Ein Stück Frankfurter Geschichte wird für die Zukunft erhalten

v.li. Dr. Andrea Hampel,Leiterin des Denkmalamtes, Dr. Carsten Wenzel, kommissarischer Leiter des Archäologischen Museums, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Mike Josef, Planungsdezernent.
v.li. Dr. Andrea Hampel,Leiterin des Denkmalamtes, Dr. Carsten Wenzel, kommissarischer Leiter des Archäologischen Museums, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Mike Josef, Planungsdezernent.

Stadträte Josef und Hartwig stellen Lackprofile römischer Fundstücke vor Planungsdezernent Mike Josef und Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig haben heute ein erstmals in Frankfurt angewandtes Verfahren vorgestellt, wie archäologische Bodenfunde für die Nachwelt konserviert werden können. Gemeinsam mit der Leiterin des Denkmalamtes, Dr. Andrea Hampel, und dem kommissarischen Leiter des Archäologischen Museums, Dr. Carsten Wenzel, erläuterten die beiden Stadträte Herstellung und Inhalt zweier sogenannter Lackprofile, mit denen römische Ausgrabungsfunde aus dem Stadtgebiet für die Zukunft erhalten und museal präsentiert werden können.

„Mithilfe der Lackprofile können die herausragenden Befunde aus den jüngsten Grabungen in Heddernheim beispielhaft erhalten werden“, sagte Planungsdezernent Josef. „Indem ein vollständiges Bodenprofil abgenommen und mit allen darin enthaltenen Fundstücken im ursprünglichen Zustand konserviert wurde, ist nun ein Blick zurück in die Vergangenheit möglich.“ Kulturdezernentin Hartwig ergänzt: „Nicht nur können auf diese Weise die archäologischen Befunde aus der Römerzeit in ihrer Gesamtheit erhalten, sondern auch sehr eindrucksvoll präsentiert werden. Scherben von Keramikgefäßen sind darin ebenso zu erkennen wie zahlreiche Tierknochen oder Metallobjekte wie eine verkleinerte Lanzenspitze – so lässt sich unsere Geschichte anhand von Originalen bildhaft vermittelt.“

Die Herstellung und Bearbeitung von Lackprofilen bis hin zu einem ausstellungfähigen Objekt ist äußerst aufwendig und dauert mehrere Wochen. Die beiden römischen Lackprofile sind das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Archäologischen Museum Frankfurt und dem städtischen Denkmalamt.

Restauratoren und Grabungstechniker waren zunächst vier Tage lang im Schutzanzug und mit Atemmaske tätig, um die bereits freigelegten Bodenprofile zu bearbeiten. Diese wurden mit einem Kunstharzprodukt beschichtet und getrocknet, bevor die Vorderseite erstmals sichtbar wurde. Nach dem Abtransport ins Museum wurde diese bereinigt, lose Kiesel und Ähnliches abgenommen und gebrochene Knochen restauriert. Schließlich wurde das Ganze in einen Rahmen gefasst und gleichmäßig an den Seiten und am Boden beschnitten.
Die Profile sind zwischen 1,50 x 1,50 Meter und 2,50 x 1,50 Meter groß. Die Kosten alleine für das Material liegen bei rund 4000 Euro. Es ist angedacht, ein Lackprofil in der Römerstadtschule unterzubringen und eines im Archäologischen Museum auszustellen.

Bereits seit Mai vergangenen Jahres führte das Denkmalamt aus Anlass der die Erweiterung der Römerstadtschule archäologische Ausgrabungen durch und machte herausragende Funde. Dabei wurde im Zentrum der römischen Stadt Nida, die sich in den heutigen Gemarkungen Heddernheim und Praunheim befand, ein neu entdeckter Tempelbezirk mit mindestens fünf Tempeln freigelegt. Neben mehreren ehemals repräsentativen Steingebäuden stieß man zudem auf weitere Zeugnisse der religiösen Verehrung zur Römerzeit. Dazu gehören auch Kultgruben aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, die in einem bisher nicht erforschten Zusammenhang mit religiösen Handlungen innerhalb der Tempelanlage stehen. Durch die nun erstellten Lackprofile kann ihr Zustand, ihr Inhalt und ihre Struktur unverändert für die Zukunft konserviert werden.

Die römische Fundstelle in Frankfurt-Heddernheim als Verwaltungssitz der Civitas Taunensium ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Es handelt sich um eine der bedeutendsten Fundstellen im Stadtgebiet und innerhalb der römischen Provinz Germania Superior (Obergermanien).

Nach einer Militärphase ab dem Jahr 70 nach Christus wurde um 85 nach Christus die Provinz Germania Superior gegründet und es entstand eine zivile Siedlung in der Nähe der Nidda. Die Stadt Nida bestand nach ihrer Gründung um 110 nach Christus bis zur Aufgabe der rechtsrheinischen Gebiete 259/260. Sie hatte eine besondere Bedeutung als zentraler Handels- und Verwaltungsplatz. Der römische Name Nida, der sicher auf einen keltischen Ursprung zurückgeht, ist durch einen Inschriftenfund gesichert.

Über lange Zeit wurde das Areal landwirtschaftlich genutzt, bis durch die Ernst-MaySiedlung „Römerstadt“ in den Jahren 1927/1929 der südliche Teil der Stadt überbaut wurde. Gleichwohl erfolgte eine archäologische Dokumentation der Befunde gemäß dem damaligen wissenschaftlichen Standard. Nach dem 2. Weltkrieg begannen moderne wissenschaftliche Aufnahmen des Geländes, wobei man sich in erster Linie auf die Erforschung des „Steinkastells“ aus der militärischen Periode konzentrierte. Das Steinkastell liegt im Osten des römischen Stadtgebiets und berührt nur zu einem Teil die spätere zivile Stadt.

Ab 1961 wurde der bis dahin unversehrte nördliche Teil der Stadt allerdings großflächig überbaut. Die Fundstelle erlitt beim Bau der Nordweststadt schwerste Verluste: Hochhäuser, Tiefgaragen, U Bahntrassen und eine Schnellstraße wurden auf einer Fläche von 500.000 Quadratmetern errichtet. Mit wenigen Ausnahmen konnte die Denkmalpflege damals keine Dokumentation in wissenschaftlich angemessener Form durchführen.

Rheingau Literatur Festival „WeinLese 2017“: Ulrich Wickert liest am 20.9. auf Schloss Johannisberg

Oestrich-Winkel, 29.08.2017 – Die Nachfrage nach der Lesung von Ulrich Wickert am 20.9. war so groß, dass die Lesung von der Brentanoscheune in Oestrich nach Schloss Johannisberg verlegt wurde.

20.9.2017, 20.00 Uhr, Schloss Johannisberg, Fürst-von-Metternich-Saal, Geisenheim Rheingau Literatur Festival Ulrich Wickert: Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen Heiner Boehncke Moderation

wickert-frankr.lieben1Frankreich – was nun? Ulrich Wickert zur Lage der Grande Nation
Frankreich ist mehr als nur der große Nachbar Deutschlands. Es ist ein Land, das sich vom Erbfeind zum vertrauten Partnerland gewandelt hat, das nach dem Brexit als Pfeiler Europas so wichtig ist wie nie zuvor. Und seit jeher ist es ein Sehnsuchtsland der Deutschen, die seine Eleganz, seinen Stil, die Küche und Kultur bewundern. Aber Frankreich steckt tief in der Krise: Der Niedergang der Wirtschaft, politische Stagnation, der Aufstieg des Front National, soziale Spannungen und islamische Attentate haben das Selbstbewusstsein der Grande Nation erschüttert. Ulrich Wickert, der bekannteste Frankreich-Experte Deutschlands, zieht in seinem neuen Buch ein Resümee über die lebenslange Faszination und Auseinandersetzung mit einem Land, das uns so vertraut scheint und doch viele Rätsel birgt – ein Buch, das hochaktuell ist, das hilft, Frankreich zu verstehen. Ulrich Wickert – geboren 1942 ist einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands. Er war als Korrespondent in den USA und Frankreich tätig, außerdem langjähriger Anchorman der Tagesthemen. Er lebt in Hamburg und Südfrankreich, wo er neben Kriminalromanen auch politische Sachbücher schreibt.

Karten zu 25,00 € (Kartenpreise zzgl. Systemgebühr von 1,30 € pro Karte) Karten unter: 06723 / 60 21 70 oder https://www.rheingau-musik-festival.de

Weitere Veranstaltungen des Rheingau Literatur Festivals “WeinLese2017“ auf Schloss Johannisberg:

15.9.2017, 20.00 Uhr, Schloss Johannisberg, Fürst-von-Metternich-Saal, Geisenheim
Sten Nadolny: Das Glück des Zauberers. Der neue Roman des Autors von „Die Entdeckung der Langsamkeit“

Karten zu 25,00 € (Kartenpreise zzgl. Systemgebühr von 1,30 € pro Karte) Karten unter: 06723 / 60 21 70 oder https://www.rheingau-musik-festival.de

wickert-frankr.lieben3Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen. Hoffmann & Campe, Hamburg 2017,  Seiten:288, Euro 22,00
ISBN:978-3-455-50217-6 Erscheint am:12.09.2017

Sektnacht 2017 bei Henkell – Am 28. Oktober It’s Party Time!

