Kategorie-Archiv: Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Statement des Wiesbadener Staatstheaters zu den Internationalen Maifestspielen 2023

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Nun sind Teile des Programms der Internationalen Maifestspiele 2023 zwischen die russischen und ukrainischen Kultur-Fronten geraten, was bedauerlicherweise zu Absagen der ukrainischen Nationalphilharmonie und des Taras-Schewtschenko-Theaters Charkiw geführt hat. Hierzu lässt das Hessische Staatstheater folgendes verlauten:
„Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden (IMF) erreichte gestern durch die Agentur Andreas Richter ein Brief des Generalintendanten des Nationalen Operntheaters der Ukraine Petro Chupryna sowie ein an die Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth gerichtetes Schreiben des ukrainischen Kulturministers Oleksandr Tkachenko.

Die Agentur Andreas Richter, die sowohl die Ukrainische Nationalphilharmonie als auch Teodor Currentzis’ musicAeterna in Europa vertritt, hatte dem Chefdirigenten Mykola Diadiura und der Nationalphilharmonie frühzeitig mitgeteilt, dass in einem anderen Konzert auch Anna Netrebko im Rahmen der IMF auftreten werde. Die Künstler hat das nicht davon abgehalten, unsere Einladung anzunehmen.

Die vorläufigen Absagen, die uns nun sowohl seitens der Ukrainischen Nationalphilharmonie als auch seitens des Taras-Schewtschenko-Theater Charkiw erreichten, sind ganz offensichtlich politisch motiviert bzw. von der Politik auferlegt. Dies wird nicht zuletzt aus dem Schreiben des Kulturministers Oleksandr Tkachenko an Claudia Roth offenbar. Tkachenko stellt in diesem Schreiben klar, dass die ukrainische Seite weder die Zusammenarbeit mit Personen tolerieren werde, die die russische Kultur repräsentierten, noch überhaupt Veranstaltungen, in denen russische Kultur zur Darstellung käme (»the Ukrainian side does not tolerate any kind of collaboration with the aggressor state nor participation in any cultural event together with anyone representing Russian culture, nor being part of any event promoting russian culture.«).

Für uns würde das bedeuten, dass wir keinerlei russische Künstler mehr auftreten lassen könnten, keinerlei russische Musik mehr spielen (was wir mit Tschaikowskis Violinkonzert bei den IMF tun) und auch keine russischen Dichter mehr zu Wort kommen lassen dürften (was in unserer Eröffnungspremiere mit der Vertonung von Dostojewskis »Aus einem Totenhaus« passieren wird). Diese Forderung des ukrainischen Kulturministers, die russische Kultur aus unseren Spielplänen ganz zu entfernen, kann für uns in einem freien Land nicht hinnehmbar sein.

Auch halten wir es für falsch, dass ukrainische Künstler, die uns mehrfach beteuert haben, dass sie bei den Internationalen Maifestspielen 2023 auftreten möchten, von staatlicher Seite daran gehindert werden.

Wenn wir von ukrainischen Staatsbeamten aufgefordert werden, dass wir uns zwischen zwei Kulturen entscheiden sollten (»der Kultur des Aggressors und der Kultur eines demokratischen Staates«), so wird hier eine falsche Alternative aufgemacht. Wir haben uns klar gegen den Angriffskrieg von Putin und auch gegen das gesamte Handeln des Putin-Regimes gestellt. Das kann aber keine Verurteilung aller russischen Menschen und aller russischen Kultur bedeuten. Kultur lebt immer von menschlichen Werten, die über den Nationen stehen. So ist die ukrainische Theatertruppe mit dem französischen Stück »Caligula« von Albert Camus eingeladen und das ukrainische Orchester mit einem Werk des Italieners Giuseppe Verdi. Dass es dazu auf staatliches Geheiß in Wiesbaden vermutlich nicht kommen wird, ist kein gutes Zeichen für eine Kultur, die Kriege und Unrecht überwinden will. Die Internationalen Maifestspiele Wiesbaden sind international. Sie entscheiden sich nicht für oder gegen eine nationale Kultur. Sie entscheiden sich für die eine Kultur, die alle verbinden sollte.“

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Wiesbadener Internationale Maifestspiele 2023

© Foto Diether von Goddenthow
© Foto Diether von Goddenthow

Anna Netrebko wird am 5. und 7. Mai 2023 bei den Internationalen Maifestspielen in der Landeshauptstadt Wiesbaden ihr Debüt als Abigaille in Giuseppe Verdis Oper »Nabucco« geben. Die Titelfigur verkörpert Željko Lučić, am Pult steht Michael Güttler, der gerade sein Debüt an der Mailänder Scala gibt, die weiteren Partien singen Ioan Hotea, Young Doo Park und Silvia Hauer.

Wir in der westlichen Welt, die wir gerade erleben, wie unsere Freiheit in der Ukraine leider auch mit Waffen und Menschenleben verteidigt werden muss, dürfen nie Künstler und Menschen ausschließen, die zu uns gehören und die wir für den Kampf gegen Unrechtsregimes, wie das von Vladimir Putin, dringend auf unserer Seite brauchen. In unserem gemeinsamen Kampf gegen Unrecht und Willkür sollten uns alle russischen Menschen ebenso selbstverständlich willkommen sein wie auch alle ukrainischen Menschen und diejenigen aller anderen Nationen.

Die Internationalen Maifestspiele 2023 werden eröffnet mit Janáčeks »Die Sache Makropulos« und »Aus einem Totenhaus«. Auch zwei ukrainische Produktionen werden im Rahmen der Festspiele zu Gast in Wiesbaden sein: am 9. Mai das Taras-Schewtschenko-Theater aus Charkiw mit Camus‘ Schauspiel »Caligula« sowie am 24. Mai das Ukrainische Nationalorchester mit Verdis »Requiem«.

Die Wiesbadener Maifestspiele sind allen politischen Gefangenen in dieser Welt gewidmet, stellvertretend seien genannt: Marina Kalesnikowa, Sergej Tischanowski und Roman Protasewitsch (Belarus), Alexej Nawalny, Ilja Jaschin und Wladimir Kara-Mursa (Russland), Joshua Wong (Hongkong/China), Osman Kavala (Türkei), Nazi Fateme Habibi und Nahid Taghvi (Iran).

Wir sollten Unrecht und Willkür nie einen Platz geben.

Der Vorverkauf für diese und alle weiteren Vorstellungen der Internationalen Maifestspiele beginnt am 17. Februar 2023 um 10.00 Uhr.

Weitere Informationen unter www.maifestspiele.de

Theaterkasse: Telefon 0611.132 325 | E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de | www.staatstheater-wiesbaden.de Abo-Büro: Telefon: 0611.132 340 | abonnement@staatstheater-wiesbaden.de Gruppenbüro: Telefon 0611.132 300 | gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de

Dorothea Hartmann und Beate Heine werden als Doppelspitze die neuen Intendantinnen des Staatstheaters Wiesbaden

Am 15. November 2022 haben die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende die künftigen Intendantinnen des Hessischen Staatstheaters Dorothea Hartmann und Beate Heine bekannt gegeben.  Sie werden künftig als Doppelspitze fungieren. Der Wechsel erfolgt zum Beginn der Spielzeit 2024/2025, wenn die Intendanz von Uwe-Eric Laufenberg endet. Dorothea Hartmann und Beate Heine werden das Haus dann als künstlerische Doppelspitze leiten, gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Direktor Holger von Berg. Sie sollen zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten.

DEUTSCHE OPER BERLIN  Dorothea Hartmann  ©privat
DEUTSCHE OPER BERLIN
Dorothea Hartmann ©privat

„Mit Dorothea Hartmann und Beate Heine haben wir zwei starke Theaterfrauen für unser Staatstheater gewinnen können“, erklärt Kunstministerin Angela Dorn. „In ihren jeweiligen Fachgebieten sind sie in der Theaterlandschaft schon seit vielen Jahren hoch angesehen und bestens vernetzt. Jetzt können sie ihre jeweiligen Stärken in der Leitung eines großen Mehrspartenhauses in idealer Weise zusammenführen. Nicht nur ihr innovatives künstlerisches Konzept mit einer ausgeprägten zeitgenössischen Handschrift, einem Bekenntnis zum Ensembletheater und frischen Ideen für ein starkes Wirken in die Stadt haben uns überzeugt. Auch ihr Führungsmodell verspricht, eine gute Lösung für den Neustart und die Zukunft des Staatstheaters zu sein. Hessen hat mit der Doppelspitze am Landestheater Marburg eine Vorreiterrolle inne; wir haben damit gute Erfahrungen gesammelt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin gespannt auf die neuen Impulse für das Theaterleben in Wiesbaden und ganz Hessen.“

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Kulturdezernent Axel Imholz, die Mitglieder der Findungskommission waren, sind mit der getroffenen Entscheidung sehr zufrieden: „Wir sind überzeugt, dass wir mit Dorothea Hartmann und Beate Heine ein hervorragendes Team für die Intendanz erhalten werden, dass nicht nur neue künstlerische Impulse setzen, sondern auch das Staatstheater noch stärker mit unserer Stadt verschränken werden.“

Dorothea Hartmann und Beate Heine erklären: „Wir freuen uns sehr, ab 2024 das kulturelle Leben in einer so spannenden und traditionsreichen Stadt wie Wiesbaden mitzuprägen. Als Zweierteam an der Spitze des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden stellen wir das Prinzip des Dialogs ins Zentrum unserer Intendanz: Theater als Ort der Kommunikation, für eine diverse Stadt und Region – und im Austausch mit der internationalen Szene.“

Dorothea Hartmann gehört seit 2012 zum Leitungsteam der Deutschen Oper Berlin, wo sie als Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der zweiten Spielstätte „Tischlerei“ eine der wichtigsten Plattformen für neue Formen und die Öffnung des Musiktheaters etabliert hat. Als Dramaturgin verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern der internationalen Opernszene wie Sir Donald Runnicles, Marc Albrecht, Alessandro de Marchi, Benedikt von Peter, Marie-Eve Signeyrole, Christof Loy oder Claus Guth. Ihre Theaterlaufbahn begann Dorothea Hartmann an den Häusern in Mannheim und Linz, ab 2006 war sie Opern- und Konzertdramaturgin an der Staatsoper Hannover. Regelmäßig unterrichtet sie seit zehn Jahren an den Musikhochschulen in Berlin, München und Leipzig. Dorothea Hartmann verfasste zahlreiche Libretti für Kinder- und Jugendstücke und ist in zahlreichen Gremien tätig, unter anderem als Jurorin für den Deutschen Theaterpreis Der Faust und als Kuratoriumsmitglied für das Kinder- und Jugendtheaterzentrum Deutschland. Sie ist seit 2016 im Vorstand der Dramaturgischen Gesellschaft und wurde 2021 in die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste gewählt.

