Kategorie-Archiv: Gutenberg-Universität Mainz

10 Jahre Universitätsmedizin Mainz

(v.l.n.r.) Martin Herwig, stv. Kaufmännischer Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan, Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerin Doris Ahnen, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, JGU-Vizepräsident für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinscher Vorstand, Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, JGU-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf und Pflegevorstand Marion Hahn. © Foto: Diether v Goddenthow
(v.l.n.r.) Martin Herwig, stv. Kaufmännischer Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan, Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerin Doris Ahnen, Univ.-Prof. Dr. Stefan Jolie, JGU-Vizepräsident für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Stephan Müller-Stach, JGU-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinscher Vorstand, Oberbürgermeister Michael Ebling, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, JGU-Präsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf und Pflegevorstand Marion Hahn. © Foto: Diether v Goddenthow

Erfolgreiches Zusammenwirken in Forschung, Lehre und Krankenversorgung

Die Universitätsmedizin Mainz feierte am 30. Oktober 2019 gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf ihren zehnten Geburtstag. Was zunächst Städtisches Krankenhaus und dann Universitätsklinikum war, wurde 2009 durch das Universitätsmedizingesetz im Wege der doppelten Integration zur Universitätsmedizin Mainz. Zehn Jahre Universitätsmedizin haben die Entwicklung innovativer Therapien beispielsweise in der Krebsforschung oder der minimalinvasiven interventionellen Herzklappentherapie ermöglicht und mit der Gründung des Helmholtz Instituts HI-TRON und dem Deutschen Resilienzzentrum bedeutende Forschungskooperationen auch mit der Johannes Gutenberg- Universität Mainz initiiert. Der Blick geht auch nach vorne, zu neuen Plänen.

Zehn Jahre Universitätsmedizin haben innovative Forschungsergebnisse und zukunftsweisende Kooperationen hervorgebracht. Durch die Verschmelzung des vorklinischen und klinischen Bereichs zur Universitätsmedizin nahmen die Leistungen in der Forschung, der Lehre und auch in der Krankenversorgung enorm zu.

Talk zur translationalen Forschung an der Universitätsmedizin. (v.l.) ZDF- Chefredakteur Dr. Peter Frey Interviewt Biomedizin-Doktorandin Erika Diehl, Marion Hahn Pflegevorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. med. Stephan Grabbe. Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin unter anderem zu Forschungs-Fortschritten in der Hautkrebsbehandlung. © Foto: Diether v Goddenthow
Talk zur translationalen Forschung an der Universitätsmedizin. (v.l.) ZDF- Chefredakteur Dr. Peter Frey Interviewt Biomedizin-Doktorandin Erika Diehl, Marion Hahn Pflegevorstand, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, sowie Prof. Dr. med. Stephan Grabbe. Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin, unter anderem zu Forschungs-Fortschritten in der Hautkrebsbehandlung. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer: „Im Jahr 2018 haben wir über 70.000 stationäre und mehr als 530.000 ambulante Patientenbehandlungen durchgeführt. Die Zahl der Patienten, die der Universitätsmedizin gerade auch bei komplexen und schweren Erkrankungen ihr Vertrauen schenken, ist stetig gewachsen.
Es wurde, beispielsweise mit der Anerkennung als onkologisches Spitzenzentrum, als soge-nanntes Comprehensive Cancer Center oder mit der Spitzenstellung bei der minimalinvasiven Herzklappentherapie und mit unserem Profilzentrum für Transplantationen viel erreicht.“

Der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, ergänzt: „Mit der translationalen Forschung, d.h. der strukturierten Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in neue klinische Therapien bietet die Universitätsmedizin Mainz den Patienten die Chance, schnell von neuen Erkenntnissen zu profitieren, beispielsweise in der innovativen Immun-Krebstherapie oder der Resilienzforschung.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto: Diether v Goddenthow
Ministerpräsidentin Malu Dreyer. © Foto: Diether v Goddenthow

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont die Bedeutung der Universitätsmedizin Mainz als einzige Universitätsklinik in Rheinland-Pfalz: „Die Universitätsmedizin bietet nicht nur herausragende medizinische Versorgung für die Menschen in Mainz, Rheinland-Pfalz und weit darüber hinaus. Sie ist zudem eines der wichtigsten Forschungsinstitute, Ausbildungsstätte und einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Land. Für die Landesregierung ist es ein zentrales Anliegen, die besten Rahmenbedingungen für die Universitätsmedizin zu schaffen. Wir werden auch in Zukunft zu unserem Versprechen im Koalitionsvertrag stehen und sie auf einem strukturierten Weg der Erneuerung unterstützen.“

Die Gründung des Helmholtz-Instituts HI-TRON für translationale Onkologie war ein großer gemeinsamer Erfolg der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten eng zusammen. Auch die Höhe der eingeworbenen Forschungs-Drittmittel stieg erheblich, in den zurückliegenden zehn Jahren entstanden acht Sonderforschungsbereiche. In der Lehre ist Mainz der drittgrößte Studienstandort für Medizin bundesweit. Mit der Öffnung des Studienzugangs für beruflich qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber erfährt der Studiengang neue Impulse, die Studierenden bringen ganz unterschiedliche Vorerfahrungen mit ein.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. © Foto: Diether v Goddenthow
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. © Foto: Diether v Goddenthow

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf sieht die Entwicklung der Universitätsmedizin positiv: „Die Universitätsmedizin steht für hervorragende Forschung, Lehre und eine hochwertige Krankenversorgung. Acht Sonderforschungsbereiche, mit dem Deutschen Resilienzzentrum ein neues Leibniz-Institut, ein neues Helmholtz-Institut zur Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen sowie zahlreiche Forschungsaktivitäten zeugen hiervon. Diese Forschung kommt dank des integrierten Ansatzes den Studierenden und den Patientinnen und Patienten zugute. Die Universitätsmedizin ist damit ein Leuchtturm rheinland-pfälzischer Spitzenforschung.“

Gemischtes Doppel

Auch der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, blickt positiv auf das gemeinsam Erreichte: „Die Universitätsmedizin Mainz ist Teil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und dies ist seit zehn Jahren gelebte Wirklichkeit“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch. „So sind die Erfolge der Universitätsmedizin Mainz auch das Ergebnis der bemerkenswert guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Universitätsleitung und dem Vorstand der Universitätsmedizin. Für einen gemeinsamen Strategiebildungsprozess von Universität und Universitätsmedizin ist dies eine entscheidende Voraussetzung.

ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey moderiert den Talk "Gemischtes Doppel der Johannes Gutenberg-Universität und Universitätsmedizin" zwischen Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität (r.) u. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (m). © Foto: Diether v Goddenthow
ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey moderiert den Talk „Gemischtes Doppel der
Johannes Gutenberg-Universität und Universitätsmedizin“ zwischen Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg Universität (r.) u. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (m). © Foto: Diether v Goddenthow

Gerade die internationale Reputation der fächerübergreifenden Kooperationen in Wissenschaft und Forschung belegen den Erfolg dieser interdisziplinären Ausrichtung von Universität und Universitätsmedizin.“

Die Universitätsmedizin Mainz gehört zu den größten Universitätsklinika Deutschlands, die strategische Entwicklung geht weiter. Eine erfolgreiche translationale Forschung ist auf dem Markt der Universitätsklinika ein Wettbewerbsfaktor. Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer: „Medizinische Fragestellungen sind oftmals komplex. Zur erfolgreichen und schnellen Beantwortung dieser Fragen ist häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Unser Ziel ist es, immer stärker disziplinübergreifend zusammen zu arbeiten, um unseren Patienten eine hervorragende medizinische Versorgung aus einer Hand zu bieten. Neue Impulse aus der Grundlagenforschung möglichst schnell in neue Therapien umzusetzen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Gerade in den epidemiologisch wichtigen Themen wie der Krebstherapie oder in der Therapie von neurologischen oder neurodegenerativen Erkrankungen ist das für Rheinland-Pfalz von immenser Bedeutung. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler engagieren sich darin gemeinsam mit unseren Ärztinnen und Ärzten.“

