Kategorie-Archiv: Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Tropical Underground. Revolution von Anthropologie und Kino – Fotoausstellung des Ethnologen Viveiros des Castro im Weltkulturenmuseum

Presserundgang durch die Ausstellung „Variationen des wilden Körpers. Fotografien von Eduardo Viveiros de Castro“ mit den KuratorInnen Eduardo Sterzi und Verónica Stigger sowie Viveiros de Castro (mitte) Weltkulturen Labor, Schaumainkai 37, 60594 Frankfurt.Foto: Diether v. Goddenthow
Presserundgang durch die Ausstellung „Variationen des wilden Körpers. Fotografien von Eduardo Viveiros de Castro“ mit den KuratorInnen Eduardo Sterzi und Verónica Stigger sowie Viveiros de Castro (mitte) Weltkulturen Labor, Schaumainkai 37, 60594 Frankfurt.Foto: Diether v. Goddenthow

Das Campus-Projekt „Tropical Underground“ bringt die Goethe-Universität mit drei Museen der Stadt und dem Künstlerhaus Mousonturm zusammen und befasst sich von Oktober 2017 bis Juli 2018 mit Revolutionen von Anthropologie, Kino und Kunst in der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre.

Wer die kulturelle Globalisierung der Gegenwart verstehen will, kann von der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre lernen. Mit deren Verbindung von Anthropologie und Avantgarde befasst sich das vielschichtige wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“, das von der Goethe-Universität Frankfurt (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“) gemeinsam mit dem Kino des Deutschen Filmmuseums, dem Weltkulturen Museum, dem Museum Angewandte Kunst und dem Künstlerhaus Mousonturm veranstaltet wird.

Kernelemente des Programms sind eine Lecture & Film-Reihe zum brasilianischen Cinema Marginal der 1960er und 1970er Jahre, die aus 16 Vorträgen mit Filmvorführungen im Kino des Deutschen Filmmuseums besteht, sowie eine Ausstellung der fotografischen Arbeiten des einflussreichen brasilianischen Ethnologen Eduardo Viveiros de Castro, die vom 18. November 2017 bis 11. März 2018 im Weltkulturen Museum stattfindet. Hinzu kommen Vorträge, Podiumsveranstaltungen, ein Literaturabend und ein Abend mit Super-8-Filmen des Künstlers Hélio Oiticica.

Fressen die Bewohner des Amazonasgebiets ihre Feinde oder erzählen sie das nur den angereisten Ethnologen? Und was führen brasilianische Dichter und Filmemacher im Schilde, wenn sie, unter Berufung auf den Avantgarde-Dichter Oswald de Andrade und sein „Anthropophages Manifest“ von 1928, die Menschenfresserei zum ästhetischen Prinzip erheben?

Das sind die Fragen, denen „Tropical Underground“ in verschiedenen Formaten und an verschiedenen Orten in der Stadt nachgeht.

Einen wichtigen Ausgangspunkt bildet dabei die Arbeit des Ethnologen und Fotografen Eduardo Viveiros de Castro (*1951 in Rio de Janeiro), der in den 1960er und 1970er Jahren zum Umfeld der „Tropicália“-Bewegung und des Cinema Marginal gehörte.
Viveiros de Castro zählt mit seiner Theorie des amerindischen Perspektivismus zu den bedeutendsten Ethnologen der Gegenwart. Zunächst aber war Viveiros de Castro Fotograf. Er schuf in den 1970er Jahren einige der bekanntesten Aufnahmen des Künstlers Hélio Oiticica und des Dichters Waly Salomão und arbeitete als Standfotograf für Ivan Cardoso, eine Schlüsselfigur des Cinema Marginal. Zeitgleich befasste sich Viveiros de Castro mit den Stämmen der Araweté, Kulina, Yanomami und Yawalapíti im Amazonas-Gebiet. Den gemeinsamen Fluchtpunkt dieser beiden Arbeitsstränge bildet die Frage nach dem Körper. Die Ausstellung. „Variationen des wilden Körpers. Fotografien von Eduardo Viveiros de Castro“ fokussiert auf den Körper im urbanen Raum ebenso wie im Amazonas-Gebiet und zeigt zugleich, dass künstlerische Praxis und anthropologische Reflexion im Werk von Viveiros de Castro aufs Engste verzahnt sind.
Eduardo Viveiros de Castro wird in der Woche der Ausstellungseröffnung auch die Kantorowicz Lecture in Political Language an der Goethe-Universität halten, die vom Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet wird. Am 15. November 2017 widmet sich Viveiros de Castro dem Thema: „Against the ontological exceptional position of ‚our species‘“.

Information zu Eduardo Viveiros de Castros Ausstellung im Weltkulturen-Museum ab 18.November 2017 

Die Lecture & Film-Reihe „Tropical Underground. Das brasilianische Cinema Marginal und die Revolution des Kinos“ befasst sich mit einer Kino-Bewegung, die Elemente des amerikanischen Genrekinos – vom Horror- über das Melodrama bis zum Softporno – mit Ideen der literarischen und künstlerischen Avantgarde verband und zugleich eine fundamentale Kritik an der politischen Repression der brasilianischen Militärdiktatur formulierte. Regisseure wie Rogério Sganzerla oder Ivan Cardoso verstanden ihr Kino als Alternative zum europäisch inspirierten Modernismus der brasilianischen Neuen Welle, des „Cinema Novo“, und suchten wie die Musiker der Tropicália-Bewegung wie Caetano Veloso, Gal Costa oder Maria Bethânia, nach einem eigenen Idiom jenseits westlicher Modelle. Die Reihe „Tropical Underground“ versammelt die bekanntesten Spezialistinnen und Spezialisten für diesen aufregenden Schlüsselmoment der Kinogeschichte in einem Programm und bringt eine Vielzahl von Schl üsselwerken des Cinema Marginal erstmals in Deutschland ins Kino. Ein Höhepunkt wird der Auftritt und Vortrag der Schauspielerin Helena Ignez am 23. Mai 2018, die als der große Star des Cinema Marginal gilt.

Weitere Programmelemente sind der „Disput über Anthropophagie“ am 16. November um 18 Uhr im Künstlerhaus Mousonturm, bei dem der Philosoph und Biologe Cord Riechelmann und der Übersetzer Oliver Precht mit Eduardo Viveiros de Castro über verschiedene Formen der Menschenfresserei diskutieren und der Literaturabend „Verschlingungen. Einführung in den brasilianischen Hunger“ im Mousonturm am 13. Juni 2018, der von der Anthropophagie in der Literatur handelt.

In Kunst, Musik und Film vollzieht sich in der brasilianischen Gegenkultur der 1960er Jahre jene „karibische Revolution“, die Oswald de Andrade in seinem „Anthropophagen Manifest“ von 1928 ausgerufen hatte: eine neue, andere Moderne, die zugleich die Last der Kolonialgeschichte aufnimmt und umwidmet und auf die Dynamiken der Globalisierung antwortet. Den historischen Hintergründen und nachhaltigen Lektionen dieses Schlüsselmoments der globalen Moderne geht die internationale Tagung „Tropical Underground“ vom 23.-25. Mai 2018 im Museum Angewandte Kunst nach.

Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“ wird gemeinsam realisiert mit dem Weltkulturen Museum, dem Museum Angewandte Kunst, dem Deutschen Filmmuseum und dem Künstlerhaus Mousonturm sowie mit SESC – São Paulo und arte 3. Unterstützt wird es vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Dr. Marschner Stiftung, der hessischen Film- und Medienakademie, der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität und von Caparol.

Details zum Programm unter www.tropical-underground.de

Die Lecture & Film-Reihe findet im Kino des Deutschen Filmmuseums statt (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main). Eintritt frei. Platzzahl beschränkt. Kartenreservierungen empfohlen unter 069 961 220-220.

Quelle: http://www.dgae.de/veranstaltung/tropical-underground-revolutionen-von-anthropologie-und-kino/

Filmmuseum Frankfurt: Kinoprogrammheft Dezember 2017

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Kinoprogrammheft Dezember online verfügbar unter:

http://deutsches-filminstitut.de/wp-content/uploads/2011/09/dfm-kinoprogramm_2017-12_web.pdf

Im November bietet das Filmmuseum unter anderem folgende Programmpunkte:

Verso Sud 23 – Festival des italienischen Films
Filmfest von Freitag, 1., bis, Dienstag, 12. Dezember

Jerry Lewis
Filmreihe von Donnerstag, 14., bis Samstag, 30. Dezember

100 Jahre UFA
Filmreihe von Freitag, 15., bis Samstag, 30. Dezember

Klassiker & Raritäten: 100 Jahre Oktoberrevolution
Filmreihe von Mittwoch, 13., bis Dienstag, 26. Dezember

Lecture&Film: Tropical Underground
Vortrag und Film am Donnerstag, 7., und Donnerstag, 21. Dezember, jeweils 20:15 Uhr

Vortragsabend „Geld und Film – Die Gründung der Ufa vor 100 Jahren“ u.

110-jahre-ufa100 Jahre Ufa: Vortragsabend „Geld und Film – Die Gründung der Ufa vor 100 Jahren“ am Montag, 20. November, um 18 Uhr in den Deutsche-Bank-Türmen (Moderation: Claudia Dillmann)

Im Dezember 1917 gegründet, ist die Geschichte der Universum Film AG (Ufa) eng mit der deutschen Filmhistorie verbunden. Die bedeutendste Ufa-Phase der 1920er bis 40er Jahre brachte ein breites Spektrum an Produktionen, von Stummfilm-Klassikern über experimentierfreudige frühe Tonfilme und zahlreiche Unterhaltungsfilme bis hin zu NS-Propagandawerken hervor. Eine Auswahl ist im November und Dezember im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen.

