Kategorie-Archiv: Goethe-Haus Frankfurt

Vortrag zur Konfessionspoetik und Medienpolitik bei Georg Büchner im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoROMANTISCHE PASSION?
Konfessionspoetik und Medienpolitik bei Georg Büchner
Vortrag von Prof. Dr. Andrea Polaschegg
Donnerstag, 12. April 2018, 20.00 Uhr, Arkadensaal

Dass die literarische Romantik eine besondere Affinität zu dem besaß, was wir heute „Religion“ nennen, zählt von jeher zum festen Wissensbestand der deutschen Literaturgeschichtsschreibung, ebenso, dass Georg Büchner zu allem „Religiösen“ eine maximal kritische Distanz wahrte. Diese Selbstverständlichkeit hat im Laufe der letzten Jahre Risse bekommen: Zu dicht gesät die Bibelzitate in ‚Dantons Tod‘, in ‚Woyzeck‘, ‚Lenz‘ oder im ‚Hessischen Landboten‘, zu eng Büchners persönliche Verbindungen mit angehenden Theologen und Pfarrhaustöchtern, zu offenkundig die christliche Formatierung seiner Anthropologie und Gesellschaftskritik.

Sollte Büchner also der Romantik ausgerechnet auf dem Feld der Religion nahe gerückt sein? Diese Frage nimmt der Vortrag auf und lenkt sie dreifach um: von Büchners Biographie auf seine Texte, von „der Religion“ auf die Konfession und von der expliziten Figuren-, Erzähler- oder Briefrede auf die Medienpoetik der Büchnerschen Dichtung. Im Zentrum steht mit der Passion eine genuin christliche Figuration, in der Leiden und Leidenschaft kurzgeschlossen sind. Büchner und die Romantik, aber auch Protestantismus und Katholizismus, treten in ein produktives Spannungsverhältnis – und sie tun das tatsächlich nicht zuletzt medienpolitisch.

Es spricht die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Andrea Polaschegg.

Eintritt: 4,00 Euro / frei für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts. Informationen und Reservierung: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main

www.deutsches-romantik-museum.de
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„Romantik in Hessen“ – Ausstellungseröffnung am 6. März 2018 im Goethe-Museum

goethe-haus-logoAm Dienstag, 6. März 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Eröffnung der Ausstellung „Romantik in Hessen“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst mit Fotografien von Kilian Schönberger in den Arkadensaal ein.

Zur Ausstellungseröffnung spricht der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein. Prof. Dr. Wolfgang Bunzel gibt einen Überblick über prägende Personen und Orte der Romantik in Hessen, und Kilian Schönberger berichtet von seiner fotografischen Reise zu den romantischen Orten.
Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Zur Ausstellung:
Dass Hessen ein Land der Romantik ist, wurde spätestens seit dem Bau des Deutschen Romantik-Museums und dem Kauf des Brentano-Hauses in Oestrich-Winkel auch einer breiteren Öffentlichkeit bewusst. Aber auch an vielen anderen Orten in Hessen lassen sich bedeutende Kunstschätze und Sehnsuchtsorte aus dieser zentralen Epoche unserer Kulturgeschichte finden: Im Osteinschen Park, Burg Frankenstein, Schloss Auerbach, im Schloss Steinau und dem Brüder Grimm-Haus und natürlich der neu eröffneten Grimmwelt in Kassel, wo die Brüder über 30 Jahre lebten und arbeiteten.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat 2016 in seinen Räumen eine Auswahl dieser Orte in einer Fotografie-Ausstellung präsentiert: idyllische Burgen, Schlösser, Parks und Stätten, die diese Epoche erlebbar machen. Kilian Schönberger, einer der bedeutendsten Naturfotografen Deutschlands, war unterwegs und hat die romantischen Orte Hessens neu in Szene gesetzt. Dokumentiert ist die Ausstellung in einem Band, der auf 66 Seiten beeindruckende Fotografien bedeutender Kunstschätze zeigt. Die Ausstellung „Romantik in Hessen“ wird vom 7. März bis 12. August 2018 im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts zu sehen sein. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis ins Goethe-Haus enthalten. Informationen: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

„Was ist Romantik?“ – Neue Gesprächsreihe im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoAm Dienstag, 20. Februar 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur neuen Veranstaltungsreihe „Was ist Romantik?“ in den Arkadensaal ein.

 Was ist Romantik? Die auf den ersten Blick einfach anmutende Frage hat es in sich. Was gilt als „romantisch” in Kunst und Literatur, was als die „Epoche der Romantik”? Wer gehört dazu? Wer nicht? Diesen Fragen geht die neue Reihe des Freien Deutschen Hochstifts in Vorträgen, Gesprächen und Lesungen nach. Dabei wird sich zunächst dem Phänomen von seinen Rändern her angenähert: In diesem Jahr stehen verschiedene „Grenzgängern“ im Fokus. Vor dem Hintergrund des derzeit entstehenden Deutschen Romantik-Museums wird die Veranstaltungsreihe in den nächsten Jahren mit wechselnden Schwerpunkten fortgesetzt.

 Die erste Veranstaltung fragt nach dem Kern der anhaltenden Bezugnahme auf die Romantik. Bezeichnet „Romantik“ vor allem eine abgeschlossene literarhistorische Epoche oder gibt es Haltungen, Ideen, Einstellungen, die sich epochenübergreifend als ‚romantisch‘ beschreiben lassen? In der Romantikerstadt Jena arbeitet seit 2015 ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg zum „Modell Romantik“, das der Erforschung des europäischen und transatlantischen Phänomens eine neue Basis geben will und sich zum Ziel gesetzt hat, Romantik-Aktualisierungen zu untersuchen, um hinter der Vielfalt der Phänomene nach bleibenden Strukturen zu suchen. Der Sprecher des Kollegs, Stefan Matuschek, wird uns dieses „Modell Romantik“ vorstellen und seine Tauglichkeit im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Johannes Grave und dem Frankfurter Literaturwissenschaftler Roland Borgards erörtern. Moderiert wird der Abend von Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts.

Eintritt: 8,- Euro / 4,- für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Die Termine der Reihe „Was ist Romantik?“ im Überblick

  • Was ist Romantik? Podiumsgespräch mit Roland Borgards, Johannes Grave, Stefan Matuschek.
    Moderation: Anne Bohnenkamp-Renken – Dienstag, 20. Februar 2018, 19.00 Uhr
  • Friedrich Hölderlin zwischen Klassik und Romantik
    Gespräch mit Anne Bohnenkamp-Renken, Gerhard Kurz. Lesung mit Heidi Ecks
    Dienstag, 20. März 2018, 19.00 Uhr
  • Karl Marx – Ein Romantiker Diskussion mit Rainer Hank, Jochen Hörisch
    Dienstag, 24. April 2018, 19.00 Uhr
  • Der Roman des Freiherrn von Vieren
    Gespräch mit Markus Bernauer , Tilman Spreckelsen – Donnerstag, 1. November 2018, 19.00 Uhr
  • Bettine von Arnim und die Medizin Gespräch mit Martin Dinges, Wolfgang Bunzel
    Dienstag, 27. November 2018, 19.00 Uhr

Buchpräsentation ‚Handschriften der Romantik. Ein Werkstattbericht‘ im Goethe-Museum Frankfurt

goethe-haus-logoAm Mittwoch, 31. Januar 2018, 19 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Buchpräsentation ‚Handschriften der Romantik. Ein Werkstattbericht‘ in den Arkadensaal ein.

