Kategorie-Archiv: Freilichtmuseum Hessenpark

Freilichtmuseum Hessenpark lädt in der 2. Osterferienwoche ein zu den Tagen der Schauspielführungen

 Schauspielführung „Arbeit bringt Brot, Faulheit bringt Not“. Foto: Eva Otto
Schauspielführung „Arbeit bringt Brot, Faulheit bringt Not“. Foto: Eva Otto

In der zweiten Osterferienwoche stehen im Freilichtmuseum Hessenpark die Tage der Schauspielführungen auf dem Programm. In der Zeit vom 3. bis zum 8. April können Besucher täglich mit dem Museumstheater auf Zeitreise gehen und dabei in die Lebenswelten vergangener Jahrhunderte eintauchen.

 Dienstag, 3. April / Donnerstag, 5. April, 13 und 15 Uhr: Rudi, der Landbriefträger
Treffpunkt: Brunnen auf dem Marktplatz
Nirgendwo, ein Dörfchen im Taunus in den 1950er-Jahren: Die Ära der Landbriefträger neigt sich ihrem Ende zu. Die stetige Modernisierung der Deutschen Bundespost macht die ländlichen Postboten zusehends überflüssig. Nur Rudi, ein heiterer und aufgeweckter Zeitgenosse, möchte das nicht wahr haben. Wehmütig, aber mit Stolz blickt er auf seiner täglichen Postroute durch das Dorf auf die vergangenen Jahrzehnte des ländlichen Postwesens zurück.

 Mittwoch, 4. April, 13 und 15 Uhr: Der Traum vom besseren Leben. Geschichten von Migration, Integration und Heimat
Treffpunkt: Transformatorenhaus
Fünf Gestalten aus fünf Jahrhunderten – und jede hat ihre Geschichte von Ein- und Auswanderung im Gepäck. Zu Wort kommen der Landsknecht Hans Staden, der sieben Monate bei Indianern in Südamerika gefangen war, ein Hugenotte aus Friedrichsdorf, hessische Ein- und Rückwanderer nach Amerika und unsere Arbeitskollegen türkischer und russlanddeutscher Abstammung des 20. Jahrhunderts. Unser Museumstheater erzählt anhand einer Wanderung durch die Geschichte Hessens, wie Menschen ihre Heimat, ihre Traditionen und ihre Identität in einer fremden Umgebung erhalten, verändern und schließlich zu einem neuen Ganzen verschmelzen.

 Freitag, 6. April, 13 und 15 Uhr: Arbeit bringt Brot, Faulheit bringt Not
Treffpunkt: Brunnen auf dem Marktplatz
Wirtschaftliche Umwälzungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts lassen althergebrachte Strukturen und Berufsbilder aus den Fugen geraten. Durch die Einführung der Gewerbefreiheit und die Aufhebung der Zünfte verlieren viele Handwerker ihren ursprünglichen Beruf. Auch die Neuerungen der industriellen Revolution machen sich im wirtschaftlichen Leben nach und nach bemerkbar. Von Armut bedroht stürzt sich eine alteingesessene Stellmacherfamilie in jede erdenkliche Arbeit. Können Emsigkeit und Erfindungsreichtum die beiden vor dem sozialen Niedergang bewahren?

 Samstag, 7. April, 13 und 15 Uhr: Dem Volk aufs Maul g‘schaut
Treffpunkt: Brunnen auf dem Marktplatz
Unter dem Motto „Dem Volk aufs Maul g’schaut“ dreht sich bei dieser Führung alles um Sprichwörter und Redewendungen. Wer schon immer einmal wissen wollte, woher der „Klatsch“ kommt und wem eigentlich was durch die Lappen gegangen ist, ist hier richtig. Besucher begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit der Sprache und entdecken, wie Redensarten und Sprichwörter das frühere Leben, Arbeiten und die Liebe auf dem Land widerspiegelten.

 Sonntag, 8. April, 13 und 15 Uhr: Armut – von Kartoffeln und Nassauern
Treffpunkt: Brunnen auf dem Marktplatz
Das Fürstentum Nassau-Usingen im Jahre 1781: Während in Amerika der Unabhängigkeitskrieg tobt, leiden die Bewohner des Taunusdörfchens „Nirgendwo“ Hunger und Not. Für die Obrigkeit ist die Kartoffel der Ausweg aus dem Elend, doch zum Missfallen der hohen Herren rücken die Bauern nicht gerne von ihrer traditionellen Dreifelderwirtschaft ab. Steuern, Zölle und Frondienste verschärfen die Lebensumstände der Landbevölkerung noch zusätzlich – man feilscht und handelt oft an der Grenze des Gesetzes. Die spitzfindige Marktfrau Margarethe und ihre gestrenge Schwiegermutter Franziska geraten in einen unheilvollen Konflikt mit dem Amtmann Ibell. Und auch der Schulmeister Frickel bleibt von den Notzeiten, Missernten und Unruhen seiner Zeit nicht verschont. Kann die Kartoffel das harte Los der Landbevölkerung doch noch zum Guten wenden?

Tage der Schauspielführungen, 3. bis 8. April 2018

Öffnungszeiten Freilichtmuseum Hessenpark:
1. März bis 31. Oktober: täglich von 9 bis 18 Uhr, Einlass bis 17 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene 9 Euro, Kinder ab 6 Jahren 1 Euro, Familienkarte 18 Euro/halbe Familienkarte 9 Euro.

Die Schauspielführungen sind im Museumseintritt inklusive. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach
http://www.hessenpark.de

Osterzeit im Freilichtmuseum Hessenpark

Ostern im Freilichtmuseum Hessenpark. Foto: Lena Schmidt
Ostern im Freilichtmuseum Hessenpark. Foto: Lena Schmidt

In den Tagen rund um Ostern bietet das Freilichtmuseum Hessenpark ein abwechslungsreiches Ferienprogramm. Der bunte Ostermarkt, verschiedene Mitmachaktionen für Kinder und Vorführungen passend zur Osterzeit laden ebenso zu einem Museumsbesuch ein wie spannende Themenrundgänge.

Am Wochenende vor Ostern (24./25. März) findet der beliebte Ostermarkt im Freilichtmuseum statt. Rund neunzig Aussteller präsentieren handwerkliche Traditionen und österliche Waren vom handbemalten Osterei über Frühlingsschmuck bis hin zu dekorierten Kerzen. An einigen Ständen können Besucher beim Bemalen und Verzieren der Ostereier zusehen. Für Kinder gibt es spannende Mitmachaktionen. Sie können Eier suchen und bemalen, Osterkörbchen basteln, Laubsägen, Kuscheltiere stopfen, Hasen filzen und Seidentücher marmorieren. An beiden Tagen finden um 15 Uhr öffentliche Führungen statt, bei denen die alten Haustierrassen des Museums im Mittelpunkt stehen. Außerdem lassen sich Korbflechter, Seiler, Pfeifenmacher, Drechsler, Schreiner und die historische Hausfrau bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

In der ersten Osterferienwoche ab dem 26. März stimmen verschiedene Vorführungen auf das bevorstehende Fest ein. Im Haus Heck aus Friedensdorf können Besucher eine traditionelle Form der Ostereierverzierung aus dem Marburger Land bestaunen, die unter Kennern als eine der schönsten gilt. Noch heute werden unter anderem in Mardorf ungekochte Eier in der Wachsreservetechnik bemalt und beschrieben. Das Besondere daran: Nachdem die Eier gefärbt worden sind, wird das Wachs entfernt. Die filigranen Verzierungen oder in feiner Schrift geschriebenen Sprüche erscheinen so weiß auf dem farbigen Untergrund. Im Haus aus Eisemroth zeigt die historische Hausfrau, wie man sich in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts auf das Osterfest vorbereitete. Kostproben dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Außerdem sind viele Werkstätten des Museums geöffnet. Vorführungen gibt es an ausgewählten Tagen in der Töpferei, der Wollverarbeitungswerkstatt und der Schreinerei. Im Einsatz sind in wechselnder Besetzung auch die Weberin, der Schmied, die Flachsverarbeiterin und der Stockmacher.