Für eine jazzige, musikalische Umrahmung sorgte das Trio Surprise. © Foto: Diether v Goddenthow
Für eine jazzige, musikalische Umrahmung sorgte das Trio Surprise. © Foto: Diether v Goddenthow

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Sommerfest im Botanischen Garten der Gutenberg Uni Mainz am 25.08.2019

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Seit das Sommerfest 2001 zum ersten Mal statt fand, ist es der jährliche Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm des Botanischen Gartens und eine der größten und beliebtesten Veranstaltungen auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität. Es ist ein Fest für alle Altersgruppen mit vielen Aktionen zum Mitmachen, zahlreichen Führungen für Erwachsene und Kinder, Konzerten, Pflanzenmarkt, Kaffee, Kuchen, Essen und Getränken – ein fester Bestandteil im kulturellen Leben in Mainz und ein Muss für alle Pflanzenfreunde!
Für die ganz besondere Atmosphäre des Sommerfestes sorgen die etwa 8.000 verschiedenen Pflanzenarten des Botanischen Gartens – viele davon an diesem Tag mit ihren schönsten Blüten – und rund 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die den Botanischen Garten an diesem Tag unterstützen. Der Erlös des Sommerfestes fließt über den Freundeskreis des Botanischen Gartens direkt in Projekte, die den Garten als Bildungseinrichtung weiter stärken und seine Attraktivität für alle Besucher erhöhen.

Termin:  Sonntag, 25. August 2019; 11:00 – 18:00 Uhr
Ort: Botanischer Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Programm:

©  Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Teilnehmer und Aktionen
• 11.00 bis 16.00 Uhr | Führungen alle 30 Minuten zu wechselnden Themen
• Apothekerkammer Rheinland-Pfalz | Pflanzenextrakte und weitere Aktionen
• Freundeskreis Botanischer Garten | Infos zum Bauerngarten, Kaffee, Kuchen, Getränke
• Gartenakademie Rheinland-Pfalz | Werner Ollig – Pflanzendoktor und Beratung für klimagerechte & vielfältige Gärten!
• Gärtnerinnen und Gärtner des Botanischen Gartens | Pflanzenbasar und Sektstand
• Govindas vegetarische Speisen | lecker Essen!
• Grüne Schule des Botanischen Gartens | Mitmachprogramm für Kinder und Erwachsene
• Julia Belot, Malerin | PflanzenWesen – Bilder zu Pflanzenpersönlichkeiten aus dem Botanischen Garten
• Freie-Saaten e.V. „Iggelheim“ | Regionale Saatgutinitiative
• Kinderbuchautorin Eymard Toledo
• Kunsthochschule | Frank Gabriel – Holzwerkstatt
• Naturbuchvertrieb Ingo Trepte | Botanisch-gärtnerischer Büchermarkt
• N’Eis – Das Neustadteis
• Staudengärtnerei Kirschenlohr, Speyer
• Wittgensteiner Staudengärtnerei Lars Kroh | Bioland Gärtnerei

Livemusik
11.30 Uhr | Rheinbelch – reinste Blechblasmusik

13.30 Uhr | Milosh Manouche – das Mainzer Gypsy-Jazz Ensemble | Mathias “Tscherklu” Demmer (kl & sax) Lukas “Milosh” Roos (git) Jens “Nanosh” Mackenthun (git) Maurice “Bashnu” Kühn (bs, voc)

15.30 Uhr | Bändi – Finnischer Tango | Kristina Debelius (voc/stagepiano/), Tobias Frisch (voc/violine, kazoo), André Berthold (Kontrabass), Thomas Salzmann(dr/perc) und Martin Lejeune (pedal-steel-guitar)

Familientag und Tag der offenen Tür in den Max-Planck-Instituten: Motto „KUNST-STOFFE“ am 18.08.2019

11. KinderUni- und Familientag am 18. August auf dem Parkplatz am Duesbergweg mit spannenden Experimenten und Mitmachaktionen

Wann: Sonntag, 18. August 2019, von 14:00 bis 17:00 Uhr
Wo: Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Duesbergweg, 55128 Mainz
Veranstalter: AK „Jugend und Wissenschaft“, Max Planck-Institut für Polymerforschung, Max Planck-Institut für Chemie
Informationen zur Veranstaltung:
Kunststoffe sind Teil unseres Lebens: Vieles wäre heutzutage ohne sie unvorstellbar. Aber woraus bestehen sie? Und wie werden sie hergestellt? Und welche anderen Stoffe gibt es? Um diese und viele weitere Themen geht es beim 11. KinderUni- und Familientag, der von dem Arbeitskreis „Jugend und Wissenschaft“ zusammen mit den beiden Max Planck-Instituten veranstaltet wird. Am 18. August zwischen 14 und 17 Uhr bieten auf dem Parkplatz am Duesbergweg über 15 Aussteller spannende Experimente und Mitmachaktionen an. Zeitgleich begehen die beiden Max-Planck-Institute (für Chemie und für Polymerforschung) ihren Tag der offenen Tür.

Am Stand des NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler können die Besucherinnen und Besucher wieder selbst experimentieren und erfahren, warum eine Windel so viel Flüssigkeit aufsaugen kann oder was ein Superabsorber ist. Außerdem wird erfahrbar gemacht, welche Strukturen in den verschiedenen Kunststoffen stecken und was ein biologisch abbaubarer Kunststoff ist. Schleim in popelgrün oder kristallblau können die Besucher im Haus der Kleinen Forscher selbst herstellen. Das Ada-Lovelace-Projekt unterstützt die (kleinen) Gäste bei der Herstellung ihrer eigenen Flummi(ball)s. Die Mitarbeiter des Instituts für Mathematik der JGU beschäftigen sich mit dem Thema „KopfKunst“: Hierbei geht es um konkrete Kunst, optische Täuschungen und unmögliche Objekte.

Das Max Planck-Institut für Polymerforschung bietet an mehreren Ständen Mitmachaktionen an, z.B. wird demonstriert, wie ein 3D-Drucker funktioniert. Vom Joghurt-Becher zur Frisbee – hier kann jeder kreativ werden. Das Max Planck-Institut für Chemie informiert die Gäste über die Rolle der Ozeane bei der globalen Erwärmung und zeigt, wie eine Ozeanversauerung funktioniert. Im Labor können die Besucher an einer „Riechbar“ ihren Geruchssinn testen, ihre Sonnenbrillen auf Durchlässigkeit von UV-Licht prüfen, erfahren wie Sternenstaub analysiert wird oder ihre eigene Erdkugel aus Papier basteln.

Das Naturhistorische Museum und das Institut für Paläontologie zeigen auf dem Familientag den Besucherinnen und Besuchern Modelle von kleinen Meereslebewesen, aus denen Erdöl gewonnen werden kann, sowie weitere Erdölmuttergesteine und Erdölspeichergesteine. Basteln mit Tetrapaks können die Besucher am Stand des Grün- und Umweltamtes. Außerdem gibt es viel Informatives zum nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen zu erfahren. Die Waldpädagogik beim Zweckverband zur Erhaltung des Lennebergwaldes bietet eine Kunstaktion für Kinder an: Malen mit Pflanzenfarben aus Holundersaft, Walnüssen, Holz und Blüten. Dabei können die Gäste interessante Farbumschläge von sauer zu alkalisch beobachten. Außerdem werden Kunststoffe auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz vorgestellt. Nachhaltiges (Kunst-)Handwerk steht bei der Mitmach-Aktion des PEFC im Vordergrund: Dort werden Frühstücksbrettchen mit der Laubsäge gemacht.

