Kategorie-Archiv: Universitätsmedizin Mainz

Universitätsmedizin Mainz lädt am 17.9.2022 ein zum Welttag der Patientensicherheit: Sichere Medikation“

(Mainz, 16. September 2022, vw) Unter dem Motto „Sichere Medikation – mach Dich stark für Patientensicherheit“ findet am 17. September 2022 der Welttag der Patientensicherheit statt. Ziel ist es, die Arzneimitteltherapiesicherheit als entscheidenden Faktor für die Patientensicherheit in das Bewusstsein aller an der Medikation Beteiligten zu bringen. Die Universitätsmedizin Mainz ist einer der Vorreiter bei der Etablierung von Maßnahmen, die die Medikationssicherheit fördern. Im Fokus stehen insbesondere die patientenindividuelle Zubereitung von kritischen Arzneimitteln wie Chemotherapien in der Klinikapotheke sowie die zunehmende Digitalisierung, Standardisierung, Automatisierung und kontinuierliche Optimierung der Medikationsprozesse. Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit präsentiert die Universitätsmedizin Mainz im Rahmen einer Posterausstellung ausgewählte Projekte zum Thema „Sichere Medikation“.

„Das Thema Medikationssicherheit bedarf der Aufmerksamkeit aller am Medikationsprozess Beteiligten. Dazu gehören sowohl Forschende, die Arzneimittel entwickeln, als auch Ärztinnen und Ärzte, die Medikamente verordnen, sowie Apothekerinnen und Apotheker, die die Arzneimittelverordnungen bestätigen und bereitstellen. Ebenfalls am Prozess beteiligt sind die Pflegefachkräfte, die die Medikation verteilen, sowie die Patientinnen und Patienten, die die Präparate einnehmen und deren Angehörige. Unsere Posterausstellung zum Welttag der Patientensicherheit soll das Bewusstsein für das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit im Klinikalltag schärfen. Anhand von Beispielprojekten wie dem digitalisierten Medikationsprozess der Tumortherapie wollen wir zudem unser Engagement zur sicheren Medikation an der Universitätsmedizin Mainz veranschaulichen“, betont Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

Fehler und unerwünschte Ereignisse bei der Versorgung von Patient:innen zu vermeiden, ist für alle beteiligten Berufsgruppen im Gesundheitswesen oberstes Gebot. Jede Arzneimittelbehandlung beinhaltet neben dem therapeutischen Nutzen auch Risiken. Treten etwa unerwünschte Arzneimittelwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig angewendeten Medikamenten auf, kann es zu vorübergehenden oder sogar bleibenden Beeinträchtigungen bei den Patient:innen kommen. Um die mit der Medikation einhergehenden Risiken zu minimieren und eine maximale Sicherheit für die Patient:innen zu gewährleisten, engagiert sich die Universitätsmedizin Mainz, insbesondere die Apotheke, seit vielen Jahren sowohl in der Patientenversorgung als auch in Forschung und Lehre als Vorreiter im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit.

Als erste Klinik in Deutschland hat die Universitätsmedizin Mainz bereits 1986 in der Klinikapotheke eine zentrale Zubereitung für Zytostatika eingerichtet. Diese Arzneimittel werden im Rahmen einer Chemotherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt. Seither bereitet die Apotheke der Universitätsmedizin Mainz alle Chemotherapien in speziellen Reinräumen qualitätsgesichert in der jeweiligen patientenindividuellen Dosis zu. Jährlich handelt es sich dabei um mehr als 50.000 Zubereitungen. Auch im Bereich der Automatisierung der Zytostatikazubereitung nimmt die Apotheke der Universitätsmedizin Mainz eine Pionierrolle ein: Der erste vollautomatische Roboter zur Herstellung von Zytostatikazubereitungen in Deutschland wurde 2010 in der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz installiert.

Von der ärztlichen Verordnung einer Arzneimitteltherapie bis zur Anwendung des Medikaments sind viele Schritte von zahlreichen Personen – darunter ärztliches Personal, pharmazeutisches Personal und Pflegekräfte – durchzuführen. Für alle an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen sollen die Informationen und Ergebnisse einzelner Schritte in diesem Prozess zu jeder Zeit verfügbar und nachvollziehbar sein. Eine wichtige Maßnahme, um die Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus zu fördern, ist daher die durchgängige Digitalisierung aller Prozesse der Arzneimitteltherapie in einem einheitlichen IT-System. Ein solcher in sich geschlossener Medikationsprozess wird auch als ‚closed loop medication‘ bezeichnet.

Für den besonders sensiblen Bereich der Tumortherapie hat die Universitätsmedizin Mainz den Medikationsprozess bereits von der Therapieplanung über die Herstellung der Zubereitungen in der Apotheke bis hin zur Dokumentation und Verabreichung standardisiert und fast vollständig digitalisiert. „Unser Ziel ist es, den digitalisierten Medikationsprozess zukünftig für alle Patient:innen der Universitätsmedizin Mainz zu etablieren. Wir haben im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) erfolgreich Fördermittel für die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen eingeworben“, erläutert Professor Pfeiffer.

Die Poster zum Thema „Sichere Medikation“ werden vom 16. September bis zum 9. Oktober 2022 in den Eingangshallen der Gebäude 102, 109, 401, 505 und 605 der Universitätsmedizin Mainz ausgestellt. In digitaler Form sind sie abrufbar unter: www.unimedizin-mainz.de/stb-qm/welttag-der-patientensicherheit-sichere-medikation-wir-sind-dabei.html

In Deutschland werden die Initiativen zur Patientensicherheit insbesondere vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) vorangetrieben. Seit dem Jahr 2019 wird der ursprünglich vom APS initiierte Welttag der Patientensicherheit jährlich am 17. September von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen.

Mehr Informationen zum Thema Patientensicherheit und zum Welttag der Patientensicherheit: www.tag-der-patientensicherheit.de

„Gesundheit neu denken“: Der Healthcare Hackathon findet vom 14.- 17.09.2022 im Alten Postlager in Mainz statt.

Die Veranstaltung steht im Zeichen dreier Themen: Krankenhauszukunftsgesetz, Nachhaltigkeit in Krankenhäusern und Flexibilisierung von Arbeitsplätzen.

(Mainz, 05. September 2022, ls) Vom 14. bis zum 17. September finden verschiedene Highlights auf dem Digitalisierungs- und Innovationsevent der Universitätsmedizin Mainz im Alten Postlager in Mainz statt. Im Jahr 2022 steht der Healthcare Hackathon ganz im Zeichen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG), der ökologischen Nachhaltigkeit von Krankenhäuser und des flexiblen Arbeitsplatzes der Zukunft. Neben dem Kongress zum KHZG, der Jobmesse und des Schulen-Tages, arbeiten interdisziplinäre Teams aus Ärzteschaft, Pflege, Expert:innen und Patient:innen in 29 verschiedenen Challenges an innovativen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. Es werden für die gesamte Veranstaltung über 400 Teilnehmende, inklusive 20 verschiedener Start-Ups, 150 Schüler:innen und Studierende sowie 30 Partnerunternehmen erwartet.

Den Startschuss zum Healthcare Hackathon liefert der Schulen-Tag am Mittwoch, dem 14. September. Schüler:innen können hier die Digitalisierung im Medizinbereich im Zusammenspiel mit weltbekannten Firmen, wie IBM und Intel, kennenlernen. An diesem Tag findet von 11:00 Uhr bis 11:45 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Digitale Souveränität – Hype oder echter Mehrwert?“ mit dem rheinland-pfälzischen Digitalisierungsminister und Schirmherren des Healthcare Hackathons, Alexander Schweitzer, statt. Weitere Podien an diesem Tag beschäftigen sich mit den Themen Quantum Computing sowie der Arbeitswelt von Morgen.

