Kategorie-Archiv: Gutenberg-Universität Mainz

Hervorragende Ergebnisse der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im U-Multirank 2021

Topplatzierungen in den Bereichen Forschung, Wissenstransfer und Internationale Ausrichtung

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat im diesjährigen U-Multirank in mehreren Bereichen hervorragende Ergebnisse erzielt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Platzierung als Universität insgesamt als auch im Hinblick auf die teilnehmenden Fächer.

Die JGU hat sich bei neun Kennzahlen aus den Bereichen Forschung, Wissenstransfer und Internationale Ausrichtung in der obersten Gruppe der teilnehmenden Hochschulen platzieren können. In der internationalen Spitzengruppe befindet sich die JGU in Bezug auf die Anzahl der Forschungspublikationen und die „Top cited publications“. Im Bereich Wissenstransfer erzielt die JGU im Bereich Patente durchgehend sehr gute Ergebnisse und platziert sich in allen untersuchten Kennzahlen in Ranggruppe 1. In der internationalen Spitzengruppe platziert sich die JGU zudem im Bereich Internationale Ausrichtung in Bezug auf den Anteil an internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und den Anteil an internationalen Kooperationen bei Forschungspublikationen.

Auf Fächerebene sind insbesondere die hervorragenden Ergebnisse für die Medizin und Zahnmedizin hervorzuheben. Beiden Fächern sind sehr gute Platzierungen in Einzelindikatoren vor allem im Bereich Wissenstransfer gelungen. So belegen beide Fächer im Bereich Wissenstransfer für die Indikatoren „Co-publications with industrial partners“, „Publications cited in patents“ und in Bezug auf die eingeworbenen Drittmittel einen Platz in der internationalen Spitzengruppe.

Das internationale Hochschulranking U-Multirank ist von einem Konsortium aus europäischen Hochschul- und Forschungsinstitutionen entwickelt worden. Die JGU hat sich sowohl auf Ebene der Universität insgesamt als auch fachbezogen in Medizin und Zahnmedizin am diesjährigen Ranking beteiligt. Zentrales Merkmal von U-Multirank ist es, keine klassischen Ranglisten zu erstellen, sondern die Hochschulen für jede Kennzahl einer von fünf Ranggruppen zuzuordnen.

Weiterführende Infos zum Hochschulranking U-Multirank

Festakt zum 75-jährigen Jubiläum der Wiedereröffnung der JGU als Livestream coronakonform erlebbar

Formate im Jubiläumsjahr sind weitgehend digital angelegt / Rolle von Universität und Wissenschaft in der Gesellschaft steht im Fokus

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) feiert das 75-jährige Jubiläum ihrer Wiedereröffnung im Zuge der aktuellen Entwicklungen mit einer coronakonformen Reflexion ihrer Geschichte und ihrer Themenvielfalt. So ist auch der Festakt mit der Präsentation der Festschrift „75 Jahre Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Universität in der demokratischen Gesellschaft“ und der Eröffnung der Ausstellung WISSEN SCHAFFT RAUM am 7. September 2021 als Livestream angelegt.

Interessierte können den Festakt ab 17:00 Uhr über den Link www.magazin.uni-mainz.de/JGU75/festakt kostenfrei live miterleben. Der Festakt wird auch über OK:TV Mainz und dessen Sendebereich im digitalen Kabelnetz der Region Mainz und Rheinhessen sowie bundesweit über IPTV der Deutschen Telekom (MagentaTV) ausgestrahlt.

Die multimediale Reise durch 75 Jahre JGU beginnt mit historischen und aktuellen Bilderwelten, zusammengestellt mit Unterstützung des SWR. Grußworten der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer und des Präsidenten der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch, folgen u.a. Gesprächsrunden mit Gästen wie der rheinland-pfälzischen Finanzministerin Doris Ahnen, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Bernhard Vogel, der ZEIT-Redakteurin im Ressort Wissen Dr. Anna-Lena Scholz und dem Architekturhistoriker Dr.-Ing. Wolfgang Voigt. Neben der Rolle von Universität und Wissenschaft in der Gesellschaft steht insbesondere auch die Campusarchitektur als Spiegelbild der Universitäts- und Sozialgeschichte im Fokus des Festakts.

Ausstellung WISSEN SCHAFFT RAUM

So wird im Rahmen des Festakts auch die Ausstellung „WISSEN SCHAFFT RAUM. Aspekte internationaler Architektur auf dem Mainzer Gutenberg-Campus“ eröffnet, die die Bauwerke des Mainzer Universitätscampus im Verhältnis zum internationalen Architekturgeschehen beleuchtet. Als eine der ersten deutschen Campusuniversitäten vereint die JGU fast alle Institute auf einem Areal. Die von den 1930er-Jahren bis 2021 errichteten, teilweise denkmalgeschützten Gebäude fügen sich zu einer komplexen Wissenschaftsstadt, deren Architektur eine hohe Vielfalt an Stilen und Konzepten aufweist und in ihrer Grundkonzeption in der Nachkriegszeit wegweisend war. Verschiedene Bauwerke auf dem Campus treten in einen teilweise bewusst inszenierten Dialog miteinander und reflektieren dabei zugleich die internationale Architekturgeschichte von der Nachkriegsmoderne bis zur Gegenwart. Der Campus wird so zu einer Visitenkarte der Universität und ihres Selbstverständnisses als internationale Forschungs- und Lehreinrichtung. Dabei werden bei den markanten Einzelbauten interessante Verbindungen zur internationalen Weltarchitektur von u. a. Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier oder Robert Venturi nachgezeichnet.

Die Ausstellung wird vom 08.09. bis 22.10.2021 als multimediales Konzept, das interaktiv auf die Besucherinnen und Besucher eingeht, in der Roten Info-Box auf dem Campus (Kreuzung Jakob-Welder-Weg / Johannes-von-Müller-Weg) gezeigt. Ab dann wird die Ausstellung ebenfalls als virtueller Rundgang im Internet unter www.wissenschafftraum.uni-mainz.de zu sehen sein.

Programm im Jubiläumsjahr

Ein Veranstaltungsprogramm in gewohnter Form ist coronabedingt im Jubiläumsjahr nicht möglich. Die Formate sind vielmehr weitgehend digital angelegt. „Es entspricht dem Selbstverständnis und der Verantwortungsbereitschaft der JGU, bei der Gestaltung des Jubiläums den besonderen Bedingungen Rechnung zu tragen“, so der JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch. „Auf diese Weise wird die Universität im Jubiläumsjahr weitgehend unabhängig vom Infektionsgeschehen dennoch in ihren vielen Facetten für alle erlebbar.“

Weiterführender Link:

https://www.magazin.uni-mainz.de/JGU75 – Jubiläumswebsite mit Programm und Infos.