Montag, 20. November, 18 Uhr
Geld und Film – Die Gründung der Ufa vor 100 Jahren Vorträge der Filmwissenschaftler Professor Thomas Elsässer und Michael Töteberg. Mit: Hans Joachim Mendig, HessenFilm und Medien GmbH, und Dr. Günter Winands, BKM. Moderation: Claudia Dillmann

Ort: Deutsche Bank-Türme, Forum 1 und 2, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt. Anmeldung bis zum 13. November 2017 unter: historische.gesellschaft@db.com

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Ufa, an deren Gründung die Deutsche Bank wesentlichen Anteil hatte, lädt die Historische Gesellschaft der Deutschen Bank zu einer Vortragsveranstaltung und Gesprächsrunde zur Geschichte der Ufa sowie zu den Themen Filmfinanzierung und Strukturwandel der Filmindustrie ein.

Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

Besucherrekord beim 40. LUCAS-Filmfestival // Bis zum Jahreswechsel touren Festivalfilme durch ganz Hessen // Festivaltermin 2018: 20. bis 27. September 2018

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die 40. Ausgabe von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans ging mit einem Rekordergebnis zu Ende: Rund 8.700 Besucher/innen kamen zu Filmvorstellungen, Gesprächen mit Filmschaffenden aus der ganzen Welt, Workshops und partizipativen Angeboten. Allein der Familientag am 3. Oktober lockte mehr als 1.600 Filmbegeisterte jeden Alters zu Film- und Mitmachangeboten ins Deutsche Filmmuseum.

Noch bis Jahresende bietet LUCAS mit seiner FILMMOBIL-Tour durch Hessen und einem Gastspiel in Eschborn jungen Kinofans Gelegenheit, aktuelles internationales Filmschaffen auf der großen Leinwand zu erleben.
Das FILMMOBIL präsentiert in Nidda, Witzenhausen und Heppenheim Filme aus dem Festivalprogramm. In begleitenden Workshops lernen Schüler/innen Grundbegriffe der Filmanalyse kennen und diskutieren die eigene Sichtweise auf ihr Filmerlebnis.

In Eschborn stellen am 8. November Schüler/innen der Hartmutschule gleichaltrigen Eschborner/innen in der örtlichen Stadthalle den Film KÖNIGIN VON NIENDORF (DE 2016) von Joya Thome vor. Am 20. Dezember wird dieser noch einmal in Kooperation mit dem FILMMOBIL in Heppenheim präsentiert. In Nidda zeigt LUCAS am 18. Dezember SCHWALBEN UND AMAZONEN (UK 2016, R: Philippa Lowthorpe, OF mit dt. Einsprache). DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid), Gewinnerfilm des ECFA-Awards (Auszeichnung der European Children’s Film Association), ist in Witzenhausen am 21. Dezember zu sehen.

Das Kinderkino des Deutschen Filmmuseums präsentiert bis Anfang 2018 freitags und sonntags ausgewählte Höhepunkte aus den vergangenen vier Jahrzehnten Kinder- und Jugendfilmfestival in Frankfurt: am 20. und 22. Oktober BLAUVOGEL (DDR 1979; R: Ulrich Weiß), am 17. und 19. November JULIANA (PE 1988, R: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi) und am 1. und 3. Dezember HENRY UND VERLIN (CA 1994, R: Gary Ledbetter). Anfang 2018 werden DAS GESCHENK GOTTES (BF 1982) von Gaston Kaboré und Lasse Hallströms MEIN LEBEN ALS HUND (SE 1985) gezeigt.

Das 41. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird vom 20. bis 27. September 2018 stattfinden.

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Termine und Spielorte FILMMOBIL:

Montag, 18. Dezember, 9.00 Uhr | Lumos & Lichtspiel Lounge Nidda
SCHWALBEN UND AMAZONEN (UK 2016, R: Philippa Lowthorpe, OF mit dt. Einsprache)

Mittwoch, 20. Dezember, 9.30 Uhr | Saalbau Filmtheater Heppenheim
KÖNIGIN VON NIENDORF (DE 2016, R: Joya Thome)

Donnerstag, 21. Dezember, 9.30 Uhr | Capitol Kino Witzenhausen
DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid)

Filmreihe LUCAS #40
Kino des Deutschen Filmmuseums

Freitag, 20. Oktober, 14.30 Uhr und Sonntag, 22. Oktober, 15.00 Uhr
BLAUVOGEL (DDR 1979; R: Ulrich Weiß)

Freitag, 17. November, 14.30 Uhr und Sonntag, 19. November, 15.00 Uhr
JULIANA (PE 1988, R: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi)

Freitag, 1. Dezember, 14.30 Uhr und Sonntag, 3. Dezember, 15.00 Uhr
HENRY UND VERLIN (CA 1994, R: Gary Ledbetter)

Geplant in 2018:
DAS GESCHENK GOTTES (BF 1982, R: Gaston Kaboré)
MEIN LEBEN ALS HUND (SE 1985, R. Lasse Hallströms)

Ab sofort kostenfreier Eintritt in 18 Frankfurter Museen für rund 14.000 Studierende

Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen "Junges Museum" beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow
Neues Ausstellungshaus des Historischen Museums Frankfurt, wird ab Februar 2018 auch das Kindermuseum und dem neuen Namen „Junges Museum“ beherbergen. Foto: Diether v. Goddenthow

Neue Kooperation zwischen Kulturdezernat und Frankfurt University of Applied Sciences

(kus) Ab sofort haben Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) die Möglichkeit, mit ihrem Studierendenausweis 18 Frankfurter Museen kostenfrei zu besuchen. Für das Kulturticket, einem gemeinsamen Projekt des Kulturdezernats und des AStA der FRA-UAS, bezahlen die Studierenden lediglich einen Euro pro Semester.
„Ich freue mich sehr, dass Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences ab sofort mit ihrem Studierendenausweis auch gleich das Kulturticket in der Tasche haben. Alle sind herzlich eingeladen, die teilnehmenden Häuser kennenzulernen. Der Museumsbesuch kann als Ausgleich zum Unialltag oder zur Vertiefung des Studiums beitragen und darf nicht am knappen Budget scheitern. Mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Frankfurt University of Applied Sciences haben wir einen tollen und sehr engagierten Kooperationspartner gewonnen“, betont Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Mit in den Verhandlungen stand der AStA der FRA-UAS und begrüßt das Ergebnis: „Zugang zu kulturellen Angeboten sollte kein Luxusgut, sondern eine Selbstverständlichkeit sein. Daher freuen wir uns, dass nun auch unsere Hochschule vom breiten Angebot der Frankfurter Museen profitieren kann. Das Kulturticket ermöglicht uns Studierenden auch außerhalb der eigenen Fachrichtung eine Weiterbildung abseits von Vorlesungen und Seminaren.“

Die Hochschulleitung ergänzt: „Wir begrüßen die Einführung eines Kulturtickets für unsere Studierenden. Das Kulturticket ermöglicht den Besuch aller städtischen Museen und bietet so eine weitere Gelegenheit für unsere Studierenden, sich mit der Stadt zu verknüpfen und dabei über den Tellerrand des Fachstudiums hinauszuschauen.“

Neben der Goethe-Universität Frankfurt ist die FRA-UAS die zweite Hochschule, mit der das Kulturdezernat eine Kooperation eingeht. Das Kulturticket ermöglicht rund 60.000 Frankfurter Studierenden, kostenfrei die museale Vielfalt Frankfurts zu erleben. Sie zeigen dafür an der Kasse lediglich ihren Studierendenausweis vor und besuchen damit kostenfrei alle Dauer- und Sonderausstellungen der teilnehmenden Museen. Die neue Kooperation des Kulturdezernats ist ein weiterer Schritt, Türen zu öffnen und kulturelle Bildung und Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Neben dem bereits bestehenden Angebot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können so auch Studierende das breite kulturelle Programm der Stadt kostenfrei kennenlernen und nutzen.

Die teilnehmenden Museen sind: Archäologische Museum, Caricatura Museum, Deutsche Architekturmuseum, Deutsche Filmmuseum, Hindemith Kabinett, Historische Museum, Ikonen-Museum, Institut für Stadtgeschichte, Jüdisches Museum (Wiedereröffnung 2019), Kinder Museum, MMK 1|2|3 des MMK Museum für Moderne Kunst, Museum Angewandte Kunst, Museum Giersch der Goethe-Universität, Museum Judengasse, Porzellan Museum und Weltkulturen Museum.

Mehr Infos „Freier Museumseintritt“

40. LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans 1. bis 7. Oktober 2017 Preisverleihung im Kino des Deutschen Filmmuseums

Foto: © Deutsches Filminstitut Frankfurt
Foto: © Deutsches Filminstitut Frankfurt

Bei der 40. Ausgabe von LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans standen 16 Langfilme und 21 Kurzfilme im Wettbewerb um die insgesamt sieben Preise, davon fünf dotierte LUCAS-Preise. Über deren Vergabe entschieden auch Kinder und Jugendliche. Am Samstag beglückwünschten Festivalleiterin Julia Fleißig und der Frankfurter Stadtrat Eugenio Muñoz del Rio die Gewinner im Kino des Deutschen Filmmuseums.