Henkell_Sektnachtplakat_201Der Countdown läuft: Am Samstag, den 28. Oktober, startet ab 20 Uhr die längste Partynacht des Jahres zur Zeitumstellung — die Sektnacht 2017. Bekannte Live-Acts und DJs bringen durchgehend coole Stimmung in den Henkell-Marmorsaal. Bei R&B, Pop, Soul und Jazz lässt Henkell die Korken knallen und offeriert den Gästen eine einzigartige Party-Atmosphäre.
Die Stars der Sektnacht 2017: Live-Auftritte von Beatrice, Telly und DJ Alex ‘K‘ Für Musik und jede Menge Stimmung sorgen Künstler wie die New Yorkerin Beatrice, die mit ihrer facettenreichen Stimme und einer mitreißenden Show Kritiker und Publikum von sich überzeugt.

Aber auch unsere deutschen Stars haben spannende Live-Acts zu bieten. Zum Beispiel Singer-Songwriter Telly, der nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seinen SounddesignFähigkeiten international Aufsehen erregt. Sein musikalisches Repertoire reicht von klassischen Oldies, Pop, Jazz und Rock bis zu den neuesten Trendsongs der deutschen Charts.

Sektnacht_2016_1Wem das nicht genügt, der kann spätestens zu den Sounds von DJ Alex ‘K‘ richtig durchstarten! Denn DJ Alex K ist einer der bekanntesten DJs in NRW und somit auf allen angesagten Society-Events zu Hause. Sein musikalisches Spektrum reicht von Oldies, 70er, 80er, 90er, Rock, Pop, Partymusik, Schlager bis hin zu aktueller Musik aus den Charts, House, Electro, Black Music und vieles mehr.

Für Augen und Ohren: Lasershow-Performerin Jean Pearl
In diesem Jahr präsentiert die Sektnacht einen ganz besonderen Show-Act. Künstlerin Jean Pearl präsentiert ihre Visual Vocal-Lasershow: Atmosphärischer Live-Gesang in einem atemberaubenden Spiegelkostüm untermalen das einzigartige Showerlebnis der bunt schillernden Laserlight-Show.

Chillout-Lounge in der Degorgierhalle:

Andrew Carrington featuring Katja
Auch an diesem Abend verwandelt sich die Degorgierhalle der Sektkellerei bei leichten Klängen in eine Chillout-Lounge. Ob eine kurze Verschnaufpause oder ein kleiner Snack vom Buffet – hier können die Partygäste ihre Tanzbatterien aufladen und dabei den Klängen von Andrew Carrington und Katja lauschen. Carrington ist ein internationaler Musiker und Saxophonist, bekannt geworden als Lead-Sänger der australischen Gruppe The Ten Tenors. Gemeinsam mit Sängerin Katja präsentiert er ein entspanntes Repertoire aus Jazz, Easy Listening und internationalen Klassikern wie Stücken von Frank Sinatra und Michael Bublé.

Fahrservice für den sicheren Heimweg
Es wird wieder eine ausgelassene Partynacht werden – und damit auch die prickelnden Köstlichkeiten genossen werden können, steht der Mercedes-Benz-Fahrservice von Taunus-Auto (www.taunus auto.de) bereit. Dieser bringt die Gäste auf Wunsch und nach Verfügbarkeit in einem Radius von ca. 20 Kilometern sicher nach Hause. Die eigenen Fahrzeuge können am Sonntag vom Henkell Parkplatz abgeholt werden.

Kartenvorverkauf — First come, first serve!
Eine Karte für die beliebte Henkell-Sektnacht 2017 kostet 35,00 Euro (zzgl. Vorverkaufsgebühr, max. 4 Karten pro Person). Die Karten sind nur im Vorverkauf ab dem 30.09.2017 um 9:45 Uhr erhältlich. Tickets gibt es an folgender Vorverkaufsstelle in Wiesbaden: Tourist Information, Marktplatz 1 (Tel.: 0611 1729-930), Öffnungszeit: ab 9:45 Uhr.

Außerdem steht zum VVK-Start auch in diesem Jahr ein begrenztes Kartenkontingent über Wiesbaden Marketing/Tourist Info online (zzgl. Vorverkaufsgebühr, max. 2 Karten pro Person) zur Verfügung:
http://www.wiesbaden.de/tourismus/kartenvorvkauf-shop/index.php (Achtung: Dieser Link
wird auch erst am 30.09.2017 um 9:45 Uhr aktiviert)

Übrigens: Die Henkell & Co.-Sektkellerei ist jetzt auch samstags und sonntags für Kellereiführungen geöffnet. Weitere Infos unter https://www.henkell-gruppe.de/fuehrungen-events/fuehrungen.html

Weitere Informationen unter www.henkell.de

Frankfurter Goethepreis 2017 an „Théâtre du Soleil-Direktorin“ Ariane Mnouchhine

Oberbürgermeister Peter Feldmann überreichte   Francois Duplat, dem langjährigen Freund der Preisträgerin und Ehrenmitglied des „Théâtre du Soleil“  den Goethe-Preis stellvertretend für Ariane Mnouchkine im Kaisersaal des Frankfurter Römers. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Oberbürgermeister Peter Feldmann überreichte Francois Duplat, dem langjährigen Freund der Preisträgerin und Ehrenmitglied des „Théâtre du Soleil“ den Goethe-Preis stellvertretend für Ariane Mnouchkine im Kaisersaal des Frankfurter Römers. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

In einem Festakt wurde am Montag, 28. August, im Kaisersaal des Frankfurter Römers der alle drei Jahre vergebene Goethe-Preis an Ariane Mnouchkine verliehen, der Direktorin des legendären Théâtre du Soleil in Paris, welches sie vor über 50 Jahren mit Theaterstudenten mitbegründete.

Das Théâtre du Soleil, auch für seine politischen Botschaften bekannt, versteht sich als eine Art Kommune, in der die Schauspieler, Bühnenarbeiter und alle daran Beteiligten überwiegend zusammen arbeiten und leben und auch gleichviel verdienen. Ihre spielfreudigen, fantasievollen künstlerischen Projekte sind Gemeinschaftsproduktionen, die basisdemokratisch aus dem Kollektiv heraus entwickelt werden.

Dennoch machte Mnouchkine, Tochter des Filmproduzenten Alexandre Mnouchkine, klar, dass sie keine Hippies seien. Sie seien viel rigoroser, da es bei ihnen um eine  Verbindung von Arbeit, künstlerischen Projekten und privaten Beziehungen gehe, wie sie neulich in einem Interview dem Sender 3Sat erläuterte. Siehe: (Regisseurin, Autorin, Utopistin Die Künstlerin Ariane Mnouchkine).

Die Stadt Frankfurt ehrt mit Ariane Mnouchkine eine Persönlichkeit, deren Inszenierungen die europäische Theaterwelt geprägt haben. Ariane Mnouchkine habe mit der Gründung „Théâtre du Soleil“ eine kulturelle Institution von internationaler Bedeutung geschaffen. Mit ihrem Ensemble habe sie eine eigenständige Ästhetik entwickelt, die auf antike und asiatische Darstellungsformen zurückgreife und diese mit europäischen Traditionen verbinde, soweit die Urkunde.

Oberbürgermeister Peter Feldmann betonte in seinem Grußwort die herausragende Bedeutung der Preisträgerin für das Theater der späten Nachkriegszeit bis heute: „Ariane Mnouchkine ist eine Zauberin, die das Theater im Vertrauen auf seine Tradition neu erfunden hat; dafür gebührt ihr zurecht der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt des Jahres 2017.

Da Ariane Mnouchkine zur Zeit in Japan lebt,  konnte die 78jährige zur Verleihung nicht persönlich in den Frankfurter Römer kommen. Daher dankte die Preisträgerin per  zugeschalteter Videobotschaft. Den Preis nahm Franois Duplat, langjähriges Ehrenmitglied des Théâtre du Soleil Mitglieder des „Théatre du Soleil“, für die Preisträgerin entgegen. Die Laudatio hielt der Frankfurter Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Rembert Hüser.

Der Goethe-Preis wird alle drei Jahre am Geburtstag Johann Wolfgang von Goethe an eine Persönlichkeit verliehen, „die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist“. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.

Das Kuratorium setzt sich in diesem Jahr neben den ständigen Mitgliedern (dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, dem Stadtverordnetenvorsteher, der Kulturdezernentin, dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, der Präsidentin der Goethe-Universität und der Direktorin des Freien Deutschen Hochstiftes) aus der Dichterin Monika Rinck, dem Schriftsteller Marcel Beyer und Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Jürgen Kaube zusammen.

Die letzten Preisträger waren 2002 Marcel Reich-Ranicki, 2005 Amos Oz, 2008 Pina Bausch, 2011 Adonis und 2014 Peter von Matt. Frühere Preisträger waren unter anderem Sigmund Freud (1930), Hermann Hesse (1946) und Thomas Mann (1949). Erster Goethepreisträger war im Jahr 1927 Stefan George

„Nachtvorlesung für jedermann“ in der Universitätsmedizin Mainz ab 31.08.2017 – Aktuelle Staffel informiert über „Allerweltserkrankungen“

(Mainz, 28. August 2017, br) An diesem Donnerstag, 31. August, startet die neue Staffel der Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“. Erkrankungen, die scheinbar alltäglich daherkommen, bilden den aktuellen Themenschwerpunkt. An drei Abenden klären Experten in 14 Vorträgen darüber auf, ab wann es sinnvoll ist, auch bei vermeintlich kleinen Erkrankungen ärztliche Hilfe aufzusuchen, um abklären zu lassen, was hinter den Schmerzen und Symptomen steckt. Die Themenabende der aktuellen Nachtvorlesungsstaffel finden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei.

