Kategorie-Archiv: ZIRP Zukunftsinitiative Rheinland Pfalz

Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V.: Ministerpräsidentin Malu Dreyer kürt Westerwald-Brauerei zum Zukunftsunternehmen 2023

zirp-zukunftspreis2023-logoDie Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. hatte zum sechsten Mal Unternehmen aus Rheinland-Pfalz aufgerufen, sich um den Titel „Zukunftsunternehmen 2023“ zu bewerben. Mit dieser Auszeichnung würdigt die ZIRP Unternehmen in Rheinland-Pfalz, die ihre Digitalisierungsstrategie mit den Werten der Nachhaltigkeit verbinden. Sie dient dazu, vorbildliches Engagement der Unternehmen anzuerkennen und landesweit sichtbar zu machen.

Malu  Dreyer überreicht Jens Geimer, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG  in Hachenburg, die Urkunde „Zukunftsunternehmen“, des Gewinner-Preises der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V.  © Foto: Diether von Goddenthow
Malu Dreyer überreicht Jens Geimer, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG in Hachenburg, die Urkunde „Zukunftsunternehmen“, des Gewinner-Preises der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. © Foto: Diether von Goddenthow

Bei einer feierlichen Preisverleihung übergab Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Stellvertretende Vorsitzende der ZIRP, den Preis heute Nachmittag im Festsaal der Staatskanzlei an das Siegerunternehmen. Die Ministerpräsidentin zeigte sich sehr erfreut, dass die unabhängige Jury mit der Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG ein sehr traditionsreiches rheinland-pfälzisches Unternehmen als Zukunftsunternehmen 2023 ausgewählt hat, das in der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit ein gutes Vorbild für andere Unternehmen sein könne.

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zwei Themen, die mir persönlich und der Landesregierung sehr am Herzen liegen. Die Digitalisierung kann dabei helfen, Prozesse effizienter und damit ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten. Damit ist sie auch ein wichtiger Schlüssel auf unserem Weg zur von der Landesregierung für 2035 bis 2040 angestrebten Klimaneutralität“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die digitale Transformation in Wirtschaft und Arbeit sei eine Chance und eine Herausforderung, die die Landesregierung im Rahmen ihrer Digitalstrategie mit vielen Maßnahmen unterstütze.

Mit umfassenden, auch digitalen Maßnahmen im Betrieb hat die Westerwald-Brauerei bereits einige ihrer ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele erreicht. In ihrer Laudatio hob Ministerpräsidentin Malu Dreyer hervor, dass die Westerwald-Brauerei zum Beispiel seit 2021 nach international anerkanntem Standard in Scope 1, 2 und 3 klimaneutral sei und seit 2022 hundertprozentiges Wertstoffrecycling verzeichne.

„Mit 100 dynamischen Köpfen brauen wir hier in Hachenburg traditionell mit 100 % Aromahopfen und lassen unser Bier sechs Wochen lang reifen. Damit wir uns diesen Luxus leisten können, müssen alle Prozesse wie am Schnürchen laufen. Hier hilft uns Digitalisierung. Der Preis, den wir heute erhalten, macht unser gesamtes Team sehr stolz – und verpflichtet uns auch in Zukunft beim Thema Nachhaltigkeit nicht nachzulassen“, betonte Jens Geimer, geschäftsführender Gesellschafter, der Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG im Anschluss an die Auszeichnung.

Angesichts der vielfältigen Bewerbungen hat sich die Jury in diesem Jahr dazu entschieden – neben dem Preisträger – zwei Unternehmen für besondere Aspekte der digitalen Nachhaltigkeit eine lobende Erwähnung auszusprechen.

Erste lobende Erwähnung für Rasselstein Andernach

Malu  Dreyer überreicht Mario Kossmann, Bereichsleiter Digital Solutions Rasselstein Andernach, die Urkunde zur Lobenden Erwähnung des Preises der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP)  e.V. © Foto: Diether von Goddenthow
Malu Dreyer überreicht Mario Kossmann, Bereichsleiter Digital Solutions Rasselstein Andernach, die Urkunde zur Lobenden Erwähnung des Preises der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. © Foto: Diether von Goddenthow

Die erste lobende Erwähnung wurde der thyssenkrupp Rasselstein GmbH in Andernach zuteil: „Mit der Entwicklung eines weltweit einzigartigen, patentierten Verpackungsstahls hilft thyssenkrupp Rasselstein auch anderen Unternehmen dabei, ihre Emissionen zu senken. Die Produktion des Stahls wurde mithilfe digitalisierter Verfahren substantiell in ihrem CO²-Ausstoß reduziert“, begründete Professor Dr. Arnd Huchzermeier, Mitglied der Jury und Lehrstuhlinhaber Produktionsmanagement an der WHU – Otto Beisheim School of Management die lobende Erwähnung. Den Co2-reduzierten Stahl nutzt zum Beispiel auch die Westerwald-Brauerei für ihre Bierfässer.

„Als eines der energieintensivsten Unternehmen in Rheinland-Pfalz hat thyssenkrupp Rasselstein ein klares Ziel: Wir möchten bis 2030 unseren Co2 Ausstoß um 30 % reduzieren und bis 2045 komplett klimaneutral sein. Dabei geht es um die komplette Umstellung bisheriger Verfahrensweisen. So etwas kann nur durch eine Strategie gelingen, in welcher die Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Einklang arbeiten. Genau hier setzt die Auszeichnung der ZIRP an und wir sind stolz, eine Urkunde mit nach Andernach nehmen zu können“, äußerte sich Mario Kossmann, Bereichsleiter Digital Solutions bei thyssenkrupp Rasselstein.

Zweite lobende Erwähnung für Greenable GmbH, Kaiserslautern

Die zweite lobende Erwähnung galt der Greenable GmbH, die 2022 gegründet wurde und sich bereits als sehr innovativ ausgezeichnet hat. Das Unternehmen ist ein Spin-Off der Smart Factory, des DFKI und der RPTU in Kaiserslautern, welches durch Softwareinnovation nachhaltige Veränderungen in der Wirtschaft vorantreibt. Es steht damit exemplarisch für Nachhaltigkeit, die durch Digitalisierung gefördert wird, wenn zum Beispiel wie in diesem Fall eine Software den spezifischen CO2-Abdruck eines Produktes ermittelt.

