Großer Familientag im Museum für Antike Schiffahrt

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Das Museum für Antike Schiff lädt anlässlich der Ernennung der neuen Generaldirektorin Frau Univ.-Prof. Dr. Alexandra Busch von 11 bis 16 Uhr zu einem Familienfest ein – mit Bastelaktionen für Kinder, heißen Waffeln und stündlichen, kostenlosen Themenführungen durch das Museum. Außerdem haben die großen und kleinen Besucher die Möglichkeit, um jeweils 13 und 15 Uhr exklusive Eindrücke zum derzeit entstehenden Neubau des RGZM durch den Niederlassungsleiter des Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB) zu erhalten.

Programm
Kinder- und Familienprogramm mit Bastelaktionen, Malwettbewerb und überdimensionalem »Schiffe versenken« Wunderspiegel: Gestalten Sie sich ihr eigenes Erinnerungsfoto in unserer »Fotobox« zu jeder vollen Stunde: Kurzführungen durch das Museum Virtuelle Realität: Tauchen Sie mit uns unter Wasser und entdecken Sie ein im 1. Jahrhundert v. Chr. gesunkenes Schiffswrack 13 und 15 Uhr: Exklusive Eindrücke am Neubau des Römisch-Germanischen Zentralmuseums direkt neben dem Museum für Antike Schiffahrt durch den Niederlassungsleiter des den Niederlassungsleiter des LBB

Für das leibliche Wohl gibt es heiße Waffeln und frischen Kaffee!

Weitere Infos

Familienunternehmen als Hessen-Champions 2018 besonders erfolgreich

logo-hess-unternehmertagAir Profile GmbH (Kassel) und WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG (Spangenberg)  sowie HEWI Heinrich Wilke GmbH (Bad Arolsen) und Wagner GmbH & Co. KG (Fulda), ausgezeichnet

Auf dem 27. Hessischen Unternehmertag der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) wurden heute im Wiesbadener Kurhaus die „Hessen-Champions 2018“ ausgezeichnet. Neun Bewerber hatten es 2018 ins Finale von Hessens angesehenstem Unternehmenswettbewerb geschafft, vier von ihnen erhielten Auszeichnungen in den Kategorien Weltmarktführer, Jobmotor und Innnovation.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. © Foto: Diether v. Goddenthow
Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Hessens Unternehmen sind innovativ und international erfolgreich“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung. „Das gilt gerade auch für die vielen kleinen und mittleren Firmen, die der breiten Öffentlichkeit oft gar nicht bekannt sind. Mit dem Wettbewerb Hessen Champions möchten wir ihre Leistungen ins Rampenlicht stellen.“ Die Jury hatte die Finalisten aus 61 Kandidaten ausgewählt.

VhU-Präsident Wolf Matthias Mang. © Foto: Diether v. Goddenthow
VhU-Präsident Wolf Matthias Mang. © Foto: Diether v. Goddenthow

VhU-Präsident Wolf Matthias Mang erklärte: „Unsere Vorzeigeunternehmer 2018 sind agile Unternehmer. Agile Unternehmer trainieren ihre Veränderungsbereitschaft ständig. Sie kombinieren das gewohnte auf Effizienz gerichtete hierarchische Erfolgsmodell mit einem zweiten, das Innovation beschleunigt. Mit dieser Zweigleisigkeit schöpfen sie die Weisheit von unten ab. Weil das Unten oft ein Vorne ist: näher am Kunden, näher an den Problemen, deshalb auch näher an den Lösungen. So werden aus Innovatoren erst Jobmotoren und dann Weltmarktführer.“ Jürgen Zabel, Geschäftsführer der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Hessen (MBG H), sieht „mittelständische Unternehmen als die treibende Kraft der deutschen Wirtschaft. Insbesondere durch ihre Entwicklungen und Innovationen prägen sie die wesentliche Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Der Wettbewerb Hessen-Champions zeigt einmal mehr, wie hessische Unternehmen durch ihre herausragende Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit die Beschäftigung sichern sowie immer wieder neue Arbeitsplätze in Hessen schaffen.“

Die Hessen-Champions 2018 – Innovation
„In diesem Jahr gibt es zwei Gewinner in der Kategorie Innovation – und beide kommen aus Nordhessen, was ein Zeichen für die Innovationskraft dieser Region ist. Die Air Profile GmbH (Kassel) und die WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG (Spangenberg) werden beide geehrt. Die Air Profile GmbH wird für den Bereich Produktinnovation ausgezeichnet, WIKUS für den Bereich Prozessinnovation“, erläutert Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI).

Air Profile GmbH, Kassel

Der Preis der Kategorie Innovation ging zum einen an die Air Profile GmbH (Kassel), hier eingerahmt links von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und rechts von Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Preis der Kategorie Innovation ging zum einen an die Air Profile GmbH (Kassel), hier eingerahmt links von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und rechts von Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das Kassler Start-up Air Profile setzt Maßstäbe in der Fernmesstechnik. LiDAR-Systeme (Light Detection And Ranging) messen den Wind mit Hilfe von Laserstrahlen. Air Profile hat ein weltweit einzigartiges Verfahren zur punktgenauen Windmessung bis in 300 Meter Höhe entwickelt und hebt sich damit deutlich von anderen Marktteilnehmern ab. Die laut eigenen Angaben präzisesten Messdaten der Welt haben eine enorme Bedeutung für den globalen Wind- und Wettermarkt. Ertragsprognosen für Windparks, regionale Wetter-vorhersagen und emissionsabhängige Verkehrsteuerung können mit Hilfe der Messdaten von Air Profile signifikant verbessert werden.

WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG, Spangenberg

Zum anderen ging der Preis der Kategorie Innovation WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG (Spangenberg), hier eingerahmt links von Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und rechts von Ministerpräsident Volker Bouffier und Wolf Matthias Mang. Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmer-verbände (VhU) © Foto: Diether v. Goddenthow
Zum anderen ging der Preis der Kategorie Innovation WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG (Spangenberg), hier eingerahmt links von Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und rechts von Ministerpräsident Volker Bouffier und Wolf Matthias Mang. Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) © Foto: Diether v. Goddenthow

Qualität und Produktivität sind zentrale Bestandteile der Strategie von WIKUS. Kunden profitieren vom kompetenten Support zur Optimierung des Sägeprozesses. Mit Schnittversuchen, innovativen Softwaretools und individuellen Schulungen im Sägezentrum findet das Unternehmen optimale Lösungen für seine Kunden. WIKUS treibt kontinuierlich den Ausbau seiner internationalen Präsenz voran und investiert stetig in Technologie und Entwicklung. Um hochwertigste Sägen für Metalle wettbewerbsfähig für alle Industrieregionen der Welt herzustellen, hat WIKUS seinen Fertigungsprozess komplett erneuert. Diese Prozessinnovation wurde rein aus Bordmitteln und während laufender Produktion erfolgreich gestemmt. WIKUS beschäftigt 600 Mitarbeiter und ist einer der großen Player in seiner Branche.

Die Hessen-Champions 2018 – Weltmarktführer

Gewinner in der Kategorie Weltmarktführer ist die HEWI Heinrich Wilke GmbH, Bad Arolsen, hier eingerahmt links von Wolf Matthias Mang. Präsident der  (VhU), Wirtschaftsminister Tarek Tarek Al-Wazir und rechts von Ministerpräsident Volker Bouffier und Moderatorin Corinna Egerer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner in der Kategorie Weltmarktführer ist die HEWI Heinrich Wilke GmbH, Bad Arolsen, hier eingerahmt links von Wolf Matthias Mang. Präsident der (VhU), Wirtschaftsminister Tarek Tarek Al-Wazir und rechts von Ministerpräsident Volker Bouffier und Moderatorin Corinna Egerer. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gewinner in der Kategorie Weltmarktführer ist die HEWI Heinrich Wilke GmbH, Bad Arolsen. Beständige Innovation, ein tiefgehendes Verständnis für Formen, Farben und Materialien sowie eine Produktentwicklung, die den Nutzer fokussiert, haben HEWI zu Experten für Systemdesign werden lassen. Seit der Gründung 1929 ist ein internationaler Anbieter für übergreifende Lösungen in den Bereichen Baubeschlag, Sanitär-Accessoires sowie barrierefreie Produkte entstanden. Die internationalen Standards für die barrierefreie Gestaltung von Bädern in öffentlichen Einrichtungen, z. B. Hotels und Krankenhäusern, sind höchst unterschiedlich. HEWI hat sich der Komplexität internationaler Anforderungen gestellt. Mit standardisierten Halbzeugen aus geschliffenem Edelstahl werden präzise Steckverbindungen hergestellt, mit denen z. B. Stützgriffe und Halterungen im öffentlichen Bad so zusammengesetzt und montiert werden können, dass sie unterschiedlichsten internationalen Anforderungen entsprechen können. HEWI erzielt mit 500 Mitarbeitern 110 Mio. EUR Umsatz. Der Anteil am Weltmarkt beläuft sich auf 20 Prozent, am europäischen Markt auf 50 Prozent.