Weitere Mitmachaktionen gibt es am Stand des Römisch Germanischen Zentralmuseums , der Allgemeinen Zeitung, der Schule des Sehens der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und dem BUND.

Weitere Infos: https://www.junior-campus-mainz.de/ ;  http://www.nat-schuelerlabor.de/

Studierende der Klassischen Philologie führen römische Komödie „Amphitruo“ in lateinischer Sprache auf

© Lateinische Theatergruppe Die Casinisten!
© Lateinische Theatergruppe Die Casinisten!

Studierende der Klassischen Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben unter Leitung von Dr. Daniel Groß in Lehrveranstaltungen von der Lektüre- bis zur Inszenierungsübung die römische Komödie „Amphitruo“ des Plautus einstudiert und bringen sie am 15. August 2019 ab 14.00 Uhr sowie am 17. Oktober 2019 ab 19.30 Uhr in lateinischer Sprache mit deutschen Übertiteln im Theatersaal P 1 der JGU zur Aufführung. Das Stück behandelt den Mythos von der Geburt des Hercules als Verwechslungs-Tragikomödie, und so bleibt einem, wenn man dem Menschen auf der Bühne als Spielball der Gottheit zusieht, manches Mal beinahe das Lachen im Halse stecken – aber nur beinahe, denn bevor sich ein ernster Gedanke zu Ende denken lässt, ist man schon wieder mit dem nächsten Witz konfrontiert. Durch die Einblendung deutscher Übertitel sind auch diejenigen angesprochen, die nur geringe oder auch gar keine Kenntnisse der lateinischen Sprache haben. Alle Antike-Interessierten und Theaterbegeisterten, nicht zuletzt auch Latein lernende Schülerinnen und Schüler, sind herzlich eingeladen.

Der Eintritt beträgt 6 €, für Schüler und Studierende 4 €.
Anmeldungen und Kartenreservierungen unter groda@uni-mainz.de

Wann: Donnerstag, 15. August 2019, ab 14.00 Uhr; Donnerstag, 17. Oktober 2019, ab 19.30 Uhr
Wo: Theatersaal P1, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Veranstalter: Lateinische Theatergruppe der JGU, Institut für Altertumswissenschaften – Klassische Philologie
https://www.klassphil.uni-mainz.de/aktuelles-projekt/

Weitere Informationen:
http://www.klassphil.uni-mainz.de/766.php ― Lehrprojekt „Aufführung eines antiken Dramas in Originalsprache“
http://www.klassphil.uni-mainz.de/770.php ― Lateinische Theatergruppe „Die Casinisten“

Eröffnung des Zentrums für Frankreich- und Frankophoniestudien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Angriff auf Reims im September 1914 führte zu einem radikalen Bruch in den deutsch-französischen Beziehungen, so dass selbst ein wissenschaftlicher Austausch nicht mehr möglich war. Vor diesem Hintergrund des seitherigen totalen Bruchs erhält der nach dem zweiten Weltkrieg zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle geschlossene Friedensvertrag eine noch viel größere Bedeutung. Erst hierdurch wurden kulturelle und wissenschaftliche Kooperationen zwischen beiden Ländern überhaupt erst wieder möglich. Postkarte vom Brand der Kathedrale von Reims, aus dem Fest-Vortrag von Prof. Dr. Thomas W. Gaehtgens, Gründungsdirektor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Angriff auf Reims im September 1914 führte zu einem radikalen Bruch in den deutsch-französischen Beziehungen, so dass selbst ein wissenschaftlicher Austausch nicht mehr möglich war. Vor diesem Hintergrund des seitherigen totalen Bruchs erhält der nach dem zweiten Weltkrieg zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle geschlossene Friedensvertrag eine noch viel größere Bedeutung. Erst hierdurch wurden kulturelle und wissenschaftliche Kooperationen zwischen beiden Ländern überhaupt erst wieder möglich. Postkarte vom Brand der Kathedrale von Reims, aus dem Fest-Vortrag von Prof. Dr. Thomas W. Gaehtgens, Gründungsdirektor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am 4. Juli 2019 wurde feierlich das  Zentrums für Frankreich- und Frankophoniestudien (ZFF) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz  im Atrium maximum in der Alten Mensa auf dem Gutenberg-Campus eröffnet.
Grußworte sprachen Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Alain Bonin, Präsident der Université de Bourgogne, Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz, Dr. Jürgen Hartmann, Staatssekretär a.D., Präsident der Deutsch-Französischen Kulturstiftung sowie Prof. Dr. Gregor Wedekind, Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien.

„Die Wiedereröffnung unserer Universität im Mai 1946 erfolgte auf Initiative der damaligen französischen Besatzungsbehörde. Seither spielen die deutsch-französische Zusammenarbeit und die Frankreichforschung eine wichtige Rolle im universitären Leben der JGU“, betont Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „So besteht beispielsweise seit mehr als 40 Jahren eine enge Hochschulpartnerschaft zwischen der JGU und der Université de Bourgogne in Dijon, ergänzt durch zahlreiche Partnerschaften mit weiteren französischen Hochschulen etwa in Paris, Nantes und Straßburg. Wir können unseren Studierenden heute bi- und teils sogar trinationale Studiengänge vom Bachelor- über Lehramts- und Masterstudiengänge bis hin zum Deutsch-Französischen Doktorandenkolleg anbieten – ein Ausdruck lebendigen kulturellen Austauschs und gelebter Kooperation.“

Im Hinblick auf vergleichbare Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland besteht eine Besonderheit des neuen Zentrums für Frankreich- und Frankophoniestudien darin, dass es sich in seinen Fragestellungen nicht auf Frankreich beschränkt, sondern die geografische und kulturelle Öffnung auf die Frankophonie fördert. Hierzu unterstützt, pflegt und erweitert das ZFF die zahlreichen bestehenden institutionellen und persönlichen Kontakte mit Frankreich und französischen bzw. frankophonen Hochschulen insbesondere in Kanada und Nordafrika. Zum anderen ist die Arbeit des ZFF dezidiert fächerübergreifend und nachdrücklich nicht auf die Geistes- und Sozialwissenschaften beschränkt. Ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal des ZFF ist die an der Universitätsbibliothek der JGU angesiedelte, mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgebaute herausragende Bibliothek des Forums Interkulturelle Frankreichforschung (FIFF), die eine wertvolle Ressource für Lehre, Forschung und Wissensvermittlung bietet.

„Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Deutsch-Französische Kulturstiftung setzen mit den neuen Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien hier in Mainz ein klares Zeichen für europäisches und internationales Miteinander“, hebt Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, im Rahmen ihres Besuchs auf dem Gutenberg-Campus hervor. „Gerade im aktuellen politischen Kontext ist eine internationale Zusammenarbeit auf allen Ebenen von großer Bedeutung. Die französische Botschaft begrüßt und unterstützt daher diese wichtige Initiative zur Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen – allem voran in den Bereichen der sprachlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Kompetenzen sowie im Einbeziehen der Vielfältigkeit der frankophonen Regionen in der Welt. Allen beteiligten Akteuren danken wir für ihr Engagement und ermutigen sie, auch weiterhin gemeinsam Europa neue derartige Impulse zu geben.“

Das ZFF wird den Austausch und die Kooperation mit anderen universitären Frankreichzentren etwa in Berlin, Bonn, Freiburg, Leipzig und Saarbrücken suchen ebenso wie mit deutsch-französischen Forschungsinstituten wie dem Centre Marc Bloch in Berlin, dem Deutsch-Französischen Institut für Geschichts- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg. Darüber hinaus kooperiert das ZFF mit den in Mainz ansässigen außeruniversitären deutsch-französischen Einrichtungen – dem Institut français, dem Haus Burgund-Franche-Comté und der Deutsch-Französischen Gesellschaft – und nutzt seine Kapazitäten für den Bereich der Wissensvermittlung sowie für die Kooperation mit deutsch-französischen Akteuren auf politischer Ebene.