Beate-Heine ©privat
Beate-Heine ©privat

Beate Heine, in Hamburg geboren, ist seit vielen Jahren in Leitungsfunktionen als Chefdramaturgin und Stellvertretende Intendantin an verschiedenen namhaften Staats- und Stadttheatern tätig – unter anderem am Thalia Theater Hamburg, am Staatstheater Dresden und am Schauspiel Köln. Aktuell ist sie Stellvertretende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Nach Beendigung ihres Studiums der Theaterwissenschaft, Germanistik und Romanistik in Berlin arbeitete sie zunächst als Journalistin und Autorin, bis sie als Dramaturgin an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gerufen wurde und später unter anderem an der Schaubühne am Lehniner Platz tätig war. Beate Heine verfügt über ein weitgefasstes Netzwerk in die deutschsprachige Theaterlandschaft und in die internationale europäische Theaterszene. Zuletzt war sie unter anderem Vorstandsmitglied des internationalen Theaternetzwerkes Union des Théâtres de L´Europe. Sie arbeitet interdisziplinär und spartenübergreifend mit überregional bekannten Regisseurinnen und Regisseuren und Künstlerinnen und Künstlern zusammen. Außerdem fördert sie junge Regie- sowie Autorinnen- und Autorentalente.

Dorothea Hartmann und Beate Heine haben sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen rund 40 Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt. Unter den Bewerbungen gab es 15 Teambewerbungen. Zur Findungskommission unter dem Vorsitz von Kunstministerin Angela Dorn und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende gehörten Brigitte Dethier (Vorsitzende der ASSITEJ Deutschland, vormals Intendantin des Jungen Ensemble Stuttgart), Prof. Hans-Jürgen Drescher (Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste), Isabel Ostermann (Operndirektorin des Staatstheaters Braunschweig), Prof. Ingo Diehl (Professor für Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Frankfurt und Präsident der Hessischen Theaterakademie), Ayse Asar (Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Dr. Dirk Engel (Abteilungsleiter für Kultur im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Axel Imholz (Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden), Jörg-Uwe Funk (Kulturamtsleiter, Landeshauptstadt Wiesbaden) und Jan-Sebastian Kittel (Referatsleiter Theater Musik, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst). Außerdem waren die Personalvertretung und die Gleichstellungsbeauftragte des Staatstheaters Wiesbaden eingebunden.

Mit Ludwig van Beethoven startet das Hessische Staatstheater Wiesbaden in die neue Theater-Saison

»1. Sinfoniekonzert«
Am Mittwoch, 21. September 2022, um 19.30 Uhr im Kurhaus
Einführung um 18.45 Uhr im Friedrich-von-Thiersch-Saal.

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre Nr. 3 zur Oper »Leonore« op. 72
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«
Ist nach dem Beethoven-Jahr 2020 nicht mal genug mit Beethoven? Wir finden nicht und widmen das 1. Sinfoniekonzert passend zur ersten Opernpremiere der Spielzeit, »Fidelio«, diesem musikalischen Revolutionär. Gleich drei revolutionäre Stücke stehen in Wiesbaden auf dem Programm: In der Ouvertüre Nr. 3 zu »Leonore« kündigt ein Trompetensignal das Ende eines Unrechtsregimes an. Mit dem 4. Klavierkonzert erfand Beethoven die Gattung Klavierkonzert neu; die 3. Sinfonie »Eroica« ist ein Manifest für den Kampf um die Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Mit Claire Huangci ist eine international gefeierte Pianistin zu Gast. Neben Auftritten in Konzertsälen wie der Carnegie Hall New York, der Suntory Hall Tokyo und der Philharmonie de Paris hat sie eine Reihe preisgekrönter Alben veröffentlicht (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Gramophone Editor’s Choice).

Das Hessische Staatsorchester Wiesbaden spielt unter der Leitung von Johannes Klumpp. Er stellt sich in diesem Konzert erstmals dem Wiesbadener Publikum vor und wird im Laufe dieser Spielzeit u. a. die Musikalische Leitung der Neuproduktionen »Die Lustige Witwe«, »Die Sache Makropulos« und »Aus einem Totenhaus« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden übernehmen.
Das Hessische Staatsorchester Wiesbaden spielt unter der Leitung von Johannes Klumpp. Er stellt sich in diesem Konzert erstmals dem Wiesbadener Publikum vor und wird im Laufe dieser Spielzeit u. a. die Musikalische Leitung der Neuproduktionen »Die Lustige Witwe«, »Die Sache Makropulos« und »Aus einem Totenhaus« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden übernehmen.

»Die ›Eroica‹ von Beethoven fasziniert mich in die tiefsten Tiefen. So stark und so zerbrechlich gleichzeitig. So düster und so hoffnungsvoll euphorisch. So idealistisch und so zutiefst real. Ein Kosmos Menschlichkeit. Was für ein Über-Werk!« – Johannes Klumpp.

Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de
Theaterkasse: Telefon 0611.132 325 | E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de | www.staatstheater-wiesbaden.de
Abo-Büro: Telefon: 0611.132 340 | abonnement@staatstheater-wiesbaden.de Gruppenbüro: Telefon 0611.132 300 | gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de

Biennale Wiesbaden steht vor der Tür – Am 1. September 2022 eröffnet sie dieses Mal als „Festival der performativen Künste“

Ganz im woken Zeitgeist von Diversität drehen sich 11 Tage lang vom 1. bis 11.September 2022 die rund 50 Veranstaltungen und 17 internationalen transdisziplinären Produktionen der 3. Wiesbadener Biennale rund um geschlechterübergreifende, globale und de-kolonialisierte Kunstformen. Sie werden sozusagen dieses Mal anders als bei den ersten beiden im ganzen Stadtgebiet inszenierten Biennalen  hauptsächlich im Hessischen Staatstheater Wiesbaden stattfinden. Denn in der Wahrnehmung der Veranstalter handele es sich dabei um einen Bau aus der die kaiserliches imperiale und postkolonialistische Macht von einst repräsentiere.

Zu Gast auf dem Festival, dem „Fest der performativen Künste“ sind KünstlerInnen, FilmerInnen, ChoreographInnen, TänzerInnen und AktivistInnen u.a. aus Südafrika, Litauen, den USA, Südkorea, Ruanda, Bulgarien, Griechenland und der Schweiz, also bewusst  ausschließlich nichtdeutsche Künstler und Künstlerinnen.

Performative Kunst oder das  Auflösen der Kunstsparten

Laut Veranstalter gingen „die einst so streng geteilten Sparten Tanz, Musik, Bildende und Performative Kunst, heute im Theater fließend ineinander über. In den vergangenen Jahren haben Begriffe wie die ‚performative Wende‘, post-dramatisches- und neu: post-pandemisches Theater, den Diskurs geprägt.

Die 3. Ausgabe der jungen Wiesbaden Biennale beschäftigt sich in diesem Jahr mit geschlechterübergreifenden, globalen und de-kolonialisierten Kunstformen. Im Zentrum des Programms stehen transformative, fluide, grenzüberschreitende Theater-Formate, die sich mit der besonderen Rolle von Choreographie und Tanz in den Künsten, mit Performance sowie der Neudefinition des Körpers, mit Geschlecht, Identität und sexueller Orientierung, beschäftigen.“

Transformation – Auf der Suche nach neuen Theaterformen

Die Wiesbaden Biennale zeigt, gleich am Eröffnungswochenende in einer Europapremiere, die queere Americana Variety-Show von River L. Ramirez, eine Liebes-Geschichte in der Wüste während der Pandemie. Ebenfalls zur Eröffnung gastiert das chilenische, feministische Aktivisten Kollektiv LASTESIS, das mit seiner Performance im Netz weltweit bereits Hunderttausende von Fans begeistert hat und vom Time Magazine unter den 100 einflussreichten Menschen weltweit gelistet wird. In Deutschland ist Wiesbaden einer der wenigen Orte, wo die berühmte Performance live mit 60 Wiesbadenerinnen zu sehen ist. Weitere Deutschlandpremieren sind: Simon Senn, Be Arielle, eine semi-digitale Love Story und Nitisch Jain ‚Spoonfeed‘, ein sensorisches Abenteuer an der Schnittstelle zwischen immersiven Theater und Storytelling.
Tanz-Fans erwarten mit Spannung Tjaral Harrell (USA/Schweiz), der zur Eröffnung der Wiesbaden Biennale das legendäre ‚The Köln Concert‘ des jungen Keith Jarrett aus dem Jahr 1975 mit seinen meditativen und ekstatischen Klangzuständen, als Tanz-Performance wieder aufleben lässt. Harrells Performance-Arbeiten waren bereits im MoMA, im PS1, in der Fondation Cartier, auf der Art Basel sowie auf Festivals rund um die Welt zu sehen. Eigens für Wiesbaden entstand als Ko-Produktion u.a. mit dem Sommerfestival auf Kampnagel in Hamburg, Jeremy Nedd & Impilo Mapanstula, ‚How a fallen star lit up the purple sky‘. Das Stück interpretiert das ursprünglich weiss besetzte Genre des Westerns neu.

