Kategorie-Archiv: Pen-Zentrum Darmstadt

Deutscher PEN unterstützt „March for Science“

march.of.scienceDas PEN-Zentrum Deutschland unterstützt den „March for Science“, bei dem am kommenden Samstag, den 22. April, Menschen in über 500 Städten weltweit für die Freiheit der Wissenschaft, für die Vielfalt von Forschungsperspektiven, für den Wissenstransfer in die Gesellschaft und für die Stärkung evidenzbasierter Entscheidungen in der Politik auf die Straße gehen.

Wenn Emotionen die sachliche Diskussion verdrängen und wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, und wenn Entscheidungsträger nicht mehr auf Grundlage der Datenlage, sondern auf der Basis diffuser Gefühle entscheiden, bedroht dies unsere Gesellschaft insgesamt. Jedem konstruktiven Dialog wird die Basis entzogen. Konstruktiver Dialog aber, Debatte sowie das Streben nach Konsens sind unabdingbar für die Demokratie.

„Schriftsteller lieben Spiel, Phantasie, Experiment.“, so PEN-Generalsekretärin Regula Venske. „Wir verstehen uns sogar auf ‚Fake News‘ und ‚alternative Fakten‘. Aber sie gehören ins Reich von Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung, ins Reich der Literatur! Es ist schon verrückt, dass man sich im 21. Jahrhundert noch und wieder dafür einsetzen muss, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses ernst genommen werden.“

Weitere Informationen finden Sie unter http://marchforscience.de.

Petition #FreeWordsTurkey mit 111.047 Unterzeichnern an Bundesregierung übergeben | Initiatoren fordern konsequentes Eintreten für verfolgte Autoren und Journalisten wie Deniz Yücel

Übergabe der Petition heute im Bundeskanzleramt an Regierungssprecher Steffen Seibert und Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin / Türkischer Journalist Can Dündar begleitet Delegation  / Petition des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, des PEN-Zentrums Deutschland und von Reporter ohne Grenzen mit Unterstützung der Plattform change.org
Übergabe der Petition heute im Bundeskanzleramt an Regierungssprecher Steffen Seibert und Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin / Türkischer Journalist Can Dündar begleitet Delegation / Petition des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, des PEN-Zentrums Deutschland und von Reporter ohne Grenzen mit Unterstützung der Plattform change.org

Berlin, 24.2.2017 – Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen haben gegenüber der Bundesregierung mit Nachdruck ein entschiedenes Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei gefordert. Sie solle sich konsequent für die sofortige Freilassung festgesetzter und inhaftierter Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten wie den deutsch-türkischen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel einsetzen. Vertreter der drei Organisationen übergaben heute im Bundeskanzleramt die Petition #FreeWordsTurkey an Regierungssprecher Steffen Seibert und Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin. Can Dündar, im deutschen Exil lebender türkischer Journalist und Unterstützer der Petition, begleitete die Delegation. 111.047 Menschen haben seit September 2016 den Aufruf unter www.freewordsturkey.de/petition auf der Plattform change.org unterzeichnet. Sie fordern darin die Bundesregierung und die EU-Kommission dazu auf, die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit in der Türkei konsequent zu verteidigen.

„Statt bloßer Worte sind nun endlich Taten gefragt. Seit dem Start der Petition #FreeWordsTurkey hat sich die Situation für Autoren, Verlage und Kulturschaffende in der Türkei noch verschlimmert, ein fürchterlicher Furor gegen Andersdenkende breitet sich aus – und die Politik schaut weitgehend untätig zu. Wir fordern von Angela Merkel und der Bundesregierung, dass sie konsequent zu den Menschenrechten stehen und die Meinungsfreiheit unter keinen Umständen zum Verhandlungsgegenstand im Zusammenhang mit eigenen wirtschaftlichen Interessen, mit Flüchtlingsfragen oder NATO-Stützpunkten machen“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, beim Gespräch im Bundeskanzleramt.

„Die fortgesetzte Unterdrückung der Medien in der Türkei unterminiert nicht nur die Freiheit des türkischen Volkes, sondern auch die Stabilität des Landes und der Region insgesamt“, so Regula Venske, Generalsekretärin des PEN-Zentrums Deutschland und Mitglied des Präsidiums von PEN International. „Wir fordern von der Bundesregierung, darauf zu drängen, dass der türkische Präsident jene Regelungen im Zusammenhang mit dem Ausnahmezustand aufhebt oder abändert, die im Widerspruch zu den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen seines Landes stehen, und darüber hinaus all ihren Einfluss geltend zu machen, damit die türkischen Institutionen die Einschüchterungen von Journalisten und den Medien einstellen und die notwendigen Schritte einleiten, um Übergriffe und Angriffe auf Journalisten zu untersuchen und die Täter vor Gericht zu bringen. Freie Meinungsäußerung und eine freie Presse sind unabdingbar für eine offene Demokratie.“