Im Überblick: Preise gehen an:

Langfilme:
Altersgruppe 8+:
OSKAR’S AMERICA (Oskars Amerika, NO/SE 2017, R: Torfinn Iversen)
Altersgruppe 13+:
AVA (FR 2017, R: Léa Mysius)

Kurzfilme:
Altersgruppe 8+:
CHER PAPA (Lieber Papa, BE 2016, R: div. Kinder)
Altersgruppe 13+:
MISTER COCONUT (NL 2016, R: Margien Rogaar)

Preis für eine außergewöhnliche cineastische Leistung:
Altersgruppe 13+:
GAMICHI (Steuermann, IR 2016, R: Majid Esmaeili)

Award of the European Children’s Film Association:
Altersgruppe 8+
DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid)

Publikumspreis:
Altersgruppe 8+
VILLADS FRA VALBY (Villads aus Valby, DK 2015, R: Frederik Nørgaard)

Langfilme:
Altersgruppe 8+:
Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Preise für die abendfüllenden Filme gingen an OSKAR’S AMERICA (Oskars Amerika, NO/SE 2017, R: Torfinn Iversen – Altersgruppe 8+) und AVA (FR 2017, R: Léa Mysius – Altersgruppe 13+). Eine lobende Erwähnung widmete die Jury der Altersgruppe 8+ KARERA GA HONKI DE AMU TOKI WA (Familienbande, JP 2017; R: Naoko Ogigami). Der Film erzählt die Geschichte der elfjährigen Tomo, die bei ihrem Onkel und seiner neuen Freundin, die früher mal ein Mann war, eine liebevolles Zuhause findet.

OSKAR’S AMERICA (Oskars Amerika, NO/SE 2017, R: Torfinn Iversen)
In Torfinn Iversens Spielfilmdebüt OSKAR’S AMERICA geht es um große Träume, um Familie und um eine außergewöhnliche Freundschaft. Nach den Sommerferien scheint Oskars größter Traum in Erfüllung zu gehen: Er will auf einem Pferd durch die US-amerikanische Prärie reiten. Oskars Mutter reist nämlich für einen neuen Job in die USA – zumindest behauptet sie das. Bevor Oskar sie dort besuchen kann, muss er jedoch die Ferien bei seinem mürrischen Großvater verbringen. Doch dann findet Oskar in dem Außenseiter Levi einen Freund, der seine träumerische Vision teilt und mit ihm zusammen in einem Boot den Atlantik überqueren möchte. Der LUCAS-Preisträger ist auch nominiert für den „Crystal Bear“ der Generation Kplus, bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin.

Jurybegründung OSKAR’S AMERICA: Der Film hat uns berührt und schwere Themen kindgerecht erzählt. Gleichzeitig gab es auch schöne Momente zum Lachen! Außerdem beeindruckte uns die tolle und passende Musik. Der Film handelt von zwei Außenseitern, die sich gemeinsam entscheiden, ihre Probleme zu lösen und so in ein verrücktes und zugleich amüsantes Abenteuer geraten. Die Charaktere haben uns sehr gut gefallen, besonders das lustige Pony Stuti.
Lobende Erwähnung KARERA GA HONKI DE AMU TOKI WA: Der Film hallte noch lange in uns nach. In wunderschönen Bildern wird Kindern wie Erwachsenen auf sensible und einfühlsame Art und Weise ein Thema nähergebracht, das noch lange nicht im gesellschaftlichen Alltag angekommen ist. Wir fühlten mit den toll gezeichneten Figuren und wurden von außerordentlichem Schauspiel beeindruckt. „Familienbande“ fordert, unterhält und bewegt. Toll!

Altersgruppe 13+:
Die 13-jährige Ava leidet im gleichnamigen Film an einer Krankheit, die sie erblinden lässt. Als sie in den Ferien am Atlantik einem rätselhaften Jungen begegnet, lässt dieser ihre Gedanken nicht mehr los. Sie verstrickt sich in die Probleme des Jungen, der in einem Bunker am Meer lebt und stiehlt seinen Hund, mit dem die beiden auf dem Moped vor der Polizei flüchten. Léa Mysius‘ Debütfilm beleuchtet, wie Ava auf ihre ganz eigene Weise mit ihrer Krankheit umgeht und ihren letzten Sommer, in dem sie sehen kann, verbringt. AVA gewann bereits den „SACD-Award“ für Best Feature sowie den Jury-Preis für den Hundedarsteller Lupo auf dem Cannes Film Festival 2017.

Jurybegründung AVA: Ein Film, der eine außergewöhnliche Geschichte eines Mädchens an der Schwelle zur Pubertät erzählt. Die herausragenden schauspielerischen Leistungen, grandiose Kameraführung und Lichtsetzung lassen uns – im besten Sinne – keine Wahl, als uns voll und ganz mit der Protagonistin zu identifizieren, sie in ihren Handlungen und in ihrer Entschlossenheit zu verstehen und anzunehmen. Spannende, fesselnde Sequenzen und Szenen haben uns den gesamten Film über in unsere Kinosessel gebannt. All diese Komponenten, gepaart mit dem wunderbaren Soundtrack haben uns absolut davon überzeugt, dass AVA der beste Film dieses Festivals ist.

Kurzfilme:
Die mit jeweils 2000 Euro dotierten Preise in der Sektion Kurzfilme gingen an CHER PAPA (Lieber Papa, BE 2016, R: div. Kinder – Altersgruppe 8+) und an MISTER COCONUT (NL 2016, R: Margien Rogaar – Altersgruppe 13+). Von der Jury der Alterssektion 8+ erhielt THEODORS MAGISKE REVANSJ (Theodors magische Rache, NO 2017, R: Jim Hansen) eine lobende Erwähnung.

Altersgruppe 8+:
CHER PAPA realisierten Schüler/innen in einem Projekt zusammen mit dem Animationsstudio Camera-etc. Der Kurzfilm behandelt einen Briefwechsel zwischen einem Vater, der im Ersten Weltkrieg an der Front kämpft, und seinen Kindern, bei denen der Alltag zu Hause weitergehen muss.
Jurybegründung CHER PAPA: Der Film erzählt den schrecklichen Alltag im Krieg, ohne künstliche Betroffenheit zu erzeugen. Unter die Haut gehen die echten Briefe zwischen Vater und Tochter trotzdem. Das aktuelle Thema ist durch die einfache Legetechnik visuell verfremdet und ansprechend gestaltet. Ganz besonders finden wir, dass er von Kindern gemacht wurde.
Lobende Erwähnung THEODORS MAGISKE REVANSJ: Der Film erzählt von zwei Geschwistern, die sehr gut zusammenhalten und den Fiesling auf kreative Art und Weise bekämpfen. Besonders gut hat uns die einfallsreiche Animation gefallen.

Altersgruppe 13+:
Im fast 30-minütigen MISTER COCONUT begehen zwei Mädchen in einem Kaufhaus einen Diebstahl und sind zunächst dankbar, als sie ein Fremder dabei unterstützt. Nach geglückter Mission verfolgt er jedoch die beiden Mädchen und sie wissen nicht, wie sie ihn loswerden.
Jurybegründung MISTER COCONUT: Zwei Mädchen werden mit Fragen nach Privatsphäre, Öffentlichkeit und den Risiken des urbanen Lebens konfrontiert und erfahren bitterlich, welche Konsequenzen unverantwortliches Verhalten haben kann. Eine Geschichte über die Bereitschaft, reife Entscheidungen zu treffen und sich der wahren Bedeutung von Freundschaft bewusst zu werden.- Der Award für den besten Kurzfilm geht an MISTER COCONUT.

Preis für eine außergewöhnliche cineastische Leistung:
Der mit 2000 Euro dotierte Preis für eine außergewöhnliche cineastische Leistung geht an GAMICHI (Steuermann, IR 2016, R: Majid Esmaeili), den LUCAS als deutsche Premiere präsentierte.
Als der Urmia See im Nordwesten Irans austrocknet, verliert die Familie von Hassan ihre Existenzgrundlage. Der Vater hat vor fast einem Jahr die Familie verlassen, die Mutter ist gestorben. Hassan widersetzt sich dem Verkauf des Familienbootes und restauriert zusammen mit seinem Freund Naji das alte Schiff in dem festen Glauben daran, dass der Vater zurückkehrt.

Jurybegründung GAMICHI: Der Film erzählt die tragische Geschichte eines Jungen mit unendlicher Hoffnung, dem starken Glauben an Ideale, dem Wert von Freundschaft und was es bedeutet, Dinge hinter sich zu lassen, zu bewältigen und weiterzumachen. Jedes Detail des Films hat uns diese Geschichte erzählt: Berührende Bilder, bedeutungsvolle Symbole, die erschütternde Trostlosigkeit der Drehorte, großartige Charaktere und ein außergewöhnlicher Sinn für Humor. GAMICHI hat uns vollkommen für sich eingenommen und wir fühlen uns geehrt, dem Film den Award für das herausragende Storytelling zu überreichen.

