Kategorie-Archiv: Gutenberg-Universität Mainz

„Nachtvorlesung für jedermann“ in der Universitätsmedizin Mainz Aktuelle Staffel informiert zum Thema „Leitsymptome – Unheil droht“

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

(Mainz, 15. August 2018, as) Am Donnerstag, den 16. August, geht die Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“ in die nächste Runde. Unter dem Motto „Leitsymptome – Unheil droht“ beleuchten die Dozenten in der aktuellen Staffel unterschiedlichste Krankheitsanzeichen und ihre möglichen Diagnosen. Sie gehen Symptomen wie häufigem Harndrang, Heiserkeit oder Unterbauchschmerzen auf den Grund und geben Anhaltspunkte dafür, wann der Weg zum Arzt die richtige Entscheidung ist. Die kommenden Themenabende finden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei.

Nur etwas vergesslich oder schon dement? Eine leichte Blasenentzündung oder doch ein Tumor? Sogenannte Leitsymptome – also Anzeichen einer bestimmten Erkrankung, die dem Arzt als Orientierungshilfe bei der Diagnosefindung dienen – können auf unterschiedliche Krankheitsentwicklungen hinweisen. Ob Bagatelle oder lebensgefährliche Situation ist dabei häufig schwer zu erkennen. Umso wichtiger ist es, Symptome einschätzen und bewerten zu können – und im Notfall den Arzt zu kontaktieren. Die aktuelle Staffel der Nachtvorlesung sensibilisiert für die „vermeintlichen Zipperlein“ und erklärt, wann diese zu akuten, chronischen oder lebensbedrohenden Problemen werden können.

Zum Auftakt der Veranstaltung am Donnerstag, den 16. August 2018, spricht Univ.-Prof. Dr. Norbert W. Paul, Vorsitzender des klinischen Ethikkomitees, über den Umgang mit lebensbedrohlichen Leitsymptomen. Unter dem Titel „Aus dem Nichts“ macht er auf die kleinen Hinweise des Körpers aufmerksam, die mitunter dramatische Folgen haben können. Aus dem Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie informiert Prof. Dr. Roland Hardt zum Thema Vergesslichkeit. Dr. Angela Kornberger aus der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (HTG), beschäftigt sich mit dem Symptom Harndrang. Wissenswertes zum Thema Blut im Urin erfahren die Hörer der Nachtvorlesung von PD Dr. Wolfgang Jäger aus der Klinik für Urologie und Kinderurologie.

Am Donnerstag, den 23. August 2018, widmet sich Prof. Dr. Axel Methner aus der Klinik und Poliklinik für Neurologie dem Symptom Händezittern. Konkret: Ab wann ist das Zittern der Hand ein tatsächliches Problem? Zum Thema Gelenkschmerzen referiert der Leiter des Schwerpunktes Rheumatologie, Univ.-Prof. Dr. Andreas Schwarting. Er zeigt auf, wann und wo man auf seine Gelenke horchen sollte. Ferner beleuchtet Dr. Kathrin Dohle aus der HTG das Thema Heiserkeit: häufig nur Begleiter eines harmlosen grippalen Infekts, kann sie in Ausnahmefällen das Anzeichen einer erweiterten Brustschlagader sein. Mit dem Symptom Schwerhörigkeit, das keinesfalls ausschließlich altersbedingt auftritt, befasst sich Univ.-Prof. Dr. Christoph Matthias, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik.

Am letzten Abend der aktuellen Staffel, Donnerstag, den 30. August, stehen fünf weitere spannende Themen auf der Agenda: PD Dr. Daniel W. Kauff aus der Klinik für Allgemein- Viszeral- und Transplantationschirurgie nimmt sich in seiner Nachtvorlesung dem Symptom Unterbauchschmerzen an. Der Leiter der internistischen Notaufnahme, Dr. Andreas Fischbach, klärt zum Thema Schüttelfrost auf – ein Syndrom, das durchaus den Weg zum Notarzt erfordern kann. Was bei einer Insektengiftallergie zu berücksichtigen ist, erläutert Prof. Dr. Joachim Saloga aus der Hautklinik. Aus dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin berichten Univ.-Prof. Dr. Fred Zepp zu Hautbefunden im Kindesalter sowie OA Dr. Olaf Beck zu Lymphknotenschwellung bei Kindern. Sie erklären, warum gerade bei Kindern die Diagnose eine besondere Herausforderung darstellt.

Termine der aktuellen Staffel: 16.08.2018, 23.08.2018, 30.08.2018

Die Idee der Revolution und ihre kleinen Schwestern: Rebellion, Revolte, Aufstand

Vorlesung im Rahmen der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2018 zur Vorlesungsreihe:  DAS POLITISCHE DENKEN. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten.

„Die Idee der Revolution und ihre kleinen Schwestern: Rebellion, Revolte, Aufstand“

Referent: Prof. Dr. Herfried Münkler,
Wann: Dienstag, 29. Mai 2018, ab 18:15 Uhr
Wo: Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Veranstalter: Stiftung „Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur“
Webseite: http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/
Programm: http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/909.php
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/382946792116237/

Eintritt: frei
Anmeldung: nicht erforderlich

Informationen zur Veranstaltung:

Mit seinen interdisziplinären Publikationen und intellektuellen Beiträgen wirkt er seit Jahrzehnten in Wissenschaft und Gesellschaft: Prof. Dr. Herfried Münkler ist der Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur im Jahr 2018. Der Berliner Professor für Politikwissenschaft, der den Lehrstuhl für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin innehat, gehört zu den renommiertesten Wissenschaftlern seines Fachs in Deutschland. In seiner Veranstaltungsreihe „Das politische Denken. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten“ im Sommersemester 2018 auf dem Gutenberg-Campus schlägt Münkler eine Brücke von der Politikwissenschaft über die politische Philosophie hin zur Geschichtswissenschaft.

Die weiteren Termine der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur im Überblick:
http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/

Beginn: jeweils 18:15 Uhr im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9

Dienstag, 12. Juni 2018
Der demokratische Verfassungsstaat: Die ordnende Kraft der Verfassung und die Willkür demokratischer Entscheidungen
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 19. Juni 2018
Theorie und Gewalt: Das Denken des Krieges, seine modelltheoretische Hegung und die Sprengkraft von Ideen und Innovationen
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 26. Juni 2018
Politik und Religion
mit Gastredner Prof. Dr. Ulrich Willems, Professor für Politische Theorie und Religion und Politik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Dienstag, 3. Juli 2018
Ein Leben in der / für die Politik
Prof. Dr. Herfried Münkler im Gespräch mit Dr. Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

Uni-Mainz: Auftakt der Vorlesungsreihe „DAS POLITISCHE DENKEN“ zur politischen Ideengeschichte von Prof. Dr. Herfried Münkler, Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2018

Vielleicht nicht ganz zufällig startet die Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität  im Karl-Marx-Jahr eine Vorlesungsreihe zur politischen Ideengeschichte und den großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten. Hierzu hat sie den renommierten Berliner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler  gewinnen können.  Er ist der diesjährige Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur. Mit seiner Antrittsvorlesung „Was ist und zu welchem Zweck betreibt man politische Ideengeschichte?“ eröffnet er am Dienstag, 17. April 2018 im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9 (https://www.facebook.com/events/382946792116237) die  Vorlesungsreihe.

