Kategorie-Archiv: Universitätsmedizin Mainz

„Ich will helfen“ – Meldeportal der Universitätsmedizin Mainz für den freiwilligen Dienst von Studierenden im Rahmen der Corona-Krise übertrifft alle Erwartungen

Das rheinland-pfälzische Wissenschafts- und das Gesundheitsministerium und der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz zeigen sich begeistert

(Mainz, 25. März 2020, te) Die Universitätsmedizin Mainz erhält einen überwältigenden Rücklauf für ihren Aufruf an Studierende. Bis heute haben sich 1.054 Studierende als Reaktion auf den Aufruf gemeldet. Dieser war in der vergangenen Woche via E-Mail an die Studierenden der Human- und Zahnmedizin gegangen.

Bereits innerhalb eines Tages meldeten sich 300 Studierende, bis zum Wochenende 700 und zu Beginn der laufenden Woche war die 1.000er-Grenze überschritten. „Das ist eine großartige Reaktion, mit der wir in dieser Größenordnung nicht gerechnet haben. Die Welle der Hilfsbereitschaft zeigt, wie stark das Wir-Gefühl an unserer Universitätsmedizin ist“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz.

Die Studierenden können sich in ein Meldeportal mit dem Titel „Ich will helfen“ eintragen. Gefragt sind dabei Tätigkeiten und Qualifikationen wie Gesundheits- und Krankenpflege, Intensivpflege, Kenntnisse bei der Betreuung von Beatmungsgeräten sowie telefonische Beratung von Patientinnen und Patienten. Studierende werden gemäß ihrer Qualifikation entlohnt. „Viele Studentinnen und Studenten haben berufliche Erfahrungen in verschiedenen Gesundheitsberufen gesammelt – es ist sehr hilfreich, wenn Studierende ihre Vorerfahrungen in Zeiten von Personalengpässen in die Patientenversorgung einbringen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. Gesucht werden Studierende der klinischen und der vorklinischen Semester.

„Wir befinden uns in einer wahrhaften Ausnahmesituation, die besondere Maßnahmen verlangt. Ich freue mich deshalb sehr über die solidarische Hilfsbereitschaft der Medizinstudierenden, die vor allem die wichtige Arbeit des medizinischen und pflegerischen Personals in Rheinland-Pfalz unterstützen werden. Dieses Engagement ist beeindruckend. Ich danke den Studierenden dafür sehr“, betont die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

„Durch die vielen freiwilligen Studierenden können wir die ärztliche Versorgung mit Beratungs- und Unterstützungsaufgaben stärken. Ich freue mich über dieses große, gesellschaftlich besonders wichtige Engagement und bedanke mich ganz herzlich bei allen Freiwilligen. Eingeschlossen in diesen Dank ist auch unsere Universitätsmedizin Mainz, die den Aufruf gestartet hat und den Einsatz der Studierenden managt“, ergänzt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Die Aktion wird auch in den kommenden Wochen weiterlaufen.

Gemeinsam gegen COVID-19
Wenn Sie die Unimedizin Mainz aktuell personell unterstützen möchten, senden Sie bitte Ihre Kurzbewerbung unter Angabe Ihrer Kontaktdaten, Qualifikation sowie Ihrer zeitlichen Verfügbarkeit an: karriere@unimedizin-mainz.de oder über https://www.unimedizin-mainz.de/jobs/stellenangebote/alle-stellenangebote.html

Universitätsmedizin Mainz ändert Besucherregelung – Ab Montag, 23. März 2020, gilt ein Besuchsverbot mit eng umgrenzten Ausnahmen

(Mainz, 20. März 2020, te) Zum Schutz der Patienten und Beschäftigten vor COVID-19 hat die Universitätsmedizin Mainz ihren Besucherverkehr neu geregelt. Ab 23. März 2020 gilt ein Besuchsverbot mit eng definierten Ausnahmen.

Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz hat angesichts der verschärften COVID-19-Situation neue Besucherregelungen erlassen. Für das kommende Wochenende vom 21. und 22. März 2020 gilt: Besuche sind zwischen 08.00 und 18.00 Uhr erlaubt, wobei ein Besucher pro Patient das Gelände der Universitätsmedizin Mainz für eine Stunde betreten darf. Ab Montag, 23. März 2020, gilt ein Besuchsverbot mit Ausnahmen für die Interdisziplinäre Abteilung für Palliativmedizin, das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie und die Geburtshilfe der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit der Universitätsmedizin Mainz.

Der Vorstand der Universitätsmedizin Mainz bittet die Öffentlichkeit angesichts der aktuellen gesundheitlichen Lage um Verständnis für diese Maßnahme.

Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten
Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten gelten für die Palliativstation und für stationär aufgenommene Kinder und Jugendliche. Letztere dürfen nur von ihren Sorgeberechtigten (max. zwei Elternteile gleichzeitig) besucht werden.