Neun zeitgenössische Autorinnen und Autoren (Feridun Zaimoglu, Thea Dorn, Peter Härtling, Michael Lentz, Eva Demski, Sibylle Lewitscharoff, Wolfgang Büscher, Katharina Hacker, Patrick Roth) haben für eine Veranstaltungsreihe von hr2-kultur ‚Handschriften der Romantik, neu gelesen von …‘ aus dem reichen Archivbestand des Hochstifts einzelne Stücke ausgewählt und in öffentlichen Gesprächen gedeutet. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzungen versammelt der Band ‚Welch kleiner Teufel führt Ihre Hand? Autoren der Gegenwart im Dialog mit Handschriften der Romantik‘, der im Herbst 2017 erschienen ist.

Novalis, Fragmente, Frühjahr 1798 © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Alexander Paul Englert
Novalis, Fragmente, Frühjahr 1798 © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Alexander Paul Englert

Am Abend der Buchvorstellung spricht Wolfgang Bunzel mit Karoline Sinur, die den Band mit Alexander Paul Englert und Konrad Heumann herausgegeben hat, über die Geschichte des Projekts und ihre Begegnungen mit den Autoren. Konrad Heumann geht mit dem Fotografen Alexander Englert der Frage nach, auf welche Weise Fotografien den Originalen gerecht werden können, und Anne Bohnenkamp diskutiert mit der Schriftstellerin Katharina Hacker darüber, was wir sehen, wenn wir Handschriften betrachten.

In Kooperation mit dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen e.V.
Eintritt: 8,- Euro / 4,- für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts /// Informationen und Karten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Frankfurter Goethe-Museum/Goethe-Haus
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60311 Frankfurt – Innenstadt
Telefon: 069/138800; Telefax: 069/13880222
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Ausstellung: Monsieur Göthé – Goethes unbekannter Großvater – 14.01. bis 25.02.2018 Goethemuseum Frankfurt

(Vermutlich) Friedrich Georg Göthé (1657-1730). Fotografie nach einem verschollenen Porträt. © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
(Vermutlich) Friedrich Georg Göthé (1657-1730). Fotografie nach einem verschollenen Porträt. © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Er ist einer der eher Unbekannten in der Familie Goethe, obwohl ihm ein zentraler Platz zusteht: Friedrich Georg Göthé, der Großvater des Dichters. Von ihm stammt nicht nur das Geld für das sorglose Leben der Familie Goethe am Großen Hirschgraben und für den Ankauf des Elternhauses, einschließlich der edlen Weine im Keller, mit seinem Eintritt in die Frankfurter Bürgerschaft beginnt 1687 auch die Geschichte der Familie Goethe in Frankfurt.
Die Ausstellung spürt mit Abbildungen und Originaldokumenten der Lebensgeschichte des weitgereisten Schneidermeisters und Gastwirts Friedrich Georg Göthé nach und entwirft das Bild eines Mannes, der mit Neugier und Bildungshunger aus einem thüringischen Dorf aufbricht, um erst in der Welt und schließlich in Frankfurt am Main sein Glück zu machen.

Friedrich Georg Göthé: Bittschrift zur Aufnahme in die Frankfurter Bürgerschaft vom 14.12.1686 © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Friedrich Georg Göthé: Bittschrift zur Aufnahme in die Frankfurter Bürgerschaft vom 14.12.1686 © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt

Die Ausstellung wurde konzipiert von Wolfgang Schopf, dem Leiter des Literaturarchivs im Universitätsarchiv der Goethe-Universität, und Joachim Seng, Leiter der Hochstiftsbibliothek. Sie orientiert sich an dem Buch ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘ (herausgegeben von (Prof. Dr. Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz, Dr. Joachim Seng), das 2017 in der Anderen Bibliothek erschienen ist. Es erzählt eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte aus dem 17./18. Jahrhundert und beschreibt dabei auch ein Stück Kultur- und Sozialgeschichte.

Mit Unterstützung der Sparda-Bank Hessen eG.

Ort und Öffnungszeiten:

Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis ins Goethe-Haus enthalten.
Öffentliche Führungen mit den Herausgebern des Buches ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘ finden donnerstags um 16.30 Uhr und sonntags um 15.00 Uhr. Die Führung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage, 10.00-17.30 Uhr
Abweichende Zeiten: Die Ausstellung ist nicht zugänglich am 26. Januar, 10.00-13.00 Uhr,
3. Februar 10.00-14.00 Uhr, 7. Februar, 16.00-18.00 Uhr, 20. Februar, 10.00-13.30 Uhr

Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow
Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
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Jahresprogramm Frankfurter Goethe-Haus

PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘

Mittwoch, 24. Januar 2018, 19.00 Uhr
Textor versus Göthé
Prof. em. Dr. Dr. h. c. Mult. Michael Stolleis im Gespräch mit Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken Lesung mit Michael Quast und Katerina Zemkanowa (Fliegende Volksbühne)

Friedrich Georg Göthé, Johann Wolfgangs Großvater väterlicherseits, hatte einst den würdigen Stadtsyndicus Dr. jur. Johann Wolfgang Textor, Ururgroßvater mütterlicherseits, verklagt, weil dieser seine Rechnungen, genauer: die seiner jungen Frau, nicht bezahlt hatte. Und neben Schneidermeister Göthé trat ein Dutzend anderer Frankfurter Geschäftsleute vor dem Schöffengericht und dem Reichskammergericht als Kläger auf. Der Rechtshistoriker Prof. Dr. Michael Stolleis ist – neben anderen Fällen – auch diesem nachgegangen. Die kuriose Prozessakte, die sich im Institut für Stadtgeschichte befindet, ergab nicht nur eine Nacherzählung, sondern auch ein kleines Stück fürs Theater. Im Gespräch geht es um den historisch-juristischen Hintergrund des Falls „Textor versus Göthé“. Die Protagonisten werden vorgestellt und der sozial- und rechtshistorische Zusammenhang beschrieben. Michael Quast und Katerina Zemankova von der Fliegenden Volksbühne lesen ausgewählte Passagen aus dem Stück von Michael Stolleis.

Eintritt 8,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts 4,00 Euro

Öffentliche Führungen mit den Herausgebern des Buches ‚Monsieur Göthé. Goethes unbekannter Großvater‘:
donnerstags um 16.30 Uhr und sonntags um 15.00 Uhr. Die Führung ist im Eintrittspreis inbegriffen.
Sonntag, 14. Januar 2018, 15.00 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Donnerstag, 18. Januar 2018, 16.30 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Sonntag, 21. Januar 2018, 15.00 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Donnerstag, 25. Januar 2018, 16.30 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Sonntag, 28. Januar 2018, 15.00 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Donnerstag, 1. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Sonntag, 4. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Donnerstag, 8. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Hans Sarkowicz)
Sonntag, 11. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Hans Sarkowicz)
Donnerstag, 15. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Sonntag, 18. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Dr. Joachim Seng)
Donnerstag, 22. Februar 2018, 16.30 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke)
Sonntag, 25. Februar 2018, 15.00 Uhr (mit Prof. Dr. Heiner Boehncke, Hans Sarkowicz)

Führungen für Gruppen und Schulklassen können gesondert gebucht werden.