Die Hessen-Champions 2018 – Jobmotor

Gewinner Kategorie Jobmotor:  Wagner GmbH & Co. KG, Fulda, hier eingerahmt links von Moderatorin Corinna Egerer und Wirtschaftsminister Tarek Tarek Al-Wazir, rechts von Wolf Matthias Mang. Präsident der  (VhU) und Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner Kategorie Jobmotor: Wagner GmbH & Co. KG, Fulda, hier eingerahmt links von Moderatorin Corinna Egerer und Wirtschaftsminister Tarek Tarek Al-Wazir, rechts von Wolf Matthias Mang. Präsident der (VhU) und Ministerpräsident Volker Bouffier. © Foto: Diether v. Goddenthow

Gewinner in der Kategorie Jobmotor ist die Wagner GmbH & Co. KG, Fulda. Als Zulieferer der Automobilindustrie (LKW + PKW) produziert die Wagner GmbH & Co. KG in Fulda Einzelteile sowie Baugruppen für Motor, Getriebe und Fahrwerk. Die jährlich 60 Mio. Bauteile kommen in der Erstausstattung aller namhaften Automobil-Hersteller zum Einsatz. Aufgrund ständig steigender Nachfrage hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren dynamisch entwickelt und viele Millionen Euro in Erweiterungsbauten und in einen modernen Maschinenpark investiert. Wagner ist ein gefragter Arbeitgeber. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 52 neue Arbeitsplätze in Hessen geschaffen und seine Belegschaft damit um 10 Prozent auf gegenwärtig rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesteigert – Tendenz weiter steigend.

Aus den Bewerbungen einzelne Gewinner zu wählen, war auch in diesem Jahr eine schwierige Aufgabe, so die Mitglieder der Jury. „Alle Teilnehmer und insbesondere die neun Finalisten sind Gewinner. Schließlich konnten sie sich in einem Feld von hervorragenden Kandidaten behaupten“, äußerte sich HTAI-Geschäftsführer Dr. Rainer Waldschmidt für die Jury.

Die Hessen-Champions 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Hessen-Champions 2018. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Finalisten in der Kategorie Weltmarktführer

DEKOMTE de Temple Kompensator-Technik GmbH, Seligenstadt
DEKOMTE de Temple, 1978 gegründet, hat sich durch den Fokus auf modernste Konstruktionssysteme und ausgereifte Lösungen zum technischen Weltmarktführer für Gewebekompensatoren entwickelt. Heute besteht DEKOMTE aus weltweit acht Tochterunternehmen, mehr als 400 Mitarbeitern und fünfzehn Vertretungen. Nicht nur als Hersteller, auch als Unternehmer und Arbeitgeber setzt die DEKOMTE ihren Schwerpunkt auf langfristige und nachhaltige Wertschöpfung: Seit über 20 Jahren bildet das Unternehmen aus, engagiert sich für Kultur, Sport und karitative Zwecke.

MedTec Medizintechnik GmbH, Wetzlar
Muskel- und Skeletterkrankungen sind weltweit die häufigste Ursache chronischer Schmerzen, körperlicher Einschränkungen und von Einbußen an Lebensqualität. Die Vision der MedTec Medizintechnik GmbH ist es, mit der MBST Kernspinresonanz-Therapie Patienten nahezu jeden Alters ein gesundes, aktives und vor allem schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

Die Finalisten in der Kategorie Jobmotor

sauer product GmbH, Dieburg
Seit Gründung 1998 hat sich sauer product als Systemlieferant und Entwicklungspartner für Kleinserienfertigung und Nischenvarianten von Kunststoffbauteilen und -komponenten einen Namen gemacht. Bei der Entwicklung von Systemlösungen und anspruchsvollen Baugruppen unterstützt das Unternehmen namhafte Premium-Kunden. Es steht eine Vielzahl an Sondertechnologien wie z. B. 2K-Technologie, Gas- und Wasser-Innendruck-Technologie und MuCell®-Verfahren zur Verfügung. 3D-Druck ergänzt das Spektrum.

Die Finalisten in der Kategorie Innovation

Bosch Rexroth AG, Erbach im Odenwald
Bosch Rexroth sorgt als ein weltweit führender Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien für effiziente, leistungsstarke und sichere Bewegung in Maschinen und Anlagen jeder Art und Größenordnung. Das Unternehmen bietet seinen Kunden Hydraulik, elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen ins Internet der Dinge.

eta|opt GmbH, Kassel
Das Technologie-Startup eta|opt hat sich auf die Substitution von Druckluft in der Industrie spezialisiert. Mit Ihrer patentierten eta|vac-Technologie erzeugt die eta|opt ein dezentrales, druckluftloses Vakuum und macht das Heben und Handhaben von Werkstücken, vom Handydisplay bis zum Kotflügel, nicht nur innovativ, sondern deutlich effizienter. So können im direkten Vergleich 66 Prozent der eingesetzten Energie einge-spart und der Lärmpegel für Mitarbeiter um 30 dB gesenkt werden.

Impression vom 27. Hessischen Unternehmertag, Foyer Kurhaus Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression vom 27. Hessischen Unternehmertag, Foyer Kurhaus Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Auftakt zu Hessen-Champions 2019
Mit der Preisverleihung startete gleichzeitig die Wettbewerbsrunde 2019. Gemeinsam mit der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH (MBG H) werden wieder hessische Firmen gesucht, die in ihrer Branche weltweit führend sind, gemessen an ihrer Größe überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze in Hessen schaffen oder mit innovativen Produkten und Ideen aufwarten. Mit der Organisation des Wettbewerbs ist wie in den vergangenen Jahren wieder die Hessen Trade & Invest GmbH beauftragt. „Weltmarktführer, Jobmotor und Innovator wird man nur, wenn man komplexe Dinge einfach machen kann“, betonte Dr. Rainer Waldschmidt abschließend und wies darauf hin, dass dies auch Thema des zweiten Hessischen Innovationskongresses am 15.11.2018 im Frankfurter Palmengarten sein wird.

Impression vom 27. Hessischen Unternehmertag, hier Thiersch-Saal im Kurhaus Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression vom 27. Hessischen Unternehmertag, hier Thiersch-Saal im Kurhaus Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow

Veranstaltungen im Gutenberg-Museumvom 29.10. bis 04.11.2018

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Veranstaltungen, die vom 29.10.  bis 04.11.2018  im Gutenberg-Museum stattfinden.
Bitte beachten Sie, dass das Museum und der Druckladen am 01.11.2018 (Allerheiligen) geschlossen sind.

Montag, 29.10.2018, 9.00-17.00 Uhr 

Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums für Kleingruppen. Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de)

Dienstag, 30.10.2018, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr

Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Mittwoch, 31.10.2018, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Donnerstag, 01.11.2018, 
Museum und Druckladen geschlossen. 

Donnerstag, 01.11.2018 
Jahrestagung des IADM: Johannes Gutenberg – der erste „Ingenieur“ der Drucktechnik 
Die Vorträge auf der Jahrestagung 2018 des Internationalen Arbeitskreises für Druck- und Mediengeschichte befassen sich mit dem Themenkomplex „Neue Fragen und innovative Antworten zur Realisierung des Buchdrucks“.  Info und Anmeldung  bei der IADM-Geschäftsstelle, Tel. 06834-924 323 oder muench@deutsches-zeitungsmuseum.de.

Freitag, 02.11.2018 
Jahrestagung des IADM: Johannes Gutenberg – der erste „Ingenieur“ der Drucktechnik 
Die Vorträge auf der Jahrestagung 2018 des Internationalen Arbeitskreises für Druck- und Mediengeschichte befassen sich mit dem Themenkomplex „Neue Fragen und innovative Antworten zur Realisierung des Buchdrucks“.  Info und Anmeldung bei der IADM-Geschäftsstelle, Tel. 06834-924 323 oder muench@deutsches-zeitungsmuseum.de.

Freitag, 02.11.2018, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr 
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse

Freitag, 02.11.2018, 13.30-17.00 Uhr 

Drucken und Setzen im Druckladen des Gutenberg-Museums für Kleingruppen
Setzen mit Holzlettern, Drucken der Motive im Hochdruck, Anwenden des Frottageverfahrens. Weitere Projekte nach Absprache. Kosten: Werkstattbeitrag (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de)

Freitag, 02.11.2018, 11.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Samstag, 03.11.2018, 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse 

Samstag, 03.11.2018 
Jahrestagung des IADM: Johannes Gutenberg – der erste „Ingenieur“ der Drucktechnik 
Die Vorträge auf der Jahrestagung 2018 des Internationalen Arbeitskreises für Druck- und Mediengeschichte befassen sich mit dem Themenkomplex „Neue Fragen und innovative Antworten zur Realisierung des Buchdrucks“.  Info und Anmeldung  bei der IADM-Geschäftsstelle, Tel. 06834-924 323 oder muench@deutsches-zeitungsmuseum.de.

