Kategorie-Archiv: Goethe-Haus Frankfurt

„POETISCHE PERLEN“ AUS DEM „UNGEHEUREN STOFF“ DES ORIENTS 200 JAHRE GOETHES ‚WEST-ÖSTLICHER DIVAN‘

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Im Jahr 1819 erschien erstmals Goethes ‚West-östlicher Divan‘, mit dem der nunmehr 70 Jahre alte Dichter den Orient für sich entdeckte und noch einmal neue innovative Wege beschritt. Nur wenige Zeitgenossen erkannten das Besondere dieses fein komponierten Alterswerkes, des immerhin größten Gedichtensembles in Goethes Gesamtwerk. Der Zauber des ‚Divan‘ wirkt bis heute, und er bleibt hoch aktuell, weil er den Kulturen übergreifenden Dialog und damit Goethes Idee einer ‚Weltliteratur‘ poetisch verwirklicht. Erstaunlich auch der offen komponierte Prosateil, der die Kenntnisse der Leser über den Orient vertiefen soll.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die ‚Divan‘-Gedichte – die „poetischen Perlen“. Wie Goethe sie aus dem „ungeheuren Stoff“ des Orients formte und darin sein „eignes Poetisches verwebte“, soll für die Besucher erfahrbar werden. An 17 Gedicht-Beispielen wird gezeigt, wie der Dichter für die Literatur und Kultur Persiens und Arabiens entflammte, mit dem persischen Dichter Hafis in poetischen Wettstreit trat und intensive Orient-Studien betrieb. Besondere Dokumente und originale Handschriften aus dem Nachlass sowie Zeugnisse von Goethes Liebe zur mitdichtenden Marianne von Willemer bieten die Chance, die überaus spannende Entstehung der Gedichte nachzuvollziehen. Am Ende der Ausstellung wird auch ein Blick auf den Prosateil des ‚Divan‘ geworfen. Einander spiegelnd entwerfen die Gedichte und der Prosateil des ‚West-östlichen Divan‘ ein ost-westliches, west-östliches Oszillieren, das Sprachen, Literaturen, Kulturen miteinander in Dialog bringt. Darin ist der ‚West-östliche Divan‘ aktueller denn je – gerade heute.

Auf Goethes arabische Schreibübungen hat der Künstler Axel Malik reagiert. Seine Palimpseste setzen einen zeitgenössischen Akzent, ebenso wie die Schriftprojektionen des Designers Stefan Matlik, der zur Gestaltung der Ausstellung beitrug.

Kuratiert wird die Schau von Univ.-Prof. Dr. Anke Bosse, die seit den 1980er Jahren zu Goethes ‚West-östlichem Divan‘ publiziert und forscht, insbesondere zum Nachlass und zu Goethes Schreibprozessen. Unterstützt wird sie in Frankfurt von Dr. Joachim Seng, dem Leiter der Bibliothek des Freien Deutschen Hochstifts.

Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V., Helaba, Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung

Die Ausstellung wird am Dienstag, 20. August 2019, 19 Uhr, eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Sie ist vom 21. August bis 23. Oktober 2019 zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist im Eintrittspreis für das Goethe-Haus enthalten.

Zur Ausstellung wird ein vielfältiges Rahmenprogramm angeboten. Außerdem erscheint als Begleitpublikation ein Katalog (86 Seiten, Preis 15,- €).

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
www.deutsches-romantik-museum.de
www.goethehaus-frankfurt.de

BENEFIZKONZERT FÜR DAS DEUTSCHE ROMANTIK-MUSEUM am 25.6.2019 Frankfurter Goethe-Haus Frankfurt

© Christoph Mäckler Architekten in der Planungsgemeinschaft ‚Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum‘
© Christoph Mäckler Architekten in der Planungsgemeinschaft ‚Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum‘

Am Dienstag, 25. Juni 2019, 19.00 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zu einem Benefizkonzert für das Deutsche Romantik-Museum in den Arkadensaal ein. Bernd Glemser spielt spielt Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

Der renommierte Pianist Bernd Glemser, der – mit seinem Repertoire von Haydn bis Debussy – seit vielen Jahren als einer der besten Interpreten der Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts gilt, wird Werke zweier Protagonisten der Romantik präsentieren: von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Als herausragende Symbolfigur tritt zu Beginn des 19. Jahrhunderts in allen Künsten die Arabeske in Erscheinung – Schumanns ‚Arabeske‘ wird das Programm eröffnen, auch seine ‚Nachtstücke‘ kommen zu Gehör. Inspiriert vom Volkslied kam das Kunstlied damals in zahlreichen berühmten Liederzyklen zu hoher Blüte. Von Mendelssohn werden ‚Lieder ohne Worte‘ in einer Auswahl zu hören sein – er setzt ausschließlich auf die musiksprachliche Inspiration.
DAS DEUTSCHE ROMANTIK-MUSEUM