Haarausfall, ein Husten, der sich als hartnäckig erweist, eine vermeintlich kleine Bissverletzung, unklare Schmerzen im Bein, blaue Lippen oder auch immer wieder auftauchende Rücken- oder Zahnschmerzen – alles Schmerzen und Symptomen, die bei den Betroffenen meist keinen hohen Leidensdruck erzeugen, sondern vornehmlich als lästig empfunden werden. Für die Mediziner sind sie jedoch Warnzeichen: Verbirgt sich dahinter eventuell eine ernsthafte Erkrankung? Deswegen möchte die aktuelle Staffel der Nachtvorlesung darüber informieren, ab wann Patienten auch bei Allerweltserkrankungen besser zum Arzt gehen sollten.

In der Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 31. August 2017, können die Besucher mehr über helle und dunkle Herzschmerzen, unklare Beinschmerzen, blaue Lippen, die Niere sowie über Bluthochdruck und dessen Behandlung mit Elektrotherapie erfahren. Die Referenten sind Dr. Daniel Dohle, Dr. Martin Oberhoffer und Prof. Dr. Bernhard Dorweiler von der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie Prof. Dr. Christoph Kampmann vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und Prof. Dr. Jens Lutz von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Am 7. September handeln die Vorträge vom pulsierenden Bauchschmerz, Leistenschmerzen, andauerndem Husten, Synkope und Schwindel sowie unklarem Haarausfall. Den zweiten Abend gestalten PD Dr. Fritz Dünschede, Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Werner Kneist, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Dr. Oliver Nitsche und Dr. Krystyna Poplawska, beide vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, PD Dr. Eberhard Schulz, Zentrum für Kardiologie I sowie Dr. Anna Sohn, Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Zum Abschluss der aktuellen Staffel am 14. September referieren die Experten Prof. Dr. Georg Bartsch, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Prof. Dr. Philipp Drees und Dr. Eric Hanke, beide Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Prof. Dr. Irene Willershausen, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Universitätsmedizin Mainz zu den Krankheitsbildern gutartige Prostatavergrößerungen, Rückenschmerzen Bissverletzungen und Zahnschmerz.

Termine der aktuellen Staffel: 31.08.2017, 07.09.2017, 14.09.2017

16. Mainzer Wissenschaftsmarkt: Mensch und Umwelt Unseren Planeten Erde verstehen, (be)greifen und bestaunen

WiMa2017(Mainz, 24.08.2017-BL) – Wo gibt es Wolken zum Mitnehmen? Wer schnüffelt gegen den Treibhauseffekt? Was gibt es im virtuellen Ice-Cube-Experiment zu sehen? Und: Was passiert im Dschungelcamp? Am 9. und 10. September 2017 ist wieder Zeit zum Fragen stellen, zum (Be)greifen, Mitmachen und zum Staunen – eben Zeit für den Mainzer Wissenschaftsmarkt, der auf dem Gutenbergplatz wieder seine Zelte aufschlägt. Die rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Mitgliedsinstitutionen der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. zeigen in diesem Jahr rund um das Thema „Mensch und Umwelt“ über 30 Projekte, an denen sie gerade forschen, die sich in der Umsetzungsphase befinden oder sogar schon angewendet werden. Und sie präsentieren dies wieder auf leicht verständliche Art und Weise für alle Besucherinnen und Besucher, ob jung oder alt, ob Laie oder Experte.

„Aktuelle Entwicklungen, wie der Klimawandel oder zunehmende negative globale soziale Auswirkungen unseres Wirtschaftens und Konsumverhaltens, fordern uns heraus, den Umgang mit Ressourcen täglich zu hinterfragen. Hier arbeiten Wissenschaft, Politik und viele weitere Akteure daran, nach Lösungen für einen geringeren Ressourcenverbrauch, wie etwa im Bereich der Kreislaufwirtschaft oder Energieeffizienz, zu suchen“, erklärte Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. „Die Bedeutung unserer Handlungen für die zukünftige Entwicklung unseres Planeten hat die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ mit ihrem Themenjahr 2017 `Mensch und Umwelt´ aufgegriffen und zeigt nun dazu auf dem Wissenschaftsmarkt ein breites Spektrum der Forschungen – aktuell, informativ und spannend“, sagte Professor Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz. Dass die Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger Mensch und Umwelt zu erkunden und sich im Rahmen von Aktionen und Vorführungen zu informieren, gerne wieder von diesen in großer Zahl angenommen wird, darüber sind sich Höfken und Wolf einig.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

„Ich freue mich besonders, dass zu dem Thema ‚Mensch und Umwelt‘ alle Facetten dazu auf dem Wissenschaftsmarkt zum Zuge kommen. So beschreitet die Katholische Hochschule den Pfad von Ethik und Werten und setzt sich mit verschiedenen Begriffen aus der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus auseinander. Dann gibt es natürlich viel zu sehen, woran gerade geforscht wird, wie beispielsweise beim Max Planck-Institut für Polymerforschung mit der Entwicklung von neuartigen mikro- und nanostrukturierten Oberflächen, oder dem Sonderforschungsbereich Spin+X der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der TU Kaiserslautern, dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neuartige Materialien, mit denen zukünftig energieeffizientere und damit umweltschonendere Technologien entwickelt werden können, erforschen. Auch bereits in der Anwendung befindliche Entwicklungen werden präsentiert, unter anderem von der TH Bingen, der Hochschule Mainz oder dem Fraunhofer ICT-IMM“, führt Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz aus und nennt noch ein weiteres, die Vielfalt bereicherndes Projekt: „Schön ist auch, dass wir mit ‚Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt‘ ein Projekt an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft dabei haben, das spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des aktuellen Wissens erlebbar macht.“ Für Professor Muth ist ganz klar: „Mit dem Wissenschaftsmarkt zeigt sich immer wieder die große Stärke unseres Netzwerkes: Leidenschaft für Forschung in Verbindung mit Wissen im Herzen!“

Auch für Michael Ebling, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, ist es wichtig, das enge Miteinander der zahlreichen Beteiligten, welche diese Veranstaltung engagiert mittragen – sowohl die Institutionen mit ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch die überzeugten Sponsoren und Projektpartner – herauszustellen. „Wir danken all jenen, die es erneut ermöglichen, einen vielschichtigen Bereich unserer Stadt auf diese unkonventionelle Weise zu entdecken und näher kennen zu lernen“, freut er sich. Ebling findet es zugleich „großartig“, dass die Landeshauptstadt Mainz beim Thema Mensch und Umwelt mit seinem „Masterplan 100 % Klimaschutz“-Projekt vertreten ist und sich dabei vorgenommen hat, die Abläufe der Weltklimakonferenz verständlicher zu machen und zu zeigen, wie eine Stadt lokale Lösungen anbietet.

Doch das ist lange noch nicht alles an Projekten und Themen zu Mensch und Umwelt, die auf über 800 qm Zeltfläche, gruppiert in vier große und mehrere kleine Zelte, zu sehen sind. Einblicke in Forschung, Umsetzung und Anwendung geben beispielsweise auch das i3mainz (Institut für raumbezogenen Informations- und Messtechnik) / Hochschule Mainz: Es zeigt verschiedene Möglichkeiten der Erfassung, Darstellung und Auswertung digitaler Geländemodelle und stellt sein geographisches Informationssystem (GIS) zur Unterstützung der Vorhersage und Bewältigung einer städtischen Flutkatastrophe vor. Beim Fraunhofer ICT-IMM heißt es „Schnüffeln gegen den Treibhauseffekt“ mit dem Leck-Suchgerät, dessen Helium-Sensor dort entwickelt wurde.