Samstag, 03.11.2018, 10.00-15.00 Uhr   
Offene Werkstatt im Druckladen des Gutenberg-Museums
für Einzelpersonen und Kleingruppen mit max. 5 Teilnehmern. Drucken von eigenen oder vorhandenen Motiven, Setzen mit Holzlettern. Sondermaterialien auf Anfrage. Kosten: Werkstattbeitrag

Samstag, 03.11.2018, 11.00 Uhr   
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt)

Samstag, 03.11.2018, 13.30-16.30 Uhr
Nachlass von großen und kleinen Sünden
Druckvorführung von Ablassbriefen im 1. Stock des Gutenberg-Museums
Sonntag, 04.11.2018, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr
Druckvorführung an der Gutenberg-Presse (15 Uhr im Rahmen der Kinderführung)

Sonntag, 04.11.2018, 13.00 Uhr   

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit  den Gästeführern der Stadt Mainz. Führung 5 Euro/erm. 4 Euro/Kinder 2,50 Euro (zzgl. Eintritt) 

Sonntag, 04.11.2018, 15.00-17.00 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung 

„Ohne Zweifel Gutenberg? Die Erfindung des Buchdrucks in Europa und Asien“ mit der  Kuratorin  Dr. Cornelia Schneider; Führung 1,5 Euro (zzgl. Eintritt)

Sonntag, 04.11.2018, 15.00-17.00 Uhr
Familiennachmittag

Von tanzenden Buchstaben und bunten Blättern – Spannende Kinderführung von A bis Z mit Druckerschwärze und zauberhaften Büchern im Reich der schwarzen Kunst.  Für Kinder ab 4 Jahre und ihre Eltern. Beginn 15 Uhr (bei Bedarf auch 16 Uhr) an der Museumskasse | Mobile Druckwerkstatt: Drucken im Foyer des Gutenberg-Museums. Teilnahmebeitrag 4 Euro pro Kind (Führung und Drucken), erm. Eintritt 3,50 Euro für Eltern und begleitende Angehörige

Von Montag bis Freitag zwischen 9.00-17.00 Uhr
Einzelbetreuung und Druckaufträge im Druckladen des Gutenberg-Museums
Erstellen privater Drucksachen unter fachkundiger Hilfe. Entgegennahme von Aufträgen nach persönlicher Absprache (Voranmeldung erforderlich, Tel. 06131-122686 oder gm-druckladen@stadt.mainz.de)

19. Mainzer Büchermesse – Rathaus wird am 17. u. 18. 11.2018 erneut zum Ort der Bücher

Mainzer Büchermesse. Archivbild.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Mainzer Büchermesse. Archivbild. © Foto: Diether v. Goddenthow

Über Mainz kann man nicht sprechen, ohne sofort an Johannes Gutenberg zu denken. In die Feierlichkeiten zum Gedenken an den Mainzer Medienrevolutionär, der vor 550. Jahren starb, reiht sich auch die 19. Mainzer Büchermesse nahtlos ein: Denn jedes Jahr präsentiert sich die Mainzer Büchermesse mit einer Vielzahl an traditionsreichen als auch ebenso jungen Verlagen, mit Buchwissenschaft und Forschung, mit Buchkunst, Bibliotheken und anderen wichtigen literarischen Institutionen. Mit all ihren Verlegerinnen und Verlegern, mit Geschäftsleuten und Kunden, Leserinnen und Lesern ist die Messe ein getreues Abbild der Medienwelt unserer Region und zeigt, wie sich die „schwarze Kunst“ im Zeichen des digitalen Wandels auch in Mainz verändert, dabei wächst – und sich doch immer wieder treu bleibt. Im 21. Jahrhundert gilt weiterhin: Ganz gleich, ob Computer und Internet längst selbstverständliche Mittel weltumspannender Kommunikation sind, so bleiben Papier und Druckerfarbe im Kontakt zu Leserinnen und Lesern dennoch essentielle Bestandteile der Medienwelt.

Darüber hinaus gibt es auf der Mainzer Büchermesse ein abwechslungsreiches Programm mit Lesungen, Vorträgen, Workshops und Aktionen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Während sich im Foyer des Rathauses, der linken Lobby und im Valencia-Zimmer regionale Aussteller und Institutionen präsentieren, dienen Erfurt-Zimmer und Haifa-Zimmer als Vortragsräume für regionale Forschung, Mainzer Geschichte, Romane, Krimis und Kurzgeschichten. Das Louisville-Zimmer dagegen ist ganz in Kinderhand.

Eine Besonderheit des diesjährigen Programms ist sicherlich der Blogger-Workshop mit Literatin Sarah Beicht. In Verbindung mit ihrem Blog „Gutenbergs Letterwald“ (http://letterwald-mainz.de) bietet Sarah Beicht einen zweitägigen Blogger-Workshop rund um Literatur an, bei dem die Teilnehmenden erlernen, Inhalte zu weben und zu vernetzen. Neben kurzen Schreibübungen sollen eigene Beiträge entstehen und auf „Gutenbergs Letterwald“ veröffentlicht werden. Wer Interesse hat, kann sich unter: info@letterwald-mainz.de anmelden.

Das ausführliche Programm mit vielen weiteren Highlights ist angefügt. Das Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz organisiert die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage und lädt alle Buchliebhaberinnen und Buchliebhaber herzlich zur 19. Mainzer Büchermesse ein.

Eva Menasse ist zur neuen Mainzer Stadtschreiberin 2019 gewählt

Eva Menasse © ZDF/Jürgen Bauer
Eva Menasse © ZDF/Jürgen Bauer

Eva Menasse ist 35. Trägerin des Literaturpreises von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz

Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse wird die Mainzer Stadtschreiberin des Jahres 2019. Menasse, 1970 in Wien geboren und wohnhaft in Berlin, ist die 35. Trägerin des von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz vergebenen Literaturpreises. Gemeinsam mit dem ZDF wird die Autorin, wie ihre Vorgängerin Anna Katharina Hahn, eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren und die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum beziehen. Die Verleihung des mit 12.500 Euro dotierten Preises ist für Anfang März 2019 geplant.

Die Jury: „Eva Menasse ist eine große Menschenerzählerin, die mit feiner Empathie und scharfsinnigem Humor über fragile Beziehungen schreibt. Mit großer sprachlicher Präzision gestaltet sie ihre Figuren und findet feinste Nuancen in ihren Erzählsituationen. Zugleich mischt sich Eva Menasse öffentlich ein, streitet wirkungsvoll für Grundrechte im digitalen Zeitalter und wendet sich engagiert gegen Diskriminierung und rechte Hetze. Eva Menasse – ein Glücksfall für das Amt der Mainzer Stadtschreiberin 2019.“

Nach dem Schulabschluss 1988 studierte Menasse Germanistik und Geschichte an der Universität Wien. Noch während ihres Studiums begann sie ihre journalistische Karriere, die sie vom Wiener Wochenmagazin Profil bis zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung führte. Mit ihrem ersten Roman, dem österreichisch-jüdischen Familienepos „Vienna“ (2005) gelang Eva Menasse ein fulminantes Debüt. Mit ihrem zweiten Roman „Lässliche Todsünden“ (2009), der sich aus locker miteinander verbundenen Erzählungen über das lasterhafte Leben der Wiener Intellektuellenszene zusammensetzt, konnte sie ihren Erfolg bei Publikum und Kritik fortsetzen. Preisgekrönt ist ihr Roman „Quasikristalle“ (2013), in dem Menasse das Lebens-Mosaik einer Frau aus verschiedensten Perspektiven schildert. Der jüngste Erzählband „Tiere für Fortgeschrittene“ (2017) handelt von Lebenslügen und Lebens-Illusionen des aufgeklärten Bürgertums.

Eva Menasse wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Corine-Preis (2005), dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2013), dem Stipendium der Villa Massimo in Rom (2015), dem Friedrich-Hölderlin-Preis (2017) und dem Österreichischen Buchpreis (2017).

Preisregen für Spitzen-Nachwuchstalente auf der Gala der Sieger zum Abschluss des European Youth Circus 2018

1.300 Besucher applaudierten den Artisten des European Youth Circus minutenlang. In einer dreistündigen Vorstellung haben die Preisträgerinnen und Preisträger des European Youth Circus qualitativ erstklassige Artistik geboten. © Foto: Diether v. Goddenthow
1.300 Besucher applaudierten den Artisten des European Youth Circus minutenlang. In einer dreistündigen Vorstellung haben die Preisträgerinnen und Preisträger des European Youth Circus qualitativ erstklassige Artistik geboten. Durch’s Programm führte Axel Schiel. © Foto: Diether v. Goddenthow

Frenetischer Applaus, Standing Ovation, das Zirkuszelt bebte – so begeistert erlebt man selten Zuschauer wie am gestrigen Samstagabend bei der großen Gala der Sieger, dem Finale des alle zwei Jahre in Wiesbaden veranstalteten European Youth Circus – Artistikfestival.  Die Besten der Besten, die in den zweitägigen Wettbewerben A und B zuvor gewonnen und unter Regie von Sebastiano Toma dieses wunderbare dreistündige Finale erstklassiger Artistik und choreografischer Einlagen boten, wurden anschließend mit zahlreichen Festival- und Sonder-Preisen geehrt.

Moderator Axel Schiel.© Foto: Diether v. Goddenthow
Moderator Axel Schiel.© Foto: Diether v. Goddenthow

Pointiert und fachkundig zugleich führte Moderator Axel Schiel, Ex-Jongleur und Gründer des Künstlernetzwerkes „Showpaket“ , den Abend und machte selbst dann nicht schlapp als sein Smartphone bei der Preisverleihunges tat, da Kulturamtsmitarbeiter und Zirkusorganisator Frank Zammert  mit den  Gewinner-Namen auf Papier Retter in Not war.  Musikalisch umrahmte wieder hochkarätig das European Youth Circus Orchestra die „Gala der Sieger“.

Axel Imholz.© Foto: Diether v. Goddenthow
Axel Imholz.© Foto: Diether v. Goddenthow

Kulturdezernent Axel Imholz begrüßte im Namen der Landeshauptstadt Wiesbaden die über 1300 Gäste. Er war bereits in den Tagen zuvor als Dauergast bei den Auswahlwettbewerben zum begeisterten Cirus-Fan avanciert.„Wir haben eine grandiose Woche mit Europas Artisten zusammen erleben dürfen. Nach den Wettbewerbsshows haben wir schon gesehen, dass sich Europa keine Gedanken um den Artistennachwuchs machen muss. Bei unserem Festival haben wir hochklassige Künstler bewundert dürfen, die künftig professionell in Zirkussen und auf Varietébühnen arbeiten werden“, weiß Kulturdezernent Axel Imholz. „Der European Youth Circus ist nicht nur ein Meilenstein für die Artisten in ihrer Karriere, er ist auch ein kulturelles Highlight der Landeshauptstadt Wiesbaden, dass europaweit strahlt“.