Weitere Kunst-Highlights:

documenta fifteen auf der Wiesbaden Biennale: The Nest Collective aus Kenia ist sowohl in Kassel als auch in Wiesbaden präsent. Schwarzes Empowerment wird hier zum multimedialen Kunst- und Bühnenereignis. Mit ‚Sun & Sea (Marina)‘ zeigt die Wiesbaden Biennale eine subversiv-hintergründige musikalische Opern-Performance, die u.a. bereits auf der 58. Biennale Venedig im Litauischen Pavillon zu sehen war und dort mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Die Komponistin Lina Lapelytė. die Librettistin Rugilė Barzdžiukaitė und die Regisseurin Vaiva Grainytė machen die Bühne zum Strand.

 

Die Tänzer Sayaka Kado und Ramon John erhielten den »Preis der Freunde des Hessischen Staatsballetts e.V.«

Als Ausdruck der besonderen Anerkennung und Wertschätzung der künstlerischen Leistungen der Ballettcompagnie hat der Verein der Freunde des Hessischen Staatsballetts entschieden, Sayako Kado und Ramon John des Hessischen Staatsballetts mit einem Preis zu ehren. Die Verleihung fand erstmalig am 16. Juli 2022 nach der letzten Ballettvorstellung »memento« statt. Der Preis ist ein Publikumspreis der Freunde des Hessischen Staatsballetts, ist mit jeweils 500€ dotiert und soll in Zukunft jährlich vergeben werden.

Über Sayaka Kado
Sayaka Kado ist seit 2017 Ensemblemitglied des Hessisches Staatsballetts und konnte bereits in vielen unterschiedlichen Rollen auf der Bühne bewundern werden, u.a. als Julie in »Liliom« und als Mutter in »Der Nussknacker«. Sie tanzte u.a. in »Sadeh 21«, in »Untitled Black« und in »memento«. In der Begründung für die Preisverleihung an Sayaka Kado wurde ihr technisch exzellentes und unverwechselbares Tanzvokabular hervorgehoben. Ihre Bewegungssprache gilt als anmutig, kraft- und ausdrucksvoll zugleich. Sayaka Kado tanze ihre jeweiligen Rollen hoch konzentriert und mit großer Hingabe. Der Zauber ihres Tanzes berühre und überzeuge das Publikum bei jedem Auftritt.

Über Ramon John
Ramon John ist seit 2016 beim Hessischen Staatsballett engagiert. Für seine eindrucksvolle Interpretation des Wanderers in der Ballettproduktion »Die Winterreise« erhielt er 2018 den Deutschen Theaterpreis Der FAUST als bester Tänzer. Er bezauberte das Publikum als Elfenkönig Oberon im Sommernachtstraum und in »Liliom« in der Rolle des Bösewichts Fiscur.

Im »Der Nussknacker« tanzte Ramon den dubiosen Onkel Drosselmeyer, er stand in »Sadeh 21« und kürzlich im Doppelabend »What we are made of « in Darmstadt in beiden Stücken auf der Bühne. In »memento« am Abend der Preisverleihung begeisterte sein Auftritt das Publikum.

Aus der Begründung: Ramon John ist als äußerst charismatischer Tänzer und Ausnahmetalent ein würdiger Preisträger. Er verfügt neben einer exzellenten Technik über eine unverwechselbare Bewegungssprache und hohe Bühnenpräsenz. Seine Rolleninterpretation begeistert und bezaubert das Publikum regelhaft.

Wiesbaden Biennale 2022 versteht sich als ein interdisziplinäres Fest aller Künste – vom 1. bis 11. September im Hessischen Staatstheater

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Ganz im Woken Zeitgeist und mit „ausdrücklich keiner einzigen deutschen Produktion“ findet nach dreijähriger Pause die Wiesbaden Biennale 2022 zum Saison-Auftakt im Herbst, vom 1. – 11. September, im Hessischen Staatstheater statt. Mit Kilian Engels, dem langjährigen Leiter des Münchner Festivals „radikal jung“ und Chefdramaturg am Münchner Volkstheater, konnte ein renommierter neuer Festivalmacher verpflichtet werden, der die Wiesbaden Biennale im Umfeld so genannter neuer Realitäten und hochaktueller Diskurse ausrichtet: postnational, postkolonial, postdigital und postpandemisch.

In den 11 Festival-Tagen stehen über 50 Veranstaltungen, 17 internationale, transdisziplinäre Produktionen, darunter die Uraufführungen eines interaktiven Film-Screenings des kenianischen Kollektivs The Nest, das in diesem Jahr auch auf der documenta zu sehen ist, auf dem Programm. Es soll auch später in Kenia gezeigt werden. Ausgangs- und Bezugspunkt der Biennale ist das Hessische Staatstheater Wiesbaden, das mit seiner prunkvollen wilhelminischen Architektur, als Symbol für „ein in Stein gehauenes Statement für das weiße Patriarchat“ die Bühne bildet für einen Themen-Diskurs rund um DECOLONIZE und DIVERSITY. Geschlechterrollen? Schon lange nicht mehr verbindlich…

Das Hessische Staatstheater mit seiner prunkvollen wilhelminischen Architektur sei quasi ein in Stein gehauenes Statement für das weiße Patriarchat, für den weißen Mann,  für Militarismus, Kolonialismus und Imperialismus. Das sei der ideale Ort für ein Festival im historischen Zusammenhang, „um sozusagen ein stärkeres Bewusstsein für postkoloniale Themen zu schaffen“, so Biennale-Kurator Kilian Engels auf der Programm-Pressekonferenz. © Foto Diether v. Goddenthow
Das Hessische Staatstheater mit seiner prunkvollen wilhelminischen Architektur sei quasi ein in Stein gehauenes Statement für das weiße Patriarchat, für den weißen Mann, für Militarismus, Kolonialismus und Imperialismus. Das sei der ideale Ort für ein Festival im historischen Zusammenhang, „um sozusagen ein stärkeres Bewusstsein für postkoloniale Themen zu schaffen“, so Biennale-Kurator Kilian Engels auf der Programm-Pressekonferenz. © Foto Diether v. Goddenthow

Die Wiesbaden Biennale 2022 versteht sich als ein interdisziplinäres Fest aller Künste. Die Produktionen operieren dabei, so die Veranstalter, im Kontext sich überlagernder Diskurse wie wachsender Nationalismus, Rassismus und erstarkende imperialistische Politik und Kriegsführung, Afro- Feminismus, LGBTQ+, Diversität, Transgender, sexueller Fluidität, Black Lives Matter, #MeToo, Klimawandel und anderer aktueller Themen. Festivals wie die Wiesbaden Biennale erweiterten „unseren Horizont und geben den Blick frei auf die bestehende Diversität in Gesellschaft und Kultur. Wir leben in Zeiten, in denen unterschiedliche Kulturen und Identitäten eine bereichernde Rolle spielen.“, so die Veranstalter.  Eine offene und plurale Gesellschaft wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen und aktuellen politischen Prozessen immer wieder anders formuliert. Die Wiesbaden Biennale gäbe dieser Pluralität Raum. Sie bringe Menschen miteinander ins Gespräch und fördere die Toleranz gegenüber anderen Lebensformen, Ansichten, sexueller Orientierung und Identitäten. Eine offene Gesellschaft erfordert Respekt voreinander und die Akzeptanz von Vielfalt. Dafür stehe das Programm der Wiesbaden Biennale 2022. Zu Gast sind Produktionen u.a. vom Schauspielhaus Zürich, HAU Hebbel am Ufer, Théâtre de la Ville de Paris, Festival d’ Automne, Charleroi danse, Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Tanzquartier Wien.

Biennale-Kurator Kilian Engels: "Es ist nicht didaktisch gemeint, Man muss sich vielleicht Mühe geben, es zu erklären. Wir sind hier um Vielfalt und Unterschiede zu feiern, das ist das, was wir wollen." Es gibt ausschließlich ausländische Produktionen, die zumeist deutsch übertitelt werden.© Foto Diether v. Goddenthow
Biennale-Kurator Kilian Engels: „Es ist nicht didaktisch gemeint, Man muss sich vielleicht Mühe geben, es zu erklären. Wir sind hier um Vielfalt und Unterschiede zu feiern, das ist das, was wir wollen.“
Es gibt ausschließlich ausländische Produktionen, die zumeist deutsch übertitelt werden.© Foto Diether v. Goddenthow

Schwerpunkte bilden in diesem Jahr Tanz-, Performance- Film-, Video- und Kunst-Produktionen. Unter dem historischen Deckenfresko des Theater-Foyers, das nach Ansicht des Kurators „die patriarchalische Sicht des weißen Mannes auf die Frau als Objekt der Begierde feiere“, präsentiert Rébecca Chaillon ihre Performance „Whitewashing“, die das ambivalente Spannungsverhältnis der Schwarzen Frau in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft schildert. Ein weiteres Highlight ist, die in diesem Jahr mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnete Produktion des transmaskulinen Film- und Performance-Künstlers Samira Elagoz, sowie der Auftritt der feministischen, chilenischen Frauen-Aktivistengruppe LASTESIS, die weltweit Millionen von Followern in den sozialen Netzwerken hat und bei der Wiesbaden Biennale live in der Stadt auftreten wird.

Die neue Homepage mit dem kompletten Programm wird am 1. Juni online freigeschaltet unter www.wiesbaden-biennale.eu. Der Vorverkauf startet am 2. Juni. Karten können an der Theaterkasse des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (nicht in den Theater Ferien vom 25.07.-28.08.) und durchgehend online erworben werden.