Eröffnung des Zentrums für Frankreich- und Frankophoniestudien an der JGU: (v.l.) Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Prof. Dr. Alain Bonin, Präsident der Université de Bourgogne, Prof. Dr. Gregor Wedekind, Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien, Dr. Jürgen Hartmann, Staatssekretär a.D., Präsident der Deutsch-Französischen Kulturstiftung, Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz. Foto/©: Stefan F. Sämmer, JGU
Eröffnung des Zentrums für Frankreich- und Frankophoniestudien an der JGU: (v.l.) Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreich, Prof. Dr. Alain Bonin, Präsident der Université de Bourgogne, Prof. Dr. Gregor Wedekind, Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien, Dr. Jürgen Hartmann, Staatssekretär a.D., Präsident der Deutsch-Französischen Kulturstiftung, Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz. Foto/©: Stefan F. Sämmer, JGU

 

Reims in Flammen. Drama und Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich

In seinem Festvortrag widmete sich Prof. Dr. Thomas W. Gaehtgens, Gründungsdirektor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris und langjähriger Direktor des Getty Research Institute in Los Angeles, dem Thema „Reims in Flammen. Drama und Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich“. Der deutsche Angriff am 19. September 1914 auf die Kathedrale von Reims, der Krönungskirche, die als Ursprungsort der französischen Monarchie gilt, rief einst einen Schrei der Empörung, der Wut, ja des Hasses in Frankreich aus und verfestigte das Deutschland-Bild von den kulturlosen deutschen Barbaren, das sich seit 1871 in französischen Köpfen festgesetzt hatte. Wenngleich gar nicht wirklich gesichert war, ob das Gotteshaus gezielt oder kollateral aufgrund des heftigen Beschusses des Ortes Reims getroffen wurde und in Brand geriet, wurde „Reims“ so zum Symbol deutsch-französischer Zwietracht – und umso wunderbarer erscheine es, so Gaehtgens, dass ausgerechnet hier einige Jahrzehnte später die deutsch-französische Versöhnung zwischen Charles De Gaulle und Konrad Adenauer besiegelt und die tiefe Kluft im Kulturstreit überwunden werden konnte. Aus einem «lieu de discorde», einem Ort der Zwietracht, konnte ein Erinnerungsort der deutsch-französischen Versöhnung, ja Freundschaft, werden.

Nach allen Auseinandersetzungen zwischen Franzosen und Deutschen ist längst „die“ Kooperation Grundlage der deutsch-französischen Beziehungen geworden, so wie es auch das Frankreich-Zentrum der Universität Mainz in der Zukunft verkörpern wird, unterstrich der Festredner.

die-brennende-kathedrale2Buchtipp: Thomas W. Gaehtgens: Die brennende Kathedrale. Eine Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg. Verlag C.H. Beck, München 2018. 351 S. m. 88 Abb., 29,95 €.
Zur Geschichte der JGU-Frankreichforschung 

Seit der Wiedereröffnung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) im Mai 1946 durch die damalige französische Besatzungsbehörde spielen die deutsch-französische Zusammenarbeit und die Frankreichforschung eine wichtige Rolle im universitären Leben auf dem Gutenberg-Campus. So besteht seit mehr als 40 Jahren eine enge Hochschulpartnerschaft zwischen der JGU und der Université de Bourgogne in Dijon, die durch eine Reihe integrierter Studiengänge sowie eine rege universitätsweite Erasmus-Partnerschaft Semester für Semester gelebt wird. Darüber hinaus bestehen mittlerweile auch diverse integrierte Studienprogramme mit weiteren französischen Hochschulen, etwa in Paris, Nantes und Straßburg. Im Jahr 1991 gründete die Universitätsbibliothek Mainz den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sammelschwerpunkt Frankreichforschung, aus dem 2013 das Forum Interkulturelle Frankreichforschung (FIFF) hervorgegangen ist.

Die musikalische Einlage erfolgte durch die Jazzabteilung der Hochschule für Musik.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Die musikalische Einlage erfolgte durch die Jazzabteilung der Hochschule für Musik. © Foto: Diether v. Goddenthow

Das neue Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien (ZFF) an der JGU, das maßgeblich durch die Deutsch-Französische Kulturstiftung finanziert wird, verfolgt das Ziel, die verschiedenen auf Frankreich und frankophone Regionen, Institutionen, Gesellschaften und Kulturen bezogenen Aktivitäten der Universität zu betreiben, zu bündeln, zu vernetzen, aus ihrem Zusammenwirken gemeinsamen Nutzen zu generieren, in ihrer wissenschaftlichen Exzellenz zu steigern sowie kooperative Drittmittel einzuwerben. Mit Blick auf vergleichbare Einrichtungen in ganz Deutschland besteht die Besonderheit des ZFF darin, dass das Zentrum sich nicht auf Frankreich beschränkt, sondern die geographische und kulturelle Öffnung auf die Frankophonie zum Programm hat, und das die Arbeit des ZFF dezidiert multi- und transdisziplinär über die Geistes- und Kulturwissenschaften hinaus ausgerichtet ist.
Forum Interkulturelle  Frankreichforschung
Deutsch-Französische Studiengänge in den Geistes- und Kulturwissenschaften Mainz-Dijon

Prof. Dr. Gregor Wedekind
Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz

50. Boehringer-Ingelheim-Preis: Schlaganfälle verhindern und das Gehirn verstehen

(v.l.) Dr. Timo Uphaus und Dr. Neha Tiwari erhielten für ihre exzellente Forschung zur Schlaganfallprävention und der Entwicklung von Gehirnzellen den Boehringer-Ingelheim-Preis 2019. Foto: Wolfgang Reuter / Boehringer Ingelheim
(v.l.) Dr. Timo Uphaus und Dr. Neha Tiwari erhielten für ihre exzellente Forschung zur Schlaganfallprävention und der Entwicklung von Gehirnzellen den Boehringer-Ingelheim-Preis 2019. Foto: Wolfgang Reuter / Boehringer Ingelheim

 

(Mainz, 25. Juni 2019, ka) Seit 50 Jahren wird der Boehringer-Ingelheim-Preis an exzellente Nachwuchsforscher der Universitätsmedizin Mainz vergeben. Im Jubiläumsjahr erhielten Dr. Timo Uphaus und Dr. Neha Tiwari den mit 30.000 Euro dotierten Preis der Boehringer Ingelheim Stiftung. Ihre Ergebnisse helfen, Patienten vor einem erneuten Schlaganfall zu schützen, bzw. zeigen, wie bestimmte Zellen im Gehirn reifen, die eine Rolle bei Erkrankungen wie Parkinson spielen. Zum Jubiläum berichteten ehemalige Preisträger von ihrer aktuellen Forschung und Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, Göttingen, beschrieb in seinem Festvortrag die Revolution in der Mikroskopie, mit der wir Prozesse in lebenden Zellen molekülgenau verfolgen können.