„Die Bundesregierung darf sich mit ihrer öffentlichen Kritik nicht weiter zurückhalten“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. „Hinter den Kulissen setzt sie sich zwar für einzelne Journalisten wie Deniz Yücel ein. Doch in der Türkei sind weit über 100 Journalistinnen und Journalisten inhaftiert. Bundeskanzlerin Merkel sollte öffentlich Namen nennen und die Freilassung fordern.“

Zur Petition: www.freewordsturkey.de/petition

(Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

Petition: Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey

FreeWordsTurkey_PressebildwBundesregierung und EU-Kommission müssen Meinungsfreiheit in der Türkei einfordern 

Börsenverein des Deutschen Buchhandels, PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen fordern von Bundesregierung und EU-Kommission kompromisslosen Einsatz für Meinungsfreiheit in der Türkei / Petition unter http://www.freewordsturkey.de/petition / Bundeskanzleramt mit Aktionsbotschaft angestrahlt

Frankfurt am Main / Berlin / Darmstadt, 29.8.2016 – Die türkische Regierung geht derzeit vehement gegen die Freiheit des Wortes vor. Seit dem Putschversuch vor sechs Wochen werden regierungskritische Autoren, Journalisten, Verleger und andere Medien- und Kulturschaffende massiv drangsaliert und verfolgt. Mindestens 60 Journalisten und Autoren wurden verhaftet, mehr als 130 Medienhäuser wurden geschlossen, darunter 45 Zeitungen, 29 Buchverlage und 15 Magazine. Damit spitzt sich die bereits angespannte Situation für Journalisten, Autoren und Verlage in der Türkei weiter zu.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels startet deshalb gemeinsam mit dem PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen die Kampagne „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“. Gemeinsam rufen sie dazu auf, eine Online-Petition an die Bundesregierung und die EU-Kommission zu unterzeichnen. Darin appellieren sie an Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Die drei Organisationen fordern die Verantwortlichen dazu auf, ihre Politik gegenüber der Türkei und anderen Ländern, in denen die Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt wird, zu überprüfen. Außerdem fordern sie schnelle Hilfe für verfolgte Journalisten und Autoren, zum Beispiel durch die unbürokratische Ausstellung von Nothilfe-Visa.

„Die türkische Regierung greift die Meinungsfreiheit massiv an. Die Bundesregierung und die EU-Kommission dürfen dazu nicht länger schweigen. Die Freiheit des Wortes ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar. Die Politik muss dieses Recht kompromisslos vertreten, sie darf es nicht aufgrund von Nützlichkeitserwägungen auf Spiel setzen. Lassen Sie uns gemeinsam das Schweigen brechen und ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

„Die Verhaftungen, Einschüchterungen und Behinderungen von Autoren in der Türkei müssen umgehend aufhören. Wir haben das Recht und die Pflicht, für die Kollegen zu kämpfen, weil mit den gezielten Maßnahmen gegen die Presse- und Meinungsfreiheit nicht nur die türkische Demokratie massiv gefährdet wird, sondern durch die Tatenlosigkeit der europäischen Politik gegenüber diesen Vorgängen auch unsere Werte massiv beschädigt werden. Das dürfen wir nicht hinnehmen“, sagt Sascha Feuchert, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums Deutschland.

„Schweigen ist angesichts der Situation in der Türkei keine Option. Gegen die massenhafte Verfolgung von Journalisten und Autoren gilt es jetzt, klar Stellung zu beziehen. Die verfolgten türkischen Medienschaffenden brauchen unsere Solidarität und unsere praktische Unterstützung“, sagt Michael Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen.


Gemeinsame Bewegung der Buch- und Medienbranche

Verlage, Buchhandlungen und andere Medienunternehmen unterstützen die Kampagne aktiv. Unternehmen schalten ihren Webseiten ein Bild mit der Aktionsbotschaft „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ vor. Buchhandlungen rufen ihre Kundinnen und Kunden in den kommenden Tagen mit Plakaten in ihren Läden zur Teilnahme an der Petition auf. Die drei Organisationen fordern Partnerorganisationen im In- und Ausland dazu auf, sich der Kampagne anzuschließen und die Petition zu verbreiten.

Zur Petition: www.freewordsturkey.de/petition


Kanzleramt mit Aktionsbotschaft angestrahlt

FreeWordsTurkeyKanzeleramtwDie Kampagne wird begleitet von mehreren öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Zum Auftakt wurde am Samstagabend das Bundeskanzleramt in Berlin mit der Aktionsbotschaft „Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey“ angestrahlt. Die Initiatoren planen in den nächsten Tagen weitere Aktionen.