Mit seinen interdisziplinären Publikationen und intellektuellen Beiträgen wirkt er seit Jahrzehnten in Wissenschaft und Gesellschaft.  Der Berliner Professor für Politikwissenschaft, der den Lehrstuhl für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin innehat, gehört zu den renommiertesten Wissenschaftlern seines Fachs in Deutschland. Einige seiner zahlreichen Veröffentlichungen wie „Die Deutschen und ihre Mythen“ (2009), ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, oder „Der große Krieg. Die Welt 1914 bis 1918″ (2013), für das er den Friedrich-Schiedel-Literaturpreis erhielt, gelten nicht nur als Standardwerke in der Wissenschaft, sondern erreichen auch ein breites Publikum.

Auch in seiner Veranstaltungsreihe „DAS POLITISCHE DENKEN. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten“ im Sommersemester 2018 auf dem Gutenberg-Campus wird Herfried Münkler eine Brücke von der Politikwissenschaft über die politische Philosophie hin zur Geschichtswissenschaft schlagen. In zehn Abendveranstaltungen sollen hier zentrale Themen und Stationen des Nachdenkens und Vordenkens über das Politische beschrieben werden – keineswegs nur in historischer Absicht, sondern auch mit dem Ziel, daraus Fingerzeige und Hinweise für den Umgang mit gegenwärtigen Herausforderungen zu gewinnen. Münkler wird sich mit Fragen nach dem Staat und seiner Räson, Imperien und ihrem Anspruch auf Weltherrschaft, nach Tyrannis und Diktatur, Krieg und neuen Kriegen und nicht zuletzt nach der ordnungsstiftenden Kraft der Verfassung auseinandersetzen. Zum Abschluss der Reihe am 3. Juli 2018 wird Bundespräsident a.D. Dr. Joachim Gauck für ein Gespräch zum Thema „Ein Leben in der / für die Politik“ erwartet. Die interessierte Öffentlichkeit sowie die Medien sind herzlich eingeladen.

Herfried Münkler ist Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Politische Theorie und Ideengeschichte, Theorie und Geschichte des Krieges sowie Risiko und Sicherheit. Einige seiner Veröffentlichungen hierzu gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa „Die neuen Kriege“ (2002), „Imperien“ (2005), „Die Deutschen und ihre Mythen“ (2009) und „Der Große Krieg“ (2013). Erst kürzlich ist sein Buch „Der Dreißigjährige Krieg. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648“ (2017) erschienen. Gemeinsam mit Marina Münkler verfasste er mehrere Bücher, zuletzt „Die neuen Deutschen – Ein Land vor seiner Zukunft“ (August 2016). Für sein Werk erhielt Herfried Münkler zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse (2009), den Meyer-Struckmann-Preis der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2009) sowie den Friedrich-Schiedel-Literaturpreis (2016). Von 2016 bis 2017 war er Carl Friedrich von Siemens Fellow bei der Siemens-Stiftung München.

Die Stiftung „Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur“

Eingerichtet hat die Vereinigung der Freunde der Universität Mainz e.V. die Stiftung „Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur“ aus Anlass des 600. Geburtstags von Johannes Gutenberg im Jahr 2000. Inhaber der Stiftungsprofessur waren der Kulturhistoriker und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Fritz Stern (2000), der führende Vertreter der Evolutionsbiologie und Pionier der Soziobiologie Bert Hölldobler (2001), der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (2002), der ehemalige Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Wolfgang Frühwald (2003), der ehemalige Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Klaus Töpfer (2004), der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka (2005), der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger (2006), der Immunologe Fritz Melchers (2007), der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma (2008), Karl Kardinal Lehmann (2009), die Neuropsychologin und Kognitionswissenschaftlerin Angela D. Friederici (2010), der Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Gottfried Boehm (2011), der Paläoanthropologe Friedemann Schrenk (2012), der Finanzwissenschaftler Gerold Krause-Junk (2013), der Physiker Christof Wetterich (2014), die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann (2015), der Biopsychologe Onur Güntürkün (2016) sowie der Informatiker Wolfgang Wahlster (2017).

Die Termine der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur im Überblick:
„DAS POLITISCHE DENKEN. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten“
http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/

Beginn: jeweils 18:15 Uhr im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft I, Jakob-Welder-Weg 9
https://www.facebook.com/events/382946792116237/

Dienstag, 17. April 2018
Was ist und zu welchem Zweck betreibt man politische Ideengeschichte?
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 24. April 2018
Der Staat und seine Räson. Über Interessen, Werte und rechtlich-ethische Selbstbindungen in der Politik
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 8. Mai 2018
Das Mosaik der Staaten und die Ordnung des Imperiums. Zwei Theoriemodelle mit historischen Beispielen
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 15. Mai 2018
Die Idee der Nation und deren überaus ambivalente Folgen: Heroische Opferbereitschaft und/oder solidarischer Zusammenhalt
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 22. Mai 2018
Tyrannis, Diktatur und andere Formen repressiver (Un-)Ordnung. Gegenentwürfe zum demokratischen Rechtsstaat
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 29. Mai 2018
Die Idee der Revolution und ihre kleinen Schwestern: Rebellion, Revolte, Aufstand
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 12. Juni 2018
Der demokratische Verfassungsstaat: Die ordnende Kraft der Verfassung und die Willkür demokratischer Entscheidungen
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 19. Juni 2018
Theorie und Gewalt: Das Denken des Krieges, seine modelltheoretische Hegung und die Sprengkraft von Ideen und Innovationen
Prof. Dr. Herfried Münkler

Dienstag, 26. Juni 2018
Politik und Religion
mit Gastredner Prof. Dr. Ulrich Willems, Professor für Politische Theorie und Religion und Politik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Dienstag, 3. Juli 2018
Ein Leben in der / für die Politik
Prof. Dr. Herfried Münkler im Gespräch mit Dr. Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

Expedition Vielfalt – Neues Sonntags-Programm für Kinder in der Grünen Schule im Botanischen Garten

Foto/©: Ute Becker, JGU
Foto/©: Ute Becker, JGU

 Expedition Vielfalt –  die Grüne Schule im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) lädt ein zu einem neuen Sonntags-Programm für Kinder: Ab Sonntag, 15. April, können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren an insgesamt sechs Terminen bis zu den Sommerferien die Pflanzen- und auch Tierwelt im Botanischen Garten der JGU erforschen.

Der Botanische Garten ist sonntags ab 11.00 Uhr ein beliebtes Ausflugsziel für viele Mainzerinnen und Mainzer, die dann an einer kurzweiligen Führung zu unterschiedlichen botanischen Themen teilnehmen können. Kinder sind zu diesen Terminen zwar auch willkommen, das Programm ist aber doch eher auf Erwachsene abgestimmt. Dies wird sich in dieser Saison ändern. Das Sonntagsprogramm wird durch eine Reihe an Nachmittagsveranstaltungen speziell für Kinder ergänzt. So vielfältig wie die Pflanzenwelt, so vielfältig ist das neue Programm, was die Mitarbeiterinnen der Grünen Schule im Botanischen Garten alle zwei Wochen jeweils sonntags zwischen 14 und 16 Uhr anbieten. Ob praktische Gartenarbeit im Frühling, Heilpflanzen oder Energiepflanzen, alles wird hier mit kleinen Experimenten und vielen Dingen zum Selbstentdecken untersucht. Auch eine Gartenrallye mit dem Tablet mit kniffeligen Fragen zu den Überlebenstricks der Pflanzen oder ein Exkurs zur Tierwelt, nämlich zur faszinierenden Welt der Libellen, stehen auf dem Programm. Besonders begehrt ist der Termin am 29. April: Hier werden fleischfressendePflanzen unter die Lupe genommen. An diesem Termin sind nur noch wenige Plätze frei.