Für Kinder steht das Anfertigen von kleinen Ostergeschenken auf dem Programm – es können Eier gefärbt, Figuren ausgesägt und Hasen gebastelt werden. Wer möchte, darf auch im historischen Backhaus beim österlichen Backen helfen. Von Karfreitag bis Ostermontag finden zudem öffentliche Führungen zu verschiedenen Themen statt, bei denen die Besucher das Museum aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernen.

Osterprogramm:
24./25.03.: Ostermarkt mit Programm für kleine und große Museumsgäste, 9 bis 18 Uhr
24./25.03.: Öffentliche Führung „Tiere auf dem Bauernhof, 15 Uhr
26. und 29.03.: Mitmachaktion für Kinder – österliches Backen
26.03. bis 2.04..: Mitmachaktion für Kinder – Ostereier färben
29.03. bis 2.04.: Mitmachaktion für Kinder – Laubsägen
29.03. bis 2.04.: Mitmachaktion für Kinder – Hasen basteln
27./28.03.: Ostern in der historischen Hausfrauenarbeit
27.03. bis 2.04.: Traditionelle oberhessische Ostermalerei
30.03.: Öffentliche Führung „Dem Himmel ein Stück näher: sakrale Bauten“, 15 Uhr
31.03.: Vogelstimmenwanderung, 10 Uhr
31.03.: Öffentliche Führung „Fachwerk – Häuser aus Holz, Lehm und Stroh“, 15 Uhr
1.04.: Öffentliche Führung „Hessenpark uff Hessisch“, 15 Uhr
2.04.: Märchenführung, 15 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 9 Euro, Kinder ab 6 Jahren 1 Euro, Familienkarte 18 Euro/halbe Familienkarte 9 Euro

Die Saison 2018 im Freilichtmuseum Hessenpark

Ab dem 1. März können Museumsbesucher wieder täglich einen Ausflug in die hessische Vergangenheit unternehmen. Foto: Jens Gerber
Ab dem 1. März können Museumsbesucher wieder täglich einen Ausflug in die hessische Vergangenheit unternehmen. Foto: Jens Gerber

Eine alte Gärtnerei, die in Betrieb genommen wird, ein Textilhandwerkshaus inklusive Dauerausstellung, die Ergänzung des Friseursalons im Haus aus Idstein, eine große Sonderausstellung rund um die Lust am Wandern, Gemälde und Zeichnungen des Frankfurter Impressionisten Jakob Nussbaum und ein buntes Veranstaltungsprogramm – 2018 können Besucher im Hessenpark viel erleben!

Neu-Anspach, den 27. Februar 2018. Am 1. März beginnt im Freilichtmuseum Hessenpark die neue Museumssaison. Bis Ende Oktober können Besucher dann täglich von 9 bis 18 Uhr einen Ausflug in die hessische Vergangenheit unternehmen. Über hundert historische Gebäude bieten auf dem 65 Hektar großen Gelände spannende Einblicke in das ländliche und kleinstädtische Leben früherer Jahrhunderte. Interessante Ausstellungen, original eingerichtete Gebäude, traditionelle Handwerksvorführungen, Mitmachaktionen, öffentliche Führungen und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm machen den Hessenpark zu einem lebendigen Ort.

Neue Attraktionen
Zu den Höhepunkten der Museumssaison gehört die Eröffnung der Gärtnerei aus Rechtenbach im Mai. Am Übergang vom Marktplatz zur Baugruppe Mittelhessen werden zwei Glashäuser und mehrere Frühbeetkästen im Stil der 1950er-Jahre errichtet. Hier sollen „historische“ Beetpflanzen für Nutzgärten, Sonderkulturen wie Tabak, Färberpflanzen, Hopfen und Feldgemüse für den musealen Bedarf angezogen werden. Zusätzlich entstehen eine Dauerausstellung zum Gärtnereiwesen (Eröffnung 2019) und ein Arbeitsbereich für Schulprojekte und Mitmachaktionen.

Einige Hundert Meter weiter die Dorfstraße hinunter entsteht im Haus aus Grebenau ein neues Textilhandwerkshaus, das im August im Rahmen der Veranstaltung „Auf Tuchfühlung mit Wolle, Hanf und Flachs“ Eröffnung feiert. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden die beliebten Handwerksvorführungen Weben, Flachs- und Wollverarbeitung unter einem Dach zusammengeführt. Eine Dauerausstellung im Obergeschoss thematisiert die zentrale Bedeutung von Textilien für den Alltag, die Arbeit, Geschichte und Wirtschaft im ländlichen Hessen. Medieninstallationen, Fühl- und Mitmachstationen nehmen Besucher mit in eine vergangene Zeit, in der die Herstellung von Stoffen und Kleidung für das Überleben und den gesellschaftlichen Status zentral war.

Im Haus aus Idstein ist ab April der zweite Teil der Dauerausstellung „Der Friseurberuf – ein Handwerk des Körpers“ zu sehen. Dieser beschäftigt sich mit den Tätigkeiten, die um 1900 im Friseursalon Spielmann aus Steinau an der Straße hauptsächlich anfielen: dem Rasieren und gelegentlichen Haareschneiden. In der Baugruppe Rhein-Main wird der Trimm-dich-Pfad um Schautafeln zur Geschichte der Trimm-dich-Bewegung ergänzt.

Unter dem Motto „Türen auf“ macht das Museum ab Sommer verschiedene Gebäude für Besucher zugänglich, die bislang nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet waren. Dazu gehören die original eingerichtete Schreinerei aus Fulda in der Baugruppe Werkstätten, die Empore der Synagoge aus Nentershausen in der Baugruppe Nordhessen, die Turmuhrenausstellung samt Uhrmacherwerkstatt und die Druckerei auf dem Marktplatz sowie der Schweinestall aus Bracht in der Baugruppe Mittelhessen. In den vergangenen Jahren wurden bereits die beiden Windmühlen und das Haus aus Münchhausen inklusive Standesamt täglich geöffnet und haben sich seitdem zu Besuchermagneten entwickelt.

Sonderausstellungen
In der Saison 2018 zeigt das Freilichtmuseum vier neue Sonderausstellungen: Die Sonderausstellung „Wanderlust“ in der Stallscheune aus Asterode beleuchtet ab dem 4. März 2018 zwei Jahrhunderte Naturbegehung im Taunus. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit dem Taunusklub e.V., der dieses Jahr sein 150. Jubiläum feiert. Drei verschiedene Wanderrouten führen durch das Gebäude, welche die Besucher je nach Informationsbedürfnis und Interesse selbst auswählen: Für Kinder gibt es den „Ziegenpfad“, für begeisterte Tauniden den „Taunidenweg“ und für Profis den „Gipfelsteig“.

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zeigt der Hessenpark ab dem 18. März im Haus aus Gemünden (Wohra) Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle des Impressionisten Jakob Nussbaum. Er gilt als der bedeutendste jüdische Künstler, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Frankfurt am Main lebte und arbeitete. Seine besondere Leidenschaft war die impressionistische Landschaftsmalerei, die er in seinen Stadtansichten weiterentwickelte.

„Stöbern in alten Fotos“ können Besucher ab dem 8. April im Festen Haus aus Ransbach. Dort ist eine Bilderauswahl aus dem Fotoarchiv von Walter Löber zu sehen, die den Alltag in Hessen von 1932 bis 1939 dokumentiert. Eine kleine Sonderschau im Fotohaus widmet sich ab dem 29. April unter dem Titel „Doppeläugig“ der zweiäugigen Spiegelreflexkamera.