ECFA-Award
Die dreiköpfige Jury der Europäischen Kinderfilmvereinigung European Children’s Film Association verlieh ihren ECFA-Award an DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid), den LUCAS als Deutschlandpremiere zeigte. Der Film ist eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm und begleitet die zwölfjährige Laura dabei, wie sie den Rätseln um die sagenumwobene Schlucht Änziloch auf den Grund geht. DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH hat bereits den »Innerschweizer Filmpreis« der Albert Koechlin Stiftung 2017 gewonnen und ist nominiert von der European Film Academy für den Young Audience Award 2017.
Die ECFA-Jury vergab darüber hinaus eine lobende Erwähnung an VILLADS FRA VALBY (Villads aus Valby, DK 2015, R: Frederik Nørgaard).

Jurybegründung DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH: DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH zeichnet ein intensives Porträt eines Mädchens in einer Landschaft, die geprägt ist von Legenden und den alltäglichen Verpflichtungen ländlicher Arbeit. Wir erhalten einen Einblick in das Leben eines empathischen Mädchens und nehmen Anteil an ihrem tiefen Wunsch nach Freundschaft und Selbstvertrauen. Alice Schmid wirft mit ihrer sensiblen Kamera ein einfühlsames Licht auf die Protagonistin und ihre Umgebung. Die Nähe zu ihrer Protagonistin erlaubt uns eine behutsame Annäherung an ein kaum vernehmbares Lebensgefühl.
Lobende Erwähnung VILLADS FRA VALBY: Die ECFA Jury hat sich dazu entschlossen, einen weiteren Titel lobend zu erwähnen. Ein Film der zeigt, dass man sich auch ohne eigene Schuld in Schwierigkeiten wiederfinden kann. Dennoch sind gerade dies entscheidende Momente zu Beginn des eigenen, lebenslangen Prozesses der Selbsterfahrung. Unsere lobende Erwähnung geht an VILLADS AUS VALBY, eine fröhliche, ermutigende Geschichte für die jüngsten Zuschauer/innen. Wir sind außerordentlich glücklich darüber, dass VILLADS immer mehr Anerkennung auf verschiedenen Festivals erhält. Wir wünschen uns noch mehr Figuren wie Villads auf den Leinwänden dieser Welt!

Der via Stimmzettel ermittelte, undotierte LUCAS-Publikumspreis geht an: VILLADS FRA VALBY (Villads aus Valby, DK 2015, R: Frederik Nørgaard).
Frederik Nørgaards Film lässt teilhaben am Leben in der verrückten Welt des sechsjährigen Villads, der viel lieber als „Super-Villads“ durchs Viertel fliegt als in die Schule zu gehen. Begleitet werden Villads Abenteuer von einer Band, die mit ihren lebhaften Gitarren-Klängen die passende Atmosphäre schafft. VILLADS FRA VALBY gewann bereits den Publikumspreis auf dem Vienna International Children’s Film Festival 2016 sowie den „ECFA-Preis“ für den besten europäischen Film auf dem Oulu International Children’s and Youth Film Festival 2016.

Insgesamt präsentierte LUCAS in seiner 40. Ausgabe 72 Filme aus 35 Ländern. Darunter sind 30 Langfilme, davon 16 in den Wettbewerben, sowie 43 Kurzfilme, davon 21 in den Wettbewerben. Die beiden Jurys in den Altersgruppen 8+ und 13+ setzten sich paritätisch aus je drei Kindern oder Jugendlichen und drei Filmexpert/innen zusammen. Neben der Möglichkeit, als Jurymitglied beim Festival mitzuwirken, gab es bei LUCAS zahlreiche Projekte, die Kinder und Jugendliche zum Mitmischen! aufforderten. So führten junge Filmliebhaber/innen als Festivalreporter/innen Interviews mit Filmschaffenden oder anderen Beteiligten des Festivals und berichteten vom Festivalgeschehen. Als Filmkritiker/innen widmeten sie sich Wettbewerbsfilmen und verfassten Filmkritiken. Eine Frankfurter Schulklasse kuratierte ein Kurzfilmprogramm, das sie in der Festivalwoche ihrem Publikum präsentierte. Eigene LUCAS-Festivalplakate gestalteten Schüler/innen eines Kunst-Leistungskurses, die sie im Foyer des Deutschen Filmmuseums ausstellen.

Der Familientag am 3. Oktober stellte abseits des Filmprogramms einen ersten Höhepunkt in der Festivalwoche dar. Zahlreiche Besucher/innen strömten am Feiertag ins Deutsche Filmmuseum, tauchten im Kinosessel, in der Bluebox, und bei Schauspiel-, Stunt- und Actionworkshops sowie weiteren Mitmachaktionen in die Welt des Films ein und ließen sich von „Checker Tobi“ vom KiKA erklären, was hinter LUCAS steckt.

Fachpublikum und interessierte Besucher/innen informierten sich auf einer Podiumsdiskussion über das Thema „Nachwuchsfilm und junges Publikum“ am Donnerstag, 5. Oktober.

„Eine aufregende Festivalwoche liegt hinter uns und ich hoffe, dass die Besucher/innen Erinnerungen an einzigartige Begegnungen mit nach Hause genommen haben“, sagt die Festivalleiterin Julia Fleißig rückblickend. „Am meisten beeindruckt haben mich die lebhaften Diskussionen zwischen unseren jungen Gästen und den Filmschaffenden. Die Kinder und Jugendlichen beobachteten die filmische Handlung im Detail und stellten im anschließenden Filmgespräch direkte und unglaublich reflektierte Fragen, die zum Nachdenken und Diskutieren anregten. Das waren ganz besondere Momente für beide Seiten – für die Gäste und die Filmschaffenden.“ Neben den Förderern dankte Fleißig auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen, die das Festival erst möglich machten. Auch in Zukunft möchte Fleißig LUCAS als festen Ort der Begegnung für Expert/innen aus der Kinder- und Jugendfilmbranche etablieren. „Mit der Podiumsdiskussion ist es uns gelungen, Interessierten und Fachbesucher/innen eine Plattform zum Austausch rund um Kinder- und Jugendfilm und Filmbildung zu bieten.“

Wer möchte, kann sich am Sonntag, 8. Oktober, noch einmal die Gewinnerfilme ansehen, die im Kino des Deutschen Filmmuseums gezeigt werden:
11Uhr: Gewinner der Altersgruppe 8+
CHER PAPA (Lieber Papa, BE 2016, R: div. Kinder, 5 Min. OmeU)
OSKAR’S AMERICA (Oskars Amerika, NO/SE 2017, R: Torfinn Iversen, 79 Min. OmeU mit dt. Einsprache )

15 Uhr: Gewinner der Altersgruppe 13+
MISTER COCONUT (NL 2016, R: Margien Rogaar 27 Min, OmeU)
AVA (FR 2017, R: Léa Mysius, 99 Min. OmeU, freigegeben ab 16 Jahren)

LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans wird möglich durch zahlreiche Förderer, bei denen wir uns für ihre Unterstützung bedanken.

Zu diesen zählen:
Stadt Frankfurt am Main
Stadt Eschborn
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
HessenFilm und Medien
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

LUCAS wurde ausgezeichnet durch „kulturMut“ – die Crowdfunding-Initiative von Aventis Foundation und Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
Fraport AG
Nassauische Sparkasse
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Förderkreis des Deutschen Filminstituts
Fazit-Stiftung.

Unser Dank geht auch an unseren Partner ABG Frankfurt Holding sowie unseren Mobilitätspartner SKODA AUTO Deutschland.

40. LUCAS –Internationales Festival für junge Filmfans Internationales Festival für junge Filmfans Internationales Festival für junge Filmfans startet am 1.10.2017

40. Ausgabe (1. Ausgabe 1975)
Ältestes Filmfestival für junges Publikum in Deutschland
Programm Programm
Insgesamt 30 Langfilme, davon 16 in den Wettbewerben 8+ und 13+
Insgesamt 43 Kurzfilme, davon 21 in den Wettbewerben 8+ und 13+
8 Langfilme in der Reihe LUCAS #40
9 Kurzfilme im Programm „40 Jahre Kinderfilm in Oberhausen“
4 Kurzfilme im Programm „Kinder kuratieren: 4 Mal kurz“
9 Kurzfilme in der Reihe MINIS
3 Langfilme in der Reihe KLASSIKER
3 Langfilme in der Reihe YOUNG EUROPEAN CINEPHILES

Spielstätten Spielstätten
Kino im Deutschen Filmmuseum, Schaumainkai
41, 60596 Frankfurt am Main
CineStar Metropolis, Eschenheimer Anlage 40,
60318 Frankfurt am Main
Cinema, Rossmarkt 7, 60311 Frankfurt am Main
Kino im Hafen 2, Nordring 129, 63067 Offenbach/Main
Caligari FilmBühne, Marktplatz 9, 65183 Wiesbaden

Wettbewerb und Preise

Sektion 8+ Sektion 8+
Preis für den besten abendfüllenden Film (5.000 €)
Preis für den besten Kurzfilm (2.000 €)
ECFA-Award (Langfilme, undotiert)
Sektion 13+ Sektion 13+
Preis für den besten abendfüllenden Film (5.000 €)
Preis für den besten Kurzfilm (2.000 €)
Preis für eine außergewöhnliche cineastische Leistung (2.000 €)
Publikumspreis (undotiert), wird unter allen Langfilmen des Wettbewerbs gewählt

Ort:
Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu

Weitere Infos zu Festival-Programm und Anmeldung

Kinder- und Jugend-Juroren im Interview mit Festivalleiterin Julia Fleißig. Foto: Diether v. Goddenthow
Kinder- und Jugend-Juroren im Interview mit Festivalleiterin Julia Fleißig. Foto: Diether v. Goddenthow
Informationen zum Festival im Detail:

Filmprogramm für ein Publikum von vier Jahren bis 18plus +++ Mehr als 70 Filme aus 35 Ländern +++ Internationale Filmschaffende zu Gast +++ Filmwettbewerbe um LUCAS-Preise +++ Kinder und Jugendliche gestalten Festival

Vom 1. bis 7. Oktober lädt „LUCAS – Internationales Festival für junge Internationales Festival für junge Filmfans Filmfans“ seine Gäste  zum 40. Mal an fünf Spielorte nach  nach Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Mehr als 70 Filme aus 35 Ländern sind in der Festivalwoche zu sehen.