Die 13-jährige Vladiyslava Naraieva begeisterte Jury und Publikum mit einer einzigartigen Handstanddarbietung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die 13-jährige Vladiyslava Naraieva begeisterte Jury und Publikum mit einer einzigartigen Handstanddarbietung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Kulturdezernent überreichte im Anschlusss an die Gala in der Altergruppe A, bis 17 Jahre, den mit 2000 Euro dotierten Preis in Gold an die 13-jährige Vladiyslava Naraieva. Im bunten, überwiegend rot-blauem Kostüm begeisterte Vladiyslava Jury und Publikum mit einer unglaublich variantenreichen, einzigartigen, zum Teil ins Clowneske reichenden Handstanddarbietung mit außergewöhnlichem Schwierigkeitsgrad und großem Unterhaltungswert.

Valeriia Davydenko (13) mit einer Equilibristiknummer zur Musik aus Tschaikowskis Schwanensee. © Foto: Diether v. Goddenthow
Valeriia Davydenko (13) mit einer Equilibristiknummer zur Musik aus Tschaikowskis Schwanensee. © Foto: Diether v. Goddenthow

Silber erhielt Valeriia Davydenko (13) mit ihrer Equilibristiknummer „Magic Dream“ zu Tschaikowskis Schwanensee, wobei sie mit ungewöhnlich anspruchsvollen und ästhetischen Handstand- Figuren bei geschmeidigen Körperverbiegungen und Balance-Akten überzeugte.

 

Bronze ging an Ameli Bilyk, die das Publikum mit ihren Tricks auf dem Schlappseil verzückte, einarmige langanhaltende Handstände

Ameli Bilyk, die auch den Publikumspreis der Herzen erhielt, bekam Bronze. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ameli Bilyk, die auch den Publikumspreis der Herzen erhielt, bekam Bronze. © Foto: Diether v. Goddenthow

vollzog, während ihr Körper in alle Richtungen kreiste und sie um beide Fußknöchel und um ihre noch eine freie Hand Ringe verschiedener Größe kreisen lies. Amely Bilyk erhielt zudem den Publikums-Preis der Herzen, der durch Stimmkarten der Besucher in den beiden Vortagen ermittelt wurde.

Die Gruppe „Kuznetsov“, die in atemberaubender Höhe mit Einrad, Stelzen und Rollschuhen, mitunter in dreistufigen „Huckepack-Nummern“ das Drahtseil variantenreich überquerte, erhielte einen zweiten Bronze-Preis.

Die Gruppe „Kuznetsov“, Weißrussland, erhielt den zweiten Bronzfestivalpreis. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Gruppe „Kuznetsov“, Weißrussland, erhielt den zweiten Bronzfestivalpreis. © Foto: Diether v. Goddenthow

 

 

Der tschechische Jongleur Zdenek Polach, Künstlername ZEEJAY, holte Gold.© Foto: Diether v. Goddenthow
Der tschechische Jongleur Zdenek Polach, Künstlername ZEEJAY, holte Gold.© Foto: Diether v. Goddenthow

Gold, Silber und Bronze gab nochmal, ein wenig höher im Preisgeld, in der Altersgruppe der 18- bis 25jährigen. Den mit 3000 Euro dotierten goldenen Festivalpreis holte sich ZEEJAY, so der Künstlername des tschechischen Jongleurs in 8. Generation, den ihm Jurysprecher und Tigerpalastchef Johnny Klinke überreichte. Bis zu sieben handballgroße weiße Bälle lies ZEEJAY bei seiner Jonglage auf unglaubliche Weise und in absoluter Perfektion gleichzeitig durch die „Lüfte“ vor dem Hintergrund des fast völlig abgedunkelten Zirkuszeltes wirbeln.

Oleksondra Sobolieva erhielt den Silbernen Festivalpreis der Altersgruppe bis 25 Jahren. © Foto: Diether v. Goddenthow
Oleksondra Sobolieva erhielt den Silbernen Festivalpreis der Altersgruppe bis 25 Jahren. © Foto: Diether v. Goddenthow

Oleksondra Sobolieva, ganz im Harlekinkostüm, entführte das Publikum humorvoll und clownesk mit zahlreichen Hula-Hoop-Nummern in ihre ganz eigene Interpretation des Varietés, was ihr den Silbernen Festival einbrachte.

 

 

Bronze holte sich das Duo Skyline mit ihrer Luftakrobatik-Nummer „Models and clock“ an Tüchern.Seit fünf Jahren arbeiten die beiden Absolventinnen der Zirkusakademie Kiew als Duo Skyline zusammen.

Duo Skyline aus Kiew mit ihrer Luftakrobatik an Tüchern, wurde  mit Bronze ausgezeichnet. © Foto: Diether v. Goddenthow
Duo Skyline aus Kiew mit ihrer Luftakrobatik an Tüchern, wurde mit Bronze ausgezeichnet. © Foto: Diether v. Goddenthow

 

Weitere Sonderpreise bekamen wie folgt:

Der Preis des Tigerpalastes Frankfurt ,Varieté der Zukunft, verbunden mit einem Engagement im Tigerpalast Frankfurt, erhielt für seine Kontorsions-Darbietung Alexander Mitin aus Russland.

Alexander Mitin erhielt den Preis von  Jury-Sprecher und Tigerpalastchef Johnny  Klinke überreicht. © Foto: Diether v. Goddenthow
Alexander Mitin erhielt den Preis von Jury-Sprecher und Tigerpalastchef Johnny Klinke überreicht. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Preis des Varietés „Neues Theater Höchst“, Frankfurt Höchst, verbunden mit einem Engagement im Neuen Theater Höchst, ging an Jeromy Zwick, Schweiz, für seine gekonnte und witzig dargebotene Jonglage

Der Preis der Herzen – Publikumspreis, dotiert mit 500 €, finanziert durch Blomen GmbH Krefeld, ging, wie oben bereits erwähnt, an die hochtalentierte wie entzückende ukrainische Athletin Ameli Bilyk am Schlappseil.

Den Preis der „Circus-, Varieté- und Artistenfreunde Schweiz“ dotiert mit 500 €, holte sich die Finnin Saana Leppänen am Vertikalseil

Impression der von Sonia Bartuccelli  choreografisch gut inszenierten Tanzdarbietung  beim Entrée  des European Youth Circus.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression der von Sonia Bartuccelli choreografisch gut inszenierten Tanzdarbietung beim Entrée des European Youth Circus. © Foto: Diether v. Goddenthow

Den Preis der „Gesellschaft der Circusfreunde e. V.“,dotiert mit 500 €, fingen Mike Togni jr. und seine Assistin aus Italien mit dem Lasso ein.

Den Preis der Wiesbadener Kirchen, dotiert mit 500 €, erhielt das schwedische Duo Olivia
am Trapez.

Der Preis des Verbandes deutscher Varieté-Theater, dotiert mit 500 €, erschwang sich Nina Sugnaux aus der Schweiz am Trapez.

Der Preis von MACIVA/Ungarn Dotiert mit 500 € hatte sich Anna Plutakhina aus der Ukraine mit ihrer Tuchakrobatik verdient.

Der Preis der Grandezza Entertainment GmbH, verbunden mit einem Engagement, ging ebenfalls an Alexander Mitin.

Der Preis des „Feuerwerk der Turnkunst“, dotiert mit einem Engagement beim „Feuerwerk der Turnkunst“, gewann die ungarische Gruppe Four Sides am Fangstuhl

Das waren die Sieger des European Youth Circus 2018, mit Johnny Klinke, ganz links u. Axel Imholz Vierter von hinten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Das waren die Sieger des European Youth Circus 2018, mit Johnny Klinke, ganz links u. Axel Imholz Vierter von hinten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der European Youth Circus wird vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain finanziell gefördert. Weitere Informationen zum European Youth Circus gibt es unter www.wiesbaden.de/circusfestival.

(Doku: Diether v. Goddenthow/ Rhein-Main.Eurokunst)

Strahlende Kinderaugen, volles Zelt, Akrobatik vom Feinsten – Der European Youth Circus Artistik Festival Wiesbaden startete in die erste Wettbewerbsrunde

Nina Sugnaux (17) atemberaubende Künste am Trapez. © Foto: Diether v. Goddenthow
Nina Sugnaux (17) atemberaubende Künste am Trapez. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit 12 grandiosen Artistik-Nummern der Wettbewerbsrunde Gruppe A  startete  heute vor rund 500 begeisterten Kindern und Jugendlichen in Beisein von Kulturdezernent Axel Imholz sowie der international besetzten Jury unter Vorsitz von Tigerpalast-Chef Johnny Klinke der 20. European Youth Circus auf dem Dernschen Gelände vor dem Wiesbadener Rathaus.  Die Sieger des heutigen Wettbewerbs A werden zusammen mit den Gewinnern der morgigen Gruppe B für Samstag Abend und Sonntag Nachmittag eine große Abschluss-Gala auf die Beine stellen.

Lange Schlangen bildeten sich heute Vormittag vor dem Einlass-Zelt. © Foto: Diether v. Goddenthow
Lange Schlangen bildeten sich heute Vormittag vor dem Einlass-Zelt. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Wiesbadener European Youth Circus  ist europaweit ein  absolutes Juwel, eine Plattform für junge hochbegabte Nachwuchs-Artisten und Varieté-Künstler, und, wie es Moderator Axel  Schiel treffend formulierte: „ein Symbol für ein gemeinsames Europa“.  Schirmherr ist kein Geringerer als Jean-Claude Junker, der Präsident der Europäischen Kommission. Er könne heute wegen dringender Brexit-Termine leider nicht persönlich dabei sein, ließe aber ganz herzlich grüßen, versicherte  der Moderator.