Öffentliche Führungen und Vorträge
Auch in der Saison 2018 bietet das Freilichtmuseum von März bis Oktober jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr öffentliche Führungen für Besucher an. Die Themenpalette ist breit gefächert, von allgemeinen Museumserkundungen über Bienen-, Kräuter-, Ausstellungs- und Fachwerkführungen bis hin zu den beliebten Rundgängen mit dem Museumstheater ist für jeden Geschmack das richtige Angebot dabei. Alle öffentlichen Führungen sind im Museumseintritt inklusive, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm
Neue Thementage, Ferienprogramme mit Aktionen zum Mitmachen, große Feste und abwechslungsreiche Märkte – das Veranstaltungsprogramm 2018 ist bunt und vielseitig. Im Mai können sich große und kleine Baumeister im Rahmen des Fachwerktags mit den Baumaterialien Lehm und Holz vertraut machen und die aktuellen Sanierungsprojekte des Museums kennenlernen. Im Juni feiert der Tag der Köhlerei das seltene Handwerk und die 55. Öffnung des Kohlenmeilers im Hessenpark. Zum Aktionstag Ehrenamt im August dreht sich alles um die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Handwerk, Technik und Ausstellungsbetreuung. Im September öffnen zum Tag der Uhrmacherei die Uhrmacherschule, die Turmuhrenausstellung und die Uhrmacherwerkstatt ihre Türen und bieten Vorführungen und Mitmachaktionen für alle Altersklassen. Im Oktober kämpfen Pferdegespanne aus ganz Deutschland um die Meisterschaft im Leistungspflügen. Und im Dezember lädt der beliebte Adventsmarkt zu einem vorweihnachtlichen Bummel durch das Museum ein. Außerdem auf dem Programm: der Thementag Zeit mit Schauspiel, Vorführungen und Mitmachaktionen, der Märchentag, die Kinderwoche, der Treckertreff, die bewährten Klassiker Ernte- und Apfelfest, die Pflanzenmärkte im Frühling und Herbst und vieles mehr. Ein wichtiger Bestandteil des Jahresprogramms ist auch das Museumstheater. Besucher dürfen sich im Frühjahr, Sommer und Herbst auf die Tage der Schauspielführungen freuen. Am 10. Mai feiert das neue Theaterstück „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ Premiere: Schauplatz ist die Gemeinde Kohlgrund im Jahre 1836. Pfarrer Grabe ist empört. Aufopfernd kümmert er sich um das Seelenheil von fünf Gemeinden. Dafür nimmt er stundenlange Wege und Gefahren in Kauf. Und wofür? Der Gottesdienst ist schlecht besucht und von den Dorfbewohnern hagelt es Beschwerden. Eine Predigt soll’s richten … Eine weitere Aufführung des in Zukunft auch buchbaren Theaterstücks ist am 8. Juli geplant.

Baumaßnahmen im Gelände
Zu den wichtigsten Baumaßnahmen gehört in diesem Jahr der Aufbau des Fachwerkmusterhauses für Energieeffizienz in der Baugruppe Südhessen. Das Gebäude wird 2018 zur Schaubaustelle, auf der die Besucher den Fortgang der Aufbauarbeiten verfolgen können. Die Sanierung des Fruchtspeichers aus Trendelburg geht weiter und wird voraussichtlich im Jahr 2019 vollendet sein. Über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen können sich Museumsgäste vor Ort informieren. In der Baugruppe Mittelhessen entsteht eine moderne Toilettenanlage mit Wickelbereich und Kindertoilette. Hinter dem Fotohaus beginnt im Laufe des Jahres der Bau des neuen Schaudepots für Traktoren.

Neue Eintrittspreise
In die Museumssaison 2018 startet der Hessenpark mit einem neuen Preismodell. Kinder ab 6 Jahren zahlen künftig nur noch einen Euro, die Karte für Erwachsene kostet 9 Euro, die Familienkarte ist für 18 Euro zu haben. Neu ist die halbe Familienkarte für einen Elternteil mit bis zu vier Kindern, die 9 Euro kostet. „Mit der halben Familienkarte schließen wir eine wichtige Lücke in unserem Preismodell“, erklärt Museumsleiter Jens Scheller. „Bislang haben Alleinerziehende keinerlei Ermäßigung erhalten, das entspricht weder den gesellschaftlichen Realitäten noch unserem Anspruch, ein Museum für alle zu sein.“ In den Genuss der Preisreduktion kommen auch Elternteile, die allein mit ihren Kindern unterwegs sind. Menschen mit Behinderungen erhalten 4 Euro Rabatt auf die reguläre Eintrittskarte. Schüler, Studenten, Grundsicherungsempfänger, Inhaber der Ehrenamtskarte oder des Kulturpasses zahlen einen Euro. Begleitete Flüchtlingsgruppen erhalten nach Anmeldung wie gehabt freien Eintritt. In der Hauptsaison gilt der Feierabendtarif ab 16 Uhr, in den Wintermonaten ab 15 Uhr. Er beinhaltet eine Ermäßigung aller Eintrittspreise um fünfzig Prozent. Die bislang erhobenen Sondereintrittspreise für Großveranstaltungen wird es künftig nicht mehr geben.

Jens Scheller und sein Team freuen sich auf die neue Museumssaison: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können den Museumsgästen 2018 viele neue Eindrücke und spannende Attraktionen, aber auch erholsame Erlebnisse in ländlicher Umgebung bieten. Eine Mischung, die bei unseren Besuchern offensichtlich ankommt.“ Anlässe für einen Besuch gibt es in der neuen Museumssaison wieder reichlich. Dazu trägt der Museumsleiter seit einigen Jahren auch höchstpersönlich bei: Am 21. April steht um 15 Uhr seine große Führung zur Museumssaison 2018 auf dem Programm. Der Blick hinter die Kulissen zieht viele interessierte Besucher an, die hier aus erster Hand erfahren, was sich in den letzten Monaten im Hessenpark getan hat und welche Höhepunkte im Laufe des Jahres auf sie warten.

Die neuen Preise im Überblick
Erwachsene: 9 Euro
Kinder ab 6 Jahren, Schüler, Studenten: 1 Euro
Grundsicherungsempfänger: 1 Euro
Familienkarte: 18 Euro
Halbe Familienkarte: 9 Euro
Menschen mit Behinderung: 5 Euro
Gruppen ab 10 Personen: 8,50 Euro
Gruppen ab 40 Personen: 7,50 Euro

Feierabendtarif
Erwachsene: 4,50 Euro
Kinder ab 6 Jahren, Schüler, Studenten: 0,50 Euro
Grundsicherungsempfänger: 0,50 Euro
Familienkarte: 9 Euro
Halbe Familienkarte: 4,50 Euro
Menschen mit Behinderung: 2,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: 4 Euro
Gruppen ab 40 Personen: 3,50 Euro

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach

Freilichtmuseum Hessenpark mit neuem Besucherrekord

©atelier-goddenthow Foto: Diether v. Goddenthow
©atelier-goddenthow Foto: Diether v. Goddenthow

Jahresrückblick 2017: Neuer Besucherrekord im Freilichtmuseum Hessenpark

Neu-Anspach, den 4. Januar 2018. Im Jahr 2017 fanden 244.318 Besucher ihren Weg ins Freilichtmuseum Hessenpark. Im Vergleich zum Jahr 2016 mit 228.660 Gästen ergibt das ein Besucherplus von 15.658 Personen beziehungsweise 6,8 Prozent. Zum vierten Mal in Folge kann der Hessenpark damit einen deutlichen Besucheranstieg verzeichnen. Museumsleiter Jens Scheller und sein Team freuen sich über den anhaltenden Erfolg: „Die guten Besucherzahlen zeigen, dass wir mit unserer Entwicklungsstrategie für den Hessenpark richtig liegen. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Geschichte ihrer Vorfahren und suchen in Zeiten fortschreitender Digitalisierung nach Entschleunigung und Aktivitäten zum Anfassen und Mitmachen, wie wir sie im Museum anbieten.“

Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres gehörte die große Sonderausstellung „Hessen unter Strom“ zur Elektrizitätswirtschaft in der Region von den 1880er-Jahren bis heute, die das Museum in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Wirtschaftsarchiv Darmstadt in der Stallscheune aus Asterode zeigte. Auch die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der renommierten Fotografin Barbara Klemm, die unter dem Titel „Alltag, Aufbruch und Anstoß“ zu sehen waren, fanden reges Besucherinteresse. Die Ausstellung gehört zu den meistbesuchten, die je im Haus aus Gemünden (Wohra) gezeigt wurden. Zum zweiten Mal war der Hessenpark zudem Teil der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ und präsentierte von Mai bis Oktober im Marktplatzbereich drei Bronzen von Jean Y. Klein.