Die Wiesbaden Biennale bietet sicherlich  einmal mehr die Chance, zu vielen heißdiskutierten woken Fragen unserer Zeit  eine andere Perspektive  einzunehmen und live dabei zu sein. Es ist sei nicht pädagogisch gemeint, sondern rein künstlerisch, versichert der Kurator.  Es ist ein Festival des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Wiesbaden sowie den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Wiesbaden Biennale 2022 vom 1. – 11. September – Das Theater- u. Kunstfestival erstmals wieder seit drei Jahren

wiesbadener-biennale-2022-logoNach dreijähriger Pause findet die Wiesbaden Biennale 2022 vom 1. – 11. September 2022 statt. Mit Kilian Engels, dem langjährigen Leiter des Münchner Festivals „radikal jung“, konnte ein renommierter Theater- und Festivalmacher verpflichtet werden, der die Wiesbaden Biennale im Umfeld neuer Realitäten und hochaktueller Diskurse ausrichtet: postnational, postkolonial, postdigital und postpandemisch.

In den 11 Festival-Tagen stehen über 30 Veranstaltungen, darunter die Uraufführungen von den Projekten des The NEST-Kollektivs, zahlreiche, erstmals in Deutschland zu sehende, internationale Produktionen und Gastspiele auf dem Programm. Zu Gast sind Projekte vom Schauspielhaus Zürich, HAU Hebbel am Ufer, Théâtre de la Ville de Paris, Festival d’ Automne, Charleroi danse, Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Tanzquartier Wien. Schwerpunkte bilden in diesem Jahr Tanz-, Performance- und Kunst-Produktionen. Darunter sind solche von Trajal Harrell (USA), der Choreographin und Künstlerin Alexandra Bachzetsis (CH/GR), eine Video- und Film Performance der diesjährigen documenta-fifteen-Teilnehmer The NEST aus Kenia und die 2022 von der Theater Biennale in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnete Produktion des transmaskulinen Film- und Performance-Künstlers Sam Elagoz.

Die Wiesbaden Biennale 2022 versteht sich als ein interdisziplinäres Festival aller Künste.
Die Produktionen operieren dabei im Kontext sich überlagernder Diskurse wie wachsender Nationalismus, Rassismus und erstarkende imperialistische Politik und Kriegsführung, Afro-Feminismus, LGBTQ+, Diversität, Transgender, sexueller Fluidität, Black Lives Matter, #MeToo, Klimawandel und anderer aktueller Themen.

Festivals wie die Wiesbaden Biennale erweitern unseren Horizont und geben den Blick frei auf die bestehende Diversität in Gesellschaft und Kultur. Wir leben in Zeiten, in denen unterschiedliche Kulturen und Identitäten eine bereichernde Rolle spielen. Eine offene und plurale Gesellschaft wird von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen und aktuellen politischen Prozessen immer wieder anders formuliert. Die Wiesbaden Biennale gibt dieser Pluralität Raum. Sie bringt Menschen miteinander ins Gespräch und fördert die Toleranz gegenüber anderen Lebensformen, Ansichten, sexueller Orientierung und Identitäten. Eine offene Gesellschaft erfordert Respekt voreinander und die Akzeptanz von Vielfalt. Dafür steht das Programm der Wiesbaden Biennale 2022

Die neue Homepage mit dem kompletten Programm wird am 1. Juni online freigeschaltet unter www.wiesbaden-biennale.eu. Der Vorverkauf startet am 2. Juni. Karten können online und an der Theaterkasse des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden erworben werden (auch in den Theaterferien).

Die Spielzeit 2022.2023 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

In der neuen Spielzeit stehen in der Opernsparte sechs Neuinszenierungen und neun Wiederaufnahmen auf dem Programm. Mit der modernen Oper »Oryx and Crake« nach dem Roman der kanadischen Autorin Margaret Atwood präsentiert das Hessische Staatstheater Wiesbaden ein Auftragswerk des Komponisten Søren Nils Eichberg, der bereits 2017 mit »Schönerland« eine Oper für das Hessische Staatstheater Wiesbaden geschrieben hat. Einen Premieren-Doppelabend gibt es mit Janáčeks Opern »Die Sache Makropolus« und »Aus einem Totenhaus«. Es ist das erste Mal, dass die beiden letzten Opern Janáčeks als Tableau menschlicher Existenz miteinander verwoben werden. Regie führt Nicolas Brieger. Die Märchenoper »Rusalka« des böhmischen Komponisten Antonín Dvořák wird von Olesya Goloveneva, die auch die Titelrolle singt, in Zusammenarbeit mit der Regisseurin und Bühnenbildnerin Daniela Kerck inszeniert. Mit Beethovens »Fidelio«, gibt auch Evelyn Herlitzius, eine der herausragenden LeonorenInterpretinnen, ihr Regiedebüt. Beide Inszenierungen werden die Werke aus der Sicht der weiblichen Protagonistinnen erzählen. Außerdem wird Franz Lehárs Operette »Die lustige Witwe« in einer Neuinszenierung aufgeführt.

Die Schauspielsparte bietet elf Neuinszenierungen. Die Spielzeit 2022.2023 beginnt mit William Shakespeares »Ein Sommernachtstraum« im Großen Haus. Es folgt ein moderner Klassiker mit brandaktuellem Inhalt: »Hiob« von Joseph Roth, inszeniert von Henriette Hörnigk, die bereits bei der Trilogie »Die Küste Utopias« und »Der fröhliche Weinberg« am Hessischen Staatstheater Wiesbaden Regie führte. Auf zwei Uraufführungen kann sich das Wiesbadener Publikum freuen: »Digitales Feuer«, ein Auftragswerk des Hessischen Staatstheaters, das sich um Revolutionen und Aktivismus im digitalen Zeitalter dreht und vom Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler entwickelt wird und »Die Besetzung der Dunkelheit« nach dem gleichnamigen Roman von Bachtyar Ali, inszeniert von Ihsan Othman, der bereits »Satanische Verse« in Wiesbaden in Szene setzte.

Das Hessische Staatsorchester ist in insgesamt acht Sinfoniekonzerten zu erleben. Am Konzertpult stehen fünf Dirigent:innen: Johannes Klumpp, Michael Güttler, Alexander Joel, Yoel Gamzou und Keri-Lynn Wilson. Albert Horne übernimmt zusätzlich zu seiner Position als Chordirektor auch die Position des Koordinierenden Musikalischen Direktors. Im Mittelpunkt stehen neue Werke von Komponist:innen wie Kränzle, Saariaho und Montsalvatge. Außerdem werden Kompositionen von Beethoven, Glinka, Bruckner, Brahms, Mussorgski, Tschaikowski, Grieg, Janáček, Elgar, Mahler, Strauss, Sibelius, Rachmaninow, Ravel, Strawinsky, Milhaud und Schostakowitsch zu hören sein.

Das Konzertprogramm wird außerdem neben der gewohnt vielfältigen Kammermusikreihe mit einem neuen Format bereichert: Insgesamt sieben Lieder-Soireen lassen im Foyer die Tradition der Salons des 19. Jahrhunderts wieder aufleben.

Das Hessische Staatsballett zeigt in der Spielzeit 2022.2023 vier Neuinszenierungen. »Gerade NOW« befasst sich mit dem hier und jetzt. Vom kreativen Experiment bis zum existenziellen Statement reichen die Tanzpositionen in dem zeitgenössischen Abend »gerade NOW«.»V/ERTIGO« ist ein Doppeltanzabend, hier ist »Skid« nach der für den Theaterpreis »Der Faust« 2017 nominierten Choreografie »Thr(o)ugh« die zweite Zusammenarbeit des Hessischen Staatsballetts mit dem belgischen Ausnahmechoreografen Damien Jalet. Zwei zeitgenössische Tanzpositionen sind im Doppelabend »Timelessness« zu erleben. Außerdem gehen Mitglieder des Staatsballetts mit dem Startbahn-Projekt »Fluxus« in die nächste Runde.

Im Jungen Staatstheater gibt es in der Spielzeit 2022.2023 neun Premieren – vier im Jungen Schauspiel, ein Weihnachtsmärchen, zwei Musicals und zwei Konzerte. Hervorzuheben ist die Stückentwicklung von Hannah Biedermann »Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium« für Jugendliche ab 12 Jahren. Außerdem das Stück »Schnecke durch die Hecke« vom preisgekrönten Autor Jens Raschke rund um das Thema »Anderssein«, das am JUST Wiesbaden uraufgeführt wird.

Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Großen Haus für die gesamte Spielzeit 2022.2023 beginnt am 28. April 2022. Der Vorverkauf für die September-Vorstellungen in den kleinen Spielstätten beginnt am 5. Juli 2022. Während der Theaterferien ist die Theaterkasse vom 25. Juli bis 28. August 2022 geschlossen.

