Kategorie-Archiv: Gutenberg-Universität Mainz

Römerfund im Zollhafen: Die Heilgöttin Salus – Landesmuseum Mainz mit Hybrid-Vortrag von Prof. Dr. Johannes Lipps

© Archiv-Foto: Diether von Goddenthow
© Archiv-Foto: Diether von Goddenthow

Es ist ein außergewöhnlicher Fund aus der Römerzeit, den Mitarbeitende der Landesarchäologie Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) am Zollhafen auf einem Grundstück zwischen Rheinallee und An den Grachten im Oktober 2020 entdeckten: eine etwa 1,50 Meter große kopflose Frauenfigur mit nacktem Oberkörper und Hüftmantel aus Sandstein, die sich später als eine Darstellung der Heilgöttin Salus entpuppte.

Unter dem Titel „Die Mainzer Salus vom Zollhafen” wird Prof. Dr. Johannes Lipps, vom Institut der Klassischen Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz, die Geschichte des Fundes und der Figur am 17. Januar 2023 um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der GDKE in einem abwechslungsreichen Vortrag erläutern.

Sowohl eine Inschrift als auch eine „Schwesterstatue“ im Römisch-Germanischen Museum Köln, an der sich zusätzlich eine Schlange nach oben windet, halfen bei der Identifizierung der kopflosen Dargestellten. Die Inschrift weist die Statue als Salus aus, die im Jahr 231 n. Chr. von Senecionius Moderatus und Respectius Constans, den Bewohnern der Mainzer canabae, des zivilen Lagerdorfs, gestiftet wurde. „Gemeinsam mit dem Fund aus Köln präsentiert sich die Mainzer Salus als eine Statue, die den lokalen Bedürfnissen angepasst wurde und hypothetisch mit einem damals neu gestifteten Kult für Salus in Verbindung zu bringen ist“, so Lipps.

Der Stein wurde wohl im Nahetal abgebaut und nach Mainz importiert, wo eine überregional gefragte Werkstatt Weihestatuen anfertigte. Mit solchen Produkten befriedigte die Werkstatt die Wünsche besonders ambitionierter Auftraggeber, welche gerade in severischer Zeit (von 193 bis 235 n. Chr.) ihre Städte mit reichen, in kleinen antiken Bauwerken (Ädikula) im öffentlichen Raum präsentierten Statuenweihungen von unterschiedlichen Heilsgottheiten schmückten und durch diese religiöse Praxis sowohl ihr eigenes soziales Prestige steigerten als auch entscheidend zum urbanen Mehrwert ihrer Gemeinden beitrugen.

Der Vortrag mit dem Titel „Die Mainzer Salus vom Zollhafen” wird als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es besteht demnach die Möglichkeit, an dem Vortrag in Präsenz teilzunehmen oder ihm in digitaler Form zu folgen. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, wird um eine Anmeldung bis 16. Januar 2023, 12 Uhr, per E-Mail unter anmeldung@gdke.rlp.de gebeten, die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Zugangslink wird den Teilnehmenden nach Anmeldeschluss per E-Mail zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Übrigens: Ab dem 14. Januar 2023 ist das Original der Salus-Statue in einer gemeinsamen Präsentation von Landesarchäologie Mainz und Landesmuseum Mainz im Museum zu bewundern.

Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 – 51
55116 Mainz
Telefon 06131 2857 0
Fax 06131 2857 288

Rhein-Main-Universitäten eröffnen RMU-Italienforum – Eröffnungsveranstaltung am 19.12.2022 in der Akademie der Wissenschaften Mainz

Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Rhein-Main-Universitäten aus geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern haben sich zusammengeschlossen, um ein Italienforum zu gründen, das die Aktivitäten der bestehenden Foren und Zentren bündeln und italienbezogene Forschung an den jeweiligen Universitäten vernetzen und sichtbar machen soll.

Die Strategische Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) eröffnet ihr neu gegründetes RMU-Italienforum. Im Zentrum der Eröffnungsveranstaltung am Montag, 19. Dezember, um 18 Uhr in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz steht der Vortrag des Direktors der Uffizien in Florenz, Prof. Dr. Eike Schmidt. Unter dem Thema „Die Uffizien: Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte vom 16. Jahrhundert bis heute“ wird er über die lang zurückreichende und für viele andere Museen exemplarische Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte vom 16. Jahrhundert bis heute sprechen. Der Leiter eines der bedeutendsten Museen der Welt erläutert dabei auch, welche Ziele das Sammeln und die damit verbundenen Ausstellungen im Lauf der Jahrhunderte verfolgten und wie sich das Florentiner Museum den heutigen Herausforderungen stellt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ort:
Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Geschwister-Scholl-Straße 2
D-55131 Mainz
https://www.rhein-main-universitaeten.de/

Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf ist Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur im Jahr 2023

Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf ist Inhaber der 23. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur. An der Universität Mainz wird er in einer öffentlichen Vorlesungsreihe im Sommersemester 2023 die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise in die Archive des Vatikans mitnehmen und anhand dort gefundener Quellen Licht ins Dunkle zahlreicher kirchlicher Debatten der Vergangenheit und Gegenwart bringen. Die Vorlesungsreihe beginnt mit der Eröffnungsveranstaltung am Dienstag, den 18. April 2023, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Neun weitere Vorlesungen im größten Hörsaal der Universität schließen sich jeweils am Dienstagabend an.