Auszeichnung und Ansporn zugleich für exzellente Forschung: Dafür steht seit 1969 der Boehringer -Ingelheim-Preis, der bereits an über 100 Nachwuchsforscherinnen und -forscher an der Universitätsmedizin Mainz verliehen wurde. Von Beginn an lag ihre Auswahl allein in den Händen der Universitätsmedizin Mainz. Wir verdanken den Preisträgerinnen und Preisträgern grundlegende Erkenntnisse zum Beispiel über das Immun-, das Herz-Kreislauf- und das Nervensystem, Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder über Krebs. Rund dreißig der Preisträgerinnen und Preisträger waren oder sind inzwischen Klinikdirektoren bzw. Institutsleiter an Universitätskliniken.

„Die diesjährigen Preisträger beschäftigen sich in ihrer Forschung mit wissenschaftlichen Schwerpunkten der Universitätsmedizin und Themen, die viele unserer Patienten betreffen. Ich freue mich, dass die Boehringer Ingelheim Stiftung das wissenschaftliche Engagement junger erfolgreicher Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler schon seit so langer Zeit würdigt und empfinde dies einmal mehr als Beleg dafür, dass die Forschung an der Universitätsmedizin Mainz einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Erkrankungen leistet“, betonte der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann.

„50 Jahre Boehringer-Ingelheim-Preis zeigen beispielhaft das generationenübergreifende Engagement der Gesellschafterfamilie für die Wissenschaft und unsere Verbundenheit mit der Region. Mit dem Preis möchten wir besonders begabte Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher anspornen, originelle Ideen zu verfolgen und mutig neue Wege zu gehen“, sagt Christoph Boehringer, Vorsitzender des Vorstands der Boehringer Ingelheim Stiftung. „Heute schauen wir mit Dankbarkeit auf mehr als 100 ausgezeichnete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und deren beeindruckende Erfolge.“

Anlässlich des Jubiläums fand dieses Jahr vor der Preisverleihung ein wissenschaftliches Symposium statt, bei dem ehemalige Preisträger aus vier Jahrzehnten ihre aktuelle Forschung vorstellten. Die Bandbreite der Themen reichte von Zelltherapien, über die Verbindung zwischen Darm und Immunsystem, bis zu innovativen Therapien gegen Krebs und der Entwicklung von Impfstoffen.

Im Rahmen der Preisverleihung berichteten die beiden ausgezeichneten Wissenschaftler über ihre Arbeiten zur Prävention von Schlaganfällen und der Entwicklung wichtiger Zellen im Gehirn. Den Festvortrag hielt in diesem Jahr Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell aus Göttingen. Er referierte über die revolutionären Entwicklungen in der Mikroskopie, mit denen er und andere Forscher die durch die Physik gesetzten Grenzen des sichtbaren Lichts umgehen.

Einzelheiten zur Arbeit von Dr. Timo Uphaus:
Dr. Timo Uphaus, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz erhält den Boehringer-Ingelheim-Preis 2019 für klinische Medizin für seine Arbeit: “Development and validation of a score to detect paroxysmal atrial fibrillation after stroke“, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Neurology“.

Dr. Timo Uphaus hat ein Hilfsmittel entwickelt, mit dem Ärzte bereits in der Notaufnahme entscheiden können, bei wem es besonders wahrscheinlich ist, dass eine längere Messung der elektrischen Herzaktivität – auch EKG genannt – die richtige Diagnose ermöglicht, um mit Medikamenten weitere Schlaganfälle verhindern zu können. Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 260.000 Menschen einen Schlaganfall oder eine Vorstufe davon. Jeder Vierte davon hatte zuvor bereits einen oder mehrere Schlaganfälle. Ein erneuter Schlaganfall kommt besonders dann vor, wenn eine bestimmte Herzrhythmusstörung, das Vorhofflimmern, den ursprünglichen Schlaganfall verursachte. Dies wird aber oft nicht erkannt.

Die gute Nachricht ist, dass es Medikamente gibt, die das Blut verdünnen, und so verhindern, dass Gerinnsel entstehen. Das Risiko für einen erneuten Schlaganfall wird bei diesen Patienten durch den Einsatz dieser Medikamente um circa 70 Prozent reduziert. Um sie zielgerichtet einsetzen zu können, muss man jedoch wissen, bei welchen Schlaganfallpatienten tatsächlich Vorhofflimmern vorliegt.

Häufig dauert das Vorhofflimmern nur wenige Minuten und wird vom Patienten nicht einmal bemerkt. Erst in der Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens – dem EKG – wird es sichtbar. Diese Messung ist heute zwar Standard nach einem Schlaganfall, wird aber noch zu oft lediglich über 24 Stunden durchgeführt. Die Methode von Dr. Timo Uphaus berechnet aus dem Alter des Patienten, der Schwere des Schlaganfalls und der Dauer der Symptome, wie wahrscheinlich es ist, bei einem EKG über drei Tage ein bisher unbekanntes Vorhofflimmern zu entdecken. So hilft die für Ärzte auch im Internet zur Verfügung stehende Methode zu entscheiden, wer ein Langzeit-EKG bevorzugt erhalten sollte. Um diese Methode zu entwickeln, hat Dr. Timo Uphaus in Zusammenarbeit mit der Neurovaskulären Arbeitsgruppe, geleitet von Professor Dr. Klaus Gröschel, und der Klinik und Poliklinik für Neurologie, geleitet von Professor Dr. Frauke Zipp, an der Universitätsmedizin Mainz die Daten aus mehreren Schlaganfall-Studien von über 1.500 Patienten analysiert. Dr. Uphaus und seine Kollegen möchten mit dieser Arbeit dazu beizutragen, dass in Zukunft weniger Menschen einen erneuten Schlaganfall erleiden müssen.

Originalpublikation:

Uphaus T, Weber-Krüger M, Grond M, Toenges G, Jahn-Eimermacher A, Jauss M, Kirchhof P, Wachter R, Gröschel K. Development and validation of a score to detect paroxysmal atrial fibrillation after stroke. Neurology. 2019 Jan 8;92(2):e115-e124. doi: 10.1212/WNL.0000000000006727.

Einzelheiten zur Arbeit von Dr. Neha Tiwari:

Neha Tiwari, PhD, Molekulargenetikerin am Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz erhält den Boehringer-Ingelheim-Preis 2019 für theoretische Medizin für ihre Arbeit: „Stage-Specific Transcription Factors Drive Astrogliogenesis by Remodeling Gene Regulatory Landscapes”, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Cell Stem Cell“.

Unser Gehirn ist ein komplexes Netzwerk aus Nervenzellen und verschiedenen anderen Zelltypen, die sich zum Teil aus den gleichen Vorläufern entwickeln. Dr. Neha Tiwari fand nun mit einer Kombination verschiedener Methoden heraus, welche Gene in welcher Reihenfolge im Mäusegehirn aktiv sein müssen und welche Proteine diese Genaktivität steuern, damit sich aus den Vorläuferzellen sogenannte Astrozyten entwickeln. Diese Zellen werden wegen der Form ihrer zuerst entdeckten Vertreter auch Sternzellen genannt. Sie helfen den Nervenzellen zu kommunizieren, stützen, schützen und ernähren sie. Besonders bei Verletzungen oder Entzündungen verändern sie, welche ihrer Gene sie ablesen bzw. aktivieren. Manchmal werden sie dabei allerdings selbst zum Problem. Zum Beispiel bei Entzündungsprozessen nach einem Schlaganfall oder bei Erkrankungen des motorischen Nervensystems wie beispielsweise Parkinson oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) können diese Zellen übermäßig aktiv werden und dadurch Nervenzellen abtöten. Bisher unbekannt ist, wie dies geschieht. Hier setzt die Arbeit von Dr. Neha Tiwari an, indem sie die normale Entwicklung von Sternzellen untersucht.