II. Oper Premieren in der Spielzeit 2022.2023

Fidelio
Ludwig van Beethoven (1770 –1827)
Oper in zwei Akten in deutscher Sprache mit Übertiteln. Libretto: Joseph Sonnleitner und Stephan von Breuning, Uraufführung: 1814 in Wien PREMIERE: 16. Oktober 2022
Musikalische Leitung Will Humburg, Inszenierung Evelyn Herlitzius, Bühne & Kostüme Frank Philipp Schlößmann, Chor & Extrachor Albert Horne, Licht Andreas Frank, Dramaturgie Constantin Mende Besetzung: Leonore Barbara Haveman, Florestan Marco Jentzsch, Don Pizarro KS Thomas de Vries / Claudio Otelli, Rocco Dimitry Ivashchenko, Marzelline Anastasiya Taratorkina / Anna El-Khashem, Jaquino Ralf Rachbauer, Don Fernando Christopher Bolduc / Benjamin Russell, Chor und Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Die lustige Witwe
Franz Lehár (1870 – 1948)
Operette in drei Akten in deutscher Sprache. Libretto: Victor Léon und Leo Stein nach dem Lustspiel »L’attaché d’ambassade« von Henri Meilhac Uraufführung: 1905 in Wien, eine Koproduktion mit der Lettischen Nationaloper Riga
PREMIERE: 3. Dezember 2022
Musikalische Leitung Johannes Klumpp / Holger Reinhardt, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Julius Theodor Semmelmann, Kostüme Jessica Karge, Licht Andreas Frank, Chor Albert Horne, Choreografie Myriam Lifka, Dramaturgie Bjarne Gedrath Besetzung: Baron Mirko KS Konstantin Gorny, Valencienne Anna El-Khashem, Graf Danilo Danilowitsch Thomas Blondelle / Johannes Martin Kränzle, Hanna Glawari Elissa Huber, Camille de Rosillon. Ioan Hotea / Gustavo Quaresma, Vicomte Cascada Ralf Rachbauer, Raoul de Saint-Brioche Erik Biegel, Pritschitsch Darcy Carroll, Njegus Hans-Joachim Heist, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Rusalka
Antonín Dvorák (1841 – 1904)
Lyrisches Märchen in drei Akten in tschechischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Libretto: Jaroslav Kvapil, Uraufführung: 1901 in Prag
PREMIERE: 21. Januar 2023

Musikalische Leitung Philipp Pointner, Inszenierung Olesya Golovneva, Daniela Kerck, Bühne Daniela Kerck, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Oliver Porst, Chor Albert Horne, Dramaturgie Anika Bárdos
Besetzung: Rusalka Olesya Golovneva, Der Prinz Gerard Schneider, Der Wassermann Derrick Ballard, Ježibaba / Die fremde Fürstin Katrin Wundsam, Der Heger Christopher Bolduc, Der Jäger Erik Biegel, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Oryx and Crake
Søren Nils Eichberg (*1973)
Ein Auftragswerk des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Libretto: Hannah Dübgen nach dem Roman (2003) von Margaret Atwood
PREMIERE: 18. Februar 2023

Musikalische Leitung Albert Horne, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Daniela Kerck, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Oliver Porst, Chor Albert Horne, Dramaturgie Wolfgang Behrens, Constantin Mende.
Besetzung: Oryx Heather Engebretson, Crake Christopher Bolduc, Snowman Benjamin Russell, Jimmy Samuel Levine, Sharon, Jimmys Mutter Fleuranne Brockway, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Die Sache Makropulos
Leoš Janácek (1854 – 1928)
Oper in drei Akten in tschechischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Libretto: vom Komponisten, nach dem gleichnamigen Schauspiel (1922) von Karel Čapek
Uraufführung: 1926 in Brünn.

Musikalische Leitung Johannes Klumpp, Inszenierung Nicolas Brieger, Bühne Raimund Bauer, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Andreas Frank, Chor Albert Horne, Dramaturgie Constantin Mende Besetzung: Emilia Marty Elissa Huber, Albert Gregor Aaron Cawley, Vítek Erik Biegel, Krista Fleuranne Brockway, Jaroslav Prus Jiří Sulženko, Janek Prus Gustavo Quaresma, Dr. Kolenatý Darcy Carroll, Kammerzofe / Putzfrau Romina Boscolo, Hauk-Šendorf Ralf Rachbauer, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Aus einem Totenhaus
Leoš Janácek (1854 – 1928)
Oper in drei Akten in tschechischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Libretto: vom Komponisten, nach »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus« (1861 – 1862) von Fjodor M.
Dostojewski
Uraufführung: 1930 in Brünn
DOPPEL-PREMIERE MIT »DIE SACHE MAKROPULOS«: 30. April 2023

Musikalische Leitung Johannes Klumpp, Inszenierung Nicolas Brieger, Bühne Raimund Bauer, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Andreas Frank, Chor Albert Horne, Dramaturgie Constantin Mende Besetzung: Alexander Petrowitsch Gorjantschikoff Christopher Bolduc, Aljeja, ein junger Tartar Julian Habermann, Luka Kusmič Aaron Cawley, Der große Sträfling / Nikita Ralf Rachbauer, Die kleinen Sträflinge / Don Juan / Malé Darcy Carroll, Platzkommandant Jiří Sulženko, Der ganz alte Sträfling Erik Biegel, Ein Sträfling in der Rolle des Kedril Tianji Lin / Skuratov Samuel Levine, Tschekunoff Young Doo Park, Dirne Silvia Hauer, Schapkin Peter Marsh, Schischkoff Johannes Martin Kränzle, Tscherewin Alexander Spemann, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Wiederaufnahmen Oper

Mit insgesamt neun Wiederaufnahmen von »Carmen« bis »Tristan und Isolde« bietet das Hessische Staatstheater Wiesbaden Opernfans wie gewohnt ein großes Spektrum:

  • Die Meistersänger von Nürnberg
  • Richard Wagner (1813 – 1883)
    Oper in drei Aufzügen in deutscher Sprache. Mit Übertiteln.
    Dichtung vom Komponisten, Uraufführung: 1868 in München.
    WIEDERAUFNAHME am 17. September 2022.

Musikalische Leitung Alexander Joel Inszenierung Bernd Mottl Bühne, Kostüme Friedrich Eggert Chor Albert Horne Licht Klaus Krauspenhaar Dramaturgie Regine Palmai Besetzung: Hans Sachs Derrick Ballard, Veit Pogner Timo Riihonen / Young Doo Park, Eva Betsy Horne, Magdalene Anne Schuldt, Walther von Stolzing, Marco Jentzsch Sixtus Beckmesser Thomas de Vries, David Gustavo Quaresma, Kunz Vogelgesang Ralf Rachbauer, Konrad Nachtigal Marek Reichert, Balthasar Zorn Rouwen Huther, Ulrich Eislinger Samuel Levine, Augustin Moser Hans-Georg Priese, Hermann Ortel Darcy Carroll, Hans Schwarz Alexander Teliga, Hans Foltz Wolfgang Vater, Ein Nachtwächter Seungwon Chio.

Chor & Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Cabaret
Buch von Joe Masteroff nach dem Stück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood
Gesangstexte von Fred Ebb Musik von John Kander, in deutscher Sprache.
Deutsch von Robert Gilbert in der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker
Uraufführung: 1966 in New York City
WIEDERAUFNAHME am 18. September 2022

Musikalische Leitung Levi Hammer Regie Tom Gerber nach einer Inszenierung von Iris Limbarth, Choreografie Myriam Lifka Dance Captain Jasper H. Hanebuth Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Heike Korn Bandleader Frank Bangert Licht Oliver Porst Dramaturgie Daniel C. Schindler.
Besetzung: Sally Bowles Elissa Huber / Femke Soetenga, Clifford Bradshaw Julian Culemann, Fräulein Schneider Evelyn M. Faber, Herr Schultz Gottfried Herbe, Ernst Ludwig Stefan Roschy, Fräulein Kost Felicitas Geipel, Chansonsängerin Silvia Willecke Cabaret Chor, Kit Kat Band, Extrachor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Rigoletto
Giuseppe Verdi (1813 – 1901)
Melodramma in drei Akten in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Libretto: Francesco Maria Piave, nach dem Versdrama »Le Roi s’amuse« (1832) von Victor Hugo
Uraufführung 1851 in Venedig.
WIEDERAUFNAHME am 2. Oktober 2022

Musikalische Leitung Will Humburg Inszenierung Uwe Eric Laufenberg Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Katja Leclerc.
Besetzung: Der Herzog von Mantua Ioan Hotea / Piero Pretti, Rigoletto Aluda Todua / Amartuvshin Enkhbat, Gilda Anastasiya Taratorkina / Cristina Pasaroiu, Sparafucile Young Doo Park, Maddalena Fleuranne Brockway / Silvia Hauer, Graf Monterone KS Thomas de Vries, Marullo Christopher Bolduc, Borsa Erik Biegel.
Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden.

Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck (1854 – 1921)
Märchenspiel in drei Bildern Libretto: Adelheid Wette, nach dem Märchen aus den »Kinder- und
Hausmärchen« der Brüder Grimm Uraufführung: 1893 in Weimar
WIEDERAUFNAHME am 4. Dezember 2022

Musikalische Leitung Christoph Stiller Inszenierung Beka Savić Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Susanne Füller Licht Andreas Frank Jugendchor Niklas Sikner Dramaturgie Katja Leclerc.
Besetzung: Peter Besenbinder Christopher Bolduc Gertrud Vera Ivanovic Hänsel Fleuranne Brockway / Silvia Hauer Gretel Anastasiya Taratorkina Knusperhexe Ralf Rachbauer Sandmännchen & Taumännchen Stella An, Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Pique Dame
Peter Tschaikowski (1840 – 1893)
Oper in drei Akten in russischer Sprache, mit deutschen Übertiteln.
Libretto: Modest Tschaikowsi, nach der gleichnamigen Erzählung (1834) von Alexander Puschkin
Uraufführung: 1890 in St. Petersburg
WIEDERAUFNAHME am 9. Dezember 2022