Zur Zeit findet der Innenausbau des neuen Deutschen Romantik Museums statt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Zur Zeit findet der Innenausbau des neuen Deutschen Romantik Museums statt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Unmittelbar neben dem Frankfurter Goethe-Haus entsteht derzeit das Deutsche Romantik-Museum, mit dem das heutige Ensemble aus Goethe-Haus und Gemäldegalerie der Goethezeit in einem Erweiterungsbau um ein innovatives Museum ergänzt wird. Basis hierfür ist die weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien Deutschen Hochstift, dem Träger des Frankfurter Goethe-Hauses und -Museums, zusammengetragen wurde. Das Ausstellungskonzept des Goethe-Museum und Deutsches Romantik-Museum umgreifenden Gesamtkomplexes verbindet die Präsentation von hochkarätigen Originalen (Manuskripte, Graphik, Gemälde, Gebrauchsgegenstände) mit interaktiven und experimentellen Ausstellungsformen, die die Zeit der Romantik als deutsche und europäische Schlüsselepoche erfahrbar machen wollen. Goethe selbst wird dabei in ein neues Licht gerückt. Das neue Museum wird nach dem Entwurf von Christoph Mäckler Architekten in der Planungsgemeinschaft ‚Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum‘ mit dem Architekturbüro Michael A. Landes, das für das städtebauliche Gesamtkonzept verantwortlich ist, entstehen. Bauherr für das Projekt ist die ABG Frankfurt Holding.

Dass das Projekt realisiert werden kann, ist dem ausgeprägten Engagement der Bürger zu verdanken. Zahlreiche private Unterstützer haben sich bisher, neben den öffentlichen Zuwendungsgebern Bund, Land und Stadt, für das Projekt begeistert und engagiert. Die Grundfinanzierung in Höhe von 16 Mio. Euro für den Neubau und die Einrichtung der Dauerausstellung ist bereits gesichert. Um das neue Museum museografisch und museumspädagogisch angemessen ausstatten zu können, werden weitere Mittel benötigt, für die das Freie Deutsche Hochstift neue Unterstützer gewinnen möchte.

Weitere Infos: deutsches-romantik-museum-frankfurt/

https://deutsches-romantik-museum.de/

 

Goethe Haus Frankfurt: LIBERALISMUS ALS OPPOSITION LUDWIG GEIGERS VERBINDUNG VON HUMANISMUS UND JUDENTUM.

goethe-haus-logoAm Donnerstag, 6. Juni 2019, 19.00 Uhr, lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zur Veranstaltung ‚Liberalismus als Opposition. Ludwig Geigers Verbindung von Humanismus und Judentum‘ in den Arkadensaal ein. Anlässlich des 100. Todesjahres des deutsch-jüdischen Goethe-Philologen ist ein Vortrag von Andreas Kilcher (ETH Zürich) zu hören, dem sich ein Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung) anschließen wird.

Ludwig Geiger, heute vor allem als Begründer der modernen Goethe-Philologie bekannt, war eine Ausnahmegestalt des deutschen Judentums um 1900. Er war ein erklärter Humanist in einem doppelten Sinne: historisch und zeitgenössisch. Zum einen machte er als Philologe den Humanismus von Reuchlin bis Goethe zum Gegenstand zahlreicher historischer Arbeiten, zum zweiten behauptete er als kritischer Zeitgenosse in Zeitschriften wie der Allgemeinen Zeitung des Judentums einen neuen Humanismus, mit dem er der Position des liberalen Judentums um 1900 wesentlich Gestalt verlieh. Das war nicht etwa Opportunismus, vielmehr Opposition. Tatsächlich behauptete er die liberale Position in einem gesellschaftlichen Umfeld, das diese von zwei Seiten her in Frage stellte: einerseits durch den in den Gründerjahren entstandenen modernen Antisemitismus, der die Juden in Deutschland polemisch als die Anderen par excellence demarkierte, andererseits durch den Zionismus, der das Programm des liberalen Judentums mit seinen beiden Grundpfeilern der Emanzipation und der Assimilation gerade angesichts des Antisemitismus als gescheitert erachtete. In diesem Kontext entfaltete Geigers Verbindung von deutscher humanistischer Kultur und jüdischer Moderne seine Widerständigkeit.