„40 Ausgaben von LUCAS, das sind mehr als vier Jahrzehnte gelebte Kinderund Jugendfilmkultur mitten in Frankfurt“, betonte der Schirmherr des traditionsreichen Festivals, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. LUCAS sei dabei auch immer ein „Ort der Begegnung und der Beteiligung: Es ist großartig, dass Kindern und Jugendlichen Kino nicht nur als Besucher erleben, sondern Filmschaffende, Regisseure und Schauspieler persönlich treffen sowie am Programm und in der Jury mitwirken können. So wird Kino zum Lernort.“

Filmprogramm Filmprogramm
Das Spektrum der Filme reicht von Spielfilmen über Animationsfilme bis zu Kurz-, und Dokumentarfilmen. Sie nehmen die Besucher/innen mit auf eine filmische Weltreise quer durch eine Vielfalt anderer Kulturen. Die Kinder und Jugendlichen erleben im Kino den Alltag von Gleichaltrigen in weit entfernten Ländern, begleiten junge Protagonist/innen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und erkennen dabei eigene Erfahrungen und Gefühle wieder. „Ich lade unsere Festivalbesucher/innen dazu ein, einzigartige Kinoerlebnisse mit uns zu teilen – denn bei uns sind internationale Filmproduktionen zu sehen, von denen manche unter Umständen nie in den deutschen Verleih kommen“, sagt die Festivalleiterin Julia Fleißig. „Auch deshalb ist LUCAS etwas ganz Besonderes.“

Vier Kurzfilmprogramme und 16 Langfilme konkurrieren in den Filmwettbewerben der Alterssektionen 8+ und 13+ um die LUCAS-Preise.
Vier Deutschlandpremieren sind in den Langfilmwettbewerben zu sehen: darunter die Schweizer Produktion DAS MÄDCHEN VOM ÄNZILOCH (CH 2016, R: Alice Schmid) am Donnerstag, 5. Oktober, in Wiesbaden und am Freitag, 6. Oktober, im CineStar Metropolis in Frankfurt. Der Film begleitet die zwölfjährige Laura, die auf einem abgelegenen Bauernhof lebt, einen Sommer lang und gibt Einblick in die Gedankenwelt des jungen Mädchens am Beginn der Pubertät. Als Laura der Legende um den Spuk in einer nahegelegenen Felsschlucht auf den Grund geht, wird es richtig spannend. Im Kino des Deutschen Filmmuseums ist am Mittwoch und Donnerstag, 4. und 5. Oktober, SWALLOWS AND AMAZONS (Schwalben und Amazonen, GB 2016) zu sehen, Philippa Lowthorpes charmanter, klassischer Abenteuerfilm vor der pittoresken Kulisse des Lake District. An denselben Tagen läuft dort auch der iranische Spielfilm GAMICHI (Steuermann, IR 2016, R: Majid Esmaeili). GAMICHI erzählt von dem iranischen Teenager Hassan, der nach dem Verschwinden seines Vaters und dem Tod seiner Mutter mit seinem Freund Naji den Fischerkahn des Vaters auf Vordermann bringt.

Ebenfalls am Mittwoch und Donnerstag, 4. und 5. Oktober, stellt LUCAS die philippinische Produktion WAN-TU-TRI (1-2-3) (1-2-3, PH 2016, R: Carlo Obispo) im CineStar Metropolis in Frankfurt vor. In WAN-TU-TRI zieht die talentierte Lulu in die philippinische Hauptstadt, um Sängerin zu werden und tappt in eine Falle. Lulus Bruder ist entschlossen, seine Schwester nach Hause zu bringen und gerät in eine Spirale aus Gewalt und Prostitution. Alice Schmid, Carlo Obispo und Majid Esmaeili sowie Javad Jafargholizad, Produzent von GAMICHI, stehen ihrem jungen Publikum in Film- und Leinwandgesprächen Rede und Antwort.

Preise
Die Jurys, die sich paritätisch aus jungen Filmfans und Branchenprofis zusammensetzen, vergeben in den Altersgruppen 8+ und 13+ den Preis für den besten Langfilm (5.000 Euro) und den Preis für den besten Kurzfilm (2.000 Euro). Zusätzlich gibt es den undotierten Publikumspreis. Zu Gast ist eine Jury der ECFA (European Children’s Film Association).

Klassiker / Young European Cinephiles/Minis
Auf drei Klassiker aus der Filmgeschichte können sich junge, aber auch erwachsene Filmliebhaber/innen, freuen. Am Donnerstag, 5. Oktober, ist im Offenbacher Kino im Hafen 2 OLIVER TWIST (GB 1948, R: David Lean) zu sehen. Das Frankfurter Cinema zeigt am Mittwoch, 4. Oktober, DIE HALBSTARKEN (BRD 1956, R: Georg Tressler) und im CineStar Metropolis läuft am Freitag, 6. Oktober, Charles Chaplins THE KID (Der Vagabund und das Kind, US 1921). An drei Abenden präsentieren die „Young European Cinephiles“, sechs Jugendliche aus Deutschland und Slowenien, das von ihnen kuratierte Programm mit den Filmen HOUSTON, WE HAVE A PROBLEM! (SI/HR/CZ/QA 2016, R: Žiga Virc), THE CONGRESS (IL/DE/BE/LU/PL/FR 2013, R: Ari Folman) und SYNECDOCHE, NEW YORK (Stage Play, US 2008, R: Charlie Kaufman) im Kino des Deutschen Filmmuseums. Die Jugendlichen widmen sich mit ihrer Filmauswahl der Frage, wie und ob in der heutigen Welt noch zwischen wahr und unwahr unterschieden werden kann und laden nach ihren Filmvorstellungen zur Diskussion. Mit der Reihe „Minis“ möchte LUCAS seine jüngsten Festivalbesucher/innen, die noch nicht zur Schule gehen, mit einer Auswahl leicht zugänglicher und doch anspruchsvoller Filme neugierig machen auf das Erlebnis Kino.

Partizipation Partizipation
Junge Filmliebhaber/innen fordert LUCAS ausdrücklich auf, das Festival mitzugestalten. Beim Mitmischen! schlüpfen die Festivalbesucher/innen in verschiedene Rollen. So berichten sie als Festivalreporter/innen über das Festivalgeschehen und führen Interviews mit Filmgästen, schreiben Filmkritiken oder entscheiden als Jury-Mitglied, wer die LUCAS-Preise bekommt. „Filmbildung und -vermittlung ist ein zentrales Anliegen des Deutschen Filminstituts“, hob Dr. Nikolaus Hensel, Vorstand des Deutschen Filminstituts, hervor. „In einer Zeit, in der das bewegte Bild im Netz, auf Smartphones und Werbeträgern den Alltag prägt, ist es wichtig, der jungen Generation zu vermitteln, dass Film ein kulturelles Gut, eine Kunstform ist.“ Ganze Filmprogramme werden von Gruppen und Schulklassen unter filmpädagogischer Anleitung kuratiert und als Programmpunkt von LUCAS vorgestellt, etwa von einer Schulklasse der Frankfurter Schillerschule. In dem Projekt „LUCAS goes Preungesheim“ kuratierten Kinder und Jugendliche einer Preungesheimer Kindertagestätte bereits in den Osterferien ein „Best-Of“ aus Kurzfilmen von LUCAS 2016, das sie an einem Open-Air-Kinoabend in ihrem Stadtteil präsentierten. Unter dem Motto „Hallo Eschborn!“ sind Kinder und Jugendliche aus Frankfurts Nachbarstadt eingeladen, bei LUCAS mitzumischen. Eine Gruppe von Schüler/innen wird als Filmpaten zu Expert/innen für den LUCASWettbewerbsfilm DIE KÖNIGIN VON NIENDORF (DE 2017, R: Joya Thome). Am Mittwoch, 8. November, präsentiert die Filmpatenklasse den Film in der Stadthalle Eschborn auf der großen Leinwand. Thomas Ebert, Erster Stadtrat der Stadt Eschborn, wünscht sich weitere Projekte dieser Art: „Die Filmpatenklasse ist ein Beispiel für ein rundum gelungenes filmpädagogisches Projekt, welches es Eschborner Kindern und Jugendlichen ermöglicht, LUCAS mitzugestalten und dabei viel über das Medium und die Kunstform Film zu lernen. Ich freue mich, dass die LUCASFestivalatmosphäre auch in Eschborn in der Luft liegen wird.“