Am Donnerstag, dem 15. September, findet der Kongress zum Krankenhauszukunftsgesetz in enger Kooperation mit dem Bundesgesundheitsministerium statt. Hierbei wird auch der Aufsichtsratsvorsitzende und Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium, Dr. Dennis Alt, anwesend sein. An diesem Tag kommen Industriepartner:innen und Vertreter:innen aus Krankenhäusern sowie Uniklinika miteinander ins Gespräch. Auf zwei verschiedenen Bühnen stellen Uniklinika und Krankenhäuser hier ihre KHZG-Strategien und Projekte vor, von der Charité Berlin über das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein bis hin zur Marienhausgruppe.

Am Freitag, dem 16. September, beginnt dann der eigentliche Healthcare Hackathon mit seinen 29 Challenges. Hier geht es u.a. um Themen, wie Nachhaltigkeit, New Work, Künstliche Intelligenz, Apps für den Krankenhausalltag und die Digitalisierung von Prozessen im Krankenhaus. Grundlage für die Challenges sind aber auch schon etablierte Projekte von früheren Hackathons, wie die Messenger-App für die Unimedizin Mainz (UMessenger) und die Studienplattform NUMCompass. Den eigentlichen Healthcare Hackathon eröffnen dann die Vorstände der Universitätsmedizin Mainz, also der Kaufmännische Vorstand PD Dr. Christian Elsner, der Pflegevorstand Frau Marion Hahn und der Wissenschaftliche Vorstand Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann. Besondere Ehrengäste bei der Eröffnung sind Özlem Türreci, BioNTech-Gründerin und Professorin an der Universitätsmedizin Mainz, Jens Bussmann, Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika (VUD) sowie Thomas Süptitz, Leiter des Referats für Cybersicherheit und Interoperabilität im Bundesministerium für Gesundheit. Am Freitag findet außerdem die Jobmesse und das Startup Barcamp statt. Auf dem Barcamp stellen sich medizinische Startups und Initiativen vor und können sich mit Förderern und Unterstützern austauschen. Des Weiteren stellt der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz an dem Tag auch nochmal die Baumasterplanung vor.

Der finale Tag, am Samstag, dem 17. September, wird schließlich zusammen mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und dem Technischen Vorstand der Mainzer Stadtwerke Tobias Brosze eröffnet. Von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr findet außerdem ein Robotik-Vortrag mit einer Live-Demo des da Vinci OP-Roboters statt. Von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr präsentieren die einzelnen Teams ihre Challenges, die dann eine Jury direkt im Anschluss prämiert.

Vom 16. September bis zum 17. September erwarten Besucher:innen außerdem zahlreiche Attraktionen, an den verschiedenen Ständen der Austeller, wie z.B. Robotik-Workshops oder den Simulator eines Noteinsatzfahrzeuges.

Details zum Programm und den Challenges finden Sie auf https://www.healthcare-hackathon.info/

Johannes Gutenberg-Universität Mainz startet in Präsenz in das Sommersemester 2022

© Diether v. Goddenthow
© Diether v. Goddenthow

Vorlesungszeit beginnt am 19. April / Campus wird wieder „echter Begegnungsraum“ / JGU setzt weiterhin auf bewährte, campuseinheitliche Schutzmaßnahmen

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) öffnet am 19. April ihren Lehrbetrieb im Sommersemester 2022 weitgehend in Präsenz. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach vier Semestern weitgehender Distanz in der Lehre unsere rund 30.000 Studierenden endlich wieder auf dem Campus willkommen heißen und somit vor allem auch unseren Erstsemestern das gegenseitige Kennenlernen und den persönlichen Diskurs ermöglichen können“, erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch. „Da die Corona-Pandemie immer noch nicht überstanden ist, gelten einheitliche Regelungen zum Infektionsschutz an der JGU, insbesondere eine Maskenpflicht, um das Risiko einer wechselseitigen Ansteckung zu minimieren. Meinen ausdrücklichen Dank richte ich an alle Universitätsmitglieder für ihr beeindruckendes Engagement, die Qualität der Lehre auch in den digitalen Lehr- und Lernszenarien sicherzustellen und dabei – trotz erheblichem Mehraufwand – den wechselnden Studienbedingungen im Interesse der Studierenden Rechnung zu tragen.“

Nach aktueller Planung sind gut 90 Prozent der über 6.000 Lehrveranstaltungen als Präsenzveranstaltungen angesetzt. Etwas mehr als 400 Veranstaltungen sind als vorwiegend digitale oder hybride Formate angekündigt – dabei nutzen Lehrende etwa die Möglichkeit, einzelne Teilnehmendengruppen digital zuzuschalten oder Präsenztermine für Teilgruppen anzubieten. Die wenigen Veranstaltungen, die rein digital stattfinden, werden bevorzugt asynchron durchgeführt.

„In diesem Sommersemester machen wir den Campus – an allen Standorten – wieder zu einem echten Begegnungsraum, einem Ort gemeinsamen Forschens und Lernens“, erklärt der Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU, Prof. Dr. Stephan Jolie. „In den vergangenen Jahren ist es uns dank der digitalen Möglichkeiten gelungen, auch unter schwierigen Bedingungen qualitätsvolle akademische Lehre anzubieten. Aus dieser Zeit nehmen wir viele wertvolle Erfahrungen mit, die wir nutzen wollen, um noch inklusiver, integrativer und kooperativer zu werden. Wir haben aber auch intensiv erlebt, dass Bildung den persönlichen Kontakt, das menschliche Miteinander vor Ort braucht.“

Einheitliche Regelungen zum Infektionsschutz
Die JGU setzt weiterhin auf bewährte, campuseinheitliche Schutzmaßnahmen. Dazu zählen die Maskenpflicht in allen Innenräumen (auch in Lehrveranstaltungen), die regelmäßige Lüftung von Räumen sowie die Bitte um Hust- und Niesetikette und Abstand, wo immer möglich. Eine Ausnahme von der Maskenpflicht besteht nur für praktische Anteile in Lehrveranstaltungen und Prüfungen, bei denen das Tragen einer Maske nicht möglich ist.

Digitalen Wandel weiter gestalten
Als Präsenzuniversität sieht die JGU den digitalen Wandel als Chance, bewährte Formen in Lehre und Studium weiterzuentwickeln, und Services – wo möglich – auch orts- und zeitunabhängig anzubieten. In zahlreichen Projekten mit Förderung aus Landesmitteln, Bundesprogrammen wie aus Mitteln der noch jungen Bund-Länderstiftung Innovation in der Hochschullehre (StIL) erproben Fächer, Fachbereiche und zentrale Einrichtungen neue digitale und hybride Formate und erweitern das Bildungsangebot der Universität etwa im Bereich der Data Literacy Education. Die erfolgreiche Einführung des digitalen Semestertickets zum Sommersemester 2022 für alle ticketberechtigten Studierenden stellt einen weiteren Meilenstein in der Digitalisierung der JGU dar. Das digitale Semesterticket wurde in Abstimmung mit dem Rhein-Main Verkehrsverbund vom Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV) der JGU entwickelt und wird in der ebenfalls vom ZDV entwickelten JGU-Ausweise-App ausgeliefert.

„Der digitale Wandel fordert uns auf allen Ebenen der Universität. Technische Möglichkeiten sehen wir dabei vor allem als Chance, mehr Qualität und mehr persönlichen Austausch zu schaffen: etwa das Innovationsprojekt MODELL-M, in dem wir hybride Modelle entwickeln, die mehr Aktivierung und Feedback, mehr Resonanzräume in Studium und Lehre schaffen sollen“, betont Prof. Dr. Stephan Jolie.

Guter Start ins Studium: Infos für Studienanfängerinnen und Studienanfänger
Die Fächer und zentralen Beratungseinrichtungen ermöglichen den Studienanfängerinnen und Studienanfängern nach vier durch die Corona-Pandemie geprägten Semestern endlich wieder eine Einführungswoche in Präsenz. Den Empfang der Erstsemester koordiniert die Zentrale Studienberatung der JGU und informiert auf ihrer Webseite über fachspezifische und fächerübergreifende Angebote (https://www.studium.uni-mainz.de/einfuehrungsveranstaltungen).