Nach umfassender Sanierung öffnete im Juni das einstige Lehrerwohnhaus aus Idstein wieder seine Türen. Dort kann man im Erdgeschoss den eingerichteten Friseursalon Spielmann aus Steinau an der Straße besichtigen. Der Friseur und Nebenerwerbslandwirt Nikolaus Spielmann hatte sich 1890 als Barbier und Herrenfriseur selbstständig gemacht. Sein Sohn Heinrich übernahm in zweiter Generation das Geschäft und führte es bis ins hohe Alter weiter. Wesentliche Teile des Salons sind erhalten geblieben und im Haus aus Idstein zu sehen. Ergänzend lassen zwei Medienstationen das geschäftige Treiben im Friseursalon lebendig werden.

In die Baugruppe Rhein-Main zog im Sommer 2017 der Zeitgeist der 1970er-Jahre ein. Anhand von originalen Bauvorlagen des Deutschen Sportbunds aus dem Jahr 1973 entstand dort ein Trimm-dich-Pfad mit insgesamt zehn Stationen aus Robinienholz. Bei schönem Wetter finden sich die sportlichen Besucher dort zum Training ein. Zur Eröffnung wurden sogar über 80-jährige an der Klimmzugstange gesichtet.

Deutlich ausgebaut wurde im vergangenen Jahr das Angebot an öffentlichen Führungen. Von März bis Oktober gab es jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr offene Führungen mit wechselnden Themen. Von der allgemeinen Museumserkundung über spezielle Themenführungen bis hin zu Schauspielführungen und landwirtschaftlichen Rundgängen war alles dabei. Teilnehmen konnten alle, die Zeit und Lust hatten. Eine vorherige Anmeldung war nicht erforderlich. Das erweiterte Angebot an Führungen wurde von den Besuchern gut angenommen.

Zu den wichtigsten Bauprojekten gehörte 2017 die Sanierung des Fruchtspeichers aus Trendelburg, die im Sommer begonnen hat. Auch die Arbeiten am Haus aus Grebenau schreiten voran, dort wird im August 2018 das neue Textilhandwerkshaus eröffnet. Im Aufbau befindet sich derzeit die Gärtnerei aus Rechtenbach, deren Fortschritte interessierte Besucher im Bautagebuch auf der Hessenpark-Internetseite nachlesen können. Für das Fachwerkmusterhaus in der Baugruppe Südhessen wurde am 6. November der Grundstein gelegt.

Spannende Thementage, Ferienprogramme mit Aktionen zum Mitmachen, traditionelle Feste und verschiedene Märkte – das Veranstaltungsprogramm 2017 war ebenso interessant wie vielfältig. Das Museumstheater nahm die Besucher im Rahmen von Schauspielrundgängen und Aufführungen mit auf eine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte. Im Mai konnte man während der Dampftage eine eindrucksvolle Sammlung historischer Dampfmaschinen bewundern, im Juni gab es beim Thementag „Feuer und Flamme“ Vorführungen rund um das traditionelle Schmiedehandwerk. Im August fanden ein Waschtag wie in früheren Zeiten und der „Gudeslam“ mit Lars Ruppel statt, bei dem bekannte Poetry Slammer aus Hessen gegeneinander antraten. Und Anfang Dezember lud der beliebte Adventsmarkt zu einem vorweihnachtlichen Bummel durch das Freilichtmuseum ein.

Zusätzlich zu den eingangs genannten Gästen besuchten im Jahr 2017 32.515 Personen den Marktplatz des Hessenparks ausschließlich zum Einkaufen. Die seit 2015 bestehende Einlassregelung hat sich inzwischen gut etabliert. Besucher, die nur zum Einkaufen oder zum Einkehren in die Gaststätten auf den Marktplatz wollen, sagen einfach an der Kasse Bescheid und erhalten freien Zutritt. Ausnahmen gibt es nur beim Adventsmarkt und den Pflanzenmärkten, also an sechs Veranstaltungstagen im Jahr. Wer sich die musealen Einrichtungen am Marktplatz und im Museumsgelände ansehen möchte, zahlt den regulären Eintrittspreis.

„2017 war für uns und unsere Besucher ein Jahr mit vielen Höhepunkten“, unterstreicht Museumsleiter Jens Scheller. „Neue Attraktionen und das insgesamt immer schöner werdende Museum haben uns trotz nicht optimaler Wetterbedingungen den vierten Besucherrekord in Folge beschert. Diesen Trend wollen wir 2018 fortsetzen und hoffen auf ähnliche gute Ergebnisse.“ Inzwischen laufen die Vorbereitungen für die neue Museumssaison auf Hochtouren. Diese beginnt am 1. März. Bis dahin hat das Museum samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet und bietet ein kleines, aber feines Winterprogramm.

Das aktuelle Programm und weitere Infos finden Sie unter Hessenpark

Zeitgemäß wohnen in historischen Fachwerkgebäuden – Spatenstich für energieeffizientes Musterhaus im Freilichtmuseum Hessenpark

Aus den Balken des Hauses aus Radheim entsteht bis 2019 ein energieeffizientes Musterhaus im Hessenpark. Foto: Eva Otto
Aus den Balken des Hauses aus Radheim entsteht bis 2019 ein energieeffizientes Musterhaus im Hessenpark. Foto: Eva Otto

Neu-Anspach, den 6. November 2017. Kann man in einem historischen Fachwerkhaus wohnen und den modernen Lebensstandard des 21. Jahrhunderts genießen? Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte und das Freilichtmuseum Hessenpark zeigen, dass dies möglich ist. Mit dem Projekt „Kompetenzzentrum für Klimaschutz in Fachwerkstädten“ wollen sie Beratung, Information und nachahmenswerte Beispiele für Energieeffizienz und Ressourcenschonung in Fachwerkstädten anbieten. Zum einen sollen dafür in den Städten Bleicherode (Thüringen), Hannoversch Münden (Niedersachsen), Schiltach (Baden-Württemberg) und Wolfhagen (Hessen) energetische Sanierungen von Fachwerkhäusern modellhaft dargestellt werden, die Immobilieneigentümern und Fachwerkinteressierten als Orientierung für eigene Maßnahmen dienen können. Zum anderen entsteht im Freilichtmuseum Hessenpark ein Musterhaus für zeitgemäßes und energieeffizientes Wohnen, das aktuelle bauphysikalische Standards berücksichtigt und eine hohe Wohnqualität bieten soll.

Für dieses Musterhaus fand heute der symbolische erste Spatenstich statt. Diesen führten Prof. Manfred Gerner, Projektinitiator und Präsident der Arbeitsgemeinschaft, und Hessenpark-Museumsleiter Jens Scheller gemeinsam aus. Das Haus wird in der Museumssaison 2018 zur Schaubaustelle, auf der die Besucher den Fortgang der Aufbauarbeiten verfolgen können. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Herbst 2019 geplant. „Entstehen soll ein Fachwerkhaus, in dem auch im kommenden Jahrzehnt jeder von uns gerne leben würde“, erläutert Manfred Gerner. „Durch die Qualität der handwerklichen Wiederherstellung und die Einbeziehung zeitgenössischer Architekturelemente setzt das Musterhaus Maßstäbe und liefert Ideen für den möglichen Umgang mit diesem historischen Konstruktionstyp“, ergänzt Jens Scheller.