Malu  Dreyer überreicht Alexander David und Viktor Schiller, CFO’s der Greenable GmbH die Urkunde zur Lobenden Anerkennung des Preises der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V.  © Foto: Diether von Goddenthow
Malu Dreyer überreicht Alexander David und Viktor Schiller, CFO’s der Greenable GmbH die Urkunde zur Lobenden Anerkennung des Preises der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. © Foto: Diether von Goddenthow

Alexander David, CFO der Greenable GmbH führte aus: „Wir freuen uns wirklich sehr und fühlen uns geehrt, dass wir diese Auszeichnung erhalten haben. Genau diese Momente zeigen uns, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung nur gemeinsam funktionieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Danke an alle unsere Unterstützer:innen und unser Team für ein so erfolgreiches Jahr 2023. Wir freuen uns auf die nachhaltige Zukunft!“

Dr Christiane Liesenfeld ZIRP-Geschaeftsfuehrerin im Gespraech mit Preistraeger Jens Geimer Geschaeftsfuehrer der Westerwald-Brauerei Hachenburg.   © Foto: Diether von Goddenthow
Dr Christiane Liesenfeld ZIRP-Geschaeftsfuehrerin im Gespraech mit Preistraeger Jens Geimer Geschaeftsfuehrer der Westerwald-Brauerei Hachenburg. © Foto: Diether von Goddenthow

Seit 2021 vergibt die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V den Preis „Zukunftsunternehmen“ für digital nachhaltiges Unternehmertum in Rheinland-Pfalz. Bewerben konnten sich Unternehmen jeglicher Größe und Branche mit Sitz oder Niederlassung in Rheinland-Pfalz, die in Bezug auf eine oder mehrere der in der Ausschreibung definierten Kategorien bemerkenswerte Strategien oder Projekte entwickelt haben und die im Sinne von good practice Anregungen für andere Unternehmen sein können.

Aus 17 Bewerbungen von Unternehmen aus ganz Rheinland-Pfalz hat eine unabhängige Jury den Sieger ausgewählt. Der Preis ist eine Trophäe aus biologisch abbaubarem Kunststoff, der klimaneutral hergestellt wurde.

Mehr zum Preis ‚Zukunftsunternehmen 2023‘ unter www.zirp.de

Rheinland-Pfalz kann bei internationalen Fachkräften als attraktiver Standtort punkten – ZIRP-Abschlussveranstaltung „Rheinland-Pfalz in der Welt“ in der ISB-Bank

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt: "Bei Fachkräften international punkten als attraktiver Standort", auf der ZIRP-Abschlussveranstaltung #Erlebnis23 am 13. Oktober 2023 im Foyer der Investitions- und Strukturbank (ISB). © Foto Diether von Goddenthow
Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt: „Bei Fachkräften international punkten als attraktiver Standort“, auf der ZIRP-Abschlussveranstaltung #Erlebnis23 am 13. Oktober 2023 im Foyer der Investitions- und Strukturbank (ISB). © Foto Diether von Goddenthow

Der Fachkräftebedarf in rheinland-pfälzischen Unternehmen und Verwaltungen ist groß – vor allem in bestimmten Funktionen bleiben Stellen teilweise sehr lange unbesetzt. Immer mehr kommt die Perspektive ins Spiel, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und die entsprechenden Verfahren zu beschleunigen. Wie dies gelingen kann, von der dualen Ausbildung bis zum Spezialisten, war Thema der letzten Veranstaltung der ZIRP-Erlebnistage 2023 mit dem Titel „Fachkräfte willkommen – ein gutes Land zu Leben und Arbeiten“.

Gleich zu Beginn machte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt deutlich: „Wir brauchen mehr Arbeits- und Fachkräfte aus dem Ausland. Rheinland-Pfalz ist ein weltoffenes, tolerantes und wirtschaftlich interessantes Land, das viel zu bieten hat. Das transportieren wir auch über unsere Wirtschaftsstandortkampagne Rheinland-Pfalz Gold. In Verbindung mit erleichternden gesetzlichen Rahmenbedingungen wollen wir mit dieser Attraktivität international punkten und erfolgreich sein.“

Veranstaltungs-Impression.© Foto Diether von Goddenthow
Veranstaltungs-Impression.© Foto Diether von Goddenthow

Die Ministerin, die zugleich Mitglied im Vorstand der ZIRP ist, verdeutlichte die Maßnahmen, die ihr Haus im Kontext der internationalen Standortwerbung für die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland trifft. „Das Besondere in Rheinland-Pfalz ist, dass alle, die Verantwortung für die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes und des Arbeitsmarkts tragen, im ständigen Dialog sind und sich zu sehr konkreten Maßnahmen verpflichten.“ Die Ministerin berichtete zudem von ihrer Delegationsreise nach Ruanda im September dieses Jahres, bei der auch die berufliche Ausbildung junger Menschen aus Ruanda in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Thema war.

Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen.© Foto Diether von Goddenthow
Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen.© Foto Diether von Goddenthow

Die Bedeutung von Netzwerken hob auch Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen, hervor. „Beim Fachkräftemangel müssen wir gemeinsam handeln – deshalb haben wir als Industrie- und Handelskammern für Rheinland-Pfalz den Aktionsplan Fachkräfte aufgelegt. Hier suchen wir den Schulterschluss aller Akteure aus Wirtschaft, Politik, Bildungseinrichtungen und natürlich auch mit den Fachkräften selbst.“ Seit vielen Jahren bieten die Welcome Center erste Anlauf- und Beratungsstellen für Unternehmen und neu ankommende Fachkräfte.

Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland. © Foto Diether von Goddenthow
Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland. © Foto Diether von Goddenthow

Aus Sicht von Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland, gehören zu einem attraktiven Arbeitsplatz gute Arbeitsbedingungen und Sicherheit für die Beschäftigten. „Um wirklich interessant für Fachkräfte aus dem In- und Ausland zu sein, muss Rheinland-Pfalz als Standort für gute Arbeitsbedingungen stehen. Die Voraussetzungen dafür sind neben einer starken dualen Ausbildung, guten Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten vor allem Tarifbindung und echte Mitbestimmung für Beschäftigte in den Betrieben und Dienststellen“, unterstreicht Wingertszahn.

Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz Saarland der Bundesagentur für Arbeit. © Foto Diether von Goddenthow
Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz Saarland der Bundesagentur für Arbeit. © Foto Diether von Goddenthow

Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz Saarland der Bundesagentur für Arbeit, erläuterte die Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und die Bedeutung für die Fachkräftesicherung. „Das Gesetz soll Erleichterungen in rechtlichen und Verfahrensfragen bringen und das ist dringend notwendig, denn ohne gezielte Zuwanderung stehen uns immer weniger Menschen zur Verfügung, die der Arbeitsmarkt dringend braucht. Die Arbeitgeberservices vor Ort unterstützen dabei“, so Schulz weiter. Zudem betonte sie die rheinland-pfälzische Besonderheit der schon jetzt ausgeprägten und gut funktionierenden Netzwerke.