Sternzellen durchlaufen drei Entwicklungsstadien: Zuerst entstehen Vorläuferzellen der Sternzellen, die sich noch weiter vermehren können. Im zweiten Stadium beginnt der Reifungsprozess und die Zellen können sie sich nicht mehr vermehren, sind aber noch nicht voll funktionsfähig. Erst im dritten Stadium reifen die Sternzellen aus und können alle ihre Aufgaben erfüllen.

Dr. Neha Tiwari entdeckte wodurch und wie sich die Zellen in den einzelnen Stadien molekular unterscheiden und welche Proteine ihre Entwicklung steuern: Der Übergang von Vorläufer zu unreifer Sternzelle wird durch die Proteine Nfia und Atf3 gesteuert. Beides sind Transkriptionsfaktoren, die ihre Ziel-Gene im Zellkern aktivieren. Den Übergang zur dritten Phase hingegen bestimmt der Transkriptionsfaktor Runx2. Wir wussten bereits, dass Sternzellen durch Fehler bei der Gensteuerung Nervenzellen schädigen können, statt sie zu beschützen. Wir haben jetzt herausgefunden, dass der Faktor Runx2 wichtig ist, damit die Sternzellen die letzte Stufe ihrer Entwicklung erreichen. In diesem Zustand können sie nicht mehr überaktiv werden, und können vermutlich auch die Nervenzellen nicht mehr schädigen. Auf Basis dieser Erkenntnis lässt sich nun herausfinden, was passiert, wenn Sternzellen aus dem Ruder laufen, warum dies geschieht und ob es möglich ist, dies zu verhindern. Das ist möglicherweise auch ein Schritt dahin, jene neurodegenerativen Erkrankungen zu verhindern, die dadurch geprägt sind, dass Nervenzellen absterben.

Originalpublikation:

Tiwari N, Pataskar A, Péron S, Thakurela S, Sahu SK, Figueres-Oñate M, Marichal N, López-Mascaraque L, Tiwari VK, Berninger B. Stage-Specific Transcription Factors Drive Astrogliogenesis by Remodeling Gene Regulatory Landscapes. Cell Stem Cell. 2018 Oct 4;23(4):557-571.e8. doi: 10.1016/j.stem.2018.09.008.

Über den Boehringer-Ingelheim-Preis:

Der Boehringer-Ingelheim-Preis für exzellente wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der klinischen und der theoretischen Medizin wird seit 1969 vergeben. Eine Fachjury der Universitätsmedizin Mainz wählt die Preisträger aus. Seit 1995 dotiert die Boehringer Ingelheim Stiftung den Preis. Der Leiter des Jubiläumssymposiums und Preisträger des Jahres 1985, Prof. Dr. Michael P. Manns, ist ein Beispiel für die Nachhaltigkeit des Preises: „Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, mit dem Boehringer-Ingelheim-Preis ausgezeichnet worden zu sein. In einer entscheidenden Phase hat er mich ermutigt, beides – Klinik und Forschung – weiterzuverfolgen.“ Manns, der heute Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover und Mitglied des Vorstands der Boehringer Ingelheim Stiftung ist, führt weiter aus: „Mit diesem Symposium möchten wir einen Einblick in die Bandbreite der Themen geben, an denen die Preisträgerinnen und Preisträger geforscht haben oder heute forschen. Das Programm stellt nur eine Auswahl der vielen erfolgreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dar, die nicht leicht gefallen ist.

Botanischer Garten der Uni Mainz: Ort der Bildung und Begegnung, Inspiration und Entspannung – jetzt unterm Stiftungsdach

Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow

Stiftung Botanischer Garten Mainz unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung gegründet
Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie von Lehre, Bildung, Natur- und Umweltschutz, Kunst und Kultur am Botanischen Garten der JGU

Unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung wurde eine neue Treuhandstiftung gegründet: Die Stiftung Botanischer Garten Mainz fördert Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Bildung, Natur- und Umweltschutz, Kunst und Kultur am Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Mit den Stiftungsmitteln können insbesondere Vorhaben finanziert werden, die den besonderen Charakter des Botanischen Gartens erhalten und pflegen – als einen Ort, an dem die Ästhetik der Natur erfahrbar ist und das Wissen über die Kulturgeschichte der Pflanzen bewahrt und vermittelt wird. Gefördert werden sollen auch Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt, beispielsweise zum Schutz gefährdeter heimischer Wildpflanzenarten.

„Die Stiftung trägt den stark gewandelten Anforderungen an Botanische Gärten Rechnung, indem sie über Wissenschaft, Forschung und Lehre hinaus auch den Schutz der botanischen Vielfalt und die Wissensvermittlung an eine breite Öffentlichkeit in den Mittelpunkt rückt und damit unserem Anliegen einer Öffnung der Universität nach außen in vorbildlicher Weise gerecht wird“, erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch. „Die Universität ist daher ausgesprochen dankbar für dieses stifterische Engagement. Im Sinne der Stifterin würden wir uns sehr freuen, wenn die Stiftung viele Zustifterinnen und Zustifter gewinnt und sich auf diese Weise zu einer echten Gemeinschaftsstiftung für den Botanischen Garten der Universität entwickelt.“

Die Stifterin Sylvia-Maria Kinder ist eine Alumna der JGU: Die gebürtige Bremerin studierte in Mainz Germanistik und Geschichte. Aus einer Pharmazeuten-Familie stammend, in der Naturheilmethoden und Heilpflanzen stets eine große Rolle spielten, hat Sylvia-Maria Kinder schon früh eine Begeisterung für Natur und Pflanzen entwickelt. So rückte der Botanische Garten der JGU seit Beginn ihres Studiums zunehmend in ihr Blickfeld.

Ort der Bildung und Begegnung, Inspiration und Entspannung

Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Botanische Garten der JGU ist eine wissenschaftliche Einrichtung mit zentralen Aufgaben in der universitären Forschung und Lehre sowie mit einem breit angelegten Bildungsprogramm für alle Altersgruppen. „Hier treffen Pflanzenvielfalt, Natur, Gartengestaltung und bildende Kunst aufeinander und lassen neue Perspektiven entstehen“, betont der Direktor des Botanischen Gartens, Prof. Joachim W. Kadereit, PhD. „Der Garten ist damit nicht nur ein Ort der Wissenschaft und Bildung, sondern mehr denn je auch ein Ort der Begegnung, Inspiration und Entspannung auf dem Gutenberg-Campus, der allen Interessierten offensteht. Wir freuen uns sehr über den Willen der Stifterin, diese Aufgaben, Vorhaben und Programme des Botanischen Gartens mit ihrer Stiftung zu fördern.“

So wird der Stiftungszweck auch verwirklicht durch die Förderung von Bildungsprogrammen des Botanischen Gartens, insbesondere der „Grünen Schule“, oder von kulturellen Veranstaltungen, die den Botanischen Garten als Ort der Begegnung und Kommunikation auf dem Campus stärken.

Den Beirat der neuen Stiftung bilden die Stifterin Sylvia-Maria Kinder, Mainz, Albert Höning, BW-Bank Mainz, Prof. Joachim W. Kadereit, PhD, Direktor des Botanischen Gartens der JGU, Dr. Ralf Omlor, Kustos des Botanischen Gartens der JGU, und Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU.