Samstag 24. Februar 2018, 11.00 bis 12.30 Uhr
SaTOURday
Goethe und sein Stammbaum
Für Kinder ab 5 Jahren

Eintritt für angemeldete Teilnehmer frei
INFORMATIONEN UND ANMELDUNG Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

 

Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow
Eingang Goethemuseum Foto: Diether v. Goddenthow

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Jahresprogramm Frankfurter Goethe-Haus

Die Neu-Entdeckung des bedeutendsten Vertreters der Romantik: Jubiläumsausstellung zum 250. August Wilhelm Schlegels im Frankfurter Goethe-Haus ab 5.09.2017

Aufbruch ins romantische Universum August Wilhelm Schlegel
Ausstellung vom 6. September bis 12. November 2017
Ausstellungseröffnung am Dienstag, 5. September 2017, um 19 Uhr

August Wilhelm von Schlegel, Reproduktion von Adolf Hohneck nach Öl auf Leinwand um 1830, SLUB Dresden Foto: Diether v. Goddenthow
August Wilhelm von Schlegel, Reproduktion von Adolf Hohneck nach Öl auf Leinwand um 1830, SLUB Dresden Foto: Diether v. Goddenthow

Mit der Jubiläumsausstellung zum 250. Geburtstag August Wilhelm Schlegels lässt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum  vom 5. September an bis zum 12. November 2017 den Universalpoeten und bedeutendsten Vertreter der Romantik aus neuem Blickwinkel lebendig werden. Gezeigt werden – didaktisch und optisch gut aufbereitet  – bislang weitgehend unbekannte Originale – Werkmanuskripte, Korrespondenzen, Stücke seiner indischen Sammlung, einen Maternkasten mit den von Schlegel eigens in Paris entwickelten Sanskrittypen, noch nie gezeigte Stücke aus Privatbesitz und vieles mehr: Sie lassen uns Schlegel neu entdecken. Einst von seinem Schüler Heinrich Heine bitterbös und  – wohl nachhaltig imageschädigend  – verspottet, stand August Wilhelm Schlegel zumeist im Schatten  seines fünf Jahre jüngeren Bruders Friedrich Schlegel.  Dies völlig zu Unrecht wie Dr. Claudia Bamberg (Philipps-Universität Marburg) und Dr. Cornelia Ilbrig (Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main) jetzt in der von ihnen kuratierten Ausstellung belegen: So war August Wilhelm Schlegel  nicht nur der europäischste von allen Romantikern,  also National- und Universalpoet in einem. Er war ebenso ein begnadeter wie gefürchteter Kritiker, Satiriker, Essayist und Begründer der Indologie. Er zählte zu den gebildetsten „Geistern“ seiner Zeit und gilt bis heute als bedeutendster Shakespeare-Übersetzer. Seine Formulierungen wie „Sein oder Nichtsein – das ist hier die Frage“ oder „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“ und andere „geflügelte“ Wendungen gelten zu den berühmtesten Versen in deutscher Sprache und nicht zufällig als „dritte Klassiker“, so Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken,Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts/Frankfurter Goethemuseums in Frankfurt/Main.

Station 3: EXIL ALS KULTURELLER BRENNSPIEGEL. Schlegel lebt ab 1804 über längere Zeit mit französischen Schriftstellerin Germaine de Staël auf Schloss Coppet am Genfer See, nachdem sie Napoleon aus Paris verdammt wurde. Foto: Diether v. Goddenthow
Station 3: EXIL ALS KULTURELLER BRENNSPIEGEL. Schlegel lebt ab 1804 über längere Zeit mit französischen Schriftstellerin Germaine de Staël auf Schloss Coppet am Genfer See, nachdem sie Napoleon aus Paris verdammt wurde. Foto: Diether v. Goddenthow

Nicht zuletzt war es August Wilhelm Schlegel, der die Gedanken der Romantik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte und den interkulturellen Dialog weit über die deutschen Grenzen hinaus immer wieder aufs Neue suchte. Schlegels Weg als Romantiker richtete sich – anders als bei seinem Bruder Friedrich oder bei Novalis – weniger nach innen als vielmehr nach außen, sah er doch seine Aufgabe darin, die kulturellen Räume Europas im Zeichen des „Romantischen“ literarisch neu zu vermessen und bis nach Indien auszuweiten.

Zwei Medienstationen nähern sich in der Ausstellung Schlegel digital. Die erste visualisiert sein faszinierendes Briefnetzwerk: Schlegel korrespondierte zeit seines Lebens mit nahezu allen wichtigen Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik quer durch Europa. Die interaktive Visualisierung macht diese Verbindungen sichtbar und zeigt, wie sich die Schaffenszentren des Romantikers im Laufe seines Lebens verlagert haben. In der von Dr. Thomas Burch und Michael Lambertz (Trier Center for Digital Humanities) entwickelten Station können die BesucherInnen Schlegels Netzwerken aktiv nachspüren.

Der Guckkasten zur Jenaer Wohngemeinschaft

Wie  „Wohnen als progressive Universalpoesie“ ab 1796 in Europas erster Wohngemeinschaft  in Jena abgelaufen sein könnte, wie man sich stritt, liebte, nervte usw. zeigen die Kurzfilme im Guckkasten: In dieser Zeit entstehen bekannte Werke, so z. B. August Wilhelm Schlegels Shakespeare-Übersetzungen, Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“, Friedrich von Hardenbergs „Hymnen an die Nacht“ und als Gemeinschaftswerk die Zeitschrift „Athenaeum“. Foto: Diether v. Goddenthow
Wie „Wohnen als progressive Universalpoesie“ ab 1796 in Europas erster Wohngemeinschaft in Jena abgelaufen sein könnte, wie man sich stritt, liebte, nervte usw. zeigen die studentischen Kurzfilme im Guckkasten: In dieser Zeit entstehen bekannte Werke, so z.B. August Wilhelm Schlegels Shakespeare-Übersetzungen, Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“, Friedrich von Hardenbergs „Hymnen an die Nacht“ und als Gemeinschaftswerk die Zeitschrift „Athenaeum“. Foto: Diether v. Goddenthow

Die zweite Medienstation, der „Guckkasten zur Jenaer Wohngemeinschaft“, der das „Wohnen als progressive Universalpoesie“ in zehn Kurzfilmen porträtiert, verhilft zu einem vielfältigen Einblick in die Arbeits- und Wohngemeinschaft der Jenaer Frühromantiker. Die Inhalte wurden angeregt vom Zusammenleben und Zusammenarbeiten der Brüder Schlegel, ihrer Frauen und der WG-Besucher wie Novalis, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Ludwig Tieck in den Jahren 1799 – 1801. Das Filmprojekt geht aus einem zweisemestrigen Seminarprojekt über Werke Schlegels und der Jenaer Frühromantiker an der Goethe-Universität Frankfurt im Wintersemester 2016/17 und Sommersemester 2017 hervor.
Nach Aneignung der Grundlagen zur Jenaer Frühromantik und zur WG haben die Studierenden vielfältige kreative Zugänge zum Thema gefunden und unter professioneller Anleitung kurze Konzeptfilme entwickelt.

Die Sonderausstellung vermittelt erstmals einen Gesamtblick über August Wilhelm Schlegels Werk, dessen weites Spektrum für die Romantik erst in den vergangenen Jahren wiederentdeckt wurde. Sichtbar wird dabei das faszinierende Universum eines der vielseitigsten Schriftsteller, den die deutsche Romantik hervorgebracht hat.

