Kategorie-Archiv: Caligari Filmtheater

Wiesbadener exground filmfest 31 mit 180 Filmen aus 42 Ländern, darunter 58 Premieren


Das Programm zum exground filmfest 31 vom 16. bis 25. November 2018 in Wiesbaden steht: 180 Filme aus 42 Ländern mit 58 Premieren und Geld- und Sachpreisen im Wert von 20.000 EUR.

exground filmfest 31 präsentiert vom 16. bis 25. November ein außergewöhnliches Programm mit rund 180 unabhängig produzierten Lang- und Kurzfilmen aus 42 Ländern auf der großen Leinwand. Unter den über 2.600 Einreichungen aus 107 Ländern traf das Kuratorenteam seine Auswahl, darunter 21 Welt-, drei internationale, elf Europa- und 24 Deutschland-Premieren. Ausgesuchte Filme aus dem Länderschwerpunkt Philippinen sind nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Darmstadt und Frankfurt am Main zu sehen. In insgesamt sechs Wettbewerben werden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 20.000 EUR vergeben.

Neben dem Filmprogramm öffnen die Wiesbadener Spielstätten Caligari FilmBühne, Murnau-Filmtheater und der Kulturpalast ihre Pforten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Konzerten, Panels und Partys.

exground 31 Programm-PDF

exground youth days Programm-PDF

 

Anthony Ramos (li.) und John David Washington in MONSTERS AND MEN von Reinaldo Marcus Green © exground 31
Anthony Ramos (li.) und John David Washington in MONSTERS AND MEN von Reinaldo Marcus Green © exground 31
Programm-Highlights: Statement gegen Rassismus, Beziehungsstress in L.A. & Komödien aus Frankreich und Österreich.

In der Reihe „American Independents“ ist das preisgekrönte Drama MONSTERS AND MEN (Spezial-Jurypreis beim Sundance Film Festival) von Reinaldo Marcus Green als Deutschland-Premiere zu sehen. Ein weißer Polizist erschießt einen Afroamerikaner in Brooklyn. Green inszeniert die Folgen der Tat aus der Perspektive von drei Menschen: dem Augenzeugen Manny, einem afroamerikanischen Polizisten und einem Highschool-Basketballstar. Das intensive Schauspiel von Anthony Ramos (A STAR IS BORN), Kelvin Harris Jr. (MUDBOUND, MONSTER) und John David Washington (BLACKKKLANSMAN) macht MONSTERS AND MEN zu einem wichtigen Statement gegen Rassismus.

Von New York geht es bei den „American Independents“ in WE THE COYOTES (NOUS, LES COYOTES) von Hanna Ladoul und Marco La Via in die Stadt der Engel. Das Spielfilmdebüt begleitet das junge Paar Amanda und Jake bei ihren ersten 24 Stunden nach ihrer Ankunft in L.A. Ohne einen konkreten Plan und Geld in der Reisekasse wird die Beziehung der beiden schnell auf eine harte Probe gestellt. Hanna Ladoul und Marco La Via, die sich vom Abenteuer ihrer eigenen ersten Tage in L.A. inspirieren ließen, schaffen mit ihrem Film ein erfrischendes und zeitloses Porträt jugendlicher Energie. WE THE COYOTES feiert bei exground filmfest ebenfalls seine Deutschland-Premiere.

In der Sektion „International“ präsentiert exground filmfest die hochkarätig besetzte französische Komödie LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER (EN LIBERTÉ) von Pierre Salvadori. Die junge Kommissarin Yvonne ist die Witwe des örtlichen Polizeichefs Santi, die langsam begreift, dass ihr Mann nicht der rechtschaffene Mensch war, für den ihn alle hielten. Sie beschließt, alles für den jungen Antoine zu tun, der statt Santi in den Bau wanderte. Mit einem tollen Cast (Adèle Haenel, Pio Marmaï, Audrey Tautou) schafft Regisseur Pierre Salvadori (BEZAUBERNDE LÜGEN) großes Kino, das gute Laune macht.

Eine weitere scharfsinnige Komödie erwartet die Zuschauer mit der österreichischen Produktion WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT? Diese Frage stellt sich die Wienerin Wanda (Caroline Peters), überzeugte Atheistin und Feministin, als ihre Teenagertochter Nina zum Islam konvertiert, von nun an Fatima heißen und Schleier tragen möchte. Mit viel Humor und spitzfindigen Dialogen gelingt Regisseurin Eva Spreitzhofer und ihrem grandiosen Ensemble eine herrlich bissige Gesellschaftskomödie über Toleranz und ihre Grenzen.

Adèle Haenel in LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER von Pierre Salvadori. © exground 31
Adèle Haenel in LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER von Pierre Salvadori. © exground 31
Wettbewerbe beim exground filmfest

In insgesamt sechs Wettbewerben vergibt das exground filmfest Geld- und Sachpreise im Wert von 20.000 EUR (Alle Preise und Preisstifter). Ein besonderer Dank geht an den Wiesbadener Kinofestival e. V., der im Rahmen der youth days den neuen Jugendjurypreis für den besten Kurzfilm stiftet, dotiert mit 500 EUR. Damit werden im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb und im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb Geld- und Sachpreise von insgesamt 4.650 EUR vergeben.

In der 17. Ausgabe des Internationalen Kurzfilm-Wettbewerbs konkurrieren 16 Filme aus 16 Ländern um den Jurypreis von 2.000 EUR, gestiftet vom exground-Freundeskreis. In der dreiköpfigen Jury sitzen: Dr. Catherine Colas, Redakteurin für kurz- und mittellange Filme bei ZDF/ARTE aus Mainz, Heleen Gerritsen, Festivalleiterin von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden, und Raymond Red, Regisseur und Produzent aus Manila/Philippinen.

Im Deutschen Kurzfilm-Wettbewerb treten insgesamt zehn Produktionen im Rennen um die Geld- und zwei Sachpreise im Wert von 9.500 EUR an, darunter RIEN NE VA PLUS von Sophie Linnenbaum, die 2017 mit ihren Film PIX den zweiten Platz belegte.

Der Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb findet zum 14. Mal statt. Ausgewählt wurden elf Filme, darunter zahlreiche Premieren, die entweder von hier geborenen oder lebenden Regisseuren oder in Wiesbaden gedreht wurden. Der vom Publikum bestimmte Gewinner wird am 25. November preisgegeben.

In der Reihe „Made in Germany“ wird der Preis DAS BRETT zum dritten Mal von Insassen der JVA Wiesbaden vergeben. Insgesamt konkurrieren sechs Produktionen um den Gefangenen-Jurypreis, dotiert mit mindestens 1.000 EUR, gestiftet von „Die WERFT“.

In der exground-Gong-Show heißt das Motto wieder: je trashiger desto besser! Mitmachen darf jeder, der seinen Film rechtzeitig auf einem Datenträger abgibt. Der Gewinnerfilm erhält „Goldene exground-Gurke“ und 50 EUR Preisgeld. Die Gong-Show ist bereits am 3. November um 21 Uhr zu Gast bei FILMZ in der Kunsthalle Mainz.

Alle weiteren Infos über https://exground.com/

Ohne diese Förderer und Sponsoren wäre das Filmfestival exground nicht zu stemmen!

youth days @ exground filmfest 31: Turbulent und herausfordernd

Luna Wedler in BLUE MY MIND von Lisa Brühlmann (© Daniel Lobos / Tellfilm)
Luna Wedler in BLUE MY MIND von Lisa Brühlmann (© Daniel Lobos / Tellfilm)

22 Filme aus 15 Ländern // Neuer Jurypreis // Engagement für junge Geflüchtete

Die 15. Auflage der exground youth days präsentiert vom 17. bis 22. November im Rahmen von exground filmfest (16.–25.11.18) ein spannendes Programm mit anspruchsvollen Produktionen aus 15 Ländern. Acht Lang- und 14 Kurzfilme gewähren Einblicke in den turbulenten und oft herausfordernden Alltag junger Menschen. Neu in diesem Jahr ist der mit 500 EUR dotierte Jugendjurypreis für den besten Kurzfilm, gestiftet vom Festival ausrichtenden Wiesbadener Kinofestival e. V.. Damit werden im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb und im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb Geld- und Sachpreise von insgesamt 4.650 EUR vergeben. Mit Film-Workshops und der Teilnahme an der Jugendjury setzt exground filmfest zudem sein Engagement für junge Geflüchtete fort.

Internationaler Jugendfilm-Wettbewerb: Transgender, Homophobie & Identitätssuche

„Mit dem diesjährigen Programm der exground youth days bieten wir mehr denn je einmalige Einblicke in die Lebensverhältnisse von jungen Menschen, zum Beispiel in Palästina und Kenia,“, erklärt Kurator Gerald Pucher. „Dabei werden politisch hochaktuelle Themen behandelt, wie etwa Homophobie, die Stellung der Frau in Gesellschaften außerhalb Europas sowie sexuelle und Gender-Identität.“

Im Lukas Dhonts ruhigem Debütfilm GIRL verfolgt die 15-jährige Lara (Victor Polster) mit großer Hingabe ihren Traum, Ballerina zu werden. Neben dem harten Alltag an der Ballett-Akademie versucht Lara, sich außerdem auf ihre bevorstehende geschlechtsanpassende Operation vorzubereiten, um endlich im richtigen Körper anzukommen. GIRL wurde in Cannes mehrfach ausgezeichnet (u. a. FIPRESCI-Preis, Queer Palm und Victor Polster als bester Schauspieler). Am 17. November um 17.30 Uhr eröffnet GIRL die exground youth days in der Caligari FilmBühne.