Musikalische Leitung Holger Reinhardt, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Rolf Glittenberg, Kostüme Marianne Glittenberg, Chor Albert Horne, Licht Andreas Frank, Video Gérard Naziri, Choreografie Myriam Lifka, Dramaturgie Constantin Mende.
Besetzung: Hermann Aaron Cawley, Graf Tomski KS Thomas de Vries, Fürst Jeletzki / Plutus Benjamin Russell, Lisa / Chloë Elena Bezgodkova Polina / Daphnis Silvia Hauer, Gräfin Romina Boscolo, Tschekalinski Erik Biegel, Surin Marek Reichert, Tschaplitzki Julian Habermann, Mascha Alexandra-Donata Koch, Bühnenmusik Julia Palmova Tänzer:innen und Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Tristan und Isolde
Richard Wagner (1813 – 1883)
Handlung in drei Aufzügen, in deutscher Sprache mit Übertiteln. Libretto: vom Komponisten, nach dem
Versroman »Tristan« (um 1210) von Gottfried von Straßburg
Uraufführung: 1865 in München
WIEDERAUFNAHME am 29. Januar 2023

Musikalische Leitung Alexander Joel, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Rolf Glittenberg, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Chor Albert Horne, Licht Andreas Frank, Video Gérard Naziri, Dramaturgie Wolfgang Behrens.
Besetzung: Tristan Marco Jentzsch / Andreas Schager, Isolde Nina Stemme / Anja Harteros / Magdalena Anna Hofmann, König Marke Young Doo Park, Brangäne Khatuna Mikaberidze, Melot Aaron Cawley, Kurwenal KS Thomas de Vries, Ein Steuermann Yoontaek Rhim, Stimme eines jungen Seemanns Gustavo Quaresma, Ein Hirte Erik Biegel Tänzer:innen und Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Der Rosenkavalier
Richard Strauss (1864 – 1949)
Komödie für Musik in drei Aufzügen in deutscher Sprache. Mit Übertiteln.
Libretto: Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung: 1911 in Dresden
WIEDERAUFNAHME am 26. Februar 2023
Musikalische Leitung Johannes Klumpp, Inszenierung Nicolas Brieger, Bühne Raimund Bauer, Kostüme Andrea Schmidt-Futterer, Licht Andreas Frank, Video Gérard Naziri Chor Albert Horne, Knabenchor Roman B. Twardy, Dramaturgie Daniel C. Schindler Besetzung: Die Feldmarschallin Elissa Huber / Maria Bengtsson, Baron Ochs Timo Riihonen, Octavian Silvia Hauer, Herr von Faninal KS Thomas de Vries, Sophie Anastasiya Taratorkina / Katharina Konradi, Jungfer Marianne Leitmetzerin / Sharon Kempton, Valzacchi Rouwen Huther, Annina Fleuranne Brockway, Ein Polizeikommissar / Ein Notar Benjamin Russell, Haushofmeister Ralf Rachbauer, Ein Wirt Erik Biegel, Ein Sänger Gustavo Quaresma, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Wiesbadener Knabenchor, Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Il trittico
Puccinis »Triptychon« Der Mantel / Schwester Angelica / Gianni Schicchi
Giacomo Puccini (1858–1924)
Zyklus aus drei Operneinaktern in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Libretti: Giuseppe Adami & Giovacchino Forzano, Uraufführung: 1918 in New York City
WIEDERAUFNAHME am 17. März 2023

Der Mantel (Il tabarro) Libretto:
Giuseppe Adami, nach dem Drama »La houppelande« von Didier Gold Besetzung: Michele Daniel Luis de Vicente, Luigi Aaron Cawley, Tinca Erik Biegel, Talpa Wolf Matthias Friedrich, Giorgetta Cristina Pasaroiu / Olesya Golovneva, Frugola Romina Boscolo, Liederverkäufer / Liebespaar / Tenorstimmchen Ioan Hotea, Liebespaar / Sopranstimmchen Stella An.

Schwester Angelica (Suor Angelica)
Libretto: Giovacchino Forzano
Besetzung: Schwester Angelica Cristina Pasaroiu / Olesya Golovneva, Fürstin Romina Boscolo, Äbtissin / Schwester Eiferin Fleuranne Brockway, Schwester Genoveva Stella An, Schwester Dolcina Britta Stallmeister, Chorsolistinnen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Gianni Schicchi
Libretto: Giovacchino Forzano
Besetzung: Gianni Schicchi Daniel Luis de Vicente, Lauretta Cristina Pasaroiu / Olesya Golovneva, Zita Romina Boscolo, Rinuccio Ioan Hotea, Gherardo Erik Biegel, Nella Britta Stallmeister, Betto di Signa Benjamin Russell, Simone Wolf Matthias Friedrich, Marco Christopher Bolduc, Ciesca Fleuranne Brockway, Spinelloccio John Holyoke, Amantio di Nicolao Martin Stoschka, Pinellino Oliver Steinmetz, Guccio Sławomir Wielgus

Carmen
Georges Bizet (1838 – 1875)
Oper in drei Akten in französischer Sprache, mit deutschen Übertiteln. Libretto: Henri Meilhac und Ludovic
Halévy, nach der Novelle (1845) von Prosper Mérimée
Uraufführung: 1875 in Paris
WIEDERAUFNAHME am 3. Juni 2023

Musikalische Leitung Albert Horne, Inszenierung Uwe Eric Laufenberg, Bühne Gisbert Jäkel Kostüme Antje Sternberg (Entwürfe), Louise Buffetrille (Ausführung), Licht Andreas Frank Video Gérard Naziri, Chor Albert Horne, Jugendchor Niklas Sikner, Choreografische Mitarbeit Myriam Lifka, Dramaturgie Laura Weber, Marie Johannsen
Besetzung: Carmen Silvia Hauer / Fleuranne Brockway, Don José Aaron Cawley, Escamillo Jordan Shanahan, Micaëla Sumi Hwang, Remendado Ralf Rachbauer, Dancaïro Erik Biegel, Moralès Darcy Carroll, Frasquita Stella An, Mercédès Fleuranne Brockway / Silvia Hauer, Lillas Pastia Thomas Braun
Chor, Extrachor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Jugendkantorei der Ev. Singakademie Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

III. Schauspiel

Die Schauspielsparte startet in dieser Spielzeit mit einem der bekanntesten Theaterstücke von William Shakespeare: »Ein Sommernachtstraum«. Nach seinen umjubelten Inszenierungen »Shockheaded Peter« und »Tyll« kehrt Tilo Nest als Schauspielregisseur auf die Bühne des Großen Hauses zurück.

Weiter geht es im Oktober mit der Premiere von »Hiob«, nach dem Roman von Joseph Roth, der 1930 erschien. Angesichts des wiederaufkeimenden Antisemitismus und der Situation Geflüchteter unterschiedlichen Glaubens ist es ein Stück von erschreckender Aktualität. Henriette Hörnigk (»Die Küste Utopias«, »Der fröhliche Weinberg«) inszeniert die an das Alte Testament angelehnte Leidensgeschichte der Hiob-Figur Mendel. Joseph Roths literarischem Denkmal an die jüdische Kultur wird durch die Wiesbadener Klezmer-Band »i giocosi« unter der Leitung von Ako Karim zudem eine eindrucksstarke musikalische Komponente beigefügt.

»Michael Kramer« von Gerhart Hauptmann wird von Ingo Kerkhof, inszeniert, Uwe Eric Laufenberg übernimmt hier die Titelrolle.

Im Dezember hat »Medea« ihren großen Auftritt. Kaum eine Frauengestalt der Antike ist zugleich unheimlicher und faszinierender als sie. Die junge Regisseurin Sophia Aurich verbindet den antiken MedeaMythos mit einem wahren Kriminalfall zu einem schonungslosen Psychogramm einer Frau.

»The Play That Goes Wrong« ist nicht nur der Untertitel einer rasanten Komödie, sondern auch Programm: Schauspieler, die ihren Text nur unzureichend können, Bühnenbildelemente die herunterstürzen und ein wildes Verwechslungsspiel von Requisiten sind fester Bestandteil dieser Aufführung, in der eigentlich der Mörder des Hausherrn von »Schloss Haversham« gejagt werden soll. Die britische Komödie läuft seit ihrer Uraufführung 2012 ohne Unterbrechung in London.

In Theben weht ein neuer Wind: Der Herrscher Pentheus steht für eine fortschrittliche Gesellschaftsordnung, basierend auf Recht und Freiheit. Als Dionysos über seine Heimatstadt mitsamt seinem weiblichen Gefolge, den »Bakchen«, hereinfällt und die Anbetung seiner Göttlichkeit erzwingen möchte, bricht ein erbitterter Kampf aus. Sebastian Sommer, der bereits erfolgreich Dürrenmatts »Romulus der Große« und Camusʼ »Die Pest« am Hessischen Staatstheater inszeniert hat, wird diesen Klassiker des Theaters in einer imposanten Fassung mit Chor und Live-Musik auf die Bühne bringen.

Im Februar wird das politische Theaterstück »Die Besetzung der Dunkelheit« auf der Bühne verhandelt. Kann man eine Volksgruppe aus der Geschichte verschwinden lassen, in dem man ihre Sprache auslöscht? Eine Reise durch die türkisch-kurdische Geschichte und die politischen Auseinandersetzungen in der Türkei in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, die bis heute ungelöst sind. Der Stoff von Bachtyar Alis neustem Roman wird inszeniert von Ihsan Othmann, der bereits »Satanische Verse« in Wiesbaden in Szene setzte.

Früher trafen sich politische Aktivist:innen in Hüttendörfern im Forst; heute unterzeichnen sie Petitionen auf change.org. Der Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler (»Nichts Weißes«, »Eine andere Epoche«) geht in seinem ersten Theaterstück »Digitales Feuer« der Frage nach, wie sich die digitale Revolution auf den Aktivismus auswirkt. Christoph Kohlbacher wird die Uraufführung von Zieglers Sprachpartitur in Szene setzen.
Was passiert, wenn eine kleine Gruppe von machthungrigen Männern Politik spielt? Dieses ist in Erich Kästners »Schule der Diktatoren« zu beobachten. Bjarne Gedrath inszeniert Erich Kästners 1957 erschienenes Stück über die simplen Mechanismen der Manipulierbarkeit einer Gesellschaft und die krankhafte Machtgier politisch Verantwortlicher.