Bevor es dann richtig losging, erläuterte der Moderator, dass die 24 Artisten hinter der Bühne aus 12 verschiedenen Ländern kommen, unterschiedliche Sprachen sprechen,  entweder auf einer Artistenschule waren oder sich ihr Können selber beigebracht haben.  Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie seien, so Schiel, von Anfang an ein großartiges, tolles Team.  Seit zirka 10 Tagen bereiten sich die Artisten gemeinsam auf den Wettbewerb in Wiesbaden vor,  an dessen Ende die Sieger-Gala steht. Die Regie der Abschluss-Show obliegt zum vierten Mal Sebastiano Toma, assistiert von Pegah Ghalambor.

1.832-e.y.c.18Für die herrlich mitreißenden wie berührenden  choreografischen Elemente bei Entrée, Pause und Finale des European Youth Circus ist wieder Sonia Bartuccelli, Tänzerin und Choreografin, verantwortlich.  Die grandiose Musik rund um die Wettbewerbsveranstaltungen  und Show geht erneut auf’s Konto  des  European Youth Circus Orchestras.

Zdenek Polách (22 © Foto: Diether v. Goddenthow
Zdenek Polách (22 © Foto: Diether v. Goddenthow

Als erster startete der Jongleur Zdenek Polách (22), Artist in der achten Generation einer Zirkusfamilie. Bereits im Alter von vier Jahren begann er mit dem Jonglieren. Wie aus der Begleitbroschüre zu entnehmen ist,  hält er sechs Weltrekorde im Bereich Jonglage und ist Preisträger des Golden Trick of Kobzov (Bronze 2015) und des Israeli International Circus Festival (Gold 2015). Mit Flic Flac ist ZEEJAY 2018 auf Tour, 2019 mit dem Circus Arlette Gruss (Frankreich). Er trat zum allerersten Mal  auf einem deutschen Circus-Festival auf, und meisterte sein Debüt mit Bravour. Das Publikum war begeistert.

Nina Sugnaux (17) atemberaubende Künste am Trapez.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Nina Sugnaux (17) atemberaubende Künste am Trapez. © Foto: Diether v. Goddenthow

Als zweite Nummer präsentiert Nina Sugnaux (17) atemberaubende Künste am Trapez. Auch sie ist schon früh seit ihrem achten Lebensjahr dem Zirkus „verfallen“, und studiert aktuell an der Zirkusschule in Lausanne. Sie synchronisiert Ihre Bewegungen zum Rhythmus der Musik, und das in luftiger Höhe. Eine echt starke Performance, in der sich Bedrücktheit, Panik und Angst bewusst widerspiegeln.

Azamat Aldanbaev (22).© Foto: Diether v. Goddenthow
Azamat Aldanbaev (22).© Foto: Diether v. Goddenthow

Sein europäische Debüt gab Azamat Aldanbaev (22)mit seiner Equilibristikdarbietung mit Büchern, eine großartige Artistik-Nummer. Nach seinem Abschluss an der Staatlichen Zirkusschule in Moskau entwickelte Azamat Aldanbaev  gemeinsam mit Dmitry Chernov die Performance, mit der er auch an dem ersten Internationalen Zirkusfestival in Brasilien (Sao Paulo) teilnahm.

Sophia Dragala (20), Darbietung am Chinesischen Mast u. Pole Dance.© Foto: Diether v. Goddenthow
Sophia Dragala (20), Darbietung am Chinesischen Mast u. Pole Dance.© Foto: Diether v. Goddenthow

Beifallstürme erhielt Louisa Sophia Dragala (20), die schon als Kind mit dem Kunstturnen begann und im Alter von elf Jahren an die Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik, Berlin, wechselte, wo sie eine neunjährige Ausbildung startete. Seit Sommer 2018 ist Louisa Sophia staatlich geprüfte Artistin und absolvierte die Prüfung mit ihrer Darbietung am Chinesischen Mast. Neben dem freistehenden Chinesischen Mast beherrscht Sophia weitere Disziplinen der Artistik wie Pole Dance und Equilibristik. Auch sie möchte die Artistik weiterhin zum Hauptberuf machen, hat aber auch einen Plan B für den Fall, dass es nicht so läuft: Physiotherapeutin. Doch nach dem heutigen Auftritt dürfte die eingeschlagene Profikarriere unausweichlich sein.

Valeriia Davydenko (13) mit ihrer Equilibristik wie aus dem "Schwansee".© Foto: Diether v. Goddenthow
Valeriia Davydenko (13) mit ihrer Equilibristik wie aus dem „Schwansee“.© Foto: Diether v. Goddenthow

Tosender Applaus  auch für die 13jährige ukrainische Artistin Valeriia mit ihrer Equilibristik-Darbietung. Wie ein weißer Schwan aus Tschaikowskis Ballett „Schwanensee“ entführte sie die Zuschauer in „Magic Dreams“, in eine Welt der Feinheit und Zerbrechlichkeit. „Sie formt während ihrer Handstände anspruchsvolle und ästhetische Figuren und geschmeidige Bewegungen. Bei den Festivals in Riga (Lettland), Kiew (Ukraine), Latina (Italien) und Warschau (Polen) gewann sie jeweils den goldenen Festivalpreis“.

Anna Plutakhina, mit 12 die jüngste Artistin.© Foto: Diether v. Goddenthow
Anna Plutakhina, mit 12 die jüngste Artistin.© Foto: Diether v. Goddenthow

Mit zwölf Jahren war Anna Plutakhina aus der Urkraine die jüngste Artistin, die die Herzen des Publikums mit einer gefühlvollen Performance an den Lufttüchern gewann. Bereits im Alter von fünf Jahren entschied sich Anna für das Artistenleben. Sie ist Schülerin des Jin Roh Zirkus in Kershon, Ukraine, Teilnehmerin an internationalen Zirkusfestivals und Fernsehshows, sowie mehrfache Preisträgerin. Außer an den Tüchern und dem Luftring arbeitet sie als Bodenakrobatin mit entsprechenden Choreographie-Elementen.

Four Sides mit ihrer Disziplin am Fangstuhl (Cradle) © Foto: Diether v. Goddenthow
Four Sides mit ihrer Disziplin am Fangstuhl (Cradle) © Foto: Diether v. Goddenthow

Sensationell und atemberaubend präsentierte sich die ungarische Gruppe Four Sides mit ihrer Disziplin am Fangstuhl (Cradle) und sorgte für höchste Spannung. Vor zwei Jahren begannen die vier Artisten von der Ungarischen Zirkusschule in Budapest mit ihrer Luftakrobatik, die höchstes gegenseitiges Vertrauen verlangt. Für Anna Bodi (17), Artur Salem Hema (17), Zsolt Peter Kevi (18) und Sophie Maria Alton (17) war Luftakrobatik-ihr Debüt außerhalb Ungarns.

Jeromy Zwick (25). © Foto: Diether v. Goddenthow
Jeromy Zwick (25). © Foto: Diether v. Goddenthow

Jeromy Zwick (25) überzeugte eindrucksvoll mit Jonglierkünsten. Ameli Bilyk (13) verzückte die Zuschauer mit ihrer Artistik auf dem Schlappseil. Sander Boschama (25) zeigte eine rhythmische, perfekte „Luft“-Performance an den Strapaten. Vladyslava Naraieva (13) inszenierte als kleiner „Springteufel“ unterschiedliche Formen der Equilibristik. Die beiden Absolventinnen der Kiewer Artistikschule- Anastasha Parkhomenko (22) und Elena Kharchenko (21) performten als Duo Skyline an den Tüchern. Den sensationellen Abschluss dieser ersten Wettbewerbsrunde bot die Gruppe Jump’n’Roll mit sportlich akrobatischen Kunststückchen, die sicher auch noch auf der Gala am Samstag-Abend und Sonntag-Nachmittag für Furore sorgen werden.

( Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst )

(Quelle und weitere Infos zu  Artisten und Beteiligten: Begleitbroschüre European Youth Circus)

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Deutschland und Frankreich tragen Verantwortung für die Zukunft Europas“

(v.l.n.r.) Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stv. Vorsitzende der ZIRP, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt, Josef Janning, Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations, Moderator des Abends Falk Heunemann, Wirtschaftsredakteur FAZ, sowie Heike Arend, Geschäftsführerin der ZIRP, die ein Schlusswort spricht. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.n.r.) Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stv. Vorsitzende der ZIRP, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt, Josef Janning, Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations, Moderator des Abends Falk Heunemann, Wirtschaftsredakteur FAZ, sowie Heike Arend, Geschäftsführerin der ZIRP, die ein Schlusswort spricht. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei der Veranstaltung „ZIRP international: Frankreich zu Gast“ der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. diskutierten am Mittwoch, 24. Oktober 2018, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stv. Vorsitzende der ZIRP, und Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland, über die Rolle des deutsch-französischen Tandems in Europa.

Zu Beginn unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer die gute und enge Beziehung zwischen Rheinland-Pfalz und Frankreich: „Verständnis wächst durch Verständigung. Das dokumentieren unter anderem zahlreiche Partnerschaften zwischen Kommunen, Schulen, Hochschulen und Verbänden aus Rheinland-Pfalz und Frankreich.“ Allein 430 Partnerschaften bestünden beispielsweise zwischen rheinland-pfälzischen und französischen Schulen.