Unternehmer Reiner Rudolphi, Geschäftsführer GOV GmbH & Co KG, Autor von "Azubis beißen nicht! Warum Sie unbedingt ausbilden sollten und wie Sie die richtigen Bewerber finden", Haufe Verlag, Freiburg 2021. © Foto Diether von Goddenthow
Unternehmer Reiner Rudolphi, Geschäftsführer GOV GmbH & Co KG, Autor von „Azubis beißen nicht! Warum Sie unbedingt ausbilden sollten und wie Sie die richtigen Bewerber finden“, Haufe Verlag, Freiburg 2021. © Foto Diether von Goddenthow

Dem Unternehmer Reiner Rudolphi, ist es gelungen, ruandische Auszubildende nach Deutschland zu holen. Die Partnerunternehmen in Kooperation mit seiner GOV GmbH+Co.KG. in Rockenhausen können einen Großteil des eigenen Fachkräftebedarfs mit diesen jungen Menschen decken. „Als Unternehmer muss man bereit sein zu investieren. Offenheit und Neugierde sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zweier so unterschiedlicher Kulturen, von der beide Seiten enorm profitieren können.“

ZIRP wird „Goldpartner“

Die ZIRP wird aufgenommen als Partner in die Wirtschaftsstandortkampagne Rheinland-Pfalz Gold- Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt überreicht ZIRP-Geschäftsführerin Heike Arendt die "Goldpartner-Urkunde" © Foto Diether von Goddenthow
Die ZIRP wird aufgenommen als Partner in die Wirtschaftsstandortkampagne Rheinland-Pfalz Gold- Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt überreicht ZIRP-Geschäftsführerin Heike Arendt die „Goldpartner-Urkunde“ © Foto Diether von Goddenthow

Im Rahmen der Veranstaltung wurde die ZIRP Markenpartner der Initiative Rheinland-Pfalz Gold. Die Kampagne RLP Gold rückt die Vorzüge des Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz noch stärker in den Fokus. Gemeinsam mit allen Markenpartnern will das Land Investoren, Gründer und Fachkräfte für Rheinland-Pfalz begeistern. Die ZIRP versteht sich als Standortinitiative, die die Stärken des Landes innerhalb und außerhalb von Rheinland-Pfalz vermittelt.

OB Nino Haase gratuliert Prof. Dr. Katalin Karikó zur Verleihung des Medizin-Nobelpreises: „Mit bahnbrechender Entwicklung Teile der Medizin auf neue Ebene gehoben“

(rap.-) Am heutigen Tage wurde bekannt, dass der Nobelpreis 2023 für die Kategorie Medizin und Physiologie unter anderem an Prof. Dr. Katalin Karikó, Biochemikerin und frühere Senior Vice President des Mainzer Unternehmens BioNTech für ihre Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Bereich der Botenstoff-RNA (mRNA) verliehen wird.
Professorin Dr. Katalin Karikó gelang die wegweisende Entwicklung einer mRNA-Technologieplattform, welche der Medizin vollkommen neue Wege eröffnete. Sie trugen maßgeblich zur Realisierung der weltweiten Erstzulassung eines Corona-Impfstoffs durch die Mainzer Firma BioNTech bei. Expertinnen und Experten betonen, dass davon auszugehen sei, dass diese mRNA-Technologieplattform weite Teile der Medizin revolutionieren und neue, wegweisende Diagnose- und Therapieangebote auch für schwere anderweitige Immunerkrankungen ermöglichen wird.

„Als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz übermittle ich Prof. Dr. Katalin Karikó meine Glückwünsche – und die der gesamten Stadt Mainz. Wir verneigen uns allesamt mit größter Hochachtung vor der bahnbrechenden Entwicklung, welche Teile der Medizin auf eine neue Ebene verholfen hat. Ich gratuliere der Preisträgerin zu dieser außerordentlichen Ehrung und freue mich zugleich, dass die Landehauptstadt Mainz erneut im Fokus der Weltöffentlichkeit steht“, betont OB Nino Haase.

Professorin Dr. Karikó sei wesentlich daran beteiligt gewesen, dass mit der von ihr entwickelten mRNA-Technologieplattform und dem Corona-mRNA-Impfstoff in einer unglaublich kurzen Zeit der wirksame und lebensrettende BioNTech-Impfstoff entwickelt werden konnte. Haase: „Darüber hinaus bietet die mRNA-Technologie überdies die elementare Chance, bei anderweitigen Erkrankungen des Immunsystems auch in Zukunft weit verbesserte Therapieren abseits der Corona-Pandemie zu entwickeln und anzubieten. Ich gratuliere Prof. Dr. Karikó von Herzen zu dieser außerordentlichen Ehrung.“

Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. Gesundheitsminister Clemens Hoch: Rheinland-Pfalz hat herausragende Stärken in der Biotechnologie

In jedem Jahr widmet die ZIRP einem Schwerpunktthema zur Zukunft des Landes einen mehrtägigen Kongress. Das Erlebnis 2023 befasst sich unter dem Titel ZIRP international: Rheinland-Pfalz in der Welt in fünf Veranstaltungen mit der internationalen Verflechtung von Rheinland-Pfalz. Die Auftaktveranstaltung gilt dem Thema Biotechnologie, mit dem Rheinland-Pfalz 2020/2021 internationale Aufmerksamkeit erzielt hat. Die Landesregierung hat beschlossen, dass das Land in den kommenden zehn Jahren zu einem weltweit bekannten Biotechnologiestandort entwickelt werden soll.
In jedem Jahr widmet die ZIRP einem Schwerpunktthema zur Zukunft des Landes einen mehrtägigen Kongress. Das Erlebnis 2023 befasst sich unter dem Titel ZIRP international: Rheinland-Pfalz in der Welt in fünf Veranstaltungen mit der internationalen Verflechtung von Rheinland-Pfalz. Die Auftaktveranstaltung gilt dem Thema Biotechnologie, mit dem Rheinland-Pfalz 2020/2021 internationale Aufmerksamkeit erzielt hat. Die Landesregierung hat beschlossen, dass das Land in den kommenden zehn Jahren zu einem weltweit bekannten Biotechnologiestandort entwickelt werden soll.