(Mainz, im November 2022) Der Kirchenhistoriker und Priester Hubert Wolf ist seit 2000 Ordinarius für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Münster. Von 1992 bis 2000 war er Professor für Kirchengeschichte an der Universität Frankfurt. Hubert Wolf steht wie kein anderer für die Erforschung der vatikanischen Archive. Berühmt geworden ist Hubert Wolf vor allem für seine Arbeiten zu Inquisition und Indexkongregation, zu deren Archiven er bereits 1992, Jahre vor der offiziellen Öffnung der Bestände, Zugang erhielt. Zahlreiche seiner Bücher wurden zu Bestsellern; sein „Kirchenthriller“ Die Nonnen von Sant’Ambrogio erschien in über zehn Sprachen. Neben den innovativen historiographischen Ansätzen und seiner außergewöhnlichen Produktivität ist er als Wissenschaftskommunikator einer breiten Öffentlichkeit durch zahlreiche Radio- und Fernsehbeiträge bekannt geworden. Zudem zieht er Konsequenzen aus seiner kirchenhistorischen Arbeit für gegenwärtige Debatten und sieht in der Tradition der Kirche ein ungeheures Potenzial für notwendige Reformen. Seine „16 Thesen zum Zölibat“, in denen er für die Zulassung verheirateter Männer zur Priesterweihe plädiert, sind dafür ein sprechendes Beispiel. Aktuell arbeitet er gemeinsam mit seinem Team im Großprojekt „Asking the Pope for Help“ Bittbriefe jüdischer Verfolgter aus dem Zweiten Weltkrieg auf, die in den vatikanischen Archiven lagern. In einer Online-Edition werden sie sowohl der Forschung als auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet worden; so ist er Träger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises (2003) und des Communicator-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2004), des Gutenberg-Preises der Stadt Mainz und der internationalen Gutenberg-Gesellschaft (2006) sowie des Sigmund-Freud-Preises für wissenschaftliche Prosa (2021). Er war Fellow am Historischen Kolleg München sowie am Wissenschaftskolleg Berlin.

Zur Vorlesungsreihe

In seinen Vorlesungen wird Hubert Wolf exklusive Einblicke in seine Arbeit in Rom geben. Dabei präsentiert er die Highlights seiner Forschungen und ordnet die aktuellen Debatten um die Reform der katholischen Kirche in die kirchenhistorische Tradition ein. Aufklärung dürfen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auch über Forschungsprozesse erhoffen – Entdeckungen bei Blicken hinter die hohen Mauern des Vatikans inbegriffen.

Beten in Mainz. Religion als Herausforderung in der Geschichte der Stadt – Vortragsreihe über 2000 Jahre religiöse Praktiken

Im Laufe von rund 2.000 Jahren Stadtgeschichte war Mainz durch eine große Zahl unterschiedlicher Religionen mit individuellen Praktiken geprägt: Die römischen Truppen brachten im vorletzten Jahrhundert v. Chr. ihre Gottheiten mit, ab dem 3. Jahrhundert hielt das Christentum Einzug. Unter Bonifazius wandelte sich Mainz im 8. Jahrhundert zu einem der christlichen Zentren des römisch-deutschen Reichs. Parallel entstand eine der ältesten jüdischen Gemeinden in Deutschland, die als Teil der SchUM-Stätten UNESCO-Weltkulturerbe ist. Spätestens mit muslimischen Soldaten der französischen Besatzungsarmee nach dem Ersten Weltkrieg erreichte der Islam die Stadt, der bis heute den Alltag in Teilen der Altstadt und der Neustadt prägt.

Diesen Entwicklungen und ihren Herausforderungen für die Mainzer Bevölkerung ist die Ringvorlesung „Beten in Mainz“ im Wintersemester 2022/2023 gewidmet. In insgesamt 13 Vorträgen werfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Fachleute von Mainzer Institutionen sowie ausgewählte externe Expertinnen und Experten von Anfang November 2022 bis Mitte Februar 2023 Schlaglichter auf die religiösen Praktiken der vergangenen 2.000 Jahre. Dabei sollen – wann immer möglich – Einzelschicksale in den Vordergrund gerückt werden. In der abschließenden Podiumsdiskussion am 15. Februar 2023 sprechen christliche, islamische und jüdische Vertreter über die religiöse Vielfalt der Stadt im 21. Jahrhundert.

Die öffentliche Ringvorlesung findet im Wintersemester 2022/2023 jeweils mittwochs von 18:15 Uhr bis 19:45 Uhr im Haus am Dom (Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz) statt; Ausnahme sind die drei Termine vom 9.-23. November 2022, zu denen die Ringvorlesung auf dem Gutenberg-Campus (Hörsaal P10 im Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz) zu Gast ist. Die abschließende Podiumsdiskussion am 15. Februar 2023 findet im Erbacher Hof statt, St. Hildegard-Saal, Grebenstraße 24, 55116 Mainz.

Die Ringvorlesung wird in Kooperation mit dem Erbacher Hof – Akademie & Tagungszentrum des Bistums Mainz sowie mit dem Profilbereich „40.000 Years of Human Challenges“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt.

Das Programm der Ringvorlesung:
jeweils mittwochs, 18:15-19:45 Uhr
https://vergleichendelandesgeschichte.geschichte.uni-mainz.de/ringsvorlesung-beten-in-mainz/

02.11.2022 – Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz
Religionen in der Stadt – eine Einführung
Prof. Dr. Jörg Rüpke (Erfurt)

09.11.2022 – Gutenberg-Campus, Hörsaal P10, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz
Beten für den Höchsten – Iuppiter, Nero und zwei Bewohner des römischen Mainz
Dr. Patrick Schollmeyer (Mainz)

16.11.2022 – Gutenberg-Campus, Hörsaal P10, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz
Rogo te domina – Gebete um Gerechtigkeit im Isis- und Mater Magna-Heiligtum von Mainz
Dr. Marion Witteyer (Mainz)

23.11.2022– Gutenberg-Campus, Hörsaal P10, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz
Mithras – Der Kult des Unbesiegten und sein Tempel in Mainz
PD Dr. Andreas Hensen (Heidelberg)

30.11.2022 – Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz
Religiöse Praxis und urbaner Mehrwert im römischen Mainz: ein spektakulärer Skulpturfund im Zollhafen
Prof. Dr. Johannes Lipps (Mainz)

07.12.2022 – Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz
„Tausende wurden in der Kirche hingeschlachtet!“ Entstehung und Entwicklung des Christentums in Mainz vom 4. bis zum 8. Jahrhundert im kirchen- und reichspolitischen Kontext
Dr. Winfried Wilhelmy (Mainz)

14.12.2022 – Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz
Kaddisch und Kabbala – Gebet und Mystik im jüdischen Magenza
Prof. Dr. Andreas Lehnardt (Mainz)

21.12.2022 – Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz
Haus des Gebets, Werkstatt des Geistes, Hort der Erinnerung. Klöster und Stifte im mittelalterlichen Mainz
Prof. Dr. Nina Gallion (Mainz)

11.01.2023 – Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, 55116 Mainz
Grabmäler erzählen von Frömmigkeit. Mainzer Geschlechter und ihre religiösen Praktiken
Dr. Raoul Hippchen (Mainz) und Dr. Heidrun Ochs (Mainz)