Das begehbare Herz. Foto: Diether v. Goddenthow
Das begehbare Herz. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) bietet auf dem Wissenschaftsmarkt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte rund um das Verständnis zur Entstehung, Entwicklung und Zukunft unseres Planeten. „Die Universität öffnet dabei die Tür zu wissenschaftlichen Projekten, die in der Regel dem außeruniversitären Publikum gar nicht oder nur sehr selten zugänglich sind“, erklärt der Präsident der JGU, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch. „In den Mittelpunkt rücken wir auch unsere Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie beispielsweise mit den Max-Planck-Instituten oder dem Helmholtz-Institut Mainz. Gerade diese Kooperationen gehören zum Kern der Mainzer Forschungskultur und bilden das Fundament des dynamischen Wissenschaftsstandorts Mainz.“ So können mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters PRISMA, des Instituts für Informatik, des Ada Lovelace-Projekts und dem Helmholtz-Institut Mainz natürliche Radioaktivität in der Nebelkammer beobachtet und Neutrinos im virtuellen Ice-Cube-Experiment erlebt werden. Die AG Geophysik und Geodynamik des Instituts für Geowissenschaften der JGU präsentiert eine sehr große Bandbreite ihrer Forschung – von der Deformation der Erde über geothermische Exploration bis zu industriellen Prozessen. „Unsere Forschung ist wichtig, um Naturkatastrophen und mögliche negative Folgen menschlichen Handelns zu vermeiden sowie die Qualität einiger wichtiger Materialien wie Glas zu verbessern“, erläutern die Projektverantwortlichen Beatriz Martínez Montesinos und Linfeng Ding. Zum Thema Versauerung von Ozeanen wirft das NatLab für Schülerinnen und Schüler der JGU einen experimentellen Blick auf die Meere und fragt: „Hängt das CO2-Problem und die Versauerung der Meere zusammen?“

„Die Technische Hochschule (TH) Bingen will die Lebensqualität in der Region verbessern und gleichzeitig den Umweltschutz voranbringen“, erklärt deren Präsident Professor Dr. Klaus Becker. „Dazu gehen wir der Frage nach, wie stark sich die Geräusche der Güterzüge im Mittelrheintal unterscheiden. Gibt es schon einen Fortschritt bei den umgerüsteten Waggons und wie groß ist dieser Effekt?“. Und in einem weiteren Experiment zeigt die TH Bingen, wie Dachbegrünungen das Klima in der Stadt beeinflussen. „Die bewachsenen Dächer tragen dazu bei, die Temperatur in den Städten zu senken und die Klimagase zu absorbieren. Sie können Regenwasser zurückhalten und bieten verschiedenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum“, erläutert Prof. Becker.

Das Thema Umwelthygiene verdeutlicht die Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention/ Universitätsmedizin Mainz der JGU am Beispiel Trinkwasseranalyse. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lassen das Unsichtbare in dem so wichtigen Bestandteil unseres Lebens sichtbar werden. Dem lebenswichtigen Prozess der Blutgerinnung widmet sich das Zentrum für translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) / Universitätsmedizin Mainz der JGU. In anschaulichen Experimenten zeigt es, welche Blutzellen an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt sind. Forscherinnen und Forscher des Instituts für Physik der Atmosphäre / JGU und des Max Planck-Instituts für Chemie (MPI-C) erzeugen Wolken in der Wolkenkammer und zeigen, wie sie so wichtige Informationen für die Klimaforschung und Wettervorhersagen erhalten. Und auch im Dschungelcamp des MPI-C, mitten im brasilianischen Regenwald, werden Wetterdaten sowie Informationen zu Treibhausgasen und Aerosolpartikel für die Klimaforschung gesammelt.

Wie wir Menschen Umwelt nutzen, schützen und auch verändern bzw. dies in der Vergangenheit getan haben, das zeigen das Römisch-Germanische Zentralmuseum, das Naturhistorische Museum, das Landesmuseum Mainz und auch die Akademie der Wissenschaften und Literatur. Last, but not least, lädt das Kooperationsprojekt des Instituts für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Abteilung Theaterwissenschaft der JGU, des Staatstheaters Mainz und des Netzwerks für Urbane Übergänge „Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ zur Spurensuche nach dem Unsichtbaren und Unterschwelligen ein. „Wir wollen unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme aufspüren und nach Zusammenhängen jenseits alltäglicher Wahrnehmung und heutiger Wissensgrenzen suchen“, schwärmen Dr. Annika Wehrle und Malin Nagel, beide federführend für das Projekt.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die feierliche Eröffnung des 16. Mainzer Wissenschaftsmarkts findet am Samstag, 9. September 2017, um 10 Uhr vom Balkon des Staatstheaters aus statt. Mit dabei sind Professor Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, Michael Ebling, der Intendant des Staatstheaters, Markus Müller, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Das Intro zur Eröffnung gestalten Blechbläser des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz unter Leitung von Hermann Bäumer. Vertreter der Presse sind herzlich willkommen.

WEITERE INFORMATIONEN

Öffnungszeiten Wissenschaftsmarkt 2017:
Samstag, 9. September 2017, 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 10. September 2017, 11 bis 18 Uhr

Eröffnung am Samstag, 9. September 2017, 10 Uhr, vor dem Staatstheater

Allgemeine Informationen: Mainzer Wissenschaftsmarkt

 

500 JAHRE REFORMATION – TAG DER OFFENEN TÜR AM SAMSTAG, 9. 9. 2017

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte

Der Tag der offenen Tür 2017 steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Mit Hilfe einer Luther-Box kann auf dem Gutenberg-Platz spielerisch in die Welt Martin Luthers eingetaucht werden. Codes müssen geknackt und Gegenstände kombiniert werden – und am Ende wartet ein Preis, der im IEG-Gebäude abgeholt werden kann.
Dort warten weitere Aktivitäten auf die Besucherinnen und Besucher: mit Hilfe einer Druckpresse kann die Technik des Buchdrucks, der für die Verbreitung der Reformation eine große Rolle spielte, erlernt werden. Weitere Bastelstationen beschäftigen die Kleinen, während sich das IEG mit seiner Bibliothek, dem Stipendiatenwohnheim und seiner Forschung den Großen im Rahmen einer Führung präsentiert.
Welche Rolle die Reformation in Mainz spielte, verraten zwei Stadtführungen.

INTERAKTION
Marktplatz: Luther-Box
Stadtführungen zum Thema Reformation in Mainz
Samstag, 9.9., um 10 Uhr und 11 Uhr.
Treffpunkt: Gutenberg-Statue

ZIELGRUPPE
ab 10 Jahren

DARK MATTERS. DIE DUNKLEN MATERIEN DER STADT

Johannes Gutenberg Universität Mainz | Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Abteilung Theaterwissenschaft
Staatstheater Mainz in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge

„Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ lädt ein zu einer Spurensuche nach dem Unsichtbaren und Unterschwelligen in Mainz. Unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme werden aufgespürt und nachgezeichnet. In Workshops, Stadttouren, Vorträgen, virtuellen Rundgängen, Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen werden die Teilnehmenden zu geladenen Teilchen, die im urbanen und virtuellen Raum fluktuieren. Von verschiedenen physikalischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kräften angezogen und abgestoßen, werden sie Teil des Gewimmels unter den Oberflächen.

PROGRAMM

  • Sa/ So ganztägig (Foyer Staatstheater): Dark Matters – die Ausstellung. Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
  • Sa, 14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Foyer des Staatstheaters): Dark Matters – der Workshop. Unter Leitung der Politikwissenschaftlerin Jacqueline Rudolf gehen die Teilnehmenden des Workshops den Dunklen Materien im gesellschaftlich-politischen Raum nach.
  • So, 14:00 und 16:00 (Treffpunkt: Foyer des Staatstheaters): Dark Matters. Die Tour.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Dark Matters“ finden am 16. und 17.9. im Kino Capitol statt.

INTERAKTION

  • Neugier und Entdeckerlust werden geweckt durch den Blick unter die Oberflächen der Stadt.
  • Das Projekt befindet sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft und macht spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des (aktuellen) Wissens erlebbar.

ZIELGRUPPE
ab Jugendliche

Begleitprogramm

SAMSTAG, 09.09.2017

zu den Marktzeiten

IEG – Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Tag der Offenen Tür zum Thema Reformation
10:00 Stadtführung – Die Rolle der Reformation in Mainz
11:00 Stadtführung – Die Rolle der Reformation in Mainz
Der Treffpunkt ist jeweils die Gutenberg-Statue auf dem Gutenbergplatz

NatLab-Showtime

Dronen-Vorführungen – MAINZER STADTWERKE

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – die Ausstellung.
Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
ganztägig (Foyer Staatstheater)

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – der Workshop.
Unter Leitung der Politikwissenschaftlerin Jacqueline Rudolf gehen die Teilnehmenden des Workshops den Dunklen Materien im gesellschaftlich-politischen Raum nach.
14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Tritonplatz)


SONNTAG, 10.09.2017

NatLab-Showtime

Dronen-Vorführungen – MAINZER STADTWERKE

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – die Ausstellung.
Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
ganztägig (Foyer Staatstheater)

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark MattersTour
14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Foyer Staatstheater)

Landeshauptstadt Mainz MIT Intervention creartiv Köln
Was sind schon 2 Grad?
„Wahl: Wahrheit oder Pflicht“ – das heiße Spiel zum Klimawandel der League of Creative
Interventionists – Köln auf dem Mainzer Wissenschaftsmarkt,
ab 12:00 Uhr in Intervallen

STAATSTHTEATER MAINZ – GROSSES HAUS

19:00 Uhr Physik im Theater | Die dunkle Seite des Universums
Prof. Dr. Laura Baudis | Universität Zürich

Allgemeine Informationen: Mainzer Wissenschaftsmarkt

PREMIERE DER ROCK-OPER »Jesus Christ Superstar«

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Rock-Oper von Andrew Lloyd Webber
Gesangstexte von Tim Rice
Deutsch von Anja Hauptmann | In deutscher Sprache

Premiere am 3. September 2017 um 19.30 Uhr im Großen Haus
Die beiden nächsten Vorstellungstermine: 6. & 9. September jeweils um 19.30 Uhr

Die zutiefst emotionale Auseinandersetzung mit der biblischen Passionsgeschichte beleuchtet den Gründungsmythos einer Religion – als Rock­-Musical! Immer noch hochaktuelle Fragen nach pervertierendem Starkult stellen sich ebenso wie die nach den Erwartungen der Menschen gegenüber einer Leitfigur.