Hygieneregeln
Grundsätzlich gelten für alle Besucher und Patienten die Hygieneregeln. Einfache Hygienemaßnahmen tragen dazu bei, sich und andere vor ansteckenden Infektionskrankheiten zu schützen. Hierzu zählen beispielsweise gründliches und regelmäßiges Waschen der Hände, die Nutzung von Desinfektionsmitteln, Abstand zu anderen Menschen, aufs Händeschütteln verzichten und Umarmungen oder andere enge Körperkontakte zu vermeiden. Wer husten oder niesen muss, sollte dafür die Armbeuge oder ein Taschentuch nutzen. Zusätzlich ist es ratsam, sich so wenig wie möglich ins Gesicht zu fassen. Lüften Sie regelmäßig. Das Tragen von Atemschutzmasken ist für gesunde Menschen nicht erforderlich. Über weitere Hygienehinweise informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.infektionsschutz.de.

Hotlines
Für telefonische Auskünfte sind folgende Hotlines geschaltet:
· Hotline von „Der Patientenservice 116117“:
Telefonnummer: 116117 (ohne Vorwahl),
rund um die Uhr erreichbar
· Hotline des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz (MSAGD) für Fragen zum Coronavirus (COVID-19):
Telefonnummer: 0800 575 81 00, erreichbar Montag – Freitag 08.00 bis 18.00 Uhr; Samstag – Sonntag 10.00 bis 15.00 Uhr

Corona: Universitätsmedizin Mainz erhöht Schutzmaßnahmen für Patienten und Beschäftigte – Online-Infos zu COVID-19

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Universitätsmedizin Mainz erhöht Schutzmaßnahmen für Patienten und Beschäftigte

Neue Besucherregelung und Absage von elektiven Terminen

(Mainz, 13. März 2020, br) Zum Schutz ihrer Patienten und Mitarbeitenden vor COVID-19 (offizielle Bezeichnung der Erkrankung durch das neuartige Coronavirus) hat die Universitätsmedizin Mainz ihren Besucherverkehr neu geregelt. Zudem finden ab Montag, 16. März 2020, soweit medizinisch vertretbar bis auf Weiteres keine planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe mehr statt.

Im Einzelnen gelten folgende Maßnahmen:

Besuchsverbot

Ein Besuchsverbot gilt für alle Besucher, die Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber oder Hautausschlag aufweisen und/oder welche in einem vom Robert- Koch-Institut (RKI) definierten COVID-19-Risikogebiet waren. Aktuelle Informationen über die internationalen Risikogebiete und besonders betroffene Gebiete in Deutschland stehen unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html.

Keine Besuchsmöglichkeit besteht für stationär aufgenommene COVID-19-Patienten, da diese unter Quarantäne stehen.

Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten

Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten gelten ab sofort für stationär aufgenommene Kinder und Jugendliche. Sie dürfen nur von ihren Sorgeberechtigten (max. zwei Elternteile gleichzeitig) besucht werden.

Für alle anderen stationären Patienten ist die Anzahl auf jeweils einen Besucher am Tag pro Patient beschränkt.

Absage von elektiven Eingriffen

Wie das Kanzleramt am Abend des 12. März 2020 verkündete, haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mehrere Beschlüsse gefasst: „So sollen, soweit medizinisch vertretbar, grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in allen Krankenhäusern ab Montag auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Mit dieser Maßnahme sollen sich die Krankenhäuser auf den erwartbar steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 konzentrieren können.“

Die Universitätsmedizin Mainz folgt diesem Beschluss. Patienten, die für die nächsten Tagen oder Wochen einen elektiven Termin vereinbart haben und unsicher sind, ob der Beschluss auch ihre medizinische Behandlung betrifft, setzen sich bitte mit der Leitung der betreffenden Klinik in Verbindung.

Hygieneregeln

Grundsätzlich gelten für alle Besucher und Patienten sowie für alle anderen Gesunde und Kranke die Hygieneregeln. Denn einfache Hygienemaßnahmen tragen dazu bei, sich und andere vor ansteckenden Infektionskrankheiten zu schützen. Hierzu zählen beispielsweise gründliches und regelmäßige Hände waschen und die Nutzung von Desinfektionsmitteln. Abstand zu anderen Menschen halten, aufs Händeschütteln verzichten und Umarmungen oder andere enge Körperkontakte zu vermeiden, weitere Hygienetipps. Wer husten oder niesen muss, sollte dafür die Armbeuge oder ein Taschentuch nutzen. Zusätzlich ist es ratsam, sich so wenig wie möglich ins Gesicht zu fassen. Lüften Sie regelmäßig. Das Tragen von Atemschutzmasken ist für gesunde Menschen nicht erforderlich. Über weitere Hygienehinweise informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.infektionsschutz.de

Hotlines

Für telefonische Auskünfte sind folgende Hotlines geschaltet:

· Hotline von „Der Patientenservice 116117“: Rufnummer 116117 (ohne Vorwahl), rund um die Uhr erreichbar

· Hotline des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz (MSAGD) für Fragen zum Coronavirus:
Telefonnummer: 0800 575 81 00, erreichbar von
Montag – Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr; Samstag – Sonntag 10.00 bis 15.00 Uhr.

Weitere Anbieter sind unter anderem das Bundesgesundheitsministerium, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland und Krankenkassen.

Online-Informationsquellen

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu SARS-CoV-2 bietet die Universitätsmedizin Mainz unter https://www.unimedizin-mainz.de/index.php?id=40414.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert auf seiner Homepage sehr umfassend zu dem Thema (www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html).

Informationen stehen zudem unter

· Der Patientenservice 116117

· Ministerium für Soziales, Arbeit , Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz

· Bundesgesundheitsministerium

· Weltgesundheitsorganisation

· Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle

· Auswärtiges Amt

„Roboterchirurgie“ Gefahr oder Fortschritt? – Diskussion bei „Medizin: Faszination Forschung“ am 22.1.2020 in der Mainzer Unimedizin

Digitale modere Chirurgie  präsentiert auf dem Hessischen Unternehmertag.
Digitale modere Chirurgie präsentiert auf dem Hessischen Unternehmertag.

(Mainz, 20. Januar 2020, jf)  Bei „Medizin: Faszination Forschung“ geht es am 22. Januar 2020 um Roboterchirurgie an der Universitätsmedizin Mainz.
Mehr Komfort, niedrige Komplikationsraten, aber zeitaufwendig und (zu) teuer? Über die Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven roboterassistierter Chirurgie diskutieren die Referenten im Vortrag der Reihe „Medizin: Faszination Forschung” am 22. Januar 2020. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Oliver Muensterer, moderiert den Abend. Die Veranstaltung der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft Mainz beginnt um 19.15 Uhr und findet im Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Geb. 505H, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz).

Unter Roboterchirurgie versteht man chirurgische Eingriffe, die nicht direkt mit den Händen des Chirurgen am Patienten durchgeführt werden, sondern mithilfe von Roboterarmen. Diese Arme werden von den Operateuren über zwei Bedienelemente gesteuert. Ähnlich der minimalinvasiven Chirurgie werden die Instrumente über kleine Schnitte in den Körper eingebracht – die operierenden Ärzte navigieren mittels einer Kamera. Dieses Vorgehen hat entscheidende Vorteile: Der Operationsbereich wird dreidimensional dargestellt, die Beweglichkeit der Roboterarme ist größer als die menschlicher Arme, es gibt kein potenzielles Zittern der Hand bei mehrstündigen OPs und das Operieren im Sitzen ist für die Ärzte ergonomischer. Obwohl die roboterassistierte Chirurgie so zu niedrigen Komplikationsraten führt, gibt es auch Zweifel an der Methode, denn die Technik ist zeitaufwendig und kostenintensiver gegenüber dem traditionellen Operieren.
Die Referenten Univ.-Prof. Dr. Oliver Muensterer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Igor Tsaur, leitender Oberarzt an der
Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universitätsmedizin Mainz und PD Dr. Peter Grimminger, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie werden die Möglichkeiten und die Ergebnisse der roboterassistierten Chirurgie an der Universitätsmedizin Mainz im Vortrag präsentieren und einen Blick in die Zukunft werfen. Die Moderation übernimmt Univ.-Prof. Dr. Oliver Muensterer.

Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich willkommen.

Nachtvorlesungen der Mainzer Unimedizin ab 28.11.2019

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Im Juli 2004 gingen im Hörsaal der Chirurgie die ersten Nachtvorlesungen über die Bühne. Seitdem erfreut sich die Vorlesungsreihe, die Univ.-Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, ins Leben gerufen hat, großer Beliebtheit. In einer Staffel von vier bis fünf Vorträgen präsentieren die Experten der Universitätsmedizin aktuelle Medizin-Themen und geben Einblicke in die medizinische Spitzenforschung – für Laien verständlich und unterhaltsam aufbereitet.

Die nächste Reihe steht unter dem Motto „Best of“, d. h. es geht nicht um ein bestimmtes Organ, eine bestimmte Erkrankung, sondern um besondere Leistungen in vielen unterschiedlichen Bereichen der Universitätsmedizin.

Termine:

Donnerstag, 28. November 2019, ab 20 Uhr
(Themen: Highlights der Gefäßchirurgie, Infraschall, Blutgerinnung, von Lebererhalt bis Transplantation?)

Donnerstag, 05. Dezember 2019, ab 20 Uhr
(Themen: Personalisierte Tumortherapie, Strahlentherapie am UCT, Wie Umweltrisikofaktoren die Gesundheit beeinflussen – das „Exposom“-Konzept, Wie Umweltrisikofaktoren die Gesundheit beeinflussen)

Donnerstag, 12. Dezember 2019, ab 20 Uhr
(Themen: Vom Mikrobiom zum Metabolom, Niere und Herz im Wechselspiel, RATS and CATS – die Zukunft der Thoraxchirurgie?, Kampf der Furcht)

Donnerstag, 19. Dezember 2019, ab 20 Uhr
(Weihnachts-Nachtvorlesung)

Ort: Hörsaal Chirurgie (Geb. 505H)

E-Zigaretten können Lunge, Herz und Gehirn schädigen – Mainzer Unimediziner und Bostoner Wissenschaftler publizieren wichtige Studie

Foto: Peter Pulkowski
Foto: Peter Pulkowski

Wissenschaftler aus Mainz und Boston veröffentlichen im „European Heart Journal“ neue Erkenntnisse über schädigende Mechanismen von elektronischen Zigaretten

(Mainz, 13. November 2019, ab/br) Die Nebenwirkungen von E-Zigaretten stehen im Fokus einer neuen Studie. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, des Instituts für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) sowie der Harvard Universität in Boston (USA) ist es gelungen, neue molekularen Mechanismen zu identifizieren, die zu Schädigungen an Lunge, Herz und Gehirn führen können. Die Studienergebnisse sind heute in der aktuellen Ausgabe des renommierten „European Heart Journal“ veröffentlicht worden.

E-Zigaretten galten lange als gesündere Alternative zu herkömmlichen, brennbaren Zigaretten und wurden zudem als wirksame Methode zur Raucherentwöhnung vermarktet. Zwischenzeitlich mehren sich die Todesfälle nach dem Konsum von E-Zigaretten – nach jüngsten Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) sind in den USA mehr als 30 Menschen im Zusammenhang mit erhöhtem E-Zigaretten-Konsum gestorben. Als möglicher Verursacher für die Todesfälle wurde nach Aussagen des Center of Disease Control (CDC) das Vitamin E-Acetat identifiziert.

Jüngste Forschungsergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel vom Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, des Instituts für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Harvard Universität in Boston (USA) konnten jetzt mögliche Mechanismen nachweisen, die aufzeigen, dass E-Zigaretten, bestehend aus Propylengykoll und Glyzerin mit und ohne Nikotin, Schäden an Lunge, Herz und Gehirn verursachen können.

Kardiologe Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Leiter der Studie: „Für die nun publizierte Studie haben wir bei 20 gesunden Rauchern die Wirkung von E-Zigarettendämpfen auf die Durchblutung der Brachialarterie im Oberarm untersucht, und zwar kurz bevor sie eine E-Zigarette dampften und 15 Minuten danach. Ein entscheidendes Ergebnis ist, dass der Konsum schon einer E-Zigarette, das sogenannte Dampfen, ausreichend ist, damit sich die Herzfrequenz erhöht und die Arterien versteifen. Ein weiteres Ergebnis: Bei den Rauchern war die Endothelfunktion eingeschränkt – ein wichtiger Befund, der sich auf die Funktionalität der Blutgefäße auswirkt.“

Das Endothel kleidet die Arterien von innen aus, es ermöglicht, dass sich die Blutgefäße im gesunden Maß erweitern und verengen. Zudem schützt es durch die Auskleidung das Gewebe vor toxischen Substanzen, es reguliert Entzündungs- und Blutgerinnungsprozesse und verhindert den Prozess der Gefäßverkalkung (Athersosklerose). Ist das System gestört und liegt eine Endotheldysfunktion vor, kann sich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickeln.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten auch rund 150 Mäuse, die zuvor an einem, drei oder fünf Tagen sechsmal täglich 20 Minuten lang E-Zigarettendampf eingeatmet hatten. Univ.-Prof. Dr. Andreas Daiber, Leiter der molekularen Kardiologie an der Universitätsmedizin Mainz erläutert: „Die Ergebnisse der Untersuchungen am Tiermodell zeigten, dass das Enzym NOX-2 in den E-Zigaretten-Dämpfen die Schädigung von Blutgefäßen, auch in der Lunge und im Gehirn, auslöst. NOX-2 ist in die Immunreaktionen des Organismus in der Abwehr gegen Bakterien involviert. Es wird durch das toxische Aldhyd Acrolein, das beim Verdampfen entsteht, aktiviert und stimuliert die Bildung freier Radikale in Gefäßen, der Lunge und im Gehirn. Ein wichtiger Befund der aktuellen Studie ist, dass Mäuse, die NOX-2 nicht produzieren konnten (sogenannte NOX-2 knockouts), vor den schädlichen Auswirkungen des E-Zigaretten-Konsums auf Gefäße, Gehirn und Lunge nahezu vollständig geschützt waren.

Wurden die Mäuse mit den pharmazeutischen Substanzen Macitentan oder Bepridil behandelt, zeigten sie keine Anzeichen von einer Dysfunktion des Endothels, oxidativem Stress oder Bluthochdruck. Macitentan wird bei Patienten eingesetzt zur Behandlung von Funktions-störungen des Endothels, des Blutdruckanstiegs in den Lungengefäßen und von oxidativem Stress. Bepridil findet bislang Einsatz in der Therapie von oxidativem Stress, Zelltod bei hohem Blutdruck, Angina pectoris oder Brustschmerzen. Die positiven Effekte dieser Medikamente lassen auf die zentrale Funktion von zwei Eiweißmolekülen im Körper schließen: das an der Verengung der Arterien beteiligte Protein Endothelin 1 und das vor oxidativem Stress schützende Protein FOXO-3.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Leiter der heute im „European Heart Journal“ veröffentlichten Studie „Short-term e-cigarette vapour exposure causes vascular oxidative stress and dysfunction: evidence for a close connection to brain damage and a key role of the phagocytic NADPH oxidase (NOX-2)” schätzt E-Zigaretten daher als gesundheitsgefährdend ein: „Wir wissen, dass E-Zigaretten im Vergleich zu normalen Tabakzigaretten weniger toxisch sind. Unsere Studie belegt jedoch, dass ein Kurzzeitgebrauch von E-Zigaretten den oxidativen Stress in Gefäßen, Lunge und Gehirn erhöhen kann. Dies kann sowohl kurzfristig als auch langfristig negative Auswirkungen auf die Funktion dieser Organe haben. Unsere Daten deuten darauf hin, dass E-Zigaretten keine gesunde Alternative zu herkömmlichen Zigaretten sind. Es sind dringend Langzeitstudien erforderlich, um die möglichen gesundheitlichen Folgen von E-Zigarettengebrauch besser beurteilen zu können. E-Zigaretten haben ein Suchtpotential, das Konsumenten häufig unterschätzen. Es hat sich gezeigt, dass Kinder, die E-Zigaretten geraucht haben, auch verstärkt dazu neigen, später Tabakzigaretten zu konsumieren. Daher fordern wir ein Werbeverbot von E-Zigaretten. Entscheidend ist auch, Jugendliche und ihre Familien über die Gefahren von Tabakerzeugnissen aufzuklären und die Erforschung der nachteiligen gesundheitlichen Folgen von E-Zigarettengebrauch intensiv voranzubringen.“

Weitere Informationen:

Originalpublikation:
“Short-term e-cigarette vapour exposure causes vascular oxidative stress and dysfunction: evidence for a close connection to brain damage and a key role of the phagocytic NADPH oxidase (NOX-2)”, by Marin Kuntic et al. European Heart Journal. doi:10.1093/eurheartj/ehz772 https://academic.oup.com/eurheartj/article-lookup/doi/10.1093/eurheartj/ehz772

10 Jahre Universitätsmedizin Mainz

(v.l.n.r.) Martin Herwig, stv. Kaufmännischer Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan, Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerin Doris Ahnen, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, JGU-Vizepräsident für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinscher Vorstand, Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, JGU-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf und Pflegevorstand Marion Hahn. © Foto: Diether v Goddenthow
(v.l.n.r.) Martin Herwig, stv. Kaufmännischer Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan, Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerin Doris Ahnen, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, JGU-Vizepräsident für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinscher Vorstand, Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, JGU-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf und Pflegevorstand Marion Hahn. © Foto: Diether v Goddenthow

Erfolgreiches Zusammenwirken in Forschung, Lehre und Krankenversorgung

Die Universitätsmedizin Mainz feierte am 30. Oktober 2019 gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf ihren zehnten Geburtstag. Was zunächst Städtisches Krankenhaus und dann Universitätsklinikum war, wurde 2009 durch das Universitätsmedizingesetz im Wege der doppelten Integration zur Universitätsmedizin Mainz. Zehn Jahre Universitätsmedizin haben die Entwicklung innovativer Therapien beispielsweise in der Krebsforschung oder der minimalinvasiven interventionellen Herzklappentherapie ermöglicht und mit der Gründung des Helmholtz Instituts HI-TRON und dem Deutschen Resilienzzentrum bedeutende Forschungskooperationen auch mit der Johannes Gutenberg- Universität Mainz initiiert. Der Blick geht auch nach vorne, zu neuen Plänen.

Zehn Jahre Universitätsmedizin haben innovative Forschungsergebnisse und zukunftsweisende Kooperationen hervorgebracht. Durch die Verschmelzung des vorklinischen und klinischen Bereichs zur Universitätsmedizin nahmen die Leistungen in der Forschung, der Lehre und auch in der Krankenversorgung enorm zu.

Talk zur translationalen Forschung an der Universitätsmedizin. (v.l.) ZDF- Chefredakteur Dr. Peter Frey Interviewt Biomedizin-Doktorandin Erika Diehl, Marion Hahn Pflegevorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. med. Stephan Grabbe. Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin unter anderem zu Forschungs-Fortschritten in der Hautkrebsbehandlung. © Foto: Diether v Goddenthow
Talk zur translationalen Forschung an der Universitätsmedizin. (v.l.) ZDF- Chefredakteur Dr. Peter Frey Interviewt Biomedizin-Doktorandin Erika Diehl, Marion Hahn Pflegevorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. med. Stephan Grabbe. Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin, unter anderem zu Forschungs-Fortschritten in der Hautkrebsbehandlung. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer: „Im Jahr 2018 haben wir über 70.000 stationäre und mehr als 530.000 ambulante Patientenbehandlungen durchgeführt. Die Zahl der Patienten, die der Universitätsmedizin gerade auch bei komplexen und schweren Erkrankungen ihr Vertrauen schenken, ist stetig gewachsen.
Es wurde, beispielsweise mit der Anerkennung als onkologisches Spitzenzentrum, als soge-nanntes Comprehensive Cancer Center oder mit der Spitzenstellung bei der minimalinvasiven Herzklappentherapie und mit unserem Profilzentrum für Transplantationen viel erreicht.“

Der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, ergänzt: „Mit der translationalen Forschung, d.h. der strukturierten Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in neue klinische Therapien bietet die Universitätsmedizin Mainz den Patienten die Chance, schnell von neuen Erkenntnissen zu profitieren, beispielsweise in der innovativen Immun-Krebstherapie oder der Resilienzforschung.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto: Diether v Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto: Diether v Goddenthow

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont die Bedeutung der Universitätsmedizin Mainz als einzige Universitätsklinik in Rheinland-Pfalz: „Die Universitätsmedizin bietet nicht nur herausragende medizinische Versorgung für die Menschen in Mainz, Rheinland-Pfalz und weit darüber hinaus. Sie ist zudem eines der wichtigsten Forschungsinstitute, Ausbildungsstätte und einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Land. Für die Landesregierung ist es ein zentrales Anliegen, die besten Rahmenbedingungen für die Universitätsmedizin zu schaffen. Wir werden auch in Zukunft zu unserem Versprechen im Koalitionsvertrag stehen und sie auf einem strukturierten Weg der Erneuerung unterstützen.“

Die Gründung des Helmholtz-Instituts HI-TRON für translationale Onkologie war ein großer gemeinsamer Erfolg der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten eng zusammen. Auch die Höhe der eingeworbenen Forschungs-Drittmittel stieg erheblich, in den zurückliegenden zehn Jahren entstanden acht Sonderforschungsbereiche. In der Lehre ist Mainz der drittgrößte Studienstandort für Medizin bundesweit. Mit der Öffnung des Studienzugangs für beruflich qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber erfährt der Studiengang neue Impulse, die Studierenden bringen ganz unterschiedliche Vorerfahrungen mit ein.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. © Foto: Diether v Goddenthow
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. © Foto: Diether v Goddenthow

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf sieht die Entwicklung der Universitätsmedizin positiv: „Die Universitätsmedizin steht für hervorragende Forschung, Lehre und eine hochwertige Krankenversorgung. Acht Sonderforschungsbereiche, mit dem Deutschen Resilienzzentrum ein neues Leibniz-Institut, ein neues Helmholtz-Institut zur Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen sowie zahlreiche Forschungsaktivitäten zeugen hiervon. Diese Forschung kommt dank des integrierten Ansatzes den Studierenden und den Patientinnen und Patienten zugute. Die Universitätsmedizin ist damit ein Leuchtturm rheinland-pfälzischer Spitzenforschung.“

Gemischtes Doppel

Auch der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, blickt positiv auf das gemeinsam Erreichte: „Die Universitätsmedizin Mainz ist Teil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und dies ist seit zehn Jahren gelebte Wirklichkeit“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch. „So sind die Erfolge der Universitätsmedizin Mainz auch das Ergebnis der bemerkenswert guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Universitätsleitung und dem Vorstand der Universitätsmedizin. Für einen gemeinsamen Strategiebildungsprozess von Universität und Universitätsmedizin ist dies eine entscheidende Voraussetzung.

ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey moderiert den Talk "Gemischtes Doppel der Johannes Gutenberg-Universität und Universitätsmedizin" zwischen Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität (r.) u. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (m). © Foto: Diether v Goddenthow
ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey moderiert den Talk „Gemischtes Doppel der
Johannes Gutenberg-Universität und Universitätsmedizin“ zwischen Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität (r.) u. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (m). © Foto: Diether v Goddenthow

Gerade die internationale Reputation der fächerübergreifenden Kooperationen in Wissenschaft und Forschung belegen den Erfolg dieser interdisziplinären Ausrichtung von Universität und Universitätsmedizin.“

Die Universitätsmedizin Mainz gehört zu den größten Universitätsklinika Deutschlands, die strategische Entwicklung geht weiter. Eine erfolgreiche translationale Forschung ist auf dem Markt der Universitätsklinika ein Wettbewerbsfaktor. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer: „Medizinische Fragestellungen sind oftmals komplex. Zur erfolgreichen und schnellen Beantwortung dieser Fragen ist häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Unser Ziel ist es, immer stärker disziplinübergreifend zusammen zu arbeiten, um unseren Patienten eine hervorragende medizinische Versorgung aus einer Hand zu bieten. Neue Impulse aus der Grundlagenforschung möglichst schnell in neue Therapien umzusetzen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Gerade in den epidemiologisch wichtigen Themen wie der Krebstherapie oder in der Therapie von neurologischen oder neurodegenerativen Erkrankungen ist das für Rheinland-Pfalz von immenser Bedeutung. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler engagieren sich darin gemeinsam mit unseren Ärztinnen und Ärzten.“

Für eine jazzige, musikalische Umrahmung sorgte das Trio Surprise. © Foto: Diether v Goddenthow
Für eine jazzige, musikalische Umrahmung sorgte das Trio Surprise. © Foto: Diether v Goddenthow

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

VW-Förderinitiative „Experiment!“ unterstützt Forschungsprojekt zu neurobiologischen Auswirkungen von Mobbing

(Mainz, 23. April 2019, br) Die Förderinitiative „Experiment!“ der Volkswagen Stiftung fördert ein Forschungsvorhaben der Universitätsmedizin Mainz zum Thema Mobbing über einen Zeitraum von maximal 1,5 Jahren mit 120.000 Euro. Das Forschungsprojekt des Direktors des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer widmet sich den gesundheitlichen Folgen von Mobbing und potentiellen Präventivstrategien auf neuronaler Ebene. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Welche Auswirkungen hat Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsen im Gehirn? Lassen sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren? Das zentrale Ziel besteht darin, potentielle Ansatzpunkte für molekulare Präventivstrategien zu identifizieren, um mögliche Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression zu vermeiden.