Informationen zu den ersten Schritten an der Universität geben bereits seit Anfang März digitale Vorträge und Fragerunden mit den Studienbotschaftern und ‑botschafterinnen. Die zentrale Erstsemesterbegrüßung mit dem Universitätspräsidenten findet in Präsenz am 13. April im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft, statt. Antworten auf Fragen rund um den Studienstart und Hilfestellung bei der Orientierung auf dem Campus erhalten Erstsemester durch die Zentrale Studienberatung während der Einführungswoche vom 11. bis 14. April am Informationsstand auf dem Vorplatz der JGU sowie in der roten Infobox auf dem Campus. In den fachspezifischen Einführungsveranstaltungen machen die Lehrenden und Fachschaften aller Fächer mit dem Fachstudium und dem Campus vertraut.

Rund 30.000 Studierende im Sommersemester 2022
Insgesamt erwartet die JGU zum Sommersemester 2022 rund 30.000 Studierende, was etwa dem Vorjahreswert entspricht (Sommersemester 2021: 30.140 Studierende). Die Zahl der Einschreibungen ist wie im Vorjahr leicht rückläufig. So rechnet die Universität mit erneut deutlich unter 3.000 Einschreibungen in das erste Fachsemester, wenngleich die Einschreibungen noch andauern. „Seit Beginn der Corona-Pandemie treffen im zweiten Jahr in Folge deutlich weniger Schulabgänger und Studierende eine Entscheidung zugunsten der Aufnahme eines Studiums oder des Studiengangs- bzw. Hochschulwechsels als in den Jahren vor der Pandemie“, so der Präsident der JGU. „Das ist ein deutschlandweiter Trend, der die meisten Universitäten betrifft.“

Studiengänge überwiegend frei zugänglich

Im Sommersemester ermöglicht die JGU die Einschreibung in insgesamt 290 Studiengänge. Hiervon sind 119 grundständige Studiengänge (Bachelor, Staatsexamen, Magister theologiae), 154 weiterführende Master- sowie elf weiterbildende und sechs Aufbaustudiengänge. Von diesen 290 Studiengängen sind insgesamt 80 zulassungsbeschränkt (einschließlich Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie). Die überwiegende Zahl der Studiengänge an der JGU ist frei zugänglich, also ohne Numerus clausus.

Der mit Abstand am meisten nachgefragte grundständige Studiengang mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen ist der Bachelorstudiengang Psychologie und Psychotherapie (B.Sc., 28 Bewerbungen je Studienplatz). Unter den grundständigen Studiengängen mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen stoßen weiterhin der Bachelorstudiengang Molekulare Biologie (B.Sc., 4 Bewerbungen je Studienplatz) sowie die Beifächer Soziologie und Strafrechtspflege im Bachelor of Arts (5 bzw. 6 Bewerbungen je Studienplatz) auf großes Interesse. Ebenfalls stark nachgefragt sind die Staatsexamensstudiengänge Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie, deren Studienplätze bundesweit zentral durch die Stiftung für Hochschulzulassung vergeben werden: Bei der Stiftung für Hochschulzulassung haben sich im Sommersemester 2022 für den Studienort Mainz rund 14.200 Personen um einen der 225 Studienplätze in Medizin, rund 4.600 Personen um einen der 48 Studienplätze in Zahnmedizin und rund 1.900 Personen um einen der 45 Studienplätze in Pharmazie beworben. Bei den Masterstudiengängen führen die Rangliste der begehrtesten Studiengänge die Masterstudiengänge International Economics and Public Policy (M.Sc.) sowie Psychologie – Kindheit und Jugend (M.Sc.) an (jeweils 6 Bewerbungen je Studienplatz), gefolgt von den Mastern Psychologie – Klinische Psychologie sowie Psychologie – Human Factors (M.Sc.) und (jeweils 5 Bewerbungen je Studienplatz).

In den zulassungsfreien grundständigen Studiengängen sind – gemessen an den Einschreibungen im ersten Fachsemester – die Informatik (B.Sc., 61 Einschreibungen), die Lehramtsfächer Englisch und Deutsch (83 und 85 Einschreibungen) und das Fach Philosophie mit 61 Einschreibungen (Summe der Einschreibungen in Kern und Beifach) am stärksten frequentiert. In den zulassungsfreien Mastern führen die Liste die Lehramtsmaster in Deutsch (76 Einschreibungen) und Englisch (61 Einschreibungen) an; der am stärksten nachgefragte Nicht-Lehramtsmaster ist der Master Physik (M.Sc.) mit 31 Einschreibungen.

Weiterführende Links:
http://corona.uni-mainz.de/ – Allgemeine Information zum Umgang der JGU mit der Corona-Pandemie
https://sl.uni-mainz.de/information-zum-umgang-der-jgu-mit-dem-coronavirus ; https://www.studium.uni-mainz.de/corona – Aktuelle Infos zum Studien- und Lehrbetrieb an der JGU
https://lehre.uni-mainz.de/digital – Informationen zur digitalen Lehre an der JGU

Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin erhalten Ehrenring der Mainzer Universitätsmedizin – Ehrendoktorwürde für die Mentoren Professoren Huber u Bartenschlager

(v.l.):Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Huber, ehemaliger Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik Mainz, Mitgründer von BioNTech; Univ.-Prof. Ralf Bartenschlager, ehemaliger Inhaber der Professur für Molekulare Virologie an der Universitätsmedizin Mainz; Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci, Professorin für personalisierte Immuntherapie an der Universitätsmedizin Mainz u BioNTech-Gründerin; Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci, Professur für Translationale Onkologie und Immunologie am Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI), Gründer u. Vorstandsvorsitzender (CEO) des Biotechnologie-Unternehmens BioNTech in Mainz. Fotos  © Diether v. Goddenthow
(v.l.):Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Huber, ehemaliger Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik Mainz, Mitgründer von BioNTech; Univ.-Prof. Ralf Bartenschlager, ehemaliger Inhaber der Professur für Molekulare Virologie an der Universitätsmedizin Mainz; Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci, Professorin für personalisierte Immuntherapie an der Universitätsmedizin Mainz u BioNTech-Gründerin; Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci, Professur für Translationale Onkologie und Immunologie am Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI), Gründer u. Vorstandsvorsitzender (CEO) des Biotechnologie-Unternehmens BioNTech in Mainz. Fotos © Diether v. Goddenthow

Die Universitätsmedizin Mainz verleiht ihre höchsten Auszeichnungen an vier außergewöhnlich erfolgreiche Wissenschaftler:innen

(Mainz, 04. Februar 2022, te) Die Universitätsmedizin Mainz zeichnete gestern die BioNTech-Gründer:innen Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci und Univ.-Prof. Dr. Uğur Şahin mit dem Ehrenring der Universitätsmedizin Mainz aus. Die Ehrendoktorwürde erhielten der ehemalige Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik und Mitgründer von BioNTech, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Huber, und der ehemalige Inhaber der Professur für Molekulare Virologie an der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Ralf Bartenschlager. Alle vier erwarben sich herausragende Verdienste um den Wissenstransfer von der Grundlagenforschung in die medizinische Anwendung. Die Verleihung der Ehrentitel fand im Rahmen eines Festakts im Staatstheater Mainz statt.

Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer Foto  © Diether v. Goddenthow
Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer Foto © Diether v. Goddenthow

„Dem Forscherpaar Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci und Univ.-Prof. Dr. Uğur Şahin gelang die spektakuläre und schnelle Entwicklung eines Corona-Impfstoffs, die auf einer jahrzehntelangen Grundlagenforschung zur mRNA-Technologie basiert. Professor Huber ist ein visionärer Pionier auf dem Gebiet immunologischer Krebsforschung, und Professor Bartenschlager verdanken wir die Grundlage zur Entwicklung der heutigen Therapie der Hepatitis-C-Virus-Infektion. Wir sind stolz und glücklich, dass diese wissenschaftlichen Persönlichkeiten bei uns gewirkt haben oder noch wirken. Spitzenmedizinische Forschung hat an der Universitätsmedizin Mainz immer eine Heimat und fällt auf fruchtbaren Boden“, begrüßte der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, die Anwesenden im Staatstheater Mainz.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte in einem Grußwort allen Geehrten. Foto  © Diether v. Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte in einem Grußwort allen Geehrten. Foto © Diether v. Goddenthow

„Alle vier haben mit ihrer herausragenden Arbeit der Wissenschaft von außen Anerkennung und nach innen Motivation gegeben“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die ebenfalls ein Grußwort sprach. Sie freue sich sehr, dass Stadt, Land, die Universität und die Universitätsmedizin heute gemeinsam ihren Erfolg feiern und würdigen können. „Gemeinsam werden wir uns weiter dafür engagieren, bei der Umsetzung ihrer Ideen für ihre Zukunft hier in Mainz zu unterstützen“, betonte die Ministerpräsidentin und gratulierte den Wissenschaftler:innen zu ihren hochverdienten Auszeichnungen.

Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Foto  © Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Foto © Diether v. Goddenthow

„Diese außergewöhnlichen Forschenden und ihre Karrieren machen deutlich, dass der Wissenschaftsstandort Mainz eine große Zukunft vor sich hat. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz freut sich, die Etablierung des Biotechnologiestandorts hier in Mainz weiter zu unterstützen und so die Entwicklung medizinischer Innovationen nachhaltig zu fördern“, sagte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, in seinem Grußwort. „Ich bin mir sicher: Die Begriffe Mainz, Spitzenmedizin und Innovation sind schon jetzt im öffentlichen Bewusstsein untrennbar miteinander verbunden.“

Der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Univ. Prof. Dr. Ulrich Förstermann, verlieh den vier Wissenschaftler:innen die Ehrendoktorwürden und Ehrenringe.

Univ. Prof. Dr. Ulrich Förstermann  Foto  © Diether v. Goddenthow
Univ. Prof. Dr. Ulrich Förstermann Foto © Diether v. Goddenthow

Die Forschungsleistung von Professor Bartenschlager bezeichnete Ulrich Förstermann als eine bedeutende Entwicklung der Medizin der vergangenen Dekaden. Förstermann: „Seine Arbeiten revolutionierten die Behandlung von Hepatitis C. Aus einer langwierigen, nur partiell erfolgreichen und nebenwirkungsreichen Therapie entwickelte sich eine kurzzeitige, bei nahezu allen Patient:innen wirksame und sehr gut verträgliche Therapie. Eine häufig chronische Erkrankung wurde heilbar und die Elimination des Hepatitis-C-Virus‘ ein erreichbares Ziel“, würdigte Förstermann Ralf Bartenschlagers Forschungsleistung.

Als Gründervater der Mainzer Tumorimmunologie ehrte Professor Förstermann den ehemaligen Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Professor Huber, bei der Verleihung. „Professor Huber gilt auch als treibende Kraft bedeutsamer Firmenausgründungen wie Ganymed und BioNTech. Außerdem war er am Aufbau des Instituts für translationale Onkologie (TRON) der Universitätsmedizin Mainz beteiligt. Schließlich half er auch mit bei der Gründung des Helmholtz-Instituts TRON (welches separat von TRON operiert). Des Weiteren ist Huber Vorstand des Mainzer Clusters Individualisierte Immunintervention (Ci3) e.V., das sich zum Ziel gesetzt hat, die Rhein-Main-Region im Gebiet der individualisierten Immunintervention an der internationalen Spitze zu verankern“, sagte der Wissenschaftliche Vorstand.

Das Forscherpaar Professor Özlem Türeci und Professor Uğur Şahin beschrieb Professor Förstermann als Teil der immunologischen Tradition der Universitätsmedizin Mainz. „Wir können seit mehr als zwanzig Jahren miterleben, wie sich die beiden als Mediziner und Forscher immer weiterentwickelt haben. In Teilbereichen der Medizin dürfte die von ihnen so erfolgreich erforschte und verbesserte mRNA-Technologie einen Paradigmenwechsel einleiten. Heute verleihen wir den Ehrenring des Fachbereichs für ihre Durchbrüche im Bereich der mRNA-Forschung, die entscheidend für die Entwicklung des ersten Corona-Impfstoffes waren und die Grundlage für individualisierte Krebsimpfstoffe bilden“, resümierte Förstermann.

Die BioNTech-Gründer Şahin und Türeci arbeiten eng mit der Universitätsmedizin Mainz zusammen. Professor Uğur Şahin ist seit 2000 an der Universitätsmedizin Mainz tätig, zunächst war er an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz beschäftigt. Seit 2013 ist er Inhaber einer W3-Professur für Translationale Onkologie und Immunologie am Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI). Zum 1. Oktober 2021 übernahm Professor Özlem Türeci die gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON) etablierte W3-Professur für Personalisierte Immuntherapie an der Universitätsmedizin Mainz. Außerdem ist sie am Sonderforschungsbereich (SFB 1292) zur Entwicklung neuartiger Immuntherapien gegen Krebs und chronische Infektionen beteiligt.

Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci u. Univ. Prof. Dr. Ulrich Förstermann Foto  © Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci u. Univ. Prof. Dr. Ulrich Förstermann Foto © Diether v. Goddenthow

Uğur Şahin und Özlem Türeci machten seit Ende der 1990er Jahre eine Reihe von bahnbrechenden Entdeckungen, die es ermöglichten, die Effektivität von mRNA-Impfstoffen drastisch zu verbessern. Mit den von ihnen entdeckten Verbesserungen waren geringe Mengen mRNA ausreichend, um das Immunsystem zur Bekämpfung von Krebs und Infektionskrankheiten zu stimulieren. Damit wurde eines der Hauptprobleme von mRNA-Impfstoffen, ihre schwache Aktivität, überwunden.

Der Ehrenring der Universitätsmedizin Mainz hat eine lange Tradition: Er wurde 1677 vom damaligen Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Michael Voß, gestiftet und wird seit 1988 für besondere Verdienste um den Fachbereich Medizin verliehen. Die Ehrendoktorwürde kann grundsätzlich nicht an Mitglieder der Fakultät verliehen werden, sondern nur an Externe oder Pensionierte. Aus diesem Grund wurden Özlem Türeci und Uğur Şahin mit dem Ehrenring, der höchsten Auszeichnung des Fachbereichs, ausgezeichnet.

Die Veranstaltung mit geladenen Gästen fand unter größtmöglichen hygienischen Sicherheitsstandards statt. Durchgehend galt die 2G-Plus-Regel. Auch dreifach geimpfte Personen mussten dabei zusätzlich einen gültigen Negativ-Test einer zertifizierten Teststelle vorlegen.

Zu den vier ausgezeichneten Wissenschaftler:innen:

Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci. Foto  © Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci. Foto © Diether v. Goddenthow

Özlem Türeci, geboren 1967, studierte Medizin an der Universität des Saarlandes in Homburg. 2001 war Özlem Türeci an der Gründung der Ganymed Pharmaceuticals AG beteiligt. Dort war sie bis zum Verkauf des Unternehmens 2016 Vorstandsvorsitzende. Seit 2011 ist sie Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Clusters Individualisierte Immunintervention (Ci3) e.V. in Mainz. Sie habilitierte an der Universitätsmedizin Mainz, wo sie seit 2002 als Dozentin für Krebsimmuntherapie tätig ist. Die bekannte Forscherin arbeitete lange in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und ist dort Arbeitsgruppenleiterin in einem immunologischen Sonderforschungsbereich (SFB 1292). Seit dem 1. Oktober 2021 hat sie die gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON) etablierte W3-Professur für personalisierte Immuntherapie an der Universitätsmedizin Mainz inne. Weltweite Prominenz erlangte Özlem Türeci in ihrer Position als Medizinischer Vorstand der BioNTech AG, an deren Gründung sie 2009 beteiligt war.