Alle Kinder, die neugierig sind und gern selbst auf Entdeckungsreise gehen, sind bei der Expedition Vielfalt genau richtig. Kinder, die an allen sechs Terminen teilnehmen, bekommen eine Auszeichnung zum „Pflanzenvielfaltsexperten“. Die Teilnahmegebühr beträgt 3,00 Euro pro Termin. Eine Anmeldung ist erforderlich und z.B. unter http://www.botgarten.uni-mainz.de/ExpeditionVielfalt.php möglich. Eltern können sich in der Zeit, in der die Angebote stattfinden, am Stand des Freundeskreises des Botanischen Gartens mit Informationen und Getränken versorgen.

Termine 2018 (jeweils 14:00-16:00 Uhr)
Sonntag, 15. April 2018 | Ab in den Frühling – Gärtnern und mehr
Sonntag, 29. April 2018 | Megahungrig – Fleischfressende Pflanzen
Sonntag, 13. Mai 2018 | Pflanzen Power – Power aus Pflanzen
Sonntag, 27. Mai 2018 | Gewürz- und Heilkräuter mit allen Sinnen erleben
Sonntag, 10. Juni 2018 | Fühlparcours – Mit einem Tablet und allen Sinnen quer durch den Garten
Sonntag, 24. Juni 2018 | Aus dem Wasser in die Luft – Das geheimnisvolle Leben der Libellen

March for Science 2018: Auch Frankfurt/Rhein‐Main am 14. April  wieder beim weltweiten Marsch für die Wissenschaft dabei

Frankfurter March for Science 2017. © Foto: Diether v. Goddenthow
Frankfurter March for Science 2017. © Foto: Diether v. Goddenthow

Am 14. April gehen wieder weltweit Menschen auf die Straße, um für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung sowie deren Bedeutung als Grundlage unserer offenen und demokratischen Gesellschaft zu demonstrieren. In Deutschland sind aktuell in 16 Städten und Regionen Veranstaltungen im Rahmen des March for Science geplant. Eine davon ist Frankfurt/Rhein‐Main.

Der March for Science ist eine internationale Bewegung mit dem Ziel, die Freiheit der Wissenschaft zu verteidigen. Die weltweiten Demonstrationen und sonstigen Events setzen ein Zeichen gegen jede Einschränkung der Freiheit von Forschung und Lehre. Wir in Deutschland sind zwar in der glücklichen Situation, dass unsere Freiheit nicht so direkt bedroht ist wie in vielen anderen Ländern. Aber auch wir haben allen Grund, wachsam zu sein und Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegenzutreten: Das Beispiel USA zeigt, wie schnell sich Dinge radikal ändern können. Und dieWissenschaft in Deutschland und Europa sieht sich aktuell einem zunehmenden Vertrauensschwund gegenüber.

Demokratiefeindliche Kräfte versuchen, daraus politisches Kapital zu schlagen.

Nach dem aktuellen Planungsstand sind in Frankfurt nach einem kurzen Auftakt um 13 Uhr an der Bockenheimer Warte ein Marsch durch die Innenstadt und eine Kundgebung um 16 Uhr auf dem Römerberg geplant. Eine anschließende Science Arena, ebenfalls auf dem Römerberg, lädt zum Gespräch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein, den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion im nahe gelegenen Haus am Dom, bei der es um die Rolle und Bedeutung der Universität in der heutigen Forschungslandschaft  geht.
Den aktuellen Planungsstand sowie die Namen der bereits bestätigten Rednerinnen und Redner finden Sie auf unserer lokalen Webseite: https://marchforscience.de/auch‐in‐deiner‐stadt/frankfurt‐rhein‐main/

Website: marchforscience.de/auch‐in‐deiner‐stadt/frankfurt‐rhein‐main/
Twitter: @ScienceMarchFFM
Facebook: ScienceMarch Frankfurt‐am‐Main

Unterstützende Einrichtungen in Frankfurt:
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI)
Deutsche Physiologische Gesellschaft (DPG)
EXPERIMINTA ScienceCenter FrankfurtRheinMain
Frankfurt University of Applied Sciences
Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V. (GBM)
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
Goethe‐Universität Frankfurt
Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON)
House of Finance, Goethe‐Universität Frankfurt
ISOE ‐ Institut für sozial‐ökologische Forschung
Leibniz Institut Hessische Stiftung Friedens‐ und Konfliktforschung
Physikalischer Verein ‐ Gesellschaft für Bildung und Wissenschaft
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Rhein‐Main und/oder Hessen:
Justus‐Liebig‐Universität Gießen, Gießen
Philipps‐Universität Marburg,
Technische Universität Darmstadt
Gutenberg‐Universität Mainz
Max‐Planck‐Institut für Chemie, Mainz
Science Bridge e.V., Kassel
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Darmstadt

Bundesweit wird der Science March von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen unterstützt:
https://www.helmholtz.de/fileadmin/user_upload/Stellungnahme_Allianz‐March‐for‐Science.pdf

Die vollständige Liste aller Unterstützer des Science March Deutschland (Institutionen und Personen): http://marchforscience.de/unterstuetzer/

„Franz Kafka als Patient“ Vorlesung der Medizinischen Gesellschaft Mainz am 07. März 2018

Download(Mainz, 02. März 2018, as) Der nächste Themenabend der Medizinischen Gesellschaft Mainz am 07. März richtet den Fokus auf Franz Kafka, einen der meistgelesenen und bedeutendsten Literaten des 20. Jahrhunderts. Der Referent des Abends, Kafka-Biograph Dr. Reiner Stach aus Berlin, führt in seinem Vortrag aus, wie schwierig der an Tuberkulose leidende Kafka als Patient war und wie sehr er seinen Ärzten misstraute. Moderatorin des Abends ist Univ.-Prof. Dr. Mechthild Dreyer, ehemalige Vizepräsidentin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Der Themenabend beginnt um 19.15 Uhr.
Er findet statt im Hörsaal Chirurgie (Gebäude 505H) der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Der Referent des Abends Dr. Reiner Stache hat die erste umfassende Kafka-Biografie in deutscher Sprache verfasst. Sie ist die bei weitem detailreichste Schilderung von Kafkas Lebenswelt und stellt ausführlich dar, wie sich seine literarische Produktivität entwickelt hat. Für dieses Werk verlieh ihm die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz 2016 den Joseph-Breitbach-Preis.

Wie kaum ein anderer Schriftsteller um 1900 war Franz Kafka (1883-1924) davon überzeugt, dass sich die Schulmedizin in einer Sackgasse befindet. Weit mehr leuchteten ihm die Lehren der Lebensreform und ihrem Streben nach dem Naturzustand sowie die Lehren der Naturheilkunde ein, die er in verschiedenen Sanatorien auch körperlich erprobte. Doch als er mit 34 Jahren an Tuberkulose erkrankte, wurden diese Überzeugungen auf eine harte Probe gestellt. In der Folge entwickelte Kafka sich zu einem eigensinnigen Patienten, dem es wichtiger war, die Hintergründe seiner Krankheit zu verstehen als seine Medikamente zu nehmen. Im Rahmen des Themenabends schildert Stach, wie Kafka bis zum Tode um die Deutung seiner Krankheit kämpfte.