Aboretum im Botanischen Garten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Aboretum im Botanischen Garten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Dachstiftung: Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung
Gegründet Ende 2004 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, verwaltet die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung heute über 30 Treuhandstiftungen mit einem Kapital von mehr als acht Millionen Euro, aus dessen Erträgen einschließlich zweckgebundener Spenden im vergangenen Jahr rund 370.000 Euro für Stiftungszwecke eingesetzt wurden. Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen eröffnet die JGU-Stiftung zahlreiche unbürokratische Möglichkeiten innovativen und effizienten Stifterengagements. Über die Form der Mitwirkung, also die Beteiligung durch Spenden, Zustiftungen ohne Mindestbetrag oder die Errichtung einer eigenen Treuhandstiftung, entscheiden die Stifterinnen und Stifter selbst. „Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung macht das Stiften leicht und gewährt viele Vorteile“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der JGU-Stiftung, Helmut Rittgen. „Kompetente Beraterinnen und Berater begleiten den Stiftungsvorgang und helfen bei allen notwendigen Schritten. Darüber hinaus übernimmt die Universitätsstiftung die Stiftungsverwaltung und garantiert eine kompetente Verwaltung des Vermögens.“

Hinterer Garteneingang Aboretum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Hinterer Garteneingang Aboretum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wege in die Zukunft – Wissen stiften
Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung ermöglicht Stiftern, ganz konkret und dauerhaft Projekte in Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftlicher Weiterbildung und Kunstausübung entsprechend ihrer individuellen Lebensziele und Wünsche zu unterstützen. Als eine der größten deutschen Universitäten mit über 31.000 Studierenden und 4.400 Wissenschaftlern in mehr als 100 Instituten und Kliniken bietet die JGU ein attraktives Spektrum von unterstützungswürdigen Projekten quer durch alle Fachrichtungen. Neben der Unterstützung durch Sachmittel für Geräte oder Forschungsvorhaben besteht für die Stifterinnen und Stifter auch die Möglichkeit, mit Investitionen unter anderem in Stipendien, Graduiertenkollegs oder Auslandsaufenthalte den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und junge Talente zu qualifizieren.

Richtfest des Neubaus BioZentrum II: Labor- und Forschungsgebäude bietet zeitgemäße Arbeitswelten

Die Handwerker verlesen den Richtfest-Spruch und stoßen auf eine gute Zukunft für den Neubau des  BioZentrums II, Am Dalheimer Weg, an. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Handwerker verlesen den Richtfest-Spruch und stoßen auf eine gute Zukunft für den Neubau des BioZentrums II, Am Dalheimer Weg, an. © Foto: Diether v. Goddenthow

Moderner Neubau verstärkt die Forschungsinfrastruktur der JGU und komplettiert das Quartier der Natur- und Lebenswissenschaften auf dem Campus

Exzellente Infrastruktur für die lebenswissenschaftliche Forschung: Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) feiert Richtfest des Neubaus BioZentrum II. Das viergeschossige Labor- und Forschungsgebäude wird in einem zweiten Bauabschnitt in direkter Nachbarschaft zum BioZentrum I auf dem Campus der JGU errichtet. Die Kosten für das BioZentrum II mit einer Nutzfläche von rund 6.100 Quadratmetern belaufen sich auf etwa 54 Millionen Euro. Zur Errichtung des BioZentrums II erhielt die JGU wie beim BioZentrum I die Bauherrenfunktion vom Land Rheinland-Pfalz. „Die JGU hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenswissenschaften am Standort Mainz zu stärken. In räumlicher Nähe zum BioZentrum I, zu den beiden Max-Planck-Instituten, dem Helmholtz-Institut Mainz und der Chemie, Pharmazie und Physik der JGU komplettiert das neue Biozentrum II das Quartier der Natur- und Lebenswissenschaften auf dem Gutenberg-Campus“, erklärt Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU.

Richtfest des BioZentrums II der JGU (v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch und Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU
Richtfest des BioZentrums II der JGU (v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch und Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU

„Das Biozentrum II stellt einen Meilenstein für die Weiterentwicklung des Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dar und leistet einen wichtigen Beitrag für die nationale und internationale Sichtbarkeit. Für innovative Forschungsarbeit bieten die neuen Räume hervorragende Bedingungen“, betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Gemeinsam mit der Universität wurden wichtige Neubauten realisiert. Damit gehen wir die notwendige Modernisierung der Infrastruktur auf dem Campus konsequent an. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs werden dabei attraktive Labor- und Forschungsbedingungen, eine hervorragende Betreuung sowie begleitende Vernetzungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten geboten. Die Attraktivität der Lebenswissenschaften der JGU für internationale Spitzenkräfte wird mit diesem Neubau spürbar gesteigert und trägt zur Profilierung des Wissenschaftsstandorts Mainz und Rheinland-Pfalz bei.“

Das BioZentrum II bietet eine moderne Arbeitswelt, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Molekulare Physiologie, der Biochemie sowie des selbstständigen Instituts für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF gGmbH) fördert. „Das neue Labor- und Forschungsgebäude ermöglicht ihnen zeitgemäße Forschung und Lehre auf höchstem international anschlussfähigem Niveau und ist Voraussetzung für hochkarätige Neuberufungen“, so Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie, und Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften. Der Baubeginn des BioZentrums II erfolgte im August 2018; Ende 2020 soll das neue Gebäude in Betrieb genommen werden.

Der Rohbau ist fertig, hier vom "Am Dalheimer Weg" betrachtet.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Rohbau ist fertig, hier vom „Am Dalheimer Weg“ betrachtet. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Neubau untergebracht werden u. a. Labore mit nasspräparativer Arbeitsweise, Auswerteräume, Isotopenlabore, Klimakammern, Büros und zentrale Einrichtungen mit Seminar- und Besprechungsräumen sowie studentische Arbeitsplätze. Analog zum BioZentrum I ist der kompakte, vierstöckige Baukörper klar strukturiert aufgebaut und eröffnet flexible Optionen für die Zukunft. Das zentrale Atrium als kommunikatives Herzstück des Gebäudes bietet auf jeder Ebene Besprechungsräume, Teeküchen und Aufenthaltszonen. Die große Foyertreppe dient mit ihren Sitzstufen als offene Aufenthaltszone über alle Geschosse. Über ein Untergeschoss sind die beiden Bauabschnitte BioZentrum I und II miteinander verbunden. Das neue Gebäude erhält wie das benachbarte BioZentrum I eine vertikale Fassadengliederung aus hellen Ziegelpfeilern und Fensterschlitzen ähnlich einem „Barcode“. Das Richtung BioZentrum I vollflächig verglaste Atrium ermöglicht einen Bezug zwischen beiden Gebäuden.

Im Rahmen der Bauarbeiten für das BioZentrum I wurden die Fundamente eines römischen Aquädukts entdeckt. Für beide Bauabschnitte empfiehlt die Denkmalpflege eine Überbauung und somit Konservierung der Steine im Boden. Daher wurde der Keller in diesem Bereich eingekürzt und die Steine ab Erdgeschoss schadensfrei überbaut.

Zur Errichtung des BioZentrums II hat das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) des Landes Rheinland-Pfalz der JGU wie beim Neubau des BioZentrums I weitreichende Bauherrenaufgaben übertragen. „Die gesteckten Ziele der Einhaltung des Budgets, der termingerechten Fertigstellung sowie der Gewährleistung von optimalen Forschungsbedingungen können hierbei nach gegenwärtigem Stand über das von Land und Universität gewählte Verfahren realisiert werden“, so die Kanzlerin der JGU, Dr. Waltraud Kreutz-Gers.

So soll das fertige neue neues lebenswissenschaftliches Zentrum von der Ostansicht (Botanischer Garten) einmal aussehen. Animation © JGU
So soll das fertige neue neues lebenswissenschaftliches Zentrum von der Ostansicht (Botanischer Garten) einmal aussehen. Animation © JGU

Durch die beiden Bauabschnitte des BioZentrums und das direkt benachbarte und durch die Boehringer Ingelheim Stiftung großzügig geförderte Institut für molekulare Biologie (IMB gGmbH) entsteht ein neues lebenswissenschaftliches Zentrum, zu dem auch das Biomedizinische Forschungszentrum der Universitätsmedizin sowie das Institut für Pharmazie gehören.

