Kategorie-Archiv: Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Wiesbaden Biennale 2022 versteht sich als ein interdisziplinäres Fest aller Künste – vom 1. bis 11. September im Hessischen Staatstheater

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Ganz im Woken Zeitgeist und mit „ausdrücklich keiner einzigen deutschen Produktion“ findet nach dreijähriger Pause die Wiesbaden Biennale 2022 zum Saison-Auftakt im Herbst, vom 1. – 11. September, im Hessischen Staatstheater statt. Mit Kilian Engels, dem langjährigen Leiter des Münchner Festivals „radikal jung“ und Chefdramaturg am Münchner Volkstheater, konnte ein renommierter neuer Festivalmacher verpflichtet werden, der die Wiesbaden Biennale im Umfeld so genannter neuer Realitäten und hochaktueller Diskurse ausrichtet: postnational, postkolonial, postdigital und postpandemisch.

In den 11 Festival-Tagen stehen über 50 Veranstaltungen, 17 internationale, transdisziplinäre Produktionen, darunter die Uraufführungen eines interaktiven Film-Screenings des kenianischen Kollektivs The Nest, das in diesem Jahr auch auf der documenta zu sehen ist, auf dem Programm. Es soll auch später in Kenia gezeigt werden. Ausgangs- und Bezugspunkt der Biennale ist das Hessische Staatstheater Wiesbaden, das mit seiner prunkvollen wilhelminischen Architektur, als Symbol für „ein in Stein gehauenes Statement für das weiße Patriarchat“ die Bühne bildet für einen Themen-Diskurs rund um DECOLONIZE und DIVERSITY. Geschlechterrollen? Schon lange nicht mehr verbindlich…

Das Hessische Staatstheater mit seiner prunkvollen wilhelminischen Architektur sei quasi ein in Stein gehauenes Statement für das weiße Patriarchat, für den weißen Mann,  für Militarismus, Kolonialismus und Imperialismus. Das sei der ideale Ort für ein Festival im historischen Zusammenhang, „um sozusagen ein stärkeres Bewusstsein für postkoloniale Themen zu schaffen“, so Biennale-Kurator Kilian Engels auf der Programm-Pressekonferenz. © Foto Diether v. Goddenthow
Das Hessische Staatstheater mit seiner prunkvollen wilhelminischen Architektur sei quasi ein in Stein gehauenes Statement für das weiße Patriarchat, für den weißen Mann, für Militarismus, Kolonialismus und Imperialismus. Das sei der ideale Ort für ein Festival im historischen Zusammenhang, „um sozusagen ein stärkeres Bewusstsein für postkoloniale Themen zu schaffen“, so Biennale-Kurator Kilian Engels auf der Programm-Pressekonferenz. © Foto Diether v. Goddenthow

Die Wiesbaden Biennale 2022 versteht sich als ein interdisziplinäres Fest aller Künste. Die Produktionen operieren dabei, so die Veranstalter, im Kontext sich überlagernder Diskurse wie wachsender Nationalismus, Rassismus und erstarkende imperialistische Politik und Kriegsführung, Afro- Feminismus, LGBTQ+, Diversität, Transgender, sexueller Fluidität, Black Lives Matter, #MeToo, Klimawandel und anderer aktueller Themen. Festivals wie die Wiesbaden Biennale erweiterten „unseren Horizont und geben den Blick frei auf die bestehende Diversität in Gesellschaft und Kultur. Wir leben in Zeiten, in denen unterschiedliche Kulturen und Identitäten eine bereichernde Rolle spielen.“, so die Veranstalter.  Eine offene und plurale Gesellschaft wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen und aktuellen politischen Prozessen immer wieder anders formuliert. Die Wiesbaden Biennale gäbe dieser Pluralität Raum. Sie bringe Menschen miteinander ins Gespräch und fördere die Toleranz gegenüber anderen Lebensformen, Ansichten, sexueller Orientierung und Identitäten. Eine offene Gesellschaft erfordert Respekt voreinander und die Akzeptanz von Vielfalt. Dafür stehe das Programm der Wiesbaden Biennale 2022. Zu Gast sind Produktionen u.a. vom Schauspielhaus Zürich, HAU Hebbel am Ufer, Théâtre de la Ville de Paris, Festival d’ Automne, Charleroi danse, Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Tanzquartier Wien.

Biennale-Kurator Kilian Engels: "Es ist nicht didaktisch gemeint, Man muss sich vielleicht Mühe geben, es zu erklären. Wir sind hier um Vielfalt und Unterschiede zu feiern, das ist das, was wir wollen." Es gibt ausschließlich ausländische Produktionen, die zumeist deutsch übertitelt werden.© Foto Diether v. Goddenthow
Biennale-Kurator Kilian Engels: „Es ist nicht didaktisch gemeint, Man muss sich vielleicht Mühe geben, es zu erklären. Wir sind hier um Vielfalt und Unterschiede zu feiern, das ist das, was wir wollen.“
Es gibt ausschließlich ausländische Produktionen, die zumeist deutsch übertitelt werden.© Foto Diether v. Goddenthow

Schwerpunkte bilden in diesem Jahr Tanz-, Performance- Film-, Video- und Kunst-Produktionen. Unter dem historischen Deckenfresko des Theater-Foyers, das nach Ansicht des Kurators „die patriarchalische Sicht des weißen Mannes auf die Frau als Objekt der Begierde feiere“, präsentiert Rébecca Chaillon ihre Performance „Whitewashing“, die das ambivalente Spannungsverhältnis der Schwarzen Frau in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft schildert. Ein weiteres Highlight ist, die in diesem Jahr mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnete Produktion des transmaskulinen Film- und Performance-Künstlers Samira Elagoz, sowie der Auftritt der feministischen, chilenischen Frauen-Aktivistengruppe LASTESIS, die weltweit Millionen von Followern in den sozialen Netzwerken hat und bei der Wiesbaden Biennale live in der Stadt auftreten wird.

Die neue Homepage mit dem kompletten Programm wird am 1. Juni online freigeschaltet unter www.wiesbaden-biennale.eu. Der Vorverkauf startet am 2. Juni. Karten können an der Theaterkasse des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (nicht in den Theater Ferien vom 25.07.-28.08.) und durchgehend online erworben werden.

Die Wiesbaden Biennale bietet sicherlich  einmal mehr die Chance, zu vielen heißdiskutierten woken Fragen unserer Zeit  eine andere Perspektive  einzunehmen und live dabei zu sein. Es ist sei nicht pädagogisch gemeint, sondern rein künstlerisch, versichert der Kurator.  Es ist ein Festival des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Wiesbaden sowie den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Wiesbaden Biennale 2022 vom 1. – 11. September – Das Theater- u. Kunstfestival erstmals wieder seit drei Jahren

wiesbadener-biennale-2022-logoNach dreijähriger Pause findet die Wiesbaden Biennale 2022 vom 1. – 11. September 2022 statt. Mit Kilian Engels, dem langjährigen Leiter des Münchner Festivals „radikal jung“, konnte ein renommierter Theater- und Festivalmacher verpflichtet werden, der die Wiesbaden Biennale im Umfeld neuer Realitäten und hochaktueller Diskurse ausrichtet: postnational, postkolonial, postdigital und postpandemisch.

In den 11 Festival-Tagen stehen über 30 Veranstaltungen, darunter die Uraufführungen von den Projekten des The NEST-Kollektivs, zahlreiche, erstmals in Deutschland zu sehende, internationale Produktionen und Gastspiele auf dem Programm. Zu Gast sind Projekte vom Schauspielhaus Zürich, HAU Hebbel am Ufer, Théâtre de la Ville de Paris, Festival d’ Automne, Charleroi danse, Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Tanzquartier Wien. Schwerpunkte bilden in diesem Jahr Tanz-, Performance- und Kunst-Produktionen. Darunter sind solche von Trajal Harrell (USA), der Choreographin und Künstlerin Alexandra Bachzetsis (CH/GR), eine Video- und Film Performance der diesjährigen documenta-fifteen-Teilnehmer The NEST aus Kenia und die 2022 von der Theater Biennale in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnete Produktion des transmaskulinen Film- und Performance-Künstlers Sam Elagoz.

Die Wiesbaden Biennale 2022 versteht sich als ein interdisziplinäres Festival aller Künste.
Die Produktionen operieren dabei im Kontext sich überlagernder Diskurse wie wachsender Nationalismus, Rassismus und erstarkende imperialistische Politik und Kriegsführung, Afro-Feminismus, LGBTQ+, Diversität, Transgender, sexueller Fluidität, Black Lives Matter, #MeToo, Klimawandel und anderer aktueller Themen.

Festivals wie die Wiesbaden Biennale erweitern unseren Horizont und geben den Blick frei auf die bestehende Diversität in Gesellschaft und Kultur. Wir leben in Zeiten, in denen unterschiedliche Kulturen und Identitäten eine bereichernde Rolle spielen. Eine offene und plurale Gesellschaft wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen und aktuellen politischen Prozessen immer wieder anders formuliert. Die Wiesbaden Biennale gibt dieser Pluralität Raum. Sie bringt Menschen miteinander ins Gespräch und fördert die Toleranz gegenüber anderen Lebensformen, Ansichten, sexueller Orientierung und Identitäten. Eine offene Gesellschaft erfordert Respekt voreinander und die Akzeptanz von Vielfalt. Dafür steht das Programm der Wiesbaden Biennale 2022

Die neue Homepage mit dem kompletten Programm wird am 1. Juni online freigeschaltet unter www.wiesbaden-biennale.eu. Der Vorverkauf startet am 2. Juni. Karten können online und an der Theaterkasse des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden erworben werden (auch in den Theaterferien).