In Wiesbaden setzt Iris Limbarth (Regisseurin des Dauerbrenners »The Addams Family«) eines der erfolgreichsten Musicals der Musikgeschichte in Szene. Musicalstar Nyassa Alberta, aktuell in »Bodyguard« im Kölner Musical Dome, begeistert in der Rolle der Maria Magdalena. Der vielseitige Darsteller Björn Breckheimer, u.a. Galilieo in »We will rock you« in Zürich und Köln, ist in der Partie des Jesus von Nazareth zu erleben.

Inszenierung/Choreografie Iris Limbarth Musikalische Leitung Christoph Stiller Bühne Bettina Neuhaus Kostüme Heike Korn Licht Andreas Frank Video Gerard Naziri

Jesus von Nazareth Björn Breckheimer Maria Magdalena Nyassa Alberta Judas Ischariot Ulrich Rechenbach Pontius Pilatus Frank Bettinger Kaiphas Tobias Falk Annas Joel Scott Petrus Matias Lavall Herodes Uwe Kraus Simon Zelotes David Rossteuscher / Tim Speckhardt.

In weiteren Rollen Peter Emig, Ann-Christin Fray, Benjamin Geipel, Felicitas Geipel, Denia Gilberg, Joshua Heine, Anna Heldmaier, Norman Hofmann, Johannes Kastl, Constanze Kochanek, Lisa Krämer, Jessica Krüger, Nadine Lauterbach, Myriam Lifka, Rainer Maaß, Patrick Miller, Benjamin Muth, Victoria Reese, Georgia M. Reh, David Rothe, Moussé Dior Thiam, Silvia Willecke, Thomas Zimmer

Musicalband des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Extrachor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Wir würden uns freuen, Sie bei der Premiere oder einer der anderen Vorstellungen begrüßen zu dürfen. Weitere Vorstellungstermine und mehr Informationen finden Sie unter
www.staatstheater-wiesbaden.de.

Spannende Einblicke in Erdgeschichte und Steinzeit Landesmuseum Mainz veranstaltet Erlebniswochenende am 16. und 17. September

Idyllischer Innenhof im Landesmuseum Mainz Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Idyllischer Innenhof im Landesmuseum Mainz Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Passend zum Titel der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“, die noch bis 29. Oktober läuft, veranstaltet das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in seinem idyllischen Innenhof am 16. und 17. September ein Erlebniswochenende rund um die Themen Erdgeschichte und Steinzeit. Bei dem groß angelegten Familienfest für alle Altersgruppen bietet sich den Besuchern die Möglichkeit, mit allen Sinnen in jenes ferne Zeitalter der Erdgeschichte einzutauchen, in welchem sich unterschiedliche Lebensräume und Formen des Lebens auf unserem Planeten entfalteten. So ist der Stöffelpark aus Enspel im Westerwaldkreis zu Gast und lädt an seiner Station zum Mitmachen ein, beispielsweise beim Bau eines kleinen Vulkans. Mit dabei ist auch die Stöffelmaus selbst, die Auskunft über ihr Leben vor 25 Millionen Jahren gibt – und im Nonstop-Kino auf die Fernseh-Maus trifft. Ergänzend dazu stellen Experten Fossilien und Funde aus eigenen Grabungen vor – und geben Auskünfte zu deren Präparierung und Aufarbeitung. Ab 11 Uhr starten durchgehend individuelle Touren an die 16 Ausstellungsboxen der „vorZEITEN“-Ausstellung.
Die Steinzeit steht ganz im Zeichen der ersten Menschen – und markiert damit zugleich den Beginn des Handwerks, der Kunst und der Jagd auf Tiere. Ein Experte in experimenteller Archäologie zeigt, wie vielseitig in der späten Steinzeit der Feuerstein (genannt: „Flintstein“) genutzt wurde. Er wurde unter anderem zum Feuermachen, Fleisch schneiden und zur Herstellung von Werkzeugen eingesetzt. Auch die Anfertigung von Muschelketten oder das Ritzen von Figuren in Schiefer können neugierige Besucher an diesem Wochenende ausprobieren. Zentral im Leben der Steinzeitmenschen waren Sammeln, Ernten und Zubereiten der täglichen Nahrung. Was die Menschen aßen und wie sie es zubereiteten, zeigt ein „Paleokoch“.
Das Erlebniswochenende findet am 16. und 17. September, jeweils von 10 bis 17 Uhr, im Innenhof des Landesmuseums Mainz statt. Es gilt der übliche Museumseintritt von 6 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51
Mainz

Tag der offenen Tür des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG) Mainz am 9.09.2017

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Anknüpfend an das diesjährige Reformationsjubiläum folgt eine um 11 Uhr beginnende Stadtführung den »Spuren der Reformation in Mainz«. Eine auf dem Gutenbergplatz platzierte Rätsel-Box lädt dazu ein, spielerisch in die Welt Martin Luthers einzutauchen. Wer es schafft, die vielen Schlösser zu knacken, wird am Ende mit einem Preis belohnt.
In der Domus Universitatis kann man hinter die Fassade des Alten Universitätsgebäudes blicken und sich von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das Institut, die Bibliothek und das Stipendiatenwohnheim zeigen lassen. Die am Institut angesiedelte Forschung wird im Konferenzraum präsentiert, ebenso eine Bildsequenz, die die 400jährige Geschichte des Gebäudes verdeutlicht.
In der Druckwerkstatt können große und kleine Besucherinnen und Besucher an ein­er Druckerpresse ei­gene Dokumente zum Mitnehmen erstellen. Oder an der Bastelstation ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Kinderschminken und Kaffee und Kuchen (13.00 – 17.00 Uhr) runden das Programm ab.

Programmflyer Tag der offenen Tür

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
Alte Universitätsstraße 19
55116 Mainz
http://www.ieg-mainz.de

 

„Nie war die Zukunft besser als heute“ – Senckenberg-Festakt zum 200. Geburtstag „GRENZENLOS“ gefeiert!

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Schon seit Jahresbeginn feiert die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung (SGN), im Jahr 1817 von Frankfurter Bürgern im Geiste der Aufklärung gegründet, an allen 11 Standorten und drei Museen ihr Jubiläum  zum 200jährigen Bestehen unter dem Motto „Senckenberg forscht für IHR Leben gern“ mit verschiedenen Sonderausstellungen und Veranstaltungen. Ein weiterer Höhepunkt dabei war am 18. August 2017 der glanzvolle Jubiläumsfestakt „GRENZENLOS. Woher wir kommen und wohin unsere Reise geht“ im Bockenheimer Depot Frankfurt mit über 400 geladenen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Kultur.

 

v.li.: Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. Main, Professorin Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung,Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident und Schirmherr der Veranstaltung, Professor Dr. Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Dr. h.c. Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor Dr. Harald Lesch, ZDF-Wissenschafts-Moderator, Buchautor und Festredner bei der Senckenberg-Jubiläumsfeier zum 200. Geburtstag im Bockenheimer Depot Frankfurt am 18.08.2017. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
v.li.: Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. Main, Professorin Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung,Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident und Schirmherr der Veranstaltung, Professor Dr. Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Dr. h.c. Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor Dr. Harald Lesch, ZDF-Wissenschafts-Moderator, Buchautor und Festredner bei der Senckenberg-Jubiläumsfeier zum 200. Geburtstag im Bockenheimer Depot Frankfurt am 18.08.2017. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Über 100 – darunter etliche prominente – Mitwirkende boten mit Musik, Film, Tanz, Science Slam, Reden und Appellen zur Bewahrung der Schöpfung in  vier Akten, „Mensch – Erde – Kosmos – Zukunft“, spannende Einblicke in die tägliche GRENZENLOSE Arbeit der Senckenberg-Forschung mit 850 Mitarbeitern in mehr als 150 Ländern: von der Tiefsee bis zur Erforschung von Meteoriten, von der Entstehung des Menschen bis zu Zukunftsszenarien für unseren Planeten. „Früher ging es bei der Naturforschung um das reine Entdecken. Heute möchten wir die Natur in ihrer ganzen Komplexität verstehen, um sie zu erhalten und nachhaltig zu nutzen – zu unser aller Wohlergehen. Um das System Erde zu erforschen, denken wir nicht in einzelnen naturwissenschaftlichen Disziplinen, sondern betreiben eine moderne Geobiodiversitätsforschung“, so Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Senckenberg-Generaldirektor zu den Zielen und Aufgaben der SGN bei seiner gemeinsamen Begrüßung mit Dr. h.c. Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Zu den Gratulanten zählten der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner und weitere namhafte Persönlichkeiten.