 

Erklärung des Writers-for-Peace-Commitees des Internationalen PEN zur Lage in der Türkei

freiheit-des-wortesDas Writers-for-Peace-Committee des Internationalen PEN beobachtet mit großer Sorge die Ereignisse in der Türkei. Wir, die Schriftsteller des Internationalen PEN, unterstützen die demokratischen Institutionen in der Türkei. Wir halten den versuchten militärischen Putsch für einen inakzeptablen Akt, unwürdig einer modernen  demokratischen Gesellschaft, und lehnen ihn als solchen kategorisch ab.

Gleichwohl müssen wir mit ebenso großem Bedauern feststellen, daß gewisse aktuelle Dekrete der türkischen Regierung ebenfalls zur Besorgnis Anlass geben, weil sie mit Angriffen auf die demokratischen Strukturen des türkischen Staats  verbunden sind. Die Entlassung von Tausenden von Richtern, Lehrern, Universitätsprofessoren und Leitern kultureller Institutionen sowie die Inhaftierung von Schriftstellern und Journalisten stellen eine große Gefahr dar für die demokratische Gesellschaft, welche das türkische Volk und seine Regierung noch eben in den dramatischen Augenblicken des versuchten Militärputschs unter großer Opferbereitschaft vor Schaden bewahren konnten. Inhalt und Tragweite dieser Dekrete lassen keine Zweifel aufkommen, dass sie weit über den Rahmen der Konsolidierung hinaus gehen und somit als Akte der Verfolgung der politischen Opposition zu verstehen sind, als Angriffe auf die demokratischen Institutionen eines modernen Staats, als Versuch, Meinungen und Positionen zum Schweigen zu bringen, die durch die Verfassung und das Recht dieses Staates geschützt sind.

Wer die Meinungsfreiheit einschränkt und mögliche politische Oppositionelle der Verfolgung aussetzt, schafft damit neue Quellen der Gewalt, und nimmt der türkischen Gesellschaft die Chance auf einen nachhaltigen Frieden.

Deshalb appellieren wir an die türkische Regierung, an das türkische Parlament sowie an Präsident Erdogan, die Verfolgung von Zivilisten, deren Arbeit weder die militärische Sicherheit noch die Sicherheit der türkischen Gesellschaft bedroht, sofort einzustellen, und den Lehrern, Journalisten und Schriftstellern die freie und verantwortungsvolle Ausübung ihres Berufes zu ermöglichen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Hans Thill
Writers-for-Peace-Beauftragter

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.
PEN-Zentrum Deutschland Kasinostraße 3 64293 Darmstadt Tel.06151-23120 Fax 06151-293414

eMail: info@pen-deutschland.de www.pen-deutschland.de

PEN-Zentrum Deutschland
Kasinostraße 3
64293 Darmstadt
Tel.06151-23120
Fax 06151-293414

eMail: info@pen-deutschland.de
www.pen-deutschland.de

Der deutsche PEN bekräftigt seine Forderungen an die Türkei – Zurückweisung der irrtumsbedingten Kritik von Elfriede Jelinek

literaturhaus-darmstadtWie das deutsche PEN-Zentrum gemeinsam mit dem Internationalen PEN am 19. Juli berichtet hat, wurde in der Türkei nach der Säuberung in der Justiz mit einer Kampagne zur Ausschaltung von regierungskritischen Journalisten, Schriftstellern und Professoren begonnen. Von Anfang an wurde der Ausnahmezustand dazu genutzt, neben der Bestrafung der vermeintlich Schuldigen auch mit frei denkenden Bürgern abzurechnen. Mittlerweile hat diese Hetzkampagne ein Ausmaß angenommen, das alle demokratisch gesinnten Kräfte entsetzt.

Nach den offiziellen Zahlen des türkischen Innenministeriums sind seit dem 15. Juli 25.917 Personen festgenommen worden. Die Reisepässe von 74.562 Personen wurden für ungültig erklärt. Mehr als 1.500 Hochschuldekane wurden zum Rücktritt gezwungen. Wissenschaftler werden an internationalen Kontakten gehindert. 60.000 Staatsbedienstete wurden suspendiert, mehr als 20.000 Privatlehrer haben ihre Lehrberechtigung verloren.

Aber das war nur der erste Schritt. Mittlerweile sind 132 Medienunternehmen geschlossen, darunter 3 Nachrichtenagenturen, 23 Radiosender, 16 Fernsehsender, 45 Zeitungen, 15 Magazine und 29 Verlage, deren Vermögen, inklusive Copyrights und Urheberrechten, dem Staat zugefallen sind.

Mindestens 62 Journalisten und Schriftsteller sind in türkischen Gefängnissen eingesperrt, weil sie öffentlich ihre Meinung geäußert haben. Andere Journalisten, deren Medien nun geschlossen wurden, befinden sich auf der Flucht.

Die deutsche Bundesregierung und alle demokratischen Rechtsstaaten dieser Welt sind aufgerufen, nicht länger zuzusehen, wie in der Türkei fundamentale Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Wir fordern die Regierung der Türkei auf:

  • Alle wegen ihrer Gesinnung Gefangenen, die am Militärputsch nicht beteiligt waren, sind freizulassen.
  • Alle Formen von Folter sind einzustellen.
  • Das Recht zur freien Meinungsäußerung muss unbeschränkt gelten.