So schön und ausgereift die Fachwerkbauweise auch ist, gibt es folgende Probleme: unzureichend gedämmte Gebäudehüllen, kaum vorhandene Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit, niedrige Raumhöhen, kleine Grundrisszuschnitte sowie geringe Wind- und Schlagregendichtigkeit der Fachwerkfassade durch Fugen und Risse. Hier setzt das Projekt an und zeigt, wie die praktische, kostenbewusste und sachgerechte Wiederherstellung des Fachwerkgerüsts und der Ausbau des Hauses nach neuesten Erkenntnissen und den Ansprüchen an heutiges Wohnen funktionieren kann. Neben der Energieeffizienz ist die Baustoffwahl nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien erklärtes Demonstrationsziel des Musterhauses.

Bauherren, Handwerker, Planer und alle anderen Betrachter des Gebäudes dürfen sich auf kreative Lösungen und stimmige Konzepte freuen. Für einzelne Bauteile sollen nach der Fertigstellung unterschiedliche Varianten gezeigt, verglichen und in ihrer Wirkung bewertet werden. Grundlage für das Gebäude ist ein Haus aus dem südhessischen Radheim, das 1979 ins Freilichtmuseum Hessenpark kam. Es verfügt über zwei Stockwerke und hat eine Wohnfläche von circa 86 Quadratmeter. Eventuell wird diese Fläche noch um einen modernen Glasanbau erweitert.

Ziel des Projekts „Kompetenzzentrum für Klimaschutz in Fachwerkstädten“ ist, die bisher geringe Rate energetischer Sanierung von Fachwerkgebäuden in Deutschland zu steigern und Fachwerkstädte insgesamt zu modernisieren. In Deutschland gibt es rund 2,4 Millionen Fachwerkhäuser, viele davon unter Denkmalschutz. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Die Projektkosten betragen insgesamt rund 350.000 Euro für die gesamte Laufzeit. Die Maßnahmen, die im Laufe der rund dreijährigen Projektphase entwickelt werden, sollen sich sowohl an Hauseigentümer als auch an Kommunen, Planer und ausführende Unternehmen richten.

Der gemeinnützige Verein „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte (ADF)“ wurde 1975 gegründet und ist ein bundesweiter Zusammenschluss von rund 130 durch Fachwerk geprägte Städte. Die ADF stellt sich seit 2009 im Rahmen der Fachwerktriennalen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik dem Themenfeld Klimaschutz und unterstützt Kommunen bei der Vorbereitung und Durchführung von Klimaschutzinitiativen.

Das Freilichtmuseum Hessenpark zeigt auf 65 Hektar den historischen Wandel der Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dem Land und in Kleinstädten durch Sonder- und Dauerausstellungen, Vorführhandwerk, Theateraufführungen und Themenrundgänge. Im Umgang mit über 100 wiedererrichteten historischen Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden und Werkstätten entwickelt sich das Museum zu einem Zentrum für Fachwerksanierung und traditionelle Baustoffe.

Ansprechpartner:

Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V.
Gregor Jungheim
Leiter der Geschäftsstelle
Propstei Johannesberg, 36041 Fulda
Telefon: 0661 9426332
E-Mail: gregor.jungheim@fachwerk-arge.de
www.fachwerk-arge.de

Freilichtmuseum Hessenpark
Elke Ungeheuer
Assistentin der Geschäftsführung | Ehrenamt und Fördermittel
stellv. Projektleiterin „Kompetenzzentrum für Klimaschutz in Fachwerkstädten“
Laubweg 5, 61267 Neu-Anspach
Telefon: 06081/588-202
E-Mail: elke.ungeheuer@hessenpark.de
www.hessenpark.de

Apfelfest im Freilichtmuseum Hessenpark am 21. u. 22. Oktober 2017

Apfelfest im Hessenpark am 21. und 22. Oktober. Foto: Jürgen Lamberti
Apfelfest im Hessenpark am 21. und 22. Oktober. Foto: Jürgen Lamberti

Neu-Anspach, den 16. Oktober 2017. Zu den schönsten Seiten des Herbstes zählen die Apfelernte und das Keltern des frischen Mosts. Zusammen mit der Kelterei Heil und allen Besuchern feiert das Freilichtmuseum Hessenpark die Lieblingsfrucht der Hessen am 21. und 22. Oktober mit einem großen Apfelfest. Auf dem Programm stehen Apfel- und Obstwiesenführungen, eine Apfelsortenschau, Infostände rund ums Thema Apfel und eine Obstrallye. Wer einen Apfelbaum sein Eigen nennt, kann unserem Pomologen Früchte mitbringen und zur Sortenbestimmung vorlegen. Dabei werden pro Baum mindestens fünf Früchte benötigt. Auch für die Anschaffung eines neuen Apfelbaumes kann Expertenrat eingeholt werden.

In der Hofanlage aus Emstal-Sand (Baugruppe Nordhessen) wird vor den Augen der Besucher frischer Most auf historischen Keltern gepresst. Die Ernte der rund 200 Apfelbäume im Hessenpark fällt dieses Jahr sehr spärlich aus, da ein Frosteinbruch im Frühjahr fast alle Blüten zerstört hat. Damit der Most trotzdem aus den historischen Keltern fließen kann, werden Äpfel aus Regionen ohne Frostschäden die Hessenparkernte ergänzen. Auch bei den Speiseäpfeln wird neben den Hessenparksorten ein ausgewähltes Bio-Apfel und Birnensortiment zum Verkauf angeboten. Apfel-Allergiker können sich über verträgliche Sorten informieren und diese auch probieren oder kaufen. Bei einem Glas frischem Most aus der historischen Kelterei und dem kurzweiligen Bühnenprogramm mit Livemusik kommt garantiert gute Stimmung auf! Am Samstag sorgt der Fanfarenzug Langenbach für Unterhaltung. Am Sonntag begrüßt hr1-Moderator Kai Völker den beliebten Musiker Peter Grün.

Apfelfest im Hessenpark am 21. und 22. Oktober. Foto: Sascha Erdmann
Apfelfest im Hessenpark am 21. und 22. Oktober. Foto: Sascha Erdmann

Wer nach einem ereignisreichen Tag nicht nur tolle Erinnerungen mit nach Hause nehmen möchte, kann sich auf dem Apfelmarkt mit schönen Dingen aus der Region versorgen. Angeboten werden allerlei Köstlichkeiten von Marmeladen und Chutneys über Käse und Bio-Fleisch bis hin zu essbaren Geschenken aus frischem Obst. Außerdem gibt es Strickwaren aus Alpakawolle, Laubsägearbeiten, Korbwaren, Kränze, Pflanzen, Holzartikel, Vogelhäuser, Naturseifen und vieles mehr.

Apfelfest mit Apfelmarkt
Samstag, 21. Oktober / Sonntag, 22. Oktober 2017, 11 bis 17 Uhr
Der Apfelmarkt hat analog zum Museum von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Eintritt: Erwachsene 9 Euro, Kinder 2,50 Euro, Familien 18 Euro.
Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach

Hessenpark eröffnet am 8. Juli 70er-Jahre-Trimm-dich-Pfad

„Trimming 130“ - Lauftreff, Heusenstamm-Rembrücken, um 1980
„Trimming 130“ – Lauftreff, Heusenstamm-Rembrücken, um 1980

Neu-Anspach, den 26. Juni 2017. Der Begriff Trimm-dich-Pfad wurde vom Duden als eines der Wörter der Jahrzehnte benannt, die stellvertretend für den Zeitgeist der 1970er-Jahre stehen. 1973 fand die Wortschöpfung erstmals Eingang in den deutschen Rechtschreibduden. Der Trimm-dich-Pfad bezeichnet nicht nur Freizeit-Sportanlagen auf Waldpfaden oder in Parks, sondern steht auch stellvertretend für die Trimm-Dich-Kampagne des ehemaligen Deutschen Sportbunds (DSB), welche 1970 ins Leben gerufen wurde. Diese zielte darauf ab, den Breitensport zu fördern und die mangelnde Bewegung der Deutschen im Alltag auszugleichen. Sport für alle unabhängig von Alter, Geschlecht und Fitnessstand – das war das Ziel des Aufrufs. Im Zuge dieser Bestrebungen entstanden Hunderte sogenannter Trimm-dich-Pfade in Deutschland, viele davon auch in Hessen. Die öffentlich zugänglichen Geräteanlagen erreichten einen enormen Bekanntheitsgrad, sodass noch heute viele Menschen aus eigener Erfahrung von deren Nutzung aus Kindertagen berichten können.

rimmy kommt ins Freilichtmuseum. Am 8. Juli geht es bei der Eröffnung des Trimm-dich-Pfads sportlich zu.
rimmy kommt ins Freilichtmuseum. Am 8. Juli geht es bei der Eröffnung des Trimm-dich-Pfads sportlich zu.