18.01.2023 – Haus am Dom, Liebfrauenpatz 8, 55116 Mainz
Mainz und die Reformation
PD Dr. Thomas Brockmann (Mainz)

25.01.2023 – Haus am Dom, Liebfrauenpatz 8, 55116 Mainz
Glaubensgewissheiten infrage gestellt: Protestantische Bewegungen um Mainz und die Hexenverfolgung in und um Mainz im 16. und 17. Jahrhundert
Prof. Dr. Ludolf Pelizaeus (Amiens)

01.02.2023 – Haus am Dom, Liebfrauenpatz 8, 55116 Mainz
„Der heiligen römischen Kirche besondere und wahre Tochter“. Mainz als Zentrum der Ultramontanisierung im deutschen Katholizismus (1802–1935)
Prof. Dr. Claus Arnold (Mainz)

08.02.2023 – Haus am Dom, Liebfrauenpatz 8, 55116 Mainz
Muslime in der französischen Besatzungsarmee in Mainz nach dem Ersten Weltkrieg. Eine Spurensuche
Dr. Anna-Maria Brandstetter (Mainz) und Juniorprof. Dr. Barbara Henning (Mainz)

15.02.2023 – Erbacher Hof (St. Hildegard-Saal, Grebenstr. 24, 55116 Mainz)
Religiöse Vielfalt im Mainz des 21. Jahrhunderts
Pfarrer Michael Baunacke (Mainz), Imam Mustafa Cimşit (Mainz), PD Dr. Peter Waldmann (Mainz)
Moderation: Dr. Johannes Bremer (Mainz)

Weitere Informationen und Details

4. MAINZER SCIENCE WEEK vom 12. bis 18. September mit über 20 Veranstaltungen

4-mainzer-science-weekAuftakt der Wissenschaftswoche am Montag mit Science Tram, Fishbowl-Diskussion und Ausstellung
Am Montag startet die 4. Mainzer Science Week, die vom 12. bis 18. September über 20 Veranstaltungen zu Wissenschaft und Forschung in die Stadt bringt.

Dabei gehören die ersten zwei Tage ganz dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Denn in Kooperation mit der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ veranstaltet die Akademie der Wissenschaften und der Literatur zusammen mit der Johannes Gutenberg-Universität am Montag/Dienstag, 12. und 13. September ihre „Mainzer Tage der Jungen Exzellenz“.
Los geht es am Montag um 17.00 Uhr an der Straßenbahn-Haltestelle Hochschule Mainz: Hier startet die Science Tram Richtung Akademie. Thema: Wie funktionieren eigentlich Umfragen – und wie aussagekräftig sind sie? Darüber gibt Dr. Lydia Repke Auskunft. Zudem wirft Dr. Jens Temmen einen Blick in die Zukunft: Wie die Besiedelung des Mars mit dem Klimawandel zusammenhängt, dazu steht er Rede und Antwort. Die Fahrtgäste sind eingeladen, beide Referent:innen der Jungen Akademie mit ihren Fragen zu löchern!

Im Anschluss an die Fahrt geht es im Plenarsaal der Akademie mit einer Frage weiter, die jede:r Wissenschaftler:in kennt: „Und was macht man damit?!“ Bei der Fishbowl-Diskussion sprechen Dr. Benedikt Brunner (Ev. Theologie, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte), Dr. Davina Höll (Literaturwissenschaft, Gutenberg Akademie), Theresa Mentrup (Ethnologie, Gutenberg Akademie & Johannes Gutenberg-Universität) sowie Dr. Torben Riehl (Tiefseeforschung, Junge Akademie | Mainz) mit Moderator Daniel Reißmann über ihre Erfahrungen. Das Besondere: Auf dem Podium ist ein Platz frei! Gäste sind herzlich eingeladen, Platz zu nehmen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Beim anschließenden Empfang wird die Ausstellung „Mensch und Zeit“ mit Werken junger Mainzer Künstler:innen eröffnet.

Auch am Dienstag, 13. September, führt die Fahrt der Science Tram von der Hochschule Mainz zur Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Abfahrt 17:30 Uhr). Diesmal freut sich PD Dr. Andrea Hofmann (Junge Akademie | Mainz) über Fragen zu „Katharina von Bora und Co: Frauen in der Reformationszeit“ und Anne Rosar (Projekt DFD | Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz) gibt bei „Meiner, deiner, unserer? – Zur Wahl des Ehenamens“ spannende Auskünfte über ihr Forschungsprojekt. In der Akademie selbst sorgt dann um 19.00 Uhr Gabriel Belinga Belinga (Hochschule Mainz) beim Science Slam für eine Party der Wissenschaft. Acht Slammer:innen kämpfen um die Gunst des Publikums!

Digital ist das Programm zum Auftakt abrufbar unter https://www.adwmainz.de/qualifizierung/junge-akademie/tage-der-jungen-exzellenz.html.
Das Gesamtprogramm zur Mainzer Science Week ist abrufbar unter www.wissenschaftsallianz-mainz.de und www.wissenimherzen.mainz.de.

Schülerinnen und Schüler schnuppern Forschungsluft in der „SommerUni Immunologie und Biomedizin 2022“

Health care professionals in lab.

Forschung wieder hautnah erleben – Universitätsmedizin Mainz bietet besonderes Ferienprogramm

(Mainz, 20. Juli 2022, nh) Nach zwei Jahren Coronapause begrüßt das Forschungszentrum für Immunologie (FZI) der Universitätsmedizin Mainz 25 Oberstufenschülerinnen und ‑Schüler zur „SommerUni Immunologie und Biomedizin 2022“. In zehn Projekten haben die Nachwuchsforschenden für eine Woche die Gelegenheit, an aktuellen Themen in der immunologischen und biomedizinischen Wissenschaft mitzuwirken. Das Ziel der Veranstalter – der Sonderforschungsbereich 1292 (SFB 1292), das FZI und die Mainz Research School of Translational Biomedicine (TransMed) – ist es, die Teilnehmenden für die Wissenschaft zu begeistern und von der Forschungsstärke an der Universitätsmedizin Mainz profitieren zu lassen.