Univ.-Prof. Dr. Uğur Şahin. © Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. Uğur Şahin. © Diether v. Goddenthow

Uğur Şahin, geboren 1965, studierte Medizin an der Universität zu Köln und forschte während seiner Doktorarbeit im Bereich der Krebsimmuntherapie. Er arbeitete dann als Arzt und Wissenschaftler in Köln, Homburg und Zürich. Seit dem Jahr 2000 ist er an der Universitätsmedizin Mainz tätig, zunächst war Şahin an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz beschäftigt. Seit 2013 hat er eine W3-Professur für Translationale Onkologie und Immunologie am Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) inne. Zudem ist er stellvertretender Leiter des als Comprehensive Cancer Center ausgezeichneten Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Mainz (UCT Mainz) und Mitbegründer des biopharmazeutischen Forschungsinstituts TRON –Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH. Dort unterstützt er aktuell die Forschung und Entwicklung als enger wissenschaftlicher Berater und Betreuer für Doktorandinnen und Doktoranden. Zudem ist er weiterhin an mehreren Sonderforschungsbereichen der Universitätsmedizin Mainz beteiligt. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er als Vorstandsvorsitzender (CEO) des Biotechnologie-Unternehmens BioNTech SE mit Sitz in Mainz. Das Unternehmen ist 2008 als Ausgründung der Universitätsmedizin Mainz entstanden und wurde mit personellen und finanziellen Ressourcen der Universitätsmedizin Mainz gefördert. Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci und Univ.-Prof. Dr. Uğur Şahin wurden für ihre wissenschaftlichen Leistungen bereits mit einer Vielzahl von Preisen geehrt, darunter der hoch renommierte Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter-Preis 2022 sowie jüngst der vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verliehene Deutsche Zukunftspreis 2021.

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Huber, Foto  © Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Huber, Foto © Diether v. Goddenthow

Christoph Huber, geboren 1944, studierte Medizin in Innsbruck/Österreich. Dort absolvierte er auch seine Facharztausbildung in Innerer Medizin und schloss seine Habilitation ab. 1983 begründete er dort eine der ersten europäischen Stammzelltransplantations-Einrichtungen. 1986 wurde er zum Professor für Klinische Immunbiologie und Leiter der gleichnamigen Abteilung ernannt. 1990 wechselte Huber von der Universitätsklinik in Innsbruck an die Universitätsmedizin Mainz, wo er die Professur für Innere Medizin und die Leitung der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik mit den Schwerpunkten Hämatologie, Onkologie, Pneumologie und Stammzelltransplantation bis zu seiner Pensionierung 2009 übernahm. Uğur Şahin, Özlem Türeci und Christoph Huber gründeten im Jahr 2001 das Unternehmen Ganymed Pharmaceuticals, ein Spin-Off der Universitätsmedizin Mainz. Im Jahr 2008 waren sie Mitgründer:innen des Biotechnologieunternehmens BioNTech, einer weiteren Ausgründung aus der Universitätsmedizin Mainz. Der Österreicher ist ein weltweit angesehener Wissenschaftler für immunologisch geprägte Krebsforschung und setzt sich seit den 1970er Jahren für die Entwicklung der Krebsimmuntherapie ein. Durch sein Engagement konnten zahlreiche Forschungsergebnisse der Krebsimmuntherapie aus dem Labor in die klinische Anwendung übertragen werden. Für sein Engagement und seine Forschungen wurde Huber unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und mit der Ehrenmitgliedschaft in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Univ.-Prof. Ralf Bartenschlager Foto  © Diether v. Goddenthow
Univ.-Prof. Ralf Bartenschlager Foto © Diether v. Goddenthow

Ralf Bartenschlager, geboren 1958, studierte Biologie an der Universität Heidelberg. Er habilitierte sich 1999 am Institut für Virologie an der Universität Mainz. Dort war er von 1994 bis 1999 Arbeitsgruppenleiter. Von 2000 bis 2002 übernahm er die Professur für Molekulare Virologie in Mainz. Seit 2002 hat er diese Professur an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg inne. Bartenschlager ist Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und Sprecher des Schwerpunkts „Infektionen, Entzündungen und Krebs“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Seit 2014 leitet er dort die Abteilung virus-assoziierte Karzinogenese. Bartenschlager ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Virologie und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Robert Koch-Instituts. Außerdem ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) und der European Molecular Biology Organization (EMBO). Im Zentrum seiner Forschungsleistung stehen medizinisch relevante RNA-Viren, insbesondere das Hepatitis-C-Virus und das Dengue-Virus. Bartenschlager leistete hier wichtige Beiträge zur Erforschung der Lebenszyklen der beiden Erreger. Dabei gelang es ihm als erster, Hepatitis-C-Viren im Labor zu vermehren. Dadurch wurde es möglich, hochwirksame Medikamente zu entwickeln, mit denen man diese chronische Virusinfektion bei fast allen Infizierten heilen kann. Er legte somit die Grundlagen für die Ausheilung von Hepatitis C. Für seine Forschung erhielt der Heidelberger Virologe 2016 den renommierten Lasker-Preis und im Jahr 2015 den Robert-Koch-Preis.

COVID-19-Impfung schützt nachweislich Forschende der Universitätsmedizin Mainz belegen Wirksamkeit der Impfkampagne in Rheinland-Pfalz

Die erste Phase der Impfkampagne hat die besonders gefährdete Gruppe der über 80-Jährigen priorisiert und hat damit nachweislich schwere Krankheitsverläufe verringert. Foto © Staatskanzlei RLP I Stephan Dinges
Die erste Phase der Impfkampagne hat die besonders gefährdete Gruppe der über 80-Jährigen priorisiert und hat damit nachweislich schwere Krankheitsverläufe verringert. Foto © Staatskanzlei RLP I Stephan Dinges

(Mainz, 17. Januar 2022, nh) Wissenschaftler:innen des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz haben gezeigt, dass die erste Phase der Impfkampagne in Rheinland-Pfalz die besonders gefährdete Gruppe der über 80-Jährigen vor schweren Krankheitsverläufen geschützt hat. Darüber hinaus sank mit steigender Impfquote die SARS-CoV-2-Infektionsrate in dieser Bevölkerungsgruppe besonders stark. Die Ergebnisse basieren auf einer Auswertung von Daten der Impfdokumentation Rheinland-Pfalz, des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz aus dem Zeitraum von Januar bis Mai 2021. Die Analyse wurde jetzt in der Fachzeitschrift „European Journal of Epidemiology“ veröffentlicht.

Die Altersgruppe der über 80-Jährigen trägt ein besonders hohes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. Deshalb wurde diese Bevölkerungsgruppe zu Beginn der Impfkampagne in Deutschland priorisiert gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. So gelang es, in Rheinland-Pfalz für die Altersgruppe 80 plus bis Ende Mai 2021 eine Impfquote von 80 Prozent bei Männern und 75 Prozent bei Frauen zu erreichen.

Für ihre jetzt veröffentlichte Datenanalyse zur Wirksamkeit der Impfkampagne werteten die Mainzer Forschenden in Kooperation mit der Impfdokumentation des Landes Rheinland-Pfalz die rheinland-pfälzischen Impfdaten aus. Diese verknüpfte das Forscherteam mit Daten des RKI zur altersspezifischen COVID-19-Mortalität sowie mit Daten des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz zur Bevölkerung und Gesamtmortalität.

Die Wissenschaftler:innen konnten zeigen, dass in Rheinland-Pfalz der Anteil der Altersgruppe 80 plus an den COVID-19-Sterbefällen von Anfang Februar bis Ende Mai 2021 mit steigender Impfquote deutlich zurückging. Während bis Kalenderwoche 5 die über 80-Jährigen noch rund 70 Prozent der Sterbefälle ausmachten, sank ihr Anteil auf neun Prozent in Kalenderwoche 20.

Die Untersuchung belegt zudem einen deutlichen Rückgang der SARS-CoV-2-Infektionen bei den über 80-Jährigen: Ab etwa Mitte Februar 2021 sanken die Infektionszahlen in allen Altersgruppen. Bei der Bevölkerungsgruppe 80 plus ging der Anteil an Infektionen im Vergleich am stärksten zurück – von 16 Prozent Anfang Januar 2021 auf nur ein Prozent in Kalenderwoche 20.

Möglich wurde dieser Nachweis der Impfwirkung durch umfangreiche bevölkerungsbasierte Daten. „Die wissenschaftliche Analyse der uns vorliegenden Daten durch das IMBEI zeigt klar, dass wir mit unserer Impfkampagne erfolgreich waren. Mit Hilfe der Priorisierung konnten wir die besonders durch das SARS-CoV-2 gefährdete Bevölkerungsgruppe in sehr vielen Fällen vor schweren Krankheitsverläufen schützen“, betont der rheinland-pfälzische Impfkoordinator Daniel Stich.

Bisherige Daten zur Wirksamkeit der COVID-19-Impfungen stammen meist aus klinischen Zulassungsstudien. Diese fanden unter kontrollierten Bedingungen statt. In der breiten Anwendung der Impfstoffe können jedoch verschiedene Faktoren, wie beispielsweise neue Virusvarianten oder Verhaltensänderungen, die Impfwirkung beeinflussen. „Grundsätzlich ist es denkbar, dass geimpfte Personen einen Teil des in Studien nachgewiesenen Impfschutzes dadurch verlieren, dass sie etwa die gängigen Hygieneregeln weniger beachten. Um herauszufinden, wie sich die COVID-19-Impfungen tatsächlich auf die Bevölkerung auswirken, müssen deshalb sogenannte Real World-Daten untersucht werden, so wie wir das jetzt getan haben“, erläutert PD Dr. Daniel Wollschläger, Leiter der Abteilung für Epidemiologische Methodik und Strahlenforschung am IMBEI.

Über die jetzt ausgewerteten Daten hinaus wurden rund 1,2 Millionen Datensätze zu den aufgetretenen Nebenwirkungen erfasst. „Damit verfügen wir über eine optimale Grundlage für weitere Forschung“, betont Dr. Wollschläger.

Originalpublikation:

Wollschläger D, Gianicolo E, Blettner M, Hamann R, Herm-Stapelberg N, Schoeps M. Association of COVID-19 mortality with COVID-19 vaccination rates in Rhineland-Palatinate (Germany) from calendar week 1 to 20 in the year 2021: a registry-based analysis. European Journal of Epidemiology 36, 1231-1236 (2021).

DOI: 10.1007/s10654-021-00825-6

Universitätsmedizin Mainz eröffnet COVID-19-Testzentrum für die Stadt Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen

Test auf eine SARS-CoV-2-Infektion im Mainzer COVID-19 Testzentrum Foto: Peter Pulkowski
Test auf eine SARS-CoV-2-Infektion im Mainzer COVID-19 Testzentrum Foto: Peter Pulkowski

Wichtiger Beitrag zum Infektionsschutz durch Testung der asymptomatischen Mainzer Bevölkerung

(Mainz, 04. Dezember 2020, br) Das COVID-19-Testzentrum für die Stadt Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen ist heute auf dem Mainzer Messegelände offiziell eröffnet worden. Das neue Testzentrum ist im Rahmen der nationalen Teststrategie im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz entstanden und dient der gezielten Testung asymptomatischer Personengruppen aus dem Stadtgebiet Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen nach Anordnung durch das zuständige Gesundheitsamt. Geleitet wird es von der Universitätsmedizin Mainz. Bei der Umsetzung unterstützen die Deutsche Bundeswehr und der Malteser Hilfsdienst e.V..

Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mainz und des Landkreises Mainz-Bingen besteht seit dieser Woche ein zusätzlicher Schutzschild vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus‘: das COVID-19-Testzentrum auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim. Über die Ausweitung des Pandemieschutzes freuten sich heute der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer sowie der Leiter des neuen Zentrums und Leiter Ressort Krankenversorgung an der Universitätsmedizin Mainz, Dr. André Michel, gemeinsam mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, dem Leiter des zuständigen Gesundheitsamtes Dr. Dietmar Hoffmann sowie Hans-Christian Sudek, Referent Notfallvorsorge beim Malteser Hilfsdienst und technischer Leiter des Testzentrums sowie Oberst Stefan Weber, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Rheinland-Pfalz.

Um bislang unerkannte Infektionen aufzudecken, erfolgt im Testzentrum ein gezieltes Testen von Menschen, die keine Symptome einer SARS-Cov2-Infektion aufweisen, also asymptomatisch sind, und für die das Gesundheitsamt einen Test angeordnet hat. Drei Kriterien sind dafür entscheidend:

1. Eine Person oder eine Gruppe hatte in den letzten zehn Tagen direkten Kontakt zu einer nachweislich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person;
2. Die Corona Warn-App des Robert Koch-Institutes hat für die Testperson in den letzten zehn Tagen ein erhöhtes Infektions-Risiko ermittelt und meldet die Warnstufe Rot;
3. Reiserückkehrer aus Risikogebieten;

Das COVID-19-Testzentrum der Universitätsmedizin Mainz steht asymptomatischen Personen montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung. Ob sie testberechtigt sind, können die Bürgerinnen und Bürger mittels eines app-basierten Fragebogens unter https://app.testzentrum.unimedizin-mainz.de/home herausfinden. Falls ja, gelangen sie zur digitalen Terminvereinbarung. Eine weitere Möglichkeit zur Terminvergabe ist die Telefonnummer 06131 4886610. Ein Test kann nur nach vorheriger Terminvereinbarung erfolgen. Für testberechtigte Personen ist der Test kostenlos.

Nach dem Test mittels Nasen-Rachen-Abstrich müssen sich die Testpersonen ohne Umwege direkt in häusliche Quarantäne begeben und dort ihr Testergebnis abwarten. Sofern das Testergebnis positiv ist, werden die Getesteten spätestens nach 48 Stunden persönlich informiert. Ein negatives Testergebnis wird postalisch zugesendet. Ab kommender Woche besteht auch die Möglichkeit, das Testergebnis selber abzurufen. Wenn dieses vorliegt, erhalten die Getesteten eine SMS mit einem Link, über den sie mittels der beim Test erhaltenen Zugangsdaten ihren Befund erfahren können. Ebenfalls elektronisch ist er über die Corona-Warn-App der Bundesregierung einsehbar. Weitere Informationen u.a. zum Ablauf und zur Anfahrt bietet die COVID-19-Infowebsite der Universitätsmedizin Mainz unter www.unimedizin-mainz.de/coronavirus-testzentrum.

„Als das Land die Bitte an uns herangetragen hat, im Rahmen der nationalen Teststrategie ein Testzentrum aufzubauen und zu betreiben, haben wir natürlich gerne sofort zugesagt. Die Universitätsmedizin Mainz hat auch bei dieser gesellschaftlichen Aufgabe Verantwortung übernommen und ihre Expertise eingebracht“, betont Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. „Gezieltes Testen trägt zu einem aktuelleren und besseren Lagebild bei, dient der Unterbrechung von Infektionsketten und hilft unser Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. Doch eins muss weiterhin klar sein: Testen entbindet nicht von der Einhaltung der AHA+L- und Hygieneregeln. Im Pandemieschutz ist vor allem ein umsichtiges individuelles Handeln ganz entscheidend“, so Pfeiffer weiter.

„Vor dem Hintergrund der derzeit besonders hohen COVID-19 Fallzahlen ist es gerade jetzt besonders wichtig und hat höchste Priorität, die Verbreitung des Virus‘ einzudämmen“, erläutert Gesundheitsamtsleiter Dietmar Hoffmann. Und ergänzt: „Durch die Testverordnung hat ein zunehmend großer Personenkreis einen Anspruch auf Testung, ein einzelnes Gesundheitsamt kann diese Massen an Tests nicht mehr alleine stemmen. Daher freut es mich sehr, dass es der Universitätsmedizin Mainz so schnell gelungen ist, das COVID-19-Testzentrum für die Stadt Mainz und auch den Landkreis Mainz-Bingen zu etablieren und damit die niedergelassene Ärzteschaft und uns so zu entlasten. Ich gratuliere herzlich zu dieser tollen Leistung.“

„Wir alle würden gerne bald wieder die Mainzer Lebensart genießen dürfen. Jede Maßnahme, die hilft, die Coronapandemie einzudämmen, ist wichtig. Ich freue mich daher sehr, dass wir nun noch gezielter testen können. Mein großer Dank geht an alle, die dies möglich gemacht haben“, so Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz.