Um Verwandlung geht es auch in Lisa Brühlmanns mehrfach ausgezeichnetem Spielfilmdebüt BLUE MY MIND. Die 15-jährige Mia (Luna Wedler) sucht in ihrer neuen Schule Anschluss an eine coole Clique und stürzt sich ins wilde Teenagerleben. Dann aber beginnt sich Mias Körper seltsam zu verändern. Erst kaum merklich, dann massiv – und unaufhaltsam. Mit seiner Mischung aus Coming-of-Age und Fantasyfilm überzeugte BLUE MY MIND auf diversen Filmfestivals und erhielt etwa beim Schweizer Filmpreis drei Auszeichnungen (für bester Spielfilm, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin).

Mit Desiree Akhavans bittersüßem Drama THE MISEDUCATION OF CAMERON POST präsentieren die youth days ein weiteres preisgekröntes Werk (Jurypreis beim Sundance Film Festival) im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb. Montana in den frühen 1990er-Jahren: Nachdem die Waise Cameron (Chloë Grace Moretz) beim Sex mit ihrer Freundin Coley erwischt wird, stecken ihre erzkonservativen Verwandten Cameron in ein Umerzie­hungs­lager. Desiree Akhavan setzt das ernste Thema mit ergreifendem Witz und lustvollem Gespür für Trotz um.

Die Liebe zwischen zwei Frauen im Konflikt mit gesellschaftlichen Konventionen steht auch in Wanuri Kahius poppig-buntem RAFIKI im Mittelpunkt. Die beiden Freundinnen Kena und Ziki lehnen sich gegen die männergeprägten Regeln in der kenianischen Gesellschaft auf und träumen von einer selbstbestimmten Zukunft. Als sie sich ineinander verlieben, müssen sie sich zwischen Glück und Sicherheit entscheiden. Der erste kenianische Beitrag in Cannes wurde in Kenia verboten, weil homosexuelle Handlungen dort unter Strafe stehen. Mit einer kurzzeitigen Aufhebung des Verbots qualifizierte sich RAFIKI für den Wettbewerb um den besten fremdsprachigen Film bei den Oscars.

Eine weitere unkonventionelle Geschichte zeigt Christy Garland in ihrem Dokumentarfilm WHAT WALAA WANTS. Aufgewachsen in einem Flüchtlingslager, hat die junge Palästi­nenserin Walaa nur ein Ziel: Anstatt jung zu heiraten und Kinder zu kriegen, will sie unbe­dingt Polizistin bei der Palästinensischen Autonomiebehörde werden. Von ihrem 15. bis zum 20. Lebensjahr begleitet Garland die rebellische junge Frau, die hartnäckig ihren Traum verfolgt.

Kurzfilme bei den exground youth days

youthdays-coverIm Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb tauchen sieben internationale Kurzfilme, die jeweils vor einem Langfilm gezeigt werden, in die Lebenswelten jugendlicher Protagonisten ein. Erstmals vergibt die Jugendjury in diesem Jahr auch einen Preis für den besten Kurz­film, dotiert mit 500 EUR und gestiftet vom Wiesbadener Kinofestival e. V.

Im Wettbewerb zu sehen ist unter anderem die niederländische Produktion SOMETHING ABOUT ALEX (ANDERS) von Reinout Hellenthal, in dem Außenseiter Alex in der dörflichen Enge auf Identitätssuche geht. Der spanische Beitrag PIGGY (CERDITA) von Carlota Pereda zeigt die Auswirkungen, die ein unfreiwilliger Bikini-Auftritt für die übergewichtige Sara hat. In Laura Moss’ Coming-of-Age-Geschichte FRY DAY aus den USA versucht die junge Lauryn, mit Polaroids von den Schaulustigen, die sich 1989 in der Nacht vor Ted Bundys Hinrichtung vor dem Gefängnis versammelt haben, ihr Taschengeld aufzubessern.

Im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb haben einheimische Regietalente von insgesamt sieben Kurzfilmen die Chance, ihre Werke zum ersten Mal auf der großen Leinwand zu präsentieren.

Aktive Filmarbeit mit jungen Geflüchteten: Film-Workshop, Jugendjury & exground Jugendfilm des Monats

Wie in den Vorjahren führt exground filmfest junge Geflüchtete in die aktive Filmarbeit ein: In einem Film-Workshop stellen die Teilnehmer während exground filmfest einen Stop-Motion-Film her, der dann im Rahmen der exground youth days gezeigt wird.

Außerdem konnten erneut junge Geflüchtete für die Jugendjury im Internationalen Jugendfilm-Wettbewerb gewonnen werden. Zusammen mit Wiesbadener Jugendlichen werden sie alle Filme des Wettbewerbs sichten und am Ende den mit 2.500 EUR dotierten Preis für den besten Langfilm (gestiftet von der Landeshauptstadt Wiesbaden) sowie den neuen Geldpreis von 500 EUR vergeben.

Über den Festivalzeitraum hinaus veranstaltet exground filmfest seit 2005 ganzjährig den exground Jugendfilm des Monats. Die hier gezeigten, internationalen Produktionen laden das junge Publikum, darunter auch junge Geflüchtete, zu Diskussionen und aktiver Filmarbeit unter Anleitung eines Medienpädagogen ein.

Das Programm der exground youth days ist hier einsehbar: PDF-Download

Das komplette exground-Programm ist ab Mitte Oktober 2018 auf www.exground.com zu sehen.
exground filmfest dankt allen Förderern und Sponsoren.

exground filmfest 31 eröffnet mit philippinischem Thriller NEOMANILA

Andrew Garfield in UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell. © Exground-Filmfest 31
Andrew Garfield in UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell. © Exground-Filmfest 31

Mit dem philippinischen Neo-Noir Thriller NEOMANILA wird das 31. exground filmfest am 16. November um 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Mikhail Red in der Wiesbadener Caligari Filmbühne eröffnet. Der dritte Langfilm des jungen Regisseurs (Jahrgang 1991) setzt sich mit der brutalen Anti-Drogen-Politik von Präsident Rodrigo Duterte auseinander, in der angeheuerte Killer für die Ermordung von Drogenverdächtigen bezahlt werden. Zwischen der Auftragskillerin Irma und ihrem Protegé, dem jungen Waisen Toto, entstehen zarte, familiäre Bande, die beim nächsten Attentat zu zerreißen drohen. Mikhail Red sowie sein Vater Raymond Red, der Pionier des alternativen philippinischen Kinos und „Palme d’or“-Gewinner, der in Wiesbaden seinen Film HIMPAPAWID (MANILA SKIES, 2009) vorstellen wird, sind zwei Vertreter des diesjährigen Länderschwerpunktes, den das Festival dem außergewöhnlichen Filmschaffen auf den Philippinen widmet.

exground filmfest begrüßt zwischen dem 16. und 25. November weitere zahlreiche internationale Filmgäste, die dem filmbegeisterten Publikum rund 200 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme vorstellen. Darüber hinaus erwartet die Zuschauer in den Wiesbadener Spielstätten Caligari FilmBühne, Murnau-Filmtheater und Kulturpalast sowie in ausgewählten Programmkinos in Frankfurt am Main und Darmstadt ein spannendes Rahmenprogramm aus Workshops, Ausstellungen, Partys und Podiumsdiskussionen.

Erste Highlights: Thriller, Politsatire und Transgender-Ballerina

Bereits ins Programm eingeladen ist der US-amerikanische Thriller UNDER THE SILVER LAKE von David Robert Mitchell. Der gutmütige, aber verpeilte Sam (Andrew Garfield) ist hingerissen von der umwerfend schönen Sarah (Riley Keoug), die eines Abends im Pool seines Apartmentgebäudes in L.A. schwimmt. Als sie am nächsten Morgen spurlos verschwunden ist, macht sich Sam auf die Suche und wittert eine globale Verschwörung, in die Millionäre, Celebrities, Hundemörder und urbane Mythen involviert sind.

DIAMANTINO (Carloto Cotto) von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt © Exground-Filmfest 31
DIAMANTINO (Carloto Cotto) von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt © Exground-Filmfest 31

Ein weiteres Highlight im Programm ist die Politsatire DIAMANTINO von Gabriel Abrantes und Daniel Schmidt. Der gefeierte, portugiesische Fußballstar Diamantino – mit frappierender Ähnlichkeit zu Ronaldo – ist am Boden zerstört, als seine Karriere jäh endet. Es beginnt eine Sinnsuche, auf der Diamantino unter anderem mit Geflüchteten, falschen Nonnen, Rechtsextremisten, Genderfragen und riesigen Hunde auf rosa Wolken konfrontiert ist. Der Überraschungshit aus Cannes verspricht mit seinem Mix aus Genres und Ästhetik großes Filmvergnügen.