Auf der Flucht vor Napoleon kommen August Wilhelm Schlegel und Madame de Staël im September 1812 in Stockholm an. Hier wird Schlegel Redenschreiber gegen Napoleon beim Kronprinzen Bernadotte (Karl XIV. Johann). Dr. Illbrig vor Abbildung des janusköpfigen Napoleons mit einem Hals aus Totenköpfen. Foto: Diether v. Goddenthow
Auf der Flucht vor Napoleon kommen August Wilhelm Schlegel und Madame de Staël im September 1812 in Stockholm an. Hier wird Schlegel Redenschreiber gegen Napoleon beim Kronprinzen Bernadotte (Karl XIV. Johann). Dr. Illbrig vor Abbildung des janusköpfigen Napoleons mit einem Hals aus Totenköpfen. Foto: Diether v. Goddenthow

August Wilhelm Schlegels Schaffen ist es vor allem auch zu verdanken, dass sich die Ideen der Romantik in ganz Europa verbreiteten und auch in Frankreich, Italien, England, Russland und Skandinavien weiterwirkten.
Schlegel war sein ganzes Leben lang sehr produktiv und hat sich immer wieder neuen Gegenständen, Themen und Kulturen zugewandt. Das zeigt sich auch an seiner Mobilität: Schlegel hat an zahlreichen Orten in Europa gelebt und war oft auf Reisen. Mit seinem jüngeren Bruder Friedrich hat er von Jena aus der deutschen Frühromantik wesentliche Impulse gegeben. Viele Jahre lebte er an der Seite der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël und hat mit ihr Europa bereist und lange in Genf gelebt. In seiner letzten Lebensphase hat er sich in Bonn der indischen Kultur gewidmet und die Indologie in Deutschland begründet.

Die Ausstellung gliedert sich in die Stationen: „Bildungsräume -Hannover – Göttingen – Amsterdam“, „Wohngemeinschaft als Progressive Universalpoesie Jena (Berlin)“, „Exil als kulturelle Brennspiegel Coppet 1804 – 1817″, „Die Romantik erobert Europa Wien 1807/8″, „Auf politischem Feld Stockholm 1812/13 und Horizont Indien“. Die für die einzelnen Stationen gewählten Farben waren zu Schlegels Zeiten für die jeweiligen Orte und für gesellschaftliche, soziale und geistige Zugehörigkeiten repräsentativ.

Station 5 präsentiert den Indologen August Wilhelm Schlegen. 1819 erhält er aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse der indischen Kultur die Erlaubnis, auch Indologie zu lehren. Schon seit 1814 beschäftigt er sich mit Vorlagen für Sanskrit-Stempel.Schlegels wichtigste Werke aus dieser Zeit sind die Übersetzungen der beiden indischen Epen „Bhagavadgītā“ und „Rāmāyaṇa“. Er gilt als Begründer der Indologie in Deutschland. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Station 5 präsentiert den Indologen August Wilhelm Schlegen. 1819 erhält er aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse der indischen Kultur die Erlaubnis, auch Indologie zu lehren. Schon seit 1814 beschäftigt er sich mit Vorlagen für Sanskrit-Stempel.Schlegels wichtigste Werke aus dieser Zeit sind die Übersetzungen der beiden indischen Epen „Bhagavadgītā“ und „Rāmāyaṇa“. Er gilt als Begründer der Indologie in Deutschland. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Visualisierung von Schlegels Briefnetzwerken
Ausgehend von einem großangelegten  Forschungsprojekt an den Universitäten Marburg und Trier wird seit 2012 die in über 100 Archiven weltweit verstreute Korrespondenz August Wilhelm Schlegels digitalisiert. Einen erheblichen Teil seiner gut 5000  Schriftstücke, die bis zur Hälfte erfasst sein dürften, sind bereits Besuchern  über die Medienstation der Ausstellung zugänglich. Dabei können per Mouseklick nicht nur die Schriftstücke  August Wilhelm Schlegels und seiner Briefpartner aufgerufen werden. Jedes Schriftstück kann auch  mit „Personen“, „Porträts“, „Orten“ (in ganz Europa) und zusätzlichen  „Zitaten“ verknüpft werden. Hierdurch lassen sich auch für Nichtfachleute Schlegels Netzwerke mit gut 700 Briefpartnern des kulturellen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens seiner Zeit erschließen.

August Wilhelm Schlegel pflegte regen Austausch mit Goethe und Schiller, den Brüdern Humboldt, den deutschen und den europäischen Romantikern, mit der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël und ihrer Familie, den bedeutendsten Verlegern, zahlreichen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland sowie mit führenden Politikern.
Viele Briefwechsel sind uns nicht vollständig überliefert. War die Korrespondenz zu privat, ließ Schlegel seine Schreiben nach dem Tod des Briefpartners/der Briefpartnerin in der Regel vernichten. So haben sich oftmals nur die Gegenbriefe, nicht aber seine eigenen Schreiben erhalten. Auch sind durch verschiedene Umstände nicht alle Briefwechsel vollständig überliefert worden. Die Visualisierung von Schlegels Korrespondenzen zeigt einen repräsentativen Ausschnitt aus seinem Briefnetzwerk.  Auch ist es möglich, sich einzelne Brieffaksimiles mit der Transkription anzusehen. Das Projekt wurde finanziert von der Aventis Foundation, Förderlinie „experimente#digital“.

Die Visualisierung wurde vom Trier Center for Digital Humanities der Universität Trier unter der Leitung von Dr. Thomas Burch entwickelt. Sie bezieht ihre Daten aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels“. Dieses wird an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, die Schlegels Hauptnachlass verwahrt, an der Philipps Universität Marburg und am Trier Center for Digital Humanities der Universität Trier durchgeführt (www.august-wilhelm-schlegel.de).

Kuratorinnen Dr. Claudia Bamberg u. Dr. Cornelia IIbrig. Foto: Diether v. Goddenthow
Kuratorinnen Dr. Claudia Bamberg u. Dr. Cornelia IIbrig. Foto: Diether v. Goddenthow

Dr. Claudia Bamberg (Philipps-Universität Marburg) und Dr. Cornelia Ilbrig (Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main) kuratierten die Ausstellung  in Kooperation mit
• DFG-Projekt »Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels« (www. august-wilhelm-schlegel.de):
Philipps-Universität Marburg, Institut für Neuere deutsche Literatur
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Trier Center for Digital Humanities, Universität Trier
• Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
• Modell Romantik: Variation – Reichweite – Aktualität, Friedrich Schiller-Universität Jena
• Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
• StadtMuseum Bonn
• Städtische Museen Jena/Literaturmuseum Romantikerhaus
• Universitätsbibliothek Marburg

Information zur Ausstellung

Ort:
Frankfurter Goethe-Haus
Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 / 1 38 80 -0
Telefax: +49 (0)69 / 1 38 80 -222
E-Mail: info@goethehaus-frankfurt.de
Website: http://www.goethehaus-frankfurt.de

Ausstellungs-Katalog:

buchcover-romantikDr. Claudia Bamberg  und Dr. Cornelia Ilbrig (Hrsg.): Aufbruch in romantische Universum. August Wilhelm Schlegel. (236 Seiten, 19,90 Euro). Ein Muss für jeden Ausstellungsbesucher und Romantik-Fan, auch bestens als Geschenk geeignet!