„Das Messegelände als nicht innerstädtischer Standort und eine auf die spezifischen Anforderungen erbaute Örtlichkeit bieten Vorteile, beispielsweise entstehen keine Belastungen für Anwohner durch verstärktes Verkehrsaufkommen. Standortfrage, Planung und Aufbau des COVID-19-Testzentrums waren allerdings eine echte Herausforderung für alle Beteiligten. Mein herzlicher Dank geht an alle, die uns dabei tatkräftig unterstützt haben“, betont der Leiter des neuen Testzentrums und des Ressorts Krankenversorgung an der Universitätsmedizin Mainz, Dr. André Michel. „Wir freuen uns sehr, dass das Testzentrum nun in Betrieb ist. Wir starten mit einer täglichen Kapazität von rund 500 PCR-Tests, die wir sukzessive auf rund 1.000 erhöhen können. Die Diagnostik erfolgt an der Universitätsmedizin Mainz. Hierfür haben die Mitarbeitenden im Vorfeld mit enormen Einsatz zusätzliche Diagnosemöglichkeiten geschaffen.“

Auch 30 Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr sind im Rahmen einer Amtshilfe von Beginn an tatkräftig im Einsatz. Sie sind Angehörige des Sanitätsregiments 2 (SanRgt 2) der Falckenstein-Kaserne in Koblenz und des Informationstechnikbataillon 281 aus Gerolstein. „Wenn sich Deutschland in einer Pandemielage befindet und die Kräfte zur deren Bewältigung nicht ausreichen oder überdehnt sind, ist es nicht nur gesellschaftliche Verpflichtung, sondern eine Selbstverständlichkeit, dass die Bundeswehr unterstützt. Sind wir doch die einzigen, die bei auftretenden Notlagen zusätzliche Kräfte zur Verfügung stellen können. Dafür stehen uns bis zu 20.000 Kräfte der Bundeswehr für Unterstützungsleistungen als „Helfende Hände“ zur Verfügung. Zusätzlich sind Kräfte des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zur Unterstützung vorgesehen. Sie können also auf uns zählen“, erläutert Oberst Stefan Weber, Kommandeur Landeskommando Rheinland-Pfalz. Seine Dienststelle ist zuständig für Zivil-Militärische Zusammenarbeit und damit auch für die Bearbeitung der Hilfeleistungsanträge aus dem Bundesland.

Als technischer Leiter des COVID-19-Testzentrums wurde Hans-Christian Sudek, Referent Notfallvorsorge beim Malteser Hilfsdienst, beauftragt. Seine Erfahrung hat sich insbesondere in der Aufbauphase des Testzentrums als hilfreich erwiesen. Das Engagement seiner auch ehrenamtlich tätigen Kollegen vom Malteser Hilfsdienst ist für den Betrieb des Testzentrums von großen Nutzen. „Wir freuen uns, die Universitätsmedizin Mainz bei der Durchführung des Testzentrums zu unterstützen. Die Malteser helfen, wenn sie Not sehen und helfen können. Aus unserem Engagement im Zivil- und Bevölkerungsschutz haben wir die Kompetenz und Erfahrung, einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten zu können“, betont Hans-Christian Sudek.

Der Zugang zum COVID-19-Testzentrum ist auf asymptomatische Personen beschränkt. Menschen, die Symptome einer SARS-CoV2-Infektion aufweisen, können sich an ihren Hausarzt oder die Telefonnummer 116 117 wenden.

Weitere Informationen u.a. zum Ablauf und zur Anfahrt bietet die COVID-19-Infowebsite der Universitätsmedizin Mainz unter www.unimedizin-mainz.de/coronavirus-testzentrum.

Informationen zur nationalen Teststrategie finden Sie unter Die nationale Teststrategie – Coronatests in Deutschland – Bundesgesundheitsministerium und auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts.

Universitätsmedizin Mainz eröffnet COVID-19-Testzentrum für die Stadt Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen

(Mainz, 02. Dezember 2020, br) Das COVID-19-Testzentrum für die Stadt Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen auf dem Mainzer Messegelände (Genfer Allee, 55129 Mainz) wird am Freitag, 4. Dezember 2020, um 13 Uhr offiziell eröffnet. Es ist im Rahmen der nationalen Teststrategie im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz entstanden. Sein Zweck besteht in der gezielten Testung von Menschen aus dem Stadtgebiet Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen, die keine Symptome einer SARS-Cov2-Infektion aufweisen, und für die das zuständige Gesundheitsamt einen Test angeordnet hat. Geleitet wird das COVID-19-Testzentrum von der Universitätsmedizin Mainz. Bei der Umsetzung unterstützen die Deutsche Bundeswehr und der Malteser Hilfsdienstes e.V. Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der Gesundheitsamtsleiter Dr. Dietmar Hoffmann, der Leiter des COVID-19-Testzentrums und des Ressorts Krankenversorgung, Dr. André Michel, sowie Vertreter der Deutschen Bundeswehr und des Malteser Hilfsdienstes e.V., wollen Ihnen diesen zusätzlichen Schutzschild vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus gemeinsam vorstellen.

Messegelände Mainz,
Genfer Allee,
55129 Mainz

Universitätsmedizin Mainz erweitert ihr Leistungsangebot mit einem der modernsten Computertomographen weltweit

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatssekretär Dr. Denis Alt, besichtigt den neuen Computertomographen der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam mit dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Univ.-Prof. Dr. Marc Brockmann, und dem Vorstandsvorsitzenden und Medizinischen Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (v.l.n.r.). Foto: Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski
Der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatssekretär Dr. Denis Alt, besichtigt den neuen Computertomographen der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam mit dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Univ.-Prof. Dr. Marc Brockmann, und dem Vorstandsvorsitzenden und Medizinischen Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (v.l.n.r.). Foto: Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski

Neuer Computertomograph ermöglicht massive Verbesserungen für die neuroradiologische Schlaganfallversorgung

(Mainz, 11. November 2020, te) Die Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie der Universitätsmedizin Mainz hat einen neuen Computertomographen in Betrieb genommen, der eine höhere Auflösung von Bildern und den Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht. Es handelt sich bei dem Gerät um einen der modernsten Computertomographen weltweit, der nun erstmals in Deutschland installiert worden ist.

Die Computertomographie (CT) ist eine Technik, die es erlaubt, das Gewebe eines Patienten darzustellen. Ein Computertomograph kann von verschiedenen Körperregionen Bilder erzeugen, indem er den Körper des Patienten Schicht für Schicht mit Röntgenstrahlen abtastet. Mithilfe des Computers berechnet das Gerät die Strahlenabsorption und setzt diese in Schwarz-Weiß-Bilder um. Während dieses Vorgangs liegt der Patient auf einer speziellen Liege und wird auf dieser durch eine breite runde Öffnung durch das CT-Gerät geschoben. Das CT-Gerät besteht aus einem großen Ring, dessen Inhalt sich kreisförmig um den Patienten bewegt und Röntgenstrahlen aussendet, die bestimmte Körperregionen des Patienten durchdringen. Da die CT-Untersuchung schnell, einfach und ohne Schmerzen für den Patienten durchzuführen ist, wird sie heutzutage als erste Untersuchung bei vielen akuten Erkrankungen eingesetzt wie zum Beispiel bei Blutungen, Schädelverletzungen oder dem Schlaganfall.

Aktuell wird in der Klinik für Neuroradiologie der Universitätsmedizin Mainz einer der modernsten Computertomographen der Welt erstmalig in Deutschland in Betrieb genommen. Bei dem Gerät handelt es sich um das CT-Gerät mit dem Namen Aquilion Precision, hergestellt vom Unternehmen Canon Medical. Außer in Deutschland ist das CT-Modell weltweit nur in Japan, in den USA, in Frankreich und in den Niederlanden in Gebrauch.

Der neu entwickelte Computertomograph erlaubt als einziges Multislice-CT in Deutschland mit 0,25 mm-großen Detektorelementen Untersuchungen mit höchster Auflösung und ermöglicht damit eine optimale Beurteilbarkeit kleinster Strukturen, zum Beispiel bei der Diagnose von Aneurysmen der Hirngefäße. Zudem wurde die Bildrekonstruktion des CT-Gerätes weiterentwickelt. Während die bisher bekannte Bildmatrix rund Zweihundertsechszigtausend (512 x 512) Pixel aufwies, kann das neue Gerät über vier Millionen Pixel erreichen (2.048 x 2.048). Des Weiteren führt der Einsatz von künstlicher Intelligenz zu Verbesserungen der hochauflösenden Bilder bzw. zu einer deutlichen Reduktion der Strahlendosis von bis zu 75 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen CT-Untersuchungen.
„Der neue Computertomograph ist eine Bereicherung für die Universitätsmedizin, die Möglichkeiten der Forschung hier vor Ort und insbesondere die Gesundheitsversorgung der Region. In den vergangenen Jahren haben wir als Landesregierung mit dem Sonderprogramm für Investitionen und einer dauerhaften Erhöhung der regulären Investitionsmittel von ca. 13 Mio. Euro auf ca. 20 Mio. Euro pro Jahr die Finanzierung für Investitionen der Universitätsmedizin gestärkt, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern. Ich freue mich, dass die Universitätsmedizin dies intensiv vorantreibt und Investitionen vornimmt. Der neue CT zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen jetzt in Forschung und Versorgung ankommen“, so Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz.

„Moderne Technik in der Bildgebung ist fast immer mit hohen Investitionen verbunden“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. „Wir sind dem Land Rheinland-Pfalz daher sehr dankbar für diese Förderung, die eine weitere spitzenmedizinische Betreuung an der Universitätsmedizin ermöglicht.“

Mithilfe der neuen Technologie möchte die Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie ihr Leistungsniveau im Bereich der Bildgebung und Diagnostik vorantreiben und vor allem für die neuroradiologische Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz eine schnellere Diagnostik bei bester Bildqualität anbieten. „Wir in der Neuroradiologie freuen uns sehr über diese neue technologische Errungenschaft und sind gespannt auf die neuen Fortschritte, die wir mit dem Computertomographen erzielen werden“, sagt Univ.-Prof. Dr. Marc Brockmann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie.

„Ich will helfen“ – Meldeportal der Universitätsmedizin Mainz für den freiwilligen Dienst von Studierenden im Rahmen der Corona-Krise übertrifft alle Erwartungen

Das rheinland-pfälzische Wissenschafts- und das Gesundheitsministerium und der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz zeigen sich begeistert

(Mainz, 25. März 2020, te) Die Universitätsmedizin Mainz erhält einen überwältigenden Rücklauf für ihren Aufruf an Studierende. Bis heute haben sich 1.054 Studierende als Reaktion auf den Aufruf gemeldet. Dieser war in der vergangenen Woche via E-Mail an die Studierenden der Human- und Zahnmedizin gegangen.

Bereits innerhalb eines Tages meldeten sich 300 Studierende, bis zum Wochenende 700 und zu Beginn der laufenden Woche war die 1.000er-Grenze überschritten. „Das ist eine großartige Reaktion, mit der wir in dieser Größenordnung nicht gerechnet haben. Die Welle der Hilfsbereitschaft zeigt, wie stark das Wir-Gefühl an unserer Universitätsmedizin ist“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz.

Die Studierenden können sich in ein Meldeportal mit dem Titel „Ich will helfen“ eintragen. Gefragt sind dabei Tätigkeiten und Qualifikationen wie Gesundheits- und Krankenpflege, Intensivpflege, Kenntnisse bei der Betreuung von Beatmungsgeräten sowie telefonische Beratung von Patientinnen und Patienten. Studierende werden gemäß ihrer Qualifikation entlohnt. „Viele Studentinnen und Studenten haben berufliche Erfahrungen in verschiedenen Gesundheitsberufen gesammelt – es ist sehr hilfreich, wenn Studierende ihre Vorerfahrungen in Zeiten von Personalengpässen in die Patientenversorgung einbringen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. Gesucht werden Studierende der klinischen und der vorklinischen Semester.

„Wir befinden uns in einer wahrhaften Ausnahmesituation, die besondere Maßnahmen verlangt. Ich freue mich deshalb sehr über die solidarische Hilfsbereitschaft der Medizinstudierenden, die vor allem die wichtige Arbeit des medizinischen und pflegerischen Personals in Rheinland-Pfalz unterstützen werden. Dieses Engagement ist beeindruckend. Ich danke den Studierenden dafür sehr“, betont die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

„Durch die vielen freiwilligen Studierenden können wir die ärztliche Versorgung mit Beratungs- und Unterstützungsaufgaben stärken. Ich freue mich über dieses große, gesellschaftlich besonders wichtige Engagement und bedanke mich ganz herzlich bei allen Freiwilligen. Eingeschlossen in diesen Dank ist auch unsere Universitätsmedizin Mainz, die den Aufruf gestartet hat und den Einsatz der Studierenden managt“, ergänzt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Die Aktion wird auch in den kommenden Wochen weiterlaufen.

Gemeinsam gegen COVID-19
Wenn Sie die Unimedizin Mainz aktuell personell unterstützen möchten, senden Sie bitte Ihre Kurzbewerbung unter Angabe Ihrer Kontaktdaten, Qualifikation sowie Ihrer zeitlichen Verfügbarkeit an: karriere@unimedizin-mainz.de oder über https://www.unimedizin-mainz.de/jobs/stellenangebote/alle-stellenangebote.html

Universitätsmedizin Mainz ändert Besucherregelung – Ab Montag, 23. März 2020, gilt ein Besuchsverbot mit eng umgrenzten Ausnahmen

(Mainz, 20. März 2020, te) Zum Schutz der Patienten und Beschäftigten vor COVID-19 hat die Universitätsmedizin Mainz ihren Besucherverkehr neu geregelt. Ab 23. März 2020 gilt ein Besuchsverbot mit eng definierten Ausnahmen.

Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz hat angesichts der verschärften COVID-19-Situation neue Besucherregelungen erlassen. Für das kommende Wochenende vom 21. und 22. März 2020 gilt: Besuche sind zwischen 08.00 und 18.00 Uhr erlaubt, wobei ein Besucher pro Patient das Gelände der Universitätsmedizin Mainz für eine Stunde betreten darf. Ab Montag, 23. März 2020, gilt ein Besuchsverbot mit Ausnahmen für die Interdisziplinäre Abteilung für Palliativmedizin, das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie und die Geburtshilfe der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz.

Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz bittet die Öffentlichkeit angesichts der aktuellen gesundheitlichen Lage um Verständnis für diese Maßnahme.

Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten
Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten gelten für die Palliativstation und für stationär aufgenommene Kinder und Jugendliche. Letztere dürfen nur von ihren Sorgeberechtigten (max. zwei Elternteile gleichzeitig) besucht werden.

Hygieneregeln
Grundsätzlich gelten für alle Besucher und Patienten die Hygieneregeln. Einfache Hygienemaßnahmen tragen dazu bei, sich und andere vor ansteckenden Infektionskrankheiten zu schützen. Hierzu zählen beispielsweise gründliches und regelmäßiges Waschen der Hände, die Nutzung von Desinfektionsmitteln, Abstand zu anderen Menschen, aufs Händeschütteln verzichten und Umarmungen oder andere enge Körperkontakte zu vermeiden. Wer husten oder niesen muss, sollte dafür die Armbeuge oder ein Taschentuch nutzen. Zusätzlich ist es ratsam, sich so wenig wie möglich ins Gesicht zu fassen. Lüften Sie regelmäßig. Das Tragen von Atemschutzmasken ist für gesunde Menschen nicht erforderlich. Über weitere Hygienehinweise informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.infektionsschutz.de.

Hotlines
Für telefonische Auskünfte sind folgende Hotlines geschaltet:
· Hotline von „Der Patientenservice 116117“:
Telefonnummer: 116117 (ohne Vorwahl),
rund um die Uhr erreichbar
· Hotline des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz (MSAGD) für Fragen zum Coronavirus (COVID-19):
Telefonnummer: 0800 575 81 00, erreichbar Montag – Freitag 08.00 bis 18.00 Uhr; Samstag – Sonntag 10.00 bis 15.00 Uhr