Wie läuft ein Alltag in einem Forschungslabor ab? Welche Forschungsthemen beschäftigen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell in der Immunologie und Biomedizin? Könnte Forschung ein passender Karriereweg für mich sein? Die Universitätsmedizin Mainz lädt in diesem Jahr zum 14. Mal den wissenschaftlich interessierten Nachwuchs dazu ein, einen Blick hinter die spannenden Laborkulissen ihrer universitären Forschung zu werfen. Betreut durch die Doktorand:innen des SFB 1292 lernen die 25 Oberstufenschülerinnen und -Schüler das Leben als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler in zehn praktischen Forschungsprojekten kennen. Im Gegenzug lernen ihre Betreuer:innen, Arbeitsaufträge zu konzipieren, Hintergrundwissen zu vermitteln und die Schüler:innen bei der praktischen Labortätigkeit anzuleiten.

Zu entdecken gibt es in den Projekten vieles: wie reagiert das Immunsystem bei Krankheiten wie z.B. COVID-19, auf Impfungen oder bei einer Autoimmunerkrankung, an welchen Immun-therapien gegen Krebs wird geforscht, welche Rolle spielen Darmbakterien für die Gesundheit, wie unterscheiden sich gesunde Zellen von Krebszellen, was machen T-Zellen, wie funktionieren Viren, welche Zellen enthält das Blut und vieles mehr aus der Immunologie und Biomedizin.

In Dreier-Gruppen soll gemeinsam experimentiert und dabei moderne immunologische und biomedizinische Methoden erlernt werden. Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit Forschungsgruppenleiter:innen ins Gespräch zu kommen und sie über ihre Forschung zu befragen. Am Ende der SommerUni dürfen die Nachwuchsforschende, wie in der Wissenschaft üblich, ihre Arbeit anhand eines Posters bei einer Abschlussveranstaltung vorstellen.

Weitere Informationen: http://www.sommeruni.biomedizin.uni-mainz.de/sommeruni/start.html

Auszeichnung für Meta-Analyse über den Zusammenhang von Stress am Arbeitsplatz und Burn-out für Forscher der JGU Mainz u Humboldt-Uni Berlin

Prof. Dr. Christian Dormann und Dr. Christina Guthier bei der Preisverleihung auf der Konferenz der Society of Industrial and Organizational Psychology (SIOP) in Seattle, Washington, im April 2022.  ©Foto: Soo Won Lee / Christie's Photographic Solutions
Prof. Dr. Christian Dormann und Dr. Christina Guthier bei der Preisverleihung auf der Konferenz der Society of Industrial and Organizational Psychology (SIOP) in Seattle, Washington, im April 2022. ©Foto: Soo Won Lee / Christie’s Photographic Solutions

Forschende der JGU und der Humboldt-Universität zu Berlin erhalten Schmidt-Hunter Meta-Analysis Award für Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Psychological Bulletin

Für eine Studie über den Zusammenhang von Stress bei der Arbeit und Burn-out haben Dr. Christina Guthier und Prof. Dr. Christian Dormann von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) sowie Prof. Dr. Manuel Völkle von der Humboldt-Universität zu Berlin den Schmidt-Hunter Meta-Analysis Award erhalten. Mit diesem Preis wird die beste Meta-Analyse ausgezeichnet, die in den letzten drei Kalenderjahren auf dem Gebiet der Arbeits- und Organisationspsychologie veröffentlicht wurde. Der Preis wird jährlich vergeben. Er ist mit 1.500 Dollar dotiert und wurde am 27. April 2022 auf der Jahreskonferenz der Society for Industrial and Organizational Psychology (SIOP) in Seattle, USA, überreicht.

Die drei Preisträger haben in ihrer Studie mit dem Titel „Reciprocal Effects Between Job Stressors and Burnout: A Continuous Time Meta-Analysis of Longitudinal Studies” gezeigt, dass sich Stress bei der Arbeit und Burn-out gegenseitig aufschaukeln. Allerdings wurde entgegen landläufigen Ansichten auch festgestellt, dass sich Burn-out viel stärker auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz auswirkt als umgekehrt.

In die Meta-Analyse gingen 48 Längsschnittstudien zu Burn-out und Arbeitsstress ein. In diesen Studien waren insgesamt 26.319 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befragt worden. Sie wurden in den Jahren 1986 bis 2019 erstellt und stammten aus zahlreichen Ländern, vor allem in Europa, aber auch aus Israel, den USA und Kanada, Mexiko, Südafrika, Australien, China und Taiwan.

„Wir haben in unserer Meta-Analyse eine neue statistische Methode verwendet, um Längsschnittdaten zu analysieren“, teilt Christina Guthier mit. Längsschnittstudien sind gerade bei diesem Thema gegenüber anderen Erhebungen von Vorteil, weil sich insbesondere beim Thema Stress und Burn-out ein experimenteller Ansatz aus ethischen Gründen nicht anbietet. Außerdem bieten Meta-Analysen von Längsschnittstudien Vorteile, um unterschiedliche Arten von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen aufzudecken.

Continuous Time Meta-Analysis (CoTiMA) als geeignetes Analyseinstrument entwickelt
Für die ausgezeichnete Arbeit hatten die Forschenden eine neue, spezielle Methode genutzt, die in Mainz entwickelt wurde: Continuous Time Meta-Analysis (CoTiMA) macht es möglich, sehr viele unterschiedliche Arten von Längsschnittstudien zu berücksichtigen, die sich oft über verschieden lange Zeiträume erstrecken, innerhalb derer die untersuchten Phänomene unterschiedlich oft und auch häufig mittels verschiedener Verfahren gemessen wurden.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, insbesondere weil dadurch die Möglichkeiten und Chancen, die CoTiMA bietet, auch in der sozialwissenschaftlichen Community insgesamt noch besser bekannt werden. Die breite Relevanz zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass der Aufsatz nicht in einer organisationspsychologischen Zeitschrift veröffentlich wurde, sondern im Psychological Bulletin. Diese gehört zu den wichtigsten fünf Zeitschriften in der Psychologie überhaupt und zählt auch zu den wenigen Zeitschriften im Bereich Business/Management mit Top-Ranking“, teilt Christian Dormann zu der Auszeichnung mit.