Die Spielzeit 2022.2023 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

In der neuen Spielzeit stehen in der Opernsparte sechs Neuinszenierungen und neun Wiederaufnahmen auf dem Programm. Mit der modernen Oper »Oryx and Crake« nach dem Roman der kanadischen Autorin Margaret Atwood präsentiert das Hessische Staatstheater Wiesbaden ein Auftragswerk des Komponisten Søren Nils Eichberg, der bereits 2017 mit »Schönerland« eine Oper für das Hessische Staatstheater Wiesbaden geschrieben hat. Einen Premieren-Doppelabend gibt es mit Janáčeks Opern »Die Sache Makropolus« und »Aus einem Totenhaus«. Es ist das erste Mal, dass die beiden letzten Opern Janáčeks als Tableau menschlicher Existenz miteinander verwoben werden. Regie führt Nicolas Brieger. Die Märchenoper »Rusalka« des böhmischen Komponisten Antonín Dvořák wird von Olesya Goloveneva, die auch die Titelrolle singt, in Zusammenarbeit mit der Regisseurin und Bühnenbildnerin Daniela Kerck inszeniert. Mit Beethovens »Fidelio«, gibt auch Evelyn Herlitzius, eine der herausragenden LeonorenInterpretinnen, ihr Regiedebüt. Beide Inszenierungen werden die Werke aus der Sicht der weiblichen Protagonistinnen erzählen. Außerdem wird Franz Lehárs Operette »Die lustige Witwe« in einer Neuinszenierung aufgeführt.

Die Schauspielsparte bietet elf Neuinszenierungen. Die Spielzeit 2022.2023 beginnt mit William Shakespeares »Ein Sommernachtstraum« im Großen Haus. Es folgt ein moderner Klassiker mit brandaktuellem Inhalt: »Hiob« von Joseph Roth, inszeniert von Henriette Hörnigk, die bereits bei der Trilogie »Die Küste Utopias« und »Der fröhliche Weinberg« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden Regie führte. Auf zwei Uraufführungen kann sich das Wiesbadener Publikum freuen: »Digitales Feuer«, ein Auftragswerk des Hessischen Staatstheaters, das sich um Revolutionen und Aktivismus im digitalen Zeitalter dreht und vom Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler entwickelt wird und »Die Besetzung der Dunkelheit« nach dem gleichnamigen Roman von Bachtyar Ali, inszeniert von Ihsan Othman, der bereits »Satanische Verse« in Wiesbaden in Szene setzte.

Das Hessische Staatsorchester ist in insgesamt acht Sinfoniekonzerten zu erleben. Am Konzertpult stehen fünf Dirigent:innen: Johannes Klumpp, Michael Güttler, Alexander Joel, Yoel Gamzou und Keri-Lynn Wilson. Albert Horne übernimmt zusätzlich zu seiner Position als Chordirektor auch die Position des Koordinierenden Musikalischen Direktors. Im Mittelpunkt stehen neue Werke von Komponist:innen wie Kränzle, Saariaho und Montsalvatge. Außerdem werden Kompositionen von Beethoven, Glinka, Bruckner, Brahms, Mussorgski, Tschaikowski, Grieg, Janáček, Elgar, Mahler, Strauss, Sibelius, Rachmaninow, Ravel, Strawinsky, Milhaud und Schostakowitsch zu hören sein.

Das Konzertprogramm wird außerdem neben der gewohnt vielfältigen Kammermusikreihe mit einem neuen Format bereichert: Insgesamt sieben Lieder-Soireen lassen im Foyer die Tradition der Salons des 19. Jahrhunderts wieder aufleben.

Das Hessische Staatsballett zeigt in der Spielzeit 2022.2023 vier Neuinszenierungen. »Gerade NOW« befasst sich mit dem hier und jetzt. Vom kreativen Experiment bis zum existenziellen Statement reichen die Tanzpositionen in dem zeitgenössischen Abend »gerade NOW«.»V/ERTIGO« ist ein Doppeltanzabend, hier ist »Skid« nach der für den Theaterpreis »Der Faust« 2017 nominierten Choreografie »Thr(o)ugh« die zweite Zusammenarbeit des Hessischen Staatsballetts mit dem belgischen Ausnahmechoreografen Damien Jalet. Zwei zeitgenössische Tanzpositionen sind im Doppelabend »Timelessness« zu erleben. Außerdem gehen Mitglieder des Staatsballetts mit dem Startbahn-Projekt »Fluxus« in die nächste Runde.

Im Jungen Staatstheater gibt es in der Spielzeit 2022.2023 neun Premieren – vier im Jungen Schauspiel, ein Weihnachtsmärchen, zwei Musicals und zwei Konzerte. Hervorzuheben ist die Stückentwicklung von Hannah Biedermann »Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium« für Jugendliche ab 12 Jahren. Außerdem das Stück »Schnecke durch die Hecke« vom preisgekrönten Autor Jens Raschke rund um das Thema »Anderssein«, das am JUST Wiesbaden uraufgeführt wird.

Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Großen Haus für die gesamte Spielzeit 2022.2023 beginnt am 28. April 2022. Der Vorverkauf für die September-Vorstellungen in den kleinen Spielstätten beginnt am 5. Juli 2022. Während der Theaterferien ist die Theaterkasse vom 25. Juli bis 28. August 2022 geschlossen.

II. Oper Premieren in der Spielzeit 2022.2023

Fidelio
Ludwig van Beethoven (1770 –1827)
Oper in zwei Akten in deutscher Sprache mit Übertiteln. Libretto: Joseph Sonnleitner und Stephan von Breuning, Uraufführung: 1814 in Wien PREMIERE: 16. Oktober 2022
Musikalische Leitung Will Humburg, Inszenierung Evelyn Herlitzius, Bühne & Kostüme Frank Philipp Schlößmann, Chor & Extrachor Albert Horne, Licht Andreas Frank, Dramaturgie Constantin Mende Besetzung: Leonore Barbara Haveman, Florestan Marco Jentzsch, Don Pizarro KS Thomas de Vries / Claudio Otelli, Rocco Dimitry Ivashchenko, Marzelline Anastasiya Taratorkina / Anna El-Khashem, Jaquino Ralf Rachbauer, Don Fernando Christopher Bolduc / Benjamin Russell, Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Die lustige Witwe
Franz Lehár (1870 – 1948)
Operette in drei Akten in deutscher Sprache. Libretto: Victor Léon und Leo Stein nach dem Lustspiel »L’attaché d’ambassade« von Henri Meilhac Uraufführung: 1905 in Wien, eine Koproduktion mit der Lettischen Nationaloper Riga
PREMIERE: 3. Dezember 2022
Musikalische Leitung Johannes Klumpp / Holger Reinhardt, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Julius Theodor Semmelmann, Kostüme Jessica Karge, Licht Andreas Frank, Chor Albert Horne, Choreografie Myriam Lifka, Dramaturgie Bjarne Gedrath Besetzung: Baron Mirko KS Konstantin Gorny, Valencienne Anna El-Khashem, Graf Danilo Danilowitsch Thomas Blondelle / Johannes Martin Kränzle, Hanna Glawari Elissa Huber, Camille de Rosillon. Ioan Hotea / Gustavo Quaresma, Vicomte Cascada Ralf Rachbauer, Raoul de Saint-Brioche Erik Biegel, Pritschitsch Darcy Carroll, Njegus Hans-Joachim Heist, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Rusalka
Antonín Dvorák (1841 – 1904)
Lyrisches Märchen in drei Akten in tschechischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Libretto: Jaroslav Kvapil, Uraufführung: 1901 in Prag
PREMIERE: 21. Januar 2023

Musikalische Leitung Philipp Pointner, Inszenierung Olesya Golovneva, Daniela Kerck, Bühne Daniela Kerck, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Oliver Porst, Chor Albert Horne, Dramaturgie Anika Bárdos
Besetzung: Rusalka Olesya Golovneva, Der Prinz Gerard Schneider, Der Wassermann Derrick Ballard, Ježibaba / Die fremde Fürstin Katrin Wundsam, Der Heger Christopher Bolduc, Der Jäger Erik Biegel, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Oryx and Crake
Søren Nils Eichberg (*1973)
Ein Auftragswerk des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Libretto: Hannah Dübgen nach dem Roman (2003) von Margaret Atwood
PREMIERE: 18. Februar 2023

Musikalische Leitung Albert Horne, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Daniela Kerck, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Oliver Porst, Chor Albert Horne, Dramaturgie Wolfgang Behrens, Constantin Mende.
Besetzung: Oryx Heather Engebretson, Crake Christopher Bolduc, Snowman Benjamin Russell, Jimmy Samuel Levine, Sharon, Jimmys Mutter Fleuranne Brockway, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Die Sache Makropulos
Leoš Janácek (1854 – 1928)
Oper in drei Akten in tschechischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Libretto: vom Komponisten, nach dem gleichnamigen Schauspiel (1922) von Karel Čapek
Uraufführung: 1926 in Brünn.

Musikalische Leitung Johannes Klumpp, Inszenierung Nicolas Brieger, Bühne Raimund Bauer, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Andreas Frank, Chor Albert Horne, Dramaturgie Constantin Mende Besetzung: Emilia Marty Elissa Huber, Albert Gregor Aaron Cawley, Vítek Erik Biegel, Krista Fleuranne Brockway, Jaroslav Prus Jiří Sulženko, Janek Prus Gustavo Quaresma, Dr. Kolenatý Darcy Carroll, Kammerzofe / Putzfrau Romina Boscolo, Hauk-Šendorf Ralf Rachbauer, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Aus einem Totenhaus
Leoš Janácek (1854 – 1928)
Oper in drei Akten in tschechischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Libretto: vom Komponisten, nach »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus« (1861 – 1862) von Fjodor M.
Dostojewski
Uraufführung: 1930 in Brünn
DOPPEL-PREMIERE MIT »DIE SACHE MAKROPULOS«: 30. April 2023

Musikalische Leitung Johannes Klumpp, Inszenierung Nicolas Brieger, Bühne Raimund Bauer, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Andreas Frank, Chor Albert Horne, Dramaturgie Constantin Mende Besetzung: Alexander Petrowitsch Gorjantschikoff Christopher Bolduc, Aljeja, ein junger Tartar Julian Habermann, Luka Kusmič Aaron Cawley, Der große Sträfling / Nikita Ralf Rachbauer, Die kleinen Sträflinge / Don Juan / Malé Darcy Carroll, Platzkommandant Jiří Sulženko, Der ganz alte Sträfling Erik Biegel, Ein Sträfling in der Rolle des Kedril Tianji Lin / Skuratov Samuel Levine, Tschekunoff Young Doo Park, Dirne Silvia Hauer, Schapkin Peter Marsh, Schischkoff Johannes Martin Kränzle, Tscherewin Alexander Spemann, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Wiederaufnahmen Oper

Mit insgesamt neun Wiederaufnahmen von »Carmen« bis »Tristan und Isolde« bietet das Hessische Staatstheater Wiesbaden Opernfans wie gewohnt ein großes Spektrum:

  • Die Meistersänger von Nürnberg
  • Richard Wagner (1813 – 1883)
    Oper in drei Aufzügen in deutscher Sprache. Mit Übertiteln.
    Dichtung vom Komponisten, Uraufführung: 1868 in München.
    WIEDERAUFNAHME am 17. September 2022.

