie Klassiker und Wiederentdeckungen. Neben den zehn Spielfilm-Beiträgen des goEast Wettbewerbs, sind die acht Werke des Open Frame Awards ebenso wie ein Science-Fiction-Special in Kooperation mit dem Fantastic Zagreb Film Festival auch im Kino des DFF in Frankfurt zu sehen.

Das vollständige goEast-Programm in Frankfurt finden Sie hier: bit.ly/goeast19

Open Frame Award – Virtual Reality im DFF

Im zweiten Jahr in Folge konkurrieren experimentelle 360-Grad- und Virtual-Reality-Projekte bei goEast um den Open Frame Award. Die BHF Bank Stiftung lobt den mit 5.000 Euro dotierten Preis aus, der von einer internationalen Jury vergeben wird. In Frankfurt sind die Projekte bereits im Vorfeld des Festivals, von Donnerstag, 4., bis Sonntag, 7. April, mittels Headsets zu sehen.

Ort: Ausstellungsraum im 3. OG des DFF
Öffnungszeiten: Do, Sa, So 10-18 Uhr; Freitag 10-20 Uhr
Museumstickets für das DFF gelten auch für die Open-Frame-Award-Ausstellung. Der Zugang für Fachbesucher/innen mit Festivalakkreditierung ist kostenfrei. Gruppen von zehn und mehr Personen werden um Voranmeldung an goeast@dff.film gebeten.
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AFTERMATH VR: EUROMAIDAN
Interactive Experience
Ukraine 2018. R: Alexey Furman, Sergiy Polezhaka. 17 Min. eng, ukr OmeU

Am 20. Februar 2014 eröffneten in Kiew ukrainische Polizeikräfte das Feuer auf Protestierende, die sich mit Schlägern und Holzschil- den bewaffnet hatten. Fünfzig Menschen starben. AFTERMATH VR: EUROMAIDAN folgt dem durch CGI und Bildmessung nachgebildeten Weg der Protestierenden, die die Straßen von den Polizeikräften zurückgewannen, und ergründet die Geschichte anhand von Archivmaterial, 360°-Video-Interviews mit Augenzeug*innen und Artefakten des Euromaidan.

LAISVES KODAS 13 Code of Freedom 1991
Interactive Experience
Litauen 2018. R: Andrius Lekavicius.10 Min. eng, lit, rus OmeU

Diese Virtual Reality-Arbeit versetzt ihr Publikum als filmende Journalist/innen zum Blutbad am Fernsehturm in Vilnius am 13. Januar 1991 und stellt es vor die Entscheidung – entweder journalistisch Beweise der Aggressionen der Sowjetarmee zu sammeln oder verwundeten, friedlichen Protestierenden zu helfen. Mit Archiv-Audioaufnahmen und einer an den realen Ereignissen orientierten animierten Umgebung entsteht ein individuell erschaffener Dokumentarfilm, basierend auf eigenen Entscheidungen.

ROCKETMAN 360
360°-Spielfilm
Rumänien 2018. R: Millo Simulov. 20 Min. eng OmeU

Als einer der ersten zum Mars entsandten Kolonisatoren bekommt ein Astronaut im Cockpit seines Raumschiffs ein paar Minuten vor Abflug von seiner Freundin ein 360°-Heimvideo zugeschickt. Er wird sie niemals wieder sehen und die Erde wohl bald schon unbewohnbar sein. ROCKETMAN 360 ist ein sentimentaler Liebesbrief der letzten Generation der Menschheit an einen Raumfahrer auf dem Weg zu einer gefährlichen Mission.

THE WETLAND
360°-Dokumentarfilm
Rumänien 2019. R: Ioana Mischie. 16 Min. OmeU
Ioana Mischies THE WETLAND dokumentiert die Bräuche und bittersüßen archaischen Geschichten der abgelegensten Dörfer des rumänischen Donau-Deltas. Allen Widerständen zum Trotz versuchen sie, die Wildnis und Unberührtheit ihres Sumpfgebietes mit menschenmöglichem Einsatz zu bewahren.

UNPARALLEL REALITY
Tilt-Brush-Animation
Belarus 2018. R: Mitya Sorkin. 6 Min. eng, rus OmeU
In Belarus haben drei von vier Menschen häusliche Gewalt erlebt. Die schrecklichen Erfahrungen von sechs Familien, die physischen, sexuellen, ökonomischen oder psychologischen Missbrauch erfahren haben, sind Gegenstand des Werkes. Die Tilt-Brush-Zeichentechnik nutzend, werden wahre Fälle des nationalen Notruf-Telefons zum Leben erweckt.

THEATERVR KALEVALA.EPISODES
Russland, Finnland 2018. Regie: Oleg Nikolaenko. 26 Min. eng, fin, rus OmeU
Interactive Experience, 360°-3D Animation
Diese VR-Performance basiert auf den finnisch-karelischen Geschichten der „Kalevala”. Das Projekt lädt ein auf eine Reise in diese mysteriösen Welten mit mythologischen Helden-Abenteuern. Moderne Bild- und Klang-Technologien, 360°-3D-Videotechnik, volumetrische Erfassung und interaktive Szenen tragen zur Vision des Werkes bei.

THE METAMORPHOSIS VR Vrwandlung
Interactive Experience
Tschechische Republik 2018. R: Mika Johnson. 15 Min. cze, eng, deu OmeU
Basierend auf dem berühmten Kafka-Roman erwacht man in diesem Werk im Körper des Gregor Samsa – zu spät für die Arbeit und in ein riesiges Insekt verwandelt. Die Entfremdung wird im hyperrealistischen Körper des Insekts mit sechs Beinen, Mandibeln und Fühlern spürbar. Gregors Hab und Gut aus Büchern, Dokumenten und Schubladen voller Dinge gilt es zu entdecken, während draußen die Familie an die Tür klopft und eine Erklärung fordert.

ANGELŲ TAKAIS Trail Of Angels
Meditative VR-Erfahrung
Litauen, Belarus 2018. R: Kristina Buožytė. 30 Min. OmeU
Ein Tribut an einen Vorreiter der Multimedia-Kunst, den berüchtigten litauischen Kunstschaffenden M. K. Čiurlionis. Basierend auf seinen Gemälden und seiner Musik gilt es, das Jenseits zu entdecken und mit der atemberaubenden Umgebung zu interagieren. Die Reise beginnt als menschliches Wesen, schon bald wird jedoch klar, dass man einen Engel verkörpert, der über die Stadien des Lebens, Sterbens und der Verschmelzung mit dem Universum nachdenkt.