Stars der Mainzer Fastnacht danken Unimedizin-Mitarbeitern mit einer Sondersitzung für ihr Patienten-Engagement

Die Sondersitzung für die Mitarbeiter der Universitätsmedizin Mainz fand am Donnerstag, 18. Januar, ab 18.33 Uhr im Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses zu Mainz statt. Hier beim Einzug der Garden und des Komitees.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Sondersitzung für die Mitarbeiter der Universitätsmedizin Mainz fand am Donnerstag, 18. Januar, ab 18.33 Uhr im Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses zu Mainz statt. Hier beim Einzug der Garden und des Komitees.© Foto: Diether v. Goddenthow

Zum fünften Mal feierte die Universitätsmedizin Mainz mit vielen Stars der Mainzer Fastnacht gestern Abend ihre „Prunk-Sondersitzung“ im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz. Die Stimmung war von Anfang an grandios im vollbesetzten Saal. Statt mit Skalpell oder Fieberthermometer waren Ärzte und anderes Klinikpersonal mit Luftschlangen und – getreu dem Motto der diesjährigen Kampagne „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“ – mit Wirbelmond ausgestattet. Musikalisch führte die MCV-Hofkapelle mit fetzigen Stimmungs-Rhythmen durchs riesige Programm.

© Foto: Diether  v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Der abwechslungsreiche Abend brachte beste närrische Unterhaltung mit den Aktiven der Meenzer Fassenacht. Nach Stimmungsliedern und akrobatischem Eröffnungs-Rock’n’Roll der Tanzschule Manfred S. begrüßte Professor Dr. Norbert Pfeiffer mit einem humoristischen Prolog all die vielen fantasievoll verkleideten Uni-Mitarbeiter, die Tänzerinnen, Gardisten und tollen Redner, unter anderem: das MCV-Ballett, die Jazztanzgruppe Dienheim, Rüdiger Schlesinger als „Red Acteur“, Sabine Pelz mit ihrer „akademischen Sonderführung“, Hansi Greb als „Hobbes in Rom“, die Mainzer Klinik-Athleten, Jürgen Wiesmann alias Ernst Lustig als „Opa wider Willen“, „Nachtwächter“ Adi Guckelsberger, Alexander Leber im Duett mit Professor Vahl und Andreas Schmitt in seiner Paraderolle als Obermessdiener  sowie viele andere Aktive. Das Finale bestritten mit „Jetzt sind wir hier“, „Sassa“, „So ein Tag“ und weiteren Ohrwürmern die Mainzer Hofsänger gemeinsam mit dem Hofballett.

© Foto: Diether  v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Ein paar Highlights im Einzelnen
Zu den besonderen Highlights des Abends zählten die Eröffnungs-Rock’n’Roll-Darbietungen der Tanzschule Manfred S. sowie die Ingelheimer Konfettis und die erst als Toreros und dann als Spanierinnen kostümierten Sweet Honeys aus Dienheim, die als amtierender Rheinland-Pfalz-Meister und Deutscher Meister 2017 Jazztanz mit akrobatischen Einlagen auf die Bühne brachten. Sie sorgten mit Musik und Tanz immer wieder für Stimmung zwischen den Vorträgen. Die Büttenreden hatten es in sich. Gemäß der Mainzer Tradition der politisch-literarischen Fastnacht ging es um all die Themen, die uns aktuell im Großen wie im Kleinen bewegen. Sabine Pelz als Chefhostess der Stadt Mainz widmete sich dem Pflegefall Mainzer Rathaus, Rüdiger Schlesinger vom Carneval Club Weisenau ließ seinen Red Acteur in teils gesungenen Versen gegen nationale und internationale Politik spötteln und machte auch vor den Sondierungsgesprächen der Parteien in Berlin nicht Halt. Zu Trump fiel ihm ein: „nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber“, und Merkel sei „reif fürs Update“

Mitreißende Rock'n Roll-Darbietung im 50er-Jahre-Look der Tanzschule Manfred S Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Mitreißende Rock’n Roll-Darbietung im 50er-Jahre-Look der Tanzschule Manfred S
Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Adi Guckelsberger von den Bohnebeiteln aus Mombach hatte nicht nur den Vorsitz als Sitzungspräsident inne, sondern schlüpfte auch wieder in die Rolle des Nachtwächters, der seine Rede im typisch schleppenden Tempo vortrug und die gereimten Pointen oft vom Publikum ergänzen ließ. Als die Begeisterung ihrem Höhepunkt entgegensteuerte, durfte ein Favorit der Meenzer Fassenacht nicht fehlen: Andreas Schmitt von den Eiskalten Brüdern aus Gonsenheim begrüßte die johlenden Narrhallesen in seiner Glanzrolle als Obermessdiener vom Hohen Dom zu Mainz mit einem kräftigen „Helauluja“. Dann brachte er vom Foulspiel beim Fußball über seinen Chef, den neuen Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, Sticheleien gegen Finthen, die AfD und den blonden „Trottel aus de Palz“ bis hin zu den Planungen zu dem höchst umstrittenen, ihn an einen Bunker erinnernden Erweiterungsbau des Mainzer Gutenberg-Museums alles aufs Tableau, was gerade aktuell ist. Die Botschaft des Obermessdieners war am Ende ein leidenschaftliches Plädoyer für Demokratie und Freiheit. Damit erntete er Standing Ovations, bevor das Finale des Fastnachtsabends traditionell von den Mainzer Hofsängern bestritten wurde.

Mit diesem gut viereinhalbstündigen erstklassigen Programm der Mainzer Fastnacht bedankten sich die Mitwirkenden für das große Engagement der Beschäftigten der Universitätsmedizin Mainz zum Wohl der Patienten. Alle Aktiven engagieren sich hier ehrenamtlich. Im Gegenzug nahmen die Fassenachter die echte Mainzer Fastnachtswährung Weck, Worscht und Woi entgegen und freuten sich über den einen oder anderen Gutschein der Sponsoren. Organisiert hat die Sitzung der Mainzer Carneval-Verein MCV in Zusammenarbeit mit den Eiskalten Brüdern Gonsenheim.

(Diether v. Goddenthow /Jutta Ziegler – Rhein-Main.Eurokunst)

3.500 Besucher auf Jubiläumsveranstaltung zum 10-Jährigen Bestehen der Gutenberg-Gesundheitsstudie in Mainzer Rheingold-Halle