Veröffentlichung:
Christina Guthier, Christian Dormann, Manuel C. Voelkle
Reciprocal Effects Between Job Stressors and Burnout: A Continuous Time Meta-Analysis of Longitudinal Studies
Psychological Bulletin, 29. Oktober 2020
DOI: 10.1037/bul0000304
https://doi.org/10.1037/bul0000304

Eröffnung der Saatgutbank für Wildpflanzen Rheinland-Pfalz im Botanischen Garten der Uni Mainz

Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist neben den Botanischen Gärten Berlin, Osnabrück und Regensburg erst die vierte Einrichtung in Deutschland, die eine moderne Saatgutbank für Wildpflanzen nach internationalem Standard unterhält. © Foto Diether v. Goddenthow
Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist neben den Botanischen Gärten Berlin, Osnabrück und Regensburg erst die vierte Einrichtung in Deutschland, die eine moderne Saatgutbank für Wildpflanzen nach internationalem Standard unterhält. © Foto Diether v. Goddenthow

Im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eröffneten heute Umweltministerin Katrin Eder, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch, Dr. Daniel Wolf, Bundesamt für Naturschutz, Botanischer Artenschutz, Dr. Elke Zippel, Kuratorin Dahlemer Saatgutbank, Botanischer Garten Berlin und Mitstreiter die bundesweit 4. Saatgutbank für Wildpflanzen. In dem neuen technisch entsprechend ausgestatteten Gebäude können Samen seltene und gefährdete Pflanzenarten jahrzehntelang keimfähig gelagert werden. Das Projekt entwickelte sich aus der Beteiligung des Botanischen Gartens und der Grünen Schule an einem deutschlandweiten Verbundprojekt zum Schutz gefährdeter Wildpflanzen (WIPs-De). Die Saatgutbank ermöglicht neue Forschungs- und Bildungsprojekte im Botanischen Garten
und bietet zusätzliche Optionen für den botanischen Artenschutz in Rheinland-Pfalz.

Samen gehören zu den spektakulärsten Organen, die Pflanzen in ihrer langen Evolution hervorgebracht haben, erläutert Dr. Ralf Omlor, Wissenschaftlicher Leiter und Kustos Botanischer Garten Uni Mainz. Sie dienen der Vermehrung und Ausbreitung und sind für diese Aufgaben perfekt ausgestattet. Aber auch für uns Menschen sind Samen von enormer Bedeutung. Denn letztlich basiert unsere gesamte kulturelle Entwicklung seit der Erfindung des Ackerbaus vor etwa 10.000 Jahren auf der Nutzung von Pflanzensamen. Das wäre nicht möglich, wenn Samen nicht ganz spezifische Eigenschaften hätten. Sie verfügen in ihrem Innern über einen ruhenden Pflanzenembryo, der sich unter günstigen Bedingungen schnell zu einer neuen Pflanze entwickeln kann. Das gibt uns die Möglichkeit, Pflanzen als Samen leicht zu transportieren und sie nach unseren Vorstellungen auch fern ihres Ursprungsortes anzusiedeln.

Blick auf die Saatgutbank im Botantischen Garten der Universität Mainz.  © Foto Heike v. Goddenthow
Blick auf die Saatgutbank im Botantischen Garten der Universität Mainz. © Foto Heike v. Goddenthow

Während Saatgutbanken für Kulturpflanzen also fast überall verfügbar sind, sieht es für Wildpflanzen sehr viel schlechter aus. Beim Schutz von Wildpflanzen hat man sich lange fast ausschließlich auf den Erhalt der Arten in ihren natürlichen Lebensräumen (In-situ, d.h. an Ort und Stelle) konzentriert. In den vergangenen Jahrzehnten hat man aber feststellen müssen, dass In-situ Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen, um das Aussterben von Pflanzenarten zu stoppen. Mit der Globalen Strategie zum Schutz der Pflanzen (Global Strategy for Plant Conservation, GSPC) wurden 2002 im Rahmen der Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) daher 16 konkrete Ziele international vereinbart.
Darin wird erstmals auch der hohe Stellenwert von Maßnahmen außerhalb der natürlichen Lebensräume (Ex-situ) betont. In dem für Botanische Gärten besonders relevanten Ziel 8 heißt es:
Bis 2020 sind „75 % der gefährdeten Pflanzenarten in zugänglichen Ex-situ-Sammlungen enthalten, vorzugsweise im Herkunftsland, und 20 % davon in Wiederansiedlungs- und Wiederherstellungsprogramme einbezogen“, so Dr. Daniel Wolf vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn

Von diesem Ziel sind wir noch weit entfernt, aber die Verabschiedung der globalen Strategie hat wichtige Impulse gegeben. So gibt es heute weltweit bereits an mehr als 400 Botanischen Gärten Kapazitäten zur mittel- oder langfristigen Samenlagerung (BGCI 2019). In Deutschland sind Saatgutbanken für Wildpflanzen allerdings dünn gesät. Lediglich in den Botanischen Gärten in Berlin-Dahlem (Dahlemer Saatgutbank), Osnabrück (Loki Schmidt Genbank für gefährdete Wildpflanzen) und Regensburg (Bayern Arche) gibt es solche Einrichtungen. „Es ist wichtig, dass wir mit dem Projekt Wildpflanzenschutz Deutschland die Sicherung von Pflanzenarten in technischen Einrichtungen mit konkreten Artenschutzmaßnahmen im Lebensraum verbinden konnten. Im Rahmen dieses Projektes ist auch die Einrichtung der Saatgutbank am Botanischen Garten in Mainz unterstützt worden.“, so Dr. Daniel Wolf. Die globalen Ziele wurden in der nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt für Deutschland konkretisiert. Das Förderprogramm „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ des Bundes unterstützt deren Umsetzung.