Musikalische Leitung Alexander Joel Inszenierung Bernd Mottl Bühne, Kostüme Friedrich Eggert Chor Albert Horne Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Regine Palmai Besetzung: Hans Sachs Derrick Ballard, Veit Pogner Timo Riihonen / Young Doo Park, Eva Betsy Horne, Magdalene Anne Schuldt, Walther von Stolzing, Marco Jentzsch Sixtus Beckmesser Thomas de Vries, David Gustavo Quaresma, Kunz Vogelgesang Ralf Rachbauer, Konrad Nachtigal Marek Reichert, Balthasar Zorn Rouwen Huther, Ulrich Eislinger Samuel Levine, Augustin Moser Hans-Georg Priese, Hermann Ortel Darcy Carroll, Hans Schwarz Alexander Teliga, Hans Foltz Wolfgang Vater, Ein Nachtwächter Seungwon Chio.

Chor & Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Cabaret
Buch von Joe Masteroff nach dem Stück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood
Gesangstexte von Fred Ebb Musik von John Kander, in deutscher Sprache.
Deutsch von Robert Gilbert in der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker
Uraufführung: 1966 in New York City
WIEDERAUFNAHME am 18. September 2022

Musikalische Leitung Levi Hammer Regie Tom Gerber nach einer Inszenierung von Iris Limbarth, Choreografie Myriam Lifka Dance Captain Jasper H. Hanebuth Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Heike Korn Bandleader Frank Bangert Licht Oliver Porst Dramaturgie Daniel C. Schindler.
Besetzung: Sally Bowles Elissa Huber / Femke Soetenga, Clifford Bradshaw Julian Culemann, Fräulein Schneider Evelyn M. Faber, Herr Schultz Gottfried Herbe, Ernst Ludwig Stefan Roschy, Fräulein Kost Felicitas Geipel, Chansonsängerin Silvia Willecke Cabaret Chor, Kit Kat Band, Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Rigoletto
Giuseppe Verdi (1813 – 1901)
Melodramma in drei Akten in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Libretto: Francesco Maria Piave, nach dem Versdrama »Le Roi s’amuse« (1832) von Victor Hugo
Uraufführung 1851 in Venedig.
WIEDERAUFNAHME am 2. Oktober 2022

Musikalische Leitung Will Humburg Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Katja Leclerc.
Besetzung: Der Herzog von Mantua Ioan Hotea / Piero Pretti, Rigoletto Aluda Todua / Amartuvshin Enkhbat, Gilda Anastasiya Taratorkina / Cristina Pasaroiu, Sparafucile Young Doo Park, Maddalena Fleuranne Brockway / Silvia Hauer, Graf Monterone KS Thomas de Vries, Marullo Christopher Bolduc, Borsa Erik Biegel.
Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck (1854 – 1921)
Märchenspiel in drei Bildern Libretto: Adelheid Wette, nach dem Märchen aus den »Kinder- und
Hausmärchen« der Brüder Grimm Uraufführung: 1893 in Weimar
WIEDERAUFNAHME am 4. Dezember 2022

Musikalische Leitung Christoph Stiller Inszenierung Beka Savić Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Susanne Füller Licht Andreas Frank Jugendchor Niklas Sikner Dramaturgie Katja Leclerc.
Besetzung: Peter Besenbinder Christopher Bolduc Gertrud Vera Ivanovic Hänsel Fleuranne Brockway / Silvia Hauer Gretel Anastasiya Taratorkina Knusperhexe Ralf Rachbauer Sandmännchen & Taumännchen Stella An, Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pique Dame
Peter Tschaikowski (1840 – 1893)
Oper in drei Akten in russischer Sprache, mit deutschen Übertiteln.
Libretto: Modest Tschaikowsi, nach der gleichnamigen Erzählung (1834) von Alexander Puschkin
Uraufführung: 1890 in St. Petersburg
WIEDERAUFNAHME am 9. Dezember 2022

Musikalische Leitung Holger Reinhardt, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Rolf Glittenberg, Kostüme Marianne Glittenberg, Chor Albert Horne, Licht Andreas Frank, Video Gérard Naziri, Choreografie Myriam Lifka, Dramaturgie Constantin Mende.
Besetzung: Hermann Aaron Cawley, Graf Tomski KS Thomas de Vries, Fürst Jeletzki / Plutus Benjamin Russell, Lisa / Chloë Elena Bezgodkova Polina / Daphnis Silvia Hauer, Gräfin Romina Boscolo, Tschekalinski Erik Biegel, Surin Marek Reichert, Tschaplitzki Julian Habermann, Mascha Alexandra-Donata Koch, Bühnenmusik Julia Palmova Tänzer:innen und Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Tristan und Isolde
Richard Wagner (1813 – 1883)
Handlung in drei Aufzügen, in deutscher Sprache mit Übertiteln. Libretto: vom Komponisten, nach dem
Versroman »Tristan« (um 1210) von Gottfried von Straßburg
Uraufführung: 1865 in München
WIEDERAUFNAHME am 29. Januar 2023

Musikalische Leitung Alexander Joel, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Rolf Glittenberg, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Chor Albert Horne, Licht Andreas Frank, Video Gérard Naziri, Dramaturgie Wolfgang Behrens.
Besetzung: Tristan Marco Jentzsch / Andreas Schager, Isolde Nina Stemme / Anja Harteros / Magdalena Anna Hofmann, König Marke Young Doo Park, Brangäne Khatuna Mikaberidze, Melot Aaron Cawley, Kurwenal KS Thomas de Vries, Ein Steuermann Yoontaek Rhim, Stimme eines jungen Seemanns Gustavo Quaresma, Ein Hirte Erik Biegel Tänzer:innen und Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Der Rosenkavalier
Richard Strauss (1864 – 1949)
Komödie für Musik in drei Aufzügen in deutscher Sprache. Mit Übertiteln.
Libretto: Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung: 1911 in Dresden
WIEDERAUFNAHME am 26. Februar 2023
Musikalische Leitung Johannes Klumpp, Inszenierung Nicolas Brieger, Bühne Raimund Bauer, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Andreas Frank, Video Gérard Naziri Chor Albert Horne, Knabenchor Roman B. Twardy, Dramaturgie Daniel C. Schindler Besetzung: Die Feldmarschallin Elissa Huber / Maria Bengtsson, Baron Ochs Timo Riihonen, Octavian Silvia Hauer, Herr von Faninal KS Thomas de Vries, Sophie Anastasiya Taratorkina / Katharina Konradi, Jungfer Marianne Leitmetzerin / Sharon Kempton, Valzacchi Rouwen Huther, Annina Fleuranne Brockway, Ein Polizeikommissar / Ein Notar Benjamin Russell, Haushofmeister Ralf Rachbauer, Ein Wirt Erik Biegel, Ein Sänger Gustavo Quaresma, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Wiesbadener Knabenchor, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Il trittico
Puccinis »Triptychon« Der Mantel / Schwester Angelica / Gianni Schicchi
Giacomo Puccini (1858–1924)
Zyklus aus drei Operneinaktern in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Libretti: Giuseppe Adami & Giovacchino Forzano, Uraufführung: 1918 in New York City
WIEDERAUFNAHME am 17. März 2023

Der Mantel (Il tabarro) Libretto:
Giuseppe Adami, nach dem Drama »La houppelande« von Didier Gold Besetzung: Michele Daniel Luis de Vicente, Luigi Aaron Cawley, Tinca Erik Biegel, Talpa Wolf Matthias Friedrich, Giorgetta Cristina Pasaroiu / Olesya Golovneva, Frugola Romina Boscolo, Liederverkäufer / Liebespaar / Tenorstimmchen Ioan Hotea, Liebespaar / Sopranstimmchen Stella An.

Schwester Angelica (Suor Angelica)
Libretto: Giovacchino Forzano
Besetzung: Schwester Angelica Cristina Pasaroiu / Olesya Golovneva, Fürstin Romina Boscolo, Äbtissin / Schwester Eiferin Fleuranne Brockway, Schwester Genoveva Stella An, Schwester Dolcina Britta Stallmeister, Chorsolistinnen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Gianni Schicchi
Libretto: Giovacchino Forzano
Besetzung: Gianni Schicchi Daniel Luis de Vicente, Lauretta Cristina Pasaroiu / Olesya Golovneva, Zita Romina Boscolo, Rinuccio Ioan Hotea, Gherardo Erik Biegel, Nella Britta Stallmeister, Betto di Signa Benjamin Russell, Simone Wolf Matthias Friedrich, Marco Christopher Bolduc, Ciesca Fleuranne Brockway, Spinelloccio John Holyoke, Amantio di Nicolao Martin Stoschka, Pinellino Oliver Steinmetz, Guccio Sławomir Wielgus

Carmen
Georges Bizet (1838 – 1875)
Oper in drei Akten in französischer Sprache, mit deutschen Übertiteln. Libretto: Henri Meilhac und Ludovic
Halévy, nach der Novelle (1845) von Prosper Mérimée
Uraufführung: 1875 in Paris
WIEDERAUFNAHME am 3. Juni 2023

Musikalische Leitung Albert Horne, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Antje Sternberg (Entwürfe), Louise Buffetrille (Ausführung), Licht Andreas Frank Video Gérard Naziri, Chor Albert Horne, Jugendchor Niklas Sikner, Choreografische Mitarbeit Myriam Lifka, Dramaturgie Laura Weber, Marie Johannsen
Besetzung: Carmen Silvia Hauer / Fleuranne Brockway, Don José Aaron Cawley, Escamillo Jordan Shanahan, Micaëla Sumi Hwang, Remendado Ralf Rachbauer, Dancaïro Erik Biegel, Moralès Darcy Carroll, Frasquita Stella An, Mercédès Fleuranne Brockway / Silvia Hauer, Lillas Pastia Thomas Braun
Chor, Extrachor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

III. Schauspiel

Die Schauspielsparte startet in dieser Spielzeit mit einem der bekanntesten Theaterstücke von William Shakespeare: »Ein Sommernachtstraum«. Nach seinen umjubelten Inszenierungen »Shockheaded Peter« und »Tyll« kehrt Tilo Nest als Schauspielregisseur auf die Bühne des Großen Hauses zurück.