Science Slam „Von Eduard Rüppeli bis Sebastian Lotzkat – über Echsen und andere Wunder“

Dr. Sebastian Lotzkat  Senckenberg-Wissenschaftler und namhafter Reptilienforscher. Foto: Diether v. Goddenthow
Dr. Sebastian Lotzkat Senckenberg-Wissenschaftler und namhafter Reptilienforscher. Foto: Diether v. Goddenthow

Mit seinem grandiosen Science Slam „Von Eduard Rüppeli bis Sebastian Lotzkat – über Echsen und andere Wunder“  läutete der Senckenberg-Wissenschaftler Dr. Sebastian Lotzkat  den Veranstaltungsreigen des Abends ein. In unglaublicher Sprechgeschwindigkeit, schaffte Lotzkat seine Reptilienforschung humorvoll und auf eine so fantastische Weise laienverständlich herunter zu brechen, dass anschließend der Hessische Ministerpräsident und Schirmherr der Veranstaltung Volker Bouffier ihm „ganz großes Kino“ zurief und bekannte: „Ich gestehe freimütig, so was wie eben habe ich noch nie erlebt“

Volker Bouffier „Es geht um eine Welt, in der die Menschen gerne und gut leben“

Volker Bouffier, Hessische Ministerpräsident und Schirmherr der Veranstaltung. Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Bouffier, Hessische Ministerpräsident und Schirmherr der Veranstaltung. Foto: Diether v. Goddenthow

Senckenberg, so der Hessische Ministerpräsident weiter, sei „ trotz seiner 200 Jahre wahrlich kein alter Verein. “Senckenberg, das ist eine Gesellschaft, die hier in Frankfurt ihre Heimat hat, und die auf der ganzen Welt forscht, die exzellent ist, und die auf ihre Leistung sehr stolz sein kann“, so der Hessische Ministerpräsident. In bester Bürgertradition dieser Stadt, haben damals 32 Bürger die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung gegründet. „Und die Satzung, die auch heute noch gilt, sieht vor, Naturforschung zu betreiben, Sammlungen anzulegen und zu betreiben und der Öffentlichkeit Erkenntnisse zu vermitteln. Das ist heute so modern wie es damals revolutionär war“, so Volker Bouffier. Und diese Kombination, die er besonders wichtig fände, „sie ist geglückt. Diese Kombination aus Forschung und Museum, das ist ein Erfolgsprodukt.“, so der Hessische Ministerpräsident. Aber im Kern ginge es eigentlich um viel mehr, immer um das Gleiche, so Volker Bouffier: nämlich, wie wir  es erreichen könnten, „dass wir in der Welt von Morgen eine Gesellschaft haben, eine Erde haben, in der wir unseren Wohlstand erhalten, in der wir in der Lage sind, viele Menschen, die heute hungern, gesund zu ernähren, in der wir in der Lage sind, die Probleme der Übervölkerung bestimmter Bereiche in den Griff zu kriegen, in der wir eine Lösung finden, dass nicht ohne Rücksicht auf Verluste Naturschätze abgebaut werden, in der wir eine Lösung finden, in der diese Welt sozusagen auch Morgen noch eine Welt ist, in der die Menschen gerne und gut leben!“

Ob es um den Klimaschutz oder um die Fragen der riesigen Mega-Cities ginge, ob es um die Frage der weltweiten Wanderungsbewegungen oder um die Überfischung der Meere ginge und um Vieles andere: All das seien Fragen,  denen wir nicht ausweichen könnten, zu deren „Lösung“ wir heute exzellente Wissenschaft betrieben, und genau da setze Senckenberg an: „Diese Kombination aus exzellenter Forschung und Relevanz! In der öffentlichen Debatte Dinge zu erkennen, zu erklären, sie manchmal erst einmal bewusst zu machen, und Anstöße zur Lösung zu geben, darum geht es!“, lobte Volker Bouffier, der versicherte, dass das Land Hessen auch in Zukunft ein treuer, fester Partner der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung sein werde und dies mit dem Geburtstagsgeschenk, einer Ehrentafel aus Höchster Porzellan mit Hessenlöwen als Symbol für Mut und Stärke, unterstrich.

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident überreicht Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und  Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die Ehrentafel des Landes Hessens aus Höchster Porzellan mit dem Hessenlöwen als Symbol für Mut und Stärke. Foto: Diether v. Goddenthow
Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident überreicht Beate Heraeus, Präsidentin der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die Ehrentafel des Landes Hessens aus Höchster Porzellan mit dem Hessenlöwen als Symbol für Mut und Stärke. Foto: Diether v. Goddenthow

 

Professor Dr. Andreas Mulch im Gespräch über die „Erde“ mit ZDF-Moderator Eric Mayer

In der folgenden Zeitreise in die Vergangenheit, quasi durch die 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte, rückten Klima- und Biodiversitätsforscher Professor Dr. Andreas Mulch, stellvertretender Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und ZDF-Moderator Eric Mayer die Bedeutung des Wassers in den Mittelpunkt. Das Nass der Erde sei auch ein Schatz für die Wissenschaft, da mit Hilfe von Massenspektrometern Wasser auch viel darüber verraten könne, was früher auf der Erde so los war. Verkürzt gesprochen, so Professor Mulch „wisse“ der Regentropfen, der in Frankfurt fiele oder am Amazonas oder auf dem Mount Everest, wo er herkäme. Das sei keine Esoterik, sondern folge den  ganz banalen Gesetzen der Physik, die dahinter steckten. Die Moleküle, die den Wassertropfen aufbauen, wüssten, ob sie nah oder weit weg vom Ozean gefallen seien. Da entstünden systematische Zusammenhänge,“ ob es viel oder wenig regnet, ob es warm oder kalt ist, wenn der Regentropfen sich aus der Wolke bildet. Und diese Spur können wir heute ganz gut nutzen, um zu verstehen, wie die Erde aussieht, aber viel spannender ist, zu wissen, wie die Erde vielleicht vor 50 Millionen Jahren aussah.“

vli.: Professor Dr. Andreas Mulch im Gespräch über die „Erde“ mit ZDF-Moderator Eric Mayer. Foto: Diether v. Goddenthow
vli.: Professor Dr. Andreas Mulch im Gespräch über die „Erde“ mit ZDF-Moderator Eric Mayer. Foto: Diether v. Goddenthow

„Was kann diese Forschung, wie sie da machen, für uns Menschen heute bringen? Was bedeutet das für uns jetzt und auch in der Zukunft?“, hakte Eric Mayer nach: Mulch: „Uns beschäftigt, wie verschiedene Rädchen des Systems Erde ineinander greifen. Die Biowissenschaften und die Geowissenschaften zusammen erlauben uns  Dinge zu sehen, die wir, wenn wir sehr disziplinär arbeiten würden, nicht mehr entdecken würden. Wir Menschen merken heute auch: Die ‚Bettdecke‘ wird von vielen Seiten gezogen. Es ist nicht so, wenn ich an der einen Seite ziehe, ändert sich da ein bisschen was (…) das System, geht als Ganzes in Schwingung, wenn man so will“.
Auf Mayers weitere Frage hin, wie es denn im Moment der Erde ginge, empfahl Mulch, nicht nur ihn zu fragen, sondern sich auch mal bei einer Schlange, einem Elefanten oder einem Bodenpilz zu erkundigen: Es ginge typischerweise bei uns „nur um das eine nervige Kind in der Klasse: den Menschen“, so Mulch. „Der Erde geht’s grundsätzlich gut. Das nervige Kind allerdings geht sich eigentlich selbst am meisten auf die Nerven, und macht das Leben durchaus anstrengend. Ich glaube, es ist ein wichtiger Punkt zu sehen“, so Mulch, „dass wir mit der für uns wichtigsten Ressource, mit unserer Umwelt, die uns glücklich macht,  die uns ganz, ganz viel gibt, auch eine große Verantwortung übernehmen und eigentlich die ‚einfachste‘ Aufgabe schlichthin haben: Nämlich auf uns selber aufzupassen, und komischerweise fällt uns das ganz schön schwer. Der Erde geht’s gut, und der Mensch kann eigentlich daran teilhaben, wenn er’s klug macht!“

Für die Zukunft wünsche sich Mulch, dass wir von der Natur Nachhaltigkeit  lernten, von deren zahlreichen doppelten Böden und gespannten Netzen der Nachhaltigkeit, „die die Natur eigentlich in ihrem System drin hat“. Wenn wir mehr Nachhaltigkeit hinkriegen, in dem, was wir mit dem Planet machen, dann geht’s uns auch gut!“, ist sich der Klima- und Biodiversitätsforscher relativ sicher

Prof. Dr. Johanna Wanka „Mehr Meinungsführerschaft für Senckenberg“

Professorin Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Bundesministerin für Bildung und Forschung. Foto: Diether v. Goddenthow
Professorin Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Bundesministerin für Bildung und Forschung. Foto: Diether v. Goddenthow

Die  Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professorin Dr. Johanna Wanka, betonte, dass das komplexe System Erde nur ganzheitlich untersucht werden könne, um zu schauen, dass man nicht, was sehr oft in den letzten Jahren passiert sei, an der einen Stelle etwas repariere und verändere und damit einen großen Schaden an anderer Stelle anrichte. Daher sei vorbildlich „die ganzheitliche Betrachtungsweise und Möglichkeit, die man im Senckenberg hat, dass man einerseits Grenzen überwindet, dass man in Grenzbereichen forscht und dass man auch Grenzen setzt, auch für Beratung für Politik, für das, was wir machen können und was wir machen sollen.“ Es sei ganz selbstverständlich „für unsere Forschungslandschaft in Deutschland, die weltoffen ist, dass wir dabei nationale Grenzen überwinden.“, so die Bundesministerin.