Eröffnung der 2. Mainzer Science Week am 28.4.2019: Mit der Science Tram durch Mainz!

2.mz-sience-week.logo(rap) Die 2. Mainzer Science Week (28. April bis 11. Mai) macht „Mobilität“ nicht nur inhaltlich zum Programm, sondern präsentiert Wissenschaft in ungewöhnlichen und natürlich auch mobilen Veranstaltungsformaten. So wird die Mainzer Straßenbahn in Kooperation mit der Mainzer Mobilität zum fahrenden Hörsaal: Als „Science Tram“ mit verschiedenen wissenschaftlichen Aspekten rund um Mobilität rollt sie durch Mainz. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, einzusteigen, zuzuhören, mitzudiskutieren – und dabei auch verschiedene Bereiche der Wissenschaftsstadt Mainz zu sehen. Die Science Trams sind als solche gekennzeichnet (Digitalanzeige).

Zur Eröffnung pendelt am Sonntag, 28. April 2019, 11.00 Uhr die erste Science Tram zwischen Hauptbahnhof und Campus zum Thema „Mobilität mit Zukunft – Mobilitätskonzepte für Mainz“. In der Bahn sind im Gespräch:
– Katrin Eder (Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr der Landeshauptstadt Mainz),
– Eva Kreienkamp (Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität),
– Professor Dr. Gerhard Muth (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz) sowie
– Professor Dr. med. Thomas Münzel (Leiter des Zentrums für Kardiologie, Unimedizin Mainz).
– Moderation: Dominik Kimmel (RGZM, Mainzer Wissenschaftsallianz).
„Die jüngste Mainzer Tramlinie hat mit 6,5 Millionen Fahrgästen im Jahr 2019 sämtliche Erwartungen übertroffen und ist zu einem rollenden Symbol für die Verkehrswende in unserer Stadt geworden,“ so Verkehrsdezernentin Katrin Eder. „Ich kann mir daher keinen besseren Ort vorstellen, um die 2. Mainzer Science Week zu starten!“
Mit dem Masterplan M³ „Green City Mainz“ entwickelt die Landeshauptstadt Mainz Konzepte für eine integrierte, intelligente und vernetzte Mobilität in Mainz. Die Anbindung des Campus an die Stadt und seine Weiterentwicklung gehört dabei zu den wichtigen Zukunftsthemen der aktuellen Stadtentwicklung.

TERMINE SCIENCE TRAM
Science Tram | Mobilität mit Zukunft – Mobilitätskonzepte für Mainz
So 28. April, 11.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 11.15 Uhr Hochschule Mainz.
Science Comedy Tram | mit Physiker, Comedian und Science-Slammer Dennis Schulz

So 28. April, 15.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 15.15 Uhr Hochschule Mainz.
Science Tram | Mehr als ein Schritt. Wie Bewegung in Menschen kommt und Menschen in Bewegung kommen

Di 30. April, 19.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 45 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.20 Uhr Hindemithstraße
Science Tram | Unterwegs zur Professur

Mo 6. Mai, 19.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 45 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.15 Uhr Bürgerhaus Hechtsheim.
Science Tram | Mainzer „Gastarbeiter“ der ersten Generation

Do 9. Mai, 19.30 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt B (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.45 Uhr Zollhafen.

Der Programmflyer mit dem vollständigen Programm liegt an zentralen Stellen (Tourist Service Center, Rathaus, Mainzer Wissenschaftsinstitutionen) aus.
Programm digital: www.wissenimherzen.mainz.de www.facebook.com/wissenherzen.

VW-Förderinitiative „Experiment!“ unterstützt Forschungsprojekt zu neurobiologischen Auswirkungen von Mobbing

(Mainz, 23. April 2019, br) Die Förderinitiative „Experiment!“ der Volkswagen Stiftung fördert ein Forschungsvorhaben der Universitätsmedizin Mainz zum Thema Mobbing über einen Zeitraum von maximal 1,5 Jahren mit 120.000 Euro. Das Forschungsprojekt des Direktors des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer widmet sich den gesundheitlichen Folgen von Mobbing und potentiellen Präventivstrategien auf neuronaler Ebene. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Welche Auswirkungen hat Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsen im Gehirn? Lassen sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren? Das zentrale Ziel besteht darin, potentielle Ansatzpunkte für molekulare Präventivstrategien zu identifizieren, um mögliche Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression zu vermeiden.

Mobbing ist eine Form des aggressiven Sozialverhaltens, das überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen – sei es beruflich oder privat, sei es offline oder online – auftreten kann. Es kann von Einzel- bis Gruppenmobbing reichen. Der Aggressor agiert dabei über einen längeren Zeitraum, in der Regel über mehrere Wochen oder Monate, wiederholt in feindlicher Absicht. Dabei bringt er ein Machtungleichgewicht zum Ausdruck. Der Versuch des systematischen „Fertigmachens“ oder Kaltstellens kann nonverbal, verbal oder körperlich erfolgen. Derlei Anfeindungen in verschiedenen täglichen Kontexten der sozialen Interaktion können verheerende Folgen für die Gesundheit der Mobbing-Opfer haben: Angst, Depression oder auch ein erhöhtes Selbstmordrisiko.

Welche Moleküle an den Verbindungen zwischen Nervenzellen, den Synapsen, hierbei beteiligt sind, wenn sich diese Form des psychischen Stresses auf das Gehirn niederschlägt, ist wissenschaftlich noch kaum verstanden. Das will Univ.-Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer, Direktor des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz, mit einem neuen Forschungsprojekt ändern. In der von ihm konzipierten Studie „Deciphering synaptic resilience factors in the brain of a bullying mouse model” will er gemeinsam mit den Professoren Marianne Müller und Beat Lutz von der Universitätsmedizin Mainz und dem Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ) Mainz untersuchen, welche Auswirkungen Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsenpopulationen im Gehirn eines entsprechenden Mausmodells hat und ob sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren lassen.

Ansatzpunkt seiner Forschungen ist die These, dass bei fast allen psychischen Erkrankungen die Synapsen im Gehirn fehlerhaft funktionieren. Um zu ergründen, warum dies so ist, will er die molekulare Anatomie der Synapsen, also jene Kontaktstellen, über die die Neuronen im Gehirn miteinander kommunizieren, besser verstehen. Basierend auf diesem Verständnis wäre es ein weiteres Ziel, in der Zukunft molekulare Strategien zu entwickeln, die verhindern, dass sich Mobbing negativ auf neuronale Schaltkreise auswirkt. Somit könnte man potentielle Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression vermeiden.

Mit ihrer Förderinitiative „Experiment!“ will die Volkswagen Stiftung neue Forschungsvorhaben mit ungewissem Ausgang in der Startphase mit bis zu 120.000 Euro unterstützen und Forschern die Chance geben, ihre gewagte Forschungsidee auszutesten. Das Forschungsvorhaben von Professor Schmeißer ist eines von 37 im Rahmen der Förderinitiative „Experiment!“ geförderten und aus 645 eingegangenen Projektanträgen bewilligten Projekten. Maximal 18 Monate hat der Mainzer Wissenschaftler nun Zeit, erste Anhaltspunkte für die Tragfähigkeit seines Konzeptes zu gewinnen. Dazu kann auch gehören, dass das Forschungskonzept unerwartete Ergebnisse zu Tage fördert oder es als solches gänzlich scheitert. Denn auch daraus ließen sich gegebenenfalls Schlussfolgerungen ziehen und Lernerfolge generieren.