Ausbruch des Laacher-See-Vulkans neu datiert

Laacher-See Vulkaneruption fand vor 13.077 Jahren statt – Neues Datum liefert entscheidende Erkenntnisse über Klimaschwankungen am Ende der letzten Eiszeit. Subfossile Kiefernscheibe gefunden in Zürich, Schweiz: Die Kalibrierung der Radiokarbonmessungen an Holzproben aus den Laacher-See-Ablagerungen gegen eine Schweizer Referenzchronologie basierend auf solchen Kieferproben ergab die präzise Datierung. Foto/©: Daniel Nievergelt
Laacher-See Vulkaneruption fand vor 13.077 Jahren statt – Neues Datum liefert entscheidende Erkenntnisse über Klimaschwankungen am Ende der letzten Eiszeit. Subfossile Kiefernscheibe gefunden in Zürich, Schweiz: Die Kalibrierung der Radiokarbonmessungen an Holzproben aus den Laacher-See-Ablagerungen gegen eine Schweizer Referenzchronologie basierend auf solchen Kieferproben ergab die präzise Datierung. Foto/©: Daniel Nievergelt

Der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans in der Eifel zählt zu den größten Eruptionen, die sich in Mitteleuropa ereignet haben. Der Vulkanausbruch förderte rund 20 Kubikkilometer Asche zutage und die Eruptionswolke reichte über 20 Kilometer in die Höhe, vergleichbar mit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991. Technische Fortschritte und Funde von Baumresten, die im Zuge der Eruption begraben wurden, ermöglichen nun eine genaue Datierung des Ereignisses mit einer nur sehr geringen Unsicherheit. Demnach ist der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor 13.077 Jahren erfolgt und damit 126 Jahre früher als bisher angenommen. Dies wirft ein neues Licht auf die Klimageschichte des gesamten nordatlantischen und europäischen Raums und erfordert eine Anpassung der europäischen Klimaarchive. „Wir können damit einen Temperatursturz am Ende der letzten Kaltzeit genau datieren, sodass sich die Angaben jetzt mit denen von Bohrkernen aus dem Grönlandeis decken“, sagt Dr. Frederick Reinig, Dendrochronologe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). An dem Projekt war ein internationales Forschungsteam aus der Archäologie, Klimatologie, Ökologie, Radiokarbondatierung und Vulkanologie beteiligt. Die Forschungsergebnisse wurden in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature publiziert.

Verkohlte Holzreste von Birken und Pappeln sind bis heute erhalten
Der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans war eine Naturkatastrophe, die weite Teile Europas betroffen hat. Der Ascheregen gelangte bis nach Norditalien im Süden und nach Sankt Petersburg im Nordosten. In der unmittelbaren Umgebung und im benachbarten Rheintal bildeten sich mächtige Ablagerungen aus Asche und Bims, die alles Leben unter sich begruben. „Pyroklastische Ströme haben bei dem Ausbruch damals die Vegetation um den Laacher-See-Vulkan verschüttet. Die Bäume wurden in den Ascheablagerungen teilweise verkohlt und bis heute konserviert“, beschreibt Reinig das Ausbruchsgeschehen, das sich im späten Frühling bis frühen Sommer ereignet hat und das vermutlich mehrere Wochen andauerte – und das heute den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die genaue Datierung des Ereignisses ermöglicht. „Diese hölzernen Zeitzeugen sind allerdings sehr selten und sie sind schwierig zu bergen“, so Reinig, Erstautor der Studie.

„Die regionalen Auswirkungen des Vulkanausbruchs sind gut erforscht. Was uns bisher gefehlt hat, ist die Sicherheit, wann genau dies passiert ist“, erklärt Prof. Dr. Ulf Büntgen, Co-Autor der Nature-Publikation von der University of Cambridge. Dies konnte nun anhand der Proben von verschütteten Birken und Pappeln ermittelt werden.

Analyse der Baumringe gibt Aufschluss über das genaue Datum der Eruption
Die vulkanischen Sedimente haben nicht nur die Holzstücke über 13.000 Jahre lang konserviert, sondern damit blieben auch die Jahrringe der Bäume erhalten. „Die Jahrringe geben uns die Möglichkeit, das Alter der Proben genau zu bestimmen“, sagt Prof. Dr. Jan Esper von der JGU. In einer gemeinsamen Initiative der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Birmensdorf, Schweiz, mit dem Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution MONREPOS in Neuwied wurden sowohl neu entdeckte Proben als auch ältere Fundstücke analysiert. Dazu hat das Labor für Ionenstrahlphysik der ETH Zürich Radiokarbonmessungen an 157 einzelnen Jahrringen der untersuchten Bäume vorgenommen. Die Kalibrierung dieser Ergebnisse gegen eine Schweizer Referenzchronologie ergab dann die präzise Datierung. „Die stetigen Fortschritte bei der Radiokarbon-Messtechnik und bei den verwendeten Kalibrierverfahren sowie die sorgsame Handhabung der empfindlichen Proben waren der Schlüssel, damit wir diese Datierung mit einer Unsicherheit von weniger als zehn Jahren etablieren konnten“, so Dr. Lukas Wacker von der ETH Zürich.

Neudatierung des Vulkanausbruchs hat Folgen für die Synchronisierung europäischer Klimaarchive und das Verständnis der großräumigen Klimadynamik

Die Eruption des Laacher-See-Vulkans erfolgte der Darstellung in Nature zufolge 13.006 Jahre vor 1950 mit einer Unsicherheit von 9 Jahren. Das ist 126 Jahre früher als die bisher allgemein akzeptierte Datierung anhand von Sedimenten im Meerfelder Maar.

Diese Differenz hat weitreichende Folgen für die Synchronisierung europäischer Klimaarchive und das Verständnis der nordatlantischen und europäischen Klimageschichte. Der Ascheregen, der infolge des Vulkanausbruchs über große Gebiete Mittel- und Nordeuropas niederging, ist ein wichtiger Zeitmarker für Paläoumweltarchive. Aufgrund der Neudatierung müssen nun die europäischen Archive angepasst werden. Gleichzeitig wurde damit eine bislang bestehende Differenz zu den Daten der grönländischen Eisbohrkerne geschlossen.

Dies bedeutet, dass der massive Kälteeinbruch zu Beginn der Jüngeren Dryaszeit – dem letzten, rund 1.300 Jahre dauernden eiszeitlichen Intermezzo vor der aktuell herrschenden Warmphase, dem Holozän – auch in Mitteleuropa bereits 130 Jahre früher, also vor circa 12.870 Jahren begann. Dies zeigen auch die Eisbohrkerne aus Grönland für den nordatlantischen Raum an. Während der Jüngeren Dryaszeit sanken die Temperaturen in Mitteleuropa um bis zu 5 Grad Celsius. „Diese starke Abkühlung vollzog sich nicht, wie bislang gedacht, zeitlich versetzt über einen längeren Zeitraum, sondern verlief über den gesamten nordatlantischen Raum und Mitteleuropa synchron“, sagt Frederick Reinig. Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsteams legen damit nicht nur ein präzises Datum für den Ausbruch des Laacher-See-Vulkans in der Eifel fest. Das revidierte Alter der Ascheablagerungen und die damit verbundene Verschiebung der europäischen Klimaarchive wirft nun ein neues Licht auf die Klimageschichte des gesamten nordatlantischen und europäischen Raums.