Nicht nur Frankfurts Nachbarstädte lässt LUCAS Festivalluft schnuppern. Mit dem Filmmobil fördert LUCAS Filmbildung auch in den ländlichen Regionen Hessens. In Kooperation mit lokalen Kinobetreiber/innen, bringt LUCAS hier eine Auswahl von Festivalfilmen außerhalb der LUCAS-Festivalwoche auf die Kinoleinwand. „Die zahlreichen, hessischen Filmfestivals garantieren eine lebendige Film- und Kinokultur“, betonte Patrick Schaaf von der HessenFilm und Medien GmbH, der sich über die Stärkung des Filmstandortes Hessen freute: „LUCAS als traditionsreichstes Kinder- und Jugendfilmfestival in Deutschland ist aus der hessischen Festivallandschaft nicht mehr wegzudenken. Ich bin glücklich, dass wir uns jedes Jahr auf eine spannende und vielseitige Festivalwoche freuen dürfen.“

Die Kinder- und Jugendjury und Festivalleiterin Julia Fleißig mit Robbi (Bildmitte, Hintergrund), des Films ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT .Foto: Diether v. Goddenthow
Die Kinder- und Jugendjury und Festivalleiterin Julia Fleißig mit Robbi (Bildmitte, Hintergrund), des Films ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT .Foto: Diether v. Goddenthow

Familientag Familientag
Dienstag, 3. Oktober, 10 bis 17 Uhr
Am Dienstag, 3. Oktober, öffnet das Deutsche Filmmuseum seine Tore weit für ein Familienfest auf allen Etagen. Zahlreiche Workshops und Filmprogramme, interessante Gäste, Mitmach-Aktionen und der Festivalcheck mit Tobias Krell alias »Checker Tobi« laden Besucher/innen jeden Alters ein, die 40. Ausgabe von LUCAS ausgiebig zu feiern. Der Eintritt ist frei.

Von 10 Uhr an können Familien mit Kindern ab drei Jahren in der interaktiven Zeltlandschaft »Cinemini« spielerisch die Effekte von Licht und Schatten erkunden und im Kino ein dazu abgestimmtes Kurzfilmprogramm sehen. KLEINE REVOLTE (VE 1985, R: Olegario Barrera) bietet um 14 Uhr einen Ausflug in die LUCAS Filmgeschichte, bevor um 16 Uhr der junge Hauptdarsteller des Wettbewerbsbeitrags GILBERTS GRUSOMME HEVN (Gilberts grausame Rache, NO/SE 2016, R: Hanne Larsen) sowie die internationale Gruppe der Young European Cinephiles zur Präsentation ihrer LUCAS-Filme ins Filmmuseum kommen.

Jurymitglied Tobias Krell, besser bekannt als »Checker Tobi« vom KiKA, ist am Nachmittag bei LUCAS unterwegs und macht den Festival-Check. Professionelle Schauspiel- Stunt- und Castingworkshops vermitteln einen Tag lang Neugierigen nützliche und vergnügliche Einblicke. In den Kulissen der Ausstellung Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Go Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Go Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry, in der Bluebox oder aber beim Kinderschminken kommt Filmset-Atmosphäre auf. Mit dem Originalmodell des Roboters aus ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT (DE 2016, R: Wolfgang Groos) steht eine beliebte Filmfigur für Erinnerungsfotos bereit.

Welche filmsprachlichen Mittel Regisseure einsetzen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, lässt sich bei Führungen durch die Dauerausstellung ebenso erkunden wie die Vor- und Frühgeschichte des Kinos. Bei einer QuizRallye und am LUCAS-Glücksrad gibt es attraktive Preise zu gewinnen.

Podiumsdiskussion „Nachwuchsfilm und junges Publikum“

Podiumsdiskussion „Nachwuchsfilm und junges Publikum“ „Nachwuchsfilm und junges Publikum“
Donnerstag, 5. Oktober, 18 Uhr
Speeddating: Speeddating:Fördermöglichkeiten Fördermöglichkeiten Fördermöglichkeitenum 15 Uhr

Probleme und Potenziale, die die Zielgruppe des jungen Publikums für junge Filmemacher/innen mit sich bringt, ist das Thema einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 5. Oktober, um 18 Uhr im Deutschen Filmmuseum. Fünf Expert/innen aus der Filmbranche tauschen sich zum Thema „Nachwuchsfilm und junges Publikum“ aus.

Im Anschluss an die Diskussion laden FilmInFrankfurt und die Wirtschaftsförderung Frankfurt gemeinsam mit dem Stammtisch der Filmemacher ein zu einem Get-Together mit Vertretern der regionalen Filmbranche und internationalen Festivalgästen.
Podiumsdiskussion „Nachwuchsfilm und junges Publikum“

Podiumsdiskussion „Nachwuchsfilm und junges Publikum“
Donnerstag, 5. Oktober, 18 Uhr, Foyer des Deutschen Filmmuseums
Podiumsteilnehmer/innen:
Philipp Budweg (Produzent), Dr. Steffi Ebert (Universität Halle-Wittenberg), Hendrik Maximilian Schmitt (Filmemacher), Anna Schoeppe (Kuratorium junger deutscher Film), Joya Thome (Filmemacherin) – Moderation: Dr. Cathy de Haan

LUCAS möchte nicht nur kritische Fragen diskutieren, sondern Newcomer in der Filmbranche über ihre Möglichkeiten informieren und sie aktiv unterstützen. Um 15 Uhr beginnt im Filmcafé im Foyer des Deutschen Filmmuseums das „Speeddating Speeddating Speeddating: Fördermöglichkeiten Fördermöglichkeiten Fördermöglichkeiten“ mit drei Vertreterinnen zweier Förderinstitutionen, die interessierten Filmemacher/innen Rede und Antwort stehen.

Tagung „Film bildet!“ 
Freitag, 6., und Samstag, 7. Oktober

Aktuellen filmpädagogischen Projekten und Ansätzen in Deutschland widmet sich die Arbeitstagung „Film bildet!“ der Fachgruppe Schule und der Fachgruppe Film der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur am Freitag, 6., und Samstag, 7. Oktober, in Frankfurt.
Die Tagung findet in Kooperation mit dem Deutschen Filminstitut während LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans statt.

Nach kurzen Impulsvorträgen, unter anderem von Detlef Endeward, Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), Reinhard Middel von Vision Kino und Christine Kopf für die AG Filmbildung und -vermittlung im Kinematheksverbund, lädt die Tagung dazu ein, verschiedene Filmbildungsprojekte vorzustellen und Erfahrungen auszutauschen. Projekte präsentieren werden unter anderem Merten Giesen vom Medienzentrum Frankfurt, Carmen Breitbach, Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz und Andreas Hackert, Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.. Gemeinsam sollen Qualitätskriterien festgelegt und eine Landkarte von Filmvermittlungsinitiativen in Deutschland erstellt werden.

Die Tagung steht interessiertem Fachpublikum offen.
Anmeldung über: horst.sulewski@arcor.de.

Freitag, 6. Oktober, 11 Freitag, 6. Oktober, 11–18 Uhr
Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53, Frankfurt

Samstag, 7. Oktober, Samstag, 7. Oktober,9:30 –15 Uhr
Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, Frankfurt

Ort:
Deutsches Filminstitut – DIF e.V.
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu

Weitere Infos zu Festival-Programm und Anmeldung

Kinoprogramm Oktober 2017 im Filmmuseum

Programm-Okt.17

 

Programm-Highlights im Oktober im Filmmuseum Frankfurt:

Michel Gondry
Filmreihe von Montag, 2., bis, Dienstag, 31. Oktober

Marlene Dietrich und Josef von Sternberg
Filmreihe von Sonntag, 1., bis Sonntag, 29. Oktober

40. LUCAS Filmfestival
Festival von Sonntag, 1., bis Samstag, 7. Oktober

Hommage an Rudolf Thome
Von Mittwoch, 11., bis Samstag, 28. Oktober

Heinrich Böll und der deutsche Film
Filmreihe von Dienstag, 10., bis Dienstag, 31. Oktober

Lecture&Film: Tropical Underground
Start der neuen Reihe am Donnerstag, 19. Oktober, 20:15 Uhr

Ellen M. Harrington wird neue Direktorin des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums

© Deutsches Filminstitut
© Deutsches Filminstitut

Ellen M. Harrington, derzeit Leiterin der Sammlungen am Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles, wird Direktorin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt am Main. Die studierte Film- und Literaturwissenschaftlerin wird die Leitung des Instituts, zu dem auch das Deutsche Filmmuseum gehört, in Nachfolge von Claudia Dillmann zum 1. Januar 2018 übernehmen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Ellen M. Harrington eine herausragend qualifizierte Direktorin gefunden haben und nach Frankfurt holen können“, sagte die Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Filminstituts Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. „Ellen M. Harrington bringt eine mehr als 20-jährige Erfahrung in einer der renommiertesten Filminstitutionen der Welt in ihre neue Position ein. Sie hat in allen für das Deutsche Filminstitut wesentlichen Bereichen – Archiv, Museum, Kino – in leitender Funktion gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass das Deutsche Filminstitut samt Filmmuseum von ihrer Erfahrung profitieren wird, und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Ellen M. Harrington arbeitet seit 1993 für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Beverly Hills. Zuvor war sie für gemeinnützige Filminitiativen sowie in der Filmproduktion tätig. Sie war Direktorin für Ausstellungen und Filmveranstaltungen sowie Gründungsdirektorin des International Outreach Program der Academy, die auch die Oscars® verleiht. Mit der Gründung des akademieeigenen Filmmuseums im Jahr 2013 wechselte sie als Direktorin für Ausstellungen und Sammlungen in den Planungsstab des Großprojektes und ist seit 2015 für Aufbau und Konzeption der Museumssammlung zuständig.