Das Freilichtmuseum Hessenpark holt nun die Erinnerung an die sportlichen Outdoor-Aktivitäten in die Gegenwart. Anhand von originalen Bauvorlagen des Deutschen Sportbunds aus dem Jahr 1973 ist in der Baugruppe Rhein-Main ein Trimm-dich-Pfad entstanden. Der als Rundweg angelegte Pfad besteht aus zehn von den Handwerkern des Museums gefertigten Gerätestationen aus Robinienholz. Insgesamt lassen sich hier 14 Übungen durchführen. Anleitungen zur Übungsausführung geben Tafeln an den jeweiligen Stationen, erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sportmedizin des Instituts für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Um die Trimm-Geräte aus heutiger Sicht nutzbar zu machen, mussten dabei historische Vorgaben in Einklang mit aktuellen sicherheitstechnischen Anforderungen und sportmedizinischen Erkenntnissen gebracht werden. Ergänzt wird der Geräteparcours durch die Trimm-Bahn, eine Laufstrecke, die sich durch teilweise versteckte Pfade in der Baugruppe Rhein-Main zieht.

Die Eröffnung des Trimm-dich-Pfads wird am 8. Juli um 12 Uhr gefeiert. Von 13 bis 15 Uhr stehen für alle sportbegeisterten Besucher angeleitete Trainingseinheiten durch das Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt auf dem Programm. Nach dem Eröffnungstag kann der neu errichtete Trimm-dich-Pfad anhand der Erläuterungen an den Stationsschildern eigenständig, je nach den eigenen körperlichen Möglichkeiten, absolviert werden. Wer sich lieber in der Gruppe, angeleitet von zertifizierten Übungsleitern, trimmen möchte, darf sich auf Gruppenangebote und offene Trimm-Treffs freuen.

Der Aufbau des Trimm-dich-Pfads wurde von der Taunus Sparkasse, dem Förderkreis Freilichtmuseum Hessenpark e.V. und dem Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB) gefördert. Der Hessenpark greift mit der Installation die sozial-gesellschaftlichen Entwicklungen der 1970er-Jahre auf und erweitert das Museum um eine neue dauerhafte Präsentation. In einer zweiten Projektphase wird bis zum Frühjahr 2018 vor Ort in der Baugruppe Rhein-Main ein Ausstellungsmodul zur Geschichte der Trimm-dich-Bewegung entstehen. Zeugnisse in Schrift und Bild geben dann Einblicke in die Geschichte der Breitensportbewegung von den 1970er- bis 1990er-Jahren.

Eröffnung des Trimm-dich-Pfads
8. Juli 2017, 12 Uhr
Ort: hinter der Hofanlage aus Anspach, Baugruppe Rhein-Main

13 bis 15 Uhr: Praktische Übungseinheiten an den Trimm-Geräten unter Anleitung von Sportwissenschaftlerinnen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

Für den Fußweg von der Museumskasse bis zum Trimm-dich-Pfad sollte man zirka 15 Minuten einplanen.

Freilichtmuseum Hessenpark GmbH
Laubweg 5
61267 Neu-Anspach

Freilichtmuseum Hessenpark errichtet historische Dorfgärtnerei aus Rechtenbach

Kürbis_vor_Kohlgrund1Neu-Anspach, den 11. April 2017. Historische Fachwerkbauten können im Freilichtmuseum Hessenpark seit über 40 Jahren bewundert werden. Mehr als 100 dörfliche Gebäude aus natürlichen Baustoffen wie Holz, Stein und Lehm bilden das Fundament des Museums. Nun wird der Hessenpark um ein Gebäude aus Stahl und Glas reicher: Nach rund einjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit beginnt in Kürze in der Baugruppe Mittelhessen der Aufbau der Gärtnerei aus Hüttenberg-Rechtenbach. Heute erfolgte der erste Spatenstich, zu dem zahlreiche Gäste geladen waren. Mit von der Partie waren unter anderem Museumsleiter Jens Scheller, der Vorstandsvorsitzende des Förderkreises Jürgen Banzer, Norbert Breidenbach vom Vorstand der Mainova AG, der Erste Beigeordnete der Gemeinde Hüttenberg Rudi Weber und die ehemalige Besitzerfamilie Weidmann.

Derzeit befindet sich die Gärtnerei aus Rechtenbach noch an ihrem alten Standort. Schon bald aber werden zwei Glashäuser und mehrere Frühbeetkästen abgebaut und im Freilichtmuseum im Stil der 1950er-Jahre wiedererrichtet. Schon diesen Sommer soll der Rohbau stehen und ein Gewächshaus in Nutzung genommen werden. Hier werden zukünftig Pflanzen für die Nutzgärten, Sonderkulturen wie Tabak, Färberpflanzen, Hopfen oder Feldgemüse sowie Beet- und Balkonpflanzen für den musealen Bedarf angezogen. Dabei kultivieren die Hessenpark-Mitarbeiter alte Sorten, die aus den Sortimenten der modernen Gartencenter längst verschwunden sind. Ziel des Museums ist es, sich mithilfe der historischen Gärtnerei verstärkt für die bedrohte Nutzpflanzenvielfalt einzusetzen und seinen Arche-Gedanken zu erweitern. Seit 2012 ist der Hessenpark bereits zertifizierter Arche-Park für alte Haustierrassen. Mit dem Bauprojekt betreten die Verantwortlichen Neuland, denn ein solches Gebäude ist bisher in keinem anderen deutschen Freilichtmuseum zu finden.

In einem der beiden Glashäuser wird eine Dauerausstellung eingerichtet, die fachliche Bezüge zur Gärtnerei vermittelt. Beleuchtet werden außerdem die Bedeutung von Gärtnereien für die dörfliche Alltagskultur und der soziale Wandel, der innerhalb weniger Jahrzehnte zum Aufblühen und Niedergang solcher Betriebe führte. Ein museumspädagogischer Bereich ist ebenfalls vorgesehen. Dort können die Besucher den Gärtnern bei der Arbeit zuschauen und im Rahmen von buchbaren Angeboten selbst Hand anlegen. Auch im Bereich des Gartenhandwerks möchte der Hessenpark dazu beitragen, altes Wissen und Können zu erhalten und an Interessierte weiterzugeben. Offiziell eröffnet wird die Gärtnerei voraussichtlich 2018.