Rheinland-Pfalz soll führender Standort der Biotechnologie werden – Land investiert über 100 Millionen Euro – Mit neuem Koordinator startet Arbeitsprogramm

Rheinland-Pfalz soll weltweit führender Standort der Biotechnologie werden. Dieses ehrgeizige Ziel bekräftigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch bei der Vorstellung des neuen Koordinators des Landes für Biotechnologie. Der Mainzer Universitäts-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch ist international in der Wissenschaftslandschaft vernetzt und wird zukünftig die Aktivitäten der unterschiedlichsten Protagonisten in diesem Bereich zusammenführen und stärken. Dazu wird auch die starke Förderung der vergangenen Jahre in den Lebenswissenschaften fortgesetzt. Mindestens 100 Millionen Euro sollen in den nächsten zehn Jahren investiert werden, die durch Bundes- und private Mittel verdoppelt werden sollen. Weitere 10 Millionen Euro sollen als neue Schwerpunktinvestitionen in der aktuellen Legislaturperiode folgen.

„Dank des überwältigenden Erfolges des Biotech-Unternehmens BioNTech ist der Biotechnologiestandort Mainz weltweit bekannt. Das ist vor allem das Verdienst außergewöhnlicher Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Der Erfolg fußt aber auch auf unserer Förderpolitik mit langem Atem. In den letzten zehn Jahren investierten wir hier in Mainz über 200 Millionen Euro für Forschung, Forschungsinfrastruktur und Forschungsbauten sowie die Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen“, verdeutlichte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Wir wollen uns darauf nicht ausruhen, sondern die aktuelle Dynamik nutzen und weiter investieren“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Biotechnologie werde die Zukunft bestimmen. Sie biete enorme Potentiale für unser Leben und lege die Grundlage für Medikamente, die älteren, chronisch kranken oder beeinträchtigten Menschen neue Hoffnung geben. „In der Corona-Pandemie war Rheinland-Pfalz die Apotheke der Welt. Ich möchte, dass auch in Zukunft Lösungen für die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und Therapien für schwere Krankheiten aus unserem Land kommen. Wir bringen die Verbindung von Forschung und Anwendung weiter voran. Das kann die Therapieentwicklung enorm beschleunigen. Dafür ist neben BioNTech das Kooperationsprojet „curATime der beste Beleg“, sagte die Ministerpräsidentin.

„curATime“ habe es gerade in die Endauswahl des Zukunftsclusterwettbewerbs des Bundesforschungsministeriums geschafft. „curATime“ ist ein weiteres Musterbeispiel dafür, dass aus Kooperation Großes entsteht. Es ist ein Zusammenschluss des gemeinnützigen Mainzer Forschungsinstitut für Translationale Onkologie (TRON), der Universitätsmedizin Mainz und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) aus Kaiserslautern. Gemeinsam arbeiten sie an der Entwicklung von Therapiemethoden für die Volkskrankheit AtheroThrombose. Eine Erkrankung der Blutgefäße mit schlimmen Folgen wie Thrombosen, Herzinfarkt oder Hirnschlag, die weltweit zu den meisten Todesfällen führt. Biotechnologie sei aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Der Biotechnologie-Report aus April 2021 zeige, wie dynamisch sich die Branche in Deutschland entwickle. Die Zahl der Beschäftigten ist demnach um zehn Prozent auf über 37.000 deutschlandweit angewachsen, der Umsatz auf 6,49 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von drei Prozent.

„Das bedeutet auch: gute, qualifizierte Arbeitsplätze für unser Land! Die Zahl der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung in Mainz ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen: von 2.135 im 2017 auf über 3.000 Mitte 2020. Das ist ein Plus von 800 Arbeitsplätzen in drei Jahren, allein in Mainz“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Wir haben in Mainz ein kreatives und fruchtbares Umfeld gestärkt. Nun haben wir uns vorgenommen, dieses noch lebendiger werden zu lassen“, ergänzte Wissenschaftsminister Clemens Hoch. Um den Biotechnologie-Standort auszubauen, würden die Vernetzung der Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen gestärkt werden. „Wir wollen noch besser dabei werden, wissenschaftliche Erkenntnisse in die praktische Anwendung zu bringen. Wir wollen, dass Forschungserfolge schnell bei den Menschen ankommen“, so der Wissenschaftsminister. Ziel sei es, die Potentiale der Forschung besser zu nutzen und den Wissenstransfer in die Anwendung zu beschleunigen. Ausgründungen aus dem Wissenschaftsbereich sollen unterstützt werden, so dass die wirtschaftliche Verwertung wissenschaftlicher Forschungstätigkeit verstärkt werden. Auch sollen die Aktivitäten zur Ansiedelung von Biotechnologieunternehmen am Standort Mainz koordiniert werden. „Dabei hat die Landesregierung natürlich die gesamte Region im Blick mit den wichtigen Leuchttürmen in diesem Bereich wie Schott und Boehringer Ingelheim. Das Exzellenzzentrum für Molekulare Biologie (IMB), das von der Boehringer Ingelheim Stiftung gefördert wird, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Wie vielschichtig das Zusammenspiel ist, zeigt auch das Unternehmen Schott. Als Spezialglashersteller spielt es bei der Produktion der Impffläschchen eine ganz zentrale Rolle bei der Corona-Bekämpfung“, sagte Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Zentrale Rolle übernimmt hier der neue Koordinator des Landes für die Biotechnologie, Prof. Dr. Georg Krausch. Der Physiker steht seit 2007 der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vor und ist Vorsitzender des Universitätsverbunds German U15. Der Wissenschaftsmanager war von 2008 bis 2011 Vorsitzender der Wissenschaftsallianz Mainz.

„Der Erfolg von BioNTech ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie universitäre Grundlagenforschung in innovative Produkte überführt wird, die die Lebensqualität der Menschen nachhaltig verbessern. Dieses Beispiel soll Schule machen – dazu beizutragen, ist eine herausfordernde Aufgabe, der ich mich gerne stellen werde“, bekräftigte Prof. Dr. Georg Krausch.

„Wir freuen uns, dass wir Prof. Krausch für dieses verantwortungsvolle Amt gewinnen konnten. Er ist ein großer Kenner der Forschungslandschaft in Rheinland-Pfalz und Mainz und international bestens verknüpft. Sein Engagement eröffnet neue Chancen, die wir gemeinsam nutzen wollen“, waren sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch einig.

70 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gründen das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit

Archivbild: Diether v. Goddenthow  (Impression aus der Universität Mainz vom 10. Juli 2018:  Prof. Dr. Herfried Münkler beim Finale seiner Vorlesungsreihe "Das politische Denken. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten" im Gespräch mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Dr. Joachim Gauck über "Ein Leben in der/für die Politik" .
Archivbild: Diether v. Goddenthow (Impression aus der Universität Mainz vom 10. Juli 2018: Prof. Dr. Herfried Münkler beim Finale seiner Vorlesungsreihe „Das politische Denken. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten“ im Gespräch mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Dr. Joachim Gauck über „Ein Leben in der/für die Politik“ .

Im Netzwerk Wissenschaftsfreiheit haben sich 70 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum und unterschiedlichen akademischen Disziplinen zusammengeschlossen. Sie treten mit ihrem Appell für die Wissenschaftsfreiheit heute erstmalig an die Öffentlichkeit.