Vortrag von Andreas Kilcher (ETH Zürich), im Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung)

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt

Eintritt: 4,- Euro / frei für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
60311 Frankfurt am Main
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„Zur Geschichte des Freiheitsbegriffs“ – Auftaktveranstaltung der Frankfurter HausGespräche am 8. Mai 2019 im Goethe-Museum

PlakatHausgesprächeAm Mittwoch, 8. Mai 2019, 19.30 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Auftaktveranstaltung der diesjährigen Frankfurter HausGespräche ‚Zur Geschichte des Freiheitsbegriffs‘ mit Prof. Dr. Anne Bohnenkamp, Prof. Dr. Michael Stolleis und Prof. Dr. Jochen Bär in den Arkadensaal ein.

Das Freie Deutsche Hochstift trägt die ‚Freiheit‘ im Namen: 60 Jahre nach der französischen Revolution, deren Wahlspruch „Liberté, Egalité, Fraternité“ Freiheit an die erste Stelle setzte, wurde es 1859 zum 100. Geburtstag Friedrich Schillers gegründet. Es sollte in Frankfurt am Main auf kulturellem Gebiet eine Institution bürgerlicher Freiheit schaffen, die auf staatlicher Ebene hier noch immer fern war. Der facettenreiche Begriff der ‚Freiheit‘ spielte in diesen Jahrzehnten sowohl in politischen, philosophischen und ästhetisch-literarischen Zusammenhängen eine zentrale Rolle.

Zum Auftakt der Frankfurter Haus-Gespräche fragt die Direktorin Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken im Gespräch mit dem Rechtshistoriker Prof. Dr. Michael Stolleis und dem Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Jochen A. Bär nach den Voraussetzungen, Implikationen und Perspektiven der Rede von ‚Freiheit‘ um 1800 – und danach, was wir heute daraus lernen können.

FRANKFURTER HAUSGESPRÄCHE über „Freiheit“ vom 8. Mai bis 5. Juni 2019 im Goethehaus, Haus am Dom, Ev. Akademie u. Literaturhaus Frankfurt

PlakatHausgesprächeStiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, Haus am Dom, Literaturhaus Frankfurt und das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Haus laden gemeinsam zu den Frankfurter HausGesprächen ein. Die vier Abendveranstaltungen der Reihe widmen sich in diesem Jahr dem Thema: Freiheit.

Sie erschien uns schon so selbstverständlich, die Freiheit. Doch zunehmend erleben wir, wie sie in nächster Nachbarschaft eingeschränkt wird. Aber auch Ausschläge falsch verstandener Freiheit sind nicht zu übersehen, wenn Grundregeln des Zusammenlebens gebrochen werden. Von verschiedenen Seiten schlägt der freiheitlichen Gesellschaft gar Verachtung entgegen: Freiheit wird als Dekadenz missverstanden. Was aber macht unsere Freiheit aus? Woher kommt unser heutiges Verständnis von Freiheit? Wie hat es sich seit dem Zeitalter der Aufklärung entwickelt und verändert? Was bedeutet uns Freiheit heute? Wie wurde und wird sie besungen? Wie für sie gekämpft und gerungen? Welche Bedingungen stellt sie über Recht und Gesetz hinaus? Und welche Grenzen müssen wir ziehen, damit sie bestmöglich wirken kann?

Diesen und weiteren Fragen gehen die Frankfurter HausGespräche 2019 an folgenden Terminen nach:

jeweils 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ausstellung „Brücken bauen: Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Hafis und Goethe‘“ im Goethe-Haus Frankfurt öffnet

goethe-haus-logoGoethe verdankt ihm die poetische Begegnung mit dem persischen Dichter Hafis (um 1315, Schiras – um 1390, Schiras): Joseph von Hammer-Purgstall (1774, Graz – 1856, Wien) – Diplomat, Forscher, Übersetzer und erster Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er war ein Brückenbauer, ein „Hinübersetzer“ zu den kulturellen Ufern des Orients. Äußerst sprachbegabt und wissbegierig brachte es Hammer auf rund 800 Veröffentlichungen, darunter Werke wie die ‚Fundgruben des Orients‘ (1809 – 1818; erste deutschsprachige orientalische Zeitschrift) und die ‚Geschichte der schönen Redekünste Persiens‘ (1818, erste Geschichte der persischen Literatur) mit zahlreichen Textbeispielen.