Rheinland-Pfalz liegt im Herzen Europas und hat eine lange Tradition grenzüberschreitender und internationaler Zusammenarbeit. Das Land ist als starker Wirtschaftsstandort, als Industrie- und Exportland weltweit verankert. Im Jahr 2020 verlieh der Corona-Impfstoff aus Rheinland-Pfalz dem Land unerwartet Bekanntheit. Kaum ein Thema ist so in den Focus des internationalen Interesses geraten, wie die Entwicklung des ersten Covid-Impfstoffes durch das Mainzer Unternehmen BioNTech.

Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, die sich jährlich über mehrere Veranstaltungen hinweg einem Schwerpunktthema widemet. beleuchtet in ihren diesjährigen  „Erlebnistagen“ die internationalen Stärken des Landes unter dem Titel ZIRP international: Rheinland-Pfalz in der Welt. Dabei geht einmal mehr zu hinterfragen, was hat Rheinland-Pfalz in der Welt an Leistungskraft zu bieten, welche Kontakte hat und braucht der Exportstandort Rheinland-Pfalz international, in der Wirtschaft, in der Forschung und hinsichtlich gesellschaftlicher Kontakte.
Denn Rheinland-Pfalz lebt nicht nur vom internationalen Güter- und Know-How-Austausch, sondern ist auch darauf angewiesen, dass Fachkräfte ins Land kommen und hier bleiben, insbesondere auch, was die Forschung betrifft.

Wissenschaftsminister Clemens Hoch. "Wir alle Voraussetzungen, um Erkenntnisse aus der Forschung in Innovationen und Geschäftsmodelle zu übertragen". © Foto Diether von Goddenthow
Wissenschaftsminister Clemens Hoch. „Wir
alle Voraussetzungen, um Erkenntnisse aus der Forschung in Innovationen und
Geschäftsmodelle zu übertragen“. © Foto Diether von Goddenthow

Die Auftaktveranstaltung „Das Momentum. Biotechnologie – Standortfaktor mit Strahlkraft“ wagte am Abend in Mainz einen Blick auf den Biotechnologiestandort der Zukunft mit internationaler Strahlkraft. „Rheinland-Pfalz ist auf dem Weg zum Biotechnologie Standort Nummer eins. Und dennoch optimieren wir weiter die Standortbedingungen, um die wissenschaftliche Forschung in Innovationen zu übertragen“, so Wissenschaftsminister Clemens Hoch. Er verwies zugleich auf die Schritte, die seit Mai 2021 unternommen wurden, um die Stärken des Biotechnologiestandortes zu stärken. „Wir haben drei entscheidende Stärken, die ein Alleinstellungsmerkmal ausmachen: ein starkes Forschungsnetzwerk von internationaler Bedeutung, die breite Akzeptanz und Mitwirkung ganz unterschiedlicher Akteure und die Verbindung von neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz mit den Lebens- und Alternswissenschaften. Zudem haben wir alle Voraussetzungen, um Erkenntnisse aus der Forschung in Innovationen und Geschäftsmodelle zu übertragen.“ Nirgends sei die Vielfalt in der Biotechnologie so groß wie in Rheinland-Pfalz, so der Minister weiter.

Prof. Dr. Eckhard Thines, Landeskoordinator für Biotechnologie Rheinland-Pfalz sprach anschließend übe „Enwicklung und Zukunft des Biotechnologie-Standortes Rheinland-Pfalz“.

Beim Talk 3 x 3 Gäste, drei Themen, drei Diskussionsrunden, sprach Jens Holstein, CEO BioNTech, zu "Wachsen am Standort", Patrizia Luchetta, Leiterin des Luxemburg Hub, über "Von anderen lernen am Beispiel Luxemburg" u. SWR_Wissenschaftsjournalist Pascal Kiss über Wissenschafts-Kommunikation. Die drei waren Gäste in der Runde (vli.); Wissenschaftsminister Clemens Hoch, Dr. Sabine Nikolaus, Vorsitzende ZIRP und Geschäftsführerin der Boehringer Ingelheim Deutschland, Dr. Beatrix Förster, Gründerin und Geschäftsführerin DoDerm GmbH Koblenz, Jens Holstein, CEO BioNTech sowie Moderatorin des Abends Julia Nestlen. © Foto Diether von Goddenthow
Beim Talk 3 x 3 Gäste, drei Themen, drei Diskussionsrunden, sprach Jens Holstein, CEO BioNTech, zu „Wachsen am Standort“, Patrizia Luchetta, Leiterin des Luxemburg Hub, über „Von anderen lernen am Beispiel Luxemburg“ u. SWR_Wissenschaftsjournalist Pascal Kiss über Wissenschafts-Kommunikation. Sie waren wechselnd Gäste in der Runde (vli.): Wissenschaftsminister Clemens Hoch, Dr. Sabine Nikolaus, Vorsitzende ZIRP und Geschäftsführerin der Boehringer Ingelheim Deutschland, Dr. Beatrix Förster, Gründerin und Geschäftsführerin DoDerm GmbH Koblenz, Jens Holstein, CEO BioNTech sowie Moderatorin des Abends Julia Nestlen. © Foto Diether von Goddenthow

Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, europäischen Nachbarländern und dem Wissenschaftsjournalismus diskutierten gemeinsam mit Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft und Gesundheit, und Dr. Sabine Nikolaus, Vorsitzende der ZIRP und Vorsitzende des Vorstands der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH, über Pläne und Maßnahmen der Landesregierung, Anforderungen und Ideen von Unternehmern und Best Practice-Beispielen aus dem Ausland.

Das erklärte Ziel der Landesregierung ist es, Rheinland-Pfalz in den kommenden zehn Jahren zu einem der weltweit führenden Biotechnologie-Standorte zu machen. Allein bis 2026 stehen 800 Mio. Euro für Biotechnologie und Life Sciences zur Verfügung.

In weiteren Veranstaltungen dieser Erlebnistage wird die ZIRP zeigen, dass Rheinland-Pfalz auch ein ganz wichtiger Exporteur von Umwelttechnologie ist, dass , von Gedanken der Nachhaltigkeit, das werden wir am Standort der BASF in Ludwigshafen zeigen, dass wir nachhaltig auch den Weltmärkten sind. Wir werden zeigen, dass wir internationale Forschungsnetzwerke haben, die dazu in der Lage sind, mit Menschen aus aller Welt an unsere Hochschulen eine Zeit oder auch für länger in Rheinland-Pfalz leben zu können.
Wir werden zeigen, wie wir Fachkräfte auch aller Welt für unsere mittelständische Handwerksunternehmen und Großunternehmen gewinnen können, auch als Gründer. Und wir wollen zeigen, wie wir als Teil der Großregion auch dazu beitragen, dass etwas, was uns auch zusammenhält, nämlich Kreativität, in Rheinland-Pfalz eine große Rolle spielt.