Weiter geht es im Oktober mit der Premiere von »Hiob«, nach dem Roman von Joseph Roth, der 1930 erschien. Angesichts des wiederaufkeimenden Antisemitismus und der Situation Geflüchteter unterschiedlichen Glaubens ist es ein Stück von erschreckender Aktualität. Henriette Hörnigk (»Die Küste Utopias«, »Der fröhliche Weinberg«) inszeniert die an das Alte Testament angelehnte Leidensgeschichte der Hiob-Figur Mendel. Joseph Roths literarischem Denkmal an die jüdische Kultur wird durch die Wiesbadener Klezmer-Band »i giocosi« unter der Leitung von Ako Karim zudem eine eindrucksstarke musikalische Komponente beigefügt.

»Michael Kramer« von Gerhart Hauptmann wird von Ingo Kerkhof, inszeniert, Uwe Eric Laufenberg übernimmt hier die Titelrolle.

Im Dezember hat »Medea« ihren großen Auftritt. Kaum eine Frauengestalt der Antike ist zugleich unheimlicher und faszinierender als sie. Die junge Regisseurin Sophia Aurich verbindet den antiken MedeaMythos mit einem wahren Kriminalfall zu einem schonungslosen Psychogramm einer Frau.

»The Play That Goes Wrong« ist nicht nur der Untertitel einer rasanten Komödie, sondern auch Programm: Schauspieler, die ihren Text nur unzureichend können, Bühnenbildelemente die herunterstürzen und ein wildes Verwechslungsspiel von Requisiten sind fester Bestandteil dieser Aufführung, in der eigentlich der Mörder des Hausherrn von »Schloss Haversham« gejagt werden soll. Die britische Komödie läuft seit ihrer Uraufführung 2012 ohne Unterbrechung in London.

In Theben weht ein neuer Wind: Der Herrscher Pentheus steht für eine fortschrittliche Gesellschaftsordnung, basierend auf Recht und Freiheit. Als Dionysos über seine Heimatstadt mitsamt seinem weiblichen Gefolge, den »Bakchen«, hereinfällt und die Anbetung seiner Göttlichkeit erzwingen möchte, bricht ein erbitterter Kampf aus. Sebastian Sommer, der bereits erfolgreich Dürrenmatts »Romulus der Große« und Camusʼ »Die Pest« am Hessischen Staatstheater inszeniert hat, wird diesen Klassiker des Theaters in einer imposanten Fassung mit Chor und Live-Musik auf die Bühne bringen.

Im Februar wird das politische Theaterstück »Die Besetzung der Dunkelheit« auf der Bühne verhandelt. Kann man eine Volksgruppe aus der Geschichte verschwinden lassen, in dem man ihre Sprache auslöscht? Eine Reise durch die türkisch-kurdische Geschichte und die politischen Auseinandersetzungen in der Türkei in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, die bis heute ungelöst sind. Der Stoff von Bachtyar Alis neustem Roman wird inszeniert von Ihsan Othmann, der bereits »Satanische Verse« in Wiesbaden in Szene setzte.

Früher trafen sich politische Aktivist:innen in Hüttendörfern im Forst; heute unterzeichnen sie Petitionen auf change.org. Der Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler (»Nichts Weißes«, »Eine andere Epoche«) geht in seinem ersten Theaterstück »Digitales Feuer« der Frage nach, wie sich die digitale Revolution auf den Aktivismus auswirkt. Christoph Kohlbacher wird die Uraufführung von Zieglers Sprachpartitur in Szene setzen.
Was passiert, wenn eine kleine Gruppe von machthungrigen Männern Politik spielt? Dieses ist in Erich Kästners »Schule der Diktatoren« zu beobachten. Bjarne Gedrath inszeniert Erich Kästners 1957 erschienenes Stück über die simplen Mechanismen der Manipulierbarkeit einer Gesellschaft und die krankhafte Machtgier politisch Verantwortlicher.

Mit seinem »Tartuffe« hat Molière den Prototypen des religiös-politischen Heuchlers erschaffen, der um seines Vorteils willen über Leichen geht. Uwe Eric Laufenberg inszeniert diese bei ihrer Uraufführung skandalöse Komödie.

»I have always depended on the kindness of strangers« ist einer der berühmtesten letzten Sätze der Theatergeschichte von einer der berühmtesten Theaterfiguren: Blanche Dubois in »Endstation Sehnsucht«. Mirja Biel, die nach Theatern wie Bremen, Lübeck, Heidelberg und Leipzig erstmals am Hessischen Staatstheater inszeniert, interessiert sich vor allem für die Biografien der Figuren und ihre Geheimnisse. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen genauen, gesellschaftspolitischen Blick und atmosphärisch dichte Bilder aus. Sibylle Weiser ist Blanche Dubois.

In der Reihe der Wiederaufnahmen sind »Admissions«, »Corpus Delicti«, »Der zerbrochne Krug«, »Die Pest«, »Instame«, »Kalldewey, Farce«, »König Lear«, »What Dreams are made of«, »Tyll« »Drei Schwestern« und »Schöne Neue Welt« zu erleben. Wie gewohnt runden die Schauspiel-Extras wie »Kunstgefixe«, Kostproben, Einführungen und Nachgespräche das Programm ab.

IV. Konzert | Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Das Hessische Staatsorchester präsentiert sich in der Spielzeit 2022.2023 wieder mit insgesamt acht Sinfoniekonzerten und einem Neujahrskonzert.

1. Sinfoniekonzert, 21. Sep. 2022, 19.30 Uhr
Ludwig van Beethoven Ouvertüre Nr. 3 zur Oper »Leonore« op. 72
Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«
Klavier Claire Huangci, Dirigent Johannes Klumpp

2. Sinfoniekonzert, 19. Okt. 2022, 19.30 Uhr
Richard Strauss Don Juan op. 20
Gustav Mahler Kindertotenlieder
Johannes Martin Kränzle Mutationes. Memento Coronae (Uraufführung)
Richard Strauss Tod und Verklärung op. 24, TrV 158
Bariton Johannes Martin Kränzle, Dirigent Yoel Gamzou

3. Sinfoniekonzert, 16. Nov. 2022, 19.30 Uhr
Michail Glinka Ouvertüre zu »Ruslan und Ljudmila«
Dmitri Schostakowitsch Cello Konzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Sergei Rachmaninow Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27
Cello Johann Ludwig, Dirigent Michael Güttler

Neujahrskonzert, 1. Jan. 2023, 17 Uhr
Dirigent Albert Horne, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden & Chor der Stadt Wiesbaden

4. Sinfoniekonzert, 11. Jan. 2023, 19.30 Uhr
Kaija Saariaho Du cristal
Edvard Grieg Klavierkonzert a-Moll op. 16
Jean Sibelius Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43
Klavier Mūza Rubackytė, Dirigentin Keri-Lynn Wilson

5. Sinfoniekonzert, 1. Feb. 2023, 19.30 Uhr
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73
Edward Elgar Variations on an Original Theme »Enigma Variations« op. 36
Dirigent Yoel Gamzou

6. Sinfoniekonzert, 8. März 2023, 19.30 Uhr
Darius Milhaud La création du monde op. 81a
Maurice Ravel La Valse
Igor Strawinsky L’Oiseau de feu (»Der Feuervogel«, 1910)
Dirigent Michael Güttler

7. Sinfoniekonzert, 12. Mai 2023, 19.30 Uhr
Modest Mussorgski Eine Nacht auf dem kahlen Berge
Peter Tschaikowski Violinkonzert D-Dur op. 35
Leoš Janáček Sinfonietta op. 60
Violine Michael Barenboim, Dirigent Alexander Joel

8. Sinfoniekonzert, 21. Juni 2023, 19.30 Uhr
Xavier Montsalvatge Desintegració morfològica de la Xacona de J. S. Bach
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105
Dirigent Johannes Klumpp

Parallel zu den Sinfoniekonzerten gibt es wieder die beliebte Reihe der Kammerkonzerte. Zu Ehren von Astor Piazzolla startet die Kammermusikreihe mit »Tango«, einer ebenso leidenschaftlichen wie beschwingten Reise in die Welt des Tanzes, es wird Akademist:innenkonzerte, die beliebten Weihnachtskammerkonzerte und Neujahrskonzerte geben. Im neuen Jahr geht es dann mit Trio-, Quartett- und Quintettbesetzungen weiter und auch die beliebten Kinderkammerkonzerte erfahren zwei Neuauflagen.

Neben den Sinfonie- und Kammerkonzerten gibt es in der Spielzeit 2022.2023 erstmals eine Reihe von LiederSoireen in der Tradition der Abendgesellschaften des 19. Jahrhunderts, zu denen die Sänger:innen des Opernensembles des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden in der Spielzeit 2022.2023 monatlich montags einladen. Im Prunkfoyer präsentieren sie sich mit bekannten und noch zu entdeckenden Kunstliedern. Im Ticket inbegriffen sind ein Glas Wein und Canapés, die in der Pause serviert werden.