Bezüglich der Rolle des deutsch-französischen Tandems in Europa machte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in der Diskussion deutlich: „Es wäre eine Überfrachtung der deutsch-französischen Beziehungen, wenn wir erwarteten, dass all die kleinen und großen Krisen, die Europa zurzeit beschäftigen, durch dieses Gespann abgewendet werden könnten.“ Die Vorreiterrolle der beiden Staaten bringe jedoch eine große Verantwortung mit sich, derer sich die Länder bewusst seien.

Dies bekräftigte auch Josef Janning, einer der Mitdiskutanten und Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations: „Frankreich und Deutschland bilden das politische Zentrum der EU, ob sie wollen oder nicht.“ Ohne ihr Engagement, so betonte er, ohne ihre Zusammenarbeit und ohne die Aktivierung weiterer Mitgliedstaaten könne Europa nicht vorankommen. „Gelingt es Frankreich und Deutschland nicht, verlässliche Gestaltungskoalitionen zu bilden, fällt die EU auseinander“, gab Janning zu bedenken.

Europa stehe derzeit vor großen Aufgaben, darin waren sich alle Podiumsgäste einig. Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt, dazu: „Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten Dank amerikanischem Schutz auf Binnenfragen konzentriert. Diese Zeit ist vorbei!“ Europa müsse sich, sagte Braouet, so aufstellen, dass es externen Bedrohungen eigenmächtig antworten könne. Dabei sei es unerlässlich und im ureigenen Interesse Deutschlands, die Vorschläge von Präsident Macron, beispielsweise zu einer gemeinsamen Verteidigung oder zum Thema Zuwanderung, zu beantworten. Den Brexit schätzte Braouet in dieser Hinsicht als förderlich ein: „Der Brexit zwingt uns regelrecht dazu, Europa neu aufzustellen.“

Dass Europa Veränderung brauche, betonte auch Anne Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland: „Wir benötigen die Neubegründung eines souveräneren, geeinteren und demokratischeren Europas. Denn die Entscheidungen, die wir heute treffen, gestalten das Europa von morgen.“

Um die Zufriedenheit Europas in der Bevölkerung stehe es besser, als mancher denke, machte Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Blick auf die Europawahl im Mai 2019 deutlich: „Die Europäer sind nicht europamüde. Im Gegenteil: 62 Prozent der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger befürworten die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU. Das ist der höchste Wert seit 25 Jahren.“ Diesen Höchststand in der Zustimmung zu Europa zeige das in der vergangenen Woche veröffentlichte Eurobarometer. In Deutschland gelte die Zustimmung sogar für 81 Prozent der Bürgerinnen und Bürger.

Die Veranstaltungsreihe „ZIRP international“ widmet sich jährlich wechselnden Gastländern und bietet internationale Perspektiven auf Themen, die für Rheinland-Pfalz wichtig sind. Dieses Jahr nahmen knapp 200 Gäste an der Veranstaltung in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei teil.

Der vergessene Mondrian: Museum Wiesbaden zeigt erste Mondrian-Retrospektive im Rhein-Main-Gebiet

Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921. Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Den Haag, Niederlande
Piet Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921. Sammlung Gemeentemuseum Den Haag, Den Haag, Niederlande

Das Museum Wiesbaden zeigt vom 26. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019 die erste groß angelegte Retrospektive zum Schaffen des niederländischen Malers Piet Mondrian im Rhein-Main-Gebiet. 49 Gemälde und 11 Grafiken zeichnen anhand von 8 thematisch gegliederten Ausstellungsräumen den Werdegang des niederländischen Malers nach, von den Anfängen in der naturalistischen Malerei bis zur absoluten Gegenstandslosigkeit. Arbeiten von Bart van der Leck und Friedrich Vordemberge-Gildewart sowie Korrespondenz Mondrians ergänzen die Schau.

„Ich konstruiere auf einer Fläche Linien und Farbkombinationen mit dem Ziel, die allgemeine Schönheit möglichst bewusst darzustellen. Die Natur (beziehungsweise das, was ich sehe) inspiriert mich; ich möchte jedoch der Wahrheit möglichst nahe kommen und deshalb alles abstrahieren, bis ich zum Fundament (einem immer noch äußerlichen Fundament!) der Dinge gelange.“ Piet Mondrian (1872–1944) beschreibt 1914 seinen Zwischenschritt hin zu den streng geometrischen, in Primärfarben ausgeführten Werken als Abstraktionen der Natur und seines Erfahrungsfeldes. Die Gemälde gelten heute als Ikonen der modernen Kunst; der niederländische Maler zählt zu den wichtigsten Künstlern der Klassischen Moderne.

Was im kollektiven Gedächtnis zu einem Œuvre moderner, rasterförmiger Arbeiten verschmilzt, ist das Ergebnis eines langen Prozesses der Rekonstruktion von Natur durch die Malerei. Mondrian vermochte es, in seinem Spätwerk die Essenz seiner weniger bekannten, naturalistischen Landschaftsmalerei auf Primärfarben und geometrische Raster und Formen zu reduzieren. Natur und Konstruktion beschäftigen den Künstler, der zunächst im Stil der Haager Schule, später angelehnt an sein zwischenzeitliches holländisches Vorbild Vincent van Gogh malte, sein ganzes Leben lang. Ansichten von Windmühlen, Bäumen und Bauerngehöften charakterisieren das künstlerische Schaffen Piet Mondrians vor seiner neoplastischen Schaffensperiode ab 1921. Doch auch im Spätwerk des Künstlers spiegeln sich diese frühen Arbeiten wider, die intensive Auseinandersetzung mit der Natur ist das Fundament der neoplastischen Rasterbilder – auch wenn der Naturbezug visuell nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Natur und ihre Konstruktion bleiben trotz des hohen Grades der Abstraktion stets fest miteinander verbunden: „Um eine Harmonie zu erzielen, sollte die Kunst sich nicht nach der äußeren Erscheinung der Natur, sondern nach deren Wesen richten.“ Piet Mondrian, 1941

Das Museum Wiesbaden stellt mit „Piet Mondrian – Natur und Konstruktion“ (26. Oktober 2018 – 17. Februar 2019) in enger Kooperation mit dem Gemeentemuseum Den Haag einen Maler vor, der hinsichtlich des radikalen Umbruchs an der Schwelle des 19. und 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielt. Anhand von acht Stationen stellt die Retrospektive schrittweise alle Entwicklungsstufen Mondrians vor – ausgehend von der naturalistischen Malerei Mitte der 1890er-Jahre, über eine abstrahierende Phase zwischen 1908 und 1917 bis hin zur abstrakten, gegenstandslosen Malerei der 1920er- und 1930er-Jahre. Ausgewählte Arbeiten von Bart van der Leck treten mit den 47 Gemälden und 10 Zeichnungen und Aquarellen Mondrians in Diskurs. Darüber hinaus ermöglichen Briefe und Postkarten an seinen Freund Friedrich Vordemberge-Gildewart Einblicke in die Gedanken-welt des Malers.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog beim Wienand Verlag, Köln (ISBN: 978-3-86832-463-1, Preis: 32,- €).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Wepke Kingma, Botschafter des Königreichs der Niederlande und wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
Laufzeit der Ausstellung: 26. Oktober 2018—17. Februar 2019
https://museum-wiesbaden.de/mondrian

KÖNIG DER TIERE WILHELM KUHNERT UND DAS BILD VON AFRIKA

Der in die Ferne blickende Löwe ist ein Hauptmotiv bei Kuhnert, dass er unzählige Male dargestellt und variiert hat. In diesem Gemälde wirkt der Löwe allein durch die Größe der Leinwand imposant. Vor perfekter Schönheit und Anmut, mit edlem, fast menschlichem Gesichtsausdruck blickt der "König der Tiere" über sein Reich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der in die Ferne blickende Löwe ist ein Hauptmotiv bei Kuhnert, dass er unzählige Male dargestellt und variiert hat. In diesem Gemälde wirkt der Löwe allein durch die Größe der Leinwand imposant. Vor perfekter Schönheit und Anmut, mit edlem, fast menschlichem Gesichtsausdruck blickt der „König der Tiere“ über sein Reich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit „König der  Tiere“ des Malers Wilhelm Kuhnert  (1865–1926) ist der Schirn Kunsthalle Frankfurt eine wunderbare Ausstellung gelungen, die mit imposanten, faszinierenden, nostalgisch und zugleich modern  anmutenden meisterhaften Tier- und Naturmotiven die Seelen ihrer Betrachter tief berühren dürfte. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, so Direktor  Dr. Phil­ipp Demandt, der gemeinsam mit Dr. Ilka Voer­mann die Ausstellung geplant und kuratiert hat. Es ist die erste eigene seit er vor zwei Jahren die Leitung der drei Häuser „Schirn Kunsthalle“, „Städel Museum“ und „Liebieghaus Skulpturensammlung“  übernommen hat. Bereits  in Berlin, als er noch Leiter der Alten Nationalgalerie war,  sei es sein Traum gewesen, diesen vergessenen Malerfürsten  auszustellen. Und er musste erst in die Mainmetropole kommen, um diese hochkarätige Ausstellung mit Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und anderen Sponsoren realisieren zu können.  Kein anderer Künstler, außer vielleicht Adolph von Menzel, sei zu dieser Zeit zeichnerisch und malerisch in Präzision und Ausdruck so herausragend gewesen wie Wilhelm Kuhnert .