Senckenberg habe mit 40 Millionen Sammlungsobjekten die fünftgrößte naturwissenschaftliche Sammlung, die es auf der Welt gibt, und auch das sei ein Grund, stolz zu sein, so Wanka. Besonders interessiere sie auch, dass „wir aus der guten Grundlagenforschung auch anwendungsorientierte Dinge machen“, unterstrich die Bundesministerin und lobte als ein großartiges Beispiel dafür, „dass  Senckenberg in Kombination mit anderen einen Schnelltest für das Erkennen von Schlangengiften gefunden habe, „so dass man, wenn ich mal von einer Schlange gebissen wurde, in 20 Minuten sagen kann, welche Schlangenart das ist, und die entsprechenden Gegenmittel, so vorhanden, eingesetzt werden können“.

Wichtig sei ihr auch, so Wanka, dass „man Menschen erreichen muss“, damit sie Forschung und Wissenschaft besser verstehen und ihre Bedeutung für unser alltägliches Leben erkennen können. Beeindruckt zeigte sich die Bundesministerin vor allem auch von „Besonderheit an Senckenberg“, dass „das 200 Jahre lang funktioniert hat, dass es nicht nur die ersten waren, die den Anstoß gegeben haben, sondern dass es immer Menschen waren, und das wir jetzt über 7000 haben, die sich sozusagen engagieren. Das ist großartig!“, so die Bundesministerin, die sich für Senckenberg wünschte, zukünftig vielleicht noch ein bisschen stärker in vielen Forschungsverbünden  die Meinungsführerschaft zu übernehmen.

Professor Dr. Ing. Matthias Kleiner „Paradebeispiel für eine Leibniz-Einrichtung“

Professor Dr. Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Foto: Diether v. Goddenthow
Professor Dr. Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Foto: Diether v. Goddenthow

Professor Dr. Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft nannte die  Senckenberg-Naturforschung „ein Paradebeispiel für eine Leibniz-Einrichtung“, eine der größten überhaupt „innerhalb einer Gemeinschaft von 91 Instituten, die von Bund und Ländern zusammen zirka 1,4 Mrd. Euro bekommen, um diese so beeindruckende und wunderbare Forschung zu machen.“ Hinzu kämen noch  eine halbe Milliarde Drittmittel, Eintrittsgelder, Spenden, was das Volumen der Leibniz-Gemeinschaft ausmache. Die 40 Millionen Sammlungsstücke bei Senckenberg seien etwa ein Drittel der Sammlungen, die insgesamt in den 8 Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft vorhanden seien, „die auch, das muss ich sagen“, so der Leibniz-Präsident,“ auch ein wenig Grund zur Sorge sind. Denn es gilt natürlich, diese Sammlungen zu bewahren, zu schützen, weiterzuentwickeln und auch zukunftsfähig zu machen, zum Beispiel durch die Digitalisierung, um sie dann auch den Forscherinnen und Forschern weltweit zugänglich zu machen, und hier glaube ich, müssen wir noch zulegen, müssen wir das als nationale Aufgabe aller Akteure begreifen.“, so Kleiner. Eine weitere Komponente wäre das Vermitteln, das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Wissenschaft ganz eng zu gestalten im Sinne einer Educated Society. Hier zur Bildung mitzuhelfen, dafür stünden – neben allen anderen Instituten der Leibniz-Gemeinschaft – natürlich insbesondere die für diese Bildungsvermittlung privilegierten Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft, so Kleiner, der Senckenberg und allen an dem Erfolg Beteiligten zu 200 Jahren „wunderbarer Entwicklung“ dankte, und betonte: „dass wir sehr stolz sind, Sie in unserer Gemeinschaft zu wissen, und wir alles tun werden, um Ihre Entwicklung Ihre Zukunft weiter abzusichern“.

 

Dresden Frankfurt Dance Company tanzt "Kosmos Stress Dance" nach einer packenden Inszenierung aus dem Werk von Moto Perpetuo. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dresden Frankfurt Dance Company tanzt „Kosmos Stress Dance“ nach einer packenden Inszenierung aus dem Werk von Moto Perpetuo. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Kosmos im „Stress Dance“, eine Verflechtung von Kunst und Kultur mit Wissenschaft, faszinierte das Publikum. Es  ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen Senckenberg und der Dresden Frankfurt Dance Company. Unter künstlerischer Leitung des international renommierten Choreograf Jacopo Godani  zeigten die Tänzerinnen und Tänzer eine einzigartig packende Inszenierung aus dem Werk von Moto Perpetuo mit neoklassischer Grundsubstanz, die klassische Balletttechnik zu einem neuzeitlichen, künstlerischen Tanztheater entwickelt.

Festvortrag Prof. Dr. Harald Lesch

Prof. Dr. Harald Lesch, ZDF-Wissenschafts-Moderator, Buchautor und Bayerisches Klima-Ratsmitglied. Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. Harald Lesch, ZDF-Wissenschafts-Moderator, Buchautor und Bayerisches Klima-Ratsmitglied. Foto: Diether v. Goddenthow

„Hilft und der Kosmos aus der Klemme?“, war Thema des Festvortrages, welches ZDF-Wissenschafts-Moderator, Buchautor und Klima-Ratsmitglied Professor Dr. Harald Lesch in Form einer pointiert inszenierten Rede gekonnt ironisch abarbeitete, wobei es im Kern um Ernstes ging, nämlich um nichts Geringeres, als um des Menschen Ehrfurcht vor dem Planeten Erde: „dessen Herkunft alleine schon eine Predigt wäre, wenn man darüber reden würde, wenn man darüber reden dürfte, wenn man darüber so predigen dürfte, wie man es eigentlich müsste, als Wissenschaftler.“, so Lesch, der keinen Zweifel daran ließ, dass seine Geschichte der Genesis wohl ein wenig anders ausfiele. „Was glauben Sie, was alles notwendig war, um diesen Planeten, diesen kleinen Winz-Planeten, diesen kleinen grauen Planeten mit diesem Sonnensystem hinzukriegen.
Es sei ein wahres Wunder, dass es uns überhaupt gibt: „Dass wir da sind, verdanken wir einer unglaublichen Stille in der Milchstrasse“, so der Wissenschafts-Autor, denn „überall knallt‘s, donnert’s, explodiert’s, setzt‘s frei usw. Nur bei uns ist alles gut. „Man sollte meinen“, so Lesch „dass dieses Denken inzwischen ein wenig global verteilt wäre, oder zumindest in den Ländern schon so weit nicht nur im Großhirn hängengeblieben ist, sondern irgendwo im Stammhirn angesammelt ist, dass wir wissen, welchen Respekt, welche Ehrfurcht wir der Natur entgegenzubringen haben, einem Universum, das sich so viel Arbeit gemacht hat. Und stattdessen ist unser empfindlichstes Organ das Portemonnaie.“ hielt Lesch uns den Spiegel vor.

Unser Planet böte uns allen eine unglaublich lebensfreundliche Grundlage für unser tägliches und auch mächtiges Leben,  für unser Hiersein, für unser Sosein. „Für unser Hiersein können wir nichts, für unser Dasein können wir was. Und wie wir sind, dafür können wir auch etwas.“ Und all die Wissenschaft vom Kosmos erzähle uns letztlich nur, „dass dieser Platz, dieser Planet, eine ganz außerordentliche Variante eines Modells ist, das es im Universum gar nicht so oft gibt.“ Wir fänden viele Planeten-Systeme,“ aber die sehen ganz anders aus als das, was unser Heimatsystem ist“. Und dieser eine habe sogar innerhalb des Sonnensystems eine ganz besonders herausgehobene Stellung, da es über einen besonderen Stoff, nämlich Wasser, verfüge.

„Wasser, die anderen Planeten haben keins. Vielleicht hatten sie mal eins, aber die Erde hat Wasser. Er verfügt über den richtigen Abstand, es ist nicht zu warm, es ist nicht zu kalt, und seit einigen Jahrhunderttausenden verfügt dieser Planet über eine Spezies, die diesen Planeten so stark verändert hat, dass man fast von einem sozialen Meteoriteneinschlag reden kann. Ja, ja, die Schäden, die wir angerichtet haben, haben inzwischen dieses Ausmaß erreicht. Und wenn wir nicht aufpassen, dann nun ja ??? –  wie es weiter wird, das werden wir ja dann sehen“ so Lesch, der „aus dem Vogelsberg“ kommt, und sich immer wieder gern daran erinnerte, welch eine große Reise es einst „für uns war,  wenn es mit der Schule ins Senckenberg-Museum ging“.
Für ihn sei es eine Riesengeschichte gewesen, vor den Sauriern zu stehen und im Museum zu sein, welches ihn „unglaublich beeindruckt und beeinflusst“ habe. Zudem freue er sich, dass die freie Rede, wie sie einige der Vortragenden heute Abend hervorragend praktiziert haben, noch nicht ausgestorben sei.