V. Hessisches Staatsballett

Das Hessische Staatsballett startet mit dem Doppelabend »V/ertigo« in die neue Spielzeit und zeigt darin Extremsituationen eines ungewissen Lebens. Zwischen dem Wunsch aufzusteigen und der Angst vor dem Fallen setzt »Skid« die Tänzer:innen dem Gesetz der Schwerkraft aus und im Sinne einer Poesie des Widerstands in Bewegung; auf einer um 34 Grad abgewinkelten Plattform, die direkt in den Orchestergraben eintaucht. »Skid« ist nach der für den Theaterpreis »Der Faust« 2017 nominierten Choreografie »Thr(o)ugh« die zweite Zusammenarbeit des Hessischen Staatsballetts mit dem belgischen Ausnahmechoreografen Damien Jalet. Das niederländische Geschwisterpaar Imre & Marne van Opstal sind die Shootingstars in der europäischen Tanzszene. In enger Zusammenarbeit mit dem Ensemble des Hessischen Staatsballetts und unter Einbezug von Chören erforschen die beiden Choreograf:innen im zweiten Teil des Doppelabends mit »I‘m afraid to forget your smile« den Moment des Loslassens als einen Übergangszustand in der Hingabe an den Verlust. Ein Moment so greifbar und vergänglich zugleich.

Zwei zeitgenössische Tanzpositionen präsentiert das Hessische Staatsballett auch in dem Doppelabend »Timelessness«. »Timeless« der chinesischen Choreografin Xie Xin erzählt von der Begegnung miteinander und dem Eintauchen in die umgebende Welt. Es entstehen Kalligrafie-ähnliche Körperlandschaften, gezeichnet aus der Erinnerung des Herzens. Die Choreografie von »Timeless« wird begleitet von einer live eingespielten Auftragskomposition aus Streichinstrumenten und Piano des chinesischen Komponisten Sylvian Wang. Xie Xin ist eine der gefragtesten Choreografinnen Asiens. In der Spielzeit 2018.2019 zeigte Xie in Wiesbaden das Gastspiel »From In« im Kleinen Haus und entwickelte anschließend das Kurzstück »Special Moment« für den vierfachen Tanzabend »Shortcuts« in der Wartburg. Im zweiten Teil des Abends wird der israelische Nachwuchschoreograf Eyal Dadon mit seiner Neukreation »Boléro« die Aktualität des berühmten Musikstücks von Maurice Ravel hinterfragen und die Bedeutungsschichten dieses Klassikers ausloten.

Über das Hier und Jetzt reflektiert das Hessische Staatsballett in »gerade NOW«. Gerade in der aktuellen Weltsituation müssen Positionen bezogen werden. Nicht gestern und auch nicht morgen, sondern gerade NOW. Von ganz weit her und von vor der Tür, national, international. Es brennt überall. Brennen wir mit für das, was wir tun, gerade NOW. Vom kreativen Experiment bis zum existenziellen Statement reichen die Tanzpositionen in dem zeitgenössischen Mehrfachabend »gerade NOW«.

Im Rahmen des »Kultursommers 2023« und vor dem Eindruck des Jubiläumsjahres zum 60-jährigen Entstehen der Fluxus-Bewegung in Wiesbaden im Jahr 2022 beziehen sich die choreografischen Arbeiten dieser »Startbahn« unter dem Titel »Fluxus« auf die gleichnamige Kunstrichtung. Die Tänzer:innen des Hessischen Staatsballetts setzen sich mit der künstlerischen Bandbreite dieser Avantgardeströmung und den mit ihr verbundenen Künstler:innen wie John Cage, Yoko Ono, Wolf Vostell oder Nam June Paik auseinander. Dabei sind Vorstellungen von »Startbahn Fluxus« nicht nur am Theater, sondern auch in verschiedenen Einrichtungen sowie im öffentlichen Raum der Stadt Wiesbaden geplant.

Zu Beginn der Spielzeit wird es mit der Produktion »Blau« des Weiteren ein Kooperationsprojekt zwischen dem Hessischen Staatsballett und dem JUST zum Thema „Wasser“ geben. Pünktlich zum Jahr des Wassers begeben sich beide Sparten auf eine Forschungsreise für die Kleinsten (ab 2 Jahren) in unbekannte Gewässer. »blau« wird vom Choreografen Felix Berner mit Mitteln des Tanzes und Schauspiels inszeniert.

VI. JUST und JUSM
Das Junge Staatsschauspiel wird in der Spielzeit 2022.2023 gemeinsam mit den eingeladenen Künstler:innen einige neue Wege einschlagen, zu denen wir Sie herzlich einladen. Mit vier Uraufführungen widmet sich das JUST aktuellen Themen unserer Gesellschaft.

Den Auftakt macht die Uraufführung mit dem Stücktitel »Blau«, eine Kooperation zwischen dem Hessischen Staatsballett und dem JUST für die jüngsten unserer Zuschauer:innen zum faszinierenden Nass, dem Element Wasser. Markolf Naujoks wird sich mit seinem von ihm geschriebenen und inszenierten Antikriegs-Stück »Die Goldene Stadt« mit einer jugendlichen Utopie von Gesellschaft auseinandersetzen.

Hannah Biedermann, 2017 mit dem Faust-Preis ausgezeichnet, entwickelt auf Grundlage von Interviews mit Wiesbadener Jugendlichen das Stück »Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium« zum Thema Chancengleichheit. Mit »Schnecke durch die Hecke« präsentiert der renommierte Theaterautor Jens Raschke ein humorvolles Stück für Kinder ab sechs Jahren zum Thema Anderssein und die Vielfalt unserer Gesellschaft.

»Peter Pan« in einer Inszenierung von Marita Erxleben wird ab Mitte November als Weihnachtsmärchen die kleinen und großen Fans begeistern.

Das Junge Staatsmusical wird unter der Leitung von Iris Limbarth mit »Chicago« und »Sister Act« zwei großartige Musical-Klassiker auf die Bühne bringen.

Bei den Wiederaufführungen stehen u.a. Die White-Boxx-Klassiker sowie »Wutschweiger«, »Das Neinhorn«, »Die kleine Raupe«, »Gold!« und viele beliebte Musical-Produktionen wie »Blues Brothers«, »Frankenstein Junior« oder »Jugend ohne Gott« auf dem Spielplan.

Tickets

Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Großen Haus für die gesamte Spielzeit 2022.2023 beginnt am 28. April 2022. Der Vorverkauf für die September-Vorstellungen in den kleinen Spielstätten beginnt am 5. Juli 2022. Während der Theaterferien ist die Theaterkasse vom 25. Juli bis 28. August 2022 geschlossen.

Vorverkaufskasse:
Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag, von 10 bis 19.30 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr und Sonntag von 11 bis 13 Uhr. Die Vorverkaufskasse ist außerdem telefonisch unter 0611.132 325 oder per E-Mail unter vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de erreichbar.

Abonnement-Büro:
Öffnungszeiten sind Montag, Mittwoch und Freitag, von 10 bis 18 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Das Abo-Büro ist außerdem telefonisch unter 0611.132 340 oder per EMail unter abonnement@staatstheater-wiesbaden.de erreichbar.

Gruppenbüro:
Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag, von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 15 Uhr. Das Gruppenbüro ist außerdem telefonisch unter 0611.132 300 oder per E-Mail unter gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de erreichbar

Das Spielzeitheft ist online unter www.staatstheater wiesbaden.de/downloads/spielzeitheft/ jederzeit abrufbar und kostenlos im Kassenfoyer erhältlich.

Theaterfest 2022
Das Theaterfest zur Eröffnung der Spielzeit findet voraussichtlich am 24. September 2022 statt. Weitere Informationen werden vor der Sommerpause bekannt gegeben.

Biennale 2022
Die Biennale findet in diesem Jahr vom 1. bis 11. September 2022 statt.

VORHANG AUF! 125 Jahre Internationale Maifestspiele vom 01.05.–03.07.2022 – Kurhaus-Kolonnaden Wiesbaden

IMF_Sujet-quer-450Zeitgleich mit den „Internationalen Maifestspielen“ im Hessischen Staatstheater eröffnet das Wiesbadener Stadtmuseum sam am 1. Mai 2022 nach zweijähriger Corona-Verschiebung die Jubiläumsausstellung „VORHANG AUF! 125 Jahre Internationale Maifestspiele“ gegenüber des Staatstheaters in den Kurhauskolonnaden.

Vier bühnenartig inszenierte Themenbereiche laden zu einer Reise in die Historie bis zurück in die prunkvolle Kaiserzeit ein. Ob Theaterfreunde, Geschichtsinteressierte oder Gäste der Maifestspiele – in der Ausstellung lassen historische Requisiten, technische Geräte und herrliche Theater-Werbeplakate zurückliegende Epochen beim Betrachter wieder aufleben. Künstler‐Karikaturen, Hör‐ und Filmstationen, aber auch persönliche Erinnerungsstücke wie Galaroben oder Accessoires aus der Theater‐ und Bühnenwelt und des damaligen Festspielpublikums machen 125 Jahre Internationale Maifestspiele lebendig und begleiten durch Höhepunkte wie durch schwere Zeiten des renommierten Festivals. Auch Zeitgenossen werden zum Leben erweckt. An ausgewählten Tagen trifft man auf historische Personen, die von ihren persönlichen Eindrücken und Erlebnissen am Rande und während der Maifestspiele aus dem Nähkästchen plaudern – ein Programmpunkt, der in Kooperation von Theaterpädagogik des Staatstheaters und Museumspädagogik des sam entstand.

Die »Kaiserfestspiele«, wie sie einst hießen, sollten Kaiser Wilhelm II. während seiner Besuche der »Weltkurstadt« im Frühjahr Unterhaltung bieten. Seine Anwesenheit wiederum war ein unschlagbarer Werbefaktor und zog viele Gäste im Mai nach Wiesbaden.

© Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden
© Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden

Auf der ersten Ausstellungs‐Bühne begleitet man die Kaiserfamilie – als überlebensgroße Figuren – auf ihrem Weg durch die mit Fahnen und Blumen geschmückte Wilhelmstraße. Prunk und Charme der damaligen Zeit werden greifbar, untermalt von der Stimme der berühmten Sängerin Lilli Lehmann als Walküre. Highlight hier sind Entwürfe farbenprächtiger Bühnenbilder, die bei den Maifestspielen zu sehen waren. Die Originale wurden bei einem Theaterbrand 1923 zerstört, die Entwürfe dazu jedoch bei den Recherchen zur Ausstellung wiederentdeckt.

Zeitgenössische, progressive Bilder versetzen auf dem zweiten Podest in eine Zeit des Aufschwungs und Umbruchs seit den 1920er Jahren. Wer Lust hat, kann sich hier in ein Theaterkostüm des Fidelio kleiden und begegnet auf der Bühne Max Schmeling. Der Boxweltmeister diente dem Wiesbadener Künstler Ernst Křenek Ende der 20er Jahre als Vorbild für ein Theaterstück. Nur wenige Jahre später brandmarkten die Nationalsozialisten Křeneks Werke als »entartet«. Die Maifestspiele wurden zum Bestandteil der ideologisch geprägten Maiwochen der städtischen Kurverwaltung und nach der Spielzeit 1938/1939 schließlich eingestellt.

Auf Bühne drei geleitet ein Page in ein neues Zeitalter. Es beginnt die Phase, in der die Internationalen Maifestspiele ausdrücklich der Völkerverständigung dienen sollten und Begegnungen mit Künstlern und Künstlerinnen von der anderen Seite des »Eisernen Vorhangs« möglich machten. Rudolf Nurejew vollführt vor unseren Augen seinen berühmten »Korsarensprung« bei den IMF 1963, ein cremefarbenes Abendkleid mit französischer Handstickerei aus dem Wiesbadener Haus für Haute Couture Elise Topell vermittelt internationales Modeflair. Aber nicht alle Wiesbadener schätzten die gehobene Atmosphäre der IMF. Auch ihr Gegenentwurf in Form der Anderen Maifestspiele (AMF), die zu Anfang der 1980er Jahre als alternative Veranstaltung organisiert wurden, wird in der Ausstellung mit originalem Fußball und offensichtlich sehr häufig getragenen und heiß geliebten Trikots präsentiert.

Mit eindrucksvollen Original‐Requisiten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden aus dem aktuellen Programm begleitet die vierte Bühne wieder zurück in die Gegenwart.
Die Welt war und ist weiterhin zu Gast in Wiesbaden. Welchen Weg die Maifestspiele einschlagen bzw. verfolgen soll(t)en war und ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Die Internationalen Maifestspiele erweisen sich als Spiegel der jüngeren Theater‐, Gesellschafts‐ und gar Weltgeschichte. Die Ausstellung »Vorhang auf!« beleuchtet den Kosmos vor und hinter der Bühne zwischen Faszination und Illusion und bietet Raum, die Festspiele in die Zukunft zu denken.

Allen Interessierten bietet das sam auch ein Kombiticket für den Besuch der beiden Ausstellungen des sam »Vorhang auf!« sowie »Kelten Land Hessen: Im Spannungsfeld der Kulturen« (16.3.– 31.7.2022) im historischen Marktkeller.

Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Vermittlungsangebot:
www.wiesbaden.de/sam

Ausstellungsort:
Kurhauskolonnaden am Bowling Green, Kurhausplatz 1, 65189 Wiesbaden
Öffnungszeiten:
Kurhauskolonnaden: Mo–So 10–19 Uhr, Do und Sa 10–21 Uhr
sam / Marktkeller: Di–So 11–17 Uhr, Do 11–20 Uhr
Eintrittspreise:
Eintritt: 7 € / 5 € ermäßigt*
Kombiticket: 10 € / 6 € ermäßigt*
*Ermäßigung für Student*innen, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Schwerbehinderte, Arbeitslose, Besitzer*innen der Wiesbaden TouristCard, der Ehrenamtscard und der Kurkarte

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Begleitkatalog:
Vorhang auf! 125 + 1 Jahre Internationale Maifestspiele
Hrsg. von der Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden, Wiesbaden 2022.
200 Seiten, 170 farbige Abbildungen (davon 14 ganzseitig und 4 doppelseitig).
ISBN 978‐3‐9812439‐6‐3, Preis: 28 €

Kriegsbedingte Änderung im Programm der »IMF-Extras«, Internationale Maifestspiele 2022

Wie verhält man sich als Künstlerkollektiv, wenn man nach Deutschland zu einem internationalen Theaterfestival eingeladen wurde und plötzlich im eigenen Land Krieg herrscht? Die Leben von Olegsandra Indik, Sofiya Baskakova, Diana Baydum, Anna Okhrimchuk, Serhiy Okhrimchuk und Mira Zhuchkova haben sich seit dem 24. Februar schlagartig verändert – und damit auch ihre Leben als Künstlerinnen. Ihre Gedanken sind bei ihren Familien und Freundinnen, gepaart mit der ständigen Sorge, sie vor den Bomben in Sicherheit zu wissen. Ihre männlichen Freunde und Kollegen dürfen die Ukraine nicht mehr verlassen, da sie im Krieg dienen müssen. Dennoch haben sich die Frauen dazu entschieden, gerade jetzt weiter Kunst machen und an den Internationalen Maifestspielen teilnehmen zu wollen. Augenblicklich als rein weibliches Künstlerinnen-Kollektiv. Im Mittelpunkt stehen ihre Erlebnisse der letzten zwei Monate. Die schlaflosen Nächte, die Träume vom Ende des Krieges und von einer friedlichen Zukunft. All das wird sich während der Internationalen Maifestspiele in den (auch) musikalischen Performances widerspiegeln. Geplant sind drei Abende im Schloss Freudenberg und in der Wartburg. Es geht um ein künstlerisches Zeichen für Freiheit und Demokratie, um den Austausch der Kulturen und ein friedliches Miteinander. Das Projekt ist eine Kooperation des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden mit dem Schloss Freudenberg und dessen Ensemble »Wanderbühne Freudenberg«, das bereits seit einigen Jahren mit ukrainischen Künstler:innen zusammenarbeitet.
Mit Olegsandra Indik, Sofiya Baskakova, Diana Baydum, Anna Okhrimchuk, Serhiy Okhrimchuk, Mira Zhuchkova

Freitag, 6. Mai 2022 um 20.30 Uhr im Schloss Freudenberg
»Kyiv is calling« FLuXuS Performance der Wanderbühne Freudenberg

Samstag, 7. Mai 2022 ab 20.00 Uhr im Schloss Freudenberg.
»Sleep calm, Baby. Bombs are falling« (Wiegen-)Lieder und Performance der Wanderbühne Freudenberg
(Titel der bisher geplanten Vorstellung: »STUS – Passer by«)

Sonntag, 8. Mai 2022 um 18.00 Uhr in der Wartburg.
»The Diaries of War« Dokumentarisches Theater und Videokunst der Wanderbühne Freudenberg (Titel der bisher geplanten Vorstellung: »Traces of Reality«)

Karten, die für die bisher geplanten Vorstellungen bereits gekauft wurden, behalten für das jeweilige Vorstellungsdatum am 7. und am 8. Mai ihre Gültigkeit
Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de

Am Wiesbadener Staatstheater beginnt der Vorverkauf Juni, Juli und Spielzeit 2022.2023

Am 20. April 2022 startet am Hessischen Staatstheater Wiesbaden der Vorverkauf für alle Vorstellungen im Großen Haus im Juni und Juli 2022.
Auch der Vorverkauf für die Juni-Vorstellungen im Kleinen Haus, der Wartburg und im Studio beginnt am 20. April.
Karten für die Juli-Vorstellungen im Kleinen Haus, der Wartburg und im Studio sind ab Mitte Mai erhältlich.

Zum Vormerken: Ab dem 28. April um 10.00 Uhr sind für alle Aufführungen der Spielzeit 2022.2023 im Großen Haus inklusive der im Kurhaus stattfindenden acht Sinfoniekonzerte Eintrittskarten erhältlich.

Voraussichtlich am 5. Juli folgt der Vorverkauf für die September – Aufführungen in den kleinen Spielstätten.

Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de
Theaterkasse: Telefon 0611.132 325 | E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de | www.staatstheater-wiesbaden.de Abo-Büro: Telefon: 0611.132 340 | abonnement@staatstheater-wiesbaden.de  Gruppenbüro: Telefon 0611.132 300 | gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de

»Tanz in die Maifestspiele« und „Freischütz“ starten am Vorabend des 1. Mai die Internationalen Maifestspiele in Wiesbaden

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Am Vorabend des 1. Mai bilden »Der Freischütz« und der »Tanz in die Maifestspiele« den fulminanten Auftakt zu den diesjährigen Internationalen Maifestspielen.
Mit »Babylon«, »War on Water« und dem Eröffnungsfest der Jungen Maifestspiele starten dann am Sonntag, den 1. Mai offiziell die Internationalen Maifestspiele 2022.

»Der Freischütz«
Sa., 30. April um 19.30 Uhr im Großen Haus

Romantische Oper in drei Aufzügen.
Im Jahr 2021 wurde Carl Maria von Webers Oper »Der Freischütz« 200 Jahre alt. Wie so viele Jubiläen des vergangenen Jahres wird auch dieses nun 2022 nachgeholt – und zwar auf ganz besondere Weise. Das Stück, das oft als deutsche Nationaloper bezeichnet wird und den Weg zu den Musikdramen Richard Wagners ebnen half, wird von René Jacobs, einem der großen Stars der historisch informierten Aufführungspraxis, neu gedeutet.