Museumsleiter Jens Scheller freut sich über den Zuwachs im Museumsgelände: „Historische Nutz- und Zierpflanzen werden – wie viele andere Bestandteile unseres kulturellen Erbes auch – im Hessenpark bewahrt und erlebbar gemacht. In der Gärtnerei aus Rechtenbach findet unsere Arbeit mit Kulturpflanzen endlich einen angemessenen Ort. Bald dürfen unsere Gäste Gewächshausluft schnuppern und sich auf eine neue wunderbare Attraktion freuen!“

Finanziert wird das Bauprojekt größtenteils durch den Förderkreis des Freilichtmuseums, der insgesamt 130.000 Euro bereitstellt und mit inzwischen mehr als 3.000 Mitgliedschaften eine wichtige finanzielle Stütze des Museums ist. Ein beachtlicher Betrag konnte über einen internen Spendenaufruf für die Gärtnerei erzielt werden. „Viele Mitglieder des Förderkreises folgen gerne den projektbezogenen Spendenaufrufen, bei denen man ganz konkret sieht, wofür das Geld eingesetzt wird. So wächst die Identifikation mit dem Hessenpark“, erklärt der Vorsitzende des Förderkreisvorstands Jürgen Banzer. Zusätzlich spendet die Mainova AG Frankfurt 5.000 Euro. Vorstandsmitglied Norbert Breidenbach betont: „Mainova setzt sich mit der Förderung ausgewählter Projekte wie dem Wiederaufbau der historischen Gärtnerei aus Rechtenbach dafür ein, dass die Attraktivität unserer Heimatregion auch in Zukunft erhalten bleibt und weiter wächst. Ein Schwerpunkt unseres Sponsorings ist die außerschulische Bildung von Kindern und Jugendlichen, die von der wertvollen Arbeit des Hessenparks besonders profitieren.“

Wald- und Holztag im Freilichtmuseum Hessenpark am 2. April

Beim Wald- und Holztag können Besucher auch selbst aktiv werden. Foto: Sascha Erdmann
Beim Wald- und Holztag können Besucher auch selbst aktiv werden. Foto: Sascha Erdmann

Neu-Anspach, den 24. März 2017. Am 2. April dreht sich im Freilichtmuseum alles um den Wald, der mit seinen natürlichen Holzvorräten ein wichtiger Energie- und Baustofflieferant für uns ist. Auf die Besucher warten Waldrundgänge, Vorführungen und Aktionen zum Mitmachen, bei denen sie etwas über nachhaltige Waldpflege sowie die Forstnutzung und den Holztransport der vergangenen 200 Jahre erfahren. Alt und Jung können sich an modernen und historischen Holzbearbeitungsmethoden wie Lohschälen und Holzsägen versuchen, im Wald bei der Baumfällung und beim anschließenden Holzrücken mit Kaltblutpferden zusehen oder Forstjäger auf Patrouille begleiten. Auch historische Forstwerkzeuge werden präsentiert. Weitere Vorführungen finden im Sägewerk, in der Schreinerei, in der Drechslerwerkstatt und in der Druckerei statt.

Um 12 und um 15 Uhr führt Förster Karl-Matthias Groß durch den zehn Hektar großen Waldbestand des Hessenparks und vermittelt seinen Begleitern die Sicht eines fürstlichen Forstbeamten um 1780. Um 13 Uhr wird ein Rundgang über den Hartig-Walderlebnispfad angeboten. Auf einer Wegstrecke von etwa zwei Kilometern entdecken Kinder und Erwachsene an zwölf Stationen verschiedene Baum-, Holz- und Tierarten und lernen die Geschichte unserer heimischen Wälder kennen. Treffpunkt für die Führungen ist hinter dem Eingangsgebäude.
Das Freilichtmuseum Hessenpark veranstaltet den Wald- und Holztag in Kooperation mit dem Landesbetrieb HessenForst.

Das Programm:
11-17 Uhr: Lohschälen und Holzsägen zum Mitmachen

11-17 Uhr: Forstjäger auf Patrouille und Präsentation historischer Forstwerkzeuge

11-17 Uhr: Baumfällung und Holzrücken mit Pferden

11-17 Uhr: Vorführungen in der Schreinerei, Drechslerwerkstatt, Druckerei und im Sägewerk

12 und 15 Uhr: Forsthistorische Exkursion

13 Uhr: Führung auf dem Hartig-Walderlebnispfad

Wald- und Holztag im Freilichtmuseum Hessenpark

2. April 2017, 11 bis 17 Uhr

Die Saison 2017 im Freilichtmuseum Hessenpark

In der Museumssaison 2017 gibt es viele Anlässe für einen Ausflug in den Hessenpark. Foto: Christian Gahmann
In der Museumssaison 2017 gibt es viele Anlässe für einen Ausflug in den Hessenpark. Foto: Christian Gahmann

Ein neuer Trimm-Dich-Pfad in der Baugruppe Rhein-Main, die Wiedereröffnung des Frisörsalons im Haus aus Idstein, eine große Sonderausstellung zum Thema Elektrizität in Hessen, Schwarz-Weiß-Fotografien aus Hessen von Barbara Klemm, die erneute Beteiligung an den Blickachsen und ein buntes Veranstaltungsprogramm – 2017 können Besucher im Hessenpark viel erleben!

Neu-Anspach, den 23. Februar 2017. Am 1. März beginnt im Freilichtmuseum Hessenpark die neue Museumssaison. Bis Ende Oktober können Besucher dann täglich von 9 bis 18 Uhr eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen. Über 100 historische Gebäude bieten auf dem 65 Hektar großen Gelände spannende Einblicke in 400 Jahre ländliches und kleinstädtisches Leben in Hessen. Neben interessanten Ausstellungen und original eingerichteten Häusern gehören traditionelle Handwerksvorführungen, Mitmachaktionen, öffentliche Führungen und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zum lebendigen Erscheinungsbild des Museums.

Neue Attraktionen

Hunde erlaubt. Ins Freilichtmuseum dürfen Besucher ihre Vierbeiner mitbringen. Foto: Jürgen Lamberti
Hunde erlaubt. Ins Freilichtmuseum dürfen Besucher ihre Vierbeiner mitbringen. Foto: Jürgen Lamberti

Nach umfassender Sanierung öffnet das einstige Lehrerwohnhaus aus Idstein ab dem 11. Juni wieder seine Türen. Dort kann im Erdgeschoss der eingerichtete Frisörsalon Spielmann aus Steinau an der Straße besichtigt werden. Der Frisör und Nebenerwerbslandwirt Nikolaus Spielmann hatte sich 1890 als Barbier und Herrenfrisör selbständig gemacht. Sein Sohn Heinrich übernahm in zweiter Generation das Geschäft und führte es bis ins hohe Alter weiter. Wesentliche Teile des Salons sind erhalten geblieben und ab Juni wieder im Hessenpark zu besichtigen. Zwei Medienstationen lassen das geschäftige Treiben im Frisörsalon lebendig werden. Die Wiederöffnung am 11. Juni ist eingebettet in den Thementag Haare, an dem Besucher auf historischen Frisierstühlen Platz nehmen und sich von Könnern ihrer Zunft die Haare schneiden lassen dürfen. Außerdem erhalten die Hessenpark-Schafe ihre Sommerfrisur.

In die Baugruppe Rhein-Main zieht im Sommer der Zeitgeist der 1970er-Jahre ein. Anhand von originalen Bauvorlagen aus dem Jahr 1973 errichtet das Freilichtmuseum dort einen Trimm-Dich-Parcours. Die insgesamt zehn Stationen aus Holz haben historische Trimmgeräte zum Vorbild, sind aber natürlich an aktuelle Sicherheitsanforderungen angepasst. Text- und Bildtafeln geben Einblick in die Hintergründe und Entwicklung der Trimm-Dich-Bewegung bis in die 1990er-Jahre. Besucher sind herzlich eingeladen, die neue Sportanlage aktiv zu nutzen. Je nach Fitnessgrad und körperlichen Möglichkeiten ist das aufgrund der Erläuterungen an den einzelnen Stationen auf eigene Faust möglich. Wer sich lieber in der Gruppe, angeleitet von zertifizierten Übungsleitern, trimmen möchte, darf sich auf Gruppenangebote und offene Trimm-Treffs freuen. Die Eröffnung wird am 8. Juli um 12 Uhr gefeiert.