Das Labor im Herz der Saatgutbank. (v.r.) Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Dr. Elke Zippel von der Dahlemer Saatgutbank des Botanischen Gartens Berlin, Dr. Ralf Omlor, Wissenschaftlicher Leiter und Kustos Botanischer Garten Uni Mainz, Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland- Pfalz,  Dr. Ute Becker, Grüne Schule und ganz links: Dr. Daniel Wolf, Bundesamt für Naturschutz, Botanischer Artenschutz. © Foto Diether v. Goddenthow
Das Labor im Herz der Saatgutbank. (v.r.) Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Dr. Elke Zippel von der Dahlemer
Saatgutbank des Botanischen Gartens Berlin, Dr. Ralf Omlor, Wissenschaftlicher Leiter und Kustos Botanischer Garten Uni Mainz, Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-
Pfalz, Dr. Ute Becker, Grüne Schule und ganz links: Dr. Daniel Wolf, Bundesamt für Naturschutz, Botanischer Artenschutz. © Foto Diether v. Goddenthow

Mit dem Einstieg in das bundesweites Verbundprojekt zum Wildpflanzenschutz WIPs-De, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert wird, bot sich die Gelegenheit, am Botanischen Garten Mainz eine regionale Saatgutbank zu etablieren. Dieser Schritt ist nun abgeschlossen. Mit der Fertigstellung eines vom Land Rheinland-Pfalz finanzierten Anbaus an das bestehende Gebäude der Saatgutreinigung sind jetzt alle Voraussetzungen für die Langzeitlagerung von Samen geschaffen.

Wichtigster Bestandteil der technischen Ausstattung ist eine begehbare Klimakammer, in der die Samen vor dem Einfrieren bei 15°C und 15% relativer Feuchte langsam bis zu einer Restfeuchte von nur noch 3,5 bis 6,5 % getrocknet werden. Die Finanzierung dieser speziellen Klimakammer ermöglichten die Mainzer Wissenschaftsstiftung und der Freundeskreis des Botanischen Gartens, die dafür jeweils 30.000 Euro zur Verfügung gestellt haben. Zusätzliche Geräte zur Vakuumierung der Saatgutproben, zur Messung der Restfeuchte in den Samen und zur Prüfung ihrer Keimfähigkeit wurden aus den Fördermitteln des Projekts WIPs-De finanziert.

In die neue Saatgutbank werden nun zunächst die im Rahmen von WIPs-DE in Rheinland-Pfalz und im Saarland gesammelten Samen einer vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) erstellten Liste von Arten, für deren Erhalt Deutschland eine besondere Verantwortung hat, eingelagert. Seit 2020 besteht zudem eine Kooperation mit einem Projekt an der TU Bingen zur Erhaltung und Förderung von Ackerwildkräutern, das im Rahmen der Aktion Grün des Landes Rheinland-Pfalz gefördert wird.

Hierbei geht es um die Sicherung und Vermehrung der letzten Vorkommen gefährdeter Ackerwildkräuter, von denen auch Samenproben in der Saatgutbank des Botanischen Garten
eingelagert werden. Aber das ist erst der Anfang. Die Saatgutbank ermöglicht neue Forschungsprojekte und bietet zusätzliche Optionen für den botanischen Artenschutz in RheinlandPfalz.

„Die Vielfalt der Arten und auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten ist ein großer Schatz der Natur, der nicht nur um seiner selbst willen schützens- und erhaltenswert ist“, sagt Umweltministerin Katrin Eder. „Vielmehr sind Arten als Teile des Ökosystems wichtige Ressourcen für die Zukunft und Lebensgrundlage für den Menschen. Jede Art übernimmt Funktionen im Ökosystem und ist auf besondere Weise an ihren Standort angepasst. Dies kann gerade in Zeiten des Klimawandels eine wichtige Ressource darstellen, wenn es um die Entwicklung von Anpassungsstrategien zum Beispiel in der Nutzpflanzenzucht geht. Auch für die Medizin ist das wichtig, denn sie bedient sich pflanzlicher Wirkstoffe bei der Medikamentenherstellung. Stirbt eine Art aus, so verlieren wir auch die Möglichkeit, „von ihr lernen zu können“. Dies ist einer von vielen Gründen, warum es so wichtig ist, diesen Schatz zu bewahren. Saatgutbanken und das gesamte Verbundprojekt leisten dazu einen immensen Beitrag.“

„Botanische Gärten sind für diese Aufgabe prädestiniert,“ ergänzt Dr. Elke Zippel von der Dahlemer Saatgutbank des Botanischen Gartens Berlin. „Keine anderen Instututionen haben derart viel Erfahrung mit der Kultur und Vermehrung von Wildpflanzen. Mit dem Aufbau von Saatgutbanken, die die meisten Botanischen Gärten zu einem nicht unerheblichen Teil selbst tragen, wird diese Tradition erweitert, in neuer, technisch optimierter Form ausgebaut und gibt Botanischen Gärten angesichts der dramatischen Biodiversitäskrise eine wichtige Rolle für den botanischen Artenschutz.“

Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Anselm-Franz-von-Bentzel-Weg 9 b
55128 Mainz
http://www.botgarten.uni-mainz.de

Polarforscherin Prof. Dr. Antje Boetius über „Mensch und Natur – Die Netzwerke des Lebens“ zum Auftakt der Vorlesungsreihe der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur am 26.04.2022

Die durch ihre zukunftsweisenden Forschungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Ozean sowie die Lebensvielfalt der Tiefsee bekannt gewordene Meeresbiologin Professorin Dr. Antje Boetius, diesjährige Inhaberin der 22. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur, lädt im Sommersemester 2022 jeweils dienstags zu ihrer interessanten Vorlesungsreihe „Mensch und Natur – Die Netzwerke des Lebens“ auf den Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ein. Der Auftakt-Vortrag „Netzwerke des Lebens: Einführung in das Wunder der Lebensvielfalt“ findet bei freiem Eintritt am 26. April 2022 im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt.

Der Planet Erde ist bisher der einzige Himmelskörper, von dem wir wissen, dass er Leben beherbergt. Dieses Leben beruht seit fast 4 Milliarden Jahren auf eng verknüpften Netzwerken einer ungeheuren Vielfalt von Genen, Individuen, Arten und Lebensräumen, sodass Überleben auch unter extremen Bedingungen durch Anpassungen gesichert ist. Seit den 1950er-Jahren greift der Mensch in immer größerer Beschleunigung in diese Netzwerke ein. Heute wird zunehmend klar: Die Umwelt verändert sich zu schnell, das ist zu unserem Nachteil und resultiert in erheblichem Verlust von Vielfalt. Wie können wir also lernen, besser mit den Lebensnetzwerken zu kooperieren? In ihrer Vorlesungsreihe “Mensch und Natur – Die Netzwerke des Lebens” wird die diesjährige Inhaberin der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur die Zuhörenden auf eine Reise in die Funktionen des Lebens auf dem Planeten Erde mitnehmen. Gemeinsam mit ihren Gästen wird Prof. Dr. Antje Boetius diskutieren, warum die Vielfalt des Lebens auf der Erde wichtig für unser Überleben ist, wo die Netzwerke gefährdet sind, auf denen die natürlichen Funktionen der Erde beruhen, und welche Lösungen wir haben. Bei der ersten Vorlesung wird Antje Boetius auch anhand von Beispielen aus ihrem Forschungsgebiet, der Tiefsee, einige Wunder der Lebensvielfalt aufzeigen.