Wer je eine Aufführung von Jacobs erlebt hat, der weiß, dass das immense Wissen, das er in seine Interpretationen einfließen lässt, diese niemals überfrachtet, sondern immer zu mitreißenden und hochexplosiven Ergebnissen führt. Auch der »Freischütz« wird unter seinen Händen ganz sicher völlig neu erfahrbar werden, zumal er sich auf hochkarätige Solisten, die international renommierte Zürcher Sing-Akademie und die Spielfreude des weltberühmten Freiburger Barockorchesters verlassen kann.

Musikalische Leitung René Jacobs Konzertmeisterin Petra Müllejans Choreinstudierung Sebastian Breuing
Mit Freiburger Barockorchester, Zürcher Sing-Akademie, Yannick Debus, Matthias Winckhler, Polina Pastirchak, Mari Eriksmoen, Dimitry Ivashchenko, Magnus Staveland, Torben Jürgens, Sprecher: Max Urlacher

Tanz in die Maifestspiele
Sa., 30. April um 21.30 Uhr auf der Probebühne der Wartburg

Ein Jugendstil-Abend.
1896 ist das Gründungsjahr der Maifestspiele und Beginn der Epoche des Jugendstils, Zeit des Fin de Siècle, der Dekadenz, des Grotesken und Morbiden. Die Schauspielerin und Sängerin Lina Habicht widmet dieser Zeit einen ganzen Liederabend der alle Kunstliebhaber:innen auf die Maifestspiele einstimmen wird.

Im Anschluss gibt es eine dekadente Party, für die sich in Schale geworfen und in die Maifestspiele getanzt werden kann.

Feierliche Eröffnung der Maifestspiele 2022
Am Sonntag, 1. Mai um 17.00 Uhr im Foyer des Großen Hauses.

»Babylon«
Premiere im Rahmen der Internationalen Maifestspiele am Sonntag, den 01. Mai 2022 um 18.00 Uhr im Großen Haus. Weitere Vorstellungen finden statt am 14. Mai und 1., 11. & 19. Juni 2022.
Mit seiner Oper »Babylon« hat Jörg Widmann etwas höchst Seltenes gewagt: den ganz großen Wurf. Und der ist ihm gelungen. In »Babylon« klingt vieles auf unerwartete Weise neu. Der Komponist hat hier nicht einfach neue Musik geschrieben, sondern er hat so etwas wie eine Summe der bisherigen Musik geschaffen. Die babylonische Sprachverwirrung hat Widmann auf die Ebene der Musik übertragen, und so sind auf wundersame Weise Schönheit, Größe und Lebendigkeit der verschiedensten Epochen und Stile präsent. Doch all das klingt nicht beliebig zusammengestückelt oder geliehen, sondern frisch, überwältigend und jederzeit – neu.
Der Philosoph Peter Sloterdijk hat für »Babylon« ein Libretto geschrieben, das zum einen eine typisch opernhafte Liebesgeschichte darstellt, zum anderen einen religionsgeschichtlichen Bogen schlägt, der von der Entzweiung der Menschheit vom Göttlichen bis hin zu einer aufgeklärten Gesellschaft führt, in der es keine Illusion des Heils mehr gibt, aber immerhin zwei Werte: Liebe und Leben. Das Hessische Staatstheater Wiesbaden ist weltweit erst das dritte Haus, das sich an eine szenische Umsetzung dieses monumentalen Werks wagt. Daniela Kerck führt in ihrem eigenen Bühnenbild Regie, die Musikalische Leitung hat Albert Horne inne.

Musikalische Leitung Albert Horne Inszenierung & Bühne Daniela Kerck Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Choreografie Sommer Ulrickson Video Astrid Steiner Chor Albert Horne Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Anika Bárdos, Wolfgang Behrens
Mit Sarah Traubel, Michelle Ryan, Leonardo Ferrando, Claudio Otelli, Andrea Baker, Otto Katzameier, Philipp Mathmann, Thomas Maria Peters, Ralf Rachbauer, Stella An, David Krahl, Florian Küppers, Sonja Grevenbrock, Karolina Lici, Maike Menningen, Tianji Lin, Julian Habermann, Gabriele Ascani, Guillermo De la Chica Lopez, Carla Peters, Josefine Rau, Mar Sanchez Cisneros, Jonathan Schmidt, Chor & Chorsolist:innen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

»War on Water«
So., 1. Mai um 19.30 Uhr im Kleinen Haus
Die Hauptfigur in diesem theatralen Forschungsprojekt ist das Wasser – sichtbar gemacht über zwei Videoleinwände und hörbar gemacht durch Textmaterial, das auf den Recherchereisen des teatreBLAU entstanden ist. Dazwischen agieren zwei spanische Performer:innen und zwei deutsche Schauspieler:innen und begeben sich in einen multilingualen und – medialen Verhandlungsraum, in dem sie die Beziehung von Mensch und Umwelt und Wasser unter anderem mit Texten aus Sophokles‘ »Antigone« beleuchten: Das Wasser, jenes beeindruckend schöne Element, das unsere Lebensgrundlage ist, kann durch unser Handeln oder Nicht-handeln zu unserem Schicksal werden.

Künstlerische Leitung Katja Lebelt Regie Matthias Brenner Choreografie Andrea Cruz Video & Fotografie Santiago Stankovic Musikkomposition Viola Kramer Produktion & Regieassistenz Charlotte Heyse Kommunikation & Grafikdesign Estela M. Fernández
Mit Cornelia Heyse, Andrea Cruz, Fabian Oehl, Marc de Pablo

Eröffnungsfest Junge Maifestspiele
So., 1. Mai, 14.00 bis 18.00 Uhr auf dem Warmen Damm
Ein Fest für die ganze Familie
kostenfrei

Am 1. Mai kann zusammen mit dem JUST der Start der Jungen Maifestspiele auf dem Warmen Damm mit Aktionen rund um die Welt des Theaters gefeiert werden. Neben Spiel- und Bastelstationen für Groß und Klein, gibt es eine kostenfreie Aufführung des Theaters Marabu, verzaubernde Walk-Acts, Verlosungen und eine kleine Überraschung.

Internationale Maifestspiele Programmüberblick PDF

Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de
Theaterkasse: Telefon 0611.132 325
E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de
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Abo-Büro: Telefon: 0611.132 340 E-Mail: abonnement@staatstheater-wiesbaden.de
Gruppenbüro: Telefon 0611.132 300 E-Mail: gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de

Vorverkauf Internationale Maifestspiele 2022 – Sonderregelung für »Mein Name sei Gantenbein« und »Die Dreigroschenoper«

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Ab dem 18. März 2022 um 10 Uhr gehen die Vorstellungen der Internationalen Maifestspiele 2022 in den erweiterten Vorverkauf. Das heißt, dass alle Plätze in den kleinen Spielstätten (Kleines Haus, Foyer, Studio und Wartburg) sowie deutlich mehr Plätze als bisher im Großen Haus (818 Plätze) und in der Marktkirche zur Verfügung stehen.
Sobald die Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen angepasst wird, gehen automatisch auch die restlichen Plätze im Großen Haus in den Vorverkauf.

Der Vorverkauf der neuen Kontingente gilt für alle Produktionen, die bei den Internationalen Maifestspielen gezeigt werden mit Ausnahme von »Mein Name sei Gantenbein« und »Die Dreigroschenoper«. Aufgrund der extrem starken Nachfrage für beide Produktionen gehen für diese die restlichen Karten nicht in den normalen Vorverkauf. Stattdessen wird die Kaufoption verlost. Interessent:innen können bis zum 20. März 2022 eine E-Mail mit dem Betreff »IMF Kaufoption Dreigroschenoper« bzw. »IMF Kaufoption Gantenbein« an vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de unter Angabe der Kontaktdaten und der gewünschten Kartenanzahl (1 oder 2 Karten) und Angabe des gewünschten Aufführungstermins (10. oder 11. Mai bzw. 11. oder 12. Mai) schicken. Die Gewinner:innen der Kaufoption werden dann bis zum 23. März benachrichtigt und können die Karten bis zum 30. März kaufen.

Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de
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Vorschau auf die »Internationalen Maifestspiele 2022 « Wiesbaden und Sonderausstellung »Vorhang auf!« im SAM

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Nachdem die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden 2020 und 2021 coronabedingt abgesagt werden mussten, beziehungsweise nur in einer sehr abgespeckten Version veranstaltet werden konnten, feiern sie in 2022 ihr Comeback einschließlich der nachgeholten Feierlichkeiten zum Jubiläum 125 Jahre Internationale Maifestspiele Wiesbadenmit der Sonderschau „Vorhang auf!“.
Eine Programmvorschau der Internationalen Maifestspiele 2022 vom 30. April bis 31. Mai gaben heute Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Künstlerischer Leiter der Internationalen Maifestspiele, Oberbürgermeister Gert Uwe Mende, Sabine Philipp, Direktorin Stadtmuseum am Markt, sowie Elisa Mendelssohn, Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden.

In diesem Jahr, so Intendant Laufenberg, seien über 900 Künstler und Künstlerinnen zu Gast in Wiesbaden, unter anderem aus: Italien, Irland, Polen, der Ukraine, der Schweiz, Österreich, Spanien, Frankreich, Armenien, Großbritannien und Deutschland. Vorgesehen sind 46 Gastspiele, 15 Produktionen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, wovon drei Produktionen während der Internationalen Maifestspiele ihre Premiere feiern werden. Bei den Jungen Maifestspiele wird es insgesamt 12 Produktionen zu sehen geben. Außerdem mischt die Freie Szene aus Wiesbaden mit und ist mit 7 Projekten vertreten. „Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr auf großen kunst- und geistesgeschichtlichen Aufbrüchen – was in der aktuellen Situation, die nach einem großen Aufbruch geradezu schreit, eine Ermutigung sein kann.“, so Intendant Laufenberg.