Von nachhaltigem Einfluss ist seine Übersetzung des Gesamtwerks von Mohammed Schemsed-din Hafis, die bei Goethes Verleger Cotta erschien. Diese erste deutschsprachige Übersetzung des ‚Diwan‘ des berühmten persischen Dichters erhielt Goethe im Jahr 1814 geschenkt. Sie ließ ihn dichterisch produktiv werden. Die Hafis-Lektüre führte schließlich zu Goethes schönstem und außergewöhnlichstem Gedichtbuch, dem ‚West-östlichen Divan‘, das im Jahr 1819, also vor 200 Jahren, erschien. Über Hammer heißt es in den ‚Noten und Abhandlungen‘: „Wie viel ich diesem würdigen Mann schuldig geworden, beweist mein Büchlein in allen seinen Theilen.“

Als zeitgenössischen Akzent ergänzt der steirische Künstler Fritz Ganser die Ausstellung mit einer Rauminstallation aus dem Geiste des Hafis‘schen-Werkes.

Eine Ausstellung des Universalmuseums Joanneum, Graz und des Freien Deutschen Hochstifts – Frankfurter Goethe- Museum, kuratiert von Gerhard M. Dienes und Joachim Seng, Design Gerhard Kuebel.

In Zusammenarbeit mit: Steirische Kulturinitiative, Österreichische Urania für Steiermark, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Kulturforum Berlin.

Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung und Österreichisches Kulturforum.

Die Ausstellung wird am 26. März 2019, 19 Uhr, eröffnet. Der Eintritt ist frei, bzw. im Eintrittspreis für das Goethe-Haus enthalten
Zu sehen ist die Schau vom 27. März bis 11. Juni 2019.

Freies Deutsches Hochstift
Frankfurter Goethe-Museum
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Frankfurter Goethe-Haus: Finissage zur Hermann Rapp-Ausstellung am 3.2.2019

goethe-haus-logoAm Sonntag, 3. Februar 2019, 15 Uhr lädt das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum zur Finissage der Ausstellung „… Die Schönheit der Sprache jedoch strahlt.“ Der Buchkünstler Hermann Rapp mit der Hanauer Literaturgruppe Ratatouille und Harrys Trio aus Wiesbaden in den Arkadensaal ein.

ZUR AUSSTELLUNG

Hermann Rapp, Schriftsetzer, Holzschneider und Graphiker, fand seine Inspiration stets in den bildenden Künsten und pflegte die klassische und experimentelle Typographie mit Bleisatz und Originalgraphik. Es entstanden edle Drucke zu Texten von Hölderlin, Goethe und Schiller, aber auch zu antiken Dichtern. Die Ausstellung zeigt einige der schönsten Stücke, in denen Klassik und Romantik kunstvoll miteinander in Beziehung gesetzt werden.

PROGRAMM DER FINISSAGE

Zum Abschluss der Ausstellung präsentiert die Hanauer Literaturgruppe Ratatouille ein unterhaltsames Programm zum Thema ‚Poesie und Buchkunst‘ mit Musik und besinnlichen und heiteren Texten über Schreiber und Schrift, Leser und Buch. Für die musikalische Untermalung sorgt Harrys Trio aus Wiesbaden.

Die Gruppe Ratatouille hat sich nicht ohne Grund nach einem provenzalischen Gemüsegericht benannt: Literatur ist ein Grundnahrungsmittel und so präsentieren die Mitglieder von Ratatouille seit vielen Jahren ihrem Publikum schöne Literatur aus aller Welt. Der aktuellen Ausstellung angemessen geht es diesmal um ‚Poesie und Buchkunst‘ und es werden Gedichte und Prosa rezitiert, in denen sich Dichterinnen und Dichter von Sappho bis Szymborska, von Laotse bis Jandl, über Schrift, Leser und Bücher äußern. Natürlich darf auch Goethe, der Hausherr am Großen Hirschgraben, nicht fehlen.

Es rezitieren Susanne und Uwe Rau, Heinz Richter, Harry Schneider-Reckels und Joachim Seng

Musik mit dem Harrys Trio, Wiesbaden: Arnim Schäfer, Harry Schneider-Reckels und Alexander Spemann
Der Eintritt ist frei.