Auch heute noch, wie zu Leschs Schulzeiten: Zuschauermagnet „Diplodocus longus“ im Sauriersaal, dessen Originalskelett 1906 dem Frankfurter Senckenberg Naturmuseum geschenkt wurde. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Auch heute noch, wie zu Leschs Schulzeiten: Zuschauermagnet „Diplodocus longus“ im Sauriersaal, dessen Originalskelett 1906 dem Frankfurter Senckenberg Naturmuseum geschenkt wurde. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Etwas  augenzwinkernd resümierte Festredner  Lesch: „So eine Veranstaltung wie heute Abend, das ist eine konspirative Versammlung! Ist Ihnen das klar? Hier sind lauter Menschen, die sich der Vernunft verantwortlich fühlen, dem Diskurs, dem rationalen Diskurs! In Zeiten, wo es Idioten gibt, die auch noch zum Präsidenten gewählt werden, kann man solch Veranstaltungen gar nicht hoch genug bewerten!“

Senckenberg-Chor „Earth-Song“

Senckenberg-Chor singt das Lied der Erde. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Senckenberg-Chor singt das Lied der Erde. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Mit Michael Jacksons „Earth Song“ untermauerte der Senckenberg-Chor unter Leitung von Malte Bechtold den Appell zu mehr Ehrfurcht vor dem wunderbaren Planeten Erde, der während des Songs im Bühnenhintergrund aufging.

Eine“ Medizin der Erde“ – „Nie war die Zukunft besser als heute!“

Vordenker Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, mit seiner Vision einer "Medizin der Erde". Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Vordenker Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, mit seiner Vision einer „Medizin der Erde“. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Abschließend entwarf Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seine Vision von einer „Medizin der Erde“, mit der es vielleicht ermöglicht werde, die Zukunft unseres Planeten anders, nämlich verträglicher  zu gestalten, als das, was wir in den vergangenen 200 Jahren mit unserer Erde gemacht haben.
Bei allen fortschrittsbedingten Umweltsünden in den letzten 100 bis 200 Jahren haben wir, so Mosbrugger, aber auch „unendlich viel Positives geschaffen“, „und zwar ganz wesentlich durch Fortschritte in der Wissenschaft“.  Die „Vernunft“ habe nicht per se abgenommen, sondern „über die letzten 200 Jahre schon eher zugenommen“. Und denken Sie an die vielen Erleichterungen, die wir heute alle haben: Waschmaschinen, Autos, Smartphones –  die braucht man vielleicht nicht –  trotzdem haben wir das Gefühl, dass das Leben irgendwie angenehmer damit sei. Keiner von uns möchte eigentlich in irgendeiner früheren Zeit leben –  auch nicht zur Zeit des Neandertalers, wo ja vielleicht immer alles“ so natürlich und harmonisch“ war. Keiner von uns möchte eigentlich da zurück!, analysierte der Generaldirektor unser Dilemma: „einerseits natürlich Fortschritt haben zu wollen“, und dabei andererseits „damit unendlich viele Lebensgrundlagen für uns, die Natur, eigentlich zu zerstören“. Daher müssten wir schon fragen, „wo kann da eigentlich zukünftig die Lösung liegen“. Gibt es heute  überhaupt noch einen Ausweg. Schon Karl Valentin habe für seine Zeit konstatiert: „Auch die Zukunft war früher viel besser!“.

Zum besseren Verständnis, was unter  „Medizin der Erde“ zu verstehen sei,  entwarf der Generaldirektor das analoges Denkmodell eines kranken Menschen, dessen Arzt ihm dank der großen  Fortschritte in der Humanmedizin in den  vergangenen 200 Jahren relativ genaue Anweisungen, Informationen und Medikamente zur Genesung anbieten könne. In Abwägung „aller“ Risiken und Nebenwirkungen könne der Patient schließlich eine Therapie auswählen oder, wenn die Nebenwirkungen überwiegen, auch darauf verzichten.

Was in der Humanmedizin an profunden Erkenntnissen über die Funktionen und Behandlungsmöglichkeiten und deren mögliche positive wie negativen Folgen für den menschlichen Körper bereits vorliege, so etwas gäbe es für den „Patienten“ Erde nicht. „Tatsächlich wüssten  wir  immer noch vergleichsweise wenig, wie dieses große ‚System Erde‘ – ‚Erde Mensch‘ auch tatsächlich funktioniert, so Mosbrugger.  Wir wüssten zwar schon eine ganze Menge, aber immer noch im Vergleich zu dem, was wir eigentlich tun müssten, unendlich wenig. „Wir greifen heute mit einer unglaublichen Naivität und in ganz großem Maßstab in unser System Erde, in unsere Natur, ein und zwar, ohne zu wissen, was das letztlich für Konsequenzen hat.“, erläuterte der Generaldirektor und nannte dafür beispielhaft den Dreischluchtenstaudamm in China  und das Nicaragua-Kanalprojekt.

„Es fehlen gewissermaßen die Beipackzettel für jede große Maßnahme mit Risiken und Nebenwirkungen. Wir brauchen eine Naturforschung im Sinne einer Medizin der Erde, die also, so meine Vision, eine Gesundheitswissenschaft für die Erde darstellt“, so Mosbrugger. Wir müssten lernen, „wie die Erde funktioniert, damit wir mit der Erde genauso sorgsam umgehen können, wie wir es mit unserem eigenen Körper eigentlich tun“, so der Generaldirektor. Davon seien wir noch sehr, sehr weit entfernt. Und genau das sei die Mission von Senckenberg, das sei „unsere Zukunft für die nächsten 200 Jahre, gemeinsam mit einem Netzwerk von vielen nationalen und internationalen Partnern daran zu arbeiten, eine ‚Medizin der Erde‘ wirklich zu entwickeln. Und zwar, um umwälzende ‚Gesundheitsempfehlungen‘ zu geben ‚wie wir eigentlich gesund mit einer Erde umgehen‘ müssten und, um für ganz konkrete Maßnahmen wie beispielsweise der Elbvertiefung oder den Aufbau von Windparks in der Nordsee oder bei anderen Projekten die entsprechenden Beipackzettel über Risiken und Nebenwirkungen  entwickeln zu können.

Natürlich könnte man dagegen halten, dass die Vision einer solchen „Medizin der Erde“, eines „wissenschaftlich basierten Erdsystem-Managements“ ambitioniert, eine Utopie sei, und niemals zu schaffen wäre, weil das alles viel zu komplex sei, ist Mosbrugger völlig klar. Aber vor 300, 400 Jahren zur Zeit der Quacksalber, da war die Vision einer Humanmedizin, wie wir sie heute haben, mindestens genauso utopisch wie die Vision heute einer vernünftigen Medizin der Erde, eines Erdsystem-Managements.“, hält Mosbrugger dagegen.

Der Generaldirektor ist absolut überzeugt davon, dass  Karl Valentin, mit seiner Aussage, die Zukunft war früher besser, überhaupt nicht Recht hat. Im Gegenteil: „Ich glaube, nie war die Zukunft besser als heute“, so der Generaldirektor.
Und so wie in den vergangenen Jahren vieles in Wahrheit besser geworden ist, die Menschen immer älter werden, weniger Leute hungern, die Bildung weltweit wächst und sogar die Gewalt gegenüber früher zurückgegangen ist, hat auch bei allen Problemen, die wir durch unseren Fortschritt mitverursacht haben, die Sensibilität für die Umwelt zugenommen – etwa bei Eingriffen in die Natur stärker vorausschauend auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu achten.

Finale Grenzenlos

Das Finale GRENZENLOS mit Oberbürgermeister Peter Feldmann, Prof. Dr. Matthias Kleiner, Beate Heraeus, Felix Finkbeiner und den Senckenberg-Kids formulierten Jubiläumswünsche zu 200 Jahren Senckenberg".  Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Das Finale GRENZENLOS mit Oberbürgermeister Peter Feldmann, Prof. Dr. Matthias Kleiner, Beate Heraeus, Felix Finkbeiner und den Senckenberg-Kids formulierten Jubiläumswünsche zu 200 Jahren Senckenberg“. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Abschließend gab der Violinist Puschan Mousavi Malvani Kostproben seines großen Könnens, bevor das Finale „Grenzenlos“ unter anderem mit Oberbürgermeister Peter Feldmann, Matthias Kleiner, Beate Heraeus, Felix Finkbeiner und den Senckenberg-Kids eingeläutet wurde. Dabei wurden Jubiläumswünsche zu 200 Jahren Senckenberg formuliert. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der sich für all die informativen und schönen Stunden, die ganze Generationen von Frankfurterinnen und Frankfurtern im Museum zubringen durften“ bedankte, betonte, dass dank Senckenberg „weltweit über die Wissenschaft am Main“ gesprochen wird. Der Oberbürgermeister überreichte zudem noch ein besonderes Geschenk der Stadt Frankfurt, nämlich die geplante Umbennung der U-Bahn Haltestelle „Bockenheimer Warte“ in „Bockenheimer Warte / Senckenbergmuseum“.

baum-f.baumNeben all den zahlreichen wunderbaren und sinnvollen Wünschen für die Zukunft, formulierte Felix Finkbeiner von der Kinder- und Jugendinitiative „Plant-for-the-Planet“ ein besonderes ambitioniertes tolles Ziel, nämlich 1.000 Milliarden neue Bäume zu pflanzen, das wären also 150 Bäume je Mensch. Denn  Bäume seien die günstigste und effektivste Art CO2 zu binden.

Der großartige Festakt war noch nicht Schlusspunkt der Senckenberg-Jubiläumsfeierlichkeiten. Welche spannenden Veranstaltungen es in der zweiten Jahreshälfte des Senckenberg-Jubiläumsjahres gibt, findet man im Überblick unter: www.200jahresenckenberg.de

(Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst)