Kategorie-Archiv: Gutenberg-Universität Mainz

Botanischer Garten der Uni Mainz: Ort der Bildung und Begegnung, Inspiration und Entspannung – jetzt unterm Stiftungsdach

Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow

Stiftung Botanischer Garten Mainz unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung gegründet
Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie von Lehre, Bildung, Natur- und Umweltschutz, Kunst und Kultur am Botanischen Garten der JGU

Unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung wurde eine neue Treuhandstiftung gegründet: Die Stiftung Botanischer Garten Mainz fördert Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Bildung, Natur- und Umweltschutz, Kunst und Kultur am Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Mit den Stiftungsmitteln können insbesondere Vorhaben finanziert werden, die den besonderen Charakter des Botanischen Gartens erhalten und pflegen – als einen Ort, an dem die Ästhetik der Natur erfahrbar ist und das Wissen über die Kulturgeschichte der Pflanzen bewahrt und vermittelt wird. Gefördert werden sollen auch Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt, beispielsweise zum Schutz gefährdeter heimischer Wildpflanzenarten.

„Die Stiftung trägt den stark gewandelten Anforderungen an Botanische Gärten Rechnung, indem sie über Wissenschaft, Forschung und Lehre hinaus auch den Schutz der botanischen Vielfalt und die Wissensvermittlung an eine breite Öffentlichkeit in den Mittelpunkt rückt und damit unserem Anliegen einer Öffnung der Universität nach außen in vorbildlicher Weise gerecht wird“, erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Georg Krausch. „Die Universität ist daher ausgesprochen dankbar für dieses stifterische Engagement. Im Sinne der Stifterin würden wir uns sehr freuen, wenn die Stiftung viele Zustifterinnen und Zustifter gewinnt und sich auf diese Weise zu einer echten Gemeinschaftsstiftung für den Botanischen Garten der Universität entwickelt.“

Die Stifterin Sylvia-Maria Kinder ist eine Alumna der JGU: Die gebürtige Bremerin studierte in Mainz Germanistik und Geschichte. Aus einer Pharmazeuten-Familie stammend, in der Naturheilmethoden und Heilpflanzen stets eine große Rolle spielten, hat Sylvia-Maria Kinder schon früh eine Begeisterung für Natur und Pflanzen entwickelt. So rückte der Botanische Garten der JGU seit Beginn ihres Studiums zunehmend in ihr Blickfeld.

Ort der Bildung und Begegnung, Inspiration und Entspannung

Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow
Impressionen aus dem Botanischen Garten.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Botanische Garten der JGU ist eine wissenschaftliche Einrichtung mit zentralen Aufgaben in der universitären Forschung und Lehre sowie mit einem breit angelegten Bildungsprogramm für alle Altersgruppen. „Hier treffen Pflanzenvielfalt, Natur, Gartengestaltung und bildende Kunst aufeinander und lassen neue Perspektiven entstehen“, betont der Direktor des Botanischen Gartens, Prof. Joachim W. Kadereit, PhD. „Der Garten ist damit nicht nur ein Ort der Wissenschaft und Bildung, sondern mehr denn je auch ein Ort der Begegnung, Inspiration und Entspannung auf dem Gutenberg-Campus, der allen Interessierten offensteht. Wir freuen uns sehr über den Willen der Stifterin, diese Aufgaben, Vorhaben und Programme des Botanischen Gartens mit ihrer Stiftung zu fördern.“

So wird der Stiftungszweck auch verwirklicht durch die Förderung von Bildungsprogrammen des Botanischen Gartens, insbesondere der „Grünen Schule“, oder von kulturellen Veranstaltungen, die den Botanischen Garten als Ort der Begegnung und Kommunikation auf dem Campus stärken.

Den Beirat der neuen Stiftung bilden die Stifterin Sylvia-Maria Kinder, Mainz, Albert Höning, BW-Bank Mainz, Prof. Joachim W. Kadereit, PhD, Direktor des Botanischen Gartens der JGU, Dr. Ralf Omlor, Kustos des Botanischen Gartens der JGU, und Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU.

Aboretum im Botanischen Garten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Aboretum im Botanischen Garten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die Dachstiftung: Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung
Gegründet Ende 2004 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, verwaltet die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung heute über 30 Treuhandstiftungen mit einem Kapital von mehr als acht Millionen Euro, aus dessen Erträgen einschließlich zweckgebundener Spenden im vergangenen Jahr rund 370.000 Euro für Stiftungszwecke eingesetzt wurden. Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen eröffnet die JGU-Stiftung zahlreiche unbürokratische Möglichkeiten innovativen und effizienten Stifterengagements. Über die Form der Mitwirkung, also die Beteiligung durch Spenden, Zustiftungen ohne Mindestbetrag oder die Errichtung einer eigenen Treuhandstiftung, entscheiden die Stifterinnen und Stifter selbst. „Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung macht das Stiften leicht und gewährt viele Vorteile“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der JGU-Stiftung, Helmut Rittgen. „Kompetente Beraterinnen und Berater begleiten den Stiftungsvorgang und helfen bei allen notwendigen Schritten. Darüber hinaus übernimmt die Universitätsstiftung die Stiftungsverwaltung und garantiert eine kompetente Verwaltung des Vermögens.“

Hinterer Garteneingang Aboretum. © Foto: Diether v. Goddenthow
Hinterer Garteneingang Aboretum. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wege in die Zukunft – Wissen stiften
Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung ermöglicht Stiftern, ganz konkret und dauerhaft Projekte in Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftlicher Weiterbildung und Kunstausübung entsprechend ihrer individuellen Lebensziele und Wünsche zu unterstützen. Als eine der größten deutschen Universitäten mit über 31.000 Studierenden und 4.400 Wissenschaftlern in mehr als 100 Instituten und Kliniken bietet die JGU ein attraktives Spektrum von unterstützungswürdigen Projekten quer durch alle Fachrichtungen. Neben der Unterstützung durch Sachmittel für Geräte oder Forschungsvorhaben besteht für die Stifterinnen und Stifter auch die Möglichkeit, mit Investitionen unter anderem in Stipendien, Graduiertenkollegs oder Auslandsaufenthalte den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und junge Talente zu qualifizieren.

Richtfest des Neubaus BioZentrum II: Labor- und Forschungsgebäude bietet zeitgemäße Arbeitswelten

Die Handwerker verlesen den Richtfest-Spruch und stoßen auf eine gute Zukunft für den Neubau des  BioZentrums II, Am Dalheimer Weg, an. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Handwerker verlesen den Richtfest-Spruch und stoßen auf eine gute Zukunft für den Neubau des BioZentrums II, Am Dalheimer Weg, an. © Foto: Diether v. Goddenthow

Moderner Neubau verstärkt die Forschungsinfrastruktur der JGU und komplettiert das Quartier der Natur- und Lebenswissenschaften auf dem Campus

Exzellente Infrastruktur für die lebenswissenschaftliche Forschung: Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) feiert Richtfest des Neubaus BioZentrum II. Das viergeschossige Labor- und Forschungsgebäude wird in einem zweiten Bauabschnitt in direkter Nachbarschaft zum BioZentrum I auf dem Campus der JGU errichtet. Die Kosten für das BioZentrum II mit einer Nutzfläche von rund 6.100 Quadratmetern belaufen sich auf etwa 54 Millionen Euro. Zur Errichtung des BioZentrums II erhielt die JGU wie beim BioZentrum I die Bauherrenfunktion vom Land Rheinland-Pfalz. „Die JGU hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenswissenschaften am Standort Mainz zu stärken. In räumlicher Nähe zum BioZentrum I, zu den beiden Max-Planck-Instituten, dem Helmholtz-Institut Mainz und der Chemie, Pharmazie und Physik der JGU komplettiert das neue Biozentrum II das Quartier der Natur- und Lebenswissenschaften auf dem Gutenberg-Campus“, erklärt Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU.

Richtfest des BioZentrums II der JGU (v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch und Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU
Richtfest des BioZentrums II der JGU (v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch und Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU

„Das Biozentrum II stellt einen Meilenstein für die Weiterentwicklung des Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dar und leistet einen wichtigen Beitrag für die nationale und internationale Sichtbarkeit. Für innovative Forschungsarbeit bieten die neuen Räume hervorragende Bedingungen“, betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Gemeinsam mit der Universität wurden wichtige Neubauten realisiert. Damit gehen wir die notwendige Modernisierung der Infrastruktur auf dem Campus konsequent an. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs werden dabei attraktive Labor- und Forschungsbedingungen, eine hervorragende Betreuung sowie begleitende Vernetzungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten geboten. Die Attraktivität der Lebenswissenschaften der JGU für internationale Spitzenkräfte wird mit diesem Neubau spürbar gesteigert und trägt zur Profilierung des Wissenschaftsstandorts Mainz und Rheinland-Pfalz bei.“

Das BioZentrum II bietet eine moderne Arbeitswelt, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Molekulare Physiologie, der Biochemie sowie des selbstständigen Instituts für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF gGmbH) fördert. „Das neue Labor- und Forschungsgebäude ermöglicht ihnen zeitgemäße Forschung und Lehre auf höchstem international anschlussfähigem Niveau und ist Voraussetzung für hochkarätige Neuberufungen“, so Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie, und Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften. Der Baubeginn des BioZentrums II erfolgte im August 2018; Ende 2020 soll das neue Gebäude in Betrieb genommen werden.

Der Rohbau ist fertig, hier vom "Am Dalheimer Weg" betrachtet.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Rohbau ist fertig, hier vom „Am Dalheimer Weg“ betrachtet. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Neubau untergebracht werden u. a. Labore mit nasspräparativer Arbeitsweise, Auswerteräume, Isotopenlabore, Klimakammern, Büros und zentrale Einrichtungen mit Seminar- und Besprechungsräumen sowie studentische Arbeitsplätze. Analog zum BioZentrum I ist der kompakte, vierstöckige Baukörper klar strukturiert aufgebaut und eröffnet flexible Optionen für die Zukunft. Das zentrale Atrium als kommunikatives Herzstück des Gebäudes bietet auf jeder Ebene Besprechungsräume, Teeküchen und Aufenthaltszonen. Die große Foyertreppe dient mit ihren Sitzstufen als offene Aufenthaltszone über alle Geschosse. Über ein Untergeschoss sind die beiden Bauabschnitte BioZentrum I und II miteinander verbunden. Das neue Gebäude erhält wie das benachbarte BioZentrum I eine vertikale Fassadengliederung aus hellen Ziegelpfeilern und Fensterschlitzen ähnlich einem „Barcode“. Das Richtung BioZentrum I vollflächig verglaste Atrium ermöglicht einen Bezug zwischen beiden Gebäuden.

Im Rahmen der Bauarbeiten für das BioZentrum I wurden die Fundamente eines römischen Aquädukts entdeckt. Für beide Bauabschnitte empfiehlt die Denkmalpflege eine Überbauung und somit Konservierung der Steine im Boden. Daher wurde der Keller in diesem Bereich eingekürzt und die Steine ab Erdgeschoss schadensfrei überbaut.

Zur Errichtung des BioZentrums II hat das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) des Landes Rheinland-Pfalz der JGU wie beim Neubau des BioZentrums I weitreichende Bauherrenaufgaben übertragen. „Die gesteckten Ziele der Einhaltung des Budgets, der termingerechten Fertigstellung sowie der Gewährleistung von optimalen Forschungsbedingungen können hierbei nach gegenwärtigem Stand über das von Land und Universität gewählte Verfahren realisiert werden“, so die Kanzlerin der JGU, Dr. Waltraud Kreutz-Gers.

So soll das fertige neue neues lebenswissenschaftliches Zentrum von der Ostansicht (Botanischer Garten) einmal aussehen. Animation © JGU
So soll das fertige neue neues lebenswissenschaftliches Zentrum von der Ostansicht (Botanischer Garten) einmal aussehen. Animation © JGU

Durch die beiden Bauabschnitte des BioZentrums und das direkt benachbarte und durch die Boehringer Ingelheim Stiftung großzügig geförderte Institut für molekulare Biologie (IMB gGmbH) entsteht ein neues lebenswissenschaftliches Zentrum, zu dem auch das Biomedizinische Forschungszentrum der Universitätsmedizin sowie das Institut für Pharmazie gehören.

Eröffnung der 2. Mainzer Science Week am 28.4.2019: Mit der Science Tram durch Mainz!

2.mz-sience-week.logo(rap) Die 2. Mainzer Science Week (28. April bis 11. Mai) macht „Mobilität“ nicht nur inhaltlich zum Programm, sondern präsentiert Wissenschaft in ungewöhnlichen und natürlich auch mobilen Veranstaltungsformaten. So wird die Mainzer Straßenbahn in Kooperation mit der Mainzer Mobilität zum fahrenden Hörsaal: Als „Science Tram“ mit verschiedenen wissenschaftlichen Aspekten rund um Mobilität rollt sie durch Mainz. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, einzusteigen, zuzuhören, mitzudiskutieren – und dabei auch verschiedene Bereiche der Wissenschaftsstadt Mainz zu sehen. Die Science Trams sind als solche gekennzeichnet (Digitalanzeige).

Zur Eröffnung pendelt am Sonntag, 28. April 2019, 11.00 Uhr die erste Science Tram zwischen Hauptbahnhof und Campus zum Thema „Mobilität mit Zukunft – Mobilitätskonzepte für Mainz“. In der Bahn sind im Gespräch:
– Katrin Eder (Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr der Landeshauptstadt Mainz),
– Eva Kreienkamp (Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität),
– Professor Dr. Gerhard Muth (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz) sowie
– Professor Dr. med. Thomas Münzel (Leiter des Zentrums für Kardiologie, Unimedizin Mainz).
– Moderation: Dominik Kimmel (RGZM, Mainzer Wissenschaftsallianz).
„Die jüngste Mainzer Tramlinie hat mit 6,5 Millionen Fahrgästen im Jahr 2019 sämtliche Erwartungen übertroffen und ist zu einem rollenden Symbol für die Verkehrswende in unserer Stadt geworden,“ so Verkehrsdezernentin Katrin Eder. „Ich kann mir daher keinen besseren Ort vorstellen, um die 2. Mainzer Science Week zu starten!“
Mit dem Masterplan M³ „Green City Mainz“ entwickelt die Landeshauptstadt Mainz Konzepte für eine integrierte, intelligente und vernetzte Mobilität in Mainz. Die Anbindung des Campus an die Stadt und seine Weiterentwicklung gehört dabei zu den wichtigen Zukunftsthemen der aktuellen Stadtentwicklung.

TERMINE SCIENCE TRAM
Science Tram | Mobilität mit Zukunft – Mobilitätskonzepte für Mainz
So 28. April, 11.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 11.15 Uhr Hochschule Mainz.
Science Comedy Tram | mit Physiker, Comedian und Science-Slammer Dennis Schulz

So 28. April, 15.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 15.15 Uhr Hochschule Mainz.
Science Tram | Mehr als ein Schritt. Wie Bewegung in Menschen kommt und Menschen in Bewegung kommen

Di 30. April, 19.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 45 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.20 Uhr Hindemithstraße
Science Tram | Unterwegs zur Professur

Mo 6. Mai, 19.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 45 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.15 Uhr Bürgerhaus Hechtsheim.
Science Tram | Mainzer „Gastarbeiter“ der ersten Generation

Do 9. Mai, 19.30 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt B (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.45 Uhr Zollhafen.

Der Programmflyer mit dem vollständigen Programm liegt an zentralen Stellen (Tourist Service Center, Rathaus, Mainzer Wissenschaftsinstitutionen) aus.
Programm digital: www.wissenimherzen.mainz.de www.facebook.com/wissenherzen.

VW-Förderinitiative „Experiment!“ unterstützt Forschungsprojekt zu neurobiologischen Auswirkungen von Mobbing

(Mainz, 23. April 2019, br) Die Förderinitiative „Experiment!“ der Volkswagen Stiftung fördert ein Forschungsvorhaben der Universitätsmedizin Mainz zum Thema Mobbing über einen Zeitraum von maximal 1,5 Jahren mit 120.000 Euro. Das Forschungsprojekt des Direktors des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer widmet sich den gesundheitlichen Folgen von Mobbing und potentiellen Präventivstrategien auf neuronaler Ebene. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Welche Auswirkungen hat Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsen im Gehirn? Lassen sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren? Das zentrale Ziel besteht darin, potentielle Ansatzpunkte für molekulare Präventivstrategien zu identifizieren, um mögliche Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression zu vermeiden.

Mobbing ist eine Form des aggressiven Sozialverhaltens, das überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen – sei es beruflich oder privat, sei es offline oder online – auftreten kann. Es kann von Einzel- bis Gruppenmobbing reichen. Der Aggressor agiert dabei über einen längeren Zeitraum, in der Regel über mehrere Wochen oder Monate, wiederholt in feindlicher Absicht. Dabei bringt er ein Machtungleichgewicht zum Ausdruck. Der Versuch des systematischen „Fertigmachens“ oder Kaltstellens kann nonverbal, verbal oder körperlich erfolgen. Derlei Anfeindungen in verschiedenen täglichen Kontexten der sozialen Interaktion können verheerende Folgen für die Gesundheit der Mobbing-Opfer haben: Angst, Depression oder auch ein erhöhtes Selbstmordrisiko.

Welche Moleküle an den Verbindungen zwischen Nervenzellen, den Synapsen, hierbei beteiligt sind, wenn sich diese Form des psychischen Stresses auf das Gehirn niederschlägt, ist wissenschaftlich noch kaum verstanden. Das will Univ.-Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer, Direktor des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz, mit einem neuen Forschungsprojekt ändern. In der von ihm konzipierten Studie „Deciphering synaptic resilience factors in the brain of a bullying mouse model” will er gemeinsam mit den Professoren Marianne Müller und Beat Lutz von der Universitätsmedizin Mainz und dem Deutschen Resilienz Zentrum (DRZ) Mainz untersuchen, welche Auswirkungen Mobbing auf die molekulare Anatomie der Synapsenpopulationen im Gehirn eines entsprechenden Mausmodells hat und ob sich synaptische Resilienzfaktoren identifizieren lassen.

Ansatzpunkt seiner Forschungen ist die These, dass bei fast allen psychischen Erkrankungen die Synapsen im Gehirn fehlerhaft funktionieren. Um zu ergründen, warum dies so ist, will er die molekulare Anatomie der Synapsen, also jene Kontaktstellen, über die die Neuronen im Gehirn miteinander kommunizieren, besser verstehen. Basierend auf diesem Verständnis wäre es ein weiteres Ziel, in der Zukunft molekulare Strategien zu entwickeln, die verhindern, dass sich Mobbing negativ auf neuronale Schaltkreise auswirkt. Somit könnte man potentielle Negativfolgen für das Gehirn wie Angst oder Depression vermeiden.

Mit ihrer Förderinitiative „Experiment!“ will die Volkswagen Stiftung neue Forschungsvorhaben mit ungewissem Ausgang in der Startphase mit bis zu 120.000 Euro unterstützen und Forschern die Chance geben, ihre gewagte Forschungsidee auszutesten. Das Forschungsvorhaben von Professor Schmeißer ist eines von 37 im Rahmen der Förderinitiative „Experiment!“ geförderten und aus 645 eingegangenen Projektanträgen bewilligten Projekten. Maximal 18 Monate hat der Mainzer Wissenschaftler nun Zeit, erste Anhaltspunkte für die Tragfähigkeit seines Konzeptes zu gewinnen. Dazu kann auch gehören, dass das Forschungskonzept unerwartete Ergebnisse zu Tage fördert oder es als solches gänzlich scheitert. Denn auch daraus ließen sich gegebenenfalls Schlussfolgerungen ziehen und Lernerfolge generieren.

2. MAINZER SCIENCE WEEK „Mensch und Mobilität“ vom 28. April bis 11. Mai 2019

2.mz-sience-week.logoVom 28. April bis 11. Mai 2019 findet in Mainz die zweite Mainzer Science Week statt. Sie steht unter dem Motto „Mensch und Mobilität“. Veranstalter sind die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und die Landeshauptstadt Mainz. In 25 Veranstaltungen präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ihre Forschungen und diskutieren mit allen Interessierten über aktuelle Themen und Fragen rund um das Thema „Mobilität“.

Auch in diesem Jahr präsentieren wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ihre Forschungen und diskutieren mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern über aktuelle Themen und Fragen rund um das Thema „Mobilität“. Die Science Week ist ein zentrales Format der seit 2015 jährlich ausgerufenen Themenjahre der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und der Landeshauptstadt Mainz. „In der Science Week lenken wir den Blick der Öffentlichkeit auf einen ausgewählten Aspekt unter den vielzähligen gemeinsamen Herausforderungen von Wissenschaft und Gesellschaft“ so Professor Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ.

Mit dem Masterplan M³ „Green City Mainz“ beteiligt sich die Landeshauptstadt Mainz an dem „Sofortprogramm saubere Luft
2017-2020“, das von der Bundesregierung gefördert wird. M³ steht für eine integrierte, intelligente und vernetzte Mobilität in Mainz. Der Masterplan wurde 2018 verabschiedet. „Die Science Week bietet einen passenden Rahmen, kommunale Konzepte zur Mobilität wissenschaftsbasiert zu diskutieren“, so Oberbürgermeister Michael Ebling. „Und sie weckt Interesse an der Wissenschaft – in vielen spannenden Veranstaltungen mitten im Herzen unserer Stadt.“

Die 2. Science Week macht „Mobilität“ zum Programm und präsentiert Wissenschaft in ungewöhnlichen und auch mobilen Veranstaltungsformaten. Möglich wird das durch eine enge Kooperation mit verschiedenen Mainzer Unternehmen und Institutionen, wie der Mainzer Mobilität oder der Mainzer Werbegemeinschaft.

Mit der Science Tram wird die Mainzer Straßenbahn zum fahrenden Hörsaal. Hier sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen, einzusteigen, zuzuhören, mitzudiskutieren und dabei ein Stück Stadt zu sehen. „Die Science Week möchte einen Beitrag zur Stärkung und Versachlichung gesellschaftlicher Diskurse und zur Förderung des Dialoges zwischen Wissenschaft und Gesellschaft leisten. Deshalb suchen wir auch bewusst ungewöhnliche Veranstaltungsorte und Formate, die zur Diskussion und zum Gespräch anregen“, so Dominik Kimmel, der gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ die Themenjahre verantwortet. In der Tram wird die Science Week auch eröffnet: Am Sonntag, 28. April 2019, 11 Uhr pendelt die erste Science Tram zwischen Hauptbahnhof (Haltestelle A) und Campus zum Thema Mobilitätskonzepte der Zukunft. Dazu sind im Gespräch: Katrin Eder (Dezernat für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr), Eva Kreienkamp (Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität), Professor Dr. Gerhard Muth (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz) und Professor Dr. med. Thomas Münzel (Leiter des Zentrums für Kardiologie, Unimedizin Mainz). Die Moderation übernimmt Dominik Kimmel.

Ergänzend dazu bieten die Science City Walks die Möglichkeit, die Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und dabei aktuelle, wissenschaftlich fundierte Informationen aus erster Hand zu bekommen.

Bei den Meenzer Science-Schoppe sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort zu den Menschen, wo sie nach Feierabend sind: in Lokalen, Weinstuben und Cafés. Die Meenzer ScienceSchoppe finden seit 2017 statt und haben sich zu einem beliebten Mainzer After Work Treffpunkt entwickelt. Ein Konzept, das auch die Gastronomen überzeugt, wie zum Beispiel Astrid Michel „Wir vom Weinhaus Michel unterstützen gerne die Veranstaltung Science Schoppe, weil sie wunderbar in unseren ‚Keller für Kenner‘ passt. Hier verbinden wir seit einigen Jahren Kultur mit kulinarischem Genuss!“

Der Programmflyer wird an zentralen Stellen (Tourist Service Center, Rathaus, Mainzer Wissenschaftsinstitutionen) ausliegen. Digital ist das Programm abrufbar unter www.wissenimherzen.mainz.de und www.facebook.com/wissenherzen

Mehr Vertrauen in etablierte Printmedien – Polarisierung beim Medienvertrauen – auch pauschale Kritik und Polemik verfestigen sich

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Polarisierung in der Einstellung zu den Medien – Vertrauen in Deutschland im Durchschnitt recht stabil, aber pauschale Kritik und Polemik verfestigen sich – Jeder Vierte hält die Medien für abgehoben und sagt, sie hätten „den Kontakt zu Menschen wie mir verloren“

Die Mehrheit der Deutschen vertraut den etablierten Medien weiterhin, aber die „Lügenpresse“-Debatte hinterlässt Spuren: Pauschale Kritik und Polemik haben sich in den vergangenen Jahren verfestigt. Jeder vierte Bürger in Deutschland hält die Medien nicht für vertrauenswürdig und wirft ihnen gezielte Manipulation vor. Das zeigen neue repräsentative Befunde der Langzeitstudie „Medienvertrauen“, die am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) durchgeführt wird.

Demnach stimmen 25 Prozent der Bevölkerung der Aussage zu: „Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.“ Ein Jahr zuvor stimmten 20 Prozent zu, 2016 waren es 27 Prozent. Den Vorwurf, die Medien würden die Bevölkerung in Deutschland systematisch belügen, teilen aktuell 16 Prozent (2017: 13 Prozent, 2016: 19 Prozent).

Zudem zeigen die Daten, für die im Oktober/November 2018 insgesamt 1.200 Bürger ab 18 Jahren befragt wurden, dass 44 Prozent den etablierten Medien in wichtigen Fragen vertrauen (2017: 42 Prozent, 2016: 41 Prozent) – der höchste bisher gemessene Wert. 22 Prozent äußern grundsätzliches Misstrauen (2017: 17 Prozent, 2016: 22 Prozent). Die Gruppe derjenigen, die beim Vertrauen eine mittlere Position einnehmen („teils, teils“) ist so klein wie noch nie in den bisher fünf Umfragewellen der Mainzer Forschungsgruppe. Ihr Anteil beträgt nun 34 Prozent. Im Vorjahr waren es 41 Prozent, vor zehn Jahren noch 63 Prozent. Offenbar sehen sich viele Menschen angesichts einer polarisierten Debatte dazu veranlasst, auch selbst Position für oder gegen die Medien zu beziehen.

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Telefon-Umfrage (CATI), die das Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Wissenschaftler am Institut für Publizistik der JGU durchgeführt hat. Die statistische Fehlertoleranz beträgt 2,8 Prozent. Die aktuellen Daten wurden erhoben, kurz bevor der Spiegel enthüllte, dass zahlreiche Artikel eines Reporters auf gefälschten Darstellungen beruhten.

Zunehmende Entfremdung
Immer mehr Deutsche fühlen sich von den etablierten Nachrichtenmedien nicht mehr gut repräsentiert. Im Jahr 2017 stimmten 18 Prozent der Aussage zu: „Die Medien haben den Kontakt zu Menschen wie mir verloren.“ In der aktuellen Erhebung von Ende des Jahres 2018 vertreten nun 27 Prozent diese Auffassung. Von 36 auf 43 Prozent gestiegen ist auch die Wahrnehmung, dass die Medien die gesellschaftlichen Zustände ganz anders darstellen, als es die Bürger in ihrem eigenen Umfeld wahrnehmen. Weiterführende Analysen zeigen, dass mit steigender Entfremdung von den Medien das allgemeine Medienvertrauen sinkt. Angebracht erscheint demnach die Forderung, dass die Medien die Lebenswelt ihres Publikums nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Trotz Einbußen weiterhin hohes Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Nach einem Vertrauenshoch im Jahr 2017 sind die Werte für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der aktuellen Erhebungswelle leicht gesunken – 65 Prozent der Bevölkerung vertrauen der Berichterstattung (2017: 72 Prozent, 2016: 69 Prozent). Damit liegt der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedoch noch immer an der Spitze verschiedener Mediengattungen. Regionalzeitungen liegen mit 63 Prozent direkt dahinter. Erstmals wurde in der aktuellen Welle zwischen regionalen und überregionalen Zeitungen unterschieden. Überregionale Zeitungen werden demnach von 49 Prozent der Befragten als vertrauenswürdig eingeschätzt. Die Daten zeigen allerdings auch, dass viele Menschen überregionale Zeitungen nicht (mehr) aus eigenem Lesen und Erleben kennen: So enthalten sich 22 Prozent der Befragten eines Urteils über die Glaubwürdigkeit der überregionalen Presse.

Internet und Social Media wenig vertrauenswürdig
Die breite Diskussion über den Datenskandal von Facebook, über Fake News im Internet und andere Gefahren des Netzes lassen viele Menschen nachhaltig vorsichtig und misstrauisch gegenüber Online-Nachrichten werden. Das Vertrauen in Internetquellen ist nach einem eklatanten Absturz im Vorjahr auch im Jahr 2018 gering. Nur 21 Prozent der Befragten vertrauen den Nachrichten auf Seiten von Suchmaschinen (2017: 23 Prozent) und nur vier Prozent den Nachrichten in sozialen Netzwerken (2017: drei Prozent). Der Anteil derjenigen, die Nachrichten in sozialen Netzwerken generell für nicht vertrauenswürdig halten, ist innerhalb eines Jahres sogar von 42 auf 51 Prozent angestiegen.

Vertrauen in die Berichterstattung über Islam und Geflüchtete ist geringer
Das Medienvertrauen der Bürger ist nicht über alle Themen hinweg gleich groß. Übergreifend vertrauen 44 Prozent der Deutschen den etablierten Medien bei wichtigen Fragen. Dagegen stimmen nur 20 bis 25 Prozent den Aussagen zu, dass die Berichterstattung der Medien über den Islam und über die Kriminalität von Flüchtlingen vertrauenswürdig ist. Dies sind auch die Themen, die die Meinungen der Deutschen polarisieren: So bejahen und verneinen jeweils circa 35 Prozent die Aussagen, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre und dass durch die Flüchtlinge in Deutschland die Kriminalität steige.

Meinungsfreiheit und Redeverbote
Nicht nur unter dem Schlagwort der Political Correctness wird regelmäßig debattiert, ob es von den Medien ausgehende Tabus hinsichtlich verschiedener gesellschaftlich relevanter Themen gibt. Was dürfen die Menschen öffentlich sagen, ohne sich „den Mund zu verbrennen“? In der Mainzer Umfrage stimmt nur eine Minderheit von 16 Prozent der Aussage zu, dass die Medien die Meinungsfreiheit in Deutschland prinzipiell untergraben. Eine klare Mehrheit – 59 Prozent – hält diese Aussage für unzutreffend. Allerdings sagen auch 27 Prozent: „Die Medien schreiben einem vor, was man denken soll.“ Mit Blick auf konkrete Themen haben jeweils mehr als ein Drittel der Deutschen den Eindruck, dass man nicht öffentlich sagen dürfe: „Durch die vielen Flüchtlinge steigt in Deutschland die Kriminalität“ und „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Allerdings sind auch jeweils rund 40 Prozent der Meinung, dass man dies sehr wohl sagen dürfe. Kein Redeverbot nehmen die Deutschen beim Diesel-Skandal wahr – 80 Prozent meinen, dass man sich nicht den Mund verbrennt, wenn man sagt, dass die Autobauer die Diesel-Käufer systematisch belogen haben. Befragte, die den etablierten Medien wenig oder gar nicht vertrauen, nehmen über alle Themen stärkere Redeverbote wahr als Befragte mit einem moderaten oder hohen Medienvertrauen.

Mehr pauschale Medienkritik an den linken und rechten politischen Rändern
Insgesamt legen die Befunde nahe, dass das Vertrauen in die etablierten Medien im Zuge der „Lügenpresse“-Debatte keineswegs in großem Stil erodiert ist. Dennoch hat sich ein relevanter Kern an Kritikern herausgebildet, der die etablierten Medien pauschal verurteilt. Sie finden sich, so zeigt eine übergreifende Analyse der Daten aus den Jahren 2017 und 2018, überdurchschnittlich häufig an den Rändern des politischen Links-Rechts-Spektrums. Sie sind formal niedriger gebildet, politisch weniger interessiert und blicken mit mehr Sorgen auf ihre wirtschaftliche Zukunft als diejenigen Bürger, die die etablierten Medien nicht pauschal verurteilen. Darüber hinaus zeigt sich, dass die etablierten Medien vor allem von denjenigen Bürgern pauschal verurteilt werden, die häufig alternative Nachrichtenquellen im Social Web konsumieren und regelmäßig Nutzerkommentare auf den Seiten der etablierten Medien lesen.

Zur Studie
Die langfristig angelegte Studie zum Medienvertrauen basiert auf mehr als einem Jahrzehnt kommunikationswissenschaftlicher Vertrauensforschung am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Mittelpunkt stehen regelmäßige repräsentative Befragungen, die die Entwicklungen, Ursachen und Folgen des Medienvertrauens erheben. Schwerpunkte der Studie sind die Verbreitung von funktionaler und dysfunktionaler Medienkritik (u.a. „Lügenpresse“-Vorwürfe) und die Beziehungen zwischen Medienvertrauen, Mediennutzung, politischen und gesellschaftlichen Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften. Zum Forschungsteam gehören PD Dr. Nikolaus Jackob, Dr. Ilka Jakobs, Prof. Dr. Oliver Quiring, Prof. Dr. Christian Schemer, Prof. Dr. Tanjev Schultz und Prof. Dr. Marc Ziegele.

Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Nikolaus Jackob
Geschäftsführer
Institut für Publizistik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. 06131 39-25763
E-Mail: nikolaus.jackob@uni-mainz.de
https://www.admin.ifp.uni-mainz.de/nikolaus-jackob/

Närrische Nachtvorlesung

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Fastnachtliche Variante der „Nachtvorlesung für jedermann“ an der Universitätsmedizin Mainz am 27. Februar

(Mainz, 27. Februar 2019, ok) Am heutigen Mittwoch, 27. Februar, um 19.11 Uhr lädt die Universitätsmedizin Mainz zur Närrischen Nachtvorlesung ein. Auch in diesem Jahr geben sich bei der Veranstaltung beliebte Größen der Meenzer Fassenacht wie beispielsweise der „Straßenmusikant“ Piet Rösch, Fastnachtssängerin Margit Sponheimer, der Bajazz mit der Laterne René Pschierer oder der Ehrenpräsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) Rudi Henkel die Ehre. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei. Als Eintrittskarte gilt die Verkleidung.

Wie jedes Jahr werden charismatische Vertreter der politisch literarischen Mainzer Fastnacht diesen besonderen Abend gestalten. Das Publikum darf sich auf Peter Krawietz als Protokoller freuen, der sich mit seinen geschliffenen Vorträgen in die Herzen der Zuhörer gespielt hat. Rudi Henkel, Ehrenpräsident des MCV, wird in bewährter Weise das aktuelle Fastnachtsmotto politisch literarisch ausfeilen, ironisieren und gekonnt kommentieren. Rene Pschierer, der Bajazz mit der Laterne, stets ein Kandidat für die Fernsehfastnacht und eine der großen Kultfiguren des MCV, wird seinen in der Presse gepriesenen Vortrag im Hörsaal halten.

Es gibt aber auch wieder den akademischen Vortrag, in diesem Jahr zum Thema „Ist Singen gesund?“ vom Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz und Initiator der Nachtvorlesung Univ.-Prof Dr. Christian Vahl. Musik darf bei der Hörsaalfastnacht der Universitätsmedizin natürlich nicht fehlen: so dürfen sich die Hörsaalfastnachter auf den Musikzug der Fischergarde freuen und vor allem auf die emotionalen und fröhlichen Fastnachtslieder von Piet Rösch. Das lädt zum Schunkeln ein. Auch die Bänkelsänger werden in diesem Jahr als Highlight dabei sein. Und natürlich wird es auch wieder Überraschungsgäste als Aktive geben, die viele Mainzer sehr gut aus der Fernsehfastnacht kennen. Die Veranstalter sind besonders froh, dass auch der im vergangenen Jahr fastnachtlich umjubelte Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann seine Teilnahme zugesagt hat und der Veranstaltung einen akademisch, fastnachtlichen Kick geben wird.

Unimedizin Mainz: „Nachtvorlesung für jedermann“: Schwerpunkt Pneumologie – am 6.Dez. 2018

Nachtvorlesung -Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz © Archivfoto: Diether v. Goddenthow
Nachtvorlesung -Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz © Archivfoto: Diether v. Goddenthow

Besucher der aktuellen Staffel bekommen ab 29. November „Highlights aus der Universitätsmedizin“ geboten

(Mainz, 29. November 2018, ok) An diesem Donnerstag, 29. November, startet die „Jahresabschlussstaffel“ der Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung für jedermann“. In bewährter Tradition präsentieren die Experten neue Highlights aus der Universitätsmedizin Mainz. Dabei richtet sich der Blick auf Neuerungen und innovative Forschungsprojekte verschiedener Bereiche der Universitätsmedizin Mainz. Die aktuelle Nachtvorlesungsstaffel findet an vier Abenden jeweils donnerstags ab 20 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Weg ist ausgeschildert. Eintritt und Bewirtung sind frei.

In der heutigen Auftaktveranstaltung widmet sich der Direktor der Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Christian Werner dem Thema „Vom Notfall zur Narkose“. Anschließend stellen der Direktor der Klinik für Herz-, Thorax, Gefäßchirurgie (HTG) der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl und Dr. Kathrin Dohle (ebenfalls HTG) die Highlights 2018 in der Aortenchirurgie vor. Einblicke in die highend-periphere Gefäßchirurgie gibt Prof. Dr. Bernhard Dorweiler (HTG). Um das Potential der plastischen Chirurgie soll es im vierten Vortrag des Abends von Dr. Hadrian Scheppler, Leiter Plastische Chirurgie in der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz gehen. Abschließend zeigt die Leiterin der Nephrologischen Ambulanz Dr. Julia Weinmann-Menke auf, dass die Nephrologie nicht nur auf die Niere ausgerichtet ist.

Die zweite Veranstaltung der Jahresabschlussstaffel am 06.12.2018 startet mit einem Vortrag des Leiters des Schwerpunkt Pneumologie in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Roland Buhl. Er spricht über die individuelle Asthma-Therapie. Was die tiefe Hirnstimulation bei Tumorerkrankungen auszurichten vermag, berichtet Prof. Dr. Sergiu Groppa von der Neurologie der Universitätsmedizin Mainz. Das Thema Patientensicherheit vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion über Mikroplastik im menschlichen Körper greift Prof. Dr. Irene Krämer von der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz in ihrem Vortrag auf. Abschließend folgt ein Vortrag des Direktors der Klinik und Poliklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel mit dem Titel „Psychotherapie 4.0 – Onlinemedizin für die Psyche?“

Der dritte Abend der aktuellen Staffel am 13.12.2018 beginnt mit dem Vortrag „Wer rastet der rostet – Bewegung einmal anders“ des stellvertretenden Direktors des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees. Anschließend gibt der Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung Univ.-Prof. Dr. James Deschner Einblicke in die moderne Zahn- und Zahnfleischbehandlung an der Universitätsmedizin Mainz. Welches Potential die refraktive und rekonstruktive Augenchirurgie besitzt wird PD Dr. Urs Voßmerbäumer von der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz in seinem Vortrag aufzeigen. Des Weiteren referiert Dr. Jürgen Alt von der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz über das Thema „Checkpoint-Inhibitoren – die neue Säule der Krebstherapie“. Der letzte Vortrag des Abends widmet sich der Frage „Leberchirurgie im Grenzbereich – was ist machbar?“ Der Referent ist der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Univ.-Prof. Dr. Hauke Lang.
Die vierte und letzte Veranstaltung der Jahresabschlussstaffel findet am 20.12.2018 statt. Es handelt sich dabei um eine Weihnachts-Nachtvorlesung, die wie üblich ein Überraschungsprogramm enthält.

Uni-Medizin Mainz: Neuer Ansatz zur Verbesserung der Angsttherapie entdeckt

Neuer Ansatz zur Verbesserung der Angsttherapie entdeckt
Mainzer Wissenschaftler veröffentlichen neue Erkenntnisse in der Resilienzforschung in Nature Communications

(Mainz, 26. November 2018, br) Traumatische Erfahrungen können sich tief in das Gedächtnis eingraben. Wie sich eine daraus entstandene Furcht langfristig reduzieren lässt und wie es nach einer Traumatisierung gar nicht erst zu einer dauerhaften Belastungsstörung kommt, darauf haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz neue Hinweise gefunden: Der Schlüssel liegt in entsprechenden neuen, positiven und fest im Gedächtnis verankerten Erfahrungen. Durch diese lernen die Traumatisierten, dass die angstauslösenden Reize oft harmlos sind. Dafür ist es allerdings erforderlich, dass sich Betroffene ihren Angstauslösereizen immer wieder aussetzen. Die Forscher haben die Hirnprozesse, die solchen positiven Lernerfahrungen zugrunde liegen, genauer untersucht. Die Erkenntnisse könnten helfen, die Therapie von Angsterkrankungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) zu verbessern sowie entsprechende präventive Maßnahmen zu entwickeln. Sie sind nachzulesen in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Während einer Extinktionslernerfahrung werden im Präfrontalkortex Aktivierungsmuster generiert, die in einer Ruhephase nach dem Lernen spontan wieder auftreten. Diese Spontanreaktivierungn verfestigen das Gelernte. Quelle: Dr. Anna M.V. Gerlicher
Während einer Extinktionslernerfahrung werden im Präfrontalkortex Aktivierungsmuster generiert, die in einer Ruhephase nach dem Lernen spontan wieder auftreten. Diese Spontanreaktivierungn verfestigen das Gelernte. Quelle: Dr. Anna M.V. Gerlicher

Das menschliche Gehirn ist veränderbar. Es lässt sich durch Erfahrungen – gute wie schlechte – (um)formen. Dies ist die Ausgangsprämisse der Resilienzforschung und der Therapien zur Behandlung von Angststörungen. Doch wieso gelingt es bei manchen Menschen, deren Angst zu mindern oder ihnen diese sogar zu nehmen, wenn sie mit einer ursprünglich angstauslösenden Situation wiederholt konfrontiert werden und dabei neue, positive Erfahrungen machen? Und warum hat diese sogenannte ‚Furchtextinktion‘ bei anderen langfristig keinen Erfolg? Wie bildet und stabilisiert das Gehirn eines Menschen dessen Langzeitgedächtnis? Welche Rolle spielen dabei spontane, neuronale Konsolidierungsprozesse, die nach dem Lernen einer neuen, überraschend positiven Erfahrung ablaufen? Diesen Fragen widmeten sich Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch und Dr. Anna M.V. Gerlicher zusammen mit anderen Wissenschaftlern des Deutschen Resilienz Zentrums (DRZ) Mainz und des Sonderforschungsbereichs 1193 „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“ an der Universitätsmedizin Mainz in der hier vorgestellten Studie.

„Wir wissen schon ganz gut, welche neuralen Prozesse wichtig sind, um zu lernen, dass von einem gefürchteten Reiz gar keine Gefahr mehr ausgeht. Neuere Forschungen haben jedoch gezeigt, dass es sehr wichtig ist, sich auch später noch gut an solche Lernerfahrungen erinnern zu können. Denn nur so gelingt es, nicht immer und immer wieder in unnötige Angstreaktionen zu verfallen und somit resilient gegenüber einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu sein”, erläutert Dr. Anna Gerlicher, Erstautorin der Studie. „Wir haben uns in unserer neuesten Studie daher ganz auf die Frage fokussiert, wie es nach einem solchen ‘Extinktionslernen’ zur Verfestigung des Erlernten in unserem Gedächtnis kommt.”

Das Team um DRZ-AG-Leiter Univ.-Prof. Dr. Raffael Kalisch fand heraus, dass die Gehirne ihrer Versuchspersonen während einer Extinktionslernerfahrung bestimmte Aktivierungsmuster aufwiesen, die nach dem Lernen in einer Ruhephase spontan wieder auftraten. Je häufiger diese Spontanreaktivierungen erfolgten, desto besser konnten sich die Probanden an einem anderen Versuchstag an ihre positive Erfahrung erinnern und desto geringer waren ihre Angstreaktionen auf Auslösereize.

Dass die gedächtnisrelevanten Aktivitätsmuster durch den auch als „Belohnungshormon“ bekannten Neurotransmitter Dopamin unterstützt werden, war eine weitere neue Erkenntnis. „Besonders faszinierend war für uns, dass wir durch Gabe eines handelsüblichen Medikaments, das in den Hirnstoffwechsel eingreift und zu einer Erhöhung des Dopaminspiegels im Gehirn führt, die Anzahl der Reaktivierungen erhöhen und somit im selben Maße spätere Angstreaktionen verringern konnten. Dies brachte folgende neue Erkenntnis: Das Gedächtnis für Extinktionslernen lässt sich, zumindest im Labor, relativ einfach verstärken – und zwar ganz ohne Übung oder Gedächtnistraining”, so Professor Kalisch.

Die Wissenschaftler sehen in ihren Befunden Potential für neue Einsichten in grundlegende Mechanismen der Gedächtnisbildung sowie für mögliche neue Ansätze zur Verbesserung der Traumatherapie.

Weitere Informationen zur Originalpublikation:
A.M.V. Gerlicher, O. Tüscher, R. Kalisch: Dopamine-dependent prefrontal reactivations explain long-term benefit of fear extinction; Nature Communications volume 9, Article number: 4294 (2018) |
DOI: 10.1038/s41467-018-06785-y; www.nature.com/naturecommunications.

Prof. Dr. med. Dorothea Duda-Stiftung zur Wissenschaftsförderung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung gegründet

Prof. Dr. med. Dorothea Duda Stiftung unter dem Dach der JGU-Stiftung gegründet. Das Bild zeigt (v.l.): Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU, Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Duda, Helmut Rittgen, Vorsitzender des Vorstands der Johannes Gutenberg Universitätsstiftung. Foto ©: Peter Pulkowski / JGU
Prof. Dr. med. Dorothea Duda Stiftung unter dem Dach der JGU-Stiftung gegründet. Das Bild zeigt (v.l.): Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU, Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Duda, Helmut Rittgen, Vorsitzender des Vorstands der Johannes Gutenberg Universitätsstiftung. Foto ©: Peter Pulkowski / JGU

Die neue Treuhandstiftung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Anästhesiologie an der JGU und der Universitätsmedizin Mainz

Unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung wurde eine Treuhandstiftung gegründet: Die Prof. Dr. med. Dorothea Duda-Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Anästhesiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universitätsmedizin Mainz. Mit den Stiftungsmitteln können insbesondere Förderungen und Preise für geeignete Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus medizinischen, pharmakologischen und biologischen Fächern der JGU finanziert werden. „Wir freuen uns sehr über dieses stifterische Engagement an unserer Universität“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. „Die Spitzenforschung von morgen ist auf die Qualifikation intelligenter Köpfe von heute angewiesen. In der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sehen wir daher eine Kernaufgabe unserer Universität. Allerdings können wir angesichts enger finanzieller Spielräume oft nicht die hierzu notwendigen optimalen Rahmenbedingungen schaffen und sind daher für private Initiativen wie die von Professorin Dorothea Duda sehr dankbar.“

Die Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Christine Duda war von 1984 bis 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz. Hier habilitierte sie sich 1996. Im Januar 2004 wurde sie zur Außerplanmäßigen Professorin der JGU ernannt. Von 1999 bis 2017 war Dorothea Duda als Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie des Katholischen Klinikums Mainz (kkm) tätig.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehörte das Gebiet der Anaphylaxie, nämlich akut auftretende allergische Reaktionen, die sämtliche Organsysteme des Körpers betreffen und tödlich enden können, oder auch die Vermeidung postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV – postoperative nausea and vomiting). Darüber hinaus waren ihr insbesondere Aspekte der postoperativen kognitiven Dysfunktion (POCD) und postoperatives Delir ein tägliches Anliegen. POCD umschreibt kognitive Funktionsstörungen nach einem operativen Eingriff, die insbesondere Merkfähigkeit, Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund errichtet die Stifterin die Prof. Dr. med. Dorothea Duda-Stiftung als Treuhandstiftung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung. Es ist insbesondere Aufgabe und Ziel dieser Stiftung, zur weiteren Erforschung von Phänomenen wie postoperativer kognitiver Dysfunktion (POCD) und postoperativem Delir sowie zur Entwicklung und Anwendung neuer Behandlungsmethoden beizutragen.

Den Beirat der neuen Stiftung bilden die Stifterin Prof. Dr. med. Dorothea Duda, Mainz, Prof. Dr. med. Walther Schmiedt, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Katholisches Klinikum Mainz, Prof. Dr. med. Monika Seibert-Grafe, Mainz, Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin der JGU, und Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU.

Die Dachstiftung: Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung
Gegründet Ende 2004 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, verwaltet die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung nun 37 unselbstständige Stiftungen mit einem Kapital von 8,4 Millionen Euro, aus dessen Erträgen im vergangenen Jahr nach Bildung von Rücklagen rund 250.000 Euro für Stiftungszwecke eingesetzt wurden. Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen eröffnet die JGU-Stiftung zahlreiche unbürokratische Möglichkeiten innovativen und effizienten Stifterengagements.

Über die Form der Mitwirkung, also die Beteiligung durch Spenden, Zustiftungen ohne Mindestbetrag oder die Errichtung einer eigenen Treuhandstiftung, können die Stifterinnen und Stifter selbst entscheiden. „Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung macht das Stiften leicht und gewährt viele Vorteile“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der JGU-Stiftung, Helmut Rittgen. „Kompetente Beraterinnen und Berater begleiten den Stiftungsvorgang und helfen bei allen notwendigen Schritten. Darüber hinaus übernimmt die Universitätsstiftung die Stiftungsverwaltung und garantiert eine kompetente Verwaltung des Vermögens.“

Wege in die Zukunft – Wissen stiften
Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung ermöglicht Stiftern, ganz konkret und dauerhaft Projekte in Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftlicher Weiterbildung und Kunstausübung entsprechend ihrer individuellen Lebensziele und Wünsche zu unterstützen. Als eine der größten deutschen Universitäten mit über 31.500 Studierenden und 4.400 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken bietet die JGU ein attraktives Spektrum von unterstützungswürdigen Projekten quer durch alle Fachrichtungen.

Neben der Unterstützung durch Sachmittel für Geräte oder Forschungsvorhaben besteht für die Stifterinnen und Stifter auch die Möglichkeit, mit Investitionen unter anderem in Stipendien, Graduiertenkollegs oder Auslandsaufenthalte den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und junge Talente zu qualifizieren.