Krieger auf dem Pfad vor dem Kibo mit seiner schneebedeckten Spitze. Die Maasai-Krieger im Vordergrund unterstreichen die Größe des Kilimandscharo-Massivs und dienen dem Maler primär als Staffagefigueren. © Foto: Diether v. Goddenthow
Krieger auf dem Pfad vor dem Kibo mit seiner schneebedeckten Spitze. Die Maasai-Krieger im Vordergrund unterstreichen die Größe des Kilimandscharo-Massivs und dienen dem Maler primär als Staffagefigueren. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wilhelm Kuhnert vermittelt uns einzigartige Tier- und Natur-Perspektiven eines Afrikas, dass es so nicht mehr gibt. Wie kein anderer Maler seiner Zeit hat Kuhnert Anfang des 20. Jahrhunderts unsere (idealisierte) Vorstellung von Afrika als Naturraum in Europa wie auch in den USA geprägt. Er war  einer der ersten europäischen Künstler die  Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mehrmals die zu dieser Zeit noch weitgehend unerforschte damalige Kolonie Deutsch-Ostafrika bereiste.  Die auf diesen Reisen entstandenen Zeichnungen und Ölskizzen der dortigen Tier- und Pflanzenwelt dienten ihm als Vorlagen für monumentale Gemälde, die er nach der Rückkehr in seinem Atelier in Berlin anfertigte. Kuhnert stellte international mit großem Erfolg aus und wurde so zum führenden Interpreten der afrikanischen Tierwelt. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert vom 25. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019 mit rund 120 Werken die erste große Retrospektive zum Leben und Werk des Künstlers. Die Ausstellung vereint neben Studien und Gemälden aus europäischen und amerikanischen Museen, Privatsammlungen und dem Nachlass Kuhnerts auch zahlreiche Druck und Werbegrafiken sowie Publikationen des Künstlers.

Ausstellungs-Impression © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung beleuchtet Kuhnerts Werk sowohl vor dem Hintergrund der Kunst- und Naturwissenschaftsgeschichte als auch der deutschen Kolonialgeschichte. Der an der Königlich Akademischen Hochschule für Bildende Künste in Berlin ausgebildete Tier- und Landschaftsmaler interessierte sich bereits früh für afrikanische Wildtiere, deren Aussehen und Verhalten er zunächst nur im Berliner Zoo aus nächster Nähe studieren konnte. Zoologische Gärten waren bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Sie spiegelten Erkenntnisgewinn und wissenschaftlichen Fortschritt, Weltneugier und imperialistische Bestrebungen des bürgerlichen Zeitalters. Zeitgleich wuchs der Markt für Tiergemälde und -skulpturen, da die junge, aufstrebende Künstlergeneration des späten 19. Jahrhunderts mit diesem Thema ein Tätigkeitsfeld betreten konnte. Neben formalistischen Aspekten und dem Reiz des Neuen aber trafen diese Kunstwerke auch einen Nerv der Zeit: Besonders Darstellungen von Löwen, Tigern oder Elefanten galten als Sinnbilder für Stärke, Herrschaft und Überlegenheit und vermittelten das Lebensgefühl einer Gesellschaft, die nach ihrem machtpolitischen „Platz an der Sonne“ strebte. Die Vorstellung vom Tier wurde zum Vexierbild des Menschen: Einerseits war das Tier Vorbild natürlicher – und damit ebenso göttlicher wie gesellschaftlicher und politischer – Ordnung, andererseits Wunschbild unbewusster, wilder Freiheit, ein Gegenbild zur bürgerlichen Existenz. Die afrikanischen Wildtiere boten einen freien Assoziationsrahmen für Naturromantik und Exotik.

In Wilhelm Kuhnerts Werk klingen Aspekte der Moderne an: das Malen in der freien Natur, die experimentelle Bleistiftzeichnung, der Exotismus, der Wille zur Erkundung ferner Länder und die Reise als Erweiterung des Blick- und Erfahrungsraums, oft verbunden mit Eskapismus und Zivilisationskritik. Beim Malen folgte Kuhnert einem fast wissenschaftlichen Vorgehen und erfasste das Charakteristische der Tiere auf möglichst exakte Weise. Obwohl er kein Biologe oder Zoologe war, zeugen seine detaillierten künstlerischen und schriftlichen Studien von einem Interesse an der afrikanischen Tierwelt, das weit über malerische Fragen hinausging. Seine Tierdarstellungen wurden in zoologischen Büchern wie Brehms Tierleben und in Publikationen des Frankfurter Zoodirektors Wilhelm Haacke ebenso verbreitet wie auf Schulwandbildern. Selbst auf Schokoladenverpackungen der Firma Stollwerck fanden sich Abbildungen seiner Werke. Obwohl Wilhelm Kuhnert bis heute zu den meistgesammelten Malern gehört, ist sein Œuvre einer großen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.

„Wilhelm Kuhnert gehört zu den herausragenden Malern und Zeichnern seiner Zeit. Kuhnerts Bilder sind nicht nur Spiegel wie Mittel der Kunst- und Naturwissenschaftsgeschichte, sondern auch der Kolonialgeschichte. Wenn die Schirn Kunsthalle Frankfurt also nunmehr Wilhelm Kuhnert die erste Retrospektive überhaupt widmet, dann nicht trotz, sondern eben wegen jener ‚großen weißen Flecken‘, die Kuhnert in der Ferne suchte – und die heute noch in unserer kollektiven Erinnerung bestehen. Diese Geschichte, die wir erzählen wollen, lehrt uns so manches über die Mechanismen von Kunst und Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, Gedenken und Vergessen – und in all dem über uns selbst“, so Dr. Philipp Demandt, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt und zugleich Kurator der Ausstellung.

Dr. Ilka Voermann, Kuratorin der Ausstellung erläutert: „Indem er sich in seinen Gemälden auf die Tier- und Pflanzenwelt beschränkt, stellt Wilhelm Kuhnert Afrika nicht als kulturellen, sondern als Naturraum dar. Es ist ein Naturraum, der vermeintlich keine eigene Geschichte hat und damit frei für Interpretationen und Sehnsüchte ist. Kuhnerts Werke sind nicht nur bloße Abbildungen afrikanischer Natur, sondern er eignet sich den Naturraum an und füllt ihn mit westlichen Vorstellungen und Werten. Diese koloniale Ästhetik und Darstellungsstruktur ist bis heute in zahlreichen Medien präsent. Von Tierreportagen, Spielfilmen, Filmplakaten über Buchcover bis hin zur Werbung im Tourismus wird sich eines auf die Natur- und Tierwelt beschränkten AfrikaBildes bedient, das die angebliche Ursprünglichkeit und Naturhaftigkeit des Kontinents betont. Kuhnert hat diese konstruierte Vorstellung von ‚Afrika‘ auf vielen Ebenen und in verschiedenen Medien mitgeprägt.“

Themen und Werke der Ausstellung

Ausstellungs-Impression © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression © Foto: Diether v. Goddenthow

Den Auftakt der Ausstellung bilden monumentale Einzeldarstellungen afrikanischer Tiere, wie etwa Löwe am Ruaha, Tansania, Afrika (o. J.), Verhoffendes Zebra (o. J.), Kaffernbüffel in der Steppe (o. J.) oder Elefant am Tümpel (1907). Insgesamt reiste Kuhnert vier Mal nach Afrika, davon drei Mal in die damalige Kolonie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi, Ruanda und Mosambik): 1891/92, 1905/06 und 1911/12.

Als erster Freilichtmaler in Afrika zeichnete und malte Kuhnert die Tiere nicht bloß, sondern beobachtete sie und ihren Lebensraum eingehend, notierte Verhaltensweisen, mit dem Ziel, die natürliche Umgebung als elementaren Teil des Tierdaseins in das Bildwerk zu integrieren. Die Schirn zeigt zahlreiche Zeichnungen und Ölstudien sowie rasch hingeworfene Skizzen. Besonders Letztere zeigen eindrücklich, dass Kuhnert eine Situation schnell erfassen und mit wenigen Bleistiftstrichen wiedergeben konnte. Nicht nur die Tierwelt, sondern auch die Landschaft, die afrikanische Steppe, spielt in Kuhnerts Schaffen eine hervorgehobene Rolle – ausführlich beschrieben und geschildert in seinen Tagebüchern. Kuhnert fertigte auch Studien an, in denen es weniger um die exakte Wiedergabe der Tiere und Landschaft als auf die Atmosphäre ankam, wie etwa in Landschaft in der Abenddämmerung (o. J.), auf der er handschriftlich Details zur Farbe vermerkte. Kuhnerts Kunst zeigt Anklänge an den Impressionismus, etwa in Bezug auf die Freilichtmalerei. Allerdings blieben seine stilistischen Anleihen an den Impressionismus auf wenige Beispiele und vor allem auf Ölskizzen beschränkt. Der Künstler vollendete seine Gemälde meist im Atelier in Berlin und blieb der akademischen Malerei des Realismus verpflichtet. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Werk Löwin mit Jungen (o. J.), in dem Kuhnert das Spiel von Licht und Schatten auf dem Blattwerk und dem Fell der Tiere in grob abgesetzten Farbflächen einfing.

Grundlage für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Tier war für Kuhnert auf seinen Expeditionen die Jagd. Die Ausstellung beleuchtet darum den Aspekt des Jagens im Schaffen des Künstlers, u. a. mit dem Bild Die Strecke (Selbstporträt) (1915), zahlreichen vor Ort gefertigten Zeichnungen und historischen Fotografien – darunter eine Aufnahme seines Berliner Ateliers, das mit zahlreichen Jagdtrophäen ausgestattet war. Die Jagd diente vornehmlich zwei Zielen: der Nahrungsversorgung des Expeditionstrupps und dem künstlerischen Studium. Der Abschuss bot die einzige Möglichkeit, zum Malen nahe genug an das Tier heranzukommen. So zeugen Kuhnerts Reisetagebücher von seiner großen Bewunderung der Tier- und Pflanzenwelt Afrikas und zugleich von einer leidenschaftlichen Jagdtätigkeit. Nicht von ungefähr hat der Künstler auch zahlreiche, schriftliche Beschreibungen von Körperbau, Muskeln und Skeletten bestimmter Tierarten hinterlassen. Zugleich beklagte Kuhnert in seinen persönlichen Aufzeichnungen wie in seinen späteren Publikationen die unkontrollierte und systematische Großwildjagd – satirisch dargestellt in der Zeichnung Größenwahn (o. J.).