Wir verurteilen mit aller Schärfe die Verfolgung unserer Kolleginnen und Kollegen in der Türkei. Wir erwarten von der Bundesregierung und den europäischen Regierungen, dass sie den zu Unrecht Verfolgten und Inhaftierten jede Hilfe zukommen lassen, die sie zur Wahrung ihrer Menschenrechte brauchen.
P.S.: Die Namen der inhaftierten Autoren und der verbotenen Medien finden Sie in den Updates auf der Website des Internationalen PEN, http://www.pen-international.org/

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Josef Haslinger
Präsident

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

PEN-Zentrum Deutschland
Kasinostraße 3
64293 Darmstadt
Tel.06151-23120
Fax 06151-293414

eMail: info@pen-deutschland.de
www.pen-deutschland.de

Schauen Sie am besten immer mal auf die PEN-Homepage sowie auf deren  öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten, die laufend aktualisiert werden.
www.pen-deutschland.de
https://www.facebook.com/pen.zentrum.deutschland/
https://www.facebook.com/PenDeutschlandWritersInPrison
https://www.facebook.com/peninternational

 

Der deutsche PEN weist die Kritik von Elfriede Jelinek an der Untätigkeit der Autorenverbände zurück

Ergänzend wird folgend die Stellungnahme des internationalen PENs vom 30. Juli 2016, nämlich das Türkische Tagebuch XI des Bloggers Yavuz Baydar betreffend, veröffentlicht. Die Süddeutsche Zeitung war wohl am 29. Juli 2016 irrtümlich davon ausgegangen, dass der PEN bislang untätig geblieben sei, was aber nicht stimmt. Auch Elfriede Jelinek hatte die Süddeutsche wohl zur Quelle Ihres entsprechenden Statements genommen. Um nun alle Wogen zu glätten, es geht ja immerhin darum, alle gemeinsam an einen Strang zu ziehen, wird folgend die Presseerklärung des PEN vom 30.Juli 2016 abgedruckt. Hierin  geht Autor Yavuz Baydar auf den Irrtum in der Süddeutschen Zeitung ein und belegt, dass sich der internationale. und türkische PEN schon am 16. Juli 2016, entsprechend früh positioniert hatten:

Betr.: Türkisches Tagebuch (XI), Schweigen ist jetzt der Feind der Demokratie

von Yavuz Baydar
Die Behauptung des Autors, dass weder der türkische noch der internationale PEN gegen Verhaftungen von Hilmi Yavuz und Sahin Alpay protestiert hätten, ist falsch.

Der türkische PEN hat sich in mutigen Statements klar positioniert und sehr wohl gegen die Verhaftung des großen Poeten Hilmi Yavuz und anderer protestiert. Yavuz wurde am selben Tag wieder entlassen. Während der gesamten Zeit seiner Inhaftierung standen die türkischen PEN-Kollegen in Kontakt mit seinem Sohn, der dem türkischen PEN für die Unterstützung gedankt hat. Auch die Situation von Sahin und anderen hat man im Blick.

Bereits am 16. Juli hat der türkische PEN in einer öffentlichen Erklärung die Bedeutung des säkularen Rechtsstaats und der Gewaltenteilung als Grundprinzipien für Demokratie und Frieden betont. In einer Erklärung vom 26. Juli wandte sich der türkische PEN erneut gegen die Verhaftung aller inzwischen verhafteten Journalisten. Diese Erklärung wurde in den meisten Zeitungen abgedruckt sowie auf der Webseite und im Blog des türkischen PEN veröffentlicht. Sie ist in englischer Fassung auf der Facebook-Seite von PEN Turkey zu finden: https://www.facebook.com/PEN-Yazarlar-Derne sowie auch auf den – öffentlich zugänglichen – Fb-Seiten des deutschen PEN, auf denen wir laufend auch über andere Fälle berichten, etwa Bülent Mumay.
Auch PEN International setzt sich unermüdlich für die Meinungsfreiheit in der Türkei ein, wovon sich Blogger, Zeitungsredakteure sowie interessierte Leserinnen und Leser auf der Homepage unter www.pen-international.org selbst ein Bild machen können. Auch das PEN-Zentrum Deutschland wirkt in der Türkei-Arbeitsgruppe des internationalen PEN mit und steht in engem Kontakt mit türkischen Oppositionellen, für die wir uns teils öffentlich, teils auch – um sie nicht weiter zu gefährden – nicht-öffentlich einsetzen. Mit der Verleihung des Hermann Kesten-Preises 2016 an Can Dündar und Erdem Gül setzt der deutsche PEN darüberhinaus ein weiteres Signal der Solidarität.
Das mutige Engagement der Kolleginnen und Kollegen im türkischen PEN verdient unseren Respekt und braucht unsere Unterstützung, nicht aber haltlose Kritik und Fehlinformation in der Süddeutschen Zeitung.
Regula Venske Hamburg, 30. Juli 2016
Generalsekretärin
PEN-Zentrum Deutschland
www.pen-deutschland.de