In der heutigen Pressekonferenz stellte Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Künstlerischer Leiter der Internationalen Maifestspiele, das diesjährige Programm der »Internationalen Maifestspiele«, das vom 30. April bis 31. Mai zu sehen sein wird, vor. (v.li.):Oberbürgermeister Gert Uwe Mende, Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Künstlerischer Leiter der Internationalen Maifestspiele,, Sabine Philipp, Direktorin Stadtmuseum am Markt, sowie Elisa Mendelssohn, Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden  © Foto Diether v. Goddenthow
In der heutigen Pressekonferenz stellte Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Künstlerischer Leiter der Internationalen Maifestspiele, das diesjährige Programm der »Internationalen Maifestspiele«, das vom 30. April bis 31. Mai zu sehen sein wird, vor. (v.li.):Oberbürgermeister Gert Uwe Mende, Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Künstlerischer Leiter der Internationalen Maifestspiele,, Sabine Philipp, Direktorin Stadtmuseum am Markt, sowie Elisa Mendelssohn, Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden © Foto Diether v. Goddenthow

Oberbürgermeister Gert Uwe Mende dankte allen Mitwirkenden und auch dem Intendanten des hessischen Staatstheaters, Uwe Eric Laufenberg, ganz herzlich. „Sie alle garantieren ein Programm auf höchstem künstlerischem Niveau und mit internationaler Vielfalt – und das unter den schwierigen Corona-Bedingungen«

Sabine Philipp, Direktorin Stadtmuseum, die die große Begleitausstellung „Vorhang auf. 125 Jahre Internationale Maifestspiele“ vorstellte betonte, dass man sich mit der Ausstellung ›Vorhang auf!‹ darauf freue, „in den Kurhauskolonnaden ein breites Publikum mit auf eine 125jährige Reise mit Glanz und Glamour, Höhen und Tiefen der Wiesbadener Festspieltradition zu entführen. Und wir sind voller Zuversicht, dass es im Mai auch für unser privates und öffentliches Leben und Miteinander wieder heißen darf: Vorhang auf! zum unbeschwerten Miteinander!«

Eine Neuerung der Maifestspiele sei unter anderem in diesem Jahr, dass bereits am Vorabend der Maifestspiele, am 30.April, 19.30 Uhr, die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber im Großen Haus als konzertante Aufführung angeboten würde.

Das Programm im Einzelnen

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Oper / Konzert
Bereits am Vorabend der Internationalen Maifestspiele wird zum 200-jährigen Jubiläum ihrer Uraufführung Carl Maria von Webers Oper »Der Freischütz« durch das Freiburger Barockorchester unter der Musikalischen Leitung von René Jacobs in einer konzertanten Aufführung zu erleben sein. Im Zentrum und zu Beginn des diesjährigen Festivals steht die Opernpremiere »Babylon« von Komponist Jörg Widmann. Das 2012 an der Bayerischen Staatsoper München uraufgeführte Werk beweist in eindringlicher Weise, wie überwältigend und mitreißend zeitgenössisches Musiktheater sein kann. Für die Freunde des klassischen Repertoires verspricht der Wiesbadener »Mozart-Zyklus«, bei dem alle sieben »Meisteropern« des Komponisten in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung aufgeführt werden, sie im Zusammenhang neu zu betrachten. Zudem gastiert das renommierte Teatro Petruzzelli aus Bari (Italien) mit der Oper »Aida« und der »Messa da Requiem« von Giuseppe Verdi bei den diesjährigen Festspielen. Zum Abschluss wird das »Gespensterschloss« gespielt, ein Klassiker der polnischen Oper von Stanisław Moniuszko, der aber in Deutschland nur selten gespielt wird. Die junge Regisseurin Ilaria Lanzino erhielt den Europäischen Opernregiepreis mit dieser Aufführung.

Schauspiel
Ein weiteres Highlight stellt zweifelsohne ein Gastspiel des Berliner Ensembles mit Barrie Koskys gefeierter Neuinszenierung der »Dreigroschenoper« von Kurt Weill und Bertolt Brecht dar. Zusätzlich bringt das Berliner Ensemble »Mein Name sei Gantenbein« mit Matthias Brandt in der Regie von Oliver Reese auf die Bühne. Mit »Effingers« haben die Münchner Kammerspiele den großen Roman von Gabriele Tergit in einer Inszenierung von Regisseur Jan Bosse adaptiert. Außerdem dürfen sich Freundinnen und Freunde des Schauspiels auf eine zwölfstündige Gesamtaufführung aller drei Teile von Tom Stoppards »Die Küste Utopias« freuen, ferner auf das Gastspiel von »Unendlicher Spaß« von David Foster Wallace in der Inszenierung von Thorsten Lensing.

Tanz / Performance
Die international gefeierte Tanzkreation »MÁM« von Choreograph Michael Keegan-Dolan ist eine Mischung aus irischer Tradition und zeitgenössischer Choreographie und wird nach England, Spanien und Neuseeland erstmals in Deutschland aufgeführt. Die Performance »War on Water« in der Regie von Matthias Brenner ist der Beitrag der »Internationalen Maifestspiele« zum Wiesbadener Jahr des Wassers. Für das Performanceprojekt »Das Schattenkabinett« stellen Bernd Freytag und der Komponist und Musiker Mark Polscher einen Chor aus Wiesbadener Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Bernd Freytag war langjähriger Mitarbeiter in den Inszenierungen Einar Schleefs – als Chordarsteller, Chorleiter und Regieassistent.

Projektstipendien der Stadt Wiesbaden
»Ans Licht!« lautet die thematische Klammer des Projektstipendiums Maifestspiele 2022. Sechs Stipendiat:innen erhalten jeweils bis zu 8.000 Euro vom Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden, um ihre jeweiligen Projektideen zu verwirklichen. Die von einer Jury im Januar 2022 ausgewählten Produktionen werden in der Wartburg, im Foyer des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden sowie an diversen weiteren Orten in der Stadt gezeigt. Nachdem das Projektstipendium Maifestspiele 2021 erstmals ausgeschrieben wurde, setzen das Hessische Staatstheater Wiesbaden und das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auch in diesem Jahr fort.

Lesungen
In seinem Buch »Die Liebe in Gedanken« hat Peter Michalzik, langjähriger Theaterkritiker und Redakteur der »Frankfurter Rundschau«, die Umstände einer Liebesgeschichte in Briefen nachgezeichnet und lässt darin die drei beteiligten Dichterpersönlichkeiten ausführlich zu Wort kommen. Bei den diesjährigen Maifestspielen wird der Briefwechsel zudem auf besondere Art lebendig, denn die Theaterstars Bettina Hoppe, Philipp Hauß und Werner Wölbern werden Marina Zwetajewa, Boris Pasternak und Rainer Maria Rilke ihre Stimmen leihen. Weitere Lesungen sind im Rahmen der Jungen Maifestspiele und der IMF Extras zu erleben.

Junge Maifestspiele
Fünf Ukrainische Künstler:innen gestalten im Rahmen einer Kooperation des Hessischen Staatstheaters mit der Wanderbühne Freudenberg ein Wochenende voller Musik und Tanz. Außerdem bieten die IMF Extras eine Reihe an besonderen Veranstaltungen in der Wartburg.
In der FilmBühne Caligari gibt es eine Internationale Filmreihe bei der u.a. der Stummfilm »Nosferatu« mit Livemusik-Begleitung durch das Ensemble L‘Arsenale die Treviso gezeigt wird.
Im Rahmen der Bonus Tracks findet in diesem Jahr nun endlich die Sonderaustellung »Vorhang auf!« des Wiesbadener Stadtmuseums sam – Stadtmuseum am Markt statt. Die Theaterpädagogik und die Museumspädagogik der Stiftung Stadtmuseum schließen sich zusammen, um gemeinsam ein einmaliges IMF-Erlebnis mit besonderen Veranstaltungen und Führungen zu präsentieren.

Die Durchführung der »Internationalen Maifestspiele« 2022 wird durch die Unterstützung der Landeshauptstadt Wiesbaden, des Landes Hessen, der NASPA, Culture
Island und des Förderkreises der Internationalen Maifestspiele e.V. sowie durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain ermöglicht.

Website Internationale Maifestspiele 2022 Wiesbaden

Programmbuch online

Der Kartenvorverkauf für den Mai startet am 21. Februar 2022.
Karten sind an der Theaterkasse, telefonisch unter 0611.132 325 oder online unter www.maifestspiele.de erhältlich.

Erweiterung der Sitzplatzkapazität im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Ab dem 8. Februar 2022 ist aufgrund von Änderungen an der aktuellen Corona-Schutzverordnung durch die Hessische Landesregierung wieder mehr Publikum in den großen Spielstätten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden zugelassen. Ab sofort stehen rund 480 Sitzplätze im Großen Haus zur Verfügung. D.h. für alle bereits ausverkauften Vorstellungen im Großen Haus sind ab sofort weitere Karten verfügbar. Das Publikum wird weiterhin im doppelten Schachbrett platziert. Selbiges gilt auch für die Sinfoniekonzerte im Kurhaus.

Mit dem Start des Vorverkaufs für März am 9.2.2022 wird auch in den kleinen Spielstätten, d.h. im Kleinen Haus, im Studio und in der Wartburg das Publikum im doppelten Schachbrett platziert, so dass sich hier die verfügbaren Zuschauerplätze leider reduzieren. Für alle Spielstätten gilt bis auf weiteres die Regelung 2G+.

Für das Publikum und das Hessische Staatstheater Wiesbaden bedeuten die Veränderungen der aktuellen Corona-Schutzverordnung eine erneute Belastung, da zum Teil Publikum umplatziert wird und zusätzliche Vorstellungen angesetzt werden müssen, um die große Nachfrage, vor allem im Kinder- und Jugendtheater zu befriedigen. Die Theaterleitung bedauert die erneuten Einschränkungen außerordentlich und wird das von Vorstellungsänderungen betroffene Publikum in den kommenden Tagen informieren.

Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de

Theaterkasse: Telefon 0611.132 325 | E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de | www.staatstheater-wiesbaden.de Abo-Büro: Telefon: 0611.132 340 | abonnement@staatstheater-wiesbaden.de Gruppenbüro: Telefon 0611.132 300 | gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de