Ihre Sorge gilt einer zunehmenden Verengung von Fragestellungen, Themen und Argumenten in der akademischen Forschung. Vielerorts ist an den Universitäten ein Klima entstanden, in dem abweichende Positionen und Meinungen an den Rand gedrängt und moralisch sanktioniert werden. Diese Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit, folgen häufig einer ideologischen oder politischen Agenda. Sie behindern eine rationale und ergebnisoffene Suche nach Erkenntnis, die den Kern der Freiheit der Wissenschaft in der Tradition der Aufklärung ausmacht. Cancel Culture und Political Correctness haben die freie und kontroverse Debatte auch von Außenseiterpositionen vielerorts an den Universitäten zum Verschwinden gebracht.

Mit ihrem Appell und der Gründung des Netzwerkes wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Voraussetzungen freiheitlicher Forschung und Lehre verteidigen und stärken. Sie setzen sich für eine von Sachargumenten und gegenseitigem Respekt geprägte Debattenkultur ein. Intellektuelle Freiheit, Neugierde und wissenschaftlicher Pluralismus sind dafür unabdingbar.

Manifest – Ziele – Aktivitäten

Weitere Details Netzwerk Wissenschaftsfreiheit

Neue Graduiertenschule für Geistes und Sozialwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eröffnet

gsha-logoGutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences bietet integrierte und bedürfnisorientierte Promotionsförderung

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat eine neue Graduiertenschule für Doktorandinnen und Doktoranden der Geistes- und Sozialwissenschaften eröffnet. Mit der Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences (GSHS) bietet die JGU erstmals ein integriertes und bedürfnisorientiertes Programm zur Promotionsförderung in eben diesen Disziplinen an. „Unsere Universität baut mit der neuen Graduiertenschule ihr Angebot im Bereich der Nachwuchsförderung weiter aus und ergänzt bereits bestehende Graduiertenangebote insbesondere der Natur- und Lebenswissenschaften“, betont Prof. Dr. Stefan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. „Dabei bietet die JGU ein außergewöhnlich breites Spektrum teils sehr forschungsstarker geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer und entsprechend breitgefächerte Promotionsmöglichkeiten. Mit der neuen Graduiertenschule steigern wir deren Qualität, Attraktivität und Sichtbarkeit.“

Die Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences richtet ihren Blick speziell auf die Bedürfnisse junger Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler: „Während Promovierende in den Natur- und Lebenswissenschaften oft eng in die Arbeitsgruppe ihrer Professorin oder ihres Professors eingebunden sind, arbeiten unsere Doktorandinnen und Doktoranden in den Geistes- und Sozialwissenschaften häufig einen Großteil der Zeit für sich. Viele wünschen sich mehr Austausch mit anderen Doktorandinnen und Doktoranden – auch über Themen- und Fächergrenzen hinweg“, erklärt die Direktorin der GSHS, Prof. Dr. Alexandra Schneider. „Entsprechend ist hier der Bedarf an einem bedürfnisorientierten und integrierten Programm besonders groß.“

Beratung, Weiterbildung, Netzwerken
Genau in diesen Punkten setzt das Angebot der Graduiertenschule an, das sich an rund ein Drittel aller Promovierenden der JGU richtet. „Die GSHS wartet mit einem umfassenden Angebot aus einer Hand auf: Die Geschäftsstelle berät in promotionsbezogenen Fragen und auf unserer Homepage informieren wir über Weiterbildungsmöglichkeiten, die teils wir selbst, teils unsere Kooperationspartner auf dem Campus, mit denen wir uns eng abstimmen, organisieren“, erläutert die Geschäftsführerin der GSHS, Dr. Jeanne Ruffing. Workshops ermöglichen den Promovierenden eine fachübergreifende Vernetzung sowie den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, die nicht nur bei der optimalen Erstellung einer Doktorarbeit, sondern auch beim anschließenden Berufseinstieg helfen. Ein besonderes Anliegen der GSHS ist zudem die optimale Gestaltung der Promotionseingangsphase mit Qualifizierungs- und Stipendienangeboten – für einen guten Start in die Promotion.

Im Jahr 2019 waren in den von der GSHS hauptsächlich angesprochenen Fächern und Fachbereichen insgesamt mehr als 1.250 Promovierende registriert, mehr als 150 Promotionsverfahren wurden erfolgreich beendet.

Die Mitgliedschaft in der GSHS ist für Doktorandinnen und Doktoranden freiwillig, kostenfrei und nicht mit Verpflichtungen verbunden. Gefördert wird die GSHS aus Mitteln der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz.

GSHS Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Jakob-Welder-Weg 18, Raum 00-223
Philosophicum 1
D-55128 Mainz
https://gshs.uni-mainz.de/
gshs@uni-mainz.de
Tel.+49 6131 39 21115

Universitätsmedizin Mainz erweitert ihr Leistungsangebot mit einem der modernsten Computertomographen weltweit

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatssekretär Dr. Denis Alt, besichtigt den neuen Computertomographen der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam mit dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Univ.-Prof. Dr. Marc Brockmann, und dem Vorstandsvorsitzenden und Medizinischen Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (v.l.n.r.). Foto: Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski
Der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatssekretär Dr. Denis Alt, besichtigt den neuen Computertomographen der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam mit dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Univ.-Prof. Dr. Marc Brockmann, und dem Vorstandsvorsitzenden und Medizinischen Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (v.l.n.r.). Foto: Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski

Neuer Computertomograph ermöglicht massive Verbesserungen für die neuroradiologische Schlaganfallversorgung

(Mainz, 11. November 2020, te) Die Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie der Universitätsmedizin Mainz hat einen neuen Computertomographen in Betrieb genommen, der eine höhere Auflösung von Bildern und den Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht. Es handelt sich bei dem Gerät um einen der modernsten Computertomographen weltweit, der nun erstmals in Deutschland installiert worden ist.

Die Computertomographie (CT) ist eine Technik, die es erlaubt, das Gewebe eines Patienten darzustellen. Ein Computertomograph kann von verschiedenen Körperregionen Bilder erzeugen, indem er den Körper des Patienten Schicht für Schicht mit Röntgenstrahlen abtastet. Mithilfe des Computers berechnet das Gerät die Strahlenabsorption und setzt diese in Schwarz-Weiß-Bilder um. Während dieses Vorgangs liegt der Patient auf einer speziellen Liege und wird auf dieser durch eine breite runde Öffnung durch das CT-Gerät geschoben. Das CT-Gerät besteht aus einem großen Ring, dessen Inhalt sich kreisförmig um den Patienten bewegt und Röntgenstrahlen aussendet, die bestimmte Körperregionen des Patienten durchdringen. Da die CT-Untersuchung schnell, einfach und ohne Schmerzen für den Patienten durchzuführen ist, wird sie heutzutage als erste Untersuchung bei vielen akuten Erkrankungen eingesetzt wie zum Beispiel bei Blutungen, Schädelverletzungen oder dem Schlaganfall.

Aktuell wird in der Klinik für Neuroradiologie der Universitätsmedizin Mainz einer der modernsten Computertomographen der Welt erstmalig in Deutschland in Betrieb genommen. Bei dem Gerät handelt es sich um das CT-Gerät mit dem Namen Aquilion Precision, hergestellt vom Unternehmen Canon Medical. Außer in Deutschland ist das CT-Modell weltweit nur in Japan, in den USA, in Frankreich und in den Niederlanden in Gebrauch.

Der neu entwickelte Computertomograph erlaubt als einziges Multislice-CT in Deutschland mit 0,25 mm-großen Detektorelementen Untersuchungen mit höchster Auflösung und ermöglicht damit eine optimale Beurteilbarkeit kleinster Strukturen, zum Beispiel bei der Diagnose von Aneurysmen der Hirngefäße. Zudem wurde die Bildrekonstruktion des CT-Gerätes weiterentwickelt. Während die bisher bekannte Bildmatrix rund Zweihundertsechszigtausend (512 x 512) Pixel aufwies, kann das neue Gerät über vier Millionen Pixel erreichen (2.048 x 2.048). Des Weiteren führt der Einsatz von künstlicher Intelligenz zu Verbesserungen der hochauflösenden Bilder bzw. zu einer deutlichen Reduktion der Strahlendosis von bis zu 75 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen CT-Untersuchungen.
„Der neue Computertomograph ist eine Bereicherung für die Universitätsmedizin, die Möglichkeiten der Forschung hier vor Ort und insbesondere die Gesundheitsversorgung der Region. In den vergangenen Jahren haben wir als Landesregierung mit dem Sonderprogramm für Investitionen und einer dauerhaften Erhöhung der regulären Investitionsmittel von ca. 13 Mio. Euro auf ca. 20 Mio. Euro pro Jahr die Finanzierung für Investitionen der Universitätsmedizin gestärkt, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern. Ich freue mich, dass die Universitätsmedizin dies intensiv vorantreibt und Investitionen vornimmt. Der neue CT zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen jetzt in Forschung und Versorgung ankommen“, so Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz.

„Moderne Technik in der Bildgebung ist fast immer mit hohen Investitionen verbunden“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. „Wir sind dem Land Rheinland-Pfalz daher sehr dankbar für diese Förderung, die eine weitere spitzenmedizinische Betreuung an der Universitätsmedizin ermöglicht.“

Mithilfe der neuen Technologie möchte die Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie ihr Leistungsniveau im Bereich der Bildgebung und Diagnostik vorantreiben und vor allem für die neuroradiologische Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz eine schnellere Diagnostik bei bester Bildqualität anbieten. „Wir in der Neuroradiologie freuen uns sehr über diese neue technologische Errungenschaft und sind gespannt auf die neuen Fortschritte, die wir mit dem Computertomographen erzielen werden“, sagt Univ.-Prof. Dr. Marc Brockmann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie.

„Dem ungelesenen Buche“ und „Wovon wir träumen“: Neue Kunstwerke auf dem Campus reflektieren den Standort

Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch begrüßt vor der Universitätsbibliothek die Künstlerinnen und Freunde und Förderer der JGU zur kleinen feierlichen Übergabe der beiden neuen Kunstwerke: der Büchersessel von Liesel Metten und den großformatigen Fassaden-Print des Gemäldes "Wovon wir träumen" von Silvia Willkens, jeweils gestiftet von Prof. Dr. Elisabeth Gateff. © Foto: Diether v. Goddenthow
Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch begrüßt vor der Universitätsbibliothek die Künstlerinnen und Freunde und Förderer der JGU zur kleinen feierlichen Übergabe der beiden neuen Kunstwerke: der Büchersessel von Liesel Metten und den großformatigen Fassaden-Druck des Gemäldes „Wovon wir träumen“ von Silvia Willkens, jeweils gestiftet von Prof. Dr. Elisabeth Gateff. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Stifterinnen Elisabeth Gateff und Heidrun Feine prägen mit den Kunstwerken von Liesel Metten und Silvia Willkens das Erscheinungsbild des Campus

Auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden sich mehr als 50 Kunstwerke. Sie verleihen dem Campus mit seinen verschiedenen Quartieren ein architektonisch-städtebauliches Profil. Sie geben damit Orientierung und stärken die Identifikation der Nutzerinnen und Nutzer mit den Gebäuden und Plätzen. Zwei neue Kunstwerke exponieren jetzt die Standorte Universitätsbibliothek Mainz und Georg Forster-Gebäude: der Büchersessel von Liesel Metten und großformatige Fassaden-Print des Gemäldes „Wovon wir träumen“ von Silvia Willkens, jeweils gestiftet von Prof. Dr. Elisabeth Gateff. Das Originalgemälde aus dem Jahr 2016, das dem Print zugrunde liegt, wurde der JGU durch Heidrun Feine ebenfalls gestiftet und ist in der Universitätsbibliothek Mainz zu sehen. „Wir danken den Künstlerinnen und Stifterinnen sehr für diese herausragenden Arbeiten, die sich nicht nur in ihrer Ästhetik in den jeweiligen Raum einpassen und so zu einem ansprechenden Erscheinungsbild des Campus beitragen“, erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch. „Die beiden Kunstwerke, weit mehr als Dekor, reflektieren vor allem auch den Standort und seine Funktion. Indem sie die intellektuellen Dimensionen ihrer Umgebung visualisieren, befördern die Werke die intellektuelle Auseinandersetzung und tragen auch auf diese Weise dem Selbstverständnis und Anspruch von Universität Rechnung.“

„Dem ungelesenen Buche“ einen Sessel

Büchersessel "Dem ungelesenen Buche" © Foto: Diether v. Goddenthow
Büchersessel „Dem ungelesenen Buche“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Dem Büchersessel liegt die Idee der Künstlerin Liesel Metten zugrunde, dass jedes Buch bewahrt werden müsse – wenn nicht in einer Bibliothek, dann doch als gemeinschaftsstiftendes Kunstprojekt. Vierhundert weggeworfene Bücher aus Altpapiertonnen wurden von den 130 Schülerinnen und Schülern der Liesel-Metten-Schule in Nieder-Olm eingegipst und angestrichen. Aus den verschiedenen Ideen zur Verwendung der konservierten Bücher wurde der Büchersessel ausgewählt und als Bronzeabguss verwirklicht. Platziert vor der Zentralbibliothek der Mainzer Universitätsbibliothek, verweist das Kunstwerk auf die über 3,5 Millionen gedruckten Medien im Bestand der Universitätsbibliothek Mainz und ebenso auf eine große Zahl an verfügbaren E-Books. Zugleich ist der Büchersessel zur Mitte des Campus ausgerichtet. Wer darin Platz nimmt, blickt hinüber zu dem Ort, der für den Bibliotheksneubau vorgesehen ist. In diesem Neubau soll der Büchersessel nach Fertigstellung der neuen Universitätsbibliothek dauerhaft seinen Platz finden.