Vom 28. September bis 13. Oktober 2023 wird die ZIRP bei den Erlebnistagen 2023 mit fünf Themenveranstaltungen deutlich machen, wie das Land von seinen internationalen Beziehungen profitiert und mit seinen Kompetenzen und seiner Gastfreundschaft in die Welt strahlt.

  •  05.10. Kreative Städte – Die Großregion macht’s vor an der Europäische Kunstakademie, Trier
  • 10.10. Industriestandort Rheinland-Pfalz – Nachhaltig auf den Weltmärkten, im Gesellschaftshaus der BASF, Ludwigshafen
  • 11.10. Kluge Köpfe aus aller Welt – Internationale Forschungsnetzwerke, im Ostasieninstitut der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
  • 13.10. Fachkräfte willkommen – Ein Land zum guten Leben und Arbeiten, Investitions- und Strukturbank (ISB) Mainz

Weitere Informationen finden Sie unter: www.zirp.de

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Rheinland-Pfalz ist verlässlicher Partner in internationalen Netzwerken

Nach der Begrüßung durch Landtagspräsident Hendrik Hering (m.) moderierte im Anschluss Heike Arend, ZIRP-Geschäftsführin (r.) einen Talk mit den Vorsitzenden der ZIRP, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Dr. Sabine Nikolaus,  Vorsitzende der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH (li.) © Foto Diether von Goddenthow
Nach der Begrüßung durch Landtagspräsident Hendrik Hering (m.) moderierte im Anschluss Heike Arend, ZIRP-Geschäftsführin (r.) einen Talk mit den Vorsitzenden der ZIRP, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Dr. Sabine Nikolaus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH (li.) © Foto Diether von Goddenthow

Beim Parlamentarischen Sommerfest der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) kamen heute rund 150 Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Mainz zusammen. Thematischer Schwerpunkt war die internationale Vernetzung des Landes mit seinen Partnerländern. „Die internationale Verankerung von Rheinland-Pfalz, seine Partnerschaften und Freundschaften auf der ganzen Welt, sind für die Landesregierung, die Wirtschaft und die Wissenschaft von großer Bedeutung“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie machte deutlich, dass auch in dieser geopolitisch schwierigen Zeit enge und freundschaftliche Beziehungen wichtig sind. Gerade die Herausforderungen der Energieversorgung und der Fachkräftesicherung seien nur mit einem weltoffenen, attraktiven und in der Zusammenarbeit verlässlichen Rheinland-Pfalz zu bewältigen.

DSCF4582-30-Jahre-Zirp-450„Rheinland-Pfalz geht schon lange den Weg der regenerativen, möglichst regionalen Energiesicherung“, machte die Ministerpräsidentin deutlich. Die Wasserstoff-Strategie des Landes entspreche diesem Ziel, erfordere aber ein ausreichendes Netz an Versorgungsleitungen. Sie nannte als Beispiel einer gelebten Partnerschaft das Nachbarland Belgien, das sich zum europäischen Importstandort für Wasserstoff entwickeln will. Die Ministerpräsidentin, die bis Ende 2024 die Präsidentschaft der Großregion innehat, verwies auf die Rolle der gelebten Partnerschaft in diesem Netzwerk für das Alltagsleben der Menschen. „Die Großregion ist die größte Pendlerregion Europas. Wir wollen auch hier während der Präsidentschaft die Themen Energieversorgung ebenso wie die Weiterentwicklung als Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Mobilitätsregion in den Mittelpunkt stellen“, so die Ministerpräsidentin.

Dr. Sabine Nikolaus, Vorsitzende der ZIRP und Vorsitzende der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH betonte: „Als global agierendes Unternehmen mit Hauptsitz in Rheinland-Pfalz legt Boehringer Ingelheim sehr viel Wert auf internationale Vernetzung. Menschen aus mehr als 100 Nationen arbeiten mit uns gemeinsam in Deutschland für mehr Gesundheit für Menschen und Tiere. Weltoffenheit ist für uns weit über die Verfügbarkeit von Fachkräften hinaus von essentieller Bedeutung.“

logo zirp-erlebnistage 28 09 - 13 10 2023Vom 28. September 2023 bis 13. Oktober 2023 wird die ZIRP unter dem Titel „ZIRP International – Rheinland-Pfalz in der Welt mit fünf Themenveranstaltungen deutlich machen, wie das Land von seinen internationalen Beziehungen profitiert und mit seinen Kompetenzen und seiner Gastfreundschaft in die Welt strahlt. Die ZIRP ist Netzwerk, Impulsgeber und Standortinitiative. Sie hat es sich seit ihrem Bestehen zur Aufgabe gemacht, das Bild des Landes Rheinland-Pfalz – insbesondere als Unternehmensstandort – in der nationalen und internationalen Öffentlichkeit entsprechend den tatsächlichen wirtschaftlichen, kulturellen, bildungs- und forschungsmäßigen Gegebenheiten darzustellen und zu verbessern.

ZIRP

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Dr. Sabine Nikolaus: Seit 30 Jahren Zukunftsimpulse für Rheinland-Pfalz

Veranstaltung zum 30jährigen Bestehen der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. im Atrium des Landesmuseums Mainz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (r) im Gespräch mit Dr. Sabine  (li.) Nikolaus. Moderatorin  Anna Lena Dörr  © Foto Diether von Goddenthow
Veranstaltung zum 30jährigen Bestehen der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. im Atrium des Landesmuseums Mainz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (r) im Gespräch mit Dr. Sabine (li.) Nikolaus. Moderatorin Anna Lena Dörr © Foto Diether von Goddenthow

„Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz steht seit 30 Jahren für einen engen, konstruktiven und dauerhaften Dialog zwischen Landespolitik, Wirtschaft und Wissenschaft in Rheinland-Pfalz. Sie zeigt auch, dass Rheinland-Pfalz ein Land ist, das nach vorne schaut, neue Entwicklungen frühzeitig erkennt und Zukunft zum Wohle der Menschen gestaltet“, würdigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP). Diese feierte heute mit rund 200 geladenen Gästen ihr 30-jähriges Bestehen. Die ZIRP sei als Netzwerk und Standortinitiative in einer Zeit, die Antworten auf massive Krisen braucht, wichtiger denn je. „Nur gemeinsam können wir die großen Aufgaben angesichts der drohenden Energiekrise, des Klimawandels oder die digitale Transformation bewältigen“, so die Ministerpräsidentin und stellvertretende Vorsitzende der ZIRP. Ein Netzwerk wie die ZIRP sei dafür die ideale Plattform, da sie unterschiedliche Sichtweisen aufnehme und vereine.