 

 

PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
Ausstellungseröffnung
Die Brüder Schlegel
Vortrag von Prof. Dr. Roger Paulin (University of Cambridge)
5. September 2017, 19.00 Uhr, Eintritt frei

Universalpoet und Weltliterat:
Der europäische Romantiker August Wilhelm Schlegel
Seminar mit Dr. Claudia Bamberg und Dr. Cornelia Ilbrig
22. und 29. September, 6. Oktober, jeweils 16.00 bis 18.00 Uhr
Teilnahmegebühr: 30,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts frei
Max. 20 Teilnehmer. Anmeldung erforderlich.

Erzieher und Muse: Schlegel in Coppet
Vortrag von Prof. Dr. Jochen Strobel (Philipps-Universität Marburg)
26. September 2017, 19.00 Uhr
Eintritt: 4,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts frei

August Wilhelm Schlegel und die Satire der Romantik
Vortrag von Prof. Dr. Günter Oesterle (Justus-Liebig-Universität Gießen) 4. Oktober 2017, 19.00 Uhr
Eintritt: 4,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts frei

Das Romantische selbst ist eine Übersetzung.
A.W. Schlegel zwischen National- und Universalpoesie
Gespräch mit Prof. Dr. Sonja Fielitz (Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Jürgen Hanneder (Philipps-Universität Marburg), Lisa Morbitzer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Olaf Müller (Philipps-Universität Marburg). In Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz
1. November 2017, 19.00 Uhr
Eintritt 8,00 Euro, Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts 4,00 Euro

FÜHRUNGEN
Öffentliche Führungen donnerstags, jeweils 16.30 Uhr und sonntags, 15.00 Uhr (außer 14. September)

Besuche in der Jena-WG
Präsentation der Multimedia-Station von Studierenden
16. September (deutsch), 7. Oktober (deutsch und englisch), 4. November 2017, jeweils 15.00 Uhr (deutsch)

SaTOURday: Entdeckungstour in die Welt vor 200 Jahren
Für Kinder ab 10 Jahren. Eintritt für angemeldete Teilnehmer frei
Samstag 28. Oktober 2017, 15.00 bis 16.30 Uhr

Gesondert gebucht werden können Führungen für Gruppen und Schulklassen sowie Kuratoren-Führungen.

ANGEBOT FÜR SCHULKLASSEN
Reisen früher und heute: Wo komme ich her? Wo bin ich? Wo will ich hin?
Es gibt viele Gründe für einen Ortswechsel: Bildungs- und Erholungsreisen, Flucht, Beruf oder die große Liebe. Im 19. Jahrhundert war das nicht anders. Auf einer Landkarte schildern wir die Reisewege von Schlegel; danach können die Teilnehmer/innen ihre eigenen Geschichten erzählen und Reisen in ihre Vergangenheit und Zukunft unternehmen. Ab der Stufe 9 empfehlen wir den Workshop im Anschluss an einen Rundgang durch die Ausstellung. Für die Stufen 5 bis 8 ist er auch einzeln buchbar.

INFORMATIONEN UND ANMELDUNG
Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de

Ort:
Frankfurter Goethe-Haus
Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 / 1 38 80 -0
Telefax: +49 (0)69 / 1 38 80 -222
E-Mail: info@goethehaus-frankfurt.de
Website: http://www.goethehaus-frankfurt.de

Ariane Mnouchkine erhält Goethepreis 2017 – Verleihung am 28. August in der Paulskirche

© Ariane_Mnouchkine
© Ariane_Mnouchkine

Das Kuratorium zur Vergabe des Goethepreises der Stadt Frankfurt 2017 hat sich für die französische Theaterintendantin und Regisseurin Ariane Mnouchkine als diesjährige Preisträgerin entschieden. Mit der Auszeichnung wird das Lebenswerk einer Künstlerin geehrt, die mit der Gründung des „Théatre du Soleil“ eine Institution der Theaterwelt von internationaler Bedeutung geschaffen hat.

Oberbürgermeister Peter Feldmann begründet als Vorsitzender des Kuratoriums die Entscheidung: „Mit Ariane Mnouchkine wird eine wirklich große europäische Regisseurin ausgezeichnet. Ihr Lebenswerk ist untrennbar mit dem weltberühmten „Théatre du Soleil“ verbunden, das als freies Kollektiv gezeigt hat, wie produktiv ein dezidiert politisches Selbstverständnis in der Theaterkunst sein kann.“

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig ergänzt: „Als Regisseurin ist sie eine Zauberin, deren Stücke Menschen aller Schichten und Generationen fasziniert. Ihre künstlerische Arbeit ist einmalig, weil sie unterschiedlichste Einflüsse produktiv integriert und daraus etwas unverkennbar Neues geschaffen hat. Dass das Theater die Welt verändern kann, hat sie mit ihrem Lebenswerk unter Beweis gestellt.“

Der Goethepreis wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, in der Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, „die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist“. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.

Das Kuratorium setzt sich in diesem Jahr neben den ständigen Mitgliedern (dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, dem Stadtverordnetenvorsteher, der Kulturdezernentin, dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, der Präsidentin der Goethe-Universität und der Direktorin des Freien Deutschen Hochstiftes) aus der Dichterin Monika Rinck, dem Schriftsteller Marcel Beyer und dem Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Jürgen Kaube zusammen.

Bisherige Preisträger:

1927 der Dichter Stefan George †
1928 der Arzt und Philosoph Albert Schweitzer †
1929 der Philosoph Leopold Ziegler †
1930 der Psychoanalytiker Sigmund Freud †
1931 die Dichterin Ricarda Huch †
1932 der Dichter Gerhart Hauptmann †
1933 der Dichter Hermann Sehr †
1934 der Musiker Hans Pfitzner †
1935 der Schriftsteller Hermann Stegemann †
1936 der Bildhauer Georg Kolbe †
1937 der Dichter und Philosoph Guido Kolbenheyer †
1938 der Arzt und Dichter Hans Carossa †
1939 der Chemiker Carl Bosch †
1940 die Dichterin Agnes Miegel †
1941 der Dichter Wilhelm Schäfer †
1942 der Mediziner Richard Kuhn †
1945 der Physiker Max Planck †
1946 der Dichter Hermann Hesse †
1947 der Philosoph Karl Jaspers †
1948 der Dichter Fritz von Unruh †
1949 der Dichter Thomas Mann †
1952 der Dichter Carl Zuckmayer †
1955 die Dichterin Anette Kolb †
1958 der Naturforscher und Philosoph Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker †
1960 der Schriftsteller Ernst Beutler †
1961 der Architekt Walter Gropius †
1964 der Schriftsteller und Journalist Benno Reifenberg †
1967 der Wissenschaftler und Politiker Carlo Schmid †
1970 der Philosoph, Literaturwissenschaftler und Humanist Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Lukács †
1973 der Schriftsteller Arno Schmidt †
1976 der Filmregisseur Ingmar Bergmann †
1979 der Soziologe und Publizist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Raymond Aron †
1982 der Schriftsteller Ernst Jünger †
1985 der Historiker Prof. Dr. Dr. phil. h.c. Golo Mann †
1988 der Regisseur Peter Stein
1991 die Lyrikerin Wislawa Szymborska †
1994 der Kunsthistoriker Sir Ernst Gombrich †
1997 der Komponist und Dirigent Professor Hans Zender
1999 der Schriftsteller Siegfried Lenz †
2002 der Schriftsteller und Literaturkritiker Prof. Dr. h.c. mult. Marcel Reich-Ranicki †
2005 der Schriftsteller Amos Oz
2008 die Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin und Ballettdirektorin Pina Bausch †
2011 der Dichter Ali Ahmad Said Esber – Adonis
2014 der Schriftsteller und Literaturkritiker Prof. Dr. Peter von Matt