Prof. Dr. Antje Boetius ist Polar- und Tiefseeforscherin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Als Professorin für Geomikrobiologie und Leiterin der Brückengruppe für Tiefseeökologie und Technologie am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie ist sie am Exzellenzcluster MARUM der Universität Bremen beteiligt. Sie hat an fast 50 Expeditionen auf internationalen Forschungsschiffen teilgenommen. Im Mittelpunkt ihrer aktuellen Forschung stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Ozean sowie die Lebensvielfalt der Tiefsee. Für ihre wissenschaftlichen und wissenschaftskommunikatorischen Leistungen wurde Boetius unter anderem mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz- und dem Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Deutschen Umweltpreis 2018 und dem Bundesverdienstkreuz im Jahr 2019 ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie anderer nationaler und internationaler Akademien und Fachgesellschaften.

Die Vorlesungsreihe zur 22. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur findet im Sommersemester 2022 jeweils dienstags um 18:15 Uhr statt – teils in Präsenz auf dem Gutenberg-Campus (Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9), teils digital. Weitere Informationen unter https://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/vorlesungsreihe-2022-mensch-und-natur-die-netzwerke-des-lebens/
Referentin: Prof. Dr. Antje Boetius, Inhaberin der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2022
Wann: Dienstag, 26. April 2022, ab 18:15 Uhr
Wo: Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Veranstalter: Stiftung „Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur“ http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/
Programm: https://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/vorlesungsreihe-2022-mensch-und-natur-die-netzwerke-des-lebens/
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/387313919916934/

Eintritt: frei
Anmeldung: nicht erforderlich

Johannes Gutenberg-Universität Mainz startet in Präsenz in das Sommersemester 2022

© Diether v. Goddenthow
© Diether v. Goddenthow

Vorlesungszeit beginnt am 19. April / Campus wird wieder „echter Begegnungsraum“ / JGU setzt weiterhin auf bewährte, campuseinheitliche Schutzmaßnahmen

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) öffnet am 19. April ihren Lehrbetrieb im Sommersemester 2022 weitgehend in Präsenz. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach vier Semestern weitgehender Distanz in der Lehre unsere rund 30.000 Studierenden endlich wieder auf dem Campus willkommen heißen und somit vor allem auch unseren Erstsemestern das gegenseitige Kennenlernen und den persönlichen Diskurs ermöglichen können“, erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch. „Da die Corona-Pandemie immer noch nicht überstanden ist, gelten einheitliche Regelungen zum Infektionsschutz an der JGU, insbesondere eine Maskenpflicht, um das Risiko einer wechselseitigen Ansteckung zu minimieren. Meinen ausdrücklichen Dank richte ich an alle Universitätsmitglieder für ihr beeindruckendes Engagement, die Qualität der Lehre auch in den digitalen Lehr- und Lernszenarien sicherzustellen und dabei – trotz erheblichem Mehraufwand – den wechselnden Studienbedingungen im Interesse der Studierenden Rechnung zu tragen.“

Nach aktueller Planung sind gut 90 Prozent der über 6.000 Lehrveranstaltungen als Präsenzveranstaltungen angesetzt. Etwas mehr als 400 Veranstaltungen sind als vorwiegend digitale oder hybride Formate angekündigt – dabei nutzen Lehrende etwa die Möglichkeit, einzelne Teilnehmendengruppen digital zuzuschalten oder Präsenztermine für Teilgruppen anzubieten. Die wenigen Veranstaltungen, die rein digital stattfinden, werden bevorzugt asynchron durchgeführt.

„In diesem Sommersemester machen wir den Campus – an allen Standorten – wieder zu einem echten Begegnungsraum, einem Ort gemeinsamen Forschens und Lernens“, erklärt der Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU, Prof. Dr. Stephan Jolie. „In den vergangenen Jahren ist es uns dank der digitalen Möglichkeiten gelungen, auch unter schwierigen Bedingungen qualitätsvolle akademische Lehre anzubieten. Aus dieser Zeit nehmen wir viele wertvolle Erfahrungen mit, die wir nutzen wollen, um noch inklusiver, integrativer und kooperativer zu werden. Wir haben aber auch intensiv erlebt, dass Bildung den persönlichen Kontakt, das menschliche Miteinander vor Ort braucht.“

Einheitliche Regelungen zum Infektionsschutz
Die JGU setzt weiterhin auf bewährte, campuseinheitliche Schutzmaßnahmen. Dazu zählen die Maskenpflicht in allen Innenräumen (auch in Lehrveranstaltungen), die regelmäßige Lüftung von Räumen sowie die Bitte um Hust- und Niesetikette und Abstand, wo immer möglich. Eine Ausnahme von der Maskenpflicht besteht nur für praktische Anteile in Lehrveranstaltungen und Prüfungen, bei denen das Tragen einer Maske nicht möglich ist.

Digitalen Wandel weiter gestalten
Als Präsenzuniversität sieht die JGU den digitalen Wandel als Chance, bewährte Formen in Lehre und Studium weiterzuentwickeln, und Services – wo möglich – auch orts- und zeitunabhängig anzubieten. In zahlreichen Projekten mit Förderung aus Landesmitteln, Bundesprogrammen wie aus Mitteln der noch jungen Bund-Länderstiftung Innovation in der Hochschullehre (StIL) erproben Fächer, Fachbereiche und zentrale Einrichtungen neue digitale und hybride Formate und erweitern das Bildungsangebot der Universität etwa im Bereich der Data Literacy Education. Die erfolgreiche Einführung des digitalen Semestertickets zum Sommersemester 2022 für alle ticketberechtigten Studierenden stellt einen weiteren Meilenstein in der Digitalisierung der JGU dar. Das digitale Semesterticket wurde in Abstimmung mit dem Rhein-Main Verkehrsverbund vom Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV) der JGU entwickelt und wird in der ebenfalls vom ZDV entwickelten JGU-Ausweise-App ausgeliefert.