Im gemeinsamen Talk mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Innenhof des Landesmuseums Mainz brachte auch Dr. Sabine Nikolaus, Landesleiterin Deutschland der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH und seit Oktober 2021 Vorsitzende der ZIRP, ihre Wertschätzung für die ZIRP zum Ausdruck: „Es ist kaum vorstellbar, dass eine so erfolgreiche Institution wie die ZIRP nach wie vor bundesweit einmalig ist“. Für sie persönlich bedeute die ZIRP gebündeltes Know-how, zukunftsweisende Diskurse und Inspiration. Die ZIRP sei insbesondere auch für die Wirtschaft im Land von großer Bedeutung. Das bereits 2013 und damit sehr frühzeitig von der ZIRP aufgegriffene Thema Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz, ebenso wie der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft oder nachhaltiges Wirtschaften seien großartige Belege hierfür.

Heike Arend, ZIRP-Geschäftsführerin © Foto Heike  von Goddenthow
Heike Arend, ZIRP-Geschäftsführerin © Foto Heike von Goddenthow

Heike Arend, die Geschäftsführerin der ZIRP, würdigte das große Engagement der knapp 100 Mitglieder und weiterer langjähriger Partner: „Sie alle dokumentieren mit ihrer Mitgliedschaft und ihrem Engagement, wie wichtig ihnen die Entwicklung von Rheinland-Pfalz als guter Ort zum Leben und Arbeiten ist.“ Die ZIRP stehe auch weiterhin dafür, Themen der Zukunft frühzeitig zu erkennen und zu bearbeiten. Der ZIRP sei es als Standortinitiative wichtig, die Themen frühzeitig aufzugreifen, die das Wohlergehen und den Wohlstand des Wirtschafts- und Wissenschaftslandes Rheinland-Pfalz prägen.

Dass die Arbeit der ZIRP auch über die schwierige Phase der Pandemie hinaus von ihren Mitgliedern und Partnern geschätzt wird, zeigten die über 200 anwesenden Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Als musikalischer Botschafter stand an diesem Abend die mit dem ZIRP-Stipendium 2021 ausgezeichnete Band „Willkür“ auf der Bühne.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die mit dem ZIRP-Stipendium 2021 ausgezeichnete Band „Willkür"  © Foto Diether von Goddenthow
Für die musikalische Umrahmung sorgte die mit dem ZIRP-Stipendium 2021 ausgezeichnete Band „Willkür“ © Foto Diether von Goddenthow

Das renommierte Musikstipendium vergibt die ZIRP gemeinsam mit der Landesstiftung Villa Musica seit nunmehr 25 Jahren an ausgewählte junge Musikerinnen und Musiker aus Rheinland-Pfalz. Seit Beginn der Förderung hat die ZIRP 71 Stipendien vergeben und damit insgesamt 83 junge Musikerinnen und Musiker gefördert. Mit einer Dotierung von insgesamt 12.000 Euro bewegt es sich bundesweit innerhalb der Spitzengruppe der Förderprogramme.

Die ZIRP wurde am 13. November 1992 in der Staatskanzlei in Mainz gegründet. Ihrer Gründung ging der gemeinsame Aufruf von Rudolf Scharping, damaliger Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Vorstandsmitgliedern der größten Unternehmen des Landes sowie Vertretern aus der Kultur und den rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern voraus: Es sollte ein Verein gegründet werden, der in Rheinland-Pfalz die Diskussion über wichtige Zukunftsentwicklungen anstößt, Strukturwandel aktiv unterstützt und Menschen zusammenführt, denen die Entwicklung des Landes am Herzen liegt.

Weitere Informationen auf www.zirp.de.

Kultureller Jahresauftakt der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) im Mainzer Unterhaus

Auf ein Neues 2020 - Beim  kulturellen Jahresauftakt der ZIRP stellte SWR-Moderatorin Patricia Küll vier Persönlichkeiten vor, die 2020 in Rheinland-Pfalz Neues wagen und viel bewegen möchten!  (v.li.)  Stephan Denzer Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses, Dr. Bernd Herkner Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, Dr. Denis Alt Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Professorin Dr. Susanne Weissman designierte Präsidentin der Hochschule Mainz sowie SWR-Moderatorin Patricia Küll. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Auf ein Neues 2020 – Beim kulturellen Jahresauftakt der ZIRP stellte SWR-Moderatorin Patricia Küll vier Persönlichkeiten vor, die 2020 in Rheinland-Pfalz Neues wagen und viel bewegen möchten! (v.li.) Stephan Denzer Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses, Dr. Bernd Herkner Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, Dr. Denis Alt Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Professorin Dr. Susanne Weissman designierte Präsidentin der Hochschule Mainz sowie SWR-Moderatorin Patricia Küll. © Foto: Diether v Goddenthow

Zum fünften Mal stellte die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. beim traditionellen kulturellen Jahresauftakt im Mainzer unterhaus vier prominente Persönlichkeiten aus Rheinland-Pfalz mit ihren neuen Plänen und Zielen für 2020 vor. Im Gespräch mit SWR-Moderatorin Patricia Küll verrieten Professorin Susanne Weissman, designierte Präsidentin der Hochschule Mainz, Dr. Denis Alt, seit 2019  Kulturstaatssekretär im Wissenschafts- und Kulturministerium, Dr. Bernd Herkner, seit 2019 Leiter des Naturhistorischen Museums Mainz und Stephan Denzer, seit Juli 2019 Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer Unterhauses, ihre wichtigsten Ziele für die kommenden 11 Monate vor. Heike Arend,  Geschäftsführerin der ZIRP konnte zahlreiche Gäste begrüßen und gab einen kurzen Rückblick . Musikalisch grandios umrahmt wurde die Veranstaltung von den jungen Musikstipendiaten der ZIRP Enrico Czmorek (Klavier) und Morgane Voisin (Violine).

Durch die Talkrunde „Auf ein Neues“ führte SWR-Moderatorin Patricia Küll. 

Professorin Dr. Susanne Weissman, designierte Präsidentin der Hochschule Mainz ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Professorin Dr. Susanne Weissman, designierte Präsidentin der Hochschule Mainz © Foto: Diether v Goddenthow

Professorin Dr. Susanne Weissman, Vizepräsidentin an der Technischen Hochschule Nürnberg, sagte, sie trete buchstäblich in große Fußstapfen ihres Vorgängers Herrn Muth. Dafür habe sie in Nürnberg mit einigen Dingen im Leben abgeschlossen, zum Beispiel ihre Psychotherapeutische Praxis und ihre Unternehmensberatung aufgegeben, um hundertprozentig ihre künftige Position an der Mainzer Hochschule auszuüben. Bei den ersten Besuchen, „die ich schon in den Fachbereichen hatte“ sei ihr aufgefallen, „dass es viele verborgene Schätze gibt, die es zu heben gilt“, deren Heben sie gerne unterstützen will. Sie hoffe in einem Jahr in wesentlichen Zügen ein gemeinsames Zielbild zu entwickeln.