Quo vadis westliche Werte und Lebensstil? – Frankfurter Hausgespräche diskutieren diese Fragen der „Vielfalt und Einheit“ ab 7. Juni 2017

hausgespraecheIn der neuen Reihe der Frankfurter Gespräche „Vielfalt und Einheit“ im Juni 2017, jeweils ab 19.30 Uhr,  widmen sich das Holzhausenschlösschen, das Haus am Dom, das Literaturhaus und Goethe-Haus hochaktuellen zentralen Fragen über die Grenzen und Möglichkeiten des Miteinanders in Zeiten zunehmender Einzelinteressen, kultureller Unübersichtlichkeiten, Fake News und rasanten Werteverfalls aus religiöser, literarischer, kultureller und gesellschaftspolitischer Perspektive. Hierzu haben die Veranstalter wieder hochkarätige Referenten und Diskutanten eingeladen.

7. Juni 2017, 19.30 h, Holzhausenschlösschen „Mehr Einheit oder mehr Vielfalt in Europa?“

Die Reihe wird mit der Auftaktveranstaltung im Holzhausenschlösschen von Clemens Greve, dem Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung am 7. Juni eröffnet mit dem Thema „Mehr Einheit oder mehr Vielfalt in Europa?“
Dabei wird der Fokus auf die Frage nach den westlichen Werten und den westlichen Lebensstilen, gründend in den Ideen der Amerikanischen und der Französischen Revolution, gelegt. Denn diese Ideen machen unsere Art in Europa zu leben aus und geraten von ganz unterschiedlichen Seiten unter Druck, etwa durch „Fake News“, „Islamismus“, Rechts- und Linkspopulismus, Europaskepsis, Eliteversagen und vielem mehr.
Impulsvortrag: Prof. Dr. Ulrike Ackermann, Leiterin des John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung e.V. in Heidelberg. Es diskutieren Prof. Dr. Harald Müller, Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, und Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Literaturwissenschaftler an der Universität Tübingen, über den genannten Themenkreis.

Ort:
Frankfurter Bürgerstiftung
Holzhausenschlösschen
Justinianstraße 5, 60322 Frankfurt
Tel. (069) 55 77 91
Fax (069) 59 88 05
E-Mail: info@frankfurter-buergerstiftung.de
www.frankfurter-buergerstiftung.de

14. Juni 2017, 19.30 h, Haus am Dom „Religion in schlechter Verfassung?“
Am 14. Juni folgt Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor Haus am Dom, mit der Frage „Religion in schlechter Verfassung?“ „Bereits seit fast zehn Jahren ist die Anwesenheit von Menschen nichtchristlicher Religion auf dem Boden der deutschen demokratischen Grundordnung fraglich geworden. Schächten, Beschneidung, Kopftuch heißen die drei wichtigsten Reizworte, die phasenweise den sozialen Frieden bedrohen.
Wie soll es weitergehen? Erleben wir eine schleichende Ent-Säkularisierung oder sind wir nur Zeugen ganz normaler grundrechtlicher Anpassungsprozesse? Zu dieser Frage diskutieren Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften und ein Verfassungsjurist.“ (Haus am Dom)

Ort:
Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt
http://www.hausamdom-frankfurt.de/

21. Juni 2017, 19.30 h, Literaturhaus Frankfurt „Fünf Thesen für Einklang“
Am 21. Juni setzt das Literaturhaus unter der Ägide von Hauke Hückstädt die Reihe fort mit „Fünf Thesen für Einklang“ mit Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Magdalena Kuhn, Promotionsstipendiatin und Psychologin, Frankfurt, Ursula Ott, Chefredakteurin Chrismon, Abdul-Ahmad Rashid, TV-Journalist und Islamwissenschaftler, und Henning Ziebritzki, Verlagsleiter und Lyriker. „Wer nach Wahrheit sucht, muss mit echten Menschen streiten.“ Das fordert Ursula Ott, die Chefredakteurin des evangelischen Magazins chrismon. Und das ist auch das Credo dieses Abends im Literaturhaus. Ursula Ott wie auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt, die Promotionsstipendiatin und Psychologin Magdalena Kuhn, der Fernsehjournalist und Islamwissenschaftler Abdul-Ahmad Rashid sowie der Verlagsleiter und Lyriker Henning Ziebritzki haben jeweils sehr eigene, sehr unterscheidbare Thesen für das von der EKHN Stiftung und dem Literaturhaus Frankfurt gemeinsam herausgegebene Buch „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft “ formuliert (S. Fischer Verlag). Doch ihre Thesen haben auch etwas gemeinsam. Möglicherweise wollen in ihrem Kern alle fünf: Einklang. Inneren oder äußeren Einklang in einem Wimmelbild einer Gesellschaft , die gezeichnet ist von einer kaum fassbaren Pluralität der Behauptungen, Glaubensdiktate, Missverständnisse und Dissonanzen. Das Gespräch leitet der SZ-Feuilleton-Redakteur Jens Bisky.“ (Literaturhaus Frankfurt)

Ort:
Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main
http://literaturhaus-frankfurt.de/haus/

28. Juni 2017, 19.30 h, Frankfurter Goethe-Haus „Können wir aus dem Erbe der Aufklärung zu einer gemeinsamen Kultur kommen?“

Das Frankfurter Goethe-Haus gestaltet am 28. Juni mit dem Thema „Können wir aus dem Erbe der Aufklärung zu einer gemeinsamen Kultur kommen?“ den letzten Abend der Frankfurter Hausgespräche. Es spürt dem lebendigen Erbe der Aufklärung nach und fragt nach seiner gemeinschaftsstiftenden rahmenstiftenden Prägekraft in einer ungewissen modernen Zeit beliebiger, wimmelbildartiger Vielfalt. „Vernunft, Argument und Beweis, Bildungsbegeisterung, Wissenschaftsorientierung, Freiheit des Individuums – das sind Ankerpunkte einer Kultur, die durch die Aufklärung gegangen ist und sich auf sie beruft. In einer immer heterogener werdenden Gesellschaft stellt sich nicht nur die Frage nach der Rechtsordnung, sondern darüber hinausgehend auch nach Rahmungen, seien es gesellschaftliche Zielvorstellungen und Denkmodelle, Aushandlungsformen oder auch Freiheiten, Regeln und Grenzen des Umgangs miteinander.“ (Goethe-Haus)
Es diskutieren: Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts, Maya Hazukanu, Doktorandin im Fach Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Armina Omerika, Juniorprofessorin für die Ideengeschichte des Islam der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Susanne Schröter, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt. Moderation: Prof Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstand der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Ort:
Frankfurter Goethe-Haus
Freies Deutsches Hochstift
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 / 1 38 80 -0
info@goethehaus-frankfurt.de
http://www.goethehaus-frankfurt.de

Museumsuferfest 2016: Frankfurter Goethe-Haus/Frankfurter Goethe-Museum

goethehaus2-250In Goethes Elternhaus kann man auf vier Etagen in den original eingerichteten Räumen das Leben in einem Frankfurter Bürgerhaus des 18. Jahrhunderts nachvollziehen. Erleben Sie die Atmosphäre dieses Hauses, in dem Goethe Kindheit und Jugend verbrachte und in dem die ersten großen Werke entstanden. Im Goethe-Museum, einer Gemäldegalerie der Goethezeit, finden sich ungeahnte Schätze, darunter Gemälde von Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli, Jakob Philipp Hackert. Besuchen Sie im Arkadensaal unseren Informationsstand und erfahren Sie mehr über das geplante Deutsche Romantik-Museum, das neben dem Frankfurter Goethe-Haus am Großen Hirschgraben entsteht.