„Der digitale Wandel fordert uns auf allen Ebenen der Universität. Technische Möglichkeiten sehen wir dabei vor allem als Chance, mehr Qualität und mehr persönlichen Austausch zu schaffen: etwa das Innovationsprojekt MODELL-M, in dem wir hybride Modelle entwickeln, die mehr Aktivierung und Feedback, mehr Resonanzräume in Studium und Lehre schaffen sollen“, betont Prof. Dr. Stephan Jolie.

Guter Start ins Studium: Infos für Studienanfängerinnen und Studienanfänger
Die Fächer und zentralen Beratungseinrichtungen ermöglichen den Studienanfängerinnen und Studienanfängern nach vier durch die Corona-Pandemie geprägten Semestern endlich wieder eine Einführungswoche in Präsenz. Den Empfang der Erstsemester koordiniert die Zentrale Studienberatung der JGU und informiert auf ihrer Webseite über fachspezifische und fächerübergreifende Angebote (https://www.studium.uni-mainz.de/einfuehrungsveranstaltungen).

Informationen zu den ersten Schritten an der Universität geben bereits seit Anfang März digitale Vorträge und Fragerunden mit den Studienbotschaftern und ‑botschafterinnen. Die zentrale Erstsemesterbegrüßung mit dem Universitätspräsidenten findet in Präsenz am 13. April im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft, statt. Antworten auf Fragen rund um den Studienstart und Hilfestellung bei der Orientierung auf dem Campus erhalten Erstsemester durch die Zentrale Studienberatung während der Einführungswoche vom 11. bis 14. April am Informationsstand auf dem Vorplatz der JGU sowie in der roten Infobox auf dem Campus. In den fachspezifischen Einführungsveranstaltungen machen die Lehrenden und Fachschaften aller Fächer mit dem Fachstudium und dem Campus vertraut.

Rund 30.000 Studierende im Sommersemester 2022
Insgesamt erwartet die JGU zum Sommersemester 2022 rund 30.000 Studierende, was etwa dem Vorjahreswert entspricht (Sommersemester 2021: 30.140 Studierende). Die Zahl der Einschreibungen ist wie im Vorjahr leicht rückläufig. So rechnet die Universität mit erneut deutlich unter 3.000 Einschreibungen in das erste Fachsemester, wenngleich die Einschreibungen noch andauern. „Seit Beginn der Corona-Pandemie treffen im zweiten Jahr in Folge deutlich weniger Schulabgänger und Studierende eine Entscheidung zugunsten der Aufnahme eines Studiums oder des Studiengangs- bzw. Hochschulwechsels als in den Jahren vor der Pandemie“, so der Präsident der JGU. „Das ist ein deutschlandweiter Trend, der die meisten Universitäten betrifft.“

Studiengänge überwiegend frei zugänglich

Im Sommersemester ermöglicht die JGU die Einschreibung in insgesamt 290 Studiengänge. Hiervon sind 119 grundständige Studiengänge (Bachelor, Staatsexamen, Magister theologiae), 154 weiterführende Master- sowie elf weiterbildende und sechs Aufbaustudiengänge. Von diesen 290 Studiengängen sind insgesamt 80 zulassungsbeschränkt (einschließlich Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie). Die überwiegende Zahl der Studiengänge an der JGU ist frei zugänglich, also ohne Numerus clausus.

Der mit Abstand am meisten nachgefragte grundständige Studiengang mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen ist der Bachelorstudiengang Psychologie und Psychotherapie (B.Sc., 28 Bewerbungen je Studienplatz). Unter den grundständigen Studiengängen mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen stoßen weiterhin der Bachelorstudiengang Molekulare Biologie (B.Sc., 4 Bewerbungen je Studienplatz) sowie die Beifächer Soziologie und Strafrechtspflege im Bachelor of Arts (5 bzw. 6 Bewerbungen je Studienplatz) auf großes Interesse. Ebenfalls stark nachgefragt sind die Staatsexamensstudiengänge Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie, deren Studienplätze bundesweit zentral durch die Stiftung für Hochschulzulassung vergeben werden: Bei der Stiftung für Hochschulzulassung haben sich im Sommersemester 2022 für den Studienort Mainz rund 14.200 Personen um einen der 225 Studienplätze in Medizin, rund 4.600 Personen um einen der 48 Studienplätze in Zahnmedizin und rund 1.900 Personen um einen der 45 Studienplätze in Pharmazie beworben. Bei den Masterstudiengängen führen die Rangliste der begehrtesten Studiengänge die Masterstudiengänge International Economics and Public Policy (M.Sc.) sowie Psychologie – Kindheit und Jugend (M.Sc.) an (jeweils 6 Bewerbungen je Studienplatz), gefolgt von den Mastern Psychologie – Klinische Psychologie sowie Psychologie – Human Factors (M.Sc.) und (jeweils 5 Bewerbungen je Studienplatz).

In den zulassungsfreien grundständigen Studiengängen sind – gemessen an den Einschreibungen im ersten Fachsemester – die Informatik (B.Sc., 61 Einschreibungen), die Lehramtsfächer Englisch und Deutsch (83 und 85 Einschreibungen) und das Fach Philosophie mit 61 Einschreibungen (Summe der Einschreibungen in Kern und Beifach) am stärksten frequentiert. In den zulassungsfreien Mastern führen die Liste die Lehramtsmaster in Deutsch (76 Einschreibungen) und Englisch (61 Einschreibungen) an; der am stärksten nachgefragte Nicht-Lehramtsmaster ist der Master Physik (M.Sc.) mit 31 Einschreibungen.

Weiterführende Links:
http://corona.uni-mainz.de/ – Allgemeine Information zum Umgang der JGU mit der Corona-Pandemie
https://sl.uni-mainz.de/information-zum-umgang-der-jgu-mit-dem-coronavirus ; https://www.studium.uni-mainz.de/corona – Aktuelle Infos zum Studien- und Lehrbetrieb an der JGU
https://lehre.uni-mainz.de/digital – Informationen zur digitalen Lehre an der JGU