Wer über https://www.facebook.com/PEN-Yazarlar-Derne nicht die Blog-Beiträge öffnen kann, geht am besten über den Beitrag der Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de/kultur/tuerkisches-tagebuch-xi-schweigen-ist-jetzt-der-feind-der-demokratie-1.3099986?source=rss:

Der besagte und oben richtig gestellte SZ-Beitrag vom 29. Juli 2016  ist – bis auf die zum Schluss geäußerte Falschkritik an PEN,  gut geschrieben. Darunter sind die einzelnen Blockbeiträge aufgeführt.

Auch sei auf  das SZ-Interview von Charlotte Haunhorst mit dem 23-jährigen Journalisten Yusuf* aus einer Stadt an der türkischen Ägäis : „Ich habe Angst, dass ich gejagt werde“ aufmerksam gemacht (http://www.jetzt.de/interview/interview-mit-einem-tuerkischen-journalisten)

Schauen Sie am besten immer mal auf die PEN-Homepage sowie auf deren  öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten, die laufend aktualisiert werden.
www.pen-deutschland.de
https://www.facebook.com/pen.zentrum.deutschland/
https://www.facebook.com/PenDeutschlandWritersInPrison
https://www.facebook.com/peninternational

PEN fordert Streichung des „Blasphemie-Paragraphen“ neue Gruppe zur Unterstützung exiler Stipendiaten

Die Writers in Exile Stipendiaten Erik Arellana Bautista (li.) und Yamen Hussein (re.) © PEN-Zentrum
Die Writers in Exile Stipendiaten Erik Arellana Bautista (li.) und Yamen Hussein (re.) © PEN-Zentrum

Meinungsfreiheit und Blasphemie: Die deutsche Schriftstellervereinigung PEN tagte erfolgreich in Bamberg

Mit einer Matinee zu Literatur und bildender Kunst: Literarische Begegnungen mit dem Maler Felix Nussbaum, bei der u.a. Alissa Walser und Alban Nikolai Herbst lasen, ging am Sonntag in Bamberg die diesjährige Jahrestagung des PEN-Zentrums Deutschland zu Ende. Die Tagung stand unter dem Motto „Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar“ (Jean Paul).

Die Auftaktveranstaltung widmete sich neben der Vorstellung der aktuellen Writers in Exile-Stipendiaten der Meinungsfreiheit in der Türkei. Unter Moderation von Harro Zimmermann diskutierten der Writers-in-Prison-Beauftragte Sascha Feuchert, Spiegel-Korrespondent Hasnain Kazim und die Verlegerin Selma Wels (binooki-Verlag). Erneut erklären sich die Mitglieder des Deutschen PEN-Zentrums solidarisch mit ihren Ehrenmitgliedern Can Dündar und Erdem Gül und fordern den Bundestag und die Bundesregierung auf, sich mit allen verfügbaren Mitteln für die Freilassung beider Journalisten einzusetzen. Während der Tagung gründeten rund 50 Autorinnen und Autoren zudem ein neues Unterstützungskomitee, das die Arbeit im Bereich „Writers-in-Prison/Writers-at-Risk“ noch deutlich ausbauen will.

Desgleichen fordern die Mitglieder die Einstellung des Verfahrens gegen vier Mitglieder der türkischen Initiative „WissenschaftlerInnen für den Frieden“, Esra Mungan Gürsoy, Meral Camcı, Kıvanç Ersoy und Muzaffer Kaya. Aufgrund ihres Aufrufes an die Regierung ihres Landes, die Kriegshandlungen gegen insbesondere kurdische Bürger des Landes einzustellen, wird ihnen „Propaganda für eine Terrororganisation“ gemäß Artikel 7/2 des Anti-Terror-Gesetzes vorgeworfen. Am Freitag waren die Akademiker zwar auf freien Fuß gesetzt worden, der Prozess geht aber weiter.

Ferner fordert die Jahresversammlung Bundestag und Bundesrat dazu auf, den § 166 des Strafgesetzbuchs über Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen, den so genannten „Blasphemie-Paragraphen“, ersatzlos zu streichen. Vorausgegangen war eine Podiumsdiskussion über „Freiheit des Ausdruck und Blasphemie“, bei der Sigrid Löffler, Thomas Fischer, Horst Herrmann und Christoph Türcke das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten.

Neben der Freiheit des Wortes liegt den im deutschen PEN versammelten Autoren auch die Verantwortung und Sorgfaltspflicht im eigenen Schreiben am Herzen. Laut Charta haben sich alle PEN-Mitglieder verpflichtet, mit äußerster Kraft für die Bekämpfung von Rassen-, Klassen- und Völkerhass und für das Ideal einer einigen Welt und einer in Frieden lebenden Menschheit zu wirken. Es gehört zum Selbstverständnis des Vereins, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit einzustehen.