„Der Büchersessel ist frei zugänglich und lädt Studierende, Lehrende, Beschäftigte und Gäste zu seiner Benutzung ein – am besten lesend, denkend, schreibend“, erklärt der Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU, Prof. Dr. Stephan Jolie. „Der Betrachter wird aufgefordert, den Platz mit seinen eigenen Vorstellungen zu füllen, mit seiner eigenen Beziehung zum Geschriebenen – oder noch Ungeschriebenen. Der Sessel lädt ebenso dazu ein, auf den vielen Büchern zu ruhen, Zwerg auf den Schultern von Riesen zu sein. Er regt aber auch dazu an, das Riesen-Bücherpolster durch eigene Arbeit, durch kritisches Denken und Schreiben wachsen zu lassen. Deshalb ist er gerade nicht denjenigen Büchern gewidmet, die vielgelesen und vielbeachtet sind, sondern eben ‚Dem ungelesenen Buche‘: Ungelesen, weil es noch gar nicht geschrieben ist, weil es vergessen ist, vielleicht verloren oder schlicht, weil es zu der Menge von Literatur gehört, die jede und jeder von uns sich zur Lektüre vorgenommen hat, ohne doch bislang dazu gekommen zu sein.“

Für die Fotografen hat die Künstlerin  Liesel Metten auf "ihrem" Büchersessel Platz genommen, begleitet von. Prof. Georg Krausch (li). rechts die Stifterin Prof. Dr. Elisabeth Gateff mit JGU-Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Jolie. © Foto: Diether v. Goddenthow
Für die Fotografen hat die Künstlerin Liesel Metten auf „ihrem“ Büchersessel Platz genommen, begleitet von. Prof. Georg Krausch (li). rechts die Stifterin Prof. Dr. Elisabeth Gateff mit JGU-Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Jolie. © Foto: Diether v. Goddenthow

Liesel Metten und Prof. Dr. Elisabeth Gateff – die Künstlerin und die Stifterin des Büchersessels
Der Büchersessel stammt von der rheinhessischen Bildhauerin und Malerin Liesel Metten. Ihr Werk umfasst Skulpturen aus Bronze, Gips, Kork, Styropor und Papier. Sie wurde mit zahlreichen Kunstpreisen und 2016 mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Die Stifterin des Büchersessels, Prof. Dr. Elisabeth Gateff, tritt seit Jahren als großzügige Förderin der Mainzer Universität in Erscheinung. So hat die emeritierte Professorin der JGU mit einer großen Privatspende im Jahr 2008 den Bau der Grünen Schule im Botanischen Garten auf den Weg gebracht. Auch stiftete sie dem Botanischen Garten schon einmal bedeutende Werke regionaler Künstler, darunter die Frauenfigur „Elisabeth II“ von Reinhold Petermann, „Tanzpartie“ von Eberhard Linke oder die Bärengruppe von Anne-Marie Kuprat. Darüber hinaus setzt sie sich nachhaltig für die Verschönerung des Campus ein. Mit ihrem großen Projekt, den Campus zu begrünen und mit Kunst zu schmücken, prägt sie das Erscheinungsbild der JGU und steigert die Attraktivität des Gutenberg-Campus.

Die emeritierte Professorin Dr. Elisabeth Gateff der JGU  hat unter anderem mit einer großen Privatspende im Jahr 2008 den Bau der Grünen Schule im Botanischen Garten auf den Weg gebracht und möchte das Erscheinungsbild und die ästhetische Attraktivität der JGU steigern  mit ihrem großen Projekt, den Campus zu begrünen und mit Kunst zu schmücken, © Foto: Diether v. Goddenthow
Die emeritierte Professorin Dr. Elisabeth Gateff der JGU hat unter anderem mit einer großen Privatspende im Jahr 2008 den Bau der Grünen Schule im Botanischen Garten auf den Weg gebracht und möchte das Erscheinungsbild und die ästhetische Attraktivität der JGU steigern mit ihrem großen Projekt, den Campus zu begrünen und mit Kunst zu schmücken, © Foto: Diether v. Goddenthow

Elisabeth Gateff wurde 1932 in Sofia geboren. Ihr Interesse an Pflanzen und Gärten reicht bis in ihre Kindheit zurück, als ihr Vater den damals königlichen botanischen Garten von Sofia leitete. Nach dem Studium in München lebte und forschte sie zunächst in den USA und leistete wichtige Beiträge zur Erforschung der Krebsentstehung bei Fruchtfliegen. Von 1983 bis 1997 hatte Gateff den Lehrstuhl für Genetik an der JGU inne. Für ihre Forschung, mit der sie nachwies, dass Krebs eine genetische Grundlage hat, erhielt sie mehrere renommierte Preise. Elisabeth Gateff lebt in Mainz.

Gemälde und Fassaden-Print „Wovon wir träumen“

Im September 2019 installierte die Künstlerin Silvia Willkens an der Fassade des Georg Forster-Gebäudes den 2,50 x 7,00 Meter großen Print mit dem Titel „Wovon wir träumen“. Es ist das Ergebnis einer weiteren Initiative und Stiftung von Elisabeth Gateff, die nach mehr als einem Jahr Vorbereitung realisiert werden konnte. Auf der großformatigen Arbeit präsentiert sich eine Gruppe von fünf jungen Menschen. Kompositorisch in Segmente eingeteilt, entspricht die Darstellung der Idee, dass sich jeder in seiner eigenen Welt und doch gleichzeitig immer in einer Gemeinschaft befindet. Wie in einer Collage sind sie scheinbar zufällig zusammengewürfelt. Jeder von ihnen verfolgt einen eigenen Traum und hat seine ganz individuellen Erwartungen an die Zukunft. Und dennoch gibt es Überschneidungen mit den anderen, dort wo das Persönliche auf das Gemeinsame trifft – in der Kommunikation, im Austausch der Ideen, in gemeinsamen Projekten, in einer bewussten Verortung in der Gesellschaft.

Silvia Willkens versteht ihre Arbeiten als "kollektive Porträts": Es sind Menschenbilder, die uns immer diffus erinnern. Sie sind das Ergebnis einer Zusammenschau von Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Zeiten und Kulturen, wie sie uns in der Kunst überliefert werden. "Jedes Gesicht beheimatet ein eigenes Universum", erklärt die Künstlerin. "Jeder Blick ist eine persönliche Reise in den Raum." © Foto: Diether v. Goddenthow
Silvia Willkens versteht ihre Arbeiten als „kollektive Porträts“: Es sind Menschenbilder, die uns immer diffus erinnern. Sie sind das Ergebnis einer Zusammenschau von Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Zeiten und Kulturen, wie sie uns in der Kunst überliefert werden. „Jedes Gesicht beheimatet ein eigenes Universum“, erklärt die Künstlerin. „Jeder Blick ist eine persönliche Reise in den Raum.“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Als Protagonisten der Welt, in der wir leben, sind die Figuren ohne besondere Attribute und betont schlicht gestaltet. Der Blick ist entscheidend. Sie sind eine Metapher für die immer gleiche Herausforderung, den Einzelnen mit der Gemeinschaft in Einklang zu bringen – und unerschrocken den persönlichen Traum in den Ring der Gesellschaft zu werfen. Silvia Willkens versteht ihre Arbeiten als „kollektive Porträts“: Es sind Menschenbilder, die uns immer diffus erinnern. Sie sind das Ergebnis einer Zusammenschau von Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Zeiten und Kulturen, wie sie uns in der Kunst überliefert werden. „Jedes Gesicht beheimatet ein eigenes Universum“, erklärt die Künstlerin. „Jeder Blick ist eine persönliche Reise in den Raum.“