Mobbing ist eine Form des aggressiven Sozialverhaltens, das überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen – sei es beruflich oder privat, sei es offline oder online – auftreten kann. Es kann von Einzel- bis Gruppenmobbing reichen. Der Aggressor agiert dabei über einen längeren Zeitraum, in der Regel über mehrere Wochen oder Monate, wiederholt in feindlicher Absicht. Dabei bringt er ein Machtungleichgewicht zum Ausdruck. Der Versuch des systematischen „Fertigmachens“ oder Kaltstellens kann nonverbal, verbal oder körperlich erfolgen. Derlei Anfeindungen in verschiedenen täglichen Kontexten der sozialen Interaktion können verheerende Folgen für die Gesundheit der Mobbing-Opfer haben: Angst, Depression oder auch ein erhöhtes Selbstmordrisiko.

Welche Moleküle an den Verbindungen zwischen Nervenzellen, den Synapsen, hierbei beteiligt sind, wenn sich diese Form des psychischen Stresses auf das Gehirn niederschlägt, ist wissenschaftlich noch kaum verstanden. Das will Univ.-Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer, Direktor des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz, mit einem neuen Forschungsprojekt ändern. In der von ihm konzipierten Studie „Deciphering synaptic resilience factors in the brain of a bullying mouse model” will er gemeinsam mit den Professoren Marianne Müller und Beat Lutz von der Universitätsmedizin Mainz und dem Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ) Mainz untersuchen, welche Auswirkungen Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsenpopulationen im Gehirn eines entsprechenden Mausmodells hat und ob sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren lassen.

Ansatzpunkt seiner Forschungen ist die These, dass bei fast allen psychischen Erkrankungen die Synapsen im Gehirn fehlerhaft funktionieren. Um zu ergründen, warum dies so ist, will er die molekulare Anatomie der Synapsen, also jene Kontaktstellen, über die die Neuronen im Gehirn miteinander kommunizieren, besser verstehen. Basierend auf diesem Verständnis wäre es ein weiteres Ziel, in der Zukunft molekulare Strategien zu entwickeln, die verhindern, dass sich Mobbing negativ auf neuronale Schaltkreise auswirkt. Somit könnte man potentielle Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression vermeiden.

Mit ihrer Förderinitiative „Experiment!“ will die Volkswagen Stiftung neue Forschungsvorhaben mit ungewissem Ausgang in der Startphase mit bis zu 120.000 Euro unterstützen und Forschern die Chance geben, ihre gewagte Forschungsidee auszutesten. Das Forschungsvorhaben von Professor Schmeißer ist eines von 37 im Rahmen der Förderinitiative „Experiment!“ geförderten und aus 645 eingegangenen Projektanträgen bewilligten Projekten. Maximal 18 Monate hat der Mainzer Wissenschaftler nun Zeit, erste Anhaltspunkte für die Tragfähigkeit seines Konzeptes zu gewinnen. Dazu kann auch gehören, dass das Forschungskonzept unerwartete Ergebnisse zu Tage fördert oder es als solches gänzlich scheitert. Denn auch daraus ließen sich gegebenenfalls Schlussfolgerungen ziehen und Lernerfolge generieren.

Närrische Nachtvorlesung

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Fastnachtliche Variante der „Nachtvorlesung für jedermann“ an der Universitätsmedizin Mainz am 27. Februar

(Mainz, 27. Februar 2019, ok) Am heutigen Mittwoch, 27. Februar, um 19.11 Uhr lädt die Universitätsmedizin Mainz zur Närrischen Nachtvorlesung ein. Auch in diesem Jahr geben sich bei der Veranstaltung beliebte Größen der Meenzer Fassenacht wie beispielsweise der „Straßenmusikant“ Piet Rösch, Fastnachtssängerin Margit Sponheimer, der Bajazz mit der Laterne René Pschierer oder der Ehrenpräsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) Rudi Henkel die Ehre. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei. Als Eintrittskarte gilt die Verkleidung.

Wie jedes Jahr werden charismatische Vertreter der politisch literarischen Mainzer Fastnacht diesen besonderen Abend gestalten. Das Publikum darf sich auf Peter Krawietz als Protokoller freuen, der sich mit seinen geschliffenen Vorträgen in die Herzen der Zuhörer gespielt hat. Rudi Henkel, Ehrenpräsident des MCV, wird in bewährter Weise das aktuelle Fastnachtsmotto politisch literarisch ausfeilen, ironisieren und gekonnt kommentieren. Rene Pschierer, der Bajazz mit der Laterne, stets ein Kandidat für die Fernsehfastnacht und eine der großen Kultfiguren des MCV, wird seinen in der Presse gepriesenen Vortrag im Hörsaal halten.