Zum Welttag des Buches forderte der PEN gemeinsam mit elf AutorInnenverbänden eine Überarbeitung des Regierungsentwurfes zum Urhebervertragsrecht. Zurzeit findet in vielen Bereichen der Kultur eine Umverteilung zuungunsten der Autorinnen und Autoren und zugunsten von Kulturkonzernen und digitalen Intermediären statt.

Dass nach zehnjährigem Rechtsstreit der Supreme Court der USA die Klage der „Authors Guild“ abgelehnt hat und Google nun sämtliche auf dem amerikanischen Buchmarkt erschienenen Bücher – auch Übersetzungen von deutschsprachigen Publikationen – ohne Zustimmung des Autors und ohne Vergütung digitalisieren darf, ist ein Skandal.

Auch das BGH-Urteil gegen die VG Wort sieht das PEN-Zentrum kritisch. Eine starke Verwertungsgesellschaft ist nicht nur für Autorinnen und Autoren relevant, sondern sichert und erhält zudem eine vielfältige Verlagslandschaft.

Ebenso fand anlässlich des Welttags des Buches in Zusammenarbeit mit dem Bamberger Buch- und Medienhaus Hübscher eine große Signieraktion statt, bei der die Werke der anwesenden Autorinnen und Autoren auslagen und signiert wurden. Bei einem öffentlichen Lese-Abend stellten sich u.a. Zoë Beck, Joachim Helfer, Tom Schulz, Carlos Collado Seidel und Antje Rávic Strubel vor.

88 neue Mitglieder wurden – vorbehaltlich ihrer Unterzeichnung der Charta des internationalen PEN – neu aufgenommen, darunter Nora Bossong, Thea Dorn, Jenny Erpenbeck, Judith Hermann, Gila Lustiger, Yoko Tawada, Judith Schalansky und Joachim Unseld.

Die Jahrestagung 2017 wird unter dem Motto „Bleib erschütterbar und widersteh.“ (Peter Rühmkorf) vom 27. bis 30. April in Dortmund stattfinden.

Deutscher PEN unterstützt Großdemonstration „Stopp TTIP und CETA – Für einen gerechten Welthandel“

literaturhaus-darmstadtWahre Kunst wird zur Ware Kunst
TTIP soll als Handelsabkommen für einen weltweit besseren Handelsfluss sorgen – für Kulturschaffende gelten die Verhandlungen als Apokalyptische Reiter gegen kulturelle Vielfalt und künstlerische Freiheit.

„Auf geradezu erschütternde Weise antidemokratisch“, so rügt das deutsche PEN-Zentrum die konsequente Intransparenz der TTIP-Verhandlungen. „Niemand weiß, wer außer den Verhandlungsführern genau teilnimmt, was wie warum besprochen wird. In einem Europa, das auf Mitgestaltung, freie Information und Diversität wert legt, sind Geheimverhandlungen dieser Art inakzeptabel“, so die Generalsekretärin des PEN-Zentrums, Regula Venske.

Kultur als Handelshemmnis – und der Trick mit dem Warenklassifizierungssystem
TTIP sieht u.a. ein „Warenklassifizierungssystem“ vor. Darunter sollen auch europäische Kulturwerke fallen, vor allem digitalisierte Bücher würden als „Dienstleistung“ deklariert – und nicht mehr als Kulturwerk oder „Buch“. Ebenso würden geförderte Filme, Theaterproduktionen oder der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk zur Ware und Dienstleistung – und diese einem rein ökonomischen, US-nahen Standard unterworfen. „Der ‚Wert’ von Kultur wird dann nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten eingeschätzt, aber nicht nach inhaltlichen oder kulturell und gesellschaftlich nötigen. Das ist der beste Weg, um einer Nation Rückgrat, Geist und Identität zu nehmen“, so PEN-Präsident Josef Haslinger.

Nach und nach würden staatliche Kultur-Förderungen in Europa, aber auch Preisbindungen – wie die Buchpreisbindung, die für weltweit einzigartig niedrige Verkaufspreise und das Überleben kleiner Verlage und innerstädtischer, inhabergeführter Buchhandlungen sorgt – oder das werbefreie Radio und Fernsehen in Frage gestellt werden.