Kunst am Bau präge das Erscheinungsbild des Georg Forster-Gebäudes, betont der Dekan des dort beheimateten Fachbereichs 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Prof. Dr. Gregor Daschmann: „Wie die eindrucksvolle Glasfassade, bedruckt mit prägnanten Zitaten, lädt nun auch das großformatige Gemälde unsere Studierenden und Beschäftigten, aber auch Besucher und Passanten zum Verweilen und Nachdenken ein.“

Kunst am Bau präge das Erscheinungsbild des Georg Forster-Gebäudes, betont der Dekan des dort beheimateten Fachbereichs 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Prof. Dr. Gregor Daschmann.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Kunst am Bau präge das Erscheinungsbild des Georg Forster-Gebäudes, betont der Dekan des dort beheimateten Fachbereichs 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Prof. Dr. Gregor Daschmann. © Foto: Diether v. Goddenthow

Großprojekte im Öffentlichen Raum
Silvia Willkens arbeitet in den klassischen Disziplinen von Malerei und Zeichnung. Zudem hat sie mehrere Großprojekte im Öffentlichen Raum realisiert; darunter auch 2012 die Wandgestaltung „Ricercare“ am Institut für Anthropologie auf dem Universitätscampus. Diese Komposition, drei Meter hoch und ca. zehn Meter breit, versinnbildlicht den forschenden Menschen sowie den Menschen, der erforscht wird durch den Menschen.

Willkens studierte Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart sowie Kunst an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie unternahm Studienreisen unter anderem in die USA und nach Afrika. Zahlreiche Aufenthalte und Kunstprojekte führten sie nach Italien. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt mit Schwerpunkt in Asien und USA. Silvia Willkens lebt in Mainz.

Das Originalgemälde „Wovon wir träumen“ aus dem Jahr 2016, das dem Fassaden-Print zugrunde liegt, wurde der JGU durch Heidrun Feine ebenfalls gestiftet. Das 100 x 220 cm große Bildnis, Acryl/Leinwand, ist in der Universitätsbibliothek Mainz zu sehen. „Nachdem die Wandgestaltung am Georg Forster-Gebäude auf einem Bild von Silvia Willkens beruht, erschien es mir folgerichtig, das Original auch in der Universität zu beheimaten“, so Heidrun Feine. Der Direktor der Universitätsbibliothek Mainz, Dr. Michael Hansen, freut sich entsprechend über diese Stiftung: „Das eindrucksvolle Gemälde ist eine deutliche Aufwertung des Gruppenarbeitsraums und trägt zu einer angenehmen Lernumgebung für die Studierenden bei.“

Heidrun Feine, Jahrgang 1947, lebt im Ruhestand in Wiesbaden. Ihr Berufsleben hat sie in der Versicherungswirtschaft verbracht, viele Jahre als Ausbildungsleiterin. „Ich habe mich immer für Kunst interessiert und platziere gerne das eine oder andere Kunstwerk im ‚öffentlichen Raum‘, um es auf diesem Weg mit anderen zu teilen. Und nicht zuletzt will ich auch für Kunst und Künstlerinnen private Mittel einsetzen“, so die Stifterin. Auf die Arbeiten von Silvia Willkens ist Heidrun Feine 2018 aufmerksam geworden. Ihr gefallen die klare Strukturierung und die zeitlosen, von Humanität geprägten Menschenbilder. „Ich schätze Silvia Willkens als Künstlerin und als Mensch“, so Feine. „Schön, dass die JGU mir für diese Stiftung Gelegenheit bietet. Insoweit ist die Stiftung an die Universität auch ein Geschenk an mich selbst.“

Neue Studienmöglichkeiten an den Rhein-Main-Universitäten

doktorhutDie Rhein-Main-Universitäten (RMU) schaffen zum kommenden Wintersemester ein neues Angebot für ihre über 100.000 Studierenden: Mit dem RMU-Studium können diese zukünftig unbürokratisch an den Universitäten in Frankfurt, Darmstadt und Mainz gleichzeitig eingeschrieben sein.

Alle Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt, der Technischen Universität Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) können sich ab dem 1. Juli 2020 für das kommende Wintersemester 2020/2021 ohne zusätzliche Gebühren in das neue RMU-Studium einschreiben. Damit eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, über ihren eigenen Studiengang an einer der RMU hinaus ebenso Lehrveranstaltungen an den beiden anderen Universitäten zu besuchen und dort auch Prüfungen abzulegen. Zusätzlich profitieren sie von Bibliotheken, Rechenzentren und Mensen. Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, betont: „Mit dem RMU-Studium können unsere Studierenden die wissenschaftliche Vielfalt und hohe Lehrqualität herausragender Universitäten in der Rhein-Main-Region noch besser auskosten und so ihren Wissensdurst auf noch breiterer Basis stillen. Damit kommen wir dem Ziel einer stärkeren Vernetzung unserer Universitäten wieder ein Stück näher.“

Die Goethe-Universität Frankfurt, die TU Darmstadt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz kooperieren seit nunmehr fünf Jahren in der strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU). Zahlreiche Kooperationen und Initiativen sind aus dem gemeinsamen Potenzial der drei Universitäten erwachsen. „Mit dem RMU-Studium schaffen wir nun einen weiteren Meilenstein unserer Allianz: Ein gemeinsames Studienangebot über eine Ländergrenze hinweg lässt sich nur realisieren, wenn gemeinsam zahlreiche bürokratische Hürden überwunden und kreative Lösungen gefunden werden – und genau das ist mit dem RMU-Studium erfolgreich und zukunftsweisend gelungen“, erklärt Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU.

Die aktuelle Krise rund um die Coronapandemie beeinflusst natürlich auch den Start des RMU-Studiums: Aktuell ist noch unklar, inwieweit die Studierenden im Oktober mit der Bahn im Rhein-Main-Gebiet pendeln, Lehrveranstaltungen in Präsenz besuchen oder in den Mensen essen können. „Gleichzeitig sind die Lehrveranstaltungen der anderen beiden Universitäten aktuell nur einen Klick weit entfernt. Diese Chance möchten wir nutzen und die RMU auch und besonders in Krisenzeiten für unsere Studierenden weiterentwickeln“, resümiert Prof. Dr. Tanja Brühl, Präsidentin der TU Darmstadt.

weitere Infos

10 Jahre Universitätsmedizin Mainz

(v.l.n.r.) Martin Herwig, stv. Kaufmännischer Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan, Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerin Doris Ahnen, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, JGU-Vizepräsident für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinscher Vorstand, Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, JGU-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf und Pflegevorstand Marion Hahn. © Foto: Diether v Goddenthow
(v.l.n.r.) Martin Herwig, stv. Kaufmännischer Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan, Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerin Doris Ahnen, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, JGU-Vizepräsident für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinscher Vorstand, Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, JGU-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf und Pflegevorstand Marion Hahn. © Foto: Diether v Goddenthow

Erfolgreiches Zusammenwirken in Forschung, Lehre und Krankenversorgung

Die Universitätsmedizin Mainz feierte am 30. Oktober 2019 gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf ihren zehnten Geburtstag. Was zunächst Städtisches Krankenhaus und dann Universitätsklinikum war, wurde 2009 durch das Universitätsmedizingesetz im Wege der doppelten Integration zur Universitätsmedizin Mainz. Zehn Jahre Universitätsmedizin haben die Entwicklung innovativer Therapien beispielsweise in der Krebsforschung oder der minimalinvasiven interventionellen Herzklappentherapie ermöglicht und mit der Gründung des Helmholtz Instituts HI-TRON und dem Deutschen Resilienzzentrum bedeutende Forschungskooperationen auch mit der Johannes Gutenberg- Universität Mainz initiiert. Der Blick geht auch nach vorne, zu neuen Plänen.