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Goethe Festwoche 2018 – Goethe und die Musik – 6. bis 16. September

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6. bis 16. September
Goethe Festwoche 2018 im Rhein-Main-Gebiet
Goethe und die Musik
Programm Goethe-Festwoche 2018

Auch wenn Goethe nicht zu jenen Dichtern der klassisch-romantischen Epoche gehörte, die mit ihren theoretischen Äußerungen zur Entwicklung der Musikästhetik beigetragen haben: Goethe war ein intensiv und reflektiert Hörender, der in regem Kontakt zu Musikern seiner Zeit stand und mit diesen musikästhetische Fragen diskutierte.

Die Veranstaltungen im Goethe-Haus zu Felix Mendelssohn Bartholdy, Carl Friedrich Zelter und Ludwig van Beethoven zeichnen diese Verbindungen nach. Als Dichter widmete sich Goethe immer wieder mit geradezu experimentellem Anspruch dem deutschen Singspiel und recherchierte dafür die verschiedenen Gattungen der italienischen und französischen Oper.

Das Spektrum seiner eigenen Arbeiten reicht vom norddeutschen empfindsamen Singspiel (Erwin und Elmire) über die Opera buffa (Scherz, List und Rache) bis zum süddeutschen Singspiel mit Elementen des Wunderbaren: Der Zauberflöte Zweiter Theil. Goethes Traum, Wolfgang Amadeus Mozart oder zumindest einer der zeitgenössischen Wiener Singspielkomponisten möge eines dieser Libretti vertonen, blieb unerfüllt. Dafür schuf Johann André, der Offenbacher Komponist und Musikverleger, eine qualitativ hochwertige Singspielkomposition nach Erwin und Elmire, die anlässlich der Goethe-Festwoche in einer von Olaf Joksch arrangierten Version in Offenbach und Bad Homburg erklingt.

Die Oper und das Schauspiel Frankfurt widmen sich Goethes Zauberflöten-Fragment mit einer literarisch-musikalischen Soirée. Der Einsatz von beschriebener Musik in Goethes Werken umfasst empfindsame Topoi im Werther – mit einem Helden, der seinen Gefühlen am Pianoforte Ausdruck verleiht – ebenso wie musikalische Evokationen in den Faust-Dramen. „Musik“ in Faust I und Faust II – das ist ein komplexes Geflecht aus Liedern, Melodramen, Chören und eher atmosphärisch oder signalhaft eingesetzten Klängen. Zudem gehört Faust I zu den meist-rezipierten Musiktheaterstoffen des 19. und 20. Jahrhunderts; die theatralen Projekte des Theater Willy Praml und des Studio Naxos tragen dem Rechnung.

Goethe kann heute als der meistvertonte Dichter der Musikgeschichte gelten, seine Lyrik bildet den Vorwurf für mehr als 700 Kunstlieder. Überdies haben seine Werke viele große Orchester- und Opernkompositionen angeregt: Einige dieser Vertonungen werden in mehreren Liedprogrammen aufgeführt, andere werden ausschnittweise von Dieter Borchmeyer und Gerold Huber vorgestellt.

Zwei Komponisten sind eigens im Auftrag der Goethe-Festwoche tätig geworden: Gordon Kampe mit einem Kammermusikwerk für die Eröffnung der Festwoche mit dem Ensemble Modern, in dem er die Besetzung von Beethovens Septett Es-Dur aufgreift und Patrick Bishay mit einem mehrteiligen Programm zum Thema „Goethe und Brentano“, das sowohl eine Installation mit Text und Musik als auch ein Liedprogramm umfasst – zu hören in Oestrich-Winkel.

Ein Stadtspaziergang durch Wiesbaden und eine theatrale Wanderung von und mit Jugendlichen durch den Main-Taunus-Kreis folgen den historischen Spuren Goethes. Einige Formate der Goethe-Festwoche überführen das Festivalthema „Goethe und die Musik“ ins 21. Jahrhundert: Heinz Drügh und Studierende der Goethe-Universität zeigen den Dichter als Anreger für die Popkultur, der Poetry Slammer Dalibor Marković und der Darmstädter Förderverein Jazz katapultieren den „Kreis der Darmstädter Empfindsamen“ ins Heute, und die Junge Deutsche Philharmonie hat Poetry Slammerinnen und Slammer, Komponistinnen und Komponisten zu einem gemeinsamen Projekt eingeladen – aufgeführt wird es in Frankfurt und Hanau.