„Das Warenklassifizierungssystem ist neben den privaten Schiedsgerichten sowie dem sogenannten Investitionsschutz einer jener Hintertüren, durch die die Apokalyptischen Reiter gegen die Europäische Kultur hinein preschen“, ergänzt Nina George, Urheberrechtssachverständige des PEN-Präsidiums. „Eine unwiderstehliche Steilvorlage für Konzerne, gegen Staaten zu klagen, wenn ihnen deren Politik nicht in die Bilanz passt. Die Klauseln zum Investitionsschutz würden z.B. Amazon ermöglichen, die Buchpreisbindung als Handelshemmnis zu deklarieren, und Deutschland auf entgangene Einnahmen zu verklagen.“

Noch alarmierender seien die Geheimverhandlungen zum Urheberrecht. „Weltweit gilt unter Künstlerinnen und Kulturunternehmen das deutsche Urheberrecht als der gerechteste Standard, der Inhalt und Schöpfer schützt, ob gegen Zensur oder unfaire Verwertungsbedingungen. Das amerikanische Copyright dagegen ordnet Nutzungsrechte den Verwertern zu – was zu marktgleitfähigen Produkten führt, aber weder herausragende Nischenliteratur fördert noch die Autorenschaft in künstlerische und wirtschaftliche Unabhängigkeit bringt.

Dabei verweist das Mandat der EU-Kommissionen eindeutig auf die UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt, die die europäischen Staaten weitestgehend unterzeichnet haben. Die Vereinigten Staaten ihrerseits sind diesem Abkommen nicht beigetreten.

Das PEN-Zentrum Deutschland fordert die Bundesregierung auf, sich für die Ausnahme sämtlicher Kultur und Medien in den TTIP-Verhandlungen einzusetzen.
–          Sorgen Sie dafür, dass der Kultur- und Medienbereich von den Verhandlungen ausgenommen wird und die öffentliche Kultur- und Medienförderung vollständig erhalten bleibt!
–          Lassen Sie es nicht zu, dass Bevölkerung und Parlamente aus den Verhandlungen um CETA und TTIP herausgehalten und statt Bürgerinnen und Bürgern lieber Lobbyisten gehört werden!
–          Lehnen Sie das Warenklassifizierungssystem für Kulturwerke ab und nehmen Sie Kultur und kulturschaffende Organisationen aus der Investitionsschutzklausel heraus. Die schon heute umstrittenen Investorenklagen gegen Staaten vor geheimen Schiedsgerichten sorgen bereits jetzt für eine Welle von Privatisierungen und höhlen unsere Demokratie aus, wenn Konzerne klagen – und die BürgerInnen zahlen!

Das PEN-Zentrum Deutschland gehört zum Unterstützerkreis der bundesweiten Großdemonstration „Stopp TTIP und CETA – Für einen gerechten Welthandel“.

Als Mitglied des Deutschen Kulturrates ruft der PEN gemeinsam mit vielen anderen Organisationen dazu auf, am 23. April 2016 in Hannover unter dem Motto: „Obama und Merkel kommen: TTIP & CETA stoppen! Für einen gerechten Welthandel!“ zu demonstrieren.
Der Aufruf zur Demonstration kann als Einzelperson oder Organisation unterzeichnet werden: http://ttip-demo.de/home/aufruf/aufruf-unterzeichnen/.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Regula Venske                                           Nina George

Generalsekretärin                                      Beirätin

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

PEN-Zentrum Deutschland
Kasinostr. 3
64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Fax.: 06151 / 293414
E-Mail: info@pen-deutschland.de
http://www.pen-deutschland.de

Deutscher PEN fordert Abschaffung des § 103 Strafgesetzbuch

Jan Böhmermann. Böhmermann-Screenshot aus "Neo Magazin Royale" vom 31.3.
Jan Böhmermann. Böhmermann-Screenshot aus „Neo Magazin Royale“ vom 31.3.

 

Siehe auch Spiegel-Online: Schmähgedicht auf Erdogan: Staatsaffäre Böhmermann – die Fakten und Satire-Streit: Hallervorden besingt Erdogan

Solidaritäts-Adresse des PEN für Jan Böhmermann

Was Jan Böhmermann tat, kann man eine paradoxe Intervention nennen. Er spielte uns vor, welcher Art die Beleidigung sein müsste, damit der Paragraph 103 des Strafgesetzbuches, der die Beleidigung von „Vertretern und Organen ausländischer Staaten“ unter Strafe stellt, auch wirklich zu greifen beginnt.

Die Regierung muss eine Entscheidung treffen. Sie könnte so lauten:
„Jan Böhmermann hat uns auf die Existenz eines Paragraphen aufmerksam gemacht, den wir eigentlich lieber abschaffen als angewendet sehen wollen, weil er noch den Geist des Obrigkeitsstaats atmet. Die deutsche Bundesregierung sieht sich außerstande, die Justiz zu einem Verfahren zu ermächtigen, das in der Bevölkerung den Anschein erweckt, die türkische Regierung würde ihre Restriktionen der freien Meinungsäußerung nun auch Deutschland aufzwingen können.“

Danach muss dieser Paragraph aber auch wirklich abgeschafft werden.
Für das PEN-Zentrum Deutschland
Josef Haslinger
Präsident

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter SchriftstellerInnen.