Auch von der Ladenzeile auf dem Marktplatz gibt es Neuigkeiten zu berichten. Tobias Gerschewski hat seine Käsekiste Ende 2016 geschlossen, um sich künftig ganz der Hungener Käsescheune zu widmen. Das attraktive Ladenlokal übernimmt im April Ingrid Schick. Unter dem Namen „Feinhessisch im Hessenpark“ wird die Gastro-Autorin, die in der Region bestens vernetzt ist, Produkte aus Hessen zum Kosten und Kaufen anbieten.

Sonderausstellungen
In der Saison 2017 zeigt das Freilichtmuseum fünf neue Sonderausstellungen: Den Auftakt bildet eine kleine Sonderschau zum Thema Miniaturkameras im Fotohaus, die am 26. Februar eröffnet wird. Vom 12. März bis zum 23. April macht traditionell der Licher Fotopreis im Hessenpark Station. Im Haus aus Gemünden (Wohra) sind ab dem 5. März Bilder von Barbara Klemm zu sehen. Unter dem Titel „Alltag, Aufbruch und Anstoß“ zeigt die renommierte Fotografin erstmals eine Auswahl ihrer zwischen 1969 und 2001 in Hessen entstandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Die große Sonderausstellung in der Stallscheune aus Asterode widmet sich dem Thema „Hessen unter Strom“. Vom 26. März bis zum 3. Dezember können sich Besucher hier über die Elektrizitätswirtschaft in der Region von den 1880er Jahren bis heute informieren. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Wirtschaftsarchiv in Darmstadt entstanden. „Die Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Stockheim“ ist Thema einer Fotodokumentation, die Wilfried Kohlmeier und Ernst Bäppler ab dem 28. Mai im Festen Haus aus Ransbach präsentieren. Auch der Marktplatz des Museums wird durch die erneute Beteiligung an der Skulpturenbiennale Blickachsen 2017 wieder zur Ausstellungsfläche. Hier ist ab Mai eine Gruppe von Figuren des kanadischen Künstlers Jean Yves Klein zu bewundern.

Mehr öffentliche Führungen und Vorträge

Pro Tag können Besucher in der Hauptsaison mindestens drei Handwerksvorführungen bestaunen. Hier zu sehen: Korbmacher Horst Pfetzing. Foto: Christian Gahmann
Pro Tag können Besucher in der Hauptsaison mindestens drei Handwerksvorführungen bestaunen. Hier zu sehen: Korbmacher Horst Pfetzing. Foto: Christian Gahmann

Das Angebot an öffentlichen Führungen wird 2017 deutlich ausgeweitet. Diese finden in der Hauptsaison von März bis Oktober jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr im Freilichtmuseum statt. Allgemeine Museumserkundungen, Themenführungen, Schauspielführungen und landwirtschaftliche Rundgänge – Besucher können das Museum an den Wochenenden künftig aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernen. Und das Beste: Alle öffentlichen Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Der erste Mittwoch im Monat ist wieder für Restaurator Matthias Stappel reserviert. Er bietet von März bis Oktober um 16 Uhr in der Schreinerei aus Fulda das beliebte Format „Im Dialog mit dem Restaurator“ an.

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm

Zum Deutschen Mühlentag stehen die Mühlen des Museums im Fokus. Jürgen Lamberti
Zum Deutschen Mühlentag stehen die Mühlen des Museums im Fokus. Jürgen Lamberti

Spannende Thementage, Ferienprogramme mit Aktionen zum Mitmachen, traditionelle Feste und verschiedene Märkte – das Veranstaltungsprogramm 2017 ist ebenso interessant wie vielfältig. Im Mai präsentiert der Hessenpark während der Dampftage eine eindrucksvolle Sammlung historischer Dampfmaschinen. Im Juni stehen anlässlich des Deutschen Mühlentags Führungen und Aktionen zu den Mühlen des Museums im Veranstaltungskalender. Im August wird in der Martinsklause ein Wirtshausfest mit historischen Brauvorführungen gefeiert. Im Dezember lädt der beliebte Adventsmarkt zu einem vorweihnachtlichen Bummel durch den Hessenpark ein. Außerdem auf dem Programm: ein Waschtag mit Aktionen rund um den Waschplatz aus Ebsdorf, der Märchentag, die Kinderwoche, der Treckertreff, die bewährten Klassiker Ernte- und Apfelfest, die Pflanzenmärkte im Frühling und Herbst und vieles mehr. Ein wichtiger Bestandteil des Jahresprogramms ist auch 2017 das Museumstheater. Besucher dürfen sich im Frühjahr, Sommer und Herbst auf die Tage der Schauspielführungen freuen. Am 14. Mai wird das Freilichttheater „Ein Dorf verschwindet“ wiederaufgenommen: Krieg, Hungersnot, Naturkatastrophen – Gründe, seine Heimat zu verlassen, gibt es viele. Aber was passiert, wenn ein ganzes Dorf beschließt zu gehen? Dies erfahren Besucher an insgesamt sieben Aufführungstagen im Rahmen einer Zeitreise ins Jahr 1779.

Baumaßnahmen im Gelände
Zu den wichtigsten Baumaßnahmen gehört 2017 die Sanierung des Fruchtspeichers aus Trendelburg, in dem der gescheckte Nagekäfer sein Unwesen treibt. Das imposante Gebäude in der Baugruppe Nordhessen wird in den Sommermonaten 2017 zur Schaubaustelle. Im Erdgeschoss entsteht durch einige Umbauten wie die Verlegung des Eingangs ein schöner Veranstaltungsraum. Im ersten Stock präsentiert das Museum künftig eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes. Hier lässt sich dann auch die besonders eindrucksvolle Fachwerkkonstruktion des Dachstuhls bewundern. Das ambitionierte Projekt soll, wenn alles nach Plan verläuft, 2018 abgeschlossen sein. Über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen können sich Museumsgäste stets vor Ort informieren.

Ebenfalls im Sommer beginnen in der Baugruppe Rhein-Main die Bauvorbereitungen für das geplante Fachwerk-Musterhaus für Energieeffizienz. Das Projekt wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Kompetenzzentrums für Klimaschutz in Fachwerkstädten realisiert. „Unser Ziel ist, die Verknüpfung von Energieeffizienz, zeitgemäßer Haustechnik und aktuellem Wohnambiente in einem Fachwerkhaus praktisch zu zeigen“, erklärt Museumsleiter Jens Scheller. Hier können sich Hausbesitzer und Bauherren über moderne Standards und Sanierungskonzepte informieren. Zugleich soll das Gebäude Anlaufstelle für Aus- und Weiterbildung werden. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für 2019 geplant. Am Haus aus Rörshain auf dem Marktplatz steht eine Fassadensanierung an. Das Standesamt zieht deshalb vorübergehend um ins Haus aus Münchhausen in der Baugruppe Mittelhessen. Ein Stück die Dorfstraße hinunter wird das Haus aus Grebenau saniert. Nach Abschluss der Arbeiten entsteht hier ein Textilhandwerkshaus, in dem die verschiedenen Handwerksvorführungen zum Thema zusammengefasst werden. Außerdem beginnen im Frühjahr die Bauarbeiten an der Gärtnerei aus Rechtenbach, die zum Jahresende in Betrieb gehen soll.

Jens Scheller und sein Team freuen sich auf die neue Museumssaison: „Wir konnten drei Jahre in Folge neue Besucherrekorde erzielen und hoffen auch 2017 auf gute Resonanz“, erklärt Scheller. Anlässe für einen Besuch gibt es auch in der neuen Museumssaison reichlich. Dazu trägt der Museumsleiter seit einigen Jahren auch höchstpersönlich bei: Am 5. März bietet er um 15 Uhr seine große Führung zum Saisonstart an. Interessierte Besucher erfahren hier, was sich in den letzten Monaten im Hessenpark getan hat, wie der aktuelle Stand der Baumaßnahmen im Gelände ist und auf welche Attraktionen sich die Museumsgäste 2017 freuen können.

Die Eintrittspreise bleiben 2017 unverändert.