Lara (Victor Polster, li) in GIRL von Lukas Dhont. (Bild: Menuet) © Exground-Filmfest 31
Lara (Victor Polster, li) in GIRL von Lukas Dhont. (Bild: Menuet) © Exground-Filmfest 31

Die 15. Ausgabe der exground youth days wird mit dem belgischen Debüt GIRL von Lukas Dhont eröffnet, in dem die 15-jährige Transgender Lara hart trainiert, um eine Ballerina zu werden. In einer atemberaubenden Performance verkörpert Tänzer und Schauspieler Victor Polster die aufstrebende Tänzerin.

Deutscher Wettbewerb: 3. Gefangenen-Jurypreis DAS BRETT

Zum dritten Mal vergibt exground filmfest den Gefangenen-Jurypreis DAS BRETT für den besten Film in der Reihe Made in Germany, dotiert mit mindestens 1.000 EUR, gestiftet von „Die WERFT – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden“.

HINGABE von Pablo Kaes © Exground-Filmfest 31
HINGABE von Pablo Kaes © Exground-Filmfest 31

Sechs Produktionen des Deutschen Wettbewerbs laufen im Wettbewerb für DAS BRETT, darunter Pablo Kaes’ Debütfilm HINGABE, der in Wiesbaden seine Deutschland-Premiere feiert. Das Paar Julia und Franz wird nachts auf offener Straße von einer Gruppe Männer belästigt. Scheinbar ist nichts Schlimmes passiert, aber dennoch steht die Beziehung der beiden von da an vor einer Zerreißprobe. Während Julia nicht begreift, warum Franz sie nicht in Schutz genommen hat, als einer der Männer sie bedrängt, schämt sich Franz so sehr, dass er sich weigert, darüber zu sprechen.

ADAM UND EVELYN von Andreas Goldstein  © Exground-Filmfest 31
ADAM UND EVELYN von Andreas Goldstein © Exground-Filmfest 31

Beziehungsprobleme ganz anderer Art haben ADAM UND EVELYN in Andreas Goldsteins gleichnamigem Spielfilm. Sommer 1989. Während sich Adam mit seinem Leben im schönen Eigenheim in der DDR arrangiert hat, steht für Evelyn fest, sobald die Grenzen offen sind: Sie will mehr vom Leben und von der Liebe.

Ebenfalls im Rennen um DAS BRETT läuft die dritte Regiearbeit von Ann-Kristin Reyels, WIR HABEN NUR GESPIELT. Für den zehnjährigen Jona beginnt in seiner neuen Heimat an der deutsch-tschechischen Grenze ein einsames Leben. Unglücklich streift er durch die Wälder, bis er jenseits der Grenze den 13-jährigen Miro kennenlernt. Dessen selbstsichere Art imponiert Jona, aber allmählich begreift er, welches Schicksal sich dahinter verbirgt.

Außerdem sind im Wettbewerb um DAS BRETT zu sehen: JIBRIL von Henrika Kull, NIXEN von Katinka Narjes und WO KEIN SCHATTEN FÄLLT von Esther Bialas.

Gewinner im exground-Trailer-Wettbewerb

Der Trailer für das diesjährige exground filmfest war Gegenstand eines Seminars im Studiengang Kommunikationsdesign der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Von den fünf Projektideen wurden drei Projekte im Sommersemester 2018 realisiert, und die Wahl des Teams von exground filmfest fiel auf den Trailer von Elisa Cavalli. Aber auch die anderen beiden Vorschläge werden bei der Eröffnung von exground filmfest 31 in der Caligari FilmBühne auf der großen Leinwand laufen.

Weitere Infos: https://exground.com/news/

goEast 2018: Goldene Lilie für „November“ – Estland, Ungarn und Serbien für Filme ausgezeichnet

goEast 2018 ging am 24.April mit der feierlichen Preisverleihung in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden heiter zu Ende. Auf dem Abschlussfoto sind alle am mittel- und osteuropäischen Filmfestival Beteiligten versammelt.© Foto: Diether v. Goddenthow
goEast 2018 ging am 24.April mit der feierlichen Preisverleihung in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden heiter zu Ende. Auf dem Abschlussfoto sind alle am mittel- und osteuropäischen Filmfestival Beteiligten versammelt.© Foto: Diether v. Goddenthow

goEast 2018: Die  Goldene Lilie, der mit 10 000 Euro dotierte Hauptpreis für den besten Film, geht an NOVEMBER. Für die beste Regie wurde der Film A WOMAN CAPTURED mit dem Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden in Höhe von 7.500 Euro ausgezeichnet.

Bevor gestern Abend mit dem Reigen der offiziellen feierlichen Preisverleihung in der Wiesbadener Caligari FilmBühne  die 18. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films erfolgreich zu Ende ging, bewies das goEast-Team nochmals seine geballte Kreativität mit dem „Golden-Stefan“.

Weil Managementleiter Stefan Adrian immer im Hintergrund bleibt, zwang ihn das goEast-Team mit dem Gag-Preis "Goldener Stefan" auf die Bühne.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Weil Managementleiter Stefan Adrian immer im Hintergrund bleibt, zwang ihn das goEast-Team mit dem Gag-Preis „Goldener Stefan“ auf die Bühne. © Foto: Diether v. Goddenthow

Diesen Dankeschön-Preis erhielt der Management- und Organisationsleiter vom goEast-Team zu seinem „10jährigen“ für unermüdliches, selbstloses Engagement.
Dieser  Gag war das absolute Stimmungs-Sahnehäubchen nach einer Woche Kino, Virtual Reality, vielen Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen und Workshops mit 102 Filmen und über 200 Gästen der internationalen Filmbranche. Insgesamt wurden die Sieger der  Wettbewerbe mit Preisen im Gesamtwert von 30.000 Euro geehrt:

Hauptpreis „Die Goldene Lilie“

Ein Liebesmärchen voller archaischer, fantastischer Bilder mit Werwolf-Flair und Zaubergestalten vor dem Dorfhintergrund im feudalistischen Estland voller Umbrüche und Existenzängste, verzaubert Rainer Sarnets  „November“ mit künstlerischen Vision und hintergründigem Humor.
Ein Liebesmärchen voller archaischer, fantastischer Bilder mit Werwolf-Flair und Zaubergestalten vor dem Dorfhintergrund im feudalistischen Estland des 19. Jh. voller Umbrüche und Existenzängste, verzaubert Rainer Sarnets „November“ mit künstlerischen Vision und hintergründigem Humor.

Die Goldene Lilie, der Preis für den Besten Film, ging an NOVEMBER (Estland, Niederlande, Polen 2017, Regie: Rainer Sarnet; Produktion: Katrin Kissa).

Per Video zugeschaltet: Produzentin Katrin Kissa.
Per Video zugeschaltet: Produzentin Katrin Kissa.

Die fünfköpfige Jury unter Vorsitz von Ildikó Enyedi begründete die Entscheidung mit der außergewöhnlichen, herausragenden Umsetzung durch den Regisseur und dem Mut der Produzentin, für diese Vision zu kämpfen. „Für die kraftvolle Vision, die wahre Poesie, den freien Humor und den Glauben des gesamten Teams geht der Preis für den Besten Film an NOVEMBER“, so die Jury. Rainer Sarnets düsteres Folklore-Märchen in kontrastreichem Schwarz-Weiß erhält ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Bernadett Tuza-Ritter gewann mit EINE GEFANGENE FRAU (A WOMAN CAPTURED, Ungarn, Deutschland 2017) den mit 7.500 dotierten Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie. Die Jury hob insbesondere die Genauigkeit und Weisheit der Auswahl für den besten Ausdruck hervor. „Nicht nur für den Film, sondern auch für die zärtliche und geduldige Art und Weise, wie sich die Regisseurin dem Leben der Protagonistin nähert und für die Tapferkeit ihres minimalistischen Ansatzes vergibt den Preis an Bernadett Tuza-Ritter.“

Heleen Gerritsen leitete als Nachfolgerin von Gabi Babic ihr erstes GoEast-Festival souverän.© Foto: Diether v. Goddenthow
Heleen Gerritsen leitete als Nachfolgerin von Gabi Babic ihr erstes GoEast-Festival souverän.© Foto: Diether v. Goddenthow

Festivalleiterin Heleen Gerritsen betont: „Ich bin begeistert vom treuen goEast-Stammpublikum, das sich mit großer Leidenschaft im Kino traf, an Filmgesprächen teilnahm und sich inhaltlichen Neuerungen wie Virtual Reality sehr aufgeschlossen zeigte. Als neue Leiterin fühlt man sich da gleich wie zu Hause. Allabendlich trafen sich Star-Regisseurinnen und Regisseure, Nachwuchsfilmschaffende, Dokumentarfilmemacherinnen und Dokumentarfilmemacher, Animationskünstlerinnen und Animationskünstler, VR-Künsterinnen und VR-Künstler und Festivalgäste aus den verschiedensten Ländern im Festivalzentrum und mit Wodka bis tief in der Nacht geredet und gefeiert. goEast ist wirklich ein Festival der Begegnungen!“

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Film DIE ANDERE SEITE VON ALLEM (THE OTHER SIDE OF EVERYTHING, Serbien, Frankreich, Katar 2017, Regie: Mila Turajlić) über die Proteste, die zum Sturz von Slobodan Milošević führten, wurde mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt (4.000 EUR) ausgezeichnet. Er zeige laut Jurybegründung eine zutiefst persönliche Geschichte: „Der Film gibt einen einzigartigen Einblick in das Leben einer starken Frau, die gegen den Strom schwimmt. Er macht auf die Fragilität und Verwundbarkeit der Demokratie aufmerksam“, so die Jury.