Ausführliches Programm

Frankfurter Goethe-Museum

Deutsches Romantik-Museum

Spatenstich für das Deutsche Romantik-Museum – Förderer würdigen Bedeutung des Orts in Frankfurt am Main

v.l.n.r.: Sandra Paul (Ernst Max von Grunelius-Sitftung), Jürgen Fitschen (Deutsche Bank), Peter Feldmann (Oberbürgermeister Stadt Frankfurt), Boris Rhein (Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst MdL), Prof. Monika Grütters (Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien MdB), Prof. Dr. Felix Semmelroth (Kulturdezernent der Stadt Frankfurt), Carl L. von Boehm-Bezing (Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts), Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts), Frank Junker (Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding), Prof. Christoph Mäckler (Architekt Deutsches Romantik-Museum). Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
v.l.n.r.: Sandra Paul (Ernst Max von Grunelius-Sitftung), Jürgen Fitschen (Deutsche Bank), Peter Feldmann (Oberbürgermeister Stadt Frankfurt), Boris Rhein (Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst MdL), Prof. Monika Grütters (Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien MdB), Prof. Dr. Felix Semmelroth (Kulturdezernent der Stadt Frankfurt), Carl L. von Boehm-Bezing (Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts), Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts), Frank Junker (Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding), Prof. Christoph Mäckler (Architekt Deutsches Romantik-Museum). Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

 

Mit dem heutigen Spatenstich für das neue Deutsche Romantik-Museum hat der offizielle Baustart auf dem ehemaligen Gelände des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels neben dem Goethe-Haus am Großen Hirschgraben in Frankfurt am Main begonnen. Das Museum der deutschen Romantik soll den Erinnerungsort für  eine Schlüssel-Epoche der deutschen und europäischen Geistesgeschichte bilden. Während die Epochen der Aufklärung, der Klassik und der Moderne mit Museen von Weltrang in Wolfenbüttel, Weimar und Marbach vertreten sind, gibt es weltweit noch keine vergleichbare Institution für die geistige Bewegung der Romantik.  Diese Epoche wird international mehr als jede andere Zeitspanne westlicher Kultur mit Deutschland identifiziert. Ja, „die“ Romantik sei der Schlüssel zum Verständnis der deutschen Seele, sagt man bisweilen, obgleich die Romantiker über ihre Landesgrenzen hinaus blickten, sich zumeist auf andere  Kulturen  bezogen und ihre Übersetzung als Mission verstanden.

Basis für dieses evident fehlende Museum ist die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien Deutschen Hochstift, dem Träger des Goethe-Hauses seit 1863, hier zusammengetragen wurde. In den Archivkellern finden sich, der Öffentlichkeit unbekannt, die international umfangreichsten und vielseitigsten Bestände zu den Schlüsselfiguren der Epoche von Novalis über die Geschwister Brentano bis zu Joseph von Eichendorff. Sie wird ergänzt durch hochkarätige Sammlungen im Bereich der bildenden Kunst und der Alltagskultur der Zeit. Gleichzeitig ist das Hochstift seit einem halben Jahrhundert als international anerkanntes Forschungsinstitut zur Literatur der deutschen Romantik tätig.

Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Hauses, begrüßte die Gäste zum offiziellen Baustart. Grußworte sprachen die Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters MdB, der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein MdL, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth, Carl-L. von Boehm Bezing, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts, und Frank Junker, Geschäftsführer der ABG FRANKFURT HOLDING vor den beteiligten Planern, Firmen sowie Unterstützern und Förderern.

Der Baugrund nach Abriss des ehemaligen Buchhauses des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: © massow-picture
Der Baugrund nach Abriss des ehemaligen Buchhauses des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Foto: © massow-picture

Der Spatenstich fand im Anschluss auf dem benachbarten Baugelände statt. Die Redner bekamen hierbei Unterstützung vom ausführenden Architekten Prof. Christoph Mäckler sowie von Sandra Paul, Geschäftsführerin der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, und Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Deutsche Bank Vorstands – stellvertretend für alle Spenderinnen und Spender, die sich für das Deutsche Romantik-Museum engagiert haben.

Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters MdB Foto: © massow-picture
Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters MdB Foto: © massow-picture

„Mit dem Deutschen Romantik-Museum wird endlich einer Epoche Referenz erwiesen, die zu den bedeutendsten der deutschen und europäischen Kultur- und Geistesgeschichte gehört“, hob Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters beim Spatenstich für das Projekt hervor. „Künftig wird hier auf der Grundlage der einzigartigen Sammlung des Freien Deutschen Hochstifts von originalen Handschriften, aber auch von Kunstwerken, eine spannungsreiche Vermittlung der vielfältigen Facetten und Strömungen dieser Zeit präsentiert – einer Zeit, in der viele Werte ins Wanken geraten waren und die Menschen nach neuen Lösungen für die alten Auseinandersetzungen suchten. Mit dem Deutschen Romantik-Museum wird eine national wie international wahrgenommene Lücke in der deutschen Musemslandschaft geschlossen. Dass dieses außergewöhnliche Museum in unmittelbarer Nachbarschaft zu Goethes Geburtshaus entsteht, ist besonders reizvoll“, sagte die Kulturstaatsministerin, die sich zuvor durch das Goethe-Haus führen ließ und in das Goldene Gästebuch des Hochstifts eintrug. Das Museumsprojekt wird aus dem Haus der Staatsministerin mit vier Millionen Euro unterstützt.

Aus den Ausstellungsräumen wird ein Blick auf die rückseitige Fassade und den Hof des Goethe-Hauses, auf den Goethe-Garten und den historischen Teil des Hochstiftsgebäudes fallen. © massow-picture
Aus den Ausstellungsräumen wird ein Blick auf die rückseitige Fassade und den Hof des Goethe-Hauses, auf den Goethe-Garten und den historischen Teil des Hochstiftsgebäudes fallen. © massow-picture

Mit dem Neubau erhalte die Romantik-Forschung des Freien Deutschen Hochstifts ein museales Pendant im Ausstellungsbereich hob Boris Rhein, Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, hervor: „Die Landesregierung investiert insgesamt mehr als zehn Millionen Euro, um das Konzept der ,Achse der Romantik in Hessen‘ zu ermöglichen. Ein wichtiger Teil dieses Romantik-Konzepts ist der Bau des Deutschen Romantik-Museums in Frankfurt, den die Landesregierung mit vier Millionen Euro unterstützt. Grundlage für das neue Museum ist die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur und die wertvolle Sammlung bildender Kunst und Alltagskultur der deutschen Romantik im Freien Deutschen Hochstift. Damit erhält die herausragende Sammlung von Handschriften und Gemälden der deutschen Romantik ein repräsentatives Gebäude in direkter Nähe zum Goethe-Haus.“

„Wir kommen mit großen Schritten voran“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann beim Spatenstich für das neue Museum. „Schon bald können sich Bürgerinnen und Bürger auf ein tolles Ensemble aus Museum, Wohnungen und Cantate-Saal freuen. Auf der europäischen Landkarte der Romantik ist Frankfurt mit den Exponaten zu Goethe, den Brentanos oder Eichendorff künftig eine Top-Adresse“, sagte Frankfurts Stadtoberhaupt.