 

Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur © Foto: Diether v Goddenthow

Aus aktuellem Anlass erinnerte Dr. Denis Alt, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur , an den weltweiten Gedenktag des Nationalsozialismus, auch um einmal deutlich zu machen, dass „wir als Ministerium im Grunde genommen die ersten sind, die unter Einschränkung der Demokratie ganz besonders zu leiden hätten. Wir vertreten die Wissenschaft die Wissenschaftsfreiheit, aber auch die Kunst und Kultur und damit die Kunst und Kulturfreiheit, die als erstes zu leiden hätten wenn, „die Demokratie unter Beschuss gerät“. Und da es gegenwärtig diese Entwicklung gibt, so Alt, „lege nahe, dass wir uns in besonderer Weise der Verteidigung unserer Demokratie in diesem Jahr 2020 verschreiben müssen“. Der Staatssekretär und Kulturmensch Alt, der gerne klassische wie rockige Musik hört, glaubt, dass die Vielfältigkeit kultureller Angebote in Rheinland-Pfalz nicht nur in Oberzentren, sondern insbesondere auch in der Fläche etwas ganz Besonderes seien. Für ihn stünde es gar nicht persönlich zur Diskussion, ob für Kultur Geld ausgegeben werden müsse, denn „wir können Kultur nicht ausschließlich am wirtschaftlichen Erfolg messen“; sondern es gäbe eben Einrichtungen, „die der Pflege von Kultur dienen“, und es gäbe „auch so etwas wie einen kulturellen Schatz und Reichtum, den man pflegen muss, den man sich für kommende Generationen bewahren muss.“, so Alt, der überzeugt davon ist, „dass es die Aufgabe eines Staates, eines öffentlichen Gemeinwesen ist, übrigens auch jeder Stadt und Gemeinde, Kulturpflege zu betreiben“ .

 

Dr. Bernd Herkner, Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Dr. Bernd Herkner, Leiter des Naturhistorischen Museums in Mainz, © Foto: Diether v Goddenthow

Paläoanthropologe und Dinosaurierexperte Dr. Bernd Herkner sieht im neuen Jahr seine vordringliche Aufgabe darin, „das Naturkundemuseum Mainz sichtbarer zu machen, und zwar einmal das Museum selbst, aber auch die Bedeutung der Sammlung nach außen hin zu unterstreichen. Die Sammlung des Naturkundemuseums Mainz umfasse 1,5 Millionen Objekte. Das sei eine wissenschaftliche Datenbasis, eine Datenbank der Natur, eine unschätzbare Infrastruktur für die Forschung gerade jetzt auch hinsichtlich des Artenverlustes, so der Museumsdirektor. Die Naturkundemuseen weltweit seien mit ihren Sammlungen praktisch die „Verwalter der Artenvielfalt“, da sie die Daten, die physischen Objekte dazu haben mit zum Teil darin schlummernden unbekannten wertvollen Informationen für spätere Generationen. Die notwendige Pflege der Sammlung sei sehr verbesserungswürdig, insbesondere auch im Hinblick auf ihre Digitalisierung. Selbst Sammlungen  der ganz großen Häuser in Paris und in London seien noch weniger als 10 % digitalisiert. Das sei  eine Riesenaufgabe und da müssten natürlich auch Mittel fließen, um das leisten zu können. Mit dem „Standardpersonal„ wäre man froh, gerade mal den Museumsalltag, die Ausstellungen, Vermittlung usw. zu schaffen. Da sei noch viel zu tun, und vor allem wäre für ihn in diesem Jahr noch fällig, das Konzept für den weiteren, neuen Gebäudebereich zu entwickeln, so Herkner.

Naturhistorisches Museum Mainz
Reichklarastraße 1 und 10
55116 Mainz

 

Stephan Denzer, Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Stephan Denzer, Geschäftsführer und Programmplaner des Mainzer unterhauses © Foto: Diether v Goddenthow

Stephan Denzer, langjähriger Leiter der Abteilung Kabarett und Comedy im ZDF, 3sat und ZDFneo, und seit Juli 2019 neuer Chef im Mainzer unterhaus will 2020 seine Visionen für ein neues unterhaus in ein klares, konkretes Bild gießen, um den Wandlungsprozess in Gang zu setzten. Das geht nicht von heute auf morgen. Bei der „Heute-Show“ habe es auch fünf Jahre gedauert, bis aus dem anfänglichen Quotenflopp nun das Programmformat mit der höchsten Einschaltquote junger Zuschauer im ZDF wurde. Dem Erfinder von „Die Anstalt“, „Heute-Show“, Leute, Leute“, „Pelzig hält sich“, „Ellerbeck“, „Sketch History“ usw. fiel seine Entscheidung nicht leicht, mit knapp über 50 nochmal etwas ganz Neues zu wagen. Das Loslassen seines Leitungspostens beim ZDF, wo er viel bewegen konnte, sei eine seiner schwersten Entscheidungen im Leben gewesen. Doch die Zeit war reif, nach all dem Erreichten eine neue Herausforderung anzunehmen. Mit der Leitung der Kleinkunstbühne, „er hasse diesen Begriff Kleinkunst“, sei ihm das gelungen. Vor dieser Aufgabe habe er einen Riesenrespekt, und hoffe, dass ihm die Neugestaltung gelinge. Das Unterhaus, so Denzer, müsse wieder für alle Altersgruppen da sein, müsse zu einer Welt für alt und jung werden. Das Unterhaus müsse sich wandeln, offen für neue Formate werden, „um nicht am Ende abgehängt zu werden von den Entwicklungen wie etwa der Digitalisierung, so Denzer. Man müsse sich die Frage stellen, „wie kann ich einer solchen gravierenden gesellschaftlichen Veränderung gerecht werden, auch in einem so alten Traditionshaus wie dem unterhaus“.