Mit seinem »Tartuffe« hat Molière den Prototypen des religiös-politischen Heuchlers erschaffen, der um seines Vorteils willen über Leichen geht. Uwe Eric Laufenberg inszeniert diese bei ihrer Uraufführung skandalöse Komödie.

»I have always depended on the kindness of strangers« ist einer der berühmtesten letzten Sätze der Theatergeschichte von einer der berühmtesten Theaterfiguren: Blanche Dubois in »Endstation Sehnsucht«. Mirja Biel, die nach Theatern wie Bremen, Lübeck, Heidelberg und Leipzig erstmals am Hessischen Staatstheater inszeniert, interessiert sich vor allem für die Biografien der Figuren und ihre Geheimnisse. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen genauen, gesellschaftspolitischen Blick und atmosphärisch dichte Bilder aus. Sibylle Weiser ist Blanche Dubois.

In der Reihe der Wiederaufnahmen sind »Admissions«, »Corpus Delicti«, »Der zerbrochne Krug«, »Die Pest«, »Instame«, »Kalldewey, Farce«, »König Lear«, »What Dreams are made of«, »Tyll« »Drei Schwestern« und »Schöne Neue Welt« zu erleben. Wie gewohnt runden die Schauspiel-Extras wie »Kunstgefixe«, Kostproben, Einführungen und Nachgespräche das Programm ab.

IV. Konzert | Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Das Hessische Staatsorchester präsentiert sich in der Spielzeit 2022.2023 wieder mit insgesamt acht Sinfoniekonzerten und einem Neujahrskonzert.

1. Sinfoniekonzert, 21. Sep. 2022, 19.30 Uhr
Ludwig van Beethoven Ouvertüre Nr. 3 zur Oper »Leonore« op. 72
Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«
Klavier Claire Huangci, Dirigent Johannes Klumpp

2. Sinfoniekonzert, 19. Okt. 2022, 19.30 Uhr
Richard Strauss Don Juan op. 20
Gustav Mahler Kindertotenlieder
Johannes Martin Kränzle Mutationes. Memento Coronae (Uraufführung)
Richard Strauss Tod und Verklärung op. 24, TrV 158
Bariton Johannes Martin Kränzle, Dirigent Yoel Gamzou

3. Sinfoniekonzert, 16. Nov. 2022, 19.30 Uhr
Michail Glinka Ouvertüre zu »Ruslan und Ljudmila«
Dmitri Schostakowitsch Cello Konzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Sergei Rachmaninow Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27
Cello Johann Ludwig, Dirigent Michael Güttler

Neujahrskonzert, 1. Jan. 2023, 17 Uhr
Dirigent Albert Horne, Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden & Chor der Stadt Wiesbaden

4. Sinfoniekonzert, 11. Jan. 2023, 19.30 Uhr
Kaija Saariaho Du cristal
Edvard Grieg Klavierkonzert a-Moll op. 16
Jean Sibelius Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43
Klavier Mūza Rubackytė, Dirigentin Keri-Lynn Wilson

5. Sinfoniekonzert, 1. Feb. 2023, 19.30 Uhr
Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73
Edward Elgar Variations on an Original Theme »Enigma Variations« op. 36
Dirigent Yoel Gamzou

6. Sinfoniekonzert, 8. März 2023, 19.30 Uhr
Darius Milhaud La création du monde op. 81a
Maurice Ravel La Valse
Igor Strawinsky L’Oiseau de feu (»Der Feuervogel«, 1910)
Dirigent Michael Güttler

7. Sinfoniekonzert, 12. Mai 2023, 19.30 Uhr
Modest Mussorgski Eine Nacht auf dem kahlen Berge
Peter Tschaikowski Violinkonzert D-Dur op. 35
Leoš Janáček Sinfonietta op. 60
Violine Michael Barenboim, Dirigent Alexander Joel

8. Sinfoniekonzert, 21. Juni 2023, 19.30 Uhr
Xavier Montsalvatge Desintegració morfològica de la Xacona de J. S. Bach
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105
Dirigent Johannes Klumpp

Parallel zu den Sinfoniekonzerten gibt es wieder die beliebte Reihe der Kammerkonzerte. Zu Ehren von Astor Piazzolla startet die Kammermusikreihe mit »Tango«, einer ebenso leidenschaftlichen wie beschwingten Reise in die Welt des Tanzes, es wird Akademist:innenkonzerte, die beliebten Weihnachtskammerkonzerte und Neujahrskonzerte geben. Im neuen Jahr geht es dann mit Trio-, Quartett- und Quintettbesetzungen weiter und auch die beliebten Kinderkammerkonzerte erfahren zwei Neuauflagen.

Neben den Sinfonie- und Kammerkonzerten gibt es in der Spielzeit 2022.2023 erstmals eine Reihe von LiederSoireen in der Tradition der Abendgesellschaften des 19. Jahrhunderts, zu denen die Sänger:innen des Opernensembles des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden in der Spielzeit 2022.2023 monatlich montags einladen. Im Prunkfoyer präsentieren sie sich mit bekannten und noch zu entdeckenden Kunstliedern. Im Ticket inbegriffen sind ein Glas Wein und Canapés, die in der Pause serviert werden.

V. Hessisches Staatsballett

Das Hessische Staatsballett startet mit dem Doppelabend »V/ertigo« in die neue Spielzeit und zeigt darin Extremsituationen eines ungewissen Lebens. Zwischen dem Wunsch aufzusteigen und der Angst vor dem Fallen setzt »Skid« die Tänzer:innen dem Gesetz der Schwerkraft aus und im Sinne einer Poesie des Widerstands in Bewegung; auf einer um 34 Grad abgewinkelten Plattform, die direkt in den Orchestergraben eintaucht. »Skid« ist nach der für den Theaterpreis »Der Faust« 2017 nominierten Choreografie »Thr(o)ugh« die zweite Zusammenarbeit des Hessischen Staatsballetts mit dem belgischen Ausnahmechoreografen Damien Jalet. Das niederländische Geschwisterpaar Imre & Marne van Opstal sind die Shootingstars in der europäischen Tanzszene. In enger Zusammenarbeit mit dem Ensemble des Hessischen Staatsballetts und unter Einbezug von Chören erforschen die beiden Choreograf:innen im zweiten Teil des Doppelabends mit »I‘m afraid to forget your smile« den Moment des Loslassens als einen Übergangszustand in der Hingabe an den Verlust. Ein Moment so greifbar und vergänglich zugleich.

Zwei zeitgenössische Tanzpositionen präsentiert das Hessische Staatsballett auch in dem Doppelabend »Timelessness«. »Timeless« der chinesischen Choreografin Xie Xin erzählt von der Begegnung miteinander und dem Eintauchen in die umgebende Welt. Es entstehen Kalligrafie-ähnliche Körperlandschaften, gezeichnet aus der Erinnerung des Herzens. Die Choreografie von »Timeless« wird begleitet von einer live eingespielten Auftragskomposition aus Streichinstrumenten und Piano des chinesischen Komponisten Sylvian Wang. Xie Xin ist eine der gefragtesten Choreografinnen Asiens. In der Spielzeit 2018.2019 zeigte Xie in Wiesbaden das Gastspiel »From In« im Kleinen Haus und entwickelte anschließend das Kurzstück »Special Moment« für den vierfachen Tanzabend »Shortcuts« in der Wartburg. Im zweiten Teil des Abends wird der israelische Nachwuchschoreograf Eyal Dadon mit seiner Neukreation »Boléro« die Aktualität des berühmten Musikstücks von Maurice Ravel hinterfragen und die Bedeutungsschichten dieses Klassikers ausloten.

Über das Hier und Jetzt reflektiert das Hessische Staatsballett in »gerade NOW«. Gerade in der aktuellen Weltsituation müssen Positionen bezogen werden. Nicht gestern und auch nicht morgen, sondern gerade NOW. Von ganz weit her und von vor der Tür, national, international. Es brennt überall. Brennen wir mit für das, was wir tun, gerade NOW. Vom kreativen Experiment bis zum existenziellen Statement reichen die Tanzpositionen in dem zeitgenössischen Mehrfachabend »gerade NOW«.

Im Rahmen des »Kultursommers 2023« und vor dem Eindruck des Jubiläumsjahres zum 60-jährigen Entstehen der Fluxus-Bewegung in Wiesbaden im Jahr 2022 beziehen sich die choreografischen Arbeiten dieser »Startbahn« unter dem Titel »Fluxus« auf die gleichnamige Kunstrichtung. Die Tänzer:innen des Hessischen Staatsballetts setzen sich mit der künstlerischen Bandbreite dieser Avantgardeströmung und den mit ihr verbundenen Künstler:innen wie John Cage, Yoko Ono, Wolf Vostell oder Nam June Paik auseinander. Dabei sind Vorstellungen von »Startbahn Fluxus« nicht nur am Theater, sondern auch in verschiedenen Einrichtungen sowie im öffentlichen Raum der Stadt Wiesbaden geplant.

Zu Beginn der Spielzeit wird es mit der Produktion »Blau« des Weiteren ein Kooperationsprojekt zwischen dem Hessischen Staatsballett und dem JUST zum Thema „Wasser“ geben. Pünktlich zum Jahr des Wassers begeben sich beide Sparten auf eine Forschungsreise für die Kleinsten (ab 2 Jahren) in unbekannte Gewässer. »blau« wird vom Choreografen Felix Berner mit Mitteln des Tanzes und Schauspiels inszeniert.

VI. JUST und JUSM
Das Junge Staatsschauspiel wird in der Spielzeit 2022.2023 gemeinsam mit den eingeladenen Künstler:innen einige neue Wege einschlagen, zu denen wir Sie herzlich einladen. Mit vier Uraufführungen widmet sich das JUST aktuellen Themen unserer Gesellschaft.