„Mit dem Deutschen Romantik-Museum bekommt Frankfurt am Main einen Ort von republikweiter, wenn nicht internationaler Strahlkraft“, unterstrich Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth die Bedeutung des Vorhabens. Durch die Gestaltung der Goethehöfe entstehe „ein außergewöhnlicher Ort in der Innenstadt“

Das Deutsche Romantik-Museum ist ein Projekt des Freien Deutschen Hochstifts. Es entsteht als Erweiterungsbau des Goethe-Museums. Realisieren lässt es sich mit Unterstützung des Bundes, des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt und zahlreicher privater Geldgeber.

Deutsches Romantik-Museum Fassade mit Goethe Haus © Christoph Mäckler Architekten
Deutsches Romantik-Museum Fassade mit Goethe Haus
© Christoph Mäckler Architekten

Für das Ensemble am Großen Hirschgraben sind neben dem Deutschen RomantikMuseum auch Wohnungen vorgesehen. Der Cantate-Saal wird saniert und bleibt für die Kultur erhalten. Das Gesamtensemble entsteht nach dem städtebaulichen Entwurf des Büros Michael A. Landes. Dieser zeichnet verantwortlich für die Wohnbebauung, den Cantate-Saal und den Hof. Die ABG FRANKFURT HOLDING plant, auf dem Grundstück auch Wohnungen zu errichten.

Das Architekturbüro Christoph Mäckler Architekten plant das Deutsche RomantikMuseum. Die Juroren, die über die Pläne für den Museumsbau bei dem Architektenwettbewerb im vorigen Jahr zu befinden hatten, befürworteten seinen Entwurf, der „respektvoll“ mit der historischen Substanz der Nachbarschaft umgehe.

„Der architektonische Entwurf für das neue Museumsgebäude, den Christoph Mäckler in engem Kontakt mit den Verantwortlichen des Hochstifts entwickelt hat, entspricht unseren Vorstellungen. Wir freuen uns auf die Realisierung; die neuen räumlichen Möglichkeiten werden unsere Arbeit beflügeln“, sagte Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts.

Bauherr für das Projekt ist die ABG FRANKFURT HOLDING. „Wir setzen auf architektonische Qualität“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker: „Deswegen kooperieren wir auch mit den beiden Frankfurter Architekten Landes und Mäckler. Sie haben sich in der Planungsgemeinschaft Goethehöfe zusammengeschlossen: Herr Landes für die Wohnbebauung und den Cantate-Saal, Herr Mäckler für das Deutsche Romantik-Museum.“

Bis zum Frühjahr 2019 könnte der Bau realisiert sein. Die Eröffnung des Museumserweiterungsbaus ist für Spätsommer 2019 vorgesehen. Die Kosten für das Deutsche Romantik-Museum sind auf 16 Millionen Euro veranschlagt. Diese werden mit jeweils vier Millionen Euro von Bund und Land, 1,8 Millionen von der Stadt Frankfurt, die auch das Grundstück zur Verfügung stellt, und 6,2 Millionen von privaten Spendern finanziert. Zu den Förderern zählen die Deutsche Bank AG und die Ernst Max von Grunelius-Stiftung sowie der Kölner Galerist Karsten Greve, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Wüstenrot Stiftung. Dazu kommen weitere, mehr als 1.100 Privatspender.

Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts Carl L. von Boehm-Bezing dankte Bund, Land und Stadt sowie den privaten Geldgebern und Stiftungen ausdrücklich für ihre kontinuierliche Unterstützung. „Wir sind glücklich und dankbar, dass die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Unterstützern schließlich zum Erfolg unseres gemeinsamen Projekts geführt hat.“

Modell des Deutschen Romantik Museums, welches unmittelbar an das Goethehaus (r.) anschließen wird. Foto: © massow-picture
Modell des Deutschen Romantik Museums, welches unmittelbar an das Goethehaus (r.) anschließen wird. Foto: © massow-picture

Das neue Museumsgebäude soll sich unmittelbar an die südliche Grundstücksgrenze des Hochstiftsgeländes anschließen. Vorgesehen sind Ausstellungsflächen von ca. 400 qm für die Gemäldegalerie der Goethezeit, 400 qm für die Epoche der Romantik, 400 qm Wechselausstellungsbereich sowie ein Eingangsbereich mit Kasse, Funktionsräumen, Museums-Laden. Er wird dem neuen Museum zugleich mit dem benachbarten Goethe-Haus ein angemessenes Entree bieten. Aus den Ausstellungsräumen fällt der Blick auf die rückseitige Fassade und den Hof des Goethe-Hauses, auf den Goethe-Garten und den historischen Teil der Hochstiftsgebäude. Der Wechselausstellungsbereich erhält eine direkte Anbindung an die Kellermagazine des Hochstifts.

Das europäische Romantikverständnis wird Inhalt und Botschaft des Museums sein. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Goethe-Haus und -Museum trägt es zentral der Tatsache Rechnung, dass Goethe selbst weltweit als der wichtigste deutsche Romantiker gilt. Im Zentrum der Auseinandersetzung mit den kulturellen Leistungen der für die deutsche Geschichte und Politik folgenreichen Epochen wird im neuen Museum die Frage nach den literarisch und philosophisch fundierten Konturen des modernen westlich-europäischen Menschenbildes und dessen Realisierung im demokratisch verfassten Staat stehen. Im romantischen Aufbruch des ausgehenden 18. Jahrhunderts liegen wesentliche Wurzeln dieses Bildes. Dieser Aufbruchsgedanke wurde entscheidend vom jungen (Frankfurter) Goethe inspiriert, dessen spätes Konzept einer ‚Weltliteratur‘ wiederum nicht ohne die europäischen Romantiker denkbar ist.

„Der Nachtmahr“ aus dem Jahr 1790 (Frankfurter Goethe-Museum) das Sinnbild der schwarzen Romantik, von Johann Heinrich Füssli, wird im Deutschen Romantik Museum eine neue adäquate Heimat finden.  Foto: © Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift
„Der Nachtmahr“ aus dem Jahr 1790 (Frankfurter Goethe-Museum) das Sinnbild der schwarzen Romantik, von Johann Heinrich Füssli, wird im Deutschen Romantik Museum eine neue adäquate Heimat finden. Foto: © Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift

Das Ausstellungskonzept wird die Präsentation von hochkarätigen Originalen (Manuskripte, Graphik Gemälde, Gebrauchsgegenstände) mit interaktiven und experimentellen Ausstellungsformen verbinden. Geplant ist ein ‚Erlebnismuseum‘. Es soll eine multimediale – im romantischen Sinn synästetische – Umsetzung von Schlüsselideen, Basiswissen und Personennetzwerken bieten.

Quelle und weitere Informationen: https://deutsches-romantik-museum.de/das-projekt