Im Lauf ihrer Karriere hat Ellen Harrington für die Academy und für Partnerinstitutionen rund 50 Filmausstellungen kuratiert sowie weitere 30 Ausstellungsübernahmen verantwortet. Sie hat außerdem für die Academy, für internationale Filminstitutionen und Festivals mehr als 500 Filmvorführungen realisiert, darunter Retrospektiven, Hommagen und Bildungsveranstaltungen. Mit dem Deutschen Filmmuseum arbeitete sie mehrfach zusammen, besonders intensiv im Rahmen der Ausstellung „And the Oscar® goes to… 85 Jahre ‚Bester Film‘“, welche das Deutsche Filmmuseum 2012 in Frankfurt realisierte. Derzeit schließt Ellen M. Harrington in Zusammenarbeit mit dem Getty Museum ein großes Ausstellungsprojekt über lateinamerikanische Filmkultur der 1960er Jahre bis in die Gegenwart ab. Die polyglotte US-Amerikanerin, die fließend Französisch, Spanisch und Italienisch spricht, widmet sich in den kommenden Monaten zudem intensiv dem Erlernen der deutschen Sprache.

Dr. Nikolaus Hensel, seit 2006 ehrenamtlicher Vorstand des Deutschen Filminstituts, hat den mehrmonatigen Auswahlprozess geleitet: „Mit Ellen Harrington haben wir die ideale Kandidatin für die Leitung des Deutschen Filminstituts gefunden. Ihr weltweites Netzwerk, ihre fachliche Expertise und ihre Management-Erfahrung werden das Haus bereichern. Ich bin sicher, dass die international aufgestellte Stadt Frankfurt am Main ein exzellentes kulturelles Umfeld für Frau Harringtons Arbeit bietet.“

„Abgedreht. Die Filmfabrik von Michel Condry“ lädt im Frankfurter Filmmuseum zum Do-it-Yourself-Kurzfilm-Dreh ein

Es wird kreativ, verrückt, laut, schrill, lustig und mal ganz anders: Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry verwandelt das Deutsche Filmmuseum vom 14. September 2017 bis 28. Januar 2018 in einen interaktiven Parcours. Hier ist Teamgeist gefragt: In nur drei Stunden drehen Gruppen von fünf bis zwölf Personen ihren eigenen Kurzfilm – der Eintritt ist frei. Foto: Diether v. Goddenthow
Es wird kreativ, verrückt, laut, schrill, lustig und mal ganz anders: Abgedreht!
Die Filmfabrik von Michel Gondry verwandelt das Deutsche Filmmuseum
vom 14. September 2017 bis 28. Januar 2018 in einen interaktiven Parcours.
Hier ist Teamgeist gefragt: In nur drei Stunden drehen Gruppen von fünf bis
zwölf Personen ihren eigenen Kurzfilm – der Eintritt ist frei. Foto: Diether v. Goddenthow

„Abgedreht. Die Filmfabrik von Michel Gondry“, die weltweit bereits in 12 Städten – von New York über Moskau bis Tokio – unzählige Menschen aller Altersgruppen dazu animierte, in unvorstellbaren 3 Stunden einen eigenen Genre-Kurzfilm bis zur fertigen DVD zum Mitnehmen zu drehen, kommt unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ als Teil des Gastlandauftritts Frankreichs bei der Frankfurter Buchmesse 2017 vom 14.September 2017 bis 28.Januar 2018 ins Filmmuseum Frankfurt.

Paul de Sinety Foto: Diether v. Goddenthow
Paul de Sinety Foto: Diether v. Goddenthow

Paul de Sinety, Generalkommissar Frankreich 2017 – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse – betonte, dass der Ehrengastauftritt die gemeinsame Position Deutschlands und Frankreichs im Sinne einer europäischen Strategie der Kulturen im digitalen Zeitalter für eine Europa der gemeinsamen Kulturstätten stärken und ein Schaufenster für französische Innovationen im Kultursektor sein solle, wofür auch Condrys interaktive Filmfabrik stehe.

Catherine Briet. Foto: Diether v. Goddenthow
Catherine Briet. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Leiterin der Kulturabteilung der Französischen Botschaft, Catherine Briet, versicherte, dass es für die Französische Botschaft und das Institut français Deutschland eine große Ehre sei, Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse zu sein, was sie mit Stolz erfülle. In diesem Rahmen werde die Frankfurter Buchmesse für Frankreich nicht nur ein wichtiger Treffpunkt für die Verlags- und die Buchbranche, sondern auch „höchst bedeutender politischer Moment“. Frankreich habe in Deutschland ein französisches Kulturjahr eingeläutet – unter dem Motto „Frankfurt auf Französisch“ finden seit Anfang Januar mehr als 450 Veranstaltungen in ganz Deutschland statt, nicht nur im Bereich des Schreibens, sondern mit dieser heute eröffneten Veranstaltung „Filmfabrik“ jetzt auch im Bereich Filmen, Kino und Medien.

Dr. Helmut Müller. Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Helmut Müller. Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der angesichts der weltweiten und europäischen Turbulenz den Zeitpunkt von Frankreichs Ehrengastrolle auf der Frankfurter Buchmesse 2017 für äußerst gut gewählt hält, weiß, dass Partnerschaft nicht davon lebt, „dass man nur rezeptiv unterwegs ist, sondern, dass man zusammen arbeitet, sich unterhält, streitet, sich wertschätzt, aber dass man eben immer zu gemeinsamen Lösungen kommen muss.“ Und wenn man sich, auf das Projekt Filmfabrik bezogen, „den Zeitraum von drei Stunden anguckt, ist der Druck zu Lösungen zu kommen, erheblich“. Die Vorstellung, dass Leute, die sich nicht kennen, zusammenkommen, in drei Stunden vereinbarten, was sie machen wollten, und das nicht nur aufschrieben, was sie machen wollten, sondern es „wirklich dann machen“, dass hat Dr. Helmut Müller fasziniert und neugierig gemacht, und war mit ein wichtiger Punkt, das Projekt zu unterstützen.

Zum Projekt: „Abgedreht. Die Filmfabrik“ – Selbermachen statt Zugucken

Herzstück der Filmfabrik ist eine Auswahl von Kulissen, die in Genrefilmen eine Rolle spielen könnten, vom Café über die U-Bahn bis hin zum Friedhof. Sobald der Inhalt festgelegt ist, die Rollen verteilt und die Kostüme ausgesucht sind, kann es losgehen: Für den eigentlichen Dreh bleibt eine Stunde Zeit. Foto: Diether v. Goddenthow
Herzstück der Filmfabrik ist eine Auswahl von Kulissen, die in Genrefilmen eine
Rolle spielen könnten, vom Café über die U-Bahn bis hin zum Friedhof. Sobald
der Inhalt festgelegt ist, die Rollen verteilt und die Kostüme ausgesucht sind,
kann es losgehen: Für den eigentlichen Dreh bleibt eine Stunde Zeit. Foto: Diether v. Goddenthow
Frauke Haß. Foto: Diether v. Goddenthow
Frauke Haß. Foto: Diether v. Goddenthow

„Abgedreht“ sei kein Projekt für couch-potatoes, da ginge es nicht um passives „ich lass das mal über mich ergehen, und guck mir mal was an!“ Nein, da sei man gefragt als Kamerafrau oder Kameramann, als Schauspieler, als Drehbuchautor, Skriptmacher, Musikmacher und was auch immer, da müsse man ran an den Speck, und innerhalb von drei Stunden in Kleingruppen von 5 bis 12 Personen einen Film drehen, bringt Frauke Hass, Pressechefin des Filmmuseums, den Projektansatz gleich zu Beginn des Pressegesprächs auf den Punkt.

Einem genauen Protokoll folgend durchläuft die Gruppe, deren Mitglieder sich oft erst vor Ort kennenlernen, gemeinsam alle Stationen der Filmfabrik – von der Auswahl eines Genres und Titels für den Film, über den Entwurf der Handlung und die Rollenverteilung bis hin zum Dreh selbst. Es entsteht ein kurzer Genrefilm, den die Teilnehmer/innen sich in der letzten Station, dem kleinen Kino, gemeinsam ansehen. Anschließend wandert der Film ins wachsende Archiv der Filmfabrik.

Dorfplatz aus dem Kulissen-Parcours der Filmfabrik.  Foto: Diether v. Goddenthow
Dorfplatz aus dem Kulissen-Parcours der Filmfabrik. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Herzstück der „Filmfabrik“ besteht aus einer Auswahl von Kulissen, vom „Café“ über 70er Jahre Schlafzimmer bis „Zelten im Wald“, die in Genrefilmen eine Rolle spielen könnten. Sobald der Inhalt festgelegt ist, die Rollen verteilt und die Kostüme ausgesucht sind, kann es losgehen: Für den eigentlichen Dreh bleibt eine Stunde Zeit.

Straßenbahn- Filmkulisse im Parcours der Filmfabrik. Foto: Diether v. Goddenthow
Straßenbahn- Filmkulisse im Parcours der Filmfabrik. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Ziel einer Filmemacher-Tour durch die Filmfabrik besteht nicht darin, ein filmisch perfektes Werk zu schaffen. Im Vordergrund des Projekts steht die Gruppendynamik, nämlich die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, die – ob einander bekannt oder unbekannt – unter erheblichen Zeitdruck innerhalb 3 Stunden ein gemeinsames Ziel, ihren Filmdreh, formulieren und realisieren „müssen“. Die katapultiert zumeist jeden einzelnen aus seiner Alltagssituation katapultiert und bringt völlig neue Selbst- und Gruppenerfahrungen.