Den Auftakt macht die Uraufführung mit dem Stücktitel »Blau«, eine Kooperation zwischen dem Hessischen Staatsballett und dem JUST für die jüngsten unserer Zuschauer:innen zum faszinierenden Nass, dem Element Wasser. Markolf Naujoks wird sich mit seinem von ihm geschriebenen und inszenierten Antikriegs-Stück »Die Goldene Stadt« mit einer jugendlichen Utopie von Gesellschaft auseinandersetzen.

Hannah Biedermann, 2017 mit dem Faust-Preis ausgezeichnet, entwickelt auf Grundlage von Interviews mit Wiesbadener Jugendlichen das Stück »Ein Fisch wird nur so groß wie sein Aquarium« zum Thema Chancengleichheit. Mit »Schnecke durch die Hecke« präsentiert der renommierte Theaterautor Jens Raschke ein humorvolles Stück für Kinder ab sechs Jahren zum Thema Anderssein und die Vielfalt unserer Gesellschaft.

»Peter Pan« in einer Inszenierung von Marita Erxleben wird ab Mitte November als Weihnachtsmärchen die kleinen und großen Fans begeistern.

Das Junge Staatsmusical wird unter der Leitung von Iris Limbarth mit »Chicago« und »Sister Act« zwei großartige Musical-Klassiker auf die Bühne bringen.

Bei den Wiederaufführungen stehen u.a. Die White-Boxx-Klassiker sowie »Wutschweiger«, »Das Neinhorn«, »Die kleine Raupe«, »Gold!« und viele beliebte Musical-Produktionen wie »Blues Brothers«, »Frankenstein Junior« oder »Jugend ohne Gott« auf dem Spielplan.

Tickets

Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Großen Haus für die gesamte Spielzeit 2022.2023 beginnt am 28. April 2022. Der Vorverkauf für die September-Vorstellungen in den kleinen Spielstätten beginnt am 5. Juli 2022. Während der Theaterferien ist die Theaterkasse vom 25. Juli bis 28. August 2022 geschlossen.

Vorverkaufskasse:
Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag, von 10 bis 19.30 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr und Sonntag von 11 bis 13 Uhr. Die Vorverkaufskasse ist außerdem telefonisch unter 0611.132 325 oder per E-Mail unter vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de erreichbar.

Abonnement-Büro:
Öffnungszeiten sind Montag, Mittwoch und Freitag, von 10 bis 18 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Das Abo-Büro ist außerdem telefonisch unter 0611.132 340 oder per EMail unter abonnement@staatstheater-wiesbaden.de erreichbar.

Gruppenbüro:
Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag, von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 15 Uhr. Das Gruppenbüro ist außerdem telefonisch unter 0611.132 300 oder per E-Mail unter gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de erreichbar

Das Spielzeitheft ist online unter www.staatstheater wiesbaden.de/downloads/spielzeitheft/ jederzeit abrufbar und kostenlos im Kassenfoyer erhältlich.

Theaterfest 2022
Das Theaterfest zur Eröffnung der Spielzeit findet voraussichtlich am 24. September 2022 statt. Weitere Informationen werden vor der Sommerpause bekannt gegeben.

Biennale 2022
Die Biennale findet in diesem Jahr vom 1. bis 11. September 2022 statt.

VORHANG AUF! 125 Jahre Internationale Maifestspiele vom 01.05.–03.07.2022 – Kurhaus-Kolonnaden Wiesbaden

IMF_Sujet-quer-450Zeitgleich mit den „Internationalen Maifestspielen“ im Hessischen Staatstheater eröffnet das Wiesbadener Stadtmuseum sam am 1. Mai 2022 nach zweijähriger Corona-Verschiebung die Jubiläumsausstellung „VORHANG AUF! 125 Jahre Internationale Maifestspiele“ gegenüber des Staatstheaters in den Kurhauskolonnaden.

Vier bühnenartig inszenierte Themenbereiche laden zu einer Reise in die Historie bis zurück in die prunkvolle Kaiserzeit ein. Ob Theaterfreunde, Geschichtsinteressierte oder Gäste der Maifestspiele – in der Ausstellung lassen historische Requisiten, technische Geräte und herrliche Theater-Werbeplakate zurückliegende Epochen beim Betrachter wieder aufleben. Künstler‐Karikaturen, Hör‐ und Filmstationen, aber auch persönliche Erinnerungsstücke wie Galaroben oder Accessoires aus der Theater‐ und Bühnenwelt und des damaligen Festspielpublikums machen 125 Jahre Internationale Maifestspiele lebendig und begleiten durch Höhepunkte wie durch schwere Zeiten des renommierten Festivals. Auch Zeitgenossen werden zum Leben erweckt. An ausgewählten Tagen trifft man auf historische Personen, die von ihren persönlichen Eindrücken und Erlebnissen am Rande und während der Maifestspiele aus dem Nähkästchen plaudern – ein Programmpunkt, der in Kooperation von Theaterpädagogik des Staatstheaters und Museumspädagogik des sam entstand.

Die »Kaiserfestspiele«, wie sie einst hießen, sollten Kaiser Wilhelm II. während seiner Besuche der »Weltkurstadt« im Frühjahr Unterhaltung bieten. Seine Anwesenheit wiederum war ein unschlagbarer Werbefaktor und zog viele Gäste im Mai nach Wiesbaden.

© Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden
© Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden

Auf der ersten Ausstellungs‐Bühne begleitet man die Kaiserfamilie – als überlebensgroße Figuren – auf ihrem Weg durch die mit Fahnen und Blumen geschmückte Wilhelmstraße. Prunk und Charme der damaligen Zeit werden greifbar, untermalt von der Stimme der berühmten Sängerin Lilli Lehmann als Walküre. Highlight hier sind Entwürfe farbenprächtiger Bühnenbilder, die bei den Maifestspielen zu sehen waren. Die Originale wurden bei einem Theaterbrand 1923 zerstört, die Entwürfe dazu jedoch bei den Recherchen zur Ausstellung wiederentdeckt.

Zeitgenössische, progressive Bilder versetzen auf dem zweiten Podest in eine Zeit des Aufschwungs und Umbruchs seit den 1920er Jahren. Wer Lust hat, kann sich hier in ein Theaterkostüm des Fidelio kleiden und begegnet auf der Bühne Max Schmeling. Der Boxweltmeister diente dem Wiesbadener Künstler Ernst Křenek Ende der 20er Jahre als Vorbild für ein Theaterstück. Nur wenige Jahre später brandmarkten die Nationalsozialisten Křeneks Werke als »entartet«. Die Maifestspiele wurden zum Bestandteil der ideologisch geprägten Maiwochen der städtischen Kurverwaltung und nach der Spielzeit 1938/1939 schließlich eingestellt.

Auf Bühne drei geleitet ein Page in ein neues Zeitalter. Es beginnt die Phase, in der die Internationalen Maifestspiele ausdrücklich der Völkerverständigung dienen sollten und Begegnungen mit Künstlern und Künstlerinnen von der anderen Seite des »Eisernen Vorhangs« möglich machten. Rudolf Nurejew vollführt vor unseren Augen seinen berühmten »Korsarensprung« bei den IMF 1963, ein cremefarbenes Abendkleid mit französischer Handstickerei aus dem Wiesbadener Haus für Haute Couture Elise Topell vermittelt internationales Modeflair. Aber nicht alle Wiesbadener schätzten die gehobene Atmosphäre der IMF. Auch ihr Gegenentwurf in Form der Anderen Maifestspiele (AMF), die zu Anfang der 1980er Jahre als alternative Veranstaltung organisiert wurden, wird in der Ausstellung mit originalem Fußball und offensichtlich sehr häufig getragenen und heiß geliebten Trikots präsentiert.

Mit eindrucksvollen Original‐Requisiten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden aus dem aktuellen Programm begleitet die vierte Bühne wieder zurück in die Gegenwart.
Die Welt war und ist weiterhin zu Gast in Wiesbaden. Welchen Weg die Maifestspiele einschlagen bzw. verfolgen soll(t)en war und ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Die Internationalen Maifestspiele erweisen sich als Spiegel der jüngeren Theater‐, Gesellschafts‐ und gar Weltgeschichte. Die Ausstellung »Vorhang auf!« beleuchtet den Kosmos vor und hinter der Bühne zwischen Faszination und Illusion und bietet Raum, die Festspiele in die Zukunft zu denken.

Allen Interessierten bietet das sam auch ein Kombiticket für den Besuch der beiden Ausstellungen des sam »Vorhang auf!« sowie »Kelten Land Hessen: Im Spannungsfeld der Kulturen« (16.3.– 31.7.2022) im historischen Marktkeller.

Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Vermittlungsangebot:
www.wiesbaden.de/sam

Ausstellungsort:
Kurhauskolonnaden am Bowling Green, Kurhausplatz 1, 65189 Wiesbaden
Öffnungszeiten:
Kurhauskolonnaden: Mo–So 10–19 Uhr, Do und Sa 10–21 Uhr
sam / Marktkeller: Di–So 11–17 Uhr, Do 11–20 Uhr
Eintrittspreise:
Eintritt: 7 € / 5 € ermäßigt*
Kombiticket: 10 € / 6 € ermäßigt*
*Ermäßigung für Student*innen, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Schwerbehinderte, Arbeitslose, Besitzer*innen der Wiesbaden TouristCard, der Ehrenamtscard und der Kurkarte

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Begleitkatalog:
Vorhang auf! 125 + 1 Jahre Internationale Maifestspiele
Hrsg. von der Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden, Wiesbaden 2022.
200 Seiten, 170 farbige Abbildungen (davon 14 ganzseitig und 4 doppelseitig).
ISBN 978‐3‐9812439‐6‐3, Preis: 28 €