Die Jury würdigte mit einer lobenden Erwähnung zudem REZO (Russland 2017) von Regisseur Levan Gabriadze für „die herzerwärmende Familiengeschichte zwischen den Wellen der Geschichte des 20. Jahrhunderts – erzählt mit Humor und Menschlichkeit.“ Die Form des Films passe hervorragend zum Thema.

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ging an DIE EISSCHWIMMERIN (BÁBA Z LEDU, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Frankreich 2017, Regie: Bohdan Sláma) in der Kategorie Spielfilm. Eine Witwe mittleren Alters bricht aus den Zwängen erstickender Konventionen aus und genießt die Freuden ihres neuen Lebensstils. „Die urkomische Inszenierung findet ihren Widerhall im Absurden und sorgt für überraschende Wendungen. Die Sozialsatire besteche mit seiner Vitalität, so die Jury.
In der Kategorie Dokumentarfilm hat EINE GEFANGENE FRAU (A WOMAN CAPTURED, Ungarn, Deutschland 2017, Regie: Bernadett Tuza-Ritter) den Preis der FIPRESCI gewonnen. Der Film über die Ausbeutung einer unbezahlten Bediensteten in einer modernen Familie sei das markante Porträt einer tapfer für ihre Freiheit kämpfenden Frau. Wir haben uns wegen der Kohärenz ihres Standpunkts, ihrer künstlerischen Strenge und ihrer sozialen Wirkung für die deutsch-ungarische Produktion entschieden.

Das Künstler-Duo Denis Semenov und Natalia Severina gewann den von der BHF BANK Stiftung ausgelobten Virtual-Reality-Wettbewerb Open Frame Award für ihr Werk NOMINAL EMPIRE (Russland 2018). Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. In der Jurybegründung heißt es: „Die einfallsreiche Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte wird konsequent in ausdrucksstarke Bilderwelten übersetzt. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, ästhetische Erfahrungen in einer postmodernen Welt zu sammeln und sich frei in dem dystopischen Gedankenspiel der Macher zu bewegen.“ Mit dem ersten Platz werde die außergewöhnliche konzeptionelle und technische Leistung dieses Künstlerpaares gewürdigt.
Eine lobende Erwähnung erhielt HIER UND DORT (Weißrussland 2017) von Kiryll Halitsky. Der drohende Sieg des Alltags über das kreative Schaffen eines Autors werde hervorragend umgesetzt.

Das Projekt RETURN MY HANDS von Konstantin Selin erhielt den vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ausgelobten goEast Development Award (3.500 EUR) für das beste Pitching beim East-West Talent Lab. Der Protagonist von RETURN MY HANDS nutze seine Fähigkeiten als Spezialist für Finger- und Gliedmaßenchirurgie, um Zuschauer für sein Filmemachen zu gewinnen. „Zwei gegensätzliche Welten: Mikrochirurgie und Filmemachen – Konstantin Selins Blick auf das russische Gesundheitssystem ist humorvoll und störend“, begründete die Jury. Eine lobende Erwähnung erhielt INHABITANTS von Mery Aghakhanyan. Das dokumentarische Projekt über vergessene Vertriebene einer armenischen Container-Siedlung sei sozial hochrelevant und visuell stark umgesetzt.

Die 18. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films fand vom 18. bis 24. April statt. Zu den Höhepunkten gehörten die Besuche der international gefeierten Filmemacherinnen und Filmemacher wie Boris Khlebnikov, Ildikó Enyedi sowie Mait Laas. Auf viel Ressonanz seitens des internationalen (Fach-)Publikums stieß auch das Symposium mit Titel „Hybride Identitäten – Das Kino der Baltischen Länder“.

Die Preise im Überblick

Die Goldene Lilie, der Preis für den Besten Film
NOVEMBER
Estland, Niederlande, Polen 2017; Regie: Rainer Sarnet; Produktion: Katrin Kissa

Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie
A WOMAN CAPTURED / EINE GEFANGENE FRAU
Ungarn, Deutschland 2017; Regie: Bernadett Tuza-Ritter

Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt
THE OTHER SIDE OF EVERYTHING / DRUGA STRANA SVEGA /
DIE ANDERE SEITE VON ALLEM
Serbien, Frankreich, Katar 2017; Regie: Mila Turajlić

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Spielfilm)
ICE MOTHER / BÁBA Z LEDU / DIE EISSCHWIMMERIN
Tschechische Republik, Slowakische Republik, Frankreich 2017;
Regie: Bohdan Sláma

Der Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
A WOMAN CAPTURED / EINE GEFANGENE FRAU
Ungarn, Deutschland 2017; Regie: Bernadett Tuza-Ritter

Open Frame Award
NOMINAL EMPIRE
Russland 2018; Denis Semenov und Natalia Severina

goEast Development Award
RETURN MY HANDS
Weißrussland 2017; Kiryll Halitsky

 

 

 

goEast 2018 im Wiesbadener Caligari eröffnet


Gemeinsam mit Staatsekretär Carsten Burckhard und Oberbürgermeister Sven Gerich eröffneten gestern Abend die neue Festivalleiterin Heleen Gerritsen und die neue Direktorin des Deutschen Filminstituts Frankfurt goEast 2018 in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden. In den nächsten Tagen werden bei Deutschland renommiertesten Festival des mittel- und osteuropäischen Films 102 Filme aus 35 Ländern zu sehen sein, darunter über acht Weltpremieren , eine internationale Premiere, eine europäische und 20 Deutschland-Premieren, geordnet nach folgenden Schwerpunkten

BIOSKOP
PRAG 1968
WETTBEWERB
OPEN FRAME AWARD
SYMPOSIUM
PORTRAIT
OPPOSE OTHERING
SPECIALS

Daneben bietet das Festival wie gewohnt ein vielfältiges Begleitprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Filmgesprächen und natürlich den legendären goEast-Partys.

Einen fundierten, auch optischen Überblick, an welchen Wochentagen und Orten Film- und Begleitveranstaltungen geboten werden, vermittelt der:

Die neue goEast-Festival-Leiterin Heleen Gerritsen stellte die Schwerpunkte des diesjährigen Festivals vor. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die neue goEast-Festival-Leiterin Heleen Gerritsen stellte die Schwerpunkte des diesjährigen Festivals vor. © Foto: Diether v. Goddenthow

Insgesamt werden rund 200 Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa bei goEast zu Gast sein. Dem russischen Starregisseur Boris Khlebnikov ist im Porträt eine Werkschau gewidmet, der ehemalige Berlinale-Shooting-Star Mateusz Kościukiewicz, der auch Teil der diesjährigen Wettbewerbsjury ist, präsentiert den Eröffnungsfilm FRATZE, in dem er die Hauptrolle spielt. Im Rahmen des Spezialprogramms „Prag 1968“ sind die fünf Regisseurinnen und Regisseure, der Hauptproduzent und vier Darstellerinnen und Darsteller von OKKUPATION 1968 zum Filmgespräch vor Ort. Das Publikum hat die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Filmschaffenden des Wettbewerbs direkt ins Gespräch zu kommen, im allabendlichen „goEast Salon“ im Festivalzentrum.

Staatssekretär Patrick Burghardt mit goEast-Urgestein und Organisator Stefan Adrian, begrüßen beim Empfang die Gäste. © Foto: Diether v. Goddenthow
Staatssekretär Patrick Burghardt mit goEast-Urgestein und Organisator Stefan Adrian, begrüßen beim Empfang die Gäste. © Foto: Diether v. Goddenthow

Auf die politischen Beiträge freut sich der Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Patrick Burghardt, besonders: „Das Festival mit seinen beständig hohen Besucherzahlen und den vielen internationalen Gästen ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie der kulturelle Austausch zwischen Ost und West zeitgemäß funktionieren kann. Die Hessische Landesregierung freut sich sehr, mit der alljährlichen finanziellen Förderung in Höhe von 115.000 Euro einen entsprechenden Beitrag zum Erfolg des Festivals und damit gleichzeitig auch für die Völkerverständigung in Europa leisten zu können.“

Foyer-Impression der Filmbühne Caligari Wiesbaden, © Foto: Diether v. Goddenthow
Foyer-Impression der Caligari  Filmbühne Wiesbaden, © Foto: Diether v. Goddenthow

Alle weiteren Informationen finden Sie unter https://www.filmfestival-goeast.de/de/

 

goEast 2018: Das Kino im Wandel Europas goEast Wettbewerb // Jury // Preise

Die FRATZE (TWARZ, POL, 2018) © GoEast
Die FRATZE (TWARZ, POL, 2018) © GoEast

Vorhang auf für Małgorzata Szumowskas FRATZE (TWARZ, POL, 2018) mit dem die 18. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden eröffnet. Der Film der polnischen Regisseurin läuft außer Konkurrenz, reiht sich aber nahtlos ein in das Wettbewerbsprogramm, dem Herzstück von goEast: gesellschaftskritisches, persönliches, episches und aberwitziges Kino aus Mittel- und Osteuropa. „Künstlerische Vielfalt, Mut und Originalität sind charakteristisch für unser Wettbewerbsprogramm“, sagt Festivalleiterin Heleen Gerritsen. „Trotz stärker werdendem Nationalismus in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas und zunehmender Rhetorik, die an den Kalten Krieg erinnert, sehe ich im dortigen Kino viele gegenläufige Tendenzen, so haben uns in diesem Jahr erstaunlich viele länderübergreifende Koproduktionen erreicht, darunter übrigens auch viele starke Filme von weiblichen Filmschaffenden.“ Alle Wettbewerbsbeiträge erzählen von Menschen, die in Zeiten des Wandels versuchen, ihre Identität zu behaupten.

Preise und Jury
Im Wettbewerb treten wie gewohnt 16 Filme gegeneinander an, zehn Spiel- und sechs Dokumentarfilme. 14 Beiträge feiern bei goEast ihre Deutschlandpremiere. Die international besetzte, fünfköpfige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise: die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis des Auswärtigen Amtes für kulturelle Vielfalt (4.000 Euro). 2018 übernimmt die Jury-Präsidentschaft die Oscar®-nominierte ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi. Weitere Jury-Mitglieder sind Gennady Kofman, der künstlerische Leiter des Docudays UA International Human Rights Documentary Film Festival aus der Ukraine, der slowakische Regisseur und Produzent Peter Kerekes, der polnische Filmschauspieler Mateusz Kościukiewicz und die in Russland geborene Filmemacherin, Drehbuchautorin und VJane Elena Tikhonova. Die FIPRESCI ist mit einer eigenen Jury vertreten und ehrt jeweils den besten Spiel- und den besten Dokumentarfilm mit dem Preis der Internationalen Filmkritik.

Das komplette Filmprogramm können Sie hier als PDF downloaden:
http://archiv.filmfestival-goeast.de/downloads/goEast_Program_2018_web.pdf

goEast Wettbewerb
Der polnische Beitrag ES WAR EINMAL IM NOVEMBER (PEWNEGO RAZU W LISTOPADZIE, POL, 2017) von Regisseur Andrzej Jakimowski nutzt dokumentarische Bilder der Warschauer Aufmärsche von Rechtsextremen und porträtiert vor diesem Hintergrund den sozialen Absturz einer Familie. Die aberwitzige Found-Footage-Satire UNSER NEUER PRÄSIDENT (OUR NEW PRESIDENT, RUS/USA, 2018) zeigt den US-amerikanischen Wahlkampf aus russischer Sicht, in einer Collage aus skurrilen Ausschnitten aus dem Staatsfernsehen und Youtube-Fragmenten. Regisseur Maxim Pozdorovkin drehte zuvor unter anderem den Dokumentarfilm PUSSY RIOT, A PUNK PRAYER.
Im Dokumentarfilm DIE ANDERE SEITE VON ALLEM (DRUGA STRANA SVEGA, SRB/FRA/QAT 2017) reflektiert Regisseurin Mila Turajlić das Erbe des serbischen Bürgerkriegs und verknüpft die Geschichte des Landes mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Der Film gewann 2017 den Hauptpreis beim IDFA, dem größten Dokumentarfilmfestival weltweit.
Der Debütfilm KOPFÜBER (STRIMHOLOV, UKR, 2017, Regie: Marina Stepanska) ist ein in der postrevolutionären Ukraine angesiedeltes, von Generationskonflikten durchwobenes, Drama, dessen Charaktere nach Liebe und Identität suchen. Noch ein Debütfilm: das kosovarisch-albanische LGBTQ-drama DIE EHE (MARTESA, RKS/ALB, 2017) von Regisseurin Blerta Zeqiri. Die Hauptfigur steht vor einer Lebensentscheidung: die eigene Sexualität weiterhin nach außen verleugnen und heiraten, oder dem früheren Geliebten ins Ausland folgen. „Albaner und Serben im Kosovo sind sich nur über eine Sache einig: Homosexuelle haben keinen Platz in ihrer Gesellschaft“, so die Regisseurin.
Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Spielfilm UNTER TAGE (RUDAR, SVN/DEU, 2017, Regie: Hanna Slak) stellt die Entdeckung eines 60 Jahre zurückliegenden Massakers in den Mittelpunkt. In der Hauptrolle: Leon Lučev. Das geschichtsträchtige Familiendrama AURORA BOREALIS (HUN, 2017) von Grande Dame Márta Mészáros, der 2017 die goEast Hommage gewidmet war, beginnt in der Gegenwart Österreichs und Ungarns, um dann eine filmische Reise zu unternehmen – zurück in die Zeit der sowjetischen Besatzung.
Auch andere Beiträge stellen ungewöhnliche Lebensläufe in ihren Mittelpunkt. Die schwarze Komödie DAS WUNDER (STEBUKLAS, LTU/BUL/POL, 2017, Regie: Eglė Vertelytė) spielt in der post-sowjetischen Trostlosigkeit der frühen 1990er Jahre. Das Leben von Kolchosleiterin Irena wird durch die plötzliche Ankunft eines Amerikaners durcheinander gewirbelt. Regisseur Bohdan Sláma tritt zum zweiten Mal an bei goEast: In seiner Tragikomödie DIE EISSCHWIMMERIN (BABA Z LEDU, CZE/SVK/FRA, 2017,) bricht Witwe Hana aus der Monotonie ihres tristen Alltags aus und entdeckt die Freude am winterlichen Eisschwimmens. Das dokumentarische EINE GEFANGENE FRAU (A WOMAN CAPTURED, HUN/DEU, 2017, Regie: Bernadett Tuza-Ritter) bietet verstörende Einblicke in den Alltag einer Haussklavin – mitten in Europa. Ein starkes Porträt, stellvertretend für die geschätzten 1,2 Millionen Sklavinnen und Sklaven in europäischen Privathaushalten. Im ungewöhnlichen Thriller SVETA (KAZ, 2017, Regie: Zhanna Issabayeva) legt eine gehörlose Russin im heutigen Kasachstan die Opferrolle ab und nimmt Rache an der Gesellschaft.
DIE TOTE NATION (TARA MOARTA, ROU, 2017, Regie: Radu Jude) fügt fotografische Porträts, Tagebucheinträge und Radioausschnitte eines jüdischen Arztes zu einer Collage über das Leben und den zunehmenden Antisemitismus in Rumänien in den Jahren 1937 bis 1946 zusammen. DER SAGENWALD(SENGIRE, LTU/EST/DEU, 2017) ist ein poetischer Naturfilm über das verborgene Leben in einem der wenigen Urwälder Europas. Regisseur und Kameramann Mindaugas Survila kommt dabei ganz ohne Musik und Kommentarstimme aus. In REZO (ZNAESH‘, MAMA, GDE YA BYL, RUS, 2017) fügen sich fantasievoll animierte Bilder zu einem Rausch, der das Leben in Georgien von Revaz „Rezo“ Gabriadze porträtiert, zusammen. Schillernde Figuren wie Stalin, Lenin und sogar ein deutscher Kriegsgefangener aus Wiesbaden treten in den Kindheitserinnerungen von Rezo auf. Regie führte Sohn Levan Gabriadze, produziert hat Timur Bekmanbetov.
Märchenhaft und düster geht es in NOVEMBER (EST/NDL/POL, 2017, Regie: Rainer Sarnet) zu. Ein heidnisches Dorf wird von Werwölfen, Geistern und der Pest heimgesucht, Schauspieler Dieter Laser (The Human Centipede) tritt in einer Nebenrolle als deutscher Adliger auf. Der vielfach ausgezeichnete Kameramann Mart Taniel drehte die Geschichte in kontrastreichem Schwarz-Weiß. Auch der russische Regisseur usbekischer Abstammung, Rustam Khamdamov, wählte Schwarz-Weiß für sein surreales Volksmärchen DER UNERSCHÖPFLICHE BEUTEL (MESHOK BEZ DNA, Russland 2017). Ryunosuke Akutagawas RASHOMON dient als Vorlage für die Erzählungen einer russischen Hofdame, die tief in einen mittelalterlichen Zauberwald führen, der gleichzeitig Tatort eines rätselhaften Mordes ist.

Die filmischen Erzählweisen des diesjährigen goEast Wettbewerbs sind genauso vielfältig wie die Gesellschaften aus denen sie entstammen. Ein spannendes Rennen ist garantiert!

goEast 2018: Die Zukunft des mittel- und osteuropäischen Kinos

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

goEast 2018: Die Zukunft des mittel- und osteuropäischen Kinos
East-West Talent Lab // Open Frame Award // OPPOSE OTHERING!

Frische Ideen, neue Technologien, zukünftige Formate: Das Nachwuchsprogramm von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films bietet jungen Filmtalenten auch in der 18. Ausgabe die Möglichkeit, neue Projekte zu entwickeln, sich zu vernetzen und mit Ideen auf sich aufmerksam zu machen, betont Festivalleiterin Heleen Gerritsen: „Die Nachwuchsförderung wird bei goEast seit langem großgeschrieben. Es freut uns zu sehen, dass ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Projekte umsetzen können und sich international durchsetzen. In diesem Jahr kommen zwei spannende Herausforderungen dazu: Wir haben das Spektrum der Projekte auf Virtual Reality ausgeweitet und widmen uns 2018 zudem nicht nur Regisseurinnen und Regisseuren, sondern auch anderen Nachwuchskräften der Filmbranche. goEast fördert damit Diversität in der Filmindustrie, nicht nur in Mittel- und Osteuropa, sondern auch in Deutschland“, so Gerritsen. Das East-West Talent Lab, der Open Frame Award und OPPOSE OTHERING! bündeln ihre Energien und bieten traditionell vielversprechende Ausblicke auf den Film von Morgen.

East-West Talent Lab
goEast fördert und vernetzt junge Film- und Kunstschaffende aus Mittel- und Osteuropa, der Rhein-Main-Region und ganz Deutschland. Die insgesamt dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer des East-West Talent Lab erwartet vom 19. bis 24. April ein vielseitiges Fortbildungsangebot: Vorträge zur Filmförderung, Podiumsdiskussionen zur Ausstrahlung und Förderung durch die großen Fernsehanstalten sowie eine Masterclass der Oscar®-nominierten, diesjährigen Jury-Präsidentin Ildikó Enyedi. „Wir freuen uns über den Einreichungsrekord im East-West Talent Lab“, betonte dessen Chefin Andrea Wink: „110 Bewerbungen aus 25 Ländern – das ist ein Plus von 20 Prozent und es bestätigt das große Interesse aus Mittel- und Osteuropa an unserem Nachwuchsprogramm.“
Ein Workshop bereitet die jungen Talente auf den fünfminütigen Pitch vor, bei dem 14 ausgewählte Projektideen, ob Kurzspiel- oder Dokumentarfilm, Animations-, Experimentalfilm oder Virtual Reality vorgestellt werden. Eine Jury bestehend aus Stefan Arsenijević (Regisseur, Drehbuchautor und Programmmanager von FIRST FILMS FIRST aus Belgrad, Serbien), Anna Berthollet (Sales & Festivalmanagerin bei Taskovski Films aus London, Großbritannien) und Holger Stern (Redakteur für Spielfilm-Koproduktionen bei ZDF/ARTE) kürt anschließend den Sieger des goEast Development Award, der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain vergeben wird. Das Siegerprojekt erhält ein Preisgeld in Höhe von 3.500 Euro.

goeastlogoOpen Frame Award für Virtual Reality
2018 erfindet sich der Open Frame Award neu: Erstmals konkurrieren acht experimentelle Virtual-Reality- und 360̊-Grad-Projekte aus Mittel- und Osteuropa sowie aus dem Rhein-Main-Gebiet um den von der BHF BANK Stiftung ausgelobten Open Frame Award. Der Wettbewerb wird zudem von der Adolf und Luisa Haeuser Stiftung für Kunst und Kulturpflege gefördert.

„Mit Virtual Reality beschreiten wir ganz neue Wege des Erzählens“, sagt Georgy Molodtsov, der die Ausstellung des Open Frame Awards in diesem Jahr kuratiert. „Das Schöne ist: Wir fangen alle bei Null an! Die Projekte entstehen also nicht nur in den großen Filmstudios, sondern auch mit kleinem Budget, in Ländern mit kleiner Filmindustrie. Kurz gesagt: Virtual Reality ist ein frischer Start!“ Besonders wichtig sei dabei, dass der Open Frame Award Künstlerinnen und Künstler aus Mittel- und Osteuropa international sichtbar macht mit Ausstellungen in Frankfurt und Wiesbaden.
Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus Julia Leeb (Filmemacherin, VR-Expertin und Fotografin aus München), Dmitri Vrubel (Künstler und Galerist) und Simon Ofenloch (Filmredaktion ARTE/ARTE Fiktion im ZDF) entscheidet über den Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Preises. Die Ausstellung wird vom 10. bis 16. April im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt am Main, und vom 19. bis 25. April im Museum Wiesbaden zu sehen sein.

OPPOSE OTHERING!
Ein weiteres Nachwuchsprojekt geht 2018 in die dritte Runde: OPPOSE OTHERING! In der von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) geförderten Sektion stehen ethisches Filmemachen und die Einbeziehung von Minderheiten in die audiovisuelle Industrie im Vordergrund, so Sektionsleiterin Rebecca Podlech: „Wir haben uns vorgenommen, in Deutschland und Osteuropa mit konkreten Handlungsvorgaben ein filmisches Umfeld zu entwickeln, in dem Minderheiten gleichberechtigt sind und Vielfalt respektiert wird. Akzeptanz, Solidarität und kreative Subversion sind dabei wichtige Elemente.“ Dazu werden nicht nur Regisseurinnen und Regisseure zum Programm eingeladen, sondern auch andere Nachwuchskräfte von Filmverleihfirmen, Festivals, Bildungsprojekten und Produktionsfirmen, die sich in Workshops und Diskussionsrunden über Diversität und die europäische Filmindustrie von morgen austauschen. Zusätzlich werden zwei Fallstudien vorgestellt. Im begleitenden Filmprogramm zeigt OPPOSE OTHERING! vier von goEast koproduzierte Tandemfilme, die in Wiesbaden Weltpremiere feiern: DOMASHNEE VIDEO (DEU, 2018), BOND (DEU, UKR, 2018), IN THE FRAME (DEU, FRA, MDA, ROU, 2018) und ANTIGONNA BOND (DEU, UKR, 2018). Filmerlebnisse, die Horizonte erweitern, sind hier garantiert!

Der Tatortkrimi „Stau“ holt den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2018 – Petra Schmidt-Schaller und Heino Ferch erhalten Auszeichnung als beste Darsteller

Gala-Abschluss-Foto der Krimi-Preisverleihung am 9.3.2018 mit allen Gewinnerinnen und Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Künstlern beim 18. Deutschen Fernsehkrimifestival in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden.   © Foto: Diether v. Goddenthow
Gala-Abschluss-Foto der Krimi-Preisverleihung am 9.3.2018 mit allen Gewinnerinnen und Gewinnern, Juroren, Mitarbeitern und Künstlern beim 18. Deutschen Fernsehkrimifestival in der Caligari-Filmbühne Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow

 

Die Auszeichnung als beste DarstellerIn erhalten Petra Schmidt-Schaller und Heino Ferch. Einen Sonderpreis für seine Gesamtleistung bei der Produktion „Das Verschwinden“ geht an Hans-Christian. Den von der Publikums-Jury ausgewählten Publikumspreis gewinnt „Ein Kind wird gesucht“.

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 ist der Film „Tatort – Stau“ (SWR).

Szene aus dem Tatort Stau "Polizeikontrolle auf der Stuttgarter Weinsteige". © SWR
Szene aus dem Tatort Stau „Polizeikontrolle auf der Stuttgarter Weinsteige“. © SWR

Der Gewinner des Deutschen FernsehKrimi-Preises 2018 ist der Film „Tatort – Stau“ (SWR). „Die Tatort-Folge Stau präsentiert innerhalb eines klassischen Krimiformats ein faszinierendes Figuren-Ensemble in einer ungewöhnlichen Geschichte, die den Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann zieht. Im alltäglichen Setting des Staus entfaltet sich eine dramatische Ermittlung unter Zeitdruck zu einem unterhaltsamen und poetischen Kaleidoskop menschlicher Geschichten, die das Buch von Daniel Bickermann und Dietrich Brüggemann bis ins Detail authentisch und liebevoll zeichnet,“ begründet die Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018, das zurzeit in Wiesbaden stattfindet, ihre Entscheidung.

v.l. Hanna Doose, Laudatorin, Bärbel Schäfer, Moderatorin des Abends, Franziska Specht, Produzentin und Dietrich Brüggemann , Regisseur.  © Foto: Diether v. Goddenthow
v.l. Hanna Doose, Laudatorin, Bärbel Schäfer, Moderatorin des Abends, Franziska Specht, Produzentin und Dietrich Brüggemann , Regisseur. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Mittelpunkt der Produktion mit den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) steht die Aufklärung einer Fahrerflucht in einem Stau. Die Regie führte Dietrich Brüggemann, der gemeinsam mit Daniel Bickermann auch das Drehbuch geschrieben hat. Als Preis erhält das Filmteam 1.000 Liter (1200 Flaschen) Wein, gesponsert vom Weingut Udo Ott, Grorother Hof in Wiesbaden-Frauenstein.

Die  beste Darstellerin

Petra Schmidt-Schaller, hier in der Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1).© SAT 1
Petra Schmidt-Schaller, hier in der Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1).© SAT 1

Als beste Darstellerin zeichnete die Jury Petra Schmidt-Schaller für Ihre Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler „Keine zweite Chance“ (Sat.1) aus. Die Ärztin verliert bei einem Überfall ihren Mann, ihr Kind wird entführt, sie selber hat nach mehreren Tagen Koma keine Erinnerung an das Ereignis. „Petra Schmidt-Schaller liefert, in ‚Keine zweite Chance‘ einen beeindruckenden Einblick in das Seelenleben einer jungen Mutter, deren familiäres Glück auf einen Schlag zerstört wird. Ihr Spiel entwickelt dadurch ungeheure Kraft, dass sie der Versuchung widersteht, sich der Tragik ihrer Figur zu ergeben. Mit wohldosierten Mitteln zeigt sie ein komplexes Geflecht von Emotionen, das beim Zuschauer eine enorme Sogwirkung entfaltet und in jeder Sekunde glaubwürdig ist,“ lobt die Jury.

Bester Darsteller

Heino Ferch, bester Darsteller mit seiner Rolle im Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) © Foto: Diether v. Goddenthow
Heino Ferch, bester Darsteller mit seiner Rolle im Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) © Foto: Diether v. Goddenthow

Den Preis als bester Darsteller erhält Heino Ferch für seine Rolle in dem Drama „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE). In dem Film nach einer wahren Begebenheit spielt er den Kommissar Ingo Thiel, der mit seinem Team in einer langwierigen und zermürbenden Ermittlung fünf Monate lang nach dem zehnjährigen Mirco sucht. Die Jury zeichnet den Schauspieler mit den folgenden Worten aus: „Heino Ferchs Kommissar Ingo Thiel führt den Zuschauer durch einen bewegenden Film, der präzise und detailliert die mühselige und oft frustrierende Arbeit der Polizei zeigt. Mit seinem zurückgenommenen Spiel stellt er sich in den Dienst der Geschichte wie ein Polizist in den Dienst der Ermittlungen und öffnet dem Seite 2 von 3 Zuschauer den Freiraum, eigene Emotionen zu entwickeln. Dabei verleiht Heino Ferch seiner Figur eine hohe Authentizität, die über den gesamten Film hinweg fesselt.“

Sonderpreis für beste Gesamtleistung

Szene aus: „Das Verschwinden“  © (BR/ARD Degeto/NDR/SWR)
Szene aus: „Das Verschwinden“ © (BR/ARD Degeto/NDR/SWR)

Einen Sonderpreis für seine Gesamtleistung (Regie, Buch und Produktion) bei der Produktion der Serie „Das Verschwinden“ (BR/ARD Degeto/NDR/SWR) erhält HansChristian Schmid. Im Mittelpunkt der Produktion steht die alleinerziehende Michelle Grabowski (Julia Jentsch), die auf eigene Faust ihre 19-jährige Tochter Janine (Elisa Schlott) sucht. Je länger sie recherchiert, desto mehr fängt sie an zu zweifeln, ob Janine überhaupt gefunden werden möchte. „Die Miniserie ‚Das Verschwinden‘ besticht durch ihren atmosphärisch dichten Gesamteindruck, der sich in der herausragenden schauspielerischen Qualität des Ensembles ebenso zeigt wie in den präzisen Milieu- und Figurenbeschreibungen des Drehbuches oder der stimmigen Ausstattung. Hans-Christian Schmid hat eine eindrückliche Filmerzählung geschaffen, die als Ganzes ebenso in Erinnerung bleibt wie in vielen Details,“ lautet die Begründung der Jury.

Der Publikumspreis und der Preis für „Deutschlands spannendsten Fernsehkrimi-Drehbuchnachwuchs“

Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers wählte den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) hier mit Produzent und  Darstellern. © Foto: Diether v. Goddenthow
Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers wählte den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) hier mit Produzent. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Publikumsjury des Wiesbadener Kuriers hat sich für den Film „Ein Kind wird gesucht“ (ZDF/ARTE) als Preisträger entschieden. „Unser Siegerfilm zeichnet sich durch ein hohes Maß an Spannung und Emotionalität aus,“ so die Jury aus Leserinnen und Lesern des Wiesbadener Kuriers. „Die akribische und beharrliche Polizeiarbeit wird realistisch dargestellt. Hervorragende Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen den Umgang der Opfer mit ihrem Leid und lösen bei den Zuschauern große Betroffenheit aus, der Film zeigt aber auch die Wege auf, mit denen die Familie ihren schweren Schicksalsschlag bewältigt.“

Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“

Der Preis „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ erhielt  Jonas Dokarzek für sein Exposé „Aschenbach“,  mit Moderatorin Bärbel Schäfer und  Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH (r.).© Foto: Diether v. Goddenthow
Der Preis „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ erhielt Jonas Dokarzek für sein Exposé „Aschenbach“, mit Moderatorin Bärbel Schäfer und Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH (r.).© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Preis für „Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs“ geht an Jonas Dokarzek für das Exposé „Aschenbach“. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Der Autor Jonas Dokarzek ist 20 Jahre jünger als sein Protagonist, der Dorfpolizist Weiland, aber die Jury war fasziniert, wie genau er seine Hauptfigur kennt. Der Kulisse, dem 500- Seelen-Dorf Aschenbach, irgendwo in einem deutschen Grenzgebiet, verleiht er eine spürbar intensive, fast mythische Atmosphäre. Sein Exposé erinnert an einen Krimi-Noir, der mit so vielen Ideen angereichert ist, dass er Appetit auf mehr macht.“ Eine lobende Erwähnung bekommt Vanessa Aab. „Ihre Geschichte ‚Wenn der Kreis sich schließt‘ ist schon jetzt überzeugend und weit entwickelt. Der Autorin gelingt es, in einer dichten Atmosphäre grundsätzliche Fragen über Schuld und Verantwortung zu stellen,“ lobt die Jury. Der Gewinner des Preise entwickelt sein Exposé unterstützt von TOP:Talente e. V., einem Verband von Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren, bis zum Treatment weiter und wird es im Herbst bei einem Pitch-Workshop in Baden-Baden präsentieren.

Die Verleihung des Deutschen FernsehKrimi-Preises findet am Freitag, 9. März, in der Caligari FilmBühne statt. Durch den Abend führt die Moderatorin Bärbel Schäfer. Die Musik kommt in diesem Jahr von dem Tenor Mads Elung-Jensen und Dirk Rave mit seinem Akkordeon.

In der Jury des diesjährigen Deutschen FernsehKrimi-Festivals 2018 entschieden die Regisseurin und Drehbuchautorin Hanna Doose, die Produzentin Roswitha Ester, der Schriftsteller und Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Volker Kutscher, der SchauspielerInnen Alexander Schubert und die Schauspielerin Dennenesch Zoudé über die Preisträger.

In der Jury des Wettbewerbs „Deutschlands spannendster FernsehkrimiDrehbuchnachwuchs“ waren der Drehbuchautor Christoph Busche, Sandra Duschl von der HessenFilm und Medien GmbH und die Agentin Bernadette Langers (Verlag der Autoren).

Die zehn Wettbewerbsfilme, die von einer Vorjury aus über 60 Einsendungen nominiert wurden, waren vom 6. bis 8. März in der FilmBühne Caligari in Wiesbaden zu sehen.

Den Abschluss des Festivals bildet am Samstag, 10. März, ab 19.30 Uhr, wieder die „Lange FernsehKrimi-Nacht“. Bis zum Morgen des 11. März werden noch einmal alle zehn Wettbewerbsbeiträge in der Caligari FilmBühne zu sehen sein.

Heino Ferch trägt sich  ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden ein in Beisein von; Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und Kulturdezerent Axel Imholz, der die Gala eröffnet hatte. © Foto: Diether v. Goddenthow
Heino Ferch trägt sich ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Wiesbaden ein in Beisein von; Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel und Kulturdezerent Axel Imholz, der die Gala eröffnet hatte. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden mit Unterstützung durch die HessenFilm und Medien GmbH und den Hessischen Rundfunk, in Kooperation mit dem Medienzentrum Wiesbaden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Literaturhaus Villa Clementine, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und dem Wiesbadener Kurier.

Deutsches Fernsehkrimifestival mit Tatort „Unter Kriegern“ eröffnet – Filmgespräch mit Volker Kutscher – Rotes Rauschen Caligari-Foyer-Ausstellung

Begeisterte Zuschauer in der übervollen Caligari-Filmbühne bei der Eröffnung des 14. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals mit dem Tatort "Unter Kriegern". © Foto: Diether v. Goddenthow
Begeisterte Zuschauer in der übervollen Caligari-Filmbühne bei der Eröffnung des 14. Deutschen Fernsehkrimi-Festivals mit dem Tatort „Unter Kriegern“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gestern Abend eröffneten Festivalleiterin Cathrin Ehrlich, Staatssekretär Patrick Burghardt und Kulturdezernent Axel Imholz das 14. Deutsche FernsehKrimi-Festival 6. bis 11. März. Zur Eröffnung war in der Caligari Filmbühne die hessische Tatortproduktion „Unter Kriegern“ unter der Regie von Hermine Huntgeburth mit den Frankfurter Kommissaren als Preview zu sehen. Margarita Broich und Wolfram Koch ermittelten als Kommissare Anna Janneke und Paul Brix in einem Frankfurter Sportleistungszentrum. Bei der Suche nach dem Mörder des kleinen Malte Rahmani erlebten die Zuschauer im ausverkauften Caligari den Alltag in dem Leistungszentrum, das von Joachim Voss äußerst streng und leistungsorientiert geführt wird. Dies hat auch Auswirkungen auf seinen zwölfjährigen Sohn und seine Frau Mia.

Filmgespräch mit Margarita Broich, Golo Euler, Stefan Konarske,   Lili Kobbe u. Liane Jessen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Filmgespräch mit Margarita Broich, Golo Euler, Stefan Konarske, Lili Kobbe u. Liane Jessen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Zur Filmvorführung waren die DarstellerIn Margarita Broich, Golo Euler und Stefan Konarske, der Drehbuchautor Volker Einrauch, HR-Fernsehspielchefin Liane Jessen und HR-Redakteurin Lili Kobbe anwesend und nahmen anschließend an einem Filmgespräch teil.
Filmgespräch mit Volker Kutscher und Kat Menschik

Kat Menschik und Volker Kutscher im Filmgespräch und mit Lesungen aus dem Roman "Moabit", der die Zuschauer in die Welt der Gangster-Vereine des Berlins der 20er Jahre entführt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kat Menschik und Volker Kutscher im Filmgespräch und mit Lesungen aus dem Roman „Moabit“, der die Zuschauer in die Welt der Gangster-Vereine des Berlins der 20er Jahre entführt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bereits am 1.März 2018 hatten der diesjährige Wiesbadener Krimistipendiat und Bestsellerautor Volker Kutscher in einem Filmgespräch und Lesung mit Illustratorin Kat Menschik in der Filmbühne Caligari den Auftakt zum Wiesbadener KrimiMärz gegeben. Dabei ging es um die Figur des Kommissars Gereon Rath, der auf vielfältige Weise in den Romanen von Volker Kutscher, den Zeichnungen von Kat Menschik oder in der international erfolgreichen Fernsehserie „Babylon Berlin“ von Tom Tykwer . präsent ist.
Mit der Erfindung des Kommissars Gereon Rath ist ein wahrer Coup gelungen. An diesem Abend stellte Volker Kutscher sich, seine Kunstfigur, den Kommissar ,sowie sein Werk vor. Kat Menschik versteht es, Kutschers düstere Berlinansichten der 20er Jahre mit ebensolchen Bildern im Retro- und Reklame-Look der 20er Jahre zu bereichern.

Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine begrüßte Illustratorin Kat Menschik und Krimistipendiat und Bestseller-Autor Volker Kutscher. © Foto: Diether v. Goddenthow
Susanne Lewalter, Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine begrüßte Illustratorin Kat Menschik und Krimistipendiat und Bestseller-Autor Volker Kutscher. © Foto: Diether v. Goddenthow

Volker Kutscher lebt und arbeitet als diesjähriger Krimistipendiat vier Wochen lang in der Villa Clementine in Wiesbaden. Er schreibt einen von seinem Aufenthalt inspirierten Kurzkrimi und wirkt in der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals mit.

„Rotes Rauschen“ – Foyer-Ausstellung

 Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in ihre Foto- Arbeiten ein.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in ihre Foto- Arbeiten ein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ein Highlight war auch die Eröffnung der Ausstellung „Rotes Rauschen“ am 4.März, die noch bis zum–17. MÄRZ 2018 im Foyer der Caligari Filmbühne zu sehen ist. Prof. Martin Liebscher und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main um Prof. Martin Liebscher und Clemens Mitscher führten in die Arbeiten, die unter dem Motto „Tatorte“ stehen, ein. „Rotes Rauschen“ heißt das Projekt des Grundlagenkurses und ist eine Spurensuche, inspiriert von der Auseinandersetzung mit Bildern von Tatorten und ihrer fotografischen wie filmischen Umsetzung.

Weitere Infos zum Fernsehkrimifestival und KrimiMärz

Fernsehkrimifestival-Programm

„Wiesbadener KrimiMärz“ startet am 1. März mit Volker Kutscher im Caligari – Gesamt-Programm

Logo-Krimimaerz-2018-farbeDer „Wiesbadener KrimiMärz“ lädt vom 1. bis 25. März zu einem vielseitigen Programm mit rund 20 Lesungen, Filmen, Gesprächsrunden, einem literarischen Krimiquartett, Theaterabenden, einer Ausstellung und kulinarischen Lesungen ein. Dabei stehen mit dem Themenschwerpunkt „Rückblende“ brisante gesellschaftspolitische Fragen zur Diskussion.

Der „Wiesbadener KrimiMärz“ startet in diesem Jahr unter dem Thema „Rückblende“ im Berlin der Zwanziger Jahre. In der Caligari Filmbühne dreht sich mit Volker Kutscher und Kat Menschik alles um Kommissar Gereon Rath. In der darauffolgenden Veranstaltung geht es nach Frankreich, wenn Robert Hültners Kommissar Lazare in gleich drei Fällen auf einmal ermittelt und dabei Verbindungen zwischen Front National und NSU hergestellt. International wird es beim Literarischen Krimi-Quartett. Bereits die in den ersten Veranstaltungen des KrimiMärz vorgestellten Titel fesseln den Leser nicht nur durch einen vielschichtigen Krimiplot, sondern auch durch die aufscheinenden Verbindungen zwischen Historie und Gegenwart. Brisante Fragen können dadurch aus einem neuen Blickwinkel betrachtet werden – ein besonderer Reiz zeithistorischer Kriminalromane, den auch das literarische Krimi-Quartett diskutiert.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Zum Auftakt des Festivals, das vom Literaturhaus in Zusammenarbeit mit der Caligari Filmbühne, dem Deutschen FernsehKrimi-Festival und anderen Partnern veranstaltet wird, entführen Volker Kutscher & Kat Menschik am Donnerstag, 1. März, um 19.30 Uhr in der Caligari Filmbühne ins Universum Gereon Rath. Das Gespräch mit ihnen führt Ulrich Sonnenschein (hr2). Volker Kutscher ist diesjähriger Krimistipendiat der Stadt Wiesbaden und gehört mit seiner Ermittlerfigur Gereon Rath seit einigen Jahren zu den bekanntesten Autoren zeithistorischer Kriminalromane. Die in der Weimarer Republik angesiedelte Reihe umfasst bereits sechs Romane sowie ein von der Illustratorin Kat Menschik gestaltetes Prequel. Die Serienadaption „Babylon Berlin“ erhielt vier Trophäen beim Deutschen Fernsehpreis 2018.

Das Literarische Quartett kennt jeder – beim KrimiMärz wird es am Samstag, 3. März, um 19.30 Uhr im Literaturhaus zum „Krimi-Quartett“. Mit viel Begeisterung und Fachwissen diskutieren die bekannten Kritiker Margarete von Schwarzkopf, Ulrich Noller und Thomas Wörtche über das Phänomen des historischen Krimis. Wanja Mues – bekannt als Privatdetektiv in „Ein Fall für zwei“ – liest spannende Passagen aus den aktuellen Werken der Altmeister John le Carré und Robert Harris sowie der Newcomer Viet Thanh Nguyen und Alex Beer. Auch Musik darf an dem Abend nicht fehlen: „Swing Guitars“ sorgen für die passende Stimmung.

Robert Hültner – dreifacher Träger des Deutschen Krimipreises – stellt am Mittwoch, 7. März, um 19.30 Uhr im Gespräch mit Hannes Hintermeier (FAZ) seine neue Ermittlerfigur im Literaturhaus vor. Große Bekanntheit erlangte Hültner mit seinem Kommissar Kajetan, nun meldet er sich mit dem in Frankreich ermittelnden Kommissar Lazare zurück. Im ersten Roman muss sich der Einzelgänger gleich durch drei Fälle gleichzeitig kämpfen. Kunstvoll verschachtelt Hültner den Mord an einem Sinto, eine Serie von Anschlägen in einem Bergdorf sowie den Komplott um einen aus Bayern geflüchteten Polizistenmörder. Die passende Atmosphäre schafft Michaela Dietl durch ihr Akkordeonspiel.

Das Programm:

© Foto: atelier-Goddenthow
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• Donnerstag, 1. März, 19.30 Uhr, Volker Kutscher und Kat Menschik – „Das Universum Gereon Rath“ in der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930 (plus VVG) und an der Kinokasse im Caligari (täglich 17 bis 20.30 Uhr) oder unter reservierung-caligari@wiesbaden.de, online unter www.wiesbaden.de/krimimaerz.
• Samstag, 3. März, 19.30 Uhr, „Literarisches Krimi-Quartett“ mit Margarete von Schwarzkopf, Ulrich Noller, Thomas Wörtche & Wanja Mues im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808, online unter www.wiesbaden.de/krimimaerz. An der Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro, ermäßigt 11 Euro.
• Mittwoch, 7. März, 19. Uhr, Robert Hültner liest im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, „Lazare und der tote Mann am Strand“. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist Information Wiesbaden, Marktplatz 1, Telefon (0611) 1729930; TicketBox in der Wiesbadener Galeria Kaufhof, Kirchgasse 28, Telefon (0611) 304808, online unter www.wiesbaden.de/krimimaerz.