Ausstellungs-Impression aus dem Bereich "Kuhnert und Deutsch-Ostafrika" © Foto: Diether v. Goddenthow
Ausstellungs-Impression aus dem Bereich „Kuhnert und Deutsch-Ostafrika“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Ausstellung in der Schirn ordnet den Künstler und sein Werk in die deutsche Kunst- wie Kolonialgeschichte ein. Weder die Logistik seiner Expeditionen noch der Markterfolg seiner Kunst sind ohne den Kolonialismus denkbar, dessen Profiteur und Akteur Kuhnert war. Dabei blieb sein Verhältnis zum Kolonialismus ambivalent. Während seiner ersten Expedition 1891 hatte er sich in eine bewaffnete Strafexpedition unter dem Kommando des Reichskommissars und deutschen Kolonialisten Carl Peters (1856–1918) hineinziehen lassen. Der als „Fall Peters“ bekannt gewordene Skandal wurde 1897 vor einem kaiserlichen Disziplinargericht in Berlin verhandelt, wo Kuhnert als Belastungszeuge gegen Peters aussagte. Während seiner zweiten Expedition geriet Kuhnert in den sogenannten Maji-Maji-Krieg (1905–1908) und nahm auch kurzzeitig an Kampfhandlungen bei Mahenge teil. Die Erlebnisse des Krieges hat der Künstler in Bleistiftskizzen und einigen Ölgemälden festgehalten. In der Ausstellung sind aus dieser Zeit u. a. das Gemälde Schlacht von Mahenge (o. J.) und seltene Porträts, wie Askari (1906) zu sehen. Als Mitglied im Verein Berliner Künstler und im Verband deutscher Illustratoren beschränkte sich Kuhnerts Ausstellungstätigkeit in Deutschland weitgehend auf die jährlich stattfindende Große Berliner Kunstausstellung. Weitaus aktiver war der Künstler auf dem Gebiet der Jagd- und Kolonialausstellungen, auf denen koloniale Realität mit landwirtschaftlichen Produkten, Tiertrophäen, lokalem Kunstgewerbe und sogenannten Kolonialwaren wie Kaffee und Schokolade für ein breites Publikum in Szene gesetzt wurde. Kuhnert war oft der einzige oder einer der wenigen präsentierten Künstler. In Großbritannien wurden seine Werke ab 1911 regelmäßig in der Fine Art Society in London präsentiert. Auf der Weltausstellung in St. Louis, USA, wurde der Künstler 1904 mit einer Goldenen Medaille ausgezeichnet.

Die Ausstellung verdeutlicht, wie Kuhnerts Werk die allgemeine Vorstellung von der Tierwelt und Landschaft Afrikas im 19. Jahrhundert nachhaltig und zum Teil bis heute geprägt hat. Der Maler Kuhnert verstand und verbildlichte Afrika in erster Linie nicht als Kulturraum, sondern als Naturraum, der von wilden Tieren und weniger von Menschen bevölkert ist – eine natürliche Welt ohne eigene Geschichte und damit frei für Interpretationen und Sehnsüchte. Aufgrund der weiten Verbreitung seiner Motive durch Illustrationen in Naturkundebüchern, Werbebilder, Druckgrafiken oder Schulwandbilder fand dieses konstruierte Bild Afrikas Eingang in die Vorstellungswelt der bürgerlichen Gesellschaft. Kuhnert ging zahlreiche Kooperationen mit Wissenschaftlern ein, die seine Illustrationen für ihre Publikationen nutzten. Durch den Direktor der Berliner Zoogesellschaft Ludwig Heck (1860–1951) lernte er etwa den Naturwissenschaftler, Teilhaber des Bibliographischen Instituts Leipzig und Herausgeber von Brehms Tierleben Hans Meyer (1858– 1929) kennen. Dank Meyers Auftrag zu Illustrationen für die dritte Auflage des Buches konnte Kuhnert vermutlich seine erste Expedition nach Deutsch-Ostafrika antreten. In der Ausstellung sind ausgewählte Beispiele der Fachliteratur wie auch aus der Populärkultur zu sehen: So werden neben Illustrationen in Brehms Tierleben (1890–1893) auch weitere für Das Thierleben der Erde (1901) – herausgegeben von Wilhelm Haacke, dem damaligen Direktor des Frankfurter Zoos – und eigene Publikationen, wie Im Land meiner Modelle (1918) oder Meine Tiere (1925) präsentiert. Im Jahr 1900 entwarf Kuhnert seine erste Serie mit afrikanischen Wildtieren für die Firma Stollwerck. Seine Tierdarstellungen wurden im Kleinformat auf die Rückseiten der Schokoladenverpackungen gedruckt und als Sammelbilder für Kinder und Erwachsene vertrieben. Die Schirn zeigt Kuhnerts Entwürfe sowie die Sammelalben Stollwerck’s Tierreich (1903/04) und Das Tier im Dienste des Menschen (1910).

Die Verbindung von Tier und natürlichem Lebensraum gehört zu Kuhnerts zentralen Errungenschaften in der Tiermalerei. Zugleich berühren einige seiner Gemälde die malerische Tradition der anthropomorphen Tierdarstellung, welche seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Tier zum Spiegel menschlicher Gefühle und zum Identifikationsobjekt der bürgerlichen Gesellschaft gemacht hatte. Der letzte Teil der Ausstellung widmet sich darum dem „inszenierten Tier“ und präsentiert u. a. das Gemälde Afrikanische Löwen (um 1911), das weniger realistisches Tierverhalten abbildet als vielmehr ein gleichsam bürgerliches Familienidyll, das nicht zuletzt Moralvorstellungen seiner Entstehungszeit reflektiert.

KATALOG König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika, King of the Animals. Wilhelm Kuhnert and the Image of Africa, herausgegeben von Philipp Demandt und Ilka Voermann. Mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Beiträgen von Felicitas Becker, Kathleen Chapman, Philipp Demandt, Alexander Gall, Bernhard Gissibl, Miriam Oesterreich und Ilka Voermann; Hirmer Verlag, deutsche und englische Ausgabe, je 264 Seiten, 24 x 29 cm (Hochformat), 170 Abb., Hardcover, 35,00 € (Schirn), 39,90 € (Buchhandel), ISBN: 90978-3-7774- 3128-4 (dt.), 978-3-7774-3129-1 (eng.).

BEGLEITHEFT König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika. Eine Einführung in die Ausstellung, herausgegeben von der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Auf 36 Seiten werden die wichtigsten Arbeiten der Ausstellung vorgestellt und die historischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge dargelegt. Ab 12 Jahren, 7,50 € einzeln, im Klassensatz 1 € pro Heft (ab 15 Stück), ISBN: 978-3-89946-285-2.

PODIUMSDISKUSSION ZUR AUSSTELLUNG Unter dem Titel Ein Bild im Kopf: Wie präsent ist Kuhnerts Porträt von Afrika heute? veranstaltet die Schirn am 25. Oktober 2018, um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion. Das mit Experten besetzte Panel diskutiert über die Aktualität des von Wilhelm Kuhnert maßgeblich geprägten Afrika-Bildes. Ins Gespräch kommen die Historikerin Felicitas Becker (Ghent University), der Kurator der Ausstellung und Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Philipp Demandt, die Redakteurin des Magazins africa positive Dagmar Mundhenke, die stellvertretende Direktorin des Iwalewahauses in Bayreuth, Nadine Siegert sowie die Anthropologin, Journalistin und Filmemacherin Vanessa Wijngaarden (University of Johannesburg). Moderation: Bianca Schwarz (hr2). Im Schirn Café. Einlass mit gültigem Ausstellungsticket, Anmeldung unter Tel. +49 69 29 98 82-112 oder E-Mail fuehrungen@schirn.de.

AUDIOTOUR Zur Ausstellung ist eine Audiotour für 4 € erhältlich. Gesprochen von Axel Milberg, bietet sie wesentliche Informationen zu den wichtigsten Kunstwerken.

Ort:

Schirn Kunsthalle Frankfurt © Foto: Diether v. Goddenthow
Schirn Kunsthalle Frankfurt
© Foto: Diether v. Goddenthow

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, 60311 Frankfurt
Dauer: 25. Oktober 2018 – 27. Januar 2019
Information: www.schirn.de E-MAIL welcome@schirn.de TELEFON +49 69 29 98 820 FAX +49 69 29 98 82 240
Eintritt: 9 €, ermäßigt 7 €
Kombiticket mit der Ausstellung Wildnis 14 €, ermäßigt 10 €
Freier Eintritt für Kinder unter 8 Jahren VORVERKAUF Tickets sind online unter www.schirn.de/tickets erhältlich
Führungen: Di 15 Uhr, Mi 20 Uhr, Do 19 Uhr, Sa 15 Uhr, So 17 Uhr FÜHRUNGEN BUCHEN individuelle Führungen oder Gruppenführungen buchbar unter Tel. +49 69 29 98 82-0 und E-Mail fuehrungen@schirn.de