Impression vom Foyerbereich im unterhaus. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Impression vom Foyer im unterhaus. © Foto: Diether v Goddenthow

Vorteilhaft sei, dass das Unterhaus über zwei Spielstätten verfüge, einmal über das traditionelle Kabarett im großen Theater unten, „und da werden wir natürlich das, was bisher dieses Haus geprägt hat und auch für eine breite Zustimmung in der Bevölkerung sorgt, weitermachen und sich das traditionelle Kabarett  weiter entfalten lassen, so Denzer. Im der oberen Theater hingegen sollen dann „die“ Jungen „ihre“ Spielstätte bekommen, wo Experimente stattfinden können, „wo das  passiert, was dann hoffentlich in Zukunft die Menschen, wenn sie nicht mehr die Treppe hier hochkommen, unten ins Theater führt“, erläutert Denzer ein wenig augenzwinkernd und zeigt damit, wie die verschiedenen „Formate“ einander befruchten könnten.

Zurzeit verknüpft sich der neue Unterhaus-Chef mit zahlreichen Mainzer Kulturinstitutionen, wie etwa dem Frankfurter Hof oder mit der Mainzer Film-Hochschule. „Wir arbeiten mit den Studenten zusammen. Wir versuchen ihnen den Einblick in Kleinkunst und Comedy zu geben, etwa wie man Inhalte lustig gestalten kann usw.. Im Gegenzug hilft die Hochschule, die ihnen neue Web- und Instagram-Auftritte gestaltet hat, das Unterhaus auf Instagram, Facebook usw. aktiver zu bewerben. „Das ist eine wunderbare Symbiose, eine Synergie, die da entsteht“, so Denzer. Er habe angehende Filmwissenschaftler und auch Studenten am journalistischen Seminar versucht für Comedy zu begeistern. Zwei seien bereits hängen geblieben, „die jetzt gemeinsam ein bisschen im unterhaus mitarbeiten wollen“.

Ja, und es stimme auch, dass ein eigenes Ensemble am Unterhaus entstehen solle. „Wir sind jetzt in der Casting-Phase“. Man könne sich noch bewerben: „Sie müssen uns ein kleines Selfie -Video schicken und irgendetwas Lustiges zu Fridays for Future sagen können. Und dann schaffen Sie’s ins Casting!“ , ermutigt der Unterhaus-Chef, es zu versuchen.

Mainzer Unterhaus
unterhaus – Mainzer Forum-Theater gGmbH
Münsterstraße 7,
55116 Mainz

Programm Mainzer Unterhaus

(Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst)

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Deutschland und Frankreich tragen Verantwortung für die Zukunft Europas“

(v.l.n.r.) Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stv. Vorsitzende der ZIRP, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt, Josef Janning, Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations, Moderator des Abends Falk Heunemann, Wirtschaftsredakteur FAZ, sowie Heike Arend, Geschäftsführerin der ZIRP, die ein Schlusswort spricht. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.n.r.) Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stv. Vorsitzende der ZIRP, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt, Josef Janning, Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations, Moderator des Abends Falk Heunemann, Wirtschaftsredakteur FAZ, sowie Heike Arend, Geschäftsführerin der ZIRP, die ein Schlusswort spricht. © Foto: Diether v. Goddenthow

Bei der Veranstaltung „ZIRP international: Frankreich zu Gast“ der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. diskutierten am Mittwoch, 24. Oktober 2018, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stv. Vorsitzende der ZIRP, und Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland, über die Rolle des deutsch-französischen Tandems in Europa.

Zu Beginn unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer die gute und enge Beziehung zwischen Rheinland-Pfalz und Frankreich: „Verständnis wächst durch Verständigung. Das dokumentieren unter anderem zahlreiche Partnerschaften zwischen Kommunen, Schulen, Hochschulen und Verbänden aus Rheinland-Pfalz und Frankreich.“ Allein 430 Partnerschaften bestünden beispielsweise zwischen rheinland-pfälzischen und französischen Schulen.

Bezüglich der Rolle des deutsch-französischen Tandems in Europa machte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in der Diskussion deutlich: „Es wäre eine Überfrachtung der deutsch-französischen Beziehungen, wenn wir erwarteten, dass all die kleinen und großen Krisen, die Europa zurzeit beschäftigen, durch dieses Gespann abgewendet werden könnten.“ Die Vorreiterrolle der beiden Staaten bringe jedoch eine große Verantwortung mit sich, derer sich die Länder bewusst seien.

Dies bekräftigte auch Josef Janning, einer der Mitdiskutanten und Head of ECFR Berlin Office und Senior Policy Fellow am European Council on Foreign Relations: „Frankreich und Deutschland bilden das politische Zentrum der EU, ob sie wollen oder nicht.“ Ohne ihr Engagement, so betonte er, ohne ihre Zusammenarbeit und ohne die Aktivierung weiterer Mitgliedstaaten könne Europa nicht vorankommen. „Gelingt es Frankreich und Deutschland nicht, verlässliche Gestaltungskoalitionen zu bilden, fällt die EU auseinander“, gab Janning zu bedenken.

Europa stehe derzeit vor großen Aufgaben, darin waren sich alle Podiumsgäste einig. Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt, dazu: „Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten Dank amerikanischem Schutz auf Binnenfragen konzentriert. Diese Zeit ist vorbei!“ Europa müsse sich, sagte Braouet, so aufstellen, dass es externen Bedrohungen eigenmächtig antworten könne. Dabei sei es unerlässlich und im ureigenen Interesse Deutschlands, die Vorschläge von Präsident Macron, beispielsweise zu einer gemeinsamen Verteidigung oder zum Thema Zuwanderung, zu beantworten. Den Brexit schätzte Braouet in dieser Hinsicht als förderlich ein: „Der Brexit zwingt uns regelrecht dazu, Europa neu aufzustellen.“

Dass Europa Veränderung brauche, betonte auch Anne Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland: „Wir benötigen die Neubegründung eines souveräneren, geeinteren und demokratischeren Europas. Denn die Entscheidungen, die wir heute treffen, gestalten das Europa von morgen.“

Um die Zufriedenheit Europas in der Bevölkerung stehe es besser, als mancher denke, machte Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Blick auf die Europawahl im Mai 2019 deutlich: „Die Europäer sind nicht europamüde. Im Gegenteil: 62 Prozent der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger befürworten die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU. Das ist der höchste Wert seit 25 Jahren.“ Diesen Höchststand in der Zustimmung zu Europa zeige das in der vergangenen Woche veröffentlichte Eurobarometer. In Deutschland gelte die Zustimmung sogar für 81 Prozent der Bürgerinnen und Bürger.

Die Veranstaltungsreihe „ZIRP international“ widmet sich jährlich wechselnden Gastländern und bietet internationale Perspektiven auf Themen, die für Rheinland-Pfalz wichtig sind. Dieses Jahr nahmen knapp 200 Gäste an der Veranstaltung in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei teil.