Es gibt aber auch wieder den akademischen Vortrag, in diesem Jahr zum Thema „Ist Singen gesund?“ vom Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz und Initiator der Nachtvorlesung Univ.-Prof Dr. Christian Vahl. Musik darf bei der Hörsaalfastnacht der Universitätsmedizin natürlich nicht fehlen: so dürfen sich die Hörsaalfastnachter auf den Musikzug der Fischergarde freuen und vor allem auf die emotionalen und fröhlichen Fastnachtslieder von Piet Rösch. Das lädt zum Schunkeln ein. Auch die Bänkelsänger werden in diesem Jahr als Highlight dabei sein. Und natürlich wird es auch wieder Überraschungsgäste als Aktive geben, die viele Mainzer sehr gut aus der Fernsehfastnacht kennen. Die Veranstalter sind besonders froh, dass auch der im vergangenen Jahr fastnachtlich umjubelte Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann seine Teilnahme zugesagt hat und der Veranstaltung einen akademisch, fastnachtlichen Kick geben wird.

Unimedizin Mainz: „Nachtvorlesung für jedermann“: Schwerpunkt Pneumologie – am 6.Dez. 2018

Nachtvorlesung -Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz © Archivfoto: Diether v. Goddenthow
Nachtvorlesung -Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz © Archivfoto: Diether v. Goddenthow

Besucher der aktuellen Staffel bekommen ab 29. November „Highlights aus der Universitätsmedizin“ geboten

(Mainz, 29. November 2018, ok) An diesem Donnerstag, 29. November, startet die „Jahresabschlussstaffel“ der Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“. In bewährter Tradition präsentieren die Experten neue Highlights aus der Universitätsmedizin Mainz. Dabei richtet sich der Blick auf Neuerungen und innovative Forschungsprojekte verschiedener Bereiche der Universitätsmedizin Mainz. Die aktuelle Nachtvorlesungsstaffel findet an vier Abenden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Weg ist ausgeschildert. Eintritt und Bewirtung sind frei.

In der heutigen Auftaktveranstaltung widmet sich der Direktor der Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Christian Werner dem Thema „Vom Notfall zur Narkose“. Anschließend stellen der Direktor der Klinik für Herz-, Thorax, Gefäßchirurgie (HTG) der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl und Dr. Kathrin Dohle (ebenfalls HTG) die Highlights 2018 in der Aortenchirurgie vor. Einblicke in die highend-periphere Gefäßchirurgie gibt Prof. Dr. Bernhard Dorweiler (HTG). Um das Potential der plastischen Chirurgie soll es im vierten Vortrag des Abends von Dr. Hadrian Scheppler, Leiter Plastische Chirurgie in der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz gehen. Abschließend zeigt die Leiterin der Nephrologischen Ambulanz Dr. Julia Weinmann-Menke auf, dass die Nephrologie nicht nur auf die Niere ausgerichtet ist.

Die zweite Veranstaltung der Jahresabschlussstaffel am 06.12.2018 startet mit einem Vortrag des Leiters des Schwerpunkt Pneumologie in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Roland Buhl. Er spricht über die individuelle Asthma-Therapie. Was die tiefe Hirnstimulation bei Tumorerkrankungen auszurichten vermag, berichtet Prof. Dr. Sergiu Groppa von der Neurologie der Universitätsmedizin Mainz. Das Thema Patientensicherheit vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion über Mikroplastik im menschlichen Körper greift Prof. Dr. Irene Krämer von der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz in ihrem Vortrag auf. Abschließend folgt ein Vortrag des Direktors der Klinik und Poliklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel mit dem Titel „Psychotherapie 4.0 – Onlinemedizin für die Psyche?“

Der dritte Abend der aktuellen Staffel am 13.12.2018 beginnt mit dem Vortrag „Wer rastet der rostet – Bewegung einmal anders“ des stellvertretenden Direktors des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees. Anschließend gibt der Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung Univ.-Prof. Dr. James Deschner Einblicke in die moderne Zahn- und Zahnfleischbehandlung an der Universitätsmedizin Mainz. Welches Potential die refraktive und rekonstruktive Augenchirurgie besitzt wird PD Dr. Urs Voßmerbäumer von der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz in seinem Vortrag aufzeigen. Des Weiteren referiert Dr. Jürgen Alt von der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz über das Thema „Checkpoint-Inhibitoren – die neue Säule der Krebstherapie“. Der letzte Vortrag des Abends widmet sich der Frage „Leberchirurgie im Grenzbereich – was ist machbar?“ Der Referent ist der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Univ.-Prof. Dr. Hauke Lang.
Die vierte und letzte Veranstaltung der Jahresabschlussstaffel findet am 20.12.2018 statt. Es handelt sich dabei um eine Weihnachts-Nachtvorlesung, die wie üblich ein Überraschungsprogramm enthält.