Daniel Falb erhält Kurt Sigel-Lyrikpreis des deutschen PEN

Daniel-FalbDer Lyriker Daniel Falb (*1977) erhält den erstmals vom deutschen PEN-Zentrum ausgeschriebenen Kurt Sigel-Preis für Lyrik. Unter mehr als 1100 Einsendungen ragt die seine heraus, weil sie Maßstäbe für die Qualität politisch und gesellschaftlich relevanter Poesie heute setzt, so die Einschätzung der Jury, der Dorothea von Törne, Hans Thill und Herbert Wiesner angehörten.

Stifter des mit 4.000 € dotierten Preises ist der Frankfurter Schriftsteller Kurt Sigel (Jg. 1931 und seit 1974 Mitglied des PEN), der sich als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichtbänden und von Büchern in hessischer Mundart, die er teilweise mit eigenen Zeichnungen und Cartoons illustrierte, einen Namen gemacht hat. Der Preis, der künftig alle zwei Jahre verliehen werden soll, wird am 21. April 2016 auf der PEN-Jahrestagung in Bamberg verliehen; die Laudatio hält Dorothea von Törne.

In der Begründung der Jury heißt es weiterhin:
„Die eigene, unverwechselbare Stimme ist hier Teil eines ‚Wir‘, das in unpathetischen und spannenden Diskursen und mit überraschenden Sprachbildern Erd- und Menschheitsgeschichte neu bedenkt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Falbs Gedichtzyklus sprengt alle traditionellen Erwartungen an Lyrik. Statt Metrum, Reim und Strophe regiert das mehrbezügliche assoziative Verknüpfen von prägnanten Bildern und Redeteilen. Das Gedicht als ein Ort reiner Möglichkeiten. In strömenden, tauchenden und steigenden Sprachbewegungen treibt Falb seinen Text Richtung Erkenntnisgewinn voran.“

PEN-Zentrum Deutschland: Jutta Sauer neue Leiterin des PEN-Förder- und Freundeskreises

jutta-sauerDas Präsidium des deutschen PEN hat die in Osnabrück lebende Autorin und Herausgeberin Jutta Sauer zur Koordinatorin des Förder- und Freundeskreises des PEN ernannt (Biographische Daten).  In enger Abstimmung mit dem Präsidium wird sie fortan die Aktivitäten des PEN mit dem ihm angeschlossenen Verein verbinden und in Kommunikation mit den Förderern und Freunden des PEN dieses bedeutsame Netzwerk des Beistands begleiten und weiterentwickeln. „Nur gemeinsam“, so Jutta Sauer, „wird es möglich sein, den unbedingt notwendigen Einsatz für den Schutz und die ungehinderte Verbreitung von Literatur in der Gesellschaft, nicht zuletzt im Hinblick auf ein friedliches Zusammenleben der Völker und Kulturen untereinander, weiter zu unterstützen.“

Zu den Aufgaben der Koordinatorin gehört unter anderem auch die Ausrichtung des jährlich stattfindenden Club-Abends anlässlich der PEN-Jahrestagungen in den jeweiligen Städten und Bundesländern, in diesem Jahr am 23. April in Bamberg.

Innerhalb des PEN-Förder- und Freundeskreises haben sich wichtige Persönlichkeiten und Organisationen aus Kultur, Politik und Wirtschaft zusammengeschlossen, um das vielfältige Engagement des PEN-Zentrums, insbesondere das Writers-in-Prison-Programm, zu unterstützen und zu fördern. Auf der Grundlage der PEN-Charta geht es dabei vor allem um den Schutz der Freiheit des Wortes und solcher Autorinnen und Autoren, die aufgrund ihrer öffentlichen Äußerungen und Publikationen in persönliche Bedrängnis und Not geraten sind. Ohne das ehrenamtliche Engagement, die Sach- und Geldspenden, Empfehlungen und Veranstaltungen durch die Mitglieder des Förder- und Freundeskreises wäre diese unverzichtbare Arbeit des PEN nicht zu leisten. In vielen Fällen konnte bereits in Gefahr geratenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern durch die Spenden des Förder- und Freundeskreises auf ihrem Weg in ein neues Leben in Freiheit geholfen werden. Dabei ist es den privaten Sponsoren und fördernden Unternehmen zu verdanken, wenn die vom PEN zu leistende Hilfe unbürokratisch und schnell in Gang gesetzt werden kann, um soziale Netzwerke zu schaffen.

Interessierte Mitglieder, die auf vielfache Weise mit dem PEN-Zentrum verbunden sein werden, sind im Förder- und Freundeskreis herzlich willkommen. Weitere Informationen: www.pen-deutschland.de

Was ist das PEN-Zentrum?
Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

PEN-Zentrum Deutschland
Kasinostr. 3
64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Fax.: 06151 / 293414
E-Mail:info@pen-deutschland.de
http://www.pen-deutschland.de