Prominent besetztes Podium beim großen Gesundheits-Quiz, moderiert von Lisa Ruhfus (mitte). v.li.n.r.: Expertenrunde der leitenden Professoren der Gutenberg-Gesundheitsstudie:  Prof. Reinhard Urban, Leiter d. Instituts f. Rechtsmedizin u. Dekan der Unimedizin i.R.; Prof. Manfred Beutel, Direktor d. Poliklinik f. Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie; Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender u. Medizinischer Vorstand sowie Direktor der Augen- und Poliklinik der Unimedizin, Prof. Dr. med. Thomas Münzel, Studieninitiator, Direktor des Zentrum für Kardiologie I; Prof. Dr. med. Karl J. Lackner Direktor des Institutes für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. Ab Mitte das Podium mit den Quizkandidaten v.li.n.r.:Michael Ebling, Mainzer Oberbürgermeister, Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU),Hans-Georg Schnücker , Geschäftsführer Verlagsgruppe Rhein Main, Mainz; Rouven Schröder, hauptamtliches Vorstandsmitglied des Bundesligisten 1. FSV Mainz 05; Andreas Schmitt, Sitzungspräsident der Fastnachtssitzung "Mainz bleibt Mainz", sowie zwei Saalkandidaten. Foto: Diether v. Goddenthow
Prominent besetztes Podium beim großen Gesundheits-Quiz, moderiert von Lisa Ruhfus (mitte). v.li.n.r.: Expertenrunde der leitenden Professoren der Gutenberg-Gesundheitsstudie: Prof. Reinhard Urban, Leiter d. Instituts f. Rechtsmedizin u. Dekan der Unimedizin i.R.; Prof. Manfred Beutel, Direktor d. Poliklinik f. Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie; Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender u. Medizinischer Vorstand sowie Direktor der Augen- und Poliklinik der Unimedizin, Prof. Dr. med. Thomas Münzel, Studieninitiator, Direktor des Zentrum für Kardiologie I; Prof. Dr. med. Karl J. Lackner Direktor des Institutes für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin.
Ab Mitte das Podium mit den Quizkandidaten v.li.n.r.:Michael Ebling, Mainzer Oberbürgermeister, Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU),Hans-Georg Schnücker , Geschäftsführer Verlagsgruppe Rhein Main, Mainz; Rouven Schröder, hauptamtliches Vorstandsmitglied des Bundesligisten 1. FSV Mainz 05; Andreas Schmitt, Sitzungspräsident der Fastnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz“, sowie zwei Saalkandidaten. Foto: Diether v. Goddenthow

Auf einer großen Jubiläumsveranstaltung zum 10-Jährigen Bestehen der Gutenberg-Gesundheitsstudie/Gutenberg Health Study (GHS) wurden gestern Abend in der Mainzer Rheingold-Halle  bei einer Standortbestimmung und einen Gesundheits-Quiz erste Ergebnisse vorgestellt. 

Labormedizin - Foto: Diether v. Goddenthow
Labormedizin – Foto: Diether v. Goddenthow

Die  Gutenberg-Gesundheitsstudie/Gutenberg Health Study (GHS)  ist die weltweit größte Bevölkerungsstudie ihrer Art. Über 15.000 repräsentativ ausgewählte Frauen und Männer im Alter zwischen 34 und 74 Jahren aus der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen sind in die Studie eingeschlossen. Die zentrale Fragestellung der  interdisziplinären Gutenberg-Gesundheitstudie(GHS), die seit 2007 an der Universitätsmedizin Mainz durchgeführt wird, lautet: Was hält gesund und was führt zur Entstehung von Krankheiten?  Auf den Prüfstand kamen und kommen (die Studie läuft bis mindestens 2022 weiter) dabei alle wichtigen Organe des Körpers sowie auch Persönlichkeits- und Sozialfaktoren: „Das geht von Herzschwäche bis Arteriosklerose, von Augenerkrankungen bis Bluthochdruck und von Diabetes bis zu Störungen der Nierenfunktion“, sagt Prof. Dr. med. Philipp Wild, Leiter der Gutenberg-Gesundheitsstudie.

Prof. Dr. med. Philipp Wild, Leiter der Gutenberg-Gesundheitsstudie.Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. med. Philipp Wild, Leiter der Gutenberg-Gesundheitsstudie.Foto: Diether v. Goddenthow

Prof. Wild stand gestern Abend der Moderatorin Lisa Ruhfus Rede und Antwort. Wild dankte allen Mitwirkenden und Ermöglichern der Gutenberg-Gesundheitsstudie. Er stellte die Studienleiter der beteiligten Institute der Unimedizin Mainz mit ihren Funktionen und Fachgebieten vor und begrüßte sie zudem als Experten des (Quiz-)Abends. Hier mussten die – prominenten – Kandidaten  – antworten auf zahlreiche knifflige Fragen geben, etwa wer die meisten Gene habe, der Wasserfloh, Mensch, Gemüsekohl oder die Fruchtfliege. Niemand hat die richtige Antwort gewusst, dass nämlich der Gemüsekohl mit 100 000 Genen herausragt, gegenüber 31 000 beim Wasserfloh, 23 000 beim Menschen und 3.500 Genen bei der Fruchtfliege. Unbekannt war auch, dass 50 Prozent des menschlichen Erbgutes identisch ist mit dem einer Banane, und dass mit höherer Bildung (nicht Intelligenz) auch die Kurzsichtigkeit zunehme.

Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik. Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik. Foto: Diether v. Goddenthow

Wenn sich Kinder täglich zwei Stunden lang ohne Smartphone in der freien Natur mit Blick in die Ferne bewegten, könnte einer verhaltensbedingten Kurzsichtigkeit  durch zu viel Lesen, Samartphone- und PC-Arbeit (die ursächlich stärker als genetische Faktoren zu Kurzsichtigkeit  führten) wirksam vorgebeugt werden, so  Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik.

Mit einer Pilotstudie fing alles an

Einer der 15 000 Teilnehmer, hier beim modellhaften Blutdruckspiel mit Handpumpe. Foto: Diether v. Goddenthow
Einer der 15 000 Teilnehmer, hier beim modellhaften Blutdruckspiel mit Handpumpe. Foto: Diether v. Goddenthow

Zunächst war das Ziel der Gutenberg-Studie, Herz- und Gefäßerkrankungen besser zu erforschen, doch eine Pilotstudie 2005, die mit 1800 Probanden gestartet wurde, weckte das Interesse weiterer Disziplinen, so dass die Studie um Erkrankungen von Stoffwechsel- und Immunsystem, Psyche, Lunge, Augen, Gehör, Haut und Krebs-Ursachenforschung erweitert wurde, so Professor Wild, Leiter Präventive Kardiologie und Medizinische Prävention Leiter Klinische Epidemiologie, CTH. Intention der Studie war und ist es, die Einflussfaktoren auf die Gesundheit, die Entstehung und den Verlauf von Erkrankungen besser zu verstehen, um mit den vertieften und neuen Erkenntnissen die Diagnostik, Therapie, Prognose und Prävention von Krankheiten zu verbessern. Das Besondere der Studie sei nicht nur, über so einen langen Zeitraum mit einer so großen Zahl freiwilliger Probanden arbeiten zu können. Auch die Tiefe der erfassten Daten pro Person sei bedeutend: über Vorerkrankungen, Genetik, Molekular-Profil, Persönlichkeitsstruktur bis hin zu Lebens- und Umwelt-Faktoren (z.B. Stress  in Familie, Arbeitsplatz oder durch Lärm) , Haushaltseinkommen, Hobby, Beruf etc.

Informationsaustausch mit Experten der Gutenberg-Gesundheitsstudie. Foto: Diether v. Goddentho
Informationsaustausch mit Experten der Gutenberg-Gesundheitsstudie. Foto: Diether v. Goddentho

Zur Erhebung der umfassenden Gesundheitsdaten wurden die Studienteilnehmer  nicht nur eingangs, sondern in regelmäßigen Abständen untersucht. Nur so ist eine Querschnittstudie möglich und aussagefähig. Die – anonymisiert weiterverarbeiteten – Gesundheitsdaten wurden/werden von Wissenschaftlern aller Disziplinen genutzt und ausgewertet. Allein 2016 wurden 123 Publikationen – von der Kongress-Präsentation über Fachzeitschriften- und Buchbeiträge bis hin zum Eingang in Behandlungsleitlinien – veröffentlicht.

Anlässlich des 10-Jährigen Bestehens der GHS kamen gestern Abend gut 2000 Studienteilnehmer und weitere 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Industrie, Medizin und Unterhaltung in die Mainzer Rheingoldhalle. Foto: Diether v. Goddenthow
Anlässlich des 10-Jährigen Bestehens der GHS kamen gestern Abend gut 2000 Studienteilnehmer und weitere 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Industrie, Medizin und Unterhaltung in die Mainzer Rheingoldhalle. Foto: Diether v. Goddenthow

Erste Ergebnisse
Während des unterhaltsamen Gesundheits-Quiz blickten zwischen den einzelnen Fragenblöcken die Leiter der Gutenberg-Gesundheitsstudie in kleinen Interviews  und Statements  auf die seit 10 Jahren geleistete Arbeit und  Ergebnisse der Gutenberg-Gesundheitsstudie zurück: Man habe Genorte identifizieren können, die mit dem Auftreten von Krankheiten wie Herzschwäche, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Augenerkrankungen in Zusammenhang stehen, was für die Entwicklung von Medikamenten und Diagnose-Tests wichtig sei.

Professor Manfred Beutel, Direktor der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.Foto: Diether v. Goddenthow
Professor Manfred Beutel, Direktor der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.Foto: Diether v. Goddenthow

Beispielweise konnte für den Troponintest gezeigt werden, einen Herzinfarkt statt in sechs nun in drei Stunden ausschließen zu könnnen. Es konnte der Zusammenhang von Lärmbelästigung und Angst und Depression einerseits, der Beitrag unterschiedlicher Lärmquellen zu der Lärmbelästigung andererseits nachgewiesen werden, etwa eine starke Zunahme von Depression und Angst mit steigender Lärmbelästigung, was aber auch zur Erhöhung von Blutdruck und anderen mit Stress in Verbindungen stehen Erkrankungen führen kann.
Bei extremer Lärmbelästigung seien, so Studienleiter Prof. Dr. Manfred Beutel von der Klinik für Psychosomatische Medizin, Depression und Angst immerhin doppelt so häufig wie bei geringer Lärmbelästigung.

Prof. Dr. med. Thomas Münzel, Herz-Kreislauf-Spezialist initiierte die Studie. Foto: Diether v. Goddenthow
Prof. Dr. med. Thomas Münzel, Herz-Kreislauf-Spezialist initiierte die Studie. Begründer der Mainzer Herzstiftung etc. Foto: Diether v. Goddenthow

„Nachdem wir zeigen konnten, dass Lärm das Herz-Kreislaufsystem schädigt, werden wir diese Befunde zum Anlass nehmen, in den weiteren Nachuntersuchungen der Gutenberg Gesundheitsstudie die Zusammenhänge zu Lärmbelästigung und den psychischen Erkrankungen noch genauer zu prüfen, so Prof. Dr. Thomas Münzel, einer der Initiatoren und Mitautor der Studie. Lärmbelästigung sei ein international anerkannter Indikator für die Gesundheitswirkung von Lärm. So beinträchtigten Genervtheit, Ärger, Erschöpfung und Stresssymptome durch Lärm auf Dauer Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Darüber hinaus konnten sich die Gäste während der gesamten Veranstaltung ab 17.30 Uhr  im Foyer der Rheingold-Halle bei fetziger Musik, Wein, Weck , Brezel und Worscht zugunsten der Mainzer Herzstiftung  an den zahlreichen Infoständen nochmals über die medizinischen Disziplinen, Untersuchungsmethoden und Datensicherheit  informieren und/oder von Experten beraten lassen.

(Diether v. Goddenthow/ Rhein-Main.Eurokunst)

Siehe auch:
Gutenberg-Gesundheitsstudie
Präventive Kardiologie
Mainzer Herzstiftung (hatte die Jubiläumsveranstaltung unterstützt)

„Nachtvorlesung für jedermann“ in der Universitätsmedizin Mainz ab 31.08.2017 – Aktuelle Staffel informiert über „Allerweltserkrankungen“

(Mainz, 28. August 2017, br) An diesem Donnerstag, 31. August, startet die neue Staffel der Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“. Erkrankungen, die scheinbar alltäglich daherkommen, bilden den aktuellen Themenschwerpunkt. An drei Abenden klären Experten in 14 Vorträgen darüber auf, ab wann es sinnvoll ist, auch bei vermeintlich kleinen Erkrankungen ärztliche Hilfe aufzusuchen, um abklären zu lassen, was hinter den Schmerzen und Symptomen steckt. Die Themenabende der aktuellen Nachtvorlesungsstaffel finden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei.

Haarausfall, ein Husten, der sich als hartnäckig erweist, eine vermeintlich kleine Bissverletzung, unklare Schmerzen im Bein, blaue Lippen oder auch immer wieder auftauchende Rücken- oder Zahnschmerzen – alles Schmerzen und Symptomen, die bei den Betroffenen meist keinen hohen Leidensdruck erzeugen, sondern vornehmlich als lästig empfunden werden. Für die Mediziner sind sie jedoch Warnzeichen: Verbirgt sich dahinter eventuell eine ernsthafte Erkrankung? Deswegen möchte die aktuelle Staffel der Nachtvorlesung darüber informieren, ab wann Patienten auch bei Allerweltserkrankungen besser zum Arzt gehen sollten.

In der Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 31. August 2017, können die Besucher mehr über helle und dunkle Herzschmerzen, unklare Beinschmerzen, blaue Lippen, die Niere sowie über Bluthochdruck und dessen Behandlung mit Elektrotherapie erfahren. Die Referenten sind Dr. Daniel Dohle, Dr. Martin Oberhoffer und Prof. Dr. Bernhard Dorweiler von der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie Prof. Dr. Christoph Kampmann vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und Prof. Dr. Jens Lutz von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Am 7. September handeln die Vorträge vom pulsierenden Bauchschmerz, Leistenschmerzen, andauerndem Husten, Synkope und Schwindel sowie unklarem Haarausfall. Den zweiten Abend gestalten PD Dr. Fritz Dünschede, Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Werner Kneist, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Dr. Oliver Nitsche und Dr. Krystyna Poplawska, beide vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, PD Dr. Eberhard Schulz, Zentrum für Kardiologie I sowie Dr. Anna Sohn, Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Zum Abschluss der aktuellen Staffel am 14. September referieren die Experten Prof. Dr. Georg Bartsch, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Prof. Dr. Philipp Drees und Dr. Eric Hanke, beide Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Prof. Dr. Irene Willershausen, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Universitätsmedizin Mainz zu den Krankheitsbildern gutartige Prostatavergrößerungen, Rückenschmerzen Bissverletzungen und Zahnschmerz.

Termine der aktuellen Staffel: 31.08.2017, 07.09.2017, 14.09.2017

16. Mainzer Wissenschaftsmarkt: Mensch und Umwelt Unseren Planeten Erde verstehen, (be)greifen und bestaunen

WiMa2017(Mainz, 24.08.2017-BL) – Wo gibt es Wolken zum Mitnehmen? Wer schnüffelt gegen den Treibhauseffekt? Was gibt es im virtuellen Ice-Cube-Experiment zu sehen? Und: Was passiert im Dschungelcamp? Am 9. und 10. September 2017 ist wieder Zeit zum Fragen stellen, zum (Be)greifen, Mitmachen und zum Staunen – eben Zeit für den Mainzer Wissenschaftsmarkt, der auf dem Gutenbergplatz wieder seine Zelte aufschlägt. Die rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Mitgliedsinstitutionen der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. zeigen in diesem Jahr rund um das Thema „Mensch und Umwelt“ über 30 Projekte, an denen sie gerade forschen, die sich in der Umsetzungsphase befinden oder sogar schon angewendet werden. Und sie präsentieren dies wieder auf leicht verständliche Art und Weise für alle Besucherinnen und Besucher, ob jung oder alt, ob Laie oder Experte.

„Aktuelle Entwicklungen, wie der Klimawandel oder zunehmende negative globale soziale Auswirkungen unseres Wirtschaftens und Konsumverhaltens, fordern uns heraus, den Umgang mit Ressourcen täglich zu hinterfragen. Hier arbeiten Wissenschaft, Politik und viele weitere Akteure daran, nach Lösungen für einen geringeren Ressourcenverbrauch, wie etwa im Bereich der Kreislaufwirtschaft oder Energieeffizienz, zu suchen“, erklärte Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. „Die Bedeutung unserer Handlungen für die zukünftige Entwicklung unseres Planeten hat die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ mit ihrem Themenjahr 2017 `Mensch und Umwelt´ aufgegriffen und zeigt nun dazu auf dem Wissenschaftsmarkt ein breites Spektrum der Forschungen – aktuell, informativ und spannend“, sagte Professor Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz. Dass die Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger Mensch und Umwelt zu erkunden und sich im Rahmen von Aktionen und Vorführungen zu informieren, gerne wieder von diesen in großer Zahl angenommen wird, darüber sind sich Höfken und Wolf einig.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

„Ich freue mich besonders, dass zu dem Thema ‚Mensch und Umwelt‘ alle Facetten dazu auf dem Wissenschaftsmarkt zum Zuge kommen. So beschreitet die Katholische Hochschule den Pfad von Ethik und Werten und setzt sich mit verschiedenen Begriffen aus der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus auseinander. Dann gibt es natürlich viel zu sehen, woran gerade geforscht wird, wie beispielsweise beim Max Planck-Institut für Polymerforschung mit der Entwicklung von neuartigen mikro- und nanostrukturierten Oberflächen, oder dem Sonderforschungsbereich Spin+X der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der TU Kaiserslautern, dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neuartige Materialien, mit denen zukünftig energieeffizientere und damit umweltschonendere Technologien entwickelt werden können, erforschen. Auch bereits in der Anwendung befindliche Entwicklungen werden präsentiert, unter anderem von der TH Bingen, der Hochschule Mainz oder dem Fraunhofer ICT-IMM“, führt Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz aus und nennt noch ein weiteres, die Vielfalt bereicherndes Projekt: „Schön ist auch, dass wir mit ‚Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt‘ ein Projekt an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft dabei haben, das spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des aktuellen Wissens erlebbar macht.“ Für Professor Muth ist ganz klar: „Mit dem Wissenschaftsmarkt zeigt sich immer wieder die große Stärke unseres Netzwerkes: Leidenschaft für Forschung in Verbindung mit Wissen im Herzen!“

Auch für Michael Ebling, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, ist es wichtig, das enge Miteinander der zahlreichen Beteiligten, welche diese Veranstaltung engagiert mittragen – sowohl die Institutionen mit ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch die überzeugten Sponsoren und Projektpartner – herauszustellen. „Wir danken all jenen, die es erneut ermöglichen, einen vielschichtigen Bereich unserer Stadt auf diese unkonventionelle Weise zu entdecken und näher kennen zu lernen“, freut er sich. Ebling findet es zugleich „großartig“, dass die Landeshauptstadt Mainz beim Thema Mensch und Umwelt mit seinem „Masterplan 100 % Klimaschutz“-Projekt vertreten ist und sich dabei vorgenommen hat, die Abläufe der Weltklimakonferenz verständlicher zu machen und zu zeigen, wie eine Stadt lokale Lösungen anbietet.

Doch das ist lange noch nicht alles an Projekten und Themen zu Mensch und Umwelt, die auf über 800 qm Zeltfläche, gruppiert in vier große und mehrere kleine Zelte, zu sehen sind. Einblicke in Forschung, Umsetzung und Anwendung geben beispielsweise auch das i3mainz (Institut für raumbezogenen Informations- und Messtechnik) / Hochschule Mainz: Es zeigt verschiedene Möglichkeiten der Erfassung, Darstellung und Auswertung digitaler Geländemodelle und stellt sein geographisches Informationssystem (GIS) zur Unterstützung der Vorhersage und Bewältigung einer städtischen Flutkatastrophe vor. Beim Fraunhofer ICT-IMM heißt es „Schnüffeln gegen den Treibhauseffekt“ mit dem Leck-Suchgerät, dessen Helium-Sensor dort entwickelt wurde.

Das begehbare Herz. Foto: Diether v. Goddenthow
Das begehbare Herz. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) bietet auf dem Wissenschaftsmarkt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte rund um das Verständnis zur Entstehung, Entwicklung und Zukunft unseres Planeten. „Die Universität öffnet dabei die Tür zu wissenschaftlichen Projekten, die in der Regel dem außeruniversitären Publikum gar nicht oder nur sehr selten zugänglich sind“, erklärt der Präsident der JGU, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch. „In den Mittelpunkt rücken wir auch unsere Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie beispielsweise mit den Max-Planck-Instituten oder dem Helmholtz-Institut Mainz. Gerade diese Kooperationen gehören zum Kern der Mainzer Forschungskultur und bilden das Fundament des dynamischen Wissenschaftsstandorts Mainz.“ So können mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters PRISMA, des Instituts für Informatik, des Ada Lovelace-Projekts und dem Helmholtz-Institut Mainz natürliche Radioaktivität in der Nebelkammer beobachtet und Neutrinos im virtuellen Ice-Cube-Experiment erlebt werden. Die AG Geophysik und Geodynamik des Instituts für Geowissenschaften der JGU präsentiert eine sehr große Bandbreite ihrer Forschung – von der Deformation der Erde über geothermische Exploration bis zu industriellen Prozessen. „Unsere Forschung ist wichtig, um Naturkatastrophen und mögliche negative Folgen menschlichen Handelns zu vermeiden sowie die Qualität einiger wichtiger Materialien wie Glas zu verbessern“, erläutern die Projektverantwortlichen Beatriz Martínez Montesinos und Linfeng Ding. Zum Thema Versauerung von Ozeanen wirft das NatLab für Schülerinnen und Schüler der JGU einen experimentellen Blick auf die Meere und fragt: „Hängt das CO2-Problem und die Versauerung der Meere zusammen?“

„Die Technische Hochschule (TH) Bingen will die Lebensqualität in der Region verbessern und gleichzeitig den Umweltschutz voranbringen“, erklärt deren Präsident Professor Dr. Klaus Becker. „Dazu gehen wir der Frage nach, wie stark sich die Geräusche der Güterzüge im Mittelrheintal unterscheiden. Gibt es schon einen Fortschritt bei den umgerüsteten Waggons und wie groß ist dieser Effekt?“. Und in einem weiteren Experiment zeigt die TH Bingen, wie Dachbegrünungen das Klima in der Stadt beeinflussen. „Die bewachsenen Dächer tragen dazu bei, die Temperatur in den Städten zu senken und die Klimagase zu absorbieren. Sie können Regenwasser zurückhalten und bieten verschiedenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum“, erläutert Prof. Becker.