Weitere Informationen Goethe-Festwoche

6. bis 16. September
Goethe Festwoche 2018
Goethe und die Musik
Programm Goethe-Festwoche 2018

„Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze“ – Sonderausstellung im Frankfurter Goethehaus ab 29.August 2018

goethe-haus-logoAusstellung „Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze“ Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin,  vom 29. Augst bis 28. Oktober 2018 im Arkadensaal des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt

Charlotte von Stein (1742–1827) gehört als wichtigste Bezugsperson Goethes in dessen erstem Weimarer Jahrzehnt, als Freundin Herzog Carl Augusts, Wielands, Herders, des Ehepaars Schiller und enge Vertraute der Herzogin Louise zu den zentralen Figuren des klassischen Weimar. Bis heute findet sie fast ausschließlich im Bezug zu Goethes Leben und Werk Beachtung. Die historische Person verschwindet dahinter fast ganz – auch gut 190 Jahre nach ihrem Tod. Dabei war sie keineswegs allein die Freundin und Muse Goethes. Sie war eine vielseitig begabte, außergewöhnliche Frau, die Stücke schrieb, sich für Kunst, Literatur und Wissenschaft interessierte und begabt für Freundschaften war. Als Übernahme aus dem Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar zeigt das Freie Deutsche Hochstift eine Ausstellung mit Erinnerungsstücken, Werkmanuskripten, Bildnissen und Briefen, die durch ausgewählte Exponate aus den Hochstiftsbeständen ergänzt wurde. So entsteht das Bild einer eigenständigen Frau, die mitfühlend und klug zur Mentorin einer jüngeren Frauengeneration im klassischen Weimar avancierte. – In Weimar wurde die Ausstellung von Elke Richter und Alexander Rosenbaum kuratiert, für die Frankfurter Schau zeichnet Joachim Seng verantwortlich.

Gefördert wird die Ausstellung durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Rudolf-August Oetker-Stiftung, die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung zu Frankfurt am Main, den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. und die Fazit-Stiftung. Die Commerzbank-Stiftung fördert die museumspädagogischen Vermittlungsangebote zur Ausstellung.

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Frankfurter HausGespräche 2018 thematisieren „Zentrum und Extreme – Wechselspiel der offenen Gesellschaft“

hausgespraecheBereits zum zehnten Mal veranstalten das Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, das Haus am Dom und das Literaturhaus Frankfurt gemeinsam die Frankfurter HausGespräche, dieses Jahr unter dem Titel: Zentrum und Extreme. Wechselspiele der offenen Gesellschaft.

Aufgeregtheiten, Empörungs­rhetorik und extreme Polari­sierungen sind Kennzeichen der Zeit. Wie geht die offene Gesellschaft mit Aus­schlägen dieser Art um? Kann sie Mitte und Maß bewahren? Wie beeinflussen Extreme und Zentrum einander – in Inhalt und Form? Sind neue Formen der öffentlichen Auseinander­setzungen erforderlich?  Das sind die Fragen, die an vier Abenden von allen seiten beleuchtet werden.

Den Auftakt macht das Goethe-Haus am 28. Mai. Unter dem Titel „Romantische Invektiven?“ diskutieren der Literaturwissenschaftler Günter Oesterle und die Soziologin Sonja Engel darüber,  wie man in der Epoche der Romantik mit den Extremen umging.

Im Haus am Dom wird am Montag, 4. Juni, erforscht, wo die „goldene Mitte“ beginnt und endet, wo das De­vi­ante, das Extreme, das Ge­fähr­liche in der Reli­gion anfängt. Manch einer hält Religion ja schon an sich für extrem, und manch Hochreligiöser die Rän­der seiner Religion, dort wo sie sich mit den säkularen Gesellschaften verbindet, für nicht mehr religiös. Es diskutieren Vertreter von Islam und Christentum, etwa der Autor Michael Blume, Stuttgart, („Islam in der Krise“ ), der Islam-Wissenschaftler Bekim Agai (Frankfurt) und die Wissenschaftlerin Manuela Kalsky. Die Moderation übernimmt der Direktor des Hauses am Dom, Joachim Valentin.

In der Evangelischen Akademie findet am Montag, 11. Juni, der Abend der Stiftung Polytechnische Gesellschaft statt, debattiert wird über die „Kunst der Mitte – Bildung, Sprache, Umgangsformen“.

Im Literaturhaus Frankfurt geht die Reihe der Hausgespräche am Montag, 18. Juni, zuende mit dem Thema „`Glotz nicht so romantisch`- Aufruhr und Literatur“.

Alle Diskussionsabende gegen von19:30-21:30 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Programm-Flyer