Mitmachen können alle: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Laien und Profis, Singles oder Familien, Privat- oder Geschäftsleute. Die Filmfabrik möchte vor allem eines: Menschen zusammenbringen.

Der Treffpunkt ist im Eingangs-Foyer des Filmmuseums. Ein 45-minütiges, abwechslungsreiches, einstimmendes Warteprogramms sorgt für Abwechslung, bis jeweils die entsprechenden Kleingruppen zusammengefunden haben und zur Do-it-your-self-Film-Tour Einlass in die Filmfabrik erhalten.

Stefanie Plappert. Foto: Diether v. Goddenthow
Stefanie Plappert. Foto: Diether v. Goddenthow

Die einzelnen Phasen des Filmemacher-Prozesses bestehen aus „zwei Workshops, je 45 Minuten, in denen man sich über den Filmtitel, das Genre, das kleine Drehbuch, das man zu erstellen hat verständigt, sowie über die Rollenverteilung, die Kostüme und natürlich nicht zuletzt auch über die Schauplätze, an denen der eigene Film spielen soll“, erklärt Stefanie Plappert und unterstreicht: „Diese Verständigung oder der Abstimmungsprozess, der findet vollkommen demokratisch statt: Am Schluss kommt nur das ins Drehbuch, was die Gruppe mehrheitlich für gut befindet“.

Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow
Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Materialien wie Kostüme, Requisiten und Technik werden vom Filmmuseum gestellt, und was fehlt, müssen darüber hinaus die Teilnehmer „selber basteln“. Die Drehzeit in den Kulissen beträgt eine Stunde, was natürlich im Verhältnis zu Spielfilmen, die über mehrere Wochen abgedreht werden, „ein unglaublich enges Zeitfenster“, sei, so die Kuratorin. Aber es funktioniere, und die, die das schon durchgemacht haben, seien am Schluss zwar erschöpft, aber stolz mit einer DVD in der Hand wieder rausgegangen.

Zum Schluss noch ein selbstgemaltes Cover für die DVD-Hülle. Foto: Diether v. Goddenthow
Zum Schluss noch ein selbstgemaltes Cover für die DVD-Hülle. Foto: Diether v. Goddenthow
Gemeinsam wird die fertige DVD im kleinen Kino angeschaut. Foto: Diether v. Goddenthow
Gemeinsam wird die fertige DVD im kleinen Kino angeschaut. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Filmpremiere feiert die Gruppe gemeinsam zum Ende des Prozesses, nachdem noch ein Cover für die DVD-Hülle angefertigt wurde, in einem Kleinkino, „welches wir extra im dritten Stock aufgebaut haben“. „Ein Exemplar des Filmes bleibt hier bei uns im Archiv“, so Stefanie Plappert.

 

 

 

 

 

Das innere Kind wiederzuentdecken und den Wert von Kunst schätzen zu lernen

Liane Jessen. Foto: Diether v. Goddenthow
Liane Jessen. Foto: Diether v. Goddenthow

Nach ihren Erfahrungen als Testteilnehmerin zu „Abgedreht. Die Filmfabrik“ befragt, zog Liane Jessen, Leiterin Fernseh-Spiel und Spielfilm im Hessischen Rundfunk, eine positive, jedoch kritische Bilanz: „Also ich kann’s empfehlen! Ich bin Filmproduzentin im Spielfilmbereich und bin an diesem Sonntag hergekommen, einfach, weil ich für jeden Spaß zu haben bin. Und weil Kultur etwas mit Spaß zu tun haben sollte“. Sie habe aber nicht wirklich an das Konzept geglaubt, weil eben Filmemachen „kein demokratischer Prozess“ sei, aber diesen Widerspruch zu entdecken sei das Interessante, so Liane Jessen, die vor allem einen Gewinn darin sieht, das Menschen, die schon von Jugend an oftmals in Rollen zu festgefügt seien, ihre Rollenfächer verlassen müssten. Bei manchen Menschen löse das regelrechte Panik aus, könne aber dabei helfen, ein wenig das innere Kind wiederzuentdecken.

Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow
Szene aus Testfilm-Dreh. Foto: Diether v. Goddenthow

Vor allem zeige es den Teilnehmern den Wert der Kunst, was professionelle Schauspieler leisteten, und das Kunst wie eine gute Geschichte, ein Drehbuch usw. nicht mal nebenbei einfach so am Küchentisch entstehen könnten, wie das häufig so kolportiert würde, so die vor allem auch aus zig Tatortproduktionen bekannte Filmproduzentin. Für sie sei das Projekt ein Studentenspaß, ein spielerisches Projekt, welches Menschen aller Altersgruppen ermögliche, in einem höchst kreativen Prozess mit viel Spaß wertvolle gruppendynamische Selbsterfahrungen zu erleben.

„Filmfabrik“ passt in keine Schublade 

Christine Kopf. Foto: Diether v. Goddenthow
Christine Kopf. Foto: Diether v. Goddenthow

„Abgedreht. Die Filmfabrik“ passe auch in keinerlei Schublade, erläuterte Christine Kopf, Projektleiterin. Selbst wenn es darum ginge „Raum zu gestalten“ und vieles aufzubauen, und auch mal zu lassen, handele es sich nicht um eine klassische kuratierte Ausstellung zu einem Thema, wie das üblicherweise im Filmmuseum im dritten Obergeschoss geschehe. Die Filmfabrik sei, wie Michel Condry schon auf den ersten Seiten seines Büchleins festgehalten habe, kein edukatives Projekt:. „Es wird keinerlei pädagogische Begleitung gegeben. Das heißt aber natürlich nicht, dass man nichts über das Filmemachen lernen kann. Das ist wieder etwas anderes. Wie gesagt: Keine Schublade“, so die Projektleiterin.

Vorlage aus „Be Kind Rewind“

„Aus meiner Sicht ist Condrys Filmfabrik ein interaktiver Studienparcours“, den er aus der Kinofilm-Vorlage „Be Kind Rewind“ entwickelt habe, ist Christine Kopf überzeugt. In Michel Gondrys tiefgründiger US-Komödie „Be Kind Rewind“ von 2008 versuchen zwei Aushilfen nach Vernichtung aller VHS-Bänder ihrer Videothek den Laden über Wasser zu halten, indem sie beschließen, die von Kunden nachgefragten nicht mehr vorhandene Filme wie „Der König der Löwen“, „RoboCop“ oder „Ghostbusters“ einfach selbst nachzudrehen. Die beiden bedienen sich dabei nicht nur primitivster Filmtechnik und ihres schier unerschöpflichen Improvisationstalentes, sondern animieren die Leute des Viertels mitzumachen, was schließlich zu einer ansteckenden Solidaritätswelle führt, selbst wenn der Videothek am Ende Ruin trotzdem nicht erspart bleibt.

Wichtig ist der Gruppenprozess. Voneinander lernen. Foto: Diether v. Goddenthow
Wichtig ist der Gruppenprozess. Voneinander lernen. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Do-it-Yourself-Botschaft von Condrys Kino-Hit hatte einen wahren YouTube-Trend entfacht, und Condry zur Überlegung inspiriert, ob diese Film-Idee, Laien ihre eigenen kleine Filme entwickeln und realisieren zu lassen, nicht auch in einem anderen Format zu inszenieren sei. Das war die Geburtsstunde „Michel Gondrys Home Movie Factory“, die jetzt unter dem Namen „Abgedreht. Die Filmfabrik von Michel Gondry“ zum ersten Mal in Deutschland im Frankfurter Filmmuseum, und weltweit zum ersten Mal in einer Cinemathek gezeigt wird, so Christine Kopf.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

 

Wichtige Infos 
EINZELBESUCHER/INNEN können die kostenlose Tour durch die Filmfabrik dienstags bis freitags zwischen 11:15 Uhr und 15 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 10:15 Uhr und 14:45 Uhr starten.

Alle 45 Minuten beginnt eine neue dreistündige Tour, deren Gruppe sich aus voneinander unabhängigen Besucher/innen zusammensetzt. Plätze können online sowie vor Ort gebucht werden.

SCHULKLASSEN (von der 6. Klassenstufe an) können die Filmfabrik dienstags bis freitags vormittags besuchen. Eine Tour beginnt wahlweise zwischen 8:15 Uhr und 9:45 Uhr und endet entsprechend zwischen 12 Uhr und 13:30 Uhr.
Aufgrund der begrenzten Gruppengröße werden Schulklassen in zwei Gruppen geteilt.

TEAMBUILDING- UND FIRMENEVENTS – auch in größeren Gruppen – lassen sich ideal mit einer Tour durch die Filmfabrik verbinden. Ob mit anschließendem Dinner oder Sektumtrunk in den Kulissen – am besten ein individuelles Angebot einholen (buchbar ab 16:30 Uhr und nach Absprache).
Das Kino des Deutschen Filmmuseums bietet im Oktober passend zum Projekt eine Filmreihe zum Werk von Michel Gondry an.

Mehr Informationen zur Home Movie Factory von Michel Gondry:
facebook.com/thehomemoviefactorymichelgondry/
usinedefilmsamateurs.com/

Kontakt:
filmfabrik@deutsches-filminstitut.de
abgedreht.deutsches-filmmuseum.de
Telefon 069 / 961 220 585