Das Thema Umwelthygiene verdeutlicht die Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention/ Universitätsmedizin Mainz der JGU am Beispiel Trinkwasseranalyse. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lassen das Unsichtbare in dem so wichtigen Bestandteil unseres Lebens sichtbar werden. Dem lebenswichtigen Prozess der Blutgerinnung widmet sich das Zentrum für translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) / Universitätsmedizin Mainz der JGU. In anschaulichen Experimenten zeigt es, welche Blutzellen an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt sind. Forscherinnen und Forscher des Instituts für Physik der Atmosphäre / JGU und des Max Planck-Instituts für Chemie (MPI-C) erzeugen Wolken in der Wolkenkammer und zeigen, wie sie so wichtige Informationen für die Klimaforschung und Wettervorhersagen erhalten. Und auch im Dschungelcamp des MPI-C, mitten im brasilianischen Regenwald, werden Wetterdaten sowie Informationen zu Treibhausgasen und Aerosolpartikel für die Klimaforschung gesammelt.

Wie wir Menschen Umwelt nutzen, schützen und auch verändern bzw. dies in der Vergangenheit getan haben, das zeigen das Römisch-Germanische Zentralmuseum, das Naturhistorische Museum, das Landesmuseum Mainz und auch die Akademie der Wissenschaften und Literatur. Last, but not least, lädt das Kooperationsprojekt des Instituts für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Abteilung Theaterwissenschaft der JGU, des Staatstheaters Mainz und des Netzwerks für Urbane Übergänge „Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ zur Spurensuche nach dem Unsichtbaren und Unterschwelligen ein. „Wir wollen unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme aufspüren und nach Zusammenhängen jenseits alltäglicher Wahrnehmung und heutiger Wissensgrenzen suchen“, schwärmen Dr. Annika Wehrle und Malin Nagel, beide federführend für das Projekt.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die feierliche Eröffnung des 16. Mainzer Wissenschaftsmarkts findet am Samstag, 9. September 2017, um 10 Uhr vom Balkon des Staatstheaters aus statt. Mit dabei sind Professor Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, Michael Ebling, der Intendant des Staatstheaters, Markus Müller, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Das Intro zur Eröffnung gestalten Blechbläser des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz unter Leitung von Hermann Bäumer. Vertreter der Presse sind herzlich willkommen.

WEITERE INFORMATIONEN

Öffnungszeiten Wissenschaftsmarkt 2017:
Samstag, 9. September 2017, 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 10. September 2017, 11 bis 18 Uhr

Eröffnung am Samstag, 9. September 2017, 10 Uhr, vor dem Staatstheater

Allgemeine Informationen: Mainzer Wissenschaftsmarkt

 

500 JAHRE REFORMATION – TAG DER OFFENEN TÜR AM SAMSTAG, 9. 9. 2017

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte

Der Tag der offenen Tür 2017 steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Mit Hilfe einer Luther-Box kann auf dem Gutenberg-Platz spielerisch in die Welt Martin Luthers eingetaucht werden. Codes müssen geknackt und Gegenstände kombiniert werden – und am Ende wartet ein Preis, der im IEG-Gebäude abgeholt werden kann.
Dort warten weitere Aktivitäten auf die Besucherinnen und Besucher: mit Hilfe einer Druckpresse kann die Technik des Buchdrucks, der für die Verbreitung der Reformation eine große Rolle spielte, erlernt werden. Weitere Bastelstationen beschäftigen die Kleinen, während sich das IEG mit seiner Bibliothek, dem Stipendiatenwohnheim und seiner Forschung den Großen im Rahmen einer Führung präsentiert.
Welche Rolle die Reformation in Mainz spielte, verraten zwei Stadtführungen.

INTERAKTION
Marktplatz: Luther-Box
Stadtführungen zum Thema Reformation in Mainz
Samstag, 9.9., um 10 Uhr und 11 Uhr.
Treffpunkt: Gutenberg-Statue

ZIELGRUPPE
ab 10 Jahren

DARK MATTERS. DIE DUNKLEN MATERIEN DER STADT

Johannes Gutenberg Universität Mainz | Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Abteilung Theaterwissenschaft
Staatstheater Mainz in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge

„Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ lädt ein zu einer Spurensuche nach dem Unsichtbaren und Unterschwelligen in Mainz. Unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme werden aufgespürt und nachgezeichnet. In Workshops, Stadttouren, Vorträgen, virtuellen Rundgängen, Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen werden die Teilnehmenden zu geladenen Teilchen, die im urbanen und virtuellen Raum fluktuieren. Von verschiedenen physikalischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kräften angezogen und abgestoßen, werden sie Teil des Gewimmels unter den Oberflächen.

PROGRAMM

  • Sa/ So ganztägig (Foyer Staatstheater): Dark Matters – die Ausstellung. Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
  • Sa, 14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Foyer des Staatstheaters): Dark Matters – der Workshop. Unter Leitung der Politikwissenschaftlerin Jacqueline Rudolf gehen die Teilnehmenden des Workshops den Dunklen Materien im gesellschaftlich-politischen Raum nach.
  • So, 14:00 und 16:00 (Treffpunkt: Foyer des Staatstheaters): Dark Matters. Die Tour.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Dark Matters“ finden am 16. und 17.9. im Kino Capitol statt.

INTERAKTION

  • Neugier und Entdeckerlust werden geweckt durch den Blick unter die Oberflächen der Stadt.
  • Das Projekt befindet sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft und macht spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des (aktuellen) Wissens erlebbar.

ZIELGRUPPE
ab Jugendliche

Begleitprogramm

SAMSTAG, 09.09.2017

zu den Marktzeiten

IEG – Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Tag der Offenen Tür zum Thema Reformation
10:00 Stadtführung – Die Rolle der Reformation in Mainz
11:00 Stadtführung – Die Rolle der Reformation in Mainz
Der Treffpunkt ist jeweils die Gutenberg-Statue auf dem Gutenbergplatz

NatLab-Showtime

Dronen-Vorführungen – MAINZER STADTWERKE

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – die Ausstellung.
Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
ganztägig (Foyer Staatstheater)

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – der Workshop.
Unter Leitung der Politikwissenschaftlerin Jacqueline Rudolf gehen die Teilnehmenden des Workshops den Dunklen Materien im gesellschaftlich-politischen Raum nach.
14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Tritonplatz)


SONNTAG, 10.09.2017

NatLab-Showtime

Dronen-Vorführungen – MAINZER STADTWERKE

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – die Ausstellung.
Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
ganztägig (Foyer Staatstheater)

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark MattersTour
14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Foyer Staatstheater)

Landeshauptstadt Mainz MIT Intervention creartiv Köln
Was sind schon 2 Grad?
„Wahl: Wahrheit oder Pflicht“ – das heiße Spiel zum Klimawandel der League of Creative
Interventionists – Köln auf dem Mainzer Wissenschaftsmarkt,
ab 12:00 Uhr in Intervallen

STAATSTHTEATER MAINZ – GROSSES HAUS

19:00 Uhr Physik im Theater | Die dunkle Seite des Universums
Prof. Dr. Laura Baudis | Universität Zürich

Allgemeine Informationen: Mainzer Wissenschaftsmarkt