Zehn Jahre Universitätsmedizin haben innovative Forschungsergebnisse und zukunftsweisende Kooperationen hervorgebracht. Durch die Verschmelzung des vorklinischen und klinischen Bereichs zur Universitätsmedizin nahmen die Leistungen in der Forschung, der Lehre und auch in der Krankenversorgung enorm zu.

Talk zur translationalen Forschung an der Universitätsmedizin. (v.l.) ZDF- Chefredakteur Dr. Peter Frey Interviewt Biomedizin-Doktorandin Erika Diehl, Marion Hahn Pflegevorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. med. Stephan Grabbe. Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin unter anderem zu Forschungs-Fortschritten in der Hautkrebsbehandlung. © Foto: Diether v Goddenthow
Talk zur translationalen Forschung an der Universitätsmedizin. (v.l.) ZDF- Chefredakteur Dr. Peter Frey Interviewt Biomedizin-Doktorandin Erika Diehl, Marion Hahn Pflegevorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. med. Stephan Grabbe. Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin, unter anderem zu Forschungs-Fortschritten in der Hautkrebsbehandlung. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer: „Im Jahr 2018 haben wir über 70.000 stationäre und mehr als 530.000 ambulante Patientenbehandlungen durchgeführt. Die Zahl der Patienten, die der Universitätsmedizin gerade auch bei komplexen und schweren Erkrankungen ihr Vertrauen schenken, ist stetig gewachsen.
Es wurde, beispielsweise mit der Anerkennung als onkologisches Spitzenzentrum, als soge-nanntes Comprehensive Cancer Center oder mit der Spitzenstellung bei der minimalinvasiven Herzklappentherapie und mit unserem Profilzentrum für Transplantationen viel erreicht.“

Der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, ergänzt: „Mit der translationalen Forschung, d.h. der strukturierten Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in neue klinische Therapien bietet die Universitätsmedizin Mainz den Patienten die Chance, schnell von neuen Erkenntnissen zu profitieren, beispielsweise in der innovativen Immun-Krebstherapie oder der Resilienzforschung.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto: Diether v Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto: Diether v Goddenthow

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont die Bedeutung der Universitätsmedizin Mainz als einzige Universitätsklinik in Rheinland-Pfalz: „Die Universitätsmedizin bietet nicht nur herausragende medizinische Versorgung für die Menschen in Mainz, Rheinland-Pfalz und weit darüber hinaus. Sie ist zudem eines der wichtigsten Forschungsinstitute, Ausbildungsstätte und einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Land. Für die Landesregierung ist es ein zentrales Anliegen, die besten Rahmenbedingungen für die Universitätsmedizin zu schaffen. Wir werden auch in Zukunft zu unserem Versprechen im Koalitionsvertrag stehen und sie auf einem strukturierten Weg der Erneuerung unterstützen.“

Die Gründung des Helmholtz-Instituts HI-TRON für translationale Onkologie war ein großer gemeinsamer Erfolg der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten eng zusammen. Auch die Höhe der eingeworbenen Forschungs-Drittmittel stieg erheblich, in den zurückliegenden zehn Jahren entstanden acht Sonderforschungsbereiche. In der Lehre ist Mainz der drittgrößte Studienstandort für Medizin bundesweit. Mit der Öffnung des Studienzugangs für beruflich qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber erfährt der Studiengang neue Impulse, die Studierenden bringen ganz unterschiedliche Vorerfahrungen mit ein.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. © Foto: Diether v Goddenthow
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. © Foto: Diether v Goddenthow

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf sieht die Entwicklung der Universitätsmedizin positiv: „Die Universitätsmedizin steht für hervorragende Forschung, Lehre und eine hochwertige Krankenversorgung. Acht Sonderforschungsbereiche, mit dem Deutschen Resilienzzentrum ein neues Leibniz-Institut, ein neues Helmholtz-Institut zur Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen sowie zahlreiche Forschungsaktivitäten zeugen hiervon. Diese Forschung kommt dank des integrierten Ansatzes den Studierenden und den Patientinnen und Patienten zugute. Die Universitätsmedizin ist damit ein Leuchtturm rheinland-pfälzischer Spitzenforschung.“

Gemischtes Doppel

Auch der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, blickt positiv auf das gemeinsam Erreichte: „Die Universitätsmedizin Mainz ist Teil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und dies ist seit zehn Jahren gelebte Wirklichkeit“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch. „So sind die Erfolge der Universitätsmedizin Mainz auch das Ergebnis der bemerkenswert guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Universitätsleitung und dem Vorstand der Universitätsmedizin. Für einen gemeinsamen Strategiebildungsprozess von Universität und Universitätsmedizin ist dies eine entscheidende Voraussetzung.

ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey moderiert den Talk "Gemischtes Doppel der Johannes Gutenberg-Universität und Universitätsmedizin" zwischen Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität (r.) u. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (m). © Foto: Diether v Goddenthow
ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey moderiert den Talk „Gemischtes Doppel der
Johannes Gutenberg-Universität und Universitätsmedizin“ zwischen Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität (r.) u. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (m). © Foto: Diether v Goddenthow

Gerade die internationale Reputation der fächerübergreifenden Kooperationen in Wissenschaft und Forschung belegen den Erfolg dieser interdisziplinären Ausrichtung von Universität und Universitätsmedizin.“

Die Universitätsmedizin Mainz gehört zu den größten Universitätsklinika Deutschlands, die strategische Entwicklung geht weiter. Eine erfolgreiche translationale Forschung ist auf dem Markt der Universitätsklinika ein Wettbewerbsfaktor. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer: „Medizinische Fragestellungen sind oftmals komplex. Zur erfolgreichen und schnellen Beantwortung dieser Fragen ist häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Unser Ziel ist es, immer stärker disziplinübergreifend zusammen zu arbeiten, um unseren Patienten eine hervorragende medizinische Versorgung aus einer Hand zu bieten. Neue Impulse aus der Grundlagenforschung möglichst schnell in neue Therapien umzusetzen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Gerade in den epidemiologisch wichtigen Themen wie der Krebstherapie oder in der Therapie von neurologischen oder neurodegenerativen Erkrankungen ist das für Rheinland-Pfalz von immenser Bedeutung. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler engagieren sich darin gemeinsam mit unseren Ärztinnen und Ärzten.“

Für eine jazzige, musikalische Umrahmung sorgte das Trio Surprise. © Foto: Diether v Goddenthow
Für eine jazzige, musikalische Umrahmung sorgte das Trio Surprise. © Foto: Diether v Goddenthow

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de